Ww. Uhr ere täten der beste Bro 2. ung. häften bon Vorstellung ungen menfeld. [ 22/13 rbeitern n in der 10 te, um2-4 rospekte haftsPosen. ssen ügunge -ten ension = ufc. n enft sofort ges. enfabrik efer crfhaße estand des des Moses erloschen ist, dnete Ge Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Bürgermeisterei Mittage 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter .. Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung". m. b. H. Nr. 175. Telephon: Nr. 362. Die Ernüchterung. des Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 28. Juli 1911. | che, nötig geworden sind, sind in vollem Gange. Näch stes Jahr soll auch die alte Stadtkirche einheitlichen Zementputz erhalten. Die entschiedene Haltung aller öffentlichen Kräfte in Deutschland, der Diplomatie, der Presse und der Börse hat ihre Wirkung getan. Allmählich klingt aus Frankreich und England ein anderer Ton. Man bestreitet nicht mehr mit der Heftigkeit, wie in den letzten Ta= gen, das gute Recht Deutschlands, Entschädigungen zu fordern, und es ist kennzeichnend für die Stimmung, daß sogar der Vorwärts" in einer längeren Zuſchrift aus England, die allerdings in verschiedenen Einzelheiten seltsam anmutet, der englischen Politik den Vorwurf macht, daß auf die Ausdauer auch des friedlichen Teiles der englischen Bürgerschaft in den Stunden der nationalen Erregung fein Verlaß sei. An das französische Proletariat wird die Aufforderung gerichtet, sich seiner geschichtlichen Aufgabe bewußt zu sein, denn Frankreich könne die Lage auf zweierlei Weise retten: 1. in Maroffo selber, wenn es seinen Kolonialraubzug einstelle und der deutschen Regierung gegenüber eine nachgiebige Haltung einnehme, und 2. wenn es auf die englische Regierung in friedlichem Sinne einzuwirken und es von weiteren verhängnisvollen Schritten abzuhalten suche. Die neueste Auslassung der englischen Presse, so betont die Zuschrift des„ Vorwärts", lasse ja auch erkennen, daß auch die englische Regierung einigen Konzessionen Frankreichs an Deutschland nicht im Wege stehen würde. Das ist denn doch eine Rechtfertigung der deutschen Politik von einer Seite, auf die man bisher nicht rechnete. Wie steht es aber nun mit der Behauptung englischer Blätter, daß die En, sendung deutscher Kriegsschiffe nach Agadir keine Notwendigkeit gewelen sei? Wir wollen hier französischen Berichten folgen. Die„ Depesche marocaine" schreibt ausdrücklich, daß der Marsch der Franzosen nach Fez zur Absetzung El Glauis verhängnisvoll gewesen sei. Bekanntlich haben wir sofort nach Erscheinen der deutschen Kriegsschiffe vor Agadir betont, daß namentlich die Absetzung des Großwesirs El Glaui, der im Süden einen starken Anhang habe, beunruhigend auf die Bevölkerung wirke, und das gibt unter Anführung von Einzelheiten gerade das französische Blatt in Marokko zu. El Glaui ist nach dem einwandfreien Zeugnis dieses Blattes immer noch in seiner Kasbah, auf deutsch: in seiner Burg. Der neuernannte Großwesir warte geduldig, bis er auszieht, was natürlich erst am Sankt Nimmerleinstag geschieht. Nach dem Süden hat der Sultan, nachdem ein Bruder El Glauis als Gouverneur abgesetzt worden war, einen Großwürdenträger namens Mtuggi entsandt, der sich den Teufel um die Franzosen schert und nicht bloß seine Unabhängigkeit mit Worten, sondern auch mit Taten begrüßt; der, um es deutlich zu sagen, den ganzen Süden in eine ruhige Bewegung setzt und die Gefahr von Friedens= störungen in jenem dem Hafen von Agadir benachbarten Gebiet heraufbeschwört. Das ist den Franzosen höchst unangenehm, und die französische Presse wendet sich zum Teil gegen die Steuerpolitik Mtuggis, zum Teil gegen die Deutschen, die angeblich mit ihren Jagdausflügen in das Susgebiet die Eingeborenen beunruhigen. Von deutscher Seite ist seinerzeit, als die Franzosen ähnliche Expeditionen unternahmen, immer auf die Gefährlichkeit dieser Vorgänge hingewiesen worden, ohne daß darauf gehört wurde. Bei den deutschen Jagdausflü= gen im Susgebiet liegen die Dinge anders, denn die Mannschaften der deutschen Schiffe werden von der Bevölkerung nicht als Feinde und Bedrücker des Landes angesehen, sondern im Gegenteil als die wahren Freunde Marokkos in einer Zeit, da es von ganz Europa verlassen war. * Reichstagswahlvorbereitungen. un= * von Eröffnungsvorstellung des Zir fus Blumenfeld. Oswalds Garten, wo sich die fleine Zeltstadt erhebt, war gestern das Wanderziel großer Scharen, die die Darbietungen des erstklassigen Unternehmens mit Verständnis und Interesse verfolgten. Was geboten wurde, war in der Tat äußerst sehens stande jedes Zirkusprogramms gehören, wurden und rühmenswert. Die Künste, die zum eisernen Bemit bewundernswerter Sicherheit und Eleganz ausgeführt. So sah man vortreffliche Massendressuren von Pferden, tüchtige hohe Schule, bewährte akrobatische Stunststücke Fräulein de Lossa, die sich auf dem hohen Seil selbst und eine sehr graziöse jugendliche Drahtseilkünstlerin, den schwierigsten Situationen gewachsen zeigt. Aber neben diesen Nummern gab es auch eine ganze Reihe anderer von so origineller Aufmachung, daß man wirklichen Novitäten auf dieſem doch gewiß ausgiebig gepflegtem Gebiet reden kann. Dahin zählt die höchst malerische Gruppe der Oldenburger Bullen, die zusammen mit der arabischen Schimmelstute Wally und einer deutschen Dogge ganz Ungewöhnliches leisten, ferner die Freiheitsdressuren Direktor Blumenfelds, bei denen auch das humoristische Moment nicht fehlte es ſei nur an den effektvollen Abschluß der„ Spazierfahrt mit Sindernissen" erinnert, endlich die Historischen Ritter= spiele, die den 2. Teil des Abends füllen und von dem wilden, kühnen Turnierwesen des Mittelalters ein farbenprächtiges, lebendiges Bild vor unser Auge zaubern. Vortrefflich arbeitet das Trio Holmes, Schleuderbrett= Akrobaten von seltener Erfindungsgabe und Kühnheit. Die Clows erweisen sich nicht nur als geschickte Spaß macher, sondern zugleich als sportgewandte Jongleure und Springer. In dem reichhaltigen Marstall bilden neben vielen prächtigen, tadellos dressierten Pferden namentlich Elefanten, Lamas, Zebras und Hunde das Entzücken von Groß und Klein. Was an Dressur gezeigt wurde, ist ein gleich starker Beweis für die sorgfältige Wahl und Erziehung des Materials, wie für die Geschicklichkeit und Meisterschaft der Dompteure. Als Reichstagskandidaten für den Reichstags= wahlkreis Friedberg Büdingen stellte eine sozialdemokratische Wahlkreiskonferenz in Nieder- Florstadt den bisherigen Abgeordneten Busol d- Friedberg auf. KanBusold wurde auch für den Bezirk Vilbel als didat für die Landtagswahl aufgestellt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. Juli. Provinzialdirektor Dr. Usinger ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. * Die Herstellungsarbeiten an der Johannes kirche, die durch den von Wind und Wetter ange= richteten Schaden an den Steinen namentlich am Turme, leider recht frühzeitig für eine noch nicht alte Kir( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratengeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt komunt bei Ueberfahreinung des Babbungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playeorschriften shue Berbindlhhkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. verhältnismäßig furzen Wege meist nicht möglich sind, werden die berittenen Truppen Biwak beziehen, sofern in einem der Quartiere die Maul- und Klauenseuche herrscht. Von dem Erfolge dieser Maßnahmen wird es abhängen, ob die Manöver voll durchgeführt oder abgebrochen werden. Wie gewaltig die Preise für die Fischerei gestiegen sind, zeigt die Verpachtung der Lahn von Wetzlar bis Selters. Während für diese Strecke bisher ohne jede weitere Bedindung nur 600 Mt. gezahlt wurden, wurden bei der Neuverpachtung 3900 Mark erzielt. Dabei darf der Pächter nur die Angelfischerei betreiben und muß jährlich für 300 Mt. Brut auf der Strede einsetzen. 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrer- Bundes am 4. bis 13. August 1911. Es steht nun fest, daß der Festzug anläßlich des Bundes festes am 5. August seine sämtlichen Vorgänger auf früheren Bundestagen sowohl an Größe und Ausdehnung, als auch des ganzen Arrangements weit über treffen wird. Der Festzug wird an Größe und Aus= dehnung dem Turnerzuge vom Jahre 1908 wohl nicht nachstehen. Die einzelnen Vereinsgruppen sezen sich durchschnittlich aus zirka 30 bis 35 Radfahrern zusammen. Zum Konkurrenz- Korso haben nicht weniger als 72 Vereine gemeldet. 120 Vereine sind durch Bannergruppen zu Rad vertreten, während zirka 50 weitere Banner in Zwei- und Vierspännern mitgeführt werden. In Equipagen ist bereits Mangel eingetreten; so daß unsere Nachbarstädte wie Offenbach, schon zur Stellung derselben herangezogen werden mußten. Der erste Teil besteht ausschließlich aus Radfahrern und dürfte allein eine Ausdehnung von mehr als 3 Kilometern haben. Eröffnet wird der Festzug durch 4 olympische. Kämpfer zu Pferd, denen die ganze berittene Kapelle der 63. Artillerie in altgriechischen Kostümen folgt. Hierauf Fanfarenbläser und der große Festwagen mit dem Bundesbanner. Anschließend hieran, der Bundes- Vorstand und der Geschäftsführende Ausschuß in Galawagen und dann der eigentliche Rad- und Blumenkorso. Auf dem Preis- Korso folgen die Bannergruppen per Rad, diejenigen per Wagen, sowie ein Festwagen des Radfahrervereins„ Germania"-Seckbach als Schluß des 1. Teiles des Festzuges. vier * Holzheim, 28. Juli. Bis jetzt sind 168 Gehöfte von der Maul- und Klauenseuche betroffen, nur 25 sind verschont geblieben. mangel und die Aussicht auf eine schlechte Kartoffelernte -5= Aus der Wetterau. Der jetzige Futterzwingen die Bauern, Kühe und Schweine in großer verringern. Trotz der Massenangebote wollen die Zahl abzusetzen und so ihren Viehbestand zu Metzger mit den Preisen für Fleisch und Wurst nicht heruntergehen. Es besteht für den Herbst und Winter schlachtungen. die Aussicht auf teure Schlachtschweine für die Haus= == Schotten, 28. Juli. Metzgergehilfe D. Herget, Bahnhof Schwerverletzten, ist ebenfalls seinen Verletzunder Dritte der beim Brande am Montag abend am gen erlegen. Der Stationsvorsteher Freymann soll außer Lebensgefahr sein. Die Beerdigung der beiden erst Verſtorbenen, Dr. Georg Rausch und Karl Wolfschmidt erfolgte gestern nachmittag. Eine große Menschenmenge gab den so jäh aus dem Leben Geschiedenen das letzte Geleit. * Die Herbst übungen und die Maulund Klauenseuch e. Bei den diesjährigen Herbstübungen wird die Maul- und Klauenseuche eine Neuerung herbeiführen. Die Kavallerie- Regimenter legen gewöhnlich den Weg vom Standort bis zum Uebungs= ort in mehrtägigen Märschen zurück. Da jedoch infolge der Maul- und Klauenseuche die Gefahr vorliegt, daß die Seuche verschleppt und die Pferde infiziert werden können, ist von der Militärbehörde angeordnet worden, die Fußmärsche ausfallen zu lassen und die KavallerieRegimenter mit der Eisenbahn zu befördern. Auch der Marsch in die Manövergelände fällt, wenn die Marschquartiere in Aussicht genommenen Ortschaften mit Maul- und Klauenseuche behaftet sind, aus und die Kavallerie legt den Weg bis zum ersten Quartier mittelst Eisenbahn zurüd. Im Manöver selbst, wo Eisender bahntransporte wegen Zeitmangels und wegen als -d= Bad Nauheim, 28. Juli. Die Sultanin von Baroda( Indien) ist zur Kur hier eingetroffen. * Aus dem Taunus, 28. Juli. Infolge der andauernden Trockenheit und Hitze sind viele Wasser= läufe im Gebirge vollkommen ausgetrocknet. Hierdurch ist in einzelnen Bächen der ganze Fischbestand zugrunde gegangen. Stellenweise halfen sich die Fischereibesitzer damit, daß sie die Forellen aus den Tümpeln fangen und in anderen Bächen aussetzen ließen. Der entstandene Schaden wird sich auf Jahre hinaus noch fühlbar machen. Herborn, 27. Juli. Das 6 Jahre alte Töchterchen des Gerichtsvollziehers Weber ist durch den Genuß unreifen Obstes plötzlich gestorben. -b= Weilburg, 28. Juli. Auf der Buderusschen Grube„ Georg Joseph" bei Gräveneck ereignete sich ein bedauernswerter Unglücksfall. Durch das zu frühe Losgehen von zwei Schüssen wurde ein Bergmann getötet und ein anderer so schwer verletzt, daß er nach Gie= ßen in die Klinik gebracht werden mußte. Sein Zustand ist bedenklich. Weiter erlitt ein Steiger auf der Buderusschen Grube„ Thor" bei Drommershausen einen Beinbruch; auch dieser wurde nach Gießen verbracht. -e- Die 3, 28. Juli. Rennfahrer Breuer, der zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und in der hiesigen Strafanstalt untergebracht ist, hat jetzt seitens der Oberstaatsanwaltschaft den endgültigen Bescheid erhalten, daß sein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt ist. Ein langwieriger Prozeß hat damit sein Ende gefunden. Breuer wird mit Arbeiten der Militärschneiderei beschäftigt und vorerst in strengster Einzelhaft gehalten. dicken -m- Marburg, 28. Juli. Nach den gestern aus dem westlichen, südwestlichen, südlichen und südöstlichen Teile des Kreises einlaufenden Meldungen hat das Unwetter, das gestern abend die seit Monaten herrschende Trockenheit ablöjte, neben dem erquickenden Regen, den es brachte, auch vielfach unberechenbaren Schaden angerichtet. Der heftige Sturm riß nicht nur die Aeste und 3weige ab, sondern es wurden hunderte von Bäumen aus der Wurzel gerissen. Am schlimmsten ging es südlich Marburgs, bei der Neumühle, zu. Dort fiel im Walde oberhalb der Steinbrüche ein Wolkenbruch, der bald die Ortschaften unter Wasser setzte und Menschen und Vieh in Gefahr brachte. Die ausgetrockneten Bäche dort wurden zu Strömen und rissen Steine und Baumstämme mit fort. In Wolfshausen, Roth, Wentbach, Argenstein und Fronhausen waren die Dorfstraßen überflutet, vielfach mußte das Vieh aus den Ställen gerettet werden. Ruhig Blut! Die große Hitze der letzten Tage hat auch in die Bolttit eine höchst ungemütliche Temperatur hineingebracht. Die Gerüchte, daß in der Marottofrage eine frittsche Wendung eingetreten jet, mollen nicht verstummen. Nicht wenig hat dazu die Reise des Bariser engVon lischen Botschafters nach London beigetragen. England aus find denn auch zuerst die pessimistischen Betrachtungen der Lage ausgegangen. Das sollte eigentlich stuttg machen. Gerade England hat jetzt das größte Interesse daran, die öffentliche Aufmertfamfelt von der verworrenen Lage im Innern abzulenten. Die Verfassungsfrists hat ihren höchsten Puntt erreicht. Im Unterhause ist es zu Szenen gefommen, wie man sie in England nicht für möglich gehalten hat. Durch die fonservative Partei geht ein tiefer Niß, und es ist nur zu erklärlich, wenn die fonservative Presse den Maroffohandel aufgreift, um ihre Leser über die schwere Krisis der Partet hinwegzutauschen. ber Information des Korrespondenten der Morning Bost zufolge, dem General Cincinnatus Leconte, der fich eben hat zum Bräsidenten ausrufen laffen, das nötige Geld zum Revolutionieren gepumpt. Das deutsche Syndikat soll dem General Leconte 1 200 000 Mart in amerikanischem Golde zur Verfügung gestellt haben, wofür sich dieser angeblich verpflichtete, jobald er Präsident geworden, Schuldscheine der Republik für diese Summe um 50 Prozent vermehrt auszustellen und sie mit 18 Prozent au verzinsen. Die Berzinsung soll durch die Pfändung der Einfuhrzölle sichergestellt werden, dagegen habe das Syndikat bem schwarzen Cincinnatus nicht nur die moralische Unterstügung des deutschen Gesandten in Port- auPrince, sondern sogar die des deutschen Katsers versprochen. Leconte soll den Deutschen ferner das Monopol der Ausbeute der Bodenschäße Haitis und eine Kohlenstation zugesagt, sich auch verpflichtet haben, feiner anderen Nation außer der deutschen irgendwelche Handelsprivilegien einzuräumen. Der Korrespondent der Morningpost schließt mit den Worten:„ Das angebliche Abkommen wird gegenwärtig von dem Staatsdepartement sorgfältig geprüft." Was immer auch General Leconte für ein Abkommen mit deutschen Privatfirmen getroffen haben mag, es steht außer Zweifel, daß die Washingtoner Regierung die von der Morningpost gegebene Version nicht ernst nehmen kann. Was Präsident Simon mit diesem tollen Bericht nach Washington beabsichtigt, Itegt flar auf der Hand, er sieht fich rettungslos in seiner Hauptstadt eingeschlossen und verfällt auf den europäischen Staatsmännern abge= lauschten Trict, Andererseits ist es aber auch verständlich, wenn gerabe jetzt die liberale Regierung nicht den Verdacht auftommen lassen will, als ob fie in nationalen Fragen, vor allem in der Frage der englischen Vorherr chaft zur See, nicht zuverlafita fet. Die Konservaliven lauern nur darauf, daß sich hier die Regierung eine Blöße gibt. So ist es die natürlichste Sache von der Welt, wenn Herr Asquith den starken Mann martiert. Die Reise des Partier Botschafters, ein Ministerrat, ein paar Reden mit dunklen Andeutungen, die Zurüdbeorderung der nach Norwegen bestimmten Flofte wer wollte danach noch daran zweifeln, daß Herr Asquith scharf auf der Wacht steht? Es kann allerdings nicht geleugnet werden, daß es ein etwas gefährliches Spiel ist, das da die Engländer treiben. Der Wettbewerb zwischen Regierung und Konservativen um die größte Bündnistreue gegen Frankreich oder vielmehr um die beste Wahrnehmung der spezifisch englischen Interessen bei dem Marottobandel, könnte unter Umständen dazu fithren, daß die Regierung ihre angenommene Rolle allzu naturgetreu weiterführt. Bisher indessen hat man noch keinen Anlaß, diese Befahr zu überschäßen. Die Mittelchen, die die engItsche Regierung anwandte, um sich als Retterin des Vaterlandes zu dravieren, waren nichts weniger als beunruhigend. Daß sie den Pariser Botschafter nach London berief, um sich mit ihm über die augenblickliche Lage der Dinge zu besprechen, ist eigentlich die natürIlchste Sache der Welt. Von einer Information über den Stand der Dinge bis zu einem Eingreifen ist indeffen noch ein wetter Weg. Inzwischen ergeht Veopolds II. wentg sympathisch erschlen. Det fetzige Besuch war zudem die nötige Folge des Besuchs des belgischen Königspaares in Amsterdam. Die stürmischen Wiener Hansfranen. Wiens Hausfrauen haben in einer großen Massenversammlung ge gen das Verbot der Einfuhr argentinischen Fleisches in Desterreich Widerspruch erhoben. Es kam zu hef= tigen Auseinandersetzungen von Einfuhranhängern Deutschland an die Wand zn malen, um die Vereinigten Staaten zu einer Intervention zu veranlassen. In der Tat geht aus anderen Washingtoner Depeschen, in denen zwar des oben erzählten Abfommens nicht Erwähnung getan wird, hervor, daß man in Washington wohl weiß, daß Präsident Simon in einer amerikanischen Intervention seine einzige Rettung sieht. Die Washingtoner Regierung hat ihm verboten, gewisse unbefestigte Safenorte, welche die Nebellen halten, von seiner Dreadnought" befchießen zu lassen, aber es wird befürchtet, daß er es doch tun wird, nur um die amerikanische Intervention herbeizuführen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Straflar Belblog, den Der Go fammer batt den, ob efn pirt Dittma balten, weil m Sofenroc Shoffengeri prach ihn f des Sofenrod Der awetten 9 im Bojenrod Gastwirt die Bofenröde tr mer Gäfte Darauf fchrit Higung des telt wurde olaffen. Na dem Entf rod zwar ni allig bezeich ju fechs May und Einfuhrgegnern, so daß die Polizei die Vorsitzende wiederholt auffordern mußte, die Debatte im Rahmen der Sachlichkeit zu halten. Als die Versammlung dieser Anweisung nicht nachfam, wurde sie polizeilich aufge löst. Auch die Christlich- Soztalen und die Sozialdemo fraten hielten start besuchte Versammlungen ab, in denen zur Fleischteuerung Stellung genommen wurde. Zwischen poringiesischen Republikanern und Royas listen tam es in der Kirche von Lobrigos zu einem ernsten Zusammenstoß. Der Führer der Republikaner, Costa, wurde von hinten erstochen. Es kam zu einem Gefecht, wobei Revolver und Meffer gebraucht wurden. Truppen mußten die Ordnung wieder herstellen. Vier Bersonen find getötet, 14 schwer und 30 leichter verletzt worden. Ueber eine halbe Million fremdländische Arbeiter waren im letzten Jahre in der deutschen Landwirtschaft und Industrie beschäftigt. Den größten Anteil an dteser Zahl haben die Polen mit 323,326 Arbeitern, es folgen die Ruthenen mit 82,092 Arbeitern, die Ungarn mit 23,209, die Jtaltener mit 39,672, Niederländer und Belgier mit 53,995 und Deutsche aus Rußland und Desterreich mit rund 66,000. Den größten Anteil dieser fremdländischen Arbeiter verbraucht die Landwirtschaft, und zwar 329,073. Eigenartig ist die Feststellung, daß die meisten landwirtschaftlichen Arbeiter sich aus den Bolen zusammensetzen, und daß die Italtener durchweg Industriearbeiter sind. eine deutsche Mahnung an London und Paris. Die Köln. 3tg.", die bekanntlich mit dem Auswärtigen Amit in guten Beziehungen steht, leitartikelt heute unter der Ueberschrift Imponderabilten" mit bezug auf die Rede des englischen Schatzsekretärs:„ Es wäre, wie die Dinge Itegen, eine müßige Arbeit, nachzuweisen, daß Deutschland von Anfang an in der Marottofrage feinen eigenen Vorteil nicht in den Vordergrund gestellt habe. Sehr weite Kreise im deutschen Volte sind seit Jahren der Ansicht, die Bolitif unseres auswärtigen Amtes babe sogar durchaus nicht in genigendem Maße sich für deutsche Rechte in Maroffo eingesetzt. Wir stellen dies nur feft, ohne ein Urteil fällen zu wollen. Aber das letzte Vorgehen Deutschlands, die Entsendung der Kriegsschiffe nach Agadir, tit von der öffentlichen Meinung in Deutschland, sowelt fie nicht von polttischem Haß gegen unsere Staats- und Gesellschaftsordnung völlig verblendet ist, mit rückhaltloser Zustimmung begrüßt worden. Alle Barteten, wie Beitungen haben diesen Schritt als durchaus gerechtfertigt, als Erlösung von einem Bann sogar betrachtet, und um so empfindlicher wird das plötzlich e Servortreten Englands empfunden. Das deutsche Volt ist nicht gewtIIt, sich von fremden Mächten vergewaltigen zu laffen, deren Geschichte uns gelehrt hat, daß ein Staat nur bestehen fann, wenn er auch gewillt ist, feine Rechte und Ansprüche Itach drick Itch zu verteidigen. Fürst Bismarc hat mehr als einmal von Imponderabilien in der Politt" gesprochen, die oft viel mächtiger wirken, als die Fragen des materiellen und direkten Intereffes, und die man nicht mißachten soll in ihrer Bedeutung." In London und Paris möge man sich biten, an die Imponderabilten zu rühren, die jest Deutschland bewegen." Das ist eine scharfe und entschiedene Erklärung, die bort, wobin sie gerichtet ist, den Eindruck Hoffentlich nicht verfehlen wird." Die deutsche Sand in Saiti? Ein Schachzug des Präsidenten Simon. Eine wunderbare Geschichte wird der Londoner Morning Post von Washington telegraphtert: Wer steckt hinter der Revolution in Saltt? Natürlich die Deutschen! Ein Syndikat von deutschen Bankters hat, 26) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Kleine Nachrichten. Eine neue Rheinbrüde. Wie zuverlässig verlautet, wird im nächsten Reichshaushalt der Betrag von 350 000 Mark für die Vorarbetten zum Bau einer Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim erscheinen. Vor allem sollen militär- strategische Interessen das Reich zum Bau der Brücke veranlassen. Einen nenen Ozeanriefen hat die englische GunardLinte in Auftrag gegeben. Der neue Dampfer Aquttania" foll 300 Meter lang werden und damit den " Imperator" der Hamburg- Amerifa- Linie um 3% Me fer an Länge übertreffen. Der neue Riese ist fir 4000 Passagiere berechnet. Die deutschen Bischöfe gegen die Verlegung der ka tholischen Feiertage. Wie der„ Köln. 3tg." gemeldet wird, werden die deutschen Bischöfe in einer gemeinschaftlichen Vorstellung den Papst bitten, fitr Deutschland von der vorgeschriebenen Aufhebung oder Verlegung der Feiertage absehen zu dürfen. Sie wollen lediglich die Verlegung des Festes Johannes des Täufers( 24. Juni) auf einen Sonntag beantragen. Einschreibebrief- Automaten kommen jetzt zunächst an der Hauptpost in München zur Verwendung. Der Aufgeber öffnet eine kleine Tür an der Vorderseite des Automaten, schiebt den Brief in einen Schlth, schließt die Tür wieder und dreht die Kurbel zweimal, worauf der Automat einen Empfangsschein mit Datum, Stems pel und Kontrollnummer hergibt. Diese ist der IdenHitätsnachweis. Keine neue Schulreform in Brenßen. Die„ Nordd. Allg. 3tg." schreibt:„ Mit Bezug auf die zahlreichen Erörterungen über eine Reform der höheren Schulen sind wir auf Grund von Informationen an zuständiger Stelle in der Lage, mitzuteilen, daß die Nachrichten über grundsäßliche Aenderungen des höheren Schulwesens und über die Berufung einer Schulfonferenz nicht begründet sind." Es traf sich gut, daß der älteste Sohn und Bruder auf der Rückreise nach Petersburg gerade die Hochzett Klaras und Nosens mitmachen konnte. Da auch Eva furz vorher angekommen war, fand die ganze Familie sich einmal wieder nach langer Zeit vereinigt. Der Blitzzug, der von Berlin nach Cöln und umgekehrt geht, beherbergte Frau Haideck und ihre Pflegetochter, die einen Ernst in ihrem lieblichen Gesicht zur Schaut trug, der thr aber nichts von dem Zauber nahm, der ihr eigen war. Das war fein träumerisches, leicht beeinflußtes Mädchen, ein denkender, wägender Mensch war aus Eva Grotenbach geworden, die größte Enttäuschung ihres Lebens hatte sie innerlich gereift. 812 Lehrer aus allen Teilen Deutschlands sind auf Einladung des deutschen Flottenvereins gestern abend in Riel eingetroffen. Die Gäste besichtigen heute und morgen die Marineanlagen in Riel und begeben sich dann nach Helgoland und Bremen. Cholerafälle in Westpreußen. In das Krankenhaus zu Marienwerder wurden zwei Frauen aus dem Kretse Stuhm eingeliefert, die an Cholera ertrankt sind. Ferner wurden in demselben Kreise dret Personen unter Beobachtung gestellt. Umfangreiche Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Ein Taifun, der in Tokio und Jokohama seinen Mittelpunkt hatte, richtete ausgedehnten Schaden an. Die tiefer gelegenen Stadtviertel find überflutet. Etma 100 Menschen haben den Tod erlitten. 40 Leichen wurden bisher geborgen. Man befitrchtet auch, daß viele Schiffe untergegangen sind. Den Tob durch Verbrennen fand gestern nachmit tag in Berlin die 66fährige Frau eines Droschtenführers, als sie in den brennenden Spirituskocher Spiritus nachgoß. Abgestürzt ist vom Totenkircht in Nordtirol OberIeutnant Graf Fugger- Blumenthal vom Münchener Leibinfanterieregiment. Sechs Stunden danach starb er. Folgenschwere Explosion einer Granate. Beim Regimentsegeraieren fanden zwei Leute des Grenadierreatments zu Pferde Nr. 3 in Bosen einen nicht frevierten Rümber. Trotz des strengen Verbots schmuggelten sie ihn in das Lager ein. Als sie nachmittags den günder entladen wollten, explodierte er. Beide Soldaten wurden furchtbar verletzt. Dem einen wurden beide Hände abgerissen. Königin Wilhelmine von Holland und der Prinzgemahl find Mittwoch mittag zum Besuch des belgischen Königshauses in Brüssel eingetroffen. Eine eigentlich politische Bedeutung hat der Besuch nicht. Die Spannung, die zwischen beiden Ländern seit ihrer Trennung bestand, war schon lange verwischt, als vor einem Vierteljahrhundert das Elternpaar der Königin Wilhelmine feinen Besuch in Brüssel abstattete und sich die Könige Betder Länder ostentativ vor dem Volfe umarmten. Daß sett dem Regierungsantritt der Königin Wilhelmine tein Besuchswechsel stattgefunden hat, hat wohl seinen Grund in den strengen moralischen Grundsätzen der Holländischen Königin gehabt, der die Lebensauffassung Literaturlehrer es geschrieben hatte, war es doch sein Schicksal, das er in ergreifender Sprache schilderte. Eva war selbst sehr begabt und hatte allerlei geschrieben, zu= erst beimlich; es tat ihr wohl, ihr innerstes Fühlen in Worte zu kleiden. Sie entschloß sich, eine kurze Stizze an eine Redaktion in Hannover zu senden unter dem Pseudonym E. Norden, den sie aber für ihren eigenen Namen angab; Hammer war Redakteur des Blattes. Eva dankte ihm für den Genuß, den er ihr durch seine Werke bereitet hatte, mit Spannung Harrte sie auf die Antwort des Redakteurs. Ob er wohl ihren Beitrag annahm? Schneller als sie gedacht, schrieb Hammer in Itebenswürdiger Weise, er wollte die Stizze abdrucken Tassen und sprach sich lobend über sie aus. Eva antwortete in der Freude ihres Herzens; seitdem wechselten sie Briefe. Im ersten Jahre, nachdem die Verlobung mit Latour aufgelöst wurde, hatte Eva tapfer mit sich gerungen und war lange schon rubig und in sich gefestigt. Jbr frommes Gemitt suchte Trost und Kraft bei der einzig reinen Heilquelle, und im innigen Gebet fand sie das Gleichgewicht der Seele wieder und jetzt war sie wieder die alte, sonnige Eva, Tante Annas trene Reisebeglet= terin. Die betden Damen waren zuletzt in Algier gewesen, teszt reisten sie nordwärts nach Berlin, zur ersten Hochzeit in der Familie; Eva konnte es kaum erwarten, nach so langer Zeit alle thre Lieben zu umarmen. Um diese Zeit fing man an von dem neuen Schriftsteller Benno Hammer zu sprechen, der eben einen Roman geschrieben hatte und eine altdeutsche Sage in Klangvollen Versen. Eva fragte sich neugierig, ob es thr früherer Ltteraturlehrer sein tönzte; sie kannte setnen Taufnamen nicht, gewiß gab es viele desselben Namens. Das Gesicht mit den traurigen Augen tauchte in Evas Erinnerung auf und als sie den Roman las, gewann sie die Ueberzeugung, daß kein anderer wie ihr Aus den Gerichtssälen. 100 Jahre Gefängnis. Vor der Potsdamer Straffammer hatte sich gestern der am 21. April 1882 gebo rene Stanislaus Weyreuther zu verantworten. Er hat inbezug auf seine Vorstrafen jeden Rekord geschlagen und war insofern ein Jubilar, als er zum 75. Male vor einer Straffammer stand. Der Angeklagte ist ein gewohnheitsmäßiger Bechpreller und Logisdieb. In 35 deutschen Städten war er angeklagt, und insgesamt wurde gegen ihn wegenSachbeschädigung, Betrugs, Bet telns, Urfundenfälschung und schweren Diebstahls eine Strafe in Höhe von 103 Jahren verhängt, davon allein 30 Jahre und 10 Monate Buchthaus. Augenblicklich ver büßt der Angeklagte eine Strafe in Celle. Vor Eintritt in die Verhandlung weigerte sich der Angeklagte, fich ohne ärztlichen Sachverständigen vernehmen zu lassen. „ Sie sind eine Dichternatur," schrieb Hammer unter anderem, nicht wahr, Sie dichten selbst?" " Ja," antwortete Eva. Schicken Sie mir einige Ihrer Lieder," bat der Redakteur. Sie tat es unter Herzklopfen. Hammers Kritik war ziemlich scharf, doch auch manches Lob wurde ihr zuteil. Er bat darum, zwet threr Gedichte bringen zu dürfen, was Eva natürlich gerne bewilligte. „ Wenn er wüßte, wer E. Norden wirklich ist," dachte das junge Mädchen lächelnd. Nur Tante Anna war ins Vertrauen gezogen. Du wirst noch eine bekannte Schriftstellerin werden, liebes Evchen," neckte Frau Haided ihre Pflegetochter. Die Pfli seldiensthun Anwelfung Breußischen Brauchbarkei Unbedingter gen bei Fu Gegenständer Berweigern mindestens den, auch aus feitigkeit, M renfuchen, Nicht zu vern leichtere Ver Radfahrer, d fich ihrer Jef neue Anweif lung der Pol hnen von ih Sette des Koupees, sie waren die einzigen Reisenden darit. Das junge Mädchen hatte sich unterwegs ein Buch gekauft, ein Bändchen Novellen, deren Verfasser Hammer war; sie vertiefe sich so darin, daß sie erschrack, als eine Stimme fragte: " Hammer darf nie erfahren, daß ich für sein Blatt schreibe, Tante!" Eva dachte auch heute auf der Reise nach Berlin an ihr Versteckspiel und lachte leise für sich, es gewährte ihr so großes Vergnügen. " Ist es erlaubt, hier Platz zu nehmen, gnädiges Fräulein?" Tante Anna schlief fest. Eva saß auf der anderen " Lupus in fabula," dachte Eva. Hammer stand vor ihr. Richtig, sie waren in Sannover angekommen. " Bitte," entgegnete Eva fühl. Das Buch glitt zu Boden, Hammer hob es auf, er lächelte faum merflich, als er es ihr reichte, dann seizte er sich ihr gegenüber. „ Er fennt mich nicht," dachte Eva vergnügt, wenn er wüßte, daß ich E. Norden bin." Sie versuchte zu lesen und der Blick ihres Reisegefährten ruhte fragend auf ihrem Gesicht. Nach einiger Belt griff Hammer in die Tasche seines Ueberziehers und holte daraus eine Zeitung hervor; fein Wort wurde gewechselt, beide schienen in ihre Lektüre vertieft. Eva hatte die erste Novelle beendet, sie dachte über sie nach und schaute zum Fenster hinaus, die moderne, start realistische Richtung des Gelesenen gefiel ihr nicht. ersten Werk Hammers lag ein Hauch edelster Poesie, der Eva ansprach. Sie fuhr zusammen, als ihr Gegenüber sie anredete: Im „ Sie lesen, wie ich vorhin sab, das Neueste," sagte Hammer, wie gefällt es Ihnen?" „ Gar nicht," versetzte Eva aufrichtig. Kurz und bündig gesprochen," lachte Hammer, „ darf ich um die Gründe bitten, gnädiges Fräulein?" " Warte," dachte Eva,„ Du hast meine Gedichte krttifiert, nun sollst Du meine Meinung hören." Che ste es sich versah, war sie mit Hammer in eine lebhafte Auseinandersetzung verfallen. ( Fortsetzung folgt.) aus der Spet Gemife, Rei Milch freffen. obne Maulfo an einem f wenn der Fi Bund, z. B. braucht werde Bu balten. Ein vielf Otto Wistuba wieder einma forgeanstalt e als Student lebte vom Ro die preußische lauer Straße geren Strafe nach dem d Bet der erfter den Setratsid er als Leutna der er bte Mart opferte. entflohen. Zur Bra dacht, daß die das Werk ver tet fich. In auch Pera, da drobt wird. tappt, wie fi anlegen wollte genommen wo gen überführt vorzugehen. S gefeßt die Str teiten Boror Baicha hat au wunde einen großer Schonu Die Fahr Booby Leagh, In einer inner men versuchte, banptfall geri lergetriebeit m Echischlt sind Er ließ sich ob ne, die er be Babrt benutzt nach 1% Stit Der herausgef dem Bruch be Ein Sind In Nordhausen Elofters gefund abermals eine Bei Ausgrabu In einer Tiefe Grundmauer benen Topf, enthielt. Die legten Hellers ler Freude br miffion, die d neftellt hatte; idas Bapp gefonitten. S vorher aus u Die zerrif reibt ein Lei ber vor Geldes mir nicht vier nur aus 5-6 Binzel Schön mi halter. Darf ben? Nein! würde ich ger Die alle mit de Jünger der eigte, aber ich trag fich auf et Eie mitfien ebe nid, erwidert Marten zerreiß times Englände geben Sie mir em Nip teilte Re zu den and Eo, fest tit ea lächelte höflich len in ein Bu mir fehende S Die Straffammer tam deshalb an etner Bertagung und Beschloß, den Wunsch des Angeklagten zu berütantigen. Der Hosenrod vor Gericht. Dte Frankfurter Straf tammer hatte gestern die schwierige Frage zu entschet den, ob ein Sofenrod unstttlich ist oder nicht. Der Gaftwirt Dittmann hatte ein Strafmandat der Polizei erhalten, weil seine Frau und eine Kellnerin die Gäſte fm Hosenrock bedienten. Er rief die Entscheidung des Schöffengerichts gegen seine Bestrafung an und dieses sprach ihn fret, da das in Frage kommende Eremplar des Hosenrocks als nicht auffällig betrachtet wurde. In der zwetten Instanz, zu der Frau Dittmann als Zeugin im Hofenrod erschien, richtete der Vorsitzende an den Gastwirt die Frage, ob er seine Frau und die Kellnerin Hosenröcke tragen ließ, um dadurch die Lüsternheit set ner Gäste zu erregen. Dittmann bejahte diese Frage. Darauf schritt der Gerichtshof zur Prüfung und BesichHigung des„ anwesenden Hosenrodes". Dte Deffentlichfelt wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausge schlaffen. Nach längerer Vorführung tam das Gericht zu dem Entschluß, daß der in Frage kommende Hosen rod zwar nicht unanständig fet, daß er aber als aufe fällig bezeichnet werden müsse. Der Gastwirt wurde zu sechs Mark Strafe verurteilt. Vermischtes. Die Pflichten der Polizeidiensthunde. Was ein Bolizeidiensthund leisten muß, ersieht man aus der neuen Anweisung über die Führung von Diensthunden in der Preußischen Landgendarmerte. Es werden an feine Brauchbarkeit die folgenden Anforderungen gestellt: Unbedingter Gehorsam, Leinenführigkeit und Freifolgen bei Fuß, Lautgeben auf Zeichen, Bewachen von Gegenständen, jedoch nur wenn der Hund angebundent, Verweigern von Futter aus fremder Hand, Springen, mindestens 1,50 Meter hoch, Bringen von Gegenständen, auch aus dem Wasser und über Hindernisse, Schußfestigkeit, Mannfestigkeit, Suchen, Freisuchen ,, Verlorensuchen, Stellen, Verstöbern und Verlorenstöbern. Nicht zu verwenden find Polizeihunde, wenn es sich um leichtere Vergehen handelt, z. B. wenn Kinder oder Radfahrer, die eine Polizeivorschrift übertreten haben, sich ihrer Feststellung durch die Flucht entziehen. Die neue Anweisung regelt zugleich eingehend die Behandlung der Boltzethunde, bts auf das Menit herab, das thnen von ihren Führern vorzuseßen ist. Man erfährt aus der Spetsekarte u. a., daß die Tiere auch gekochtes Gemitse, Reis, geschrotenen Hafer, Grüße und faure Milch fressen. Geführt werden die Hunde im Dienst ohne Maulforb, innerhalb geschlossener Ortschaften aber an einem furzgehaltenen Riemen, des Nachts oder wenn der Führer tätliche Angriffe befürchtet oder der Hund, z. B. bet Gefangenen- Transporten, plöblich ge= braucht werden kann, ist der Hund stets fret bet Fuß" zu halten. Ein vielseitiger Schwindler ist der Fürsorgezögling Otto Wistuba, der vont der Berliner Kriminalpolizet wieder einmal gesucht wird. Nachdem er aus der Fürforgeanstalt entsprungen war, trieb sich der Taugenichts als Student Kurt von Bredow" aus Bonn umher und lebte vom Kollektenschwindel, In Leipzig hatte er sich die preußische Rettungsmedalle zugelegt. In der Stra lauer Straße in Berlin festgenommen und zu einer längeren Strafe verurteilt, tam istuba auf eine Bettlang nach dem dortigen Krankenhaus am Friedrichshain. Bet der ersten Gelegenheit entwich er und betrieb jetzt den Hetratsschwindel. In einer Phantasieuniform trat er als Leutnant zur See auf und betörte eine Näherin, der er dte Ehe versprach, so sehr, daß sie ihm 650 Mart opferte. Der Schwindler tst dann in das Ausland entflohen. Zur Brandkatastrophe in Konstantinopel. Der Verdacht, daß die furchtbaren Feuersbritnste in Stambul das Werk verbrechertscher Hände gewesen seten, verdichtet sich. In den Peraer Vorstädten St. Dimitri und Schischlt sind Brandbiefe angeschlagen worden, in denen auch Pera, das Europäerviertel, mtt Vernichtung bedroht wird. Mehrere Individuen wurden dabek ertappt, wie sie in der Pulverfabrik in Matriköt Feuer anlegen wollten. Es sind bisher 450 Verhaftungen vorgenommen worden. Der Kriegsminister beabsichtigt, ge= gen überführte Brandstifter mit der größten Strenge vorzugehen. Kavalleriepatrouillen durchstreifen unausgefeßt die Straßen aller Stadtteile bis in die entfernteften Vororte. Kriegsminister Mahmud Schewket Pascha hat außer der verhältnismäßig leichten Brandwunde einen schlimmen Nervenchoc erlitten und bedarf großer Schonung. Die Fahrt durch die Niagarafälle. Der Amerikaner Booby Leagh, der vor einigen Wochen die Niagarafälle in einer innen gepolsterten Eisentonne zu durchschwim men versuchte, dabei aber in das tote Wasser unter dem Sauptfall geriet und erst nach mehreren Stunden weilergetrieben wurde, hat gestern das Wagnis vollbracht. Er ließ sich oberhalb der Fälle in der gleichen Eisentonne, die er bereits frither einmal zu seiner tollkühnen Fahrt benutzt hat, in den Strom werfen und wurde nach 1% Stunden unterhalb der lebten Snellen miss der herausgefischt. Er hat seine Tollkühnheit aber mit dem Bruch beider Beine büßen müssen. Ein Studentenstreich. Nachdem vor etwa 14 Tagen in Nordhausen der wertvolle Schatz des Himmelgartenflosters gefunden worden war, glaubte man dieser Tage abermals einen bedeutenden Fund gemacht zu haben. Bei Ausgrabungen auf dem Markte fanden die Arbeiter in einer Tiefe von vier Metern auf einem Teil der Grundmauer der früheren Münze einen versiegelten irdenen Topf, der eine Urkunde in lateinischer Schrift enthielt. Die Urkunde sprach von der Schenkung des Jetzten Hellers Ottos von Northeim an die Stadt. VolIer Freude brachten die Arbeiter ihren Fund der Kommission, die das Geschichtliche des letzten Fundes festgestellt hatte; aber bei genauerer Besichtigung erwies fich das Wappen als aus einem Bteruntersab herausgeschnitten. Studenten aus Jena hatten in der Nacht vorher aus ult den Topf eingegraben. Die zerrissenen Briefmarken. Der Frff. 3tg." schreibt ein Refer: Mein kleiner Enkel ist ein Schlingel, der vor Geldeswert keinen Respekt hat, sonst hätte er mir nicht vier Zehnpfennigmarken so zerrissen, daß jede nur aus 5-6 fleinen Stückchen bestand. Ich legte die Finzel schön wieder zusammen und trug sie an den Postschalter. Darf ich die Marken so auf Brtefen verwenden? Nein! Würden Ste mir fie umtauschen? Das würde ich gerne tun, sagte der Schalterbeamte, der sich wie alle mit dem Publikum der Großstadt verkehrenden Jünger der Post freundlich und entgegenkommend zeigte, aber ich darf ste erst umtauschen, wenn der Betrag sich auf eine Mark beläuft. Das ist aber doch komisch, erwiderte ich. Ja, metnte der Beamte lächelnd, Ste müssen eben warten, bts Ihr Enkel wieder einmal Marken zerreißt. Well, sagte ich, um mir den Anschein eines Engländers zu geben, hier sind 60 Pfennig, dafür geben Sie mir sechs Behnpfennigmarken, und mit kühhem Riß teilte ich sie alle fechs in zwei Hälften, legte fte zu den anderen vier zerrissenen mit den Worten: So, jest ist es gerade fir etne Mart. Der Beamte lächelte höflich wetter, klebte die zehn zerrissenen Marfen in ein Buch und gab mir zehn neue. Das Hinter mtr stehende Publikum jubelte vor Vergnügen, ich freute mich über den gefundenen Erfaß, der Beamte war glüdlich, daß er dem Publikum sein Entgegenkommen zu beweifen, Gelegenheit gehabt hatte, und wenn fich nun noch die Leser Ihrer geschäßten Bettung da rüber amüsteren, dann ist auf das tlarite bewiesen, daß unverständliche bitrokratische Verordnungen nicht dazu da sind, die Welt zu ärgern, sondern den Menschen eine Freude zu bereiten. Nur teine Verwechslung. Das Wiener„ Ertrablatt" schreibt: Wenn irgend einer, zum Beispiel der Kutscher Wenzel Pristichal, wegen irgend einer strafbaren Handlung arretiert wird, und das in der Zeitung steht, so ist das allen, die zufällig denselben Namen füh ren, unangenehm. Ste fönnen besorgen, daß man ste für tenen Wenzel Priftichal hält, den man arretiert hat, und so melden sich in einem solchen Falle sämtliche Wenzel Pristichals bet der Bettung mit dem Ersuchen, freundlichst mitzuteilen, daß fie, die verschiedenen Wendel Bristichal, nicht tbenttsch feten mit fenem Wenzel Bristichal, über deffen Verbaftung berichfet worden set, fa nicht einmal bis zum 99. Grade in irgend einer Verwandtschaft mit fenem Menschen stiinden. Nun ist am 19. d. M. t Gumpolbstfrchen dem Fabrikdirektor Herrn Josef Klima überretcher Familiensegen zutell gewor ben. Seine Frau hat ihn mit Drillingen beschenkt. Dte etnen werden das als befonderes Glück, andere vielleicht als Malheur auffaffen, eine Schande tst es feinesfalls. Dennoch findet fich ein anderer Herr Josef Klima, ber um Gottes Willen nicht als Vater von Drillingen gelten möchte, und er bittet uns, ihn vor einem derarHgen Verdachte in Schuß zu nehmen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als diesem harmlosen Ersuchen stattzugeben, und der an uns gelangten Buschrift gemäß feterlichst zu fonstatteren, daß Herr Josef Klima, Werkmeister der Gumpoldstirchener Maschinen- und Metallwarenfabrik, nicht identisch ist mit tenem Fabrikbtrettor Josef Selima, dem ein überetfriger Storch dret fache Vaterfreuden ins Haus gebracht hat. Den wirts Itchen Vater der Drillinge wird das nicht genteren, den Namensvetter des Drillingsvaters wird es beruhigen, und den Drillingen wird es in threr Gesundheit gewiß nicht schaden. In jedem Falle kann man belden Herren Namensvettern herzlich gratulieren: dem einen, weil er Drillinge gekriegt hat, und dem zweiten, wett er fte nicht gekriegt hat. Unverfroren. Stationsvorsteher( mitleidig zum Fremden, der angeblich sein Portemonnate verloren hat):„ Na, damit Ste wenigstens Ihren Heimatsort otesen Abend erreichen, will tch die Fahrkarte einstwetlen aus meiner Tasche bezahlen. Also bis Spechthaufen?" Der Fremde: Jawohl zwetter!" Unterbrochen. Frau A.: Ste fetern erst in fünf Jahren. Ihre silberne Hochzett? Ich denke, Ste sind ebensolange verheiratet, wie to?" Frau B.: Ja, mein Mann hat doch fünf Jahre gesessen!" Schüßt die Säuglinge vor Hizze! Der bekannte Kinderarzt und Leiter der Göttinger Universitäts- Kinderklinik Profeffor& öppert läßt folgende zeitgemäße Warnung ergehen: Man hört in solchen Tagen viel von Hitschlägen von Erwachsenen, und vergißt dabet, wieviel Säuglinge durch die Hize schwer geschädigt werden oder unter Qualen zugrunde gehen. Die ganze Aufmerksamkett der Mütter richtet sich nur darauf, das gefürchtete Verderben der Milch zu vermeiden, und damit glauben ste alles getan zu haben, was sie tönnen. Würde das genügen, so würden bei der Sorgfalt der meisten unserer Mütter die schweren Sommerdurchfälle zu den Seltenhetten gehören. Die Htte schädigt aber das Kind noch in ganz anderer Weise. Sie vermindert die Verdauungskraft des Kindes, so daß die Nahrung, die vorher gut bekam, Verdauungsstörung erzeugen fann. Ste verschlimmerte dadurch auch schon bestehende leichte Verdauungsstörungen. Die Hihe bewirkt, daß jede fteberhafte Erkrankung, so z. B. leichte fteberhafte Lungenkatarrhe durch hinzutretende Vérdauungsstörungen zu schweren Krankhetten werden. Ja, die Hize erzeugt bei Säuglingen gar nicht so selten eigentliche Stßschläge, und diese unglücksfälle pasfieren nicht gerade, wenn das Kind auf der Straße ist, sondern wenn es zu Hause in seinem Bettchen Itegt. Das Fieber steigt dann plößlich stark an, das Kind fängt an, bewußtlos zu werden, leichte Verdauungsstörungen können sich hinzugesellen, dann treten Krämpfe ein und das Kind geht in wenigen Stunden zugrunde. Es ist nun die Frage, ob die Mutter nichts tun tann, diese traurigen Ereignisse zu verhindern, und diese Frage ist energisch mit Ja zu beantworten. Jede Mutter, so arm fie auch sein mag, schützt ihr Kind vor Kälte, aber sie denkt nicht daran, es vor Wärme zu schützen. Die Glut, die in vielen Wohnungen in dieser Zeit Herrscht, die kann die Mutter fretitch faum wesentlich beffern; wohl läßt sich durch Aufwischen des Bodens mit fühlem Wasser und durch Verhängen der Fenster mit in Waffer getauchten Caten und durch Herstellung bont Bug etwas bessern. Die Hauptfache aber til, dap man den Säugling zweckmäßig fleidet und bettet, daß seine Haut abdunsten kann. Weg also mit allen Federbetten, Unter- und Oberbetten aus den Kinderwagen. Statt dessen genügt eine Roßbaarmatraße oder Strohsack oder eine Barchentwindel als Decke. Am Tage fann man dies lettere gänzlich entbehren und lasse das Kind mit Windelhöschen und Jäckchen bekleidet mit bloßen Beinen strampeln. Aeltere Säuglinge dürfen nicht, wie es in diesen heißen Tagen so oft zu sehen war, unter dem Tragkleidchen noch ein Barchentjäckchen tragen. Zu achten ist auch darauf, daß der Gummiflect nicht den ganzen Körper umgibt, da er am meisten die Verdunstung der Wärme hindert. Auch das Stüßen der Kinder, die schlecht ſizen können, durch Kissen ist zu unterlassen. Mögen fie auf ihrer platten Unterlage Itegen, das ist ihnen so wie so besser. Viel Unheil richtet auch das Verdeck des Kinderwagens an. Man stecke nur einmal seinen Kopf hinunter, um zu sehen, welche Glut unter demselben herrscht. Will das Kind in der Helligkeit nicht einschlafen, nun, so schläft es etwas später ein. Mütter, die allein Kind und Haushalt besorgen müssen, pflegen, während sie kochen, das Kind im Wagen in die Küche zu nehmen, um immer für die Unterhaltung des kleinen Quälgeistes sorgen zu tönnen. Wer je in einer solchen fleinen niedrigen Küche als Arzt ein Kind untersucht hat der weiß, welche Gluthize sich dort entwickeln fann. Das Kind gehört in den fühlsten Raum des Hauses, und hat die Mutter Angst, daß, wenn fte abwesend ist, das Kind aus dem Wagen fällt, so lege fie einen Strohjack auf die Erde und lege darauf das Kind. Auch das Herumtragen im wollenen Tuch, das um Schulter und Hüfte geschlungen wird, ist zwar sehr bequem, ich rate aber der Mutter, in diesen Tagen ein Leinentuch zu benutzen. Die Angst vor Erkältung ist überflüffig. Gerade der überhitte Mensch erfältet sich am leichtesten und ist empfänglich für Zug. Ist das Kind überhitzt, so tauche man einen Schwamm in fühles Wasser, dricke thn start ans und wifche damit schnell fiber Brust, Bauch und Rücken und schlage, ohne abzutrocknen, das Hemdchen wieder herunter und wiederbole diese Proze dur alle Viertelstunde. Nun noch ein paar Worte über die Ernährung in dieser Zeit. Man gebe die Flasche dem Kinde im mer eine halbe Stunde später, als man es sonst getan hat, verdünne die Milch mit 2 bis 3 Nummern Wasser mehr als vorher und gebe auch etwas weniger Zucker hinzu. In der Zwischenzeit reiche man dem Kinde, so oft man will, einige Nummern von lauwarmem Fens chel- oder Lindenblittentee. Diesen Tee versüßt man ant besten mit Saccharin. Auch Brustkindern schadet dieser Tee nichts. Mögen alle Mütter diese Ratschläge in dieser helBen Jahreszeit beherzigen! Die tropische Hize zeitigt allenthalben unangenehme Folgen. Der„ Schle fischen Volkszeitung" zufolge tamen am Sonntag wäh rend dem Turnerfestzuge in Troppau 35 Fälle von Hißschlag vor, wovon einige sehr schwerer Natur waren. In zahlreichen Orten Niederschlesiens und der Grafschaft Glaz ist die Dürre und Trockenheit so groß, daß die Brunnen versiegen und Wassermangel eintritt. Vielfach werden die Brunnen gesperrt und es wird aus thnen nur zu bestimmten Stunden Wasser in geringer Menge verabfolgt. Sämtliche Flüsse haben noch nie einen so niedrigen Wasserstand gehabt wie jetzt. In Nürnberg wurde die Wasserabgabe in den Wohnthäusern weiter eingeschränkt; sie wird sogar tagsüber stundenweise gänzlich eingestellt. Die Flußläufe und Bäche in Thüringen versiegen; die schwachrinnenden Flüsse führen eine Masse toter Fische; industrielle Anlagen, die ihr Wasser für die Dampffefsel den Wasserläufen entnehmen, mußten thren Betrieb erheblich einschränken; die Jenaer Wasserleitung gibt nur noch geringe Mengen Wasser her. Ueber ein starkes Absterben der& tsche wird auch aus dem Elstergebiet geflagt. Durch den widerlichen Geruch der toten Fische sind für die Anwohner unhaltbare Zustände entstanden. In Saarbrücken trafen aus Schleswig, Bremen und Tilfit größere Schweinetransporte ein, von denen insgesamt 140 Tiere infolge der großen Size verendet waren. In Neunkirchen traf ein Doppelwagen mit 70 Schweinen ein, von denen kein einziges mehr am Leben war. Von einem in Stegen angekommenen Transport Schweinen waren ebenfalls 40 infolge der Sitze verendet. In Mülhausen( Elsaß) langte ein Waggon mit 15 Rindern an, die infolge der Size verendet waren. Die Hize hat in den Weinbergen großen Schaden angerichtet. Aus Coblenz wird gemeldet: Wo die jungen Beeren der Sonne besonders stark ausgesetzt waren, sind sie vielfach geborsten, so daß die Kerne bloßltegen. In der Gemarkung Winningen bei Coblenz ist der dadurch angerichtete Schaden bereits so beträchtlich, daß man mit einem fühlbaren Ernteausfall zu rechnen gezwungen ist. Von der Wirkung der Sonnenglut auf die Früchte kann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, daß in Winningen Aepfel am Baum, die von den Sonnenstrahlen schußlos getroffen wurden, in ihrem oberen Teil regelrecht gebraten sind. Ein Opfer der Hitze. Trier, 27. Jult. Infolge Sitzschlages fiel der Schlosser Bickelmann auf der imbacher Hüttke gegen die Hochspannlettung und wurde auf der Stelle getötet. Bamberg, 27. Jult. Eine 24jährige jungverhetratete Gärtnersfrau und das 20jährige Dienstmädchen eines höheren Justizbeamten wurden infolge der großen Size plötzlich irrsinnig. Eine 83 Jahre alte Frau wurde auf dem Wege zur Kirche tödlich vom Sibschlag getroffen und ein Kind liegt schwer am Sonnenstich darnieder. Berlin im Gewitter. Der großen Hize der letzten Tage ist gestern abend in Berlin ein Gewittersturm von elementarer Gewalt gefolgt. Um 8 Uhr erleuchtete der erste grelle Blitz die schon in der Dämmerung liegende Stadt und es folgte eine elektrische Entladung nach der anderen. Donnerschläge rollten in ununterbrochener Folge, von Bett zu Zeit abgelöst durch scharf fnatternde Schläge. Gleichzeitig ging ein wolfenbruchartiger Regen nieder. Die Kanalisation war nicht imstande, die plötzlich an= drängenden Wassermassen so schnell aufzunehmen und in wenigen Minuten standen ganze Stadtteile, besonders die tiefer gelegenen unter Wasser. Die elektrische Straßenbahn mußte den Verkehr umletten, wenn nicht, was häufig der Fall war, die Wagen ganz auf der Strecke liegen Elteben, da die Sicherungen infolge der wiederholten Schläge in die Wagen durchbrannten. Am schwersten heimgesucht wurde die Gegend am Fuße des Kreuzberges, der Vorfstraße und die angrenzenden Häuserblocks. Die Keller füllten sich mit den andrängenden Wassermassen und die Feuerwehr, die etwa 50mal großer giert wurde, mitunter die Lente mit Größerer Brand= schaden ist, soweit bis jetzt festgestellt wurde, nicht vorgekommen, doch hat der Blizz in verschiedenen Fällen gezündet. Eine Abkühlung war dadurch nicht eingefreten und die Hite drückte auf die Stadt in ungeminderter Stärke. Nachts gegen 2 hr tobte ein zwettes Gewitter, bet dem ebenfalls wieder ein wolkenbruchartiger Regen niederging. Drabtnachrichten und Deuestes. Eine neue Kunde aus Südwest. Berlin, 27. Juli. Aus Deutsch- Südwestafrika Itegt eine neue telegraphische Mitteilung des Gouverneurs vor, in der es heißt, daß es bisher nicht mögItch gewesen ist, über den angeblichen Ueberfall auf die Kolonne Frankenberg im Caprivizipfel Aufklärung zu erlangen. Der Gouverneur hat für den Fall, daß sich das Gerücht bewahrheiten sollte, alle Maßnahmen getroffen, um die Unruhestifter zur Rechenschaft zu ziehen. Gröblicher Mißbrauch des Gastrechts durch einen Franzosen. Berlin, 27. Juli. In einer nichtöffentlichen sozialdemokratischen Versammlung hat der französische Sozialist Yvetot nicht nur die deutsche Regierung in beschimpfender Weise angegriffen, sondern auch die Wehrmänner direkt aufgefordert, im Kriegsfalle die Waffen gegen die eigenen Vorgesetzten zu fehren. Es ist die sofortige Ausweisung Yvetots veranlaßt worden. Yvetot hat es vorgezogen, noch vor Vollstreckung des Ausweisungsbefehls Deutschland zu verlassen. Keine Cholera in Westpreußen. Danzig, 27. Juli. In das Diakonissenhaus in Marienburg wurden drei Frauen unter choleraverdäch tigen Erscheinungen eingeliefert. Die Untersuchung hat indessen ergeben, daß die aus dem Kreise Stuhm stammenden Frauen an Typhus erfrankt sind. Alte Zeitungen in einem Wertpaket. Petersburg, 27. Jult. Auf dem Wladiwostoker Postamt wurden in zwei von der Petersburger Staatsbank aufgefundenen Wertpaketen anstatt 200 000 Rubel alte Zeitungen gefunden. Großer Zirkus E. Blumenfeld Wwe., Giessen Hente, Freitag, den 28. Juli, abends 8% Uhr: Zweite große Parade- Vorstellung mit glänzendem Programm. Bom neuen das Neueste, vom guten bas Befte. Jeder Gießener muß unbedingt das wunderbare Jubiläumsprogramm des Birkus Blumer felb fehen und bewundern. Die beften Dreffuren der herrlichsten Pferde. Die ausgezeichnetsten Artistinnen und Aitiften in ihren Glanzleistungen Zum Schluß: Große hiftorische Ritterspiele und Turniere aus dem Jahre 1380. Samotab, den 29. Juli, nachmittage 4 Uhr: Grosse allg. Familien, Schüler- und Kinder- Vorstellung zu kleinen Breifen und mit vorzüglichem Programm. Kinder und Schüler zahlen: Logenfis 1.- Mr, Sperr fi 75 Big, I. Blag 60 Bfg., II. Blas 40 Bfg., III. Blazz 30 Bfg., Galerie 20 Bfg. Erwachsene zahlen zu dieser Borstellung: Logenfiz 1.50 Mt., Sperrfis 1.- Mt., I. Blab 75 Bfg., II. Blag 60 Bfg. III. Blaz 40 Pfg., Galerie 30 Bfg. Sämtliche Schulen von Gießen und Umgegend sind freundlichst zum Besuch dieser Vorstellung eingeladen. Die 8öglinge der hiesigen Waisenanstalten haben unentgeltlichen 8 tritt Dauer dieser Borstellung von 4 bis 6 Uhr. - Abends 8% Uhr: Große Gala- Parade- Vorstellung Dmit glänzendem Biogramm. Sonntag, den 30 Juli unwiderruflich die beiden lehten großen Haupt- und Abschieds- Vorstellungen Billetts im Vorverkauf in den Bigarrengeschäften von . Loeb bis nachmittags 6 Uhr. 26/8] Hochachtungsvoll Cebr. Blumenfeld. Schmitten im schönen Tannus. Gast- u. Kurhaus zum Ochsen. Sehr beliebter Sommeraufenthalt im schönen Taunusgebirge. Herr liche, gefunde Lage inmitten vrachtb. Berge und Wälder. Ländl. Ruhe u. Einfachheit. Sebr gute billige Penfion je nach den Ansprüchen und der Lage der Zimmer von Mt. 3.50, 3.75, 4.- und höher. Für Touristen Zimmer m. Frühstück von mir. 1.50 an. Mittagessen von 1.-, 1.20, 1.30 und höher, bei größerer Gesellschaft vorherige Anmeldung erwünscht. Eigenes Fuhrwert. 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Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 29. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 30. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Borm. 7 Uhr: Die erste hl. Meſſe. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. Freitag vormittag um 6 Uhr ist Segensmesse. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung 6. m. b. H. Verantwortlich: Otto Heinede. - vier 9168 ausg Wit Für N na Wer woch, 2 risches de in lichen 2 die deu fchen fo tereffen men fol Diefer gegen lands g Die Anspruc noch un fter As land a Frantre rolfo w fein. 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