0000 ng nhofändler en entin und um geGießener Zeitung Bezugspreis 50 pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mf. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. m jr. Nr. 24. ( 2. Blatt.) GegenDOOO J., vorn rung. les Gicha mebr mittelpartei. Zu diesem Thema erhält die„ südd. nationalliberale Korrespondenz" nachstehende Ausführungen von norddeutscher nationalliberaler Seite, die um so bemer= lenswerter sind, als sie aus des Rechtsliberalismus bisher nicht suspekten Kreisen stammen: „ Mit Nachdruck ist in Kassel von allen Seiten betont worden, daß festgehalten werden solle an dem traditionellen Charakter der nationalliberalen Partei als einer von Ing. Dorf- Sung Mittelpartei, unabhängig gegen rechts wie gegen links. Und unzählige Male ist das draußen im Lande 9,22 Fit Barlamentariern und anderen berufenen und unberufe= 8,80 Finnen Leuten weiterkolportiert worden. Aber auch hier 1,22 Ft fann man erfahren, daß das Goethewort von der grauen Theorie noch immer gilt und sich die Dinge in praxi ein wenig anders gestalten. Herr Träger meinte in seiner Glossierung des Kasseler Parteitages im„ Berliner Tageblatt", ein Engagement zum Schunkelwalzer müsse der Freisinn ablehnen. Nun, seines Herzens Sehnen scheint sich zu er= füllen, das Sehnen nach dem Marschieren in gleichem Herren Schritt und Tritt. Ueberall, wohin man sieht, sucht sucht 1.Kreifen, wel die nationalliberale Parteileitung Anschluß nach links, und glücklich überall findet eine Arbeitsteilung zwischen den hen, wenden f beiden Parteien statt, so 3 war, daß die natio= nalliberale die Arbeit leistet und der rankfurt a. Freisinn den Segen ein heimst. Nicht als ob das Zusammengehen mit der Linken a tout prix zu verurteilen wäre, aber man bedenke doch auch hier, daß wir eine Mittelpartei sind, die ihre Front ändert, wenn sie einzig und allein nach links gravitiert. Diese enge Liaison ist einfach nicht mit den in Kassel betondie ten Grundsätzen vereinbar. Sie geht davon aus, gesamte Rechte bewußter Weise zu ignorieren, die Geeinen gensätze noch zu verschärfen, die ganze Partei Rud nach links tun zu lassen. Wir verstehen unter einer Mittelpartei eine, die vermitteln will zwischen rechts und links, die das Vakuum ausfüllen will, das sonst zwischen den beiden großen entgegengesetzten Richtungen bestände, die daher aber auch Vertreter haben muß, die sich an die Rechte, wie solche, die sich an die Linke in ihren Anschauungen anlehnen. Und an hftr. 711. süss gendfrisches er, zarter, fchon les erzeugt: licamilch Co., Radebe ferner macht Cream Dade aut in einer Wat eich. Tube 5 Carl Seibel Karn" othefer Ruhl. Pidung Fille wolle liegen nleitung gratis bel ortkleidung Finder! kengarne die billigsten! der Anzeige genannt. -Bahrenfeld. Ceuzplaß, und nach Wetzlar. die in ge= Eines Tages erhielt ich einen Brief, der mich waltig aus dem seelischen Gleichgewicht brachte. Er fing an:„ Schon seit langer Zeit verfolge ich mit dem größten Interesse Ihre publizistische Tätigkeit. Sie sind der geborene Journalist! Vertauschen Sie den Lehrstuhl mit der Feder! Je eher, je besser!" Der Rat war gut, Journalistenlos! die Ausführung schwer. Ich kenne die Sache! Aber nach langem Hin- und Herüberlegen reifte dennoch der Entschluß: Ich wag's! Jch entschloß mich, nach dem Südwesten Deutsch= lands gehen, und zwar sollte die gute alte Stadt Wetzlar der Mittelpunkt meiner ersten beruflichen journalistischen Tätigkeit werden. Um schon in der Heimat ewas Fühlung mit den noch unbekannten Verhältnissen Serm. Shm zu gewinnen, revidierte ich meine geographischen und düngen ache sich und Praxis zur Regel. geschichtlichen Kenntnisse; aber trotz scharfen Grübelns wollte außer einigen historischen Ereignissen aus Wetzlars Vergangenheit nichts über die Schwelle des Bewußtseins steigen. Dem sollte aber schnell abgeholfen werden. Aus dem Bücherschrank winkten mir in schmu den Einbänden, tadellos ausgerichtet wie Soldaten auf dem Exerzierplatz, die einzelnen Teile von Meyers KonBand Nr. 17. versations- Lexikon hilfreich entgegen. Nach kurzem Hin- und Herblättern war das Gewünschte schnell gefunden: Wetzlar, Kreisstadt, 145 mtr. ü. d. äure- Düngung Meeresspiegel, hat ein Gymnasium, Amtsgericht, zwei üngu ehl liefert nach xen mit Schutz rsehen. 35. Stern Marks bekannten Ver annte Firma. ämtl. in Gieße Oberförstereien, 3 optische Institute, Wollspinnerei, Handshuhfabriken, ein Walzwerk, und so ging es noch eine halbe Spalte in monotoner Weise weiter. Meine hungrige Seele verlangte mehr: Fleisch, Blut, Leben! Nicht trockene Aufzählungen! Und so suchte ich mir im Geiste das Fehlende auszumalen. Herrliches Lahntal! Schon dieser einzige Begriff zauberte tausend farbenfrohe Bilder vor mein geistiges Auge: Jm Tale das lieblich gewundene Silberband der Lahn, zu beiden Seiten bewaldete Höhen mit malerischen Rundblicken, zu Füßen das schmucke Städtchen mit seiner bienenfleißigen Bevölkerung, dort fruchtbares Ackerfeld. Jedoch nun in die rauhe Wirklichkeit zurück! Klatschend schlugen die Regentropfen gegen die Fensterschei Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 28. Januar 1911 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schuldiger Rücksichtnahme auf diese ihre Zusammensetz=| schen Landtagswahlen war die Lage ähnlich. Auch daung nicht einfach der Rechten den Rücken wenden kann und nur noch Geschäfte mit der Linken machen, und ebensowenig umgekehrt. Aber die Dinge, wie sie sich jeht vorbereiten, und die auf eine regelrechte Jsolierung aller rechts stehenden Gruppen herauslaufen, sie bedeuten eine Verlegung dieser schuldigen Rücksichtnahme, eine Brüskierung der ihrer Art und Provenienz nach den zu isolierenden Gruppen nahestehenden Parteifreunde. Nun geht man immer wieder frebsen mit dem Gezeter über die Finanz- Reform, über die Fehler, die die konservative Politik gemacht hat. Gegenüber der Aufforderung zur Versöhn ung wird immer gesagt, damit sei nicht gedient, daß- man sich nun wieder die Hände reiche, erst müsse man eine Besserung sehen können, erst müßten die Fehler abgesich ändert, die Mißstände beseitigt sein. Was man dabei wohl so denkt. Die nationalliberale Partei soll also noch solange in dem rühmlichst bewährten Schmoll winkel stehen bleiben, bis die Konservativen in reumütiger Zerknirschung dem ehemaligen Block genossen die gebührende Genugtuung gegeben haben, vielleicht durch Annahme der Erbschaftssteuer oder etwas Aehnliches. Die nationalliberale Partei soll also auch fernerhin ihre vermittelnde Tätigkeit darin sehen, daß sie sich gemeinsam mit dem Freisinn in die Ecke stellt und von der Schlechtig keit der übrigen politischen Welt nichts sehen will. Es hat 3eiten gegeben, wo solch kindliche Ansichten kaum einen Verfechter in der Partei gefunden hätten. Und das waren nicht die schlechtesten 3ei ten. mals warnten einsichtige Leute, die die Stimmung richtig einschätzten, nachdrücklich vor der einseitigen Frontnahme gegen rechts, der Erfolg gab ihnen recht, denn um 13 Mandate geschwächt fehrte die Landtagsfraktion zurück. Damals glaubte man in der Wahlreform eine auf die Massen wirkende Wahlparole ge= funden zu haben und mußte erleben, sie feinen Hund hinter dem Ofen vorlockte. Heute wird genau derselbe Fehler ge daß macht; man glaubt mit einer Steuerparole wirfen zu können und wird freilich zu spät einsehen, daß Steuerfragen anders als ge= hofft auf die Massen wirken. Man treibe doch ein klein wenig auch praktische Politik. Auch bei den nächsten Wahlen wird der liebe Gott mit den stärksten Bataillonen sein, und die sind nicht bei der Linken. Man wird immerhin annehmen dürfen, daß der Zuwachs, den die Sozialdemokratie erfahren wird, in erster Linie ihr aus den benachbarten Reihen kommt. Und was von rechts absplittert, was dort seiner Verärgerung Luft machen will, das wird auch in 9 von 10 Fällen nicht dem Liberalismus, sondern den extremsten Radikalen zu gute kommen. Es ist in der Beziehung zweifellos ein Fehler gewesen, die Finanzreform agitatorisch auszuschlachten, wie es vielfach geschehen ist; dem Liberalismus ist keine Stärkung daraus geworden. Und überdies hat die Ausschlachtung der Finanzreform zum Teil zu einer Unaufrichtigkeit und unwahrhaftigkeit der Agitation geführt, die zwar den meisten garnicht bewußt, die aber deshalb nicht minder zu bedauern ist. Und durch rückschauendes Lamento ist noch nie etwas gebessert worden. In diesem Fall verschlechtert es sogar insofern, als es die Möglichkeit der Heraufführnismus zwischen rechts und links immer wieder aufs neue betont wird. Wenn diese Politik der Verärgerung noch lange getrieben werden soll, dann schadet sich die nationallib. Aber schließlich ist auch das Theorie und die Sache wäre immerhin noch verständlich, wenn in der Praxis etwas für die Partei herausspränge. Wie wenig gangbar aber der Weg des ausschließung besserer Verhältnisse erschwert, indem der Antagolichen Anlehens nach links ist, wie schwa ch die Hilfe, die unserer Partei von dort erwachsen kann, davon, möchten wir vermeinen, haber wir schon Proben gehabt. Im Jahre 1908, vor den preußiben, und ein scharfer Wind pfiff draußen seine grausen Melodien. Unter diesem furioso der Natur suchte ich Königs Kursbuch- selbstverständlich neueste Auflage aus dem Schreibtisch hervor, studierte Abfahrts- und Anund funftszeiten, Anschlüsse, die Anzahl der Kilometer stellte statistische Berechnungen über den Fahrpreis an. Die Bilanz, die sich mir nach wenigen Minuten repräsentierte, hatte ein verteufelt schlechtes Aussehen! 14 Stunden Bahnfahrt, 2 Stunden Wartezeit auf den verschiedenen Bahnhöfen, fast ein halbes Dutzend mal Umsteigen, dazu zwei dickleibige Koffer und ein weiteres Paket, in dem weibliche Fürsorge und Sparsamkeit allerhand schöne Sachen für den„ ersten Angriff" auf der weiten Reise verpackt hatte. Die Perspektiven für eine „ angenehme" Körpermassage standen also nicht schlecht! Am übernächsten Tage wurde nach herzlichem Abschied von den teuren Familienmitgliedern die Reise angetreten. Nur dem verwöhnten Liebling des Hauses fonnte ich nicht mehr in die Aeuglein schauen. In süßem Schlummer lag er bei der Abschiedsstunde noch in seinem warmen, molligen Bettchen und streckte behaglich seine fleinen Aermchen über die schneeige Decke. Ein Kuß auf die rundlichen Patschhändchen, ein liebevoller Blick über die kleine süße Gestalt und dann eilige Plazierung auf dem schon bereitstehenden Wagen, einem flotten Einspänner, der mich nach der 10 Kilometer entfernten Bahnstation bringen sollte. Das Wetter hatte sich völlig geändert. In der ganzen vergangenen Woche hatten Wind und Regen das Szepter geschwungen zerte Renner hielt, die Kupeetüren wurden aufgerissen und schnell verstaute ich mich in ein Nichtraucherkupee. Von Uelzen benutzte ich den D- Zug. In sausender Fahrt ging es durch die mit intimen Reizen ausgestattete Lüneburger Heide. Große braune Heideflächen, die durch die trockenen Blüten einen rötlichen Unterton erhielten, wechselten mit geschlossenen Kiefernwaldungen ab, zwischen die sich ab und zu die weißstämmige Birke drängt. Dort eine kahle Fläche mit einer gelblichen Nuance. Der„ Bocksbart" hatte hier die bestimmende Note. Hannover war bald erreicht. Das Landschaftsbild änderte sich. Fruchtbares, ebenes Ackerland erstreckte sich zu beiden Seiten der Eisenbahn. Von Brüggen bis Ahlfeld bot sich dem Auge ein wundervolles Panorama: im Vordergrunde die Leine, dahinter in fast regelmäßigen Abständen 8-10 imposante, mit Buchen bewaldete Bergkuppen, welche durch die sinkende Sonne wirkungsvoll beleuchtet wurden. Von Göttingen ab fuhr ich allein. Es fing an langweilig zu werden, da wegen der immer mehr zunehmenden Dunkelheit wenig zu sehen war. Nebelhaft, in verschwommenen Umrissen, tauchten die Ausläufer des Harzes aus der Ferne auf. ver= Frische Impulse erfuhr der Verkehr durch das Zusteigen zweier Ausländer. Wie ich erfuhr, waren es Dänen. Der eine erregte mein besonderes Interesse. Da sein Handkoffer zum Verpacken seiner ganzen Habe wohl nicht ausreichte, hatte der Pfiffifus einen originellen Ausweg gefunden. Seine anscheinend neuesten Anzüge hatte er beide übereinander gezogen und damit gleich zwei Einmal Schnee hat die norddeutsche Fliegen mit einer Klappe geschlagen! schonte er die Kleidungsstücke vor den infamen QuetschTiefebene fast noch garnicht gesehen und heute lafalten, zum anderen seine Geldbörse vor einer unliebchender Sonnenschein! Ein Frühlingsahnen ging durch die schlummernde Natur. Ein leiser Nachtfrost hatte die samen Ausgabe. Sollte sich diese Beförderungsweise in schmutzigen Wasserlachen auf Weg und Steg erstarren Deutschland einbürgern; dann ginge mancher Kofferfabrikant schweren Zeiten entgegen! lassen; auf den Feldern lag ein zarter weißer Schleier, der aber unter dem belebenden Blick der warmen SonNach einer Viertelstunde war Gießen erreicht. Da ne bald verschwand, und sieghaft drängte sich das frische der Körper von der langen Fahrt sehr angestrengt war, Grün der Wintersaaten in den Vordergrund. In kurzer Zeit hatten wir die Station erreicht. Nachdem die„ üb- so beschloß ich, erst am anderen Tage nach Wetzlar zu 3ug fahren. Welche Eindrücke ich dort beim ersten Aulentlichen Formalitäten" erledigt waren, brauste der heran, ein kurzes knarrendes Geräusch, der eisengepan- halt empfing, darüber werde ich später berichten. == Partei nicht nur materiell, sie schadet sich wären, würden nun um so empfindlicher von der Um- sich, auch habe er feine Zeit mehr, er wisse ja, daß er und eleganter. vor allem moralisch bei den großen Massen der Anhänger, die ihrer Fahne folgen als Angehörige einer Mittelpartei. Es ist gut und schön, wenn darauf hingewiesen wird, daß es doch in der Linken durchaus gemäßigte Leute gebe, wie Pachnicke und andere. Es gibt aber auch Radikalinskys, wie Payer und Naumann. Und es gibt auch auf der Rechten nicht bloß Ultras wie Hahn und Oldenburg, sondern sehr wohl Leute, die uns zum mindesten so nahe stehen sollten, wie die Herren von der Linken. Und je eher sich diese Einsicht wieder zur herrschenden macht, denn es hat eine Zeit gegeben, wo man sich in der Partei überall dieser Tatsache bewußt war, desto besser wird es für uns sein." Wir geben diese beherzigenswerte Mahnung an die Nationalliberalen weiter, weil sie voraussichtlich von der nationalliberalen Presse in unserem Kreise unterschlagen wird. Hessische Wahlrechtsvorlage. Der Bericht über die Wahlrechtsvorlage ist im Druck erschienen. Artikel 67 erhielt folgenden Zusatz: „ Erfordert ein Gegenstand einen Gesamtkostenaufwand von mehr als 200 000 Mark, der im Weg der Anleihe gedeckt werden soll, so sind die Mittel nicht im Hauptvoranschlag anzufordern, sondern in einer besonderen Gesetzesvorlage der ständischen Beschlußfaßung zu unterbreiten. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Anforderungen, die gestellt werden zur Bewirkung der dem Staat auf Grund des über Staatsvertrages zwischen Hessen und Preußen die gemeinschaftliche Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnbesitzes vom 23. Juni 1896 sowie etwaiger späterer Zusätze zu demselben obliegenden Leistungen sowie überhaupt zur Erfüllung rechtlich begründeter Verpflichtungen der Staatskasse oder zur Durchführung gesetzlich beschlossener Maßregeln oder zur Deckung von Fehlbeträgen der Verwaltung." Der erste Absatz, Artikel 75 lautet: „ Wenn auch nur eine Kammer gegen einen gesetzesvorschlag stimmt, so bleibt das Gesetz ausgesetzt." Dem zweiten Absatz, Artikel 75 soll folgende Fassung gegeben werden: „ Wird aber ein solcher Gesetzesvorschlag der Regier ung auf dem nächsten Landtag den Ständen durch die Regierung wieder vorgelegt und von einer Kammer wieder angenommen, von der anderen Kammer jedoch von neuem abgelehnt, so kann die Regierung verlangen, daß in einer Versammlung der beiden Kammern unter dem Vorsitz des Präsidenten der Erſten Kammer über den Gesetzesvorschlag verhandelt und abgestimmt wird. Zur Annahme des Gesetzesvorschlags bedarf es der einfachen Mehrheit der in der gemeinsamen Sitzung anwesenden Mitglieder der beiden Kammern, wenn die Annahme des Gesetzesvorschlags mit zwei Drittel der Stimmen aller Mitglieder der annehmenden Kammer erfolgte; andernfalls sind zur Annahme des Gesetzes zwei Drittel der in der gemeinsamen Sitzung abgegebenen Stimmen erforderlich." Der dritte Absatz wurde vom Ausschuß ge= strichen. Bei dem Gesetzentwurf, die Landstände betr., hat der Ausschuß nur geringfügige Abänderungen vorgenommen. Der Ausschuß hat dem Beschluß der zweiten Kammer, die Mitgliederzahl derselben um 5 städtische und 3 ländliche zu vermehren, zugestimmt. Dagegen empfiehlt er anstatt der von der Zweiten Kammer beschlossenen Vermehrung der Mitglieder der Ersten Kammer um sieben, anstatt nach der Regierungsvorlage um sechs Mitglieder( als siebenter sollte noch ein Vertreter der Arbeiterschaft hinzukommen) nur eine Vermehrung um je einen Vertreter von Handel und InEin dustrie, der Landwirtschaft und des Handwerks. Bedürfnis für einen Vertreter der Lohnarbeiterschaft in der Ersten Kammer hat der Ausschuß nicht als gegeben betrachtet. Bezüglich des Gesetzentwurfs über die Wahl freiseinteilung hat der Ausschuß, da bezüglich des Wahlkreises Gießen zwei Beschlüsse der zweiten Kammer vorlagen, von denen der eine nur die Orte Schiffenberg und Herrenwald, der andere auch noch Klein- Linden dem Gießener Wahlkreis zugeteilt wissen wollte, sich für die im Wahlgesetz mit Zweidrittel- Mehrheit angenommene Fassung entschieden. Der Bund der Landwirte, in satzsteuer betroffen. Es wurde ihm dies schon durch Zuruf aus der Versammlung als unrichtig bezeichnet, habe. in dieser Versammlung einen schweren Stand gehabt groß als die Auch Herr Kreistierarzt Dr. Zürn und Herren Tenören was ihm dann auch Herr Biker in seiner Erwiderung Lehrer Mu z, ersterer zugunsten des Herrn Biger, lez- Caruso." Ein 2 bis eine an bishalb nicht o terer zugunsten des Herrn Henrich, beteiligten sich den Debatten. So war die Versammlung eine recht die jangbareren angeregte und interessante. Zur Arbeiter Bewegung. bie leichteren u zofilchen und if vorzugsweise in fritt. Jedenfalls bei den vielen Klagen über sozialdemokratischen TerroErziehung zum Terrorismus. Wenn ein Ereignis, e effaffiger Aus 0 Gießer rismus den„ Genossen" keine andere Ausflucht mehr eines Heldenten möglich ist, versuchen sie sich damit herauszureden, daß schon dele, die man nicht verallgemeinern dürfe. Das hört sich einem elektrische es sich um Entgleisungen einzelner Personen han lähe des Ca noch klar machte. Herr Henrich scheint nicht gewußt zu haben, daß auf Antrag der Wirtschaftl. Vereinigung der Reichstag beschloß, unbebaute Grundstücke im Werte bis zu 2000 Mark und bebaute zu solchem von 5000 Mt., auf Antrag von der Steuer befreit bleiben können und daß diese Steuer nur vorübergehende sein soll, die bei dem Zustandekommen einer Wertzuwachssteuer wieder in Fortfall kommen wird. Inbezug des Schutzzolles bekannte H. nun, entgegen vieler seiner Parteifreunde, daß auch dem kleinen Bauer mit 5 Hektar Land und noch weniger die Schutz3ölle zugute fämen, denn auch diese verkauften Frucht, auch wirke der Zoll auf die Viehpreise. Herr Henrich schien nun zu glauben, seine Kraft und Ueberlegenheit Herrn Bitzer gegenüber nicht völlig ausnützen zu können und versuchte nun noch, wohl im Hinblick auf den hiesigen Kreisvorsitzenden der christl.- soz. Partei, Herrn Schmidt- Azzbach, der auch anwesend war, einen Seitenhieb gegen die Christlich- sozialen, indem er ausführte, Herr Dr. Stöcker wie auch Herr Liz. Mumm seien doch für eine Erbschaftssteuer eingetreten und so könne er nicht begreifen, wie Mitglieder des Bundes der Landwirte auch Mitglieder der christl.- soz. Partei sein könnten; es seien ja Leute in der Versammlung, die darüber wohl Auskunft geben könnten. Herr Schmidt verstand den Wink und war auch sofort bereit, Herrn Henrich zu antworten. Er führte aus, er betrachte es nicht als ein Geheimnis, daß er ein Gegner der Erbschaftssteuer sei, wie sie in der Regierungsvorlage vorgesehen war, er habe das überall, auch in seiner Partei, offen ausgesprochen, denn in der christlich- sozialen Partei dürfe ein jeder seiner Ueberzeugung Ausdruck geben, dieselbe habe nicht solche Parteizwangsjacken, wie sie z. B. von den Nationalliberalen im Reichstag gelegentlich der Erbschaftssteuer, angewandt worden seien und wodurch sie manche ihrer besten Mitglieder losgeworden seien. Er ( Schmidt) habe ja schon vor längerer Zeit eine Auseinandersetzung im„ Wetzlarer Anzeiger", besonders mit Herrn Rechtsanwalt Dormann gehabt. Herr Dormann sei damals auf die vorliegenden Fragen nicht sachlich eingegangen, sondern sei persönlich geworden und habe geglaubt, mit„ Wizzchen“ und„ faulen Spässen" die Sache abtun zu können. Er habe damals gemeint, inbezug der Erbschaftssteuer, er( Schmidt) müsse doch entweder die gelbe Hose des Bundes der Landwirte, oder die grüne der Christlich- Sozialen anziehen, er könne doch unmöglich mit einem gelben und einem grünen Hosenbein herumlaufen. Herr Schmidt sagte, er hätte damals Herrn Dormann die gebührende Antwort geben wollen, aber der„ Wetzlarer Anzeiger" sei ihm aber verschlossen worden. Er bedauere, daß Herr Dormann nicht anwesend sei, so wolle er denn Herrn Henrich die Frage vorlegen: Wie sehen die Hosen aus, die christlich- soziale Bauern anziehen müssen, wenn sie dem D. Bauernbund beitreten. Er( Henrich) würde diese Frage wohl auch beantworten können. Unter allgemeiner Heiterkeit blieb Herr Henrich eine Antwort schuldig. Nun führte Herr Vorsteher Tasch Herrn Henrich noch eine Berechnung vor der im Kreise Wetzlar, besonders auch in A tz ba ch gut vertreten ist, hielt neulich auch dort eine Versamm= Iung ab, die gut besucht war. Herr Vorsteher Tasch Atzbach eröffnete die Versammlung und erteilte darauf dem Hauptredner, Herrn Gutspächter Bitzer das Wort. Dieser verstand es, die Bestrebungen und Ziele des Bundes der Landwirte, sowie seine Stellung gegen über dem Hansabund und deutschen Bauernbund flarer und sachlicher Weise unter gespannter Aufmerksam keit der Versammlung darzulegen. Außer Bundesmitglieder waren auch einige nationalliberale Herren schienen, darunter als Diskussionsredner Herr Parteisekretär Henrich aus Wetzlar. Er opperierte mit den altgewohnten abgedroschenen Redensarten, die von dieser Seite immer wieder gegen den Bund der Land= wirte, inbezug seines Verhaltens bei der ReichsfinanzReform: Sturz Bülows 2c., ausgespielt werden. Unter anderem behauptete auch Herr Henrich, daß die Bauern, die von der Erbschaftssteuer nicht betroffen worden er= " nicht übel an. Tatsache bleibt es demgegenüber, daß gerwagen statt die sozialdemokratische Erziehungsmethode auf nicht vorgekom Gewaltherrschaft und Gewissenszwang hinausläuft. Ein markantes Beispiel dafür aus der letzten Zeit. In einer Werkstattversammlung des sozialdemokratischen Metall arbeiterverbandes für den Betrieb der Firma Bosch in Stuttgart wurde eine Resolution beschlos sen, worin die Zugehörigkeit zum genannten Verband als eine„ Pflicht" eines jeden Arbeiters bezeichnet wird. Die Zugehörigkeit zu einer anderen„ freien" Gewerkschaft ist nur dann gestattet, wenn sich die betreffenden Organisationsleiter darüber verständigt hätten. Dann kommt das tollſte: „ Von den organisierten Kollegen erwartet die Versammlung, daß sie Kollegen, die in das Geschäft eintreten, nur dann Beihilfe angedeihen lassen und Verkehr mit ihnen pflegen, wenn dieselben ihren Beitritt oder ihre Mitgliedschaft im Deutschen Metallar: beiterverband nachzuweisen in der Lage sind. Kol legen, die nicht im obigen Sinne organisiert sind, wer den dementsprechend behandelt." Große wird hier das bandes und des h Große der Arbeiter M Beinbruch. Wetla bandsschießen Neunkirchener G felgefekt. Deu - Bei de Deutschen niger durch i Ensemble auf. fig jede Dame mer des Weltr mit bunter Fä So wörtlich zu lesen in den lokalen( offiziellen Ver- fertigen kann, bands-)„ Mitteilungen an die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Verwaltungsstelle Stuttgartdie schönsten u Cannstatt. Nr. 4, April 1910." Und die örtliche Ver- rin, Berlin W bandsleitung tut noch ein übriges und fügt dieser direk ten Aufforderung zum Terrorismus hinzu: „ Die Durchführung obiger Resolution könnte auch für andere Betriebe nichts schaden." aber auch eine mit Hilfe des zuftellen. Abo bunter Fächerv Wie viele Tausende von Mitgliedern mögen schon 1 Mark vi 34 auf diese Weise in die rote Zwangsjacke hineingepreßtungen und B worden sein? Ein solches Gebahren ist direkt unmoramern bei erster lisch und liefert den Scharfmachern in ihren Vorstößen rin, Berlin W gegen die Koalitionsfreiheit der Arbeiter die wirksamsten Waffen. * Wenn zwei dasselbe tun.... Als vor einiger Zeit ein früherer Angestellter des christlichen Zen tralverbandes der Staats-, Gemeinde- und Verkehrsar beiter eine Hetzbroschüre gegen seine Organisation her ausgab, wurde dieses Produkt der Rache in der sozial demokratischen Presse bis zum Exzeß ausgeschlachtet. Der Kernpunkt der in der Broschüre erhobenen Vorwürfe sächlich darin bestehen sollte, daß der genannte Verband war angebliche Miß- und Schuldenwirtschaft, die haupt ver Be an Do über die Kosten bei einem Umjazz Immobilien- Bermö- anläßlich eines langwierigen Kampfes in der Solnhe gen im Werte von 40 000 mt. Dieselben betragen: fener Lithographieſtein- Industrie ein Darlehen von M 60 000, aufzunehmen gezwungen war. Jeder ehrlich Staatsstempel 1 Proz. 400 Mt., Reichsstempel zwei Mensch weiß, daß dies schließlich jeder Organisation in Drittel Prozent 266,67 Mt., Kreissteuer 1 Proz. 400 der Zeit der Massenaussperrungen passieren kann. Das Mark, wohnt Verkäufer in der Stadt Wetzlar, dann wissen auch die Sozialdemokraten, aber trotzdem hat er noch 1 Proz. städtische Steuer( 400 Mk.) зи suchen sie es gegen die christlichen Organisationen aus zahlen. Dazu kommen noch mindestens 100 Mark Ge3sischlachten. Sie können es aber auch anders. richtskosten, also zusammen 1566,67 Mt. Wenn nun, wie es vielfach üblich ist, die Kaufsumme in 3 Terminen einer alles andere nur nicht brüderlichen Aus einandersetzung zwischen den Verbänden der sozialdemo entrichtet wird, wo der erste gewöhnlich ½ Jahr nach der Versteigerung eintritt, dann gehen dem Verkäufer kratischen Metallarbeiter und Schmiede hat das Ver auch noch die Zinsen des vollen Kapitals, für 1½ Jahr bandsorgan der ersteren die„ Schmiede- Zeitung" zu den Geständnis provoziert, daß der Schmiede- Verband verloren, zu 5 Proz. ist gleich 3000 Mt. Es kann also läßlich der Werftarbeiter- Aussperrung die Summe jemand, der Grundstücke umsetzt im Wert von 40 000 80 000 Mark von der Generalkommission der sozialde Mark, unter Umständen durch Steuern, sonstige Abgaben und Zinsverlust eine Einbuße erleiden von rund 4500 mokratischen Gewerkschaften erhalten hat. Das Geld abe stammt aus den Mitteln der allgemeinen Sammlun Mark oder über 11 Prozent des Gesamtwertes. Herr für die ausgesperrten Bauarbeiter im vergangenen Jah Henrich sollte nun die Frage beantworten, wie dem gegenüber das mobile Kapital belastet sei, wenn es umgesetzt, nämlich an Fremde, weitergegeben wird. Herr Henrich konnte auch hier wieder nicht antworten, als daß er zugeben mußte, daß das mobile Kapital in dieser Hinsicht sozusagen frei sei. ( Hier können wieder die Bauern und kleinen Leute lernen, daß das ihre Freunde nicht sind, die die Parteien bekämpfen, die bei neuem Steuernsuchen, um den immobilen Besitz zu schonen, ihr Augenmerk auf den, von vielen Lasten freien, mobilen Kapitalbesitz richten. Der Verfasser.) Dann wurde Herrn Henrich noch gesprächsweise gesagt, daß er mit seinen Ansichten über Schutzzölle mit vielen seinen Freunden und auch den Führern des deutschen Bauernbundes im Widerspruch stehe, denn da würde doch immer behauptet, die Bauern hätten keinen Nutzen von den Zöllen, dieselben kämen nur den Großgrundbesitzern zugute, welches sei denn nun der Gegen sazz zwischen diesen, weshalb man den deutschen Bauernbund habe gründen müssen? Und wenn tun, wie die Herren vom deutschen Bauernbund immer ausführen und befürworten, die großen Güter zerschlagen und zu Bauernhöfen gemacht würden und diese dann statt dem Körnerbau lauter Viehzucht betreiben würden, was von genannten Herren für zweckmäßiger gehalten wird, dann hätten wir wohl billiges Fleisch, aber wenn uns dann die Fruchtzufuhr vom Ausland abgeschnitten würde, fein Brot?. Hier erklärte Herr Henrich, um das alles zu beantworten, hätte er nicht genügend Material bei Wir sind fest davon überzeugt, daß jetzt kein ein ziges sozialdemokratisches Partei- oder Gewerkschaftsbla von einer Schuldenwirtschaft oder einem Bankrott de „ freien" Schmiedeverbandes reden wird. Cokal- Nachrichten. Gießen, den 28. Januar. -p= Gießen, 25. Jan. Zum Sprachverkehr mit d Schweiz sind folgende Orte neu zugelassen: Weinfelde Ermatingen, Kreuzlingen, Aarau, Baden, Bern, Bi Brugg, la Chause- de- fonds, Dalsberg, Genf, Lauf ( Jura), Lausanne, Linstal, Luzern, Mariastein, Olte Pruntrut, Rheinfelden, St. Gallen, Schaffhausen, Wi terthur, Zofingen, Zürich. -5= Gießen. Jungen Leuten, die beabsichtigen, dem hiesigen Infanterie- Regiment„ Kaiser Wilhelm" N 116 in diesem Herbst als Freiwillige einzutreten, w den dringend ersucht, sich den Meldeschein vor der M sterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeit entstehen. Die Meldung auf dem Regiments- Geschäft zimmer fann an jedem Dienstag vormittag erfolgen. g- Gießen. Heinrich Knote, der am Januar im Gießener Stadttheater singt, gilt, wie kannt, neben Caruso als der hervorragendste Helde tenor der Welt. Der bekannte Musikkritiker Dr. A. D mann schreibt in einer Besprechung Caruso's folgend notes Stimme scheint sonorer, wärmer und fat Auch an sich edler im Timbre, die Caruso's strahlen *) Die 4 Berlage von im Laufe der fimilie- Reprodu brudt von J girta 1450-1 gedruckten typ Ornamenten i hönsten der e die Reprodukt it der Höchsta Exemplare bet außer in Wier einem der zw bricarum" enth renommiertester des Werkes, m Seiten, wird riginalgetreue ( Ob ist ein barat, ordnet tände, arbeitu petit u Bei Entwif ift Leci zu schät tiges Körper Breis M enthalt Obo- Lecithin matijde Bestandteile Prei Att. 3, ganz fi Univers und En furt a. tand e ja, dage und eleganter. Sie ist absolut genommen, vielleicht nicht| aller Varianten, welche die von Gutenberg doppelt ge= geba n Biker, le so groß als die Knotes. Jedenfalls hat unter den deutdruckten 139 Seiten enthalten, und einschließlich einer In und he hen Tenören Knote die weitaus größte Aehnlichkeit mit wissenschaftlichen Einleitung über die Gutenbergdrucke im gten fich g eine ng. Te 15. We Caruso." Ein Vergleich Caruso's mit Knote ist übrigens deshalb nicht ohne weiteres zulässig, weil Caruso stets die sangbareren Sprachen Jtaliens und Frankreichs und die leichteren und stimmeschonenden Rollen der französischen und italienischen Oper singt, während Knote vorzugsweise in den schwierigen Wagner- Rollen auftritt. Jedenfalls ist es für kleinere Städte wie Gießen, ein Ereignis, einmal Stücke aus Wagners Opern in allgemeinen und die 42zeilige Bibel im besonderen aus der Feder des besten Kenners der Materie, des Herrn Seymour de Ricci. Auf diesen Preis von 800 Mark soll den ersten 250 Subskribenten, sofern sie das UnterErnehmen durch Vorausbestellung unterstützen, eine mäßigung von 25 Prozent gewährt werden, so daß der Subskriptionspreis nur 600 Mark betragen wird. Einige Vorzugsdrucke auf Original- Japan- Papier zum tischen Ten erſtlaſſiger Ausführung zu hören und sich der Stimme Preise von 1200 Marf, und eventuell einige Abzüge auf sflucht me Szureden, d Berfonen Das hört genüber, gsmethode nausläuft. G 3eit. In ei en Metal ieb der Fin ution befa Enten Verbe ters bezeid n, freien" die betref hätten. De wartet die Geschäfte assen und n ihren schen Metall ge find. ifiert sind, m ( offiziellen des Deuti Ile Stuttga Die örtliche gt dieser di 1: n fönnte a 1 mögen st Ee hineingep direkt unma hren Vorst die wirksam ... Als chriftlichen 3 und Verkehrs Organisation e in der so sgeschlachtet. Denen Vorwi chaft, die ha nannte Verb in der Sol Darlehen von Jeder chr Organifati ieren fann.! r trotzdem nisationen anders. rlichen 7 der sozialde hat das Zeitung" de- Verband ie Summe ion der sozi 1. Das Geld einen Gamm vergangenen aß jetzt fein . Gewerkschafts m Bankrott en. , den 28. Ja rachverkehr m aden, Bern, eines Heldentenors ersten Ranges erfreuen zu dürfen. = 0= Gießen, 27. Jan. Mittwoch früh fand in der Nähe des Cafe Raths eine Kollision zwischen einem elektrischen Straßenbahnwagen und einem Metzgerwagen statt. Nennenswerte Beschädigungen sind nicht vorgekommen. Großen Linden, 26. Jan. Am 9. Juli wird hier das Kriegerfest des Hüttenberger Verbandes und des Gießener Bezirks abgehalten. h Großen Bused. Beim Holzfahren rutschte der Arbeiter Mooz aus und erlift einen doppelten Beinbruch. Wetzlar, 26. Jan. Das diesjährige Gauverbandsschießen des Gaues Hessen- Nassau ist von der Neunkirchener Schützengesellschaft vom 17. bis 20. Juni festgesetzt. Neues vom Büchermarkt. die an= Bei der Neujahrs- Cour am Hofe des Deutschen Kaisers fielen mehrere Kostüme weniger durch ihre Kostbarkeit als durch ihr anmutiges Ensemble auf. Wer sich für solche chike Toiletten, sich jede Dame noch dazu für billiges Geld lelbst fertigen kann, interessiert, der nehme die neueste Nummer des Weltmodenblattes„ Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57, zur Hand, in dem man unbedingt die schönsten und reichsten Kostümbilder findet, zugleich aber auch eine vorzügliche Anleitung, sich die Kleidung mit Hilfe des mustergültigen Schnittbogens selbst herzustellen. Abonnements auf„ Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette( man achte genau auf den Titel) zu 1 Mark vierteljährlich nehmen sämtliche Buchhand= Pergament, in Mappen, zum Preise von 2400 Mart werden, letztere aber nur auf Wunsch und nur in Höhe der bis zur Jnangriffnahme des Druckes einlaufenden Bestellungen, hergestellt. Desgleichen ist für einen kunstvollen Einband im Stile des 15. Jahrhunderts Sorge getragen, zum Preise von 128 Mark für die Exemplare der gewöhnlichen Ausgabe, in 2 Bänden auf echtem Van Gelder- Büttenpapiere mit den Wasserzeichen der Original- Ausgabe, und von 320 Mark für die Japanund die Pergament- Exemplare, welche beide in 4 Bände zerlegt werden müssen. Mann น. Frau Kind können mit Freuden und ohne Bedenken diese „ Gießener Zeitung" zur Hand nehmen, ihr Inhalt ist recht interessant und vielseitig. Jetzt lesen und hören wir wenigstens durch diese Zeitung von den vielen mühsamen aber auch ererfolgreichen Arbeiten des Reichstagsabges ordneten Behrens. ungen und Bostanstalten entgegen. Gratis- Probenum Jede zweite Familie im Ort mern bei ersteren und dem Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. *) Die 423eilige Gutenberg- Bibel. Jm Verlage von Hubert Welter in Paris und Leipzig wird im Laufe der nächsten zwei Jahre eine vollständige Fakfimilie- Reproduktion der berühmten 42zeiligen Bibel, gedruckt von Johannes Gutenberg zu Mainz, zirka 1450-1455, des ältesten mit beweglichen Lettern gedruckten typographischen Denkmals, mit Initialen und Ornamenten in Farben und Gold, getreu nach dem schönsten der existierenden Originale, erscheinen und zwar in der Höchstauflage von 500 nummerierten Exemplaren. Die Reproduktion photomechanisch- wird nach dem Exemplare der Münchener Hof- und Staatsbibliothek, einem der zwei einzigen vollständigen, weil es außer in Wien, sonst nirgends vorhandene„ Tabula rubricarum" enthält, geschehen und zwar durch eine der renommiertesten Kunstdruckereien Deutschlands. Der Preis des Werkes, mit 1282 mehrfarbig gedruckten Tafeln resp. Seiten, wird bei Erscheinen für die zwei Foliobände in originalgetreuer Nachbildung 800 Mt. betragen, inklusive ( Ovo - Leciferrin eine, Lecithin- Eisen) ist ein sehr schmackhaftes Präparat, welches mit Vorliebe verordnet wird gegen nervöse Zustände, Blutarmut und Ueberarbeitung; es befördert den Appetit und die Verdanung. Bei Kindern, welche in der sollte diese Zeitung unbedingt halten, sie hat einen ganz anderen viel weiteren politischen Gesichtspunkt als das Kreisblatt. Mein Nachbar liest den„ Gießener Anzeiger" und wir tau= schen uns die Zettungen dann aus, ich gebe ihm die ,, Gießener Zeitung" und so lesen und hören wir von allem." Diese uns von einem unteren Eisenbahn- Beamten gewordene Mitteilung verdient in weiteste Kreise hineingetragen zu werden. Freunde und Wähler von Behrens handelt alle so, a bon= niere sich ein jeder Beamte, Landwirt, Handwerker, national- gesinnte Arbeiter und Kaufmann auf vorliegende Zeitung, damit för= dert er die Interessen seines Standes. Gern wollen wir alle berechtigten Wünsche der Bevöllerung, soweit solche für die Allgemeinheit Wert haben, veröffentlichen und bitten um fleißige Benutzung des„ Oeffentlichen Sprechsaales". Die„ Gießener Zeitung" wird getreu der Devise:„ Mit Gott für Kaiser und Reich" für die Interessen der schaffenden Stände in Stadt und Land eintreten und biftet sie in diesem Bestreben fleißig zu unterstützen durch Zusendung von Berichten und Artikeln. Neben dem redaktionellen Teil darf aber auch der Inseratenteil nicht vergessen werden! Die Bekanntmachungen von Behörden und Vereinen, die Inserate der Kaufleute, Handwerker 2c. finden sehr gute Verbreitung durch die„ Gießener Zeitung", die bereits Entwiklung zurückgeblieb. sind, in 81 Orten fen: Weinist Leciferin nicht hoch genug zu schätzen, um gesundes, träf= tiges Blut zu schaffen und den Körperbau zu entwikeln. 9, Genf, L Mariaftein, Schaffhausen, ie beabsichtige aifer Wilhelm einzutreten, hein vor der her Schwieri Regiments- Ge rmittag erfolg ote, der am ngt, gilt, wir ffritifer Dr. rragendste H Carufo's folge värmer und Caruso's ftrab ( 204) gelesen wird. In den Orten, in welchen schon eigene Agenturen bestehen, haben die Einwohner sehr schnell den Wert unseres Blattes erkannt und wir können Preis Mt. 3 die-Lit. Flasche: zahlreiche Abonnenten enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxydhydrat an 8uder gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Reft destilliertes Wasser. Preis der großen Flasche Mt. 3, zu haben in Apotheken, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. - in die Listen von dort eintragen. Allen, die bisher für Einführung und Weiterverbreitung unserer„ Gießener Zeitung" bemüht waren, bitten wir um energische Weiterempfehlung in allen Familien- und Bekanntenkreisen und entbieten dafür herzlich sten Dank. Redaktion und Verlag. Bekanntmachung. Der Installateur Karl Sch und dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das städt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk auf Grund der Bestimmungen vom 20. September 1900 und 29. Dezember 1902 zugelassen worden. Gießen, den 24. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In den Wagen der städt. Straßenbahn wurden in der Zeit vom 18. Dezember 1910 bis 23. Jan. 1911 nachstehende Gegenstände gefunden: 1 Damenschirm, 1 Handtäschchen, 1 Normalhemd, 1 Arzneifläschchen, 1 Spazierstock und 1 Handschuhk Die Sachen können auf dem Bureau der unterzeichneten Verwaltung in Empfang genommen werden. Gießen, den 26. Januar 1911. Elektrizitätswerk und Straßenbahn. Stolte. Heinrich Stern, Wetzlar Spezialhaus für moderne Herren- und Knaben- Bekleidung, sowie Arbeitskleider für jeden Beruf. Grösste Auswahl. Billige feste Preise. Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 Telephon 828 Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. Reichhaltiges Lager in Einzelmöbeln- einfache lack. Möbel, Personalbetten, Polstermöbelu.Matratzen Uebernehmen, Aufarbeiten und Modernisieren alter Polstermöbel und Dekorationen unter Zusicherung streng reeller fachmännischer Bedienung. Spezial- Werkstätte für feinere Polstermöbel und Dekoration. !! Räucherapparate!! mit Trockenvorrichtung( 2mal gesetzl. gesch.) 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Die verdanken ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere, einträg liche Lebensstellung einzig dem Studium der weltbekannten Selbst- Unterrichts- Werke Methode Rustin 1. Der wissenschaftlich gebildete Mann. 2. Der gebildete Kaufmann. 3. Der Bankbeamb 4. Das Gymnasium. 5. Das Realgymnasium. 6. Die Oberrealschule. 7. Das Abiturienten- Examen. 8. Die höhere Mädchenschule. 9. Die Handelsschule. Mittelschullehrerprüfung 11. Einjansig- Freiwilligen- Prüfung. 12. Der Präparand. 13 Der Militäranwärter. 14. Die Studienanstalt. 15. Das Lehrerinnen- Seminar. 16. Das Lyzeum oder Höhere Glänzende 17. Das Konservatorium Lehrerinnen- Seminar. Erfolge. Crosse Sammlung von Dank- und Anerkennungsschreiben kostenlos. Ansichtssendungen bereitwilligst. Bonness& Hachfeld, Verlagsbuchhandl., Potsdam. so. Kleine Teilzahlungen. Das mittelmaß ift gut dem Alter wie der Jugend, nur mittelmäßigkeit ist keine Tugend. Weisheit des Brahmanen( Rückerf). Das Reich der Frau. Vertrauen. Nachdruck verboten. Das sichere Sundament aller Erziehung ist das Vertrauen. Es bleibt sich dabei gleich, ob es fich darum handelt, Kinder oder Erwachsene in irgend einem Verhältnisse zu erziehen. Wahres Dertrauen wird nur durch strenge Gerechtigkeit, gepaart mit verzeihender Güte und milde erworben. Besonders das Kind ist hierin ein scharfer und oft geradezu bewundernswerter Kritiker. Es läßt fich noch viel von dem uns allen mehr oder minder ausgeprägten, angebornen Instinkte leiten, der den meisten von uns später aberzogen wird, weil er sich mit manchen Richtungen der Kulturerziehung nicht verträgt. Ein Kind fühlt es schnell heraus, ob Vater und Mutter, oder wer fie vertritt, aus dem grundsäglichen Verlangen handeln, nur sein bestes zu wollen, oder aus dem bestechlichen Be= mühen, in jedem Salle für liebreich und freundlich zu erscheinen. Merkwürdigerweise verknüpft innige, warme Liebe die Kinder meist mit ihren strengen, aber gerechten Erziehern; natürlich sind mit diesen Eigenschaften nicht Bärte und Kälte zu vergleichen oder zu verwechseln. Wer den Bitten eines Kindes nie zu widerstehen vermag, sie mögen noch so töricht und unvernünftig sein, ist nicht willfährig aus aufrichtiger Liebe zu ihm, sondern aus moralischer Seigheit, die ihn dazu verführt, trotz besserer Ueberzeugung und mit vollem Bewußtsein etwas zu geftatten, was dem Kinde zu mehr oder minder ernstem Schaden gereichen muß. Er handelt nicht aus dem Wunsche heraus, das Kind wirklich glücklich machen zu wollen, sondern aus Surcht, dieses möchte ihm zürnen für eine abschlägige Antwort und das könnte ihm selbst wehe tun. Dasselbe Gefühl freilich hat auch der gewissenhafte Erzieher, aber grade weil er gewissenhaft ist, sagt er sich: " Ich darf einem möglichen, vorübergehenden eigenen Gefühlskummer nicht das ganze Lebensglück Wer viele Menschenleben kennen lernte, der der mir anvertrauten Kindesseele aufs Spiel setzen." weiß, wie oft reichbegabte Charaktere zugrunde gingen, weil sie als Kind nicht lernten, daß wir alle von Anfang an einen Unterschied machen müssen zwischen dürfen und nicht dürfen. - Ein Kindesherz kennt befeligende Sreude und tiefschneidenden Schmerz so gut, oft heftiger, wie der Erwachsene. Ein Berkules von Natur steht es häufiger am Scheidewege, als seine Um. gebung es ahnt. Manch harten Kampf ficht es innerlich aus. Wird es ihm zu schwer, den Sieg allein zu erringen, dann führt sein besseres Jch ihn voller Vertrauen dahin, wo es sicher ist, viel leicht ein strenges, aber jedenfalls gerechtes Urteil zu finden. Dahin geht es auch mit all seinen kleinen Sorgen und Kummernissen, mit seinem Wunsch um Rat und Beistand in allen ihm so wichtigen Angelegenheiten, die dem wie nichts und lächerlich erscheinen, die das Bewußtsein echter Kindlichkeit verloren haben. Dort birgt es auch seinen Schatz an tiefem Empfinden. Half Maß in allem; denn in allem gibts ein mittel, deffen Linie das Wahre bezeichnet: dies und jenseits wird gefehlt. Horaz( Satiren). Die elterliche Gewalt der Mutter unterscheidet sich von der des Mannes im wesentlichen dadurch, daß ihr ein Beistand vom Vormundschaftsgericht gestellt werden kann. Das muß geschehen, wenn der Vater, etwa testamentarisch, die Bestellung angeordnet hat oder wenn die Mutter sie selbst beantragt oder wenn das Vormundschaftsgericht sie aus besonderen Gründen für nötig hält. Als besondere Gründe kommen etwa Schwierigkeit der Vermögensverwaltung, Unzuverlässigkeit der Mutter und dergleichen in Betracht. Der Beistand braucht übrigens nicht für alle Angelegenheiten des Kindes bestellt zu werden. Auch während der Vater die elterliche Gewalt ausübt, steht der Mutter das Recht und die Pflicht zu, für die Person des Kindes zu sorgen. Sie hat also auch neben dem Vater das Erziehungs. und Büchtigungsrecht, die Aufsichtspflicht, das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, feine Berausgabe von jedem zu verlangen, der es den Eltern widerrechtlich vorenthält. Sie hat aber nicht die Vertretungsmacht des Kindes, gewisse besondere Sälle ausgenommen, und bet Meinungsverschiedenheiten geht die Meinung des Vaters vor. Dr. jur. A. nicht nur ein scharfer Kritiker ist das Kind von Natur, auch ein diplomatischer Schlauberger. Kommt es ihm darauf an, eine Laune, irgend etwas nicht Gehöriges durchzusetzen, so wendef es fich sicher nach der andern Seite hin, wo es weiß, daß es seinen Willen schnell erreichen wird durch ein paar Tränen, und, wenn es sein muß, durch das Wort:" Dann habe ich Dich nicht mehr lieb!" Sür das stete nachgeben ist es vielleicht nicht etwa dankbar. Es fühlt ganz bestimmt heraus, daß ihm dadurch eine Ueberlegenheit eingeräumt wird, die ihm nicht zukommt. Dies gibt es durch eine andere Eigenschaft zu erkennen, die im Kindescharakter klar zu Tage tritt. Mit moralischer Grausamkeit geißelt es die Schwächen und Eigentümlichkeiten derer, die es nicht verstehen, diesen natürlichen Zug durch das eigene geistige und seelische Gleichgewicht in die richtigen Bahnen zu Dies sind das klare, richtige Urteil und die freiwillige Anerkennung des vernünftigeren und besseren, was wieder gleichbedeutend ist mit festem Vertrauen. Aus folchem Vertrauen erwächst die wahre Liebe, die so feste Wurzeln schlägt, daß sie allen Angriffen widersteht. Sie ist ein sichrer Balt, eine feste Stütze durchs ganze Leben. Unwillkürlich wird ein so erzogener Mensch im späteren Leben in den Stunden der Versuchung und Anfechtung zurückdenken an die, die ihn dafür vor. bereiteten. Er wird innerlich ihr Bild sehen, ihre Stimme hören. Ihr bittender Blick, ihr mahnendes Wort fragt ihn:" Bast du vergessen, wie wir uns um dich sorgten und mühten, was wir dich lehrten? Wo blieb das Vertrauen, das uns einst verband?" Durch die Ueberwindung der Ver. suchung wird er beweisen, daß das Vertrauen, welches durch wahrhafte, selbstverleugnende Liebe erworben ward, nicht zu vernichten ist, sondern zu einem mächtigen Schutze heranwächst, der uns vor vielem, wenn nicht vor allem Bösen beschützen und bewahren kann. Paula Karsten. lenken. Die elterliche Gewalt der Mutter. Was ich in Paris sah! Paris ist eines jener Worte, das jede Srau elektrifiert, denn Paris und Mode find von ein ander unzertrennlich. Paris ist nicht allein die Metropole der Mode, wo sich alles zusammenfindet, sondern die Quelle, aus der sich jeder das ihm zusagende holen kann, wenn er nur zu schöpfen versteht. Während das ältere Recht nur eine väterliche Gewalt kennt, spricht unser Bürgerliches Gesetzbuch von einer elterlichen Gewalt. Diese steht regelmäßig dem Vater zu, so lange er lebt, Bach seinem Tode aber der Mutter. Da die elterliche Gewalt auch die Vertretungsmacht umfaßt, so erhält das minderjährige Kind nach dem Tode des Vaters keinen Vormund, vielmehr tritt die Mutter an die Stelle des Vaters. Seit in den letzten Oktobertagen der zur augenblicklichen Be rühmtheit gewordene Pariser Maler Poiret, der zur Schneiderkunst überging, in Berlin war und an fünf seiner Mannequins( Probier. damen) seine Rom. pofitionen" zur Dorführung brachte, ist sein Name auch in Deutschland in aller Mund. Werfen wir zunächst einen Blick auf den Umfang der elterlichen Gewalt der Mutter wie des Vaters. Sie umfaßt das Recht und die Pflicht, für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen. Diese Sorge enthält zunächst die gesetzliche Vertretung und zwar sowohl für Angelegenheiten, die die Person betreffen als bezüglich der Vermögensrechte. Jm einzelnen umfaßt die Sorge für die Person eine Anzahl von einzelnen Rechten. Bierher gehört zunächst das Erziehungsrecht. Kraft des Erziehungsrechtes können Vater oder Mutter das Kind angemessen züchtigen, und das Vormundschaftsgericht hat sie auf Antrag durch Anwendung geeigneter Buchtmittel zu unterstützen, kann also z. B. ein Kind zwangsweise ins Elternhaus zurückführen lassen oder in einer log Besserungsanstalt unterBesonders die Vertreterinnen der verbesserten Srauentracht freuten sich des angeblichen Grund. prinzipes, auf dem Poiret seine Schöpfungen aufbaut: nennt er sie doch korsettlose" Tracht. Renner von Paris und der Sigur der Pariserin wissen, wie schwer sich diese Srauen von ihrem Korsett trennen, obgleich sie es ihrer mangelnden Sormen wegen weniger nötig hätten als die korpulentere deutsche Srau. Und jede Srau, die diese gleichmäßig überschlanken Siguren sah, mufzte sich sagen, da steckt etwas dahinter bezw. darunter. Und so war es auch. Es ist nach. gewiesen, daß die Mannequins unter ihren" korsettlosen" Kleidern Tange Korsetts trugen. Immerhin haben Poirets Jdeen, die ihre Anregung aus dem Studium der Kostümgeschichte früherer Jahrhunderte erhielten, Einfluß ausgeübt auf die herrschende modelinie; überall sehen wir die gekürzte Taille, überall stark kontrastierende Sarben, wert. volles material in antiker Musterung. bringen. Serner gehört hierher das Recht und die Pflicht der Beaufsichtigung des Kindes. Auf Grund dieser Aufsichtspflicht haften die Eltern für einen Schaden, den ein unbeaufsichtigtes Kind anrichtet. Weiter gehört hierher das Recht, den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen. Serner kann der Vater oder die Mutter Berausgabe des Kindes von jedem verlangen, der es ihnen widerrechtlich vorenthält. Wenn in Paris eine Moderichtung lanziert werden soll, muß dazu eine hervorragende, bekannte Schauspielerin gewonnen werden, die das Kleid auf der Bühne vorführt. Poiret, der Umstürzler, mußte auch hier andere Wege gehen. Er erzog sich seine Mannequins zu Schauspielerinnen und schuf fich eine eigene Bühne in dem wundervollen Garten, den seine Villa umgibt." Poiret" sind diese Menschen vom Kopf bis zum Suß, denn nicht allein das Gewand und Schuhe und Kopfbedeckungen find Poiretsche Erfindungen, auch Blick und Geste und vor allem der Gang sind von Poiret inspiriert und das muß auch sein, sollen Trägerin und Gewand bei der fürchterlichen Enge grazios wirken, die erste Bedingung franzö fischer Schöpfungen. Paquin, das großze Modehaus, hat die Idee, unseren Gewändern einen erotischen Charakter zu geben, aufgenommen. In die Oeffentlichkeit drangen diese Schöpfungen durch meile Lantelme, die in der Titelrolle in Marchand le bonheur" in Vaudeville mit ihrer Toilette großes Aufsehen erregte. Wir haben hier die aparteste im Bilde wieder gegeben und sie einer Poiretschen, Dichtung" gegenübergestellt. Die Paquinsche Robe besteht aus einer pompejanischen Tunika aus besticktem Seidenchiffon, die über ein eng anliegendes Unterkleid( Sourreau) aus Goldstickereien fiel, von breiten Blaufuchsstreifen umrandet. Bei der Sorge für das Ver. mögen ist das Verwaltungsund nutznießzungsrecht zu unterscheiden. Kraft des Nutznießungsrechtes stehen dem Inhaber der elterlichen Gewalt 3. B. die Zinsen vom Kapital des Kindes, der Reinertrag eines im Namen des Kindes betriebenen Geschäftes, die Benutzung der dem Kinde gehörigen Sachen zu. Hierbei ist jedoch zu bemerken, daß es auch sogenanntes freies Vermögen des Kindes gibt. An diesem fällt das Nutznießungsrecht weg. Sreies Vermögen des Kindes sind die ausschließlich zum persönlichen Gebrauch des Kindes bestimmten Sachen, also insbesondere seine Kleider, seine Schulbücher, Arbeits. geräte, Schmucksachen. Sreies Vermögen ist ferner, was das Kind durch eigene Arbeit erwirbt, was es erbt oder geschenkt bekommt, wenn der Erblasser oder Schenker das fuznießzungsrecht ausschließt. Die Nutznießung endet ferner mit der Verheiratung des Kindes. Bier mag eingeschaltet werden, daß das Kind bis zur Volljährigkeit, also bis zum 21. Jahre, der elterlichen Gewalt unterworfen ist, auch wenn es nicht im Elternhause lebt und wirtschaftlich selbständig ist. Umgekehrt untersteht ein volljähriges Kind der elterlichen Gewalt auch dann nicht, wenn es bei den Eltern lebt und von diesen unterhalten wird. Daß die Nutznießung mit der Verheiratung des Kindes endet, ist also hauptsächlich bei der Tochter bedeutsam. Denn Söhne können sich nach§ 1303 des Bürgerlichen Gesetzbuches nur verheiraten, wenn sie voll. jährig sind. Verheiratet sich also eine vermögende 20 jährige Dame, so stehen ihr von jetzt ab, was fowohl fie als ihren Mann interessieren wird, die 3insen ihres Vermögens zu. Allerdings erwirbt in der Regel durch die Beirat ohne weiteres ihr Mann Verwaltung wie Nutznießung an ihrem Vermögen. Moderne Büte. Frauen! Einfache Linien bedingen kostbares, be. sonders abgestimmtes material. Was wären diese Modelle in schlichtem material, aus glatten, stumpfen Stoffen? Würden sie nicht einem Reformsack seligen Andenkens ähnlich sein? Henry Henry Mannel Modell Poiret. Mannel viertel Abge ausga jedeu liegen Selter nicht Nr. Um d Auch i Lande K tionale G gewohnte flar dari Spiele it aufgeftell den Soz Volkspar das Zen ung in Verei Reichspa rend We Kandidat noch feir bereits n Volksver eingetrete Wann stattfinde geworde wichtiger den ist, Seiten die Neu ländl fassende möchte ärgerun Neuwa Ob wird, i gemacht mehr des Vo den an daß der unsolide Wie so ist d daß ei Volt sei wird. flarb feiter sind, a I Lenz'fa trauens Modell Paquin. christ reich b freises zahlrei gestellt der A Sten G Oberle Wirtsch Tod Werner Fortsch Und nun, ist diese Erscheinung mehr als eine Laune, wie es sich so manche unserer deutschen Srauen wünschen? Nie und nimmer. Poiret fagt:" Ich arbeite nur für die Jungen, die Schlanken und die Schönen", und außerdem legt die Sranzösin eine modelinie ab, sobald sie zum Allgemeingut geworden ist. Ja, er soll bereits abgetan sein, sicherlich für uns deutsche Srauen. Was ich in Paris noch sah? Allerhand eigentümliche Büte, vom Turban des Verschwörers bis zum Walkürenhelm. Tot schick" soll der Turban nur dann sein, wenn man ihn täglich neu und selbst bindet. Individuell wird er sicher, ob auch graziös? Eine kleine Geduldsprobe für eilige Srauen. Das Gegenstüch des eng den Kopf umschließenden Turbans ist der Walkürenhelm. Aus zwei Etagen bestehend, gibt ein seitlich angebrachtes, flimmerndes, stilisiertes Kleeblatt die nötige Verbindung. Sür praktische und erfindungsreiche Hausfrauen ist der Topftoque besonders empfehlenswert. Gieren ihn doch eine Unmenge von Reihern, die sich nach getaner Pflicht als Staubwedel verwenden lassen. Nach Künstlerentwürfen gearbeitet sind die beiden ganz aus Perlen bestehenden Taschen, deren Schönheit außer in den Mustern in ihren Sarben liegt. Interessant ist hierbei die Sorm der langen Tasche. Praktisch, um viel hinein zu tun, weniger praktisch, wenn man etwas herausholen will. Die dritte Tasche veranschaulicht die neueste Sorm, die in Leder oder Sammet ausgeführt wird. Die Tasche ist innen mit mehreren Sächern und den nötigen Utensilien eingerichtet. Allerhand Ratschläge. P. G. Weiße Pelziachen. Das Reinigen weißer Pelzsachen erfolgt am besten in trockenem, heißem Gips. Man legt den stark erwärmfen Gips in eine Emailschüssel, die wieder über kochendes Waffer gestellt wird und wäscht in dem Gips den Pelz, worauf dieser tüchtig geschüttelt und dann mit einer Bürste zu glätten ist. Es empfiehlt sich, die Wäsche auf dem Hofe oder im Vorraum vor. zunehmen, da Gips sehr stäubt. Den Gips kann man noch einige male wieder verwenden. Beachtet, leset und abonniert die Empfehlt bei den Geschäftsleuter die Wahlfr gestellt Zur Der tag fi Ben- Gr Wahlia der bü Anfang Man morgen zen da Giessener Zeitung. teine e ift bei der Ka des let gerliche die fle Schen mehr im eri halten