räder tu. Eleganz sellschaft Vertretern: hessen); a.)( 196) -חי hl n- 1 Magdebur iser Off lagsdrucker Fifcher. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 98. - - Telephon: Nr. 362. Ein besonderer Beamteneid? Zur Verteidigung des päpstlichen Antimodernisten eides hat das Zentrumsblatt den Vergleich gebraucht, man würde es ja auch dem Staate nicht verübeln können, wenn er von seinen Beamten einen besonderen Eid forderte, daß die Beamten nicht sozialdemokratischen Gesinnungen huldigen und die Sozialdemokratie in keiner Weise fördern wollen. Die„ Post" griff den Gedanken auf, und er ging nun auch noch durch andere Blätter. Wir fürchten nicht, daß der Gedanke zum Ziele trägt, aber es kann doch nicht unnütz sein, ihn kurz zu örtern. Zunächst: der Vergleich mit dem Antimodernisteneid stimmt bis zu einem gewissen Grade; aber diejenigen Kreise, die den Antimodernisteneid aufs schärfste verurteilen, würden wohl ohne Zweifel auch gegen einen solchen Beamteneid Stellung nehmen, und damit fällt für die Leute, an die sich der Vergleich richtet, die Beweiskraft fort. er= Vor allem aber darf man durchaus nicht glauben, daß der Antimodernisteneid des Papstes seinen 3wed erfüllt. Er preßt höchstens die vom römischen Dogma abtreibenden Denkenergien zusammen, wie man im 3ylinder oder im Kessel der Maschine den Dampf zusammenpreßt, und die unausbleibliche Entladung wird ſpäterhin desto gewaltsamer. Auch ein im katholischen Sinne strenggläubiger Mann braucht in dem geforderten Antimodernisteneid einen Kraftbeweis seines Kirchentums durchaus nicht zu erblicken; denn das ist der Eid nicht. Er bindet Geistiges mit Stricken. Das war noch allerwegen in der Weltgeschichte ein verlorenes Tun, das sich an seinen Urhebern rächte; es war immer die Verzweißlungstat einer sinkenden Weltanschauung. Auch ohne diese Eidesgebundenheit innerlich mit dem Dogma in Widerspruch gerät und doch in der Kirche bleibt, ist ein Feigling, und Feiglinge wirken nicht. wer Der Antimodernisteneid aber bewirkt, daß die Feig linge sich schon im Anfang sorglich im Hintergrunde halten, weil sie auf ihre äußeren Lebensmöglichkeiten bedacht sind. Die anderen aber werden Märtyrer und wenn sich die in ihnen aufgespeicherte Energie Geltung verschafft, so wird sie wirksam sein, weil die Bewegung nicht durch Halbheit geschädigt wird. Der Antimodernisteneid bewirkt also ziemlich sicher das Gegenteil dessen, was er sollte. Gar nicht anders wäre es unseres Erachtens mit einem antisozialistischen Eid für Beamte. Ja, da würde die Verfehltheit der ganzen Maßnahme noch deutlicher in die Augen springen. Die katholische Kirche kann ihre Geistlichen wenigstens kontrollieren; der Staat aber fann nicht die Wahlzettel der Beamten einsehen, nachdem er das geheime Wahlrecht gewährt hat. Was würde nun aber praktisch ein Beamteneid im Sinne des Antimodernisteneides erreichen? Die Mietlinge würden sich ducken, geradeso wie es in der katholischen Kirche mit vielen der Fall ist. Im Innern aber frißt dann die Selbstverachtung, die alle Berufsfreudigfeit vernichtet und den Menschen zum Quälgeist seiner ganzen Umgebung macht. Wenige würden deshalb ihr sicheres Brot schwimmen lassen. Und für die Zukunft wäre auch keine Vorsorge getroffen, denn der Vater, der seinen Sohn dem Beamtenstande zuführt, kann unmöglich voraussehen, wie sich der Sohn späterhin innerlich entwickelt. - Die Sozialdemokratie kann nicht durch solche Maßnahmen überwunden werden. Sie wird besiegt durch die großen Gedanken, die jetzt zum Teil noch un= flar in unserem Volke gären und die sich eines Tages durchsetzen gegen alle Widerstände derer, die für solche Gedanken zu kurzsichtig sind oder dabei persönliche Vorteile einzubüßen fürchten. Da wollen wir heute nicht die Kraft der Widerstände stärken; es wäre ver= fehltes Tun. Wir sind nicht in der Lage des, der nach einem Strohhalm greifen muß.. Die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen und Hessen- Nassan. Gemäß der im Frühjahr einsetzenden Vermehrung der Arbeitstätigkeit hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Monat März erheblich verbessert. In der Metallindustrie geht die Hebung des Arbeitsmarktes über die übliche Frühjahrsverbesserung weit hinaus. Besonders meldet Frankfurt a. M. starke Nachfrage nach Arbeitskräften in den Branchen der Bauschlosser, Spengler, Installateure und Elektromonteure. Insbesondere gebraucht die aufstrebende Fahrradbranche viele Arbeitskräfte und führte teilweise sogar Nachtder Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes = sowie vieler anderer- Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 27. April 1911 arbeit ein. Ein ungünstiger Moment weist dagegen für Frankfurt a. M. die Elektrizitätsindustrie auf. Die Zusammenlegungspolitik hat zur Stillegung einzelner Fabrikationszweige geführt. Trotzdem konnten ste das Gesamtbild der Arbeitslage des Industriezweiges nicht trüben. Gut waren auch die Former, Gießer, Gelbmacher und Eisendreher beschäftigt. Aehnlich günstig wie aus Frankfurt a. M. lauten die Berichte aus anderen Orten, insbesondere aus Mainz, wo größere Neubestellungen belebend wirkten. So bestellte dort bei einer Waggonfabrik die Heeresverwaltung 360 Stück Feldbahnwagen, wie sie zur Beförderung der Munition von den Festungen nach den Forts gebraucht werden. Von den Wagen werden in jeder Woche 50-60 Stück fertiggestellt. Auch sind größere Aufträge an Neubauten und Umbauten an Eisenbahn- Motorwagen und Straßenbahnwagen zu verzeichnen. Aus der Lederindustrie dagegen kommen ungünstige Nachrichten, insbesondere aus der in Offenbach a. M. ausschlaggebenden Lederwaren- und Reiseartikelfabrikation. Günstig schneidet dagegen die Schuhfabrikation Offenbachs ab. In der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe ist ein lebhafter Aufschwung zu bemerken. Jm Baugewerbe setzte der übliche Frühjahrsaufschwung ein. In der Tabakindustrie klagen die kleineren und mittleren Unternehmer. Das Gast- und Schankwirtschafts= gewerbe erlebte seinen deutlichen Saisonbeginn. Doch wurden, wie üblich, durchweg junge Leute verlangt, wodurch es schwer wurde, die ansässigen älteren verheirateten Leute unterzubringen, die vielfach nur mit Aushilfsstellen vorlieb nehmen müssen, oder arbeitslos bleiben, wenn sie nicht bei zunehmendem Alter in andere Berufe übertreten wollen. und Bei den ungelernten Arbeitern kommt natürlich die allgemeine Hebung des Arbeitsmarkts am klarsten zum Ausdruck, besonders jüngere Leute konnten auf den verschiedensten Arbeitsgebieten untergebracht werden. Nicht zum wenigsten beginnen jetzt die Lan d- wirte ihren Bedarf an Arbeitern für den Sommer zu decken, wobei die Nachfrage nach jungen Leuten beson ders groß ist, während ältere erst in zweiter Linie gesucht werden. Den Arbeitsnachweisen war es nicht möglich, diese Nachfrage annähernd zu decken, da ein großer Teil der sich Meldenden nicht einstellungsfähig ist, weil er den Anforderungen der Landwirte inbezug auf Kleider 2c. nicht entsprechen konnte oder weil die Arbeiter bessere Lohn- und Logisbedingungen stellten, als die Landwirte gewähren wollten. Auch auf dem we i b- lichen Dienst botenmarkt ist in fast allen Städten eine stetige Steigerung der Frequenzziffern zu verzeichnen, wenn auch wohl noch einige Zeit vergehen wird, bis auch dieser Teil des Arbeitsmarktes von den öffentlichen Arbeitsnachweisen genügend beherrscht wird. Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnach weisverbandes wurden, soweit Meldungen von den kommunalen bezw. Kreisarbeitsnachweisen und Herbergen zur Heimat vorlagen, 11 827 Stellen vermittelt( gegen 9931 im gleichen Monat des Vorjahres), darunter: Marburg a. L. 4, Weilburg a. L. 27, Wezlar 44, Limburg a. 2. 104, Gießen 131, Friedberg i. H. 147. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. April 1911 * Eine neue Stempelmaschine für Postkarten. Das Reichspostamt stellt gegenwärtig Versuche mit einer neuen Postkarten- Stempelmaschine an, die in einer Stunde 100 000 Postkarten stempelt. Die Maschine hat den Vorzug, daß der Stempel nur auf der rechten Seite der Postkarte abgedruckt wird, während der für schriftliche Mitteilungen bestimmte Raum frei bleibt. Die bisherigen Stempelmaschinen haben den Nachteil, daß sie einen breiten, bänderartigen Stempelabdruck liefern und damit vielfach Teile der Aufschrift, sowie die auf der Vorderseite der Postkarte befindlichen Mitteilungen verdecken, oft sogar völlig unleserlich - Die Obstbaum blüte steht zur Zeit im vollsten Flor. Schon in den Gärten unserer Stadt kann man hier und da die mit weißen und rosaroten Blüten übersäten Bäume sehen, welche wie ein riesengroßer wundervoller Frühlingsstrauß in den jungen grünen Frühling hineinschauen. Aber noch viel schöner und prächtiger ist der Anblick und Eindruck dieser Baumblüte in den Ortschaften der Umgebung. Fürwahr ein wirklich herrlicher Anblick, den sich die Freunde der Natur ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. besonders auch angesichts des schönen Frühlingswetters nicht entgehen lassen sollten. * Gießen, 27. April. Nach einem Rundschreiben des Hassia- Präsidenten an die hessischen Militärvereine sind infolge einer Vereinbarung zwischen der hessischen Regierung und der Preußischen Gesandschaft in Darmstadt Gesuche von Hassia- Vereinen um Verleihung eines Kaiserlichen Fahnenschmucks nicht mehr unmittelbar nach Berlin, sondern an das Hassiapräsidium zu richten. *) Gießen, 27. April. Für die freisinnige„ Gießener Morgen- Zeitung" ist der Abend schnell hereingebrochen. Wie uns soeben mitgeteilt wird, hat das Blatt heute sein Erscheinen eingestellt. hielt nicht der hiesige, sondern der Kösener S. C. am * Gießen, 27. April. Wie uns mitgeteilt wird, Samstag seinen diesjährigen Kommers in Darmstadt ab. ** Gießen. Am 21. April wurde zwischen J beshausen und Herbst ein auf dem Bahngleis der Strecke Stockheim- Lauterbach der kurz nach 2 Uhr nachmittags in Herbstein ankommende Zug dadurch gefährdet, daß vorsätzlich ein Balken über die Schienen gelegt wurde. Die Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt hat auf die Ermittelung des Täters eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. * Gießen. Der Ertrag des Blumenzelnen Kreisen wird also nichts entzogen. Was sie auftages wird dort verwandt, wo er eingeht. Den einbringen, kommt ihnen wieder zu Gute. Möglich ist dies, weil die Großh. Zentrale in fast allen Kreisen Zweigstellen hat( feine Zweigvereine; Beiträge werden in diesen Zweigstellen nicht erhoben). Wo die überall von der Zentrale beantragten Zweigstellen noch nicht errichtet sind, werden die Beträge aufgehoben, bis die Einrichtungen( Beratungsstellen, ärztliche Beratungen 2c.) verständlich auch allen den Einrichtungen zu Gute, die bestehen. Der Ertrag des Blumentages kommt selbst= auf dem Gebiet der Mutter- und Säuglingsfürsorge beJahre fast vollzählig der Zentrale angeschlossen haben. reits früher bestanden, und die sich im Laufe der letzten Daß schon vor dem Bestehen der Großherzoglichen Zentrale auf diesem Gebiete gerade von gemeinnützigen Vereinen viel getan worden ist, ist bekannt und von der 3entrale selbst immer wieder betont worden. Es sei nur an die seit langem bestehenden Hauspflegevereine, Vereine zur Beihilfe für Wöchnerinnen, Beratungsstellen 2c. erinnert. Gießen, 27. April. Jm Hotel Schütz fand auf Einladung des Hauptausschusses für den Blumentag unter dem Vorsitz des Herrn Regierungs- Assessor Wolf eine sehr zahlreich besuchte Versammlung hiesiger Kaufleute statt, um zu beraten, in welcher Weise die Benbildes und damit zur Anziehung des Publikums beiLadenbesitzer am Blumentag zur Belebung des Stratragen könnten. Sämtliche Anwesende erklärten sich bereit, ihre Schaufenster dem Charakter des Tages entsprechend ausschmücken zu wollen; die Art und Maß der Dekoration müsse jedoch dem Einzelnen überlassen bleiben. Aus der Mitte der Versammlung wurde darauf eine Kommission, bestehend aus den Herren Stadtverordneter Helm, Karl Röhr und Obermeister Sad gewählt, die es übernahm, den Gedanken der Schaufenster- Dekoration in weitere Kreise der Geschäftswelt zu tragen. das Marburg, 26. April. Die Altertums- Sammlung des hessischen Geschichtsvereins im hiesigen Landgrafenschlosse ist eine der reichhaltigsten. Die Altertümer, die aus allen Teilen Hessens stammen, sind seit einiger Zeit geordnet und in den großen Parterreräumen des Ostbaues des Schlosses untergebracht. Sie können täglich besichtigt werden. Auch das Szepter der ehemaligen Universität Fulda ist vorhanden. * Friedberg, 26. April. Der Brandstifter, der im Jlbenstädter Schloß einen Brand legte, wurde in der Person eines Dieners ermittelt und hierher in Haft gebracht. Er hatte sich dadurch verdächtig gemacht, daß er sich bei der Löschung des Brandes in hervorragender Weise betätigte. Wie sich bei seiner Vernehmung herin ausstellte, wollte er sich bei der Gräfin, bei der er Ungnade gefallen war, durch seine Rettungsarbeit wieder in Gunst bringen. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt. -e- Heppenheim a. d. B., 25. April. Die hiesige Filiale der Zigarrenfabrik Knamtz- Hamburg sieht sich infolge schlechten Geschäftsganges veranlaßt, nur noch fünf Tage in der Woche arbeiten zu lassen. Die Beschlüsse der Strafrechtskommission. Der Strafrechtskommission, die im Reichsjustizamt am 4. d. M. ihre Beratungen begonnen hat, ist, wie bereits befannt, die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des im Jahre 1909 veröffentlichten Vorentwurfs den Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches aufzustellen. Die Kommission hält wüchentlich dreimal Sitzungen ab. In den ersten beiden Wochen ist der erste Abschnitt des allgemeinen Teils„ Das Strafgefet"(§ 1 bis 12) beraten worden. Die wesentlichsten Beschlüiffe haben, wie im Reichsanzeiger" mitgeteilt wird, folgenden Inhalt: Die Dretteilung der strafbaren Handlungen in Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen soll beibehalten werden. Die Frage, nach welchen Kriterien otese Teilung erfolgen soll, wird aber erst nach Erledigung des Strafsystems entschieden werden. Im Zusammhang damit soll auch die Erörterung darüber, ob das Polizetunrecht aus dem Strafgesetzbuch ausgeschieden, oder doch die Uebertretungen in einem getrennten Teil zu behandeln sind, vor= läufig zurückgestellt werden. Die zeitliche und räumliche Geltung des Strafgesetzes will die Kommission im wesentlichen nach den Vorschlägen des Vorentwurfs, jedoch mit verschiedenen Ergänzungen, regeln. Es soll demnach bei dem Wechsel der Strafgesetzgebung grundsätzlich das dem Täter günstigste Gesetz angewendet werden, doch sollen einzelne sichernde Maßnahmen, unabhängig davon, ob das alte Gesetz sie kannte, zur Anwendung gelangen. Für das Einführungsgesetz sind gewisse Ueberleitungsbestimmungen vorbereitet, insbesondere über Aenderungen im Strafvollzug, den etwaigen Aufschub yon Straffolgen oder Nebenstrafen, die das neue Gesetz aus= drücklich mißbilligt, und über den Wegfall der Strafvollzugsfähigkeit Jugendlicher, falls das neue Gesetz die Altersgrenze erhöht. Die Bestimmungen im internationalen Strafrecht, daß strafbare Handlungen eines Deutschen im Auslande im Inlande auch dann verfolgbar sein sollten, wenn die Tat nach dem am Begehungsorte geltenden Recht straflos ist, hat die Kommission nicht bewilligt; dagegen hat die Kommission den Vorschlägen des Weltverbrechens, b. b. der Delikte, die, ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkett des Täters und den im Auslande gelegenen Ort der Begehung, im Inlande verfolgbar sind, zugestimmt. Außer Hochverrat, Münzverbrechen und Amtsdelikten deutscher Beamten sollen auch der Meineid und Verbrechen und Vergehen gegen Deutsche oder gegen Reichsbeamte als Weltverbrechen angesehen werden. Deutsche sollen auch verfolgt werden dürfen, wenn sie auf staatlosem Gebiet eine nach deutschem Recht als Verbrechen anzusehende strafbare Handlung begangen haben. Im Einführungsgesetz soll zum Ausdrud gelangen, daß die Grundsäße, die für die im Auslande von einem oder gegen einen Deutschen begangenen Delikte gelten, auch auf Schutzgenossen Anwendung finden. Die Vorschriften über die Immunität der Abgeordneten und der Freiheit der Parlamentsberichterstattung And unverändert geblieben. Der Einsame im Schloß Fürstenried. Das seltene Gedenkfest, ein Vierteljahrhundert lang die Krone getragen zu haben, König Otto von Bay= ern fönnte es in diesem Jahre begehen, wäre sein Verstand nicht schon unheilbar getrübt gewesen, als er am 18. Juni 1886 durch den tragischen Tod seines Bruders Ludwig II. den Namen, nicht die Macht der Herrscherwürde erbte. Und ießt, am Donnerstag, den 27. April, erreicht der unglückliche Schattenkönig das 63. Jahr eines Lebens, das den Namen eines solchen kaum verdient. Von seinen Verwandten erkennt er längst niemand mehr. Selbst seine Mutter, die 1889 verstorbene Königin Maric, eine preuBische Prinzessint, stellte ihre Besuche schließlich ein, als sie ihren beklagenswerten Sohn nur aufzuregen und Wahnvorstellungen, die ihn umfingen, zu verstärken schienen. Ein paar Male im Jahre betritt eine Abordnung der höchsten ärztlichen Würdenträger Bayerns das einsame Schloß Fürstenried, wo der König seine Tage zubringt, und erstattet an das Staatsministerium einen Bericht, der immer wieder keine Veränderung im Befinden" feststellt. König Dtto kann noch viel älter werden, als er schon ist. Es Itegt im Wesen seines Leidens, daß Hand in Hand mit dem Berfall seines Geistes eine Festigung seines Körpers geht. Die kurzen Augenblicke, in denen er früher seines Zustandes, fa sogar seiner Majestät sich bewußt schien, sind für mmer vorüber. König Otto lebt nicht in der Wirklichkeit, ondern in einer Welt von Geistern, mit denen er zwieprache hält. Der Schein des Königtums wird um ihn her aufrecht erhalten. Bis an die Tür des Zimmers, wo der König einsam brütet oder in ein Zeltungsblatt, gleichwohl welchen Datums, hineinstarrt, wandelt man wie in einem wirklichen Königspalaste. Und draußen, am Eingange, wo bie hohen Gartenmauern sich zusammenschließen, stehen Soldaten mit Helm und Gewehr. Niemals werden ste des Rönigs ansichtig, dem sie den Eid der Treue schwuren und ber ein bis zum Tode Gefangener ist nicht menschlicher Gewalt, sondern eines unerforschlichen und unerbittlichen Schicksals.. 24) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm de. ( Nachdruck verboten.) „ Eine Kahnpartie bei diesem herrlichem Wetter müßte großartig sein!" meinte Siegfried nach kurzem Kriegsrat. Es war ihnen auf das strengste untersagt, sich an die Fischerkähne zu wagen, deren wohl ein Duzend am Ufer des Wedelsteiner Sees lag. Darum wollten sie das gerade heute abend tun. Wenige Minuten später waren die drei draußen und hatten auch bald einen sogenannten„ Seelenverkäufer", der ihnen recht leicht zu regieren schien, sowie zwei Ruder entdeckt. Siegfried prahlte mit seinen starken Armen und war der erste in dem unsicheren Fahrzeug, das sie jetzt mit vereinten Kräften vom Ufer abgestoßen. ,, Aber um Gottes willen!" ruft da der Schäferjunge aus. ,, Schnell, schnell heraus! Der Kahn ist ja led! Siehst Du nicht, wie das Wasser eindringt?" ,, Unsinn", erwiderte der verwegene Bursche fed, den Bruder, der ihn am Arm gefaßt, unsanft zurückstoßend. Ihr seid feige Memmen! Das bischen Wasser ist für die Kaze. Wollt Ihr mit oder nicht?"" Die anderen zeigten nun nicht die geringste Lust, sondern gaben sich alle Mühe, ihn zurückzuhalten. Vergebens. Der Kahn gleitet langsam fort in dem sumpfigen Wasser. Aber kaum ist er zwanzig Schritte vom Ufer entfernt, da folgt er, von dem eindringenden Wasser be= Schwert, dem Steuermann nicht mehr, sondern beginnt zu Hinten. Das Ruder entfällt Siegfrieds Hand und verschwindet in dem moorartigen Wasser. Er steht ratlos da, möchte die beiden Gefährten nicht merken lassen, wie ihm zu Mute ist, findet aber auf ihre teils spöttischen, teils beorgten Ausrufe keine Erwiderung. Nun reicht ihm das Wasser bereits über die Knöchel. Er sieht den Tod vor Augen. Da ist es mit des fleinen Waghalses Mut zu Ende. Er ruft jämmerlich um Hilfe. Keine Gefährten Rundschau vom Cage. Politisches. Günstige Aussichten für den Staatssädel. Die in der Presse bereits gemachte Angabe, daß im Rechnungsjahre 1910 bei den Einnahmen aus den Zöllen und Steuern mehr aufkommen werde, als veranschlagt ist, wird sich bestätigen. Auch ist das voraussichtliche Plus mit 40 Millionen Mark faum zu hoch angegeben. Die Veröffent lichung der Abschlüsse, die zurzeit allerdings nur als vorläufige gelten können, steht unmittelbar bevor. Auch die Post und die Reichseisenbahnen werden mit Ueberschüssen abschließen, welche die Etatsansäke überschreiten, und zwar die Post um rund 18,8 Mill., die Reichseisenbahnen mit rund 11,5 Mill. Mark. Cambons Erklärung an den Reichstanzler. Die französische Regierung hat durch ihren Berliner Botschafter Cambon dem deutschen Reichskanzler persönlich die Erklä= rung abgeben lassen, daß die Entsendung von Truppen nach Marokko nur dem Schutz der bedrohten französischen Interessen dient, und daß die Aktion sich im Rahmen der Algecirasatte hält. Die Konferenz der deutschen Rettungshausverbände und Erziehungsverbände hat am Dienstag in München ihre zwölfte Tagung eröffnet. Das Hauptreferat wurde über das Thema erstattet: Welches Lebensalter soll die Altersgrenze bei der Ueberweisung in die Fürsorgeerziehung sein? Die Versammlung sprach sich einmütig gegen die Herabsetzung der Altersgrenze von 18 auf 16 Jahre bei Ueberweisung in die Fürsorgeerziehung aus und forderte, daß die Bundesstaaten, die bisher nur bis zum 16. Lebensjahre überweisen, die Altersgrenze auch auf das 18. Heraussetzen. Der Entwurf zum Versicherungsgesetz der Privatangestellten ist soweit fertiggestellt worden, daß der Reichstag bei der Wiederaufnahme seiner Arbeiten die Vorlage vorfinden dürfte. Ob es gelingen wird, vor Pfingsten eine erste Lesung des Entwurfs vorzunehmen, scheint zweifelhaft, da der Reichstag zunächst das Einführungsgeseh zur Reichsversicherungsordnung und dann die zweite Lesung dieser Reichsversicherungsordnung selbst in Angriff nehmen will. Es ist daher wohl möglich, daß das Versicherungsgesetz der Angestellten für die Herbsttagung zurückgestellt wird. Eine statistische Denkschrift über Streitausschreitungen ist der Kommission zur Vorbereitung des Strafgesetzbuches entgegen Meldungen einiger Blätter nicht vorgelegt worden. Es scheint sich dabei um ein Mißverständnis zu handeln. Der Kommission liegt allerdings eine Statistik vor, das ist aber die in der regelmäßig vom Kaiserlichen Statistischen Amte herausgegebenen Statistik für das Deutsche Reich enthaltene Kriminalstatistik, die eine zahlenmäßige Zusammenstellung über sämtliche zur Aburteilung gelangte Straftaten enthält, die nach Gesetzen und innerhalb der Gesetze nach Paragraphen geordnet sind. Es fehlen auch nicht die Verstöße gegen den§ 153 der Gewerbeordnung sowie die deswegen verhängten Strafen. Aber gerade diese Vergehen sind in der Statistik mit drei oder vier Zeilen abgetan, ohne besonders hervorgehoben zu werden. Ueber den Gesundheitszustand des Papstes teilte eine hohe diplomatische Persönlichkeit in Rom dem Korrespondenten eines Berliner Blattes mit, daß dieser kein guter sei. Die Lebenskraft des 76 Jahre alten Mannes lasse sichtbar nach. Der Papst fühle sich immer müde, leide an Schlaflosigkeit und in letzter Zeit seien auch ernste Störungen im Stoffwechsel hinzugetreten. Besuch König Peters in Berlin? Wie verlautet, ge= denkt König Peter von Serbien dem Berliner Hof im Serbst dieses Jahres einen Besuch abzustatten. An Berliner gutunterrichteter Stelle wird dem ,, L.- A." hierzu mitgeteilt, daß amtliche Verhandlungen über einen Besuch des serbischen Königs zurzeit zwar noch nicht begonnen haben, daß man aber über die Absicht der Belgrader leitenden Kreise bereits unterrichtet set. - Japan als Wächter über China. Aus Tokio liegt die Meldung vor, daß die von der gesamten japanischen Presse unterstützte Regierung ernstlich gegen die jüngst abgeschlossene Viermächte- Anleihe" Chinas Stellung zu nehmen beabsichtige. Japan so heißt es werde nur sein eigenes Interesse befragen, um die von ihm erworbene bevorrechtete Stellung in der Mandschurei so scharf wie mögItch zu akzentuieren. Welche Mittel die japanische Regierung dabei im Auge hat, wird noch geheimgehalten. Kleine Nachrichten. Ein heftiger Erdstoß wurde am Dienstag in Tirol ver spürt. Der Stoß war von donnerähnlichem Getöse begleistehen eine Weile ratlos da und laufen dann weinend zum Schloß zurück, um dort Hilfe zu holen. - „ Horch! Was war das? Da muß ein Unglüd passiert sein!" ruft Erna aus, von ihren Träumereien jäh erwachend. Auch ihr Vater hat den gellenden Hilfeschrei gehört. Sofort eilten beide der Richtung zu. Des Kna ben lautes Lamentieren läßt sie die Unglücksstelle unschwer finden. Schnell haben sie des Junkerchens Notlage durchschaut, aber auch zugleich erkannt, daß es nicht leicht ist, ihm Hilfe zu leisten. Der Rentmeister ergreift eine der am Ufer liegenden langen Stangen, eine sog.„, Stafrute", wie sie die Fischer zu benutzen pflegen, wirft Rock und Stiefel ab und watet ins Wasser, um dem versinkenden Kahn womöglich so nahe zu kommen, daß er dem Knaben die Rute hinüberreichen kann. Unmöglich! Kchon nach wenigen Schritten steht der alte Mann bis an die Brust im Morast und gerät selber in größte Lebensgefahr. Nur mit verzweifelter Mühe arbeitet er sich, von Erna unterstützt, wieder heraus. Da ruft diese aus: ,, Vater, ich weiß eine Möglichkeit! Zwanzig Schritte von hier ist flares, tiefes Wasser, dort, wo die Badeanstalt gestanden. Ich will nicht umsonst für eine tüchtige Schwimmerin gelten. In wenigen Sefunden habe ich den Stein erreicht, der dicht bei dem Kahn herausragt. Ich schwimme im Bogen um das Schiff herum." - Ehe Raben noch ein Wort erwidern kann, ist Erna schon davongelaufen. O, es ist für die kühne Schwimmerin keine leichte Arbeit! Da der Wasserspiegel infolge der lange anhaltenden Dürre sehr gesunken, so wird sie beständig von Schlingpflanzen und Morast gehemmt und gefährdet. Aber dennoch gelingt es ihr, den Stein zu erreichen, gerade in der höchsten Mot. Siegfried ist gerettet. Fest flammert der Knabe sich an seine kühne Retterin und vermag nur zu stammein: ,, Dafür will ich Ihnen immer gut sein, liebes Fräulein, so gut, als wären Sie meine Mama." Jetzt nahten Leute vom Schloß, auch einige Fischer, tet und dauerte etwa dret Sekunden. Die Erschütterung war so heftig, daß die Leute aus den Häusern Itefen. Die Fensterscheiben flirrten und die Gegenstände wurden durcheinander gestoßen. Das Erdbeben richtete aber feinen nennenswerten Schaden an. Die 58. Generalversammlung der Katholiken Deutsche lands findet vom 6. bis 10. August d. Js. in Mainz statt. Das Hotel Fürstenhof in Blankenburg( Harz) ist in der Nacht zum Dienstag vollständig niedergebrannt. Som mergäste waren noch nicht eingekehrt. Das Personal konnte nur das Notwendigste retten. Nach 30 Jahren begnadigt ist der Schlachtergeselle Jentsch aus Altona, der mit zwei anderen Schlachtergesellen im Jahre 1880 einen Händler ermordet und beraubt hatte und vom Altonaer Schwurgericht zu lebenslänglicher Zucht hausstrafe verurteilt worden war. Seine beiden Mitschuldigen sind in der Strafanstalt Rendsburg, wo alle drei Täs ter zur Strafverbüßung untergebracht waren, gestorben. Aus Gram über den Tod seiner Mutter hat in Beuthen der 16jährige Sohn eines Fabrikbesitzers seinem Leben ein Ende gemacht. Er stürzte sich vom Dach des vierstöckigen Elternhauses und war sofort tot. Ein folgenschwerer Einsturz eines Neubaues hat h in Matheshof bet Gleiwitz ereignet. Drei Zimmerleute wurden unter den Trümmern begraben. Einer von den Verunglückten ist tot, zwet sind lebensgefährlich verletzt. Vergiftungen durch verdorbenes Hackfleisch werden aus dem Vogtlande gemeldet. In Pausa und im benachbarten Ebersgrün sind zahlreiche Personen an Vergiftungserscheinungen erkrankt, zum teil schwer. Die Untersuchung ist eingeleitet. Durch eine einstürzende Wand verschüttet wurden in Stuttgart bei den Abbruchsarbeiten der alten Dragonerfaserne zwei Arbeiter, von denen einer getötet, der andere schwer verletzt wurde. In die elektrische Wäschemangel geraten ist in Falkenstein im Vogtland die dreizehnjährige Tochter eines Tischlers. Das Kind, das allein in dem Raume war, wurde mit dem Kopf derart in die Mangel gezogen, daß dieser zit einer unförmigen Masse zerquetscht wurde. Aus den Gerichtssälen. Ein Todesurteil. Das Schwurgericht in Lübeck verur teilte den 20jährigen Kaufmann Ernst Hartmann, Sohn eines Rechtsanwalts, der am 18. November v. J. die Rentnerin Jensen in ihrer Wohnung nach einem vergeblichen Erpressungsversuch ermordete, zum Tode. Der Berliner Hochstaplerprozeß Margolin. Vor dem Schwurgerichte des Berliner Landgerichts haben sich der Agent Joseph Margolin und seine Geliebte, die Sängerin Ernestine Fröhlich zu verantworten. Die Anklage lautei auf Urkundenfälschung und Betrug bezw. Beihilfe dazu. Margolin und die Fröhlich haben in Berlin ein sehr luguriöses Leben geführt und in den teuersten Hotels gewohnt. Seinen Hauptcoup, der das wesentlichste Moment der Antlage bildet, führte Margolin in folgender Weise aus: Er erschien eines Tages mit einer tiefverschleierten Dame, dte er als Frau Kommerzienrat Hecht ausgab, bei einem Notar und erklärte diesem, daß die Frau Kommerzienrat zur Bürgschaftsleistung für einen Wechsel bereit sei. Der Notar Iteß sich auch wirklich verblüffen und nahm die Bürgschaftsleistung der Frau, die in Wirklichkeit die Fröhlich war, notariell auf. Als die Komödie das erstemal gelungen war, wurde sie noch einige Male in Szene gesetzt. Die Akzepte mit dem gefälschten Giro der Kommerzienrätin wurden dann von Margolin in Umlauf gebracht, wofür er bei Geldgebern rund 100 000 M löfte. Er ergriff nach diesem gelungenen Schwindel die Flucht und nahm seine Geliebte mit. Das Paar wandte sich zunächst nach dem Süden und landete schließlich in Petersburg, wo nach dem Eintreffen der Steckbriefe seine Verhaftung erfolgte. Zunächst wollte Margolin von feiner Betrugsabsicht etwas wissen, behauptete vielmehr, die Wechsel mit echtem Giro von dem Grafen Ramee, dem Schwiegersohn der Frau Kommerzienrat Hecht, erhalten zu haben. Der angebliche Graf Ramee hatte in der Tat die Tochter der Kommerzienrätin so für sich eingenommen, daß sie sich heimlich mit ihm trauen ließ. G8 glückte ihr schließlich auch, durchzusetzen, daß ihr Gatte aus der Untersuchungshaft, in die er als vermeintlicher MitHelfer Margolins genommen worden war. entlassen wurde. Der betreffende Entschluß des Untersuchungsrichters ba= sterte in erster Linie auf einem Geständnis, das inzwischen Margolin in Petersburg abgelegt hatte. Dieser hatte den Schwindel mit der angeblichen Kommerzienrätin Hecht eingestanden und zugegeben, daß Ramee ihn zwar mit der Beschaffung von Geld auf Wechsel betraut hatte, von der falschen Unterschrift auf diesen aber nichts gewußt habe. Nach längeren Verhandlungen wurden Margolin und die Fröhlich nach Deutschland ausgeliefert. Letztere hat eingestanden, daß sie nach Anleitung Margolins die Rolle der Kommerzienrätin gespielt habe. Wir werden das Urteil mitteilen. Vermischtes. Die Erbschaft in der Dunggrube. Seine Erbschaft in der Dunggrube gefunden hat der Tünchermeister Karl Wedel zu Biebesheim in Hessen- Darmstadt. Er ließ vor furzem Dung auf seinen Acker fahren. Beim Aufladen des die das Geschrei vernommen. Allen voran eilte des geretteten Knaben Mutter, einer Wahnsinnigen gleich in ihrer Verzweiflung. Wie der alte Raben ihr aber zurief, daß seine Tochter den Knaben gerettet hätte, da wäre sie dem schlichten Mann fast um den Hals gefallen, da vergaß sie allen Stolz und schüttelte ihm wie einem Bruder die Hand. Die Fischer fuhren mit einem anderen Kahn an den Stein, auf dem Erna und Siegfried sie sehnsüchtig erwarteten, heran und brachten beide wohlbehalten ans Ufer. Die überglückliche Mutter küßte bald ihren Sohn, bald dessen Retterin. Jet Be da 231 ter na hal fal gef Ste flir аб me der no nt im ve no Jan fer An Se nid mi Ter Su S Spr bri Bu fäll au ter ri ve ชน nif ten der die Na wie fcha In Die Ca teb ein erb ein lid 28IDEIZZY SH***======= SYNES GR= 30%# 124118$ 189524111492 41& 77253CING PTER49=== 3& ¢ ã% 9£ g= 310397: 137 1: 3EANIPASSPOR ort Po au mit bie fon ten ein Don der Sa net auf Po fid gr ha 1. Би ein Lon 31 Ker Per thr die Tun Abi feier die hof. Lieb wefe eilte Berl Als um ob e betta Schu Dent wert der Gaar heid Hone Dur mün ber i Bum 1% ehen im barin Inter Wie soll ich Ihnen das vergelten, wie stehe ich tief in Ihrer Schuld!" wiederholte sie immer wieder. Unter denen, die vom Schloß gekommen, befand sich auch Woltersdorf. Mit begehrlichen Blicken schaute er das fühne Weib an, mit dem er für alle Zeiten gebrochen. Wie sah sie schön aus in diesem Augenblick! Welch eine herrliche Gestalt! Das aufgelöste blonde Haar fiel in wogender Fülle herab und verlieh dem lieblichen Wesen etwas wahrhaft Feenhaftes. „ Nie, nie soll die ein anderer besitzen!" rief es voll heißer Leidenschaft in des Mannes Brust.„ Entweder ste Itegt mir noch zu Füßen oder ich vernichte sie!" Zum Glück war die Aufregung des ereignisvollen Abends weder für Raben noch für Erna von üblen Folgen gewesen. Sie wurden während der nächsten Wochen täg lich aufs Schloß gebeten und von der dankbaren Mutter wie fürstliche Gäste behandelt. Jeglicher Standesunterschied schien geschwunden, ein Band herzlichster Freundschaft vereinte sie alle. Aber trotz der Auszeichnungen, die ihm und seiner Tochter zuteil wurden, konnte der Rentmeister seines Lebens nicht mehr recht froh werden. Wie ein Alp lastete der schwere Verdacht auf ihm, in den er geraten war. Der General und viele andere, die ihn fannten, waren fest da von überzeugt, daß sein Gewissen völlia rein.(&. f.) Erschütterm n liefen. wurden dur aber feine ifen Deut Mainz ( Harz) it Brannt. Go rjonal ton hlachtergele lachtergesell beraubt hat glicher Bud Sen Mitig alle drei T gestorben. t in Beuthe em Leben e vierstödige ues hat Bimmerle ner von de hverletzt. werden a benachbarte ergiftungser Untersuchun Ewurden h Dragone , der ander t in Faller eines Tile war, wurd aß diefer a übed Dep nann, Soh J. die Rent vergeblichen . Vor den ben sich der te Sängerin flage laute eihilfe dazu It sehr lugu els gewohnt ent der An ise aus: E 1 Dame, die einem Nota zienrat aur Der Nota Bürgschafts röhlich war ungen war Die Akzepte in wurden er bei Geld diesem ge ne Geliebte Süden und Eintreffen ächst wollte en, behaup dem Grafen enrat Hecht, ee hatte in Für sich ein en ließ. G Gatte auß tlicher Mit fsen wurde. ichters ba Sinzwischen Er hatte den Hecht ein ar mit der te, von der wußt habe Tin und die re hat ein e Rolle der das Urteil Erbschaft in r Karl We eß vor fur ufladen des Ite des ge n gleich in aber zurief, da wäre sie , da vergaß Bruder die ahn an den htig erwar ans Ufer n, bald des tehe ich tief er. befand figh aute er das rochen. Wie Seine herr in wogens Jefen etwas rief es voll Entweder fie eignisvollen Glen Folgen Bochen täg Ten Mutter andesunter er Freund und feiner feines Le Alp Taftete war. Der ren feft da ( 8.1) legten Wagens fand man eine große Anzahl von Zwanzig-, Behn-, Fünf- und Dreimarkstüden. Sorgfältig hat man dann alles durchsucht und nahezu tausend Mark gefunden. Wie sich herausstellte, hatte die vor kurzem verstorbene Mut ter des Mannes das Geld im Strohsad aufbewahrt, und nach ihrem Tode wurde der Strohsack mit dem ganzen Inhalt auf den Dünger geschüttet. Durch einen glücklichen Bu= fall ist der Sohn somit wieder in den Besitz seiner Erbschaft gekommen. Rußland in Cholerafurcht. Schon vor zwei Jahren hat die sogenannte Cholerafommission in Petersburg die Befürchtung ausgesprochen, daß die Cholera in Rußland fortab als endemisch zu betrachten sei. In diesem Jahre ist man völlig auf den Ausbruch der Seuche mit Beginn der wärmeren Jahreszeit gefaßt. In Petersburg selbst sieht man dem bösen Gast mit Schrecken entgegen, denn zur wirklichen Sanierung der ganz durchfeuchten Hauptstadt sind immer noch keine ernsten Maßnahmen getroffen. Das Ministerium nimmt an, daß bei dem großen Umfang, den die Cholera im vergangenen Jahre im ganzen Reich genommen hat, versteckte Infektionsherde übrig geblieben sind. Diese Annahme scheint um so begründeter, als sich im Laufe des Winters choleraverdächtige Fälle in den Gouvernements Kiew, Jekaterinoslaw, Podolien, Wolhynten und Jaroslaw gezeigt haben. Auf den Wiederausbruch der Pest im fernen Often bereitet man sich vor. Sachverständige sind der Ansicht, daß der vom Ministerium zur Bekämpfung der Seuche geforderte Kredit von 4 Millionen Rubel bei weiteri nicht ausreicht, erfolgreich gegen die verheerenden Epidemien vorzugehen und daß schon zur Bekämpfung der ChoIera im europäischen Rußland mindestens die doppelte Summe nötig wäre. Eine hartnäckige Selbstmörderin. In Rorschach am Schweizer Bodenseeufer ließ sich eine 50 Jahre alte Frau von einem Burschen auf den See hinausrudern und ver Sprach ihm fünf Frank, wenn er sie an eine tiefe Stelle bringe. Plötzlich sprang die Frau ins Wasser und biß den Burschen, der sie au retten versuchte, in die Hand. Ein zufällig vorüberfahrender Dampfer setzte sein Rettungsboot aus, dessen Insassen die Lebensmüde aus den Fluten fischten. Vom Dampfer wollte sich die hartnäckige Selbstmörderin ebenfalls in den Bodensee stürzen, wurde aber daran verhindert. Nach der Landung konnten zwei herbeigerufene Schußlente sie faum zurückhalten, sich vor einen Eisenbahnzug zu werfen. Serenglaube und Leichenschändung. Die niedere rumä nische Bevölkerung des Hunyader Komitats hat in den lezten Tagen mehrfach begrabene Leichen wieder ausgescharit und verstümmelt, damit sie nicht in Gestalt von Heren auf der Erde umherziehen. So wurde in der Gemeinde Bose dieser Tage eine alte Witwe begraben. In der vorletzten Nacht wurde ihre Leiche von unbekannten Tätern exhumiert und vollständig zerstückelt. Hierauf wurden die Leichenteile wieder in das offene Grab geworfen. Die Staatsanwaltschaft hat eine umfassende Untersuchung angeordnet. Die Jungfrau von Megito. Siebenhundert männliche Insurgenten haben nach einer Meldung aus Merilo die Schöne Sennorita Margarita Neri zu ihrer Führerin gewählt, die es an der Spize ihrer Gefolgschaft schon zum Ehrentitel der merikanischen Jeanne d'Arc gebracht hat. Die Jungfrau von Merito" ist die Tochter des Generals Canuto Neri, der vor Jahren gegen den Präsidenten Diaz rebellierte, dabei jedoch den Tod fand. Ihre Mutter war eine Indianerin, deren Rassentyp sich auf die Tochter vererbt hat. Die erst 18 Jahre alte junge Dame hat eine vortreffliche Erziehung genossen, spricht fertig Französisch und Englisch, schießt dabei wie ein Nimrod und reitet wie ein zweiter Buffalo Bill. Sie leitet die Gefechte persön= lich. Ein gütiges Geschick bewahrte sie aber bisher vor Jeder Verwundung. Schlimmes Ende eines Polterabendscherzes. Bei der Hochzeit eines Schneiders in einem französischen Grenzorte veranstaltete die Jugend einen etwas geräuschvollen Polterabend, ohne dazu von dem 58jährigen Ehemanne aufgefordert worden zu sein. Etwa 150 Personen rückten mit Kesseln Blechgeschirr, Hörnern und Trommeln vor die Wohnung der Neuvermählten und führten ein Höllenfonzert auf. Nach etwa einer Stunde riß dem„ Gefeierten" die Geduld: Er öffnete ein Fenster und feuerte mit einem Gewehr in die Menge der Demonstranten. Einer von ihnen erhielt eine Kugel in die Brust und war auf der Stelle tot. Der Schüße verbarritadierte sich in seinem Hause, bis Gendarmen eintrafen, um ihn festzunehmen. Ein eigenartiger Fall von Gedächtnisschwäche ereig= nete sich dieser Tage in London. Eine junge Dame bat auf der Straße einen Schuhmann um Hilfe, da sie sich nicht erinnern könnte, woher sie komme. Sie wurde auf die Polizeiwache gebracht und vermochte sonst in jeder Hinsicht Rede zu stehen, verriet sogar einen hohen Bildungsgrad, nur inbezug auf ihren Namen und ihre Herkunft hatte sie jede Erinnerung verloren. Man machte die verschiedensten Versuche, ihr Gedächtnis zu wecken, las ihr u. a. alle Namen des Adreßbuches vor, deren Anfangsbuchstaben mit den auf ihren Kleidern gefundenen übereinstimmten, aber vergebens. Durch Zeitungsnotizen Lonnte endlich eine Identifizierung herbeigeführt werden. Zwei Damen erkannten das junge Mädchen als eine Miß Kent, Kassiererin in einem Londoner Geschäftshaus und Pensionärin im Heim für arbeitende Mädchen. Als man thr die beiden sonst wohlbekannten Damen zuführte, zeigte die Erkrankte keinerlei Spur von Erinnerung. Die Störung soll durch Gemütserregungen entstanden sein. Korsische Hochzeitsfeier. Einen aufsehenerregenden Abschluß fand kürzlich eine in Bonifacio auf Korsika ge= feierte Hochzeit. Während des Schmauses entfernte sich die junge Frau von der Tafel und traf sich auf dem Friedhof, dem ebenso poetischen wie beliebten Stelldichein der Liebespaare, mit einem früheren Liebhaber. Ihre Abwesenheit wurde entdeckt, die ganze Hochzeitsgesellschaft eilte ihr nach), es tam zu einem blutigen Kampfe, in dessen Verlauf nicht weniger als sieben Personen getötet wurden. Als echte Korsen flüchteten die Schuldigen in die Berge, um sich dort der Blutrache zu entziehen. Man i stgespannt, ob es endlich der Behörde gelingen wird, diesmal der Vendetta, der Geißel dieser schönen Insel, Einhalt zu tun, die Schuldigen zu verhaften und zur Aburteilung vor die ordentlichen Gerichte zu bringen. Forellen in einem Eisenbahntunnel. Ein bemerkenswerter Fang wurde vor kurzem in einem Eisenbahntunnel der zweigleisigen Hauptbahnlinie Landau- ZweibrüdenSaarbrüden gemacht. Der Tunnel liegt in einer Wasserscheide des inneren Pfälzer Berglandes zwischen den Stationen Hinterweidental- Kaltenbach und Münchweiler. Durch ihn fließt ein Gebirgsbach, der in den Sulzbach einmündet und die„ Walch" genannt wird. In diesem Bache, ber innerhalb des Tunnels durch starke Felsquellen starken Zuwachs erhält, wurde kürzlich eine Forelle gefangen, die 1½ Pfund wog und ein völlig gebleichtes, fahlweißes Aussehen hatte. Es handelt sich offenbar um eine Forelle, die im Tunnelwasser aufgewachsen ist, oder aber längere Zeit barin gelebt hat und daher infolge Lichtmangels der buntSchillernden Farbe ihrer Gattung entbehrt. Es wäre sehr Interessant, genau zu wissen, ob die Forelle von der Brut her im Tunnel gelebt oder später hineingelangt ist, bezw. ob ihre Farbe von Jugend an fahlweiß war oder erst infolge längeren Aufenthaltes im Tunnel so geworden ist. Da der Tunnel schon eine Reihe von Jahrzehnten existiert, sind beide Möglichkeiten gegeben. Die Forelle, die in Kaltenbach aufbewahrt wird, erinnert an die Höhlenmolche in den unterirdischen Gewässern der Adelsberger Tropfsteingrotte, die ebenfalls infolge Lichtmangels weiße Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ueber die Wärme im Innern der Erde sind, wie der " Inf." aus Ingenieurkreisen geschrieben wird, in der Nähe des Dorfes Czuchow in Schlesien sehr bedeutsame neue Feststellungen durch fortwährende Messungen der Tempe= raturen in den verschiedenen Erdtiefen gemacht worden. Bei Czuchow wurde nämlich ein Bohrloch hergestellt, das eine Tiefe von 2240 Metern hatte. Die Herstellung des Bohr= loches wurde zugleich zu wissenschaftlichen Zwecken benutzt, um von der Wärme im Innern der Erde genaue Zahlen zu erlangen. Im folgenden wollen wir die charakteristischften Zahlen wiedergeben, die dabet festgestellt worden sind. In einer Tiefe von 500 Metern wurde eine Wärme von 26 Grad gemessen. Die Messungen wurden weiterhin immer in Abständen von 50 Metern vorgenommen; da sich aber Hierbei nur geringe Wärmeunterschiede ergaben, so seien hter nur die Zahlen genannt, die in den Abständen von 500 Metern die Wärmegrade bezeichnen. In einer Tiefe von 1000 Metern hatte die Erdwärme 14 Grad Celsius zugenom inen und betrug 40 Grad. Während der Wärmeunterschied von 500 zu Metern nur 14 Grad betrug, war die Diffe= rnz in einer Erdtiefe von weiteren 500 Metern schon um 29 Grad Celsius gewachsen, da in 1500 Meter Tiefe eine Wärme von 69 Grad festgestellt wurde. Endlich seten noch die Zahlen genannt, die kurz vor dem Abschlusse des Bohrloches in einer Tiefe von 2221 Metern gemessen worden find. Hier betrug die Erdwärme nicht weniger als 83,4 Grad. Sie war also gegen die Temperatur in einer Tiefe von 1500 Metern um rund 15 Grad gestiegen. Diese Feststellungen sind um so interessanter, als das Bohrloch von 2240 Meter Tiefe zu den tiefsten Bohrlöchern der Erde zählt. Ein historischer Zufall. Die Erinnerung an das ermordete Königspaar Alexander und Draga spukt immer noch im Konak von Belgrad. Nicht mehr als Rachegespenst. Aber als beständiger Alpdruck. Die schleichende Schwermut dieses Hofes, die nur peinlich von den Exzessen des Exfronprinzen unterbrochen wurde, vergrößert stets noch die Distanz zwischen dem lebensüberdrüssigen König und seinem heißblütigen, leichtle= bigen Volk. Freiherr N. v. Stetten, der die Tragödie der Obrenowitsch in nächster Nähe erlebte, hält in der Zeitschrift"( Verlag Alfred Janssen, Hamburg) eine wenig betannte Episode aus jener Zeit fest, die beweist, wie ein ganz unbedeutender Zufall den Lauf der Geschichte ablenken konnte. Er schreibt: Der übrigens recht dekadente König Alexander war oft und eindringlich vor Gefahren gewarnt worden, die ihm damals drohten. Ich entfinne mich aber, daß er in einer Audienz, die er mir wenige Wochen vor der Tat bewilligte, auf kein anderes Thema einging, als auf das wegwerfende Urteil des Auslandes über Königin Draga. Trotz der Aussichtslosigkeit, diese Frau auf dem Thron zu behaupten, brachte der unglückliche König fein anderes Interesse auf, als für die Nettung des doch unrettbaren Rufes der Königin. Am Vorabend des tragischen Abschlusses war Empfang im Konat. Ein schwüles Unsicherheitsgefühl beherrschte die versammelte Gesellschaft. Nur den König nicht. Obwohl man ihm kurz vorher die auffällige Anwesenheit von zahlreichen Provinzoffizieren in der Hauptstadt gemeldet hatte. Ein Lakai übergab dem Kriegsminister, der tags darauf auch ermordet wurde, das Schreiben eines ihm befreundeten Offiziers. Der Minister hatte sich eben nach dem Namen des Absenders der Schrift erkundigt, als König Alexander auf ihn zutrat und sich über die Stimmung in der Armee informieren wollte. Der optimistische Kriegsminister erwiderte, daß alle Vorkehrungen für Sicherheit und Rühe getroffen seien, und verwahrte den Brief ungelesen in den Taschen seines Dolmans. Dieses Schreiben enthielt eine vollständige Namensliste aller eben versammelten Verschwöreroffiziere und dringende Aufforderung, deren ſofortige Verhaftung zu veranlassen, da sie in der bevorstehenden Nacht zur„ Tat" schreiten wollten. Der Minister vergaß im Verlauf des Festes vollständig das Papier. Nach der Ermordung des Königstreuen Kriegsministers fanden die Verschwörer ben uneröffneten Brief vor. Der Schreiber der Warnung beging Selbstmord. Ohne den unwesentlichen Zufall des Hinzutretens des Königs hätte die serbische Geschichte wahrscheinlich einen ganz anderen Verlauf genommen. Und König Peter hätte die Reihe seiner Anerkennungsbesuche kaum jemals beginnen können. Eine geheimnisvolle Krankheit. Immer wieder tauchen im Reiche der medizinischen Wissenschaft neue Probleme auf, die der Lösung harren; erst fürzlich wurde von einer kleinen englischen Insel der Ausbruch einer Seuche gemeldet, deren Wesen und Entstehung den Gelehrten Rätsel aufgibt. In der„ Revue" berichtet Dr. A. de Neuville von einem anderen geheimnisvollen Leiden, das kürzlich Gegenstand der Forschung geworden ist, und gegen das die Heilkunde trotz aller Bemühungen noch kein Abwehrmittel zu finden vermochte. Eines Tages erschien bei einer der berühmtesten ärztlichen Autoritäten Washingtons ein fräftiger Fischer und bat um ärztlichen Rat. Im vergangenen Jahre sei er in seinen Arbeiten schwer behindert worden durch ein schmerzhaftestes Geschwulst an der linken Schulter. Er öffnete die Beule und heraus troch ein weißer, platter Wurm von etwa 2 3entimeter Länge bei 1½ Zentimeter Breite. Der Fischer wunderte sich, aber bekümmerte sich nicht weiter um die Angelegenheit. Ein Jahr später entdeckte er auf der Brust fünf oder sechs Auswüchse. Er öffnete sie mit einem Mef= ser und fand überall Exemplare des gleichen Wurmes. Der Arzt in Washington schüttelte den Kopf, aber er untersuchte den Mann und stellte zwei Beulen fest, eine an der Leistengegend und eine unterhalb der linken Brustseite. In jedem Geschwitr fand er einen Wurm. Das Tier schien der Gattung der Blasenwürmer anzugehören, war jedoch von einer Art, die der Wissenschaft bisher unbekannt war. Die rätselhaften Parasiten wurden dem bekannten amerikanischen Helmintologen Prof. Smith übergeben, der in ihnen Eingeweidewürmer erkannte, die in Japan bereits einmal beobachtet worden waren. Wie ein amerikanischer Binnenftscher daran erkranken konnte, blieb schlechthin unerklärlich; ebensowenig fand man das Tier in den Annalen der medizinischen Wissenschaft verzeichnet. Man mußte sich wohl oder übel damit begnügen, den rätselhaften Krankheitsfall genau zu überwachen. Da man fein Mittel kannte, mußte man beobachten, wie das Leiden des Fischers immer mehr anwuchs. Bald empfand er furchtbare Schmerzen, und schließlich wurde er wahnsinnig. Diese Zerstörung der Geistestlarheit war nicht überraschend: die Parasiten hatten das Gehirn erreicht. Bei der Autopsie untersuchte man sorgfältig das Schädelinnere: das Gehirn war von den Würmern durchlöchert und zernagt. Es blieb nur noch rätselhaft, wie der unglückliche Patient diese Qualen und inneren Verwüstungen so lange ertragen konnte. Der mörderische Parafit wurde dann genauer untersucht. Im vergangenen Jahre wurde in Tokio von den Professoren der medizinischen Fakultät eine Frau untersucht, die die glet chen Symptome dieser rätselhaften Krankheit zeigte. An einzelnen Teilen ihres Körpers fand man in einem Ku bikzentimeter Gewebe bis zu 1500 dieser Würmer. Dabei gelang die seltsame Feststellung, daß der Patient nur ein vorübergehender Wirt seiner Henker ist. Man fand Larven des Parasiten in Tierkörpern, so z. B. in der Zunge eines frisch geschlachteten Ochsen. Dem Ochsen hatten die Würmer nichts angehabt, aber nach der Schlachtung blieb die Larve im Fleische. Ein Mensch aß davon und der noch immer lebendige furchtbare Feind entfaltete sich nun in dem menschlichen Körper, der seiner Entwicklung günstiger ist. Die Erscheinung erinnert an die Trichinen. Die in Tokio untersuchte Frau war 33 Jahre alt und der amerifanische Fischer 48. Beide starben an ihrem Leiden und ha ben Kinder hinterlassen. Die Nachkommen zeigen einstweilen keinerlei Symptome der Krankheit, doch es wäre verfrüht, die Ansteckungsfähigkeit zu verneinen. Denn ebenso wenig wie der Name der Krankheit ist die Intubationsfrist bisher erforscht. Die amerikanischen und japanischen Aerzte erschöpfen si chin Hypothesen, aber bis heute ist es noch keinem Gelehrten gelungen, das Rätsel zu lösen. Drabtnachrichten und neuestes. Verurteilung eines Hochstaplerpaares. Berlin, 26. April. Das Urteil gegen den Agenten Margolin und die Sängerin Fröhlich wurde heute in der zweiten Morgenstunde gefällt. Es lautete gegen Margolin wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges in mehre ren Fällen auf 3% Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, gegen die Angeklagte Fröhlich wegen schwerer Urfundenfälschung auf 1% Jahre Gefängnis. Beiden Angeklagten wurden drei Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Vom Blizz erschlagen. Ratibor, 26. April. Im benachbarten Mosurau wurde die Hebamme Höllebrandt während eines Gewitters vom Blizz getötet. Ihr Verlobter wurde schwer verletzt. Beide standen kurz vor der Hochzeit. Brand eines schleswig- Holsteinischen Herrensizzes. Lübeck, 26. April. Der Stammsitz einer alten dänischen Adelsfamilie, der Grafen v. Luckner, das Schloß Schulenburg bei Oldesloe, ist ein Raub der Flammen geworden. Damit ist eine der schönsten Baulichkeiten Schleswig- Holsteins zerstört. Eine Rekordfahrt der„ Deutschland". Düsseldorf, 26. April. Die gestrige Rückfahrt der Deutschland gestaltete sich zu einer Rekordfahrt, da die Strecke Aachen- Düsseldorf in 56 Minuten zurückgelegt wurde, während der Schnellzug 80 Minuten braucht. Schwerer Reitunfall cines Offiziers. Saarbrücken, 26. April. Bei der Besichtigung durch den Korpskommandeur stürzte Oberleutnant Mathieu vom Infanterieregiment Nr. 70 mit dem Pferde. Der Offizier wurde vom Pferde geschleift und durch Huftritte schwer verTetzt. Zum Tode verurteilter Gattenmörder. Heilbronn, 26. April. Das Schwurgericht verurteilte den 25jährigen Lokomotivheizer Otto Schluchter wegen Gattenmordes zum Tode. Schl. hatte am 3. Dezember v. J. seine Frau auf dem Spaziergange in den Neckar gestoßen, um seine Geliebte heiraten zu können. Eine Millionenstiftung für arme Studenten. Wien, 26. April. Eine verstorbene Bauunterneh merin hat für arme Studenten an der Wiener Universität dte Summe von einer Million Kronen ausgesetzt. Die Judenfeindlichen Ausschreitungen in Galizien. Lemberg, 26. April. Ueber die Ausschreitungen in Karow wird berichtet: Gestern wurden zwei jüdische Fleischhauer von Bauern mißhandelt und angeblich ihres Geldes beraubt. Der Verhaftung der Täter durch Gendarmerie setzte die Ortsbevölkerung Widerstand entgegen. Auch ein Rabbiner wurde schwer verletzt. Dentsche Staatsangehörige im belagerten Fez. O Paris, 26. April. Unter den in Fez eingeschlossenen Europäern befinden sich neun Deutsche, darunter die aus vier Köpfen bestehende Familie des Konfuls Vassel. Folgenschwere Explosion einer Granate. Paris, 26. April. Auf dem Marineschießplatz bei Lorient versuchten mehrere Landleute eine von ihnen ge= fundene Granate zu zerschlagen. Plötzlich explodierte das Geschoß, wobei ein Bauer getötet und zwei andere schwer verletzt wurden. Ein französischer Bahnhofsvorsteher als Brandstifter. Paris, 26. April. Der Vorsteher des Güterbahnhofs in Hyeres bei Toulon wurde verhaftet, weil er in dem Verdacht steht, das Magazin in Brand gesteckt zu haben, um die Entdeckung der von ihm verübten Veruntreuungen und Diebstähle zu verhindern. Handel und Verkebr. Frankfurt a. M., 24. April. Viehmarktpreise vom 24. April. Preise für 1 Bentner. Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 47-51,( Schlachtgewicht) M 85-88, bie noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgewicht) M- ( Schlachtgewicht) M--, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M 43-46,( Schlacht= gewicht) M 78-88, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgewicht) M 37-42,( Schlachtgewicht) M 68 bis 77, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgewicht) M 37 bis 42,( Schlachtgewicht) M 68-77. B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 78-81, 6) vollfletschige jüngere( Lebendgewicht) M 43-44,( Schlachtgewicht) M 71-73. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Rebendgewicht) Mark 45-49,( Schlachtgewicht) M 81-88, b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 44-47,( Schlachtgewicht) M82-84, c) 1. menig gut entwickelte Färsen( Lebendgewicht) M 41-43, ( Schlachtgewicht) M 79-83, dto. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgewicht) M 37-42,( Schlachtgewicht) M 69-78, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 30-35,( Schlachtgewicht) M 60-70, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendge wicht) M 24-27,( Schlachtgewicht) M 55-61. Kälber: a), Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M,( Schlacht gewicht) M 6) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 44-50,( Schlachtgewicht) M 96-103, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebend= gewicht) M 52-57,( Schlachtgewicht) M 88-97, 6) geringe Saugkälber( Lebendgewwicht) M 44-50,( Schlachtgewicht) M 75-85. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer unt jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 43,( Schlachtgewicht) M 90,6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Le bendgewicht) M( Schlachtgewicht) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 60-62, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Le= bendgewicht) M 45-47,( Schlachtgewicht) M 58-60, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M 40-49,( Schlachtgewicht) M 55-60, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Stilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M 46-49,( Schlachtgewicht) M 58-60. Bürgerverein Gießen. Freitag, den 28 April cr., abends 8½ Uhr, im Saale des Hotel„ Einhorn" * Haupt- Versammlung. Achtung! Achtung! Morgen Freitag, den 28. d. t. bon morgens 9 Uhr an findet großer Verkauf statt im Garten des Hotel Felsenkeller" in Gießen wie Salat, Gurken, Tages. Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorsitzenden, Spargel, Blumenkohl, frische Blut- u. Valenzia- Apfel2. Rechnungsablage und Entlastung des Rechners, finen, große Auswahl in Gemüsen, Blumen u. Pflanzen 3. Vorstandswahl, 4. Rechtzeitig angebrachte Anu. s. w. Alles zu ausnahmsweise billigen Preisen durch träge, 5. Verschiedenes. 934 Uhr Allgemein.Bürgerversammlung. Klein aus Göln. Seltene Vakanz Bedeutende, alte Lebensversicherungs- Gesellschaft mit hohen Dividenden und sehr praktischen Tarifen sucht für Tages Ordnung: Verkehrfragen für Gießen. ( Verlegung der städtischen Aemter in die alte Klinik, die Errichtung einer Universität Frankfurt a. M., Einjährig Freiwilligen Einstellung beim Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, die projektierte Hinterlandbahn, Viehtransport durch die Bahnhofstraße, Bahnsteigsperre, ( 227) Eisenbahn- Verkehrsfragen 2c) Zu dieser Versammlung laden wir unsere Mitglieder ist gut dotiert. sowie die Bürgerschaft freundl. ein und ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand: Valentin Müller. keit, welche besonders über Organisationstalent verfügt. Diskretion Sprachschule für Giessen. einen Teil des Bezirks Wiesbaden einen tüchtigen Fachmann als Bezirksgeneralagenten. Die Stellung Reflektiert wird auf eine gebildete und energische Persönlichzugesichert. Gefl. Offerten unter J. J. 8461 befördert Rudolf Mosse Frankfurt a. M. von General- Agent erster deutscher Lebensversicherungs- Ges. Engl. und französ. Unterricht durch akadem. gebild. und geprüfte mit günstigen Nebenbranchen( keine Unfallvers., keine Volksvers.) nationale Lehrkräfte. Die The Linguist School ( Mainz, Wiesbaden etc.) beabsichtigt in Giessen eine Nebenschule zu errichten. Es wird am Montag, 1. Mai, abends 84 Uhr im Café Metropol, Plockstrasse, eine Engl. Gratisprobestunde abgehalten werden, um dem Publikum eine Idee des Unterrichts nach The Lingulst erfolgr. Methode zu geben. Gleichzeitig wird Mr. A. R. Cusden( von der Universität in London) einen englischen Gratis- Vortrag über ,, The Evolution of the Modern Method of Teaching Languages" abhalten. ( 220) Das verehrl. Publikum wird hierdurch höflichst eingeladen Sie gewinnen Vertrauen, wenn Sie einen Versuch mit meinen konkurrenzlosen Marken gemacht haben, welche unter steter Kontrolle eines beeidigten Chemikers stehen. Anerkannte Fachleute können meine Margarine von feinster Meiereibutter nicht unterscheiden. 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