Ce al Seit Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pig. monatlic pierteljährlich 1,20 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Redaktion: Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlanger Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Rich Nr. 216. - ( 2. Blatt.) Enthält alle amil. Bekanntmachungen des Großherzoglichen Polizei Amfes = der Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Handelskammer Giessen. idater Aus der letzten Sitzung vom 16. Oktober ist u. a. olgendes von Interesse für die breite Deffentlichkeit: Samstag, den 28. Oftober 1911. mene Versuch, frostempfindliche Eilstück g ü- ter, z. B. Wein, frisches Obst, Gemüse und dergleichen, während des Transportes auf der Eisenbahn vor der schädlichen Einwirkung der Kälte zu schützen, auch in Au Anwesend sind die Herren: Geh. Kommerzienrat diesem Winter fortgesetzt werden. Zu diesem Zwecke verHeichelheim als Vorsitzender, Kommerzienrat Schirmer ils 1. stellvertretender und Kommerzienrat C. Grüne= vald als 2. stellvertretender Vorsitzender, Dürbeck, J. Brunewald, Friedberger, Jhring, Klingspor, Noll, Rinn, Röhr, Rühl, Wallach, 3urbuch und der Syndikus. Zur gesetzlichen Regelung des Post- Ueberwe i- ungs- und Scheckverkehrs sind in der Verret erfonferenz vom 29. September d. Js. von den hess. jandelskammern die folgenden Vorschläge beschlossen boden: c) Die seitherige Zuschlagsgebühr von 7 Pfg. für jede Buchung über 600 jährlich wird aufgehoben. nt al b Bareinzahlungen mittelst Zahlkarte ohne Unter schied des einzuzahlenden Betrages 5 Pfg.( seither für je angefangene 500 Mark Barrüdzahlungen: Led ver teine andere Lied de gereicht uf. - 5 Pfg.). 1. Bei Auszahlung an den Kontoinhaber selbst 5 Pfg. für je angefangene 500 Mt. Bei Auszahlung an andere Personen 10 Pfg. für je angefangene 500 Mark. Uebertragungen von einem Postscheckkonto auf ein fehren wieder in den Monaten Oktober bis März u. a. auf der Strecke Frankfurt( Main)-Kassel- Hamburg H. besonders gebaute gedeckte Güterwagen, die für Dampfund Preßfohlenheizung eingerichtet sind. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 29. Oftober, 20. nach Trin. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Gemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männl. Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 31. Oktober, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Mittwoch, den 1. Novbr., abends 8 Uhr: Versammgemeinde. anderes 3 Pfg., wie seither, evtl. 5 Pfg. mit Rücklung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markussicht auf den Wegfall der Zuschlagsgebühr. Das neue Gemeindeumlagengesetz macht eine ent= rehende Aenderung des Handelskammerge= es erforderlich. In der Vertreterkonferenz vom 29. eptember d. Js. wurde für Artikel 3 folgende Fassung rgeschlagen: Die Mitglieder der Handelskammer werden gewählt. erichtigt an der Wahl teilzunehmen und verpflichtet, Den Kosten der Handelskammer beizutragen, find, fem sie zur Gewerbesteuer veranlagt sind: clle natürlichen Personen, Gesellschaften und juristiThen Personen, die in einem Handelsregister des Mammerbezirks als Inhaber einer Firma eingetra= gen sind, alle ein Handelsgewerbe treibenden Genossenschaften, Die in einem Genossenschaftsregister des Kammerbe38rls eingetragen sind, Bergwerksgesellschaften der in Artikel 5 des Einführ' ang! gsgesetzes zum Handelsgesetzbuch bezeichneten Art, 0 1 utz Ueberall zu haben. Die Besitzer solcher im Kammerbezirk belegenen Betriebsstätten, die zu einem außerhalb des Kammerbebezirks gelegenen, im Handelsregister eingetragenen Internehmen gehören, auch wenn die Betriebsstätten nicht im Handelsregister eingetragen sind, sofern sie Tur einen in faufmännischer Weise eingerichteten Geohaftsbetrieb erfordern. Die sich aus der Fassung des Gemeindeumlagengesergebenden Aenderungen für Artikel 18, 23 und find lediglich redaktioneller Art. Die Handels= mer erklärt ihre Zustimmung zu den Vorschlägen. Die Handelskammer beschließt, daß der Identitätsweis für Getreide wieder eingeführt wird und daß Futtermittel 3 ölle vorübergehend auf geEen werden. Bei der Staatseisenbahnverwaltung ist die Aus= nung des Siegerländer Brennstoff ises auf die Puddel- und Walzwerke Lahn, Dill- und Sieg gebietes bean= #worden. Die Handelskammer hat sich für diesen g nur unter der Voraussetzung aussprechen können, Frachten von Hungen nach den einzelnen Ver= hsorten um denjenigen Frachtbetrag gekürzt wer= um welchen die Frachten vom Rheinland durch Anung des Siegerländer Brennstofftarifs billiger weruf einen entsprechenden Antrag ist der Handels= ter von der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. der Bescheid zugegangen, daß die Eisenbahnver= ung sich mit der Frage, ob ein Bedürfnis für die tragte Einschaltung eines neuen Zugpaares auf der - de Fulda Gießen vorhanden sei, eingehend ftigt habe und versuchen werde, die Einführung gewünschten Züge zum Mai kommenden Jahres zu den. Eine Zusage könne indes nicht gegeben werSinem aus der Mitte der Versammlung gestellten ige entsprechend, beschließt die Handelskammer die führung direkter Fahrkarten zwi Gießen und Marienbad, Karlsbad, Wien, LauMarseille und Paris, ohne daß eine Bestellung plche Karten vorausgeht, zu beantragen. lach Mitteilung der Kgl. Eisenbahndirektion Frank1. M. wird der in den letzten Wintern vorgenom= Donnerstag, den 2. Novbr., abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde.( Bilder aus dem Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. Nächstkünftigen Sonntag, den 5. November, als am Reformationsfest wird im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde gehalten werden. Anmeldungen bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7% Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Mittwoch, den 1. Novbr., abends 8 Uhr: Bibel= stunde im Lukassaal. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 3. Novbr., abends 5½ Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Nächstkünftigen Sonntag, den 5. November, als am Reformationsfeste, findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Anmeldung bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. An demselben Sonntag wird die alljährliche Kollekte für den Gustav- Adolfsverein erhoben. Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 28. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 29. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen. Montag und Dienstag, abends um 6½ Uhr ist Rosenkranzandacht mit Segen. Newwöfn sollten Katheriners Malzlaffen trinken. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig.. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stelien: gesuche und Familienanzeigen 10 Big.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichteit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Persil Waschmittel Millionenfach im Gebrauch! Unerreicht in Wasch- und Bleichkraft. Wäscht von selbst ohne Reiben und Bürsten, ohne Zusatz von Seife und Waschpulver. Nur einmaliges-, stündiges Kochen. Garantiert unschädlich! Erhältlich nur in Original- Paketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda Düngi Wiesen und Weiden mit Thomasmehl Bestes Futter Stern Hohe Marke Erträge Kein Landwirt sollte die jetzige günstige Gelegenheit zur Vorratsdüngung versäumen, um somehr, als durch die bahnseitig gewährte beträchtliche Notstands- Frachtermässigung die Düngung wesentlich verbilligt wird. Der Stern auf Sack und Plombe bietet sichere Gewähr für reine unverfälschte Ware. Vor minderwertiger Ware wird gewarnt. Thomasphosphatfabriken G. m. b. H., Berlin W 35. Erhältlich in jeder durch Plakate kenntlich. Verkaufsstelle. Stern ternwell- Sportkleidung aus Schneestern- Wolle. 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Außer der Modell- nummer gebe man bei Beftellung von Schnittmustern der Internationalen Schnittmanufaktur zu Dresden- I. 8, 29-51 als Maß an: für Talllen die Hälfte der Oberweite, für Röcke die ganze Hüftweite, die, wie die nebenítehende Abbildung zeigt, zu nehmen find. 11, XXI. Was es neues gibt. Die Pariser Mannequins, die die cührigen Inhaber bekannter Modeateliers in Berlin, Bamburg, Dresden und anderen Städten famt neuester Pariser Schöpfungen direkt aus dem Seine Babel kommen Ließen, haben uns außer der Kri noline nicht piel Ueberraschendes gebracht. 3war sind die Röcke um ein Weniges, vielleicht etwa um 20-25 cm weiter geworden. Einige scheinen durch aufgesetzte Rüschen, Dolants, Plifees und Pelzrollen es auch nur zu sein, während die Grundform noch das Dorjährige Maß aufweist. Nun, da haben wir gleich verraten, daß die Röcke jetzt wieder reich garniert getragen werden; dazu er scheint auch in zahlreichen Dariationen der Puffärmel und das Sichu, und selt. samerweise sahen wir mit einem Marie Antoinette. fi vereint die neue rinoline. Man scheint es also zu lieben, die Moden verschiedener Beiten in einem neuzeitlichen Kostüm zu vereinen. Wir können diefe Krinoite mit Recht die neue" krinoline nennen, denn mit dem Drahtgestell des zweiten französischen Kaiserreichs hat sie nicht die mindeste Aehnlichkeit. Ueber einen ziemlich engen Rock fällt sie als Tunika gleich einer Glocke, was der Sigur gerade keine schöne Sorm verleiht. Wer eine einfache, solide Toilette der extravaganten vorzieht, wird daher auch wohl von dem Erperiment dieser Krinolinentunika absehen. Wir verfchmähen es deshalb auch, unseren Modellen diese neueste Pariser Sensation hinzuzufügen! Dagegen bringen wir Röcke mit duftigen Volants, kleidsame Sichus und gefällige Tunikas, die sowohl für den Ballfaal als auch für fr. 4513. Gesellschaftskleid mit Spitzenüberkleid. v. 31478. Sächer mit Plattft. Konzerte, Theater und größere Gesellschaften passen und mit denen die deutsche Srau, ohne aufzufallen, sich schmücken kann. Wer nun gar imstande ist, sich diese Kleider mit Hilfe der Savoritschnitte selber zu schneidern, wird ihnen dadurch natürlich noch einen höheren ideellen Wert verleihen. Ar. 5582. Ball and Gesellschaftskleid. Frauen! B. G. Beschreibung der Bilder. Gesellschaftskleid mit Spihenüberkleid Nr. 4513. Ueber ein weißseidenes, schleppendes Unterkleid fällt das hübsche, aus schwarzem Spitzenstoff gearbeitete Ueberkleid. Bei der ausgeschnittenen Taille sind die Vorderteile schräg übereinander. gelegt und ein Gürtel mit einer Rosette deckt den Rockansatz. Aeltere Spitzenkleider lassen fich sehr gut zu dem beschriebenen Ueberkleid verwenden. Der Schnitt ist vorrätig in 42, 44, 46, 48, 50, 52 cm halber Oberweite für 70 Pf. Kleid mit Prinzeßtunika Ar. 5581. Diefe Tunika aus neulila Seide fällt über ein Unter. kleid aus weißem Spitzenstoff. Die reiche Relief. Goldstickerei wiederholt sich an der Taille und den angeschnittenen Aermeln. Schnitt vorrätig in 44, 46, 48, 50, 52, 54 cm halber Oberweite für 1,25 m. Vorzeichnung zur Stickerei erhältlich unter Пr. 31 059 für 1,20 m. 8. H. Sächer mit Schablonen. malerei. fr. 30290. Bandschuh mit Gülldurchzug. Nr. 31024. Bandschuh mit Bändchenarbeit. fr. 4552. Bletb für Ronzerte und Theater. Ball- und Gesellschaftskleid im Reformschnitt Ar. 5582. Bellgrüne Seide, weißer Spitzenstoff und etwas dunkleres Seidenband bilden das Material zu diefem hübschen Ball- und Gesell. schaftskleid. Reiche Spitzenvolants mit breiten Einsätzen garnieren den seidenen Rock. Aus Spitzen ist auch die fichuartig gearbeitete Taille, über deren Ausschnitt eine kleine Goldstickerei gelegt, während der eigentliche Labz nebst Stehkragen aus Tüll gefertigt ist. Eine Schleife aus dunkler getönter Seide mit langen Enden markiert den seitlichen Schluß. Schnitt vorrätig in 44, 46, 48, 52, 56 cm halber Oberweite für 1,25 m. Ballkleid für junge Damen Ar. 4513. Ueber den Rock von altrosa Seide fällt eine Tunika von gleicher Sarbe. Einen schönen Kontrast zu dem Rosa und den crême Spitzen bildete der am Bals. ausschnitt eingesetzte schwarze Tüll. besatz. Breite Spitzen fallen fichu. artig über die Taille, find an die glatte Tunika gesetzt und wieder. holen sich in etwas breiterer Sorm am unteren Rockrand. Eine rosa Bandrosette und ein Gürtel von gleicher Sarbe vervollständigen den Ausputz der Taille. Schnitt der Taille unter Nr. 4513 vorrätig in 42, 44, 46, 48, 50, 52 cm halber Oberweite für 70 Pf.; Schnitt des Rockes mit Tunika unter nr. 3196 in 96, 100, 108, 116, 125 cm Büftweite für 80 Pf. Kleid für Konzerte und Theater Nr. 4532. Dieses einfache, aber dennoch elegante Kleid folgt eben. falls der Schwarz- weiß- mode, die fr. 13007. Glatte Untertattle. Beachtet, lefet und abonniert die do zu kleidsam und vornehm ist, um f abgesetzt zu werden. Ueber ein schwarzen Sammetrock fällt eine gla fchwarz und weißgestreifte Tunika in der vorderen Mitte mit Samm knöpfen und Schlingen besetzt ift miederartig an die Taille hinauffe Die Querstreifen des angeschnitten Aermels werden durch einen schwar nach unten spitz zulaufenden Samm einsatz, der schon auf der Achsel an vorteilhaft unterbrochen. Aermelm schetten und der untere Latz find falls aus Sammet. Balsausschnitt wird du weiße Spitzen ausgefi aus denen auch der St kragen geformt ist. Schnitt der Taille ift beziehen unter Nr. 4532 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56 halber Oberweite für 60 p der des Rocks unter Ir. 322 in 96, 100, 108, 116, 125c Büftweite für 80 Pf. Glatte Untertaille v. 130 Wenn das Oberzeug sitzen soll, so ist die Grun bedingung dazu, gut fitende Unterzeug zu tragen.& sonders Unterrock und Untertaille müssen eins guten Schnitt haben u forgfältig ausgearbeitet sein; nähen die Pariserinne deshalb doch das Unter ganz mit der Band, da erwiesen ist, daß die ban näherei mehr nachgibt das mit der Maschine nähte und infolgedeffen f dem Körper beffer a schmiegt. Ar. 13007 ift m viereckigem Ausschnitt u kurzem Aermelansat g beitet und zeigt einen Ba durchzug, der aber nicht bunter Sarbe gehalten werden darf, sondern unh dingt weiß sein muß, den keine Dame wird dur bunte Bänder die Aufme samkeit auf ihr Unter lenken. Also bitte nur wa dazu zu wählen. Ar. 13 hat einer kleinen, runde Ausschnitt und kurze Aermel Auch hier wi der Balsausschnitt da eingezogenes Band belie weiter und enger geform Es empfiehlt fich, bei d selbstgearbeiteten Wäs auch die Spitzen selber Nr. 5531. Bleid mit Prinzeßtanita. häkeln, zu sticken oder 19 klöppeln. Auch die feine Srivolitätenarbeiten sind wieder in Aufnahme gekommen und eignen sich befond 5581 zu ganz feinem Batist. Ar. 13007 ist als Schnitt vorrätig in 42, 44, 46, 48, 52, 54, 56, 58, 60 cm halber Oberweite für 50 Pf., Nr. 13009 in 44, 46, 48, 50, 52, 54, 58, 60 cm halber Oberweite ebenfalls für 50 Pf. Bu kurzen Aermeln gehört unbedingt der lange Bandschuh, der stets am luftigsten und deshalb am angenehmsten zu tragen, wenn er aus Tüll oder in Silet gearbeitet ist. fr. 31024 ist auf Tüll im Bändchenmuster gehalten, das, auf Rattun gezeichnet, für 1 m. erhältlich ist. Ar. 30290 zeigt einen hübschen Tülldurchzug. Dieses Muster ist für 50 Pf. zu beziehen. Auch Sächer find haltbarer und machen uns vielleicht auch mehr Sreude, wenn wir sie selber gearbeitet haben. In Bandarbeit und in Schablonenmalerei sind sie leicht und ange nehm auszuführen. S. 1 stellt ein Muster in Schablonenmalerei und im Stilstich dar, das für 40 Pf. erhältlich ist. Ar. 31478 ist mit bunter Seide im Plattstich ausgeführt. Das Muster ist für 50 Pf. zu beziehen. Der große But. Wenn der Herbst uns auch kleinere Butformen gebracht hat, so ist damit dem großen but noch nicht das Todesurteil gesprochen, er wird vielmehr fortleben und soll, was vielleicht gar nicht so wünschenswert wäre, an Weite des Randes noch gewonnen haben. Die Köpfe find meistens flach oder wie Balbkugeln, die Ränder geneigt, wie bei der Cloche, oft jedoch auch vorne aufgeschlagen. neben großzen, ganz schwarzen Sammethüten werden großze fe. 13009. Untertitle- unit rundem nofipulit. Empfeblt bei den Geschäftsleuten die Sormen aus weißem Tuch, ge rippter Seide oder Chiffon mit schwarzem Sammet oder Seiden. rändern und schwarz gefüttert, getragen, doch gibt es auch Sammethäte mit Sülzrändern. Die unverzeihliche Verschwendung, die in den letzten Jahren mit den koffbaren Straußfedern getrieben, hat eine große Lücke in diefen Artikel gerissen. Die echten Weiher reichten auch ja schon lange nicht mehr aus, statt deffen müssen wir uns jetzt mit Gura federn behelfen, um den Bedarf zu decken. Wie schon bemerkt, herrscht schwarz und weiß in der Fautmode vor, daneben aber auch dunkelblau, pflaumenblau, maul. murfgrau, braun und das neue Tête de negre. depop 311 fe. 4513. Balleid für jung " Giessener Zeitung An Nummer 23. 25. Oktober 1911. held für tang ng" rtaille 08, 116, S unter ir 80 pf weite für 0,52, 54, ter Nr. 4 Taille ormt ift Oberzen ist die 6 azu, gut f er hand, das Unt die Parise ausgeath mitt haber müffen nterrod u tragen daß die ählen. Ar. Ho bitte m uf ihr Unte der die Ar me wird fein muf f, fondern Sarbe gehd der aber ni eigt einen! melanfa Ausschnit Ar. 13007 per besse infolgedef r Majche t nachg kleinen, n 48, 50, 52, en fich befor Auch die f ufticken od Spiken felbe 44, 46, 48 beiteten W ehlt sich, bei o enger gefo s Band be usfchnitt Auch hier itt und ku Minimax Anzeigen.= zuverbester und lässigster Handfeuerlöscher der Welt. 450 000 Stück verkauft. Löscht monatlich bis über 500 Brände KEROS -Licht Referenzen: Staatspreis für Beleuchtung in Dresden. Grand Prix auf 5 Ausstellungen Brennt auf mehr als 2000 deutschen Bahnhöfen, in 100 Städten Gemeinden, in 700 Betrieben. Alles Nähere kostenfrei durch Otto Pickert in Giessen Generalvertreter. Gravierungen Biermarken Vereinsabzeichen jeglicher Art. Fernsprecher 135. Georg Appel, Gießen Telefon 131 Seltersweg 56 Zentralheizungen und gesundheitstechnische Anlagen Bade-, Klosett-, Lüftungs-, Entstaubungs-, elektrische und Trocken- Anlagen. 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Illustrierter Stadt- Anzeiger Der Nil. er Nil übertrifft durch Wohltaten gegen die Menschen alle Flüsse der bewohnten Erde." Wenn Diodorus Siculus je die Wahrheit getroffen hat, so hat er es mit diesem Satze getan. Eines der ältesten Kulturländer unseres Planeten verdankt die Menschheit der Gnade dieses gewaltigen Stromes. Der Nil ist für Ägypten alles: Schöpfer, Ernährer und Verkehrsvermittler. Ohne den Nil wäre dieses Land, das heute mehr als 12 Millionen Menschen als Wohnsitz dient, ein Teil jener gewaltigen Einöden, die im Osten und Westen seine Grenzen bilden.„ Ägypten ist das Geschenk des Nils," sagt schon der Vater der Geschichte, Herodot. Dieses Wort ist buchstäblich wahr. Der schmale Streifen Fruchtland, der sich zu beiden Seiten des Riesenstromes hinzieht, und der nirgends, von Wadi Halfa bis Kairo, breiter ist, als daß man ihn mit unbewaffnetem Auge überblicken könnte, ist Alluvialland des Nils. Wenn der Streifen schwarzer Humuserde, der sich mitten durch die Sahara und Arabische Wüste zieht, nicht ein Opfer dieser unendlichen Sandund Steinmeere geworden ist, so ist dies nur dem wunderbaren Einfluß des Nils zuzuschreiben. In Ägypten, das heute besonders durch den Mittelmeerdienst des Norddeutschen Lloyd leicht zu erreichen ist, regnet es selten oder nie. Jahraus, jahrein herrscht eine trockene Hitze. Und den= noch ist das Tal des Nils seit Jahrtausenden einer der fruchtbarsten Länderstriche der Erde. Was der Himmel dem Lande versagt hat, die befruchtende, verjüngende Feuchtigkeit, läßt ihm der Um die Zeit der Sommersonnenwende beginnt der Nil langsam zu steigen. Kurz vorher bereits kündet eine gründliche Strömung im Wasser den Bewohnern von Kairo an, daß die Flußperiode unmittelbar bevorsteht. Von da an hebt sich der Wasserstand langsam bis Ende Juli. In dieser Zeit fangen die Fluten an, eine bräunliche Färbung anzunehmen, die von den Schlammassen herrührt, die der Blaue Nil von den abessinischen Bergen her mit sich führt. Diese Schlammbestandteile stellen das eigentliche befruchtende Element dar. Etwa vom 1. August an steigt der Wasserstand rapid, bis er Anfang September seinen höchsten Punkt erreicht. Llm diese Zeit hat sich das Land westlich von Kairo, nach den großen Pyramiden von Gizeh, Almsir, Gakkara und Daschhur zu, das während des Sommers versengt und verstaubt dalag, in einen großen See verwandelt. Teils durch die aus den geöffneten Kanälen einströmenden Fluten, teils durch das infolge des gesteigerten Druckes vom Flusse her gestiegene Grundwasser ist die ganze Nilebene bis an den Rand der Wüste hin überschwemmt worden. Mit dem Worte Überschwemmung verbinden sich in Ägypten nicht die Begriffe der Vernichtung menschlicher Ansiedlungen, des Hungers nud Todes, wie in Europa. Hier bringen die Fluten Leben und Wohlstand. Die ägyptischen Dörfer sind so hoch gebaut, daß das Wasser, dessen Höhe nie, seit unvordenklichen Zeiten, ein gewisses Maximum übersteigt, ihnen nichts anzuhaben vermag.Im ÄgyptischArabischen ist daher auch das Wort für Hügel kôm-gleichbedeutend mit Dorf. Wenn dann die Nilebene zum See geworden ist, so gleichen die Fellachendörfer mit ihren elenden, aneinandergeklebten Schlammhütten und charakteristischen, burgartigen Taubenschlägen ebenso vielen winzigen Inseln," die", wie Diodor sagt, einen Anblick bieten, ähnlich dem der Kykladen". Ägyptische Wasserträger. gütige Stromgott zuteil werden. Alljährlich mit nie verfagender Pünktlichkeit tritt der Fluß über seine Ufer und führt mit seinen braunen, schlammigen Wassern der verdurstenden Erde neue Lebenskraft zu. 2 Der Nil. Die Fellachen, die während der trockenen Jahreszeit ihr Badebedürfnis auf ein erstaunlich niedriges Mindestmaß zu beschränken wissen, tummeln sich ausgelassen lustig zwischen den riesigen grauschwarzen Büffeln, die sich behaglich im Uferschlamm herumwälzen, im flachen Wasser umher. Das ganze Land atmet Fröhlichkeit und Wohlbefinden. Unter den Dattelpalmen, die vom Wasser halb verdeckt merkwürdig verkürzt und unproportioniert aussehen, liegt eine ganze Flottille von Booten, aus denen heraus nackte, braune, aufgeregte Bauernburschen bemüht sind, Netze aus Bastgeflecht unter die Palmenkronen zu spannen, um die rotgoldenen Früchte vor dem Sturz ins Wasser zu bewahren. Schwärme von Wasservögeln ziehen über die im strahlenden Sonnenlicht glitzernde Fläche dahin. Im November fällt die Flut allmählich wieder, und Ende März sieht man überall das Land zum Vorschein kommen, das sich bald wieder in einen steinharten, von metertiefen Rissen und Sprüngen durchzogenen Boden verwandelt. Für den Ägypter verknüpfen sich mit dem Steigen und Fallen des Stromes von alters her mannigfache abergläubische Gebräuche und Feierlichkeiten. Nach der Volkssage wird das Schwellen der Fluten durch einen Wassertropfen verursacht, der in der Nacht zum elften des koptischen Monats Baune, der ,, lêlet ennukta", vom Himmel in den Nil fällt. In dieser Nacht glaubt man die Lebensdauer eines jeden Menschen aus astrologischen Zeichen bestimmen zu können. dieses Ziel durch Anlage von großen Stauwerken und Aufspeicherung des gestauten Wassers in gewaltigen Reservoirs erreichen zu können. Bereits der Khedive Mohammed Aly ließ durch den französischen Ingenieur Mongel im Jahre 1830 bei Kaliûb, kurz unterhalb Kairos, ein solches Stauwerk, die Barrage du Nil, anlegen. Doch die Berechnungen stimmten nicht, die Fundamentierung des Riesenwerkes gab im losen Treibsand des Flusses nach, das Wasser drang durch, und der ganze, ungeheuer kostspielige Bau ging dem Verfall entgegen. Erst mit der englischen Okkupation ist die alte Aufgabe durch die britisch- indischen Irrigations- Ingenieure ScottMoncrief, Sir William Garstin und den von der türkischen Regierung nach Mesopotamien berufenen Mr. Willcocks wieder aufgenommen worden. Der glänzende Erfolg der ausgebauten Barrage von Kaliûb und der neuen Anlage bei Assuan hat bewiesen, daß das System richtig war. Die Kultivation weiter Länderstrecken ist nicht nur an Intensivität gesteigert worden, sondern große Gebiete sind geradezu der Bebauung überhaupt erst zugänglich gemacht worden, seitdem die Barrage von Assuan in Betrieb ist. Eine neue, ähnliche Anlage ist bei Esneh im Bau. Leider hat auch der Segen, der von dem Riesenreser= voir von Assuan über das ganze Land aus= gegossen ist, diesem einen unersetzlichen Schaden bereitet. Der Tempel von Phylä, die Perle Ägyptens, ist durch die künstlich hervorgerufene Überflutung, die ihn mehrere Monate unter Wasser setzt, dem Untergange geweiht. Es war daher mit Freuden zu begrüßen, daß die preußische Akademie der Wissenschaften eine Expedition unter der Leitung eines unserer hervorragendsten Ägyptologen nach Assuan entsandte, um den herrlichen Ptolemäertempel wenigstens in wissenschaftlichen Maß- und Bildaufnahmen für alle Zeiten zu erhalten. Nillandschaft. An dem Tage, an dem der alte Nilmesser auf der Insel Roda den Wasserstanddes Nils auf 16 Fuß angab, wurde früher das Fest der Durchstechung des Kairoer Kanaldammes gefeiert, bei dem eine Puppe, die„ Nilbraut", zum Andenken an frühere Menschenopfer in die Flut geworfen wurde. Obwohl heute der Kanal zugeschüttet ist und die„ Nilbraut" sich schwerlich finden dürfte, ist der Jôm wafâ ennil, der Tag der Nilschwelle, noch immer einer der größten hauptstädtischen Feiertage. Die Frage, wie die Überschwemmung des Nils in ihrer rätselhaften Regelmäßigkeit zustande käme, hat von jeher die Menschen beschäftigt. Thales von Milet nahm an, daß die Passatwinde, die der Mündung des Stromes entgegenwehten, seine Wasser aufstauten. Denopides glaubte, daß sich das Wasser unter dem Einfluß der ägyptischen Sommerhitze ausdehne. Heute wissen wir, daß periodische Regenfälle im Quellgebiet und die Schneeschmelze im äthiopischen Hochlande die Faktoren sind, die zur Nilschwelle zusammenwirken. Seitdem europäischer Einfluß im Nillande festen Fuß gefaßt hat, hat man versucht, die Wasserzufuhr, die vorher nur auf einen Teil des Jahres, die Überschwemmungsperiode, beschränkt war, zu einer permanenten zu machen. Man glaubte Mit Unrecht wird von Vielen die Nilreise als unlohnend und wenig abwechslungsreich geschildert. Im Gegenteil, ein oder zwei Monate auf einer Dahabseh zu leben, ist hoch interessant. Die große Fruchtbarkeit des Landes infolge der Überschwemmungen des Nils ermöglicht eine dreimalige Ernte an Korn, Baumwolle und Zuckerrohr. Das Bewässern der Felder geschieht durch geblendete Büffel oder durch die Eingeborenen selbst. An heißen Tagen sieht man nackte, bronzefarbene Männer, oft vier hintereinander stehend, die sogenannten Schadduß( Wasserschöpfräder) mit unermüdlicher Ausdauer in Bewegung setzen. Der Behälter wird am Nil mit Wasser gefüllt, weitergegeben und in Erdrinnen ausgegossen, die um die Felder herum angelegt sind und so das Erdreich mit dem köstlichen Naß versehen. In anderer Gegend ertönt über den Nil hin das eigenartige Kreischen des Sakkiehrades, welches von einem Kamel gezogen wird. Internationale Weltblize. Internationale Weltblitze. Originalaufnahme. Erpräsident Castro mit Frau und Schwägerin vor dem Kölner Dom. Als der venezolanische Erpräsident vor einigen Monaten plötzlich von Teneriffa spurlos verschwand, konnte man sich sofort denken, daß der unverwüstliche Cypriano einen neuen politischen Putsch plante. Aber wo war Castro geblieben? Diese Frage spitzte sich zuerst zu einem unlösbaren Verierspiel zu, bis die Nachricht kam, daß er tatsächlich in Venezuela wieder gelandet sein sollte. Promptes Dementi der venezolanischen Regierung. Jetzt hat sich aber herausgestellt, daß Castro wirklich wieder in Venezuela weilt und die ernstesten Thronabsichten" hegt. Da er immer noch zahlreiche Freunde und Anhänger hat, und der gegenwärtige Präsident Gomez, wie jedes Staatsoberhaupt, viele Neider und Feinde besitzt, so kann man mit Recht auf den Ausgang der Sache gespannt sein. Straßenszene aus Tripolis. Perserin in Haremstoilette. Zu den persischen Wirren. In Persien wirrt es wieder einmal. Der Erschah Mohammed Ali hatte neue Regierungsgelüfte bekommen und war mit seinen Getreuen gegen die bestehende Regierung zu Felde gezogen. Er wurde jedoch von den persischen Seerführern Jefrem und Serdar Bahadus geschlagen und mußte bei Nacht und Nebel in einem kleinen Boote auf russisches Gebiet flüchten. Unsere Bilder zeigen zwei persische Frauentypen. Die den Haremstoilette ist unter Stadtfrauen allgemein verbreitet. Man sagt, Nazaredin Schah sei bei seinem ersten Besuch in Europa von den Balleteusen so entzückt gewesen, daß er diese 7 Tracht bei Hofe einführte, von wo aus sie sich, etwas modifiziert, weiterverbreitete. So frei die Frau im Harem sich bewegt, so streng wird darauf gesehen, daß die Straßentracht eingehalten wird. Die persische Frau macht dadurch den Eindruck einer Nonne aus dem Mittelalter. Der weiße Schleier ist im Gesicht durchbrochen gearbeitet, damit die Frau genügend sehen kann. Straßentoilette einer Perserin. Die Tripolisfrage. In Italien machte sich eine starke und immer stärker werdende Bewegung für eine große Aktion in Tripolis bemerkbar. Die Blätter schilderten die natürlichen Reichtümer des Landes, die sich hinter Steinwüsten und sandigen Flächen verbergen; sie sprachen von den Aussichten, die sich eröffnen, wenn europäische Arbeit das lang vernachlässigte Gebiet befruchtet, und sie erklärten es für eine Pflicht der italienischen Nation gegen sich selbst, Tripolis mit ihrer Kraft zu durchdringen und die reiche Ernte, die dort zu holen ist, einzuheimſen. Die öffentliche Meinung fing für den Gedanken, Tripolis zu italianisieren, Feuer. Die einen verlangten, daß man vorläufig abwarte, aber sich alle Wege für die Zukunft wahre; die anderen wollten, daß man der Türkei energisch die Notwendigkeit darlege, den Italienern eine vorwiegende Rolle im wirtschaftlichen Leben einzuräumen; noch andere forderten, daß man ihr die Provinz abkaufe, wenn nötig, sie durch Waffengewalt dazu zwinge, sie abzutreten. Die abmahnenden Stimmen waren offenbar in der Minderheit. Die türkischen Behörden legen den Italienern in Tripolis seit lange Schwierigkeiten in den Weg; der frühere Vali, der italienische Konzessionswerber grundsätzlich hinter andere zurücksetzte, hat sich so unfreundlich erwiesen, daß schließlich seine Abberufung erwirkt werden mußte. Noch jetzt findet man in Rom, daß die türkische Regierung Italien eine ausgesucht ungünstige Behandlung zuteil werden läßt. II3 ชิป lqouu gvalya“ ปู ปู gny o a poy the vas In einer russischen Droschke. In einer russischen Droschke. Bleiern und schwer wölbt sich der Himmel über der russischen Stadt. Die Schneemengen von gestern bedecken heute als Schmutz das holperige Straßenpflaster. Dazu rieselt unaufhörlich ein feiner, fast stechender Regen nieder. Die Sonne hat sich schon mindestens eine Woche lang überhaupt nicht blicken lassen, das elektrische Licht in den verschiedenartigen Schaufenstern brennt tagsüber. Rein Wunder, daß der Jswoschtschit auf die Frage:" Swabodjen?" ( Bist du frei?) nicht antwortet. Er schläft und wer ihn genauer betrachtet, wird erkennen, daß er, den Kopf weit vornüber geneigt, in einer Stellung auf dem Bock sitzt, die unwillkürlich an das Krummholz erinnert, das sich wohlgefällig über dem Rücken des nicht mehr jungen Pferdes wölbt. Seine stark abgenutzte Pelzmütze ist tief auf die Stirn gedrückt, der fadenscheinige, dick wattierte Mantel hat gewiß schon dem Vater seines Besitzers gedient. Du hast Mitleid und läßt den Rutscher schlafen. Ist es doch schließlich das Klügste, Fahren wir, Väterchen? was er tun kann. Doch nicht alle Iswoschtschits schlafen; die Mehrzahl lugt eifrig umher, um sich keine Gelegenheit entgehen zu lassen. Bald bist du mit einem andern in Unterhandlung. Du willst z. B. in Petersburg an irgendeinen Punkt des Newski- Prospekts fahren und bietest 20 Ropeken. Der Fuhrmann scheint seine Fassung völlig verloren zu haben; so wenig hat ihm entschieden noch feiner geboten. 45 Ropeten," dich willig zu stimmen, fügt des„ Ba'rinn"( gnädiger Herr) Heida Troika! ruft er endlich, und um er ein gutmütig bitten. hinzu. Du gehst weiter, der Jswoschtschik fährt neben dir her. 40 Kopefen", ruft er dir nach; du achtest nicht darauf.„, 35"," 30", du läßt dich nicht stören. Jetzt biegst du um die nächste Ecke, das Gefährt begleitet dich noch immer. 25 Ropeten." Das ist dir recht und du steigst in den Wagen. Zwar hast du beinahe die Hälfte des geforderten Fahrpreises heruntergehandelt, bist aber in der Achtung des Jswoschtschiks dennoch nicht gesunken. Nicht jeder Jswoschtschik- dieser Name bezeichnet übrigens ebensowohl die Droschke wie den Kutscher- fann sich großer Sauberkeit rühmen. Doch wirst du schließlich stets einen einwandfreien finden, denn fast vor jedem zweiten Sause hält ein Fuhrmann. Du wirst bald lernen, ein schnelles, leistungsfähiges Pferd von einem überanstrengten Gaul zu unterscheiden. Aber was den Kutscher betrifft, lernst du nie aus. Du steigst in einen der niedrigen, zweifitzigen Wagen und freust dich über die Gummiräder, die alle Jswoschtschits ohne Ausnahme aufweisen. Anfangs klappt alles vorzüglich, aber bald geht die Geschichte nicht weiter. Du gibst dem Jswoschtschik einen Stoß. Das hilft doch nicht für lange. Der gutmütig dreinschauende Mann auf dem Kutschbock mit den unintelligenten Gesichtszügen und den rotunterlaufenen Augen ist betrunken. Du willst zornig werden, aber der Fuhrmann wendet sich um. Dabei läßt er seine Peitsche ein Instrument, das am ehesten noch unsern Reitpeitschen vergleichbar, aber primitiver ist so komisch hinund herbaumeln und blickt dich so treuherzig dumm an, daß du nicht zu schelten vermagst. Und wenn du es schon fertigbrächtest, was nützte es! Du kannst mit einem betrunkenen Jswoschtschik alles versuchen, aus seiner Ruhe bringen wirst du ihn niemals. Nitschewo! ,, 50 Ropefen, 45, 40 usw.", hundertmal hörst du es täglich. Wo du auch gehst und stehst, immer wird irgendwer mit einem Jswoschtschik handeln, nie werden sie gleich einig sein. Du bist es vielleicht selber, der mit einem Fuhrmann verhandelt, weil du aus dem Theater nach Hause fahren willst. Ausnahmsweise aber nimmt dich wirklich keiner für weniger als 40 Ropeten mit, denn hier vorm Theater warteten die Fuhrleute stundenlang, um die paar Ropeken mehr zu verdienen. Mitternacht wird nicht extra berechnet. Es gibt wohl eine Nachttare, aber kein Mensch kümmert sich darum. Soeben hat ein heftiges Schneegestöber eingesetzt, eine Erlösung nach der bitteren Kälte der letzten Tage. Diesmal ist es kein Wagen mit Gummirädern, in den du steigst. Nein, Tausende und aber Tausende von kleinen Schlitten bevölkern Straßen und Plätze. Im Innern der Stadt freilich ist der große Verkehr dem Schnellfahren hinderlich. Aber draußen fliegen die flinken Gefährte alsdann über die Schneedecke, daß man seine Freude daran haben muß. Ein solcher Wintertag war heute. Du hast ihn zu einer Fahrt auf die Petersburger Inseln benutzt und kehrst nun in die Stadt zurück. Als dein Schlitten über die fest zugefrorene Newa fährt, bist du in Betrachtungen darüber versunken, wie es möglich ist, daß den majestätisch breiten Strom eine so starke Eisdecke überzieht. Da hörst du Schellengeklingel eine Troika, die den Inseln zustrebt. Reich angeschirrt sind die langhaarigen Rosse, und mannigfache Berzierung weist das Krummholz des Mittelpferdes auf. Aus dem Innern des Dreispanns tönt dir ein übermütiges ,, Sdrásttwuitje!" ( Guten Tag!) entgegen, dazu ein ausgelassenes Tücherschwenken. Viele lieben es nämlich, in schönen Winternächten eines der eleganten Restaurants auf den Inseln in lustiger Gesellschaft aufzusuchen. Ein Dreispann für Sin- und Seimfahrt ist dann so gut wie Bedingung. Auch mit der weltbekannten russischen " Butterwoche" ist ein unaufhörliches Geklingel verbunden. Aber es ist das Schellengeläut der„ Weiken", kleiner finnischer Bauernschlitten, die während dieser einen Woche im Jahre in die Stadt kommen und den Jswoschtschiks Konfurrenz machen dürfen. Man gönnt den armen Landleuten den Verdienst von Herzen. Wem könnte es auch schaden, einmal eines der primitiven, nicht selten bunt geschmückten Gefährte zu besteigen! Daß die Kutscher die Straßen in der Regel nicht kennen, ist auch weiter kein Unglück. Beängstigender aber ist es, daß mancher von ihnen gar wenig Übung und Umsicht hat oder meint, die Straßenbahn müsse nur auf ihn und nicht er auf sie achtgeben. Sibirisches Schlittengefährt. gas salvag bun oлß uоσ збvan Die Pyramiden von Gizeh. guns se ириф Die Pyramiden von Gizeh. 3 9250 δι lo en Us Be le bis erfr 4 Zu spät. Zu spät. Eine Erzählung aus dem Nihilistenleben. Von Felix Baumann. In dem vornehmen Petersburger Liteinijviertel lag eine reizende, im italienischen Renaissancestil erbaute Villa, das Eigentum des reichen Prinzen Ramiroff. Das Gebäude war eine getreue Nachbildung der Münchener Wohnstätte des verstorbenen Malers Franz von Lenbach, zu dessen wärmstem Verehrer der kunstliebende Prinz gehörte, und dessen Villa ihm bei einem Aufenthalte in der bayrischen Hauptstadt so imponiert und gefallen hatte, daß er das ihm durch Erbschaft zugefallene alte Palais am Liteinijprospekt bei seiner Rückkehr nach Petersburg niederreißen und auf dem Terrain sich von einem Münchener Architekten eine " Lenbach- Villa" erbauen ließ. Die antiken Skulpturen, die auf der Terrasse, der stolzen Freitreppe und in Mauernischen malerisch verteilt waren, paßten zwar nicht so recht in die Umgebung des Liteinijprospekt mit seinen Bauten aus der Zeit früherer Herrscher, aber dennoch machte die prinzliche Villa mit ihrem Vorgarten und dem sich anschließenden prächtigen Park, der mit seinen geschorenen Hecken, in allerhand Gestalten geschnittenen Bäumen, geraden Alleen, Bogengängen usw. die altfranzösische Anlage verriet, einen ungemein anheimelnden und freundlichen Eindruck. Gegenwärtig wurde das fürstliche Tuskulum nur von der jungen Braut des russischen Krösus und ihrer Gesellschaftsdame bewohnt. Prinz Ramiroff hatte darauf bestanden, daß seine elternlose Verlobte während ihrer Brautzeit die Villa bewohnen sollte. Er selbst hatte in seinem Schlosse auf der sogenannten " Apotheker- Insel", einem anderen Teile der Newa- Metropole, Quartier bezogen. Langsam hatten sich die Schatten der Nacht über Petersburg gebreitet. Die prinzliche Villa war nur teilweise erleuchtet. Paula v. Ranowska, die zukünftige Gattin des Prinzen, saß träumerisch in ihrem Boudoir. Sie hatte in Jan, de la Vaudérés Roman Les Courtisanes de Brahma" gelesen das Buch war jedoch achtlos ihren Händen entglitten und lag jetzt aufgeschlagen zu ihren Füßen in den weichen Haaren des prächtigen Ziegenfelles. Das junge Mädchen lächelte zufrieden, als es die herrlichen, dekolletierten Schultern tiefer in die weichen Libertykissen des Diwans drückte und mit dem in einem weißen Atlasschuh steckenden zierlichen Füßchen lustig und taktmäßig auf den Teppich klopfte. Paula v. Ranowska dachte augenblicklich an ihre Zukunft. In wenigen Tagen würde sie verheiratet sein, und diese Verbindung versprach ihr alles das, wonach sie sich immer so gesehnt hatte: Reichtum, Glanz, Lurus und Ansehen. Sie hatte einen Mann nach ihrem Geschmack gefunden, nicht zu jung und nicht zu alt, weder zu kühl noch zu stürmisch, vor allem einen wirklichen Prinzen. Wohl hatte es dem Prinzen viel Mühe und Schwierigteiten bereitet, seinen Entschluß bei dem erlauchten Oberhaupte seines Hauses durchzusetzen. Der Zar weigerte sich zuerst ganz entschieden, seinen Bitten zu willfahren, schließlich war der Herrscher aller Reußen von dem großen Liebreiz und persönlichen Zauber, der von der berückenden Schönheit ausging, auch so eingenommen worden, daß er seine Einwilligung zur Verbindung gab. Paula v. Ranowska wußte, welche Macht sie in ihrer Schönheit besaß. Viele männliche Herzen schlugen schneller bei ihrem Anblick, und auch ihre bittersten Rivalinnen mußten zugestehen, daß die junge Polin eine außerordentliche Schönheit war. Das entzückende von einem üppigen blonden Haarwuchs umrahmte Gesicht mit den geistvollen, zuweilen so seltsam flammenden blauen Augen, der klassisch schönen Nase, dem reizenden kleinen Munde, dessen perlenhafte Zahnreihen schon manchen Maler zur Verzweiflung gebracht hatten, und dem fehlerlosen rosigen Teint harmonierte prächtig zu der schlanken, eleganten und biegsamen Gestalt. Paula stand im 20. Lebensjahre, aber mit ihrer frischen Jugendlichkeit und dem unschuldsvollen Gesicht machte sie einen fast findlichen Eindruck. Ihre Träumereien führten sie zu der gestrigen großen Truppenrevue zurück, wo ihre Schönheit wieder großartige Triumphe gefeiert und ihr in der glänzenden Versammlung von Großfürsten, Prinzen, Offizieren usw. alles zu Füßen gelegen hatte. Auch von der Zarin war sie huldvollst begrüßt worden, und der oberste Kriegsherr selbst hatte sie mehrere Male ins Gespräch gezogen. In einigen Stunden würde sie auf dem Balle beim Großfürsten Michailowitsch wieder die gefeiertſte Schönheit sein, und zufrieden und stolz blickte sie auf ihr Bild in dem gegenüber liegenden prachtvollen vergoldeten Spiegel. Sie befand sich bereits in vollem Ballstaat, denn sie wußte, daß ihr Verlobter als Soldat viel auf Pünktlichkeit hielt. „ Prinzessin Paula v. Ramiroff" flüsterten ihre Lippen, als auf einmal die Hausglocke ertönte, und das laute Schellen sie erschreckt aus ihren Träumen emporfahren ließ. Gespannt lauschte Paula. Wer konnte so spät noch kommen? Ihr Verlobter hatte das Ballbukett bereits gesandt, er selbst konnte es aber noch nicht sein, und auch das Rollen eines Wagens war nicht vernommen worden. Paula vernahm das Öffnen der Haustür, dann ein undeutliches Stimmengemurmel, und jetzt wurde an die Tür geklopft. Ehe sie eine Antwort geben konnte, öffnete sich die von einer schweren Portiere verdeckte Tür, der Vorhang wurde heftig beiseite geschoben, und unangemeldet trat ein junger Mann in sichtlicher Erregung ein. Sinter ihm wurde das verlegene Gesicht des Dieners bemerkbar, der wie zur Entschuldigung die Achsel zuckte, dann aber die Tür wieder schloß. Für einen Augenblick starrte Paula den plötzlichen Eindringling wie eine Geistererscheinung an, eine leichte Blässe hatte sich über ihr Gesicht gelagert. Gleich darauf sprang sie jedoch unwillig auf und betrachtete den, wie es schien, sehr unwillkommenen Besucher, einen jungen, großen und schlanken Mann von ungefähr 26 Jahren mit einem intelligenten Gesicht und etwas blassen Teint, aber prächtigem schwarzen Lockenhaar, mit zornigen Blicken und einem Anflug von Verachtung. Einige Sekunden lang schauten sich beide in die Augen, dann aber sagte Paula, obwohl ihre Brust stürmisch wogte, anscheinend ruhig:„ Du bist es, Alexis? Was willst du denn noch so spät?" Der Angeredete antwortete nicht sogleich. Er schaute die Fragende lange an und schien nur mühsam nach Fassung und Worten zu ringen. „ Ich wollte dich noch einmal sehen und eine Aussprache zwischen uns herbeiführen," stieß er endlich hervor und stützte sich dabei, wie von einer plötzlichen Schwäche befallen, schwer auf die Lehne des vor ihm stehenden Fauteuils:„ Es ist ja das letzte Mal, daß wir uns begegnen," setzte er hastig hinzu. Paula hatte jetzt ihre Fassung wiedergewonnen, sie schritt zu dem Umschalter neben der Tür und plötzlich durchströmte eine helle Lichtfülle das Zimmer. Vorher hatte nur eine rot verschleierte elektrische Lampe das trauliche Gemach erleuchtet, aber nun verursachten die jäh entflammenden Birnen in der elektrischen Krone und den lichtspendenden Bronzefiguren in den Ecken des Zimmers eine so blendende Helle, daß Aleris einen Augenblick erschrocken zurücktrat. ,, Also abermals zum letzten Male," rief Paula lachend, als sie wieder Platz genommen und auch den jungen Mann zum Sitzen aufgefordert hatte, welche Einladung dieser jedoch unberücksichtigt ließ. Dazu kenne ich dich zu gut," fuhr sie fort, „ nach meiner Hochzeit wirst du mich noch öfters aufsuchen, mir ein ausgezeichneter Kavalier sein und dich endlich selbst nach einer Lebensgefährtin umschauen." „ Natürlich! Du kannst nichts wie scherzen," brauste der junge Mann auf.„ Immer bist du in guter und froher Laune! Du hast ja so glänzende Aussichten," Warum auch nicht? fügte er nach einer Pause sarkastisch hinzu. Paula schien eine heftige Antwort auf den Lippen zu schweben, aber ehe sie antworten konnte, fuhr Aleris fort:„ Es iſt, wie ich gesagt habe: Seute abend sehen wir uns zum letzten Male. Es ist ein Abschied fürs Leben, und deine Fröhlichkeit erleichtert mir meinen Entschluß." Beide schwiegen für eine Weile, dann begann Alexis wieder: „ Einst war es anders.- Als ich dich vor vielen Jahren kennen lernte-" Ach, laß doch die alten Geschichten ruhen," unterbrach ihn Paula unwillig. „ Gewiß, von deiner Vergangenheit willst du nichts hören," erwiderte er erregt, aber heute sollst und mußt du mich anhören. The du vor den Altar trittst und deinem Gatten die Treue gelobst, sollst du erfahren, wie schändlich du an mir gehandelt und was du verschuldet hast." Die letzten Worte hatte der junge Mann in steigernder Erregung und überlaut gesprochen. Paula hielt sich daher mit einer koketten Gebärde die Ohren zu und bat:„ Oh, sprich nicht so laut, meine Nerven können das nicht vertragen." Alexis war wieder ruhiger geworden, aber verächtlich schaute er auf das vor ihm sitzende liebreizende Wesen. Nie war Paula ihm schöner erschienen als gerade in diesem Augenblick. " Ich habe dich heute aufgesucht," begann er abermals,„ um dir einmal die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. Sie würde dich kränken, wenn dies bei einer so ausgeprägten Rokette, wite du bist, überhaupt möglich ist." Zu spät. Paula wollte entrüstet aufspringen, aber Alexis' Blicke bannten sie auf ihrem Plate. ,, Als ich dich vor nunmehr vierzehn Jahren an einem bittertalten Wintertag von der Straße auflas," hub er an,„ liefest du beinahe barfuß, zerrissen und vollkommen verwahrlost umher; du betteltest die Passanten an. Ich war auch noch ein Kind, nur sechs Jahre älter als du, aber bei deinem Anblick wurde ich von so tiefem Mitleid ergriffen, daß ich dir mein ganzes Taschengeld anbot. Als du mir dann deine Leidensgeschichte erzähltest, daß du ein Findelfind wärest und von einem Trunkenbold, den man dich zur Pflege anvertraut hatte, zum Betteln angehalten wurdest, und als du mich mit deinen tiefen blauen Augen so einsichtsvoll und vertrauend ansahest, da nahm ich dich bei der Hand und forderte dich auf, mit mir nach Hause zu meiner Mutter zu gehen." Einen Augenblick schwieg Aleris. Paula war totenbleich geworden, sprach aber kein Wort, sondern zerrte nur nervös an ihrem feinen Batisttüchlein.„ Ich erinnere mich noch sehr gut," fuhr der junge Mann fort, wie wir Hand in Hand zum Gaudium der uns nachlaufenden Gassenjungen, deiner Freunde, die Straße entlang gingen. Jch, in meinem eleganten Samtanzug, du, in- Lumpen." Das letzte Wort schien Paula wie ein Peitschenhieb zu treffen, sie rührte sich aber nicht. „ Ich führte dich zu meiner Mutter, erzählte ihr deine traurige Geschichte und bat sie, dich aufzunehmen und dir auch eine Mutter zu sein. Sie empfand dasselbe Mitleid mit dir, entriß dich deiner bisherigen elenden Umgebung, sorgte in jeder Weise für dich und wurde dir eine zweite und gute Mutter. Sie hat dich geliebt wie ihr eigenes Kind. Als sie starb, mußte ich ihr auf dem Sterbebette versprechen, daß ich für dich stets sorgen und dir ein treuer Hüter sein würde. Ich war damals zwanzig, du erst vierzehn Jahre alt, aber ich hielt mein Versprechen. Meine Mutter hatte nicht viel hinterlassen, es hätte aber zur Vollendung meiner Studien gereicht. Da ich jedoch nur auf dein Glück bedacht war, verließ ich die Universität und entsagte allen Zukunftsträumen, um dir eine gute Erziehung und Bildung verschaffen zu können. Ich widmete mich dem Kaufmannsstande. Als ich aber doch nicht so recht vorwärts tam, suchte ich einen alten und reichen, aber geizigen Erbonkel auf und überredete ihn, dich in seinem Hause aufzunehmen. Bald warst du ihm unentbehrlich geworden. Wir hatten uns bereits ewige Liebe geschworen und gelobt, nie voneinander zu lassen. Er adoptierte dich, und als er starb, hinterließ er dir sein gesamtes Vermögen. Er wußte, daß wir verlobt waren und wir eine baldige Verbindung planten. Das mag wohl auch der Grund gewesen sein, daß er dich zur Erbin einsetzte. Richtig beurteilt, warst du nun reich, ich aber arm. So kam es auch, daß, als ein anderer und reicher und vornehmerer Bewerber sich dir nahte, du mich aufgabst und unser Verlöbnis löstest. Die Aussicht auf ein glänzendes und luxuriöses Leben in einem Palast und an der Seite eines Prinzen erschien dir verlockender als eine bürgerliche Häuslichkeit." ,, Du vergißt dein unerträgliches Temperament und deine grundlose Eifersucht, mit der du mich immer quältest," unterbrach Paula jetzt ihren ehemaligen Verlobten.„ Das war für mich der Grund zur Trennung! Ich wollte nicht deine Sklavin sein!" „ Ich vergesse nichts," brauste Aleris auf, das sind nur leere Ausreden. Allerdings protestierte ich einmal, und mit Recht, gegen die Annahme eines zu kostbaren Schmuckes von seiten des Prinzen. Dieses rief den unerquicklichen Streit zwischen uns hervor. Aber das lag ja in deiner Absicht. Du hobst also die Verlobung auf und betrogſt mich um mein Erbteil." Mit blitzenden Augen und zorngeröteten Wangen sprang Paula auf:„ Ich will dein Bettelgeld nicht!" rief sie entrüstet. " Ich wollte es dir schon längst zur Verfügung stellen und ,, Du kannst nicht wieder gut machen, was du getan," unterbrach Aleris sie, es ist zu spät." Aber vor weiteren Beleidigungen kann ich mich schützen," sprach Paula erregt, und sie war im Begriff, an den Klingelzug zu eilen. Alexis kam ihr jedoch zuvor, hielt seine ehemalige Braut am Arm fest und sagte:„ Erst muß du alles erfahren. Du siehst die Wahrheit für eine Beleidigung an." Du kannst nicht wieder auslöschen, was du getan. Geld hat überhaupt für mich keinen Wert mehr, denn wo ich hingehe, bedarf ich dessen nicht. Denn wenn ich dieses Haus verlasse, gehe ich in den Tod!" Paula schaute bestürzt und verwirrt empor. Der furchtbare Ernst, der in Alexis' Worten lag, machte sie stutzig und ließ sie an die Wahrheit derselben glauben. Ruhig fuhr Aleris fort: " Daß ich dich heute abend noch einmal aufsuchen konnte, verdanke ich nur einem Zufall. Als du mich vor einem Jahre so herzlos und schnöde verließest, packte mich eine grenzenlose Wut gegen den Prinzen. Auch gegen dich! Während meiner Studienzeit war ich eine Art Freigeist und ein etwas überspannter Schwärmer geworden. Ich gefiel mir darin, mit einigen Gesinnungsgenossen gegen die bestehenden Staatseinrichtungen zu agitieren und für 5 Reformen zu schwärmen. Als ich dich aber lieben lernte und du vorgabst, meine Gefühle zu erwidern, wurde ich ein anderer Mensch. Deine Liebe übte einen mächtigen Einfluß auf mich aus. Ich begann die Welt mit anderen Augen anzusehen. Nach und nach sagte ich mich von meinen politischen Freunden und ihren wilden Ideen los. Du hattest mich damals gerettet; als du mich aufgabst, stürztest du mich wieder ins Unglück und dem Verderben in die Arme. Nachdem du mich verlassen, suchte ich die alten Kameraden von neuem auf. Ihre Bestrebungen hatten inzwischen große Fortschritte gemacht und die zahlreichen Feinde der Regierung sich zu einer weitverzweigten Vereinigung organisiert. Ich wurde bald in das geheime Komitee aufgenommen und durch einen Eid verpflichtet, jeden mir gegebenen Auftrag auszuführen. In meiner Verblendung und Weltverachtung ging ich auf alles ein. Zu spät erkannte ich erst meine Unbesonnenheit!" Aleris hielt einen Augenblick inne und starrte wie geistesabwesend vor sich hin. Paula saß wie versteinert da. Eine schreckliche Angst hatte sich ihrer bemächtigt. Das Blut hämmerte wild gegen ihre Schläfen, sie aber war unfähig sich zu rühren. Alexis begann wieder:" Es wurde bestimmt, zwei von uns sollten eine hohe Persönlichkeit umbringen und das Los darüber entscheiden. Ich zog das betreffende Los. Der Anschlag galt dem Prinzen Ramiroff, deinem Verlobten!" Vor Paulas Augen begann sich alles im Kreise zu drehen. Der Gedanke durchzuckte ihr Hirn, daß Alexis gekommen war, um den Prinzen hier zu erwarten und umzubringen. Sie wollte aufspringen und ihn warnen, ihr Körper war jedoch wie gelähmt. Machtlos saß sie da. Aleris erriet ihre Gedanken, aber ihre wahnsinnige Angst schien ihm eine große Genugtuung zu bereiten, und erst nach einer längeren Pause fuhr er fort: „ Sollte der erste Anschlag mißlingen, so hatte ich den zweiten zu unternehmen. Mein Genosse hatte nicht den Mut, die Tat auszuführen. Er suchte zu entfliehen und mußte seinen Wortbruch mit dem Leben bezahlen. So war die Reihe an mir! Heute war der Tag, der für das Attentat bestimmt wurde. Ich war fest entschlossen, mein Wort zu halten, und erwartete das prinzliche Gefährt auf dem„ Börsenplate". Schon hatte ich die tödliche Bombe bereit, da bemerke ich dich an der Seite des dem Tode Geweihten- und dahin war mein Mut. Dein Anblick erinnerte mich an meine Mutter und das ihr auf dem Sterbebette gegebene Versprechen: dich ewig zu beschützen.- Der Prinz verdankt dir sein Leben, ich aber habe mein Wort gebrochen und muß daher mit meinem Leben dafür büßen. Ein Mann, ein Wort! Freiwillig gehe ich heute nacht in den Tod, deinetwegen!" um Fassungslos starrte Paula ihren ehemaligen Verlobten an. Sie schien das Ungeheuerliche in seinen Worten zuerst nicht zu erfassen, dann aber kam Leben in die regungslose Gestalt. Sie sprang auf, stürzte Alexis zu Füßen und hielt die diamantengeschmückten Hände bittend zu ihm empor. " Sabe Erbarmen, Aleris!" flehte sie,„ du darfst dieses Haus jetzt nicht verlassen. Ich habe verblendet und leichtsinnig gehandelt, aber glaube mir, ich habe nur dich geliebt, und ich liebe dich noch heute. Ich weiß, ich bin ehrgeizig und egoistisch gewesen, aber nicht schlecht. Niemals habe ich dich betrügen wollen. Ich will alles rückgängig machen und dir für immer angehören. Habe Erbarmen, Alexis, habe Erbarmen!" Aleris wehrte ab, blaß, aber ruhig. " Ich glaube dir nicht," sagte er.„ Und merke dir: Wenn man mich längst vergessen hat, dann magst du meiner noch gedenken, und dein Gewissen soll dir sagen: Ich habe undankbar und schamlos an ihm gehandelt und ihn ins Unglück gestürzt!" Wie vernichtet lag Paula zu seinen Füßen. Ihr Stolz und Hochmut waren dahin. Noch einmal wimmerte sie:„ Sabe Erbarmen! Lebe für mich!" Aleris wehrte sie abermals ab und schüttelte den Kopf. 3u spät!" erwiderte er. ,, Leb' wohl!" Paula wollte sich erheben und ihm nachstürzen. Sie wurde jedoch plötzlich vom Schwindel ergriffen. Alles begann sich um sie herum zu drehen, vor ihren Augen zogen sich feurige Kreise hin, die Möbel nahmen riesengroße Dimensionen an, und bewußtlos sank sie zu Boden. Als Paula von Ranowska aus ihrer Ohnmacht erwachte, war sie allein. Langsam erinnerte sie sich des Geschehenen. Sie brach in Tränen aus, und die Hände vor das Gesicht schlagend, stöhnte sie: 3u spät!" Als der Prinz eintraf, um seine Braut zum Ball beim Großfürsten abzuholen, lag diese in wilden Fieberphantasien, und einige Tage später, nachdem Aleris sang- und klanglos begraben war, wurde auch Paula von Renowska zu Grabe getragen. Sechs Monate später setzte auch eine Kugel dem Leben des Prinzen Ramiroff in Südrußland, wohin er auf seinen Wunsch als Gouverneur versetzt war, ein Ziel. Der dritte Mann hatte seinen Eid gehalten. lekter