Stadt thias Riffel Elisabeth ohn, Theod Sohn, Rid e Tochter. eine Tochte enbach ein b Seine Tod eine Tochter e. eine Tochter ein Sohn ne Tochter, on, mit atdozent in Ben. Gießen, effor in Obe ori in Gieße e n. mit Elifabe rungsbaum nlig in Gi eruf, 67 Ja 13, 77 Jahn Kaufmann, eur, 20 Ja 58 Jahre all meifter, 55 84 Jahre Wagner, Wagner, 58 62 Weber, 17 chenburide, Jahr alt. itte Slut-, ObstHere an! äsche! das Geld! inige Fabrikanten der weltberühmte Soda Schlabad in Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 49. Probenummern Telephon: Nr. 362. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Reichstagswahlvorbereitungen. * Saarbrücken. Der Führer der Nationalliberalen, Rechtsanwalt Ernst Bassermann aus Mannheim, wird für die bevorstehenden Reichstagswahlen im hiesigen Wahlkreis kandidatieren. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Montag den 27. Februar 1911 !! Gießen. Prof. Kraft vom Realgymnasium wird zu Ostern die ihm übertragene Stellung eines Direktors der höheren Mädchenschule in Quedlinburg antreten. - Gießen, 26. Febr. Jugendlicher Leichtsinn! Schulbuben, die sich bei den Sandgruben am Nahrungsberge aufhielten, warfen heute nachmittag nach dem um 3 Uhr von Fulda hier einfahrenden oberhessischen Zug. Ein Wurfgegenstand zertrümmerte eine Abteil- Scheibe, wodurch ein Reisender leichtere Verletzungen am Kopfe davontrug. Die Namen der Buben konnten noch nicht ermittelt werden. *) Buzzbach. Als Nachfolger von Major Matthies, der in die türkische Armee eintritt, soll Major Stempel vom Inf.- Regiment Nr. 168 in Aussicht ge= nommen sein. Bad Nauheim, 27. Febr. In der Nacht auf Sonntag ist in Baden- Baden unser Kurdirektor Kammerherr Freiherr von Starf am Herzschlag unerwartet gestorben. Er ist nur 52 Jahre alt ge= worden. 6 Jahre bekleidete er hier den von ihm in musterhafter Form verwalteten Posten. -m- Bad Nauheim, 24. Febr.( Streikbewegung.) Ungefähr 50 3immerleute, welche bei den Betonierungsarbeiten an den neuen Trinkturanlagen beschäftigt sind, haben die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen anstatt 54 Pfg. 58 Pfg. Stundenlohn und neunstündige Arbeitszeit.- 32 bei der Ausschachtung der südlichen Frankfurter Chaussee( neuer Güterbahnhof) beschäftigte Erdarbeiter haben die Arbeit eingestellt. Sie verlangen 40 Pfg. Stundenlohn; seither wurden 35, 36 und37 Pfg. bezahlt. -m Bad Nauheim, 24. Febr. Vor 14 Tagen 30g ein junges Ehepaar von Frankfurt hier zu, um sich eine Existenz zu gründen. Großartige Wohnungs- Ein richtung und nobles Auftreten genügten, um den Leuten bald ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen. Die Herrlichkeit hatte aber bald ein Ende. Gestern und vorgestern erschien die Polizei, durchsuchte die Wohnung, nahm vor allem den Ehemann und dann fast sämtliches Werdorf, 27. Febr. Am Samstag abend fand hier eine von der christlich- sozialen Partei veranstaltete Versammlung statt, in der Redakteur R a f- fenbeul aus Bielefeld über die kommenden Reichstagswahlen und unsere Presse sprach. Im Vordergrunde der 1½ stündigen Rede stand die Reichsfinanzreform, die dem Referenten gute Gelegen= heit bot, die Lügen und Verdrehungen, die* Bad Nauheim. Laut Stadtverordnetenbevon freisinniger Seite über unseren Abgeschluß soll das Projekt einer neuen Kreisstraße von Badordneten Behrens ausgestreut sind, richtig zu Nauheim nach Friedberg ausgearbeitet werden. stellen. Selbstverständlich war den anwesenden Gegnern die Wahrheit äußerst unangenehm, und sie suchten durch Lärm und beleidigende 3 wischenrufe die Versammlung zu stören. Erfreulich war es, daß ein anwesender Vertreter des Freisinns bei der Debatte diese Ruhestörer abschüttelte und sie zur sozialdemokratischen Partei gehörig bezeichnete. Was sonst der freisinnige Redner erwiderte, beruhte auf sehr starken Irrtümern. So sprach er davon, daß der fortschrittlichen Volkspartei in Biskirchen und Laufdorf von seiten der Christl.- Inventar mit; gleichzeitig wurde ein mit dem Ehepaar Sozialen die Lokale abgetrieben seien, so daß die freisinnige Versammlung unter freiem Himmel hätte stattfinden müssen. Gewerkschaftssekretär Sch I a ba ch- Wetzlar wies ihm nach, daß die christlich- soziale Partei in den angegebenen Orten selbst kein Lokal bekommen hätte, und es wäre daher eine unsinnige Behauptung, wenn man von Saalabtreiberei sprechen wollte. Große Ruhe herrschte im Saale, die auch erfreulicherweise anhielt, als der Redner an der Hand der namentlichen Abstimmungen nachwies, daß der Abgeordnete Behrens gegen die Zündholzsteuer, gegen die Tabaksteuer und gegen die Kaffeesteuer gestimmt habe. Die Gegner waren nunmehr so anständig, offen und frei zu bekennen, daß man sie belogen habe. Im nun folgenden Sch I u B= wort stellte Redakteur Raffenbeul noch die anderen Irrtümer des freisinnigen Redners richtig und endete mit einem warmen Appell, die gute Sache der christlichsozialen Partei mit Energie zu fördern und zu vertreten und für die Verbreitung der Wetzlarer Zeitung" ( Hausergasse 32), Sorge zu tragen. Der Versammlungsleiter schloß darauf mit einem Hoch auf das Vaterland die gut verlaufene Versammlung, die es sich ihrerseits nicht nehmen ließ, ein kräftig aufgenommenes Hoch auf den Abgeordneten Behrens auszubringen. * Aus Stadt und Cand. Gießen, den 27. Februar. Gießen. Als Sachverständige beim Schiedsgericht für Arbeiterversicher ung wurden gewählt: Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn, Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Vo sius, Prof. Dr. Sommer, Prof. Dr. v. Fran= que, Prof. Dr. Voit und Prof. Dr. Bötticher. ? Gießen. Am 6. und 7. März findet hier eine tirchlich- positive Vortragstagung statt für Hessen und Umgegend. Professor Walther- Rostock spricht über die Frage: „ Sind Gebetserhörungen denkbar?", Professor Seeberg Berlin behandelt das Thema:„ Autorität und Freiheit" und Professor Jhmels- Leipzig:„ Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewißheit". Nach den Vorträgen, die in „ Steins Garten" bei freiem Eintritt stattfinden, ist freie Diskussion. in Verbindung stehender Freund in Frankfurt a. M. verhaftet. Es stellte sich heraus, daß die Einrichtung der Wohnung aus lauter Einbruchs diebstählen in Frankfurt herrührte. In dem„ Lager" befanden sich hauptsächlich Belzwaren, Silber und Gold, Manufakturwaren 2c. und zwar in solchen Mengen, daß die Polizei vier Wa= gen zur Abholung der Sachen nötig hatte. * Friedberg. Sonntag, 5. März, verhandeln hier die Vertrauensmänner des Bundes der Landwirte und der nationalliberalen Partei gemeinschaftlich wegen der Reichstagswahl. * Friedberg. Vom 6.- 12. März finden hier Aufführungen des Herrigschen Luther- Fest spiels statt. Der von den Unkosten verbleibende Ueberschuß findet bei den Baukosten eines Evangelischen Gemeindehauses Verwendung. Darmstadt. Der Lektor der französischen Sprache an unserer Landesuniversität, Dr. Lucien Thomas, hat einen ehrenvollen Ruf an die Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M. ausgeschlagen. Damit bleibt dem Lehrkörper der Landesuniversität eine ihm bereits seit nahezu sechs Jahren angehörende außerordentlich tüchtige Kraft erhalten. * Darmstadt. Bei den beiden verstorbenen Soldaten des 25. Feldartillerie- Regiments lautet die Diagnose auf Gehirnhautentzündung. Genickstarre ist nicht sicher festgestellt, doch ist die Kaserne abgesperrt und alle sonstigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Offenbach a. M. In einer Sitzung beschloß der Kontrollausschuß einstimmig gegen den Beigeordneten Walter und dem bisherigen Leiter des Kanalbauamtes, Jng. Kolloge das Disziplinar- Verfahren mit dem Endziel der endgiltigen Dienstentlassung wegen Verfehlungen beim Gaswerksneubau bezw. beim Kanalbau zu beantragen. Offenbach a. M. Die Veranstalter der hiesiden Spielautomaten- Ausstellungen Löffler und Dittmann wurden von der hiesigen Straffammer wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels zu je 3 Tagen Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. * Heppenheim. In der letzten Kreisausschußsigung erfolgte die Urteilsverkündung gegen die unter Anklage gestellten Gemeinderatsmitglieder Rupp, Dorn, Saul, Hamel, Hellriegel, Meinberg und ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. Nur 50 Pfennig kostet 1 Probeabonnement. Neue Leser 23. Jahrg. erhalten unser Blatt, sowie auf Wunsch einen bereits erschienenen Roman in Broschürenform bis zum 1. März umsonst geliefert. Der Verlag. Umhauer, welche die Gemeinderatssitzungen verließen, als über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters nochmals abgestimmt werden sollte. Sie wurden freigespro= chen. == Garbenheim, 25. Febr. Gelegentlich einer Festlichkeit des Taubstummenvereins hatte der Schreiner E. von Gießen Lose einer kleinen Gelegenheitslotterie verkauft, was er ohne Erlaubnis nicht durfte. Ange= flagter gibt an, er habe nicht gewußt, daß er hierzu eine besondere Erlaubnis einholen müßte. Das Gericht aber glaubte seinen Worten und sprach ihn frei. Waldgirmes, 26. Febr. Der hiesige Turnverein begeht am 11. Juni sein 5jähriges Stiftungsfest, mit dem ein Schauturnen verbunden wird. == Groß- Altenstädten, 25. Febr. Der Viehhändler R. von Hohensolms hatte von dem Landwirt K. eine Kuh für 220 Mark gekauft. Als R. das Tier holte, brachte er anstatt Geld eine andere Kuh zum Preise von 400 Mark mit und stellte diese dem Land- wirt in den Stall. Die Frau des K., welche die Kuh nicht annehmen wollte, soll er dadurch zur Annahme bewogen haben, daß er sagte, ihr Mann habe ihm die Kuh abgekauft. Dem Angeklagten konnte durch die Beweisaufnahme ein Betrug, wie ihn die Anklage ihm vorwirft, nicht nachgewiesen werden. Es mußte demgemäß wegen Mangels an Beweisen auf Freisprechung erkannt werden. * Marburg. Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Kiel, Geh. Reg.Rat Dr. Krümmel, ist zum 1. April nach hier berufen worden. Marburg, 23. Febr. Durch den orkanartigen Sturm wurde gestern durch eine umgestürzte Telegraphenstange das Hauptgleis der Strecke Kassel- Marburg eine Stunde lang gesperrt. Das Fahrhindernis wurde rechtzeitig bemerkt, sodaß der 10 Minuten später fällige Schnellzug 46 nicht gefährdet wurde. Vermischtes. Ein nassauisches Volkslied, Auf der Suche nach nassauischen Volksliedern ist auf dem Westerwald ein altes, fast unbekanntes Volkslied, das seiner Originalität, seiner kernigen, drolligen Urwüchsigkeit halber Beachtung verdient, gefunden worden. Das Lied hat u. a. folgende Strophen: Wo mag denn wohl mein Christian sein, In Rußland oder Polen, Ach könnt ich doch das liebe Kind Mit meinen Tränen holen. Zieh ich mich aus, zieh ich mich an, Dent ich an meinen Christian! Sein ledern Hos' hängt an dem Knauf, In unsrer Frau ihrer Kammer, Die kommen mir nicht zum Verkauf, Das wär ja Schad und Jammer. Und schau ich diese Hosen an So denk ich an mein'n Christian! In unserm Stall da steht ein Rind, Das hat er großgezogen, Er pflegt' es wie sein eigen Kind, Drum war's nur ihm gewogen. Und seh ich dieses Rindvieh an So denk ich an mein'n Christian. Sein Flegel, der hängt an der Wand, Das Holz von unserer Esche, Von Aalfell ist das Flegelband, Ich nehm ihn, wenn ich dresche. Und seh ich diesen Flegel an So denk ich an mein'n Christian. Deutscher Reichstag. Nicht gemeingefährlich! = Raiser machte am Freitag trotz des schlechten Wetters eine Ausfahrt im offenen Wagen. Die französische Kammer hat einen sozialistischen Antrag abgelehnt, den Ausbau der Flotte zu verschieben, bis Frankreich sich mit England und Deutschland über die Einschränkung der Rüstungen besprochen habe. Der Reichstagsabgeordnete Müller- Meiningen sprach jüngst im Reichstage von einer Lücke im Gesetz, was den persönlichen Schutz anlange. Er erwähnte, wie sein Kollege Buddeberg von einem Narren mit Schmähbrie= fen überhäuft werde, und wie solche auch dem Reichstagspräsidium zugingen, ohne daß eine Handhabe da wäre, dem Manne das Handwerk zu legen. Ueber diesen Mann und fein Vorgehen erfährt der B. Lok.- Anz." folgendes: Der Briefschreiber ist ein gewisser Ludwig Trummler, der sich selbst als Architekt bezeichnet. Er stammt aus dem Zittauischen und verfolgt nun seine engeren Heimatsgenossen. Sein schmähliches Tun begann er mit den schändlichsten brieflichen Verdächtigungen, die er gegen eine in Wien lebende hochangesehene Dame richtete. Nachdem diese län= gere Zeit die Zuschriften mit der gebührenden Verachtung behandelt hatte, sah sich schließlich genötigt, Strafantrag zu stellen, und das Gericht zu Baußen verurteilte Trummler angesichts seiner unglaublich ehrlosen Gesinnung zu sechs Monaten Gefängnis. Gegen dieses Urteil erhob er Widerspruch, und die zweite Instanz Iteß ihn mit der Begründung, daß er unzurechnungsfähig sei, strafIo8 ausgehen. Diesen Freispruch betrachtet Trummler seitdem als einen Freibrief. An das Präsidium des Reichstages schreibt er, wie es dazu komme, einen Mann wie Herrn Buddeberg im Reichstag zu dulden, und wie dieser, so wird der Sohn von diesem Menschen verfolgt. Wie gefährlich dessen Treiben nicht nur in moralischer Beziehung ist, dafür nur ein Beispiel: An einen angesehenen Archttekten richtete Trummler eine Karte des bei ihm üblichen schmutzigen und verdächtigenden Inhalts. Der Architekt war verreist, und so gelangte das Schriftstück in die Hand der Gattin, die erst vor wenigen Tagen niedergekommen war. Da sie nicht wissen konnte, daß es sich nur um ein Bubenstück handelte, so geriet die Arme in die größte Aufregung, deren verderbliche Folgen glücklicherwetse noch, abgewendet wurden. Es hat nicht an Anträgen gefehlt, T., da er vor den Strafrichter nicht zu bringen ist, in eine Irrenanstalt zu schaffen. Diese Anträge sind aber damit abgelehnt worden, daß es sich nicht um einen gemeinge= fährlichen Menschen handele. Wie derartige Naturen unschädlich gemacht werden können, ist demnach eine Frage, die einer Lösung dringend bedarf. Am Freitag wurde in namentlicher Abstimmung zu nächst die Vorlage über die Erhöhung der Friedenspräsenz= # tärke des deutschen Heeres mit 247 gegen 63 Stimmen an= genommen; 11 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung; bann wurde der Gesetzentwurf, durch welchen die Zulassung von Hilfsmitgliedern im Kaiserlichen Patentamt um 3 Jahre, nämlich bis zum 81. März 1914, verlängert werden soll, in erster und zwetter Beratung unverändert angenommen. Hierauf trat das Haus in die zweite Lesung des Militäretats ein, zu der die gestrige Debatte bereits ein Vorspiel war. So konnten Wiederholungen nicht ausbleiben. Zent rum, Fretsinnige und Sozialdemokraten haben Anträge eingebracht, die teilweise alljährlich wiederkehren und entfprechend beim Marineetat gestellt werden. Sie beziehen fich auf Berücksichtigung der Handwerkerinnungen bei Heereslieferungen, Förderung der Tarifverträge, Zulassung Jüdischer Offiziere und ähnliche Forderungen. Der Bentrumsredner Abg. Erzberger fand manches Erfreuliche am diesjährigen Etat, vor allem die sparsame Aufstellung. Er forderte eine Verminderung der Kontrollversammlungen und bat, bet Anlegung von Truppenübungspläßen Enteignungen zu vermeiden. Die Verwaltung sollte ihre Bedürfnisse bet dem Produzenten selbst decken und der Monopolstellung einzelner Firmen entgegenwirken. Abg. Noske( Soz.) forderte eine Erhöhung der Mannschaftslöhne. Dann beklagte er, daß die Zahl der Militäranwärter so sehr anschwelle und hielt das ganze System für verfehlt. Die Offiziersehrengerichte hätten keine Spur von Existenzberechtigung. Abg. Müller- Meiningen vertrat die alten Fortschrittsforderun gen bezüglich der angeblichen Bevorzugung des Adels u. a. und wünschte vor allem das Recht freier Kritik und freten Verkehrs mit Parlamentariern auch für die aktivenOffiziere. Dann nahm der Kriegsminister das Wort, indem er u. a. ausführte: Ueber die Notwendigkeit des Ausbaues unseres Heeres sind wir alle einig, nur nicht über den Weg. Unbedingte Disziplin und Gehorsam sind die Voraussetzungen für unsere Armee. Ueber die Verhältnisse in der Frem denlegion wollen wir gern im Volf Aufklärung schaffen mit Unterstützung der Presse. Es gibt aber Blätter die die Fremdenlegion geradezu verherrlichen. Das ist ein Verbrechen an dem deutschen Volf. Schmerzlich berührt es mich, daß ich nicht Forderungen für die Erhöhung der Mannschaftslöhne habe einstellen können. Eine Verkürz ung der Dienstzeit für körperlich gut ausgebildete Personen ist jedoch nicht angängig, da sie zur Ausbildung der jüngeren Mannschaften herangezogen werden. Die Fälle, wo Soldaten während eines Streiks verwendet wurden, liegen doch anders, als hier dargestellt wurde. Wo ein öffentlicher Notstand vorliegt, werden die Soldaten auch eingreifen. Wenn schwere Verbrechen in der Armee nachgelassen haben, so liegt das an unserer zielbewußten Arbeit, namentlich fettens des Kompaniechefs. Der Prozentsatz des bürgerlichen Elements im Offizierskorps ist erheblicher gestiegen als der des adligen. Eine besondere Ehre hat der Offizier nicht, aber wir verlangen von ihm eine besondere UnbeScholtenheit. Politik muß von der Armee ferngehalten werden. Die Armee muß das Rückgrat des Staates bilden. Abg. v. Liebert( Rp.), der darauf zu Worte fam, ist stolz auf die Homogenität des Offizierkorps und wie eine ŋs renzulage für die Veteranen. Den Schluß machte Abg. Werner( Nfp.), der eine weitgehende Berücksichtigung der Militäranwärter wünschte und eine Reform der Militärverwaltung, namentlich des Intendanturwesens, für er forderlich hielt.- Am Sonnabend geht die Beratung weiter. Eine Tagung des Hansabundes. Die Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser und die Kriegervereine. Der Kaiser hat, wie der„ Tägl. Rdsch." berichtet wird, genehmigt, daß bei den Fahnen der Kriegervereine, die bestimmungsgemäß den preußischen Adler als Hauptemblem zu führen haben, das Fahnentuch in der Weise an der Stange befestigt wird, daß der Blick des Adlers auf die Fahnenstange gerichtet ist. Bei Anträgen von Kriegervereinen auf Erteilung der Genehmigung zur Fahnenführung sind entsprechende Fahnenzeichnungen vorzulegen. Kleine Nachrichten. Zum Leutnant ernannt worden ist der bisherige Wachts meister Ketliẞ im brandenburgischen Dragonerregiment Nr. 2 in Schwedt a. D., der lange Jahre der älteste Unteroffizier der deutschen Armee war und schon als solcher den Krieg 1870 mitgemacht hatte. eines Nachts fein gang um fein Sa Gestalten, die fid Um jeden Preis weiteres auf fie entwifcht. Da tan er den Epizbuben hinzu: Karrel, and diefen„ Kar Desgleichen ahmt mannes nach, fo tellt glauben und Deiteres feftnehme dnige Goldaten brachten. Der ahnungs Der Tagl. Rosch. Meißen fnüpft e Edwange ift und Junge von Meiße eignung erinner ört: Nachdem ei bundertmartfchein fer der Bant ein Wunsch, einen fold hm den Schein Eine Bierlingsgeburt. In Petersburg brachte eine 39jährige Bäuerin zwei Knaben und zwei Mädchen im Ent bindungshaus zur Welt. Mutter und Kinder befinden sich vollkommen wohl. Das seltene Ereignis interessiert die gesamte Aerztewelt Petersburgs. Zur Romreise des Kronprinzenpaares schreibt die „ Nordd, Vün. Zig.": Der von uns gestern angekündigte Besuch des Kronprinzenpaares zum italienischen Nationalfest in Rom ist in den größeren deutschen Zeitungen sympathisch aufgenommen worden. Eine Ausnahme machen zunächst nur das„ Berliner Tageblatt" und die„ Bossische Zeitung", die in rührender Uebereinstimmung wieder einmal an einer Entschließung der Regierung herummäfeln: Die Vossische Zeitung" schreibt die Entschließung über den Kronprinzenbesuch in Rom als Sieg dem Vatiwird den beiden Blättern überlassen werden können, die Frage, welches von beiden nun recht hat, unter sich auszufechten. Ein Kind mit zwei Köpfen soll nach einer Meldung eines Berliner Blattes aus Mailand in Dari geboren worden sein. Die herbeigerufenen Aerzte nahmen in einer Ope ratton den zweiten Kopf ab. Das Kind soll gesund und le= bensfähig sein. Nach dem Genuß von Kartoffelsalat ist im sächsischen Orte Grüna eine ganze Familie unter Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Während sich Mann und Frau auf dem Wege der Besserung befinden, schweben ein dretfähriges Mädchen und ein sechsjähriger Knabe in Lebensgefahr. Wegen Nahrungssorgen ertränkt haben sich die Witwe des Ingenieurs Wohlfahrt in Dresden und ihre Tochter. Die beiden Leichen wurden geborgen. in Durch einen Schuß in den Kopf getötet hat sich der Korpsälteste der Kapelle des Fußartillerieregiments Mainz. Er hatte als 16jähriger Junge eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen erhalten sich aber dann während seiner 18jährigen Militärzeit tadellos geführt. Bei der Postverwaltung bewarb er sich jetzt um eine Stelle. Die Postver= waltung schrieb ihm aber zurück, daß er wegen der Vorftrafe nicht angenommen werden könne. Der Vorstand des Bundes der Viehhändler Deutschlands hat, wie die„ Allgemeine Fleischerzeitung" mitteilt, einstimmig beschlossen, beim Bundesrat vorstellig zu wer= den,„ in Rüdsicht darauf, daß über die Hälfte des in Schleswig- Holstein vorhandenen Magerviehs infolge der hohen Viehpreise bereits zur Abschlachtung und zum Konsum gelangt ist, zu gestatten, daß als Erfaz dänisches Magervieh, selbstverständlich unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßregeln, nach Schleswig- Holstein eingeführt werden darf." Der Bund befürchtet, daß infolge Mangels an Magervieh die großen Weideplätze in den Marschen in diesem Jahre brach liegen werden, woraus sich eine große Fleischteuerung ergeben könnte. Infolge des Sturmes eingestürzt ist in Dinslaken im Rheinland ein Fabrikneubau. Zwei Arbeiter wurden tödlich, mehrer leichter verletzt. Von einem Turmgewicht erschlagen wurde in Johan niskirchen in Niederbayern der 12jährige Sohn eines Straßenwärters. Der Knabe wollte die Turmuhr aufziehen, dabei riß das Seil und das schwere Gewicht zermalmte ihn. Eine schwere Eisenbahnkatastrophe hat sich am Freitag in Chile ereignet. In der Provinz O'Higgins entgleiste ein Bug auf einer Brücke und stürzte in die unter der Brücke befindliche Schlucht. Die Zahl der getöteten und verlegten Personen beträgt 50. Am Freitag tagte in Berlin die zweite Hauptversammkan, das„ Berliner Tageblatt" sich selbst aufs konto. Es lung des Gesamtausschusses des Hansabundes. Neben den Vertretern der Großkaufmannschaft und Industrie sah man zahlreiche Angehörige der bedeutendsten faufmännischen und gewerblichen Unternehmungen des Reiches. Sizung wurde durch den ersten Präsidenten des Bundes. Geheimrat Rieser, eröffnet mit einem Hoch auf den Kaiser. Dann hielt der zweite Präsident Landrat a. D. Rötger eine Ansprache, in der er betonte, daß der Hansabund weniger agitatorisch als aufklärend wirken wolle. Der Hansabund hoffe auf einen Ausgleich der Gegensätze zwischen Arbeitern und Arbeitgebern. Nachdem Präsident Rieser mittgeteilt hatte, daß im Frühjahr ein erster allgemeiner deutscher Hansatag in Berlin stattfinden sollte, wurden einige ge= schäftliche Angelegenheiten erledigt. Alsdann erstattete der Direktor des Hansabundes, Bürgermeister a. D. Knobloch, den Geschäftsbericht. Der Hansabund zählt jetzt 51 Landesgruppen und 603 Ortsgruppen. Er besitzt 1432 Vertrauensleute und 637 wirtschaftliche Vereinigungen sind ihm ange= schlossen. Darauf behandelte Generaldirektor Waldschmidt industrielle Forderungen, Stadtrat Schulz- Memel die Lage des deutschen Detailhandels und Schmiedemeister Scholz das Handwerk der heutigen Zeit. In seinem Schlußwort beleuchtete Obermeister Rahardt die gemeinsamen Interessen zwischen Gewerbe, Handel und Industrie. Geheimrat Professor Rieser hob zum Schluß hervor, daß der Hansabund nicht daran denke alles herunterzureißen, aber es fönne ungemein viel gebessert werden. Damit schloß die Sizung. 1) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. Nachdruck verboten. 1. Eine schwüle Augustnacht lag über der Erde. In den Straßen der volfreichen Handelsstadt Memel war es schon still, obgleich die Glocken kaum die zehnte Stunde vertündet hatten. Der volle Mond, der klar am tiefblauen Fienamente schwebte, sandte sein helles Licht herab. Die Häuser waren verschlossen und nur hier und dort sah man matt erleuchtete Fenster. Wer die Stadt sonst gesehen, mußte sich über die traurige Stille wundern; denn noch vor wenigen Wochen herrschte reges Leben in den Stra= Ben bis Mitternacht, und in den Promenaden sah man zahlreiche Gruppen von Spaziergängern, die nach des Tages Arbeit Erholung suchten. Die der Freude geweihten Orte waren heute geschlossen. Jammer und Leid schwangen das schwarze Szepter. Die Cholera wütete unter der tätigen Bevölkerung, sie zerriß schenungslos die glücklichsten Bande, trennte die Braut von dem Bräutigam, die Eltern von den Kindern und die Schützer von den Beschützten. Die reichen Leute flohen die Unglücksstätte, die Armen mußten zurückbleiben und dem schrecklichen Dämon Trok bieten. Vor einem der Häuser in der Hauptstraße hielt ein Fiafer. Er brachte einen Reisenden von der Eisenbahn, einen jungen Mann, der mit seiner leichten Handtasche ausstieg, den Kutscher bezahlte und entließ und dann die Glocke zog. Es dauerte lange, ehe die Tür geöffnet ward. Ein alter Diener stand an der Schwelle. Falsche Gerüchte vom Wiener Hofe. Die Gerüchte von einer Romreise des Erzherzogs Franz Ferdinand werden an zuständiger Stelle entschieden dementiert, dagegen verlautet mit Bestimmtheit, daß der Thronfolger im Laufe dieses Jahres die Turiner Weltausstellung besichtigen werde. Die Meldungen, daß Kaiser Franz Josef neuerdings vom Schnupfen befallen sei, sind unrichtig. Das Befinden, Aussehen und die Laune des Monarchen bei dem letzten Hofball in Budapest waren ausgezeichnet. Der Wer ist denn da?" fragte er traurig. „ Ich bin es, der Sohn vom Hause!" „ Herr Karl! Ach Gott, wären Sie doch noch länger geblieben!" Der alte Mann fonnte nicht weiter sprechen; Schluchzen erfüllte seine Stimme. Karl drängte ihn zurück auf den Hausflur und schloß die Tür hinter sich. Eine furchtbare Familientragödie wird aus Waldenburg( Oberschlesien) gemeldet. In dem benachbarten Neukrausendorf durchschnitt der Bergmann Leuschner in der letzten Nacht seiner Frau und seinen drei Kindern und darauf sich selbst mit einem Rasiermesser den Hals bis zur Wirbelsäule. Das Motiv zu der Tat ist unbekannt. Aus den Gerichtssälen. Der Fall Richthofen vor Gericht. Vor der Liegnizer Straffammer gelangte am Freitag die vielbesprochene an gebliche Steuerhinterziehungsangelegenheit des fonservatte ven Landtagsabgeordneten Freiherrn v. Richthofen auf Mertschüß zur gerichtlichen Erörterung, und zwar in einem Strafprozeß, der sich gegen den früheren Inspektor des Frhrn. v. Richthofen Karl Kaften richtet, der den Freiherrn Das Urteil gegen den Angeklagten. Wirtschaftsinspektor 2. Richthofen der Steuerhinterziehung beschuldigt hatte. ,, Engel, um des Himmels willen, was ist denn ge= schehen? Ich habe unterwegs gehört, daß die schreckliche Krankheit ihren Einzug in unsere Stadt gehalten.. hat sie Opfer gefordert aus unserer Familie?" ,, Sie müssen es ja doch wissen, es tann Ihnen nicht verborgen bleiben... machen Sie sich auf das Schrecklichste gefaßt... Ihr Vater „ Herr Gott im Himmel! Liegt er schwer frank?" ,, Man hat den guten Herrn vor zwei Stunden abgeholt und begraben. Niemand von uns hat ihm das Geleit geben können. Gestern abend ward er krank, heute schon ruht er in der Erde!" Kasten, lautete auf 500 M Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate Gefängnis beantragt. Eine Entscheidung über den Urlaub. Eine bemerkens werte Entscheidung fällte die 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Eine Verkäuferin hatte im Juni von dem beklagten Kaufhause 10 Tage Urlaub bekommen. Beim Engagement war ihr der Urlaub zugesagt worden, gleichzeitig mußte sie sich aber verpflichten, sich die Tage vom Gehalt abziehen zu lassen, wenn sie im Laufe des Jahres fündigte. Als die Verkäuferin zum 1. Dezember fündigte, wurden ihr auf Grund dieser Vereinbarung 30 Mark ab= gezogen. Das Kaufmannsgericht sprach der Klägerin die geforderten 30 Mark mit folgender Begründung zu: Der Urlaub ist als eine Schenkung anzusehen, die einer sitt lichen Pflicht entspricht. Diese Schenkungen dürfen nach § 584 nicht zurückgefordert werden. Eine gegenteilige Abrede verstößt gegen die guten Sitten und ist rechtsungültig. Dem alten Engel rannen die Tränen über die welfen Wangen. Karl schwankte zu einer Bank, die neben der Tür stand, wie besinnungslos sant er nieder. Er fonnte es nicht fassen, daß sein Vater, der kräftige Mann, der nie ernstlich frank gewesen, den er in der Fülle der Gesundheit vor drei Wochen verlassen, nicht mehr zu den Lebenden gehörte. Mit wirren Blicken sah er um sich; da stand der alte treue Diener und weinte, ein Bild der tiefsten Trauer, des herbsten Schmerzes. Die furchtbare Nachricht mußte doch wohl wahr sein, so unglaublich sie auch klang. - Wo ist Tante Selma?" fragte Karl hastig. „ Ich glaube, das Fräulein befindet sich in seinem 3immer." Sagen Sie ihr, daß ich angekommen sei." Vermischtes. Wie man auf eine originelle Art Diebe fangen fann, lehrt eine Verhandlung vor der Straffammer in Halle. Ein Gastwirt in Halle- Giebichenstein besitzt einen Ruf als ausgezeichneter Bauchredner. Das hat natürlich zur Folge, daß sein Lokal eine sehr gute Frequenz aufzuweisen hat. Seine Kunst ,,, mit dem Bauche zu reden", konnte er aber auch einmal praktisch in Anwendung bringen. Als er Der Diener nahm die Reisetasche und stieg die Treppe zu dem ersten Stock hinan, in dem die Wohnzimmer lagen; der junge Mann folgte, schwankend wie ein bis zum Tode Ermatteter. Drei Minuten später stand er in dem Zimmer seiner Tante, der Schwester des Vaters. Selma, eine lange, hagere Person von dreißig bis zweiunddreißig Jahren, saß sinnend in der Ecke des eleganten Sofas. Gie trug ein Kleid von schwarzer Seide und in dem blonden Haar einen dunklen Kopfputz. Ihre Züge konnte man nicht schön nennen; aber sie flößten doch, wenn man sie näher betrachtete, ein gewisses Interesse ein. In dem großen blauen Auge spiegelte sich Intelligenz ab und eine Charakterfestigkeit, die man bei Frauen nicht oft findet. Ihre Toilette verriet die Sorgfalt des alternden Mädchens, das die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, einem Manne zu gefallen. „ Karl! Kari!" rief sie, sich erhebend. Ich weiß schon alles!" murmelte der vaterlose Sohn. Selma wiegte schmerzlich das Haupt. „ Das ist ein harter Schlag! Wer mir das vor viera undzwanzig Stunden gesagt hätte..." Mann zunächst d Silber auf das 3 gelhah, machte e and verlangte da mdlich ging dem den geflügelte och bald gedacht. Ueber die schr gemeldet, in Alfe ler ein Menschen folgende Einzelhet auf den letzten T He Löwengruppe, Glockenfignal fchri verfündete der T für den Schluß: Friseur Peter Fe Gegenwart der fli Sublikum fubelnd 8 den Käfig, in Sie verhüllte das Gesicht mit dem weißen Tuch, das sie in der Hand trug. Nun machte sich der Schmerz des Sohnes durch Tränen Luft; Karl weinte bitterlich und rief laut: ,, Vater, Vater, es war mir nicht vergönnt, Dir die treuen Augen zuzudrücken! Ach, wäre ich in der Heimat geblieben, statt Berstreuung in der Fremde zu suchen!" Wer konnte voraussehen," tröstete Selma,„ daß das Unglück so rasch bei uns einziehen würde. Hätten wir ge wußt, wo Du Dich befändest, wir würden Dir des Vaters Erkrankung telegraphisch mitgeteilt haben. Sieh um Dich, forsche in den Häusern der Stadt; überall wirst Du Trauer und Jammer finden. Der Tod reißt gräßliche Lücken in die Familien. Leute, die sich diesen Abend trennen, wissen nicht, ob sie sich morgen wiedersehen. Der Tod kommt über Nacht und holt unerbittlich seine Beute." Selma schilderte nun noch die letzten Stunden des Verklichenen: dann ermahnte sie den Neffen, zur Ruhe zu gehen. Karl zog sich traurig in sein Zimmer zurüd. Er fonnte nicht schlafen, ein tiefes Weh zerschnitt ihm das Herz. Um frische Luft zu schöpfen, öffnete er das Fenster. Die vom Monde erhellte Straße war völlig mens schenleer. Man fühlte, daß ein unheimlicher Gast über der Stadt schwebte. ( Fortsetzung folgt.) menten malerisch bewacht. Funkeln pegung des frem len Direktor ber and fich nun anfd Hie andere Selte mit fagenartig Some auf den r gräbt die mächtige fallene fucht sich, a den entgegenstrebe He Dompteure sti Branten fest und Maul aufzureißer weizinkigen Gab perin hält mit denen Tiere in Mingen den Rette ureißen und von Etunden später tr Karl, das Ki lihe originelle Ki mitteilt, vor etwa Fürstentum Birk hen, daß sich auf bragte auf der in Kind zur Wel mit Unterstübung tete. Der Schnel mhalten, und die borenen in einen er Lokomotivführ Etation Nohfelden lte. Der Neug en Namen Karl find von der Ei Beteiligung ftatt. Beamte der Stati nährend die Bahn rafrauen fich ala inen reichlichen S and außerdem bed Seltbürger reichli Ben, Sie so uner nden. 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Faber Is er man an fie dem Deine findet. Mäd einem Sohn. vier: , bas tines Nachts sein Lokal geschlossen hatte und etnen Rundgang um fein Haus unternahm, bemerkte er im Hofe zwei bestalten, die sich am Hühnerhause zu schaffen machten. Um jeden Preis wollte er die Kerle fassen. Wenn er ohne weiteres auf sie zugegangen wäre, wären sie ihm wohl entwischt. Da tam er auf eine glüdliche Idee.„ Salt!" rief er den Spitzbuben zu ,,. feinen Schritt weiter." Dann setzte er hinzu:„ Karrel, bring de Doggen hinten ruff!" und ließ auch diesen„ Karrel" in veränderter Stimme antworten. Desgleichen ahmte er die schnarrende Stimme eines Schutzmannes nach, so daß die Diebe verdutzt wurden, sich um= ftellt glauben und sich von dem schlauen Bauchredner ohne weiteres festnehmen ließen. Auf der Straße tamen zufällig einige Soldaten daher, die die Burschen nach der Wache brachten. des und Dir Seihen!" das ir ge Jaters Dich Crauer en in wiffen Der ahnungslose Engel aus Sachsen. Man schreibt der Tägl. Rdsch.": An den Namen der alten Bischofsstadt Meißen tnüpft eine Redensart an, die in Sachsen im Schwange ist und nicht gerade höflich lautet:„ Der dumme Junge von Meißen". Man wird unwillkürlich ar die Bes zeichnung erinnert, wenn man folgende mahre Geschichte hört: Nachdem eine dortige Bant die Ausgabe der neuen hundertmarkscheine angekündigt hatte ,, erschien am Schalter der Bank ein biederer Einwohner und außerte den Wunsch, einen solchen Schein zu besitzen. Der Beainte hielt ihm den Echein auch entgegen und erwartete, daß der Mann zunächst die entsprechenden 100 M in Gold oder Silber auf das Zahlbrett niederlegen würde. Da das nicht geschah, machte er dem Mann eine gelinde Andeutung und verlangte dann in dürren Worten die 100 M. Jetzt endlich ging dem anderen ein Licht auf, und er raffte sich zu den geflügelten Worten auf: Das hab ich mer doch ooch bald gedacht. Ich dachte, die gäbs geschenkt. Commt des Ruhe gurid ihm bas men über Der Ueber die schreckliche Szene im Löwenkäfig, die sich, wie gemeldet, in Alsenborn bei Kaiserslautern abspielte, und der ein Menschenleben zum Opfer fiel, werden jetzt noch folgende Einzelheiten bekannt: das Programm hatte sich bis auf den letzten Teil glatt abgewickelt, die Tiere, besonders die Löwengruppe, arbeiteten willig und ruhig. Das letzte Glockenfignal schrillte durch das Zelt. Mit lauter Stimme verkündete der Direktor Wieser als interessanteste Szene für den Schluß:" Die Rasierstube im Löwenkäfig." Friseur Peter Feierabend hatte sich freiwillig erboten, in Gegenwart der fünf Löwen den Besitzer zu rasieren. Vom Publikum jubelnd begrüßt, betritt der Friseur festen Schrit tes den Käfig, in dessen Hintergrund die Löwen auf Postamenten malerisch gruppiert sind, von ihrem Dresseur streng bewacht. Funkelnden Auges verfolgen die Bestien jede Bewegung des fremden Besuchers, der dem am Gitter fißenden Direktor bereits die rechte Gesichtshälfte rasiert hat und sich nun anfchidt, hinter dem Stuhl herumgehend, auf die andere Seite zu gelangen. Da, ein Sprung, ein Schrei - mit fagenartiger Geschwindigkeit hat sich der hinterste Löwe auf den Friseur gestürzt, reißt ihn zu Boden und gräbt die mächtigen Zähne in das Haupt ein. Der Ueberfallene sucht sich, auf der Knien liegend und mit den Händen entgegenstrebend, aus dem Löwenrachen an befreien, die Dompteure stürzen auf die Bestie los halten ihr die Branten fest und machen vergebliche Versuche, ihr das Maul aufzureißen; auch die Wärter stürmen mit langen awetzinkigen Gabeln auf den Löwen zu, die greise Befiberin hält mit der Peitsche die anderen unruhig gewor denen Tiere in Schach, bis es endlich nach minuten langem Ringen den Rettern gelingt, dem Löwen den Rachen aufaureißen und von seinem Opfer abzubringen. Wenige Stunden später trat der Tob bei dem Opfer des Löwen ein. „ Karl, das Kind von der Eisenbahn." Eine ungewöhn liche originelle Kindtaufe hat, wie man der Frff. Zeitung" mitteilt, vor etwa 14 Tagen in Türkismühle an der Nahe ( Fürstentum Birkenfeld) stattgefunden. Ein Dienstmädchen, das sich auf der Reise von Metz nach Leipzig befand, brachte auf der Fahrt unwett der Station Türkismühle ein Kind zur Welt, wobei die Wartefrau des Schnellzuges, mit Unterstüßung des Zugpersonals, Hebammendienste letftete. Der Schnellzug mußte bet der erwähnten Station anhalten, und die junge Mutter wurde mit ihrem Neugeborenen in einen nabegelegenen Gasthof gebracht, während der Lokomotivführer mit seiner Maschine von der nahen Station Nohfelden eine Hebamme schnell an Ort und Stelle holte. Der Neugeborene ein fräftiger Junge, wurde auf den Namen Karl getauft und erhielt den Beinamen„ das Kind von der Eisenbahn". Die Taufe fand unter großer Beteiligung statt. Der Stationsvorsteher, sowie mehrere Beamte der Station Türkismühle übernahmen Patenstelle, während die Bahnhofswirtin und einige wohlhabende Bürgersfrauen sich als Patinnen zur Verfügung stellten. Für einen reichlichen Kindtaufschmaus war auch gesorgt worden und außerdem bedachte man die Mutter mit ihrem jungen Weltbürger reichlich mit Geschenken, um sie instand zu setzen, die so unerwartet unterbrochene Heimreise zu vollenden. Ein geradezu ideales Gemenwesen ist das Dorf Langenaubach, von dem jüngst berichtet wurde, daß es bisher ohne Erhebung von Steuern ausgekommen set. Das Dorf, das im Regierungsbezirk Wiesbaden liegt, zeichnet sich aber noch durch eine Reihe bemerkenswerter anderer Vorzüge aus, die durchaus als vorbildlich hingestellt werden können. Das Dorf zählt 780 Einwohner und hat einen Besitzstand von 500 Hektar Wald, der ihnen in Verbindung mit sehr ertragreichen Steinbrüchen ein sorgenlosen Dasein sichert. Aus dem Verkauf des Holzes und der Kalksteine erzielt das Dorf jährlich eine Einnahme von rund 50 000 Mark. Dieses Geld ist vorzüglich angelegt. Erstens hat die Gemeinde dafür gesorgt, daß die vereinnahmten Summen tändig in Wertpapieren angelegt werden, um ein festes Dorfvermögen zu schaffen. Bisher sind nach Abzug aller Infosten rund 225 000 Mark gesammelt worden. Alljähr lich werden 20 000 Mart für Neubauten angelegt, die hygienischen und wirtschaftlichen Zwecken dienen. So wurde eine Hochdruckwasserleitung hergestellt, zu deren Anlage jeder Hausbesitzer 10 Mark beisteuern mußte. Weitere Betträge wurden für die Wasserleitung aber nicht erhoben, so daß auch diese Abgaben für die Dorfbewohner wegfallen. Außerdem hat die Gemeinde noch die Anlage einer elektfischen Licht- und Kraftleitung durchgeführt, von der aus jeder Dorfbewohner ohne weitere Unkosten an die elekttische Zentrale angeschlossen wird. Für die Verwendung des elektrischen Lichtes werden 20 Pfennig pro Kilowatttunde gefordert. Trotz all dieser kostspieligen sozialen Einrichtungen braucht aber kein einziger Bewohner des Dorfes Steuern oder irgend welche andere Abgaben, wie Stra sengelder, Brückengelder, Wassergelder usw. zu bezahlen. Alle diese Ausgaben werden von dem 20 000 Martfonds des Dorfes bestritten, der aus den jährlichen Ueberschüssen dair zurückgelegt wird. Wie wir hören, beabsichtigt die Gemeinde auch in diesem Jahre große Neubauten hygienischer und wirtschaftlicher Natur in Angriff zu nehmen. Auch tine Dorfbibliothek besteht zur Unterhaltung und BelehTung der Dorfbewohner. Die Bedrängnis einer Millionärstochter. Miß Helen Gould, die von ihrem Vater ein Vermögen von 40 Millinen Mark geerbt hat, wird, wie sie in einem Zirkular alle Bittsteller erklärte, wöchentlich um ca. 6 Millionen " art Unterstübung angegangen. Vor wenigen Tagen hte sich ein nicht angenommener, gut gekleideter Mann durch, daß er einen Backstein durch das Fenster in das Limmer warf, in welchem Miß Gould sich gerade aufhielt. Sie selbst wurde nicht getroffen, und eine anwesende Dame, Ris. Edward Scholes, glücklicherweise nur leicht am Kopfe aus verletzt. Der Täter ist entkommen. In der letzten Zeit find der Millionärin öfters Drohbriefe zugegangen, und einmal soll sogar eine Verschwörung im Werke gewesen sein, sie zu entführen, um ein hohes Lösegeld zu erpressen. Eine neue Wünschelrute. In dem neuesten Heft der Physikalischen Zeitschrift" beschreibt Prof. Koch Stuttgart einen kleinen Apparat, mit Hilfe dessen man in einem gebirgigen oder hügeligen Gelände das Vorhandensein eines Grundwasserstromes feststellen kann, bevor kostspielige Bohrungen unternommen werden. Dieser Apparat besteht im wesentlichen aus einer durch eine Feder ge= spannten Membran, welche eine Schallkapsel dicht abschließt; von der Schallkapsel führen dann Hörschläuche zu den Ohren des Beobachters. Als Profeffor Koch diesen Apparat auf den Erdboden auflegte, vermochte er das Geräusch des in der Tiefe fließenden Grundwaffers vermittelst der Hörschläuche zu hören; eine Abtastung des Geländes ergab an bestimmten Stellen etne sehr geringe oder verschwindende Stärke des Geräusches, an anderen wieder ließ sich ein bedeutendes Eausen vernehmen. Hiernach scheint es, als wenn man einen Ersatz für die in ihren Wirkungen unerklärliche Wünschelrute gefunden hätte, und zwar einen Ersaß, der auf exakten physikalischen Grundlagen beruht und daher weiterer Untersuchung und Vervollkommnung fähig sein dürfte. Das Nein" vor dem Standesbeamten. In Bukarest creignet sich, so wird von dort geschrieben, vor einigen Tagen der seltene Fall, daß eine Braut bei der Ziviltrauung ihr Jawort verweigerte. Mit großem Pomp sollte die Hochzeit einer Bojarentochter mit einem Advokaten stattfinden. Eine große Wagenkolonne begleitete das Brautpaar auf das Standesamt, wo der Richter die Zivilehe vollziehen sollte. Der Saal war mit Gästen in glänzenden Toiletten gefüllt. Als nun der Richter an die Braut die Frage stellte: Mein Fräulein, sind Sie entschlossen, die Gattin des Herrn Dr. N. zu werden?" da erwiderte das Mädchen mit lauter Stimme: Nein!" Der Richter wiederholte noch zweimal seine Frage, worauf er jedesmal ein„ Nein!" zur Antwort erhielt. In großer Bestürzung verließ die Hochzeitsgesellschaft den Saal. Seinen Eltern gestand das junge Mädchen, daß es nur die Gattin eines jungen Mannes werden wolle, den sie während ihres Brautstandes kennen und lieben gelernt habe. Nach ergiebigen Tränenströmen und zornigen Reden sahen die Eltern ein, daß es das Beste set, dem Willen der Tochter nachzugeben, und in kurzem soll nun die Hochzeit mit dem Auserwählten der jungen Dame, diesmal aber ohne Prunk und in aller Stille, erfolgen. Die endlich Geschiedenen. Das Pariser Apellationsgericht hat vor einigen Tagen eine Ehescheidung verfügt. die eine seltsame Vorgeschichte hat. Seit zehn Jahren bemühten die beiden Gatten sich mit rührender Einmütigkeit, ihre Scheidung zu erwirken. Dreimal haben sie nach vorheriger Vereinbarung mieinander prozesstert, und dreimal wiesen die Gerichte ihre Forderung zurück, da das Gesetz die Ehescheidung auf Grund gegenseitiger Abneigung" nicht gestattet. Nun hat jeder der Gatten einen vierten Schetdungsprozeß anhängig gemacht, mit der Begründung, daß die dreimalige Beantragung der Ehescheidung durch den anderen Gatten eine schwere Beleidigung set, die ein wetteres eheliches Zusammenleben unmöglich mache. In erster Instanz haben die Gatten auch diesen vierten Prozeß verloren. Beide haben sich dann aber nach vorheriger Ver ständigung an das Appellationsgericht gewandt, und dieses hat jetzt endlich den Wunsch der Scheidungsluftigen erfüllt. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Friedrich Spielhagen ist, dem B. T." zufolge, nicht un bedenklich erkrankt. Der Dichter hat sich eine Erkältung zu gezogen. Da er bereits 81 Jahre alt ist und sein Allgemeinbefinden seit einiger Zeit zu wünschen übrig läßt, tst sein Zustand als kritisch zu betrachten. Am Donnerstag war der Dichter so schwach, daß die Angehörigen bereits sein Ableben befürchteten. Eine Nichte Friedrich v. Schillers, das 88jährige FräuTein Auguste von Lengefeld, ist in Putbus auf Rügen gestorben. Die Verstorbene hatte in Putbus eine Töchterschule gegründet und diese 25 Jahre aus eigenen Mitteln unterhalten. Bei der Versteigerung des Nachlasses Theodor Körners in München erzielte das von seinem nachgeborenen Pflege= bruder, dem verstorbenen Hauptmann Karl Gottfried Ullrich in Rastenberg in Thüringen, gemalte lebensgroße Porträt Theodor Körners in der Uniform der Lüzower Jäger mit einer bergischen Flußlandschaft im Hintergrunde 355 M. Der hell polierte Nußbaumschreibtisch des Dichters mit dessen Originaltintenfaß brachte 335 M. Alles andere ging au auffallend niedrigen Preisen in die Hände etnes norddeutschen Liebhabers, der die Sachen wohl noch wetterhin zusammenhalten wird. Wie Kaiser Wilhelm seine Gattin kennen lernte. Am 27. Februar sind es 30 Jahre her, daß unser Kaiser im Königlichen Schloffe zu Berlin Hochzett feterte. Recht eigenartig waren die Umstände, wie der Katser seine Gattin, die Kaiserin Auguste Viktoria, kennen lernte. Damals lebte sie als Prinzessin von Schleswig- Holstein auf dem Schlof= se Primkenau wie eine einfache Landedeldame und scheute vor feiner Hausarbeit zurück. Im Herbst des Jahres 1879 hatte„ Onkel Friedrich", der Vater der Prinzessin Auguste Viktoria und intime Freund des damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, an den Prinzen Wilhelm eine Einladung zur Auerhahnjagd ergehen laffen. Prinz Wilhelm tam mit einem Zuge früher, als er in Primkenau erwartet worden war. Er fand daher am Bahnhof keinen Wagen und ging zu Fuß nach dem Schloffe. Es war 11 Uhr frühmorgens, als der Prinz ankam und hier eine junge Dame, die Tochter des Hauses, mit hauswirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt fand. Die junge Prinzessin war, wie man erzählt, gerade dabei, eigenhändig für die Frühstückstafel thres Vaters frische Butter zuzubereiten. Im Schloß herrschte über die unerwartet frühe Ankunft des Gastes große Freude, und kurze Zeit darauf standen sich beim Frühstückstisch zum ersten Mal der Prinz und die Prinzessin gegenüber. Prinz Wilhelm war bald am ersten Tage, wie er später erzählte, von der schlichten, gut bürgerlichen Art der jungen Prinzessin entzückt, der jeder Hochmut und fede Hoffahrt fernlagen. Am selben Tage begann noch die Jagd, und Brinz und Prinzessin konnten sich erst am nächsten Tage wiedersehen. Die Anwesenheit des Prinzen dauerte nur drei Tage. Ste war aber lange genug, um ein Bündnis für alle Zeit zwischen den beiden Fürstenkindern zu knüpfen. Es kam dazu, daß der Großvater des Prinzen Wilhelm, der alte Kaiser Wilhelm I., und der Vater, der Kaiser Friedrich III., Taufpaten der jungen Prinzessin waren, sodaß dadurch schon nahe Beziehungen hergestellt waren, die die Abwicklung der weiteren Verhandlungen sehr erleichterten. Da Prinz Wilhelm der zukünftige Thronerbe war, so mußten bei der Wahl seiner Gattin sehr viele staatsrechtliche Fragen erledigt werden, die Zeit in Anspruch nahmen. Durch das Eingreifen des alten Kaisers wurden die Verhandlungen aber sehr bald abgekürzt und die Verlobung fonnte schon drei Monate später still gefeiert werden. Ihre Veröffentlichung erfolgte erst mehrere Monate später. Marokkanische Volksfitten. Marokko ist von altersher ein Land, wo Menschenleben niedrig im Kurse stehen. In allerneuester Zeit wurden zwei Soldaten in Fez wegen ziemlich geringfügiger Eigentumsvergehen mit dem Tode bestraft. Man macht wenig Aufhe bens von solchen Dingen, nur wenn der Marokkaner in meist tüdischer Weise das Blut von Europäern vergießt, wendet der Eingewanderte der Chronik marokkanischer Bluttaten besondere Aufmerksamkeit zu. Aber ein Fall verbrecherischer Grausamkeit im Familienleben, dessen Schauplatz jetzt die kleine marokkanische Hafenstadt Alkassar war, wird in allen europäischen Kretsen Marokkos lebhaft besprochen, um so mehr, als das Opfer eine junge, ausneh mend schöne Marokkanerin war, die von einem alternden Manne zur Gattin erforen ward. Eifersucht war die Triebfeder der abscheulichen Handlung. Ein angesehener Einwohner von Alfassar, der bereits Vater mehrerer er wachsener Söhne und Töchter war, entdeckte eines Tages, daß die Mutter seiner Kinder ihre körperlichen Reize verloren hatte. Er heiratete eine junge Witwe von 18 Jahren, eine echt maurische Schönheit von erlesener Anmut. Sieben Tage und sieben Nächte wurde nach marokkanischer Sitte die Hochzeit des ungleichen Paares gefeiert. Dann ging der Gatte seinen Geschäften nach, und die junge Frau blieb mit der älteren Gattin und den Kindern ihres Mannes daheim. Mit diesem Moment brach die mühsam verhaltene Eifers sucht der zurückgesetzten Marokkanerin hervor. Im Verein mit ihren Kindern, die sie mit der Leidenschaft thres Zornes erfüllt hatte, stürzte sie sich auf die Störerin ihres Eheglücks. Nachdem die Bejammernswerte entfleidet und fest an ein Bett geschnürt war, setzte man sie geradezu teuflischen Fol tern aus. Man stopfte ihr heißen Brei in Mund, Nase, Ohren, brannte sie mit glühenden Eisen am ganzen Leibe und würde sie sicher getötet haben, wenn der Gatte nicht dazugekommen wäre. Nachbarn, die durch das Schreien der gefolterten Frau aufmerksam geworden waren, hatten ihn benachrichtigt. Er eilte in voller Hast nach Hause und fonnte es nur betreten, nachdem er die Türe gesprengt hatte. Der Familienvater ist Schußbefohlener einer europäischen Macht. Aber weder deren Konsul noch die einheimische Behörde kümmerte sich um den Vorfall. Wochen gingen da rüber hin. Nur zögernd entschloß sich endlich der Gouver neur, da das öffentliche Gerede nicht verstummen wollte und die Bevölkerung eine Sühne der schrecklichen Tat forderte, die beiden Söhne des Hauses ins Gefängnis zu stecken. Von der Schuld der älteren Frau nahm auch jetzt niemand Notiz. Was gilt die Frau in den Augen eines Marokkaners! .Das Opfer der Familientragödie ist von ihren schredlichen Wunden nach langer Krankheit wiederhergestellt, aber ihre Gesundheit ist für immer erschüttert. Man regt sich nicht übermäßig darüber auf, daß der ihr vor einigen Wochen angetraute Gatte, anstatt die Urheber des verübten Verbrechens ihrer gerechten Strafe zu überlassen, sich einzig und allein um die Haftentlassung seiner Söhne bemüht. Seine junge, verunstaltete Frau interessiert ihn nicht mehr. Drabtnachrichten und neuestes. Sturm auf eine Sparkasse. Berlin, 25. Februar. Infolge von Gerüchten, die bisher noch keine Bestätigung erhalten haben, erfolgte gestern auf den Rabatt- Sparverein Nord in der Brunnenstraße ein derartiger Ansturm von Leuten, die ihre Depots und Einlagen zurückforderten, daß er seine Zahlungen einstellen mußte und voraussichtlich Konkurs anmelden dürfte. Sturmschäden in Berlin. Berlin, 25. Februar. Durch den starken Sturm, der gestern nachmittag wieder herrschte, wurde in allen Stadtteilen großer Schaden angerichtet. Von der LazarusKirche löste sich ein Teil vom Dach des Turmes und stürzte auf die Straße herab, ohne jedoch Personen zu verleben. Durch den Umsturz eines Bauzaunes wurde ein zehnjähriger Knabe schwer verletzt. Am Bellealliance- Platz wurde ein Mann gegen eine Automobildroschke geweht und erheblich verletzt. Beschädigung der Bitterfelder Ballonhalle. Bitterfeld, 25. Februar. Die neue Parseval- Ballonhalle hat infolge des Sturmes sehr gelitten, sodaß sie nicht betreten werden darf. Blutiges Renkontre in einer Bar. Wilhelmshaven, 25. Februar. In einer von Marineoffizieren besuchten Bar kam es zwischen einem Leutnant und einem Handlungsreisenden zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Handlungsreisende dem Offizter einen Schlag in das Gesicht versetzte. Der Leutnant wollte den Schlag erwidern, wurde aber von Zivilisten daran gehindert. Er verlangte die Karte des Reisenden. Als ihm diese verweigert wurde, begab er sich in seine Wohnung und fehrte mit einem Revolver bewaffnet in die Bar zurück. Er gab auf den Reisenden mehrere Schüsse ab, ohne ihn zu treffen. Dagegen wurde ein Barmädchen durch mehrere Schüsse leicht verlegt. Bluttat im Fasching. München, 25. Februar. Nach einer Faschingskneipe der Brauereiakademiker kam es auf der Straße zu einer Rauferei, bei der ein Sudent von einem mastierten Unbekannten niedergestochen wurde und mehrere Kinder schwere Verlegungen erlitten. Sensationelle Offiziersaffäre. Mez, 25. Februar. Die Affäre des Leutnants E. vom Infanterieregiment Nr. 130, dessen Verhaftung gemeldet wurde, wird viel besprochen. Es hat sich herausgestellt, daß die Rettungsmedaille, die E. trug, auf unrechtmäßige Weise erworben war. Der Offizier hatte einen Jungen veranlaßt, sich ins Wasser zu stürzen und dann den Knaben gerettet". Vier Mädchen verbrannt. Bufarest, 25. Februar. In der Gemeinde Belcesti verbrannten infolge Umstürzens einer Petroleumlampe vier junge Mädchen in ihren Betten. Ein Schulhaus durch eine Lawine verschüttet. Moskau, 25. Februar. In dem Dorfe Aibge im Gouvernement des Schwarzen Meeres wurde das Schulhaus durch eine Schneelamine verschüttet. Dabei fanden 12 Knaben und 6 Erwachsene den Tod. Auf einer Eisscholle ins Meer getrieben. Reval, 25. Februar. Bei der Insel Lewensart löste sich eine Eischolle mit 500 Fischern los. Die Leute konnten bis jetzt noch nicht geborgen werden. Handel und Verkebr. Frankfurt, 23. Februar. Viehmarktpreise. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M,( Schlachtgew.) M-, b) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgew.) M 58-60, ( Schlachtgew.) M 93-100, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgew.) M 88-93, d) geringere Saugkälber( Lebendgew.) M 45-50,( Schlachtgewicht) M 76-85. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel( Lebendgew.) M 40-41,( Schlachgew.) M 84-86, b) ältere Masthämmel, geringere Mast lämmer und gut genährte junge Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgewicht) Mc) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Märzschafe)( Lebendgew.) M ( Schlachgew,), d) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgew.) M B. ( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M 49-50,( Schlachtgew.) M 62-64, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Klgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-48%,( Schlachtgewicht) M 60-62, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr. Lebendgewicht( Les bendgewicht) M 48-50,( Schlachtgew.) M 60-62, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Le bendgewicht) M 44-50,( Schlachtgewicht) M 56-61. Weidmastschafe: # 15 Vinntmachung. Aufrecht haltung der Sicherheit und Ordnung während der Fastnachtszeit betreffend. Nachdem in den letzten Jahren wiederholt Ausschreitungen an den Fastnachtstagen vorgekommen sind, werden wir, gleichwie im verflossenen Jahre, den Polizeiaufsichtsdienst in den verkehrsreichsten Straßen der Stadt an den Fastnachtstagen verstärken. Die Beamten sind mit strengster Weisung versehen, gegen alle Ausschreitungen unnachsichtlich vorzugehen. Alle Verkleidungen, sowie das Anheften und Verteilen von bildlichen Darstellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche gegen die guten Sitten verstoßen, sind verboten. Ebenso ist das unbefugte Tragen von Militär- und Beamtenuniformen untersagt. Aus feuerpolizeilichen Gründen muß das Tragen von Laternen, die mit Spiritus, Petroleum oder ähnlichen leicht entzündlichen Flüssigkeiten gespeist werden, bei Masfenbällen, Aufzügen oder ähnlichen Gelegenheiten ver= boten werden. In öffentlichen Versammlungen, wie insbesondere Ballsälen und Wirtschaften, ist inbetracht der Feuersgefahr das Werfen mit Papierschlan= gen, Papierschnitzeln oder sonstigen feuergefähr= lichen Gegenständen unzulässig. Außerdem müssen sämtliche Ein- und Ausgänge, sowie die korridore im Innern der Räume freigehalten werden und dürfen nicht durch Tische, Stühle, Bänke oder dergleichen verstellt sein. Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, sowie aus den Häusern darf nicht mit Orangen, Aepfeln oder sonstigen harten Gegenständen geworfen werden. Beim Werfen mit Papierschlangen ist darauf zu achten, daß die Leitungsdrähte der elektrischen Stra= ßenbahn nicht damit behängt werden. Aus gesundheitspolizeilichen Gründen ist das Aufheben und Ansammeln von Konfetti oder Papierschlangen von der Straße, desgleichen das Werfen mit aufgehobenen Konfetti oder Papierschlangen nicht zuzulassen. Ebenso ist der Verkauf und Gebrauch von Pfauenfedern und Federwedeln zu beanstanden. Sollten in letzterer Richtung Belästigungen des Publikums hervortreten, so ist die Beschlagnahme der Gegenstände zu gewärtigen. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden auf Grund der bestehenden gesetzlichen und verordnungsmäßigen Bestimmungen geahndet werden. Indem wir diese zur Kenntnis des Publikums brin= gen, richten wir an die Einwohnerschaft die Bitte, unsere Polizeiorgane in der Durchführung der getroffenen Maßnahmen nach Möglichkeit unterstützen zu wollen. Gießen, den 14. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Kunst und Wissenschatt. - 6000 Mark Preiseverteilt im Wal= 3er- Wettbewerb der„ Wo ch e". Nach Breslau, Wien und Stettin sind die Preise gefallen. Und die glücklichen Sieger sind Kapellmeister Siegfried Elsner, Frl. Fay- Foster und Tonkünstler Philipp retscher, der schon bei dem Volkslieder- Preisausschreiben der Woche" einen Erfolg erzielt hatte. Der Sieg ist den drei Komponisten nicht mühelos in den Schoß gefallen, denn jeder von ihnen hatte, wie wir dem soeben erschienenen Heft 1 der„ Woche" entnehmen, nicht weniger als 4221 Mitbewerber zu schlagen. Sie alle haben auf Grund eines im Juli v. J. erlassenen Preisausschreibens der „ Woche" versucht, zur Wiederbelebung des deutschen Tanzwalzers beizutragen, als dessen bisher unerreichte Meister Lanner und Johann Strauß gelten. Das Preisrichteramt bei der Fülle der eingesandten Komposi tionen keine beneidenswerte Arbeit hatten übernom= men: Kapellmeister Prof. Dr. Beier aus Kassel, ferner aus Berlin Prof. Grawert, erster Armee- Musikinspizient, Prof. Hans Hermann, Prof. Dr. Krebs und K. K. Hofballmusikdirektor Johann Strauß. 970 Walzer waren dem Preisrichter- Kollegium von einem Vorprüfungsausschuß vorgelegt worden, und unter diesen siebten die Preisrichter solange, bis erst 65, dann 18 und schließ= lich 9 Walzer übrigblieben. Außer den drei preisgekrönten wurden weitere 6 Walzer von der„ Woche" zum Ankauf erworben. Diese neun Kompositionen sollen unter dem Titel„ Tanzwalzer der Woche" Anfang Februar im Druck erscheinen. An dem Ergebnis dieses musikalischen Wettbewerbs ist besonders erfreulich, daß unter den 9 Siegern die meisten in der Deffentlichkeit noch wenig bekannt waren, und daß ihnen dieser Erfolg unter Umständen die Wege zu einer verheißungsvollen Zukunft ebnen kann. Holzverkäufe u.-Versteigerung. Winnerod: Dienstag, 28. Febr., vorm. 9 Uhr, am Igelsteich. Oberförsterei Brandoberndorf: Montag, 6. März, mittags 1 Uhr, in der Ernst'schen Wirtschaft Brandoberndorf. Oberförsterei Kirtorf: Dienstag, den 14. März, vormittags 8 Uhr, im Gasthaus zur„ Krone"-Kirtorf. Atzbach: Donnerstag, 2. März, bei Gastwirtin Müller in Azzbach von vorm. 9 Uhr ab. Drud der Gießener Berlagsdruckerei, Klein& Fischer. IVO PUHONNÝ. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo überragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( PflanzenButter Margarine) die tierifchen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am besten der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. Vergebung. Für die Großh. chirurgische Universitäts- Klinik in Bießen sollen für das Rechnungsjahr 1911 auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung bergeben werden: a) die Lieferung von: 1. Back, 2. Fleisch, 3. Kolonial- und Spezereiwaren, 4. Milch, 5. Butter, 6. Eler, 7. Bier, 8. Verbrauchs, 9. Toilette, 10. Schreibgegenständen, 11. Bürsten-, 12. Glas- und Porzellanwaren, 13. Scheuertücher, 14. Seife, 15. Soda, 16. Bohner wichse, 17. Gips und 18. 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Etu verschieden Vorstandes Das Hau des Reich folgte eine genommen gefchloffen Wilhelmshavenerstr. 28. *) 6 Gewerksch Gewinnliste gratis u. franko. Bestellungen bef. umgehend die Offerten Annahmestelle: A. E. Zantop, Bremen 26, Verantwortlich für die Redaktion i. B.: Albin Klein, für Rellame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. ung vom