en 86on risch Pfg., sicht. gung. r. 213 ne, ch ch eb. ten nten hausen 19/9 um, Sput ame, Aussstat ndern , be arkeit, and die ng auf Grund, beste crême eisten n rd. ung in Glegen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oterteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Mittags 3 Uhr. - Erscheint Die„ Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersmeg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 149. Telephon: Nr. 362. Kleine Geister. wie Wenn das bekannte Wort,„ Lächerlichkeit tötet", wahr wäre, müßten der„ Vorwärts" und alle diejenigen, die nach seinem Sinne handeln, schon längst begraben und vergessen sein. Denn in dem Bestreben, nur ja nicht irgend einer Einrichtung des nationalen Gegenwarts staates Anerkennung zu zollen, und in dem weiteren ängstlichen Bemühen, nur ja nicht die von ihm beherrsch ten Arbeiterkreise merken zu lassen, daß eine Regierung vorhanden ist, die für die Bedürfnisse und Interessen der Arbeiterbevölkerung Verständnis besitzt, gerät der„ Vorwärts" und mit ihm die gesamte Sozialdemokratie ins Lächerliche, ins all zu Lächerliche. Man sehe sich diese Taktik, die der„ Vorwärts" entwickelt und mit der er im Sinne seines Programms zu handeln glaubt, an mehreren Vorgängen, die die letzten Tage gebracht haben, einmal etwas näher an. Als am letzten Sonntag die zur Kaiserregatta in Grünau fahrende Jacht des Kaisers mit dem Kaiser an Bord bei Treptow vorüberkam, wo sich das Bootshaus des sozialdemokratischen Ruderflubs„ Vorwärts" befindet, wurde die„ Vorwärts"-Flagge, die auf dem Bootshause wehte, niedergeholt und erst, nachdem die„ Alexandria" vorüber war, wieder gehißt. Dasselbe Manöver wiederholte sich bei der Rückfahrt der " Alexandria". Die Leute vom„ Vorwärts"-Bootshause haben damit durchaus im Sinne des ungeschriebenen, aber umso strengeren Gebotes gehandelt, daß die Existenz des deutschen Kaisers und Königs von Preußen so viel als möglich negiert und ignoriert werden müsse. Also ein Hurra den zielbewußten Genossen, die durch ihre„ Heldentat" das Parteiprogramm gerettet haben! Der„ Vorwärts" selbst leistet sich ähnliche Stücke. Seine Besprechung des ersten allgemeinen deutschen Hansatages, der am 12. d. Mts. in Berlin stattgefunden hat, gipfelt in einem scharfen Tadel, der die Teilnehmer am Hansatage deshalb ereilt, weil sie sich, als das Antworttelegramm des Kaisers verlesen wurde, von ihren Plätzen erhoben hätten. Bemerkenswert ist auch, der„ Vorwärts" über den Zweiten Deutschen Wohnungsfongreß in Leipzig berichtet. Die einleitenden Sätze, die er der ausführlich wiedergegebenen Rede des früheren Staatssekretärs des Reichsamts des Innern Grafen von Posadowsky über die Aufgaben der Wohnungsfürsorge und Baupolitik vorausschickt, erwähnen nicht mit einem Worte, daß am ersten Tage der Kongreßtagung Vertreter der Reichsregierung und der einzelstaatlichen Regierung erschienen waren, um auch ihrerseits das Interesse an der Wohnungsfürsorge der minder bemittelten Klassen, auf der im letzten Grunde alles physische und psychische Gedeihen beruht, zum Ausdruck zu bringen. Der Bericht des„ Vorwärts" tut den ersten Sizungstag mit dem einzigen Sazze ab:„ Die Sonntagstagung wurde durch die üblichen Begrüßungsansprachen, ausgefüllt." Von anderer Seite wird dagegen über die Eröffnung der Tagung in folgender Weise berichtet:„ Namens Reichsregierung begrüßte Geheimrat Lewald vom Reichsamt des Innern den Kongreß, in dem er betonte, daß die Reichsregierung den bevorstehenden Verhandlungen das lebhafteste Interesse entgegenbringe, zumal ihr früherer hervorragender Mitarbeiter Staatsminister Graf Posadowsky zu den Männern des Kongresses gehöre. Die Reichsregierung erblicke in der Wohnungsfrage und in ihrer Lösung eine ihrer allerwichtigsten Aufgaben, zu deren Mitarbeit das ganze deutsche Volk berufen sei. Die Reichsregierung selbst habe keine Mittel und Wege, in der Frage gesetzgeberisch etwas zu tun, wohl aber habe sie inbezug auf die Beamten die Wohnungsfrage zu regeln versucht und hierfür 41 Millionen Mark in den Etat eingestellt. Auch den Wohnungsgenossenschaf ten sei das Reich helfend zur Seite getreten, indem es an 115 Genossenschaften Darlehen gab, die bei der Herstellung von etwa 20 000 Wohnungen Verwendung finden. Wenn auch die Lage der Reichsfinanzen eine weitergehende Betätigung in der Wohnungsfrage nicht gestattete, so könne der Kongreß doch versichert sein, daß die Reichsregierung alles tun werde, um in der wich tigen Wohnungsfrage auch weiterhin lösend einzugreifen.( Großer Beifall.) Der Vorsitzende des Kongresses, Geheimer Regierungsrat Liebrecht- Hannover erkannte dankbar die Mitarbeit des Reiches in der Wohnungsfürsorge an und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das langerstrebte Reichswohnungsgesetz bald kommen werde." der Das sind so einige Merkmale und Beispiele, wie der ,, Vorwärts" seinen Gegensatz gegen Regierungen und Behörden zur Geltung zu bringen sucht, aber die Methode, der er sich dabei bedient, ist so kleinlich und zeugt von so findlicher Denkart, daß man darüber nur lachen kann der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch, den 28. Juni 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | und diejenigen bedauern muß, die mit solchen Manö- versammlung ist eine Ausstellung von lebenden vern hinters Licht geführt werden. Hessischer Landtag. Die Erste Kammer der Stände trat gestern ½ 11 Uhr zu ihrer Sch I ußtagung zusammen. Graf Solms- Lich präsidierte der Sitzung in Verhinderung des 1. Vorsitzenden Grafen Goertz. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende bekannt, daß über verschiedene abweichende Beschlüsse der zweiten Kammer eine Verständigung in gemeinsamen Sitzungen erzielt worden sei. Auf Wunsch des Grafen Erbach- Fürstenau wurde die Beratung des Gemeindeumlagen= gesetzes zurückgestellt. Eine Reihe von Eingaben und Anträgen wurde im Sinne der Ausschüsse erledigt. Darunter befinden sich zahlreiche Eingaben von Beamten um Gehaltsaufbesserung. Ein dringlicher Antrag von Uebel und Genossen wegen des schwedischen Handelsvertrages wird zurückgestellt. Bei der Vorlage über die Erhaltung des Liebig Laboratoriums in Gießen beantragt Dr. Schmitt, daß das für die Wissenschaft wertvolle Laboratorium erhalten stitut pekuniär zu unterstützen. Auch Fürst Isenburg und betont, daß die Regierung die Pflicht habe, das InBirstein tritt für die Erhaltung ein. Die Kammer be= schließt dementsprechend. Bei der Besprechung der Notlage der Winzer in Gau- Algesheim weist Freiherr v. Heyl darauf hin, daß die hessischen Winzer seit 10 Jahren von Mißernten verfolgt seien und daß bei einer Fortdauer der Notlage der Winzer ihre Steuerkraft ernstlich gefährdet sei. Er verlangt finanzielle Beihilfe des Staates und Freilassung der Rodgrundstücke von der Besteuerung. Nachdem noch mehrere Vorlagen nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer erledigt worden sind, vertagt sich das Haus bis zum 4. Juli. * Aus Stadt und Land. bleibt Gießen, den 28. Juni. Das 3. Abonnementskonzert unserer Infanteriekapelle findet morgen abend in Steins Garten statt. Das interessante Programm enthält u. a.: die große Fantasie a. d." Oper„ Tiefland", einen Walzer aus dem„ Rosenkavalier" und das große Schlachtenpotpourri von Saro: Deutschlands Erinnerungen an die denk würdigen Kriegsjahre von 1870-71. Wir können den Besuch des Konzertes nur bestens empfehlen. * Der Gemeinde helfer Letmathe kehrte nach dreivierteljähriger Tätigkeit in der hiesigen Gemeinde nach der Brüderanstalt Karlshöhe zurück. 2. Bienen, Bienenerzeugnissen, Bienengeräten 2c. verbunden. In der Generalversammlung spricht Lehrer Sommer- Jnheiden über:„ Die Bedeutung des Honigs als Nahrungsmittel". * nächsten Sonntag, den 2. Juli, statt. Für Unterhaltung Das diesjährige Hoher odstopffest findet und Bewirtung der Festgäste ist aufs beste gesorgt. Die Pilzzeit hat wieder begonnen, also Ach tung vor giftigen Gewächsen! Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß man Pilze nicht mit der Wurzel herausreißen, sondern abschneiden soll; die Pilze sterben sonst aus. * Vogelschutz! Vielfach werden eben ausge flogene, noch nicht sehr flugfähige junge Vögel von wohlmeinenden Leuten mitgenommen, in der Annahme, daß sie aus dem Nest gefallen oder von den Eltern ver= laſſen ſeien. Der alte Vogel hört aber das Zirpen seines Kindes auf unglaublich große Entfernung. Wenn die Jungen sich zerstreut haben und hier und da eins in seinem Versteck sitzt, kann er nicht fortwährend da sein, sondern muß eins nach dem andern füttern. Gutgemeintes Eingreifen kann da leicht mehr schaden als eine sehr mühselige, zeitraubende Sache und erfordert nutzen. Einen jungen Vogel zu Haus aufzuziehen, ist also draußen ein Vogeljunges findest, dann überlasse viel Geschick und eingehendes Verständnis. Wenn Du es nur getrost der Fürsorge seiner Eltern. Höchstens setze man den kleinen Schreihals an ein sicheres Plätzchen. Hören werden ihn die alten Vögel schon. nanzminister hat an alle untergeordneten Behörden einen Papier statt Gold. Der preußische FiErlaß gerichtet, wonach in Zukunft bei Zahlungen soweit tunlich, Gold zurückgehalten werden soll; die Zahlanstatt in Gold auszuführen. stellen sind angewiesen, Barzahlungen in Kassenscheinen *) Butzbach, 28. Juni. Der ehemalige Rechner Heinzerling, der vor etwa 5 Jahren an der hiesigen Sparkasse sich große Unterschlagungen hatte zu Schulden kommen lassen und deshalb zur Zeit eine Gefängnisstrafe von 7 Jahren in der Butzbacher Zellenstrafanstalt verbüßt, wurde von dem Großherzog begnadigt. *) Wetzlar, 27. Juni. Jm rüstigsten Mannes= alter ist heute früh der Generaldirektor der Buderus= werke, Kaiser, an den Folgen eines Magenleidens gestorben. Die Stadt Wetzlar verliert in dem Verstor benen seinen verdienstvollen Mitbürger. Er hat erst kürzlich die Mittel für die zahnärztliche Untersuchung der Schulkinder bewilligt, um eine geregelte Zahnpflege bei den Schulkindern durchzuführen. Im Frühjahr stiftete er 40 000 Mark zur Ausbildung begabter Arbeiterkinder der Buderus werke. *) Marburg, 28. Juni. Dem Dichter Julius Rodenberg in Berlin wurde aus Anlaß seines 80. Geburtstages von der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität der Titel eines Ehrendoktors verliehen. R. war in den 50er Jahren Marburger Student. * Offenbach a. M., 28. Juni. Mit dem Abbruch der alten katholischen Notkirche in der Biebererstr. wurde am Montag begonnen. Offenbach, 27. Juni. Ein schwerer Unfall eignete sich im nahen Froschhausen. Ein Landwirt fuhr mit seinem mit Klee beladenen Wagen in den Hof. Als die auf dem Wagen sigende Frau und Tochter von dem * Die Hauptversammlung des Ober= hessischen Obstbauvereins wird in unseren Mauern abgehalten werden, da Gießen als zentraler Punkt von Oberhessen leicht mit der Bahn von allen Seiten zu erreichen ist. Die Versammlung findet am Sonntag, den 2. Juli, nachmittags 34 Uhr, im Saale des„ Lenz'schen Felsenkellers", Ecke Liebigstraße und Bahnhofstraße statt. Aus der reichen Tagesordnung seien folgende Punkte hervorgehoben: 1. Geschäftliches; Ergänzungswahl des Ausschusses; 3. Rechnungsvorlage und Voranschlag; 4. Statutenänderung des§ 8; 5. Die Unternehmungen des Vereins mit der Landwirt= schaftskammer und ein Vortrag des bekannten Fachmannes Herrn M. Dent, Leiter des Versuchsgartens in Frank- Wagen absteigen wollten, zogen die Kühe an und Frau furt a. M.„ Ueber die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen des Obstbaumes nach eignen Versuchen". Vormittags findet wie üblich eine Baumwärterversammlung statt, auf welcher die Baumwärter interessierende Punkte Erledigung finden. Unter anderem wird John- Friedberg über das Obstverbesserungsverfahren der Landwirtschaftskammer referieren. Fahrt 4. Klasse wird den Vereinsbaumwärtern vergütet. Da die Hauptversammlung interessanten Vortrag bringt, so wäre schon aus diesem Grund ein reger Besuch der Versammlung erwünscht. Alle Freunde des Obst- und Gartenbaues sind herzlichst eingeladen. * Herr Die Reichsversicherungsordnung, nebst Einführungsgesetz wird sofort nach Bekanntgabe der hessischen Ausführungs- und Vollzugsbestimmungen, mit eingehenden Erläuterungen, nebst einem ausführ lichen Sachregister versehen, bearbeitet von Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Diez, Vorsitzender des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt Gr. Hessen in Darmstadt, im Verlage von J. Diemer in Mainz erscheinen. Das Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich. == Die 50. Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins findet hier am 15.- 17. Juli statt. Mit der Jubiläumsund Tochter stürzten ab. Während das Mädchen mit dem Schrecken davonkam, blieb die Frau tot am Platze. Es wird Zeit, das Abonnement auf die ,, Gießener Zeitung" zu erneuern. Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat zur Probe zu bestellen. Das Abonnement tostet monatlich 50 Pfg.. vierteljährlich 1.50 mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), a b= geholt 1.20 Mt. Hochachtungsvoll Der Verlag der Gießener Zeitung ( Gießener Neueste Nachrichten) B. m. b. H. Der Reichskriegsschatz im Juliusturm der in einer Höhe von 120 millionen Mark für die ersten Bedürfnisse eines Krieges aufbewahrt wird, hat jüngster Beit wieder durch die Ausführungen des Herrn von Gwinner im preußischen Herrenhause, der für eine Vermehrung eintrat, die Aufmerksamkeit auf fich gelenkt. Es wird darum vielleicht die Mittellung ven Interesse sein, wie dieser ungeheure Reichtum an barem Golde aufbewahrt, und behütet wird. Der Schatz befindet sich in der Zitadelle des Juliusturms zu Spandau, und zwar in zwei Stockwerken. Es sind nämlich nicht weniger als 1200 große Holzkisten nötig, um diese riesige Goldmenge zu fassen. Jede Kiste enthält 100 000 Mart in Gold, so daß alle 1200 Kisten zusammen 120 Millionen Mark in sich bergen. Uebereinander sind immer 30 Kisten aufgeschichtet im Werte von 3 Milltonen Mark und 40 derartige Schichten sind vorhanden. Der Verschluß der Goldkammer ist folgendermaßen: Die Zimmer der Zitadelle sind durch dret Türen abgeschlossen, von denen jede einzelne mehrere Schlösser hat. Die Schlüssel zu den Schlössern befinden sich in den Händen verschiedener höherer Beamter des Kriegsminsteriums, sodaß einer allein in die Kammer nicht gelangen kann. Die Türen sind aus Stahl mit Eichenholzfüllung. Jede Tür hat allein das Gewicht von 26 Zentnern. Daraus ist auf thre Festigteit zu schließen. Das Gold liegt nicht einfach übereinandergeschichtet, sondern befindet sich in Beuteln. Jede der 1200 Kisten hat 10 solche Beutel. Die Kisten felbst sind auch derart eingerichtet, daß ein Diebstahl unmöglich erscheint. Jede einzelne Schraube, mit der die Holzteile zusammengehalten sind, ist versiegelt, so daß ein Bruch ausgeschloffen erscheint. Es würde te denfalls sofort bemerkt werden müssen. Das Ge= wicht der Beutel ist festgestellt, gleicherweise wie auch das Gewicht der Kisten selbst bis auf einzelne Gramm angegeben ist. Eine Nachprüfung der ungeheuren Masse von Goldstücken kann durch Nachzählung natlirlich nur sehr selten erfolgen. Troßdem läßt das Reichsschazamt alljährlich mehrere Revisionen ausführen, bei denen Stichproben gemacht werden. Die Kisten werden daraufhin untersucht, ob alle Stegel völfig unverletzt sind, sie werden auf ihr Gewicht hin der Rethe, nach geprüft und einzelne Kisten werden sogar geöffnet. Aus diesen Kisten werden die Goldsäcke entnommen und die Goldstücke nachgezählt. An der Pritfung beteiligen sich des öfteren auch Reichstagsmitglteder. Die Sicherheitsmaßnahmen sind also sehr groß und es erscheint ausgeschlossen, daß jemals auch nur der geringste Diebstahl hier versucht wird. Es erübrigt sich, mitzuteilen, daß bisher auch tatsächlich nicht das Geringste gefehlt hat. Aus der Verhandlung gegen Jatho ist noch folgendes nachzutragen: Wie ein Zuhörer der Verhandlungen, der firchenpolitisch rechts steht, der Kreuzzeitung" über die Verhandlungen gegen Jatho mitteilt, hat sich Jatho über seinen Gottesbegriff folgendermaßen geäußert:„ Einen Gott außerhalb der Welt könne er nicht anerkennen. Einen Gott, den jeder in fetuem Herzen erkenne, gestehe er zu, nicht aber einen Wertschöpfer. Persönlich set thm Gott nur soweit, als er im Menschen persönlich wirke. Den Gottesbegriff der Kirche lehnt Jatho ab; er steht in feder Religion eine Offenbarung Gottes. Die andern Religionen enthielten nicht bloß Jrr= tümer, sondern auch Wahrheitsmomente. Er halte es in dieser Beziehung mit Lessing und könne das Christentum nicht als die absolute Religion anerkennen." Dr. Hausleiter sagte zu Jatho hierauf:„ Sie sind Monist?" Dies bestritt aber Jatho, wie sein Verteidiger Traub. Dr. Dryander fragte Jatho, ob ihm denn bei seiner ganzen Stellung nicht das Bewußtsein gekommen set, daß er mit seiner Lehre nicht mehr in die Kirche passe? Dies verneinte Jatho. Wenn er auch ohne Jesus auskommen könne, und den Namen Christus gar nicht brauche, so wäre ihm Christus immerhin die Idee des Genius der Menschheit. Bu dem Urteil saat das offizielle Organ des Vereins für evangelische Freiheit in Cöln: Uns schaudert vor der Verantwortung des Spruchkollegiums. Seine Entscheidung wird einen Sturm entfesseln, der den Grundfesten der evangelischen Kirche gefährlich werden kann. Uns Freunden der Freiheit bangt nicht am Tage des Urteilsspruches; er soll uns als ein Tag des Heils erscheinen, und er wird es in noch höherem Maße werden, nachdem Jatho sein Amt verloren, als wenn er es behalten hätte. Viele werden erwachen, die bis heute noch schliefen; sie werden zu Streitern werden, wie wir es find." Prof. Baumgarten, den Jatho sich be= fanntlich als ersten Beistand erwählte, erklärte nicht nur, daß Jathos Lehre etwas vom Bekenntnis der Kirche abweiche, sondern gab seine Theorie überhaupt prets mit den Worten: Ich kann mit Jathos Theorie nichts anfangen. Er wünschte nur, daß sich eine hinreichend starte Minderheit im Spruchkollegium finden möchte, die bei allen in der Sache begründeten Be= denken über die Vereinbarkeit der Jathofchen Lehre mit dem Grundgedanken des Evangeliums mit Rücksicht auf den großen seelsorgerischen Erfolg doch nicht über sich gewinne, die Landeskirche durch seine Ausstoßung in eine unabsehbare Verwirrung zu versetzen. 10) Und dennoch. Novelle von Ernst Busolt. ( Nachdruck verboten.) Als Virginie vom Abreisen hörte, zog ein Schatten über ihre Stirn; augenscheinlich wollte sie sprechen, allein Scheu hielt sie zurück. " Virginie," rief Adrian, ihre Sorge verstehend,„, kannst Du Dich so rasch bereit machen, in einer halben Stunde mit mir zu kommen? Du könntest neuen Belästigungen ausgesezt sein. In unserer Nähe ist eine von einer alten Französin geleitete, behagliche Bension; ich fann Dich täg lich sehen, bis alles zu unserer Trauung vorbereitet ist." Virginie errötete und wurde dann sehr ernst. Adrian sah, daß alle Heiterkeit von ihr gewichen war.„ Adrian," tam es sehr leise von ihren Lippen,„ Du hast mich erlöst, beseligt, ich habe alles vergessen, was ich gelitten, aber Deine Eltern?" Ste drückte die schwere, dunkle Flechte vor die Augen, ihre Stimme erstickte. Dann blickte sie zu Adrian auf. Er sagte nichts. Es gibt Augenblice, in denen der Ausdruck des Auges beredter ist als die Sprache. * Trotz der anstrengenden Eisenbahnfahrt war Virginie auf dem Bahnhofe in Berlin noch so frisch und elastisch, als hätte sie ihr Zimmer nicht verlassen. Nur der dritte Reisende, der alte Bonifaz, war froh, endlich ein Plätzchen für seine müden Glieder zu finden. Ueber den Empfang Jathos in Cöln meldet der Hann. Cour.": Trozdem die Ankunftszett Jathos sorgsam verschwiegen war, hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge auf dem Bahnhofe eingefunden, die beim Einlaufen des Zuges dem Pfarrer Jatho eine derartige Huldigung brachte, daß dieser, setne Familie und seine ihn begleitenden Freunde vor Rührung überwältigt, nicht fähig waren, ein Wort über die Lippen zu bringen. Die Bahnhofspoltzet hatte bet Unterstützung durch die Kgl. Poltzet große Mühe, einen Weg für Jatho zu bahnen. Unaufhaltsame Hochrufe geleiteten Jatho bis zum Vorplatz des Bahnhofs, wo wiederum Taufende von Menschen die angrenzenden Straßen besetzt hielten. Ein Schuhmannsaufgebot mußte hier für frete Passage sorgen, so daß es Jatho endlich, eskortiert von vier berittenen Schußleuten, ge= lang, einen Wagen zu besteigen, um nach Hause zu ge= langen. Etwas später stand Adrian seinem Vater gegenüber. Der alte Herr schien mehr erstaunt als erfreut, den Sohn zu sehen. Warum man überhaupt depeschierte? Er habe es für sehr unnüz gehalten. Und dann kamen die geRundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser verlieh Pierpont Morgan den Noten Adlerorden 1. Klasse und schenkte dem amerikanischen Konteradmiral Badger sein Bild. Aus Anlaß des ame= rikanischen Flottenbesuches in Kiel fand zwischen dem Kaiser und dem Präsidenten Taft ein überaus herzlicher Depeschenwechsel statt. Vom Hansabund. Dem Präsidium des Hansabundes find anläßlich des Austritts des Landrats a. D. Rötger wetter Zustimmungserklärungen zugegangen aus dem we westfältschen Industriegebiet von der Ortsgruppe Lippstadt und der großen Bezirksgruppe Bielefeld. Gletch= falls zugestimmt haben die Ortsgruppe Stettin sowie die Leitung des pommerschen Provinzialverbandes des Hansabundes unter Teilnahme führender Industrieller. Wie die Post" behauptet, hat der Bankter Delbrück, Mitglied des Herrenhauses, für sich persönlich und seine beiden Firmen Delbrück, Schickler u. Co. und Gebr. Delbrück den Austritt aus dem Hansabunde erklärt Nach einer Meldung aus Dessau hat der Landtagsabgeordnete Kommerzienrat Hallstroem in Nienburg a. d. Saale den Vorsitz der Ortsgruppe Nienburg des Hansabundes niedergelegt. Er begründete setnen Rücktritt damit, daß er sich mit den Aeußerungen Rießers vom 12. Junt in Berlin nicht einverstanden erklären könne, weil er Mitglied des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie und des reichstreuen Wahlvereins Bernburg set. Der deutsche Aerztetag, der in diesen Tagen in Stuttgart getagt hat, nahm eine Resolution an, in der er ber der Neufassung des Strafgesetzbuches eine Ausdehnung der gesetzlichen Schweigepflicht über Privatgeheimnisse auch auf Angestellte privater Versicherungsträger für erforderlich erachtet. Zur Begründung verweist er auf die Gewohnheit der privaten Versicherungsgesellschaften, ärztliche Gutachten über Personen, die sich zur Aufnahme meldent, unter einander auszutauschen. Es könne den Aerzten nicht gleichgültig sein, daß ohne thr Wissen private Geheimnisse der Pattenten an dritte unbekannte Stellen geraten. Der 8. Deutsche Gewerkschaftskongreß hat unter Beteiligung von etwa 400 Delegierten in Dresden be= gonnen. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Legien, eröffnete die Tagung und erstattete den Rechen= schaftsbericht der Generalkommission. Der Redner legt das Hauptgewicht auf die Verabschiedung der Reichsversicherungsordnung, die, wie er sagte, den Höhepunkt der arbeiterfeindlichen Gesezesmacheret des Reichstages" gebildet habe. Die Regierung und die zu einem„ Block für Arbeiterentrechtung" vereinigten Parteten hätten alles daran gesetzt, um die Reichsversicherungsordnung noch durch diesen Reichstag fertigstellen zu lassen. Eine Denkschrift an den Eisenbahnminister haben die Eisenbahnassistenten gerichtet, worin sie ihn bitten, im Abgeordnetenhause dafür zu plaidieren, daß das Gehalt der Assistenten, das jetzt 1650-3300 Mark beträgt, in Zukunft auf 1800-3600 Mark, erreichbar in 18 Dienstjahren festgesetzt werde. Ein französischer Gewaltakt gegen Dentsche? Nach einer Drahtmeldung aus Tanger wurde ein den deutschen Firmen Brand u.Thöl und Karl Ficke gehörendes Terrain in Casablanca, das von der französischen Mtlitärbehörde beansprucht wird, von den Franzosen be= schlagnahmt und mit einer Truppenabteilung belegt. Der deutsche Konsul soll sofort gegen diese Vergewalttgung protestiert haben, die unter den Deutschen in Casablanca große Aufregung hervorgerufen hat. An amtItcher Stelle liegen noch keine Nachrichten über einen solchen zwischenfall vor. Die österreichische Ministerkrisis. Kaiser Franz Josef hat dem Ministerpräsidenten Freiherrn v. Bienerth die erbetene Entlassung erteilt. Freiherr von Gautsch wurde zum Ministerpräsidenten designiert. Er schäftlichen Angelegenheiten an die Reihe. Adrian hatte die größte Mühe, den alten Herrn am Ende zu bewegen, für heute alles ruhen zu lassen und sich niederzulegen. Obwohl er seiner Mutter beruhigend geschrieben, traf diese taum zwei Tage später ein. Adrian saß mit dem Vater in dem großen, mit den alten Porträts geschmückten Wohnzimmer, als seine Mutter eintrat. Auf dem Wege vom Bahnhofe hatte sie kaum ein Wort gesprochen, was Adrian nicht entgangen war. ,, Konstanze hat Dich nicht begleitet, Wilhelmine?" fragte der alte Herr übellaunig nach der ersten Be grüßung. ,, Konstanze bleibt dort bei Bekannten, die sie gefunden. Pieter, für uns ist Konstanze verloren." Der alte Herr schaute sie mit seinen großen, grauen Augen unwillig erstaunt an.„ So?" ,, Adrian weiß es, Pieter. Und auch Adrian ist für uns verloren." ,, Nur gemach, Wilhelmine, ich liebe meine gute, alte holländische Gemütlichkeit." Der Sohn wollte des Vaters Hand ergreifen, der alte Herr zog sie jedoch rauh zurück. Was soll das alles?" stieß er zornig hervor. „ Eine Frau will er sich holen von der Landstraße," rief die Mutter außer sich. ,, Laß uns in Ruhe reden," entgegnete der Vater,„ ich werde aus alledem nicht flug." ,, Vater," begann der Sohn,„ laß mich sprechen." " Werde zuerst Deine Mutter hören; es ist besser, Du läßt uns allein. Erst die Mutter, dann Du, so erscheint mir's in der Ordnung." wird versuchen, mit dem Kabinett in der bisherigen Zusammensetzung das Arbeitsprogramm für die nächste Session aufzustellen. Wann die Eröffnung des Reichsrats stattfinden wird, hängt von den Besprechungen mit den Parteiführern ab. Der deutsche Gesandte in Mexiko verlangt, wie der " Frankf. 3tg." aus Neuyork gemeldet wird, Genugtuung für die dem deutschen Ingenieur Franz Reiter in Vega angetane Unbill. Der Ingenieur mußte barfuß einer Gruppe von Revolutionären Kellnerdienste lets ſten und es wurde auf ihn geschossen. Dte Warenntederlage der Gesellschaft, dte thit beschäftigte, wurde beraubt. Reiter gibt an, er habe nur die Abteilung Insurgenten, deren Gegenwart Anlaß zu Ruhestörungen gab, ersucht, sich zu entfernen. Kleine Nachrichten. Der Ertrag der beiden Margaretentage in Großs Berlin am 24. und 25. Junt beläuft sich auf etwa% Mill. Mart. Die vorhandenen 3 Millionen Marga reten sind fast sämtlich verkauft worden. Die Nachfrage nach den Postkarten war so start, daß der Bestand von 300 000 Stück nicht ausreichte. Der Flug München- Berlin. Der Flieger Htrth, der gestern den Flug um den Kathreinerpreis von München aus angetreten hat, mußte wegen Motordefekts bet Treuchtlingen landen. Eine Abstimmung der Eltern über die ungeteilte Unterrichtszeit in den Volksschulen ergab in München eine überwältigende Mehrheit zugunsten der einheitltchen Unterrichtszeit. 40 197 stimmten mit Ja, 26 170 mit Nein. In der Schulkommission war vorher ein Antrag auf Abschaffung des Nachmittagsunterrichts abge= lehnt worden. Besuch eines chinesischen Kriegsschiffes in Deutschland. Einen sehr seltenen Besuch wird der Hafen Boppot um die Mitte des Jult aufweisen. Der chinesische Kreuzer Hat- Tschi", der augenblicklich bei der Flottenparade zu Spithead China in England vertritt, wird vor seiner Heimreise Deutschland anlaufen und in 30ppot einen Besuch machen. Kommandant des Kreuzers ist der ehemalige Verteidiger der Takuforts, Admiral Tschin. Die Gemahlin des Erzherzogs Franz Salvator, Erzherzogin Marie Valerie, ist Montag früh von etner Prinzessin entbunden worden. Das Kind ist nach= mittags infolge plöglich eingetretener Herzschwäche gestorben. Nachbesteuerung einer Millionenhinterlassenschaft. Die tönigliche Regierung in Arnsberg( Westf.) hat von deit Erben des verstorbenen Dortmunder Industriellen August Klönne, der ein Vermögen von 5 Millionen M. hinterlassen hat, für die Jahre 1905 bts 1908 die Summe von 19 500 Mart als Nachsteuer reflamtert, well Klönne bet Einschäßung seines Einkommens unrichtige Angaben gemacht haben soll. Großer Petroleumbrand. Wie das Reuter- Bureau aus Port Arthur in Teras meldet, brach in den Tanks der Texas Oil Company Feuer aus, das auf zwet Spetcher und eine Anzahl in der Nähe verankerter Schiffe überging. Es erfolgten Explosionen. Ein Schiffskapitän und zwet andere Personen wurden getötet. Nach den bisherigen Verlusten wird der Schaden auf eine Million Dollars geschätzt. Ein schweres Automobilunglück wird aus St. Vith ( Eifel) gemeldet. Sonntag nachmittag stürzte infolge Versagens der Bremse das Automobil des Fabrikanten Josef Bonsch um. Bonsch, dem der Brustkorb eingedrückt wurde, starb nach kurzer Zeit, Frau Bonsch wurde lebensgefährlich verlegt. Der Chauffeur und zwei Kinder blieben unverletzt. Die alte Geschichte. In Lösau bet Halle wurde geflern der 14 Jahre alte Schulknabe Becker, der mit etneur dreifährtgen Kinde auf dem Hofe spielte, von Sem 11jährigen Schüler Müller mit einem Tesching, das dieser im Scherze auf Becker anlegte, durch einen Schitß in den Kopf getötet. Vater und Sohn. In Hamborn bet Duisburg lauerte der achtzehnjährige Sohn des Bergmanns Dudzinski feinem Vater auf, weil dieser thm Vorhaltun= gen wegen Arbeitsschen gemacht hatte und versetzte ihm vier Messerstiche. Der Vater ist tödlich verletzt, der Täter ging flüchtig. Karbolsäure statt Rizinusöl. Der Frau eines Bankdirektors in Budapest wurde am Sonntag vom Hausarzt Rizinusöl verschrieben. Durch ein Versehen des Apothekers hatte die Frau dafür Karbolsäure erhalten und davon getrunken. Sie ringt im Spital mit dem Tode. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der Brief Luthers an Karl V. Der von dem Amerikaner Morgan vor kurzem bei einer Versteigerung tit Leipzig für 102 000 Mark erworbene Brief Luthers an Karl V. wurde von Morgan, der febt in Kiel weilt und dort auch vom Katser auf der Hohenzollern" empfangen wurde, an den Kaiser abgetreten und von diefem für Wittenberg bestimmt. Es ist hocherfreulich, daß auf diese Weise der wertvolle Brief für Deutschland ge= rettet worden ist. Adrian war sehr entschlossen, als er sich auf sein 3immer zurückzog. Er konnte den Eltern sein Lebensglück nimmer opfern; aber er würde einen schweren Kampf zu bestehen haben,- das wußte er. Die Uhr schlug leise und schläfrig sieben, als der Diener den Herrn Konsul zum Tee bat. Adrian ging langsam die Treppe in seinem Vaterhaus hinab. Wie lange wohl noch dies Haus sein Vaterhaus sein wird? ,, Weiß jetzt alles, mein Sohn," eröffnete ihm der Vater, als Adrian eintrat, weiß auch, wer die Dame iſt, die uns unser Sohn als Schwiegertochter ins Haus bringen willes ist eine heidnische Sache. Fürchte sehr, daß Dir's gehen wird wie so manchem mit jenen neumodischen Möbeln: nicht lange, und Sprünge sind da, und altes, wurmstichiges Holz tommt zum Vorschein. Deine zukünftige Frau hat einen Fleck auf ihrer Ehre, einen Fleck, den nicht ein Ozean wegspülen kann." , Sie ist das schuldlose Opfer eines Verbrechens," sagte Adrian einfach und mit großer Ruhe. ,, Mag sein, aber ein Fled ist einmal da. Ueberlege Dir die Sache, Adrian." Adrian richtete sich hoch auf; ruhig und zuversichtlich und dabei so hell und freudig, daß seine Eltern ihn erstaunt anblickten, klang es durch das weite Gemach:„ Und dennoch!" En de. PROCE ht K he in tet ge da for ge ur ph ha der Ge eig gez Au Ka day gra het me Go geft stel me Pof den fter Wor den tret So in mil Bä thn ver Dor übe abe orta hof full neu gefe und dent fand wur Bog And 23. Cou beft diese tung Raf fucht lich nach der hatte er a fran Tou tent woh brad Ste cago zuri Neu 2851 Gefa Itone von antre Bern Land die t die mal wohl Groß S Stad nung Rath den den, Rath forat meist den drehte Waffe ote g 6 mitla Chau liberf Straß Daher wurde Straß Unfal nicht Moto fahren ben m fleur rigen ächste etchsngen e der emug er in arfuß elets nntee be Inngen Broßs va% argas Nach Be h, der nchen bet eteilte inchen hettlt 70 mit 1 Anabge= eutschs 30pefische Lottenwird 30peuzers miral vator, on et nachhe ge nschaft. at von Ertellen en M. Summe Plönne AngaBureau Tanks SpetSchiffe SiffstaNach if eine t. 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Die Verurteilten hatten einen Unteroffizer gemeinschaftlich verprügelt. Das Reichsgericht hat im Gegensatz zu einem Urteile des Oberlandesgerichts Cöln den Grundsaß auf gestellt, daß der Grund eines Ausverkaufs auch dann in einer Ankündigung anzugeben ist, wenn nicht formell in der Ankündigung das Wort„ Ausverkauf" gebraucht wird. Wegen Unterschlagung im Amte und Betruges verurteilte das Schwurgericht in Bonn den Obertelegraphenassistenten Oskar Huttanus zu sechs Jahren Zuchthaus und sechs Jahren Ehrverlust. Huttanus hat in den Jahren 1905 bis 1910 rund 150 000 Mark amtliche Gelder unterschlagen. Er hatte, obwohl er mit der Kasse eigentlich nichts zu tun hatte, Fernsprechgebühren eingezogen und für sich verwendet, die Beträge aber als Außenstände weiter gebucht. Er lieh sich auch aus der Kasse des Amtes Bargelder und gab dabei an, er wolle damit Hausforderungen begleichen. Von seinem Telegraphendirektor hatte er 32 000 Mark ohne jede Sicherhett erhalten, um sie angeblich vorteilhaft anzulegen. Vermischtes. Die Typhusepidemie in Schneidemühl ist noch immer nicht zum Stillstand gekommen. Im Laufe des Sonntags wurden wieder 23 neue Erkrankungen festgestellt. Die in der Nähe des Krankenhauses aufge= stellten Baracken vermögen die Zahl der Patienten nicht mehr zu fassen, und man hat deshalb telegraphisch in Posen zwei neue Isolierhäuser bestellt. Außer den betden Berliner Chariteeärzten sind fünf Krankenschwe= stern und ein Posener Arzt nach Schneidemühl berufen worden. Nach den Mitteilungen der Aerzte wird bet den meisten Kranken die Krisis in dieser Woche eintreten. Das Befinden einiger Erkrankter hat sich seit Sonnabend bedenklich verschlimmert. Die Aufregung in der Stadt wächst von Tag zu Tag. Zahlreiche Familten, die die Stadt verlassen wollten, um entfernte Bäder aufzusuchen, mußten ihre Absicht aufgeben, weil thnen überall die Aufnahme verweigert wurde. Wie verlautet, ist in der Garnison soeben ein Typhusfall vorgekommen, doch wird von seiten der Kommandantur über die Erkrankung die Auskunft verweigert. Eine aufregende Eisenbahnfahrt machten am Sonnabend zahlreiche Sonntagsausflügler in einem Vorortszug von Birkenwerder nach dem Stettiner Bahnhof in Berlin mit. Der Zug hatte schon ziemlich ge= füllt Birkenwerder verlassen und in Hermsdorf noch neue Fahrgäste, darunter den 22 Jahre alten Bäckergesellen Felix Penkwitt aus der Stralsunder Straße und dessen Braut aufgenommen. Als der Zug zwischen den Stationen Waidmannslust und Wittenau sich be= fand, geriet das Brautpaar in Streit, der so heftig wurde, daß P. plößlich einen Revolver aus der Tasche zog und auf seine Braut anlegte, um sie zu erschießen. Andere Fahrgäste sprangen dazwischen und versuchten P. den Revolver zu entreißen. Nun riß dieser die Coupétür auf und sprang aus dem in voller Fahrt befindlichen Bug. Er stürzte auf das Nebengleis. In diesem Augenblick kam aus der entgegengesetzten Richtung ein Zug, von dem Penkwitt überfahren wurde, Rasch zog man die Notleine, und als der Zug hielt, suchten Beamte die Strecke ab und fanden den schrecklich zugerichteten besinnungslos. Er wurde im Zuge nach dem Stettiner Bahnof gebracht und von dort nach der Unfallstation. Nachdem man ihn dort verbunden hatte, wurde er nach der Kgl. Klinik transportiert, wo er am Montag starb. Die Tournee der Sarah Bernhardt. Die große französische Tragödin Sarah Bernhardt hat soeben eine Tournee beendigt, die sie durch die Vereinigten Staaten und Kanada geführt hat. Die Künstlerin, die jetzt wohl 66 oder 67 Jahre alt ist, hat eine Leistung vollbracht, der man die Bewunderung nicht versagen kann. Sie hat Anfang vorigen Jahres ihre Tournee in Cht= cago begonnen und 25 000 Meilen in der Eisenbahn zurückgelegt, bis sie zu den letzten Vorstellungen in Neuyork eintraf. Jn 238 Tagen hat die Künstlerin 285mal gespielt und ist in 103 Städten aufgetreten. Die Gesamteinnahme, die sie erzielte, betrug rund 5 MilItonen Franken, und sie soll mit einem Reingewinn von 2 Millionen Franken die Heimreise nach Europa antreten. Troß der großen Leistung hat Frau Sarah Bernhardt noch Zeit und Muße gefunden, um sich im Lande der Dollars umzusehen. Sie hat in jeder Stadt die interessantesten Monumente besichtigt und sich über die Landesgewohnheiten informiert. Sie hat sogar einmal an einer Krokodiljagd teilgenommen. Es wird wohl wenig selbst junge Künstler geben, die dieser Großmutter eine derartige Leistung nachmachen werden. Krawalle bei einer Krönungsfeier. Die englische Stadt Evesham hatte am Sonntag verschiedene Krönungsfestlichkeiten, darunter auch einen Maskenball im Rathaus veranstaltet. Die ärmeren Klassen waren mit den hohen Eintrittspreisen zum Ball nicht einverstanden, zogen nachts, während fest getanzt wurde, vor das Rathaus, warfen die Fenster ein und setzten die Deforationen in Brand. Auch warfen sie in der Bürgermeisterwohnung die Fenster ein. Polizei mußte aus den Nachbarorten gerufen werden. Die Feuerwehr drehte die Hydranten auf und suchte die Hitzköpfe durch Wasserstrahlen zu pertreiben. Doch der Radau währte die ganze Nacht hindurch. Ein schwerer Straßenbahunnfall hat sich Montag mittag in Berlin ereignet. Auf der Charlottenburger Chaussee zwischen dem Großen und Kleinen Stern überschritt ein Fräulein Dr. med. Marie Lorenz den Straßendamm, als sie von einem in raschem Tempo daherkommenden Automobil erfaßt und umgeworfen wurde. Die Unglückliche fiel besinnungslos auf die Straßenbahngeleise, gerade als ein Motorwagen die Unfallstelle passierte. Der Führer konnte den Wagen nicht mehr bremsen. Fräulein Lorenz wurde von dem Motorwagen erst ein Stück mitgeschleift und dann überfahren. Nachdem der Wagen zum Stehen gebracht wor ben war, wurde die furchtbar Verlezi aufgehoben und schleunigst nach der Charitee geschafft, wo man sie sofort operierte. Leider befürchten die Aerzte, daß infolge der außerordentlich schweren Verlegungen keine Hoffnung besteht, die Dame am Leben zu erhalten. Ein Flammentod zweier Dollarprinzessinnen. Brandunglück, dem zwei blühende Menschenleben, darunter zwei Töchter bekannter Millionäre, zum Opfer gefallen sind, hat sich auf der Insel Nantucket, dem im Atlantischen Ozean der Küste Massachusetts vorgelagerten Eiland, ereignet. Eine Gesellschaft von sechs jungen Mädchen und Herren, die einen Segelausflug unternehmen wollten, hatte im Bootshaus auf der Besitzung des bekannten Neuyorker Millionärs und repu= blikanischen Führers William Barneßvor einem niedergehenden Gewitterregen Schutz gesucht. Man vertrieb sich die Zeit bis zum Aufhören des Regens mit allerhand Kurzweil. Plößlich durchgellte ein lauter Aufschrei den Raum. Einer der jungen Leute hatte ein noch glimmendes Bündholz, mit dem er eine Zigarette angezündet hatte, achtlos zu Boden geworfen und die= ses war in ein Gefäß mit einer teerartigen Flüssigkeit gefallen, aus der sofort ein manneshoher Feuerstrahl emporschoß. Der Raum war mit geteerten Schiffsgeräten, Del- und Gummimänteln gefüllt. Im Nu hat= ten die Flammen alles ergriffen und auch die leichten Sommerkleider der dret anwesenden Mädchen in Brand gesteckt. Während eins von ihnen und die dret jungen Leute in das Freie eilten, glaubten Ellen Wilson, die Tochter des Neuyorker Großbankiers R. A. Wilson, und Hidrod de Haven, die Tochter eines Neuyorfer Großhändlers, in threr Kopflosigkeit und Angst, sich in einem Nebenzimmer in Sicherheit bringen zu können. Doch dieses hatte keine Fenster, die Flammen drangen sofort nach und die beiden unglücklichen standen Hilferufend inmitten eines Feuermeeres. Zwet Diener erkannten sofort die Gefahr und versuchten durch den brennenden ersten Raum in das Hinterzimmer zu dringen. Vom Qualm erstickt, fielen sie jedoch inmitten der Flammen betäubt um und wären deren Opfer geworden, wenn nicht zwei der Jünglinge sie sofort herausgeholt hätten. Kurz entschlossen sprangen sie, deren Kleider gleichfalls Feuer gefangen hatten, mit den Geretteten in die Meereswellen. Als endlich Hilfe fam, war es für die beiden von den Flammen eingeschlossenen Mädchen zu spät. Sie waren verbrannt. Auch einer der Diener, der sich todesmutig in den brennenden Raum gewagt hatte, tst seinen Wunden nach furzer Zeit erlegen. Die übrigen Teilnehmer des so traurig geendeten Ausfluges haben fast alle mehr oder weniger schwere Brandwunden davongetragen. Schweigen ist Gold. Eine ergößliche Geschichte von einem Richter, der den vor ihm im Gerichtssaal ErschetStock eine Wohnung leer. Diese wird gründlich ausge beffert. Am Sonnabend hatte die Pförtnersfrau aus dem Hause in den leeren Räumen Wäsche aufgehängt. Als fie fie Sonntag vormittag abnahm, fand sie das sonst verschlossene Vorderzimmer auf und in dem Fußboden ein großes Loch. Mit einem ziemlich breiten Zentrums bohrer hatten die Einbrecher ein Loch in die Decke ge bohrt, das etwa einen halben Geviertmeter mißt und sich nach unten auf einen Meter erweitert. Durch eine zunächst fleine Oeffnung warfen sie einige Lappen hinunter, die den Schall etwa herabfallender Mörtelstücke dämpfen sollten. Zur Vorsicht spannten sie dann auch noch einen Schirm ohne Strücke unter die Deffnung. Wahrscheinlich stiegen sie endlich auf einer Strickleiter hinunter. Der Laden ist die ganze Nacht hindurch beleuchtet, und steht ständig unter der Aufsicht eines Wächters der Wach- und Schließgesellschaft. Auch das müssen die Einbrecher vorher genau gekannt haben, denn fie wählten sich zum Deckendurchbruch und Abstieg gerade die Stelle aus, die ihnen Deckung bot und fie gleich hinter den Ladentisch führte. Hier streiften sie die Wert- und Schmucksachen von den Behältern ab. Die Schränke, die von der Straße aus sichtbar sind, und die sie nicht aufbrechen konnten, ohne gesehen zu werden, ließen sie ganz unberührt. Gerade aber diese Schränke enthielten den wertvollsten Schmuck. Die Einbrecher stiegen dann mit der Beute wieder in die leere Wohnung hinauf und verließen sie durch die Vordertür, während sie durch die Hintertür eingedrungen wa ren. Am Tatorte ließen sie eine Feile und zwei Meffer zurück. Wie sie in das Haus hineingekommen sind, weiß man nicht, wahrscheinlich haben sie sich einschließen lassen. Die Frankfurter Einbruchsversicherungsgesellschaft, bei der die Juwelierfirma versichert war, und die deshalb für den Schaden aufzukommen hat, hat eine große Belohnung auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Zweifellos handelt es sich um gewerbsmäßige Einbrecher. Die Bande ist so weit gegangen, bei dem Einbruch fast ausschließlich Werkzeuge zu benutzen, die sie im Hause selbst vorgefunden hatten. Die Flucht aus dem Juwelierladen haben die Einbrecher fast genau auf dieselbe Weise bewerkstelligt, wie den Einbruch selbst. Sie sind aus dem Laden durch die Deffnung in der Decke wieder in die obere Etage geklettert und von dort aus weiter geflüchtet. Um aber zu der Deff= nung zu gelangen, bedienten sie sich einer großen Letter, die sie aus dem an den Laden anstoßenden Bureau des Herrn Nevir genommen hatten. Diese Leiter fonnten sie nur über den Ladentisch hinweg transportieren. Dabei aber hätten sie, da der Laden die ganze Nacht hindurch hell beleuchtet ist, eigentlich ge= sehen werden müssen. Die Einbrecher sind auch so eilig geflüchtet, daß sie beim Klettern einige Dußend der bereits erbeuteten Ringe und Broschen verloren haben. Man fand sie nach der Entdeckung des Einbruches auf dem Boden. nenden stets aufs tnappste zu antworten oder gar zu Ein angeblicher Todesfall an Trichinosis schweigen empfahl, der aber selber mit Vorliebe große Neden hielt, wird in einer Pariser Zeitschrift erzählt. Ein Zeuge sollte verhört werden.„ Antworten Sie mit Ja oder Nein," begann der Richter; der Gerichtshof fümmert sich nicht um das, was sie glauben, thn fümmern nur Tatsachen. Auch ich glaubte heute morgen, meine Uhr in die Westentasche gesteckt zu haben, aber in Wirklichkeit habe ich sie auf meinem Nachttische liegen gelassen. Wir wollen hier nur Tatsachen, nicht Meinungen hören." Der Zeuge blieb stumm wie ein Ftsch, der Prozeß war schnell erledigt, und zufrieden ging der Richter nach Hause. Du scheinst ja schlimm in Verlegenheit gewesen zu sein," empfängt ihn seine Frau, ,, wieso hast du denn deine Uhr vergessen? Nicht weniger als vier Leute sind schon jetzt hintereinander hier gewe= seit, um sie abzuholen." Ein furchtbarer Verdacht er= hellt den Geist des redseligen Mannes:„ Du hast sie doch nicht mitgegeben?"" Natürlich, dem ersten, der kam; er sagte noch ausdrücklich, du ließest mir mitteilen, die Uhr wäre auf dem Nachttisch liegen geblieben." Bei der nächsten Verhandlung war der Richter sehr schweigsam. Die Schweiz als Automobilfeindin. Die automobilfeindlichen Tendenzen in der Schweiz machen sich nun auch stark im Kanton Zürich bemerkbar. Dort soll auf dem Wege der Volksinitiative eine Beschränkung des Automobilverkehrs angestrebt werden. Inzwischen hat eine Expertenkommission für das internationale Kontordat für den Automobilverkehr eine neue Verordnung ausgearbettet. Gegenüber der alten Verordnung bringt sie Verschärfungen. Niemals darf die Maximalgeschwindigkeit vierzig Kilometer in der Stunde überschreiten, es fragt sich indessen sehr, ob die Verordnung imstande ist, die automobilfeindliche Stimmung in Bern, Aargau, St. Gallen, Zürich und den Urkantonen zu beschwichtigen. Der Entwurf eines Heiratszwangsgesetzes, der zur Hebung der Bevölkerungsziffer in Frankreich beim Senat eingebracht wurde, ist von diesem im Entwurf angenommen worden. Der Entwurf enthält u. a. folgende Bestimmungen: Wer mit 29 Jahren noch Junggeselle ist, wird zu besonderen Militärdienstübungen in Reserve und Landwehr herangezogen, wer bis zum 45. Jahre noch ledig ist, bleibt dienstpflichtig bis ins Greiſenalter. Jeder Staats-, Departements- und Gemeindebeamte muß mit 25 Jahren verheiratet sein oder den Dienst verlassen. Diese Bestimmung hat keine rückwirkende Kraft, bezieht sich auch nicht auf Offiziere, Matrosen, Soldaten, und die mit 25 Jahren verwitweten oder geschiedenen Beamten gelten als verheiratet. Jeder Beamte, der dret Kinder hat, genießt folgende Vorzüge: bei gleichen Letstungen eine Vorzugsnote für das Avancement; eine Gehaltszulage von 200 Francs für jedes Kind, vom 3. Kinde an, und zwar bis zum 16. Jahre; eine Pensionserhöhung von 100 Francs für jedes Kind, vom 3. Kinde au. Beim Barbier. Barbiergehilfe( leise zum Kollegen, der einen Herrn mit sehr schwachem Bartwuchs bedient): Tüchtig mit der Scheere klappern, dann gibt er' n gutes Trinkgeld!" Im Vorschuß. Arzt: Beachtet denn auch Ihr Mann meine Weisung, jeden Tag nur ein Glas Bier zu trinken? Frau: O nein, Herr Doktor, er is schon' mit vierzehn Tag' im Vorschuß! Der Berliner Brillantendiebstahl. Zu dem großen Brillantendiebstahl, der, wie bereits berichtet, tn der Nacht zum Sonntag in der Pots= damer Straße in Berlin bei den Juwelieren Henrt Nevir und Sohn verübt wurde, bei dem Brillanten und Goldsachen im Werte von über hunderttausend Mark erbeutet wurden, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet. Der verwegene Einbruch ist von langer Hand vorberettet worden. Ueber dem alten bekannten Geschäft im Erdgeschoß des Hauses steht augenblicklich im ersten im Berliner St. Hedwigskrankenhause, der mit den von uns vor einiger Zeit gemeldeten Erkrankungen an Trichinosis in Binne( Bosen) zusammenhängt, beschäftigt augenblicklich die Behörden in Berlin. Anfang Junt fand im Hedwigstrankenhause der 23 Jahre alte Lehrer Edwin Krokowski aus Pinne Aufnahme, der zu Pfingsten zum Besuch setner Eltern nach Berlin gefommen war. Krokowski hatte in Pinne von Fleisch, das ein Tierarzt bei der Schau für gesund erklärt hatte, eine Karbonade gegessen. Er fühlte sich bald unwohl und glaubte, während er in den Pfingstferien bei seinen Eltern weilte, nach den Angaben eines Lehrbuches der Naturheilkunde Anzeichen von Trichinosis zu erkennen, obwohl er von dem Ausbruch der Kranthett in Binne noch nichts wußte. Am zweiten Pfingst= feiertage ging er mit seiner Mutetr nach dem Hedwigsfrankenhause. Hier soll er gleich dem aufnehmenden Arzt gesagt haben, daß er fürchte, an Trichinosis zu letden, der Arzt soll aber nur eine Nierenentzündung festgestellt haben. Der Zustand Krokowskis verschlimmerte sich, und während dieser Zeit soll der behandelnde Arzt, unter Hinweis auf die schweren Erkrankungen in Binne, nochmals eindringlich darauf aufmerksam gemacht worden sein, daß es sich wahrscheinlich doch um Trichinosis handle. Der Arzt wies angeblich aber diese Mutmaßung zurück und erklärte, daß Krokowski an schwerem unterleibstyphus leide. Der Lehrer starb am zehnten Tage nach seiner Aufnahme, bei der er alle Erscheinungen von Nierenentzündung hatte. Sodann glich die Krankheit in ihrem Verlauf vollkom men dem Typhus. Erst vier Tage später wurde befannt, daß er trichinenverdächtiges Fleisch gegessen habe. Da seitdem jedoch über drei Wochen verstrichen waren, so mußten die jungen Trichinen schon durch die Darmwand in die Muskulatur gewandert sein, so daß ihre erfolgreiche Bekämpfung vom Darm her ausgeschlossen nahm man nun Erfranfung an Typhus und Trichtwar. Wegen der ausgesprochenen Typhussymptome nose an, verursacht durch robes Schabefleisch. Derjenige Arzt, der den Lehrer aufgenommen hatte, Dr. Wiedemann, ist schon gerichtlich vernommen wor den, da sich die Staatsanwaltschaft mit der Sache beschäftigt. Typhus soll auch als Todesursache angegeben worden sein, als Krokowski am 15. Juni starb. Die Eltern verfolgten die Sache aber weiter und setzten die Ausgrabung der Leiche durch, um die wahre Todesursache feststellen zu lassen. Diese fonnte jedoch nicht mit Sicherheit ermittelt werden. Dagegen fand man bei der Leichenöffnung, daß verschiedene Körperteile von Trichinen befallen feten. Drabtnachrichten und neuestes. Die Kieler Woche. Kiel, 27. Juni. Der Kaiser begab sich heute morgen 8 Uhr an Bord des„ Meteor", um an der Wettfahrt Kiel- Eckernförde, für welche der Start auf 9 und 10 Uhr festgesetzt ist, teilzunehmen. Das erste Geschwader der Hochseeflotte hat heute früh die Ausreise nach der Nordsee angetreteit. Vom Deutschen Rundflug. Münster, 27. Juni. Heute früh ist Vollmöller um 5,23 Uhr hier eingetroffen. Um 7,04 Uhr folgte Lindpaintner. Lange, Wincziers und Büchner werden in Hannover wahrscheinlich abmontieren und erst von Cöln aus wieder an dem Rundflug teilnehmen. Minden, 27. Junt. Thelen ist um 5 Uhr glatt aufgestiegen, mußte aber drei Kilometer vor Bielefeld wegen Versagens des Motors niedergehen. Bet der Landung wurde Thelen aus dem Apparat geschleudert, blieb aber glücklicherweise unverlegt. Die Maschine lief ohne Thelen noch eine Strecke weiter, schlug alsdann um und wurde erheblich beschädigt. Durch Funkenauswurf in Brand geratene Brannfohlengrube. Rottbus, 27. Juni. Durch Funkenauswurf aus einem Bagger wurde der Tagbau 3 der Grube Clara bei Wölzom in Brand gefeßt. Starker Wind begün ftigte die Ausdehnung des Brandes, deffen Ende noch nicht abzusehen ist. Am gefährlichsten erscheint der Brand des abgedeckten Kohlenflötes, der etwa 15 bts 18 Millionen Zentner Braunkohlen enthält. Vergebung von Bauarbeiten für den Stein's Garten.. Giessen Neubau eines AmtsgerichtsBes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Hamoristische Bedienung. Stimmung- Humor. Fremdenpension Bad im Hause. Elektr. 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