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Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 24. - ( i. Blatt.) 8 Seiten umfaßt die heutige Ausgabe, außerdem liegt Nr. 3 der 8seitigen Jllustrierten Weltrundschau" bei. Die projektierte Kreisbahn Wezlar- Biedenkopf- Gießen. = = 0 Hohensolms, 28. Januar. Die schlechte Eisenbahnverbindung unserer Gegend mit Wetzlar, Gießen und Biedenkopf hat schon vor langen Jahren Veranlassung gegeben, daß die verschiedensten Bahnprojekte besprochen, auf dem Papier festgelegt und auch in den Eisenbahndirektionen erwogen wurden. In neuerer Zeit scheinen die beiden Kreisverwaltungen und Handelskammern von Wetzlar und Bieden topf, sowie zahlreiche Interessenten in Gemeinschaft mit den Gemeinden ein neues Bahnprojekt von We- Iar über Waldgirmes, Naunheim, Bubenröder Hof, Königsberg, Hohensolms, Mudersbach, Gladen= bach nach Biedenkopf sehr ernstlich zu betreiben. Mit diesem neuen Projekt wird natürlich das ältere von Gießen über Bischoffen nach Biedenkopf zurückge drängt. Am vergangenen Mittwoch fand nun hier eine Versammlung, einberufen von dem Komitee für die Bahn Wetzlar- Biedenkopf, statt, welche unter Leitung des Bürgermeisters Kern- Naunheim zum Ausdruc brachte, daß die Weiterführung der Biebertalbahn GieBen- Rodheim- Bieber sehr lange auf sich warten läßt und darum die Wahl einer anderen Trace nötig sei. ( Die Herren in Gießen rühren sich ja auch nicht, denfen vielleicht, die Landorte sollen die Bahn allein bauen, damit der Bauer sein Geld schneller nach der Stadt bringen kann.) von Nachdem der Vorsitzende die Eingabe verlesen hatte, die von den Handelskammern zu Wetzlar und Dillen burg an den Eisenbahnminister gerichtet und bereits an seine Adresse abgegangen ist, beschränkten sich die darauf folgenden Debatten zumeist auf Fragen der Geschäftsordnung, namentlich die Zusammensetzung des Komitees für den südlichen Teil der geplanten Bahnstrecke gab zu scharfen Auseinandersetzungen Anlaß. Hier handelte es sich ganz besonders um die Zuwahl eines Kommissionsmitgliedes, das sich für den von den Bewohnern des Rodheimer Bezirks gewünschten Anschluß der Biebertalbahn verwenden sollte.( Der Anschluß könnte doch wohl mit in das Projekt einbezogen werden; die Bewohner des Biebertals würden dann endlich eine direkte Verbindung mit ihrer Kreisstadt Biedenkopf erhalten, welche bisher nur auf Umwegen über Marburg möglich ist. D. Red.) Nach langen Auseinandersetzungen fiel die Wahl auf den Herrn Bürgermeister Wagner- Fellingshausen. Von Seiten der aus Biedenkopf und dem Battenberger Amt erschienenen Vertreter wurde sodann noch der Wunsch zum Ausdruck gebracht, mit der projektierten Bahn von vornherein eine Verbindungsbahn Biedenkopf nach Battenberg und Bestwig ins Auge zu fassen. Dieser von den Herren Kreisarzt Dr. Tenbaum und Bürgermeister Grünewald eingebrachte und von Herrn Bürgermeister Arnold- Berghofen unterstützte Antrag fand allseitige Zustimmung und und es wurde von dem anwesenden Vertreter der Wetzlarer Handelskammer die Ergänzung des an den Herrn Minister gerichteten Eingabe nach dieser Richtung hin zugesichert. Der Vorsitzende richtete, nachdem sich endlich das Komitee für die Förderung der südlichen Teilstrecke konstituiert hatte, an die einzelnen Komitees die Bitte, im Interesse des vorliegenden Projektes fleißig zu arbeiten, indem er sich vorbehielt, zu gegebener Zeit ein Wiederzusammentritt der einzelnen Komitees zu veranlassen. Im Verlauf der Versammlung gelangte Schreiben des Landtagsabgeordneten für Wetzlar Verlesung, daß die Versicherung enthielt, daß er in Gemeinschaft mit Herrn Landtagsabgeordneten von Heim burg für das neue Bahnprojekt tatkräftig eintreten werde. Die aus dem Biebertal anwesenden Interessenten, Kalfwerksbesitzer Gabriel- Abendstern, Pfarrer Vömel Rodheim, Lehrer CIö B- Rodheim und Bergwerksverwalter Süß- Rodheim, hielten alsbald nach Schluß der Versammlung eine Besprechung ab, in der sie die selbständige Betreibung ihrer Eisenbahnwünsche beschlossen. Zu diesem Zweck wird schon in der nächsten Woche in Rodheim eine Versamm lung stattfinden. Lokal- Nachrichten. Gießen den 28. Januar. Reichstagswahlvorbereitungen. ein zur - Gießen. Morgen Sonntag finden hier drei Vertrauensmännerversammlungen statt Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Samstag den 28. Januar 1911 nämlich eine solche der vereinigten Deutsch- und Christ lich- Sozialen, der Nationalliberalen und der Freiji inigen, die jede nun definitiv einen Kandidaten zur Reichstagsnachwahl für unseren Wahlkreis erwählt. * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlich eit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. = h= Heidesheim. Den Pächtern der am Rhein liegenden fiskalischen Wiesen ist als Ersatz für Ueberschwemmungsschaden infolge Hochwassers 25 Prozent der Pachtsumme von der hessischen Hauptstaatskasse zurückvergütet worden. Kassel. Den Veteranen, die im August v. J. an dem Appell vor dem Kaiser teilnahmen, ist jetzt eine das Bildnis des Kaisers tragende Denkmünze übermittelt worden. Militärische s. Die Masch.- Gew.- Kompagnie Inf. Regt. Nr. 83 zu Kassel nimmt für Oktober d. J. noch Freiwillige an. Eingestellt werden in erster Linie Handwerker wie: Schneider, Schuhmacher, Sattler, Huf-* Kassel, 27. Jan. Das Konsistorium hat für schmiede, Schreiner, Maler, Kaufleute und Landwirte, Sonntag, den 29. Januar dem Westdeutschen Jüng= die mit Pferden umgehen können. Meldungen mündlingsbunde eine Kirchenkollekte bewilligt, deren Ertrag lich oder schriftlich bis Ende Februar an Wochentagen dazu dienen soll, die Arbeit unter den Soldaten zu för= Vormittags. Gießen. Morgen Sonntag, nachmittags 3½ dern, Soldatenheime zu errichten und zu unterhalten. Uhr, hält der„ Verein für Sterbeunterſtützung" im Re- Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. ſtaurant Sauer seine diesjährige Generalversammlung ab. -t Gießen, 28. Jan.( Kaisersgeburts= ta g.) Die Stadt zeigte gestern ein farbenprächtiges Bild: In den Hauptstraßen hing Fahne an Fahne, sogar die elektrischen Straßenbahnwagen hatten sich festlich herausgeputzt. Die Jugend, die ihren Patriotis= mus an solchen Tagen besonders lebhaft bekundet, zeigte vielfach militärischen Anstrich: Hier ein kleiner kecker Husar mit dem Säbel in der Hand, dort ein Bürschchen mit Papphelm und Holzsäbel. Unwillkürlich fielen mir die Worte ein:„ Lieb Vaterland magst ruhig sein!" In den Schulen wurden die üblichen Feiern abgehalten. Ein besonderes Schauspiel bot die Parade unseres Infanterie- Regiments. Schon an der Kirche hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, um die Leibkompagnie mit den Regimentsfahnen nach dem Parade= plaze zu geleiten. Kurz nach 11 Uhr war der Gottesdienst zu Ende, und unter den Klängen des Armeemarsches Nr. 7 ging es nach„ Oswalds Garten", dessen vier Seiten von einer tausendköpfigen Menge umlagert war. Oberstleutnant Heue hielt eine markige Ansprache. Er ermahnte die versammelte Truppe, zum obersten Kriegsherrn allezeit unverbrüchliche Treue zu wahren und ließ seine Worte in einem dreifachen„ Hurra!" ausklingen. Darauf fand ein Parademarsch in Zügen statt, nach dessen Beendigung die einzelnen Kompagnien mit Ausnahme der ersten in die Kasernen abrückten. flingendem Spiel wurden unter zahlreicher Beteiligung des Publikums die Fahnen nach dem Ludwigsplatz, der Wohnung des Oberstleutnants Heuer, zurüdgebracht. Unter Wetzlar, 28. Jan. Mädchen, die zukünftig als Gehilfinnen im Schneiderinnenhandwerk oder Puzzgewerbe beschäftigt werden wollen, müssen sich von jetzt ab einer Prüfung unterziehen. Zum ersten Male finden solche Prüfungen in diesem Jahre in Koblenz statt. = h Herborn. Von einem italienischen Arbeiter wurde am Dienstag abend eine Verkäuferin über= fallen und niedergeworfen. Auf den Hilferuf des Mädchens eilten Leute herbei. Der Täter ergriff die Flucht, konnte aber ermittelt und verhaftet werden. = 0= Friedberg, 27. Jan. Hier wurde von der Darmstädter Zentralstelle für Mutter- und Säuglings= pflege eine Zweigstelle errichtet. = r= Frankfurt, 28. Jan. Laut Feststellung des Verkehrsvereins sind im Laufe des Jahres 1910 genau 516 360 Fremde gegen 631 818 im Jahre 1909 in hiesigen Hotels, Gast- und Logierhäusern abgestiegen. Frankfurt, 27. Jan. Nachdem Württemberg und Bayern beabsichtigen, der Frage einer staatlichen Baden Klassenlotterie näher zu treten, will nun auch sich diesem Vorgehen anschließen. - Darmstadt, 27. Jan. Bei den Beratungen bezüglich der Gehaltsaufbesserung der hess. Beamten wurde im Finanzausschuß der Zweiten Kammer von seiten der Regierung die Erklärung abgegeben, daß bei der knappen Gestaltung des diesjährigen Budgets weder eine Gehaltsaufbesserung noch eine Teuerungszulage möglich sei, ohne die Steuern zu erhöhen. Eine weitere Steuererhöhung könne aber in diesem Jahre wegen der vorjährigen Steuererhöhung nicht durchgeführt werden. Mainz. Die Diakonissin Rottberg aus Darmstadt stürzte sich in den Rhein, angeblich weil sie von Darmstadt nach Homburg versetzt worden war. -0- Mainz. Hier erhängte sich der wegen Tierquälerei angezeigte Fuhrmann Funt. Er hatte einem Pferde die Zunge an die Wagendeichsel gebunden, so daß die Zunge abriß und das Tier getötet werden mußte. Auf die polizeiliche Vorladung hatte schrieben:„ Das Urteil ist vollstreckt." - er Geborene. Jan. 14. Zimmermeister August Helfenbein ein Sohn, Ludwig Heinrich. " " " " 16. Kaufmann Franz Wilhelm Bette ein Sohn, Franz Joseph Bernhard. 17. Kaufmann Ludwig Steinhäuser ein Sohn, Hans Ludwig Wilhelm. ,, 18. Lokomotivführer Karl Becker Zwillinge, Anton Joseph und Karl Hans. „ 19. Schriftsetzer Bernhard Munk ein Sohn, Rudolf Karl Bernhard. 19. Schauspieler Hermann Bakof eine Tochter. 19. Taglöhner Philipp Wassum eine Tochter, Elise Wilhelmine Anna. " 20. Gr. Finanzassessor Karl Jung ein Sohn. " 20. Knecht Heinrich Bernges ein Sohn, Heinrich Joseph. " 22. Schneider Wilhelm Rink eine Tochter, Karoline Katharine Emilie. " " " " Jan. " " " " " " " " " " " " " 22. Kutscher Heinrich Schmidt eine Tochter, Luise Emma. 22. Eisenbahnassistenten Philipp Wilhelm Fleischhauer eine Tochter, Herta Maria Johanna. 23. Musiklehrer Karl Otto Gutjahr ein Sohn. 25. Kaufmann Leo Wolff ein Sohn, Gerhard Joseph. Aufgebote. 7. Richard Pfaff, Kaufmann, mit Mathilde Wiedmeyer, beide in Gießen. 20. Heinrich Mühlhaus, Zahntechniker in Ziegenhain, mit Erna Ruder in Liegnitz. 20. Johannes Hildebrand, Bierbrauer, mit Anna Maria Margarete Fischer, beide in Wetzlar. 21. Gustav Walldorf, Schausteller, mit Lina Hartmann, beide in Gießen. 21. Paul Oskar Peter, Gärtner, mit Luise Aßmann, beide in Chemnitz. 21. Andreas Nogosset, Arbeiter, mit Katharina Halama, beide in Alt- Poppelau. 23. Heinrich Emmerich, Fuhrmann, mit Elisabethe Frischholz, beide in Gießen. 24. Karl Ochsenhirt, Sergeant in Gießen, mit Maria Münch in Bernsfeld. 24. Johann Jakob Hoffmann, Postbote in GieBen, mit Katharine Hofmann in Bersrod. 24. Konrad Wilhelm Paul, Schuhmachermeister, mit Magdalena Sophia Fischer, beide in Weilburg. 25. Johannes Rinsland, Mechaniker, mit Maria Helene Kaiser, beide in Frankfurt a. M. 25. Adrian Schlereth, Landwirt in Stralsbach, mit Maria Anna Müller in Zahlbach. 25. Wilhelm Christian Karl Werner, Kellner, mit Johanna Kallenbach, beide in Dortmund. in 25. Valentin Isidor Waldherr, Kaufmann Frankenthal, mit Maria Barbara Helena Fillian in Landau. Eheschließungen. bethe Büttner, beide in Gießen. 21. Philipp Sturm, Elektromonteur, mit ElisaJan. 21. Ludwig Rinn, Maurer in Krofdorf, Marie Ulm in Gießen. mit " Gestorbene. 20. Raimund Roth, Taglöhner, 70 Jahre alt. 22. Christine Poths, 83 Jahre alt. Jan. " 25. Karl Koch, Arbeiter, 58 Jahre alt. " " 25. Elisabethe Dohlen, geb. Philipps, 84 J. alt. ge= " 24. Auguste Schwan, geb. Unverzagt, 64 J. alt. Aus Nassau. Der Kaiser hat den ehemaligen nassauischen Soldaten die Erlaubnis zum Tragen der ihnen aus Anlaß der Enthüllung des Landesdenkmals von der Großherzogin- Regentin von Luxemburg liehenen Erinnerungsmedaille erteilt. " 25. Theodor Schmidt, Gastwirt und Metzger, 65 Jahre alt. 25. Karl Adolf Wagner, Schneider, 25 Jahre alt. 26. Johann Haas, 1 Jahr alt. " " ver= " 26. Anna Marie Horn, geb. Schlafhäußer, 69 Jahre alt. Die elsässische Verfassungsfrage. hat, die englischen Spione zu begnadigen, ist durchaus urgewiß. In der Umgebung des Monarchen, bie von einer so aufsehenerregenden Angelegenheit unterrichtet wäre, ist fe= denfalls weder etwas von dieser Absicht des Katsers bekannt geworden, noch gar davon, daß er schon der englischen Regierung darüber hätte Mitteilung zugehen lassen. Es tann fich nur um eine amtliche Mitteilung an die englische Negierung handeln, und die ist, das muß betont werden, bisher noch nicht erfolgt. Es erscheint auch ausgeschlossen, daß sie so schnell erfolgen dürfte, denn die englischen Spione haben schon an sich eine so milde Strafe erhalten, daß an eine so schnelle Begnadigung nach bisherigem Gebrauche nicht zu denken ist. Im allgemeinen werden Spione wenn überhaupt etne Begnadigung erfolgt nach Verbüßung von zwei Dritteln der ihnen zudiktierten Strafe in Freiheit gesetzt. Diese Bett tst aber noch nicht erfüllt. Außerdem kann versichert werden, daß der Kaiser über Spionage, und besonders über den letzten Fall der beiden englischen Offiziere, nicht so leicht denkt, daß er eine Begnadigung schon nach wenigen Wochen beabsichtigte. Im Reichstage stand am Donnerstag das Verfassungsgesetz für Elsaß- Lothringen zur ersten Lesung. Dem Intereffe an der Bedeutung der Vorlage entsprach der stärkere Besuch des Hauses und der Tribünen; auch der Reichs= fanzler erschien zu Beginn der Sigung; die Einfüh= rung des Entwurfs übernahm jedoch Staatssekretär Dela brli in längerer Rede. Nach einem historischen UeberBlick über die Entwickelung Elsaß- Lothringens in den lezzten zwei Jahrhunderten ging er auf die einzelnen Fragen bes Verfassungsprogramms ein und legte zunächst bezüg= Itch der Wahlrechtsfrage dar, die Einführung eines pach Bildung, Besiz, usw. abgestuften Wahlrechts in ElsaßBothringen, wote so vielfach verlangt worden war, set sowohl eus Gründen der histortschen Entwickelung, als mit Rückficht auf die Mängel der Steuergesetzgebung nicht angebracht. Die Altersstimmen, die der Entwurf vorsehe, würben unter anderem auch dazu dienen, den Einfluß der jugendlichen Elemente, die auch bei den letzten Unruhen die Bauptrolle gespielt hätten, zu beschränken. Die Konstruktion tnes Oberhauses beruhe erstens auf der Notwendigkeit, die Wirkung des allgemeinen Wahlrechts abzuschwächen, außerbem aber auf der Notwendigkeit, die bisher vom Bundescat gebotene überwachende Tätigkett zu ersetzen. Der Staatssekretär besprach sodann die Stellung des katser= Ichen Statthalters und die Frage der Vertretung Elsaß- Lothringens im Bundesrat und betonte dabel, daß der Kaiserliche Statthalter die Vertretung Elsaß- Stohringens im Bundesrat anders instrutere, als die preußtschen Vertreter instruiert würden. Jede andere Gestaltung der Vertretung im Bundesrat würde aber das Stimmverhältnis im Bundesrat zuungunsten Preußens beeinflus= fen. Im übrigen set das Gefühl der unlösbaren 8usammengehörigkeit, das die Voraussetzung für bie Stellung eines Bundesstaates sei, gerade in den Kretsen die die Autonomie am lautesten fordern, noch nicht in vollstem Maße vorhanden. Abg. Vonderscheer, ein reichsländischer Zentrumsmann, betoute die Eigenart und den Patriotismus der ElsaßLothringer, lehnte die Verantwortung für die Ausschrettungen französisch interessierter Kreise ab und kritisierte die Vorlage im einzelnen als ungenügend. Namentlich das Ernennungsrecht des Kaisers für die Hälfte der Mitglieder ber Ersten Kammer sei unannehmbar, ebenso die Prüfung der Wahlen durch den Kaiserlichen Rat, der, aus nebenamtlich tätigen Regierungsbeamten bestehend, kein unabhängiges oberstes Verwaltungsgericht darstelle. ElsaßLothringen behalte die Signatur des eroberten Gutes. Dann besprach Abg Emmel( Soz.) den Entwurf in durchaus ablehnendem Sinne. Er verlangt eine republifanische Staatsform, die Volkssouveränität mit kollegialer Regierung, das Wahlrecht für beide Geschlechter und Vertretung im Bundesrat. Ferner beantragte er, die Vorlage einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser nahm am Donnerstag die Rekrutenbesichtigung des 1. Garderegiments zu Fuß in Potsdam im historischen Exerzterhause im Lustgarten vor. Mit dem Kaifer waren die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Joachim und Oskar erschienen. Es wurden die Leib-, 3., 5. und 11. Kompanie besichtigt, worauf der Kaiser militärische Meldungen entgegennahm. Später frühstückte der Kaiser mit den Offizieren des 1. Garderegiments im Regimentshause und begab sich darauf im Automobil nach Berlin zurück. Kleine Nachrichten. Glückliche Erben sind einige kleine Leute in Marling in Bayern, denen die Erbschaft einer Verkäuferin zugefallen ist, die nach 28jähriger Tätigkeit in einer Mitn chener Obsthandlung gestorben war. Man fand in Betten, Kleidern, Strümpfen und Gebetbüchern über 200 000 Min Gold und Papiergeld. Wie die Verkäuferin dieses Vermögen erworben hat, war nicht aufzuklären. Zum 90. Geburtstage des bayerischen Prinzregenten sollte eine gemeinsame persönliche Gratulation aller deutschen Bundesjursten und der Bürgermeister der Freien Städte in München angeregt werden. Dies ist jedoch nach einer vertraulichen Ansprache in München unterblieben mit Rücksicht auf das Schonungsbedürfnis und das hohe Alter des Regenten. Anders der Abg. Bassermann( natl.). Er sieht in der Borlage eine brauchbare Grundlage für die FortentwickInng der Verfassung und die Menderung des Wahlrechts. Die Vorlage wolle nicht rütteln an der unlösbaren 31fammengehörigkeit des Reichslandes mit dem Reich. Redner verlangte für Elsaß- Lothringen die Schaffung eines Bolfsparlaments und die Bewilligung von Bundesratsstimmen. Die Ernennung eines lebenslänglichen Statthalters sei bedenklich. Für die Befugnisse, die der Kaiser dem Statthalter überträgt, müsse der Reichskanzler verantwortlich sein. Die Frage der Vertretung im Bundesrat müsse In der Kommission geprüft werden. Schließlich beantragt auch Bassermann, die Vorlage einer Kommission von 28 Miliedern zu überweisen. Der Rodelsport hat wieder zwei Opfer gefordert. In Regensburg hat sich der auf einem Zweifiber rodelnde Privatter Kühne beide Beine gebrochen. In Aidenbach in Niederbayern ist Ste 17jährige Tochter einer Kaufmannswitme beim Rodeln schwer verunglückt. Sie starb an den inneren Verletzungen, die fte beim Anfahren an einen Baum erlitten hatte. Die schwarzen Poden wurden bet einem Schneider in Duisburg tonstatiert. Es wurden die größten Vorsichtsmaßregeln getroffen. Ein neuer preußischer Generaloberst. Prinz Christian zu Schleswig- Holstein, der am 22. Januar seinen achtzigten Geburtstag feierte, wurde vom Kaiser zum Generalobersten befördert. Der Prinz, ein Onkel der Kaiserin, stand seit langen Jahren in englischen Diensten und hat den Rang eines Generals im englischen Heere und eines persönlichen Adjutanten des Königs von England inne. Er wird im deutschen Heere als General der Kavallerie a la suite des 3. Gardeulanenregiments geführt. Ter fortschrittliche Abg. Naumann, der im Reichslande gewefen ist und sich mit den Wünschen der dortigen Demofratic vertraut gemacht hat, fam nach manchem Wenn und Aber und einigen Ausflügen in das Gebiet der reinen Telirin doch zu dem Endreim, daß das Reformwerk trob feiner Schladen besser sei, als der heutige Zustand. Der Gedanfe einer erblichen Monarchie sei den Elsässern fremd, wie es bei den Berlinern der eines erblichen Oberbürger= meiners fei. Die Elsaß- Lothringer zögen die erste Kammer in Straßburg als kleineres liebel dem Bundesrat in Berlin vor. Das Proportionalwahlrecht hält er für das richtigste. Ein schwerer Baunnfall ereignete sich Donnerstag früh in Hoppegarten bei Berlin. Infolge der durch den Negen hervorgerufenen Glätte stürzten zwei Zimmerleute von einem Dachgerüst in die Tiefe und erlitten schwere Armund Beinbrüche. Ein zweiter folgenschwerer Bauunfall er= eignete sich vormittags auf einem Neubau in Moabit. Drei Arbeiter befanden sich auf einer Leiter, die infolge der? Glätte ins Wanken fam und umstürzte. Dabei trugen fic schwere innere Verlegungen und Brüche davon. Unter dem Verdacht des Gattenmordes wurde gestern die Ehefrau eines in der Grüntalerstraße in Berlin wohnenden Schlossers verhaftet. Sie wird beschuldigt, ihren Mann durch Leuchtgas vergiftet zu haben. Die Frau bestreitet die Tat, wird aber durch Zeugenaussagen stark belastet. Berlin und fein Oberbürgermeister. Die Amtsperiode des Oberbürgermeisters Kirschner läuft Ende dieses Jahres ab. Herr Kirschner hat sich nunmehr den Führern der maßgebenden Fraktionen im Berliner Stadtparlament gegenüber dahin geäußert, daß er es für seine moralische Pflicht betrachte, sich nach dem Zustandekommen des Zweckverbandes Großberlin, der für die Reichshauptstadt eine Fülle der schwierigsten Aufgaben bringen dürfte, den städtischen Behörden zu einer Wiederwahl zur Verfügung zu stellen. Ru recht später Stunde trat dann noch Abg. von Dirkfen( Rp.) auf den Plan, der ebenso wie Bassermann sich die Schwere der Entscheidung vergegenwärtigte, aber zu den Einzelbestimmungen der Entwürfe von allen heutigen Rednern am wenigstens Bedenten äußerte. Ihm war das Wahlrecht so, wie es vorgeschlagen wird, recht. Nur wollte er es in die Verfassung mit hineinbringen. Man ging dann nach Hause, ohne den Kanzler gehört zu haben. Er wird wohl am Sonnabend das Wort er greifen. Keine Begnadigung der Workamer Spione. Beim Hochzeitsschießen in Haunwöhr in Oberbayern wurde die Brant bei der Umfahrt unmittelbar nach der Trauung von einem Bauern erschossen, der aus einem scharf geladenen Revolver einen Freudenschuß abgegeben hatte. Durch vorzeitiges Losgehen eines Sprengschusses lösten sich gestern vormittag in dem Steinbruch der Hohburger Quarzwerfe bei Falkenhain in Sachsen große Steinmaffent. Dabei wurden zwei Arbeiter getötet, zwei andere Arbeiter wurden schwer verletzt. Deutsche Handelsschiffe für die Türkei. Der Norddeutsche Lloyd hat jetzt seine beiden Schnelldampfer„ Oldenburg" und„ Darmstadt" an die türkische Regierung vertauft. Die aus höheren türkischen Offizieren bestehende Kommission, die zur Besichtigung der Schiffe nach Deutschland entsandt wurde, ist heute wieder in Bremerhaven anwesend. Sie wird die erforderlichen Umbauten und die Snstandsetzung beaufsichtigen. Die Dampfer, die in die türkische Kriegsmarine eingestellt werden sollen, gehen in der nächsten Zeit nach Konstantinopel. Eine englische Zeitschrift bringt eine Mitteilung, daß der Kaiser der englischen Regierung gegenüber die Absicht ausgesprochen habe, die Borfumer Spione zur Krönung des Königs Georg zu begnadigen. Wie uns demgegenüber aus Berlin mitgeteilt wird, ist diese Meldung in das Neich der Fabel zu verweisen. Ob der Kaiser die Absicht Der Familienschmud der Wallnijeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 17 Französische Shenherzigkeit. Sich selbst gerichtet hat der Fuhrmann Karl Funk in Mainz, der wegen Tierquälerei angezeigt war. Er hatte einem Pferd die Zunge an die Wagendeichsel angebunden, sodaß die Zunge abriß und das Pferd getötet werden mußte. Der Mann hat sich gestern nachmittag erhängt. Auf die polizeiliche Vorladung schrieb er: Das Urteil ist vollstreckt. In den Flammen umgekommen ist bei dem Brande der Druckerei Spannagel u. Cäsar in Lüdenscheid, der in der Nacht zum Donnerstag zum Ausbruch fam, der Mitinhaber der Firma Richard Spannagel. Er wurde von den einstürzenden Trümmern erschlagen. Das weit verbreitete Pariser Journal bringt in einem Artikel über die Befestigung von Vlissingen folgende Offenherzigkeit:„ Wir nehmen die Vlissinger Befestigungsfrage nicht tragisch. Denn wenn die Engländer im Falle eines Konfliktes in Belgien landen wollen, brauchen sie dies nicht in Antwerpen zu tun. Sie werden sicherer und schneller dort anfommen, wenn sie die dem belgischen Gebiet benachbarten Häfen Frankreichs für ihre Zwede benutzen." Dieses freimütige Befenntnis oder soll es eine Aufforderung sein? wollen wir uns in Deutschland doch merken! Es tamen schlimme Tage. Der Sturm raste über das Meer, das Schiff wurde wie eine Nußschale hin und her geworfen. Fast alle Reisenden lagen frank in den Kabinen, und der Kapitän machte ein ernstes Gesicht. Miß Lionel indes schien sich noch nie so wohl gefühlt zu haben. Ihr steter Begleiter war Robert White. Beide hüllten sich in ihre wasserdichten Mäntel. Sie standen nebeneinander und bewunderten das großartige Element, das um sie her brandete und tobte. Den ganzen Tag waren fie zusammen und freuten sich dessen. ,, Run, Kapitän, wie steht es?" fragte White eines Abends-- es war am dritten Tage, seitdem das Unwetter eingetreten war- ,, bekommen wir nicht bald wieder stillere See?" Aus den Gerichtssälen. land, der zugu ben 10. Mai ben Gedantag fchloffen, weil Blumen zu 20 tig. Der Red Bindefunft, fem Tage so find, als in Die Gärtner deren Ehre an Ein ganzes Landgericht abgelehnt. Daß einzelne Richter, der Vorsitzende eines Gerichts oder dessen Mitglieder vom Angeklagten abgelehnt werden, indem er sie als be= fangen bezeichnet, kommt öfter vor, aber daß ein ganzes Landgericht überhaupt als befangen abgelehnt wird, dfirfte wohl noch nicht dagewesen sein. Dieser Fall ereignete sich vor der Halberstadter Straffammer. Ein Landwirt cus Oschersleben lehnte. als seinem Antrag, weitere Zeugen zu Inden, nicht sofort Folge geleistet wurde, nicht nur das Richterkollegium, sondern das ganze Landgericht als solches ab. Das Gericht befaßte sich nicht weniger als anderthalb Stunden mit diesem Antrag und wies ihn dann als gesetz= lich unzulässig zurück. Der Angeklagte beharrte nun auf Ablehnung der fünf Richter, aus denen die Straffammer zusammengesetzt war, und abermals zog sich der GerichtsHof zur Beratung zurück. Die Verhandlung wurde zwecks Beschlußfaffung über den Antrag vertagt. Sozialdemokratische Hofgänger in Dänemark. Vor einigen Tagen haben vier sozialdemokratische Reichstags= abgeordnete an einem parlamentarischen Essen beim dänischen Königspaare teilgenommen. Von verschiedenen Parteigenossen sind sic deswegen ernstlich zur Rede gestellt worden. Die vier Herren sind aber der Ansicht, daß sie durch das Erscheinen bei der Hoftafel nicht gegen den Beschluß des dänischen Sozialistentages verstoßen hätten. Sie hätten vielmehr aus einfachen Höflichkeitsrücksichten es für angemessen gehalten, die Einladung anzunehmen. ,, Roch nicht," lautete die brummige Antwort. Wir haben infolge des schlechten Wetters eine Verspätung von awei Tagen; denn wir sind vom Kurse abgekommen. Außerdem muß ich den nächsten Hafen anlaufen, es ist eine kleine Reparatur am Kessel nötig." chen Unterschied in der Verfolgung des Raubmörders ma= chen werde. So lieb es White einerseits war, die Reise länger ausgedehnt zu sehen, so verstimmt war er doch andererseits über den Aufenthalt. Bisher war alles glatt ge= gangen, nun mußte die„ Maud", auf der Meyer reiste, vor der Virginia" ankommen. Trotzdem verlor aber der Geheimpolizist nicht den Mut, er vertraute auf sein gutes Glück. Sein Wahlspruch lautete:„ Dem Kühnen gehört die Welt." der Blumen zu Bentos abzuge Bundes der d Kornblumen h iamen„ Raiser ng. Durd and des Game fonft für fünf Gin inter jekt in Glein Kaufmann P denen sich die ternationalen und auf den fi fam gemacht feiner Habhaft te bald diejen Gtabt und Sta r im vergange feite und von Biesbaden un Grit jetzt wur ind feftgenomm Die Ermordung des Berliner Ehepaars Tetzke vor Ge richt. Das Schwürgericht in Berlin beschäftigte sich am Donnerstag mit der schweren Bluttat, der am 6. November vorigen Jahres im Hause Potsdamer Straße 83 das Thepaar Tetzke zum Opfer fiel, und die wegen der Kaltblütigfeit, mit der ein überraschter Dieb zwei ahnungslos heimkehrende Leute niederknallte, allgemeines Entsetzen in der Bevölkerung erregte. Angeklagt ist der Gärtner Paul Tippe, der kurz nach der Tat festgenommen worden roar Ihm werden zwei Verbrechen zur Last gelegt. Er ist zunächst des Einbruchs unter Mitführung einer Waffe beschuldigt, und sodann des Mordes angeklagt, da der Staatsanwalt im Gegensatz zu den Angaben des Tippe behauptet, dieser habe nicht in vollkommener Ueberraschung, sondern nach einem wohlerwogenen Piane gehandelt. Er habe also Tetzke und seine Frau mit Vorsatz und Ueberlegung ge= tötet. Der Angeklagte ist 21 Jahre alt. Er ist wiederholt vorbestraft, so einmal vom Landgericht Bremen zu sieben Monaten Gefängnis wegen Diebstahls. Er ist im wesent= lichen geständig. Das Urteil dürfte heute gesprochen werden. Am 18. November näherte sich die„ Virginia" den Gestaden der Neuen Welt. Mabel Lionel konnte es faum erwarten, den Fuß auf den heimatlichen Boden zu setzen, und dennoch fühlte auch sie lebhaftes Bedauern, daß die Reise zu Ende ging, und sie dann die ihr lieb gewordene Gesellschaft Robert Whites nicht mehr täglich genießen konnte. Er hatte sich für den Agenten der Lebensversicherung„ Equitable" ausgegeben und war fest entschlos= sen, sich in dem Büro dieser Gesellschaft anstellen zu lassen. Irgend eine Beschäftigung mußte er doch haben, um seinen Aufenthalt in der Millionenstadt begründen zu können. Und wenn er auch nur Volontär ohne Gehalt wurde, so war doch der Schein gewahrt. Die Morgenstunden im Kontor der Versicherungsgesellschaft konnte er leicht erübrigen, es blieb ihn dann immer noch der Nachmittag, der Abend, und wenn es nötig war, die Nacht für seine Mission übrig. Sie legten bei den Azoren an, und während die Reparatur vorgenommen wurde die drei Tage in Anspruch nahm, machten die Reisenden Ausflüge auf die schönen Inseln. White schrieb unter der Chiffre 3. 3. an Wallutjeff und meldete ihm den unfreiwilligen Aufenthalt, sprach aber auch die Zuversicht aus, daß es keinen wesentli Vermischtes. Ein Kornblumenta für Deutschland. Wir lesen im „ Konfektionär": Der Kornblumentag für ganz Deutschdes Kopses gescheitelt. Die Geeluft hatte seinen Teint fräftig gebräunt; er sah ganz anders aus, wie am 24. Oktober. Die Veränderung seines äußeren Menschen hielt der geriebene Detektiv für alle Fälle notwendig, damit Meyer irregeführt würde, cbgleich White sich überzeugt fühlte, daß der Missetäter ihn ohnedies nicht erkennen fonnte, die Regegnung vor Häuserlings Laden war zu kurz gewesen. Fast alle Reisenden standen auf Deck, als die„ Virginia" sich dem Hafen von Neuyork näherte, White und Mabel etwas abseits, wie es oft in lezter Zeit der Fall gewesen war. Beide schienen ernst gestimmt zu sein. Der letzte Teil der Seereise ließ sich gut an. Seitere Geselligkeit vereinte die Passagiere der ersten Kabine nach dem um sieben Uhr abends eingenommenen Nachtmahl. Die Damen erschienen in großer Toilette, die Herren im Frack, man hätte glauben sollen, daß man zu einem Feste zusammentam. Nach dem Essen wurde musiziert, dann getanzt; bis gegen Mitternacht blieb die fröhliche Gesellschaft zusammen. Lachen und heiteres Geplauder zog durch den prächtig ausgestatteten Raum, den großen Gesellschaftssaal des Dampfers. Mabel Lionel gehörte zu den gefeiertsten Damen; ste sang sehr schön, ihre geistsprühende Unterhaltung wurde gesucht, die jungen Männer machten ihr den Hof. Es fiel allen auf, daß Miz Lionel den Mr. White bevorzugte, daß sie sich am liebsten mit ihm unterhielt und ihre Vorliebe für diesen jungen Mann bei jeder Gelegenheit zeigte. Schon in Luzern hatte Robert den Bart wachsen lassen; ex trug ihn nach englischer Att. Sein dides, braunes Saar maz jest über der Mitte bten, in de Wahrscheinlich fotelgaft gefto Cia Gold fold und Ban Straße ausgeft Foer Verkehr 1 ent gebracht u fend, mit eine Suticher des G loß sofort un auf einen ande Dollar verschm Tod eines ., Da liegt meine Vaterstadt," sagte Miß Lionel, nach den immer deutlicher hervortretenden Türmen und riesenhaften großen Gebäuden am Ufer deutend.„ Möchte es Ihnen dort gut gehen," fügte sie herzlich und mit einem freimütigen Blick hinzu. „ Ich hoffe es, Miß Lionel," entgegnete White,„, ich habe auf dieser Reise Sie und einige Jhrer Landsleute kennen gelernt, und ich muß sagen, daß ich mich sehr an= gezogen fühle." Wir Amerikaner sind eben ein freies Volk, das über fleinlichen Vorurteilen steht; ich sagte es Ihnen schon früher." „ Und wir Schweizer sind gleichfalls ein freies Volk," dachte Robert stolz ,,, wir sind beide Kinder der Republik." ,, Rose- Cottage liegt ganz außerhalb der Stadt; ich hoffe, meine liebe Mutter holt mich in unserer Equipage ab. O, wie freue ich mich, sie wiederzusehen! Wann kommen Sie zu uns, Mr. White?" Sonntag, wenn Sie gestatten," entgegnete Robert erfreut. ,, Dann wollen wir Tennis spielen!" rief Mabel ,,, und ich zeige Ihnen mein Reitpferd. Reiten Sie auch?" Leidenschaftlich gern." versicherte White, der in London Unterricht in einer Reitschule genommen hatte und großes Bergnügen an diesem Suert fand.(&. f.) ten ein fleine das Leben fam der nicht allein log in Breslau mit einer Gard und das Unglü den Riß steate den Bemühung dem Wagen u sih so fest um tiate. Als d it vor. Mordtati rind dem Ber drem Lager u Gie tamen plöt tet werden dem die Taufe rade gezwung Cuperftande wa mit Gewalt e im Wasser ci norfen und me ferum. Dann Ofen und warf Anabe ist wäf en fürchterlich en Finnen wi Böhmische terhaftete einer Echwarz und Echwarz hatte ter dent Nan ndt. Das G Deites Heilm fabrizierte, fou aft gebraud Dieses Mittel, Ies war, ein r Eprachen Euro Bitungen Eur Frau in Ruß estattete furze Biden und des Die Wayn ejde Militär Tht zu der Futeurs Klot Sionier Klotz früh gegen enftgewehrs honen die er schafft hatte. nen dahin Le Fejem niat ge megen, fuhr d Atlete Meldun Sompaniechef, De mit Geweh Fridt, um den Suidfehr zu ver Felte, feine Gef gütlichem chungen mit ald zurüd. Fiere und Ant igier Edrid dung gesucht tion abgejan , daß er zwei Cop fich dort. der Jagelhe Rob feine wa Fine Liebesange azigem Alich egab sich, daß Duntreut hai Ans der M Em, erheben S ing rin itna en, in BerIn nde in Dent ten in tsrüh Jen Jont m- er= ret ver ern lin igt, cau arf erit der em Jen ent Jer eit. ter in tte en, te. die dt. Der Der ber in= = der be= es fte fich 18 Das hes 116 ey= auf ner th ds Se am ber heig der aul ar be= t tet, ern lfo ge= jolt ben ent melt. land, der zugunsten bedürftiger Beterunen gepiant und auf den 10. Mai festgesegi war, wird auf den 2. September, den Gedantag verlegt werden. Man hat sich dazu entschlossen, weil man im Mai gezwungen wäre, fünstliche Blumen zu verwenden. Im September ist das nicht nötig. Der Redakteur der gärtnerischen Fachzeitschrift ,, Die Bindefunst", Olberg, will dafür Gorge tragen, daß an diefent Tage so viel frische. lebende Kornblumen vorhanden find, als in ganz Deutschland verfaust werden können. Die Gärtner Deutschlands werden es sich zur ganz besonderen Ehre aurechnen, ein paar Geviertmeter zur Anzucht der Blumen zur Verfügung zu stellen und die Blumen tostenlos abzugeben. Alien Mitgliedern des KyffhäuserBundes der deutschen Kriegerverbände, die selbstgezogene Kornblumen haben wollen, stellt Olberg den Kornblumenfemen Kaiser Wilhelm" ganz unentgeltlich zur Verfüg ng. Durch die fostenlose Ueberlassung der Kornblumen und des Samens würde einige 100'000 Mart gespart, die sonst für fünstliche Blumen ausgegeben werden müßten. Gin internationales Sotel und Eisenbahndieb jetzt in Gleiwitz verhaftet worden. Der 25 Jahre alte Raufmann Paul Riemczad gehörte zu den Leuten, mit denen sich die Berliner Zentrale zur Bekämpfung des internationalen Verbrechertums schon länger beschäftigte und auf den sie auch die auswärtigen Behörden aufmertjam gemacht hatte. Trogden wollte es nicht gelingen, feiner habhaft zu werden. Der gewandte Verbrecher führ te bald diejen, bald jenen Ramen, reiste von Stadt zu Stadt und Stahl in jedem Hotel, in dem er abstieg. Als er im vergangenen Jahre in Berlin einen Streich verübt hatte und von dort aus verfolgt wurde, verschwand er nach Wiesbaden und von dort über die Grenze nach Zürich. Erst jetzt wurde er in Gleiwig auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Er besaß ein Rundreiseheft mit allen Güdten, in denen er in der legten Zeit gearbeitet" hat. Bahrscheinlich hat er auch diese Rundreisekarte einem Sotelgast gestohlen und sie gleich benutzt. ist Cia Goldregen auf der Straße. 50 000 Dollar in Gold und Banknoten waren gestern auf einer Neuyorker Gtraße ausgestreut, gerade an der Steile, wo ein intenfiver Verkehr herrschte. Das Geld sollte nach dem Schazzamt gebracht werden, als der Wagen, auf dem es sich be= fand, mit einem Straßenbahnwagen zusammenstieß. Der Kutscher des Gefährts wurde schwer verletzt. Die Polizei Schloß sofort um das verschüttete Geld einen Ring, bis es auf einen anderen Wagen geladen war. Es soll nicht ein Dollar verschwunden sein. Tod eines Säuglings burch Erhängen. Ein Fall, durch den ein fleines Kind auf ganz merkwürdige Weise um das Leben fam, mahnt die Mütter wieder einmal, Kinder nicht allein zu lassen. Das acht Monate alte Kind lag in Breslau in seinem Wagen im Simmer und spielte mit einer Gardine. In dieser befand sich ein großer Riß, und das Unglück wollte es, daß das Kind seinen Kopf durch den Riß steckte und dann nicht wieder herausfonnte. Bei den Bemühungen, sich zu befreien, fiel es schließlich aus dem Wagen und blieb nun an der Gardine hängen, die sich so fest um den Hals legte, daß das arme Wesen erstiate. Als die Mutter zurüdfam, fand sie das Kleine tot nor. Mordtat in religiösem Wahnsinn. Aus Christiania wird dem ,, Berl.-." berichtet: In Finnmarken brech in cirem Lager unter den Finnen religiöser Wahnsinn aus. Sie tamen plötzlich zu der Ansicht, daß einer von ihnen getauft werden müßte, und suchten einen Knaben aus, an dem die Taufe vorgenommen werden sollte. Der Knabe wurde gezwungen, das Tauswasser zu trinken, und als er außerstande war, weiter zu trinken, wurde ihm der Mund mit Gewalt aufgerissen, worauf die Finnen fortfuhren, ihm Wasser cinzuflößen. Später wurde er zur Erde ge= worfen und mehrere Männer traten unausgesetzt auf ihm herum. Dann stedic man den Körper in einen heißen Ofen und warf ihn schließlich in den Schnee hinaus. Der Knabe ist während dieser gräßlichen Quälereien unter den fürchterlichsten Schmerzen gestorben. Die wahnsinnigen Finnen wurden im Hospital zu Hammerfest interniert. allverehrter Herr Bräses und Freund foll leben!... Ja, aber wo ist er denn? Das Schwein liegt wohl schon wieder unter dem Tisch?" Aus dem„ Lande der Morgenruhe". Jesselnde Bilder aus dem Lande der Morgenruhe, dent nun endgiltig in den Besitz der Japaner gelangten Korea, zeichnet eine genaue Kennerin des Landes, Juliet Brebon, in einer englischen Zeitschrift. Der poetische Name, mit dem die Bewohner Korces ihr Land seit uralter Beit schmücken, hat der schönen Insel viel Unruhe und Kämpfe nicht ersparen können. Ein Eroberer nach dem andern hat es in früheren Jahrhunderten verwüstet, auch in moderner Beit ist es viel umstritten worden. Aber trotz schlimmer und aufgeregter Zeiten hat der Koreaner in einen tieferen Sinne die Bedeutung dieses Namens nicht Züge gestraft, sondern sich die friedliche Stille seiner Morgenruhe bewahrt. Eine wundervolle Harmonie ist über die Natur dieses Landes gebreitet und sie spiegelt sich in ihrer sanften Anmut in den Menschen, die dem Säuseln der Winde lauschen und von der beglückenden Fülle des Sonnenlichts sich bescheinen lassen. Freilich gibt es in diesem Paradies manch dunkle sich auf in Dörfern und Städten, und selbst in der Hauptstadt Soul wird der Weg immer wieder durch Haufen von Flecken. Von Schmutz starren die Straßen, Unrat hänst auf die Straßen geworfenen Abfällen gehemmt. Aber wie eine Lilie aus einem Misthausen, so blüht aus dieser wenig reinlichen Umgebung die fleckenlose Gestalt des Koreaners hervor, immer in blütenweiße Gewänder gehüllt. Diese außerordentliche Sauberkeit der Toilette, die stets in der Farbe der Unschuld prangen muß, ist nun kein Zeichen besonderen Reinlichkeitsbedürfnisses, sondern ein von Alters her gewohntes Symbol der Trauer. Einstmals war die faiserliche Familie so zahlreich, daß das ganze Jahr hindurch um irgend einen verstorbenen Prinzen oder eine dahingeschiedene Prinzessin Trauergewänder angelegt wer= den mußten, und so hat sich denn die Mode der weißen Trauerkleidung unter den Koreanern eingebürgert. Böhmische Kurpfuscher verhaftet. Die Prager Polizei verhaftete einen ehemaligen Soldaten namens Jaroslaw Schwarz und dessen Vater Josef Schwarz. Jaroslaw Echwarz hatte seit einem Jahre ein Heilmittel gegen alles unter dem Namen„ Römischer Tee" nach ganz Europa verfandt. Das Geschäft ging so gut, daß er dann noch ein weites Heilmittel unter dem Namen„ Jerusalem- Tee" fabrizierte, sowie ein Mittel, welches in der Landwirtaft gebraucht werden sollte. Jaroslaw wurde durch dieses Mittel, welches selbstverständlich vollkommen wertlos war, ein reicher Mann. Er hatte Prospekte in allen Sprachen Europas versandt. Seine Geliebte hatte in allen Beitungen Europas sogenannte Locfinserate erlassen. Eine Frau in Rußland, bei der das Mittel nicht geholfen hat, erstattete turzerhand Anzeige, worauf die Verhaftung der beiden und der Geliebten erfolgte. im Ich= int 24. ielt mit ugt nen urz Jirund Fall tach fen= es em ,, ich cute an= ber hon olf," ich age ann bert und ?" Denn nur der Mann kann sich in diesem Milien der größten Unsauberfeit rein und fleckenlos erhalten; damit er blühe wie die Lilie auf dem Felde, müssen die Frauen be= ständig am Waschfaß stehen und das notwendige Tagewerk verrichten. lieberall im Lande sieht man die Frauen un= aufhörlich damit beschäftigt, die Wäsche ihrer Männer zu be= sorgen, und malerische Bilder entfalten sich bei diesen Jesten der Reinlichkeit an den Flüssen, die von dem allgemeinen Schmuh seltsam abstechen. Damit der Koreaner sein Blumenleben führe, ist alle Last des Lebens auf die Frauen gehäuft, die in verachteter Stellung leben und nicht einmal einen eigenen Namen führen, sondern nur als die Frau des Soundso“ bezeichnet werden. Es sind anmutige, pi= fant aussehende Geschöpfe, diese koreanischen Frauen, mit ihren großen, fragenden Augen und dem feingeschnittenen fleinen Mund, die in ihrer großen Toilette etwas pubiggravitätisches haben. Sie tragen dann einen steifen, glockenförmig sich nach unten weitenden Rock, der bis zu den FußEnöcheln reicht, und haben darüber eine ganz enge kurze Jacke gezogen. Während die Frauen der niedern Stände bei ihren Arbeiten auf dem Felde und ihren sonstigen täglichen Verrichtungen öfters zu sehen sind, ist die vornehme Koreanerin von jeder Berührung mit der Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die modernen Koreaner sind darin noch konservativer als ihre Vorfahren; ein Engländer, der acht Jahre in Korea lebte, hat während dieser ganzen Zeit niemals eine Dame gesehen, noch von dem Erscheinen einer Frau in einer von Männern besuchten Gesellschaft gehört. Die Wahnsinnstat des defertierten Pioniers. Die baynische Militärbehörde läßt jetzt einen authentischen Beticht zu der bereits gemeldeten Angelegenheit des Deferteurs Klotz aus Eveyer ausgeben. Es heißt darin: Sionier Klotz der 2. Kompanie 2. Pionierbataillons verlich früh gegen 7 Uhr die Kaserne unter Mitnahme seines Dienstgewehrs und einer größeren Anzahl scharfer-Bahonen die er sich durch Erbrechen eines Patronenkastens verschafft hatte. Er begab sich nach Dudenhofen, wo er einen dahin beurlaubten Kameraden aufsuchte. Als es diesem nicht gelang, ihn zur Rückkehr in die Kaserne zu bewegen, fuhr dieser mit dem Rad in die Kaserne und ertattete Meldung. Bn seiten des Bataillons wurden der Rompaniechef, ein Leutnant und mehrere Unteroffiziere, die mit Gewehr und Patronen ausgerüstet waren, abgesandt, um den Klotz zunächst durch gütliches Zureden zur Rückkehr zu veranlassen, wenn er aber Widerstand leisten sollte, seine Festnahme zu erzwingen. Pionier Klotz zeigte fich gütlichem zureden unzugänglich und zog sich unter Drohungen mit der Waffe in den Dudenhofener Gemeindewald zurück. Von dort aus feuerte er zehn Schuß auf Offiziere und Unteroffiziere und verlegte dabei den Unteroffizier Eckrich der 2. Kompanie, der hinter einem Baume Deckung gesucht hatte, schwer, den von der Gendarmeriehation abgesandten Gendarmen Lutz leichter. Als Kloz ah, daß er zwei Leute getroffen hatte, begab er sich in eine an der Iggelheimer Straße gelegene Schuzhütte und erschoß sich dort. Nach einem vorgefundenen Briefe scheint Klotz seine wahnsinnige Tat in großer Erregung über eine Liebesangelegenheit und unter Einwirkung von übermäßigem Alfcholgenus; ausgeführt zu haben. Außerdem ergab sich, daß Kloy, welcher Kantinenführer war, 25 M Deruntreut hatte. Aus der Rolle gefallen. Vereinsmitglies: Meine Herten erbeben Sie die Gläfer! Das Gebitstagskind, unser die Wahl alkoholfreier seine für ote wante zum Ausdruck fommt. Nach Tisch begeben sich die Herren in das Mauchzimmer, die Damen in die Salons. Depeschen, die während des Essens einlaufen, werden vom Flügeladjutanten geöffnet und dem Kaiser sofort überreicht, da ein Verzug nicht eintreten darf. Erfordert eine Depesche eine sehr eilige Antwort, dann diktiert sie der Kaiser noch während des Essens einem Adjutanten, oder er schreibt die Antwort selbst auf das Formular des Telegramme nieder. Da die Frau sich auf Märkten und Straßen nicht zeigen soll, so fällt dem Koreaner ein Geschäft zu, wohl das einzige, das er ausübt, nämlich das Einkaufen. Seufzend und stöhnend zieht er mit seinem Esel zu Markte; auf den Karren, den das Grautier zieht, hat er sich das notwendige Kleingeld" geladen. Das Tragen der Kupfermünzen, mit dencu man in Korea gewöhnlich zahlt, würde ihm nämlich schwer fallen, denn 600 dieser Geldstücke wiegen etwa 20 Pfund und haben einen Wert von nicht mehr als 2 Mark. Von Laden zu Laden zieht nun der würdige Herr in seinem langen weißen Gewand, das wie ein Nachthemd aussieht, treibt das Tier mit dem Stocke seiner drei Fuß langen Pfeife an und lädt immer mehr von seinem Geldhausen von dem Karren ab, um statt dessen Waren darauf zu häufen. Es ist nämlich in Korea nicht üblich, mehr als einen Gegenstand im Laden zu kaufen. Das würde den Händler beleidigen, der darin die Absicht wittern könnte, man wolle so bald nicht wieder kommen, und der daher unverschämt teuer würde. Da außerdem dem Koreaner nichts über ein geruhiges Leben und langsam würdiges Benehmen geht, so kann man sich vorstellen, wieviel Zeit er bei einem solchen„ Shopping" verbraucht. Am längsten verweilt er wohl bei dem Einfauf seiner Zigarre, denn sie ist ihm teurer als die Erwählte seines Herzens; Rauchen ist der einzige Luxus, die einzige Leidenschaft, die er kennt. In Söul gibt es allein 3000 Tabakläden. Drabinachrichten und neuestes. Raisersgeburtstag in Berlin. Om Berlin, 27. Januar. Die Feier des Geburtstages des Kaisers nahm um 8 1hr früh mit dem großen Weden ihren Anfang. Um 10% Uhr fand ein feierlicher Gottesdienst in der Schloßkapelle ſtatt, an welchem die kaiserliche Familie, die anwesenden Fürstlichkeiten, das diplomatische Korps, die Staatsminister mit dem Reichskanzler, die Ge neralität, die Admiralität, die Präsidien der Parlamente usw. teilnahmen. Wenn die Japaner nun diese noch in einem idyllischen Kindheitszustand der Kultur lebenden Koreaner mit den Errungenschaften modernster Zivilisation beglücken wollen, so werden sie ihn nur an kulturellen Werten zurückgeben, was sie in vergangenen Tagen von ihnen nahmen. Während Korea in seiner geschichtlichen Entwicklung von China beeinflußt worden ist und noch heute in vielem, selbst in der Form des merkwürdigen Haarknotens, auf die Zopfträger Hinweist, haben die Japaner gar manches von den Koreanern gelernt, von ihnen die erste Kenntnis funstge= werblicher Fertigkeiten, so die Behandlung der Töpferwaren und die Knüpftechnik, übernommen. Der Kaiser bei Tische. Von der Reise des Kronpringen. Salfutta, 27. Januar. Die Ankunft des deutschen Kronprinzen wird hier für den 3. Februar erwartet. von Tirpik Großadmiral. Berlin, 27. Januar. Dem Staatssekretär des Reichsmarineamts von Tirpitz ist aus Anlaß des heutigen Geburtstages des Kaisers der Titel und Rang eines Großadmirals verliehen worden. Verurteilung eines Totschlägers. Berlin, 27. Januar. Das Schwurgericht verurteilte den Gärtner Tippe wegen vorfäblicher Tötung der Tebleschen Eheleute, begangen am 6. November, um sich der Er= greifung bei einem Einbruchsdiebstahl zu entziehen. zweimal zu lebenslänglichem Buchthaus und dauerndem Chrverlust. Die Best in China. Berlin, 27. Januar. In der nächsten Woche gehen von hier auf Ersuchen der chinesischen Regierung nach Beling 2000 Flaschen mit Impfstoff gegen die Best ab. Schiffszufammenstoß. Hamburg, 27. Januar. Unweit Selgoland stieß die Hamburger Viermastbark Pommern mit dem englischen Vollschiff Engelhorn zusammen. Die Pommern wurde schwer beschädigt in Cuxhaven eingeschleppt. 3wei Mann der Besatzung werden vermißt. Die Engelhorn treibt noch schwer beschädigt auf See; Hilfsdampfer sind dorthin unterwegs. Verhaftung cincs Liebespaares megen Mordverdacht. Danzig, 27. Januar. Die Witwe Klara von Paszewski in 3uppot, eine langjährige, allen Zoppoter Badegästen bekannte Wohnungsvermieterin. Befiterin mehrerer Grundstücke, starb vor zwei Wochen durch einen angeblichen Unfall. E3 hieß, die Frau sei von der Treppe abgestürzt. Immer bestimmter auftauchende Gerüchte sprachen jedoch von einem Verbrechen. Man exhumierte die Reiche und die Sektion ergab tatsächlich, daß Frau von Laszewskt ermordet worden war. Die Schädeldecke war fünffach zertrümmert und ihr Nasenbein gebrochen. Als Mordwerkzeug fand man im Ofer versteckt einen abgebrochenen Schirmgriff. Ihre Tochter Stephanie, eine auffallende Schönheit, die bereits mehrfach verlobt war, wurde verhaftet. Der eigent= liche Täter ist wahrscheinlich ihr Geliebter, ein Pensionär der Ermordeten namens Johann Gafffe. Auch er wurde verhaftet. Gafffe gilt als Abenteurer. Kindesmord im Wahnsinn. Der Geburtstag des Kaisers stellt naturgemäß an den Monarchen auch in gastronomischer Hinsicht erhöhte Ansprüche, da sich an diesem Tage in dem kaiserlichen Schlosse viele Fürstlichkeiten als Gäste befinden, die offiziell bewirtet werden müssen. Neben der großen Frühstückstafel bildet das Galadiner um 6 Uhr, das im Rittersaal ſtalt= findet, die Hauptmahlzeit. Es wird nun von Interesse fein zu erfahren, wie der Kaiser die Zeit bei Tische verbringt. Charakteristisch für den Monarchen ist der Umstand, daß er lange Mahlzeiten nicht liebt. Auch ein Galadiner darf nicht länger als eine Stunde dauern, da der Kaiser ziem= lich rasch ist und darum schnell serviert werden muß. Sowie der Kaiser mit einem Gange fertig ist, springen die Lakaien hinzut, um die Gedede abzuräumen und neue für einen neuen Gang aufzulegen. Der Kaiser selbst bedient sich bekanntlich beim Essen eines besonders für ihn fonstruierten Instrumentes, das vor Beginn eines jeden Diners von dem Leibjäger des Monarchen auf seinen Platz gelegt wird. Dieses Besteck besteht aus einem Stück und ist aus Silber angefertigt. Messer und Gabel sind darin auf sinnreiche Weise vereinigt, da der Kaiser nur die rechte Hand zum Essen benutzt. Der Kaiser führt bei dem Diner eine angeregte Unterhaltung. Im allgemeinen gilt der Grundsatz, daß nur derjenige sich mit dem Kaiser unterhält, der von ihm angesprochen worden ist. Bei den Diners wird aber von diesem Brauche abgesehen, im Gegenteil, hier liebt es der Kaiser, wenn die Gäste ihn und sich selbst gut unterhalten. Das Gespräch wird über Gegenstände geführt, die den Eingeladenen aus Berufsinteressen besonders nahellegen. Bei Tisch werden besonders gute und teure Weine serviert. Der Kaiser selbst trinkt zwar fast gar keinen alfo= holhaltigen Wein, überläßt aber seinen Gästen die Wahl des Getränkes ganz nach ihrem Geschmack. Es ist darum verfehrt, wenn jüngst behauptet wurde, daß der Antialfo= holismus des Saliers au bei allen offiziellen Diners Surch Leobsahüz( O- Schl.), 27. Januar. In dem benachbarten Orte Löwib tötete eine Wöchnerin, bei der plötzlich Wahnfinn zum Ausbruch kam, ihr drei Wochen altes Kind und verbrannte die Reiche int Ofen. Furchtbare Bluttat eines Trunkenboldes. Ilsenburg a. Harz, 27. Januar. Heute nacht 2 Uhr tötete der Arbeiter Becker in angetrunkenem Zustande mit einem Beil seine betagte Ehefrau, seine Schwiegertochter und zwei Kinder derselben im Alter von ein und drei Jahren. Der Mörder versteckte sich sodann auf dem Boden des Hauses. Als fein Sohn heute früh von der Arbeit heimkehrte, fand er die Getöteten in seiner Wohnung in gräßlich verstümmeltem Zustande vor. Seine Frau gab noch schwache Lebenszeichen von sich und wurde sofort ins Krankenhaus geschafft, wo sie hoffnungslos darniederlieat. Der Mörder versuchte sich auf dem Boden zu erhängen, wurde aber daran gehindert. Er gilt als Trunkenbold und war früher schon einmal in einer Heilanstalt untergebracht. Folgenschwere Gasexplosion. Paris, 27. Jaunar. In einem Stahlwerk in Berguette sind bei einer Gaserplosion sechs Personen getötet und etwa zwölf verwundet worden. Berliner Getreide- und Schlachtviehmaritbericht. Im Getreidehandel ist während der am 25. Januar beendeten Berichtswoche eine Preisermäßigung für Weizen im internationalen Verkehr zu bemerken gewesen. Das Geschäft blieb bei kaum veränderten Preisen sehr ruhig. Nachfrage für die Ausfuhr zeigte sich nur in sehr geringem Umsange, das Konsumgeschäft war träge. Exporteure machten zur Erfüllung früherer Abschlüsse Anschaffungen in schlesischem Weizen, der billiger als sächsischer ist. Das Angebot hat eher zugenommen. Roggen befundete eine etwas festere Tendenz, weil sich Bedarf nach russischen Roggen bemerkbar machte, während das Angebot darin sich teurer stellte. Auch die Mühlen waren bestrebt, sich zu versorgen. Hafer schwächte sich infolge unbefriedigenden Konsumgeschäfts etwas ab, schließlich besserte die Festigkeit Nordrußlands. Mais hat sich wenig verändert. Nordamerika zeigt dafür feste Haltung, dagegen ist Argentinien wegen des Eintritts von Regen in seinen Forderungen williger ge= worden. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 206,25 Mark, Roggen 157 25 M, Safer 155.00 M, Rais 135,00 M. Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. I. Ochsen: a) vellfleischige, ausgemäßtete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 74-79 M, b) junge, fleischige nicht an13gemästete und ältere ausgemästete bis M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 69 bis 75 M, d) ge= ring genährte jeden Alters 70-74 M. II. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schiachtwertes 72-77 M, b) vollfleischige jüngere 68 bis 75 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 bis 72 M, d) gering genährte- M. III. Jär sen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- M. b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, 63 bis 70 M, c) ältere ausgemäitete und weniger gut entwickelte jüngere Rühe 61 bis 69 M, d) mäßig genährte Färsen und ühe 50-63 1, e) gering genährte Färsen und Kühe bis 50 M, f) gering genährtes Jungvieh( reffer) 54-66 M. IV. täi ber: a) Doppellender feinster Mast 104-133 M, b) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugfälber 97 bis 105 M, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber 88 bis 95 A, 5) gute Sangkälber 79 bis 91 M, e) geringe Saugfälber 67 bis 80 M. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere MastHammel 76 bis 82 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 71 bis 75 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 68 bis 72 M. VI. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Rebendgewicht M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2% Zentner Lebendgewicht 58 bis 60., c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2 Zentner Rebendgewicht 56-59.M, 5) fletschige Schweine 54-57 M. c) aerino entwidelte Schweine 52-54, 0) Sauen 51-36. Bon από Montag, 30. Januar 1911, abends 8 Uhr, im Stadttheater Giessen Wagner- Liszt- Abend von Heinrich Knote k. b. Kammersänger nnd Ernst Riemann Hofpianist. Vorverkauf der Eintrittskarten ab Sonntag, 21. Januar an der Tageskasse. Veranstaltet von der Ortsgruppe Giessen des Alldeutschen Verbandes. Butzbach- Licher Eisenbahn. Am 1. März d. Is. wird der Nachtrag III zum Tarif für unseren Anleitung zur radikalen Vertilgung der Feldmäuse, wozu jetzt die beste Zeit wird gegeben. Schreiben Sie sofort an Postlagerkarte 12, Marburg a. L. Wer hat für ein sicheres Geldgeschäft sofort 2- 3000 mr zum Ausleihen flüssig gegen gute Zinsen u. einige 100 Mr. Extraverdienst in ein paar Monaten. Angebote unter F. T. C. 7531 beförd. Rudolf Mosse, Frankfurt a. Matu. 1 Erntewagen, gut erhalten, komplett, billig zu verkaufen Friedrich Mack III. Hochelheim. Junger sofort gesucht. Binnenverkehr ausgegeben. Er erhält unter anderem einige Ermässigungen Friseurgehülfe im Personenverkehr mit Bad- Nanheim und einige Erhöhungen im Güterverkehr auf Entfernungen von 1-13 km. Diese Erhöhungen gelten erst vom 1. April ds. Js. ab. Nähere Auskunft wird von uns oder von unserer Bahnverwaltung in Buzbach- Ost erteilt. Buzzbach, den 26 Januar 1911. Butzbach- Licher Eisenbahn ( Aktiengesellschaft.) Verdingung. Für die Provinzial: Siechenanstalt Oberhessen zu Gießen sollen für die Zeit vom 1. April bis einschl. 31. März 1911 im Submissionswege bergeben werden: Die Lieferung von: 1., Fleisch und Wurstwaren in 2 Losen, Spezeretwaren, Kaffe, Tee und Kakao, Süßrahmbutter, Eter, Milch, und Backwaren. 2., ca. 8000 3tr. Hüttenkoks) in d. Korngröße 40/60 mm 4000 " Gastoks 600 Steinkohlen( Nußkohlen 1) und " 20 rm Tannenscheitholz. DerVorstand. Dampf- Färberei J. Becker, Lollar. Strickmaschinen mit Mk. 30-50 Anzahlg. Illustr. Pracht- Katal.grat. P.Kirsch, Döbeln. Stadtgut. in Bay., 130 Morgen, brachtboll Objekt, vorz. Rentabilität, da an Miete u Chaisenfuhrwerk 6000 Mt. Nebeneinnahme! B eis compl. nur 90,000 mt bei mind. 20,000 Mt Baranz. Beauftragt ist H. Böhm Geschäfts- Eröffnung Eröffne mit dem heutigen Tage, Bahnhofstrasse 47, im Hause des Herrn Schuhhändler Brück einen den modernen Anforderungen entsprechend eingerichteten Friseur- Salon. 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