475 fel 435 sen gunge en nsion gstein i. T. an; gute se.[ 22/1 hmitt. one' 35. da. Küche en. [ 23/4 en kann. London. ERDICHTEN OCHGLANZI ittel OHNE KURRENZI Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. 6. H. Nr 173. Telephon: Nr. 362. Schulretormfragen. Während der großen Ferien ist das Interesse an der Schule, wenigstens soweit die lernende Jugend in Frage fommt, begreiflicherweise stark abgeschwächt. Es gibt in diesen Ferienwochen so vieles, was weit wichtiger und anziehender ist als das angestrengte Lernen und Aufmerken, daß man es Jung- Deutschland wahrlich nicht übelnehmen kann, wenn es jetzt Schule Schule sein läßt. Die wenigsten gehen ja in ihren Gedanken so weit, daß sie nur den einen Wunsch hegen, ihr Schulhaus möchte niederbrennen, damit die großen Ferien sich dann noch um einige Wochen verlängern. Haben unsere Jungen und Mädchen fröhlich und frei in der goldenen Ferienzeit ausgetollt, dann lehren sie ganz gern zu ihren Büchern zurück; denn mit frischem Geist und Körper lernt es sich noch einmal so gut. Die berufenen Leiter unseres Schulwesens trachten dagegen unablässig danach, die vorhandenen Einrichtungen immer vollkommener zu gestalten und Deutschlands Schulen, die uns kein Staat des Auslandes nachmacht, und um die uns jeder be= neidet, zu Jdealanstalten auszubilden. Es wird beinahe zu viel als zu wenig reformiert; die vorhandenen Bestrebungen beweisen aber das hohe Interesse, das unferm Schulwesen von den berufenen Instanzen entgegengebracht wird. Es Der Zug der Zeit geht dahin, die Realschulen immer reicher auszubauen und den Abiturienten dieser Schulen die gleichen Berechtigungen zuteil werden zu lassen wie denen der humanistischen Anstalten. Daß diese Bestrebungen zum Teil auf Kosten der alten Gymnasien in die Tat umgesetzt werden, ist nicht zu leugnen. Die Zahl der gymnasialen Anstalten wächst nicht entfernt in dem Maße wie die der realen, und Real- schüler gibt es heute ganz unverhältnismäßig mehr als Gymnasiasten. So wenig der hohe Wert der Pflege idealer Güter durch das Studium des klassischen Altertums in unserm Volke unterschätzt wird, so gewiß ist es andererseits doch auch, daß die Glanzperiode des humani stischen Gymnasiums unwiederbringlich dahin ist. hat gewissermaßen seine Mission erfüllt, es hat der Gegenwart den ganzen Reichtum der griechischen und römischen Kultur so vollkommen vermittelt, daß die junge Generation sich jene Geistes schätze zum innersten Besize aneignen kann, ohne die Sprachen der Alten in bezw. sechs Jahreskursen mühsam zu erlernen. Infolge der adäquaten Uebertragungen sind die Werke Homers und Sophokles', Horaz' und Ovids und auch die der klassischen Prosaschriftsteller deutsche Bücher geworden. Wer sie in seiner Muttersprache studiert, kann sich nahezu in dem gleichen Maße mit hellenischem Geiste erfüllen, als wenn er die Werke im Original läse. Die formale Bildung, die aus dem Studium der alten Sprachen quillt und auf einem anderen Wege faum erreich bar ist, steht in unseren Tagen nicht allzu hoch im Werte. Der Gehalt ist die Hauptsache, auf die Form kommt es erst in zweiter Linie an. neun Das sind im wesentlichen die Gesichtspunkte, welche für die fortschreitende Schulreform maßgebend sind. Die Wandlungen, die sich im Laufe weniger Jahrzehnte auf diesem Gebiete vollzogen haben, sind recht einschneidender Art. In den achtziger Jahren war es noch eine heiß umstrittene Frage, ob den Abiturienten der Real= gymnasien das Studium der Medizin freigegeben werden könnte; heute fordert man mit der sicheren Aussicht auf Erfolg in absehbarer Zeit die Freigabe des theolo gischen Studiums an Abiturienten der Oberrealschulen, obwohl der Theologe auf die Kenntnis der griechischen Sprache, in der das neue Testament geschrieben ist, ebenso angewiesen ist wie der Altphilologe. Dem griechischen Unterricht, der auf den Schulen ja niemals auch nur zu einer leidlichen Beherrschung der griechischen Sprache führen kann, macht der wahlfreie englische Unterricht die schärfste Konkurrenz, und die moderne, im praktischen Leben der Gegenwart kaum noch entbehrliche Sprache ringt der alten schrittweise ein Stück ihres Herrschafts= gebietes nach dem andern ab. Dazu kommt, daß sich das humanistische Gymnasium auch dem Ansturm der Mathematik, der Naturwissenschaften und des Zeichnens nicht verschließen konnte.„ Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben", und weil das Leben mit ganz neuen Anforderungen hervorgetreten ist, hat auch die Schule andere Pflichten erhalten und eine veränderte Gestalt annehmen müssen. In welcher Gestalt aber die Bildungsstätten unserer deutschen Jugend erscheinen mögen, sie dienen und werden in alle Ewigkeit dienen dem Guten, Wahren und Schönen. Sie werden immer nur reine Geistesübungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Bräder Schmidt.) Mittwoch, den 26. Juli 1911. | in ihren Mittelpunkt stellen, und unsere Schüler werden in des Wortes bester Bedeutung Gymnasiasten, Ringende, bleiben. Daher können wir die Bemühungen um tigen Pädagogen schon zu unruhig und sprunghaft erdie Reformen unseres Schulwesens, die manchem tüchscheinen, auch mit der vollen Zuversicht verfolgen, gebaut ist, nichts geändert werden, sondern daß auch an dem Grunde, auf dem das deutsche Geistesleben auf wird: Für die Jugend ist nur das Beste gut genug. in aller Zukunft der Grundsatz in Geltung bleiben Aus Stadt und Cand. daß Gießen, den 26. Juli. * Ernannt wurde der Reallehrer an der Realschule zu Butzbach Ludwig Felsing zum Reallehrer an der neuen Oberrealschule zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1911, ferner der Lehrer an der Ernst Ludwigsschule zu Bad Nauheim Otto Weide zum Reallehrer an der Realschule zu Butzbach, mit Wirkung vom 1. Oktober 1911 an, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. * Uebertragen wurde dem Lehrer Valentin Löwenhaupt zu Steinfurt, Kr. Lauterbach, die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Petterweil, Kr. Friedberg. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Meflameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. den mit leichter Mühe eine Beute der heimtückischen Netze und totbringenden Angeln. Man fand bald die Ursache des absonderlichen Verhaltens der Schuppenträger. Zwei Mühlenbesitzer von hier haben vor einiger Zeit eine Mühle in Kazenfurt in eine Hefenfabrik umgewandelt. Die Fabrikanten stehen nun außerhalb des Hefen- Ringes und verkaufen billiger. Um aber die billigen Preise behaupten zu können, müssen sie die auf dem Spiritus( einem Mitprodukt der Hefenfabrikation) lastende erhebliche Steuer zu vermeiden suchen: sie lassen daher den Spiritus einfach in die Fluten des vorüberfließenden Dillflusses laufen. Die Folgen davon sind: Billige Hefe, aber betrunkene Fische. - Auch in Gießen wurde ein eigenartiger Fall beobachtet. Etwa 80 3entner tote Fische wurden hier von der Lahn angetrieben. Der Feldhüter Loh hat allein gegen 15 Zentner geländet. Darunter waren Barben von 6-7 Pfund, Mänen von 5-6 Pfund, sowie viele andere große Fische. Auch Tausende von sterben auf die große Hitze und den dadurch hervorge kleinen Fischen werden dahingetrieben. Ob dieses Fischrufenen niederen Wasserstand zurückzuführen ist, oder ob es mit den oben erwähnten Abwässern im Zusammenhang steht, bedarf noch der Aufklärung. Der Ballon„ Marburg" des Kurhessischen Vereins für Luftschiffahrt mußte am Sonntag bei Hofgeismar nach 5stündiger Fahrt landen, da infolge der großen Hitze das Luftfahrzeug nicht von der Stelle fam. Nach einer Bekanntmachung der Großh. Prüfungskommission für Einjährig Freiwillige werden diejenigen jungen Leute, die beabsichtigen, sich der im Herbst 1911 stattfindenden rubr. PrüLimburg, 26. Juli. Große Wassernot herrscht fung zu unterziehen, aufgefordert, ihre Gesuche um 3u- auf dem Westerwald, namentlich auf Bahnhof Altenkir lassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Brüchen, wo Wasser zur Speisung der Eisenbahnlokomoti fung spätestens bis zum 1. August 1911 der Kommis- ven nicht mehr vorhanden ist. Seit einigen Tagen sind sion einzureichen. daher besondere Wasserzüge eingelegt worden, mit denen das in Tender gefüllte Wasser nach dem Oberwester wald von hier aus befördert wird. Die hessische Regierung gegen die Abonnenten- Versicherung. Die hessischen Kreisämter haben soeben die ihnen unterstehenden Bürgermeistereien aufgefordert, bis 15. August d. Js. nach entsprechenden Erhebungen zu berichten, ob und welche Zeitungen und Zeitschriften in den betreffenden Gemeinden verlegt werden, die ihren Lesern nach den bekannten Mustern eine sogenannte Abonnentenversicherung gewähren. Die Berichte sollen sich auch auf die auswärts verlegten Zeitschriften ausdehnen, die im Bezirk verbreitet werden. Das Zentralkomitee des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz veranstaltet in diesem Jahre eine Geldlotterie, um die für die Zwecke seiner Vereinstätigkeit erforderlichen Mittel zu erlangen. Der Vertrieb der Lose ist durch besonderen allerhöchsten Erlaß den königl. Lotterieeinnehmern gestat tet, denen auch, wie uns mitgeteilt wird, die überwiegende Mehrzahl der Lose zugeteilt worden ist. Daneben ist versuchsweise einzelnen Privatloshändlern ein kleiner Teil überlassen worden. Der evangelische Arbeiterverein veranstaltet am 13. August auf der Liebigshöhe ein Gartenfest, mit dem gleichzeitig ein Trachtenfest ver bunden werden soll. Neben den hessischen Orten GroBen- Linden, Langgöns, Leihgestern, Hochweisel und Pohlgöns werden die Trachten von Bottenhorn, Breidenbach, Eisenhausen und Selbach vertreten sein. Auch wird bei dieser Gelegenheit die von früheren Veranstaltungen in bester Erinnerung stehende Cberhessische Bauernfirmes zur Aufführung kommen. Um auch den Hausfrauen etwas besonderes zu bieten, wird im Saale eine Ausstellung hauswirtschaftlicher Neuheiten 2c. arrangiert werden. Auch der Kinderchor des Vereins wird eine Reihe Ueberraschungen bieten. ):( Sungen, 26. Juli. Dem Briefträger Vogler wurde für seine Erfindung Motor- Straßenpflaster- Maschine vom Kaiserl. Patentamte Musterschutz erteilt. ent-e Friedberg, 26. Juli. Wie verlautet, soll die 3arenfamilie Ende August hier eintreffen. -t Schotten, 26. Juli. Gestern vormittag stand in einem Nebengebäude des Bahnhofs Feuer. Als man verschiedene in dem Hause lagernde Petroleumtonnen in Sicherheit bringen wollte, entstand eine Explosion. Mehrere Männer erlitten dabei schwere Brand= wunden. Drei liegen lebensgefährlich verletzt im Kranfenhaus. )( Dorlar, 26. Juli. Ein seltsames Phänomen wird aus der Dill- und Lahngegend gemeldet, und zwar unweit von Wetzlar. Die Fische zeigten an manchen Stellen ein eigentümliches Benehmen: sie schwammen rüdlings, machten die wunderlichsten Capriolen und wur*) Heidelberg, 25. Juli. Wie wir bereits gestern mitteilten, wurden hier bei der Ankunft eines größeren Schweinetransportes aus Norddeutschland beim Ausladen der Tiere eine größere Anzahl verendet aufgefunden. Weitere Verluste von Schweinen durch die große Size beim Transport aus Norddeutschland werden aus allen süddeutschen Städten gemeldet: Heilbronn, Stuttgart, Würzburg 2c. Man kann also insgesamt mit dem Verluste von 1000 Schweinen in Süddeutschland rechnen, die durch die große Hizze am Sonntag auf dem Transport umgekommen sind. Diese 1000 Schweine repräsentieren einen Wert von 100 000 m., die natürlich, da die Transporte auf Rechnung und Gefahr des Absenders gehen, dieser verliert. Die größten Transporte kommen aus Pommern und Schleswig- Holstein. Die Absender sind zum größten Teile, bedauerlicherweise, nicht versichert. Die toten Tiere, die hier bei der Ankunft des Transportzuges im Schlachthofe in den Eisenbahnwagen gefunden wurden, waren teilweise schon in Verwesung übergegangen. Literarisches. von * West- Marokko deutsch! Von Heinrich Claß, München, J. F. Lehmanns Verlag. Preis 50 Pfennig. Für jeden Deutschen ist es zur Zeit größtem Interesse zu erfahren, wie die Verhältnisse in Marokko liegen, was dort für Deutschland auf dem Spiel steht und wie man den drohenden Gefahren erfolgreich entgegentreten kann. Der Verfasser, der seit einem Jahrzehnt der energischste Vorkämpfer einer zielbewußten Marokko- Politik ist, hat es meisterhaft verstanden, die Gründe darzulegen, die das deutsche Volk zwingen, von der Regierung zu verlangen, nachdem die Algeciras- Akte von Frankreich und Spanien gebrochen sind, auch ihrerseits die Hand auf einen Teil des Landes zu legen. Die Notwendigkeit der Schaffung einer großen deutschen Volkssiedelungstolonie wird überzeugend dargetan, und im Anschluß daran die wirtschaftlichen und militärischen Fragen erörtert. Es wird gezeigt, was geschehen muß, wenn Frankreich und Spanien sich auch fernerhin nicht mehr an die Algecirasafte halten und wir zweifeln nicht, daß das deutsche Volk wie ein Mann zu der Regierung steht, wenn sie die Schlußfolgerungen zieht und dem deutschen Volke ein Siedelungsgebiet schafft, das seinen Bevölkerungsüberschuß jahrzehntelang aufnehmen kann und das in der Lage ist, unsern Bedarf an Baumwolle und Erzen für lange zu decken. Die Nachfrage nach der Broschüre ist so stark, daß der Verleger gezwungen war, der ersten Auflage von 10 000 Exemplaren sofort zwei weitere Auflagen in derselben Höhe folgen zu lassen. Dom Deutschen Kriegerbund. Die 34. Zagung des Bundes hat am Sonntag in Detmold stattgefunden. Zu den Berhandlungen war auch Fürst Leopold von LippeDetmold erschienen. Zu Beginn der Tagung teilte der Stellvertretende Vorsitzende Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Westphal( Berlin) mit, daß der anstelle bes verstorbenen Generalleutnants von Spitz gewählte erste Vorsitzende Generaloberst v. Lindequist plötz= Itch ertranft und daher verhindert set, an der Tagung tellzunehmen. Er habe jedoch eine Erklärung übersandt, in ber es nach einem warmen Nachruf auf General von Spit heiße: Wir, die wir seine Nachfolger geworden find, wollen in seinem Geiste innerhalb unseres Kreises weiter arbeiten. In erster Linie fann fein zweifel darliber herrschen, daß die deutschen Kriegervereine wie früher so auch fest den mächtigen Wall gegen die Partet des Umsturzes bilden müssen, und daß dem Manne, der dies zuerst klar erfannt hat, unserem verstorbenen Vorfizenden von Spiz, der Dank des Vaterlandes und des Deutschen Kriegerbundes dafür gebührt. Obwohl in unserem Programm jede Erörterung politischer und reItgiöser Angelegenheiten ausgeschlossen ist, so ist es selbstverständlich, daß wir unsere Stellung zur Sozialdemokratie den. Wir wollen auch die kleinen Handwerter und Beamten an der Kasse teilnehmen lassen. Dadurch schädigen wir die christlichen Gewerkschaften nicht. Die Stasse müßte sich natürlich auf die Unterstützung bei Aussperrungen und nach Beendigung von Streits beschränken, denn wir müssen neutral bleiben und haben mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu rechnen. Wir verlangen, daß unsere Arbeiterfameraden der Sozialdemokratie und ihren Gewerkschaften unter allen umständen fernbleiben. Dann müffen wir ihnen aber ein Aequivalent schaffen, und ich hoffe, daß Sie in diesem Sinne unserer Resolution zustimmen werden." genau präzisieren. Es ist also gleichgültig, ob femand von unseren Kameraden liberal oder fonservativ ist, oder ob er dem Zentrum angehört. Wenn er nur die monarchische Gesinnung auf seine Fahne geschrieben hat, so ist er bei uns hoch willkommen. Der Kriegerbund hat die Pflege der vaterländischen Gesinnung in den Vordergrund seiner Bestrebungen gestellt, und so fann es feinem Zweifel unterliegen, daß fein Kamerad der Sozialdemokratie angehören darf." Es set ausgeschlossen, daß Arbeiterfameraden event. freien Ge= wertschaften angehören, deren revolutionäre Tendenzen durch die Verhandlungen des Dresdener Gewertschaftsfongresses erneut dargetan seien, wohl aber christlich- nationalen Gewerkschaften. Der Vorsitzende legte hierauf den Geschäftsbericht vor, aus dem hervorgeht, daß die gesamten Leistungen des Bundes gegen das Vorjahr um 1% Millionen Mark gewachsen sind. Sodann trat die Versammlung in die Beratung der zahlreichen Anträge ein. Zu dem Punkte der Tagesordnung Nachdem die beiden anderen Resolutionen zurückgezogen sind, wurde die Resolution des Vorstandes angenommen. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Veteranenfürsorge und der Kriegerwaisenhausfrage. Für den nächsten Tagungsort wurde einstimmig Breslau gewählt. Zwischenfall während eines Gottesdienstes. Eigenartige Demonstration gegen Jatho. Der Hauptgottesdienst in der Luisenkirche in Charlottenburg wurde am Sonntag auf eigenartige Weise unterbrochen. Da das Militär in Charlottenburg feine eigene Garnisonskirche hat, so hat das Elisabeth- GardeRegiment mit der Luisengemeinde einen Gastvertrag abgeschlossen, der den Mannschaften den Besuch des Gottesdienstes ermöglichen soll. Am Sonntag waren nun zur Predigt drei Kompanten und eine Maschinengewehrabteilung in Begleitung ihrer Ofifztere erschtenen. Pfarrer straat, ein liberaler Geistlicher, sprach über den all Jatho im Anschluß an den Text: Ist es Menschenwert, wird es untergehen, ist es Gotteswerk, wird es fortbestehen." Er sprach dabei auch von der Bibel Soziale Aufgaben des Kriegervereinswefens lag ein Antrag des Kriegervereins Wülfel( Hannover) vor:„ Der Bundestag wolle in eine Beratung darüber eintreten, welche Einrichtungen vom Deutschen Kriegerbunde zur wirksamen Bekämpfung der Sozialdemokratie getroffen werden müssen und die weitere Bearbeitung dieser Frage einer vom Bundestage zu wählenden Kommission übertragen." Ferner verlangte ein Antrag des Kreiskriegerverbandes Spremberg:„ Der Bundestag wolle beschließen, daß vom 1. Januar 1912 ab eine Steuer von 10 Pfg. pro Kopf und Jahr zur Ansammlung eines Fonds bezahlt wird, aus welchem durch Aussperrung arbeitslos gewordene Kameraden unterstützt werden können." Vom Vorstande lag eine Resolution vor, die besagt. daß der Bundestag dem Bundesvorstande mit der Ausarbeitung eines Projef= tes für die Errichtung einer Versicherungs- und Fürsorgekasse für die durch den Terrorismus der Sozialdemokratte geschädigten Kameraden- Arbeiter betraut und dem nächsten Bundestag eine geeignete Vorlage zu machen habe." det an seine Mitglieder ein Rundschreiben, in dem er die Industriellen und Fabrikanten dringend warnt, den amerikanischen Agenten, die zurzeit in größerer An zahl unsere Industriebezirke bereisen, einen Einblick in die Fabriken zu gewähren, da die Agenten mit ihren Besuchen nur eine Verschleppung der Fabrikationsweise und die Anwerbung gelernter und befähigter Arbeiter bezweckten. Für die Dauer müsse eine derartige Ausspionierung unserer Industrie für uns verhängnisvoll werden. Ein Eingeborenenaufruhr in Dentsch- Südwestafrika wurde, wie erst jetzt bekannt wird, vor einigen Wochen in Bethanien rasch unterdrückt. Amtlich wird darüber der„ Deutsch- Südwestafrik. 8tg." gemeldet: Vor einigen Wochen wurden vom Eingeborenengericht in Bethanient 5 Hottentotten zum Tode und 4 zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Verurteilten, welche fich arbeitslos in Bethanien herumtrieben und verschiedenen Ansiedlern als Arbeiter zugewiesen werden sollten, haben sich zu gestandenermaßen zusammengetan, um die Weißen in Bethanien zu ermorden und einen Aufruhr zu erregen. Sie hatten zu diesem Zweck ein Gewehr und einen Ka rabiner nebst Munition gestohlen. An den zum Tode Verurteilten wurde am 12. Juni in Bethanien das Urteil durch den Strang vollzogen. und führte aus, daß unsere Kenntnis von dem Wort Gottes auf der Bibel und den Bekenntnisschriften beruhe. Die Bibel sei aber nicht, wie man früher geglaubt habe, ein Werf, in dem jedes Wort gewissermaßen von Gott diktiert set, sondern ein Menschenwerk, allerdings ein Werf gottbegnadeter und gottbegeisterter Menschen; aber es feien in ihr nicht nur die grundlegenden Gedanten der Religion enthalten, sondern auch menschliche Gedanken. Wo nun die Grenze zwischen beiden sei, das set schwer zu entscheiden. Schon während der ersten Worte hatte sich auf den Bänken des Militärs wiederholt lebhafte Unruhe bemerkbar gemacht, die beim Schluß dieses Satzes ihren Höhepunkt erreichte. Die Offiziere gaben den Unterofftzteren ein Zeichen zum Aufstehen, und die Unteroffiziere riefen den Mannschaften zit, das Gotteshaus zu verlassen. Differenzen im französischen obersten Kriegsrat. Zwischen dem für den Kriegsfall als Generalissimus ausersehenen französischen General Michel, der im Frie den Bizepräsident des obersten Kriegsrates ist, und den Generälen, die Mitglieder dieses Kriegsrates sind, bestehen ernste Meinungsverschiedenheiten. General Michel soll nach dem„ Matin" in der letzten Zeit bei wich tigen Abstimmungen mit seinem Votum alleingestanden haben. Dieses Mißtrauen, dem der designierte Genera liffimus des französischen Heeres bei seinen Generälen begegnet, bezieht sich auf wichtige Fragen der Taktik. Es wird behauptet, daß General Weichel im Kriegsfalle der Verteidigungstaktik den Vorzug geben wolle, wäh rend der Kriegsrat für den raschen Angriff set. Die Gegensätze haben sich im Kriegsrat jetzt so verschärft, daß man mit einem Rücktritt des Generals Michel rechnet, obwohl dieser soeben noch eine Inspektionsreife an die Ostgrenze angetreten hat. Diese Reise wird in Paris als ein Zeichen für einen doch nicht ganz befriedi genden Verlauf der Berliner Verhandlungen gedeutet. Der Auszug der Soldaten aus der Kirche vollzog sich unter erheblichem Geräusch, und etwa 5 Minuten lang mußte der Pfarrer seine Predigt unterbrechen. Von militär- tirchlicher Sette wird erklärt, daß eine allgemeine Vorschrift, nach der Offtztere und Soldaten einen Gottesdienst verlassen sollen, in dem für den Pfarrer Jatho Partei ergriffen wird, nicht besteht. Pfarrer Kraaß sei kein militärischer Seelsorger, sondern Geistlicher einer Zivilgemeinde, unterstehe daher in ketner Weise der militärisch- tirchlichen Gewalt. Ein Urtell über die Sachlage set nicht möglich, so lange nicht der Text im Wortlaut vorliege. Freilich set anzunehmen, daß die Offiziere, denen von berufener Stelle das Zeugnis ausgestellt werden dürfe, daß sie einen besontders feinen Taft in firchlichen Angelegenheiten besitzen, nicht ohne Not den Aufsehen erregenden Schritt getan und die Kirche verlassen hätten. Es müsse von der Kanzel ein verlegendes Wort gefallen sein, so daß sich die Militärs gedrängt gesehen hätten, den Gottesdienst zu verlassen. Hierüber irgend ein Urteil im Augenblick zu fällen, fet ganz unmöglich, so lange nicht die einwandfreie Schilderung des Tatbestandes vorliege. Geheimer Regierungsrat, stellvertretender Vorsitzender Westphal führte dazu aus: Es ist zit fra= gen: Ist es überhaupt noch möglich, bei dem großen Wachsen der sozialdemokratischen Gewerkschaften etwas durch die Unterstützung der Christlichen zu erreichen? Sind doch die sozialdemokratischen Gewerkschaften im letzten Jahre um 235 000 Mitglieder gestiegen, ihr Vermögen von 50% auf 64% millionen. Da entsteht die Frage: Können wir überhaupt noch mit?( Sehr richtig!) Können da vor allem die christlich- nationalen Gewertschaften noch mit? Wir wünschen, daß auch diese wachsen und blühen und wünschen ihnen den besten Erfolg. Es ist ganz falsch, daß wir ihnen mit unserer Resolution in die Arme fallen wollen. Alles, was an nationalen Arbeitervereinen im Reiche besteht, wird von uns unterstützt. Aber zusammen bilden sie kaum eine Million gegen die 2% Millionen der Sozialdemo= fraten. Auch diese kleine Zahl fönnte noch viel schaf= fen, wenn sie einig wäre, womit es leider sehr hapert. Trotzdem sind wir im Vorstand der Meinung, daß das große Kriegervereinswesen wohl in der Lage wäre, einen Damm gegen die Sozialdemokraten zu schaffen. Denn alles Arbeiten unsererseits ist vollkommen nichtig, wenn wir nicht den Arbeiterkameraden zunächst eine materielle Hilfe fichern. Das können wir aber nur dann erringen, wenn wir sofort eingreifen und die vorgeschlagene staffe gründen. Gerade aus Arbeiterkreiseit sind uns nach der Richtung hin viele wertvolle Fingerzeige gegeben wor= 24) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Daß Rosen sich zu Klara bingezogen fühlte, daran war die Liebe schuld, nicht wie in der Jugendzeit mit stürmischer Leidenschaft, aber doch treu und innig mit wohltuender Wärme. Klara hatte gleich für den Verwandten eine große Vorliebe gezeigt und sie intereffierte sich für alles, was er erzählte, sie hatten lange Gespräche über Lachsdienen, und nach Rosens Schilderungen war dort alles besser und schöner als sonst in der Welt. Rundschau vom Cage. Politisches. St tag Star Ri alle Bay ner ang Sturmszenen im englischen Parlament. Beim Beginn der gestrigen Unterhausdebatte über die Abänderungsanträge der Lords zur Vetobill war das Haus überfüllt. Die Opposition zeigte gleich zu Beginn der Sitzung große Unruhe und begann sofort zu demonstrieren und zu schreien, als Ministerpräsident Asquith zur Beantwortung einer Frage zunächst fehlte. Nachdem er erschien, wurde er von seiner Partet stehend und mit enthusiastischen Zurufen empfangen, während die Gegner in Zischen ausbrachen. Als der Premierminister sich erhob, um die Stellung der Regierung zu den Amendements des Oberhauses zur Betobill zu begrün-. den, entstand neuer Lärm. Vergebens bat der Sprecher der Opposition, den Premierminister ruhig anzuhören, da ihr daran mehr gelegen sein müsse als der Regierung. Der Lärm dauerte über eine halbe Stunde. Siebenmal nahm der Premier seinen Sitz wieder ein und erhob sich wieder zur Rede, stets von der Opposition daran verhindert. Als nach der Rede Lord Balfours Staatssekretär Grey aufstand und erklärte, er beantrage wegen der Obstruktion gegen Asquith Vertagung, erhob sich neuer Lärm. Unter Szenen höchster Erregung verließen die Mitglieder das Haus. Rufe wie Feigling und Verräter gegen Asquith wurden laut, vermischt mit Gegenrufen der Regierungsanhänger. Ueber die Marokkofrage sprach am Sonntag der nationalliberale Führer Bassermann gelegentlich einer nationalliberalen Festlichkeit auf Schloß Burg bet SoItngen. Bassermann erklärte, Deutschland könne und ditrfe nicht zurückweichen auf dem Gebiete der Weltpolitik. Er begrüße das energische Eingreifen der Regierung gegenüber den fortgesetzten Bestrebungen Frankreichs, die Unabhängigkeit Marokkos aufzuheben. Die Regierung werde das ganze deutsche Volk hinter sich haben, wenn sie nicht zurückweiche und fich nicht mit billigen Kompensationen am Kongo und in Togo zufrieden geben. Deutschland müsse unter allen Umständen der Weg nach Maroffo freibleiben. Endlich sprach Rosen das entscheidende Wort; die Art der Werbung war ziemlich eigentümlich, sie fand in der Speisekammer statt, in der Klara stand, eine große Schürze vorgebunden und eben damit beschäftigt, die rosigen Schinkenscheiben und die Wurst zum abendlichen Aufschnitt zu tranchieren. Die Tür zur Speisefammer knarrte, Rosen trat ein und schloß hinter sich zu. Er stand einige Zeit neben Klara und sah auf die gut geformten, aber nicht allzu weißen Mädchenhände, welche die Spuren der Arbeit trugen. Schöner Schinfen, nicht?" sagte Klara, der das Schweigen peinlich wurde. " Der in Lachsdienen ist besser," versetzte Rosen und ließ einige Auseinandersetzungen über Schweinemast folgen. Die Ausspionierung der Industrie. Der Arbettgeberverband für den Solinger Industriebezirk versen,, Ach," sagte Klara seufzend, wie schön muß es auf dem Lande sein!" " So würden Sie das Landleben der Stadt vorstehen?" „ Aber natürlich!" rief Klara. Rosen hielt das schwere Stück in der Hand, er war sehr rot. Jetzt war eine genügende Anzahl Schinkenscheiben aufgeschnitten. " Wollen Sie mich heiraten?" fragte er, wie aus der Pistole geschossen. Klara hatte sich in der letzten Zeit einigemale diesen Augenblick ausgemalt, mit echt weiblichem Instinkt war thr Rosens Gefühl nicht verborgen geblieben. " Ja," sagte sie,„ sehr gern!" " Bitte, hängen Sie den Schinken auf," bat das junge Mädchen, der Fleischhaken ist so hoch!" Der Schinken fiel zur Erde, die kräftigen Arme des Freiers hoben die keineswegs ätherische Gestalt seiner Braut auf, wobei sie mit dem Kopf an die herabhängenden Würste stieß, die bedenklich ins Pendeln gerieten. " Hurra!" schrie Rosen. Die Gegenrevolution in Portugal. Ein Madrider Blatt berichtet über eine Unterredung mit dem Sohn des portugiesischen Publizisten und Monarchisten Chrtsto, der erklärte, König Manuel lette persönlich die Umtriebe der Verschwörer und habe sich erboten, sich an die Spitze der monarchisch gesinnten Truppen zu stellen. Seine Anhängerzahl belaufe sich auf 10 000. Die Beschlagnahme der Waffen habe nur den Ausbruch der Bewegung verhindert. Zwei Tage später habe Manuel ein Drittel seines Vermögens zur Wiederherstellung der Monarchie zur Verfügung gestellt. Sie füßten sich, nicht unter blühenden Bäumen, nicht beim Mondschein und Nachtigallengesang, sondern mitten unter den guten Dingen, die die Speisekammer barg, und nicht das poetische Silbergestirn schien träumerisch nieder, die Sonne lachte fröhlich durch das Fenster und in der Küche rumorten die Dienstmädchen mit dem Geschirr. " Nun komm zur Mutter, Adolf!" sagte Klara. „ Sie weiß schon um alles, sie hat mich hergeschickt," fagte Rosen glücklich. " Dann ist alles in Ordnung," kam es zufrieden über die Lippen der Neuverlobten, aber bitte, hänge fetzt den Schinken an seinen Platz und lange mir die Leberwurst herunter, unsere Bensionäre dürfen nicht warten, immer erst die Pflicht." „ Das sage ich auch," bestätigte Rosen. Kleine Nachrichten. Der Bezirkshauptmann von Kamerun, Freiherr v. Lüdinghausen, der auf Urlaub in der Heimat wellt, ist zwischen Danzig und Langfuhr von einem schweren Automobilunfall betroffen worden. Sein Fahrzeug stieß Mannes gute, blauen Augen zu sagen, und Klärchens helle, grauen Sterne antworteten ihm: Abends saß die Familie im Wohnzimmer zusam men, man trant Bunsch auf das Wohl des Brautpaares und aß Berliner Pfannkuchen dazu, die Lina noch schnell gebacken hatte. Reine übertriebene Verliebtheit sprach aus Klaras und Rosens Mienen, sie sahen stillzufrieden aus, thre Hände ruhten ineinander. " Ich achte Dich und bin Dir gut." " Schade, daß Eva und Alfred nicht da sind," sagte die Mutter, die gern alle ihre Kinder um sich gesehen hätte. " Du bist die rechte Frau fitr mich," schienen des Lag pter ma Wa ma dem ZA QUŠATI 2 Kin meh finn bole eine Ale ftell Bu bro wu gen fani fast drau find Es gab für Lina und Frau Grotenbach viel zu tun, die Aussteuer mußte in furzer Zeit fertig sein, denn Rosen wünschte schon in sechs Wochen sein junges Weib heimzuführen; die Wirtschaft bedurfte des Herrn, er sehnte sich schon heim. Eine Hochzeitsreise wollten sie nicht machen, Lina fand es sehr vernünftig. Rosen meinte, daß er gerade zur Zeit der Auerhahnbalze in Lachsdienen eintreffen werde; er hätte es nicht verschmerzt, wenn er seiner Lieblingsjagd hätte entsagen sollen. Frau Grotenbach war erfreut, daß eines ihrer Kinder wieder in die Nähe von Memel zog, sie versprach, Rosens zu besuchen. Etwas mehr Poesie hätte die Mutter zuweilen wohl dem Brautpaar gewünscht, aber sie gab Klara ruhigen Herzens fort, fie wußte, daß sie an der Seite des schlichten, braven Gatten glücklich werden mußte. Neuntes Kapitel. Doktor Alfred Grotenbach. Seit zwei Monaten ging Alfred Grotenbach bet Uchatscheffs ein und aus; diese schon kurze Zeit genügte, um ihm einen flaren Einblick zu geben. Die Behandlung des fleinen Knaben war ausschließlich in die Hände des jungen deutschen Arztes übergegangen. Nach der ersten Besprechung hatte der bisherige Hausarzt sich freiwillig zurückgezogen, er sprach sich gegen den Kollegen dahin aus, daß der Fall hoffnungslos set. Alfred war anderer Ansicht; er wollte alles daran setzen, um der Mutter ihr Kind zu erhalten. (&. f.) Lübe erlit mißt mer fchen voll mit Herf der enthi fer S explo gen der Der lach fabri riffen wird Kreb ter d Beror Kreb Beric 3um berich chend better auf G fennt mente die m dauer find. Bruit verer daß a allgen fönne die B vont f türlic Ichein den newi die n fener lichten In den Berfon bemert Stod Tablet Der L volveri gegen verichu fum m blid be an fich fpringe au fich bag an tonnte. Ein lit man Die& bloglich ben un eine G brachte. ungen Einladu hit la Finaif; mt ben enor, Sorten, Unentbe Hinitige Bornan th Star Dem e nt, den er An tthren sweife Irbeiter e Ausmisvoll tafrita Wochen arilber einigen hanten Strafen Blos tr Teblern ich 31 Ben in Tregen. en Sta Lode 18 Uregarat. fitmus Frie nd den id, be IM wich tanden enera erälen Tattit. gefalle wäh Die chärft, I rechLife an n Pafriedtdeutet. BeJände Haus n der nstrieth zur chdem id mit Geg inister t den grünrecher hören, Regtetunde. er ein osition ( fours ntrage g, er= egung igling ht mit drider Sohn Chrich die ich an tellen. e Ber Beanuel ellung mit einem anderen Autombil zusammen, so daß die Infaffen sehr schwer verlegt worden. Falsche Zwanzig- und Zehnmarkscheine sind gegenwärtig in ziemlich erheblicher Menge in zahlreichen Städten und Ortschaften der Mark Brandenburg in Umlauf. Die Falfififate werden hauptsächlich an den Sonntagen in den besuchtesten Ausflugsorten von elegant getleideten jungen Leuten, die zweifellos aus Berlin stammen, in Bahlung gegeben. Ueber den Gesundheitszustand des Papstes wird der " Köln. Volksztg." aus Rom gemeldet, daß der Papst alle Audienzen bis auf weiteres hat absagen lassen. Der Bapst leidet seit mehreren Tagen an Heiserkett und et ner Halsdrüsenanschwellung, auch die Bronchten sind angegriffen; er hütet aber nicht das Bett. Ein Dienstmädchen als raffinierte Diebin. Einem Wirt in Mannheim wurden von seinem erst vor zwet Tagen eingetretenen Dienstmädchen Geld und Wartpa= ptere im Betrage von zirka 7000 Mart gestohlen. Das Mädchen wurde verhaftet, als sie sich gerade in einem Warenhaus eine neue Kleidung getauft hatte. Das ge stohlene Geld fand sich auf dem Grabe der Mutter des Mädchens versteckt vor. Todessturz aus dem vierten Stocwert. In Mün= chen ist die zwölffährige Tochter eines Dienstmanns aus dem Fenster der im vierten Stockwerf liegenden elterlichen Wohnung auf die Straße hinabgestürzt. Das Kind fand den Tod. Der Vater wollte nachspringen, nach mehreren vergeblichen Selbstmordversuchen ist er wahn finnig geworden. In einer Sandgrube verschüttet wurden beim Sandholen in Faulenhorst bet Stendal das Dienstmädchen eines Landwirts und die beiden Kinder des letzteren. Alle dret fonnten nur als Leichen geborgen werden. Den Hungertos gestorben ist, nach amtlicher Feststellung ein Schauspieler. namens Anton Bretsch auß Budweis in Böhmen, der gestern unterhalb des Wegebronnens bei Brettungen im Südharz tot aufgefunden wurde. Aus Furcht vor der Cholera haben in der Umgegend von Messina, wo jüngst die Unruhen wegen der fanitären Maßnahmen gegen die Cholera stattfanden, fast alle Einwohrer ihre Häuser verlassen und wett draußen ein Feldlager aufgeschlagen. In einem Orte find allein über 7000 Einwohner geflohen. err v. llt, tit n Austieß rchens fagte esehen u tun, denn Weib rn, er en fie Rosen Ize in ver= Hagen KinSprach, te ote , aber Daß fie lücklich h bet tt ge= Die lich in angen. Hauss gegen igslos baran 1.) Bei dem Brande eines Arbeiterwohnhauses bet Lübeck kamen zwei Arbeiter ums Leben, zwet andere erlitten schwere Brandwunden. Ein Arbeiter wird vermißt. Man glaubt, daß er als Leiche unter den Trümmern flegt. Großer Hotelbrand. Das große Hotel im galizi schen Badeorte Krynica ist in der vergangenen Nacht vollständig abgebrannt. Die 160 Hotelgäste konnten nur mit Mühe das nackte Leben retten. Bahnräuber bei der Arbeit. Auf der Fahrt nach Herkulesbad in Ungarn wurde einer Dame ein Stoffer, der Wertgegenstände im Betrage von 70 000 kronen enthielt, von unbekannten Tätern gestohlen. Ein Bombenattentat auf ein Fährboot im Neuvorfer Hafen verursachte gestern große Vanik. Die Bombe explodierte in der Mitte des Hudsonflusses und war gegen das Eigentum eines Jtalteners, der wiederholt von der Schwarzen Hand gewarnt worden war, gerichtet. Der Schaden ist gering. Eine Pulverfabrik in die Luft geflogen. Bet Köf= lach in Steiermark ist gestern nachmittag eine Pulverfabrik in die Luft geflogen. Vier Arbeiter wurden zerrissen. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Waffermangel in Paris. Sett dem Weltausstel| lungsjahre 1900 hat Paris noch nicht wieder einen so heißen Sommer gehabt wie in diesem Jahre. Seit dret Wochen herrscht eine von Tag zu Tag steigende Gluthizze, kein Tropfen Regen ist in dieser Beit gefallen. Sonntag erreichte die Temperatur 35,5 Grad im Schat ten, in der Sonne wurden auf den Boulevards 54 Grad Celsius gemessen. Sehr empfindlich macht sich der Was= fermangel fühlbar, allnächtlich furz nach 10 Uhr werdent die Wasserleitungen abgesperrt, um erst wieder am Morgen gegen 7 Uhr freigegeben zu werden. In den Straßen stürzten viele Droschkenpferde aus Ermattung nieder. Die Sanitätswachen hatten den ganzen Tag über zu tun, da zahlreiche von Sizschlag Betroffene ein= geliefert wurden. In ihren Betten verbrannt. Im berüchtigten Houndsditch- Viertel in London, dem Schauplatz mancher Kämpfe zwischen Poltzet und Verbrechern, ist Sonntag mittag Großfeuer ausgebrochen, dem zwei Menschenleben zum Opfer ftelen. Der Brand entstand In der Wohnung einer armen israelitischen Familie in etnem der baufälligen Mietshäuser. Das Feuer griff mit rafender Geschwindigkeit um fich, und der sich entwickelnde Rauch erschwerte das Rettungswerk sehr. Ehe dte Feuerwehr mit Lettern und Sprungtüchern zur Stelle war, versuchten mehrere Polizisten, die verqualmten Treppen emporzubringen und einige Kinder in Stcherheit zu bringen, die hilferufend an den Fenstern der oberen Stockwerfe erschienen. Dret konnten in Sicherheit gebracht werden; zwei von ihnen sind in den Flammen umgekommen. Man fand sie in ihren Betten als verkohlte Leichen. Das große Mietshaus ist vollkom men niedergebrannt. Neue Forschungen über den Krebs. Aus London wird berichtet: Das von dem britischen Fonds für Krebsforschung unterhaltene Laboratorium, das sich unter der Leitung von Dr. Bashford seit Jahren mit außerordentlich verdienstvollen Forschungen über den Krebs beschäftigt, hat soeben einen bedeutungsvollen Bericht über die bisher geleistete Arbeit veröffentlicht. 3um erstenmal fann einwandfrei Berichtet werden," so berichtet Dr. Bashford, daß die immer wieder auftauchenden Gerüchte von einer Zunahme der Krebsfrankhetten unberechtigt sind." Das wichtigste aber ist die auf Grund von zahlreichen Versuchen gewonnene Erfenntnis, daß Krebs nicht ansteckend ist. Die Expertmente und Forschungen führtent zu der Erkenntnis, daß die meisten Krebsleiden tit der Regel auf die fortdauernde Erregung gewisser Körperteile zurückzuführen find. Erperimente mit Mäusen haben gezeigt, daß der Brustkrebs sich bei diesen Tieren in der Tat bisweilen vererbt, aber der Gelehrte weist ausdrücklich darauf hin, daß aus diesen Beobachtungen noch keineswegs auf eine allgemeine Erblichkeit des Krebses geschlossen werden könne. Einen lichten Ausblick in die Zukunft gewähren die Beobachtungen, nach denen bet etner ganzen Rethe von frebskranken Mäusen das Leiden durch einen natürlichen Heilungsprozeß ertötet wurde. Aehnliche Erscheinungen wurden auch bei menschlichen Krebsleidenden festgestellt. Es scheinen sich bet diesen Heilungen gewisse Umwandlungen der Krebszellen zu vollziehen, die noch näherer Untersuchung bedürfen. Vermischtes. Kaufläden ohne Verkäufer. In den nördlichsten Teilen von Amerika, den Regionen der wertvollsten Belztiere, find die Ansiedlungen sehr dünn gefät; die Belztierjäger, die dort ihrem Berufe nachgehen, kommen oftmals monatelang an teine menschliche Ansiedlung. Damit nun die Jäger ihren Bedarf an Nahrungsmit= teln und sonstigen Gebrauchsgegenständen decken können, haben die großen Gesellschaften, die mit den Pelz= fellen Handel freiben, an verschiedenen Zusammenfunftsorten der Pelzjäger Warenhäuser im kleinen eingerichtet. Dort find alle Gegenstände zu haben, die der Belzfäger bei seinem aufreibenden Beruf braucht und ebenso auch alle notwendigen Nahrungs- und Genuß= mittel, wie Tabat, Spirituosen usw. Das Merkwürdige an diesen Kaufläden aber ist, daß es ihnen keine Verfäufer gibt. An jedem einzelnen Gegenstand ist der Preis verzeichnet; der Jäger legt den veranschlagten Preis hin größere Gegenstände werden in Fellen bezahlt und nimmt dafür den Gegenstand an sich. Es foll noch nie vorgekommen sein, daß ein derartiger Ver= taufsstand etwa ausgeraubt oder nicht der richtige Preis hingelegt wurde. Von Zeit machen Angestellte der gro= Ben Handelsgesellschaften die Runde, bringen auf ihren Schlitten neue Ware und nehmen die für die„ verkauften" Waren entrichteten Werte mtt. Diese sehr einfache Art des Tauschgeschäftes stellt den Belziägern jedenfalls das rühmliche Zeugnis größter Ehrlichkeit aus. Verwegener Juwelenraub. Ein Diebstahl auf of= fener Straße wurde gestern mittag in Neuyork am helllichten Tage verübt. Zahlreiche Menschen befanden sich in den Straßen. Eine Gruppe von elegant gekleideten Personen machte sich in der Nähe eines Juwelterladens bemerkbar. Plößlich schlug einer von ihnen mit einem Stock die Fensterscheibe ein, während ein anderer eine Tablette mit wertvollen Diamantringen herausriß. Der Ladeninhaber des Nachbarhauses gab einen Revolverschuß auf die Banditen ab, traf jedoch nicht. Dagegen antwortete einer der Banditen mit einem Revolverschuß, der den Mann schwer verlegte. Das Publifum war vollständig konsterniert, und diesen Augenblick benutzten die Diebe, um noch weitere Wertsachen an sich zu reißen, in etn bereitstehendes Automobil zu springen und davonzurasen. Als das Publikum wieder zu sich kam, waren die Banditen schon so weit entfernt, daß an eine Verfolgung nicht mehr gedacht werden konnte. Arbetter erlitt einen Tobfuchtsanfall und mußte in Ge wahrsam gebracht werden. Auch in der Industrte machen sich die Folgen der anhaltenden Trockenheit be merkbar. So mußten zwei Abteilungen der Weidaer Jutespinnerei und Weberet, in der etwa 400 Arbeiter beschäftigt find den Betrieb einstellen, weil das Wasser der Weida nicht mehr zur Speisung der Dampffefsel usw. ausreichte. In zahlreichen Städten macht sich ein empfindlicher Wassermangel geltend, und man bes fitrchtet eine ernste Gefahr, wenn nicht bald ergiebige Niederschläge sich einstellen. Der Riesenbrand in Konstantinopel. Die furchtbare Brandkatastrophe, die, wie gemel det, in der Montagnacht Konstantinopel heimsuchte, hat unbeschreibliches Elend Ueber eine Audienz bei dem Khediven von Aegypten, dem Vorgänger des jetzigen Khediven, die durch die Ernennung Lord Kitcheners zum diplomatischen Agenten in Aegypten ein erhöhtes Interesse gewinnt, erzählt ein Ingenieur einige spaßhafte Erlebnisse. Die Audienz ging bei allem Zeremoniell doch ohne jede Förmlichtett vor sich. Besonders die Diener schienen ohnen jeden Respekt zu sein. Während der Audienz brauchte der Khedive sein Taschentuch, konnte es aber nicht finden, obgleich er es links und rechts auf dem Divan und in den Taschen suchte. Ein Diener rtef ihm vom Ende des Saales her zu, es wird sich schon einfinden. Nun ja," antwortete der Vizekönig, es ist aber nicht da."" So fucht wieder in der anderen Tasche", rief der Diener. Ich habe aber gar fein Tuch!" schrie der Khedive. Ganz bestimmt, Du hast eins!"" Nein, ich habe keins!"" Sicher, Du hast eins!" und der Diener ging auf den Gebieter zu und griff in die Tasche setner Jacke. Als er hier das Tuch nicht fand, befühlte er thn rings um die Hüften, ob er es vielleicht in die Leibbinde gesteckt habe. Da es auch hier nicht war, tippte er den König erst nach rechts, dann nach links liber, ob er etwa darauf size. Alles das Iteß der Gebieter ruhig geschehen. Nun fuhr der Diener bis zum Ellenbogen in eine Tasche der Pluderhosen des Vizekönigs, brachte aus dieser einen Rosenkranz und verschiedene andere Dinge hervor, die er auf den Divan legte, aber das Tuch war nicht da. So trat er auf dte andere Sette, griff wundersam tief in die Tasche, fischte das fehlende Tuch hier heraus aus seinem Versteck, drückte es dem Gebieter mit Ernst und Ehrerbietung in die Hand und ging zurück auf seinen Plab. Ein neuer Tenor entdeckt. Einem neuen Tenor ist man am Starnberger See auf die Spur gekommen. Die Gäste etnes Strandlokales vernahmen abends plötzlich von den Useranlagen her einen kräftigen hohen und ganz wundervollen Tenor, der augenblicklich eine Schar Münchener Bühnenkünstler in Aufregung brachte. Man ellt hinaus und sucht; man findet einen ungen Menschen in beschmustem Arbeitstittel. FreundEinladung nett, er geht nicht mit, Aber man würde hit la bezahlen! Nein, netn. Man btetet bis 50 Mart Dinauf; nein, er geht nicht. Wann i finga mag, fing i r mt alloa!" Sprachs und ging zu den Kameraden den Tubingerhof" und fang bis Milernacht. Der Tenor, in dessen Stimme nach Aussage derer, die ihn örten, viel Großes" Itegen fon, ist also vorläufig noch mentdeckt geblieben. Nur soviel hat man über den zufitnftigen Lohengrin erfahren, daß er Bahntaglöhner Starnberg ist, gegenwärtig 28 Benze zählt und mit Vornamen Lenzi heißt. über die osmantsche Hauptstadt gebracht. Viele nackte Frauen sprangen zwischen den brennenden Häusern umber, einzelne mit Kindern auf den Armen, andere mit den zwecklosesten Dingen beladen, heulend und schreiend, manche sich in Krämpfen am Boden windend. Hohe Offiziere in Galauniformen und mit reichem Ordensschmuck fuhren auf efelbespannten Müllabfuhrwagent ihren Hausrat weg. Hodschas suchten die Menge zu beruhigen und sie zur Serrichtung eines provisort fchen Zeltlagers zu bewegen, das sich nun hinter der Hayafidmoschee bis Afferai und Kumfapu aufzubauen beginnt, wo früher die belebtesten Viertel Stambuls standen. Viele Leute warfen ihren Besitz selbst ins Feuer, nachdem sie wie die Irrsinnigen stundenlang zwischen den Flammen umbergeirrt und vom Militär bald hierhin, bald dorthin getrieben worden waren, ohne eine sicheren Platz finden zu können. Die Not ist groß. Viele hundert Menschen haben nur gerettet, was fie auf dem Leibe trugen. Naiv. Als wahres Geschichtchen erzählt die Münchener Jugend: Leutnant X. will einen Kameraden in der Rettbahn sprechen. Da es verboten ist, in der Reitbahn zu rauchen, übergibt er vor Eintritt einem ulanen, der das Tor zu öffnen hat, die Zigarre. Als der Offizier die Bahn verläßt, hält der Ulan dem Leutnant den Tabak hin.„ Na, 3istat, brennt er noch?" frägt so nebenbet der Offizier. Wie' n geölter Blizz fährt die Giftnudel in den Mund des Rekruten und' ne Niesendampfwolte in die Luft blasend, meldet 3tskat:„ Befell, Herr Lettnant." Auch Athleten. August:„ Weißte, ich hab Dir solche Forsche in meinen Händen, daß ich een Taler in zwet Stücke zerbrechen könnte, wenn tch een hätte!" Frib: Wenns weiter nischt is; ich kann een Goldfuchs kleene friegen wenn tdk een hab Von der Hitze. Von den Brandstiftern, von denen nach amtlichen Angaben mindestens dreißig am Werke gewesen sein müssen, die nach einheitlichem Plan arbeiteten und es vor allem auf das Kriegsmint sterium abgesehen hatten, sind zwölf bereits verhaftet worden. Sie dürften friegsgerichtlich verurteilt werden. Der Schaden ist ungeheuer groß. Der Mor genwind begünstigte das Feuer, das rasend in wetter Linie fich verbreitete. Die Feuerwehr des deutschen Stationsschiffes und der englischen Stationäre eilten zur Hilfe herbet. Erst Montag vormittag gegen 11 Uhr konnte man des Feuers Herr werden, das zehn Stadtviertel und fast 10 000 Häuser zerstört hat. Die Rabl der abgebrannten Gebäude beläuft sich nach neueren Meldungen auf 7500. Die Verletzungen des Kriegsministers sind nur leichter Natur und in einigen Tagen wird er das Bett wieder verlassen können. Für die Opfer der Katastrophe wurde eine nationale Substription eröffnet, wozu der Sultan 50 000 Mark zeichnete. Die Regierung stellte 10 000 Zelte für die Obdachlosen zur Verfügung. Size überall in Europa. Das ist noch wenigstens etn Trost für alle, die jetzt unter der gewaltigen Hize zu leiden haben. So wird aus London gemeldet: Die mördertsche Size in Südengland ist am Sonntag noch um 2 Grad gestiegen, so daß in London das Thermometer 38 Grad Celsius zeigte. Von den zahlreichen Sißschlägen sind 8 tödlich verlaufen. Aus den Provinzstädten werden zahlreiche Schadenfeuer gemeldet, da oft ein Funten genügt, um die ausgetrockneten Scheunen und das dürre Gebält der Häuser in Brand zu setzen. Auch Paris steht unter dem Zeichen der Hizwelle. Im Laufe des Sonntags erreichte die Temperatur eine Höhe von 38 Grad Celsius im Schatten. Viele Ver= sonen sind vom Hizschlag getroffen worden und mußten arztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vom Rhein meldet der Draht: In den letzten Tagen sind auf der niederrheinischen Strecke Cöln- Duisburg insgesamt 30 Personen durch Hißschlag oder Ertrinten im Rhein zu Tode gekommen. Die Size hält in unverminderter Stärfe an. Am Sonntag erreichte sie an einzelnen Stellen die enorme Höhe von 40 Grad Celsius im Schatten. Bei einem Schweinetransport nach dem Cölner Viehhofe verendeten infolge der Hitze 314 Schweine. Ein neuer Brand. Nur tnappe vier Stunden währte die Feuerpause. Während die diplomatischen Vertreter gestern nachmittag auf der Pforte vorsprachen, um bet der entsetzlichen Katastrophe, welche Stambul heimgesucht hat, thr Betleid auszudrücken, während aus Tausenden von Trümmerfeldern noch unaufhaltsam Rauchwolfen emporsttegen und die Behörden Maßnahmen trafen, 60 000 bisher obdachlos gewordene Menschen auss notdürftigste in gelten unterzubringen, gelten von neuem die schred= lichen Rufe Großfeuer! durch die Straßen. In Alvarferail in Stambul unmittelbar bei dem griechischen Patriarchat, und in dem am Goldenen Horn sich hinziehenden Stadtviertel Balat, welches größtenteils spanische Juden bewohnen, wittete bald in entsetzlicher Weise das Element; bis abends lagen in diesen Vierteln 800 Häuser in Asche. Die Feuerwehr erweist sich als machtlos; wenn nicht besondere Umstände mitwirken, ist ein Aufhalten der Heimsuchung gar nicht abzusehen. Immer mehr nimmt die Ansicht zu, daß hierbei die schändlichsten Verbrechen mitwirften. Ueber 200 Verhaftungen wurden vorgenommen. Stambul bietet den trostlosesten Anblick des Jammers. Der Verkehr der Wagen und Tramways ist vollkommen eingestellt; die Remisen der letzteren fielen ebenfalls der Katastrophe zum Opfer. Ebenso herrscht in der Provinz Sachsen und in Thüringen seit Sonnabend eine glühende Hive, die am Sonntag 37 Grad Celsius im Schatten und 47 Grad Celsius in der Sonne erreichte. In Halle und Umgebung sind zahlreiche unglücksfälle infolge von Hinschlag zit verzeichnen, von denen vier tödlich verliefen. Ein Die Bauart der Häuser von Konstantinopel. Bon einem Kenner Konstantinopels wird der Inf." über die Ursachen der schnellen Verbreitung des Brandes folgendes geschrieben: Die Hauptursache für das schnelle Umsichgreifen der Flammen bei fedemt Brande Konstantinopels ist in erster Reihe in der Bauart der Häuser zu suchen. Es gibt vier verschiedene Bauarten. Die feuerfesteste Art stellen die sogenannten Karawansereien in Stambul dar, die über Brandmaus ern von 1 Meter Dicke verfügen. Es sind ungefüge Bauten, die einer Ausdehnung des Brandes manchen Widerstand entgegensezen. Die zweite Art der Häuser findet sich in Galata und Pera. Es sind schöne moderne Einfamilienwohnungen und werden meist von Europäern bewohnt. Ste sind nach der Art der Villen in unseren europäischen Städten erbaut. Die dritte Art tst bet\ den kleinen Häusern im türkischen Viertel vertreten. Es sind Holzhäuser, denen das Aussehen richtiger Häuser dadurch verliehen ist, daß sie mit Mörtel beworfen sind. Diese Häuser bieten naturgemäß den Flammen nur wenig Widerstand. Schon besser sind hierin die Häuser der vierten Art zu bewerten, die einen stetnernen Unterbau und einen hölzernen Oberbau haben. Aber auch diese Häuser bieten noch eine große Gefahr. für die Entstehung von Bränden, da gewissermaßen immer nur die Hälfte der Häuser feuersicher gebaut ist. Die moderne Zeit weist allerdings frog aller dieser Mängel schon ungeheuere Verbesserungen beim Bau der Häuser auf. Früher waren die Häuser eine schwere Gefahr für die Sicherheit der Stadt. Das läßt sich schon daraus erkennen, daß in drei verschiedenen Bränden nicht weniger als 20 000 Säuser den Flammen zum Opfer fielen. Im Jahre 1870 vernichtete der große, Brand allein 7500 Säufer und das ungeheuere euer vom 24. August 1908 forderte 6000 Säufer. Vielleicht wird man jetzt in Konstantinopel endlich daran gehen, auch für die Feuersicherheit der menschlichen Wohnungen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Drahtnachrichten und Deuestes. Von der Schwiegertochter ermordet. Hirschberg. 25. Jult. Die Frau eines Zimmermaunes in Schwerta imRiefengebirge erschlug im Walde ihre 74jährige Schwiegermutter. Durch einen Polizeihund wurde die Mörderin gestellt, die dann auch ein Geständnis ablegte. Abermals ein Flieger zu Tode gestürzt. Mosfaut, 25. Juli. Heute früh 7 Uhr stieg der Aviatifer Slusarento mit einem Passagier auf. In der Nähe von Barsfote Gelo stürzte er aus bedeutender Söhe ab. Der Passagier war sofort tot, der Flieger hat beide Betne gebrochen. Der Apparat tst zerstört. Die Choleragefahr in Neuyort. Neuvorf, 25. Juli. In das städtische Hospital ist ein cholerafranter Seemann gebracht worden, der schon vor 20 Tagen in Neuvort landete, Giessen Oswaldsgarten Nur 4 Tage! Zirkus E. Blumenfeld Ww. in der Equestic grösstes und leistungsfähigstes Unternehmen der Gegenwart. Donnerstag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, grosse GalaPremiére. Freitag, 28. Juli, abends 8 Uhr, zweite grosse Vorstellung. Samstag, den 29. Juli, nachm. 4 Uhr, grosse Extra- Schüler- u. Familien- Vorstellung zu herabges. Preisen, abends 8 Uhr, Elite- Vorstellung. Sonntag, den 30. Juli, nachm. 4 u. abends 8 Uhr, unwiderruflich letzte grosse Hauptvorstellungen. Im Monat Mai d. J. wurde der Zirkus E. Blumenfeld Wwe. durch den Allerhöchsten Besuch Ihrer Königl. Hoheiten dem Grossherzog und der Frau Grossherzogin von Mecklenburg- Schwerin, sowie von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Adalbert, Sohn des Deutschen Kaiserpaares, beehrt. Am nächstfolgenden Tage fuhren die Allerhöchsten Herrschaften vor dem Zirkus Blumenfeld vor und sprachen während einer halbstündigen Unterhaltung mit den Gebr. Blumenfeld denselben ihre ganz besondere Anerkennung aus. Weltstadtprogramm im wahren Sinne des Wortes: Ganz besonders werden nachstehende Piècen erwähnt: Ritterspiele u. Turniere aus dem Jahre 1380, ausgeführt von 100 Personen zu Fuss u. zu Pferde. grösste Sensation, welche je ein Zirkus, ob reisendes oder ständiges Unternehmen, gezeigt hat. Diese Ritterspiele und Turniere stellen keine Pantomime dar, sondern eine absolute Neuheit, welche allerwärts das Tagesgespräch bildet. Herr Direktor A. Blumenfeld, Ehrenmitglied des K. K. Reitklubs zu Prag, mit seinen einzig grossartigen Freiheitsdressuren, wozu allein 60 herrliche Pferde zur Verfügung stehen. Grosse Sensation! 6 facher Jockey- Akt! Alle 6 Jockey springen zum Schluss ihrer Konkurrenzarbeit zusammen stehend auf einem im rasenden Galopp dahinjagenden Pferde. Trio Holmes, beste Schleuderbrett- Akrobaten der Welt. Einzig dastehend! 3 andal. Stiere und eine arabische Schimmelstute zusammen zur hohen Schule geritten. Grosso Ballet- Ensembles vom Corps de Ballett, sowie der berühmten Solo tänzerin Unitè und des Solotänzers Carlo. Ausgezeichnete Clowns und Auguste, hervorragende Reit- und Sei- Künstlerinnen. August Wrobello als Flieger: Herr Otto Schumann als ganz hervorragender Scl.ulreiter mit seiner neuesten Pièce: Schulpferd und Ballerina. Ein wilder Ritt, ausgezeichnete Reitpièce von Miss Anita, Sybilla u. Amanda. Schillhusaren! Brillante Reiterscenerien von 15 Herren zur Erinnerung an die Helden und Vorkämpfer der Freiheitskriege usw. usw. Die herrlichen Marställe, sowie die zoologische Abteilung sind tagsüber gegen eine Eintrittsgebühr von 10 Pfg. zu besichtigen. Die innere Einrichtung des 4000 Personen fassenden Zirkusses ist patentamtlich geschützt. Billige Eintrittspreise. Trotz der imensen Spesen von 2400 Mk. täglich, haben wir in der Vorverkaufsstelle des Herrn S. Loeb, Zigarrengeschäft folgende Billettpreise festgestellt: Steins Garten Das 6. 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Nachnahme portofrei von 3 verschiedenen Nummern für 4 Mk. 40 Pfg. fem Aga nich Red Fra Eng Deu nen Ver derh 300 000 Mr. fort find 160 000 Mt. 3wif 81000 M. 76 823 M. 48 000 M. 32000 M. 18 000 M. lajfe 45 000 M. auch 24 000 M. den Gie Sehe wan gefä ge das Get ten den eine Schl tung wie gen wan reich Jezu den oder grun ganz gut eine fanni dung feine der berpa gung reichs Mar verloren: 1 Heuseil, 1 braunledernes Portemonnaie mit 7-8 Mart Jnhalt, 1 Einlagebuch auf den Namen Heinrich Schäfer lautend, 1 Cylinderhut, 1 10Markstüd, 1 goldene Brosche mit goldenem Anhänger, 1 Metallstativ von einem Photographenapparat, 1 jilberne Vorstednadel mit blaugrünem ovalen Stein, 1 Sparmarkenbuch, 1 Handtasche( lilla) mit einem kleinen Lederportemonnaie mit 2,03 m. sowie eine goldene Halskette mit Amulett Ritter Georg mit dem Drachen und ein 100 Kilometerheft Inhalt, 1 mattgoldene HalsHalskette, 1 schwarzledernes Portemonnaie mit 2 Mr. und einigen Pfennigen Inhalt, 1 Wandergewerbeschein auf den Namen Franz Scholz lautend, 1 Damengummigürtel, 1 Fünfmarkschein, 1 Portemonnaie mit 1 M. und einem 5- Pfennig- Stüd Inhalt, 1 gemsledernes Täschchen mit 3-4 Mt., 1 Taschentuch und 1 Schlüssel Inhalt, 1 Goldfüllfederhalter, 1 Damenhut, 1 Damenportemonnaie mit 13 bis 14 Mt. Inhalt. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände [ 265/2 belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände lann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und von 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 22. Juli 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung 6. m. b. H.- Verantwortlich: Otto Heinede. 6 verschiedenen Nummern für 8 Mk, 40 Pfg. 9 verschiedenen Nummern für 12 Mk. 40 Pfg. etc. Man bestelle sof., denn der Vorrat v. Losen ist gering! Gechrter Bert Apotheker! Rad Gott banfe Ich 35nen für bie ante imp- Balbe, ble fich an meinen Onben, felt 4 Jabren nafje. fressende Strate, gut bewährt hat. 3abem Ich Jhnen nochmals meinen bergliden Tant entgegenbringe, be grüic Id Ele Sochachtungsvoll Wwe. II. B14mart, 1./11. 1906. 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