ป el häft phon 828 ungen, che lack, Matratzen Her Polster ceeller fach termöbel B tter nd Kunft and obe 41 nchen Redaktion, Tante Aus rfer- Blätter frei! 337 ohlen 3tr. 70 90 8, 75 " prcisen: melierte und Bram sund Zechn er Str. 15 Jahrgang diese Sinne moder bei billigste matschrift mächst den groe orvollen Roma Junte Kuh If Presber stark und te voll geschrie man Freiheit esbet Dill träge erzähl. A Bethge- Geor Palma Hugo von Hoffer in Henry Mack des Heft bring eine Fülle v unterhalte ehrder Art ng der Zeitere Wort und B e Kunstblätter und Tondr t. Sämmtliche chlag. ranko telle: avenerstr. 28 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter". Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 50* Telephon: Nr. 362. Nur 50 Pfennig kostet 1 Probeabonnement. Neue Leser erhalten unser Blatt, sowie auf Wunsch einen bereits erschienenen Roman in Broschürenform geliefert. umsonst Der Verlag. Reichstagswahlvorbereitungen. -e Gießen, 28. Febr. Uebermorgen Donnerstag, abends 8 Uhr, wird der Kandidat der Wirtschaftlichen Vereinigung, Oberlehrer Dr. Werner, hier im Saale des Cafe Leib sprechen. Außerdem auch der noch als sehr gewandter Redner bekannte Stadtverordnete Rippel- Hagen. Alle Wähler der Stadt und näheren Umgegend sollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nachdem der freisinnige, der nationalliberale und der sozialdemokratische Kandidat hier gesprochen, nun auch Dr. Werner noch mit anzuhören. -e Gießen. Am vergangenen Sonntag haben sei tens der Wirtschaftlichen Vereinigung im hiesigen Wahlfreis 15 Wählerversammlungen stattgefunden. Ganz besonders gut besucht waren die in Grünberg und Nieder- Ohmen, wo Oberlehrer Dr. Werner und Reichstagsabgeordneter Graef gesprochen haben. - Wetzlar, 28. Febr. Am vergangenen Sonntag fanden in Frankenbach, Erda, Mudersbach, Gr. Altenstädten, Ober- und Niederlemp stark besuchte christlich- soziale Versammlungen statt. In den ersten drei sprach Redakteur Raffenbeul- Bielefeld, in den letzten drei Parteisekretär Albertsmeier- Dillenburg. In sämtlichen Versammlungen wurden die Lügen, die von gegnerischer Seite über den Abgeordneten Behrens verbreitet worden sind, daß er für die Zündholz, Tabat- und Kaffeesteuer gestimmt hätte, widerlegt. Wie bekannt, hat Behrens gegen diese Steuern gestimmt. Ebenso wurde die„ Wetzlarer Zeit ung" empfohlen. Von den letzten drei Versammlungen liegen uns eingehende Berichte vor, die wir aber wegen Raummangel nicht wiedergeben können; nur das wollen wir hervorheben, daß in allen sechs Ortschaften große Begeisterung für die christlich- soziale Sache herrscht. -b- Rodheim a. d. Bieber, 28. Febr. Heute abend 8 Uhr findet eine Versammlung der christlich- sozialen Partei beim Gastwirt Schlierbach statt, in der Parteisekretär Riffel über die politische Lage sprechen wird. * Nierstein. Am Sonntag fand hier eine Wahlkreiskonferenz der Christlich- sozialen Partei für den Kreis um Stellung zur Mainz- Oppenheim statt, nächsten Reichstagswahl zu nehmen. Es ist eine eigene Kandidatur geplant. Aus dem Parteileben. Essen. Am 20. Febr. fand hier ein gut besuch ter christlich- sozialer Bezirksparteitag statt, den Bezirksvorsitzender Pastor Ke u del eröffnete und leitete. Der Bezirksbericht ergab ein günstiges Bild der Entwickelung. 377 Versammlungen wurden im verflossenen Jahre abgehalten und von 6243 Personen besucht. Etwa die Hälfte der Besucherzahl konnte in den verschiedenen Formen organisiert werden. Die Wahl des Vorstandes ergab die einstimmige Wiederwahl des alten. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Vortrag des Reichstagsabgeordneten Behrens. Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser wurde der Parteitag geschlossen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. Februar. *) Gießen. Die hessische Oberbergbehörde hat der Gewerkschaft Vogelsberg zu Gießen auf Mutung vom 20. August 1909 für das Bergwerk„ UI= Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer " des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 28. Februar 1911 rich" in den Gemarkungen Feldkrücken, Rebgeshain, Ulrichstein, Rudingshain, Kreis Schotten und der Gemarkung Engelrod, Kreis Lauterbach mit einem Felde von 2 000 000 Quadratmetern, ferner für das Bergwerk Grüner Berg" in den Gemarkungen Rebgeshain, Ulrichstein, Feldfrücken, Rudingshain, Kreis Schotten und der Gemarkung Engelrod, Kreis Lauterbach mit einem Felde von 2 000 000 Quadratmetern, weiter für das Bergwerk„ Hochland" in der Gemarkung Herchenhain, Kreis Schotten und der Gemarkung Grebenhain, Kreis Lauterbach, mit einem Felde von 1 999 999 Quadratmetern und für das Bergwerk„ Hartmann" in den Gemarkungen Hartmannshain und Herchenhain, Kreis Schotten und Bermutshain und Grebenhain Kreis Lauterbach mit einem Felde von 1 999 999,835 Quadratmetern, zur Gewinnung der in diesen Feldern vorkommenden Eisenerze die Bergwerks- Eigentumsrechte verliehen. Gießen. Am Samstag fanden bei starker Beteiligung die Kaufmannsgerichts- Wahlen statt. Es wurden gewählt: Adolf No 11, Fr. Hol= terhoff, August Noll und Moritz Strauß als Arbeitgeber; Karl Schwarz, Heinrich Emrich, Hch. Wahl und Emil Albert als Handlungsgehilfenvertreter. In -ö- Gießen, 27. Febr. Und dräut der Winter noch so sehr, es muß doch Frühling werden! Das Wetter weiß jedoch augenblicklich noch nicht recht wie es werden will, einmal ist es ganz wie im Frühjahr, dann aber wieder stürmt's und schneit es. Ja, der Winter ist ein starker Geselle, der sich so leicht nicht werfen läßt! der Natur aber geht es trotzdem merklich aufwärts. Die Tage haben schon wesentlich zugenommen. An Bäumen und Sträuchern beginnen die Knospen zu schwellen, Fink und Amsel schlagen, Stare pfeifen und sogar eine Lerche ließ gestern früh am Philosophenwald ihre jubilierenden Töne vernehmen. Auch im Menschenherz erwacht neues Hoffen, neues Sehnen. Gießen. Am Sonntag hielt Herr Hir 3- Sie gen im Evang. Arbeiterverein einen Vortrag über:„ Die Gewerkschaftsfrage". * Gießen. Die Lahn und ihre Nebenflüsse führen Hochwasser. Bei Kirchhain ist das ganze Wiesental überflutet. -ö Ettingshausen. Pfarrer Nies veranstal= tete in unserer Kirche zugunsten der Kleinkinderschule zwei sehr gut besuchte Lichtbilderabende. Der erste Lichtbildervortrag zeigte„ Luthers Leben und seine Zeitgenossen", der zweite behandelte eine Reise nach Palästina. * Viernheim. Das größte Dorf Hessens ist nach der neuesten Volkszählung unsere Gemeinde, die jetzt nahezu 10 000 Einwohner zählt. * Alsfeld. Mit dem am 31. Juli stattfindenden hiesigen Prämien- und Pferdemarkt wird eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten verbunden. Der Vertrieb der Lose ist für das ganze Großherzogtum gestattet. Lauterbach. Der Großherzog übernahm bei dem kürzlich geborenen 7. Sohne des hiesigen Schlachthausverwalters Faust die Patenstelle. Wetzlar, 28. Febr. Unsere Hausfrauen werden sich gewundert haben, als Sonntag morgen lehmgelbes Wasser aus den Leitungen zum Vorschein kam. Wie uns mitgeteilt wird, hat im Quellgebiet Oberbiel ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. Probenummern 23. Jahrg. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. gen Kommission. Von den 18 Prüflingen bestand nur ein einziger. Darmstadt. Der Landesverein vom Roten Kreuz hat als Nachfolger des verstorbenen Wirklichen Geheimerats D. Buchner Exz. den Generalleutnant Korwan zu Darmstadt zu seinem Vorsitzenden ge= wählt. Darmstadt. Die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe beabsichtigt demnächst einen Kurs in statischer Berechnung einfacher Baukonstruktionen für Handwerker und Techniker zu veranstalten. * Darmstadt. Bei der Ersatzwahl eines Mitgliedes der Ersten Kammer durch den im Großherzogfum genügend mit Grundeigentum angesessenen Adel ist Philipp Frhr. Wambott von Umstadt zu Birkenau gewählt worden. * Darmstadt. Die drei Gesetzentwürfe zur hessischen Verwaltungsgesetzrevision, Städteordnung, Landgemeindeordnung und Verwaltungsrechtspflege, sollen bis zum 1. April endgültig zur Verab= schiedung gebracht werden. Darmstadt. Dem landwirtschaftlichen Bezirksverein zu Mannheim und dem badischen Rennverein wurde die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose am 3. Mai 1911 auszuspielen. In Hessen dürfen nur mit dem hessischen Bulassungsstempel versehene Lose zum Ver= trieb gebracht werden. * Mainz. Der Verband der mittleren Staats= eisenbahnbeamten des Verwaltungsdienstes veranstaltet unter seinen Mitgliedern eine Lotterie, um die von ihm in Aussicht genommenen Wohlfahrtseinrichtungen zu fördern. Die Lose können im ganzen Großherzogtum zur Ausgabe gelangen. - * Niedershausen. Die viel genannte 100 Millionenerbschaft des holländischen Admirals Würz, auf die ein großer Teil der Einwohner unseres Ortes nicht für Niedershausen geringe Hoffnungen setzte, scheint wenigstens ins Wasser gefallen zu sein. Wie jetzt gemeldet wird, ist der holländische Admiral Paul Würz am 30. Oftober 1612 in Husum( Schleswig- Holstein) geboren. Darnach dürfte die Ansicht, daß der 1619 in fraglichen Erblasser, auf einen Irrtum beruhen. Niedershausen geborene Paul Würz identisch sei mit dem Der Sänger an seinem eigenen Grabe. Daß ein Verstorbener bei seinem Leichenbeein Rohrbruch stattgefunden. Die Wasserversorgung gängnis durch die Schönheit und den Wohllaut seiner der Unterstadt erfolgt jetzt aus der Pumpstation Hermannstein. -b- Rodheim a. d. Bieber, 28. Febr. Die Prüfung in der Gewerbeschule fand am Sonntag durch den Gewerbe- und Schulinspektor Kern aus Wiesbaden statt. Der Prüfung wohnte weiter bei der Vorstand des Lokal- Gewerbevereins und Ortsschulinspektor Pfarrer Vömel. Lehrer Jäckel prüfte im Deutschen, Inspektor Kern im Rechnen. Nach Beendigung der Prüfung fand eine Besichtigung der im Laufe des SchulJahres angefertigten Fachzeichnungen statt, die allgemein befriedigten. Besonders lobenswert sprach sich GewerbeSchulinspektor Kern über die guten Schulräume und deren Einrichtung aus. -5- Kirch vers( Kr. Marburg). Nachdem seit Jahren in unserer Gegend von Wilddieben nichts gemerkt wurde, ist am 22. Februar im hiesigen Jagdbezirk 2 ein starker Hirsch gewildert worden. Für die Ermittelung der Täter sind von den Jagdpächtern 20 Mt. als Belohnung ausgesetzt. - Wetzlar, 28. Febr. Amtsgerichtsrat Grundmann ist am Sonntag morgen nach kurzer Krankheit im Alter von 51 Jahren am Gehirnschlag verschieden. Darmstadt. Ein sehr ungünstiges Ergebnis hatte die Einjährig- Freiwilligen- Prüfung vor der hiesitrau eigenen Stimme der Trauerfeier Weihe und Stimmung gibt, ist sicherlich kein alltägliches Ereignis. Die ernden Hinterbliebenen und Freunde des italienischen Schuhmachers Pietro Ficto, der 1910 in seiner neuen Heimat, in Washington, starb, haben dies ungewöhnliche miterleben dürfen. Der biedere Schuhmachermeister, so berichtet der„ Italo- Americano", war ein leidenschaftlicher Musikfreund; er verfügte über eine schöne Stimme und seine ersten Ersparnisse benutzte er dazu, sich ein Grammophon zu kaufen. Aber seine Liebhaberei ging so weit, daß er bei der Grammophongesellschaft selbst einige Lieder sang, von denen er sich Platten herstellen ließ. Da Pietro nicht über genügend Geld verfügte, um sich bei seiner Beerdigung den Luxus eines Sänger= zu leisten, chores- ein alter Brauch seiner Heimat so verfügte er in seinem Testamente, daß bei dem Begräbnis sein Grammophon benutzt werde. Und während der Sarg mit dem Toten in den Schoß der Erde gebettet wurde, ertönte aus dem Grammophon die Stimme des Verstorbenen, der sich selbst den Grabgesang anstimmte, das„ Ave Maria" von Gounod und die Serenade der Engel. Das Grammophon und die 72 Platten, die Pietro hinterlassen hat, werden der greisen Mutter des dahingegangenen sangesfrohen Schuhmachermeisters nach Italien geschickt werden. famil. in Gle Deutscher Reichstag. Achtung vor Gesetz und Recht vernichtet wird. Abg. Raab ( w. Bg.) meinte, auch Vorgesetzte werden durch untergebene mißhandelt. Die Juden seien ein unfriegerisches Volk und burchaus als Offiziere nicht geeignet. Ein inzwischen eingegangener Schlußantrag wurde infolge der Raabschen Rede zurückgezogen, so daß am Montag die Beratung weitergeht. Die Immenstadter Wahl. Es digenden Erklärungen, die von der Reichsfinanzverwal tung über die Dedungsfrage abgegeben werden konnten. Ein Aufruf zur Sammlung eines konservativen Wahl. fonds wird von der Kons. Korr." veröffentlicht. heißt in dem Aufrufe u. a.:„ Von allen Seiten läuft man Sturm gegen die konservative Partei. Ein Wahlkampf von kaum je gekannter Heftigkeit steht uns bevor. Unsere gesamten konservativen Interessen stehen dabei auf dem Spiele. Alles, was wir geistig, wirtschaftlich, kulturell und sozial unser nennen, ist in Gefahr." Die mit Spannung erwartete Erfazwahl für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Schmid im sechsten schwäbischen Reichstagswahlkreise Lindau- Immenstadt, die am Sonnabend stattfand, hat die Notwendigkeit einer Stichwahl zwischen dem Zentrumskandidaten und dem Liberalen ergeben. Es erhielten Amtsrichter Emminger( Bentr.) 11 856, Rechtsanwalt Thoma( liberal) 10 588, Goelzer ( Sozialdemokrat) 3808 Stimmen. In der Hauptwahl 1907 hatten das Zentrum 12 013, die Liberalen 10 633, die Sozialdemokraten 1999 Stimmen. 3entrum und Liberale, zwischen denen jetzt wieder die Stichwahl ansteht, sind sich in ihren Stimmen aber annähernd gleichgeblieben, während die Sozialdemokraten, welche den Liberalen in der Stichwahl hel= fen wollen, ihre Stimmenzahl nahezu verdoppelt haben. Wie aus den angegebenen Zahlen hervorgeht, ist der Rückfall dieses bis 1878 von dem Nationalliberalen Völk vertretenen Wahlkreises an die Liberalen so gut wie sicher, da die Sozialdemokraten ihre Wahlhilfe zugesagt haben. Auch die Wahlbeteiligung von etwa 85 oder 86 Prozent ist zu erheblich, als daß genügende Reserven für einen Sieg des Zentrums noch herauszuholen wären. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß am heutigen Montag abermals um ein bisher vom Zentrum vertretenes Mandat, nämlich das nennte Königsberger( Allenstein- Rössel), gekämpft wird. Rundschau vom Cage. Politisches. Eine Ergänzung des freisinnigen Parteiprogramms ist beabsichtigt. Der geschäftsführende Ausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei hat eine Kommission zur Ausarbeitung von Sonderprogrammen gewählt, die als Anhang zum allgemeinen Parteiprogramm die Forderungen der Fortschrittlichen Volkspartei auf dem Gebiete der Landwirtschaft, der Arbeiterschaft und des Handwerks behandeln sollen. Der Aufenthalt des Kaisers in Wilhelmshaven wird vom 5. bis 7. März dauern. Der Kaiser, der auf dem Flottenflaggschiff„ Deutschland" wohnen wird, wird der Bereidigung der Marinerekruten am 5. März beiwohnen, die neuen Werft- und Hafenanlagen, den seiner Vollendung entgegengehenden Linienschiffsneubau„ Ostfries= land" sowie den Ersatzbau für den kleinen Kreuzer„ Condor" besichtigen, und auf einer Fahrt nach Helgoland sich von den Fortschritten der Arbeiten zur Befestigung der Insel und des Hafenbaues überzeugen. Der Reichstag fette am Sonnabend die zwette Beratung Des Militäretats fort. Der konservative Abg. Gans Edler u Putlig erblickte in dem vorliegenden Etat den Beweis, paß die Bestrebungen, größere Uebersichtlichkeit herbeizuführen, nicht ohne Erfolg geblieben sind. Redner bat den Artegsminister, dem Luxus in der Armee wie bisher entgegenzutreten. Eine Bevorzugung des Adels in der Armee gebe es nicht. Das seien reine Redensarten. In Baden ollten Soldaten offen für die Sozialdemokraten agittert baben. Diese Blüte des Großblocks beweise, wie der Großblock die Verhältnisse verwirre. Auf der Zucht des Heeres beruhe seine Festigkeit und die des preußischen Staates. Das fönne uns kein anderer Staat nachmachen. Unser Heer fet ein Volksheer. Der folgende Redner, der nationalliberale Abgeordnete Paasche stimmte in das Lob der Armee im allgemeinen ein, aber auf die Kritik dürfe man nicht verzichten, und deshalb set der Erlaß des Kriegsministers über den Verkehr zwischen Offzieren und Abgeordneten zu bedauern. Ein Volksheer in dem Maße, wie man es wünschen müsse, sei das Heer nicht, viele wehrfähige Män ner würden nicht zum Dienst ausgehoben, und in zahlreihen Regimentern sete sich, obwohl der Kriegsminister selbst es nicht billige, das Offizierkorps noch immer ausschließlich aus Adligen zusammen. Bei der Qualifikation der Offtatere solle die Tüchtigkeit entscheiden, konfessionelle Rückfichten dürften nicht obwalten, politische aber könne man nicht ausschalten, solange die Sozialdemokratie auf threm gegenwärtigen Standpunkt stehe. Der Pole Brandys meinte, der bewaffnete Friede wäre zu teuer bezahlt, namentlich das platte Land sei zu schwer belastet. Den religiösen Be= dürfnissen der Soldaten, auch der polnischen, müsse man auf Jede Weise entgegenkommen. Die Polen würden aber, obwohl sie staatserhaltend seien, auch im Heere zurückgesetzt. Der Abg. Liebermann v. Sonnenberg( wirtsch. Vg.) erklärte, die an der Armee- und Militärverwaltung geübte Kritik set größtenteils unberechtigt, namentlich von der sozialdemokratischen Seite sei wenig übriggeblieben. Den Wünschen der Handwerker fönnte man wohl mehr entgegenkommen. Wenn wieder Wünsche laut geworden seien, die Gehälter gewisser Beamten zu erhöhen, so müsse unbeschadet der Ausmerzung vielleicht vorgekommener Fehler endlich Ruhe eintreten. Erhöhe man jetzt wieder eine Kategorie, so werde das wieder eine Schraube ohne Ende. Der Erlaß des Kriegsministers über den Verkehr zwischen Offizieren und Abgeordneten sei zu billigen, er beziehe sich nicht auf gerechtfertigte Beschwerden, sondern auf Klatschereien. Darauf nahm der Abg. Stücklen( Soz.) das Wort. Offiziere, die Soldaten mißhandelten, sollten aus dem Heere ausge= stoßen werden. Die preußische Disziplin sei nichts als Kadavergehorsam. Der Kriegsminister habe den Bissing= schen Erlaß als theoretische Studie bezeichnet. Vielleicht habe man an einen Staatsstreich der Rechten gedacht. Aber die Sozialdemokraten marschierten ihrem Ziele entgegen imt Rahmen der Gesetze. Abg. Gothein( f. Vp.) erflärte, die Abrüstungsfrage werde nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. Redner forderte eine Einschränkung der Zahl der Militäranwärter. Die besten Unteroffiziere sollten zu Leutnants gemacht werden. Die schlimmste Disziplinlosig= feit sei die Mißhandlung Untergebener. Redner forderte die Deffentlichkeit der Militärgerichtsverhandlungen auch für Beschwerden über die politische Beeinflussung der Reserve= offiziere und bedauerte die Zurücksetzung der jüdischen Einfährigen. Er forderte auch für die jüdischen Mitbürger das Recht, das die Grundlage jeden Staates sei. Darauf nahm Kriegsminister von Heeringen das Wort: Das Volksver mögen vermehre sich jährlich um 5 Milliarden. Unter dem Schutz seiner Heeresmacht konnte Deutschland so außerordentlich aufblühen. Die Tüchtigkeit vor dem Feind sei nicht vom Adel oder Bürgerlichen abhängig. Die UnannehmlichTeiten der Grenzgarnisonen suche man dadurch zu mildern, daß den Herren alljährlich zu Reisen in die Heimat Unterstützungen gewährt würden. In der Bekleidung wirtschafte man so sparsam wie möglich. Jede Verfolgung eines Reserveoffiziers wegen politischer Betätigung innerhalb der Staatserhaltenden Parteien weist der Redner weit von sich. Hinsichtlich der Judenfrage sei die Rechtslage klar. Eine Zurücksetzung des Glaubens wegen sei ungesetzlich.( Buruf links: Geschieht aber doch!) Der Kriegsminister geht auf einige vorgetragene Fälle ein. Es habe sich ergeben, daß die betreffenden jüdischen Offiziersaspiranten nicht geeignet waren.( Unruhe links. Beschämende Ausrede.) Nun wird behauptet, daß seit 1885 in Preußen fein Jude Offizier geworden ist. Der Grund dafür entspringt ganz sicher antisemitischen Regungen.( Lebhaftes hört, hört links.) Ich unterstreiche dick, daß ich das nicht billige.( Hört, hört, links.) Aber was soll geschehen? Man fann nur in jedem speziellen Fall eingreifen, und das verspreche ich auch heute. Antisemitische Neigungen sind den maßgebenden Stellen durchaus fern. Abg. Graf Garmer- Osten( kons.) bat besonders, die fleinen und mittleren Städte des Ostens mit Garntsonen zu bedenken. Redner bedauerte die Verringerung der retkenden Artillerie Abg. Linz( Rp.) stimmte den Resolutionen zu, die auf eine Förderung des gewerblichen Mittelstandes hinzielen. Die Besetzung militärischer Stellen dürfte nicht nach konfessionellen und Standesrücksichten erfolgen, sondern nur nach der persönlichen Tüchtigkeit. Das Duell sei ein ungerechter Aft der Notwehr, durch den jede 2) Das Familiengeheimnis. Novelle von L. Walter. Der Termin des ersten Deutschen Hansatages ist jetzt festgelegt worden. Am Sonnabend wurde in einer aus allen Gauen Deutschlands im großen Saal der Handwerkstammer zu Berlin tagenden Versammlung der Vorstände der Zweigorganisationen des Hansabundes einstimmig beschlossen, den ersten allgemeinen Deutschen Hansatag am Montag, den 12. Juni, in Berlin abzuhalten. Die Englandreise des Kaiserpaares. Wie die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, wird auf besondere Einladung des englischen Königspaares die Prinzessin Viktoria Luise von Preußen das Kaiserpaar nach London begleiten. Die Gründung eines deutschen Hausbesigerbundes, die bereits in der großen Protestversammlung gegenEinführung der Wertzuwachssteuer in Berlin angeregt wurde, ist jetzt erfolgt. Die deutschen Hausbesitzervereine werden nunmehr durch ein Rundschreiben zum Beitritt aufgefordert, um auch in wirtschaftspolitischer Beziehung einen festen 3usammenschluß herbeizuführen. Der deutsche Kronprinz an den englischen König. Der Kronprinz richtete vor seiner Abreise aus Bombay an den König von England folgendes Telegramm:„ Ich vermag zwar nur meine wärmste Danksagung zu wiederholen, aber ich kann unmöglich Indien verlassen, ohne Dir nochmals meine herzliche Dankbarkeit für Deine Güte auszusprechen, durch die meine Reise durch Indien einen so erfolgreichen Verlauf genommen hat. Dein ergebener Neffe Wilhelm." Die französische Ministertrisis wird heute zur Entscheidung kommen, indem Ministerpräsident Briand dem Präsidenten seine sowie seiner Kollegen Demission in einem Schreiben überreichen wird. Gestern erhielt Briand den Besuch zahlreicher Mitglieder des Parlaments, die ihm ihr Vertrauen ausdrückten. Sie erkannten an, daß in lekter Zeit die politische Lage eine vollständig unerquickliche geworden war und daß gegen Briand in der Kammer tatsächlich ein Komplott organisiert wurde, das bezweckte, der Arbeit des Kabinetts Hindernisse in den Weg zu legen. Die Tätigkeit der Gegner Briands besteht darin, mit allen Mitteln die Durchführung der Reformen des Ministeriums zu verhindern. Das gilt besonders für das Gesetz betref= fend die Eisenbahner. Angesichts dieser Tatsache drangen die Parlamentarier nicht in den Kabinettschef, von seinem Entschluß, zu demissionieren, abzustehen. Wechsel in den Oberpräsidien Stettin und Posen? Der„ Post" wird aus Stettin gemeldet: Sicherem Vernehmen nach wird anstelle des im Laufe dieses Jahres wegen hohen Alters zurücktretenden Oberpräsidenten Freiherrn von Malzahn der Posener Oberpräsident von Waldow treten. Die Nichtanwendung des Enteignungsgesetzes in Verbindung mit dem Plane, in dem neuen Posener Schlosse einen kaiserlichen Prinzen residieren zu las= sen, soll die Entfernung des in der Polenfrage festgebliebenen Oberpräsidenten aus Posen veranlaßt haben. Kleine Nachrichten. hende& fo daß e auf dem Einf Sonnaber ftitrate el mit in di davontrug Um fönnen, 1 10 000 20 wurde in Ein det. Auf ter beim in den G Ein einem Ga der, bis und getöt verlebt. Von Nähe von Kreife ihr folgte, lief reits tot. Ein Denkmal für die Südwestafrika- Krieger. Auf dem Kasernenhofe des Telegraphenbataillons in Treptow bet Berlin fand Sonnabend vormittag die feierliche Uebergabe des Denkmals für die während des Eingeborenenausstandes in Südwestafrika gefallenen Offiziere und Mannschaften statt. Das Denkmal ist aus Mitteln des aktiven und des Reserveoffiziertorps hergestellt worden. Neue Diamantenfelder in Deutsch- Südwest? Auf der Farm Amalia, 40 Kilometer von Gibeon, ist nach einer Meldung aus Windhuf ein Diamant in Blaugrund gefunden worden. 30 Felder sind bereits abgesteckt. Weber die Annahme der Heeresvorlage durch den Reichstag drückt die„ Nordd. Allg. 3tg." ihre Zustimmung in folgenden Sägen aus:„ Bei der Abstimmung über die Heeresvorlage haben die bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der Polen und weniger Eigenbrödler in erfreu= licher Geschlossenheit zusammengehalten. Denkt man an die schweren Kämpfe um frühere Heeresvorlagen zurück, so wird man gern den Umschwung anerkennen, der sich unter den Parteien in der Behandlung der Wehrfrage vollzogen hat. Selbst von sozialdemokratischer Seite wird es für nüßlich gehalten, gelegentlich eine kleine theoretische Verbeugung vor den vaterländischen Empfindungen zu machen. In der Praxis der Abstimmungen versagte die Sozialdemokratie freilich auch diesmal und brachte damit den bürgerlichen Parteien die Scheidelinie zum Bewußtsein, die durch keine Wahlabmachung zu verwischen ist. Die ungeschmälerte Annahme der Vorlage wurde einmal durch die Darlegungen der Heeresverwaltung erleichtert, die feinen Zweifel darüber ließ, daß nur das unbedingt Notwendige gefordert worden ist, sodann durch die befrie( Nachdruck verboten.) Ruhig und still lagen die Wohnungen der Menschen, denen, so schien es, sich das Grauen mitgeteilt hatte. Ein dumpfes Rasseln ließ sich vernehmen, das näher, immer näher kam. Nach und nach ließen sich die schwarzen Umrisse eines Wagens unterscheiden, der vor dem gegenüberliegenden Hause hielt. Die Tür öffnete sich. Männer trugen einen dunklen Gegenstand heraus, der in dem Innern des Gefährts verschwand. Die Arbeit war rasch geschehen, der Wagen fuhr dumpf rollend weiter, um bald an einem anderen Orte zu halten, wo seiner eine neue Last Harrte. An den erleuchteten Fenstern des verlassenen Hauses standen weinende Menschen; sie sahen dem schrecklichen Wagen nach, der ein teures Haupt der Familie fortirug... sie fonnten ihm das letzte Geleit nicht geben, da das von der Notwendigkeit diftierte Gesetz es verbot. Das Weinen und Wehklagen verstummte, die Fenster wurden geschlossen und die unheimliche Nachtstille trat wieder ein. Tief erschüttert starrte der junge Kaufmann durch das Zimmer; er fannte die Familie, die gegenüber wohnte, nicht näher, aber er wußte, daß sie geachtet war und bisher in glüdlichen Verhältnissen ge= lebt hatte. Vielleicht war ihr heute der Ernährer oder die liebende Mutter entrissen. Einen weiblichen Direktor für die höhere Mädchenschule hat sich die oldenburgische Gemeinde Bant bei Wilhelmshaven in der Person des Frl. Dr. Else Mat gewählt, die gegenwärtig das Ordinariat einer 1. Klasse an der 1. städtischen höheren Mädchenschule mit Realgymnastum in Berlin- Schöneberg innehat mir lieb und teuer ist auf dieser Erde! O, hätte ich Gewißheit, hätte ich Gewißheit!" Eriultan Abdul Hamid befindet sich fortgesetzt in Geldverlegenheit. Neuerdings hat er nun die erforderlichen Dofumente unterzeichnet, um 60 000 türkische Pfund, die er vor vielen Jahren in der Konstantinopeler Filiale einer Pariser Bank deponiert hat, zurück zu erhalten. Das Geld wird der türkischen Regierung übergeben werden, die es alsdann dem Exsultan zustellen wird. An der Küste von Island gestrandet ist am 21. Februar der deutsche Fischereidampfer Brema" aus Bremerhaven. Von der Besatzung sind sieben Mann umgekommen, unter ihnen alle Offiziere. Das tigte fich Anton U Megger& die 65 Ja Karoline überfallen, Frau den Aschberger Zuchthaus verurteilt. Ein folgenschwerer Baunnfall hat sich am Sonnabend mittag auf einem Neubau in Reinickendorf bet Berlin er eignet. Das Gerüst des vierten Stockwertes brach durch und drei Arbeiter stürzten in die Tiefe. Ein Steinträger wurde getötet, zwei andere Arbeiter wurden verletzt, da von einer schwer. Ein eigenartiger Unfall wird aus Allenstein gemeldet. In Bischdorf stürzte ein mit Beschneiden einer Hecke beschäftigter Arbeiter plöblich ab, wobei ihm die Spitze der Schere ins Herz drang, so daß der Tod sofort eintrat. Ueber den Sturm als Lebensretter wird aus Halle gemeldet: Im zweiten Stockwerk einer Wohnung auf dem Alten Markte brach in der Küche Feuer aus. Die kleine Tochter des Wohnungsinhabers, die sich allein in den Räumen befand, sprang vor Angst aus dem Fenster. Der herrSelma überreichte sie ihm mit dem Bemerken, daß sie das Kästchen, in dem sich die Schlüssel befanden, von dem Kassierer empfangen habe. Vorgestern abend noch habe der Vater, der sich schon unwohl fühlte, das Kästchen mit sich genommen, wie er es stets gepflegt. Am Morgen sei der Chef noch einmal in das Comptoir gegangen, aber schon eine halbe Stunde später habe man ihn in das Bett tragen müssen. Gegen Abend sei er eine Leiche gewesen. Lettwillige Vorkehrungen habe er nicht treffen können, da er bewußtlos gewesen sei. Die Angst um die Geliebte schwächte den Schmerz um den Vater ab. Karl suchte zwar sein Bett auf, aber er fonnte nicht schlafen. Als der Morgen graute, erhob er sich, abgespannt und wüst wie nach einer durchschwärmten Nacht. Was fonnte der Tag ihm bringen? Eine Last von Geschäften wartete seiner, da der tätige Chef des Hauses fehlte. Tie Lücke, die entstanden, war nicht so leicht auszufüllen. Und wer konnte sofort die begonnenen Ueberrechnungen fortsetzen? Wer war im Stande, die Kalkulationen zu durchschauen, die den unternehmenden Kaufherrn beschäftigt hatten? Der Sohn kannte den Stand des Geschäfts nicht, da er größtenteils als Korrespondent tätig gewesen, während der rastlose Vater sich der Oberleitung unterzogen hatte. Es mußte nun seine erste Sorge sein, sich Einsicht zu verschaffen und jede Stockung zu vermeiden. Rasch kleidete er sich an. Als er den Hausflur betrat, öffnete ein Knecht die Tür. Ein prachtvoller Sommermorgen war angebrochen; Licht und Wärme drangen in das Haus. Die Straße war schon zwar belebt, aber man sah nur bleiche und ängstliche Gesichter. Der beginnende Verkehr trug einen düsteren Charakter. War es doch, als ob die Leute, die gezwungen waren, dem Broterwerb nachzugehen, mit jedem Schritte dem lauernden Tode zu begegnen fürchteten. Tie Precht des Wetters schien eine Tünche zu sein, die Moder und Verwesung bedeckte. Eine neue Angst bemächtigte sich Karls, nachdem er eine Viertelstunde über seine Lage nachgedacht hatte. Es wohnte ein Mädchen in der schwer heimgesuchten Stadt, an dem sein ganzes Herz hing. Auguste war seine erste Liebe, der Gegenstand seiner heißen Sehnsucht, Der Schmerz um den Vater hatte nicht gestattet, daß er sich ernstlich mit ihr beschäftigte. O, mein Gott," rief er seufzend,„, wenn auch ihr ein Unglück zugestoßen wäre! Nein, nein, Gott wird meine Auguste schützen. er kann mir nicht Alles rauben, was ,, Wer hat die Schlüssel zum Comptoir?" fragte Karl den Knecht, der den Hausflur reinigte. men. " Ich glaube, Fräulein Selma hat sie an sich genom,, Wann?" Gestern Abend." Karl ging zu der Schwester seines Vaters. Selma saß noch im Negligee beim Kaffee. Sie grüßte schmerzlich und lud den Neffen zu Gaste.. Dieser beeilte sich, die ihm ge= botene Tasse zu leeren. Dann erbat er sich die Schlüssel. So berichtete Selma. Doppe Leipzig to dem Chem Abteil zwe eines jung eingestiege fäure verg Krantenha und zwar und um e einem hin bitten sie, zur Tat ge heit an. Ein fi Egatg.: ein Infant chen. In daß nur d Dem wide Dom 76. J Oberlehrer, in den erste ohne eine werde. Er fizier ist a Der S Ausgrabung Karl nahm die Schlüssel und stieg in das Erdgeschoß hinab. Er öffnete die Türen. In den Comptoiren befand sich alles, wie er es zu sehen gewohnt war. Mit ban gem Herzen betrat er das Kabinett seines Vaters. Dori stand das Arbeitspult des Verstorbenen und dort ein eiserner Geldschrank, in welchem der vorsichtige Chef das Hauptbuch und die Wertpapiere aufbewahrte. Der junge Mann saß lange au fdem Stuhle des Vaters und sah träumend durch den Raum, der ihm unendlich öde erschien. Er konnte die gräßliche Veränderung kaum begreifen, die in so kurzer Zeit eingetreten. Vor vier Wochen trat er mit einem Freunde die Reise nach der Schweiz an; er sandte Briefe aus Zürich und Bern in die Heimat, die den Hochgenuß schilderten, den die Alpen gewährten... auch die Geliebte hatte einen zärtlichen Brief empfangen und da für einen nicht minder zärtlichen nach Genf geschickt, dann war die Korrespondenz unterbrochen. Seit vierzehn Ta gen wußte Karl nichts von seiner Familie; in Nürnberg liest er, daß in seiner Vaterstadt die Cholera sich zeige... nicht die Sorge, sondern die Sehnsucht trieb ihn rasch zurüc Der verstorbene Friedrich Halling galt für einen wohl habenden Großhändler und erfreute sich in der Geschäftswelt eines unbegrenzten Vertrauens. Solidität und Pünkt lichkeit im Verkehr gingen ihm über alles. ( Fortsetzung folgt.) nung der ausgegrabe Sterben gen Furcht erfü fälle vor. odaß die S In der U Bestleichen im Gefäng nisses find Bomber Podium der Apponyi ein Bünder abe bedte die Sie umring Individuen Bersammlun gleitet. 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Ein schweres Grubenunglück wird aus Gleiwit gemeldet. Auf der Wolfganggrube stürzten dret Maschinenarbei ter beim Butagefördern eines schweren eisernen Trägers in den Schacht. Alle drei wurden zerschmettert. Ein Irrfinniger stürzte sich in Utiol bei Valencia in einem Cafe auf die Gäste und stach alle Erreichbaren nieder, bis er durch einen Revolverschuß ins Auge getroffen uno getötet wurde. Ein Dußend Personen wurde schwer verletzt. Von einem hungrigen Bären geraubt wurde in der Nähe von Petersburg ein vierjähriges Mädchen aus dem Kreise ihrer Spielgefährtinnen. Als man den Bären verfolgte, ließ er seine Beute fallen. Das Kind war jedoch be reits tot. Aus den Gerichtssälen. Das oberbayerische Schwurgericht in München beschäf tigte sich in dreitägiger Verhandlung mit den Angeklagten Anton Ulrich, dessen Ehefrau Karoline Ulrich und dem Metzger Ludwig Aschberger. Diese hatten im August v. J. die 65 Jahre alte Privatiere Jda Feldmater, bei der die Karoline zum Schein als Dienstmädchen eingetreten war, überfallen, gefesselt und gefnebelt, wobei die 65 Jahre alté Frau den Erstickungstod fand. Anton Ulrich und Ludwig Aschberger wurden am Sonnabend zu lebenslänglichem Zuchthaus und Karoline Ulrich zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vermischtes. Doppelselbstmord im Eisenbahnzuge. Als der von Leipzig kommende Personenzug Sonnabend mittag auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof eintraf, fand man in einem Abteil zweiter Klasse die Leichen eines alten Herrn und eines jungen Mädchens. Das Paar war in Wittgensdorf eingestiegen und hatte sich während der Fahrt mit Blausäure vergiftet. Die Toten wurden nach dem Chemnizer Krankenhaus gebracht. Es handelt sich um ein Liebespaar, und zwar um einen 60 Jahre alten Zollbeamten aus Riga und um eine 23jährige Näherin aus Leisnig i. Sa. In einem hinterlassenen, an die Polizei gerichteten Briefe bitten sie, in Chemnik verbrannt zu werden. Als Grund zur Tat geben sie Schwermut über eine unheilbare Krankheit an. Ein fühnes Reiterstückchen. Wir lesen in der„ D. Tgztg." In Gran wird ein fühnes Reiterstück, welches ein Infanterieoffizier machte, viel bewundert und besprochen. In einem Gespräche äußerte sich ein Oberschullehrer, daß nur die Husarenoffiziere wirklich gute Reiter seien. Dem widersprach der Leutnant Bela Balogh de Galante vom 76. Infanterieregiment lebhaft und wettete mit dem Oberlehrer, daß er am nächsten Tage mit seinem Pferde in den ersten Stock des Oberrealschulgebäudes hinauf- und ohne eine Pause zu machen wieder die Treppe hinabreiten werde. Er gewann die Wette glänzend. Der junge Offizier ist als ausgezeichneter Reiter bekannt. Der Schreden der Pest. In Charbin wurde mit der Ausgrabung der Pestleichen begonnen, um die Verbrennung der Leichen vorzunehmen. Bisher sind 7000 Leichen ausgegraben worden. Die Stadt Beibulindse ist dem AusSterben geweiht. Die Bewohner fliehen, von panischer Furcht erfüllt. Täglich kommen bis fünfhundert Todesfälle vor. Die gesamte Polizei der Stadt ist gestorben, odaß die Stadt täglich durch Marodeure geplündert wird. In der Umgegend von Beibulindse liegen viertausend Bestleichen umher. In der Stadt Tjandshan ist die Pest Im Gefängnis ausgebrochen; alle Insassen des Gefäng= nisses sind dem Tode geweiht. Bombenanschlag in einem Vortragssaal. Unter dem Podium der Akademie der schönen Künste in Chicago entdeckte die Polizei, kurz bevor dort der ungarische Graf Apponyi einen Vortrag halten sollte, zwei Bomben, deren Zünder aber erst eine halbe Stunde später gewirkt hätten. Sie umringte sofort den Saal und nahm alle verdächtigen Individuen fest; Graf Apponyi wurde nach und von dem Bersammlungslokal von einer starken Polizeiabteilung be= gleitet. Wären die Bomben explodiert, so wären die VerTuste an Menschenleben fürchterlich gewesen. Die sprechende Uhr. In Bern, der altberühmten Stätte der Uhrmacherkunst, hat man teht eine neue Uhr ersonnen, die die Stunden nicht mehr schlägt, sondern regelrecht mit Menschenstimme ansagt, eine vollkommen sprechende Uhr. Es handelt sich dabei um eine einfache Kombination von Uhr und Phonograph. Alle Viertelstunde wird der im Uhrgehäuse verborgene fleine Phonograph in Tätigkeit gesetzt und kündet laut die Zeit. Eine ein fache Vorrichtung ermöglicht es, während der Nachtstunden den Phonographen auszuschalten. Die Pilgerfahrt einer Braut. Die Braut des jungen englischen Forschers Leutnant Boyd Alexander, der im Mai des vergangenen Jahres auf seiner Expedition durch den dunklen Erdteil in der Nähe des Tschadsees von Eingeborenen ermordet wurde, hat nun ihren Vorsaz ausge= führt: sie hat die Stätte besucht, an der der Mann, der dereinst ihr Gatte werden sollte, als ein Märtyrer der Wissenschaft und ein Opfer seiner Kühnheit fiel. Miß Olive Mac Leed hat die traurige Fahrt ohne Beglei tung eines Weißen gewagt; mit einem Gefolge von schwarBen Trägern unternahm ste von der Küste Nigerias aus den Vormarsch in die Wildnis Mittelafrikas, wo in Malfoni die beiden Brüder Alexander ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Denn auch der ältere Bruder des Leuthants Boyd Alexander hat auf einer Expedition in der gleichen Region seinen Tod gefunden. Die kühne junge Dame war durch feine Bedenken abzuhalten gewesen, ihr berwegenes Vorhaben auszuführen, das ihr als eine letzte Pflicht gegen den verstorbenen Bräutigam erschien: im August vorigen Jahres hat sie die Abreise von England angetreten, und sechs Monate später dte Stätte erreicht, wo Boyd Alexander im Herzen des dunklen Weltteils seine legte Ruhestätte gefunden hat. Die Schlaftur. In der friedlichen und ein wenig schläfrigen Landschaft der Touraine ist ein eigenartiges Paradies für Nervenkranke erstanden, das von den Grünbern, die Menschenkenner zu sein scheinen, den treffenden Namen„ Somnarium" erhalten hat. Die einzige Pflicht, die die Gäste dieser Anstalt zu erfüllen haben, ist, zu schlafen, zu schlafen bei Tag und zu schlafen bei Nacht. Der hie aussterbenden Sehnsucht nach der Romantik des Unge= wöhnlichen ist Rechnung getragen: Wer einmal dies Schlummerland betreten hat, läßt die Welt und seine Vergangenheit hinter sich. Alle Kleider und Toiletten, die man unter Menschen trug, werden zurückgeschickt, neue Gewänder müssen angelegt werden. Aber die Patienten, Nervenleidende, die an schwindender Willenskraft, Ges dächtnisschwäche, Melancholte usw. leiden, streifen nicht nur die Gewänder der Welt ab, fie opfern auch ihren bür gerlichen Namen. Mit dem Eintritt in das Somnarium nimmt jeder Pattent den Namen des Zimmers an, das ihm zugewiesen wird. Die Zimmer scheinen alle nach berühmten Dottoren benannt zu sein, so heißt eins Charcot, und sein Bewohner wird demgemäß Monsieur oder Madame Charcot genannt. Für Schwerleidende sind indigoblau tapezierte Zimmer vorgesehen, weil diese Farbe die Nerven beruhigt, Refonpaleszenten erhalten grün tapezierte Bimmer. Im übrigen aber lautet die Parole: Schlafen, schlafen, schlafen. Wo Schlummerlosigkeit wal tet, werden die Räume durch erotische Düfte parfümiert, die nach den Erfahrungen der leitenden Aerzte angeblich Das beste Schlafmittel sind; man verfügt über ein ganzes Arsenal solcher Schlummerdüfte. Hinter den Kulissen des Cölner Karnevals. Dem „ Berl. Lot.- Anz." wird aus Cöln geschrieben: Während zahlreiche fleißige Hände die Schlußarbeiten an den Wagen des Rosenmontagszuges verrichten, unter denen besonders die Prachtwagen des Prinzen Karneval und die beiden anderen Hauptfiguren, der Cölner Bauer und die Jungfrau, Bewunderung und Aufsehen erregen dürften, spielen sich hinter den Kulissen vielbesprochene Vorgänge ab. Eine Anzahl der in letzter Zett mehrfach aufgetauchten ,, Wanderredner" hatte sich zusammengetan und mehrere farnevalistische Sigungen unter dem Namen" Reformtzung" veranstaltet, mit denen sich jetzt die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Diese hat mehrere Lieder beschlagnahmt, deren Inhalt derart obszön war, daß gegen die Verfasser gerichtlich eingeschritten werden soll. Ein anderer Fall zeigt, in wie leichtfertiger Weise fleinere Karnevalsges sellschaften Wirtschaften und Handwerker schädigen. Es ist feine Seltenheit, daß die Vorstände von Karnevalsverbänden mit den von ihnen verwalteten Eintrittsgeldern Privatgeschäfte machen. Einer Cölner Firma passierte es, daß sie den ganzen Vorstand einer Cölner Gesellschaft wegen Nichtbezahlung gelieferter Drucksachen verklagen mußte; fie mußte alle Herren ohne Ausnahme zum Offenbarungseide laden lassen, ohne einen Pfennig zu erhalten. Bet sämtlichen Vorstandsmitgliedern war nichts zu pfänden. Entenjagd mit Lichtbündeln. Die Liebhaber der Entenjagd werden von Frankreich aus mit einem Vorschlag überrascht, der ihnen, wenn sie rechte Jäger sind, nur wenig gefallen wird. Es wird nämlich ein Mittel angegeben, wilde Enten zu fangen, ohne einen Schuß abzugeben. Man stellt einen großen Käfig an den Rand des Wassers, wo sich das Geflügel aufhält. Dieser besitzt nach der Wasserseite hin eine leichte Falle, die sich nur von außen nach innen öffnet. Der Käfig ragt 50 bis 60 Zentimeter über die Wasserfläche empor, und dieselbe Höhe besitzt auch die Falle. Hinter dem Ganzen steht auf dem Ufer eine Art von kleinem Leuchtturm der mit Acetylenlicht gespeist wird und ein Lichtbündel nach jeder beliebigen Richtung auszusenden vermag. Wenn der Jäger das Geräusch eines Buges wilder Enten hört, so lenkt er die Lichtstrahlen in die betreffende Richtung. Die Vögel sollen von dem starken Licht angezogen werden. Der Lichtstrahl muß nun weiter so gedreht werden, daß er bis ins Innere des Käfigs hineinführt und schließlich auf dessen Inneres beschränkt bleibt. Angeblich folgen die Enten dem Lichtstrahl besinnungslos, so daß sie in die Falle gehen. Es soll auf diese Weise möglich sein, ganze Flüge von 50 bis 60 oder sogar 80 Enten mit einem Schlag zu erbeuten. Die Sache erinnert an die berühmte Ge= schichte vom Hahn, der durch einen Kreidestrich hypnotisiert wird. Außerdem wird der Bericht dadurch verdächtig, daß er von der Zeitschrift der französischen Interessenten der Acetylenindustrie in die Welt gesetzt worden ist. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Professor Metschnikoff über den Krebs. Im Anschluß an den internationalen Kongreß zur Bekämpfung der bösar= tigen Geschwülste bespricht der berühmte Gelehrte die verschiedenen im Laufe der Zeit vorgeschlagenen Methoden, den Krebs zu behandeln, elektrische Behandlung, HizebeHandlung, Radium, Serum und anderes und kommt zu dem Schlusse, daß heue noch die aussichtsreichste Behandlung des Krebses in der Entfernung der Geschwulst mit dem Messer besteht. Das Wahrscheinlichste ist, daß es sich auch beim Krebs um kleine Lebewesen handelt, die die Krankheit hervorrufen. Der Krebs entwidelt fich gern an Warzen und Muttermalen, diese lassen sich leicht mit den neuen kosmetischen Methoden ohne Verunzierung entfernen. Das häufigere Auftreten des Zungenkrebses bet Männern als bei Frauen ist wohl auf die Unfitte des Rauchens zurückzuführen. Es ist auffällig, daß der Hautfrebs bet Landbewohnern häufiger ist als bei Städtern. Metschnikoff führt das auf die mangelhafte Reinlichkeit und Hautpflege der Landbewohner zurück. Der Fenersee in Deutsch- Samoa. Nachdem schon so manches über die großartigen vulkanischen Ausbrüche auf der Insel Sawai geschrieben worden ist, bringt jezt Dr. Schmittmann in Petermanns Mitteilungen" eine Reihe von trefflichen Photographien nebst einer kurzen Schilderung, die sich insbesondere auf den Feuersee des dortigen Vulkans bezieht. Es muß in der Tat ein überwältigender Eindruck sein, über den Rand des neuen Kraters hinweg in diesen Herenkessel zu schauen, auf dessen Boden die rotglühende Lava stedet. Eine andere Photographie zeigt die gewaltige Dampfsäule, die aus dem Meer aufsteigt, wenn die Lava über die Küste hinaus fließt und ins Wasser gelangt. Ein drittes Bild gewährt den Anblid trostloser Vernichtung, die durch einen Lavastrom in einer Pflanzung von Kokospalmen angerichtet worden ist. Ueber der zu Blöcken und Fladen erfalteten Lava liegen die verkohlten Riesenstämme der Palmen durcheinander oder ragen an einigen Stellen noch als Strünke, ihrer Kronen völlig beraubt, in die Luft. Der noch nicht zur Ruhe gekommene Aus= bruch der Vulkaninsel begann im August 1905; der Hauptlavastrom erreichte eine Breite von 10 Kilometern und hat auf seinem Wege bis zum Meer alles Leben vernichtet. Der Teil des Lavastromes, der ins Wasser gelangt ist, steht jetzt wie gefroren aus. Als er zu fließen aufhörte, bahnte sich die Lava einen anderen unterirdischen Abfluß aus dem Krater und gelangte, von der Oberfläche aus ge= sehen, zum Meer, wo sich seine Ankunft durch die Entwick lung von mächtigen Dampfsäulen verrät. Die Landschaft in der nächsten Umgebung der Kraters wird mit einem weiten schwarzen Meer des Todes und der Vernichtung verglichen. Die Urwaldriesen an den Waldrändern sind durch Dämpfe derart angegriffen, daß sie aussehen wie gebleichte Knochen. Auch sie sind ihres Laubes völlig beraubt und strecken gespensterhaft ihre nackten Arme wie hilfesuchend gen Himmel. Es tostet eine gehörige Anstrengung, sich über die Lavamassen, die hier und da noch Dämpfe ausscheiden; mehrere Stunden lang bis zum ei gentlichen Kraterrand hindurchzuarbeiten. Das Ziel dieses anstrengenden Marsches läßt sich auch ohne Wegweiser und Kompaß nicht verfehlen, denn es wird durch die röts liche Färbung des Himmels bezeichnet, an dem sich die Gluten des Feuersees widerspiegeln. Am Abend mit zunehmender Dunkelheit wird das Schauspiel natürlich noch großartiger und schauriger. Der Beobachter vergleicht sein Gefühl mit dem bei einer Annäherung an eine große bren= nende Stadt. Gegen Mitternacht war der Kraterrand erreicht, nachdem die an der Expedition beteiligten Eingeborenen zurückgeblieben waren, da sie durch kein Gewalt mittel einen Schritt weiter gebracht werden konnten, weil ihre Phantasie den Krater mit bösen Geistern bevölkerte. Der Blick in den Krater selbst mußte freilich auch den nüchternsten Menschen aufs tiefste ergreifen. Die Wände des Kessels stürzten etwa 100 Meter steil abwärts, und drun ten brüllte ein Feuersee, die ganze Umgebung mit einer roten Glut übergießend. Die feurigflüssigen Massen dre= hen sich im Wirbel; Glasblasen steigen auf und platen mit heftigem Knall an der Oberfläche; rotglühende Springbrunnen werden emporgeschleudert und zersprigen wie Blutstropfen nach allen Seiten. Dazu ein ohrenbetäubendes Geräusch. Wenn Samoa nicht so gar weit wäre, so würde der Feuersee von Sawai jetzt gewiß zu den meistbesuchten Plätzen der Erde gehören. Drabtnachrichten und Deuestes. Handwerkertag. Berlin, 27. Februar. In den Germaniaprachtsälen trat gestern vormittag der Bund der Handwerker zu seiner 6. Generalversammlung zusammen. Unter der stattlichen Zahl der Erschienenen, die aus allen Landesteilen herbeigeeilt waren, bemerkte man den Landtagsabgeordneten Hammer( kons.), den Reichstagsabgeordneten Werner( Rfp.) svwie die Zentrumsabgeordneten Irl und Paulg- Cochem. Nach der Begrüßung der Delegierten ergriff der Bundesvorsitzende Voigt das Wort zu seinem Referat über das Handwerk und die nächsten Reichstagswahlen. Nach einem Korreferat des Malermeisters Martin- Alsfeld, des Landesvorsitzenden für beide Hessen nahm der stellvertretende Provinzialvorsitzende für die Provinz Brandenburg, Reichstagsabgeordneter Werner das Wort zu seinem Vortrage: Das Handwerk und der Hansabund, in dem er sich scharf gegen den Hansabund wandte, der die Mittelstandsbewegung bekämpfe und einzig und allein die linfsstehenden Parteier fördere. Vertrachter Rabattverein. Berlin, 27. Februar. Wie bereits berichtet, ist der Rabattsparverein Norden" wegen finanzieller Schwierigfeiten in Liquidation gegangen. Soweit sich bisher feststellen ließ, beträgt die Unterbilanz 500 000 M, doch dürfte sich bei genauerer Prüfung noch eine größere Summe ergeben. Seit dem Jahre 1902, in dem der Verein in eine G. m. b. S. umgewandelt worden war, herrschte im Geschäftsbetrieb des Unternehmens eine unglaubliche Willfür seitens der Leiter. Die Mitglieder hatten bei ihrem Eintritt 10 M zu zahlen, erhielten dafür aber keine Rechte, die es ihnen ermöglicht hätten, Einsicht in die Geschäftsführung zu nehmen. Ebensowenig stand ihnen das Recht zu, Rechenschaft von dem Vorstand über die Anlage der Kapitalien, die aus ihren Einlagen und dem Gewinn aus dem Rabattmarkensystem bestanden, zu fordern. Da die Mitglieder des Vereins ausschließlich aus kleinen Leuten bestehen, so wagte niemand, sein Geld zurückzuziehen, umsomehr, als dies mit einem Verlust von 10 Prozent der Einlage verbunden war. Der verschwundene Bürgermeister. Berlin, 27. Februar. Die Nachforschungen nach dem verschollenen Bürgermeister Trömel von Usedom scheinen bis jetzt wenigstens ergeben zu haben, daß der Vermißte noch am Leben ist. Am Sonnabend soll er auf dem Bahnhof Kreuz gesehen worden sein. Es wird erwartet, daß Trömel, der anscheinend in einem Zustand nervöser Ueberreizung planlos umherirrt, noch heute ermittelt und nach Usedom zurückgebracht werden wird. Sturmfahrt eines Ballons. Chemniß, 27. Februar. Bei sturmartigem Winde stteg gestern vormittag der Ballon Chemniß zu einer Fernfahrt auf. Bereits nach 78 Minuten befand er sich über Prag und landete in der Nähe von Prag. Die 130 Kilo meter betragende Strecke wurde in 78 Minuten zurückgeTegt. Selbstmord eines Defraudanten. Gera( Reuß), 27. Februar. Hier hat sich der etwa 20 Jahre alte Kommis Herwagen, der seinem Prinzipal mittels Nachschlüssels aus einem verschlossenen eisernen Schranke nach und nach ca. 3000 M entwendet hatte, aus Furcht vor Strafe erschossen. Tod infolge Grünspanvergiftung. Gera( Reuß), 27. Februar. Infolge von Blutvergiftung starb hter eine Frau im Alter von etwa 40 Jahren. Sie war mit dem Reinigen eines metallenen Teefofeffels beschäftigt, der längere Zeit nicht benutzt worden war und etwas Grünspan enthielt, der nun mit Puzmitteln entfernt werden sollte. Dabei hat sich die Frau eine unbedeutende Handverlegung und dadurch eine Blutvergiftung zugezo= gen, die nach wenigen Tagen den Tod der Frau herbeiführte. Zwei Opfer der Schundliteratur. Olmük, 27. Februar. Im benachbarten Zwittau erhängten sich die Volksschüler Schmitt und Batscha aus Furcht vor Entdeckung kleiner Näschereien. Bei den Leichen wurde ein Detektivroman mit dem Bilde zweier gemeinsam erhängter Knaben gefunden. Massendiebstähle in einem Ruhrhafen. Duisburg, 27. Februar. Die Kriminalpolizei entdeckte eine Diebesbande, die seit 1909 im Ruhrorter Hafen um= fangreiche Kohlendiebstähle vollführte. Ganze Waggong wurden mit fingierten Frachtbriefen aus dem Hafen geschafft; die Menge der gestohlenen Kohlen wurde bisher mit 6000 Zentnern ermittelt. Beruntreuungen in einem russischen Asyl. Petersburg, 27. Februar. Im hiesigen Taubstummenasyl, das unter dem Protektorat der Zarinmutter steht, sind eine halbe Million Anstaltsgelder gestohlen worden. Der schuldige Rentmeister Kusmin wurde verhaftet. Er hat die Veruntreuungen innerhalb 5 Jahren ausgeführt. Die amerikanischen Millionäre und die englische Königsfrönung. Nenyort, 27. Februar. Für die Neise zur Krönung des Königs von England haben 50 Millionäre den Ozeandampfer Olympia für sich, ihre Familien und Dienerschaft gechartert. 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