ten sche Reich gesetz ten hensMai cr. ogen. a a a Mark Mark a Mark Mark a a Mark O Treffer 12000 Mk. n verloost Mark Aufsicht tie. enfrei, bei ksendung. 4 Mark 6 Mark 8 Mark 10 Mark ר fg. Portoger wie 2 a nicht absliste grastellungen eten an: er jr., 23 rasse 30. TAS usten, Jhre das Kitzeln -Wollen Sie me haben and mung befra Sie bitte e's stillen PFENNIG. such nicht and Drogerien S rstchen mrit: t achf f. 128 525 an wissep de Rustin icht 1. 4. La 7. Geoschichte ehre. 12 Buch losophie schichte. 21. Pä hie. 24 anthropo Erfolga u. franko m.so Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. - Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Nr. 99. Telephon: Nr. 362. Die Strafrechtsreform. Der Strafrechtskommission, die im Reichsjustizamt am 4. d. Mts. ihre Beratungen begonnen hat, ist die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des im Jahre 1909 veröffentlichten Vorentwurfs den Entwurf eines neuen Strafgesetzbuchs aufzustellen. Die Kommis sion hält wöchentlich dreimal Sizungen ab. In den ersten beiden Wochen ist der erste Abschnitt des allgemeinen Teils„ Das Strafgesetz"(§§ 1 bis 12) beraten worden. Die wesentlichsten Beschlüsse haben, wie heute im„ Reichsanzeiger" bekannt gegeben wird, folgenden Inhalt: Die Dreiteilung der strafbaren Handlungen in Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen soll beibehalten werden. Die Frage, nach welchen Kriterien diese Teilung erfolgen soll, wird aber erst nach Erledigung des Strafsystems entschieden werden. Im Zusammenhang damit ist auch die Erörterung darüber, ob das Polizeistrafrecht aus dem Strafgesetzbuch ausgeschieden, oder doch die Uebertretungen, wie im Schweizer Vorentwurf und in dem Gegenentwurf der Professoren Kahl, von Liszt, v. Lilienthal und Goldschmidt, in einem getrennten Teil zu behandeln sind, vorläufig zurückgestellt worden. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 28. April 1911 Einführungsgesetze soll zum Ausdruck gelangen, daß die Grundsätze, die für die im Auslande von einem Deutschen oder gegen einen Deutschen begangenen Delikte gelten, auch auf Schutzgenossen Anwendung finden. Ebendort soll die Anwendbarkeit der auf Delikte Deutscher im Auslande bezüglichen Grundsätze auf die Auslandsdelikte solcher Ausländer ausgesprochen werden, die wegen ihrer Beziehungen zum Reiche oder einem Bundesstaat der Gerichtsbarkeit des ausländischen Staats am Tatorte nicht unterworfen sind.( Familienmitglieder, Geschäftspersonal und Bedienstete der im Ausland beglaubigten Missionen des Reichs oder eines Bundes= staats). Die Kommission hat ferner beschlossen, daß die Anwendung des dem Täter günstigeren ausländischen Rechts, die der Vorentwurf noch für Straftaten des sogenannten Neubürgers im Auslande beibehalten hat, für die Folge ausgeschlossen sein soll. Die weiter in diesem Abschnitt noch enthaltenen Vorschriften über die Immunität der Abgeordneten und die Freiheit der Parlamentsberichterstattung sind unverändert geblieben. Die Beschlußfassung über die Wortdefinitionen des§ 12 des Vorentwurfs ist einstweilen zurückgestellt worden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. April 1911 Man schreibt uns: Der„ Verein ehemali ger Jäger" wird am 8., 9. und 10. Juli in Aschaf= fenburg ein Fest veranstalten und lädt alle ehemaligen Aschaffenburger Jäger ein. In dem Aufruf heißt es: Sind es doch heuer 40 Jahre, daß das 10. Jägerbatailhere 5., nachmalige 2. Jäger- Bataillon aus Zweibrüden und 20 Jahre, daß das frühere 3., jetzige 2. Jäger- Bataillon aus Eichstädt hier ihren Einzug hielten. Der Festbeitrag zu den sämtlichen Festlichkeiten inklusive Festzeichen, Festkarte und Festschrift beträgt 3 Mark. Geldsendungen sind an Herrn Kamerad Lorenz Rung, Geldsendungen find an Herrn Kamerad Lorenz Rung, Die zeitliche und räumliche Geltung des Strafgesetzes will die Kommission im wesentlichen nach den Vorschlägen des Vorentwurfs, jedoch mit verschiedenen Ergänzungen regeln. Es soll demnach beim Wechsel der Strafgesetzgebung grundsätzlich das dem Täter günstigste Gesetz angewendet werden, doch sollen einzelne sichernde Maßnahmen, unabhängig davon, ob das alte Gesetz sie fannte, zur Anwendung gelangen. Für das Einführlon aus dem Feldzuge 1870-71 30 Jahre, daß das früungsgesetz sind gewisse Ueberleitungsbestimmungen vorbehalten, insbesondere über Aenderungen im Strafvollzug, den etwaigen Ausschluß von Straffolgen oder Nebenstrafen, die das neue Gesetz ausdrücklich miẞbilligt, und über den Wegfall der Strafvollzugsfähigkeit Jugendlicher, falls das neue Gesetz die Altersgrenze erhöht. An dem Territorialprinzip des§ 3 des Vorent. Eisenbahnsekretär, Aschaffenburg, Gartenstraße 10, zu wurfs ist festgehalten. Dabei sind die deutschen Schutzgebiete und Konsulargerichtsbezirke, sowie deutsche Schiffe, während sie sich im Ausland oder auf offener See befinden, ausdrücklich dem Inland gleichgestellt worden. Zur Beseitigung von Zweifeln sind Begriffsbestimmun gen von Zeit und Ort der Begehung aufgenommen. Als Zeit der Begehung soll die Zeit anzusehen sein, zu der der Handelnde tätig gewesen ist oder hätte tätig sein müssen, ohne daß es hierbei auf den Eintritt des Erfolges ankommt( sog. Tätigkeitstheorie). Als Ort der Handlung soll dagegen jeder Ort gelten, an dem sich der Tatbestand der strafbaren Handlung ganz oder zum Teil verwirklicht hat, oder nach dem Vorsatz des Täters verwirklichen sollte( sog. Erfolgstheorie). Die Vorschriften über das internationale Strafrecht sind Gegenstand eingehendster Beratung gewesen. Jm Gegensatz zum geltenden Rechte hatte der Vorentwurf vorgeschlagen, daß strafbare Handlungen eines Deutschen im Auslande, die nach unserem Rechte als Verbrechen oder Vergehen anzusehen sind, im Inland auch dann verfolgbar sein sollten, wenn die Tat nach dem am Begehungsort geltenden Rechte straflos ist. Diese in der Kritik vielfach als eine Ueberspannung des Nationalgedankens angefochtene Bestimmung hat die Kommission nicht gebilligt, sie will zum geltenden Rechte zurückkehren und den Deutschen nur grundsätzlich strafen, wenn seine Tat auch nach ausländischem Rechte mit Strafe bedroht ist. Dagegen hat die Kommission den Vorschlägen des Vorentwurfs hinsichtlich der sogenannten Weltverbrechen, d. h. der Delikte, die ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit des Täters und den im Ausland belegenen Ort der Begehung im Inlande verfolgbar sind, zugestimmt. Es sollen daher nicht nur, wie bisher, Hochverrat, Münzverbrechen und Amts delikte deutscher Beamten Weltverbrechen sein, sondern auch der Mein eid in einem bei einer deutschen Behörde anhängigen Verfahren, außerdem aber alle Verbrechen und Ver= gehen gegen Deutsche oder gegen Beamte des Reichs, eines Bundesstaats oder eines Schutzgebiets und dererseits alle von solchen Beamten begangenen Verbre chen und Vergehen, ohne Rücksicht darauf, ob sie auf die amtliche Tätigkeit Bezug haben. Weiter sollen der Frauenhandel, Sklavenraub und Sklavenhandel und die Verbrechen des Sprengstoffgesetzes als Weltverbrechen behandelt werden. Deutsche sollen endlich auch verfolgt werden dürfen, wenn sie auf staatenlosem Gebiet eine nach deutschem Rechte als Verbrechen und Vergehen anzusehende strafbare Handlung begangen haben. Im an= richten. Anfragen, Aufklärungen und Wünsche werden sehr gerne und schnellstens vom 1. Vorsitzenden des Vereins ehem. Jäger Aschaffenburg, Herrn Anton Kerl, f. Kanzleiexpeditor, Aschaffenburg, Stadelmannstraße 6, beantwortet. * Die Lehrer als„ Einjährige". Ob= wohl der preußischen Lehrerschaft schon seit 1900 das Privilegium des Einjährig- Freiwilligen- Dienstes zusteht, wird seitens der militärpflichtigen Lehrer noch recht wenig Gebrauch von der Berechtigung gemacht, besonders im Regierungsbezirk Wiesbaden. Im Jahre 1908 dienten im Bezirk noch 34,29 Prozent Lehrer als Einjährig Freiwillige, 1909 sank die 3iffer auf 6,9 Prozent herab. Auch das Jahr 1910 weist für unseren Bezirk einen recht niedrigen Prozentsatz von Freiwilligen auf. Von 21 Militärpflichtigen dienten nur 3 mit Schnüren, macht 14 Prozent; und die stammten noch nicht alle aus dem Bezirk! Hessischer Blumentag. Am Montag, den 1. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet in Steins Garten eine Sitzung des Hauptausschusses statt, zu dem auch sämtliche als Verkäuferinnen mitwirkende Damen gela den sind. Besondere Einladungen haben nur diejenigen jungen Damen erhalten, die sich nach der ersten Besprechung noch angemeldet haben; dagegen sind diejenigen, die an der ersten Besprechung teilgenommen ha= ben und damals schon mündlich für den 1. Mai geladen wurden, nicht nochmals besonders eingeladen worden. Nachträglich angemeldete Damen, die versehentlich keine Einladung erhalten haben sollten, werden gebeten, ihre Anmeldung gelegentlich der Sizung zu wiederholen. * Die Groß h. 3entrale für Säuglingsund Mutterschutz in Hessen schreibt uns: Für den allgemeinen hessischen Blumentag ist auch eine künstlerisch ausgestattete, illustrierte Blumentagsfestschrift in Vorbereitung. Diese wird neben anderem illustrativem Inhalt Bilder des Großherzogpaares nach dem Porträt von Laszlo, und einige entzückende neue Aufnahmen der enthält Großherzoglichen Prinzen enthalten. An Text die Zeitung eine Originalerzählung des bekannten hessischen Dichters Alfred Bock, einen Aufsatz über die Ziele der Mutter- und Säuglingsfürsorge, Notizen wie in den einzelnen Kreisen des Landes der Blumentag gefeiert wird u. a. m. Herr Hofrat Alexander Koch in Darm| stadt hat außerdem die reizenden Bildchen von Hengeler zur Verfügung gestellt, wie er auch das künstlerische Arrangement in dankenswerter Weise übernommen hat. Der Name dieses Verlags bürgt an sich schon für eine ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Kontur in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. gediegene fünstlerische Ausführung. Der Preis wird nur 20 Pfg. betragen. Die Festschrift wird in der laufenden Woche vor dem Blumentag in allen geeigneten Läden und sonstwie verkauft werden und wird auch am Blumentag überall erhältlich sein. Sie wird als ein schönes bleibendes Andenken an den Blumentag willkommen sein. = 28. Bundestag des Deutschen Radfahrer Bundes. Vom 1. Mai ab errichtet der Haupt- Ausschuß in dem alten Senkenbergianum am Eschenheimer Turm in Frankfurt a. M. ein ständiges Bureau. Der Preis der Festkarten für die ganze Veranstaltung ist nun festgesetzt. Die Dauerkarte kostet im Vorverkauf 3.50 Mt. Sie berechtigt zum Eintritt auf den Festplatz während der Festtage vom 5.- 9. August, zum Kommers am Freitag den 4. August im Zoologischen Garten, zum Begrüßungsfest am Samstag den 5. August in der Festhalle und zum Galasportfest am Montag den 7. August ebenfalls in der Festhalle. Ferner gewährt sie Vorzugspreise zum Besuch der MeisterschaftsVergünstigungen bei dem Besuche der verschiedensten EtaRennen am Sonntag den 6. August in der Arena und blissements in der Stadt. Die Städtische StraßenbahnVerwaltung gibt ebenfalls im weitesten Entgegenkommen ein Abonnement zum Preise von 1.50 Mt. für die 5 Toge für Inhaber von Dauerkarten heraus, das für alle Strecken mit Ausnahme der Vorortbahnen Gültigkeit hat und wesentlich zur Hebung des 28. Bundes= tages beitragen wird. * Gießen, 28. April. Der Regierungsbauführer Adolf Gnauth von hier wurde zum Regierungsbaumeister ernannt. * Weilburg, 26. April. Heute Mittag entstand Feuerwehr gelang es, nach dreistündiger Arbeit das im Stadtwald„ Harnisch“ ein Waldbrand. Der hiesigen Feuer zu löschen. Wie man vermutet, ist der Brand durch Funken aus der Lokomotive der dicht am Walde vorbeifahrenden Weilbahn entstanden. * Friedberg, 28. April. Der Kolonnentag der Hessischen Freiwilligen Sanitätstolonnen findet hier am 21. Mai statt. Die Verhandlungen beginnen vormittags 10 Uhr im Saalbau. * Laubach, 27. April. Zu der am 28. Mai in Laubach stattfindenden Hauptversammlung des Gesamtvereins hat der Zweigverein Hoherodskopf den Antrag gestellt, daß alljährlich am 1. April in der Feuerschale des Bismarckturms auf dem Taufstein ein Feuer abgebrannt und auf dem Klubhause eine Bismarckfeier veranstaltet werde. Der Zweigverein Herchenhain wünscht auf der Herchenhainer Höhe die Errichtung eines Aussichtsturmes. * Crumstad t, 25. April. Der ev. Kirchenvorstand hat einstimmig beschlossen, daß das Leichen= ingen durch die Schulkinder fortan in Wegfall tommen soll. Darmstadt, 25. April. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat heute wieder zusammen, um eine Reihe noch rückstehender Gegenstände zu erledigen. Es folgte zunächst eine Aussprache über das Gemeindeumlagengesetz, in der vor allem die Frage zum Aus= druck kam, ob es mit Rücksicht auf die zwischen den beiden Kammern in dieser Angelegenheit bestehenden Differenzen möglich sei, das Gesetz noch in diesem Landtag fertig zu stellen. Die Regierung erklärte durch den Mund des Finanzministers Braun, der seit seiner Wiederherstellung zum ersten Mal wieder den Verhandlungen beiwohnte, daß sie den festen Wunsch und nach ihren Informationen auch die bestimmte Hoffnung habe, daß das wichtige Gesetz noch in dieser Sigungsperiode verabschiedet werde. Es folgte dann noch die Beratung über die Vorlage betreffend die Anlage einer Brikettfabrik und der Elektrischen Ueberlandzentrale auf der Grube Ludwigshoffnung bei Wölfersheim. Auf verschiedene Anfragen gab die Regierung bezw. des zu erwartenden umsages, der Rentabilität 2c. die gewünschten Aufschlüsse, doch soll die Weiterberatung der Angelegenheit auf der am Mittwoch früh fortzusetzenden Beratung erfolgen. Wiesbaden. Vizeadmiral 3. D. Mensing, Ehrenvorsitzender des Kriegerverbandes des Reg.- Bez. Wiesbaden, ist im 69. Lebensjahr in der Heilanstalt zu Nassau an einem Herzschlag gestorben. Mainz. Beim Abbruch einer Mauer in der sogenannten. Auräusmühle im Zahlbachertal wurde gestern ein gewaltiges Steindenkmal in der Art der gotischen Grabsteindeckplatten gefunden. Nach Ansicht des städtischen Konservators Professor Neeb stammt das Denkmal von der ehemaligen Dalheimer Klosterkirche, die am oberen Ende des Tales stand. Kriegsmärsche von Schülern. Von einem fitrzlich unternommenen Kriegsmarsch der Schüler der Weißenfelser Oberrcalschule sandten die Teilnehmer auch einen Gruß an Freiherrn v. d. Goltz. Der Generalfeldmarschall antwortete darauf dem Führer, Profeffor Steinke, folgendes: Mit bestem Danke für den freundlichen Gruß an Sie und Ihre Unterprimaner vom Kriegsmarsche" WeißenfelsMerseburg verbinde ich meinen Glückwunsch zu dem gleichzeitig fröhlichen und nützlichen Unternehmen. Je frither und tüchtiger unsere Jugend im Gebrauch ihrer Kräfte in Gottes freier Natur geübt wird, desto mehr wird sie in reiferen Jahren für die Sicherheit und Größe des Vaterlan= des leisten können. Ich halte die Märsche in voller Uebereinstimmung mit Ihnen für außerordentlich nützlich und den geringen Verlust an Zeit für den theoretischen Unterricht, der sich daraus ergibt, als belanglos. Zur allgemeinen Erziehung und Bildung unserer Jugend gehört doch auch zum wahrlich nicht unwichtigsten Teile die Vorbereitung auf die Pflicht der Vaterlandsverteidigung. Für diese ist aber eine hohe Marschfähigkeit von sehr großer Wichtigkett. Ich habe dies erst kürzlich wieder im Orient empfunden, wo Landleute und Bergbewohner noch insgesamt tüchtige Marschierer sind. Ein Heer, das regelmäßig am Tage fünf bis sechs Kilometer mehr marschiert als ein anderes, bat bet einigermaßen guter Führung alle Aussicht, dieses zu besiegen. Es ist dies der Punkt, in dem uns die Heere Napoleons während der unglücklichen Jahre 1806/07 am metsten überlegen gewesen sind. Mit Recht werden die der Armee daher die Marschleistungen sorgsam kultiviert. Die Erfolge haben die Erwartungen noch weit übertroffen. Es ist bereits vorgekommen, daß Truppen in größeren Massen mit vollem Gepäck bis zu 60 Kilometer an einem Tage zurückgelegt haben. Je früher die Uebung darin begonnen wird, desto leichter werden die großen Resultate erzielt. sich sehen. Da das erste Geschwader aus Wilhelmshaven vom 19. bis 25. Juni vor Kiel liegen wird, so haben die Amerikaner Gelegenheit, die ganze Hochseeflotte in Augenschein zu nehmen, da das zweite Geschwader in Kiel seinen Standort hat und die Kreuzer gleichfalls anwesend sein werden. Das amerikanische Geschwader wird nach den bisherigen Dispositionen 7 Tage lang, also bis zum 27. Juni, in Kiel weilen und dann die Weiterreise antreten. Die Berliner Bauarbeiter haben beschlossen, am 1. Mai vollständige Arbeitsruhe eintreten zu lassen. Man rechnet mit einer Aussperrung großen Stils, da das Kartell der baugewerblichen Verbände das Fehlen bei der Arbeit am 1. Mai unter Strafe stellt. Die wegen der Maifeier ausgesperrten Bauarbeiter sollen sich am 3. Mai an den hierzu besonders eingerichteten Meldestellen zur Kontrolle einfinden. Als Ausweis über die Teilnahme an der Matfeter dient die in den Versammlungen zur Verteilung kommende Maimarke" mit dem Stempel der Organisation. Alle Ausgesperrten werden für die Dauer von drei Wochen aus Mitteln des Verbandes unterstützt. Ein sozialdemokratisches Flugblatt gegen die Reichsversicherungsordnung ist in Massen verbreitet worden. Die Reichsversicherungsordnung wird darin als eine schwere Gefahr und als ein Schaden für die Arbeiterklasse bezeich net. Es wird in den Flugblättern zum Besuch der Protestversammlungen eingeladen, die überall stattfinden sollen. In diesen Versammlungen soll eine Resolution vorgelegt werden, die die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auffordert, mit allen zulässigen Mitteln das Zustandekommen des Gesetzes zu verhindern. Aber ein Marsch durch Gottes freie Natur gibt noch andere Gelegenheit, die Kräfte und Fähigkeiten des fünftigen Vaterlandsverteidigers zu steigern. Ich mache dabet besonders auf die Ausbildung der Augen aufmerksam, die heute in der Armee mit den Rekruten systematisch betrieben wird. Auch darin sind die Ergebnisse wett über die ursprünglichen Erwartungen hinausgegangen. Ungeübte Augen sehen unendlich viel weniger als das geübte. Das Erfennen kleinerer Ziele auf geringere, später auf weitere Entfernungen wird von Tag zu Tag und Woche zu Woche leichter, wenn es regelmäßig wiederholt wird. Leute, die anfangs ein paar in einem Graben oder Busch verborgene Kopfscheiben überhaupt nicht sehen, auch wenn man ihnen den Ort ungefähr andeutet, an dem sie liegen, erkennen sie fpäter auf den ersten Blick ohne jede Hilfe. Es ist also sehr nüblich, bei den Märschen einige junge Leute vorauszu schicken, die sich nach vorheriger Verabredung hier oder dort verbergen, nur den Kopf oder Kopf und Schulter zeigen und sich erst auf ein gegebenes Signal, nachdem die Prütfung beendet ist, erheben, so daß sie jedermann erkennen muß. Ich habe erlebt, daß schon die Rekruten, die auf diese Weise geschickt angeleitet wurden, bis auf eine Entfernung von 1400 bis 1500 Meter in einem ziemlich ausgedehnten Panorama jede Kopfscheibe erkannten, die dort irgendwo verborgen war. Eine scharfe Sprache gegen Frankreich führt die spanische Presse aller Schattierungen wegen der Lage in Maroffo. Sie macht Frankreich für die verwickelten Verhältnisse verantwortlich. Man beschuldigt die französische Regierung, die Lage verschlechtert zu haben, um Marokko zu einem französischen Vasallenstaat machen zu können. Die Anleitung zum Absuchen des Geländes mit dem Auge muß dabet systematisch betrieben werden. Die Sehfchärfe wächst überraschend, wenn solche Uebungen regelmäßig und dauernd betrieben werden. Sind die jungen Beute einmal angeleitet, so tun sie dies auch von selber, ohne thren Behrer. Auch die Beurteilung des Geländes und Die Wahl gedeckter Wege, die von fern nicht zu übersehen find, können ähnlich, ohne besonderen Zeitverlust, gelehrt werden. Für mich besteht kein Zweifel, daß die daraus für den Mann im ganzen Leben erwachsenden Vorteile, die geringe Einbuße an pofitivem Wissen, die durch die Märsche etwa entstehen sollte, reichlich aufwiegen. Ob ein solcher Berlust überhaupt eintritt, ist mir aber zweifelhaft, denn der durch körperliche Uebungen gestärkte und erfrischte junge Mann ist unzweifelhaft auch für das Wissen aufnahmefähiger als der Stubenhocker. Interessieren wird es Ste, zu erfahren, daß z. B. in der Garnison in Freiburg t. Br. die oberen Klassen der höheren Schulen bei Gelegenheit von größeren Felddienstübungen der Garnison ansrücken, um die Truppen zu begleiten. Rundschau vom Cage. Politisches. Barseval 5 geht mit der Bahn nach Amsterdam anstell des havarierten Parseval 6. Nach Ankunft in Amsterdam erfolgt sofort die Füllung. Der Aufenthalt ist für fün Tage vorgesehen. Während des Aufenthaltes in Amster dam finden täglich Passagterfahrten statt. Nach Ablauf de Vertragsfrist wird das Luftschiff wieder per Bahn nach Bitterfeld zurückgebracht und steigt dann von dort aus zum Fluge nach Berlin auf. Der französische Finanzminister will einige Reformen verwirklichen, so die Arbeiterruhegehälter, die in Deutschland bereits beständen und gegenwärtig in England eingeführt würden, ferner die Ergänzungssteuer zur Einkommensteuer, die die französischen Konservativen mit solcher Angst erfülle, die aber in England bereits seit mehreren Monaten bestehe. Die Leiche des in Konstantinopel ermordeten Oberst leutnants v. Schlichting trifft am Freitag mit dem Dampfer „ Samos" in Hamburg ein. Am Sonnabend wird eine Trauerfeier veranstaltet werden, an welcher die Spitzen des militärischen und Zivilbehörden teilnehmen. Trauerfeier wird die Leiche nach Berlin überführt. Nach der Für den Kriegsfall werden im deutschen Heere bet der Infanterie und auch bei den berittenen Truppen große und kleine Drahtscheren zur Beseitigung von Drahthindernissen eingeführt. Zur Erbauung des größten Hauses in Neuyork sind jetzt die Pläne fertig gestellt. Die Höhe des Hauses wird 750 Fuß betragen. Das Haus selbst soll 30 Stockwerke und der Turm auf ihm 25 Stockwerke umfassen. Das Bauwerk wird 66 Millionen Pfund Stahl verschlingen. Die Nachwehen des französischen Eisenbahnerstreifs. Das nationale Syndikat der französischen Eisenbahner hat einen Aufruf erlassen, in welchem es in schärfster Weise die Weigerung der Eisenbahngesellschaften, die entlassenen Eisenbahner wieder anzustellen, tadelt und ankündigt, daß es im ganzen Lande Protestversammlungen veranstalten werde. Die Gesellschaften beharren entschieden auf ihrer ablehnenden Haltung und lassen sich davon auch durch den Einspruch der Regierung nicht abbringen. Da dürfte es bald wieder zu einem Konflikt kommen. Der Kaiser und der amerikanische Flottenbesuch. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, wird die bereits angekündigte amerikanische Flottendivision, die die Ostseehäfen besuchen wird, kurz vor dem 21. Juni in Kiel eintreffen. Der Kate fer, der am 19. und 20. Juni an den Regatten auf der Unterelbe teilnehmen wird, wird am 21. Juni mit der„ Hohenzollern" sich nach Kiel begeben und die Meldungen der amerikanischen Offiziere entgegennehmen. Voraussichtlich wird der Monarch dann an einem der nächsten Tage die amerikanischen Schiffe einer Besichtigung unterziehen und bie amerikanischen Offiziere auf der„ Hohenzollern" bei 25) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm cke. ( Nachdruck verboten.) Berhan er weg Areden Anrid Ed und die angen New Sen. 2 bon der Der ein pieder Schiffe Band. Biff unterz erhalte D chichte Bettf provi bet, in Fabres Brüde ben. Stelt fi bas S genheit mal da Schlach aber, bas S einer uftänd baben auch d etne B fes tibe bündel den A then r Rat te aber n eben i ftimmt dem N vorzun Brüder baß di leicht F zehrt, wäre. Ein um de Mit einer eisernen Wagenrunge erschlagen wurde in Chorzow bei Beuthen aus Rache der Hausbesitzer Piet von etnem Nachbarn. In Kalisch an der Grenze erstach ein Schuhmacher seinen Schwager, der ihm sechs geliehene Mart nicht zurückgeben wollte. Die„ Angeln des Weltfriedens". Bei einem Bankett in Neuyork kam der britische Botschafter Bryce in einer langen Rede auf die Friedensbewegung zu sprechen. Großbritannien und die Bereinigten Staaten werden die Angeln des Weltfriedens sein und durch ihr Beispiel zeigen, daß alle Kriegsgelüfte beseitigt werden fönnen und man in guter Nachbarschaft miteinander leben kann. Einsturzfatastrophe in einer niederländischen Kohler grube. In der staatlichen Kohlengrube" Emma" bei Heerlen wurden zwei Arbeiter durch Einsturz getötet, 16 ver wundet, darunter drei schwer. Zwei Arbeiter werden no vermißt. Die türkische Kammer hat am Mittwoch bei Beratung des Budgets des Ministeriums des Aeußern dem Großmesir und dem Minister des Aeußern mit 122 gegen 45 Stimmen ein Vertrauensvotum erteilt. Aus den Gerichtssälen. Des Mordversuchs geständig und doch freigesprochen, Ein Geschworenenurteil, das in Deutschland allgemeines Aufsehen erregen dürfte, weil es von der üblichen Rechtsauffassung stark abweicht, wurde in einer Verhandlung vor dem Bochumer Schwurgericht gefällt. Der Tatbestand ist folgender: Der Bergmann Paul in Recklinghausen war seit 15 Jahren verheiratet, seine Frau hatte thm acht seinder geschenkt, da nahmen sie einen Kostgänger bei sich auf, und es entwickelte sich ein Liebesverhältnis zwischen ihm und der Frau. Der Ehemann bekam um Neujahr herum davon Kenntnis. Da er wegen der Kinder eine Trennung nicht wollte, stellte er das Paar zur Rede und nahm ihm das Versprechen ab, das Verhältnis aufzugeben. Aber vier Wochen später wurden die beiden auf einem Spaziergange doch wieder zu ammen gesehen. Man hinterbrachte es dem Ehemann, der nun den Plan faßte, seine Frau, den Lieb haber und sich selbst zu töten. Er kaufte sich einen Revol ver und stellte das Paar erneut zur Nede. Als beide leug neten, gab er einen Schuß auf den Mann ab, der diesen am Kopf streifte. Der entwand ihm darauf die Waffe und flüchtete. Paul wurde wegen versuchten Totschlags unter Anklage gestellt. Mit tränenerstickter Stimme gab er zu, daß er die Absicht gehabt habe, den Liebhaber seiner Frau zu töten. Troßdem verneinten die Geschworenen sämtliche Schuldfragen, worauf das Gericht auf Freisprechung era fannte. Präsident Diaz scheint es doch endlich müde geworden zu sein, sich in seinen hohen Jahren noch dauernd mit Rebellen herumzuschlagen. Er soll Mexiko binnen kurzem verlassen, und darin darf man wohl einen ersten Schritt zu seinem Rücktritt erblicken. Aus Mexiko wird nämlich gemeldet: Wie von glaubwürdiger Seite berichtet wird, reist der Präsident von Mexiko Porfirio Diaz am 16. Mai nach Europa ab. Die Neuwahlen für die Präsidentschaft und die Vizepräsidentschaft finden im Juli statt. Der Schuft Woltersdorf hatte es doch verstanden, das Gerücht zu verbreiten, Raben wäre zwar nicht der Stehler, wohl aber der Hehler. Der Herr Leutnant selber hätte das Geld entwendet, nachdem er den Rentmeister bestohen. Damit die Sache nur ja nicht ans Licht käme, würde allerlet Komödie getrieben. Allgemein sprach man in Gastwirtschaften, in Kaffeegesellschaften, ja sogar schon auf der Straße von dieser interessanten Angelegenheit. Niemand ahnte aber, welcher Teufel diese Lüge ersonnen. Natürlich kam das, was sich die Leute als ein offenes Geheimnis erzählten, auch zu Rabens Ohre. Und das machte es eben, daß er keine frohe Stunde mehr hatte. 10. Kapitel. Rieine Nachrichten. Attentat auf die Kaiserjacht„ Hohenzollern"? Nach einer türkischen Meldung aus Korfu sind auf die vor Anker Itegende Kaiserjacht„ Hohenzollern" von Grtechen dret Schüsse abgefeuert worden. Es wurde niemand verletzt. Die Nachricht ist jedoch von anderer Seite noch nicht bestätigt. Endlich hatte der General seine und seines Sohnes finanzielle Angelegenheiten im Auslande geregelt, und zwar zu seiner Zufriedenheit. Was inzwischen in Wedeltein vorgefallen, hatte man ihm sofort mitgeteilt. Daburch fühlte er sich der Familie Raben noch um ein Bedeutendes mehr verpflichtet, und sein Verlangen, sobald wie möglich wieder daheim zu sein, wurde immer mächtiger. * Eine Masseneingabe der deutschen Studenten um vollständige Beibehaltung der deutschen Schrift will ein allgemeiner Studentenausschuß einreichen, der sich zur Abwehr des Lateinschriftzwanges gebildet hat. Ein eben veröffentlichter Aufruf führt aus, die deutsche Schrift sei das einzige sichtbare Band und neben der Sprache das eigentlichste äußere Wahrzeichen, das alle deutschen Stämme verbindet, ste set eine Stüße zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande. So ein Pech! Der schneidigste Reiter gestürzt! Hoffentlich ist es nicht schlimm! O, all die getäuschten Hoffhungen!" So schwirrte es durcheinander in der wogenden Menschenmenge, die sich heute auf dem„ grünen Rasen" eingefunden. Man war es seit zwei Jahren gewöhnt, den Kürassierleutnant Eschenholdt als Sieger bei allen Rennen hervorgehen zu sehen. kannt. Ob aber der Reiter, der trotz des Unfalles gerade und stolz wie ein Sieger vom Plaze schritt, irgend eine Verlegung erlitten, konnte keiner sagen. Jedenfalls war es keine erhebliche. Und heute mußte er das Malheur haben, mit dem Pferde zu stürzen, als er faum im Sattel saß. Wie es ge= tommen, wußte niemand. Der berühmte Renner ,, HanniBal" hatte ein Bein gebrochen, das war bald allgemein beVermischtes. Acht Kindermorde in Leipzig. In den Leipziger Anlagen wurde von Schulkindern der Leichnam eines neugeborenen Kindes gefunden. Dies tst innerhalb eines halben Jahres in Leipzig und Umgebung der achte Fund öteser Art; nur in einem einzigen Falle gelang es, die unnatürliche Mutter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ztehen. Die anderen Fälle konnten nicht aufgeklärt werden. Man neigt zu der Ansicht, daß eine gewisse Planmäßigkeit und ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen an zunehmen ist, da die Art der Tötung gleichmäßig erscheint. Verwegener Einbruch am hellen Tage. In Wien hatte ein Einbrecher die Verwegenheit, am hellichten Tage in ein Geschäft in der inneren Stadt einzudringen, um die Laden tasse auszurauben. Er wurde von dem Besizer des Ges schäfts überrascht. Der Besizer schlug sofort Lärm und der Verbrecher flüchtete sich auf die Straße. Passanten nah men sofort die Verfolgung auf. Als der Einbrecher sich bedroht sah, gab er mehrere scharfe Schüsse ab. 3wet Personen wurden durch Streifschüsse leicht verletzt. Die Menge war durch diesen Vorfall so erregt, daß es die herbetgerufe nen Sicherheitswachen Mühe kostete, den Verbrecher vor der Wut des Publikums zu schützen. An der rechten Hand fühlte Hardt bald nachher hef= tige Schmerzen, auch schwoll dieselbe stark an. Der Arzt stellte eine kleine Verstauchung fest und verordnete vor allen Dingen Schonung. Da tam er denn auf den Gedanken, jetzt Urlaub zu nehmen und nach Wedelstein zu reisen, wohin seine Sehnsucht schon lange gerichtet war. Ganz überraschend wollte er dort eintreffen. Gestern hatte er dem Vater noch geschrieben, daß er vor Weihnachten kaum auf Urlaub würde fommen können, und heute rüstete er sich bereits zur Reise. Seit er von Ernas mutiger Tat gehört und seit sie ihm auf seinen Brief, in dem er als Onkel des geretteten Knaben ihr in gar zu begeisterten Worten Dank und Anerkennung ausgesprochen, recht freundschaftlich ge= antwortet, weilten seine Gedanken Tag und Nacht hei ihr, die er so heiß liebte. Als Hardi am Abend des nächsten Tages im Wedelsteiner Schloß anlangte, traf er weder seinen Later noch die Schwägerin zu Hause. Dieselben waren bei einem adeligen Nachbarn zum Besuch. Auch die Neffen ließen sich nicht sehen. Da spazierte er denn kurz entschlossen ins Dorf, um trotz der späten Stunde Rabens noch zu begrüßen. Parfüm als„ Ungebühr vor Gericht". Eine neue Art von Ungebühr ist vom Schöffengericht II in Hamburg in seiner letzten Sigung festgestellt worden. Als Angeklagter erschten ein junger Mann, der beschuldigt war, einkassierte Gelder an seinen Prinzipal nicht abgeführt zu haben. Dem Delinquenten entströmten Düfte eines Parfüms, die den Vorsitzenden zu der Frage veranlaßten, ob er sich parfümiert habe. Der Angeklagte verneinte und die Verhandlung nahm ihren Gang. Der Angeklagte erhielt schließlich eine Geldstrafe von 20 M. Weil er aber parfümiert im Gerichtszimmer erschienen war, in einer Weise, daß die Verhandlung mit ihm kaum möglich war, und daß nach Schluß der Im Vorgärtchen, aus dem ihm lieblicher Rosenduft entgegenströmt, war Erna gerade damit beschäftigt, ihren Lieblingen, den Blumen, frisches Wasser zu spenden, nach dem sie lechzten, denn der Tag war zu heiß geweser. Wie Hardi sie so sieht mit glühenden Wangen, ganz vertieft in ihre Arbeit, da stößt er vor Entzücken einen Jubelruf aus und streckt seine Arme aus, als wollte er die liebliche Gestalt an sich reißen. Und in ihren strahlenden Augen liest er, daß ihre Freude nicht minder groß. Ganz deutlich steht es in diesen Sternen geschrieben: ,, Nur Dich allein kann ich lieben!" Mann. Er vergißt, daß es außer Erna und ihm noch mehr Menschen auf Erden gibt. Da tommt es wie ein seliger Rausch über den starken ,, Erna, mein süßes Lieb!" sprudelt es über seine Lip ..Jetzt habe ich ja ein Anrecht auf Dich, jetzt darf ich Dir gestehen, wie sehr ich Dich liebe!". pen. Weiter kommt er nicht. Schon ruht die sich sanft Sträubende an seiner Brust, schon brennen seine Küsse auf ihren bebenden Lippen. Ach, das ist doch nur ein „ Hardi, mein Hardi! Traum!" vermag sie nur zu stammeln. Da, ein heiseres Lachen voll Hohn und Spott! ,, Man hat uns belauscht!" ruft Erna aus, und es ist thr, als hätte sie jemand aus dem füßesten Traum ihres Lebens aufgeschreckt. Hardi lächelt und sagt:„ Mögen sie lauschen, mögen sie lachen, Du bist ja mein Lieb, meine Braut. Alle Welk kann das wissen und soll das schon morgen wissen!" Kollege Postbot gruppe gelegen bie Br näher berant der sch der Ei bote st dem ge Selten mentg an ein Diefe danni Stund 29 Durch mit G testen Mareu Bergen und Ri pagner Million Million Deutsch Die An de Tell m Menge des& bestow petn tannte dem Bäffe land wein fchen bei d gemet Lände möglic den it verant um zu Ueber ter vie und di Nach weftlic Ozean Battelli Von S Schiff und T nach S Von T und Ri Mühen Berlin, ftralten Cin einiger Wörter Es war nicht etwa eine Täuschung ihrer Phantasie gewesen, was Erna da gehört und was sie so sehr erschrect. Es stand in der Tat ein Lauscher drüben am Gartenzaun. Und das war Woltersdorf. Als der vorhin den Leutnant zum Dorfe hatte gehen sehen, da tam ihm sofort der Gedanke:„ Sa, er wird Erna besuchen! Und nun geht die Liebelei weiter!" Da fnirschte er mit den Zähnen, ballte die Fäuste und rief aus: Niemals soll der besitzen, was mir versagt ist! Der nicht, der ganz gewiß nicht, und wenn ich zwei Menschenleben auf dem Gewissen haben sollte!" In blinder Eifersucht schlich er dem Leutnant nach, und war dann Zeuge dieses Auftritts. Da vergaß er sich vollends, vermochte nur das höhnische, heisere Lachen auszustoßen und rannte davon, um irgendwo, weitab von die ser Stätte, einen Plan zu ersinnen, der beiden das sichere Verderben bringen sollte. Ach, jetzt wußte er erst, wie sehr er das Mädchen liebte, das er um einer Reicheren willen preisgegeben! Es war freilich eine Liebe ohne einen Funken von dem, was die Liebe adelt und groß macht aber sie war leidenschaftlich und übermächtig. ( F. f.) das den alter bi Der Be bittet m Der Uni che F Raufma Ermün tung un auch ein ginfeffer Beispiel Anreiße Bilans Schäftsve Happer Wuche Reileon Herbam ani in Amfter It tit fir es in Am ach Ablauf er Bahn dort aus rbeten Obe dem Dam end wird die Spitzen . Nach berführt. Heere bei pen große ahthinderni Renyork aufes wird werte und Das Baume 11. Jen wurde her Pich ze erftach eltehene M ichen Goble ma" bet he etötet, 16 r werden n freigefprod d allgemein blichen Red rhandlung Tatbestand nghausen thm acht bei fich a zwischen ih eujahr her ine Trennu nd nahm i en. Aber vi Spaziergan brachte es da rau, den Li einen Reve 18 beide le ab, der die die Waffe u tschlags unt ne gab er r seiner F enen sämtli sprechung Leipziger An ines neugeb eines halba Fund öte die unnati ortung an ale eklärt werden Planmäßigkei en Fällen a äßig erschein In Wien ha n Tage in d um die Lada fizer des rt Lärm Baffanten n Ginbrecher b. Zwet B t. Die Men e herbeigeru brecher vor d Sine neue Hamburg 18 Angeklagt ar, einfaffied haben. Da füms, die de fich parfümie Verhandlu schließlich ein rt im Gerich Die Verhan ach Schluß& ihm noch me ber feine Li h, jetzt darf i die sich jan eine Rüffe a doch nur Spott! us, und es Traum ihre chen, mögen at. Alle Wel wiffen!" rer Phanta fehr erfahre en am Garte er vorhin de tam ihm fofo Und nun ge Eden Zähne oll der befize ewiß nicht, un ewiffen habe Leutnant no vergaß er f re Lachen aus veitab von bi r erit, wie f den bas fidhen eicheren wille e ohne eines b groß mad Berhandlung die Fenster geöffnet werden mußten, wurde er wegen Ungebühr vor Gericht zu einer sofort zu voll Der #tredenden Haftstrafe von drei Stunden verurteilt. Anrüchige" wurde darauf einem Schuhmann übergeben. Schiffbrüchige im Rampfe mit Piraten. Die Passagiere und die Besatzung des in der Nähe von Schanghai unterge angenen Postdampfers" Asia" sind nach einer Meldung des New York Herald" von Piratenbooten umschwärmt wor ben. Durch Revolverschüsse gelang es zwar zunächst, diese pon dem Schiffe fernzuhalten, doch kamen fie, wenn fie auf ber einen Seite vertrieben waren, auf der anderen Seite wieder heran. Schließlich nahmen die Piraten von dem Schiffe Best und brachten die Europäer als Gefangene an Band. Am nächsten Morgen willigten fie ein, diese nach dem Schiff America Maru" zu bringen, wenn ein Kontratt unterzeichnet würde, nach dem teder von ihnen 300 Dollars erhalten sollte. - Die Kaninchen am Brüdenpfeiler. Eine heitere Gechichte wird in einer tschechischen staatswissenschaftlichen Beitschrift erzählt: Der Zöllner der Liebner Brüde, einer provisorischen Holzbrücke, die Prag 8 mit Prag 7 verbin bet, machte an den Prager Magistrat im August vorigen Jahres die Anzeige, daß sich wilde Kaninchen bei einem Brückenpfeller eingenistet hätten und ringsum Löcher graben. Der Magistrat nahm die Meldung zur Kenntnis, bielt fich aber für unzuständig und übergab, da es sich um bas Schicksal von harmlosen Tieren handelte, die Angelegenheit der städtischen Zentralschlachthausverwaltung, zumal das Schlachthaus in der Nähe der Brüde Itegt. Die Schlachthausverwaltung wußte fich nicht zu helfen, fandte aber, da von wilden Kaninchen die Rede war, die Aften an bas Stadtratspräsidium mit dem Vermerk zurück, daß in einer Jagdangelegenheit die Schlachthausverwaltung nicht Buständig fet. Das Präsidium sagte sich, für Brückenpfeiler. haben wir die Hochbauabteilung, und dorthin gingen denn auch die Akten; die Hochbauabteilung aber gal sie, wetl etne Brücke in Betracht fam, an das Wasserbauamt. Dieses überwies wieder das ganze schon angeschwollene Attenbündel an die Statthalteret, Abteilung für Schiffahrt, die den Akt wieder dem Magistrat zurückstellte, weil Kaninchen nicht eine Wasserrechtssache seien. Jetzt war guter Rat teuer, öte Aften konnten nicht mehr wetter wandern, aber man half sich, und es wurde, wie das in Desterreich eben üblich und altgewohnt ist, eine eigene Kommission be ftimmt, die fich dieser Tage in einer Anzahl Wagen aus bem Rathaus zur Brücke begab, um den Lokalaugenschein vorzunehmen; das war ach tMonate nach der Anzeige des Brüdenzöllners. Und beim Lokalaugenschein ergab es sich, baß die Kaninchen inzwischen verschwunden waren; viel= leicht hat sie der Mann an der Brücke gefangen und ver zehrt, was bet den teuren Fleischpreisen wohl begreiflich wäre. Ein schwimmender Postbote. Einen schweren Dienst, um den selbst unsere vielgeplagten Landbriefträger thren Kollegen in der Stofee taum beneiden würden, hat der Postbote von Niua- Foou, einer kleinen Insel der Tongagruppe, zu verrichten. Wenn immer ein Dampfer das abgelegene Etland berührt, liegt dem Postboten die Pflicht ob, bie Briefe von Bord zu holen. Das Schiff kann jedoch nicht näher als bis auf etwa anderthalb Kilometer an die Küste herankommen, und da der Seegang gewöhnlich hoch ist, kann ber schwarze Beamte nicht daran denken, sich des Kanves der Eingeborenen, des Katamaran, zu bedienen. Der Postbote stürzt sich dann kurz entschlossen in die Fluten, tropbem gerade in jenen Meeresstrichen Haifische durchaus keine Seltenheit sind, schwimmt zum Schiffe und nimmt hier die wenig umfangreiche Briefpost in Empfang. Ste wird dann an einer Stange befestigt, um sie vor Nässe zu schützen, und diese Stange über das Waffer haltend, tritt der Schwimmer dann den Rückweg an, der je nach dem Seegang oft mehrere Stunden dauert. Wie viel Champagner in der Welt getrunken wird. Durch die Revolution der Winzer wird dem Welthandel mit Champagner ein schwerer Abbruch getan. Die befanntesten Firmen in Reims, Epernay, Chalons, Ay, Avice und Mareuil, wie z. B. die Firmen Mumm, Moet& Chandon, Sergent, Bumüller, Cliquot, Heidsiek, Jeqqueffen, Chanoine und Rödere, die im allgemeinen den Hauptbedarf an Cham pagner bestreiten, fabrizieren allfährlich durchschnittlich 50 Millionen Flaschen. Der Konsum in Frankreich beträgt 8 Millionen, in England 4 500 000 in Rußland 2 600 000, in Deutschland 2 100 000, in Amerika 9 500 000 Flaschen. Zahlen Die anderen Staaten sind mit geringeren Zum an dem gesamten Champagnerkonsun beteiligt. Teil wird in den einzelnen Staater auch eine ungeheure Menge Sekt verbraucht, der zur Ersparung der Steuer und des Grenzzolls im eigenen Lande hergestellt wird, nichtsbestoweniger aber wird dazu ungeheuer viel Champagnerpetn benötigt. Dieser Champagnerwein, der z. B. von bekannten deutschen Sektfirmen in gewaltigen Mengen aus bem französischen Champagnergebiet bezogen wird, geht in Fässern, aber nicht in Flaschen, unverarbeitet nach Deutschland und den anderen Ländern. Der Konsum an Faßwein beträgt das dret- bis vierfache des Konsums an Flas schenwein. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, daß es sich bei der französischen Champagnerrevolution um eine allgemein interessierende Frage handelt. Fußreise eines Gelehrten um die Erde. Daß man die Länder der Erde am besten kennen lernt, wenn man sle möglichst zu Fuß durchwandert, tst der Grundgedanke, der den italienischen Professor der Geographie Alfredo Battellt veranlaßte, im Oktober 1908 von Neuyork aufzubrechen, um zunächst ganz Nordamerika zu Fuß zu durchstreifen. Ueber Washington ging er nach Chicago und von dort unter vielen Schwierigkeiten durch die Wüsteneien Nevadas und die Urwälder Kaliforniens bis zur pazifischen Küste, Nach einem Abstecher durch Britisch- Kolumbien und den westlichen Teil Kanadas begann die Reise über den stillen Ozean nach Jokohama. Von hier durchwanderte Signor Battellt Japan bis Nagasaki; dann ging es nach China. Von Hongkong führte ihn sein Weg weiter, zunächst per Schiff nach Kanton and dann wieder zu Fuß nach Makao und Tongking. Von Saigon fuhr Battelli per Dampfer nach Schanghat, und von dort marschterte er bis Peking. Von Tientsin wanderte er durch die Mandschurei, Sibirien und Rußland, endlich kam er, unter großen Gefahren und Mühen, nach Deutschland, und augenblicklich weilt er in Berlin, um sich demnächst nach Nordafrika, Indien und Australien und Südamerika zu begeben. Ein Wörterbuch der deutschen Kaufmannssprache. Vor einiger Zeit ist der Plan entstanden, ein geschichtliches Wörterbuch der deutschen Kaufmannssprache zu schaffen, das den gesamten faufmännischen Wortschatz vom Mittelalter bis heute in seiner Entwicklung vorführen soll. In Der Zeitschrift des Allgemeinen deutschen Sprachvereins" bittet nun Alfred Schirmer vom Germanistischen Institut der Universität Leipzig alle Kaufleute, die Sinn für sprachliche Forschung haben, eigentümliche Ausdrücke, die den Kaufmann und seine Tätigkeit betreffen, ihm mitzuteilen. Erwünscht ist dabei die recht genaue Angabe der Bedeutung und Verbreitung des betreffenden Wortes, möglichst auch eine Angabe darüber, wo es sich gedruckt findet. Als Beispiele seien folgende Ausdrücke angeführt: Alter( Chef), Anreißer, ausgefniebelte Preise, Bankrutsch, Bucketshop, einseifen, Ellenreiter, taput, faul, verkracht, frisieren( die Bilanz), Gelbstern, Garnhengst, gehängt, gerieben, Geschäftsverführer, Mantillenstengel, Garnfrize, Kampfpreise, lappern( vom Geschäft), Koofmich, Krawattenfabrikant ( Wucherer), Ladenbienchen, Ladenschwengel, Meßonkel, Reiseonkel, Musterfarg( Koffer). Pinscher( fleiner Kaufmann), Ramscher, Zigarrenfrize, Restefrizze, Schlepper, Zutreiber, Stift( Lehrling), Tippel oder Klafter( Kunde, der nichts kauft), Tippteuse, Klapperschlange u. a. Mordanschlag eines Blinden. In Oberröblingen a. H. erregt der Mordplan, den ein blinder Seiler namens Otto Berger gegen seinen Gönner, den Zimmermeister Goldschmidt schmiedete, Aufsehen. Der Blinde stieg in der Dunkelheit, als der Zimmermeister abwesend war, durch ein offenstehendes Fenster in dessen Wohnung ein und verstedte sich dort, nachdem er einen schweren Zimmermannshammer an sich genommen hatte. Als Goldschmidt nach Hause kam und unterm Sofa den Stiefelfnecht hervorholen wollte, entdeckte er dort den Blinden. Berger, der festgenommen wurde, gestand, daß er geplant habe, seinen Wohltäter, bei dem er größere Geldmittel vermutete, im Salafe zu ermorden und zu berauben. Das Schicksal eines Legionärs. Dem Berner„ Intelfigenzblatt" wird geschrieben: Letzter Tage wurde von Frankreich aus die Nachricht in schweizerische Zeitungen gebracht, der mit dem Kreuze der Ehrenlegion ausgezeichnete Frembenlegionär Haberthür sei in Marseille eingetroffen und werde nach seinem Geburtsort Basel weiterreisen. Es geschah dies mit dem offensichtlichen Zweck, wieder einmal für die Fremdenlegion Reklame zu machen. Wie verhält es sich nun aber mit diesem Haberthür? Er diente im 1. Regiment der Fremdenlegion, das in Marokko verwendet wird. Am 12. Juli 1910 wurde er in einem Gefecht verwundet; ein Schuß zerstörte ihm beide Augen. Haberthür wurde zurückgeschafft und kam schließlich in das Militärhospital. Hier vernarbte die schreckliche Wunde, ohne daß er aber die Sehkraft wieder erlangt hätte. Der arme blinde Soldat konnte in der Fremdenlegion nicht mehr dienen, und da Frankreich für die Kriegsinvaliden der Legion nicht sorgt, so wurde er der ,, Grande Nation" lästig. Man heftete ihm das„ Kreuz der Ehrenlegion" auf den abgeschabten Uniformfittel und ſpedierte ihn nach seinem Geburtsort, der Stadt Basel, zurüd. Nun können und müssen seine Angehörigen oder seine Vaterstadt für den armen blinden Legionär sorgen; dafür darf er dann sein ,, Kreuz" Spazieren tragen." Dieser Fall zeigt wieder einmal so recht, welchen Gefahren junge Männer, die sich in die Fremdenlegion anwerben lassen, entgegengehen. Sie werden ausgebeutet und, wenn sie nicht mehr brauchbar sind, in ihre Heimat abgeschoben, wo ste, wenn niemand sich ihrer annimmt, an den glorreichen Erinnerungen an französische Dienste zehren und dabei verhungern. Warnung vor„ reichen Bräuten". Die rumänische Regierung sieht sich veranlaßt, vor einem Berliner Heiratsbureau Sch. zu warnen. Dies annoncierte in den rumänischen Blättern, daß es für Damen, welche 150 000 bis eine halbe Million Frank Mitgift hätten, Heiratskandidaten suche. Es erhielt aus Rumänien massenhaft zuschriften, auf welche es in Briefen antwortete, die nur gegen eine Nachnahme von zwanzig Frank ausgefolgt wurden. In jenen Briefen befanden sich immer sechs Damenphotographien, bei welchen das Nationale und die Höhe der Mitgift angegeben waren. Wenn auf Grund dieser Photographien die Heiratslustigen aus Rumänien abermals an das Bureau schrieben, erhielten sie keine Antwort. Die Bukarester Polizet stellte fest, daß sett Wochen täglich 60-80 Nachnahmesendungen zu 20 Frant am Butarester Hauptposts amt eintrafen. Die rumänische Regierung rief gegen den Inhaber des Bureaus in Berlin die diplomatische Intervention an. Ihre Schritte sollen vergeblich gewesen sein, da dieser alle Formalitäten des Gesetzes beachtete und die betreffenden sechs Damen tatsächlich existierten. Nur soll der Leumund dieser Damen sehr schlecht gewesen sein. Sie wurden dafür honoriert, daß sie dem Bureau ihre Photographien zur Verfügung stellten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. 200 000 Mark für ein Buch. Aus Neuyork wird gemeldet: Eine Gutenbergbibel warde gestern auf einer Auktion für 50 000 Dollars verkauft. Das ist der zweithöchste Preis, der jemals für ein Buch bezahlt wurde. Den nächsthöchsten Preis erzielte ein Mainzer Psalter vom Jahre 1488, für den 24 750 Dollars bezahlt wurden. Ein neues amerikanisches Forschungsinstitut. Zurzeit wtrò in Amerika eine Summe von 1 200 000 Dollars ge= sammelt, um ein großes chemisches Institut für das Studium der Chemie und für chemische Forschung zu errichten. Das dürfte die größte chemische Studienanstalt werden. Gleichzeitig beginnt die Harvard- Universität in Cambridge in diesem Frühjahr die Einrichtung eines neuen chemischen Laboratoriums, das etwa 100 000 Dollars erfordern wird. Durch einen Spiegle wahnsinnig geworden. Ein höchst interessanter Prozeß wird, wie der„ Inf." aus London geschrieben wird, in den nächsten Tagen dort zur Verhandlung kommen. Es handelt sich um eine Klage gegen den jungen Lord L., einen Vertreter der angesehenten Namen Englands. Die Klage lautet auf Körperver= Jezung und ist von den Eltern eines jungen Mädchens aus bem Mittelstande angestrengt worden. Lord L. stand sett Monaten im freundschaftlichen Verhältnis mit Rosy Hundwich, die er auf einem Künstlerinnenfeste kennen gelernt hatte. Aus dieser Freundschaft entwickelte sich allmählich eine starke Bunetgung, und, wie Eingeweihte wissen wollen, hatte der Lord sogar die Absicht, das junge Mädchen heimzuführen. Natürlich widersetzte sich die ganze Familie diefer Verbindung, und der junge Lord mußte Kämpfe durchfechten, um in den endgültigen Besitz der Geliebten zu kommen. Da wurde ihm eines Tages die Nachricht zuteil, daß seine Geliebte es mit der Treue nicht allzu genau nehme, daß man fte des öfteren an der Seite anderer Herren im Theater und auf der Straße sowie auf den Turfplägen sehe. Der Lord ließ Miß Rosy beobachten, und er fand seine Ansicht bestätigt. Sein 3orn und sein Schmerz war ungeheuer, namentlich, da er eben im Begriffe stand, sich von seiner gesamten Familie loszusagen, einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, und die Erwählte seines Herzens heimzuführen. Es folgten nun Szenen, deren Heftigkeit das funge Mädchen erschreckten und einschüchterten. Miß Rosy gelobte Besserung und Lord Robert L. verlangte, daß sie während der Zeit von acht Tagen Buße tun sollte. Zu diesem Zweck befahl der junge Mann seiner Braut etn Zimmer, das er für diesen Zweck genommen hatte, nicht zu verlassen, mit keinem Menschen zu sprechen und auch kein Buch zu lesen. Der Raum war prächtig ausgestattet, namentlich waren die Wände kostbar. Sie bestanden vollstän= dig aus Spiegelschetben, und diese Spiegel hatten den Zweck, der jungen Dame fortwährend ihr Antlig vorzuhalten, da= mit ste es betrachte, und sich im eigenen Angesichte Besserung gelobte. Miß Rosy bezog ihr prachtvolles Gefängnis. 3u= erst hauste sie ganz ruhig und still darin, sprach mit der alten Dienerin einige Worte, allerdings nur das Nötigste, und tat offensichtlich Buße. Im Laufe der Tage und Nächte, die das junge Mädchen zum Teil wachend zubrachte, befam es vor dem ewig wiederkehrenden Bilde des eigenen Gesichtes ein solches Grausen, daß der Verstand sich zu verwirren begann. Immer versuchte sie dem Spiegelbilde auszuweichen, und von allen Seiten grinste und lächelte ihr thr eigenes Bild catgegen. Da wurde eines Moraena die alte Dienerin durch ein fürchterliches Poltern herbeigeru fen. Miß Rosy schlug mit beiden Fäusten in die Spiegelwände, die Scherben flogen herum, flogen ihr in das Ge ficht, fie achtete nicht darauf, fie schlug hinein, nur, um nicht mehr das Bild zu sehen, vor dem sie ein solches Grausen bekommen hatte. Der sofort herbeigerufene Arzt konstatierte, daß Tobsucht ausgebrochen sei, die wahrscheinlich un heilbar sei. Die Ursache führte er auf die Einfamkeit in einem Zimmer zurück, in dem das junge Mädchen nichts zu sehen bekommen hätte, wie ihr eigenes Spie gelbild. Die Eltern von Rosy haben nun gegen den Lord die Klage angestrengt und man ist in London auf den Aus gang dieses Prozesses nicht wenig gespannt. Telegraph and Telephon in unseren Kolonien. Der Postdienst in den Kolonien ist wegen der unweg famen Straßen und wegen des Urwaldes äußerst beschwerItch. Die Schwierigkeiten, die dem Postdienst entgegenste hen, werden aber noch viel größer, wenn es sich darum handelt, Telegraphenlinien durch den Urwald, durch kahle Steppen und Sümpfe zu legen. Sehr interessant plaudert darüber ein amerikanisches Blatt. Bei dem Bau einer sol₁ chen Telegraphenlinie bahnt sich eine kleine Armee von vielen Hunderten schwarzer Träger, die durch die angetrau ten Gattinnen und häufig auch durch entfernt stehende Da men noch vermehrt wird, langsam den Weg durch den Urwald. In einer Breite von ca. 120 Fuß wird eine Straße durch den Busch geschlagen, in deren Mitte der elektrische Draht gespannt wird. Bei der Anlegung einer solchen Tes legraphenleitung auf der Strecke von Tabora nach Muansa am Viktoriasee in Deutschostafrika hatten die Arbeiter eines Morgens das seltsame Schauspiel, daß sich unter einem Haufen von Baumstämmen, die zu Telegraphenstangen be= arbeitet werden sollten, eine Riesenschlange befand, die sehr erstaunt war, in threm Schlummer gestört zu werden. Da es ein schönes Exemplar war, wurde sie mittels Netzen gfangen und einem Agenten Hagenbecks übergeben. Fern sprecher und Telegraph haben sich in allen afrikanischen Schutzgebieten bei der farbigen Bevölkerung schon sehr eingebürgert und werden viel benutzt. Geburtstagsglückwünsche, Hochzeitsgrüße usw. sind keine Seltenheit. Das Telephon erfreut sich besonders Sonntags großer Beliebtheit. In der Regel sind die ausgetauschten Nachrichten harmloser Art, es werden Gesundheit, Geschäfte, Palaver( Versammlungen), besprochen. Es kommen aber auch recht aufgeregte Unterhaltungen vor. So hielt einmal in Duala( Kamerun) eine schwarze Soldatenfrau ihrem Gatten eine lange Gardinenpredigt darüber, daß er ohne ihre Zustimmung nach einer Nachbarstation abfommandiert worden sei, und fonte sich auch dann noch nicht beruhigen, als der Telephon= beamte die Verbindung längst gelöst hatte. Die Zahl der Gespräche zwischen Farbigen ist nicht unbedeutend. In Duala z. B. betrugen die Einnahmen aus solchen telepho nischen Gesprächen im Jahre 1907 7000 Mark. Sehr zahl reich sind die bei den deutschen Postvorstehern von Schwarzen eingelaufenen Gesuche um Anstellung, Teuerungszu lagen, Versetzungen und Vorschuß. Hier beispielsweise ein solches Gesuch: Duala, 29. 11. An das Kaiserliche Postamt, Duala. Wundern Sie nicht um meinen Brief zu sehen. Im Laufe dieser Woche habe ich von Erzählungen erfahren, daß Sie Postgehilfen haben wollen. Ich merke hiermit, daß ich an der Baptistenmissionsschule vom 5. August 1901 bis 8. Jult 1907 besuchte. Das Zeugnis, welches ich von dort bekommen habe, ist auch mit mir. Ich hoffe eine gute Antwort von Sie zu bekommen und zeichne hochachtungsvoll Ihr Ernst Muange, Bonaka, Bonabella, Duala." Drabtnachrichten und neuestes. Kein Empfang König Peters. Wien, 27. April. Die veränderten Dispositionen des Kaisers für den Aufenthalt in Ungarn haben, als sie gestern abend im Kreise einer beschränkten Oeffentlichkeit befannt wurden, außerordentliches Aufsehen erregt. Es ist klar, daß die Absage, beziehungsweise die höfliche Ableh nung des Besuches König Peters von Serbien in Budapest nicht ausreichend mit dem Gesundheitszustande des Kaisers motiviert ist, zudem gleichzeitig versichert wird, daß er zu feinerlei Besorgnis Veranlassung gibt. An maßgebender Stelle im Auswärtigen Amt wurde auch offen zugestanden, daß die maßlos beleidigende Agitation, die in Belgrad gegen die Reise König Peters nach Budapest entfaltet wurde, den Grund für den Verzicht auf den Empfang des Vertreters des serbischen Volkes bildete. Große Arbeiteranssperrungen in Dänemark. O Kopenhagen, 27. April. Die Arbeitgeber haben die Einigungsvorschläge der Arbeiter rundweg abgelehnt. Da die Arbeiter ihre Vorschläge als Ultimatum bezeichneten, steht zu erwarten, daß, wenn die Bedingungen der Arbeitgeber nicht noch in letzter Stunde angenommen werden, heute weitere 40 000 Arbeiter ausgesperrt werden. Sein eigenes Kind überfahren. Berlin, 27. April. Als ein Kutscher mit seinem Wagen burch die Urbanstraße kam, hielt er vor seiner Wohnung, um seiner Frau eine Mitteilung zu machen. Sein dreijähriges Kind begleitete ihn auf die Straße und lief, ale er wieder losfuhr, plötzlich von der Seite unter die Räder des Wagens und wurde überfahren, ohne daß der Vater von dem Vorgang etwas wahrnahm. Erst als er durch das Schreien der Passanten aufmerksam wurde, bemerkte er zu seinem Entsetzen, daß er sein eigenes Kind überfahren hatte. Gesundheitsschädliche Milch. M.- Gladbach, 27. April. Hier ist amtlich festgestellt wor= den, daß Milch in ungekochtem Zustande in den Handel gebracht wird, die aus durch Maul- und Klauenseuche verseuchten Ställen stammt. Die Polizeiverwaltung hat ihre Beamten angewiesen, wegen der Gesundheitsgefahr bei solcher Milch mit rücksichtsloser Strenge vorzugehen, und sie weist darauf hin, daß derartige gewissenlose Uebertretun gen nicht mit Geldbußen, sondern mit Gefängnis bestraft werden. Schrecklicher Selbstmord. Rom, 27. April. Der populäre Romanschriftsteller Emilio Salgari beging aus Schmerz über den Wahnsinn seiner Gattin grausigen Selbstmord. Er begab sich unweit Turin in den Wald, wo er sich mit einem Jagdmesser den ganzen Leib aufschlitte und dann noch den Hals durchschnitt. Gefährliches Rettungswerk. Montecarlo, 27 April. Am Kap Martin fiel gestern eine Dame in das Wasser und wurde von dem württembergischen Leutnant a. D. Niemilla gerettet. Die Tat ist umso bemerkenswerter, als Niemilla noch an den Folgen seines im Februar in Pau erlittenen Aeroplanunfalles leidet und als bet kap Martin der Wellenschlag besonders start ist. Eine von den Holländern okkupierte Insel. Manilla, 27. April. Nach einer Meldung aus Jolo sollen die Holländer die Insel Palmas in Besitz genommen, die amerikanische Flagge niedergeholt und die holländische aufgepflanzt haben. Die Vereinigten Staaten haben keinen Protest erhoben, da die Insel für sie wertlos ist. Die Ueberschwemmungen in Buenos Aires. Buenos Aires, 27. April. Die Ueberschwemmungen dauern an und erreichen in den unteren Stadtteilen eine Höhe von zwei Metern. Auch eine Anzahl Dörfer ist überschwemmt. 3ahlreiche Häuser sind eingestürzt und haben viele Personen unter den Trümmern begraben. Tausende von Personen find obdachlos. Man befürchtet, daß viele Bewohner, die während der Nacht in den überschwemmter Säufern im aufgehalten haben ertrunken fins Bürgerverein Gießen. 2 Freitag, den 28. April cr., abends 8½ Uhr, im Saale des Hotel„ Einhorn" Haupt- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorsitzenden, 2. Rechnungsablage und Entlastung des Rechners, 3. Vorstandswahl, 4. Rechtzeitig angebrachte An. träe, 5. Verschiedenes. 9 Uhr Allgemein. Bürgerversammlung. Tages- Ordnung: Verkehrsfragen für Gießen. ( Verlegung der städtischen Aemter in die alte Klinik, die Errichtung einer Universität Frankfurt a M., Einjährig Freiwilligen Einstellung beim Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, die projektierte Hinterlandbahn, Vichtransport durch die Bahnhofstraßr, Bahnstetgspecre, Eisenbahn- Verkehrsfragen 2c) ( 227) Zu dieser Versammlung laden wir unsere Mitglieder sowie die Bürgerschaft freundl. ein und ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand: Valentin Müller. Sprachschule für Giessen. Engl. und französ. Unterricht durch akadem. gebild. und geprüfte nationale Lehrkräfte. Die The Linguist School ( Mainz, Wiesbaden etc.) beabsichtigt in Giessen eine Nebenschule zu errichten. Es wird am Montag, 1. Mai, abends 84 Uhr m Café Metropol, Plockstrasse, eine Engl. Gratisprobestunde abgehalten werden, um dem Publikum eine Idee des Unterrichts nach The Linguist erfolgr. Methode zu geben. Gleichzeitig wird Mr. A. R. Cusden( von der Universität in London) einen englischen Gratis- Vortrag über ,, The Evolution of the Modern Method of Teaching Languages" ( 220) abhalten. Das verehrl. Publikum wird hierdurch höflichst eingeladen. Bund der VersicherungsVertreter Deutschlands E. V. Zwecks Gründung eines Verbandes Gießen mit Anschluß an den Bund der Versicherungs- Vertreter( z. Zt. schon 40 Verbände im ganzen Reiche) zur Förderung und Wahrung der Standesinteressen, werden die V treter des Versicherungs- Wesens zu einer Zusammenkunft am Sonnabend, den 29. April abends 84 Uhr eingeladen Die Versammlung findet im Hotel Schüß Bahnhofstraße statt und wird der Generalsekretär des Bundes über Ziele und Zwecks desselben sprechen. Bei der Wichtigkeit der Sache werden alle Kollegen herzlich und dringend um ihr Erscheinen gebeten. Der vorbereitende Ausschuß. Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 Telephon 828 Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. 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