Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - der Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei sowie vieler anderer siertelfährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen visztetfährlich 90 Pfg. Dienstags, Dounerstags, Samstags. Redaktion: Selteraweg 83.- Fair Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 241. Telephon: Nr. 362. Soziales. Reichsversicherungs- Ordnung und Allgemeiner Knappschafts- Berein. Der Bergbauverein zu Essen nimmt in längeren Ausführungen zu der Frage der Aufrechnung der reichsgesetzlichen Leistungen der Hinterbliebenenversicherung auf die Knappschaftsleistungen Stellung. Wir entnehmen den tabellarischen Uebersichten folgende Zahlen: des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 28. Dezember 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm brette Inseratengeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pta.- Die 90 mm breite Zelle im Reklameteil 50 g Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt komunt bet Heberschreitung des Bahlungszieles( 30 Tage), bet gerichtlicher Bettreibung oder Bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschrifton ohne Berbindlefelt. Verlag der ,, Gießener Settung" 6. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | geführt hat, billigerweise die Möglichkeit gegeben wor=| chen angehalten hat, sind die Nebenflüsse des Rheins den, die knappschaftlichen Bezüge gegen die reichsgesetzum 50-60 3entimeter gewachsen. lichen Renten aufzurechnen. Reichstagswahlen 1912. - Wetzlar. Die Konservativen haben an Stelle des zurückgetretenen Kandidaten v. Eichel den Landwirt Schindler- Schöneberg als Kandidaten für den Wahlkreis Wetzlar- Altenkirchen aufgestellt. Marburg. Die Nationalliberalen des Wahlfreises Marburg- Kirchhain- Frankenberg haben jetzt endgültig beschlossen, von der Aufstellung eines eigenen Sandidaten abzusehen und den freikonservativen Kandidaten Prof. Dr. Bredt zu unterstützen. - Siegen. Die Zentrumspartei des Wahlkreises Siegen- Hinterland- Wittgenstein beschloß, bereits im ersten Wahlgange für den Kandidaten der christlich- sozialen Par, Liz. Mum m, einzutreten. Offenbach a. M. Im Wahlkreise OffenbachDieburg sind jetzt 5 Kandidaten zum Reichstage aufgestellt worden: Bürgermeister Brink für die nationallib. Partei, Messel für die Zentrumspartet, C. Ulrich für die Sozialdemokratie, Rechtsanwalt Carnier für den Freisinn und Lehrer Dern für die Christlich- Sozialen. - Für die Zwecke der Unfallversicherung bei der Settion 2 der Knappschaftsberufsgenossenschaft wurden im Jahre 1885-86 1,2 Mill. Mark, im Jahre 1910 14 Mill. Mt. aufgebracht. An Beiträgen für die Kassen des Knappschaftsvereins wurden gezahlt im Jahre 1892 12,94 Mill. Mt., im Jahre 1910 55,02 Mill. Mark, ( das bedeutet eine Zunahme von 52 Mill. Mt. gleich 77,26 Proz. innerhalb 18 Jahren). Die gesamten, den Kassen des Knappschaftsvereins zufließenden Beiträge, so heißt es in den Darlegungen wörtlich, sind zunächst von den Werken aufzubringen. Diese tragen sie aber auch endgültig, sofern sie sie nicht im Wege der Lohnfürzung auf die Arbeiter abwälzen. Es wird sich aber nirgends der Beweis führen lassen, daß im Ruhrbergbau bei Eintritt neuer sozialer Auflagen, wie sie die letzten Jahrzehnte häufig gebracht haben, eine Abwälzung der Lasten auf die Arbeiter stattgefunden hat; da= her ist man zweifellos berechtigt, die gesamten an die Kassen des Knappschaftsvereins abgeführten Beiträge als einen Bestandteil der Selbstkosten der Werke anzuspre chen. Die Beiträge für die Knappschafts- Berufsgenos senschaft wie die für den Knappschaftsverein können somit als allein den Werken zur Last fallend angesehen werden. Sie betrugen zusammen in 1892 16,36 Mill. Mark und im Jahre 1910 69,50 Mill. Mark und sind also von 1892 bis 1910 um 53,14 Mill. Mark gleich 325 Proz. gestiegen. Jm weiteren wendet sich der Verein ausdrücklich gegen den von sozialdemokratischer Seite erhobenen Vorwurf, daß diese Beträge den Arbeitgebern nur durch direkten Zwang hätten abgepreßt werden können. Dieser Vorwurf dürfte schon durch die Tatsache hinlänglich widerlegt sein, daß der Knappschaftsvereinträchtigen würde. Nach diesem uns am 19. Dezember in vielen Fällen über das gesetzliche Maß hinaus Mehr leistungen gewährt, die allein im Jahre 1910 den Betrag von 4,7 Millionen Mark erreicht haben. Ferner bestehen auf den allermeisten Zechen noch besondere Unterstützungskassen, welche die Leistungen der Knappschaftstasse in gewissem Sinne ergänzen. Diesen gingen zu im Jahre 1892 1,72 Mill. Mark, im Jahre 1909 10,6 Mill. Mt. Rechnet man diese Summen den gesetzlichen Aufwendungen hinzu, so ergeben sich die Gesamtbeträge, die für soziale Zwecke vom Ruhrbergbau aufgebracht werden. Sie betrugen 1892 18,07 Mill. Mark, 1909 78,87 Mill. Mark. An Hand graphischer Darstellungen wird sodann das rauf hingewiesen, wieviel besser eine Witwe des im Knappschaftsverein versicherten Bergarbeiters gestellt ist, als die Witwe des der Reichsversicherungsordnung unterstellten Arbeiters. Zunächst erhalten sämtliche Witwen, auch wenn sie nicht invalide sind, eine Rente, welche die reichsgesetzlichen Bezüge bei weitem übertrifft. Ferner sind auch die Renten für die invaliden Bergarbeiterwitwen bedeutend höher als die Renten der Witwen anderer Arbeiter. Was im weiteren die finanzielle Tragweite der Reichsversicherungsordnung anlangt, so drückt sich diese in einer Steigerung der in Zukunft für die reichsgesetz liche Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung zu zahlenden Beiträge aus. Stellte sich dieser Beitrag früher auf wöchentlich 36 Pfg. für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, so tritt unter der Herrschaft der Reichsversicher= ungsordnung eine Erhöhung um 12 Pfg., also auf 48 Pfg. ein. Diese Erhöhung der Beiträge hätte, wenn die Reichsversicherungsordnung schon im Jahre 1910 in Kraft getreten wäre, für beide beitragzahlenden Seiten zusammen rund 2,08 Mill. Mark, oder unter Berück= sichtigung der zulässigen Ermäßigungen der Knappschaftsbezüge 1,77 Mill. Mark betragen. Sehr wichtig ist der Hinweis, daß die Vorschrift über die Auf= rechnung der knappschaftlichen und reichsgesetzlichen Renten mit der bestimmten Absicht in das Gesetz aufgenommen worden ist, den Bergbau nicht wiederum wie früher durch den Ausbau der Arbeiter- Versicherungsgesetze doppelt zu belasten. Der Bergbau hat als einziger deutscher Industriezweig bisher neben den landesgesetzlich vorgesehenen Lasten auch noch die Auflagen aus der Invaliden- und Altersversicherung tragen müssen. Um eine abermalige Doppelbesteuerung zu vermeiden, ist jetzt bei der reichsgesetzlichen Regelung der Hinterbliebenenfür= sorge dem Bergbau, der diese schon von altersher durch- Frankfurt. Vom christlich- sozialen Verein für Frankfurt und Umgegend wurde der bisherige Reichstagsabgeordnete Franz Behrens- Essen( Ruhr) als Kandidat für Frankfurt aufgestellt. schloß, am Wahltage den städtischen Beamten und ArDer Magistrat bebeitern von nachmittags 2 Uhr ab freizugeben, um ihnen die Ausübung ihres Wahlrechtes zu erleichtern. von Darmstadt. Von dem Vorstand der chrift lich- und der deutsch- sozialen Partei im Reichstagswahlkreis Darmstadt- Groß- Gerau wird folgende Erflärung erlassen:„ Wir machen bekannt, daß der uns aufgestellte Kandidat, Herr Oberlehrer Werner zu Butzbach, sich genötigt gesehen hat, seine Annahme zurückzuziehen, weil unsere Parteigenossen im Wahlkreise Gießen- Grünberg besorgen, daß eine Doppelkandidatur die Tätigkeit Werners im dortigen Wahlkampf beeinmitgeteilten Entschluß haben wir Umschau nach einem Ersatzmann gehalten, was aber wegen der Nähe des Wahltages erfolglos geblieben ist. Es würde uns angesichts der Haltung der Nationalliberalen, insbesondere im Wahlkreise Gießen, wo sie bereits im ersten Wahlgang für den Freisinnigen eintreten wollen, geboten erscheinen müssen, bei der Hauptwahl Enthaltung zu empfehlen, wenn sich nicht ein gewichtiges Bedenken dagegen erhöbe. Wir haben nämlich zu befürchten, daß dadurch der Sieg des Sozialdemokraten im ersten Wahlgange herbeigeführt würde, dessen Aussichten durch die heftige Agitation der Linksliberalen wohl noch gegen früher zugenommen haben. Unser dringender Rat Mitglieder und Freunde kann also nur lauten, sich an der Hauptwahl zu beteiligen, um sowohl gegen den sozialdemokratischen als den freisinnigen Kandidaten abzustimmen." - an Darmstadt. In der letzten Sitzung der hie sigen Bezirksgruppe des Hansa- Bundes wurde einstim mig gegen die Reichstagskandidatur des Freiherrn von Heyl- Worms im Wahlkreise Worms- Heppen= heim- Wimpfen entschieden Stellung genommen. Es wurde beschlossen, bei der kommenden Reichstagswahl für Rittergutsbesitzer Arthur Becker- Bensheim zutreten, der als einziger Kandidat des Wahlkreises Worms- Heppenheim- Wimpfen die Gewähr dafür biete, daß er in seiner eventuellen parlamentarischen Tätigkeit die Grundgedanken des Hansa- Bundes vertreten werde. - einn Gießen. Der Großherzog hat den Regierungsbaumeister Dr.- Ingenieur August Walloth zu Gießen zum Vorstand eines Eisenbahnbetriebsamtes in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft ernannt. n Gießen. Geh. Justizrat Professor Dr. Bier halten. Prof. Dr. med. Otto v. Franquee, Direkmann hat einen Ruf an die Universität Halle erdie Universität Bonn angenommen. for der Frauenklinik in Gießen, hat die Berufung an n Gießen. Eine Trauerfeier für den BeigeordneBeteiligung in der Kapelle des neuen Friedhofs statt. ten Geh. Justizrat Dr. Schäfer fand bei zahlreicher derte darin den Charakter und die rastlose Tätigkeit des Pfarrer Bechtolsheimer hielt die Gedächtnisrede und schilVerstorbenen im Beruf, im öffentlichen Leben und im Streise seiner Familie. Kranzspenden legten nieder LandProvinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger für die gerichtspräsident Güngerich für die richterlichen Kollegen, Kreis- und Provinzialverwaltung( der Entschlafene war noch am Vortage seines Todes in der Sitzung des 16jährige Tätigkeit Dr. Schäfers als Stadtverordneter, Kreistages tätig), Oberbürgermeister Mecum für die schichtsverein, dessen Vorstand Dr. Schäfer 16 Jahre Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel für den oberhess. Gelang angehörtek Weitere Ansprachen hielten noch Rechtsanwalt Engisch für den Freundeskreis und Stadtverord neter Löber für die Altersgenossen des Entschlafenen. 3ial- Siechenanstalt waren Geheimrat Dr. Usinn Gießen. Zur Weihnachtsfeier in der Provin Haberkorn, sowie zahlreiche Ehrengäste erschienen. An ger, Beigeordneter Keller und Stadtv. Medizinalrat Dr. vier verschiedenen Stellen waren in recht geschickter Weise Gabentische aufgestellt. Jm großen Männerbau, im großen Frauenbau, in der Männerbarade und in der Frauenbaracke brannten Lichterbäume. Nach einleitenStreisassistenzarzt Dr. Langermann eine Ansprache, woden Weihnachtsliedern hielt der Direktor der Anstalt, rauf die Verteilung der Geschenke erfolgte. Mancher der alten Leute hat auch von daheim eine Gabe erhalten oder konnte gar an den Feiertagen Besuch aus der Heimat empfangen. In der Landes- Heil und Pflegeant a It wurde zum ersten Male Weihnachten gefeiert und dabei zugleich die Kapelle eingeweiht. Den Weihnachtsabend leitete ein Gottesdienst ein, Pfarrer Adolph die Weihe vornahm und die Predigt dem der größte Teil der Kranten teilnahm. Während hielt, trug ein Chor, der aus Insassen der Anstalt und Kapelle befand sich der Lichterbaum. Die Chriſtbescherdem Wärterpersonal gebildet war, Gesänge vor. In der ung an die Patienten fand in jeder Abteilung gesondert statt. - an n Gießen. Von der philosophischen Fakultät der Universität wurde der Generalleutnant Max Bahr= feldt zu Allenstein i. Ostpr., ein ausgezeichneter Kenner altrömischer Münzen, ehrenhalber zum Doktor nannt. er= in einem längeren gemeinsamen Wahlaufruf zur Stimmn Gießen. Die beiden liberalen Parteien fordern Erkelenz, auf. abgabe für ihren Kandidaten, den Gewerkschaftssekretär n Gießen. Durch die außergewöhnliche Size in möglich, schon im August und September etwa 1000 diesem Jahr war es der Verwaltung der Kläranlage Rubikmeter Klärbedensch I am m umsonst abzugeben. Dieser Schlamm ist ein wertvolles Dungmittel. Bei eintretendem Frostwetter werden weitere 4000 bis 5000 Rubikmeter unentgeltlich an der Kläranlage abgegeben. o Wagenborn- Steinberg. Eine Anzahl bedürftiger hiesiger Bergmannsfamilien und Hinterblie benen von Bergleuten erhielten auch dieses Jahr zu Mainz. Auf Veranlassung des Hansabundes hat eine Ausschußsizung der Fortschrittlichen Volkspartei stattgefunden, in der mit großer Majorität beschlossen wurde, in neue Verhandlungen mit den Nationalliberalen wegen Aufstellung eines gemeinschaftli- Weihnachten aus der C. W. Fernie'schen Verwaltung chen Reichstagskandidaten einzutreten. Hessische Landtagswahlen 1911. § Bingen. Das amtliche Wahlergebnis der Landtagswahl in Bingen- Stadt lautet: Soherr( 3tr.) 664, Gallus( Fr. Vp.) 172, Jbing( S03.) 117 St. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 28. Dezember 1911. * Der Großherzog empfing u. a. den Redakteur Neurath, 1 Vorsitzender des Skiklubs in Gießen. Hochwasser in West deutschland. Da ein starker Regen seit mehreren Tagen fast ununterbroUnterstützungen. s Darmstadt. Auch hier werden nun, nachdem das Reichsgericht sich gegen die Erhebung des Oftrois auf Wildpret und Geflügel ausgesprochen hat, an die Stadt Rückerstattungsansprüche gestellt. Ein hiesiger Händler will eine in die Tausende gehende diesbezügliche Forderung erheben. ! Worms. Für die Minderbemittelten werden bei Vorzeigung eines Scheines, der ihr Einkommen von oder unter 1500 Mt. bestätigt, Kartoffeln in großen und kleinen Quantitäten bis zu 25 Pfund zum Preise von 4 Pfg. das Pfund gegen Barzahlung abgegeben. ! Bensheim. Das hiesige Lehrerseminar gibt soeben bekannt, daß an Ostern 90 3öglinge mehr aufFortsetzung auf der 4. Seiie. Dia Die Versöhnung unterm Weihnachtsbaum. Beriöhnung term moihnachtsbaum Manche nennen unbeugsamer Fleiß es Glück, aber Die Versöhnung unterm Weihnachtsbaum. mar und Gewissenhaftigkeit, die raich non Stufe 311 Stufe klimmen bei Gerner und anscheinend balbverbungerte mend mehr zu sagen, nur ihn in bie Tränen rannen ihm Was hier Not tat, wußte Geficht. Gerner wohl; er führte den 921 Nach den Feiertagen. Die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes tst in dtesem Jahre nur auf einem kleinen Teil der Erde vernommen worden. In Tripolis schlugen sich die Italieper und Türfen nach wie vor die Köpfe ein, und die Aussicht auf Frieden, die uns in den letzten Tagen vor dem Fest wiederholt vorgetäuscht wurde, ist jetzt wieder in ein Nichts zerronnen. Auch in Persien ist troß der Nachgiebigkeit der Regierung noch keine Ruhe eine getreten. Das Gebot Frtede auf Erden" galt für die Russen nicht. Noch immer stehen die russischen Truppen in Persien, und wenn auch die Regierung alles erfüllt, was Rußland verlangt, dte ungebetenen Gäste wird Bersten nicht wieder los. In China hat man den Frieden bisher auch nur im Munde geführt. Während Ste Friedenskonferenz in Schanghat verhandelt, ohne au einem positiven Ergebnis zu gelangen, gärt es überall im Lande, und täglich können neue Hiobsposten von Aufständen und Unruhen eintreffen. Kämpfe anderer Art haben in England mißtönend den Klang der Weihnachtsglocken übertönt. Die schmeren wirtschaftlichen Kämpfe, die schon im Sommer diefes Jahres einen höchst bedrohlichen Charakter angenommen hatten, sind aufs neue entflammt. Am heyHigen Mittwoch sollen in Lancashire 160 000 Weber ausgesperrt werden. Falls nicht in Kürze der Streit beigefegt wird, utüssen auch noch andere Betriebe von der Arbeitseinstellung betroffen werden. Denn wenn dte Webereten fetern, können auch die von ihnen abhängtgen Industrten, wie Färbereten und Appreturanstalten nicht weiter arbetten. In Dundee warf der Ausstand der Transport- und Dockarbetter einen Schatten auf das Weihnachtsfest. Ein großer Teil der Fabriken mußte schon aus Mangel an Kohlen die Arbeit einstellen, der Rest wird unmittelbar nach den Feiertagen folgen. nach der Hauptfeffion der Delegationen zurücktreten werde. Als Hauptursache des Rücktrittes wird angege= ben, daß Kaiser Wilhelm angeblich mit der Politik des Grafen Aehrenthal in der Maroffoangelegenheit unzufrieden set. Man wird das Recht haben, so schreibt das Blatt, eine solche Meldung mindestens als einen argen Täuschungsversuch zu bezeichnen. Deutschland hat feineswegs einen Grund, mit der Politik des Grafen Aehrenthal in Sachen Marotto unzufrieden zu sein. Die Meldung hat wahrscheinlich nur den Zweck, da Mißtrauen zu säen, wo bisher gegenseitiges Vertrauen herrschte. Der Dreibund lebt eben gewissen Leuten schon zu lange und daher die fortwährenden Versuche, bald Italien, bald Deutschland von Desterretch weg zu drängen. Zum Glück haben diese Versuche noch keinen Erfolg gehabt. Auch bei uns in Deutschland konnte sich in diesem Jahre der weihnachtliche Gottesfriede nur mit Mühe durchsetzen. Die Wahlen zum Reichstag stehen ja vor ber Tür, und heftiger denn je tobt diesmal der Wahlfampf. Den armen vielgeklagten Reichstagskandidaten waren die Feiertage wohl zu gönnen. Die letzten zwet Wochen vor der Wahl und dann die Zeit zwischen Haupt- und Stichwahl ist für sie das Anstrengendste. Man hört heute so oft flagen, daß die bedeutendsten Männer mehr und mehr aus den Barlamenten verschwinden. Bielleicht Itegt der Grund für diefe Erscheinung zum Tell darin, daß die Herren des Geiches den Strapazen des modernen Wahlkampfes förperlich nicht gewachsen find. Und doch war es gut, daß die Feiertage den Wahlkampf für einige Tage unterbrachen. Auch die Tage bis Neujahr sind je eigentlich halbe Feiertage, und auch in dieser Reit wird noch Ruhe herrschen, dann aber werden die Wogen des Wahlkampfes um so höher schlagen, bis am 12. Januar die Entscheidung fällt. Rundschau oom Cage. Politisches. Der innere 3wist in der Türket lebt wetter fort. Die fett mereren Tagen zwischen der Majorität der Kammer und der Opposition gepflogenen Verhandlun= gen sind gescheitert. Die jungtürkische Partei hat nach langer bewegter Debatte fast einstimmig be= schlossen, der Opposition mitzuteilen, daß eine Berstän digung nur auf der Grundlage einer Umbildung des Kabinetts unter Said Bascha möglich sei. Man hält es für sicher, daß eine Verständigung auf dieser Basts nicht zustande kommen wird. In jungtürkischen Kreisen verlautet, das Kabinett werde mit rein jüngtürkischen Ministern rekonstruiert werden. Die Friedensverhandlungen in China find von einem Erfolge mehr denn je entfernt. Die Friedensfonferenz richtete am Dienstag an den Thron das Erfuchen, feine Zustimmung zum Zusammentritt einer zahlreicheren und mehr repräsentativen Konferenz zu geben, die ermächtigt sein soll, über die Regterungsform zu entscheiden. Der Thron dürfte die Botschaft aber ablehnen. Ein liberaler Block in Bayern. Unter der Wahlparole gegen das Zentrum für den Proporz" haben fich in Bayern nunmehr die liberalen Parteien, der deutsche Bauernbund, der Altbayerische Bauernbund und die Sozialdemokraten, für die Landtagswahi gegen das Zentrum verbündet. Mit Rücksicht auf die relative Mehrheit, die in Bayern bei der Landtagswahl maßge= bend ist, wurde vereinbart: gemeinsamer Aufmarsch der Parteien, Ausschluß aller Gegnerschaft untereinander, geschlossene Wahl der Kandidaten durch sämtliche Barfeten, wie wenn es für die eigene Partei wäre. Das Abkommen erstreckt sich auf das ganze rechts- und linksrheinische Bayern. Neue Schwierigkeiten wegen des Kongoabkommens. Dem Pariser Figaro" zufolge macht Deutschland an= geblich neue Schwierigkeiten wegen der Frage der Ahgrenzung des Kongogebietes. Deutschland beansprucht bte dem abgetretenen Gebiet vorgelagerten Inseln und 80 Kilometer Uferland. Kleine Nachrichten. Das Kronprinzliche Sofmarschallamt gtbt folgendes Bulletin aus:„ Das Befinden Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Frau Kronprinzessin und des jungen Brinzen ist ein unverändert gutes. Weitere Berichte werden nicht ausgegeben." Das Befinden des bayerischen Prinzregenten ist in den letzten Tagen leider unverändert geblieben. Der Regent ist infolge der Muskelzerrung am rechten Oberschenfel noch immer am Gehen verhindert. nung eines Goldschmieds ein Geselle mit einem geladenen Revolver. Blöblich ging ein Schuß los. Er verwundete eine Tochter des Meisters letcht und tötete deffen Frau, eine Mutter von neun Kindern. Der Gefelle stellte sich selbst der Poltzet. Blutige Weihnachten. In Essen wurde in der Nacht zum Dienstag etn Arbetter von einem sechzehnfährigen Burschen erstochen. In der Nachbargemeinde Stoppenberg wurde ein aus Düsseldorf zu Besuch weilender Infanterist nach voraufgegangenem Streite durch Messerstiche tödlich verletzt. Das 1, Garde- Dragoner- Regiment soll von Berlin nach Charlottenburg verlegt werden. Die neuen Kafernen werden in der Nähe der Döberitzer Heerstraße unweit des Reichstanzler- Blazeserrichtet werden, am Rande des alten Ererzterplages des Elisabeth- Regiments. Berunglückte Bergiente. Infolge Besteigens eines falschen Förderforbes wurden in einer Kohlengrube bei Mons in Belgier dret Bergleute getötet und einer schwer verletzt. Einen frisch- fröhlichen Marokkofeldzug führen wieder einmal die Spanter. Bet Melilla griffen Eingeborene in der Nacht zum 23. Dezember die franischen Truppen an, wobei sich ein regelrechtes Gefecht ents wickelte. Die Eingeborenen wurden schließlich unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Die Spanier hatten einen Verlust von einem Hauptmann und sechs Mann tot und 15 Mann verwundet. Am Sonntag früh fand ein neuer heftiger Angriff von mehreren tausend Eingeborenen statt, wobet die Spanier mehrere Tote und Verwundete hatten. Unter den Toten befinden sich etn Oberstleutnant, ein oder zwei Hauptleute und ein Leutnant. Wegen Schwierigkeiten in der Uebermitte lung von Nachrichten sind die genauen Verluste noch nicht bekannt. Am Weihnachtsabend verbrannt. Am Weihnachtsabend brannte eine Waldmühle bet Hirschberg( Schlef.) nteder, wobei ein 17jähriges Dienstmädchen den Tod in den Flammen fand. In Hirschberg selbst fand am HetItgen Abend bet der Explosion einer Petroleumlampe etne sechzigjährige Frau den Tod durch Verbrennen. Ein großer Inwelendiebstahl ist in der Nacht zum Dienstag in Wien verübt worden. In einen Juwelterladen in der Kronengaffe hatten sich die Einbrecher Eingang durch den Keller verschafft und Wertsachen im Betrage von 20 000 kronen gestohlen. Eine politische Sensation in Wien. Die Wiener Neuesten Nachrichten" schreiben: Ein politisches Blatt bringt die sensationelle Meldung, daß Graf Aehrenthal Die Herren von Dieskaut. 2) Original- Roman von Franz Treller. ( Nachdruck verboten.) Aus den Gerichtssälen. Ein Grenadier als Brandstifter. Das Kriegsge richt der 17. Division in Schwerin verurteilte den Gre nadier Brügmann vom mecklenburgischen Grenadierregiment Nr. 89, der, um vom Militär weg ins Zucht haus zu komment, drei Wochen nach seiner Einung desertterte und drei Getreidefeimen in Brand steckte, it fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrnerlust, Ausstoßung aus dem Heere und Stellung unter Boltzet aufsicht. Immer neue Schiffsfateftrophen werden gemeldet. An der französischen Küste sind am Sonntag allein 26 Schiffer und Fischer ums Leben gekommen. Gegenüber der Insel Ne siteß ein Dampfer mit einem Ftscherboot zusammen. Zepteres ist sofort gesunken. Von der Besagung konnte niemand gerettet werden. Granfame Tötung eines Negers. In der amerikanischen Stadt Brooklin drang eine Volksmenge in das Gefängnis, holte einen Neger heraus und tötete ihn durch Arthiebe. Der Neger hatte am Abend vorher etnen Weißen getötet. Deinen Schwiegersohn, Mr. Stanley, fenne tch flüchtig, er genießt den Nuf eines vollkommenen Gentle mans, ich wußte nicht, daß er etne Deutsche geheiratet hatte. und Dich mußte das Geschick mir zuführen, um mtr die Heimat und die Jugend zurückzurufen!" Wiederanfnahmeverfahren in einem Mordprozeß. Im Oktober 1906 wurde der Maurer Johann Berchtold vom oberbayerischen Schwurgericht in München unter der Anklage, am 15. Februar in seiner Wohnung an der Karlstraße in München dieMinisterialratsmitwe von Roos, deren Tochter Julte und die Köchin Marianne Gradl ermordet und beraubt zu haben, auf Grund von Indizienbeweisen zum Tode verurteilt und später vom Brinzregenten zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe be gnadint. Berchtold, der seine Strafe test im Zuchthaus verbüßt, hatte sowohl in der Verhandlung als auch nach feiner Verurteiluna fortgesetzt seine Unschuld beteuert. Nunmehr ist ein Wiederaufnahmeverfahren im Prozeß eingeleitet worden, denn es sollen Zeugen namhaft gemacht werden können, die Bechtold um die Zett, da der Mord verübt wurde, in Schwabing gesehen haben. Ausschreitungen des Berliner Janbagels. Am ersten Feiertag früh 4 Uhr kam es bei einem Brande am Wedding zu unliebsamen Zusammenstößen zwischen der Feuerwehr und dem Janhagel. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. ,, Um Dich wieder lebendig zu machen für uns, Hermann. Mein Kind kennt Deinen Namen als den des besten Freundes thres Vaters." Banir in einem Kinematographentheater entstand am Dienstag abend in Berlin in der Frankfurter Allee. Gleich nach Beginn der Vorstellung war ein Film in Brand geraten. worauf ein Besucher in den Ruf " Feuer" ausbrach. Obwohl feinerlei Gefahr bestand, brach sofort eine Banik aus, wobei zwei Kinder getötet und mehrere Bersonen schwer verletzt wurden. Eine große Anzahl anderer Personen trug leichtere Verletzungen davon. „ Ich bin hier nur Mr. Warthon und seit dem Kriege, der die Landstriche entvölkerte und Fremde hterHerführte, wissen nur noch wenige, daß ich einst einen anderen Namen führte. Doch nun erzähle mtr von Dtr mein Herzensfreund!" " Ja. Doch vorher noch eine Frage, Du darfst ste nicht übernehmen aber. " Frage!" - " Hmes ist da in Deiner Geschichte einiges nicht ganz klar " Und was?" Vermischtes. Eine Fürstengrnft erbrochen. Montag nachmittag wurde einer Wiener Meldung zufolge auf dem zur Auflaffung bestimmten Kirchhof von St. Mare von unbe fannten Tätern die Gruft des Fürsten Alexander Karageorgewitsch, des Vaters des Königs von Serbien, era brochen und der Schädel der Leiche gestohlen. Die Tat wurde gestern von einem auf dem Friedhof beschäftigten Gärtnergehilfen entdeckt. Die Polizeikommission stellte fest, daß nur der Schädel fehlt. Die Ordenssterne an der Uniform und zwei Ringe an der Hand des Toten wurden unberührt gefunden. Massentod durch Vergiftung. Im städtischen Obdach in der Fröbelstraße aut Berlin erkrankten ge= stern abend eine Anzahl Personen unter Vergiftunaserscheinungen. Bis heute mittag sind bereits fünfzehn geftorben. Die Ursache der Vergiftung konnte bisher nicht ermittelt werden, tedoch scheint es sich um Vergiftung durch Nahrungsmittel zu handeln, welche die Obdachlosen mit in das Asyl gebracht haben. " Warst Du dem Gesetze nach wirklich verheiratet?" „ Gewiß!" » Hm, sonderbar!" Wie meinst Du?" Eidedung neuer Diamantfelder in Südafrika. Bei Bloemhof, einem Ackerbaugebiet am Baalfluffe, ungefähr hundert Metlen nördlich von Kimberley ist ein neues Diamantenfeld entdeckt worden, das in London hervorragendes Intereffe erregt hat. Die englischen Diamantenhändler haben allerdings noch feine Steine von dem neuen seis erhalten und in offiziellen Kret fen ist noch wenig davon bekannt. Die Tatsache von der Auffindung des neuen Diamantenfeldes wurde zuerst sehr geheim gehalten, als die Nachricht aber allmählich durchfickerte, strömten Tausende von Diamanten suchern nach den neuen Eldorado. Bloemhof hat dtrefte Bahnverbindung mit Kapstadt, Johannesburg und Bretoria. 12 000 Diamantensucher befinden sich be retts an Ort und Stelle und haben 20 000 Diamanten felder abgesteckt. Wenn sich die auf die neute Diaman tenquelle gefesten Erwartungen erfüllen, werden bis zum Frühjahr schätzungsweise 350 000 elder abgesteckt fein. Die Bretfe für Lager in Bloemhof sind bereits jest außergewöhnlich hoch. Der Lagerbalter, der sich als Unternehmer dort niedergelassen hat, nimmt tägfich airfa 2000 Mark ein, wovon der größte Teil retnen Verdienst darstellt. Das unvorsichtige Spielen mit Schußwaffen hat abermals Leid über eine Familie gebracht. In Oberstein hantierte am Weihnachtsheiligabend in der Woh,, Na, siehst Du- die Sache ging mir damals sehr nahe, als ich davon erfuhr- und als ich von Ostpreußen zurückkam, habe ich mich natürlich, weil Du in der Ferne und warst, darum gefümmert zum Henker- da muß irgendwo ein Haken setn denn Dein Bruder fagte, rechtgültige Beweise für eine Ehe seten nicht vorhanden." - „ So? So sagte er?" Ewald erschrack über den Ausdruck von Grimm, der in dem Gesichte des Freundes erschien. „ Ich hatte auch gehört, es set ein Kind von Dir da, um das wollte ich mich zuerst bekümmern ich hatte erfahren, daß Deine Frau in Breitenbach gestorben war und da habe ich Deinen Jungen bet der Amme auch gesehen." as?" schrie der so ruhige Pflanzer in schrillem Tone und seine Augen blitzten zornig auf. " Ja, Alter, so sagte er." Hermann von Dieskau wurde sehr bletch bet dtesen Worten und nur stammelnd brachte er die Frage hervor: „ Was was? Wen hast Du gesehen?" " Deinen Jungen; zwar munkelte man auch in dem Dorfe, die Mutter set nicht richtig verheiratet gewesen aber Der Berliner Bosiräuber Cavello, der, wie erinnerItch vor kurzer Zeit vor einem Berliner Bostamt in Gemeinschaft mit dem Postillon Wendt aus einem Bostwagen Wertpapiere im Betrage von ungefähr einer MiIton Mark Stahl und noch in der gleichen Nacht verhaf tet wurde, splett augenblicklich im Untersuchungsgefänants den wilden Mann". Er schimpft und tobt den ganzen Tag und fordert von der Bostbehörde seine Mintonen", die man thm geraubt habe, zurück. Die Anflage gegen ihn und seinen Komplizen Wendt ist jest erhoben worden. Da sich jedoch auf Grund feiner Familtengeschichte und feiner Vergangenheit zweifel an feiner geistigen Intafiheit eraeben haben, ist von setnem Rechtsbetstand bei der Beschlußkammer der Antraa nestellt worden. den Anneflagien auf seinen Getsteszustand unternchen zu lassen. Dieskau blickte gleich einem Geistesabwesenden auf Felbeck. ,, Du sahst meinen Sohn?" „ Bei der Amme. Ich gab der Frau Geld und sagte ihr, ich würde für das Kind sorgen, bis Du dies selbst übernehmen würdest, denn Dein Bruder hatte mir erklärt, er bedaure, außer Stande zu sein, sich Deines illegitimen Sprößlings anzunehmen." „ Und dann? Und dann?" ,, Als ich ein paar Wochen später wieder einmal hinausritt, erfuhr ich, daß ein älterer Verwandter Detner Frau das Kind abgeholt habe." Gin armer Retcher. In Tolfemib bet Dresden starb der Rektor a. D. Rademacher. Er lebte mit seiner Die Aufregung, in die diese Mittellung Dieskau versette, mußte gewaltig sein. Mit ungleichen Schriften ging er in dem Zimmer auf und ab, schwer atmend, und Felseck vernahm den Ausdruck:„ D, Schurke, Schurke!" Endlich blieb er vor Felseck stehen, setn Gesicht sagte deutlich, welcher Sturm in seinem Innern tobte. ,, Ja, lieber Hermann, da fragst Du mich zu viel, das weiß ich nicht. Ich durfte annehmen, daß das Kind gut versorgt set und habe mich nicht mehr um fein Schicks fal geflimmert ich hetratete bald darauf, auch kam der Krieg!" ,, Und es verhält sich so, wie Du fagtest- es ist kein Irrtum möglich?" ,, Netn, fither nicht." " Wte hieß die Frau, dte das Kind bolte?" Tochter man un rentifte ren N vorgefu und fet ter an berling einen in allerding Sprucher Ru Herold Haupt Bas Ja Jahr m Jahre bamit e Breite Wieder schritt Dieskau auf und ab und murmelte: „ Und das verschwieg er mir. Warum? Mein Lebep wäre weniger öde gewesen." Dann wandte er sich wieder an Felseck. „ Der Knave kann noch leben?" „ Warum nicht?" Gott gebe es, Gott gebe es!" Lebt mein Bruder noch? Wo tst er?" „ Er ist Majoratsherr von Dieskau." " Wie?" äußerte Dieskau sehr erstaunt. " Deine Vettern fielen 1866 und 1870 und der älteste Verheiratete hinterließ keine Kinder, da kam das Maforat an Deinen Bruder." ,, nd tch? War ich tot?" " Die militärtschen Blätter berichteten so, Hermann." „ Ich war im schlimmsten Falle verschollen, für tot erklären fann mich das Gesetz erst nach dreißig Jahren." ,, Mag sein, aber fedenfalls ist Dieskau auf ganz gesetzlichem Wege in Detnes Bruders Besitz übergegan gen." ,, Das ist seltsam!" " Ich habe keinen Verkehr mit ihm, denn wir waren uns nie recht gewogen Bodo und tch; aber ich hörte, es soll eine unordentliche Wirtschaft auf Dieskau herrschen." ,, Genug davon, Ewald, sprich mir jetzt von Dir." Es schien eine Umwandlung mit ihm vorgegangen zu sein, denn der so ruhige, gelassene, fast apathische Mann, als der er dem Freunde erschienen war, zeigte jetzt eine überraschende Lebhaftigkeit. Seine Gesichtszutge, das blitzende Auge, die raschen Bewegungen ließen ibn viel jugendlicher erscheinen, als er wirklich war. die Wol fähr 445 dem Br betrug Durchsch fonfum Gouvern gar von Geb 1910 ftay fchen. fowohl i Zahl der rund 70 ben und fchen. Rejuitat, lich 210 85 Einm Itfcht dor 129 0800 rund 350 Minuten der Wel die gute Gine Ariminal eine 35 straft ist. an eine Entlassun fte habe. fönne die 200 Mari gefangene wurde no Gaunerin schwindel fion befig Stellung Bürgschaf tehrte ab Benfion Ueberrafd chen hatte Gegenstä nommen lernte fte habt hätte vergeben lin, das e Berlin fu daß dief Schwinde Neu retchen S wartet m wird Gattin tr einigten Higen Bal der Sam dert" get lent. Eige ständlich, befannten dann dür fantesten Sudionsta wurden. Mrs. Jo pegenüber lichen un find gebo fltlich fei Iaffen wir treten. Die Hichen Ge geführt, da " Spri als Felse „ Ach, Bur richtt Ich hatte Haus zut gefpons 1 bas mono ging ich Stand. 2 und bin Wie Mein lernen." „ Ja, Wie " Ich bracht, jet mtr. Ich baren Na lerne Dei fatteln, da Feldern ordentlich Jetzt " Kom belgent, wi Die la nerten be trugen, di Stant freut, den wohnte 1 Und das Warthon begrüßte beide Fre clas ers ete Be der Ma ιδε eis ch t8= 21.) in et pe Je e- ht₂ ng te, it, et ek. old ter ant 011 Ite 011 om 18 ch rt. Seß ge= der tag uf be ra era Lat Eig ion ne en Bet -де ein Dont hen ine ret Jon = en dt= urg bea en ant bis cect etta fich ag reiers Bewas haf ge Sen eine Anjezt Faatt fetAnBet3den iner viel, Rind fds fam elte: Bebev Eltefte Mas Her r tot reh." 73 ge egan aren te, es chen." Dir." angen thtiche Belgte fichts Tochter in den fümmerlichsten Verhältnissen. Jetzt hat man unter dem Bette des Verstorbenen in vier Bigar rentisten 140 000 Mart in barem Gelde und bet weite ren Nachforschungen 160 000 Mart in Wertpapteren vorgefunden. Es tit festgestellt worden, daß Rademacher und seine ebenfalls kürzlich vor ihm verstorbene Tochter an Entfräftung zugrunde gegangen sind. Der Sonberling hat fein Vermögen ben beiden Tierschutzvereinen in Berlin und Breslau vermacht. Der Staat wird allerdings vorher die hinterzogenen Stenern beanspruchen. Russischer Schnapsdurst. Der St. Petersburger Herold" weist auf Grund des Berichtes, den die Hauptverwaltung für Kronsbranntweinbedarf" über Das Jahr 1910 erstattet, auf den großen, von Jahr zu Jahr wachsenden Schnapsverbrauch hin. Schon im Jahre 1909 wurde so viel Wodka getrunken, daß man damit einen Kanal hätte füllen können, der bei einer Breite von mehr als 10% Meter und einer Tiefe, wie die Wolgadampfer sie erfordern, eine Länge von ungefähr 445 Kilometer befäße. Die Mehreinnahme aus dem Branntweinkonsum vom Jahre 1910 gegen 1909 betrug nicht weniger als 44 Millionen Rubel. Im Durchschnitt entfällt auf jeden Einwohner ein Jahresfonfum von 12 Wedro( etwa 147 Liter), in einzelnen Gouvernements, wie St. Petersburg und Moskau, sogar von 30 Wedro( annähernd 369 Liter). Geburt und Zod in einer Weltstadt. Im Jahre 1910 starben in Nenyork nicht weniger als 76 742 Menschen. Bon allen Großstädten der Welt hält Neuyork sowohl in dieser Beziehung, wie auch in Hinsicht auf die Zahl der Geburten den Reford. In London z. B., das rund 70 000 Einwohner mehr zählt als Neuyort, flor= ben und kamen zur Welt rund je 15 000 weniger Menschen. Eine Berechnung ergibt nun das überraschende Resultat, daß in jener amerikanischen Metropole tägHich 210 Sterbefälle vorfamen. In 4 Stunden sterben 35 Einwohner Neuvorts, ungefähr alle 7 Minuten erIffcht dort ein Lebenslicht. Bei einer Gesamtzahl von 129 080 Geburten im Jahre 1910 treffen auf den Tag rund 350, auf die Stunde rund 15 Geburten. Alle 4 Minuten tanu in Neuvorf ein Menschenfind das Licht der Welt erblicken, wenn ihm nicht die Wolkenkratzer die gute Aussicht versperren. Eine Schwindlerin engros wurde von der Berliner Kriminalpolizet festgenommen. Es handelt sich um eine 35 Jahre alte Frau, die schon wiederholt vorbestraft ist. Sie machte sich bei Verbüizung einer Strafe an eine Mitgefangene heran, besuchte diese nach ihrer Entlassung und teilte ihr mit, daß sie Beschäftigung für fte habe. Sie habe eine Garderobe zu vermieten und tönne diese nur jemanden geben, der eine Raution von 200 Mark stelle. Die Frau schenkte ihrer früheren Mit gefangenen volles Bertrauen, ging darauf ein und wurde natürlich ihr Geld los. Sodann machte sich die Gaunerin an eine Dame heran, die Beschäftigung suchte, schwindelte ihr vor, daß sie in Heringsdorf eine Bension befize und für diese eine Hausdame suche. Diese Stellung nahm die Dame an und stellte auch die Bürgschaft. Bald darauf fuhr sie nach Heringsdorf, tehrte aber enttäuscht zurück. da sie vergeblich nach der Benfion gesucht hatte. Zu Hause fand sie eine zweite Ueberraschura; die einstweilen zurückgelassenen Sachen hatte die Gaunerin durchsucht und außer mehreren Gegenständen ein Sparkassenbuch über 800 Mart mitge= nommen und das Geld sofort abgehoben. Bald darauf lernte fte etn Ehepaar kennen, das gern ein Kind gehabt hätte. Diesen schwindelte sie vor. daß sie eines zu vergeben habe, und nannte ein Dienstmädchen in Berlin, das ein Kind verschenken wolle. Als die Leute nach Berlin fuhren, um das Mädchen aufzusuchen, ergab sich, daß dieses niemals Mutter gewesen. Dieser letzte Schwindel führte zu ihrer Verhaftung. - Renyorks neueste Gesellschaftsköniginnen. In den retchen Kreisen der nordamerikanischen Metropole erwartet man- wie von Neuyorker Blättern berichtet wird daß Mr. Alfred Vanderbilt und seine junge Gattin troß threr Vorliebe für England nach den Vereinigten Staaten zurückkehren werden, um den präch= tigen Palast in der Fünften Avenue, der so viele Jahre der Sammelpunkt von Neuvorkserklusiven„ Vierhundert" gewesen ist, zu ihrem dauernden Heim zu erwähYen. Eigentlich betrachten Eingeweihte es als selbstverständlich, daß die jungen Vanderbilts sehr bald in dem bekannten Vanderbilt- Valais Wohnung nehmen. Und dann dürfte einer der bemerkenswertesten und interef= Jantesten Gesellschafts- Wettkämpfe beginnen die je in der Hudsonstadt zwischen zwei Eliteparteien ausgefochten wurden. Der neuen Mrs. Vanderbilt steht die neue Mrs. John Jacob Astor vollkommen gleichberechtigt gegenüber. Diese beiden gleich schönen. gleich jugendlichen und gleich bezaubernden Millionärsgattinnen find geborene Gesellschaftsköniginnen, und da vorausfichtlich keine der anderen freiwillig den Vorrang überTassen wird, können sie eben nur als Rivalinnen auftreten. Die Gefahr der Tropfflaschen. Von der TherapeuHschen Gesellschaft in Varis hat Dr. Bron Klage darüber geführt, daß die teßt allgemein in den Apotheken einge= " Sprich nur, ich höre schon," sagte er noch einmal, als Felseď zögerte, der Aufforderung zu entsprechen. „ Ach, von mir ist nicht viel zu erzählen, Hermann. Bur richtigen Zeit wurde ich Premter und Rittmeister. Ich hatte das Glück, etn feltenes Wesen für Herz und Haus zu finden, das mich rauhen Burschen zum Ehegespons nahm. Die beiden Kriegsjahre unterbrachen bas monotone Garnisonleben und an der Majorsecte ging ich ab, wie es im Schicksalsbuche vorgeschrieben stand. Aber ich habe gute Kinder, eine prächtige Alte und bin ein glücklicher Mensch." " Wie Du es verdienst, Ewald." " Mein Malchen, die älteste, wirst Du ja kennen lernen." „ Ja, Ewald, heute noch!" " Wie, Du wolltest?" " Ich kann mit den Neuigketten, die Du mir gebracht, jetzt nicht allein breiben, es tobt zu gewaltig in mir. Ich begleite Dich zu Stanley, er wird den sonderbaren Nachbar ja nicht von der Türe wetsen, und ich lerne Deine Tochter kennen. Ich lasse meinen Renner fatteln, das Maultier rette ich nur, wenn ich nach den Feldern sehe, und wir wollen wie früher die Gäule ordentlich ausgreifen lassen." " Jetzt, Hermann, kenne ich Dich erst wieder." " Komm, mein alter Junge, wir wollen denen hter zetgen, wie Preußen im Sattel ftzen." Die laue Nacht war hereingebrochen und bald donnerten die Hufe der betden Renner, die die Freunde trugen, die breite Straße entlang. Stanley war nicht wenig erstaunt und zugleich erfreut, den Sonderling bet sich zu sehen, der ihm so nahe wohnte und doch ihm wie allen anderen so fern stand. Und das Staunen ward nicht geringer, als er in Mr. Warthon einen Jugendfreund seines Schwtegervaters begrüßte und von den seltenen Begebenhetten hörte, die betde Freunde so lange fern von einander gehalten führten Tropfflaschen trotz threr scheinbaren ZweckmäBigkeit gewiffe Gefahren heraufbeschwören können. Bet wässerigen und alkoholischen Flüssigkeiten nämlich geben diese Flaschen viel zu große Tropfen, und Dr. Pron hat festgestellt, daß beispielsweise ein Kranter, der 0,7 Gramm einer alkoholischenTinktur einnehmen soll, durch Vergrößerung der Tropfen tatsächlich ein ganzesGramm erhält. Dieser Hinweis verdient Beachtung, da bei manchenArzneien der angegebeneUnterschied bereits wesentlich für die Wirkung sein kann. Anderseits wird es nicht zu schwer sein, von vornherein inbetracht zu ziehen, daß verschiedene Flüssigketten Tropfen von verschiedenen Größen ergeben, sodaß die Form der Flaschenöffnung nur einen Teil ihres Einflusses ausübt. Die fostspieligfte Mietswohnung der Welt. Bei der Rückkehr von seiner Hochzeitsretse wird der Millionär Vanderbilt seine junge Frau in ein ganz einzigartiges Heim führen, das im obersten Stockwerf eines neuen, prächtigen Wolfentrazer- Hotes Itegt. Dieses Hotel trägt außerdem auch noch den Namen Vanderbilts. Es wetteifert an Pracht und Glanz der Ausstattung ohnehin schon mit den luguriösesten Gasthäusern Neuyorks, aber das Stockwert, das das junge Ehepaar beziehen wird, macht Anspruch darauf, die kostspieligste Wohnung Neuyorks, ja der ganzen Welt zu sein. Sie enthält einen Spetsesaal, der durch zwet Etagen geht, und umfaßt eine prachtvolle Flucht herrlicher Empfangsräume und SaLons. Die jährliche Miete, die Vanderbilt fitr diefe Wohnung anlegen muß, beträgt 170 000 Mart. Dabet genteßen die Bewohner dann aber freilich auch alle Vorzitge, die ein erftflaffiges Hotel zu bieten vermag. Ein neues Fallschirm- Lenchtaefchoß" von Krupp. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, hat die Firma Krupp auf ein neues Leuchtgeschoß, das mehrere bedeutsame Neueinrichtungen aufweist, ein Patent erhalten. Das Leuchtgeschoß ist nämlich mit einem Fallschirm versehen, dadurch hält sich das Geschoß länger in der Luft. Befanntlich haben die Leuchtgeschosse, die zur Beleuchtung des Geländes während des Kampfes zur Nachtzeit jetzt verwendet werden, den Nachteil, daß sie nicht lange genug in der Luft bleiben und ihre Leuchtkraft ausüben. Trotzdem die bisherigen Leuchtgeschosse schon ausgezeichnete Leistungen aufzuweisen haben, würden sie th= rer Bestimmung noch mehr entsprechen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihre Leuchtdauer, d. h. thren Aufenthalt in der Luft zu verlängern. Das neue Kruppsche Leuchtgeschoß scheint diese Vorteile aufzuweisen, denn es ist mit einem Fallschirm versehen, der sich öffnet, sobald das Geschoß durch die Luft fliegt. Dadurch wird die Flugdauer vergrößert, da das Geschoß langsamer zur Erde niedergeht. Ein Liebesbrama am Telephon wird aus Portland in Oregon gemeldet. Eine reiche Frau namens Eman Robinson, die kürzlich von ihrem Manne geschieden wurde, stand schon seit längerer Zeit in enger Freundschaft zu einem reichen Chikagoer Kaufmann na mens Franz Cockrell, dem sie vor einiger Zeit nach einem Theaterbefuch einen Heiratsantrag machte. Mr. Cockrell hatte abgelehnt. Am Sonntag morgen num wurde er von Frau Robinson telephonisch angerufen. Die Dame teilte ihm mit, daß sie ihn ftef Itebe und ohne ihn nicht leben könne. Er lehnte wieder ab und sagte thr, die Freundschaft, die ste belde miteinander Der Untergang einer englischen Flotte. Eine schauerliche Weihnachtsnacht war die vor 100 Jahren, die Nacht, die dem Heiligen Abend des Jahres 1811 folate. Wohl das größte Seeunglück, daß in den letzten Jahrhunderten bekannt wurde, ereignete sich da mals: die Strandung englischer Schiffe an der Küste Jutlands und Hollands. Insgesamt verlor die eng lische Flotte bei dieser Katastrophe in einer Nacht wohl etwa 3000 Menschen. Mitte Dezember batte die englische Flotte, die 230 Segelschiffe umfaßte, die Ostsee verlassen. Dreißig Schif fe davon sollten Kriegsmaterial nach England bringen, die übrigen gehörten zur Handelsflotte. Ein Geschwa der von größeren und kleineren Kriegsschiffen, St. George" mit 98 Kanonen und 752 Mann, Defence" mit 94 Kanonen und 600 Mann, dret andere größere und mehrere fleinere Schlachtschiffe begleiteten jene Flotte fie zit beschitzen. Da erhob fich bereits am Morgen des 24. Dezember ein heftiger Sturm, der im Laufe des Ta ges immer mehr zunahm. Zunächst strandete„ Defence". man fappte die Masten und hoffte so durch die Erleich terung des Schiffes die Mannschaft au retten. Aber im mer fürchterlicher tobte der Sturm, die See erhob sich immer höher, die Brandseen stitraten über das gestran dete Schiff, das zu der älteren Fahrzeugen gehörte und dem Sturm nicht Tros aut bieten vermochte, so daß sich der Schiffsrumpf nach und nach auflöste. Nur ein vaar Menschen von der ganzen Besaßung tamen lebend das von. Unter anderen waren auch fitnf Frauen an Bord, eine davon war die Gattin eines Offiziers, deren Sohn ebenfalls Kadett auf dem Schiff war. Der Offizier band den Knaben an ein Bradstitch und warf ibn ins Meer hinaus, in der Hoffnung, er werde so lebend von den Wellen ans Land getragen werden. Diese Hoffming trog auch nicht. Die Eltern aber, die sich dann selbst an Planfen festaebunden hatten, wurden als Leichen ans Land gespillt. Noch schlimmer erging es dem Admiralsschiff„ St. George", das mit seinen 752 Mann strondete, von denen feln einziger gerettet wurde. Zwölf Stunden lang fämpfte die Mannschaft unter unsäglichen Qualen mit den übermächtigen Wellen. Vom Lande aus fab man machtlos zu, wie ein näuel von einigen hundert Menschen durch eine mächttae Sturzwelle begraben wurde. Mehrere hundert Menschen sprangen in die Wellen, in der Hoffnung, das Ufer zu erreichen: feinem glückte e8. Schließlich nahm die wütende See die letzten anf. Von den 1400 Mann beider Schiffe waren nur etwa ein Dußend gerettet. Von den übrigen Schiffen hatten die meisten die Küste Sollands erreicht: allein auch dort tobte der Sturm. Ein Linienschiff Sero" ging mit Mann und Maus unter, von einem anderen Kriegsfchiff retteten fich zwölf Mann, von der Fregatte Manila" ging der größte Tell der Mannschaft unter. Am Weihnachtsmor aen war der Hitländische Strand mit Leichen und Wrac ftücken überfät. verbinde, reiche nicht aus, um Garantien für eine glid Friedensverhandlungen in Konftantinopel? liche Ehe zu bieten. Darauf rief fie ihm zu: Franz, höre, was jetzt geschteht!" Durch den Telephondraht Hörte er den Knall eines Revolvers. Er eilte darauf fogleich in die Wohnung der Frau Robinson und fand fie mit einem Schuß in der Herzgegend schwer verwundet auf. Das gute" und das schlechte" Aussehen. Nicht nur beim großen Publikum, sondern auch unter Aerzten spielt die Frage nach dem„ Aussehen" des Patienten eine wichtige Rolle. Wie Profeffor Moffe in der Bettschrift:„ Soziale Hygiene" ausführt, tst des öfteren die Auffassung verbrettet, daß man den Grad der Gesundheit schon äußerlich vom Gesicht ablesen könne. Jeder Arzt kennt das blaffe Aussehen des Krebskranken, das eingefallene Gesicht des Schwindsüchtigen, die leicht gedunsene Haut des Nierenkranken. Den Rustand des Fiebers erkennt man an den geröteten Wangen des Kranken. Zum gefunden Aussehen gehört eine RetchHaltiakett des Fettgewebes der Saut im Gesicht, andererseits ein gewiffer Grad von Rötung und Bräunung der Hautfarbe. Bezüglich der Rötung und Bräunung der Haut begegnet man oft der Auffassung, als ob die ser Rustand tdenttsch mit dem Rorhandensein der Gefundhett wäre, sein Fehlen andererseits als ein Zeichen von Krankheit angesehen werden müffe. Nichts aber tit verkehrter als diese Auffassung. Denn es gibt z. B. Blutarme mit geröteten Wangen, deren Aussehen geradezu als blühend bezeichnet werden muß. Eine andere Reihe von Menschen erscheint dauernd blaß, ohne daß die Blutuntersuchung dafür einen. Anhaltspunkt gibt. Jeder kennt auch das gebräunte Aussehen des Landarbeiters, und doch weiß man hierfür gibt es eine Reihe ausreichende statistische Mitteilungen daß der Landarbetter häuftg an Tuberkulose erkrankt, wenngleich nicht so häufig wie der in der Industrie beschäftigte Arbeiter. hatten. Felsecs Tochter nahm den threm Vater so teuren Mann mit all der Herzlichkeit auf, die den Deutschen eigen ist. Dieskaut hatte sett Jahren nicht beutsch gesprochen und die Unterhaltung wurde, da auch Mr. Stanley diefer Sprache mächtig war, nur deutsch geführt. Als dann später Felsect seine Tochter veranlaßte, fich an den Flügel zu sehen und sie aufforderte, dem so lange vermißten Kameraden die alten preußischen Soldatenlieder und Märsche vorzuspielen, und sie alsdann die Melodie„ Ich bin ein Preuße" und den„ Hohenfriedberger Marsch" kräftig ertönen Iteß, da Itefen Dieskau in der Erinnerung an die Vergangenheit und an das Vaterland die Tränen langsam über die Wangen. „ Denn nimmer und nimmer verwischt Auch das wildeste Weltgetriebe Das Bild Hef im Herzen und nimmer erlischt Zum Heimatlande die Liebe." Mit der persönlichen Vergangenhett ftteg für Dteskau an diesem Abend auch das Vaterland in all setner Pracht und Herrlichkelt empor. Einige Tage später aber war er bereits auf dem Wege nach Europa. In dem kleinen Kirchhof des Dorfes Breitenbach, der einsam unter schattigen Bäumen an der Landstraße lag, trat ein hochgewachsener, vornehm aussehender Herr, den etn Wagen von der etwa dret wegstunden entfernten Garnisonstadt hierher geführt hatte. Der schon ergraute Herr, deffen Haltung dennoch von Kraft zeugte, betrat langsam, Hefernsten Angesichts dte Stätte des Todes und sein Auge überflog die Gräber, zwischen denen er suchend hinschritt. Ein Kreuz aus weißem Marmor ftel thm auf. Es stand zu Häupten eines Gra bes, das einen einfachen Blumenschmuck trug. Er trat näher. Sein Blick traf die Inschrift und lebhafte Bewegung Wie Partier Blätter aus angeblich verläßlicher Quelle zu melden wissen, werden tatsächlich seit 14 Ta= gen in Konstantinopel durch italienische Unterhändler Friedensverhandlungen mit der forte gepflogen, die noch fortdauern. Man hofft in Rom, noch vor Ende Januar zu einem definitiven Friedensschluß zu gelangen. Kriegsberichte. Das türkische Kriegsministerium veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten von Tripolis, wonach am 19. d. m ein italienisches Regiment mit einigen Gebirgsbatterien einen Vormarsch unternommen habe, infolge des Widerstandes der türkisch- arabischen Streit Träfte jedoch zum Rückzuge gezwungen worden set. Die taltener feten bis Ainzara verfolgt worden und hätten funfzig Tote gehabt. Auf Seiten der Türken felen 12 Mann gefallen und 32 Mann, unter ihnen ein Offlater, verwundet worden. Ein aus italienischer Quelle stammender Kriegsbericht meldet vom 26. Dezember: Nach einem aus Beng hafi enigetroffenen Funfentelegramm begann der Feind am Montag den Vormarsch auf Benabhaft. Gegen 10 Uhr vormittags entwickelte sich die feindliche Schlacht- te Iinie in einer Gesamtstärke von einigen tausend Mann mit Geschützen vor der östlichen Front der italienischen Stellungen. Das bewegte Meer machte ein Eingreifen der Schiffe unmöglich. Der Feind ging langsam auf die ttalienischen Schanzen vor. Als er sich ihnen auf zwet Kilometer genähert hatte, eröffneten die Italiener bas Geschüßfeuer und brachten den Angriff zum SHülstand. Der Feind erlitt bedeutende Verluste und zog sich bet Sonnenuntergang zurück. Die Italiener hatfen feine Verluste. zeigte sich in dem trop der Jahre noch immer schönen Antlitz des alten Herrn. Auf dem Kreuze stand nichts als der Name ,, Marie" in vergoldeter Schrift und darunter geb. 1840, geft. 1862 mit den genaueren Daten und den Worten:„ Ruhe in Frieden." Eine tiefe feeltsche Erschütterung spiegelte sich in dem Antlitz des Mannes wieder und heiße Tränen rannen langsam aus umflorten Augen hernieder. Er faltete die bebenden Hände, den Blick immer auf das Grab gerichtet. Lange stand er so. Tiefe Ruhe herrschte ringsum, denn die Landstraße war einfam und selten nur betrat ein Dorfbewohner den kleinen Kirchhof. Bloß die Blätter der Bäume rauschten Ietse im lauen Winde. Es war sHll und feierlich an der Stätte, wo die Toten ruhten und feierlicher Ernst beherrschte auch des Mannes Seele. Er stand an der Stätte, wo die Nefte des Wesens ruhten, das ihm das Liebste auf der Welt gewesen war; dieses Grab barg das so rasch entschwundene Glück setnes Lebens. „ Armes, liebes Welb," sagte er leise und innig, „ tann Dein feltger Getst herabblicken auf diese Welt des Leidens, so stehst Du, daß ich Dein Bild im Herzen trage, so lebendig wie in den Tagen der Jugend und des unendlichen Glückes. Meine Marte!" Eine Weile noch stand er in ernstem Sinne da, Zwiesprache Haltend in seiner Seele Tiefe mit dem unt fterblichen Teile derjenigen, die ihm noch heute teuer war. Wer hat Dein Grab geschmückt, Marie? Wer pflegt Deine letzte Ruhestätte? Ich fürchtete vielleicht vergebens fuchen zu müssen nach einem verfallenen Hiigel." ( Fortsetzung folgt.) Tießen var genommen werden als seither. In dem hiesigen neuen Seminar werden also in der Zukunft etwa 300 3ög= linge Aufnahme finden, sodaß also bei dem dreijährigen Rursus jährlich hier allein etwa 100 neue Lehrer abgehen. ):( Krofdor f. Am letzten Freitag hat das elektrische Licht in unserer Gemeinde zum erstenmal ge= brannt. ):( Marburg. In der Nacht vom Freitag zum Samstag wütete im dichtbebauten Geschäftsviertel in der Barfüßerstraße ein gewaltiges Großfeuer. In einem Geschäftshause, wo sich augenblicklich der Konkursverkauf eines Schnittwaren- und Landestrachten- Geschäfts befand, brach das Feuer aus. Ein Schuhmacher geriet mit seiner Frau und seinen drei Kindern in die größte Gefahr. Nur mit großer Mühe konnten sie das nackte Leben retten. Die Nebenhäuser, darunter die Schwanapotheke, Bonnten, wenn auch tüchtig beschädigt, vor Zerstörung wahrt werden. ):( Frankfurt a. M. Die Frankfurter Universitätsfrage, die eine Zeit lang geruht hat, soll jetzt wieder in Fluß gebracht werden. ):( Fulda. Am Weihnachtsabend drang der Schuhmacher Kirchler in die Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau und gab eine Anzahl Schüsse ab, deren erster eine zu Besuch bei ihrer Schwester weilende Frau aus Frankfurt a. M. ins Herz traf und vor den Augen ihrer zwei Kinder tötete. Frau Kirchler wurde von mehreren Kugeln getroffen und schwer verwundet. Der von einem Weihnachtseinkauf zurückkehrende Wohnungsinhaber, der Lumpenhändler Ludwig Ziegler, wurde durch einen Schuß in den Mund niedergestreckt; beide mußten ins Krankenhaus übergeführt werden. Nach der Bluttat begab sich Kirchler in die eigene Wohnung zurüd, wo er später im Bett verhaftet wurde. ):( Kassel. Ein Primaner vom Städtischen Realgymnasium vergiftete sich. Von der Schulleitung wird erklärt, der Selbstmord sei nicht auf irgend welche Differenzen in der Schule zurückzuführen. Literarisches. ? Rochkalender 1912. Neuestes Küchenhandbuch.( 2. Jahrgang.) Von Anna v. Wehlau. Verlag J. Diemer in Mainz. 3. Auflage. 600 Seiten. Preis nur 3 Mart. Eine neue, praktische, in ihrer Art bahnbrechende Kalende- Erscheinung ist dieses große, um= fangreiche und dabei billige Kochbuch aus der Feder einer praktischen Hausfrau. Es ist erstaunlich, wie hier in der geradezu geiftvoll erdachten Form eines„ Kochfalenders" all das, was sonst ein oft unbrauchbares Kochbuch zu bieten verspricht, ebenso ausführlich wie verständig, ebenso besonnen wie gat deutsch darge= boten wirdk ? Drei schöne Serien Postkarten für Wohltätigkeitszwecke sind soeben im Verlage Raphael Tud& Sons, Berlin erschienen. Es sind Reproduktionen nach Original Aquarellen Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prinzessin August Wilhelm v. Pre u ßen. Diese Feldblumensträuße in leichter geschmackvoller Anordnung, fünstlerisch zusammengestellt, in Aquarell gemalt und Darstellung und Auffassung geben einen trefflichen Beweis von dem Talent der Hohen Künstlerin. Der Ertrag aus dem Verkauf ist ausschließlich und allein für wohltätige Zwecke bestimmt, welche unter dem Protektorat Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prin zessin August Wilhelm von Preußen stehen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 6. November bis 16. Dezember 1911 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhal ,, eine Pferdedecke, 1 Blusennadel, 1 Vorstecknadel, i Ührkette, 1 Hundemaulforb, 1 Straußfeder, 1 Umhang, 1 Peitsche, 1 Zwicker, 1 Kragenschoner, 1 Handschuh, 1 3wikfer, 1 Kopfschal, 1 Zahnbürste, 1 Damenuhr m. Kette, 1 Armband, 3 Handtaschen mit Inhalt und 1 Theaterbeutel; verloren: 1 Herrenuhr mit Bier- und Weinzipfel, 1 Aneifer mit schwarzem Futteral, 1 Halskette aus schwarzen Stahlperlen, 2 Sturmlaternen, 1 silberne Remontoir- Uhr mit Nickelkette und Gehäus gez. 2. B., 1 schwarzer Damenpelz, 1 goldenes Armband, 1 silbernes Armband, 1 Perlenbeutel mit 1 Taschentuch und ein Baar weiße Halbhandschuhe Inhalt, 1 goldene Brosche, 1 goldenes Armband, bestehend aus zwei schmalen Reifen und drei Brillanten in der Mitte, 1 silberne Damenuhr mit silberner Kette, 1 gelbes Portemonnaie mit ca. 19 Mt. und 1 Taschentuch Inhalt, 1 Zwicker mit FutZur Aufklärung über die Herstellung von Palmin) Es besteht vielfach noch die Anficht, Palmin fel eln aus verfchiedenen Fetten zufammengefettes Kunftprodukt, das irgend welche unbekannten Zufäge oder Beimischungen enthalte. Obwohl schon der überaus reine Ge Ichmack des Palmin erkennen läßt, daß diefe Anschauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Mißverſtänd nille zu beseitigen: Palmin ift abfolut reines Pflanzen fett und befteht einzig und allein aus dem febr fettreichen Fleisch der Kokosnuß; es wird daraus durch Preffung und Reinigung ges wonnen und weift keinerlei Zufäße Irgend eines anderen Stoffes auf( auch kein Walfer), enthält vielmehr 100% reines Fett. $ Palmin ift neuerdings auch weich( fchmalzähnlich) zu haben. H, Schlinck& Cie, A.-G. 2391 Anerkennungsschreiben beweisen die vorzügliche Wirkung der Limosan- Gichtund Rbeuma Rbeuma Cabletten. ☐ ausserordentlich freiwilliger Diese grosse Zabl Anerkennungen dankbaren Gicht- und Rheumakranken sagt mebr als wir Ihnen Jbnen sagen können! von Wenn Sie die Limosan- Tabletten kennen lernen wollen, brau chen Sie nur eine Boffarte mit Jbrer genauen Adresse zu schretben, wir send. Ihnen dann u interessant. 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