s, als Ausmeinem en unter ausseren. Man Preisen. nt, n lechte blago, se Aderandon einen Ahrten E 5.2.20 ang Firma nbobla rück. 20, Ben1.Pera ar. 0,6. ken. EA [ 21/5 atzen NUR MIT NIA EFENBACHS eßen. Sohn, Will es eine Lochter, Ber ein oseph. Jn, Ruchter. Sohn, Otto. Tochter, agdalene Elisabeth er, mit Cina Dest La Stöhr, Siegen, mit Wil ine Stör en Fischer, mit Elija ht in Gro Altenſtadt. Lina Ma beide in ina Heinz, aria Haas, ffer, mit rlotte Erb, Maria Bal 35 Jahre fuhrmann Jahre all Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - - Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 148. Telephon: Nr. 362. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Juni. * Die 67. Jahres- Versammlung des Hessischen Hauptvereins der Gusta v= Adolf Stiftung in Main 3. Eingeleitet wurde die Feier durch Glockengeläute von allen Kirchen der Stadt und der Vororte und Choralmusik vom Turm der Christuskirche. Danach vereinigten sich die Gustav AdolfsGemeinden des Mainzer Landes in dichten Scharen in ihren Kirchen und Bethäusern zu fröhlichen Festgottes diensten. Es predigten meist frühere Geistliche der Gemeinden, so Pfarrer Scharmann- Ober- Ingelheim in Sastel, Pfarrer Bechtolsheimer- Gießen in Mombach, Pfarrer Veller- Wahlen in Bretzenheim, Divisionspfarrer Büttel- Schleswig in Weisenau; in Gonsenheim predigte Professor Lampas- Friedberg, in Kostheim Divisionspfr. Tiesmeyer- Mainz, in Gustavsburg Professor WernerFriedberg. Jugendgottesdienste schlossen sich in allen Gemeinden an. Nachmittags 3 Uhr versammelten sich Tausende in dem großen Saale der Stadthalle zu einer evangel. Festversammlung, die durch den Vorsitzenden des Hessischen Hauptvereins, Stadtpfarrer Dingelden- Darmstadt, eröffnet wurde. Professor D. Dr. Schian- Gießen hielt eine Ansprache über das Thema:„ Der Gustav Adolfverein ein Tatbekenntnis zur evangelischen Wahrheit".- D. Schian brachte einen Gruß von der theolo= gischen Fakultät zu Gießen. Sie wisse sich einig mit dem Gustav Adolf- Verein im Bekenntnis zur evangelischen Wahrheit. Die Fakultät bekenne sich zu ihr, indem sie ihre gesamte Tätigkeit in Forschen und Lehren in deren Dienst stelle, der Verein, indem er durch seine Arbeit der evangelischen Wahrheit Raum und Resonanz schaffe. Es komme viel darauf an, daß sein Wirken in diesem Sinne verstanden werde; nicht als Ausfluß des Mitleids oder der humanen Gesinnung oder bloß des brüderlichen Erbarmens, sondern als ein wuchtiges Bekenntnis zum alten und ewig jungen Evangelium." Zuletzt sprach ein Diasporapfarrer des Ostens, Pastor prim. Rosenberg aus Kempen in Posen, der Vorsitzende der deutschen Kleinsiedelungsgenossenschaft in der Ostmark, vormals Pfarrer in der russischen Diaspora. - * Der Bismarck Fackelzug der Studentenschaft hatte gestern abend eine große Menschenmenge auf die Beine gebracht. Der schier endlose Zug, in dem sich vier Musikkapellen befanden, ging durch die Kaiser- Allee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Löberstraße, Bismardstraße, Süd- Anlage, Neuenweg, Seltersweg, West- Anlage hinaus zur Hardt. Zahllose Blumen wurden den Studenten von den holden Mägdlein aus den Fenstern zugeworfen. Vor der Bismarcksäule fand die sehr eindrucksvolle Huldigung statt, der sich ein Kommers anschloß. Reichsausländer sind in Hessen nicht schulpflichtig. Diese Entscheidung hat das hessische Ministerium auf eine Anfrage der Kreisschul= fommission Offenbach in letzter Zeit getroffen. Andererseits aber ist die Stadt verpflichtet, jene Kinder gerade so wie die Kinder hessischer Staatsangehöriger in die Schule aufzunehmen, wenn die Eltern dies beantragen. Der Reichsausländer braucht also keineswegs in Hessen die Schule zu besuchen, kann also auch wohl im Falle unentschuldigter Schulversäumnisse gesetzlich nicht zur Strafe herangezogen werden, kann fehlen, so oft es ihm beliebt, muß aber seinen Platz in der hessischen Schule erhalten, sobald er es wünscht. In den Kreisen der hessischen Lehrerschaft befürchtet man durch diese Regelung eine bedeutende Erschwerung der Klassendisziplin und eine ernstliche Hemmung der gedeihlichen Schularbeit. * Kaisermanöver und Maul- und Klauenseuch e. Die Maul- und Klauenseuche, die im südlichen Holstein festgestellt wurde, hat sich in den letzten Tagen über den ganzen südlichen Teil der Provinz Holstein ausgebreitet, sodaß alle Ortschaften verseucht wurden. Das Vieh stirbt in großer Menge. Die für das Kaisermanöver, das im Auguſt dort abgehalten werden sollte, angesagten Ein quartierungen sind bereits ab bestellt worden. Es scheint also, daß die Abhaltung des Kaisermanövers, daß in dem verseuchten Teile stattfinden soll, in Frage gestellt ist. Die Versammlung der Ausschüsse für das Bismard National Denti al auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück fand in Wiesbaden cm Samstag statt. Die Sitzung, an der aus Hessen 11. a. die Ausschußmitglieder Abg. Dr. Osann, Justizrat Calman, Museumsdirektor Prof. Back, Geh. Oberbaurat Hoffmann, Stadtbaumeister Koch- Bingen teilnahmen, der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 27. Juni 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. wurde von Herrn Staatsminister Frhr. v. Rhein- geordneten Dr. Werner- Gießen, Bindewald und Behrens, baben eröffnet, der einen Gruß des dienstlich am Erder Landtagsabg. Wolf- Stadecken und die Landwirte scheinen verhinderten Reichskanzlers v. Bethmann- Holl- Eifer- Muschenheim und Wilh. Dorsch Wölfersheim. Da ein großer Festbesuch zu erwarten steht, werden auf einigen Bahnlinien Sonderzüge eingelegt werden. weg überbrachte. Ausgeschieden wurde aus der Beratung die Platzfrage, da sowohl die politischen Erwägungen, daß die Lage der Elisenhöhe ein bedeutsames stämme bilde, als auch die großen, schon für den GrundBindeglied der süddeutschen und norddeutschen Volks derholt beschlossenen Stelle ausschließen. Es wurde weierwerb ausgegebenen Summen eine Aenderung der wieson Bismarcks mehr in die Erscheinung treten zu lassen. ter zum Ausdruck gebracht, an dem Denkmal die PerAls Termin für die Einsendung der abgeänderten Entwürfe wurde der 1. November d. Js. bestimmt. Die erfreulich, daß sie nunmehr ein völliges Gelingen des mit Einstimmigkeit gefaßten Beschlüsse sind so großen vaterländischen Werkes erhoffen lassen. Hessischer Photographen bund. Am 21. und 22. Juni fand in Essen im Saalbau des Stadtgartens der Delegiertentag des Zentralverbandes Deutscher Photographenvereine statt, zu dem aus allen Teilen des Deutschen Reiches die Vertreter erschienen waren. Auch der Hess. Photographenbund hatte einen Abgeord= neten entsandt. Besonders eingehend wurden folgende Punkte erörtert: Vergrößerungsschwindel, Häuserphotographen und Schleudergeschäfte. * von Prinz Heinrich Fahrt. Mit großem Eifer werden jetzt noch die letzten Vorbereitungen betrie ben, um eine glanzvolle Veranstaltung zu sichern. Die deutsche Fahrstrecke weist nur gute Chausseen auf, und man hat sogar im Taunus eine ganz neue Fahrstraße von dem Roten Kreuz nach dem Sandplacken angelegt. Prinz Heinrich trifft am Montag, 3. Juli, in Hom= burg ein und wird in der Villa des Landrats Marx Wohnung nehmen. Eingeleitet werden die Festtage durch größere Veranstaltungen der Kurdirektion Homburg von Sonntag bis zum Mittwoch. Mittwoch früh 7 Uhr beginnt die Fahrt. Als Start ist die Kaiser Friedrich- Promenade am Kurgarten gewählt. Die Wagen nehmen ihren Weg über Königstein nach Schloß Braunfels, dessen liebenswürdige Schloßherrschaft, Fürst und Fürstin Solms, in dem großen Schloßhose und dem prachtvoll erhaltenen altertümlichen Rittersanle die Fahrtteilnehmer einen gastlichen Empfang bereiten. Auch Koblenz, das von der Fahrt berührt wird, bereitet sich für einen festlichen Empfang der Fahrer vor. Auch auf englischem Boden erwarten die Fahrer mancherlei festliche Veranstaltungen, und besonders den deutschen Teilnehmern der Fahrt soll Gelegenheit gegeben werden, die an der Strecke belegenen Landsize und Schlösser kennen zu lernen, wo ihnen eine gastliche Aufnahme bereitet wird. - Die Rudergesellschaft( 1877) hat zu der 36. Kaiser Regatta zu Bad- Ems am 9. Juli gemeldet. Der Verein wird im„ Lahn- Vierer" starten. -t- Butzbach, 26. Juni. Der Gesangverein„ Eintracht" beging gestern die Weihe seiner Vereinsfahne. Die Stadt prangte aus diesem Anlaß im schönsten Festschmuck. Sonntag um 2 Uhr bewegte sich ein Festzug mit 30 Abteilungen durch die Stadt. In der Festhalle begrüßte Präsident Bender die Festgäste. Dirigent Sames leitete den Massenchor mit Orchesterbegleitung, den die Butzbacher Vereine vortrugen. Im Auftrag der Festjungfrauen übergab Fräulein Kätha Diehl die Fahne, Hauptlehrer Storch hielt die Fest- und Weihe rede. Der Massenchor„ Ans Vaterland", gesungen von den unter Leitung des Dirigenten Sames stehenden Vereinen, sowie des„ Orpheus"-Butzbach und des Gemisch ten Chores schloß sich an. Dann sangen die Gastvereine. Abends verschönerten die Turner das Fest durch ihre Darbietungen. neue und * Bettenhausen b. Langsdorf, 27. Juni. Sonntag, den 16. und Montag, den 17. Juli findet hier, wie bereits mitgeteilt, ein großes BauernVolksfest statt, zu welchem jetzt schon Vorbereitungen getroffen werden, um das Fest würdig zu gestalten. Dieses Bauern und Volksfest wird diesmal eine Veranstaltung sämtlicher rechtsstehenden Gruppen Oberhej sens sein und soll sich zu einer machtvollen Kundgebung des Deutsch- nationalen Gedankens und der christlichen Weltanschauung gestalten. Zu diesem Zwecke haben die deutsch- soziale und die christlich- soziale Partei, der Bund der Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend einen gemeinsamen Festausschuß gebildet und in einer am Sonntag, den 18. Juni, in Hungen stattgefundenen Sizung den Festplan einmütig festgelegt. Als Redner haben zugesagt: Abg. Wolf- Stuttgart, die Reichstagsab* Friedberg, 27. Juni. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für Verdienste" wurde Jakob Wedfort und Johannes Kester 7., beide zu Nieder- Eschbach, verliehen. e Friedberg, 26. Juni. Die Mitglieder- Berstern in unserer Stadt. Friedberg trug Festschmuck, mehsammlung der Kriegerkameradschaft„ Hassia" tagte getag abend war Festkommers im Saalbau. Die Mitglie rere Ehrenpforten begrüßten die Gäste. Schon Samsder- Versammlung nahm Sonntag vormittag im Saalbau ihren Anfang. Die Hassia- Lotterie für Herbst 1911 wurde einstimmig angenommen. Die Aufnahme des Vereins ehemaliger 116 er, der sich über viele Orte Oberhessens ausdehnt, wurde einstimmig a b gelehnt. Dagegen wurde auf Antrag Krämer- Büdingen beschlossen: Die Kriegerkameradschaft hat gegen die Aufnahme einer Jubiläumsvereinigung der ehemaligen 116er, die sich nach dem Regiments- JuNauheim stellte den Antrag, fünftig bei politischen biläum 1913 wieder auflöst, nichts einzuwenden. BadWahlen von Preßangriffen gegen die Sozialdemolehnt. Der Bezirk Vilbel wünschte: das Präsidium der fratie absehen zu wollen. Der Antrag wurde abge= Hassia möge aus Anlaß des 40jährigen Reichsjubiläums anregen, daß die Veteranen eine Auszeichnung erhalten. dem Großherzog vorstellig zu werden. Dem Präsidium wurde aufgegeben, in diesem Sinne bei Aussprache entspann sich um den Antrag Groß- Gerau: Eine lebhafte ,, Dem im August 1907 beim Böllerschießen gelegentlich des Kriegerfestes in Biebesheim verunglückten Kameraden Otto Hammann soll eine Unterstützung gewährt werden, da er durch Verlust der rechten Hand um seinen Erwerb gekommen ist." Man einigte sich schließlich dahin, daß eine allgemeine Sammlung in Bezirken und Vereinen stattfinden soll. Es wird beantragt, daß die Veteranenzulage von 15 Mt. auf 20 Mt. erhöht werden möge, was einmütige Zustimmung fand. BluDem Antrag Seligenstadt auf Abhaltung eines mentages wurde die Dringlichkeit abgesprochen. -d- Büdingen, 27. Juni. Das Burgfest auf der altberühmten Ronneburg lockte am Sonntag viele Gäste an. Herolde, Marketenderinnen, das Lager der Landsknechte versetzten den Besucher in die Zeit des Mittelalters. Die Aufführung des von Steininger verfaßten historischen Festspiels„ m Glauben start, in Treue fest" durch 115 Mitglieder der Zweigvereine des Vogelsberger Höhenflubs aus Frankfurt, Offenbach, Büdingen, Hanau und Gelnhausen stand im Mittel= punkte des Festes. Schon die Hauptprobe am Vormittag war gut besucht. Mit einem Prolog wurde das Festspiel eingeleitet, wonach Kreisrat Beckmann- Büdingen im Namen des Festspiel- Ausschusses die Anwesenden begrüßte, insbesondere die Mitglieder des Hauses Isenburg. Die Hauptaufführung begann um drei Uhr. Die Aufführung dauerte etwa zwei Stunden. Das Spiel war sehr wirkungsvoll und bot farbenprächtige Bilder aus der Zeit des 30jährigen Krieges. * Büdingen, 27. Juni. Die Gemeinden des Kreises müssen im Rechnungsjahr 1911 170 000 Mark Kreisumlagen aufbringen. * Marburg, 27. Juni. Eine für die Presse interessante Privatklage fand vor dem hiesigen Schöffengericht gegen die hiesige„ Hessische Landesztg." statt. Wegen eines Berichtes über eine Mietervereinsversammlung, in der über hohe Mietpreise geklagt wurde, forderte die Firma Kaiser& Roth die„ Hess. Landeszeitung" auf, feine solche Berichte mehr zu bringen, andernfalls erhalte sie die Inserate der Firma nicht mehr. In einem„ Eingesandt" wurde darauf das Verhalten der Firma als verächtlich bezeichnet. Das Schöffengericht sprach nun den Redakteur frei, weil tatsächlich die Forderung der Firma die journalistische Ehre der Zeitung berühre und somit verächtlich sei. Es gelte allgemein als verwerflich, die Haltung einer 3eitung von den Anzeigen abhängig zu machen. Darmstadt, 27. Juni. Gestern vormittag ist im Alter von 78 Jahren der Geheime Finanzkontrolleur Ludwig Krizzler gestorben, der sich um das hessische Steuerwesen große Verdienste erworben hat. 1906-07 deckte er große Steuerdefraudationen auf, die dem Staat mehrere Millionen einbrachten. Pfarrer Jatho feines Amtes entfekt. Die Hauptverhandlung gegen den Cölner Pfarrer Fatho, die, wie wir meldeten, vor dem Spruchkollegium bes Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin geführt wurde, ist beendet. Das Kollegium erklärte eine fernere Wirksamkeit des Pfarrers Jatho innerhalb der preußischen Landeskirche für unmöglich. Der Spruch wurde mit Dreiviertel- Majorität gefällt. Ans den Verteidigungsreden, fede Lehrschranke fallen, wenn ein Bantheist wie Jatho in der Kirche verbleibt. Was die materielle Wirkung des Urteils gegen Jatho betrifft, so ist zu bemerken, daß nach dem geltenden Irrlehregesetz der Cölner Pfarrer von der Behörde nunmehr feines Amtes entsetzt werden muß, daß er aber die ihm gefeßlich zustehende Pension behält, da nach dem neuen Gesetz die Absehung eines Geistlichen wegen Irrlehre nicht als Strafe wegen eines Disziplinarvergehens angesehen werden soll. Die Cölner Freunde Jathos haben außerdem eine erheb= liche Geldsumme gesammelt und auf einer Cölner Bank depontert, um die wirtschaftliche Zukunft Jathos sicherzustellen. Es wird sich wahrscheinlich um eine freireligiöse Gemeinde handeln. die der Professor der praktischen Theologie Baum= garten- Kiel und Pfarrer Traub aus Dortmund hielten, teilen wir noch einiges mit. Baumgarten nahm als erster Verteidiger das Wort. Er ging davon aus, daß er persönlich in theologischer Beziehung sehr weit von Jatho differtere, und daß es deshalb für ihn ursprünglich durchaus eine Frage gewesen sei, ob er Angeschuldigte noch als Geistlicher auf einer evangeItschen Kanzel geduldet werden könnte. Nunmehr wolle er die Sache aber von einer anderen Seite betrachten, wie nämlich die Wirkung der angefochtenen Lehre gewesett set. Sterbet verlas er tells ganz, teils auszugsweise etwa fünfzig Briefe aus der Menge aller der vielen, die an Jatho gerichtet worden sind. Dem Cölner Getftlichen wird darin von den Absendern tieffter Dank dafür ausgesprochen, daß er sie erst wieder aus der Kirchenfremdheit herausgerettet und wieder zu einem religiösen Leben gebracht habe. Persönlich hält Baumgarten Jathos Standpunkt für pantheistisch; obwohl er sich empfindungsgemäß in seiner Predigt auch an Jesum Christum anlehne, so wurzeln seine wahren religiösen Gefühle doch mehr im allgemeinen Gedanken von Religiosität als in den historischen Grundlagen des Christentums. Der zwette Verteidiger Pfarrer Traub äußerte sich zunächst über die kirchenrechtliche Seite der Frage und nahm unter diesem Gesichtspunkt das gesamte Attenmaterial durch. Vor allem hob er hervor, wie verhältnismäßig bedeutungslos doch eigentlich die Beschwerden seien, die aus Cöln und anderen Orten zu den Akten gegeben wurden. Speziell aus Cöln fet es nur immer ein und derselbe Mann gewesen, der sich beschwert gefühlt habe, und dies set eine Persönlichkeit, die sich schon früher in Düsseldorf als religiöser Querulant betätigt habe. Alsdann ging Pfarrer Traub ebenfalls zur religiösen Würdigung der Tätigkeit Jathos über und verteidigte seinen Klienten gegen den Vorwurf der Unverträglichkeit seiner Lehre mit den Be fenntnissen der Kirche. Besonders hob er dann noch das landeskirchliche Interesse hervor, das an einer Freisprechung Jathos bestehe. Jathos Schlußwort. Rundschau vom Cage. Politisches. staatliche Bensions- und Hinterbliebenenversicherung der Privatangestellten hat wiederum in Berlin getagt, um zu dem Gesetzentwurf betreffend die Angestelltenversicherung Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß der Entwurf nach wie vor als eine brauch bare Grundlage für die Schaffung des Gesetzes anzusehen sei, dessen baldige Verabschiedung im Reichstage erstrebt werden müsse. Der Kaiser, der am Sonnabend einer Einladung des amerikanischen Admirals Badger zur Besichtigung des amerikanischen Flaggschiffes„ Louisiana" gefolgt war und dort auch das Frühstück eingenommen hatte, hielt Sonntag morgen an Bord der„ Hohenzollern" Gottesdienst ab. Zum Mitsegeln an Bord der Jacht„ Meteor" bei der Wettfahrt des Norddeutschen Regattavereins auf der Kieler Föhrde waren u. a. geladen: Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg und Staatsminister Freiherr von SchorIemer. Die Stadt Kiel veranstaltete Sonnabend nachmittog im Reichshallen- Theater eine Festlichkeit für die Matrosen der amerikanischen Linienschiffe. Etwa 800 Mann nahmen daran teil. Sonntag vormittag fand ein Wettrudern zwischen deutschen und amerikanischen Booten statt. Zuletzt nahm Pfarrer Jatho selbst zu einer kurzen Schlußbemerkung das Wort. Er dankte zunächst seinen Verteidigern für all thr Mühen und erklärte dann, daß er der Entscheidung des Spruchkollegiums, wie sie auch fallen möge, mit voller Ruhe entgegenjehe. Es handle fich für ihn hier nun nicht mehr um seine Person, sondern um die Sache. Um thretwillen würde er es aufs tteffte bedauern, wenn es ihm durch den Spruch des Kollegiums unmöglich gemacht werden sollte, feiner Cölner Gemeinde weiter zu dienen. Im Laufe der Jahrzehnte set sie ihm das Zeuerste auf der Erde ge= worden, und die Liebe und Treue, die er von ihr, namentlich in lezter Zeit, erfahren habe, set zum größten Glück seines Lebens geworden. Er verkenne nicht die ungeheure Verantwortung und die schwierige Lage des Spruchkollegiums und hoffe nur, daß eine Entscheidung gefällt werden möchte, die dem Interesse der Religion und der Kirche entspräche. Hierauf wurde die Sitzung aufgehoben, und das Spruchkollegium zog sich zur Beschlußfassung zurück. Das Urteil lautete folgendermaßen: Der Zolibeamten- Reichsverband, der über 14 000 Mit glieder zählt, hielt vom 22. bis 24. Juni seinen diesjährts gen Verbandstag in Dresden ab. Finanzminister Lenze Sprach telegraphisch das Vertrauen aus, daß der alte gute Geist der Zollbeamten auch fernerhin lebendig bleiben möge. An den Bundesrat, den Reichstag und die einzelstaatlichen Regierungen und Parlamente wurde eine Entschließung gerichtet, in der die Erhebung und Verwaltung der Zölle und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern auf das Reich angeregt wird. Außerdem enthielt die Resolution die Bitte um einen Ausgleich der Gehaltsverhältnisse im Reich und in den Bundesstaaten, um eine fachgemäße Auss bildung der Zollaufseher, um eine Regelung der Dienst und Urlaubsverhältnisse und anderer allgemeiner Beamtenforderungen. Der Staatssekretär des Reichstolonialamtes von Lindequist wird seine mehrfach angekündigte Reise nach Südwestafrika im Oktober antreten. Der Staatssekretär will in erster Linie die Diamantenfrage an Ort und Stelle studieren. Die Kaisermanöver in Frage gestellt? Die Maul- und Klauenseuche, die in der vorigen Woche im südlichen Holstein vereinzelt festgestellt wurde, hat sich in den letzten Tagen über den ganzen südlichen Teil der Provinz Holstein ausgebreitet, so daß ganze Ortschaften verseucht worden sind. Das Vieh stirbt in großen Mengen. Die für die Kaisermanöver, das im Auguft dort abgehalten werden soll, angesagten Einquartierungen sind bereits abbestellt worden, es scheint also, daß die Abhaltung der Kaisermanöver, die in den verseuchten Teilen, der Provinz stattfinden sollten, in Frage gestellt ist. „ Das Spruchkollegium für firchliche Angelegenhetten hat nach seiner freien, auf den ganzen Inbegriff der Verhandlungen und Beweise gestüßten Ueberzeugung fraft§ 11 des Kirchengesetzes betr. das Verfahren bei der Beanstandung der Lehre von Geistlichen, vom 16. März 1910 festgestellt, daß die weitere Wirksamkeit des Pfarrers Jatho innerhalb der evangelischen Lan= deskirche der älteren Provinzen Preußens mit der Siellung, die er zu seiner Lehre zum Bekenntnis der Kirche einnimmt, unvereinbar ist." Knabe C8 bo Itche er vo ins& E dischen nem währe por 31 fiel fr mit b furchtb 11 In Li reißen wurde des vi schwer wohlb über d nen fo Be Nähe nachmi gelboo Elfenb Beide Beide Dr erstickte hölzern geftect W bargest feit etn die dief mat" f niert. De mal am Entsche Versuch einer neuen Kabinettsbildung in Desterreich. Der vorausgesagte Rücktritt des österreichischen Kabinetts infolge der Niederlage der Christlich- Sozialen bei den Wahlen, die sich nun auf die Seite der Opposiition schlas gen wollen, scheint schon in den nächsten Tagen zur Tatsache werden zu sollen. Die Wiener Neue Frete Presse" meldet: Neben den Verhandlungen, die Ministerpräsident Freiherr von Bienerth in den nächsten Tagen mit den Parteiführern pflegen wird, werden Verhandlungen des Freiheren von Gautsch gehen, der den Auftrag erhalten hat, sich wegen der Durchführung der großen Arbeitsprogramme, mit den Parteien zu verständigen. Wenn die Verhandlungen des Freiherrn von Gautsch, die sich auch auf eine Kabinettsbildung beziehen werden, Erfolg haben, so tritt Freiherr von Bienerth zurück und Freiherr von Gautsch wird sein Nachfolger. Letterer würde eine gemischtes Kai binett aus Beamten und Parlamentariern bilden. Zum Konflitt im Hansabund nimmt auch die„ Nordd. Allgem. 3tg." Stellung, und sie verteidigt sich dabei gegen die Kritik, die ihre von uns mitgeteilten Auslassungen über die Hansabundtagung gefunden haben:„ Vor acht Tagen haben wir uns in rein sachlicher Weise unter Hervorhebung äußerer Erfolge des Hansabundes mit dessen lezzter Tagung beschäftigt, und Bedauern über die in einzelnen Reden enthaltene Agitationsmethode sowie über die sdwere Gefahr geäußert, die aus dem Hineintragen neuer Gegensäge in die Interessen der verschiedenen Erwerbsstände für unser öffentliches Leben erwachsen. Gleichwohl haben einige Blätter es für passend gehalten, unsere Bemerkungen als„ anmaßend" zurückzuweisen. Ein Beispiel von Unbefangenheit haben unsere Kritiker damit gewiß nicht gegeben. Vielleicht urteilen sie auch heute schon anders, da der Zwist im Präsidium des Hansabundes zeigt, daß wir mit unseren Bedenken nicht allein stehen." Das Urteil wird dem Spruchkollegium nicht leicht geworden sein. Es war, so schreiben die Leipz. N. N. zu dem Urtell, unverkennbar den Eindruck hat auch der Professor Baumgarten gehabt- daß man am ers sten Tage versuchte, Jatho beim Verhör goldene Brücken zu bauen, die ihn aber in seiner gefühlsmäßt= gen Eigenart eher noch zu schärferen Formulierungen veranlaßten. So wird trotz des Eindrucks, den die Res den der Verteidiger gemacht haben mögen, doch auch gerade dieser Umstand das Spruchkollegium veranlaßt baben, ein Erempel zu statuteren. Selbst Baumgartent, der lintsliberalfte aller zünftigen Theologen, ist ge genüber der Stellung Jalhos für seine eigene Person nach rechts hin erheblich abgerückt. Tatsächlich würde Und dennoch. Kleine Nachrichten. Bäderfrequenz. Baden- Baden 29 947; Badenweller 3138; Badgastein 4962; Brückenau 1243; Davos 13 333; Elster 6300; Ems 7609; Friedrichroda 5147; Homburg 4500; Karlsbad 26 401; Kissingen 13 423; Königstein 3461; Kreuznach 5196; Langenschwalbach 2001; Marienbad 10 183; Nauheim 14 775; Neuenahr 8863; Niendorf 751; Oberstdorf 2143; Deynhausen 8097; Oldesloe 1246; Orb 1808; Pyrmont 13 007; Reichenhall 7590; Salzungen 1565; Salzschlirf 2168; Sooden- Werra 2158; Soden 1750; St. Blasien 5587; Teplitz- Schönau 2722; Travemünde 2362; Westerland Sylt 3636; Wildbad 5971; Wildungen 4928. Der diesjährige Vertretertag der nationalliberalen Partei dürfte in Rücksicht auf die kommenden Reichstagswahlen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, als es seither üblich gewesen ist. Sollten, wie heute als ziemlich fesistehend angenommen werden kann, diese Reichstags= wahlen im Januar bezw. Februar 1912 sich vollziehen, so würde der nationalliberale Vertretertag wohl Ende November oder Anfang Dezember nach Berlin berufen wer= den, um Stellung zur allgemeinen politischen Lage zu nehmen und den Wahlaufruf zu erlassen. Ein deutscher Militärflieger abgeftitrzt. Leutnant Scholz vom Döberizer Militärfliegerkommando stürzte am Sonnabend auf dem Ueberlandfluge beim Bahnhof Wustermark ab. Der Aeroplan schlug zunächst auf einen Baum und stürzte dann total zertrümmert zur Erde. Scholz hat starke, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Gegenüber Anträgen auf Errichtung von Krematorien soll die preußische Regierung zunächst zurückhaltung üben wollen. Wenigstens behauptet die„ Schlesische Zeitung": Die Staatsregierung beabsichtigt, Krematorien vorläufig nur in den großen Städten zu genehmigen. Sie will auf Grund des Zweckverbandsgesetzes dahin wirken, daß auch die den großen Städten benachbarten Vororte von den Einrichtungen des zu errichtenden Krematoriums Gebrauch machen können." Novelle von Ernst Busolt. 9) Nachdruck verboken.) Nach seinem frühen Tode- ihre Mutter hatte sie nicht war sie einem alten, geistig wenig befähigten gefannt Oheim, der als Titularrat verabschiedet wurde, nach Deutschland gefolgt und dort, in Wiesbaden, mit Wlodawa bekannt geworden. Roman Wlodawa gehörte nach dem, was Adrian aus Virginiens Reden erfuhr, zu den Abenteurern, denen die Liebe zur zweiten Natur geworden ist. Die Ehe mit ihren Fesseln behagt ihnen ebensowenig wie jede redliche Arbeit, und da sie nicht bescheiden leben wollen, treten sie als vornehme Gaukler, als Professionsspieler in die Welt hinaus. Eine solche Natur nun wie die Wlodawas hatte in Virginiens schwachem Oheim eine mächtige Leidenschaft für das Spiel zu entfachen ge= wußt, und bald fand sich dieser Wlodawa gegenüber tief verpflichtet. Das war der Augenblick, den Wlodawa vorausgesehen. Seit langen Jahren an eine kränkliche Frau verheiratet, hatte er dies niemandem verraten, und da Seine Frau thres Leidens halber den Aufenthalt nicht zu wechseln vermochte, trat er als Freter um Virginiens Hand hervor. Virginie wurde von dem Oheim bestürmt. Er drohte ihr, sich das Leben nehmen zu wollen, wenn sie sich nicht entschließen wolle, Wlodawas Frau zu werden. Go gab sie sich zum Opfer hin.- Die Trauung fand im AusTand statt. Die Siebenerkommission des Hauptausschusses für die Die Beschießung des Ballons Berlin wird im Stabe der russischen Grenzwache in Abrede gestellt, da je= des Schießen auf Ballons streng verboten ist. 53 habe sich nur um Alarmschüsse gehandelt, zu welchen die Grenzwache verpflichtet set. Tages fehrte mein Mann von einer Ausfahrt in furchtbarer Aufregung heim. Er hatte mit einem Griechen Streit gehabt. Mehr erfuhr ich nicht. Einige Tage darauf wußte sich mir im Bois de Boulogne dieser Grieche zu nähern." - Der Versuch einen Bersonenzug aur Entgleisung zu bringen, wurde auf der westfälischen Strecke SteeleDahlhausen gemacht. Unbekannte Täter hatten Eisentetle und Steine in Wetchenzungen geklemmt. Das Hindernis wurde aber glücklicherweise rechtzeitig entdeckt. Eine böhmische Ortschaft in Flammen. In Welents in Südböhmen entstand durch unvorsichtige Kinder eine Feuersbrunst, bet der zwei Kinder verbrannten und elf Häuser eingeäschert wurden. Die übrigen Ortsbewohner waren auf dem Jahrmarkt in einer anderen Ortschaft. „ Frau Gräfin," flüsterte er mir zu, ich habe Grund, Ihren Gatten zu hassen, Sie aber haben dazu einen noch größeren. Ich sehe Sie unglücklich. Ich will Ihnen die Waffe in die Hand geben, Ihre Ketten zu brechen." Entsetzt wich ich zurück, er aber fuhr fort:„ Er ist an Ihnen zum Schurken geworden. Als er mit Ihnen vor den Altar trat, hatte er schon eine Frau." Mit der schönen Frau zur Seite versammelte Wlodawa allabendlich eine Schar von Kavalieren in seinen Salons am grünen Tisch. Seine wirklich gute Familie, seine große Gewandtheit und Schlauheit, ja ein gewisser dämonischer Bug in ihm trugen dazu bei, den mit einer geradezu verblüffenden Sicherheit Auftretenden nie in einen Konflikt mit der Polizei geraten zu lassen." Ein Tränenstrom unterbrach Virginiens Erzählung, dann sich fassend, berichete sie weiter:„ Wir waren nach Paris gekommen; eines ,, Das ist die Verleumdung eines Feindes!" fuhr ich auf. Für 100 000 Mark Juwelen sind in der Potsdamerstraße in Berlin bei dem Juwelier Henri Nevier gestohlen worden. Die Einbrecher drängen von einer liber dem Laden befindlichen leerstehenden Wohnung durch ein Loch in den Geschäftsraum ein und erbrachen alle Schränke. Das Geschäft wird ständig von einem Wächter beobachtet. „ Es ist die volle Wahrheit!" fuhr er ruhig fort.„ Ich fenne die Gräfin Wlodawa, sie lebt auf ihrem Landgute in Serbien, eine alte und kränkliche Dame. An Ihnen liegt es, die Klage wegen Bigamie zu erheben, und Sie sind frei!" Ein flüchtiger Strafgefangener erschossen. Bei Coswig( Anhalt) wurde ein auf Außenarbeit beschäftigter Strafgefangener, der flüchtig wurde und die Elbe zit durchschwimmen versuchte, von dem ihn verfolgenden Gefangenenaufseher, als er auf Anruf nicht umkehrte, im Wasser erschossen. Ein nennjähriger Mörder. In der Nähe der ungarischen Ortschaft Vasarhely erschlug ein neunfähriger „ Als ich das Entsetzliche vernommen, kämpfte ich mit mir einen langen Kampf. Ich wollte wieder meine Freiheit erlangen, aber ein unüberwindlicher Abscheu ergriff mich bei dem Gedanken, mein Elend der Welt preiszugeben. Den alten Bonifaz zog ich ins Vertrauen. Mit ihm und auf seinen Rat entfloh ich aus jenem Hause." Virginie hatte geendet und schwieg. Lange vermochte Virginie nicht zu antworten.„ Und wäre es Dein Ernst? Wäre es wahr?" flüsterte sie endlich, erglühend und scheu durch Tränen zu ihm aufblidend. Adrian hielt sie lange in inniger Umarmung. Dann ste umfassend, trat er mit ihr auf den Balkon. Der Mond. hatte den Nebel bezwungen und schimmerte und glänzte auf der weiten Wasserfläche. Und schienen nicht die Wellen jauchzend und stürmisch zu rauschen: Was ist Leben, was ist Sterben, wenn man Liebe gefunden hat?„ Ich habe feinen Ring, ihn Dir an Deinen Finger zu stecken," sprach Adrian ,,, allein hier schreiben wir unser Gelöbnis auf den Fittich des sousenden Windes, der es um den rollenden Erdball trägt." Und dennoch!" rief entschlossen Adrian, als meine Gattin hat niemand das Recht, Dich scheel anzubliden. Wie lieb ich Dich habe, wußtest Du schon damals im ersten Augenblick, als der schüchterne Student sein Auge nicht fortzuwenden vermochte von jenem süßen, fremden Ges sichtchen unter den Rosen des Kurgartens von Spa. Und meine Neigung hat im Laufe dieser fünf Jahre feinen Wechsel erfahren. Die traurige Schrift Deiner herben Er innerungen wird allmählich verlöschen, und Frieden und Glück werden mit leiser Hand den Kummer von der Stirn Streichen." Auf seinem Zimmer fand Adrian eine Depesche von dem Prokuristen seines Vaters vor. Eine plötzliche Krankheit hatte den alten Vater befallen; er bat, schnell zu tommen. Am nächsten Morgen stand Adrians Wagen vor der Tür. Er hatte noch reichlich Zeit, Virginie zu sehen. Tiefer, stiller Friede lag über ihrem kleinen Hause. Durch eine der geschlossenen grünen Jalousten schimmerte der matte Schein einer Ampel in die blasse Morgenluft. Eine unwillkürliche Rührung stieg in Adrian auf, und mit einer gewissen Scheu setzte er die Glocke in Bewegung. Bald hörte er eine Tür gehen und die Stimme des alten Dieners, der herausrief, wer da sei. Als er Adrians Stimme er fannt, ließ er ihn ein. Adrian fragte, ob er seine Herrin sprechen könnte. Bonifaz nickte und schlürfte in seinen großen Schuhen voran. Nicht lange, und Adrians schöne Verlobte erschien, halb fragend, halb ängstlich zu ihm aufblickend und doch mit einem Ausdruck strahlenden Glückes in den Zügen. In fliegender Eile setzte ihr Adrian auseinander, weshalb er abreisen müsse. ( Fortsetzung folgt.) im We Rhein daß die empfoh Wettbe Wettbe But trag Denkm Entwit es foll werden. Die Vor der fand St sche Hof im Dez einzudr Betruga Die falf als der Begleite fchoffeng nem M verurtei rufung bet seine Er habe redet, et verkleide Dame u nächst al morpala wurde. fahren, d fcheinen worden von Sch Verdacht waren b burtstag nen. Na fannner Eine fengerich tung" ve Mieterve preise ge die Hei bringen, nicht me Verhalte Schöffen fächlich Ehre der Es gelte Beitung Ein heiteres G auf dem habt. Di hatten bei Reihe Au testen mit geichmidte Kamerad mann, als tam und merad, wo wendet jä Rebenman Was mee Ton ein u gedient ha Folger für die No achten des burg, das lebten Nu Dom Blizz wurde, zeig justände. tabe ein C dent Tod u band zu w bes ein Se erregten. fünf Jahre See zu ing Dem Ichs hen ebt Tita Gri nge ute Sent el nte Ing Das ion im 15 mits ame ich. etts Den las Cat Te" ent Sar reiat, me ndine ritt tidy Ra Ter 33; trg ein enDorf 46; den ve 71; Cant zte hof ei= Er= Ber Sta jes hen #ng elesen= Sinect. Sele ider nten rtsren ner .ge= iner ung dhen nem 508 gter nden hrte, riger ..Und endauf Dann Mond änzte Bellen was habe prach af den enden e von Frant ell zu n vor fehen. Durch e der Eine einer Bald eners, ne er Derrin feinen Schöne n auf lüdes 7 aus Knabe, der Gänse hütete, einen dreijährigen Knaben. Es handelt sich um einen Racheatt. Wie der jugendItche Gänsehirt bei seiner Vernehmung zugab, wurde er von seinem Opfer vor einigen Tagen beim Spiel ins Gesicht geschlagen, wofür er sich zu rächen beschloß. Ein folgenschweres unglück wird aus dem holländischen Orte Oirschot gemeldet. Ein Kind saß auf etnem Kinderstuhl nahe dem Herdfeuer in der Küche, während ein zweites sich bemühte, an dem Stihl empor zu flettern. Der Stuhl fiel um. Das eine Kind fiel in das offene Feuer, das andere in einen Kessel mit heißem Wasser. Beide Kinder starben an ihren furchtbaren Brandwunden nach kurzer Zeit. Unter einer einstürzenden Giebelwand begraben. In Limmrit im Kreise Ost- Sternberg stürzte beim Abreißen eines alten Hauses der Giebel ein. Ein Arbeiter wurde erschlagen, zwei andere schwer verletzt. Todessturz auf der Reitbahn. Auf der Reitbahn des vierten Ulanenregiments in Thorn ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Leutnant Neumann, ein im Osten wohlbekannter Herrenretter, stürzte bet einem Sprung über die Hürde so unglücklich, daß die Verlegungen setnen sofortigen Tod zur Folge hatten. Beim Segeln in der Ostsee ertrunken. In der Nähe des Ostseebads Dievenom ereignete sich Sonntag nachmittag ein Seglerunfall. Es fenterte dort ein Segelboot, in dem sich ein Oberleutnant aus Cassel und der Eisenbahnvorsteher Wellen aus Frankfurt befanden. Beide ertranfen. Die Wiederbelebungsversuche blieben Beide ertranfen. Drei Kinder erstickt. In Schöneck in Westpreußen erstickten dret Kinder, die beim Spielen mit Streichhölzern in Abwesenheit der Mutter die Betten in Brand gesteckt hatten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Glaube und Heimat" von Tiroler Schauspielern dargestellt. Im Theater an der Wien in Wien gastiert feit einiger Zeit eine Tiroler Schauspielergesellschaft, die dieser Tage Schönherrs Tragödie„ Glaube und Hetmat" spielte. Der Dichter hatte sein Stück selbst inszentert. Der Wettbewerb um das Bismard- Nationalbenks mal am Rhein. Sonnabend abend um 7 Uhr wurde die Entscheidung des großen allgemeinen Kunstausschusses im Wettbewerb um das Bismarc- Nationaldenkmal am Rhein gefällt. Man war fich einstimmig darüber einig, daß die Künstler der 20 preisgekrönten und zum Ankauf empfohlenen Modelle noch einmal zu einem weiteren Wettbewerb aufgefordert werden sollen. In diesem Wettbewerb wäre dem allgemeinen Wunsch Rechnung zu tragen, nach welchem die Person Bismarcks in dem Denkmal mehr zum Ausdruck kommen soll. Die neuen Entwürfe sind bis zum 1. November einzureichen, und es soll alsdann die eventuelle Entscheidung gefällt werden. Aus den Gerichtssälen. Die Abentener der falschen Hofdame vor Gericht. Vor der Potsdamer Straffammer als Berufungsinstanz fand Sonnabend mittag die Verhandlung gegen die falsche Hofdame und ihren männlichen Begleiter statt, die im Dezember v. J. in das Marmorpalais bet Potsdam einzudringen versuchte und im Anschluß daran einen Betrugsversuch bei dem Juwelter Baertges unternahm. Die falsche Hofdame entpuppte sich bet ihrer Festnahme als der fezt 21jährige Kaufmann Josef Eichbaum, sein Begleiter als der Kaufmann Wilhelm Klemm. In der schöffengerichtlichen Verhandlung war Eichbaum zu etnem Monat Gefängnis, Klemm zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Beide haben gegen das Urteil Be( rufung eingelegt. Der Angeklagte Eichbaum schildert bet seiner Vernehmung den Vorfall in bekannter Weise. Er habe sich mit Klemmt in lustiger Stimmung verab= redet, etwas Originelles auszuführen. Zu diesem Zweck verkleidete er sich in dem Hotel Esplanade in Berlin als Dame und fuhr mit Klemm nach Potsdam, wo sie zu= nächst als Gräfin Arnim und Begleitung" das Marmorpalais besichtigen wollten, was ihnen aber verwehrt wurde. Dann seien sie zu dem Juwelter Baertges ge= fahren, der vorher von Klemm telephonisch von dem Erscheinen einer Hofdame der Kaiserin" benachrichtigt worden war. Die falsche Gräfin wurde beim Aussuchen von Schmuckfachen durch einen Kriminalbeamten, der Verdacht geschöpft hatte, verhaftet. Die Schmucksachen waren bereits eingepackt und sollten angeblich als Geburtstagsgeschenk für die Prinzessin Vittoria Luise dienen. Nach einstündiger Verhandlung wies die Strafkammer die Berufung der beiden Angeklagten zurück. Eine interessante Privatklage wurde vor dem Schöffengericht in Marburg gegen die Hessische Landeszettung" verhandelt. Wegen eines Berichts über eine Mietervereinsversammlung, in der über hohe Mietpreise geklagt wurde, forderte die Firma Kaiser u. Roth die Heff. Ldsztg." auf, teine solche Berichte mehr zu bringen, andernfalls erhalte sie die Inserate der Firma nicht mehr. In einem„ Eingesandt" wurde darauf das Verhalten der Firma als verächtlich bezeichnet. Das Schöffengericht sprach nun den Redakteur fret, weil tatWer bezahlt das Lösegeld für Richter? Der Korre spondent des Preß- Telegraphen in Konstantinopel hatte mit einer unterrichteten Persönlichkeit eine Unterredung über die Entführung des deutschen Ingenieurs Richter durch griechische Räuber. In türkischen Kreisen ist die Ansicht allgemein vertreten, daß die Regierung in dieser Angelegenheit feine Verantwortung übernehmen kann, weil jede Privatperson, die in einem solchen unzugänglichen Grenzgebiete Privatausflüge unternimmt, stets vorher von den Behörden verwarnt wird. Die türkischen Behörden haben dem Ingenieur Richter zwei Gendarmen zu seinem Schutze mitgegeben. Alle Maßnahmen zur Gefangennahme der Räuber sind getroffen. Von der Auszahlung eines Lösegeldes durch die türkische Regierung fann jedoch unter keinen Umständen die Rede sein. Von der Direktion der Zeiß- Werke in Jena, an die sich der PreTelegraph um eine Aeußerung wandte, wurde folgendes gefagt: Die Reise des Herrn Richter ist eine rein private Urlaubsreise gewesen, von der Firma hatte er keinerlei Auftrag. Nach Eintreffen der ersten telegraphischen Nachrichten von der Entführung Richters erschien ein dringendes Handeln notwendig, und so hatte sich die Firma er boten, die für die Ausrüstung einer Hilfsexpedition durch den deutschen Konsul erforderlichen Kosten, auch solche für die Uebermittlung von Nachrichten, bereitwilligst vorzuStrecken. Zur Zahlung des Lösegeldes hat sich die Firma nicht erboten. Die Firma Zeiß ist übrigens bis zur Stunde genau so ohne jede Nachricht über das Schicksal des Entführten, wie seine Familie, über deren Vermögensverhältnisse die Geschäftsleitung der Zeißwerke im Augenblick nichts sagen kann. Oberbürgermeister Kirschner amtsmide. Der frankhafte Zustand, unter dem der Berliner Oberbürgermetster Kirschner seit einiger Zeit leidet und der ihn auch veranlaßt hat, seit einigen Wochen der Stadtverordnetenversammlung fernzubleiben, ist die Ursache, daß der Oberbürgermeister nunmehr den Wunsch zu erkennen gegeben hat, vom Amte zurückzutreten. Er hat am Sonnabend mit den maßgebenden Persönlichkeiten der Berliner Stadtverordnetenversammlung fonferiert und hat ihnen den Wunsch ausgedrückt, demnächst vom Amte entbunden zu werden, ungeachtet seiner erst unlängst auf zwölf Jahre erfolgten Wiederwahl. Der Oberbürgermeister, der im 71. Lebensjahre steht, verläßt bereits im Laufe dieser Woche Berlin, um das Bad Wildungen aufzusuchen, und er wird nun mehrere Monate seiner Amtstätigkeit fernbleiben. Noch ein Blumentag in Berlin. In Groß- Berlin war am Sonnabend„ Hilfstag für Mutter und Kind". Mehr als 10 000 junge Mädchen hatten sich in den Dienst der Sache gestellt und boten Margaretenblumen zum Verkauf an. Viele Verkäuferinnen hatten schon nach zweł Stunden ihre Waren an den Mann gebracht. Eine Anzahl Geschäfte stellte ihre Tageseinnahme oder einen Teil davon dem Zweck des Hilfstages zur Verfügung. Leider ist der Tag nicht ohne einen bedauerItchen Unfall abgegangen. Auf dem Lehrter Bahnhof stteg eine sechsjährige Margaretenverkäuferin auf das Trittbrett eines Vorortzuges. Als dieser sich gerade in Bewegung fette, sprang das Mädchen ab, wobet ihm ein Fuß abgefahren wurde. Ein peinlicher Irrtum, der voraussichtlich noch wettere Folgen haben wird, hat sich in der Wöchnerinnenabtellung der Königlichen Charttee zu Berlin zugetragen. Eine internationale Hochstaplerin, die dieser Abfeilung als Polizeigefangene übergeben worden war, ist infolge eines seltsamen Mißverständnisses von dort entlassen worden und seitdem verschwunden. Vor eintger Zeit wurde von der Berliner Kriminalpolizei eine aus dret Mitgliedern bestehende Bande internationaler Hoteldiebe verhaftet, gegen die unter dem Rubrum " Neumann und Genossen" in nächster Zeit eine umfangreiche Anklage erhoben werden sollte. Die Mitglieder der Bande sollen bei ihren Diebstählen sich schwarzer Trikots und schwarzer Masken bedient haben, um zur Nachtzeit in den Hotelzimmern völlig unsichtbar zu sein. Außerdem sollen ste, um ungestörter arbetten zu können, ihre schlafenden Opfer mit Chloroform oder Lachgas betäubt haben. Zu der Bande, die in dem Moabiter Untersuchungsgefanguis in Haft sitzt und schwere Zuchthausstrafen zu gewärtigen hat, gehörte auch die aus Ungarn stammende Artistin Etelka Wittenberg. Diese wird wegen einer großen Anzahl ähnlicher Hoteldiebstähle von mehreren österreichischen Gerichtsbehörden steckbrieflich verfolgt und sollte nach Verbüßung der hier gegen sie ausgesprochenen Strafe an Desterreich ausge Itefert werden. Nach ihrer Entlassung aus der Klinik ist sie nun spurlos verschwunden. Humor hat eta Glasermeister in Gera, wo gegenwärtig die Glasergehilfen streifen. Um den Streikposten ihr Amt bequem zu machen, hat er am Eingang zu feiner Werkstatt einen Tisch mit Stühlen und einigen Flaschen Bier aufgestellt; darüber steht ein mächtiges Schild mit der Inschrift:„ Ruheplay für Streikposten." der hinausgehalten wurde. Man zahlte Dividenden von 50 Prozent, um dadurch die Sicherheit des Unternehmens zu beglaubigen. Auf diese Weise konnte das Aktienkapital immer höher getrieben werden. Wohl wurden in deutschen Presse Warnungen laut, und ein Blatt variierte sogar einen bekannten Vers mit den Worten:„ Es kommt die Zeit, es kommt die Zeit, da du an„ Trebern" stehst und flagst", aber die Leipziger Bank blieb blind und gab immer neue Millionen her. Obwohl die Berliner Börse die Treberattien nicht zum Handel zuließ, machte die Brüs seler Börse in gewissenloser Weise das Geschäft. Bis auf 900 Prozent wurde der Stand der Aktien emporgetrieben. Das zog natürlich. Direktor Exner von der Leipziger Bant war völlig von Adolf Schmidt, dem Direktor der Trebergesellschaft, hypnotisiert und zu spät wurde der Trug erkannt. Eine Erinnerung an die furchtbare Finanzkatastrophe mag für manchen, der beteiligt war, schmerzlich sein, doch soll sie alle Liebhaber von Attien mahnen, sich nicht durch riesenhafte Dividenden, die den Gesetzen einer pernunftgemäßen Rechnung widersprechen, zu Käufen einfangen zu lassen. Jm 3eichen der Rundflüge. Von den Teilnehmern am deutschen Rundflug ist König, der Sonntag früh 6,30 Uhr in Hannover lans dete, der einzige, der bisher ohne Zwischenlandung die schwierige Strecke Lüneburg- Hannover durchgeführt hat. Schauenburg ist von seiner Landungsstelle 20 Kilometer nördlich von Celle, wo ihn ein Motordefekt zum Niedergehen gezwungen hatte, Sonntag frith um 5 1hr 55 aufgestiegen, hat 6 Uhr 15 Gelle überflogen und ist um 7 Uhr 08 Min. mit seinem Passagier in Hannover angekommen. Bitch it er, dessent Apparat nach dem Start am Sonnabend schwer beschä= digt wurde, und der bereits im Automobil nach Hanno ver gereist war, ist wieder in Lüneburg eingetroffen. Er wird im Laufe des heutigen Tages die Strecke Lüne= burg- Hannover ch durch die Luft zurücklegen, um diese Etappe nicht u verltéren. Auf dem Flugplatz in Hannover war am Sonntag wieder ein sehr zahlreiches. Publikum anwesend, das die ankommenden Flieger mit lebhaften Ovationen begrüßte. Die Schaufliige, die um 7 Uhr begannen, hatten ein großes Publikum auf die Rennbahn gelockt. Es flogen Schulz, Vollmöller und Thelen. Vollmöller gewann den Höhen- und Dauerpreis mit einem Flug von 23 Minuten und einer Höhe von 920 Metern. Er erhielt 4544 Mark, Schultz 3056 Mark und Thelen 500 Mark. Der Start Hannover- Münster. Hannover, 26. Junt. Zu der Strecke HannoverMünster mit einer Zwischenlandung in Minden und Bielefeld sind heute morgen sechs Flteger von 4 Uhr ab gestartet. Vollmöller ist um 6,05 Uhr in Minden niedergegangen. Als zwetter landete Lindpaintner. Schauenburg traf in Minden um 6,24 Uhr ein. Vollmöller ist gleich darauf in der Richtung nach Bielefeld aufgestiegen. König ist bet Stadthagen niedergegangen. Wittenstein, der heute in Lüneburg für die Strecke Lüneburg- Hannover aufgestiegen war, ist mit seinem Apparat in die Ilmenau geraten und hat den Flug endgültig aufgeben müssen. Der Flug München- Berlin verschoben. Der Flieger Hirth wollte, wie gemeldet, Sonntag früh als einziger Bewerber um den Kathreinerprets den Flug München- Berlin vom Flugplatz Puchheim bet München aus antreten. Nach einer Proberunde, die dem letzten Ausprobieren des Motors galt, landete der Apparat auf einem Teil des Flugplayes, der noch mit hohem Gras bewachsen war. Dabei verwickelten sich die Räder in das fast meterhohe Bras, wodurch der Apparat beschädigt wurde. Der Flieger hlieb unverletzt. Der Aufstieg mußte verschoben merden. Ein Protest der Teilnehmer am europäischen Rundflug. Die 14 an dem europäischen Rundflug beteiligten Flieger traten Sonntag auf dem Flugplay Soesterberg bet Utrecht zusammen und beschlossen einen Protest gegen die Flugkommission des Aeroklubs von Frants reich, welche trotz des ungünstigen meteorologischen Be richtes den Start nach Brüssel für Sonntag angesetzt hatte. Die Flieger erklärten, sie wollten ihr Leben nicht unnüß aufs Spiel setzen, und verlangten vom Aeroflub die Aufhebung des Beschlusses der Flugkommission und die Ansehung eines neuen Starts. Berunglückte russische Aviatiker. Der russische Aviatiker Sredinski und sein Bassaater stürzten am Sonntag in Petersburg mit einem Farmanapparat ab. Der Apparat wurde zertrümmert. Beide Insassen wurden leicht verletzt. In Warschau stürzte der Aplatifer Sacano mit seinem Flugapparat aus einer Höhe von 13 Metern ab und wurde schwer verletzt; der Apparat wurde zertrümmert. fächlich die Forderung der Firma die fournaliſtiche Erinnerung an den Leipziger Bankfrach. ser feinen Insel Juist beobachtet, daß ein Ballon, Ehre der Zettung berühre und somit verächtlich set. Es gelte allgemein als verwerflich, die Haltung einer Bettung von den Anzeigen abhängig zu machen. Vermischtes. Ein heiteres Erlebnis des Königs von Sachsen. Ein heiteres Erlebnis hat König Friedrich August von Sachsen auf dem Artillerietage zu Plauen i. V. am 17. Juni gehabt. Die zahlreich erschienenen ehemaligen Artilleristen hatten beim Nahen des Königs in langer, mehrgliedriger Reihe Aufstellung genommen, zuvorderst natürlich die ältesten mit Kriegsdenkmünzen und sonstigen Ehrenzeichen geschmückten Kameraden. Ein alter, etwas schwerhöriger Kamerad unterhielt sich gerade eifrig mit seinem Hintermann, als der die Reihen abschreitende König auf ihn zufam und ihn mit der Anrede beehrte:„ Nun, lieber Kamerad, wo haben Sie denn gestanden?"" Der Angeredete wendet jäh den Kopf zurüd und in dem Glauben, sein Nebenmann im Glied wünsche etwas von ihm, schrie er: Was meenst de?" Belustigt ging der König auf diesen Ton ein und rief ihm mit erhobener Stimme zu: ,, Wo Du gedient hast, will ich wissen?" Folgen eines Bligschlages. Ein interessantes Beispiel für die Nachwirkung eines Blitzes behandelt ein Obergutachten des Nervenarztes Dr. Rudolf Foerster- Charlottenburg, das die ,, Monatsschrift für Unfallheilkunde" in ihrer letten Nummer bringt. Ein Mann, der im Jahre 1905 vom Blitz getroffen, aber nur vorübergehend bewußtlos wurde, zeigte seitdem beim Auftreten von Gewittern Angstzustände. Vor nicht langer Zeit starb er plötzlich, als ge= rade ein Gewitter aufzog. Ein Zusammenhang zwischen dent Tod und dem früheren Blizunfall war nicht von der Hand zu weisen, da der. Befund ergab, daß zurzeit des Todes ein Herzleiden bestand und die Angstzustände das Herz erregten. Es trat also infolge des Blitzschlags nach über fünf Jahren der Tod ein. Ein Jahrzehnt ist am Montag den 26. Junk seit dem Schwarzen Tage verflossen, als die Leipziger Bank zusammenbrach und viele bis dahin glänzende Existenzen vernichtete. Aber auch kleinere Rentner und Genossenschaften wurden von schweren Schlägen betroffen, da man den Besitz der bis dahin als„ totsicher" geltenden Bank anvertraut hatte. Der Tod hielt eine reiche Ernte, denn an vielen Orten nahmen sich die von dem Schicksalsschlage Ruinierten das Leben. In den Bädern, in denen manche Besizer von Aktien der Leipziger Bank wellten, kehrte der Schrecken ein, und der ganze Sommer litt unter dem verderblichen Ereignis. Die Wirkung desselben ging sogar über Deutschland hinaus, denn sämtliche Börsenplätze der Welt wurden in Mitleidenschaft gezogen. Das Aktienkapital der Leipziger Bank von 48 Millionen Mark ging völlig verloren. Von den anerkannten Forderungen im Gesamtbetrage von 75 Millionen Mark wurden bei Be endigung des Konturses 67 Prozent ausgezahlt. Daß dies ermöglicht werden konnte, war dem tatkräftigen Eingrei fen der Deutschen Reichsbank zu verdanken, die sich mit aller Kraft dem Unheil entgegenwarf. Der Bericht der Handelskammer zu Cassel hat das Eingreifen der Reichsbank mit den anerkennendsten Worten bedacht. Es hieß in denselben:„ Die Reichsbank hat in dieser Zeit gezeigt, daß sie im wahrsten Sinne das Rüdgrat unseres Kreditwesens bildet, und daß unser Wirtschaftskörper auch bei den schwersten Krisen an ihr einen unbedingt festen Halt findet. Das Verhalten der Reichsbank kann nicht genug als mustergültig hervorgehoben werden." Um einer Banfenfrisis vorzubeugen, legten sich auch andere Großbanken ins Mittel, vor allen die Deutsche Bank. Die Ursache des Zusammenbruches der Leipziger Bank war auf ihre enge Verbindung mit der„ Aktienge= sellschaft für Trebertrodnung" in Cassel zurückzuführen, deren Bestand durch Täuschung sondergleichen Ein französischer Ballon in der Nordsee gelandet. Emden, 26. Junt. Gestern morgen wurde auf der mit zwei Personen bemannt war, in die Nordsee fiel. Das ausgesandte Rettungsboot fonnte keine Hilfe bringen und nur die Hüllen einiger Sandsäcke auffischen. Auch die Suche eines Torpedobootes blieb erfolglos. Es muß angenommen werden, daß die beiden Luftschiffer ertrunken sind. Nach neueren Meldungen stammt der verunglückte Ballon aus Paris und ist am Sonntag mit acht anderen Ballons aufgestiegen. Dret diefer Ballons sind gestern morgen an verschiedenen Stellen Ostfrieslands beobachtet worden. - Drabtnachrichten und neuestes. Eine Probefahrt des Luftschiffes Schwaben. Friedrichshafen, 26. Junt. Das Luftschiff Schwaben, das als Erfaz für das verunglückte Luftschiff Deutschland dienen soll, tst heute morgen 8 Uhr au feiner ersten Probefahrt aufgestiegen. Graf Zeppelin hatte selbst die Führung übernommen. Verheerendes Großfener. Papenburg, 26. Junt. In Aschendorf geriet gestern vormittag während des Hauptgottesdienstes etn Haus in der Poststraße in Brand. Die Flammen verbreiteten fich bei dem herrschenden Winde mit solcher Schnelligkeit, daß in wenigen Stunden fiebzehn Wohnhäuser und mehrere Nebengebäude eingeäschert waren. Der Schaden ist sehr groß. Feuer auf einem Unterseeboot. Kopenhagen, 26. Junt. Auf dem im hiesigen Hafen liegenden Unterseeboot Dyfferen" entstand eine Feuersbrunst, die das ganze Schiff zu zerstören drohte. Zwei Mann der Besagung, die sich im Maschinenraum befanden, entgingen nur mit knapper Not dem Verbrennungstode. Die Mannschaft versuchte zunächst den Brand durch Wasser zu löschen, da man jedoch befürch= tete, dadurch Explosionen hervorzurufen, erstickte man das Feuer mit Sand. Der im Innern des Schiffe angerichtete Schaden ist beträchtlich. 281 Hamburg Amerika Linie Direkter dentscher Post- und Schnelldampferdienst. 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