Giessen 911 onzert geführt von de ( 306 tige Fitter Die en Blätter edaktion von Rudolf ex. Moszkowski, mer und Gustav nd unter Mitwirkung Künstler, wie Ernst Littner, W. A. Wellner, Bayros, H. Zille usw. g erscheinen, sind Es der amüsantesten lands. Sie pflegen Hie Schilderung des eltstädtischen Lebens ld und werfen satiter auf Politik und eschichte. bonnements rtal 2.50 MK. mmer 25 Pf. Buchhandlungen. ustigen Blätter SW. 68. alier ême este Putzmittel res schwarzes rk! Färbt nloht ab! asse duroh und macht he Putzen der Sohuhe Dosen à 10 and 20 Uberalf vorrätig! Union Augsburg. II. eken. aus der Mar orlemmer. Matthäus- Ge chorlemmer. auptgottesdien Matthäus- und er bei dem Pfar che. ten aus der heimer. Lutasgemeinde olsheimer. Sauptgottesdien ie Lutas- und orher bei dem den Kirchen die ig erhoben. ehen um 8 Uhr: 6 n. zur hl. Beicht munion. gt. Indacht für die Maiandacht. eide in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" ltegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 123. - - Telephon: Nr. 362. Das Privatbeamten VersicherungsGesetz. Der Entwurf des Privatbeamten- Versicherungs- Gesetzes ist im Reichstag an die Abgeordneten verteilt worden. Der Inhalt seiner 389 Paragraphen ist im wesentlichen von der früheren Veröffentlichung bereits bekannt neu sind nur die Bestimmungen über die Ersatztassen. In der Begründung der Vorlage wird hinsichtlich dieser Ersatzkassen betont, daß den weitergehen den Wünschen auf Zulassung von Pensionseinrichtungen als Ersatztassen nur insoweit entgegengekommen werden könne, als nicht die Interessen der Allgemeinheit geschädigt werden. Die Zulassung müsse auf solche Einrichtungen beschränkt werden, die bei Verkündung des Gesetzes bereits bestehen. Wollte man weiter gehen, so würde dadurch der Reichsversicherungsanstalt eine schwere Schädigung zugefügt werden. Die Interessen der Allgemeinheit würden weiterhin geschädigt werden, wenn den bereits bestehenden Kassen zugestanden würde, daß sie eine Risikenauswahl treffen fönnen. Im übrigen sind Bestimmungen getroffen, die die Freizügigkeit im Umfang der reichsgesetzlichen Leistungen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes sichern. Zu diesem Zweck wird vorgeschrieben, daß bei Berech= nung der Wartezeit, des Ruhegeldes und der Renten für den reichsgesetzlichen Anspruch die nach dem In= krafttreten des Gesetzes bei Ersatzkassen und bei der Reichsversicherungsanstalt zurückgelegte Beitragszeit angerechnet wird. War der Versicherte bis zum Eintritt des Versicherungsfalls immer bei derselben Ersatzkasse versichert, so kommt die Reichsversicherungsanstalt weder für die Festsetzung, noch für die Zahlungen der Leistungen in Frage. Beide richten sich alsdann nach der Kassensetzung. Der Entwurf nimmt im Gegensatz zum österreichischen Gesetz davon Abstand, beim Uebertritt von einer Ersatzkasse zu einer anderen oder zur Reichsversicherungsanstalt oder umgekehrt, einen Ausgleich durch Ueberweisung der zur Deckung des Anspruchs rechnerisch erforderlichen Prämienreserve herbeizuführen. Der Entwurf schreibt vielmehr vor, daß jede Ersatzkasse beim Austritt eines Kassenmitgliedes der Reichsversicherungsanstalt eine Bescheinigung zu übersenden hat, die über die Dauer der Mitgliedschaft bei Inkrafttreten des Gesetzes und über die Gehaltsklassen Auskunft gibt, in die das Mitglied während dieser Mitgliedschaft einzureihen gewesen wäre. Diese Bescheinigung soll dazu dienen, beim Eintritt des reichsgesetzlichen Versicherungsfalles die reichsgesetzlichen Leistungen und den Anteil festzusetzen, den hiervon die beteiligten Ersatzkassen zu tragen haben. Reichstagswahlvorbereitungen. Oldenburg, 26. Mai. Der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei hatten an Landgerichts direktor Erk als den Vorsitzenden der nationalliberalen Partei Oldenburgs das dringende Ersuchen gerichtet, in den oldenburgischen Wahlkreisen 1 und 2 auf eigene nationalliberale Kandidaturen zu verzichten und so in Wahrung des Besitzstandes der Fortschrittlichen Volkspartei derselben die Wahlkreise zu überlassen. Trotzdem hat jetzt die nationalliberale Partei in Oldenburg beschlossen, an der bisherigen Stellungnahme festzuhalten. Es bleibt sonach für den ersten oldenburgischen Wahlkreis( Oldenburg, Birkenfeld und Lübeck) bei den nationalliberalen Kandidaten Dr. Stöver. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Mai. Die erste Ballonfahrt des neu begründeten Gießener Luftschiffahrtsverein fand heute statt. Gegen 9 Uhr erhob sich der Ballon Marburg" unter Führung eines Marburger Herrn und flog in westlicher Richtung davon. Drei Gießener Herren fuhren als Passagiere mit. Als Lehrer der 1. Klasse der Stadtmädchenschule wurde Johannes Reul aus Annerod vom Stadtvorstand bestätigt. * Die 21. Hauptversammlung des Bundes Deutscher Bodenreformer findet vom 4. bis 7. Juni in der Vortragshalle der Internationalen Hygiene- Ausstellung in Dresden statt. Die diesjährige Generalstabsreise des 18. Armeekorps wird unter Leitung des Chefs des Generalstabs des 18. Armeekorps, Oberst v. Hofacker, der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 27. Mai 1911. | in der Zeit vom 7. bis 20. Juni d. Js. erfolgen. Das Kommando wird in einer ungefähren Stärke von 30 Offizieren, 3 Unteroffizieren, 45 Gemeinen und 50 Pferden ausrücken, und die Kreise Hanau, Gelnhausen, Marburg und Biedenkopf berühren. Unsere gestrige Plauderei über den Ausflug nach dem Dünsberg hat einen entschlossenen Liebhaber gefunden. Mit einem Messer war der Bericht am Aushängebrett gegen Abend abgetrennt worden. Wir verzeihen dem Uebeltäter die Schuld und hof= fen, daß ihm in der Nacht die Verdauung des Lese= stoffes feine schweren Träume verursacht hat. Das Programm des Hansa- Tages. Der am 12. Juni 1911 im Sportpalast in Berlin stattfindende Hansatag beginnt um 2 Uhr nachmittags. Der Vorsitzende des Präsidiums des Hansa- Bundes, Geh. Justizrat Professor Dr. Riesser, wird die einleitenden und Schlußworte sprechen. Als Referenten sind die Abgeordneten Kaempf, Dr. Stresemann und Rahardt gewonnen worden. Am Abend wird für die Mitglieder und Freunde des Hansa- Bundes im Landes- Ausstellungspark eine gesellige Zusammenkunft veranstaltet. * Die Sektionsversammlung der Baugewerks Berufsgenossenschaft, Sektion 6, Gießen, findet morgen nachmittag 2 Uhr im Hotel zum Goßberg in Frankenberg statt. Nach der Tagung wird eine Wagenfahrt nach der Edertalsperre unternommen. - Eine furchtbare Hitwelle macht sich in den Vereinigten Staaten bemerkbar. Erfahrungsgemäß trifft in solchen Fällen die Erscheinung etwa 14 Tage später meist auch in Europa ein. Der Saaten stand. Mitte Mai war der Stand der Getreidearten laut amtlicher Mitteilung im Durchschnitt ein guter. Sowohl Weizen und Spelz, als auch Roggen, Gerste und Hafer, standen über Mittel. Ebenso Klee und Wiesen. Während der Monate April bis Mitte Mai war das Wetter im ganzen Reiche vorwiegend trocken und warm, zeitweise sogar sommerlich heiß. Die strichweisen Gewitterregen genügten meist nicht, um den Pflanzen die für ein freudiges Wachstum nötige Feuchtigkeit zuzuführen. Für die Durchführung der Frühjahrsbestellung erwies sich die Witterung sehr förderlich. Der Mäuseplage wurde in manchen Gegenden durch Gift und Fallen einiger Abbruch getan, vielerorts herrscht sie noch ungemindert weiter. Die weniger auf eigentliche Winterschäden als auf Frühjahrsfröste und Mäusefraß zurückzuführenden Umpflügungen nahmen in verschiedenen Gebieten, besonders in Mittelund Süddeutschland, einen recht bedeutenden Umfang an. Die Wintersaaten haben sich in manchen Gegenden fräftig entwickelt, in vielen anderen lassen sie, vor allem die späteren Saaten, manches zu wünschen übrig. Sommerhalmfrüchte waren Mitte Mai erst zum Teil aufgelaufen. Die Kartoffeln sind im weitaus größten Teil noch nicht aufgegangen, die Errechnung einer Reichs= note mußte daher unterbleiben. Der Stand von Klee und Luzerne findet trotz der warmen Witterung größ tenteils keine besonders günstige Beurteilung. Aprilfröste, vor allem der starke Mäusefraß, führten vielfach zu Umpflügungen oder zu einem lückenhaften Bestande. Die Begutachtungsziffern von beiden Wiesenarten sind fast allgemein wesentlich günstiger als im Vormonat. am Ehrung der bei Frohnhofen ge= fallenen Hessen. Die Zweigvereine Offenbach und Hanau vom Vogelsberger Höhenklub kamen Himmelfahrtstage auf einer Spessartwanderung durch die Rückersbacher Schlucht über Johannesberg nach Frohnhofen. Der Vorsitzende des V. H.- Cl- Hanau, H. Heusohn, hielt einen ausführlichen Vortrag über die Gefechte bei Frohnhofen und Laufach, worauf der Offenbacher Vorsitzende, Lehrer Dern, im Namen der beiden Zweigvereine einen Kranz mit entsprechender Widmung an dem Hessendenkmal niederlegte und dabei der tapferen Gefallenen ehrend gedachte. Auch ein Vertreter von Büdingen legte einen frischen Eichenkranz nie der. Ein Pistonsolo„ Das Gebet", schloß die einfache, aber würdige Feier, die den Beweis erbrachte, daß Wanderungen durch die Natur mit der Pflege der Heimatliebe und Heimatgeschichte in harmonischster Weise verbunden werden können. == Bettenhausen, 26. Mai. In unserem Orte findet am 16. und 17. Juli das oberhessische Bauern und Volksfest statt. Die Vorbereitungen hierzu sind im vollen Gange und dürfte sich die ses Fest den vorhergegangenen Bauernfesten würdig anreihen. Bettenhausen ist von der Station Langsdorf in 20 Minuten, von Station Muschenheim in einer hal( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | ben Stunde und von der Station Obbornhofen- Bellersheim in dreiviertel Stunden zu erreichen. Friedberg, 26. Mai. Die Renovationsarbeiten des durch das Bombenattentat beschä= digten Friedberger Rathauses sind jetzt abgeschlos= sen worden. Die Fenster sind wiederum in altdeutschem Geschmack ausgeführt. Die Schrift der Erinnerungstafel an den Besuch des Kaisers Wilhelm 1. am 11. September 1874 hat eine Auffrischung erhalten. Das über dem Eingang angebrachte städtische Wappen ist ebenfalls ausgebessert worden. Grebenhain, 26. Mai. In Nieder- Moos wurden die Veteranen P. Dahmer, Johs. Prang, Gg. Dickel und G. Beyer zu Ehrenmitgliedern des dortigen Kriegervereins ernannt. - Merkenfrizz, 26. Mai. Der hiesige Ort entwickelt sich nun ebenfalls zu einem Industrieort, da neben dem im vorigen Jahr angelegten Steinbruch ( Unternehmer Zipf von Gelnhausen) nun auch der Unternehmer Krebs von Offenbach ein zweites Basaltwerk angelegt hat. Der Basalt ist von ausgezeichneter Güte. Da sich der hiesige Bahnhof im Laufe der Jahre für den Güterverkehr als zu klein erwiesen hat, so ist eine Erweiterung desselben vorgesehen. - == Ortenberg, 26. Mai. Die Spar- und Darlehenskasse zu Ober- Seemen hielt dieser Tage ihre Generalversammlung ab. Der Reingewinn vom abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 1400 Mt. Es 6 Prozent Dividende verteilt.- Der Gesangverein zu Bobenhausen feiert am 25. und 26. Juni seine Fahnenweihe. werden Ortenberg, 26. Mai. In unserem Nachbardorfe Eckartsborn brütete die Henne eines dortigen Landwirts ein Hühnchen aus, daß vier Flügel und pier Beine hatte. *) Büdingen, 25. Mai. Für den hiesigen Bezirk wurde zu der bevorstehenden Landtagswahl von der Wirtschaftlichen Vereinigung der seitherige Abg. Bähr wieder aufgestellt. Außerdem werden als Kandidaten genannt Dekonomierat Andra e- Büdingen und Pfarrer en 3- Rohrbach. -w- Weilburg, 26. Mai. Die Vorstände des Roten Kreuzes und des Vaterländischen Frauenvereins beschlossen, der vom Zentralvorstand des Roten Kreuzes in Berlin gegebenen Anregung zur Abhaltung eines Kornblumentages am 16. Juni, dem Tage des Einzuges der Truppen in Berlin, nachzukommen. Da der 16. Juni aber auf einen Werktag fällt, so bestimmte man Sonntag, den 11. Juni als Kornblumentag. == Limburg, 26. Mai. Zwei gefährliche Einbrecher sind aus dem Zentralgefängnis bei Freiendiez entwichen. Sie nahmen ihren Weg nach Limburg und der Lahn zu. Als ihnen ihre Verfolger auf den Fersen waren, durchschwammen sie die Lahn und entfamen dann in der Richtung auf Weilburg zu in dem hochstehenden Getreide. =)(= Diez, 27. Mai. Jm benachbarten Niederneisen fiel der 43 Jahre alte Wilhelm Diehl beim Futterholen von einer Leiter, wobei er das Rückgrat brach. Er hinterläßt Frau und sieben Kinder. == Frankfurt, 27. Mai. Frhr. v. We ch mar, Oberst und Kommandeur des Husarenregiments Kaiser Nikolaus 2. von Rußland( 1. Westfäl.) Nr. 8, wurde mit der Führung der 21. Kavalleriebrigade beauftragt. -m Frankfurt, 26. Mai. Hier fand im Kaufmännischen Verein der Verbandstag hessen- nassauischer gewerblicher Genossenschaften statt. Nach dem vom Vorsitzenden Topp- Frankfurt erstatteten Geschäftsbericht zählt der Verband 24 Genossenschaften. Regierungsrat Dr. v. Conta- Wiesbaden teilte daß der Minister dem Verband eine einmalige Staatsbeihilfe von 800 Mark bewilligt hat. Eine längere Debatte entstand über die Frage der Vergebung von Arbeiten der Staatsund kommunalbehör den an Genossenschaftsmitglieder. Es sind Fälle vorgekommen, daß Behörden Handwerker nicht berücksichtigten, weil sie der Genossenschaft angehörten. So läßt die hiesige Justizbehörde ihre Buchbinderarbeiten in einer Strafanstalt bei Breslau herstellen. Regierungsrat Dr. v. Conta empfahl in Fällen, in denen man glaube, daß durch Behörden zu Unrecht die Interessen der Genossenschafter nicht beachtet wurden, sich an die vorgesetzte Behörde oder an den Regierungspräsidenten zu wenden. Nachdem die Wahlen vorgenommen waren, hielt zum Schluß Direktor Korthaus- Berlin einen Vortrag über genossenschaftliche Fragen. Deutscher Reichstag. Der Kampf um das reichsländische Wahlrecht. Ein Sieg Bethmann Hollwegs. Das ganze Wahlgesetz mit all seinen wichtigen Folgen Hat der Reichstag in seiner letzten Sizung in faum anderthalb Stunden in zweiter Lesung angenommen. Schon am Freitag soll es in dritter Lesung gänzlich unter Dach ge= bracht werden. Ein wichtiges Ereignis in mancherlei Hinsicht: Ein voller Erfolg für den Reichskanzler, der Bruch des altpreußischen Grundsatzes, daß in den Bundesstaaten das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht keinen Platz haben soll und dann: Die Sozialdemokraten stimmen mit für die Annahme der Vorlage. Was unter der Führung von Singer eine Unmöglichkeit gewesen wäre, das haben fte unter Bebels Leitung fertig gebracht. Daß die Konservativen nicht mittun würden, war nach ihrer bisherigen Stellungnahme klar. Ste sind Gegner geblieben trotz der mahnenden Worte des Kanzlers. Ueber den Verlauf der Sigung ist folgendes zu sagen: Nach Beginn der Mittwochftzung brachte Präsident Graf v. Schwerin- Löwitz den Dank der französischen Regierung für die Bet= letöskundgebung des Reichstages aus Anlaß des Unglückes auf dem Flugplaze Issy zur Kenntis des Hauses. Dann wurde das Wahlgesetz für die elsaß- lothringische zweite Kammer zur zweiten Beratung gestellt. Zwar versuchten die Sozialdemokraten für ihre Demokratisierungsanträge Stimmung zu machen, und auch der Elsässer Hauß fonnte sich nicht zu einem Verzicht entschließen, von seinen Spezialwünschen der Welt Kenntnis zu geben. Auch der Abg. Beck- Heidelberg wehrte namens der Nationalliberalen weitergehende Wünsche ab. Für die Reichspartet sprach im gleichen Sinne der Abg. v. Derzen. Er hob mit entschiedener Schärfe hervor daß die Reichspartet dem allgemeinen Wahlrecht für Elsaß- Lothringen zustimme, weil es dort nun einmal bestehe. So wurden denn durchweg die Kommissionsvorschläge angenommen, die Beseitigung der Pluralstimmen wurde in namentlicher Abstimmung mit 262 gegen 47 Stimmen beschlossen. Dann wurden in rascher Folge noch eine ganze Reihe von Rechnungssachen und kleineren Vorlagen in erster und zweiter Lesung angenommen, ohne daß sich da bei bemerkenswerte Debatten ergaben. Der Gesetzentwurf betr. die vorläufige Regelung der Handelsbeziehungen mit Japan ging an die Kommission, der der schwedische Handelsvertrag überwiesen ist. Unverändert angenommen wurden der Niederlassungsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der schweizerischen Eidgenossenschaft und der Vertrag betreffend die Regelung von Rechtsverhältnissen der beiderseitigen Staatsangehörigen. Ueber den Gesetzentwurf betreffend die Beseitigung von Tierkadavern erstattete der Abg. Stubbendorf den Bericht. Auf seinen Antrag wurde die Vorlage unverändert genehmigt und festgesetzt, daß sie zu demselben Termin wte das Viehseuchengesetz in Kraft treten soll. Der Gesezentwurf über den Patentausführungszwang wurde in zweiter, und gleich darauf in dritter Lesung endgültig angenommen. Darauf vertagte sich das Haus auf Freitag. Heber die Stellung des Kaisers zur Feuerbestattung äußert sich die Königsberger Hartungsche Zeitung folgendermaßen:„ Der Kaiser soll entschieden haben, daß einer selbstgewählten Feuerbestattung von Personen des aktiven Militärstandes nichts im Wege stehe, sobald die betreffende Vorlage thre verfassungsmäßige Erledigung durch den Landtag und die königliche Bestätigung gefunden habe. Ob bie Meldung genau in dieser Fassung zutrifft, bedarf noch der Bestätigung. Im allgemeinen aber ist festzustellen, daß auch die Stellung des Kaisers zu der Feuerbestattung im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte sich geändert hat. Früher, noch vor etwa fünfzehn Jahren, lehnte es der Kaiser ab, sich bei einer Feuerbestattung vertreten zu lassen. Das trat deutlich zutage, als seinerzeit für den in Berlin verschiedene General v. Schachtmeyer eine Leichenfeter abgehalten wurde. Der Kaiser wollte sich bei dieser Feier durch einen Flügeladjutanter vertreten lassen; der Adjutant erschien jedoch nicht, da inzwischen bekannt gewor= den war, daß öte Leiche des Generals verbrannt werden sollte. Der Fall ist damals viel besprochen worden. In den letzten Jahren ist es dagegen wieder geschehen, daß der Kaiser sich bei Leichenfeiern, denen die Feuerbestattung des Toten folgte, hat vertreten lassen. Mit Rücksicht darauf Elingt jene Meldung durchaus wahrscheinlich. Daß auch im Heere und namenlich unter den höheren Offizieren die Zahl der Anhänger der Feuerbestattung nicht gering ist, bewies der Fall des bayerischen Generals von Xylander, der vor etwa zehn Jahren in München starb. Xylander war, obwohl Katholik, Mitglied eines Feuerbestattungsvereins und hatte demgemäß testamentarisch die Einäscherung seiner Leiche verfügt. Beides ist den Katho Itken durch Dekret des heiligen Officiums vom 19. Mat 1886 verboten. Xylander aber wollte verbrannt werden. Anfangs lehnten die zuständigen kirchlichen Behörden jede Beteiligung an der Leichenfeier ab. Da drohten die Ver wandten, die mit Vollstreckung des letzten Willens des Verstorbenen betraut waren, die Leiche protestantisch einsegnen zu lassen. Mit Rücksicht darauf, daß der Verstorbene ein verdienter General und sonst ein treuer Sohn seiner Kir= 15) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von Budwig Blümde. ( Nachdruck verboten.) che gewesen war, ordnete darauf das Münchener erzbischöfliche Ordinariat die Einsegnung der Leiche im Trauerhause an. Andererseite haben vor Jahr und Tag die dret katholischen Verwandten des Königs von Württemberg in auf= fälliger Weise ihrer Abneigung gegen die Feuerbestattung Ausdruck gegeben. Mit dem König von Württemberg, dem Großherzog von Sachsen- Weimar und den Vertretern der Bundesstaaten befanden sich die örei Herzöge in dem Trauerzuge, der dem Sarge des Prinzen Ernst von Sachsen- Wetmar, eines Neffen des Königs von Württemberg, folgte. Nach einer lehtwilligen Verfügung des Prinzen sollte seine Leiche im Stuttgarter Krematorium eingeäschert werden. Der kirchlichen Feter in der Friedhofskapelle hatten die drei Herzöge beigewohnt. Aber angesichts des Krematoriums sonderten sie sich von dem Trauergefolge ab und gingen seitwärts davon." Der alte Herr, der die längste Zeit seines Lebens auf dem Lande zugebracht hatte, war schlicht und anspruchs. los geblieben. Als kinderloser Witwer hatte er sich vor einigen Jahren zur Ruhe gesetzt, nachdem er wohl an die 40 Jahre Verwalter auf größeren Gütern gewesen. Nach Friedenau war er gezogen, weil ein zunehmendes Brustleiden mit häufigen Schwindelanfällen ihm die Nähe eines Arztes wünschenswert machte und hier auch ein gleichaltriger, jahrelanger Freund von ihm wohnte. Kathi fühlte sich sofort heimisch in der schlichten Umgebung. Die treuherzige Weise des alten Herrn, seine Sprache, seine Art, zu erzählen, und sein Interesse für ihr Dorf, alles heimelte sie an, und frisch und fröhlich schwazte fte vom lieben Mutterle zu Haus und von all den Dingen, für welche die Verwandten keinen Sinn hatten, und die thr doch ans Herz gewachsen waren. Leberecht gewann das Mädchen lieb, ihre Besuche waren ihm Freude, und dennoch sagte er thr: Bleib' nicht zu Tange hier, das taugt nichts für Dich. Sie sehen Dir hier allerhand in den Kopf, was Du nicht verdauen kannst, weil Du für bare Münze nimmst, was nichts als Redensart ist. Darum mach, daß Du bald nach Hause kommst, auf dem Land ist gesundere Luft für Dich." Rundschau vom Cage. Politisches. Zur Vorbereitung der Uebersiedlung des Kronprinzen nach Danzig begab sich Freitag früh eine Kommission von Berlin aus dorthin Die Beamten werden die in der Hauptstraße zu Langfuhr für den Aufenthalt des Kronprinzenpaares von Frau v. Dippel gemietete Villa besichtigen und Anordnungen wegen notwendig werdender Umbauten treffen. Ferner soll das Schloß in Oliva auf seine Wohnbarkeit geprüft werden. Auch soll der Schloßpark einige neue Anlagen erhalten. Den Hauptschmuck wird eine riesige Fontäne bilden. Die Vertagung des Reichstages. Dem Reichstag ist der Antrag zugegangen, zur Vertagung des Reichstages bis zum 10. Oktober 1911 die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. Ferner ist dem Reichstag ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach die Mitglieder des Reichstags für die Monate Oktober und November 1911, falls der Reichstag in dieser Zeit versammelt ist, aus der Reichskasse eine außerordentliche Aufwandsentschädigung von insgesamt 700 Mark erhalten sollen. = Die Gäste im Kaisermanöver. An dem diesjährigen Kaisermanöver wird voraussichtlich der Prinz von Wales teilnehmen. Das Kaisermanöver wird die erste Kriegsübung großen Stils sein, die der erst 17fährige Prinz zu sehen in die Lage kommt. Von anderen Gästen des Kaisers beim Kaisermanöver werden die beiden Generalfeldmarschälle Graf Haeseler und Freiherr von der Goltz ge= nannt. Ob der österreichische Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand, wie früher einmal gemeldet wurde, an den Manövern teilnehmen wird, ist noch nicht feststehend, da eine Vereinbarung hierüber an den maßgebenden Stel len noch nicht getroffen worden ist. Man darf aber an= nehmen, daß der Thronfolger der Einladung des Kaisers Folge leisten wird. An den Flottenmanövern wird er dagegen bestimmt teilnehmen. Von deutschen Bundesfürsten werden dagegen bestimmt mehrere Gäste des Kaisers beim Manöver sein, wie z. B. der Großherzog von Hessen und der Herzog von Sachsen- Coburg- Gotha. Das waren freilich Worte, die Kathi nicht gern hörte. Mit Scherz und Lachen suchte sie sich dagegen zu wehren, Sie hatte ja bereits den Verwandten versprochen, weitere pierzehn Tage zu bleiben, denn die behaupteten, sie set thnen ganz unentbehrlich, und sie würden ihr auch gern ein hübsches Taschengeld dafür geben. Da hatte denn auch thre Mutter eingewilligt, weil die Tochter sich so gewaltig aufs Betteln verlegt und die Schwester in ihrer bestimmenden Weise ihr die Sache über den Kopf genommen hatte. 3war waren ieht die vier Wochen vorüber, der soge Die Kommission des Reichstages für das Kurpfuschereigeseh hat beschlossen, bei der Geschäftslage des Reichstags die Weiterberatung der Vorlage auf den Herbst zu vertagen und dann mit dem größten Nachdruck die Erledigung des Entwurfs zu fördern. Die Kommission des Abgeordnetenhauses für den Gefegentwurf betr. die Errichtung und den Besuch von Pflicht, fortbildungsschulen hat mit den 18 Stimmen der Konservativen und des Zentrums nach langwierigen Debatten, die sich über zwei Sizungen erstreckten, beschlossen, daß der Schulkommission, dem Organ des Schulvorstandes, ein von der Aufsichtsbehörde zu bestimmender Geistlicher ange= hören soll. Zum Paragraphen 19 liegt ein Antrag der Konservativen vor, die Fortbildungsschulen dem Handelsminister und dem Kulutusminister zu unterstellen. Eine Verschärfung der Strafbestimmungen gegen arbeitsscheue Unterhaltspflichtige stellt die„ Inf." für die nächste Session des Landtags in Preußen in Aussicht. Die Klage, daß das Gesetz nicht genügende Handhaben gegen diese Personen bietet, ist seit Jahren allgemein. Die Vorlage wird, je schärfer ste ist, mit Freuden begrüßt werden. Das Programm des Hansatages. Der am 17. Juni in Berlin stattfindende Hansatag beginnt mittags um 2 Uhr. Der Vorsitzende des Präsidiums des Hansabundes, Geheimer Justizrat Professor Dr. Riesser, wird die Einleitungs- und Schlußworte sprechen. Als Referenten sind die Abg. Kämpf, Dr. Stresemann und Rahardt gewonnen worden. Ferner werden führende Mitglieder des Hansabundes aus den im Hansabund vertretenen Erwerbsgruppen kurze Begrüßungsansprachen halten. Dem vorgestern verstorbenen früheren ungarischen Ministerpräsidenten Banffy widmet die ,, Nordd. A. 3tg." nannte Besuch hatte sein Ende erreicht, und das Mädchen rüstete sich zur Heimfahrt. Aber das war ja alles nur Vorspiel gewesen, denn nun rückten die Verwandten mit threm eigentlichen Wollen heraus. Das Mädchen sollte sich verpflichten, auf ein Jahr der Tante in der Restaurationswirtschaft zur Seite zu stehen und dafür bare dreihundert Mart erhalten. Jezt, wo Kathi das erste Heimweh überwunden und sich nicht nur eingelebt hatte, sondern auch thr helles Vergnügen an den Stadtfreuden fand, die ihr verlockend weiter winften, wenn sie blieb, war es nicht schwer gewesen, sie zur Zustimmung zu überreden. Die Mutter mußte nur noch ihr Jawort geben, und dazu sollte Kathi, mit einem Briefe der Tante bewaffnet, nach Hause. An diesem Jaworte zweifelte Kathi nicht, aber etwas anderes lag ihr schwer auf dem Herzen, was würde Hans zu ihrem Entschlusse meinen? Sie suchte sich damit zu be ruhigen, daß sie ihm sagen wollte, da die Tante ihr so viel Kleiderzeug schenke, brauche sie kein Geld für sich und wolle den Lohn für ihre Aussteuer zurücklegen. Vielleicht daß er dann ein Einsehen habe, wie es für sie besser sei, daß sie die Stelle annähme. den folgenden Nachruf:„ Mit Baron Desider Banffy ist eine der markantesten Persönlichkeiten, die an dem politischen Leben Ungarns während des letzten Menschenalters hervorragenden Anteil genommen haben, aus dem Leben geschieden. Von den Traditionen der großen liberalen Partei ausgehend, hat er sich zunächst der Durchführung der diese Partei leitenden Grundsätze gewidmet. Erst in spä teren Jahren nahm seine Entwidlung eine mehr radikale Richtung, ohne daß er hierbei die Verwirklichung der ans gestrebten Erfolge durchzusehen vermochte." Der Bruch zwischen dem Vatikan und Portugal, der seit der Veröffentlichung des Trennungsgesetzes erwartet wurde, ist jetzt Tatsache geworden. Die portugiesischen Bischöfe haben soeben im ganzen Lande einen Hirtenbrief veröffentlicht, der die provisorische Regierung aufs hefs tigste angreift. Das Organ des Vatikans, der„ Osservatore Romano", fündigt an, daß der Papst demnächst eine En zyklika an die Bischöfe des ganzen Erdkreises richten werde, in der er energisch gegen die Verfolgung der Kirche in Portugal und besonders gegen das ungerechte bedrückende Trennungsgesetz protestiert. Dem Patenonkel verriet sie noch nichts, der hätte ge= zankt. Es war früh genug, er erfuhr es, wenn sie wieder da wäre, dann wollte sie ihm die Sache schon auseinandersetzen und ihn wieder gut machen. So kam das Mädchen in ihr Heimatdorf, freilich nicht in der Glaskutsche, sondern im Postwagen. Aber nicht in ihrem dörflichen Kleide, wie sie es verlassen, sondern im blauen Tuchanzuge mit dem weißen Pelzbarett und dem weißen Muff, dem Berliner Straßenanzuge, den die Tante ihr geschenkt hatte. Die Meldungen von einer schweren Erkrankung des Präsidenten Diaz werden in einem Telegramm aus Merito als unebgründet bezeichnet. Diaz wird sich Anfang Junt nach Europa einschiffen. Er stand ihr ja zum Entzücken, und sie sah darin so nobel aus, wie ihr verschiedene Stadtherren versichert hatten, nun wollte sie sich auch daheim darin bewundern lassen. Sie hatte denn auch die Genugtuung, daß die Mitfahrenden es waren Dörfler aus der Nachbarschaft sie von der Seite ansahen und sie nicht als zu ihresgleichen gehörig behandelten. Nachher mußte sie die ganze - Kleine Dachrichten. König Friedrich August von Sachsen vollendete am ges strigen Donnerstag das 46. Lebensjahr. Der Blumentag in Hannover Hat rund 90 000 M Rein ertrag gebracht. Millionenanleihe der Stadt Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung bewilligte die Aufnahme einer Anleihe von 42% Millionen Mark. Herrenschneideraussperrung in Wien. 600 der„ Vereini gung der Herrenkundenschneider" angehörige Wiener Firs men, die über 6000 Stückmeister beschäftigen, gingen am Mittwoch mit der Aussperrung vor, weil die Arbeitnehmer nach Ansicht der Unternehmer bei einer Firma mutwillig streifen. Ein Riesenschwimmdock. Das auf den Howaldtswerken für die Kaiser verft in Kiel mit einem Kostenaufwand von steben Millionen Mark gebaute Riesenschwimmdock wurde am Mittwoch abgeliefert und mit sechs Dampfern nach der Liegestelle am Südkai der Werft geschleppt. Es ist für die Aufnahme der Dreadnoughts und noch größerer Schiffe bestimmt. Millionenschmuggel Neuyorker Kunsthändler. Die vier Kunsthändler Duveen in Neuyork, die vor einigen Monaten wegen zu niedriger Verzollung importierter Antiquitäten angeklagt waren, zahlten 1 200 000 Dollar Nachtragszoll. Strafgerichtlich wurde der eine der Brüder, Henry Duveen, zu 15 000 Dollar Buße verurteilt. Eine Spielbank am Schwarzen Meer. Nachdem der Spielbankpächter von Ostende, Marquet, von dort vertrieben worden ist, hat er sich jetzt am Schwarzen Meer ein neues Domizil gesucht. Am 1. Juni wird von ihm in Konstanza eine Spielbank nach dem Muster von Monte Carlo eröffnet werden. Schwere Unfälle bei der Einweihung der Hohenzollernbrücke. Die Ansammlung der gewaltigen Menschenmenge beim Besuch des Kaisers in Cöln am Montag hatte zahl= reiche Unfälle zur Folge. Zwei Kinder wurden überfahren und getötet. Ein Herr erlitt schwere Verlegungen, einer Dame wurde der Brustkorb eingedrückt. Außerdem ereignete sich eine große Zahl leichterer Verletzungen. Erdbeben in Griechenland. Auf der Insel Leukos hat ein heftiges Erdbeben stattgefunden. Einige Häuser sind eingestürzt und mehrere Personen wurden verletzt. Hafen ist ein großer Erdriß entstanden. Im 60 Personen extrunken. Nach einer Meldung aus Panama ist der Dampfer Taboga am 23. Mai in der Höhe von Bunta Mala auf einen Felsen aufgelaufen und gesunken. Soweit bisher bekannt ist, sind von den 100 Passagieren, die sich an Bord befanden, nur 40 gerettet worden. Tödlicher Absturz in den Bergen. Der 12jährige Sohn des Bürgerschuldirektors Fritsch ist beim Pflanzensuchen in der Nähe von Untertannwald in Böhmen von einem Felsen abgestürzt. Er war sofort tot. Tödlicher Fliegerunfall. Ein junger Flugschüler namens Benson ist gestern abend bei einem Probeflug in der Nähe von London abgestürzt. Der Too trat auf der Stelle ein. Aus den Gerichtssälen. Die Strafe des Weinfälschers. Die Straffammer in Trier verurteilte den Rotweinfabrikanten Birkel aus Eu ren, der aus kleinen Mengen Rotwein und Massen von Apfelwein Rotwein fabriziert hatte, zu sechs Monaten Gefängnis, zwei Wochen Haft und 1000 M Geldstrafe. 25 000 Liter wurden beschlagnahmt. Der Hauptschuldige Fiedler aus dem luxemburgischen Ort Nemich, der über 4000 Fuder des„ Rotweins" mit 200 000 Mart Gewinn hergestellt hatte, ist flüchtig. Dorfstraße entlang ehen, bis sie zu ihrem Häuschen fam. Das war ihr eben recht, denn nun konnte sie sich doch sehen lassen in ihrer Kleiderpracht, konnte nach rechts und nach links nicken und hören, wie sie sich zuraunten.„ Jemersch, geht die aber staatsch," und ähnliches. Mutter Bärbel, die Schulzenfrau. an der ste vorbeifam, meinte fopfschüttelnd zu ihrem Manne, der neben ihr ging: Sätts nit gedacht, daß der Amrum ihr Mädel hier so närrisch geputzt einherstolziere würd. Solch Kledage paßt nun einmal nit für a Häuslerkind, wie kann sie sich nur so schimpfiere." Kathi hörte die Worte, ste ärgerte sich und wurde rot, aber sie suchte sich damit zu trösten, daß es bei der Schulzenfrau nur der blasse Neid gewesen sei, weil sie nicht solche staatsche Kledage kriegen würde. Als das Mädchen aber ihr Häuschen in Sicht bekam, dessen Tür offen stand, ein Zeichen, daß Frau Amrum von der Arbeit heimgekehrt war, da vergaß sie ihr städtisches Kleid: alle kleinen Eitelfeitsteufel nahmen Reißaus, weil ihr pochendes Herz jetzt für kein anderes Gefühl Raum hatte, als für die große, große Freude, wieder bei Muttern daheim zu sein. ,, Mutterle, Mutterle!" jauchzte sie und lief die Höhe hinauf, in die Haustür hinein und gerade auf Frau Amrum zu, die in freudigem Schrecken denn Kathi hatte sich nicht angemeldet wie versteinert dastand. - " Gutes Herzensmutterle," wiederholte das Mädchen, und ihre Stimme klang dabei seltsam verändert vor unterdrückter Rührung. Sie hatte Frau Amrum stürmisch umarmt, dabei war der Muff auf die Erde geflogen und das Barett schief ge= rutscht auf dem blonden Kraushaar. Das erschien ihr jett alles gleichgültig. Bei der Mutter war der Schred rasch in die hellste Freude übergegangen, sie klopfte ihrem Mädel die Backen und wiederholte einmal über das andere Mal Bist nun da, bist wirklich da, Kindele, und freust Dich so unbändig zu Deinem Mutterle!" (&. f.) Bom eige Ointergrund woch vor dem Battfand. Der erhielt furz vo Jeinem in Wa nach Berlin zu well er einem te. Noch in de der Mark zuri Der Deferteur beffen Rad und land an, und wollte feine in follte ihn fein fen und der Ausreißers foll nen Bruder be Inzwischen dret ben. Da das ferteur nicht di fernzubleiben, unerlaubte Ent Gefängnis. Wissen Ein wieder den Münch. N aus Amsterdar großen Gemäl Solland nach stellt, glaubt burg entdeckt Garschagen wi den und Brüs Gine Ster hung zwischen ftellt worden erhöhte Bedeut wert, daß eine liche Beobachtu wiffenschaftlic Kenner der Me hat zwar etwas gelungen, eine e folche will jezt Wege letten, un der Himmelskun pen zu machen. nunmehr sowohl Schärfe ausgefüh eine Vorschrift z worfen, die jeden Bestrebungen fich fo eher geschehen fenntnisse außer Sternenhimmel n Aus de Der„ Kaiser pondenz Heer un wird, jetzt bei der zu einem Wunde Schleusen des Ka ind mit einer L 45 Metern und et größten Schleusen Sablen entsprecher bride" fein, die gl Bilhelm- Kanals" gerliftes ift auf 14 Bride beträgt 58 42 Meter, da die größert worden t Besonders bedentfo dürfte die Verbreit Bring Heinri Während des o Straßburg äußert nem Vertreter de heit Graf Zeppeli der ganzen S jemals Mighellig or Sergefell b Studienreise nach tig gewesen, da bition Unzufrie Graf Zeppelin un funft ftets mitei Einsturz eine Jante Kirche in blodenturmes sch fürzte der Glode fige von Troyes den zerstört, die Dohnt waren, we elchen wahrgenom Baltenstüde und Luf ein Bäderhau fallen. Das zulet benschiff und der Strandung ein Fofagterdampfer 28 Bajagieren als er Mittwoch m Don Queenstown e hielt ein enormes Bofferdichten Tire Waffermassen auf grantt blieben. Ebreden bei dem bigten fich aber, log. Sie wurden landet. Die Spe Laum. Sie wurde otta, Silfe zu lei Decantert. Mehrer Laut. Dampfer von 14,06 Vandalismus Landgericht Innsb Deutfche, die 18jähr Dresben und Kar Einbruchs in bie Belden Angeklagter Die erit in vorigen ine Woche lang Borhandenen Borr Dalifher Weise geb t Banffy it an dem polis enfchenalters dem Leben beralen Par führung der Erst in spä mehr radikale ung der an Ortugal, der es erwartet ortugiesischen Sirtenbrief g aufs hef Offervatore hit eine En ichten werde, Kirche in bebrüdende antung des aus Meri Infang Junt dete am ge 000 M Rein Die Char ewilligte die Part. er„ Vereini Biener Fir gingen am Irbeitnehmer a mutwillig aldtswerken ufwand von ndod wurde rn nach der Sist für die Schiffe be r. Die vier igen Monar Antiquitä Zachtragszoll. ry Duveen, Nachdem der Dort vertrie n Meer ein ihm in Kon Monte Carlo bohenzollern enschenmenge hatte zahl= 1 überfahren ngen, einer Erdem ereig 11. Leukos hat Häuser sind erlegt. Jm ng aus Paer Höhe von nd gesunken. Passagieren, ent. ährige Sohn lanzensuchen von einem gichüler naeflug in der uf der Stelle ffammer in fel aus Eu Massen von Nonaten Ge trafe. 25 000 dige Fiedler 4000 Fuder gestellt hatte, äuschen- fam. Sie sich doch ch rechts und unten.„ Jer sie vorbei: , der neben n ihr Mädel Goldh Kle nd, wie fann b wurde rot, ei der Schul fie nicht solGicht bekam, Amrum von hr städtisches Reißaus, weil Sefühl Raum Der bet Mut lief die Söhe uf Frau Am Kathi hatte and. Das Mädchen, bert vor un nt, dabei war rett schief ge chien ihr jest Schred rajd e ihrem Ma r das andere e, und freuft ( 8.1) Bom eigenen Bruder verhaftet. Einen eigenartigen Ointergrund hatte eine Gerichtsverhandlung, die am Mittwoch vor dem Kriegsgericht der 1. Gardedivifion in Berlin tattfand. Der Grenadier Frieß vom Gardefüfilierregiment erhielt furz vor Ostern einen Tag Urlaub, und er fuhr zu seinem in Wandlig wohnenden Bruder. Abends fehrte er nach Berlin zurüd, doch wagte er sich nicht in die Kaserne, weil er einem Kameraden ein Paar Stiefel entwendet hatte. Noch in derselben Nacht fuhr er wieder nach Wandlit in ber Mark zurück, wo der Bruder bald Verdacht schöpfte. Der Deserteur zog den Zivilanzug des Bruders an. nahm beffen Rad und fuhr davon. Er langte schließlich im Rheinland an, und jetzt erfaßte ihn die Neue. Der Angeklagte wollte seine in Cöla wohnenden Eltern besuchen, und dort sollte ihn sein anderer Bruder, der Schußmann ist, verhaften und der Militärbehörde übergeben. Der Wunsch des Ausreißers sollte auch erfüllt werden. F. wurde vom eigenen Bruder der nächsten Militärwache abgeliefert. Er war inzwischen drei Wochen von seinem Truppenteil weggeblieben. Da das Gericht der Ueberzeugung war, daß der Deferteur nicht die Absicht gehabt hatte, dauernd der Truppe fernzubleiben, so nahm es nicht Fahnenflucht, sondern nur unerlaubte Entfernung an. Es erkannte auf zwei Monate Gefängnis. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein wiedergefundener Rembrandt? Aus Halle wird ben Münch. N. Nachr. gedrahtet: Kunstmaler Garschagen aus Amsterdam, der seit vergangenem Herbst nach einem großen Gemälde aus Rembrandts Nachlaß, das 1770 aus Holland nach Deutschland gelangt war, Nachforschungen anstellt, glaubt bestimmt, das Rembrandtbild in Bad Harzburg entdeckt zu haben. Das Bild soll gut erhalten sein. Garschagen wird das Bild der Kunstwelt in Berlin, Dresben und Brüssel vorführen. Eine Sternschnuppen- Warte. Seitdem die nahe Beziehung zwischen Sternschnuppenfällen und Kometen festge= stellt worden ist, hat die Beobachtung der Meteoriten eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Es ist deshalb wünschenswert, daß eine Zentralstelle geschaffen werde, in der sämt= liche Beobachtungen von Sternschnuppen gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet werden. Der zurzeit wohl beste Kenner der Meteoriten, Prof. Denning in Birmingham, hat zwar etwas ähnliches versucht, es ist ihm aber nicht gellungen, eine eigentliche Organisation zu begründen. Eine solche will jetzt Dr. Birkenstock von Hamburg aus in die Wege letten, und ersucht alle Astronomen und Liebhaber der Himmelskunde, ihm Mitteilungen über Sternschnuppen zu machen. Er hofft zugleich, daß diese Beobachtungen nunmehr sowohl häufiger vorgenommen, als mit größerer Schärfe ausgeführt werden, um dies zu fördern, hat er eine Vorschrift zur Beobachtung von Sternschnuppen entworfen, die jedem zugesandt wird, der seinerseits an diesen Bestrebungen fich zu beteiligen wünscht. Dies kann um so eher geschehen, als irgendwelche wissenschaftliche Vorfenntnisse außer denen einer gewisse Bekanntschaft mit dem Sternenhimmel nicht erforderlich sind. Aus dem Reiche der Technik. Der„ Kaiser Wilhelm- Kanal" erreicht, wie der Korrespondenz Heer und Politik" aus Marinekreisen geschrieben wird, jetzt bei dem Erweiterungsbau Riesenmaße, die ihn zu einem Wunderwerk der Technik machen. Die neuen Shleusen des Kanals, die vor ihrer Fertigstellung stehen, find mit einer Länge von 330 Metern, einer Breite von 45 Metern und einer Tiefe von 14 Metern überhaupt die größten Schleusenanlagen der Welt. Diesen gewaltigen Sahlen entsprechend wird auch die neue Eisenbahn- Hochbrücke" sein, die gleichfalls mit der Erweiterung des Kaiser Wilhelm- Kanals" hergestellt wird. Die Länge des Eisengerüftes ist auf 1400 Meter berechnet. Die Gesamthöhe der Britde beträgt 58 Meter, die Höhe über dem Wasserspiegel 42 Meter, da die Tiefe des Wassers auf 11 Meter vergrößert worden ist. Die bisherige Tiefe betrug 9 Meter. Besonders bedeutsam für den Schiffverkehr auf dem Kanal dürfte die Verbreiterung des Kanals auf 102 Meter werden. Vermischtes. Brinz Heinrich über den Konflikt Zeppelin- Hergesell. Während des oberrheinischen Zuverlässigkeitsfluges in Straßburg äußerte sich Prinz Heinrich von Preußen zu einem Vertreter des Wolffschen Bureau zu der Angelegenheit Graf Zeppelin- Hergesell. Prinz Heinrich erklärte, daß an der ganzen Sache fein wahres Wort set; weder haben jemals Mighelligkeiten zwischen Graf Zeppelin und Professor Sergesell bestanden, noch sind die Ergebnisse der Studienreise nach Spizbergen, wie behauptet wurde, derartig gewesen, daß bei irgendwelchen Teilnehmern der Expedition Unzufriedenheit oder Mißbilligung entstanden ist. Graf Zeppelin und Professor Hergesell werden auch in Zufunft stets miteinander arbeiten. Einsturz eines Glockenturmes. Eine historisch interesante Kirche in Frankreich ist durch den Einsturz ihres Glockenturmes schwer beschädigt worden. Mittwoch früh fürzte der Glockenturm der 700 Jahre alten Johannesfirche von Troyes ein. Zwei kleine Nachbarhäuser wurden zerstört, die zum Glüd seit wenigen Tagen unbe bohnt waren, weil der Glöckner bereits verdächtige Anetchen wahrgenommen und die Bewohner gewarnt hatte. Baltenstüde und Schutthaufen bedecken die Umgebung. Auf ein Bäckerhaus war das pilzförmige Turmdach ge= fallen. Das zuletzt unter Heinrich III. restaurierte Kirhenschiff und der Chor zeigen arge Verwüstungen. Strandung eines englischen Passagierdampfers. Der Basagierdampfer Jvernia" von der Cunardlinie, der mit 28 Passagieren von Boston nach Liverpool ging, stieß, als er Mittwoch mittag bei dichtem Nebel in den Hafen pon Queenstown einfuhr, gegen den Daunt- Felsen und erhielt ein enormes Leck am Vorderteil. Sofort wurden die basserdichten Türen geschlossen, so daß die einstürzenden Bassermassen auf eine vordere wasserdichte Abteilung behränkt blieben. Die Passagiere erhielten einen heftigen Schrecken bei dem Krach des Aufstoßes auf den Felsen, beuhigten sich aber, als ste sahen, daß keine Gefahr vorlag. Sie wurden völlig wohlbehalten zu Queenstown gelandet. Die„ Jvernia" hat 25 Fuß Wasser im Vordertaum. Sie wurde im inneren Hafen von Queenstown verankert. Mehrere Dampfer legten bei ihr an, um, wenn ötüg, Hilfe zu leisten. Sie ist ein Doppelstahlschraubendampfer von 14,067 Registertonnen und wurde 1900 ge= baut. Vandalismus von Schuhhüttenmardern. Vor dem Landgericht Innsbruck hatten sich dieser Tage zwei Reichsdeutsche, die 18jährigen Handwerksburschen Paul Heine aus Dresden und Karl Volkmann aus Ludwigshafen, wegen Ginbruchs in die Turerjochhütte zu verantworten. Die elden Angeklagten haben in der genannten Schutzhütte, die erst in vorigen Jahre eröffnet wurde, in geradezu van alifcher Weise gehaust. Die beiden Einbrecher hielten sich tines Woche lang in der Hütte auf, wobei sie fich an den Vorhandenen Vorräten aütlich taten. Sie tranken für 150 Kronen Flaschenweine und verbrauchten für 100 Kronen Brennholz. Vor dem Verlassen der Hütte ließen sie dann ihrer Zerstörungswut die Zügel schießen. Sie schlugen sämtliche Türen und Fenster entzwei, verstreuten und ver nichteten die noch in der Hütte befindlichen Lebensmittel, zerschlugen alles Wirtschafts- und Küchengeschirr, öffneten die Hähne der Weinfässer, so daß der Wein auslief, zerschnitten die Deden, das Bettzeug, warfen die Wanduhren auf den Boden, so daß sie zerbrachen, zerschlugen und zerschnitten die an der Wand hängenden Bilder, furz und gut, alles, was nicht niet- und nagelfest war, fiel ihrer Zerstörungswut zum Opfer. Von dort begaben sie sich noch in fünf oder sechs Alpenhütten, wo sie in gleicher Weise hausten. Das Landesgericht Innsbrud hat nun an den beiden Hüttenmardern ein Exempel statuiert und Heine zu zwei und Volkmann zu anderthalb Jahren schweren und ver schärften Kerkers sowie zur Ausweisung aus Desterreich verurteilt. Goldene Worte an die Jugend sind in einem Flugund Merkblatt enthalten, das sich gegen das Einfangen von Schmetterlingen, Käfern, Fischen und anderen Tieren ausspricht und in den Schulen zur Verteilung gelangt. ,, Auch die kleinsten Tiere," so heißt es da ,,, hängen an ihrem Leben und fühlen Schmerz, wenn man sie verletzt oder tötet. Kein Mensch ist berechtigt, irgendein Tier ohne Not zu töten. Selbst die schädlichen Tiere sollen nicht von Kindern getötet werden. Was haben euch die Tiere zuleide getan, daß ihr die Schmetterlinge, Käfer usw. zerdrückt, zerzaust und tötet und die Fische, Salamander usw. in ein Aquarium einsperrt, wo sie meist elend umkommen? Freut es euch denn nicht, wenn ihr die Tiere in Freiheit seht, wenn die farbenprächtigen Schmetterlinge von Blume zuBlume flattern, die buntschimmernden Käfer im Gestein und im Gesträuch herumkrabbeln und die Wassertiere in Seen und Flüssen ihr lustiges Spiel treiben? Ist das nicht ein schönerer Anblick, als wenn die toten Tierchen aufgespießt im Kasten modern oder die lebenden in der Gefangenschaft ihr kurzes Dasein vertrauern? Wenn ihr etwas sammeln wollt, so sammelt Steine, Muscheln und andere Sachen. Lebende Tiere sind kein Spielzeug!" Wie man in China die Best bekämpft. In einem Bericht über die Tätigkeit der italienischen Missionare im Innern des chinesischen Reiches werden aus Gegenden, in denen die Pest wütete, einige merkwürdige Schutzmaßregeln gegen die furchtbare Krankheit erwähnt. An der Tür eines Krankenhauses hat z. B. das Polizeihaupt der Stadt folgende Ratschläge anheften lassen:„ Nachdem der Frühling begonnen, lasse man Kohlrübensaft kochen, darin eine gewisse Menge Kletterbohnen; genau abzumessen braucht man nicht. Dann wird empfohlen, daß alle, groß und klein, diese Abkochung trinken, so lange sie warm ist. So das geschieht, wird die Pest vermieden werden."" Noch besser aber ist folgende Vorschrift:„ Man nehme ein Stück Pferdefnochen, wickle es in ein Stück rotes Tuch und lege es in ein Beutelchen, und dann sollen es die Männer auf der linken Seite des Körpers und die Frauen auf der rechten tragen." Ein erotischer Krönungsgast. Dem großen Ereignisse dieses Sommers, der Krönung des englischen Königspaares in der zweiten Hälfte des Monats Juni, werden viele indische Fürsten, als Vasallen der englischen Krone, beiwohnen. Unter ihnen ist eine Prinzessin, die Begum von Bohpal, die durch ihre seltsamen Lebensgewohnheiten und den eigentümlichen Lurus, mit dem sie sich umgibt, schon in Paris, wo sie sich auf der Durchreise jetzt aufhielt, beträchtliches Aussehen hervorrief. Sie ist auf einem französischen Dampfer nach Marseille gefahren, aber die Mitreisenden bekamen nicht viel von ihr zu sehen, da sie, nach der religiösen Sitte der Hindufrauen, sich niemals zeigt, ohne ihr Antlitz zu verhüllen, und alle Mahlzeiten, zu denen die Speisen von ihrerDienerschaft zubereitet werden, ganz allein für sich einzunehmen pflegt. Das Fleisch, das den Hauptbestandteil ihrer Nahrung bildet, stammt von Tieren, die von einem Priester ihres Glaubens nach genauem Ritus getötet worden sind. Auf einer früheren Reise nach Europa hatte die Prinzessin sogar, wie man sagt, das Wasser, das sie teils zum Trinken, teils zum Waschen benutzte, aus ihrer Heimat in das Land der Ungläubigen mitgenommen. Sie ist außerordentlich reich und be-sitzt Edelsteine und Perlen in ungeheurer Zahl. Fünfzehn Menschen bilden ihr Gefolge und neun Diener und Dienerinnen harren eines jeden ihrer Winke. Staunen erregte es, als man ihr Gepäck in Paris vom Bahnhof in das Hotel, wo sie abstieg, brachte. Es umfaßte nämlich die Kleinigkeit von 200 stattlichen Koffern, und fünfzehn Wagen waren nötig, um es fortzuschaffen. Ein Kanarienvogel als Krönungsgeschent. Ein Geschenk von ganz besonderer Art bereitet die Stadt Norwich zur Krönung König Georgs vor. Norwich ist über Englands Grenzen hinaus bekannt wegen seiner Kanarienvogelzucht. 4000 seiner Bewohner sind als Vogelzüchter tätig und exportieren alljährlich rund 40 000 Singvögel, von de nen wenigstens 20 000 nach Neuyork gehen. So ist denn das Geschenk der Stadt Norwich natürlich ein Kanarienvogel. Der Vogel, dem die hohe Ehre zuteil wird, in des Königs Eigentum überzugehen, ist durch eine Kommission von Fachleuten ausgewählt worden und wird in einem Käfige überbracht, der vergoldet und mit den Wappen des Königs und der Stadt Norwich geschmückt ist. Sein Wert wird auf 2000 Mart geschätzt; er ist der schönste, den die Stadt aufzuweisen hat. Haberfeldtreiben in Thüringen. Eine Sitte, die dem bayerischen Haberfeldtreiben sehr ähnlich sieht, hat sich in einigen Gegenden Thüringens erhalten. In einem Dorfe bet Schleusingen erlebte vor einigen Tagen ein Besucher des Dorfes eine eigenartige Szene. In der zehnten Stunde abends erhob sich plötzlich auf der Dorfstraße ein Höllenlärm. Männer, Weiber, Greise, Kinder waren auf den Betnen und wogten auf und ab. Auf einem bei dem Dorfe liegenden kleinen Hügel hatte sich eine große Kette junger Burschen angesammelt, die auf Trompeten, mit Pistolen, Peitschen, Gießfannen, Kuchenblechen, Kuhglocken usw. etnen ohrenbetäubenden Spektakel vollführten. Schließlich zog der Haufen vor ein Haus, der Lärm verstummte auf ein Kommando, und einer der Burschen hielt eine Strafpredigt. Dieser Aufzug wiederholte sich an drei aufeinanderfolgenden Abenden und konnte ungestört seinen Verlauf nehmen, denn die Sicherheitsorgane waren der Uebermacht nicht gewachsen. Der Fremde konnte schließlich in Erfahrung bringen, daß die Katzenmusik der Tochter eines angesehenen Einwohners galt, die mit einem auswärtigen Kavalier ein Verhältnis unterhalten hatte. Oberbürgermeistergehälter. Nach einer unlängst ergangenen Rundfrage beziehen die Stadtoberhäupter in den Großstädten zurzeit folgendes Gehalt: Hannover 24 000 M, Cöln 30 000 M und Dienstwohnung, Elberfeld 20 000 M und 2000 M für Dienstwohnung, Bochum 16 000 M und 2000 M Dienstaufwand sowie Dienstwohnung im gleichen Werte. Crefeld 20 000 Mund freie Wohnung, Düsseldorf 25 000 Mund Dienstwohnung usw. im Werte von 6000 M, Dortmund 21 000 M, Wiesbaden 20 000 M, Frankfurt a. M. 30 000 und 6000 M Wohnungsgeld, Berlin 36 000 M und Dienstwohnung, Charlottenburg 27 000 M. Riel 18 000 M, Halle a. S. 18 000 M, Danzig 21 000 M, Königsberg 22 000 M und freie Wohnung. Bresau 30 000 M, Vosen 20 000 M, Magdeburg 22 000 und freie Wohnung, Caffel 19 000 M, Braunschweig 15 000 M, Dresden 20 000 M Chemnitz 21000 Mark, München 29 000 M. Nürnberg 25 000 und freie Wohnung, Stuttgart 20 000 M. Straßburg 18 000 und freie Wohnung. Paris obne Antos. Dem Berliner L.-A. wird aus Paris gedrahtet: Der gestrige Mittwoch, ein sonnig schöner Matentag, wurde von den Parisern in ungewohnter Weise genossen. Man glaubte sich beinahe ins alte, gemütliche Paris zurückversetzt, wo es noch keine Automobile gab, hätten nicht zeitweise die ungeschächten Autobusse und private Kraftwagen die Straße gefreuzt. Gegen 6000 Chauffeure streiften. Die schnaufenden Tariautos waren aus dem Straßenbilde verschwunden, mit ihnen ein beträchtlicher Teil von Staub und Gestank. Behaglich konnte man den Straßendamm an den gefährlichstenkreuzungspunkten überschreiten, ohne Furcht vor den„ Hippomobilen", die mun wieder die Stadt beherrschten. Die ältesten Droschtenmodelle aus Väterzeit tauchten wieder auf, und man riß sich um sie, so daß die Kuischer nach gutem, altem Brauch bereits wieder kleine Erpressungsversuche an den Fahrgästen ristieren durften. Natürlich gab es auch manche Unzufriedene, die die gute alte Zeit zum Teufel wünschten. Den Chauf feuren selbst hat dieser Demonstrationsstreich den bescheidenen Ausfall einer Tageseinnahme von gegen 48 000 Fres. gebracht, gering gerechnet. Der Kampf um Tolstois Erbe. Die Auseinandersetzungen über das Testament Tolstois unter den Mitgliedern seiner Familie, die bereits beendet zu sein schienen, haben von neuem begonnen. In den letz ten Tagen hat in Moskau die Besprechung der drei Rechtsbeistände der Gräfin Alexandra Tolstoi, der Tochter des Dichters, stattgefunden und zu einem Beschluß geführt, der Witwe Tolstois den Prozeß zu machen, um die vollständige Herausgabe aller Manuskripte zu erzwingen, die sich in ihrem Besitz befinden und die sie in verschiedenen Instituten niedergelert hat. Die Gräfin Sophia Andreowna nimmt aber auch ihrerseits den Fehdehandschuh auf; sie will nicht nur auf dem juristischen Wege für ihr Recht kämpfen, sondern ist nach Petersburg gefahren, wo sie hofft, die Spißen der Behörden zum Eintreten zu ihren Gunsten zu bewegen. Sie hat sebst eine Audienz beim Zaren nachgesucht. Sie behauptet, und dassebe behaupten auch die Söhne Tolstois, daß ihr Gatte außer dem Testament, das sie ihrer Rechte beraubt, ein zweites hinterlassen habe, das für sie günstiger gewesen wäre, und daß dieses von den Testaments= vollstreckern unterdrückt worden sei. Die Gräfin rechnet auch sehr auf das Zeugnis des Direktors des Historischen Museums, dem Graf Tolstoi persönlich erklärt hat, daß alle Manuskripte, die er im Museum niederlegte, ausschließ liches Eigentum seiner Gattin seien, und daß das Museum nach dem Tode der Gräfin in ihren Besitz ge langen würde. Während ihres Aufenthalts in Petersburg hat die Gräs fin auch Verhandlungen mit der Regierung wegen des Verkaufs von Jasnaja Poljana geführt und diese sind fast zum Abschluß gelangt. Der Preis, auf den sich beide Parteien geeinigt haben, sind 600 000 Rubel. Jasnaja Poljana wird so Nationaleigentum werden. Der Hauptzweck der Reise der Gräfin nach Petersburg war aber, die drei letzten Bände der Gesamtausgabe von Tolstois Werfen zu retten, die von der Zensur verboten und von der Polizei konfisziert worden sind. Bisher haben ihre Bemühungen indessen noch keine günstigen Ergebnisse gehabt. Das Moskauer Berufungsgericht hat die drei Bände verboten und entschieden, aus ihnen alle Artikel auszuschneiden, die für gefährlich erklärt worden sind, und sie verbrennen zu lassen. Die Gräfin Sophia hat auch Vorsorge getroffen, daß Tol stois Grab vor Störungen bewahrt bleist. In den ersten Zeiten nach seinem Tode wallfahrteten zahlreiche Pilger zu dieser Stätte, aber allmählich famen nur noch vereinzelte glühende Bewunderer des großen Dichters, und schließlich wurde das Grab das Ziel von Vergnügungsausflügen, die ihre Spuren in Speiseresten und leeren Flaschen allzu deutlich hinterließen. Drabtnachrichten und neuestes. König Georg preußischer Feldmarschall. Berlin. 25. Mai. König Georg von England ist zum Generalfeldmarschall der preußischen Armee ernannt worden. Der Rücktritt des Präsidenten Diaz. Nenyork, 26. Mai. Der Rücktritt des Präsidenten Diaz erfolgte nach einem Telegramm aus der Hauptstadt Mexiko gestern nachmittag 4 Uhr 45 Minuten. Mit diesem Beitpunkt ist die provisorische Regierung auf den Minister des Aeußeren Barra übergegangen. In den Straßen der Hauptstadt bewegt sich eine dichtgedrängte Volksmenge. Gewalttätigkeiten sind nicht vorgekommen. Der oberrheinische Zuverlässigkeitsflug. Frankfurt a. M., 26. Mai. Der Aviatiker Hirth ist mit dem Grafen Spee als Passagier in Mainz Heute früh 5.40 Uhr angekommen. Die Abfahrt erfolgte um 6.27 Uhr, die Ankunft in Frankfurt um 7 Uhr. Der Flug er folgte durchschnittlich in 180 Meter Höhe. Der Fernflng Paris- Madrid. Madrid, 26. Mat. Der Flieger Vendrine ist als erster auf dem Wettfluge Paris- Madrid heute morgen 7.45 Uhr hier angekommen. Eine Stadt durch Bergsturz verschüttet. Petersburg, 26. Mat Der Chef des Pamirdetachements meldet aus Skobelem, daß der Ort Oroschow durch einen Bergsturz infolge eines Erdbebens verschüttet ist. In vier anderen Orten wurden viele Häuser zerstört. Im ganzen sind 128 Menschen ums Leben gekommen. Das größte Schlachtschiff der Welt. Philadelphia, 26. Mat. Gestern ist hier das Schlachtfchiff Wyoming vom Stapel gelaufen. Es ist mit über 26 000 Tonnen das größte Schlachtschiff der Welt. Bandel und Verkehr. Den Vierteljahrsschlußverkehr erschwert die Reichsbank, insofern sie bestimmt: Im Effekten- und Wechsellombard wird: 1. für den Darlehnsbestand am Ultimo des Kalenderfahres, 2. für die am ersten Werktage des Kalendervierteljahres entnommenen Darlehnsbeträge unter Abzug aller an diesem Tage etwa erfolgten Rückzahlungen außer den laufenden Zinsen ein Zinszuschlag für zehn Tage berechnet, wenn der Darlehnsbestand auch nur an einem dieser beiden, Tage den Betrag von 30 000 M überschreitet." Diese Maßnahme richtet sich gegen die großen Banken und Bant, firmen, denen in der Regel bis zum 26. vor den Quartalsschlüssen Seehandlungsgelder zur Verfügung stehen, wäh rend fie alsdann mit ihren Ansprüchen auf die Reichsbant angewiesen find. Indirekt werden die kleineren Firmen, welche von den Großbanken Geld entleihen, betroffen, Stein's Garten:: Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement Elektr. Licht. - Fremdenpension Bad im Hause. Telephon Nr. 5. Annerod. ● Gasthof o „ Zur Krone" Wetzlar. Bei Ausflügen sehr zu empfehlen. Fleischverdingung. - ( 258) Am 3. Juni 1911 Vormittags 9 Uhr wird im Geschäftszimmer der Verwaltung Kaserne I wo auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Gießen vom 1. Juli bis Die Wellersche Sommerwirtschaft an der Platte ist wieder geöff- Ende Dezember 1911 verdungen. Schriftliche Angebote net und halte mich bestens empfohlen. 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Stattliche Monumentalbauten erstehen an Stelle der einstigen primitiven Solzgebäude, das elektrische Licht beginnt langsam die pittoresken Papierlaternen zu verdrängen und in den elektrischen Straßenbahnen sieht der arme Rickschaw- Kuli seine gefährlichste Konkurrenz. Der Kimono weicht der europäischen Kleidung, Getas und Sandalen werden mit Lackstiefeln und anderem ledernen Schuhzeug vertauscht, 3ylinderund Derby hüte sind in den Straßen Tokios heute gang Ja, Tokio wird modern, innerlich und äußerlich- im Familienleben wie auf der Straße. Die Exklusivität der Familien den Fremden gegenüber ist zwar auch heute noch nicht aufgehoben, aber man erhält doch leichter Zutritt als früher. Es gibt ältere und schönere Städte in Japan als Tokio. Aber die Residenz ist und bleibt heute die Seele des Die neue Ringkampf- Halle, genannt Rofugi- Kwan". ( In dem modernen zirkusartigen Gebäude und der im Vordergrund stehenden Buddha Statue verkörpert sich das neue und alte Japan.) 〃 und gäbe, und auch die Frauen- und Mädchen welt, ja sogar die jüngsten Sprößlinge lenken nach und nach in das modernere europäische Fahrwasser ein. Im Geiste sehe ich es wieder vor mir, das entzückende kleine Grafentöchterlein mit dem in der Mitte gescheitelten schwarzen Rabenhaar, wie es so zierlich mit den beiden Gabeln den Fisch zerlegte und ängstlich bemüht war, den kleinsten faux pas zu vermeiden. *) Anläßlich des großen Brandes, der kürzlich in Tokio stattgefunden hat, dürfte der Artikel„ Das moderne Tokio“ von besonderem Interesse sein. dauernd dort domizilieren lassen. - Landes. Denn Tokio ist nicht nur der Sitz der Regierung und das Zentrum des japanischen Unternehmungsgeist es, sondern eigentlich von jeher die Verbindung mit den einzelnen Provinzen gewesen. Mußte doch schon während der Togutawazeit jeder Daimio oder jeder Prinz in Tokio ein Besitztum unterhalten und als Garantie für einen einwandfreien Lebenswandel Frau und Kinder sozusagen als Geiseln So lief Totio der alten Hauptstadt Kyoto bald den Rang ab, und kein besserer Vergleich zwischen dem japanischen Einst und Jetzt kann gefunden werden, als ein Besuch der beiden Städte. Hier noch die alte japanische Romantik, dort ein pulsierendes modernes Großstadtleben. Aus dem einſtigen Fischerdorf, das am Eingange einer Lagune lag, ist eine Millionenstadt geworden. Die Lagune hat sich im Laufe der Jahrhunderte in eine fruchtbare Ebene verwandelt, die heute den Hauptreisbedarf für die Residenzler liefert. Und mitten durch dieses segensreiche Stück Land ___']° a b c d ་་་ ་་་ མ e vuur of sq by шлǝддш gv -un jagn тә me to qun' uǝque a un upang ava our suga uoǝdava in иәбифулфиә әәлилә фәл фьи фил Anding ovaдuquqiga and ind избираа ! шagnvi uoa издириш en e so sv иә иәрол изилд ила иш излюб pag pa u log and up and fu дифәілбал 0 26 gnv иәфә49 πσα usa лда was my God 2 44338 Im Asakusa- Park. Das moberne Cotto. ( Der Park ist der beliebteste Vergnügungsort der Bevölkerung und bietet alle möglichen Amüsements.) hat einen Begriff von der Anpassungsfähigkeit des modernen Japaners. Offiziere, Priester, Kaufleute, weibliche Wesen jeden Jahrganges und Kulis aller Schattierungen sitzen im friedlichsten Beieinander zusammen und nehmen das fürchterliche Gedränge mit dem bekannten japanischen Gleichmut als etwas Selbstverständliches hin. Nicht jedoch die Zeitungen, denn siel esen den Bahnverwaltungen alltäglich so tüchtig die Leviten, daß Tokio bald ein vorzüg= liches Straßenbahnsystem besitzen dürfte. Das pittoreske Äußere Tokios kann nicht besser illustriert werden, als durch die Tatsache, daß die Metropole heute von 56 Flüssen und Kanälen durchzogen wird, die nicht weniger als 480 Brücken überspannen. Auffallend sind in Tokio die unendlichen Massen von Telephonnimmt jetzt der im Chichibu- Gebirge entspringende Tama- und Telegraphendrähten, die von riesigen Holzmasten kawafluß seinen Fluß, die„ Wasserquelle" Tokios. Auf dem Schienenwege von Jokohama nach Tokio kreuzt man den Fluß nahe seiner Mündung bei dem kleinen Ort Kawasaki. Ein anderer Fluß, der Sumida, von dessen Fluten man im April die herrliche Blüte der Kirschbäume in der MukojimaAllee beim Wein und Gesang betrachten kann, teilt Tokio, wie die Themse London, in zwei Teile. Landschaftlich bietet diese Seite des Sumida entzückende Reize, ob= wohl sie stark mit Fabriken durchsetzt ist. Der bessere Tokioer, mit Aus nahme des Barons Iwasaki, der hier prachtvolle Blumengärten besitzt, wohnt auf der anderen Seite des Flusses, auf der Schloßseite. Das moderne Tokio. Will man es in seiner heutigen Ausdehnung kennen lernen, so scheue man vor einer Fahrt auf der„ Elektrischen" nicht zurück. Der Rat ist angebracht, weil zu gewissen Tages- und Abendstunden die Straßenbahnwagen so überfüllt sind, daß sie menschlichen Sardinenbüchsen gleichen. Und sind die Wagen noch so besetzt, für die japanischen Schaffner auf jedem Wagen befinden sich zwei Schaffner- scheint der Begriff Raummangel nicht zu existieren. Er schiebt ge= rade wie die New Yorker Kondukteure - so lange nach vorne, bis er selbst vom Wagen geschoben wird. Ein Blick auf die sich in kurzen Abständen folgenden überfüllten„ Elektrischen" und man getragen werden. Das typischste Merkmal aller japanischen Städte straßen ist nicht das kleine japanische Häuschen, ist nicht die bunte Farbe der Gewandung und all das andere, sondern das Auffallendste und Bezeichnendste sind die Telegraphenstangen. Gewiß wird in jeder europäischen Stadt mindestens soviel elektrische Kraft verbraucht wie in einer gleichgroßen Stadt Japans. Aber weder in Berlin, Paris und London wird man sich der Allgegenwart der Elektrizität so bewußt wie in Tokio. Kaum hat man die erste japanische Stadt, Nagasaki, betreten, da fallen einem schon die unzähligen gerade und schief in der Erde steckenden Telegraphenstangen auf. In Japan gibt es keine unterirdischen Leitungen. Alle Drähte Das Denkmal des Feldherrn Kusunoki Masachige (+1336).( Das Bronzedentmal steht vor dem Kaiserschloß.) Internationale Wetebtiye. Internationale Weltblitze. Die Internationale Hygiene- Ausstellung in Dresden. In Dresden ist die große Internationale Hygiene- Ausstellung eröffnet worden. Zum erstenmal wird ein großer geschicht. licher Überblick auf dem Gebiet der Hygiene gegeben. In wissenschaftlichen Kreisen bestand schon lange ein Bedürfnis nach dieser Richtung. Die historischen Vorführungen der Ausstellung Dresden 1911 bringen dem Besucher zum Bewußtsein, wie schon vor Tausenden von Jahren der Mensch geradezu verblüffende Gedanken entwickelt hat, die sich auf die gesundheitliche Förderung des Individuums und damit auch der staatlichen Gesellschaft richten. Der Sportplatz. Mit Erstaunen wird so mancher in Dresden erfahren, mit welcher minuziösen Sorgfalt und mit welcher weitschauenden Liebe die Lebensführung des einzelnen Individuums vor Jahrtausenden staatlicherseits geregelt wurde. Für die Industrie können die Vorführungen auf der Ausstellung eine ganz ungeahnte Bedeutung gewinnen. Verschiedene Industriezweige werden durch die hygienische Aufklärung des Konsumenten eine Verstärkung des Konsums erreichen, andere Industrien werden mit Erfolg die Vorurteile beseitigen können, die vielfach noch Fabriken sowohl, wie Produktionsmethoden gegenüber bestehen. Einzelne Industrien kommen da besonders in Betracht. Die Ausbreitung des Sportes hat den Konsum von Artikeln für Körperpflege und für Ausübung des Sportes in den letzten Jahren ohnehin schon Die neue Vesuvbahn. Am Morgen des 4. April 1906 begann, wie noch erinnerlich sein dürfte, der verheerende Ausbruch des Vesuv, durch den eine größere Zahl von Ortschaften zerstört wurde. Die Tätig. keit des Vulkans erreichte in der Nacht vom 7. zum 8. April ihren Höhepunkt. Ein Lavastrom floß nach Boscotrecase hinab, durchschnitt den Ort in zwei je 200 m breiten Armen, zerstörte Gelände und unterbrach die Vesuvringbahn durch Ausfüllung eines Einschnittes. Auch die Cooksche Drahtseilbahn wurde durch die Lavamassen gänzlich vernichtet. Kürzlich ist diese Bahn jedoch wiederhergestellt und dem Betriebe übergeben worden. Die neue Bahn hat eine Gesamtlänge von 41/2 englischen Meilen und ist in drei Strecken geteilt. Die erste und dritte Sektion sind sogenannte Adhäsion- Linien, während auf der zweiten Sektion der Betrieb durch eine Zahnradbahn unterhalten wird. Neapel werden die FahrVon gäste mittels Wagen zurück erheblich gefördert. Auf der Dresdner Ausstellung, auf der zum erstenmal der Einfluß des Sportes auf die Gesundheit des Menschen durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt werden wird, ist damit zu rechnen, daß der Konsumentenkreis der deutschen Sportartikelindustrie noch eine weitere erhebliche Zunahme erfährt. Japanischer Pavillon. Das russische Gebäude. nach der Circumvesuviana- Station befördert und von dort mittels elektrischer Bahn nach Pugliano bei Portici. Hier wird dann die eigentliche Vesuvbahn bestiegen. Die Aussicht ist von der Höhe des Kraters bei flarem Wetter herrlich. Wie eine Landkarte liegt die ganze Campagna mit der prachtvollen Apenninenkette da. Neapel steigt amphitheatralisch auf, überragt von den bewaldeten Höhen von Camaldoli, links davon der Posilip, Bajä, Rap Misen und Ischia. Unter uns am Golf Torre del Greco, im Tal Pompeji, das malerisch an schöner Bucht gelegene Castellammare und weiter Sorrento und das scharfgezackte Vorgebirge Sant Angelo, bis das Auge haften bleibt an den charakteristischen Formen Capris. Fürwahr ein wunderschönes Panorama, das wohl kaum seinesgleichen findet. Ansicht eines Teiles von Tokio. Die neue Vesuvbahn. Die Krater- Station der neuen Vefuvbahn. ID) Da อบ โจ pou bod แจ p| inag asq Bunu ve' upa ne uva qaya ua by bump that( pang usa no te te gaan we n youg อน อ เ ß G лад page wea Inv Pag -1ффәбләл щǝ пошила шп aga Bunu goлß aus ugg ur Gunss aquaq -UR 33Q uoa syny qun söбuv эртэл sadv 1qvjя6unjjvd 151 39 Ein Tag in Athen. Gestalten von Griechen aus Nordgriechenland oder den Inseln, auf die tannenschlanken Kreter in ihren blauen Faltenhosen mit den weichen, gelben Schaftstiefeln, die griechischen Bulgaren mit ihren breiten, roten Leibbinden. Das bunteste Volksleben entfaltet sich auf dem Markt mit den wildblickenden, von rauhem Widderfell umwallten Berghirten. Hier prangen die in den Dörfern des sagenumwobenen Pelion gereiften Früchte, hier gelangt der silberflossige Fisch reichtum abends bei flackerndem Kerzenschein und trüber Rienspanbeleuchtung zum Verkauf. Unweit hiervon liegt der Versteigerungsplatz, wo besonders an Sonntagvormittagen eine verwirrende Fülle von. Gebrauchsgegenständen im Freien ausgestellt ist. Die Aeolosstraße mündet auf den achtseitigen, dem ersten vorchristlichen Jahrhundert entstammenden Turm der Winde, auf dessen Bekrönung, einen Triton, im Altertum die Augen so manches Handelsherrn gerichtet, waren, da er den zum Auslaufen oder zur Ankunft ihrer Segelschiffe günstigen oder ungünstigen Wind anzeigte und der zur Zeit der Türkenherrschaft einem Orden tanzender Derwische als Tanzkapelle diente. Folgt man den an der Nordseite der Afropolis sich emporziehenden Straßen, von Körbe tragenden Eseln belebt, die mit philosophischem Gleichmut die langen Ohren bewegen, und von Popen in ihren langen, mittelalterlichen Gewändern, so gelangt man zu Athens pittoreskestem Stadtteil, Anaphiotika. Er wurde von einem der Insel Anaphi entstammenden Griechen gegründet. Als er bei seiner Ankunft in Athen in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Preise der Grundstücke für seine Mittel unerschwinglich fand, fiel sein Blick auf das fast ganz unzugängliche Felsterrain unterhalb Ostseite der Akropolis, das keinen Eigentümer hatte. So stieß er auf keinen Widerspruch, als er hier aus altem Baumaterial sein Häuschen aufrichtete. Zahlreiche Anaphioten folgten dem Beispiel ihres Landsmannes. So entstanden zwischen mächtigen, von der Akropolis abgestürzten Felsen schmale Gäßchen, und winzige Pfade schlängeln sich zu den Häuschen empor, die mit Wellblech gedeckt sind. der Der Turm der Winde ist der Mittelpunkt des Stadtteils, der am meisten an jenen 400 Jahre währenden Abschnitt der Stadtgeschichte erinnert, als auf der den Konkordia- mit dem Konstitutionsplatz direkt verbindenden Stadionstraße hinauf. Vom Konstitutionsplat folgen wir der sich nach rechts erstreckenden prächtigen Pfefferbaum- Allee, die zum 3appeion, Athens Pincio, führt. Dies ist ein weiter Plaz mit hübschen Anlagen, in denen sich Ruinen römischer Villen befinden, und mit einem Ausstellungsgebäude, vor dem sich nachmittags ein ungemein fesselndes Leben und Treiben entfaltet. Von hier ist es nicht weit zu dem ganz aus Marmor aufgeführten, zu uns herübergrüßenden Stadion, und zum kronprinzlichen Palais. Das Zappeion erhält ein majestätisches Relief durch das Olympieion. Zum Bezirke dieses, nächst dem von Ephesos größten griechischen Tempels, gehört der 18 m hohe Hadriansbojen, der die hadrianische Neustadt von des Theseus alter Stadt schied. Gerade ihm gegenüber liegt das Lysikrates. denkmal, das älteste uns erhaltene Baudenkmal korinthischen Stils aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert. Zum Besuch der Akropolis durchschreiten wir das erste Tor zur Rechten in dem großen, den ganzen Akropolisbezirk umschließenden eisernen Gitter. Es führt zu dem 1863 durch den Spaten freigelegten Dionysostheater, wo 30000 3uschauer den Werken eines Aeschylos, eines Sophokles und Euripides zujauchzten, zu dieser verehrungswürdigen Wiege der dramatischen Kunst. Weiter am Südfuß der Burg liegt der Asklepiosbezirk, wo im Altertum die ganze Nacht hindurch die Bittgesänge der leidenden Menschheit zum Antlitz des Asklepios emportönten. Vom Dionysostheater leitet eine 163 m lange, von Eumenes von Pergamon erbaute Säulenhalle zum Odeion des Herodes Attitos, einem einst von einem prächtigen Dach aus Zedernholz gedeckten Theater, in dem auch Nero einmal einer Vorstellung beiwohnte. Griechische Hafentypen. der Gebetsruf des Muezzin in feierlicher Klage über die in das dumpfe Schweigen der Knechtschaft versunkene Stadt hintönte, um mit fernem Echo leise zu verhallen. An dem neben ihm aufgedeckten Trümmerfeld des alten Marktes liegt die älteste Metropolitankirche und erste Moschee Athens( jetzt eine Militärbäckerei) sowie eine kleine katholische Kirche, die früher ein türkisches Gebets. haus war. Gleich dahinter das römische Markttor und in seiner Nähe Athens letzte Moschee. Zu ihrem Bau soll eine Säule des Olympicions, jenes von Sadrian erbauten gewaltigen Tempels, verwandt worden sein. Nach einer finnigen Überlieferung klagten die übrigen Säulen nachts so lange um die geraubte Schwester, bis der Woiwode, der sie anzutasten gewagt, vor der entfesselten Wut des Volkes fliehen mußte. Diese Moschee gibt den passenden Stimmungston ab zu dem von mystischem Dunkel durchwobenen Bazar mit seinen roten Schnabelschuhen, seinen Fustanellen, seinen Gold- und Silberstickereien. Unterhalb des Treppenaufganges haben Schuhmacher ihre kleinen Werkstätten eingerichtet, und lustig begleitet das Schmettern der in ihren Käfigen flatternden Stieglitze den Schlag der fleißigen Sämmer, während uralte Platanen mit ihren mächtigen Kronen wie geblendet in das Sonnengold starren. Durch den Bazar gelangen wir zur Aeolosstraße zurück. Eine Fortsetzung dieser Straße ist die Patisiastraße, die wir nun hinaufgehen, um, am Polytechnikum vorüber, zum Museum mit schönen, ihm vorgelegten Anlagen zu gelangen. Nach dieser kurzen Wanderung, die uns doch wenigstens einen flüchtigen Eindruck von Athen gewährt, nehmen wir das Mittagessen in einem der größeren Restaurants am Konkordiaplatz ein. Bei unserer neuen Nachmittags. Wanderung gehen wir Am nördlichen Ende der Ostmauer der Akropolis hat Königin Amalie, die erste Königin Griechenlands, ein Belvedere anlegen lassen. Von hier aus entrollt sich eine herrliche Aussicht auf Athen. Der Abstieg erfolge auf der entgegengesetzten Seite der Burg, so daß die Pnyr, der Areiopag und der besterhaltene Bau aus altgriechischer Zeit, das Theseion, noch besucht werden können. Ist noch Zeit vorhanden, so sei ein Ausflug nach dem 3/4 Stunden von Athen entfernten Villenvorort Kephisia oder die Besteigung des die Stadt beherrschenden Lykabettos empfohlen, von dem sich ein überwältigender Rundblick erschließt. Für die Abend stunden sei ein Besuch in einem griechischen Theater oder in dem hochinteressanten Parnassos an der Georgskirche vorgeschlagen. Bei Mondschein aber versäume man nicht, sich eine Eintrittskarte zur Akropolis besorgen zu lassen. Wenn das träumerische Silberlicht des Mondes diese weite weiße Trümmerwelt überflutet und ihre Sallen mit dem seligsten Glanz erfüllt, dann tritt vor unsere Seele das Bild jener Zeit, als die Tempel noch in unversehrter Schönheit ihre Stirnwölbungen zum Simmel hoben. Der Große Salzsee in Utah, der jahrelang fortwährend gefallen war, ist in neuerer Zeit beständig gestiegen, und der Spiegel dieses Gewässers ist jetzt höher als zu irgendeiner Zeit, seitdem der erste Weiße ihn gesehen hat. Die Niederschläge in den letzten Jahren sind vollständig normal gewesen, so daß daraus das Steigen des Wassers nicht erklärt werden kann. Von Interesse ist eine Tradition unter den Indianern, die dort ihre Jagdgründe hatten, wonach der See mit großer Regelmäßigkeit in 30 bis 40 Jahren bis zu einem gewissen Söhepunkt steigt, um dann langsam so weit zu sinken, daß man sein vollständiges Austrocknen erwarten könnte. Vor etwa sechs Jahren war der Wasserstand tatsächlich so tief gesunken, daß man allgemein mit dem Verschwinden des Gewässers rechnete. Bekanntlich ist der See noch nicht lange genug entdeckt, als daß man bestimmen könnte, ob die Tradition der Indianer richtig ist. * Das moderne Tokio. Das Omon- Tor, Eingang zum" Yoschiwara". ( Ins Yoschiwara", das ein Stadtteil für sich ist, führen mehrere Eingänge.) für die Telephonverbindungen, für die Beleuchtung, für die Straßenbahn, für gewerbliche Zwecke werden über die Straße geführt. Die Häuschen sind immer so klein, daß weder Mauer noch Dach Gelegenheit zur Anbringung der Porzellanglocken bieten. Der einzige Träger all dieser Drahtverbindungen ist und bleibt die Holzstange. Zu beiden Seiten der Straßen stehen die Stangen in furzen Zwischenräumen und in manchen Straßen laufen so nicht weniger als 120 parallele Drähte. Aber selbst im Ge= birge, an schmalen Seitenpfaden, nicht nur an der Landstraße, quer durch den Wald sieht man die Drähte, und es wirkt überraschend, wenn man z. B. beim Aufstieg nach Myanoshita quer über tiefen Bergschluchten die elektrischen Drähte gespannt sieht. Tokio. Der Spiegel dieses Wirrsals zwischen alter und der neuen Zeit. Hier der von Wassergräben und Wällen geschützte, unzugängliche und geheimnisvolle Palast des Mikados, daneben ein Viertel breiter Straßen, umsäumt von Palästen der Banken, Handelsfammern, großen Geschäften, das ebensogut in irgendeiner beliebigen europäischen Großstadt sein könnte. Und weiterhinein, um ein vaar Ecken nur, das unendliche Meer der kleinen Holzhütten, in denen das Volk noch heute hauſt wie vor Jahrhunderten auch. Uyeno und Schiba Park, ursprünglich Haine, die die Begräbnisstätten und Tempel der TogukawaSchogune umgaben, sind heute zu richtigen Volksparks geworden, die nicht nur zum Ansehen von außen da sind, sondern in denen sich ein Teil richtiges Volksleben abspielt. Vor allem im Asakusa Park mit seinem berühmten Tempel„ Asakusa Kronuan", den vielen Theatern und Wenn man abends die Ginza, die Hauptverkehrsstraße, entlang geht, so kann man sich leicht in eine westliche Großstadt versetzt glauben. Das Leben flutet im Glanze unzähliger elektrischer Lampen auf und nieder. A cht- Uhr- Ladenschluß kennt man in Japan noch nicht, die Läden machen gerade spät abends die besten Geschäfte und werden lebhaft besucht; manche Auslagen sind im modernsten europäischen Stil, jedoch sieht man den raffinierten japanischen Geschmack recht oft im geschickten Herausbringen eines bestimmten Stückes. Auch ein Warenhaus ist da. Teefalon, photographisches Atelier, junge hübsche Verkäuferinnen alles ist da. Tokio bei Nacht. Weit draußen, im Nordosten wiederholt sich Nacht für Nacht in einem besonderen Stadtteil ein Schauspiel, das kein Einheimischer oder Fremder, männlichen oder weiblichen Geschlechts, je versäumt sich anzusehen. Das ist das Voschiwara, jenes Vergnügungsviertel Tokios, das ein großer Brand kürzlich in Asche gelegt hat. Es beginnt zu dunkeln, aus einzelnen der drei bis vier Stockwerke hohen Häuser ertönt lautes Klappern. Hier und da entzündet man das elektrische Licht, und die hochfrisierten, glänzend geschmückten Mädchen, in herrliche, buntfarbene Kimonos gekleidet, nehmen ihre Plätze ein, um von draußen durch die Gitter beguckt und bekrittelt zu werden. Jede hat ein Kästchen mit Sibaschi und Rauchzeug vor sich. Nun ist alles hell erleuchtet. Eine dichte Menge strömt herein und drängt sich vor den Gittern. Bald herrscht überall reges Leben. Man könnte meinen, man sei in ein allgemeines Volksfest geraten. Im goldenen Käfg". Lunapark.( 3m Yoichiwara siyen die Mädchen hinter Gittern aller Art, um sich von den Bromenterer den bewundern zu lassen a Nr. Weber Von Geh. Das P großen Re geübt. Die intereffanter famen For Der alte Landsknecht. Antikörper, Schutzstoffe, aussichtsreid grundlegend Eigenschaf en Stoffe, die mehr oder m Zeit produzi frankheit befo solcher Organ fanntlich als läßt sich durd auch wieder fen ebenfalls fät, ja, man fen auch Heii Das Dipl erfannteste Tr nachweisen, da sondern auch Die Erkenntni Frage der Ve Mutter auf di ist hier nicht d durch welche munen Eltern Ich habe in Angriff gen stoffe, die aus bohne gewonn Abrin verfütter gerung der M nität gebracht Immunität mi gefehrt hochimn Während nun feine Jmmuni Keimstoffe des nicht imitande niefierten Mütt Immunität hie und noch einig von der immu normalen Mut und umgekehrt an einer immu gen. Durch di die väterliche liche Uebertragu Der alte Landsknecht. Von Georg Busse- Palma. Im Often der Univerſitätsstadt erhebt ſich das Armenhaus. Es ist aus massiven grauen Steinen gebaut und hat zwei Stockwerke. In dem oberen befinden sich aber nur die Krankensäle, so daß die noch rüstigen Insassen von der schönen kleinen Stadt fast nichts zu sehen bekommen. Denn aus ihren niedrig gelegenen Fenstern können sie die Mauern, die das Haus umschließen, nicht überblicken, und Urlaub bekommen sie sehr selten. Im Winter ist das zu ertragen. Wenn der Regen gegen die Scheiben schlägt oder die Flocken immer dichter und dichter herniederwirbeln, frieren die alten Leute und sehnen sich nicht nach draußen. Nur der alte Steffen vielleicht. Aber auch der denkt dann nicht an die deutschen Täler und Gebirgsketten, die dann doch rauh und ungastlich sind. Er träumt von der heißen, brennenden Tropensonne, trotzdem gerade sie ihn so krank und elend gemacht hat. Er ist schwach auf den Beinen und hat keine Kraft in den Händen. Mehrere Jahre hindurch ist er Plantagenaufseher in Java gewesen und mit bloßen Füßen über die Felder gegangen, bis sein Rückenmark verdorrt und er überflüssig geworden war. Da kam er nach Deutschland zurück, und fünf Jahre lebte er im Armenhause. Aber in dem Druck der grauen, freudlosen Gegenwart kann er die Zeiten nicht vergessen, wo er als Landsknecht die halbe Welt durchfahren. Er hat unter der Trikolore und unterm Halbmond gefochten, ist bei Sebastopol im Feuer gewesen und hat in Tonking geblutet. Dann ist er zu den Holländern desertiert, und dort im Zivildienst hat ihn das Unglück getroffen. In der Schar seiner Hausgenossen ist er immer noch eine imposante Erscheinung. Unter Zwergen und Krüppeln und zahnlosen, ewig kauenden Bettlergestalten tritt seine stämmige Figur wirkungsvoll hervor. Der massive Kopf mit der kräftigen Nase, mit dem kurzen grauen Vollbart und den hellen Augen muß gut aussehen, wenn eine Fahne über ihm flattert. Gewöhnlich scheint er recht gleichmütig und ruhig. Manchmal fangen seine Augen zu glühen an und zu blitzen. Das ist, wenn die Sonne scheint. Jedem Sonnenstrahl sieht er dann nach. Jetzt ist die Zeit seiner Marter und qualvollsten Wonne. Es ist Frühling. Stundenlang sitzt er täglich auf der verwitterten Holzbank im Hofe. Wenn er die Wimpern hebt, sieht man eine verzehrende Sehnsucht hervorlodern. Denn die Schwalben haben unter dem Giebel gebaut, und ihre Schwingen streifen um sein Gesicht, die Bäume hängen voller Blüten, zwischen den Steinen im Hofe steht das Gras in dichten Büschen, und in ihm wird die Vergangenheit lebendig. Seit zwei Tagen hat er nicht mehr gesprochen und wird noch weitere Tage nicht sprechen. Seine Kameraden aber wissen, daß jetzt die Zeit kommt, wo er erzählen wird, heiser vor Erregung, aber ein Poet in seiner sehnsuchtsreichen Qual. Wenn sie alle zu Bett sind, und nur die Nachtlampe rötlich glühend durch den dämmernden Schlafsaal schaukelt, richtet er sich auf in den Kissen. Und er spricht von seiner Jugend und ihrer Sonne und" Selbstherrlichkeit. Wie er im schimmernden Segler über blaue Meere gefahren und von den grünen Küsten Kleinasiens Marmorhäuser herüberwinkten und der glänzende Ölbaum. Wie er in Albanien biwakierte und mit Baschi- Bozuts um ein Marschallsroß gewürfelt, das feinere Glieder hatte als eine Königstochter, und dessen Nüstern rosig waren wie der duftigste Nelkenkelch. Wie er in Algerien Feldwache gestanden in Palmenhainen und Dattelwäldern und einen Kabylen erschlagen um einen Trunk Wasser. Wie er in schaukelnder Dschunke den heiligen Strom durch glitten, vorüber an rauschenden, undurchdringlichen Dschungeln, unter Bäumen, die, im Sande wurzelnd, sich weit über das Wasser reckten, und in deren dichtem Astwerk schlanke, bunte Königstiger lauerten, lautlos, mit geschmeidigem Schweife die Flanken peitschend. Er spricht von Tropensiernen und zierlichen havannesischen Frauen, von wirbelnden Trommeln und toten Freunden; nur von seiner Sehnsucht spricht er nicht. Wenn er dann aufhört, beißt er in das Bettpolster und zerreißt sein Leinen. Der Verwalter straft ihn dafür, aber seine Zuhörer schenken ihm Zigarren und Rautabat, weil sie ihn bewundern. All die Jahre schon ist es ihm sauer gewesen, hier sein Leben zu verbringen Doch hat er sich darein gefunden, wenn es ihm auch fast in jedem Frühling passierte, daß ihn Landleute meilenweit von der Stadt hilflos am Wege trafen und zurückbrachten. Beim Ausgehen hatte er nie daran gedacht, zu entrinnen, aber was soll denn ein alter Landstreicher nur machen? Ist der Frühling nicht stärker als sein Wille? Der Frühling hatte ihn verlockt, weit hinaus, immer weiter, bis die kranken Füße ihn nicht mehr trugen. Jetzt hat er nur noch eine Furcht und eine Sorge. Leben muß er im Armenhaus, aber sterben will er nicht in den dumpfen, drückenden Mauern. Es graut ihm davor, und er zittert, wenn er nur daran denkt. Er will sterben, wie das Wild stirbt, einsam im Walde, wenn die Dämmerung durch die Zweige tropft und die Sonne im Verglühen ist. Auch der Tod ist ein scheuer Gott und milder in der Einsamkeit. Seine Hände sind dort weicher und seine Lippen liebreicher. Eine Hirschkuh darf dabei sein und eine singende Drossel, aber nimmermehr ein Mensch. So hat er sich denn einen Plan gemacht. Jetzt, wo alles blüht und duftet, will er einen Ort aufsuchen gehen, zu dem er sich flüchten kann, wenn er sein Ende nahen fühlt. Einen Ort des Alleinseins und eine Stätte des Friedens. Die Sonntagsglocken läuten, und Steffen zieht seine besten Kleider an und bittet um Urlaub. Er erhält ihn auch und geht, so schnell ihn seine schwachen Füße nur tragen, durch die Stadt. Er achtet nicht der schmucken Giebelhäuser und der spielenden Kinder an den Wegen. Seine Augen glänzen, und seine Nasenflügel zittern vor Erregung. In tiefen Zügen trinkt er die weiche, köstliche Frühlingsluft. Bald ist er ganz im Freien. Wohin er nur sieht, alles ist voll saftigen Grüns. Die sanft aufsteigenden Berge scheinen wie dunkler Samt, und der Fluß, der sie weich und silbern umschmiegt, wie der Pelzbesatz am Saume eines Herzoginkleides. Kein Ast so klein, daß er nicht voller Knospen wäre, und überall heben sich Bluten aus den Wiesen und der jungen Roggensaat. Er hört ein Rotkehlchen im Weißdorn singen und sieht einen Zitronenfalter durch die Sonne tanzen, und sein Herz schwillt vor Jubel. Denn es ist das Herz eines Landstreichers und hat keine andere Liebe als Natur und Freiheit, die es nicht zu trennen vermag. Es ist das Herz eines Landstreichers und voll Ehrfurcht vor dem göttlichen Mysterium der ewigen Schönheit und Erneuerung. Nun späht er umher. Oben auf dem Bergeskamme sind die dichtesten Wälder und dunkelsten Gründe. Dort will er sein Grab wählen. Eine Stunde wohl wandert er durch den Forst. Endlich hat er etwas Passendes gefu den: eine tiefe Mulde, eng um= standen von verwitterten Riefern. Die Gräser darin sind niedergedrückt, aber sein geübter Blick erkennt unschwer, daß es nur Rehe waren, die hier genächtigt haben. Er kann darin liegen und sich strecken nach Herzenslust. Er sieht dem Himmel ins Gesicht und weiß, daß man ihn hier nicht finden wird. Das freut ihn, und fröhlich kehrt er zur Stadt zurück. Jetzt sieht er die spielenden Blondköpfe und streichelt sie. Jetzt sieht er auch die Häuser mit den altertümlichen Giebeln mit den blanten Fenstern und den Rebenvorhängen. Jetzt freut er sich auch der Stadt, weil er gewiß ist, daß sie ihn nicht halten wird in seiner letzten Stunde. Im Armenhaus wieder angelangt, holt er sich ein weiches Brettlein und versucht ein Kreuz zu schnitzen. Seine Hände sind schwach und vermögen das Messer nicht gut zu führen. Er wird wohl viele Tage lang sitzen müssen, ehe es glatt und glänzend ist. Aber er hat ja Zeit und ist geduldia. Sein Antlitz wird immer welker, aber sein stilles Lächeln auch immer lichter. Sein Herz wird weit, wenn er daran denkt, wie seine Finger das Kreuz umschließen werden, wenn er seinen letzten Gang geht. Er sieht die Stunde schon kommen in einem weißen, schimmernden Glanz. In leuchtenden Wolken wird der Vollmond stehen und unzählige Sterne. Die Luft wird duftig sein, und wie halbverblühte Veilchen in den Farben. Um die Stätte des Friedens aber wird ein Falter fliegen, ein großer, mit samtdunklen Flügeln. Der wird sich auf seine Wimpern setzen und ihm die Augen schließen, tausendmal weicher als jede Menschenhand. 3 Ein Tag in Athen. Von Paul Elsner. Qum Programm einer Mittelmeerfahrt gehört ein Aufenthalt in Athen, der Metropole Griechenlands, die, noch vor 75 Jahren ein Trümmerhaufen ohne Leben, wie ein Phönix aus der Asche erstand, und mit ihren wiederum an das Tageslicht gehobenen klassischen Bauten, ihren unvergleichlichen Kunstschätzen, von neuem das Pilgerziel der Gebildeten aus allen Teilen der Welt geworden ist. Vom Bahnhof des Piräus befördert uns die elektrische Bahn innerhalb 20 Minuten nach der Stadt des Perikles. Zur Rechten gruppieren sich am Strande die Villen und Hotels von Neu- Phaleron, wo sich Athens elegante Welt im Sommer ein Rendezvous gibt. Weiterhin liegt Alt- Phaleron, ein mehr beschaulicher Badeort. Vom Bahnhof Athens wenden. wir uns nach links zu der nahen Universitätsstraße, an der die marmorprangende neue Bibliothek, die 1837 erbaute Universität und die berühmte Akademie mit den Statuen der Athena und des Apollo sowie den Sitzstatuen des Plato und Sokrates liegen. Jetzt kommen wir zu der katholischen Kirche und dem fast ganz aus hymettischem und pentelischem Marmor erbauten Hause Marmorvilla in Athen. des großen Archäologen Heinrich Schliemann. In Nummer vier der Universitätsstraße befinden sich die Verkaufsräume der sogenannten Basiliki Scholi, eines unter der Protektion des Königs stehenden Instituts, wo echt nationale griechische Spizen und Handarbeiten in herrlichster Ausführung als Andenken gekauft werden können. Wir gelangen nun zum Konstitutionsplay, an dem die mit allem Komfort der Neuzeit ausgestatteten Hotels GrandeBretagne und d'Angleterre sowie das 1834 bis 38 nach den Plänen des Münchner Architekten Gärtner aus pentelischem Marmor erbaute, von einer ionischen Säulenvorhalle belebte königliche Schloß gelegen sind. Wir befinden uns hier, die Kephisia- Allee mit ihrem Blick auf den Symettos hinaufgehend, im aristokratischen Stadtteil Athens. Er ist belebt von glänzenden Equipagen und Automobilen, in deren Spiegelscheiben sich das feinumrissene Haupt einer vornehmen Athenerin einzeichnet, gekrönt von dem schweren Haarknoten, mit mattem Perlenteint und dunkelstrahlenden Augen, voll rätselhafter Glut, voll süßer Melancholie. Echloßwache in Athen. Griechische Offiziere. An die Häuser und Villen hier erhebt sich auch das Palais des mit der schönheitsberühmten Prinzessin Helene von Rußland vermählten Prinzen Nikolaus von Griechenland ist ein Reichtum von Marmor verschwendet, wie man ähnliches sonst nirgendwo finden dürfte. Der Marmor entstammt den antiken, schon im Altertum für unerschöpflich geltenden Marmorbrüchen des Pentelikon, aus denen der Parthenon hervorging und das Rom der Kaiserzeit das Material bezog. Vor diesen kostbaren und geschmackvollen Fassaden heben Palmen ihre jungen Kronen empor, überläßt der Eukalyptus sein feingefiedertes Laub dem Spiel des Windes, stehen Orangenund Zitronenbäume. Vom Konstitutions play folgen wir der Hermesstraße mit ihren glänzenden Geschäften. Gerade in ihrer Mitte liegt die Kapnitarea, ein Kleinod byzantinischer Baukunst, deren altersgraue Portale sich wie dunkelgetönte Rahmen um Griechischer Obststand. die hohen Gestalten silberbärtiger Popen legen, deren von schwer. duftenden Weihrauchwolken durchwogtes Innere das sehnsüchtige Flimmern bunter Öllämpchen vor den Heiligenbildern durchzittert. Wo die Hermesstraße in die Aeolosstraße mündet, wenden wir uns nach links und gehen nun die Aeolosstraße, mit ihrem ständigen Blick auf die Akropolis im Sintergrunde, hinauf. Das ist die Hauptverkehrsstraße Athens. Hier entfaltet sich nach den beschwingten Rhythmen italienischer Drehorgeln ein rasch pulsierendes Leben und Treiben. Da haben vor den Geschäften die Geldwechsler ihre Glastästen ausgestellt, die oft ein Vermögen enthalten und von ihnen unbewacht mitten im Straßengetriebe zurückgelassen werden, wenn ihre Besitzer eine Mittagspause machen. In die Rufe der fliegenden Händler, die alle nur erdenkbaren Gegenstände mit echt südländischer Lebhaftigkeit anpreisen, mischt sich die Stimme des hageren Straßenpredigers. Daß wir uns hier an der Schwelle des Orients befinden, lehrt uns ein Blick auf die von der malerischen Fustanella umwallten die Milch der Cin Tag in Althen. die Nachkomme Diese im müffen auch fü beutung sein. hin und beton weifellos ein Menge von G anders fönnen die Brustfäugl Der Säugungs Neuerdings Seilftoffen dur inphilitisch geb gewonnen. E Milch von mi ausgefezt, daß boten, einen Kindes ausübt muß noch näh Jedenfalls die ja mit so hier erlaubt if die schützend a die es der M aud nur irgen Wir entne furter Sonder ter für Gefun ner& Dr. G