en etz 0 geLoose Sept.cr. gen. a DO Mk. 32 00 Mk. 00 Mk. reffer von 00 Mk. verloost Aufsicht tie. enfrei, bei ksendung. infachsten portofr. v. " », 40 == Nummern bgegeben atis und ngen uman ude, str. 18, 17 ubpub eklame, e Aus Husstat sondern te, be barkeit, und die ung auf -Grund, e beste herême meisten en ird. brik er- Wilhelm assage. haus 129 gültigen ster bis ngen. h r nötig; d weiße Kochen. RF. Ha Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amtl. Bekanntmachungen - Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigangabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstage, Dounerstags, Samstags. Betesdeg 88.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuftripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 189. Telephon: Nr. 362. Bericht über die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen- Nassau und Waldeck im Juli 1911. Der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes Behörden Oberheffens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. Leider lassen die Berichte über die Lage des Arbeitsmarktes nicht genügend erkennen, ob und in welchem Umfange die anhaltende Hiße auf die Lage des Arbeitsmarktes und auf den Geschäftsgang eingewirkt hat. Immerhin ist aus einigen Mitteilungen zu entnehmen, daß in einer Reihe von Branchen eine derartige Einwirkung zu beobachten gewesen ist. So wird in Frankfurt a. M. darüber Klage geführt, daß für Backer, Auslaufer und Hausburschen die Arbeitsgelegenheit schlecht war. Das wird darauf zurückzuführen sein, daß bei einer großer Zahl von Branchen des Handels: gewerbes die Kauflust des Publikums eine geringe gewesen ist. Dagegen konnte für die Industrie ein schlechter Geschäftsgang infolge der Hitze nicht festgegestellt werden, wenigstens handelte es sich in solchen Fällen nur um Ausnahmen. So z. B. wird in der Industrie der Steine und Erden nach einem Bericht aus Mainz der Geschäftsgang als schlecht bezeichnet. In Wezlar dagegen waren die Marmorschleifereien und Cementwerke gut beschäftigt; auch die Hütten- und Walzwerke sind im vollem Gange. Von der Metallindustrie wird in Frankfurt a. M. die Lage als gut bezeichnet. Aus der Portefeuilleindustrie wird berichtet, daß gegen= über dem Vormonat teine Besserung eingetreten ist und daß im ganzen die Konjunktur etwas schlechter ist als im Vorjahr. In der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe berzet net Frankfurt a. M. einen flotten Geschäfts. gang. Gießen und Wildungen berichten von einem Mangel an Schreinergesellen. Aus dem Bekleidungsgewerbe wird über Mangel an Schuhmachern geklagt. Im Baugewerbe war die Lage in den einzelnen Städten verschieden. Bei den Buchdruckern hat sich die Lage verschlechtert. In der Landwirtschaft wurde im Berichts monat ein starker Mangel an Arbeitskräften fühlbar. Ebenso machte sich auf dem Lande der Dienstboten: mangel wieder stark bemerkbar. Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. August 1911. * Erledigte Lebrerftelle. Eine evangelische Lebrerstelle zu Holzmühl, Kr. Lauterbach. Mit der Stelle ist Lektordienst verbunden. Dem Inhaber fann eine Oriszulage bewilligt werden. * Die diesjährige Einstellung der Re= fruten wird erfolgen bei der Infanterie am 13. Of tober, bet der Kavallerie, der reitenden Feldartillerie und beim Train am 5. Oftober, bei der fahrenden Feld artillerie, der Fußartillerie und den Pionieren am 12. Oftober, bei den Jägern am 13 Oktober, bei den Militär Krankenwärtern und Dekonomie- Handwerkern am 3. Oktober, und für die Bespannungsabteilung am 5. Oktober. * Zur Marollofrage erläßt die Leitung des Deutsch bundes in Gotha folgende Erklärung: Dem Leutschbund erscheint ein Abkommen mit Frankreich ohne eine irgendwie geartete Wahrung der deutschen Belange in Marokko als mit der deutschen Ehre un verträglich. Sollte ein derartiger Ausgang der Verhandlungen zu befürchten sein, so wäre es besser, sie zerschlügen sich und die Deutschen blieben bo Agadir. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 26. August 1911. mit der Bezeichnung Zeitfignal Hamburg" anzumelden.| Die Zeitfignalverbindung wird wie eine gewöhnliche Verbindung mit Hamburg hergestellt und berechnet. Nach 3 Minuten wird sie getrennt. Die Hauptuhr der Sternwarte ist durch eine Signalleitung on das Fern. Sprechamt in Hamburg angeschlossen. Das Zeitsignal besteht aus einem sirenenartigen Tone, der von der 55. bis 60. Sekunde jeder Minute zu hören ist. Das Ende des Tons zeigt die Vollendung einer Minte an. Auf den Sirenenton folgt ein schnarrendes Geräusch, das sich aus kurzen und langen Tönen zusammensetzt und erkennen läßt, welche Minute einer Periode bon 10 Minuten verstrichen ist. In der übrigen Zeit der Minute, also bis zur 55. Sekunde, ertönt ein regel mäßiges Ticken. Interessenten erhalten von dem hiefigen Telegraphen Amt gerne weitere Auskunft. * Einen Scherz erlaubte sich heute früh ein Spaßbogel, der ein mit Blauftift geschriebenes GetraBlatt" folgenden Inhalts an dem Tor Seltersweg 83 befestigte: " Luftkreuzer, Schwaben" unterwegs nach Stassel; berühit Gießen vormittags 10 Uhr. Zahlreiche Passanten blieben stehen, um die„ neueste" Nachricht mit großem Interesse zu lesen; auch wurde verschiedentlich bei uns telephonisch angefragt, ob die Sache auf Wahrheit beruhe. Selbstverständlich handelt es sich wie schon eingangs angedeutet einen Scherz. nur um * Bad Nauheim, 26. Aug. Der Kontrolleur bei der Saline und Badeanstalt Bad Nauheim, Kanzleirat Peter Aletter wurde auf sein Nachsuchen vom 1. Oktober d. J. ab in den Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlaß wurde ihm die Krone zum filberneu Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. n Grünberg, 25. Aug. Eine der ältesten Kir chen in Oberhessen, das Gotteshaus der Gemeinden Behrheim und Stangenrod, wurde feierlich eingeweiht. Die Kirche ist um 1200 erbaut worden. Die Renovierungs: arbeiten begannen im Sommer 1910 und erforderten rund 14000 Mt. * Rendel b. Vilbel, 26. Aug.( Priv.- Tel.) Heute morgen um 5 Uhr ermordete der Sohn einer hiesigen wohlhabenden Bauernfamilie, Wilhelm Gunderloch, die aus fünf Köpfen bestehende Familie Friedrich Eberhardt. Der Täter flüchtete im Automobil nach Gronau zu. Ueber den Beweggrund der grauen collen Tat verlautet noch nichts bestimmtes. Zur Untersuchung der Mordaffäre sind heute vormittag Staatsanwalt Dr. Brill, Kriminalkommissar Müller sowie ein Schuhmann mit Kriminalkommissar Müller sowie ein Schußmann mit vier Polizeihunden von Gießen nach Nendel im Kraftwagen abgefahren. * Von der mittleren Bergstraße, 24. August. Da die Metzger trotz billigen Einkaufs mit Fleisch- und Wurstwaren nicht abschlagen, schlachten seit einigen Tagen die Bauersleute vielerorts selbst und verkaufen sämtliche Fleisch- und Wurstwaren für 65 Pfg. pro Pfund. * Lützellinden, 25. Aug. 3ahlreiche Fische im Kleebach sind gestorben. In Allendorf konnte man vor 14 Tagen die ganze Oberfläche des Baches mit toten Fischen bedeckt sehen, die stromabwärts trieben. Die Ursache des Fischsterbens scheint der niedere Wasserstand des Baches zu sein, -h- Ehringshausen, 25. August. Unser neues Freitag haben die ersten Kranken Aufnahme gefunden. vo Krankenhaus wurde dieser Tage abgenommen. Am * Man schreibt uns: Die Deutsche Band: wirtschafts Gesellschaft macht darauf aufmerk sam, daß die Anmeldefrist für die Beteiligung am dies. jährigen Preisbewerb für Bäuerliche Buchführung am 1. Oktober ds. Js. abläuft. Zu dem Preisbewerb zugelassen werden Buchführungen rein bäuerlicher Betriebe aus dem diesjährigen Ausstellungs gau, der umfaßt Großherzogtum Hessen, Hessen Naussau, Waldeck und die Thüringischen Staaten. Es stehen in 2 Klassen Preise im Einzelbetrage von 75 Mart bis zu 200 Mark zur Ve fügung, deren Anzahl je nach den Anmeldungen derart festgesezt wird, daß in der Regel auf 3-4 Bewe ber ein Preis zur Verteilung kommt. Die näheren Bedingungen, sowie der für die Anmel dung vorgesehene Fragebogen sind von der BetriebsAbteilung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft, Berlin SW. 11, Dessauerstraße 14 erhältlich. * Man schreibt uns: Den Teilnehmern an allen Ortsfernsprechnegen, die zum Sprechverkehr mit Hamburg zugelassen sind, wird es nach et ner Neuerung des Reichs Postamts künftig zu jeder Beit möchlich sein, ihre Zeit mit derjenigen an der Hauptuhr der Hamburger Sternwarte( genaue mitteleuropäische Zeit) zu vergleichen. Zu diesem Zwed ist lediglich erforderlich, be. dem Fernamt cine Verbindung -u. Launsbach, 25. Aug. Die Hebamme Sch. erhielt drei Monate Gefängnis, weil sie durch Fahrlässigkeit den Tod einer Wöchnerin herbeigeführt hat. t: Stockhausen, 25. Aug. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. beauftragt, einen ausführlichen Entwurf für eine Nebenbahn von Stockhausen ( Gießen- Koblenz) nach Beilstein( Dillfreis) aufzustellen. Die neue Strecke wird ein reiches Industriegebiet, vor allem viele Grubenfelder, Ton- und Basaltlager auf schließen und eine direkte Verbindung zwischen der Bahnbahn und der neuen Westerwaldqueibahn( Driedorf) schaffen. m- Limburg, 25. Aug. In einer hier abgehaltenen Sigung der Gesamt Ausschüsse der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden wurden weitere intensive Maßnahmen gegen die Futternot beraten. Es wird eine Zentralstelle für den ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 fs. Die 90 mm breite Zeile in: Neklameteil 50 fg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und whe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Sahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Domburs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Bettung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Verkauf von Straftfutter eingerichtet, die Landwirte sollen durch Flugblätter über die Maßnahmen aufgeflärt und vor der Viehverschleuderung gewarnt werden. Zur zweckmäßigen Verwertung des Viehs wurde eine Organisation gegründet. * Frankfurt a. M., 25. Aug. In der geftrigen außerordentlichen Hauptversammlung der Buderus'schen Eisenwerke, in der Mt. 6 643 000.- Aftienkapital bertreten waren, wurde die in der Juli- Versammlung lab. gelehnte Fusion mit der Bergbau Aktiengesellschaft Massen auf der alten Grundlage einstimmig genehmigt. Die Verwaltung der Zeche Massen hält aber aus for. melleu Gründen die nochmalige Genehmigung der Fusion durch eine außerordentliche Generalversammlung von Massen für erforderlich, die auf den 16 September ds. Js. einberufeu werden soll. Eingesandt. Die Sucht nach hellen Zigarrenfarben. Die augenblicklich herrschende Vorliebe der Raucher für helle Farben bei dem Einkauf von mit Sumatra und Java gedeckten Zigarren bereitet Fabrikanten arge Schwierigkeiten, denn Sie sehen sich hierdurch gezwungen, beim Einkauf von Sumatra und Javadectabaken auf hellfarbige Partien in ganz besonderer Weise ihr Augenmerk zu richten. Hierdurch werden natürlich im Konkur renzkampfe die Preise für hellfarbige Tabate ganz außerordentlich in die Höhe getrieben, sodaß der Fabri fant gezwungen ist, durch Ersparnisse an dem sonstigen Inhalt der Bigarre auf Kosten der Güte einen Ausgleich zu suchen. Es ist ja nicht ganz unbegründet, daß Raucher, die in der Lage sind, verhältnismäßig hohe Preise für ihre Zigarre anlegen zu fönnen, gern Bigarren faufen, die mit schönen hellfarbigen Tabaken gedeckt find. Wenn aber auch bei Zigarren mittlerer und selbst billigster Preislage solche hellfarbigen Decker berlangt werden, für deren Herstellung dem Fabrikanten bezüglich des Einkaufes des dazu nötigen Tabakmaterials absolute Grenzen in den Preisen gezogen find, die er, um nur einigermaßen seine Rechnung zu finden, nicht überschreiten kann, so muß das zu einem Mißverhältnis führen. Schon die überseeischen Pflanzer suchen die Menge des Hellfarbigen Deckmaterials durch Pflücken vor der Neife zu mehren. Eine weitere Folge ist, daß die Fabrikanten häufig mit Einverständnis threr Kunden das Deckblatt umgekehrt, nämlich die Unterseite der Blätter, die immer heller ist als die Oberseite, nach Außen rollen lassen. Dadurch erscheinen die Farben allerdings heller und grauer, aber der Raucher raucht tatsächlich dunkelfarbige Deckblätter, ohne es zu wissen. Naturgemäß liegen dann bei diesen sogenannten Links rollen auch die Adern der Blätter falsch, sodaß die Erhöhungen, welche durch die Adern hervorgerufen werden, anstatt nach Innen nach Außen zu liegen kommen. Dies gibt, namentlich wenn die Blattadern etwas start find, den Zigarrn ein unschönes Aussehen. Abgesehen von dem unschönen Aeußeren der Zigarre wird aber auch der Brand derselben durch diese Manier des Linksrollens ungünstig beeinflußt, da die Zigarren beim Brennen einen schwarzglasigen Rand ansehen und nicht so flott weggbrennen, als wenn sie rechts gerollt find. Da das schlechte Brennen der Zigarren aber wieder die Güte des Geschmackes herabsetzt, so hat der Raucher also auf diese Weise von seiner allzustarken Vorliebe für helle und graufarbige Zigarren nur Nachteile. Es fann ihm deshalb nur empfohlen werden, einmal einen Versuch mit weniger hellfarbigen Zigarren zu machen. Er wird dann finden, daß er hierbet bedeutend besser fährt. Daß die Qualität durch etwas dunklere Farben schwerer wird, ist bei den an sich leichten Qualitäten der Sumatra- und Javatabafe, die doch fast ausschließlich in Frage kommen, so gut wie nicht der Fall, namentlich nicht bei schönen Mittelfarben. Literarisches. Hans von Hefethusen, Ich finde den Weg. Elegant broschiert 4 Mf., in Leinen gebunden 5 Mk. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Zu den erfreulichsten Erscheinungen des diesjährigen Bücher. marktes gehört Hans von Hefethusens Roman„ Ich finde den Weg". Eine Fülle origineller Charattere iſt darin geschildert, das Band einer spannenden Handlung hält diese Fülle zusammen, der Stil ist lebhaft und anregend, packende Naturschilderungen geben einen Der Verfasser bersteht es, anziehenden Hintergrund. mit rein künstlerischen Mitteln das Interesse des Lesers von der ersten bis zur legten Seite zu fesseln. Vor dem zweiten Aft. Gambons nene Vorschläge. Botschafter Cambon wird, wie verlautet, der deutschen Regierung einen neuen Vorschlag zur Regelung der Maroffofrage unterbreiten. Danach soll Deutschland das französische Protektorat über Maroffo anerkennen, wogegen Frankreich wieder Deutschland volle wirtschaftliche Gleichheit zusichert. Dieses erhält ferner einen größeren Teil der Kongofolonie, tritt aber dafür an Frankreich einen Streifen des Kamerungebietes ab. Man glaubt in Paris zuversichtlich, daß dieser Vorschlag zu einer Verständigung mit Deutschland führen werde. Englands Rat an Frankreich. In einem Leitartikel über die Maroffofrage be= merkt die ministerielle Londoner Westminster Gazette", Frankreich habe England dafür entschädigt, daß es seine Ansprüche auf Marotto aufgab. Deutschland sei daher auch berechtigt, eine Kompensation zu fordern. Es verfolge eine rein geschäftsmäßige Politik. Frankreich müsse sich flar machen, daß es für das, was es, haben wolle, zahlen müsse. Der Gedanke, der bet einigen deutschen Zeitungen vorherrsche, daß England Frankreich zu einer aggressiven und unvernünftigen Haltung aufreize, set grundlos, wie auch der Gedanke, England erschwere ein Arrangement, um Deutschland an der westafrikanischen Küste einzuengen. Unser Rat an Frankreich," schließt der Artikel,„ geht dahin, einen ehrenhaften Abschluß der Verhandlungen allein im Auge zu behalten und nicht zu fnidern, wenn es wirklich dessen sicher ist, was es erhält." Keine Kriegsgefahr. Entgegen verschiedenen pessimistischen Preßäußerungen Brüsseler Blätter verlautet nach einer Brüsseler Meldung zuverlässig, daß die belgische Regierung aus Paris einen amtlichen Bericht erhielt, nach dem die Möglichkeit eines deutsch- französischen Marokkokrieges völlig ausgeschlossen ist. Auf Grund dieses Berichtes unterläßt die belgische Regierung die Maßnahmen, die sie im Falle einer Kriegsgefahr treffen müßte. Rundschau oom Cage. Politisches. Beim bevorstehenden Kaisermanöver wird eine der belden gegeneinander fämpfenden Armeen aus dem 2. und 9. Armeekorps, die andere aus dem Gardefprps und einem tombinierten Armeekorps bestehen. Dieses tombinierte Armeekorps wird der Generalleutnant Scholtz, Kommandeur der 21. Division in Frankfurt a. Main, befehligen. Als Führer einer der beiden tämpfenden Armeen nennt man den Generaloberst Fretherrn von der Golß. Das Gelände des Katjermanovers erstreckt sich nördlich von Berlin und dürfte öst= Itch von der Oder, westlich von einer Linte WismarSchwerin und der unteren Elbe begrenzt werden. Die Reichsfinanzen bessern sich. Im Etat für 1910 erschienen als Einnahmen aus der Reichsfinanzreform etwas über 290 Millionen Mart. Dieser Etatsanschlag ift, wie heute mitgeteilt werden darf, durch die Wirklichkeit um 18 Millionen Mart it berschritten worden. In dem Etat fitr 1911 ist der Anschlag auf über 320 Millionen Mart erhöht worden. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird dieser Anschlag nicht nur von der Wirklichkeit erreicht, er dürfte vielmehr mit einer Summe überschritten werden, die noch über den Ueberschuß des Jahres 1910 hinausreicht. Noch keine Bestimmungen über den Termin für die Reichstagswahlen. Gegenüber Berliner Zeitungsmeldungen, daß der 15. Januar 1912 als Termin für die Reichstagswahlen in Aussicht genommen fet, wird dem Wolfffchen Teleoraphenbureau von amtlicher Seite mitgeteilt, daß darüber noch keinerlei Bestimmung ge= troffen fet. Behörden und Futternot. In mehreren preußischen Provinzen veröffentlichen die Behörden Aufrufe, in denen die Landwirte aufgefordert werden, ihr Vieh trotz der Futternot durchzuhalten. Es wird den Gemeinden empfohlen, die Wiesen- und Ackerflächen, die nicht abgeerntet werden konnten, als gemeinsame Weideplätze zut benuben. Gleichzeitig sind vielfach gemeinnüßige Einfaufsstellen fitr Futtermittel im Ausland gebildet wor den, die bereits zu schleunigen Bestellungen auffordern. Außerdem halten diese Stellen Futtersaaten zu einer Herbstbestellung zum Einkaufspreis berett. Rur Arbeitslosenversicherung nahm auch der deutsche Handwerks- und Gewerbefammertag in Düffeldorf Stellung. Er verwirft prinzipiell fede Arbeitsloferversicherung, die auf einer anderen Basis als der der 5) Wetterwolken. Roman von M. v. Bu ch. ( Nachdruck verboten.) Nach Aufhebung der Tafel begaben sich die Gäste, um sich von den Anstrengungen der kulinarischen Genisse zu erholen, in den Garten. Auch die Majestäten geruhten, noch ein wenig frische Luft zu schöpfen, ehe sie ihre Sänfte zum Rückwege befahlen. Sie promenterten mit den übrigen Gästen des Brühlschen Hauses in den Wegen der kunstvoll geschnittenen Buchen- und Tarusbecken des Gartens. Dabet plauberte man von Festen und Schäferspielen, man sprach von den Festen, die man mitgemacht, von denen, die in nächster Zeit stattfinden würden, und tat, als ob das ganze Leben ein einziger Freudentag set. In zwanglosen Gruppen oder paarweise wanderten die Herrschaften. Baron Malzahn sab den österreichtschen und den französischen Botschafter Arm in Arm an einer plätschernden Fontäne stehen und beobachtete... Da wurde er plötzlich von der Gräfin Brühl an gesprochen: „ Mein lieber Baron, Ihren Arm, wenn ich bitten darf. Die lange Sigung im Speisesaale hat mich ein wenig ermitdet. So, danke. Verzeihen Sie, wenn ich mich ein wenig stütze." Und die schöne Frau lebnte ihren vollen Arm auf die dargebotene Stitze des Barons, der sich nicht versagen konnte, ihn ein wenig, ein ganz klein wenig aut drücken. Aus dem flatternden, mit echten Perlen überfäten Spizenärmel schimmerte der Arm so rosig- so schön so weich... Kurz und gut, Baron Malzahn konnte sich nicht verfagen, ihr ein Kompliment darüber zu machen. Ste lächelte geschmeichelt und fragte:„ Können die Preußen auch liebenswürdig sein?" " Aber, meine Gnädtaste, sollte unsereiner in solch Selbsthilfe beruht. Er hält insbesondere die Verwen dung gemeindlicher Mittel für eine ungerechtigkeit gegenüber denjenigen Ständen, welche wie der Handwerfer und der Kleingewerbetreibende noch schwerer um ihre Eristenz ringen als der gewerbliche gelernte Arbeiter. Er empfiehlt als vorbeugende Maßnahmen eine forgfältige Pflege und einen systematischen Ausbau des Arbeitsnachweises sowie die Bereitstellung öffentlicher Mittel zu Notstandsarbeiten. Zur Bekämpfung des Borgunwesens empfahl der Kammertag die Gründung von Einziehungsgenossenschaften nach einheitlichem Muster. Maroffo und die deutsche Industrie. Der Zentralverband deutscher Industrieller wies in einer Eingabe an den Reichstanzler auf die unbedingte Notwendigkeit hin, das deutsche Interessengebiet in Maroffo ungeschmälert zu erhalten und die deutschen wirtschaftli chen Interessen sicherzustellen. Das sei der entschiedene einmütige Wille des deutschen Boltes und vor allem der deutschen Industrie. Die Eingabe weist darauf hin, daß deutsches Kapital schon mit vielen Millionen in Maroffo beteiligt sei und gedenft der großen Möglichfetten, die durch die Erzlager, Wollschafzucht und Anbau von Rohbaumwolle sich der deutschen Eisen- und Textilindustrie darböten. 1800 Millionen für die franzöfifche Flotte werden in dem von der französischen Marinekommission erstatteten Bericht über das neue Flottenprogramm gefor= dert. Davon sollen 1200 für die Erhaltung und 600 Millionen für die Vermehrung der Flotte verwendet werden. Diese außerordentlichen Ausgaben sollen auf die Budgets von 1912 bis 1919 verteilt werden. In ausführlicher Weise beschäftigt sich der Bericht auch mit der Luftschiffahrt im Dienste der Marine und befennt dabet, daß Deutschland die einzige Macht sei, die gegenwärtig eine Flotte von Lentballons und zahlreiche Schuppen besitze Kleine Nachrichten. Der deutsche Kronprinz beendete seinen Jagdaufenthalt in Hopfreben. Die Abfahrt erfolgte am Donnerstag mittag im Automobil über Oberstdorf und Immenstadt. Die Kronprinzessin verbleibt in Hopfreden. Die Strecke Karibib- Windhut eröffnet. Nach einem der Firma Arthur Koppel in Berlin zugegangenen Telegramm ist der Betrieb auf der Umbaustrecke KaribibWindhut in Deutsch- Südwest am 22. d. M. durch Eintreffen des ersten fahrplanmäßigen Zuges in Windhuk eröffnet worden. Ueber den Diebstahl der Mona Lisa im Pariser Louvre hat die eingeleitete Untersuchung ergeben, daß die Diebe durch eine für jedermann offene Tür, die das Museum mit einem Saale für Gypsabgüsse verbindet, ungestört das Frete erreichen konnten. Durch einen Versuch ist festgestellt worden, daß ein geschickter Arbeiter ein Bild von der Größe der Mona Lisa in 2 Minuten von der Wand entfernen tann. Bisher fehlt noch jeder Anhalt über den Verbleib des Bildes. Die Steuerhinterziehungen des verstorbenen Reichsrats Dr. v. Clemm, von denen sett Wochen in der Presse die Rede ist, sind nunmehr amtlich festgestellt worden. Die hinterzogenen Steuern erstrecken sich auf die Jahre 1891-1898 und betragen fitr den langjährigen Wohnsitz des Reichsrats 46 400 Mart, während sie fitr die Stadt Ludwigshafen 167 000 Mart betragen. Die Gemeinde Saordt, wo v. Clemm die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, wird sicher eine ebenso hohe Summe erhalten. Berhandlungen zur Beilegung der Differenzen in der Metallindustrie find in Leipzig bereits eingelettet, und es ist Aussicht vorhanden, daß die weitere Aussperrung am 26. August, die einen gewaltigen Umfang angenommen hätte, unterbleibt. Das Opfer von Bahnhofsdieben ist in Königsberg t. Pr. eine Reisende geworden. Bet Abfahrt des Schnellzuges Eydtkuhnen- Berlin wurde der Dame eine Handtasche mit Juwelen im Werte von 40 000 Mark gestohlen. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Einsturakatastrophe in einem galtzischen Gottes: hause. In Bleniom stitrate während des Gottesdienstes der Chor ein und begrub 82 Personen; davon wurden 23 erdrückt und 59 erlitten tells schwere, teils leichte Verletzungen. Der Geistliche wurde ohnmächtig. Den Weltrekord im Ueberlandflua schlug gestern der amerikanische Luftschiffer Atwood. Er leate mit setnem Biplan die 1200 Meilen betragende Strecke St. Louis- Neuvort in elf Tagen ohne jeden Unfall zurück. Die tatsächliche Flugdauer betrug 27 Stunden. Der bisherige Weltreford war 1164 Mellen. Diamantenraub auf offener Straße. Als der Londoner Diamanthändler Hopton gestern morgen mit Diamanten im Werte von 60 000 Mart, die er in einem Eleinen Handkoffer bet sich trug, nach seinem Bureau ging, wurde er von zwei elegant gekleideten Indiptbuen überfallen. Während der eine ihn würgte, beraubte thn der andere seiner Juwelen. Beide sprangen in eine in der Nähe wartende Autodroschke und entfamen. Itebenswürdiger Gesellschaft das nicht lernen können?" Und Malzahn blickte seine Begleiterin bewundernd an. „ Als Wirtin und Gastgeberin haben sich Frau Gräfin heute selber übertroffen. Ein brillantes Diner, musterhafte Ausschmückung und jetzt, hier die Promenade, ist fie nicht allerliebst? Uebrigens," fuhr er nach einer Kleinen Bause fort, wo ist die Komtesse? Gräfin Beate ist zu meinem Erstaunen nicht zur Tafel erschienen. Aus welchem Grunde, wenn ich fragen darf?" „ Beate Die Gräfin zuckte die vollen Achseln. sträubte sich, zu diesem Diner zu erscheinen," sagte sie. „ Warum, weshalb? Gott weiß es. Sie behauptet, daß sie nicht wohl sei. Ja, mein lieber Herr Baron, Heutautage sind die Mädchen kränklich. Zu meiner Zeit war es anders." " Ist die Komtesse leidend?" „ Sie ist zart, allein, um offen aut sein, ich glaube, Beate ist verliebt. Ihr Vater wollte sie neulich mit einem böhmischen Edelmanne verheiraten. Eine fogenannte gute Partie. Aber das Kind wehrte sich mit Händen und Füßen. Auffallend, mein lieber Herr Ba ron. Nun, zwingen wollte der Graf seine Tochter nicht. Der Freter 30g ab. Veilà." Baron Malzahn fah plötzlich sehr ernst aus. Sein braunes, scharf geschnittenes Gesicht mit der Hohen, bretten Stirne und dem festen Kinne, das Ener gie und Tatkraft ausdrückte, überzog sich mit einer Teichten Röte. Er hatte es längst bemerkt, daß er der schönen, dunkeläugigen Beate von Brühl nicht gleichgültig war, aber. Ja, das Aber war in diesem Falle sehr groß. Er selbst hätte an eine Verbindung mit dem hübschen Kinde nie gedacht. Sie war Brühls Tochter, die Tochter eines Vaters, der als Sachsens allmächtiger Minister offen und ins geheim geaen Breuken konspirierte. Durfte und konnte Aus den Gerichtssälen. Wegen Bergehens gegen das Reichsviehfenchen gelet wurde von der Straffammer in Darmstadt als Berufungsinstanz der Landwirt Heinrich Schaard aus Dornheim zu einer empfindlichen Strafe verurteilt. Schaad hatte den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in seinem Stall bei dem Kreisveterinäramt nicht ange zeigt, auch die Milchlieferung nach auswärts fortgesetzt und geeignete Desinfektionsmaßnahmen unterlassen. Als schließlich in seinem Stall plöglich eine Kuh ver endete, wurde der Sachverhalt entdeckt und Anklage er hoben. Das Schöffengericht hatte daraufhin den Land wirt zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. In der auf Veranlassung des Kreisamts von der Staatsanwalt schaft erzielten Berufungsverhandlung wurde Schaad im Hinblick auf die Gemeingefährlichkeit seiner Handlungsweise zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Ein Fall schwerer Soldatenmißhandlung hat gestern vor dem Kriegsgericht der 19. Division in Hannover seine Sühne gefunden. Der Sergeant Mettner von der fünften Eskadron des Königulanenregiments stand unter der Anklage, dem Ülanen Schindewolf mit gezoge nem Degen zwei Hiebe über den Schädel und mehrere Hiebe über die Arme versetzt zu haben. Ferner wurde er beschuldigt, den Soldaten gewürgt und ihn mit ge zogenem Degen durch die Mannschaftsstube verfolgt au haben. Als sich der unglückliche Refrut seines Ver folgers nicht mehr erwehren konnte, sprang er aus dem zweiten Stock der Ulanenkaserne auf den Hof hinab, wo er mit inneren Verlegungen liegen blieb. Der Ser geant erhielt sieben Wochen Gefängnis. Vermischtes. ht Die fid fabe geft da Int forg Bab 100 res fach auff und Sw ben ver Bett gen Buf und gen mar then der Str in 9 die Nar Hate befi gab fede fabli wit diefe Doll Rop Die Luftschiffer beim Kaisermanöver. Das Lufts schifferbataillon wird sich voraussichtlich am 8. Septem ber ins Manövergelände zur Teilnahme an den dies fährigen Kaisermanövern begeben Der in Metz stationierte M 3 geht auf dem Bahnwege ins Manöver, ebenso der M 2 von Berlin aus. M 4, der bei seiner legten Füllung beschädigt wurde, dürfte für den Fall seiner rechtzeitigen Fahrbereitschaft in dec Salle zu Reiniden dorf stationtert werden. M 1 begibt sich zu den Festungsmanövern nach Thorn, die sich an das KaiserWenn Berlin aus den Ferien kommt. Bet der Rückkehr aus den Ferien sind, so wird aus Berlin be richtet, hinsichtlich der Beförderung von Gepäckstücken wieder sehr große Anforderungen an die Eisenbahnverwaltung gestellt worden. Während in der entsprechen den Zeit des Vorjahres auf den Fernbahnhöfen rund 245 000 Stück Gepäck antamen, betrug die Zahl der in der Zeit vom 1. bis 16. August d. J. eingetroffenen Gepäckstücke rund 281 000 Stitc. Das Todesurteil auf dem Billard. Ein frasser Fall verbrecherischer Roheit wird aus Paris berichtet: Vor einigen Tagen erschienen in einem Weinausschanke des Montmartreviertels mehrere Apachen und began nen eine Billardpartie. Das Spiel unterschied sich we fentlich von den dort üblichen Regelpartien", die gewöhnlich in wüste Kellereten auszuarten pflegen. Dies mal wurde mit größter Aufmerksamkeit und geheimnis vollem Eifer gespielt. Es handelte sich nämlich um ein Menschenleben. Die Apachen hatten ausgemacht, daß der Verlierer der Partie einen verhaßten Feind der Bande umzubringen hatte. Als das Spiel beendet war, nahm der Verlierer ohne Widerrede die Entscheidung an. Bald darauf wurde ein Arbeiter schwer verwundet vor der Tür eines Tanzlokals aufgefunden. Man setzte ihn in einen Wagen und brachte ihn ins Krankenhaus, wo er jedoch wenige Stunden darauf verschied. Die polizeiliche Untersuchung ergab nun, daß der Arbeiter von einem der beiden erwähnten Billardspieler erstochen worden war. Die Schwefter" ein netter Bruder. Nicht geringes Aufsehen erregt in Kustrin eine eigenartige Affäre, deren Schauplatz das dortige Krankenhaus ist. War da seit mehrere Monaten eine Schwester Räte" be schäftigt, die sich bald durch ihr zuvorkommendes und bescheidenes Wesen die Zuneigung aller erwarb. Unter ihrem liebevollen Blick und den treusorgenden Händen genasen die Kranken zusehends, was wunder, daß " Säte" immer mehr der Liebling des Hauses ward. Und auf Sitte und Anstand hielt sie gar sehr. Ganz frei von weiblichen Lastern" war Räte nun allerdings nicht. Heimlich tranf und rauchte sie; außerhalb der Anstalt sogar unheimlich", wie böse Zungen zu behaupten wagten. Plötzlich eines Tages war Räte" verschwunden, und nimmer fehrte sie wieder. Alle Ermittlungen über thren Verbleib waren erfolglos, bis jetzt der Staatsanwalt Licht in das gebeimnisvolle Dunkel brachte und zualeich durch einen Steckbrief Rätes Persönlichkeit enthüllte. Käte war ein- Karl", ein langgefuchter schwerer Junge" aus Berlin, der sich geschickt als Schwester" den Nachforschungen der Behörden zu ents ziehen gewußt hat. Schußmann und Fürsorgezögling. In der Schulstraße in Berlin sollte ein Fürsorgezögling namens Euler von einem Kriminalschutzmann festgenommen er als treuer Diener seines Königlichen Herrn eine Verbindung mit dem Hause Brühl anstreben? Er hatte die Schönheit und Grazie der jungen Gräfin, mit der er in der Dresdener Gesellschaft oft zusammengetroffen war, bewundert, hatte ihr Huldigungen erwiesen, wie fie jeder junge Mann einem jungen Mädchen erweisen fann, allein das war auch alles. Wärmere Gefühle hatte er ihr nie gestanden, nie beabsichtigt, sich ihr zu nähern. Freilich, hätten die Verhältnisse anders geTegen, so doch warum sich mit Sachen beschäftigen, dte außer jeder Berechnung liegen? Sein Verstand warnte thn vor unüberlegten Schritten. Noch immer sprach die Gräfin Brühl von ihrer Tochter, und zwar, wie Malzahn dünfte, mit einem ganz eigenen, vertraulichen Ton. Ja, schließlich fragte fie:„ Mein Iteber Baron, ich glaube, Beate hat ganz besonderes Vertrauen zu Ihnen. Haben Sie wirklich gar keine Ahnung, weshalb sie sich vor der geplanten Verbindung gesträubt hat?" Er erwiderte sehr höflich und sehr fühl:„ Erzellenz, wie käme ich dazu, das Vertrauen der Komtesse zu besitzen?" Und das war eine Antwort, die Erzellenz wenig zu befriedigen schlen. Das Paar wanderte, von den übrigen Gästen getrennt, durch einen stillen Nebenweg. Plötzlich hörte man schlürfende Schritte, und hinter einer Taruswand, die wie eine Auliffe vorgeschoben war, trat fe mand hervor. Dieser Jemand war ein alter, weißhaariger Mann mit gebeugtem Rüden, wie ihn die Arbelt am Schreibtische zu verleihen pflegt. Erstaunt betrachtete die Gräfin den ungebetenen Gast. Plötzlich begriff sie. Der da vor ihr stand, war Sekretär Menzel, der Vater ihrer Jungfer. ,, Unverschämter!" rief sie. Wie, Er wagt es, durch die Hinterpforte in den Garten zu bringen? mit ibm! Hier ist Seines Plates nicht!" Hinaus trait Schn Anz diate erfol Dar rent und dara von war aum ertet Flug valle vom rung Gar mor ger Erle war in e verfi burg Der groß nabe and Berl Beni Regi auf Spie beng Höhe Tere Stur die weif legu nicht fium tag 1 getro neu etwa unte legt britt der mich Gra befo terp Belt fie fo finde rief Grä Gefa Laffer mir 20tan wart das Freu ich ta Lüht bles faje ände Ste Das 1. Butehlenden rmitadt al Schaard au e verurteil Alauenjeud nicht ange ta fortgefen unterlaffen te Stub ver Antlage e t den Land In der au aatsanwalt rde Schaa einer Hand rurteilt. hat gestern Hannover ner von da & stand un mit gezoge ind mehrere erner wurde thn mit ge verfolgt au eines Ver er aus dem f hinab, mo Der Ser Das Luft 8. Septem t den dies Met statio tüver, eben tner letzten Fall seiner Reiniden ch zu den das Kaiser Bet der Berlin be Sepädstiden jenbahnver entsprechen höfen rund Zahl der in offenen Ge Ein traffer 8 berichtet: nausschante und began ied sich we n", die ge gen. 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Euler schoß auf sich selbst, brachte sich aber nur eine unbedeutende Wunde bei. Inzwtfchen hatten fich vor der Wohnung viele Menschen eingefunden, die gegen den Schutzmann Partei nahmen, da sie glaubten, daß diefer den Schuß abgegeben habe. In der allgemeinen Aufregung gelang es dem Fürforgezögling zu entkommen. Der englische Streit und die Kindersterblichkeit. Die Bahl der Todesfälle in Liverpool hat sich in der Streifwoche gegenüber der der Vergleichsperiode des Vorjahres nahezu verdoppelt. Die hohe Zahl ist in der Hauptfache auf die Steigerung der Kindersterblichkeit zurückzuführen, die einmal der Mangel an Nahrungsmitteln und zum andern der durch die Verhältnisse bedingte Zwang zur Folge hatte, Nahrungsmittel zu verwenden, die die Verkehrsstockung und das lange Lagern verdorben in die Hände der Konsumenten gelangen Ite= Ben. Die enorme Hize hat naturgemäß dazu beigetragen, diesen Mißstand zu verschärfen, und der schmutzige Bustand der Straßen sorgte vollends dafür, Magenund Darmkrankheiten bei den wenig widerstandsfäht= gen Kindern einen günstigen Boden zu bereiten. Daß man in Liverpool bereits von einer Hungersnot sprethen durfte, beweist die Tatsache, daß man häufig Kin= der auf der Straße fah, die gierig unter den auf die Straße geworfenen Speiseresten herumwühlten. Betrügereien einer Gesundbeterin. Ausfehen erregt in Neuyort die Verhaftung einer aewissen Adele Rique, die sich als Hohepriesterin einer Sefte ausgab, die den Namen, Freiheit der Seele" führt. Diefe Sette beschäf Hate fich mit Gesundbeten und Wunderheilungen und besitzt in ganz Amerika zahlreiche Anhänger. Die Rique gab nun einer Frau, die über Kopfweb Ilaate, den Rat, feden Morgen zu Gott zu beten und stets thr Gebet zu schließen:„ Lieber Gott, vergiß meine Seele nicht." Ste würde dann sicher von ihrem Uebel befreit werden. Für diesen Rat mußte die Frau der Hohenpriesterin sechs Dollar geben. Die Frau betete zwar eifrig, aber die Kopfschmerzen hielten nach wie vor an. Dadurch miß= trauisch gemacht, merkte die Frau, daß sie einer Schwindlerein in die Hände gefallen war, und erstattete Anzeige. Ihr schlossen sich eine Reihe weiterer Geschädigter an, woraufhin die Verhaftung der Gesundheterin erfolgte. Die erste deutsche Flugpatrouille. Ein Teil der Darmstädter Garnison hatte gestern nacht einen größeren militärischen Aufklärungsritt zwischen Darmstadt und dem Rhein auszuführen, bet der es hauptsächlich darauf ankam, eine feindliche Stellung in der Gegend von Gernsheim festzustellen. Die Kavalleriepatrouille war die ganze Nacht tätta, hatte aber thre Aufgabe bis zum Tagesgrauen noch nicht vollständta gelöst. Darauf erteilte der Kommandeur der Uebung den Befehl, eine Flugmaschinenpatrouille folle zur Unterstützung der Kavallerte eingreifen. Der Leutnant der Reserve Henne vom Ulanenregiment Nr. 6 in Hanau stieg unter Führung des Einfährtgen- Unterofftaters Reichardt vom Gardedragonerregiment Nr. 23 in Darmstadt um 5 Uhr morgens in einer Gulermaschine auf. Die beiden lieger löften die gestellte Aufaabe in etwa 1 Stunde. Nach Erledigung derselben überflogen sie die Meldestelle und warfen die im Aeroplan sofort geschriebene Meldung in einem beschwerten Kuvert herunter, Ueber eine wahre Ehrengarde von Großmüttern verfügt ein Sohn des Musikdirigenten Recke in Vienenburg a. H., der am vergangenen Sonntag getauft wurde. Der kleine Erdenbürger hat zwet Großmütter, 4 Urgroßmütter und eine Ururgroßmutter. Die letztere iſt nahezu hundert Jahre alt und noch vollkommen rustig und gesund. Des Kindes Engel. Ein Vorgang, wie er in der Berliner Unfallchronik einzig dasteht, hat sich in WetBenfee zugetragen. Das zweijährige Töchterchen eines Registrators war während der Abwesenheit der Mutter auf die Fensterbrüstung der Küche geklettert, um dem Spiel der Kinder auf dem Hofe zuzusehen. Die Kleine beugte sich weit nach vorn und stürzte fopfüber aus der Höhe des dritten Stockwerks auf den Hof hinab. Mehrere Male überschlug sich der kleine Körper bet dem Sturz. Entsetzt eilten Hausbewohner hinzu und trugen die Kleine nach dem Krankenhaus. Ueberraschenderweise vermochten dort die Aerzte nicht die geringste Verlegung zu finden. Auch innere Verwundungen waren nicht festzustellen. Deckeneinsturz in einem Berliner Vorortgymna= fium. Ein folgenschwerer Bauunfall hat sich Donnerstag mittag im Bismarckgymnasium zu Wilmersdorf zugetragen. In der Turnhalle der Anstalt stürzte eine neu aufgeführte Zwischendecke in einem Umfange von etwa 500 Quadratmetern ein und begrub dret Arbeiter unter sich. Zwei der Verunglückten wurden schwerverletzt unter den Trümmern hervorgezogen, während der • dritte mit leichteren Verlegungen davonkam. Schulkin der wurden nicht verletzt, da die Turnhalle zurzeit we„ Verzeihung," bat der Alte in unterwürfigem Ton, ich habe bereits zweimal den Versuch gemacht, Frau Gräfin zu sprechen. Allein Sie hatten der Dienerschaft befohlen, mich nicht vorzulassen. Da nun jetzt die Hinterpforte offen stand, trat tch etn." Flehend erhob er die Hände. Die Gräfin maß ihn mit finster gerunzelten Brauen. " Ich habe Ihn nicht vorgelassen, weil es mir an Zeit fehlte," sagte sie, und auf den Baron weisend, fuhr fie fort, und Er sieht, daß ich mich jetzt nicht allein befinde und folglich auch jetzt beschäftigt bin." „ Ich bitte auch nur um einen Augenblick Gehör," rief Sekretär Menzel,„ ich will die kostbare Zeit der Gräsin nicht lange in Anspruch nehmen." " „ Nun denn, was will Er, aber fasse Er sich furz." Da begann der Alte:„ Meine Tochter ,, Richtig," rtef dte Gräftn,„ das dachte ich mir, daß es seine Tochter betrifft. Also..." Erzellenz, meiner Tochter droht in Ihrem Hause Gefahr, ich weiß, ich fühle es. Darum bitte ich, entJaffen Ste sie aus Ihrem Dienste, schicken Sie ste zu mir zurück. Ich bin ein alter, tm Dienst ergrauter Mann, ich habe nicht mehr viel auf dieser Welt zu erwarten oder zu gewinnen. Allein ich möchte auch nicht das einzige verlteren, was tch befize, mein Kind, die Freude meines Mters! Und darum flehe ich Ste an, schicken Sie mir das Kind wieder." „ Und der Grund zu dieser Bitte?" fragte Erzellenz Fühl. In Menzels Wange steg etne helle Nöte.„ Auch dies sollen Erzellenz erfahren. Settdem der österreichtsche Lakat in Ihrem Hause wetlt, ist das Kind ganz verändert, nicht zit ihrem Vorteil, das tst mir aufgefallen. Stę hat Stimmungen und Launen, und ich will nicht, daß fie unglücklich werden soll." Der Alte zitterte vor Erregung. In den langen gen der baulichen Arbeiten nicht benutzt wird. Die Ur fache des Einsturzes soll darin bestehen, daß die Schalung der neuen Decke zu frühzeitig fortgenommen wurde. Die vereitelte Orientfahrt. Die Vereinigung für Mittelmeerfahrten( Siz Berlin) fündigte eine Orientfahrt ab Genua an. Als die Teilnehmer, die vorausbezahlt hatten, eintrafen, erfuhren sie, daß die Reise nicht stattfinde, angeblich wegen Choleragefahr. Die fitr eventuelle Fälle vereinbarte Rückzahlung des Reisegeldes konnte nicht erfolgen, da von etwa 50 000 Mart nur 5000 Mart vorhanden waren. Der Rest wurde für Vorausbezahlung des Dampfers und für Propaganda ge= braucht. Die Angelegenheit wurden dem Staatsanwalt übergeben. Wie Richter befreit wurde. Die Befreiung des Jenaer Ingenieurs Richter aus den Händen der griechischen Räuber ist tatsächlich gelungen. Der deutsche Konsul in Saloniki bestätigt, daß sich Richter wohlbehalten in Glassona aufhalte. Die Rettungsaktion ging von zwei Seiten aus, nämlich erstens von der türkischen Regierung, und zweitens vom deutschen Konsul. Die türkische Regterung stellte rund 5000 Mann zur Verfügung, die sich auf die Spur der Räuber begaben. Der Führer war der bekannte Hauptmann Hamid- Beg, der beste Kenner des Olympgebirges, wo Richter gefangen gehalten wurde. Er wurde darin von dem Major Halim- Ben unterstützt. Ihre Rettungsaktion ging streng systematisch vor. Die Nachrichten, die täglich durch die Presse gingen, daß Richter sich in Lebensgefahr befinde, oder daß keine Spur von thm zu entdecken fet, waren nur mit großer Vorsicht aufzunehmen, da tatsächlich fein Mensch genauere Mittellungen von den mit der Verfolgung beauftragten Bersönlichkeiten bekam. Man wußte aber sowohl an türfischer wie an deutscher zuständiger Stelle, daß dem Leben des Ingenieurs Richter keine Gefahr drohe, und daß seine Spur tatsächlich gefunden set. Jetzt ist die furze Mitteilung von seiner Befreiung gekommen. Weitere Nachrichten Itegen noch nicht vor, es ist darum auch weiter im Augenblick nichts darüber zu sagen, wie der Letzte Aft dieser eigenartigen Angelegenheit vor sich ging. Aber schon vor mehreren Tagen, als gerade gemeldet wurde, daß immer noch keine Spur von Richter gefunden set, hatten die Verfolger nicht nur die Spur entdeckt, sondern sie wußten ganz genau, wo sich Richter befindet. Es wurden sogar schon Unterhandlungen mit den Räubern eingelettet, da man das größte Interesse daran hatte, den Ingenieur lebend aus den Händen seiner Räuber zu befreten. Wie diese Befreiung nun tatsächlich erfolgte, wird wohl in kurzer Bett aufgeflärt werden. Inzwischen sind einige weitere Mitteilungen über die Befreiung Richters eingelaufen. Danach erklärte Richter bet seiner Ankunft in Elassona, er habe zunächst einige Tage auf türkischem Gebtet in der Umgebung des Klosters Sparpos verbracht und set später auf griechisches Gebiet überführt worden, wo er in zwet Dörfern bisher versteckt gehalten worden set. Dtenstag nacht fet er von den Räubern bis zur Grenze geführt und dann freigelassen worden. Ein Lösegeld wurde, wie weitere Depeschen im Gegensatz zu einer Meldung aus Saloniki besagen, nicht entrichtet, nur foll Richter den Räubern von Deutschland aus eine angemessene Summe senden. Die Gattin Richters, die sich in Jena aufhält, nahm dte Kunde von der Befreiung thres Gatten, die ihr auf Grund der Zeitungsdepeschen von einem Beamten des Beißwerks überbracht wurde, hocherfreut auf, begegnete thr aber mit zweifeln, da sich die bisherigen Mitteilungen über das Schicksal thres Gatten fortgefeßt widersprochen haben. Ste meinte, es set in der letzten Zeit zuviel geschrieben worden, erst wenn sie ein direktes Lebenszeichen von ihrem Manne erhalte, werde sie überzeugt und beruhigt sein. Die letzte schriftliche Nachricht von ihrem Gatten erHtelt Frau Richter auf einer Postkarte am Tage vor feiner Gefangennahme. Settdem wartet sie still und gefaßt auf eine glückliche Wendung. Tieferschitttert war Richters 80tährige Mutter, die unter der quälenden Ungewißheit fehr gelitten hat. Ste hatte bereits den Entschluß gefaßt, froß thres hohen Alters nach Saloniki zu reisen, in der Zuversicht, daß eine Mutter erreichen müßte, was allen anderen unmöglich schten. In Jena war ein Komitee in der Bildung begriffen, das die Reise der alten Dame mit Rat und Tat unterstützen wollte, und auch von der Reichsregierung war der Mutter Richters fede Förderung zugesagt worden. Drabtnachrichten und neuestes. Beratungen der französischen Regierung in der Marokkofrage. Paris, 25. August. Offiziös wird gemeldet, daß der Ministerpräsident sich zum Präsidenten Fallteres Dienstfahren hatte er gelernt, sich zu beherrschen. Aber man sah es thm an, wie schwer es ihm wurde. Die Gräfin schüttelte den Kopf.„ Er sieht Gespenster, Menzel." Der Angeredete neigte das Haupt.„ Wollte Gott, tch grämte mich umsonst. Aber ich fürchte, das ist nicht der Fall. Und wenn, dann sollten Sie es einem beforgten Vaterherzen zugute halten. Geben Sie mir das Kind zurück." Die Gräfin lächelte. " Genug mit diesem larmoyanten Unsinn, Menzel! Ich habe es gut mit Setner Tochter gemeint, dadurch, daß ich sie in mein Haus genommen habe. Wenn Er ste wieder haben will, bien! Aber erst muß ich Ersaz gefunden haben. Das sieht Er doch hoffentlich ein." „ Und wenn es dann zu spät ist, Frau Gräfin?" rief der Alte.„ Nein, Frau Gräfin, verzeihen Sie, wenn tch widerspreche, aber gleich soll sie zu mir kommen, tetne Beit soll ste verlieren." pört. И " Das ist unmöglich, Menzel," rief die Gräfin em,, Und wenn ich Sie bitte, anflehe. Und der Alte sant vor der schönen Frau auf den Boden und umfaßte thre Knte. ,, Wenn ich Sie bitte, wenn ich Sie bitte." „ Er ist außer sich," rief Erzellenz empört. Dergleichen Szenen alterieren mich, und dabet verderbe tch meinen Tetnt. Denn, was Seine Tochter anbetrifft, fa, Menzel, schließlich kann es da auch schon jetzt zu spät fetn." - Da sprang der Alte auf seine Füße. Zornbebend knirschte er: " Frau Gräfin haben mir einst versprochen, über mein Kind zu wachen. Haben Sie Ihr Versprechen so schlecht gehalten?" Er ist verrückt," meinte die Gräfin. Vorwürfe begeben habe, um mit ihm über die Maroffoangelegen helt zu konferteren. Botschafter Cambon ist seit gestern abend etwas unwohl, doch glaubt man, daß das Un wohlfein nur von furzer Dauer sein und den Bot schafter nicht hindern wird, in der nächsten Woche nach Berlin zurückzukehren. Noch kein Lebenszeichen von Richter. Jena, 25. August. Bei Frau Richter find bisher eine ganze Anzahl Glückwunschtelegramme zur Bes freiung ihres Gatten eingegangen. Dagegen vermißt fie noch immer schmerzlich ein Lebenszeichen von ihrem Manne. Auch bei der Firma Carl Betß sind bisher weitere Nachrichten nicht eingetroffen. Bon Wespen überfallen und schwer verleẞt. Hamburg, 25. August. In der Nähe von Papen burg wurde eine Arbeiterfrau mit ihrem zweijährigen Söhnchen von Wespen überfallen. Das Kind wurde derartig zerstochen, daß ein sofortiger ärztlicher Eingriff nötig wurde. Die Frau wurde ebenfalls schlimm zugerichtet. Keine Spur vom Dieb der Mona Lisa. Paris, 25. August. Die Untersuchung in Sa chen des Diebstahls der Mona Lisa aus dem Louvre ist bisher noch völlig ergebnislos geblieben. Es steht aber fest, daß bei der Ueberwachung des Louvre eine strafwürdige Nachlässigkeit geherrscht hat. Ein Beamter erklärte dem Untersuchungsrichter, daß er am Montag auf dem Bahnhof Orsay einen Mann beobachtet habe, der mit einem in eine Pferdedecke eingeschlagenen Bild in großer Gile den Zug nach Bordeaux bestiegen habe. Der Bahnhof Orsay liegt in der Nähe des Louvremu feums. Es wurden zwar sofort Nachforschungen an gestellt, die sich indessen als ergebnislos erwiesen haben. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. Die Preisbewegung am Berliner Getreidemarkte richtete sich in der am 23. August zu Ende gegangenen Berichtswoche fast ausschließlich nach der wechselnden Witterung. Demgemäß schwankten die Notterungen, stellten sich aber schließlich für Brotfrucht gegen die Vorwoche etwas niedriger, weil in verschiedenen Teilen Deutschlands ergiebige Regenfälle niedergegangen sind, und die Aussichten für die Kartoffelernte etwas gebessert haben. Von Roggen sind größere Mengen nach Rußland und Böhmen ausgeführt worden, anderseits haben sich aber bei der Unmöglichieft, die Schiffahrtsstraßen zur Versendung zu benutzen, bei den Provinzhändlern große Bestände angesammelt. Es muß abgewartet werden, welchen Einfluß diese Borräte nach Wiederaufnahme der Schiffahrt auf die Preisgestaltung gewinnen werden. Ferner ist zu beachten, daß größere Mengen russischen Roggens nach Hamburg unterwegs find. Doch zeigt sich dafür bis jetzt nur wenig Interesse, was zum Teil sich aus der Behinderung der Binnenschiffahrt erklärt. Für Weizen fehlt es an Export. Eine Stütze bot dem Weizenmarkte die Festigkeit Rußlands. Große Festigkeit befundete wiederum Hafer. Das BerItner Proviantamt mußte für seine Einkäufe rund 179 bis 180 Mart anlegen. Die Terminpreise sind um 2 bis 3 Mart gestiegen. Desgleichen haben sich die Preise für Futtergerste und Mais gehoben. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 204,25 Mt.. Roggen 172,00 Mt., Safer 171,25 Mt.. Mais 158.75 Mr. Preise des städtischen Schlachtvtehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischiae, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 78-84 M., b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71 bis 80 M., c) mäßig genährte junge und aut genährte ältere 62-68 M. 2. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73-80 M, 6) vollfletschige jüngere 71-76, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66-74 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischiae ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- bis- M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 63-68 M., C) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Klihe und Försen 58-64 M., d) mäßig genährte ühe und Färsen 55-58 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M. f) gering aenährtes Jungvieh( reffer) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 103 M., 6) feinste Mastfälber 92-98 M., c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 80-90 ML, 5) geringe Mastund aute Sauafälber 72-81 M., e) geringe Saugfälber 55-69 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und füngere MastHammel 70-76 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 60-68 M c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56-64 M. 6. Schweine: a) Fettichweine über 3 Zentner Lebendge= wicht 61 M., b) vollfleischige Schweine 240-300 fund 59-61 M., c) vollfleischiae 200-240 fd. 58-61 M., 5) vollfleischiae Schweine 160-200 23f5. 56-60 M. e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfd. 53-60 M, f) Sauen 53-54 M macht Er mir? Was soll das heißen? Weiß Er nicht, wer ich bin?" Der Alte hörte nicht. Er ballte die Faust. " Wenn es zu spät sein sollte, Frau Gräfin," stieß er zähneknirschend hervor, so so lassen Sie sich gesagt sein, für die Schande meiner Tochter mache ich Ste verantwortlich, Sie allein. Ich räche mich einst, so gut ich kann!" „ Was, Drohungen!" rief die Gräftn, aus meinen Augen! Soll ich die Dienerschaft rufen, damit sie Ihn auf den Weg bringt?" Aber die Anwendung von Gewaltmitteln erwies sich als nicht nötig. Menzel war den Weg zurückgegangen, den er gekommen, er war hinter der Taruswand verschwunden. Die Stelle, wo er gestanden hatte, war leer. ,, Eine unangenehme Szene!" rief die Gräfin, und thren Arm in den ihres Begleiters legend, fügte ste mit leicht vibrierender Stimme, in der die Aufregung der letzten Szene nachklang, hinzu ,, Gehen wir zu unseren Gästen." Es war auch hohe Bett. Die Majestäten hatten die Sänften befohlen und standen im Begriff, sich von ihren Wirten zu verabschieden. Bald darauf verließen auch die übrigen Herrschaften den Garten. Müde und abgespannt gingen die Wirte ins Haus. Die Gräfin führte den Gatten in the Boudotr. " Nun," fragte der Minister, trgend etwas erreicht?" Antonte zuckte die Achseln.„ Lelder wenig, metn Freund. Dieser Preuße ist ein rechter Stock. Ich habe meine ganze Liebenswürdigkeit an ihn verschwendet, aber er Iteß sich nichts merken. Kaum daß er, so en passant, nach unserer Tochter fragte." ( Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Das Rosieren, Haar- und Bartschneiden sell alsbald bergeben werden. Reflettanten wollen ibre Angebote bis spätestens bei uns einreichen. 1. September d. 36. In den Angeboten find die Bedingungen, die bei uns zur Einsicht offen liegen, anzuerkennen. Gießen, den 24. Auguft 1911. Kaffee- Rösterei Jakob Maternus Großh. Direktion der Landesirrenanstalt gebrannte Kaffee cand. bei Gießen. Arbeitsvergebung. Die zum Neubau des Kath. Vereinshauses erfor derlichen Installationsarbeiten wie Gas- u. Wasserleitung, Entwässerung, die elektrische Beleuchtungsanlage, sowie die Lieferung von Tischen nne Stühlen sollen vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei dem Architeften Garnon, Stirchstraße 16 offen, woselbst auch Angebotsformulare gegen Erstattung der Selbstloften be zogen werden fönnen. Angebote sind bis spätestens Montag den 4. September 1911, abends 8 Uhr einzureichen an den Katholischen Kirchenvorstand in Gießen. Arbeits- Ausschreiben. Die zur Herstellung des Kleinpflasters unter der Bahnunterführung bei Klein- Linden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen wäh red der Dienstslunden auf dem Amtszimmer des Unter zeichneten( Regierungsgebäude auf dem Landgraf Philipp Platz, Zimmer Nr. 23) zur Einsicht offen, woselbst die Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungsfoften abgegeben werden, mit entsprechender Aufschrift bersehen postfrei bis Dienstag den 29. d. Mts. vormittags 10 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 18. Auguft 1911. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V. Knöll. Restaurant winanor. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbräu, hell 3/10 Ltr. 10 Pfg., dunkel/ 10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. Garten Herrliche Turmaussicht. Korporationen und Vereinen grosse u. kleine:: Säle zur Verfügung. Auto- Garage und Pferdeställe. 297/1 - Kohlheyer. Gasthof, Zur Krone Wetzlar, Sophienstraße 35. Schöner Saal mit Veranda. Schattiger Garten Gute Küche Bei Ausflügen sehr zu empfehlen. Hotel- Rest. empfiehlt 33 22 melange naturell . 31 33 B . Pfund 1.25 Mk 27 1.30 1.35 +33 39 37 Feine Mischungen 1.40, 1.50 bis 2.- Mk. Grosses Lager in Roh- Kaffee. 245/4 Persil Waschmittel Millionenfach im Gebrauch! Unerreicht in Wasch- und Bleichkraft. Wäscht von selbst ohne Reiben und Bürsten, ohne Zusatz von Seife und Waschpulver. Nur einmaliges-, stündiges Kochen. Garantiert unschädlich! 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Dort oben noch fast unberührte Natur in aller Herbheit und erschreckenden Größe, und hier jauchzende Lebensbejahung, eine staunenswerte Anspannung aller Kräfte, eine blendende Offenbarung von Kunst und Natur, eine Geschichte, die uns aus Dentmälern und ragenden Bauten eindringlich predigt von dem Auf und Nieder des Menschengeschlechtes. Und da hinein, wie mit tausend Augen uns grüßend, das blaue Meer, die schaukelnde Brücke aller Erdteile und Nationen. Über meine Seele war es wie ein Rausch gekommen, da ich noch an demselben Abend meiner Ankunft mich durch die flimmernde Pracht der nordischen Königin dahintragen ließ. Musit an allen Ecken und Enden, wogende Menschenmassen, die sich in der lauen Sommernacht lustwandelnd ergingen. Lachen und Gläserklingen aus den Gärten, Blumenduft, den die öffentlichen Schmuckanlagen ausströmten, und dies alles von einem Lichtermeere übergossen, das von Markt und Straßen, Hafen und Kais in Millionen Sternen grüßte und sich dann in nächtlichen Wasserbreiten noch einmal widerspiegelte. Lind darüber ein anderer Sternenhimmel! Da binein tauchend Kuppeln und Türme, Paläste und Brücken, und vor allem in gebieteeuzplatz 5. chmaschine.- utz. 190. acobsohn, en- u. Fahrra nungen grati billigst. Jabl Friedrich Teipel, Giessen Spezialhaus für Kurz-, Weiss- und Wollwaren Markt 16. - Geburts- Anzeigen- Verlobungs- Anzeigen Rheinweine Hochzeits- Zeitangen sowie alle anderen Drucksachen für Private, Behörden, Geschäftsleute etc. liefert gut und preiswert Giessener Verlagsdruckerei Giessen, Seltersweg 83( Haus Brüder Schmidt). 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Das eine steht aber fest: Stockholm ist eine der schönsten Hauptstädte Europas. Sie weicht zugleich aber auch jedem Vergleiche mit ihren Wettkämpferinnen aus. Stockholm ist ganz eigenartig. Das liegt daran, daß das Wasser den Grundakkord im Gesamtbilde ausmacht. Diese unsagbare Fülle von Seen, Kanälen, Strömen, Buchten, Inseln, Gärten und Felsriffen, es hat etwas Verwirrendes, Blendendes, Ungewohntes, leiht dem Stadtbilde so viel Bewegung, Farbenfreude, Wechsel und Reiz, daß über jeden Fremdling zuerst sicherlich etwas wie Verblüffung kommt. Mälar See und Saltsjön( Ostsee) greifen von Westen und Osten tief hinein bis in das Herz von Stockholm. Im Mälar- See allein schwimmen gegen 1200 Eilande, und diese zeigen auf grünem Grunde mehr denn 200 Paläste und malerische Landsize. Und das Inselgewirr der Ostsee bietet ein ähnliches Bild. Ein anderer Reiz Stockholms liegt aber auch in den Gegensätzen, die uns auf Schritt und Tritt fesseln. Mitten zwischen stolze Paläste und glänzende Basare schiebt sich plöglich eine ſtarre, dunkle, von Gras und Gesträuch bewachsene Granitklippe ein, uns erinnernd, daß wir uns in jenem Lande befinden, das vor Jahrmillionen zur Eiszeit seine Steinmassen bis ins Herz Deutschland sandte. Ganz Schweden ist fast bedeckt damit, und wer das stille Land in tagelanger Fahrt geschaut hat, der hat oft auch gesehen, daß selbst auf wohlbestellten Ackerfluren immer wieder der Pflug achtungsvoll diesen Steinriesen ausweichen mußte. Auch eine Fabrt durch die herrlichen Schären erzählt uns fort und fort von dieser gewaltigen Steinwanderung einer vorgeschichtlichen Zeit. Prangende Gärten, aus deren Rosenbosketts und Baumwipfeln zierlich geschnitte und kunstvoll gefügte Bolkstypen und Landschaftsbilder aus Schweden. ( Links ein Lappe.) 展 Schiroftowellen bei Abbazia. Kürzlich wurde Trieft und die benachbarte adriatische Rüfte von einer verbeerenden Springflut beimgesucht. Jm Hafen von Triest wurden die größten Schiffe wie Nußschalen bin und ber geworfen, und so mancher brave Seemann fand angesichts des ficberen Landes ein Grab in den Wellen. Die größeren und fleineren Kurorte der sogenannten österreichischen Riviera blieben jedoch so gut wie verschont von dem schweren Unwetter. Auch die Perle des Adriatischen Meeres, das entzückend gelegene Abbazia, das Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef gemeinschaftlich besuchten, und in dem der jeßige König von Sachsen geweilt bat, wurde von der neuesten Katastrophe nicht beimgesucht. Abbazia ift in den letzten Jahren immer mehr in Aufschwung gekommen und wird beute von vielen Badegästen und Touristen besucht. Der Kurort wird binnen turzem ein großartiges Kurhaus erhalten, das die Frequenz des Bades Eine Kaukasusfahrt. Einem Wunsch des Saren folgend, legte Prinz Alerander Detrowitsch vonOldenburg, am Schwarzen Meer, im Schuge bewaldeter Höben, an der östlichen Küfte einen Badeort an, der jest, im Aufblüben begriffen, infolge seiner prachtvollen Lage, feiner tropischen Vegetation eine große Zukunft zu baben verspricht. Gagrb, so beißt der Plas, bietet nicht nur die schönsten Spaziergänge, sondern auch hervorragende Gelegenheit zur Jagd auf Wildschweine, Hirsche, Bären und Gemsen. Prinz Alerander Detrowitsch, dessen unermüdlicher Fürsorge der Ort in den zebn Jabren seines Bestebens die Entwicklung aus einer blubenden Wildnis zu einer tomfortabeln flimatischen Station für Erbolungsbedürftige verdankt, pflegt vom Frühjahr ab in seinem am Bergabbang erbauten prachtvollen Schlosse zu refidieren. Auf seine Anregung veran lagte fürzlich der Norddeutsche Lloyd einen Abstecher der Schleswig auf ihrer noch verstärken dürfte. Vor allem bat die Natur diesem Geebabe einen Rahmen von verschwenderischer Dracht gegeben; ed find die land. fchaftlichen Reize Abbazias, bie eines jeben Besuchers Sers gefangen nebmen: dies Bild prägt sich für alle Zeiten in deffen Seele ein. Und wer diesen Fleck Erde einmal gefeben bat, wird sich nicht wundern, daß jüngst ein Naturfreund in einem Vortrag über feine einfäbrige Fußwanderung quer durch Europa von Hammerfest bis Tunis, den Preis der land. schaftlichen Schönbeit Abbazia zuerfannte. und dieser Zauber ift ed, die Pracht der schönen, fich ununterbrochen aneinander reibenden Tage, bie eine fo sonnige Seiterfeit in das Gemüt der Babenben sentt. Mag überall Treiben die Note unanderen Badeorten im allgemeinen gebundener Fröbliteit durchtlingen, bier ift fte noch um einige Töne böber. an Schwarze Meerfabrt nach Gagry, und der gaftliche Fürst bereitete feinen 140 Gästen eine Aufnahme, welche bie fübnften Erwartungen überſtieg und allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. An langen Spießen waren etwa 30 Ochsen und Hammel gebraten worden, mächtige Störe wurden aufgetischt, Raviar in un esabiten Mengen gereicht, nachdem zuvor eine Schar Be. rittener mit gewaltigen Broten daberfam, deren Inbalt sich nacbber als warme Dafteten entpuppte. Bein und Sett flossen in Strömen. Von Zeit zu Zeit ergriffen die faufafischen Für. ften die bis zum Rand gefüllten Büffelbör ner und leerten fte btd Aum Grunde. Die ganze Aufma dung war eine so prächtige, bie Bewirtung inmitten der fremdländischen Mensaben und der wunderbaren Natur eine fo fürstliche, bay man ein ärden zu erleben glaubte und fich in tas Eolaraffen land versett fübite. Leibkosaten des Brinjen von Oldenburg fingen nationale Soldatenlieder. издафо ис 6 Eine Beſteigung des Fuji- no- yama. gegen 6 Uhr Gotemba,*) von wo die Bahn nach Tokio führt. Der Abstieg ist natürlich viel leichter als der Aufstieg. Obwohl es schon ziemlich spät war, um noch die Tour nach dem Gebirge Hakone zu unternehmen, machten wir uns dennoch auf den Weg. In der dunklen Nacht fiel uns der steile Pfad etwas beschwerlich. Wir hatten geglaubt, daß das Gebirge von Gotemba höchstens 28 km entfernt sei und wir es in 4 Stunden bequem erreichen könnten. Wir hatten jedoch die Entfernung unterschätzt; denn als wir auf dem Gipfel Otome. toge antamen, war es bereits nach 7 Uhr. Gegen 10 Uhr tamen wir in das Dorf Sengokudani, das wir irrtümlicherweise zuerst für Hakone hielten. Hakone war jedoch noch etwa 12 km entfernt. In tiefster Finsternis setzten wir unter Fackelbeleuchtung unsern Weg fort. Für die Gebirgsbewohner war unser nächtlicher Fackelzug ein seltenes Schauspiel. Nachdem wir den steilen Abhang hinabgestiegen waren, kamen wir kurz vor Mitternacht an ein großes Haus. Die Tür war jedoch geschlossen, und wir vernahmen, abgesehen von dem fortwährenden Zirpen der Grillen, keinen Laut. Weit und breit war auch kein Licht zu erblicken, und nur die Leuchtkäfer flogen umber. artigen Ablick; fortwährend spritzt der weiße Schaum der an die Felsen anprallenden Wellen hoch empor. Das tiefe Tal ist von zahlreichen hohen Bergen umgeben, die mit schönen Fichten und Tannen bewaldet sind und Kiga und Sokotura teilweise umgrenzen. Felsen von sonderbaren Formen, stellenweise mit buntem Moos bewachsen, stellenweise ganz kahl, geben den Bergen ein romantisches Aussehen. In der Nähe eines Felsens gab es viele Fichten in horizontaler Richtung, einige waren sogar mit den Kronen nach unten gerichtet gewachsen. Wir hatten das Gefühl, als cb die schöne Frühlingszeit wiedergekommen wäre, denn trotz der heiße. sten Jahreszeit war die Temperatur sehr angenehm. Der Tag bricht hier sehr spät an, und nur ab und zu kann man zur Mittagszeit die Sonnenstrahlen auf dem Gipfel des Berges sehen. Die Betrachtung der kleinen und großen von Fels zu Fels springenden Wasserfälle ist ein großartiger Genuß. Wir ergötzten uns an der herrlichen Umgebung und erquickten uns an den heißen Brunnen, die unsere Gemüter zu frischem Leben erweckten. Am nächsten Morgen nahmen wir die Sehenswürdigkeiten Sakones in Augenschein. Es gibt dort viele heiße Brunnen, von denen die Mehrzahl ebenso berühmt ist wie die Mineralbäder. Im Sommer wird der Ort mit seinen zahlreichen schönen Häusern von vielen Fremden aus Tokio und andern Orten besucht. Am Abend kehrten wir in unser Gasthaus zurück, das, am Ufer des Flusses inmitten einer reizenden Landschaft gelegen, ein angenehmer Aufenthaltsort war. Die Zimmer des zweistöckigen Gebäudes waren schön und behaglich eingerichtet; der Garten enthielt einen Hügel und einen Teich, in dem ein Wasserfall, unter den zerstreuten Felsen des Hügels durchfließend, sein kristallhelles Wasser Ein Blick vom Fuji. Einer der Mitreisenden machte uns schließlich auf den leisen Klang einer Glocke aufmerksam. Wir horchten, konnten aber nicht feststellen, aus welcher Richtung der Schall tam. Ohne weitere Erlebnisse erreichten wir bald ein kleines Dorf, wo ein Licht uns vermuten ließ, daß die Bewohner noch nicht zur Ruhe gegangen seien. Wir betraten das betreffende Saus, um uns nach dem Wege zu erkundigen und uns eine Laterne zu leihen. Die Bewohner waren jedoch schon schlafen gegangen. Auf unser wiederholtes Klopfen öffnete endlich ein älterer Mann, den wir in seinem Schlummer gestört hatten. Sich die Augen reibend fragte er nach unserm Begehr. Wir erfuhren dann, daß das zu Hakone gehörige Dorf Kiga noch einen halben Kilometer entfernt sei. Mit einer Laterne konnte er uns leider nicht dienen. Als wir an eine Brücke kamen, bemerkten wir, daß ein Mann mit einer Laterne auf uns zukam. Der Träger, ein alter Serr, lud uns ein, ihm zu folgen. Wir gingen mit ihm, bis er einen andern Weg einschlagen mußte. Beim Abschiede zeigte er uns den schmalen Pfad, der nach dem Gast. hause führte. Es war bereits 1 Uhr morgens, als wir in Riga eintrafen, wo wir das Gasthaus nicht finden konnten. Wir wurden jedoch in einem andern Straße in der Nähe von Hakone.( Lastentransport in Japan.) Saus aufgenommen, wo man uns einige Tassen Soba( eine Art Makkaroni) verkaufte. Eine Frau führte uns schließlich nach dem Gasthause. Von der Reise auf dem steilen Wege etwas ermüdet, hatten wir beim Eintritt in das Gasthaus das Gefühl, als ob uns in der Hölle ein Buddha zu Hilfe gekommen wäre. Das Dorf Riga gilt wegen seiner landschaftlichen Schönheit als einer der herrlichsten Plätze. Ein tosender im Tale dabineilender Fluß bietet mit seinen vielen gigantischen Felsen einen groß*) Europäische Touristen werden den Aufstieg gewöhnlich von Gotemba unternehmen, da dieser Weg der bequemste und kürzeste ist. Die Red. herabfallen ließ. Schwarze Karpfen und schöne Goldfische belebten den Teich. Aus den anderen Gasthäusern tamen viele Damn und Herren zu uns, um sich an den landschaftlichen Schönheiten zu ergötzen und die Fische zu füttern. Da wir noch den berühmten SakoneSee besuchen wollten, so machten wir uns am andern Tage auf dem Wege dorthin. Obwohl der Weg etwas schlechter und der Aufstieg über Steine und Felsen stellenweiſe schwierig war, überwanden wir alle Hindernisse mit Leichtigkeit und erreichten ohne große Ermüdung den Gipfel Dzigokudani, der auch als„ öllental" bezeichnet wird. Die zahlreichen heißen Brunnen sind mit grau- grünemSchlamm gefüllt, und unangenehme Dünste steigen daraus hervor. Am andern Ufer angelangt, fetten wir unsern Weg dem Ufer entlang fort und sahen, wie der Mond langsam über einen Gipfel des Sakone- Gebirges zum Vorschein kam. Am nächsten Morgen verließen wir Kiga und gelangten nach dem Besuch mehrerer anderer Bäder nach Odawara. Wir setzten unsere Reise längs der Küste nach Dzushi fort, wo sich viele Badeplätze befinden. Unsere Reise dauerte 8 Tage, und wenn wir auch etwas beschwerliche Wege zu gehen hatten, so war die Tour doch äußerst interessant und genußreich gewesen. Noch heute denke ich mit vielem Vergnügen daran zurück. Jn Schweden. Holzlandhäuser grüßen, wechseln ganz unvermutet mit jach niederstürzenden Steinklippen, wo Moos und Heide wuchern, und düstere Föhren zur Nachtzeit gespenstisch in den Himmel ragen. Höchste Kultur und ungebändigte nordische Hochlandsnatur reichen sich da die Hände. Breit und luftig, vornehm und solide gibt sich Stockholm in seinem heiteren, glänzenden Stadtbilde. Und dieses Sonnige prägt sich auch im Gesicht seiner Bewohner aus. Sonnig und gesund. Man freut sich immer wieder der hohen, kräf tigen Mannesgestalten, der blonden Schönheiten des weiblichen Geschlechts. Gilt der Vormittag den zahlreichen Sehenswürdig keiten der eigentlichen Stadt, zu denen ich übrigens auch die anziehenden und oft kunstreichen Auslagen der dicht aneinander gedrängten Basare rechnen möchte, so gehören die Stunden des Nachmittags und Abends der weiteren Umgebung. Wohl jeder besteigt am Ritterholmskai einmal einen der flinken Dampfer, um ein Stück den Mälar- See sich entlangtragen zu lassen. Und dann die Augen recht weit auf! Was an den Ufern und Inseln an uns vorüberzieht, das bietet unendlich viel Anmutiges! Schloß Drottningholm auf der Insel Lofö zählt zu den berühmtesten Zielen aller Besucher Stockholms. Eine kleine Stunde gleitet das Dampfboot zwischen den Eilanden des Mälar- Sees entlang. Bei einer Biegung unseres Schiffes taucht unter Riesenbäumen mit einem Schlage das Schloß herauf. Weite Rasenflächen dehnen sich im Vordergrunde. Der sommerliche Sitz der Königsfamilie sieht so heiter, so frisch aus. Ein wenig versonnen, weltabgewandt. 3 Doch das Schloß, dem 17. und 18. Jahrhundert entstammend, hält bei näherer Besichtigung nicht Wort. Verfall, Trauer, Verlassenheit sind wie tiefe Furchen in den Bau eingeprägt. Noch wechselreicher und länger gestaltet sich eine Dampferfahrt nach der eleganten Sommerfrische Stockholms, dem Seebade Saltsjöbaden, das sich höchst malerisch auf einer Halbinsel des Baggensfjärden zwischen Fels, See und Wald aufbaut. Hier haben wir Ausläufer der Ostsee um uns fluten. Landsit reiht sich an Landsiz, von Gärten umgeben. Dahinter steht der dunkle, granitdurchsetzte Hochwald. Eine Brücke verbindet den Ort mit einer kleinen Insel, die als Stelldichein der Großstadt, wie sämtlicher Fremden, das Gasthaus auf erhöhtem Punkte trägt. Wer heute Stockholm aufsucht, der kann nicht mehr an dem gewaltigen Bau des Nordischen Museums achtlos vorübergehen. Dieses, wie das auf Stansen gelegene Freilichtmuseum ist der unermüdlichen Tätigkeit, Anregung und Opferfreudigkeit eines einzigen Mannes zu danken: Dr. Arthur Hazelius. Er starb im Jahre 1901 und ist droben inmitten seiner letzten Schöpfung auf Skansen unter einem Granitblock begraben worden. Die Kultur des Nordens ist in diesem Museum vereinigt, und, um Natur- und Völkerkunde des Nordens zu erweitern und festzuhalten, ward dann noch auf Skansen das so eigenartige Museum errichtet. Durch die Fährschiffverbindung Saßnitz- Trelleborg ist bekanntlich ein neuer und schneller Verkehrsweg zwischen Deutschland und Schweden geschaffen worden. Der Dampffährenverkehr wurde am 6. Juli 1909 von Kaiser Wilhelm und König Gustav eröffnet. Ein ländliches Jdhl aus Schweden. Die Heimkehr. Be der V wenn gangen fländer und w bon d Nation welder daß fi der A bas bl zu brin Seite fonn. Intere ibränt für un feftzule unferer Frante Entsch sprüche Schreibe in un fegung die Vo der m ' Dia Herr mit Die Heimkehr. In brei Sagen geht's beim Der Sommer will scheiden, schon seit einigen Tagen blickt die Sonne so verdrossen zwischen den Wolfen hervor, als ob sie es müde wäre, immer lachend zu scheinen. Für heute hat Herr Niederhuber noch einen kleinen, gemütlichen Ausflug mit allen Fünfen inklusive Amme geplant, morgen soll gepackt werden, und übermorgen- burra!- geht's heim. Dieses eingeklammerte Surra hat seine eigene Bedeutung; es getraut sich nämlich feines zu gefteben, wie froh es eigentlich ist, wieder in die Stadt zu kommen, weil jedes einen Zornausbruch des gestrengen Herrn fürchtet. Der freut sich aber am meisten, denn sieben Wochen Sommerfrische sind für einen Mann, der sich nicht zu beschäftigen weiß, doch noch viel schlimmer als für alle anderen. Früh sieben Uhr regt sich's im Niederhuberschen Schlafgemach. Herr Niederhuber dehnt sich und reckt sich eine geraume Zeit, dann erhebt er sein zerzaustes Haupt, blickt schlaftrunken nach der Stätte, wo die Gattin, ach, die teure, schlummert, und ruft:„ Was für Wetter haben wir?" Reine Antwort erstaunt reißt er seine schwarzen Augen mit Gewalt auf und sieht- nir. Frau Niederbuber hat sich nämlich schon vor einer Stunde erhoben und ist ihren häuslichen Arbeiten nachgegangen, denn sie hat viel zu tun. Im Zimmer sind die Läden geschlossen, so fann Herr Niederhuber das Wetter nicht beurteilen; er springt deshalb schnell, aber ungrazios aus dem Bett, tritt auf einen Nagel, reibt sich die große Zehe und hintt ans Fenster, den Laden zurückschlagend, daß es tracht. Welch ein Anblick! Himmel, Berge, Gegend und Umgegend, alles in Nebel gebüllt; schwarze, dicke Wolfen hängen tief unten am Berg, der Wind rauscht, und es ist empfindlich fühl. Schaudernd schlüpft Serr Niederhuber zu seinem einsamen Lager und pfeift den Familienpfiff Siegfriedmotiv. Auf diesen Pfiff ist alles dressiert: Frau, Kinder, Amme und Köchin rennen bei den bekannten Tönen atemlos herbei, allein Frau Niederhuber winkt ab und betritt, freundlich guten Morgen wünschend, das Schlafgemach. Guten Morgen, bat sich was zu guten Morgen," brummt Serr Niederbuber, die Stirne finster gefaltet, was ist denn das für a Wetter?" Er fragt dies mit einem Tone des Vorwurfs, als mache er seine bessere Sälfte verantwortlich für die dicken, schwarzen Wolfen. Ein schlechtes, Robertl," sagt sie begütigend, aber dös macht nir, es wird sich schon bald wieder ändern." " Nein, wie die Frau dumm red't, ein Weib hat aber doch gar feine Logit! Warum soll's sich denn schon wieder ändern, es ändert sich doch erst jest?"" I mein' halt nur"" Geh' weiter, geb' zu mit deine Meinungen! Bring' mir was zum Frühstücken, bei dem Wetter steb' i no' nöt auf." Frau Niederhuber eilt hinaus und bringt ihrem holden Gatten auf einem Brett ein gutes Frühstück, Kaffee mit Sonigbrötchen; die erste Tasse wird beruntergestürzt, bei der zweiten meint er, der Kaffee sei miserabel, er tränke lieber Kakao; davon werden noch zwei weitere Tassen getrunken; dann kriegts Mockert" ein Bussi, er legt sich auf die andere Seite und schlummert noch ein biss'. Draußen fängt's an zu gießen, aber wie! Der echte, fogenannte Schnürlregen flappert gegen die kleinen Scheiben, der Wind faust, es wird immer fübler, ungemütlicher. Die Kinder, nicht mehr gewohnt, in der Stube zu ſizen, bocken trübselig und verdrossen herum; die Amme butschts Buwi und schiebt den Wagen im Taft hin und her, daß die Wände zittern; dabei fingt sie mit melodisch freischender Stimme: 0, du himmelblauer See!" Die ganze Familie ist grantig, die Köchin kann nirgends aufräumen, es ist balb elf br, und der Herr Niederhuber ist noch zu Bett. Endlich wagt's seine Gattin, ihn zu fragen, ob er nicht aufsteben möchte. Ja, zu was denn?" brummt er ingrimmig, bei dem Wetter hat's immer noch Zeit, friag i wenigstens was zum Frühstücken?" Es ist schon berg'richtet," ist die Antwort, a faure Leber, a Kas, a Butter, a Bier, was d' magst!" Dieser verlockenden Aufforderung kann er doch nicht länger widerstehen. Er friecht aus seinem Bette, macht notdürftig Toilette, denn bei dem Wetter ist's ganz Wurscht, wie man aussiebt; dann wird mit erneuter Kraft gefrühstückt. Alles wird vertilgt, dabei beteiligt sich alt und jung, der Marl verschluckt sich an einem beimlich getripsten Stück Käs, wird tüchtig auf den Buckel getlopft, was gegen Verschlucken und Ulnart von großartiger Wirkung sein soll, und nach einiger Zeit tritt Waffenstillstand ein. Frau Niederbuber ist schon wieder vom Tisch aufgestanden und rennt bin und her." Ja Alte, kannst jetzt du net fünf Minuten rubig fißen bleiben; was tust denn jetzt schon wieder?" Packen, i fann net alles auf einmal tun, und was beur g'scheh'n ist, dös braucht's morgen nimmer; ich hab' keine Zeit, mich in den Lebnstuhl zu setzen und Zigarren zu rauchen!" Is auch recht schad', müßt'st dich gut ausnehmen mit dem Verzug und den Zigarren im Mund", lacht Herr Niederhuber, ,, mir fann's recht sein; jedes wie's ihm gefällt." Allein er hat selbst teine rechte Ruh, die Kinder rennen um ihn berum, und so beschließt er denn, bis zum Mittagessen in die Bauernstube zu geben und das„ Volf" mit seiner Gegenwart zu beglücken. In der Bauernstube ist gebeizt, alle Fenster find hermetisch verschlossen, der Mayer sitzt da und raucht, die Bäuerin bügelt mit dem Kohleneisen, die feuchte Wäsche hängt zum Trocknen am Ofen, eine Temperatur und ein Parfüm zum Elmsinken. Allein Herr Niederhuber hat selbst eine Zigarre; außerdem friert er, und so setzt er sich refigniert ans Fenster und trommelt mit den Fingern an die Scheiben. Mayer, was is, was halten's vom Wetter?" Nir," sagt der Bauer lakonisch und bläst dicke Wolken süßduftenden Knasters in die dicke Bauernstubenluft.„ Nix," wiederholt Herr Niederhuber,„ dös is net viel. Wissen's wos, i mein' alleweil, i reis' morgen in der Fruah; genge's, schreibens ma mei Rechnung z'samm und schicken's mer's nach Tisch ausi."" Scho' recht, hob i glei' was ' toa!" Herr Niederhuber geht wieder, es ist ihm doch zu heiß und ungemütlich drunten. Jetzt schaut er in die Küche hinein. „ Ja, Köchin, was nehmen denn Sie für a Mordsstück Butter, was tuchen's denn?" Mattaroni!"" Da brauchen Sie so viel Butter dazu? Jetzt wundert's mi nimmer, wenn wir so viel Geld brauchen!"" So, 3' viel Geld brauch' ma Eahna?" wettert die Küchenfee, indem sie Teller, Schüsseln und Tiegel wütend durcheinander wirft; jetzt dös, hätt g'rad no' g'fehlt, daß d' Männer in die Kuchen d'reinreden; wenn i Eahna z' viel brauch', fann i ja gehen!" Herr Niederhuber verschwindet, denn er fürchtet, grob zu werden, und dann ging am End' die Käthi, und der Verdruß mit seiner Frau: er zieht am End' den Kürzeren und geht hinein.„ Warum schreit denn heut dös Buwi so?" fragt er die Amme. Ja, warum soll denn der allein net schreien, der g'spürt dös Wetter g'rad a so, wie die Großen!" Nach dieser etwas anzüglichen Antwort schlägt sie die Tür dem Herrn vor der Nase zu. die Scheiben- es regnet immer noch, wenn möglich stärker. Jetzt sitzt er wieder im Wohnzimmer, schaut wieder durch Mei, dös Wetter, dös Wetter!" seufzt er, Alte, wann frieg'n mir was z'essen?"" Bald, Robertl, bald, aber wie kann man denn den ganzen Tag essen?"" Dös is jetz mei' einzige Zergeffen, aber in tiefem Schweigen, alles ist verstimmt. Die Kinder streuung." Löffel und Teller flappern, es wird zu Mittag geKöchin, welche die Platten und Schüsseln alle mit einem hörbaren unterhalten sich flüsternd, die Mama blickt besorgt nach der Krach und Ruck auf den Tisch stellt, drin heult das Buwi, und die Amme singt:" O, du schöne Adelheid." Während der Braten Rechnung vom Vater. Herr Niederhuber öffnet sie gedankenlos und das Gemüse auf dem Tisch steht, bringts kleine Liserl die während des Essens. Plötzlich schlägt er mit der Faust auf den Tisch, daß alle, auch die Gläser und Teller, in die Höhe hüpfen. „ Da hört sich aber doch alles auf!"" Was hast denn, was gibt's denn?"" Nein, so etwas, du Alte, da paß auf, dös is g'rad' wie eine Sotelrechnung. Dent nur, der Mayer rechnet für Abnutzung der Küche pro Tag siebzig Pfennig; dös macht die sieben Wochen dreißig bis vierzig Mart. Dos laß' i mir net g'fallen, und für Nudel, zwei Stück zehn Pfennig, jede Woch' hat er uns dreimal vier Stück raufg'schickt, und dös wird jetzt alles aufg'rechnet. So etwas!" Auch seine Frau ist sprachlos. Herr Niederhuber schiebt den Teller mit Wucht zurück, dadurch fällts Bierglas um, das Bier läuft übers Tischtuch in die Teller, es gibt ein Geschrei, das reinste unterbrochene Opferfest. Alles steht vom Tische auf, der Privatier rennt hinunter in die Stuben, von wo man Zanten und Streiten bis herauf hört. Erhitzt kommt Herr Niederhuber nach einiger Zeit wieder berauf, trinkt schweigend und finster seinen Kaffee und beantwortet teine Frage seiner Frau. Schweigend ziebt er sich in sein Zimmer zurück, wirft sich aufs Sofa und schläft. Elm vier lhr steht er auf, teilt seiner Frau mit, daß er unbedingt den anderen Tag reift, und wenn's noch so regnet, zieht Wasserstiefel an, rennt fort und bestellt in Dillen zwei Zweispänner; denn gehen können's bei dem Wetter nicht Dann setzt er sich in die Wirtsstube zu einigen Bekannten und hört dort noch haarsträubendere Geschichten von Rechnungen. Der eine muß das Sofa frisch überziehen lassen, weil ein Tintenfled draufgekommen ist, der andere den Boden frisch streichen lassen, weil er abgetreten, wieder einer muß Schüsseln, Teller und Gläser kaufen, alle müssen sie Küchenabnutzung extra bezahlen, eine schöne Beutelschneiderei. Nach Haus zurückgekehrt, muß er fast lächeln über seinen Reinfall mit der billigen Sommerfrische. Die Kinder sitzen alle um den gedeckten Tisch, zum Abschied gibt's Entenbraten das Vier muß noch ausgetrunken werden, sie trinken alle und werden kreuzfidel. Draußen ist's pechschwarze Nacht geworden: zu essen und trinken gibt's nichts mehr, die Kinder schlafen, der Regen flappert noch immer eintönig gegen das Fenster; was fann man da Gescheiteres tun, als sich schlafen legen. Herr und Frau Niederhuber suchen denn auch bald ihr Lager auf; es ist still geworden, nur nebenan beult noch der Buwi, die Amme schiebt den Wagen hin und her und singt, bis Den sie selbst einschlummert:„ Eduard und Kunigunde!" anderen Tag lacht die Sonne am wolfenlos blauen Simmel, die ganze Niederbuber- Familie lacht, die Wagen ziehen an, und fort geht's nach Hause. Am meisten aber lacht der Mayer, streicht seine Goldstückeln ein und denkt:„ Wer zuletzt lacht, lacht am besten!" Eine Beſteigung des Fuji- no- Yama. Von Dr. Shonen Matsumura. Der höchste Berg von Japan heißt Fuji und liegt in der Provinz Suruga. Seine Höhe beträgt ungefähr 3745 m. Von der weiten, ebenen, sogenannten Sujono- Region um geben, erscheint er etwas höher als er in Wirklichkeit ist. Der Gipfel ist, mit Ausnahme von Sommertagen, beständig mit Schnee bedeckt und das Besteigen nur während eines Monats im Jahre, gewöhnlich gegen Ende Juli bis Anfang September,*) # Der erste Blick auf den Fujiyama. erlaubt. Der Berg wird in erster Linie zum Besuche der Kirche erstiegen, in derselben Weise, wie viele europäische Pilger nach Jerusalem ziehen. An einem Julitage erflommen wir den Fujt, um Insetten zu sammeln. Während unserer Wanderung tamen wir nach Tarobo, das für unsere Zwecke, namentlich für den Schmetterlings fang, als einer der besten Plätze gilt. Zahlreiche Bäume und Kräuter erfreuten unsere Augen, und die schönen bunten Blumen, umflattert von den großen prächtigen Faltern, gaben der Gegend einen besonderen Reiz. Gefiederte Sänger in großer Zahl lassen fortwährend ihre lieblichen und munteren Weisen ertönen, sonst aber herrscht tiefes Schweigen. Zuweilen hört man nur die murmelnden Laute einiger Bäche, die im Tale unsichtbar dahineilen. Tarobo liegt etwa 4000 Fuß über dem Meeresspiegel, bietet jedoch infolge der dichten Waldbestände teine Aussicht auf die umliegenden herrlichen Provinzen. Eine besondere Berühmtheit hat der Berg durch die Prachteremplare von Fichten und Kiefern erlangt, die sogar dem Sonnenlicht den Eingang verwehren. Daher herrscht selbst am Tage ein beständiges Halbdunkel. Als wir uns von Tarobo ungefähr einen Kilometer entfernt hatten, fanden wir die Umgebung ganz verändert. Bäume und Kräuter wurden sehr spärlich, und weiter hinauf, etwa 5000 Fuß hoch, hörte die Vegetation beinahe ganz auf; nur hin und wieder erblickte man eines der niedrigen Kräuter, die, wie das Knotengras, in der vultanischen, aschreichen Erde gedeihen. Beim Höhersteigen gelangten wir an einen einsamen Ort, wo auch die kleinen Pflanzen nicht mehr anzutreffen waren. Zahlreiche rotbraune, vulkanische Steine lagen auf dem roten, sandigen *) Die Unterkunftsbütten( Nachtlager 1 Ben) sind vom 15. Juli bis 10. September geöffnet. Boden zerstreut umber. Zunächst kamen wir dann nach Riku. gome. Sier boten die mit Moos bewachsenen Felsen einen malerischen Anblick dar. Der Abhang bei Ritugome ist wegen seiner Abschüssigkeit bekannt. Gegen 2 Uhr nachmittags erreichten wir den Gipfel. Tief unter uns erblickten wir eine weite Ebene, durch die der Fluß Fujikawa seine schnellfließenden Fluten dem Großen Ozean zuführt. Außer dem ganz südlich liegenden Batone mit seinem herrlichen Echo sind in der Umgebung des Fuji teine Gebirge zu seben. Die pièce de resistance einer Fuji- Besteigung ist jedoch ein Sonnenaufgang, der ein herrliches Naturschauspiel bietet. Plöglich begann in weiter Ferne der Donner zu grollen, grelle Blige durchzuckten den Horizont, und unter und regnete es in Strömen, über uns strahlte jedoch die Sonne im hellsten Glanze. Wir saben uns dann auf dem Fuji näher um. Der Berg ist ein erloschener Vulkan mit zwei großen Kratern, von denen sich der eine auf dem Gipfel befindet und ungefähr einen halben Kilometer tief ist. Die Tiefe haben wir mit einem Steine gemessen. Die Breite des Kraters beträgt ebenfalls zirka einen halben Kilometer, wie wir aus dem Schall berechnen konnten. Von dem Wasserfall ist nur ein Teil zu sehen, sein Gebrause ist jedoch unaufhörlich zu vernehmen. Sonderbar ist es, daß man auf einem Teile des Gipfels Schnee, auf dem andern heiße Wasserquellen findet. In der Nacht, selbst in der heißesten Jahreszeit, macht sich eine empfindliche Kälte bemerkbar, aber an der östlichen Seite des Gipfels findet man einen warmen, manchmal von wolfigem Rauch umgebenen Ort. Wie bereits erwähnt, gehört ein Sonnenaufgang zu den herrlichsten Naturschauspielen. Noch herrscht die Dämmerung, aber hier und dort sind bereits die Wolfen in Bewegung. Das Gebirge Hakone ist durch die Nebelschleier vorläufig noch verdeckt. Am Simmel blinken vereinzelte Sterne mit blasfem Licht jetzt beginnt es im Osten allmählich heller zu werden. Aber überall noch geheimnisvolle Stille. Nie habe ich die Größe und Soheit in der physikalischen Welt so wahrgenommen, wie damals auf dem Fujiberge. Ist dann die Sonne vollends aufgegangen und hat mit ihren Strahlen die Wolfen und Gebirge vergoldet, so bietet sich den Augen ein überraschendes Landschaftsbild dar. Nachdem wir den Gipfel verlassen hatten, erreichten wir Schuhhütte auf dem Fuji. deutic follen Wir Worte Die Heimfebr. Eine Beſteigung des Fuji- no- Rama. . Nachju haufen diefem dienito 5