S Welt. ll zu haben, ancen, raid und Jum Eindla bodenlad # ftigen Zutaten und Wichsen ba blt -ischbach. ( 245) Bernichtung ederich Marke Haupt Der Erfolg über Morgen genügt. in 1 Ctr S n Bahnstationen Benoffenschaft, g i. 6.( 246) allen Fraueniden sicher Frau , Oderstr. 12.[ 297 at Bolt i. Thür. nr., Prim. .-( Ex.) Pr. frei ffen drells se 28 1. ken. 5. Mai. e. an. apelle en m 8 Uhr: 6 ahrt. ar hl. Beicht t. union. igt. Militärgol gen. cht. be in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 122. - Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. zu Die 3 weite Kammer erledigte in der letzten Sigung die Rückäußerungen der Ersten Kammer dem Gemeindeumlagegesetz. Bei Artikel 2 wurde auf Antrag des Abg. Lutz und Genossen, statt das 25sache, das 20fache des Grundsteuerbetrages eingesetzt. Der Schlußsatz zu Artikel 6 soll lauten: Der Steuerpflichtige ist nicht verpflichtet, Erklärungen über den Wert seiner Grundstücke abzugeben. Ein Antrag des Abg. Köhler, betr. die Herabsetzung der Umsatzsteuer bei den Warenhäusern, wurde abgelehnt. Bei den meisten Artikeln beharrte die Kammer auf ihren früheren Beschlüssen. Nach lebhafter Debatte wurde ein Antrag Wolf, der die Gültigkeit des Gesetzes auf sieben Jahre festsetzen wollte, bei Stimmengleichheit, wobei der Pizepräsident den Ausschlag gab, abgelehnt, sodaß das Gesetz auf unbestimmte Dauer geht. Ein Antrag des Abg. Osann, 1919 eine Denkschrift über die Wirkungen des Gesetzes zu veröffentlichen, findet Annahme. Hierauf erfolgt noch die Beratung des Antrages des Abg. Ulrich und Genossen auf Einführung der nationalen Einheitsschule. Abg. Raab betont, daß durch eine Einheitsschule die Interessen der Volksschule und ihr Ausbau wesentlich gefördert werden. Die Regierung Iehnt es a b, von ihrem früheren Standpunkt in dieser Frage abzugehen. Auf Antrag des Abgeordneten Bach wird die Weiterberatung des Antrages vertagt. Damit ist die Tagesordnung erledigt und die Kammer vertagt sich auf unbestimmte Zeit. Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. Mai. Freiwilliger Eintritt in den Militärdienst. Beim Telegraphen- Bataillon Nr. 3 in Koblenz werden im Herbste noch zweijährig- Freiwillige eingestellt( Telegraphisten und Fahrer). Auch werden zweijährig- Freiwillige für das neugebildete Luftschiffer- Bataillon Nr. 3 in Köln und Metz gesucht. Meldungen, denen ein selbstgeschriebener Lebenslauf und ein Meldeschein beizufügen sind, nimmt für beide Bataillone das Telegraphen- Bataillon Nr. 3 in Koblenz entgegen. Der Parteitag der Zentrums par tei für den Regierungsbezirk Wiesbaden findet Nach dem Dünsberg. ( Ein Maiausflug am Himmelfahrtsfeste.) am Gießen, den 26. Mai 1911. Am Himmelfahrtstage, dem Auftakte zum fröhlichen Pfingstfeste, nimmt die Frühjahrswanderlyrik eine mit Händen greifbare Gestalt an. Wer es irgend ermög= lichen kann, eilt hinaus in Gottes schöne Natur. Und daß ich als„ Naturschwärmer" an einem solchen Tage nicht in den vier Pfählen bleibe, ist selbstverständlich. Schon einige Tage vorher hatte ich wie weiland Kuropatkin vor der Schlacht bei Mukden über der Generalstabskarte gebrütet, um den Kriegsplan zu entwerfen. „ Vormittags und nachmittags Nauheim- abends Frankfurt", so waren die Würfel gefallen. Leider war die Rechnung ohne den Wirt gemacht; denn die Kontrolle der Kriegskasse hatte ein verteufelt schlechtes Ergebnis: der vorhandene Mammon reichte zu einer der- des Großherzoglichen Polizei Amfes = der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 26. Mai 1911. nächsten Sonntag nachmittag um 3 Uhr in drei gröBeren Sälen in Höchst a. M. statt. Am Vormittag, um Gesellenhause. In den Hauptversammlungen am Nach 9½ Uhr, ist die Delegiertenversammlung im katholischen mittag werden Mitglieder des Reichstages und des Abgeordnetenhauses, u. a. Dr. Marx, Dr. Pieper, Linz und Landgerichtsrat Jtschert sprechen. * Der Bund der Versicherungsvertre= ter Deutschlands E. V. in Berlin hält in den Tagendes 28.- 30. Mai in Dresden seine diesjährige 9. Bundesversammlung ab. Außer internen Angelegen heiten werden soziale Fragen der Gegenwart sowie sol che des Versicherungswesens zur Besprechung gelangen. :: Gegen die verrückte Mode der langen Hutnadeln geht jetzt erfreulicherweise die Eisenbahnverwaltung mit der nötigen Schärfe vor. Die Direktion Saarbrücken teilt mit, daß alle Bahnbeamten angewiesen wurden, Damen mit zu langen Hutnadeln zum Entfernen der Nadeln aufzufordern. Kommen sie dem Verlangen nicht sofort nach, sind sie von der Mitfahrt auszuschließen und aus dem Bahnhof zu weisen. * Lollar, 25. Mai. Die vier großen Schlote der Buderusschen Mainweserhütte, deren Betrieb nach Wetzlar verlegt ist, wurden Mittwoch durch Sprengung von Pionieren niedergelegt. Damit sind die letzten Spuren des einzigen Hochofens in Oberhessen vernichtet. * Friedberg, 24. Mai. Hier tagte gestern im „ Hotel Trapp" eine aus Mitgliedern des Bundes der Landwirte und der Nationalliberalen Partei im Wahlfreise Friedberg- Büdingen bestehende Kommission, die zu dem Zwecke von den offiziellen Parteivertretungen eingesetzt war, um eine Einigung zwischen den Nationalliberalen und dem Bunde der Landwirte auf einen Kandidaten herbeizuführen. In dieser Kommission aber herrschte volle Einmütigkeit. Man beschloß, weiter Umschau nach einem geeigneten bürgerlichen Kandidaten zu halten. Die Fortschrittliche Volkspartei war an der Beratung nicht beteiligt. - n Friedberg, 26. Mai. Die Firma Friedrich Roßbach, Lackfabrik, hat anläßlich ihres 50jährigen Bestehens zum Andenken an ihre Gründer, die Summe von 10000 Mark an die evangelische Kirchen- Gemeinde als Grundstock für die Erbauung eines Sch w e- sternhauses überwiesen. Bei der Obduktion der „ fuchsigen" Anstrich bekommen hat. Er wird nur in der Dunkelheit benutzt. Nr. 2 ist für gewöhnliches Regenwetter am Tage bestimmt. Nr. 3 ist das Prachtstück, der Renommierschirm, der nur Sonntags in Gebrauch genommen wird, und auch dann nur, wenn die völlige Gewißheit besteht, daß es nicht regnet. Inzwischen strippelte" es lustig weiter. Jch nahm Regenschirm Nr. 1 und lief noch gegen 8 Uhr abends zur Post, um die amtliche Wettervoraussage zu studieren: 1. 3eitweise aufheiternd also wenig stens ein Trost 2. Strichregen- der totsicher Gießen und Umgegend trifft, während Seckbach und Umgegend Sonnenschein hat- 3. Gewitter 4. We st das ist schon seit alters her der Fall liche Winde... aus der Regenecke. - Also eine nette Prognose für das Himmelfahrtsfest! Bei meiner Rückkehr vom Postamte kollidierte Nr. 1 14 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen= gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | Leiche der plötzlich verstorbenen Frau Wagner wurden innere Verletzungen nicht konstatiert, jedoch steht fest, gerufen durch die brutalen Mißhandlungen der Frau daß die Verstorbene infolge eines Nervenchoks, hervorBornträger, verschieden ist. Ob infolge dieses Resultates der Obduktion vom juristischen Standpunkte aus vorgegangen werden kann, ist fraglich. Flug der Mitglieder der beiden hessischen Kammern in Darmstadt, 23. Mai. Der gemeinsame AusGemeinschaft mit den Regierungsvertretern und der Presse nach Jugenheim an der Bergstraße brachte die zahlreichen Teilnehmer im Sonderzug zum gemeinsa= men Mittagsmahl dorthin. Zur allgemeinen Freude erschien der seit über einem Jahr erkrankte erste Präsident der zweiten Kammer, Geheimrat Haas, im Automobil in verhältnismäßig vorzüglichem Gesundheitszustande. Er brachte einen Toast auf den Großherzog aus und begrüßte insbesondere auch die Mitglieder der Ersten Kammer. Vizepräsident Korell begrüßte u. a. auch die Vertreter der Presse und endete mit einem Hoch auf das Hessenland. Fürst Jsenburg- Birstein, Sekretär der Ersten Kammer, wünschte, daß diese Ausflüge sich allGeheimrat Wildbrand dankte im Namen der Regierung jährlich wiederholen, er toastete auf Geheimrat Haas. und lehrte sein Glas auf die Kammer. Redakteur Anauch die Minister Ewald, Braun und Hombergt mit häuser dankte im Namen der Presse. Inzwischen waren mehreren Mitgliedern der Regierung und der Ersten Rammer erschienen. Es erfolgte eine photographische Aufnahme und ein gemeinsamer Spaziergang nach Seeheim zu gemütlicher Rast. Gegen 8 Uhr abends erfolgte die Rückfahrt im Sonderzug. *) Marburg, 26. Mai. Am 1. Juni wird die normalspurige Bahnstrecke 3 immersrode- Densberg, Teilstrecke der Nebenbahn Zimmersrode- Gemünden( Nohra), als Nebenbahn eröffnet. Die neue Bahnstrecke wird dem hiesigen Betriebsamt zugeteilt.- Die Ersatzwahl zum preußischen Abgeordnetenhause für den verstorbenen Landrat von Negelein wurde auf den 19. und 28. Juni angesetzt. Heidelberg, 24. Mai. Das Gesamtergebnis der immatrikulierten Studenten für das Sommersemester 1911 beläuft sich auf 2450( im Vorjahre 2413). Die Zahl der Hörer beträgt 160( i. V. 139), insgesamt also 2610 Studierende( i. V. 2552). Diese Zahl stellt die höchste bisher erreichte Frequenzziffer dar. lingshausen, wo in dem netten Wirtshause des Herrn Weber 5. fröhliche Einkehr gehalten wurde. Nachdem wir uns hier zu dem bevorstehenden Aufstiege gestärkt hatten, ging es unter der kundigen Führung eines lieben Bekannten bergan. Nach kurzer Wanderung über schwellendes Wiesengelände erreichten wir den Wald. Sonnenstrahlen durchzitterten das zarte Laub und malten mit schlichter Palette den kostbarsten Teppich unter den schreitenden Fuß. Leuchtendes Grün sproßte aus allen Zweigen; der Kuckuck grüßte uns, und munter plaudernd stiegen wir aufwärts. Doch bald begann die scharfe Steigung; verschiedene Male mußten wir uns verschnaufen, bis wir endlich nach halbstündiger angestrengter Wanderung oben landeten. Frisch strich Wind über die Kuppe. Nachdem wir uns ein wenig abgekühlt hatten, bestiegen wir den Aussichtsturm. Ein zarter Dunstschleier, der die Fernsicht behinderte, lag über der Landschaft ausgebreitet. Gießen, Wetzlar, der der auf dem Selterswege mehrere Male mit verschiedenen Kalsmunt, der Stoppelberg und die Hügelketten bei GlaSpezies seiner Gattung, aber der alte Veteran behauptete siegreich das Feld. artig luxuriösen Tour nicht mehr aus! Der Grundsatz des weisen Philosophen: Teile und herrsche( nämlich: Monatsgehalt) hatte hier wieder einmal seine glänzende Bestätigung nicht gefunden. Einen kleinen Pump Der Himmelfahrtstag brach an. Die amtliche Wetin Szene zu setzen, dagegen sträubte sich mein jung- tervoraussage hatte sich geirrt, ich hatte mich ge= fräuliches Gemüt. Ich war in einer ganz scheußlichen irrt, und der vierbeinige Hausgenosse meines Freundes Verfassung. Ein sehnsüchtiger Blick nach dem A hatte sich geirrt. Der Fixköter wollte der Wetterprogkalender, der mit großen schwarzen Zahlen den 23. cr. nose nicht einmal das aufheiternde Moment zugestehen. ankündigte also bald Matthäi am letzten stellte Am Mittwoch fraß er permanent Gras in den städtiaber einigermaßen das ins Wanken geratene europä- schen Anlagen, was bekanntlich„ Hundewetter" für die ische Gleichgewicht wieder her. - - Nach langem Hin- und Herüberlegen entschied ich mich schließlich für eine Fahrt nach dem Dünsberg, dem riesigen Maulwurfshügel, der mir schon seit längerer Zeit freundlich zugewinkt hatte. nächsten Tage andeutet. 127 Uhr huschte der erste Sonnenstrahl durchs Zimmer, und gegen 8 Uhr schien die Sonne sogar 10 Minuten lang ununterbrochen. Bei der Auswahl der Schirme befolgte ich die Politik der mittleren Linie und wählte Nr. 2. 10.20 fuhr ich in Begleitung eines jugendlichen WanSo war es am Dienstage vor dem Himmelfahrtsfest geplant. Am Mittwoch regnete es fast ununterbrochen den ganzen Tag, sodaß ich aus reiner Verzweif= lung eine Generalmusterung meiner„ Mussprizen", zu| dergenossen mit dem„ Bieberlieschen", das mit lustigem „ deutsch" Regenschirme, vornahm. Wie der treffliche„ Robinson" der Meggendorfer Blätter habe ich nämlich de ren drei: Der älteste davon ist der sogenannte Familienschirm, dessen Bezug im Laufe der Zeit einen " 1 | Bim- Bim" die Chaussee entlang krabbelte, dem Dünsberg entgegen. Majestätisch schauten die alten Burgruinen Gleiberg und Vetzberg auf das Zügle herab. In Rodheim stiegen wir aus und wanderten nach& e l- denbach und Marburg waren sichtbar. In verschwommenen Umrissen tauchten auch der Vogelsberg und der Taunus aus der Ferne auf. Wir waren entzückt von dem geschauten Bilde und priesen den Dünsberg mit hohen Worten. Da aber schwärmerische Gemütserhebung allein den Körper nicht aufrecht erhalten kann, so wurde an einer Holztafel der gute Stoff des Gastwirts Schlierbach aus Bieber, der oben den Restaurationsbetrieb hat, probiert. Nachdem wir noch unsere Namen ins Fremdenbuch eingeschrieben hatten, schickten wir uns zum Abstiege an. Wir wählten den etwas beschwerlichen Weg schiedete. über Bieber, wo sich unser freundlicher Führer verabOhne einen Tropfen Regen wurde diese herrliche Tour beendet. Alles war nach Wunsch abgelaufen; nur ein einziger Mißton mischte sich in den Freudenbecher, nämlich der, daß ich meinen Renommierschirm nicht mit auf den Dünsberg genommen hatte. == Deutscher Reichstag. Die elsaß- lothringische Verfassung angenommen. In der Sizung vom Dienstag wurde die elsaß- lothringische Verfassungsvorlage in zweiter Lesung beraten. Das Haus zeigte die Signatur des großen Tages". Der Reichskanzler erschien gleich zu Beginn der Sizung im Saal, ließ jedoch den Sprecher der Konservativen, die be= kanntlich der Reform grundsätzlich ablehnend gegenüberste= hen und bereits einen Antrag auf Streichung der Bundesratsstimmen eingebracht haben, den Vortritt. Abg. WagnerSachsen entwickelte die Gründe für die Haltung seiner Partet, die im wesentlichen befürchtet, daß die Stellung des Kaisers und die Vormachtstellung Preußens im Bundesrat eine Schwächung erfahren könnten. Das Kaiserpaar wieder daheim. Der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Luise sind, wie gemeldet, nach mehrwöchiger Abwesenheit am Dienstag vormittag im Neuen Palais bei Potsdam wieder angelangt. Das Wiedersehen mit den übrigen Mitgliedern der kaiserItchen Familie gestaltete sich sehr herzlich. Schon eine halbe Stunde vor Ankunft des kaiserlichen Sonderzuges setzte ein lebhafter Wagenverkehr vom Neuen Palais zur Fürstenstation Wildpark ein; er steigerte sich von Minute zu Minute. Im Fürstenzimmer und dem angrenzenden Empfangsraum hatten sich inzwischen die Gefolge der Matestäten, soweit sie an der Reise nicht teilgenommen hatten, versammelt. Im Automobil fuhren das Prinzenpaar Eitel Friedrich, sowie Prinz und Prinzessin August Wilhelm vor, während Prinz Joachim selbst sein Dogcart zum Bahnhof lenkte. Die Herrschaften begaben sich, als die Einfahrt des Buges signalisiert wurde, zum Bahnstetg, auf dem ein breiter Teppich ausgebreitet war. Eine Minute später, als ursprünglich angezeigt war, fuhr der kaiserliche Sonderzug in die Halle. Der Monarch entstieg zuerst seinem Salonwagen und begrüßte die Prinzen und Prinzessinnen aufs herzlichste. Dann wandte er sich seinem Gefolge zu. Inzwischen hatte auch die Kaiserin mit ihrer Tochter den Zug verlassen. Ste umarmte ihre Söhne und Schwiegertöchter und unterhielt sich mit ihnen längere Zeit. Der Kaiser zog fast alle Herren in ein längeres Gespräch. Danach begaben sich die Majestäten zu den bereitstehenden Automobilen. Im ersten Wagen nahm das Kaiserpaar mit der Prinzessin Viktoria Luise und Prinzessin August Wilhelm Platz. Unter dem Jubel der Menge wurde alsdann die Fahrt nach dem Neuen Palats angetreten, wohin dem Kaiserpaar die Prinzen mit ihren Gemahlinnen folgten. An diese Argumente knüpfte der Reichskanzler von Bethmann Hollweg an. Er ist vom ablehnenden Standpunkte der rechtsstehenden Parteien nicht überrascht, doch das könne nicht davon abhalten, daß das Land weiter ent= wickelt und mehr und mehr mit dem Reiche verschmolzen werden müsse. Dazu wären die Bundesratsstimmen ein Weg. Preußen darf sich durch die Klausel nicht abschrecken laffen. Es habe seinen historischen Beruf in Deutschland zu erfüllen und müßte das mit großer Weitherzigkeit tun. Hier an den Bundesratsstimmen die Vorlage scheitern zu lassen, wäre ein Abweichen von der deutsch- nationalen Politik Preußens. Redner hält daran fest, daß die Fortbildung der Verfassung eine Notwendigkeit ist. Es ist kein neues Haus, das wir aufrichten wollen, sondern wir versuchen nur, das alte Haus wohnlicher zu gestalten. Redner hält es für sehr heikel, darüber zu urteilen, ob wir, ob ein Volk für dieses oder jenes Wahlrecht reif set und be= danert, daß von der konservativen Partet während der Kommissionsberatungen eine passive Resistenz getrieben wor den sei und schließt: Elsaß- Lothringen soll sich politisch und wirtschaftlich entfalten. Das sei das sicherste Mittel für eine Verschmelzuna mit dem Reiche. Ein Aufruf gegen die Fremdenlegion. Verein betzutreten, der Auftlärung über das Wesen der Fremdenlegion verbreiten und sich ehemaligen. in Not ge ratenen Fremdenlegionären annehmen will. Die Bewegung gegen die französische Fremdenlegion ist in Deutschland, seit im Reichstag bei den Etatsberatungen von dem Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter und auch von Abgeordneten ein kräftig Wort dagegen gesprochen worden ist, wieder lebhafter geworden. Wiederholt ist auch in der Presse auf die Gefahren hingewiesen worden, denen sich der funge Deutsche aussetzt, der aus irgend welchen Gründen in die Fremdenlegion eintritt. Jetzt ist man damit einen Schritt weiter gegangen, daß man einen Verein zur Be fämpfung der Fremdenlegion gründen win, der die Aufklärungsarbeit ständig betreibt. Der von einer Anzahl bekannter Namen unterzeichnete Aufruf, der zu dieser Gründung auffordert, lautet: Rundschau vom Cage. Politisches. Gewisse Tatarennachrichten über eine angebliche Vers stimmung zwischen Kaiser Wilhelm und König Georg famen am Montag alsbald nach Betreten deutschen Bodens auch zur Kenntnis des Kaisers, der höchst erstaunt über solche unwahren und die wirkliche Situation völlig auf den Kopf stellenden Nachrichten wiederholt seiner Umgebung seine völlige Befriedigung über den Aufenthalt in England ausdrückte. Erfundene Kaiserworte. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ein englisches Wochenblatt hat fürzlich Mitteilungen über angeblich politische Gespräche des Kaisers mit einem englischen Künstler gebracht. Wir fönnen feststellen, daß die dem Kaiser zugeschriebenen Aeußerungen erfunden sind. Den Unterzeichneten scheint der Augenblick gekommen zu sein, entschieden und tatkräftig gegen eine Einrichtung vorzugehen, die allen Begriffen europäischer Gesittung und Bildung geradezu ins Gesicht schlägt. Es handelt sich um die Fremdenlegion, die die französische Republik in ihren Kolonien unterhält. Mindestens 45 Prozent aller Fremdenlegionäre sind Reichsdeutsche. Gegen 70 Prozent sind deutscher Sprache und deutschen Bluts. Wir haben alle Veranlassung, wenn nicht schon als Menschen, so mindestens als Deutsche, uns dagegen aufzulehnen, daß irgendwo auf der Welt ein Deutscher, und set es der Leßte, zum Sklaven erniedrigt wird. Dies aber ist tatsächlich das Schicksal etnes Jeden, der in die Fremdenlegion eintritt. Der sozialdemokratische Redner Abg. Böhle legte dar, daß die Sozialdemokraten als die wahren Vertreter des Volkswillens dem Reichslande weitergehende Rechte und ein vollkommenes Selbstbestimmungsrecht schon jetzt einräumen würden. wenn sie könnten. So aber begnügten sie fich mit dem Gebotenen. Der Redner des Zentrums war der Abg. Schädler, kein Elsaß- Lothringer, da letztere augenscheinlich eine von der offiziellen Stellungnahme des Bentrums abweichende Haltung einnehmen. Er wandte sich gegen die Konservativen, bezeichnete gerade die Gewährung der Bundesratsstimmen als das erfreulichste der kommts= stonsbeschlüsse und begrüßte, daß Elsaß- Lothringen auf dem Wege zur vollen Autonomie sich befände. Für die NationalItberalen sprach der Abg. Bassermann unter Zustimmung zu den Kommissionsbeschlüssen in allen ihren Teilen. Fretlich hob er dabei hervor, daß die Nationalliberalen sich ihrer Verantwortung voll bewußt seien, andererseits aber die geschaffenen Kautelen für die Aufrechterhaltung der Stellung des Kaisers in Preußen für hinreichend hielten. Im gletchen Sinne äußerte sich namens der fortschrittlichen Voltspartet Abg. Müller- Meiningen. Für die Reichspartei trat Abg. v. Dirksen im Interesse der Weiterbildung der Verbes= serungen der Beziehungen des Reichslandes zum Reiche für die Vorlage ein. Das Scheitern der Vorlage würde unabsehbare Folgen haben. Danach legte Graf Mielzynski die ablehnende Haltung der Polen, Abg. Graef- Weimar die der wirtschaftlichen Vereinigung dar. Hierauf kamen zwei Elfäffer zum Wort, die Abgg. Preiß und Hauß und darauf erfolgte eine Auseinandersehung zwischen dem konservati= ven Abg. v. Oldenburg- Januschau und dem Reichskanzler über die Bewertung der dret Bundesratsstimmen inbezug auf die preußische Bormachtstellung. Der Reichskanzler erflärte, daß er ebenso preußisch empfinde, wie Herr von Oldenburg und daß er an diesem Punkte öte Vorlage nicht habe scheitern lassen wollen. Die Konservativen wollten auf dem seit 1879 herrschenden Zustande stehen bleiben, es müs= se aber ein Schritt vorwärts getan werden. Auch Staatssekretär Delbrück verteidigte noch einmal die Vorlage in ihrer jetzigen Gestaltung und die Nachgiebigkeit der Verbündeten Regierungen. Die Macht und die Würde Preußens werde nicht beeinträchtigt werden. Die Abgg. Dove( frs. Vp.) und Frank( Soz.) gingen ebenfalls gegen den Abg. v. Oldenburg vor. Der Beginn der Herbsttagung des Reichstages. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, besteht die Absicht, die Herbsttagung des Reichstages am 4. Oktober beginnen zu lassen. Es ist ferner in Aussicht genommen, die Vertagung jetzt nicht am 2. Juni, sondern bereits am 31. Mai vorzunehmen. Belgten ventien beren G Dra rechten D häuser v gort eing fteht. Gene neralftrei fich den Berkehr. Große Unterschlo faffterers höher, als auf über ren. Die Verhaftet Bei bet Göln Reffeldede Verwliftu dem die G Menschen Beim Shen Me war der nes neue das Gew Eine frau des Berlin 3 Streichh wurde dem Kra starb. Bluti Gefangen waren, ha liberfallen von den den. Sech Schwer ver daten find Die ei reich hat e junge Schn durch Arth er die Tat Ein fu ftellten hat Der Oberi hatte den Die Reichsversicherungskommission erledigte am Dienstag die zweite Lesung des Einführungsgesehes. Die Uebergangsbestimmungen wurden nicht wesentlich geändert. Die Sozialdemokraten beantragten eine rückwirkende Kraft der Hinterbliebenenversicherung auf den 1. Januar 1910, während nach dem Entwurf der Anspruch auf die Hinterblie benenrente am 1. Januar 1912 beginnt. Da die beantragte rückwirkende Kraft eine Mehrbelastung des Reiches um 48 Millionen und der Versicherungsträger um rund 90 Millionen bedeuten würde, für welche keine Deckung vorhanden ist, wurde der Antrag abgelehnt. Vergegenwärtigen wir uns, was die Fremdenlegion dem französischen Staate geleistet hat! Ste hat nicht nur das neue große Kolonialreich zum größten Teil erobert, sie hat auch all dte grundlegenden Arbetten geleistet, die nöttg waren, um es fruchtbar zu machen. Die Fremdenlegionäre haben die ausgedehnten Sümpfe entwässert, sie haben all dte Dämme gebaut, die Schienenstränge gelegt, und nicht nur fast jedes öffentliche Gebäude, sondern all die blühenden Städte mit ihren herrlichen Anlagen in ganz FranzösischNordafrika sind ihr Werk. Nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen wurde hierauf in namentlicher Abstimmung entgegen dem konservativen Antrage betr. die drei Bundesratsstimmen die Kommissionsfassung zu Art. 1 mit 200 gegen 112 Stimmen bei zwei Enthaltungen aufrecht erhalten, ebenso wurden die ersten Paragraphen des Art. 2 unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenommen. Der Antrag der Konservativen über die konfessionelle Schule wurde mit 209 gegen 105 Stimmen bet 10 Stimmenthaltungen abge= lehnt. Dafür stimmten mit den Konservativen und den Mitgliedern der Wirtschaftlichen Vereinigung die Elsaß- Lothringer, Polen und einige Zentrumsabgeordnete. Der Spra chenparagraph wurde in namentlicher Abstimmung mit 220 gegen 100 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen angenommen. Der Rest des Verfassungsgesetzes wurde ohne Erörterung ebenfalls angenommen. Darauf vertagte sich das Haus auf Mittwoch. 3wei Kirschen an einem Stengel. 14) Ueber das Befinden des Kaisers Franz Josef wird aus Wiener Hoffreisen gemeldet: Entgegen den alarmierenden Gerüchten über die Gesundheit des Kaisers fann konstatiert werden, daß zu einer Besorgnis auch nicht die geringste Veranlassung vorliegt. Der Katarrh des Kaisers ist bedeutend besser, wenn auch nicht ganz behoben. Und was erhält der Fremsenlegionär dagegen? Vier Pfennige Lohn erhält er für den Tag! Erst nach einer fünfzehnjährigen Dienstzett hat er Versorgung zu erwarten; Entschädigungsansprüche wegen dauernder Verminderung oder Zerstörung seizer Arbeitskraft im Gefolge des Dienstes darf er nicht geltend machen. Dabei gibt es dort keine fachgemäße gesundheitliche Fürsorge. Außer und neben dem militärischen Dienst, der schon an sich ganz unerhörte Anforderungen stellt, wird von den Legionären eine ungeheuerliche Arbeitsleistung gefordert und erzwungen. Eine brutales ausbeuterisches Strafsystem bezweckt, noch mehr wirtschaftliche Leistung aus den Unglücklichen ohne Entgelt herauszupressen. Roman von A. von Lilteneron. ( Nachdruck verboten.) Scharf und hart waren die Worte gesprochen, ste em= pörten das Mädchen.„ Es hat mir feiner nit was vorzuschreibe," murrte sie ,,, außer mei Mutterle, und die gönnt mir die Früd." „ Na, denn adjüs ok!" Der Bursche schnitt thr damit weitere Erörterungen ab. Er wandte sich weg und nahm die Hände erst aus den Taschen, als er vor dem Schmied stand und sich von diesem sein Handwerkszeug geben ließ. Das Wehrgesetz im ungarischen Parlament. Die Regierung hat dem ungarischen Abgeordnetenhause vier die gemeinsame Armee sowie die ungarische Landwehr-( Honved) Truppen betreffende Gesezentwürfe vorgelegt. Dutch sie wird das Refrutenkontingent der gemeinsamen Armee von 103 000 auf 159 000 Mann und das Refrutenkontingent der Honvedtruppen von 12 500 auf 25 000 Mann erhöht. Die Dienstzeit wird von drei auf zwei Jahre herabgesezt. Die Kavallerie und die reitende Artillerie behält die dreijährige Dienstzeit bei. Gleichzeitig wird ein neues Militärstrafverfahren eingeführt. Das Verfahren ist öffentlich und mündlich. Die Verhandlungssprache der in Ungarn tätigen Militärgerichte ist ungarisch mit Ausnahme des Falls, daß der Angeklagte nicht ungarisch versteht, aber der deutschen Sprache mächtig ist. Es ist wahr: die dort in den fremden Heeresdienst eintreten, scheinen auf den ersten Blick das Anrecht auf unser Mitgefühl verscherzt zu haben. Und es ist auch ferner spahr, daß gar mancher nur deshalb in die Fremdenlegton eingetreten ist, um sich der Strafe für ein Vergehen gegen bte Gefeße seines Landes zu entziehen. Aber andererseits dürfen wir nicht vergessen, daß es meistens gänzlich unerfahrene junge Leute sind, die irgend ein phantastischer Tatendrang hinausgetrieben hat; oder daß es sich um krankhaft Beanlagte oder solche Handelt, die infolge von Not und Elend schließlich der klaren Ueberlegung beraubt waren und dann in der Verzweiflung den falschen Vorspiegelungen, die ihnen gemacht wurden, Glauben geschenkt haben. Die Unterzeichneten, unter denen sich Anhänger fast aller politischen Richtungen befinden, fordern auf, einem Kathi sah ihm mit großen, erstaunten Augen nach, dann wurde sie blutrot, drehte sich auf dem Absatz um und eilte mit flüchtigen Schritten zu den andern. Als nun der Augenblick der Abreise richtig herangekommen war und die Mutter noch einmal ihre Reisetasche aufmachte und die silberne Brosche, ihren Hochzeitsschmuck, hineintat, damit das Mädel sich damit fein mache und zugleich noch ein Andenken an den Vater selig mit habe, da Schoß Kathi das Wasser in die Augen. Mein gut's Mutterle! Das Beste gibst mir mit, was Du habe tust!" tam es wie ein unterdrücktes Aufschluchzen von ihren Lippen, und sie füßte Frau Amrum herzhaft. Der Einmarsch der Franzosen in Fez ist vollzogen. Die Kolonne des Generals Moinier ist am 21. Mai, abends, ohne Schwertstreich in Fez eingerüdt. Alle Europäer sind wohlauf. Werden sich nun die Franzosen in Fez festsetzen? Das ist eine Frage, deren Lösung von großer Tragweite ist. ,, Nu behüt Dich Gott und bleib brav, Kindel!" Frau Amrum umarmte die Tochter, der die Kehle wie zugeschnürt war, und die in diesem Augenblick nichts weniger empfand als Freude an der bevorstehenden Reise. Einzelheiten über die mexikanische Revolution. Die ,, Kölnische Zeitung" meldet über Neuyork aus Laredo, der amerikanischen Grenzstadt am Rio Grande, Einzelheiten über die Einnahme der mexikanischen Stadt Torreon durch die Aufständischen. Die Aufständischen hätten ein wahres Schreckensregiment eingeführt. Der Gasthofbesizer Sternau, vermutlich ein Deutscher, sei gehängt, ein chinesischer Banfier zu Tode geschleift worden. Nachrichten aus der merikanischen Grenzstadt Porfirio Diaz besagen, daß die Aufständischen in Torreon außerdem noch 70 Japaner, 12 Spanier und verschiedene Amerikaner sowie viele der Re-' gierung ergebene merikanische Bürger ermordet haben. Doch diese wehmütige Abschiedsstimmung schwand bald unter all den neuen Eindrücken, die auf sie einstürmten, und als sie abends in Friedenau sich in dem hübschen Gastftübchen zu Bette legte, da fühlte sie sich wie berauscht von allem Erlebten. Die letzten Abendstunden hatten ihr schon ein Bild von dem Treiben in dem Restaurationssaale gegeben. Ein Gesangverein feierte hier sein Stiftungsfest, zu dem der Better hatte zurück sein müssen, und Kathi hatte in aller Elle ihren Bauernanzug von der Kirmes aus der Pappschachtel geholt und angezogen, damit sie der Tante hinter dem Schenktische zur Hand gehen konnte. Die streichelte ihr die Backen. Freilich geb ich Dir das Best mit, aber das ist nimmer das blanke Dingelche, wanns mir auch noch so lieb is, das is allweil das Bibelbuch, daraus der Vater und ich jeden Morgen und Abend unser Sprüchel gelese habe. Das kennst gut, hast es uns ja schon immer bringe mußt, weilst Du noch solch a kleiner bider Stöpsel warst, und fest- na, da liest mir ja immer braus, wanst wir schlafe gehn. Das liebe Buchel tät ich Dir neinstede, nu nimm dir all Tag ein Sprüchel draus mit und behalt Dein Herrgott im Herzel!" Von draußen scholl Peitschenknall, und„ Hü Hott!", mit dem der Kutscher die Gäule die kleine Anhöhe herauftrieb. Dem hübschen Mädchen, das sich so flink und freundlich zeigte, waren etliche schöne Dinge gesagt worden, die fte nur halb verstand, die aber doch genügten, um ihr in größter Geschwindigkeit schon allerhand törichte Dinge in den Kopf zu setzen. V. Kleine Nachrichten. Eine unbekannte Komposition von Richard Wagner hat soeben der Kantor der Dresdener Kreuzkirche, Professor Otto Richter, entdeckt. Das Werkchen soll zu Königs Geburtstag auf dem Rathausturme in Dresden geblasen werden. Eine 400 000 Mark- Stiftung für München. Eine ungenannte Dame hat der Stadt München 400 000 M geschenkt zur Unterstützung von Frauen aus dem Mittelstand. Eine Carnegie- Stiftung für Belgien. In der belgischen Kammer teilte der Minister des Aeußern mit, daß Carnegie vom Dorf am meisten anstaunte, ein richtiges Ballkleid, schneeweiß, mit gerade solchen Vergißmeinnicht aufgeputzt, wie ste daheim am Bache blühten. Dieses Prachtstück von Kleid hatte sie denn auch auf einem feinen Ball in der Harmonie eingeweiht und sich da köstlich amüsiert, denn nicht nur der Better, sondern auch die anderen feinen Her ren dort hatten ihr kaum Zeit gelassen, sich auszuruhen, so viel war mit ihr getanzt worden. Hoffart muß zwang leiden, das hatte sie an dem Abende freilich auch erfahren, denn die Tante war darauf bedacht gewesen, einen Friseur tommen zu lassen, der des Mädchens reiches Haar zu einer funstvollen Frisur aufbauen mußte. Es war ihr höchst unbequem gewesen, die Nadeln drückten, und die schweren, in Puffen aufgesteckten Haarmassen hinderten sie an den raschen, ungezwungenen Bewegungen des Kopfes, die ihr eigen waren. Aber das mußte eben ausgehalten werden, half ihr doch kein Weh und Ach, mußt es eben leiden. Vierzehn Tage war jetzt Kathi in Friedenau und war im Fluge der ausgesprochene Liebling der Stammgäste in der Restauration geworden. Das Rechenerempel, das Vetter Julius aufgestellt, als er das hübsche Cousinchen kennen gelernt hatte, stimmte vollständig, denn die Zahl der Gäste, die in der Restauration verkehrten, mehrte sich zusehends. Das Käthchen vom Dorfe" war ein gefeiertes fleines Persönchen geworden, von der sich ein jeder gern bedienen ließ, um mit ihr zu schwazer und zu scherzen und dann ihr lustiges Lachen zu hören, das„ Vogelgezwitscher", wie schon der Hans es so gern nannte. Die Tante hatte das Mädchen„ eingekleidet", so wie es sich nach ihrer Auffassung für die Stadt schickte. Das heißt, ste hatte ihr für die Straße ein städtisches, modernes Kleid machen lassen und dann auch was das Käthchen - Dies fleine Opfer, das sie der Stadt brachte, war bald vergessen in dem Jubel und Trubel des Festes, wo das ,, Käthchen vom Dorf" als lebendiges Vergißmeinnicht, wie ihr an dem Abende mehr als einer versicherte, eine Eroberung nach der anderen machte. Und doch gab es auch für das Mädchen mitten in dem Drängen und Haften des unruhigen Lebens Stunden, wo fie eine gewaltige Sehnsucht packte nach ihrem Mutterle, nach Hans und nach dem Frieden ihres stillen Heims. Konnte sie sich in solcher Zeit fret machen, dann huschte fle bis zum Eckhause der nächsten Straße zu ihrem Großonkel und Paten, dem Leberecht Kleinschmied. Die Mutter hatte es ihr auf die Seele gebunden, den alten Herrn, der immer besonders gut zu ihrem Vater gewesen set, aufzusuchen. Die ersten Tage ihres Dortseins hatte sie es vergessen, aber dann, als es ihr einfiel, war sie, erschrocken ob ihrer Versäumnis, sofort zum Paten Leberecht gegangen. ( Fortsekung folat.) feben laffen simmer auf dann aus d dern liegen wurde, als wahnsinnig. Die Gr veröffentlich trachtungen Großmächte Jahren 1851 39 Mill.; De 30 Mill., 50 Mill., 34 Mi Mill., 49 Mi in Betracht Desterreich geht hervor, ten einen u nen haben. zenten begui 31 70 Proze deutender zu Ein gro ritarbeiter S berg vor di paare, da de herzlich schl denscheid, u beide solche, Um ihn au ihm eine gr dann ordent ges ihren Kürze von zu erwarte Haufe Beje mas, was auf eine U wartung de auf 1800 000 den Nagel in Freuden. au beitragen paar vergni Endlich aber onentante en Berlin. Be schung und rend seine Rerfermanes Empfind hatten sich v Beschädigung ten in einer und dann vo Banulatten, Hefte herunt Der Schaden Gericht erfan 31 1 Jahr 3 Nachtlän Beigte fich b guter Laune fahrt im Au holt ermahnt fam fahren!" 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Drahtlose Telegraphie im Warenhaus. Einen regelrechten Dierst für Telegraphie ohne Draht haben die Warenhäuser von John Wannamaker in Philadelphia und Neuyork eingerichtet, der ihren Stunden gratis zur Verfügung fteht. Generalstreik in Uruguay. In Montevideo ist der Generalstreif erklärt worden. 38 Handwerkerverbände haben fich den Ausständigen angeschloffen. Die Straßen sind ohne Verkehr. Es ist bereits zu Ruheſtörungen gekommen. Große Unterschlagungen eines Stadtkämmerers. Die Unterschlagungen des vor einigen Tagen verhafteten Stadttaffterers Klever in Mülheim a. d. Ruhr sind bedeutend höher, als anfangs angenommen wurde. Sie belaufen sich auf über 200 000 Mart; fie begannen schon vor fünf Jahren. Die letzte Unterschlagung von 45 000 Mart beging der Verhaftete am 19. April. Bei einer Explosion von Sprengstoffen in Schlebusch bet Göln wurde gestern ein mehrere Zentner schwerer Kesseldeckel durch das Dach geschleudert. Er richtete große Verwüstungen an. Glüdlicherweise war in dem Raum, in dem die Explosion stattfand, niemand beschäftigt, so daß kein Menschenleben zu beklagen ist. Beim Reinigen eines Gewehrs getötet. In der Rheintschen Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf war der Anschußmeister Jakob Kreutz mit dem Reinigen etnes neuen Militärgewehrs beschäftigt. Dabet entlud fich das Gewehr. Kreutz sant tot zu Boden. Einem schweren Brandunglück ist die 25jährige Ehefrau des Kaufmanns Buchheister in der Husitenstraße in Berlin zum Opfer gefallen. Als sie abends im Dunkeln ein Streichholz anzündete, fingen ihre Kleider Fener und sie wurde so schwer verletzt, daß sie von der Feuerwehr nach dem Krante Laus überführt wurde, wo sie bald darauf starb. Blutige Meuterci fibirischer Gefangener. Neunzehn Gefangene, die zu Bauten für die Amurbahn bestimmt waren, haben am 19. Mat im Bahnzug die Wachtsoldaten überfallen und einen Fluchtversuch unternommen. Vier von den Gefangenen wurden getötet im Wagen aufgefunden. Sechs wurden bei der Verfolgung getötet und acht schwer verwundet. Von den neun sie begleitenden Soldaten sind acht tödlich verwundet worden. Die eigene Schwester ermordet. In Angers in Frankreich hat ein wohlhabender Mann Eugene Lhermitte seine Junge Schwester Amalie Lhermitte, eine begabte Malerin, durch Arthiebe und Dolchstiche ermordet. Man glaubt, daß er die Tat im Wahnsinn begangen hat. Ein furchtbares Drama zwischen zwei Eisenbahnange= stellten hat sich gestern in Cosenza in Süditalien abgespielt. Der Oberinspektor der Staatsbahn, Ingenieur Ginuta hatte den Bauinspektor und Ingenieur Tanconi strafversetzen lassen. Darauf suchte Tanconi seinen Chef im Amtszimmer auf, tötete ihn durch mehrere Schüsse, stürzte sich dann aus dem Fenster und blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen. Die Frau des ermordeten Oberinspektors wurde, als sie von dem Vorgang erfuhr, vor Verzweiflung wahnsinnig. Volkswirtschaftliches. Die Großmächte der Welt. Eine in Paris dieser Tage veröffentlichte Statistik stellte interessante vergleichende Betrachtungen an über das Anwachsen der Bevölkerung der Großmächte von 1851-1909. Es hatten Rußland in den Jahren 1851 69 min., 1909 140 Mill.; Frankreich 35 Mill., 39 Mill.; Deutschland 35 Mill., 65 Mill., Desterreich- Ungarn 30 Mill., 50 Mill.; England 27 Mill., 44 Mill.; Italien 24 Mill., 34 Mill.; Nordamerika 28 Mill., 90 Mill.; Japan 20 Mill., 49 Mill. Nach diesen runden Ziffern, bei denen man in Betracht ziehen muß, daß Deutschland, Italien und Desterreich seit 1851 th Territorialgebiet geändert haben, geht hervor, daß mit Ausnahme von Frankreich alle Stanten einen ungeheueren Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen haben. Frankreich allein muß sich mit wenigen Prozenten begnügen, die anderen Staaten haben teilweise bis zu 70 Prozent Nordamerika und Rußland sogar noch be= deutender zugenommen. Aus den Gerichtssälen. Ein großartiger Erbschaftsschwindel brachte den Fabrifarbeiter Otto Besenius und seine Ehefrau aus Plettenberg vor die Hagene Straffammer. Es ging dem Ehepaare, da der Mann Monate hindurch krank gewesen war, Herzlich schlecht. Völlig mittellos wanderten sie nach Lüdenscheid, um dort Arbeit zu suchen. Zwar sanden sie beide solche, doch wurde der Mann seines Lebens nicht froh. Um ihn aufzufraßen", kam die Frau auf den Gedanken, ihm eine große Erbschaft vorzuschwindeln.„ Wenn einmal, bann ordentlich," dachte die Frau und überraschte eines Ta= ges ihren Mann mit der frohen Botschaft, daß sie in aller Kürze von einer reichen Erbtante eine halbe Million Mark zu erwarten habe. Natürlich war nun eitel Freude im Hause Besenius. Der Mann war fein ungläubiger Thomas, was daraus hervorgeht, daß er sich seinen Anspruch auf eine Unfallrente mit 300 Mark ablösen ließ. In Erwartung der reichen Erbschaft, die übrigens nach und nach auf 1800 000 Mark anwuchs, hing Besenius die Arbeit an den Nagel und führte auf Pump ein Leben herrlich und in Freuden. Zwei gefälschte amtliche Briefe mußten da= zu beitragen daß die Leute auf deren Kosten das Ehepaar vergnügt lebte dem Schwindel Glauben schenkten. Endlich aber kam der Schwindel an den Tag und die Minionentante entpuppte sich als ein armes Dienstmädchen in Berlin. Besenius erhielt wegen schwerer Urkundenfäl= schung und Betrugs 3 Monate Gefängnis zudiftiert, während seine Frau wegen fortgesetzten Betrugs 1 Jahr hinter Kerfermauern zubringen soll. Empfindliche Strafe für Baumfrevel. Fünf Taglöhner hatten sich vor der Frankenthaler Straffammer wegen der Beschädigung von Obstbäumen zu verantworten. Ste hatten in einer benachbarten Ortschaft ziemlich ergiebig gezecht und dann von der an der Straße stehenden Bäumchen mit Zaunlatten, die sie von einem Gartenzaun genommen, die Aeste heruntergeschlagen und 21 Bäumchen abgeschnitten. Der Schaden wurde auf etwa 300 Mart berechnet. Das Gericht erkannte auf Gefängnisstrafen von 10 Monaten bis zu 1 Jahr 3 Monaten. Vermischtes. Nachklänge von den Cölner Kaisertagen Der Kaiser zeigte sich bei seinem Besuch in Cöln von überraschend guter Laune. Auf seine Anordnung erfolgte die Rundfahrt im Automobil in sehr langsamem Tempo. Wiederholt ermahnte der Kaiser den Chauffeur:„ Langsam, lang= fam fahren!" Auf der Hohenzollernbrücke wurde der Kaiser durch den Cölner Männergesangverein begrüßt. Det Kaiser meinte scherzend zu den Sängern:" Ihre Stimmen haben sich wundervoll frisch erhalten, wie ich höre. Wir danken Ihnen. Sie haben prächtig gesungen. Ich habe mich gefreut, Sie wieder einmal zu hören." Später sagte der Kaiser zu dem Dirigenten:„ Der Wein ist doch ein wundervolles Schmiermittel für die Kehle. Bleiben Sie dabei." Nach dem Festmahle im Gürzenich nahm der Kaiser die Huldigung der Handwerker entgegen. Dabei fagte er zu dem Vorsitzenden der Handwerkskammer, einem Schuhmachermeister:„ Sie sind die Herren vom Leder." Auf die Vorstellung des Obermeisters der Uhrmacherinnung meinte er scherzend:„ Den Glücklichen schlägt keine Stunde." Durch die Pracht der Illumination war der Kaiser sichtlich überrascht und äußerte zu seiner Umgebung: ,, Die Cölner verstehen, Nachtfeste auf dem Rhein zu feiern." Entschädigung für die Opfer des Essener Meineidsprozesses. Dem aus dem Meineidsprozeß Schröder und Genossen bekannten Hauptangeklagten Berginvaliden Ludwig Schröder ist von Staats wegen eine Entschädigung von 5250 Mark bewilligt worden als Ersatz für den Vermögensschaden, der ihm durch die unschuldig erlittene Untersuchungshaft und die an ihm vollstreckte Zuchthausstrafe entstanden ist. Für die Untersuchungshaft werden 510 M, für die Strafe 4740 M gewährt. Der Bergmann Friedrich Thiel, der im Schröderprozeß wegen fahrlässiger Verletzung der Eidespflicht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, erhielt eine Entschädigung von 1000 Mark. Die Entschädigung für die übrigen Verurteilten, die bekanntlich im Wiederaufnahmeverfahren zu Anfang dieses Jahres sämtlich freigesprochen wurden, ist noch nicht geregelt. Der Bureaubeamte Johann Meyer, der in dauerndes Siechtum verfallen ist, beansprucht eine Entschä= digung von 50 000 Mart. Die Leichenfeier für den französischen Kriegsminister Berteaux wird sich zu einer großartigen Ehrung des so jäh Verstorbenen gestalten. Die ganze Pariser Garnison nimmt an ihr teil, außerdem werden mehrere Provinzregimenter herangezogen. Fallieres, Loubet und alle Minister, die Botschafter und Gesandten werden ihr beiwohnen. Sie wird keinerlei firchlichen Charakter tragen. Der Ministerpräsident Monis hat die Nacht zum Dienstag gut verbracht. Morgens murde ihm vom Tode des Kriegsministers Mitteilung gemacht. Monis rief mehrere Male unter Tränen aus: Mein armer Freund! und widmete dem Dahingeschiedenen marme Worte des Lobes. Wüste Szenen auf einem französischen Flugplaze. Die Disziplinlosigkeit des französischen Publikums, die am Sonntag den schweren Unfall auf dem Flugfelde von Issyles- Moulineaur verschuldete, ist gestern auf dem Flugfelde von Angoulême in wüste Ausschreitungen ausgeartet. Die Menge riß die Zäune aus und machte sich daran, das ganze Feld zu zerstören. Die kleinen roten Wimpel, die überall ausgestedt waren, wurden heruntergerissen und es bildete sich eine Menschenmenge, die mit den kleinen roten Fahnen unter Absingung der Internationale um das Feld zog. Schließlich wurden an einigen Stellen Fahnen in Brand gesteckt. Die Verwaltung konnte mit vieler Mühe die Menge nur durch das Versprechen beruhigen, daß der Eintritt zum Start der Flieger unentgeltlich sein sollte. Im Rausch. Ein betrunkener Fuhrmann fuhr in Straßburg mit seinem Wagen in eine Gruppe spielender Kinder. Drei der Kinder murden niedergeworfen und kamen unter das Fuhrwerk. Während zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren tödliche Verlegungen erlitten, lonnte das dritte noch im lekten Augenblicke von einer geistesgegenwärtigen Frau unter den Rädern hervorge= zogen werden. Der Kutscher, der sofort verhaftet wurde, fonnte von den Polizisten nur mit Mühe vor der wütenden Volksmenge geschütt merden. die ihn Innchen wollten. Bewunderswerte Erfolge eines Polizeidiensthundes. Auf dem Dominium Maschnitz bei Trebnik in Schlesten waren in letzter Zeit wiederholt schwere Einbrüche in den Schüttboden verübt worden, bei denen erhebliche Mengen von Futtermehl usw. gestohlen wurden Nach Verübung des letzten Einbruchs wurde vom Gutsinspektor der Polizeihund ,, Luchs v. d. Eiche," ein deutscher Schäferhund, vom Polizeipräsidium in Breslau erbeten. Der Hund erhielt an der nach dem Schüttboden führenden Leiter, die von den Dieben benutzt worden war, Witterung und führte alsbald in ein hinter dem Dominium liegendes Haus, aus dem er nach kurzem Suchen zurückkam, ohne verwiesen oder verbellt zu haben. Er führte vielmehr auf der Spur weiter. In diesem Augenblick fuhr ein Wagen vorüber. Sofort brachte Luchs den Kopf hoch, holte anscheinend Wind vom Wagen her, sprang auf den auf dem Wagen sitzenden Kutscher zu und verbellte ihn. Der Kutscher wurde zunächst grob, gestand aber schließlich, als Luchs nicht abging, einer der Einbrecher zu sein. Er wollte aber nichts gestohlen haben. Luchs wurde nun nochmals auf die Spur gesetzt und führte nach der entgegengesezten Seite über ein ausgedehntes Feld, um vor einer Feldscheune Halt zu ma= chen. Dann stürzte er sich in das dort lagernde Stroh hinein, grub und wühlte, so daß nur noch ein wenig von ihm zu sehen war, und deckte schließlich das gesamte geraubte Gut auf. Da aller Wahrscheinlichkeit nach noch ein Helfershelfer beteiligt gewesen sein mußte, wurde Luchs zum dritten Male angesetzt. Er führte diesmal sofort in einen Pferdestall, in dem fünf Personen standen, beachtete aber feinen von diesen, sondern stellte und verbellte einen Kutscher, der im Hintergrunde ein Pferd abschirrte. Nach furzem Leugnen gestand auch dieser Mann, am Diebstahle beteiligt gewesen zu sein. Obwohl dauernd eine größere Anzahl Personen den Dominialhof überquert hatten, hielt Luchs die Spur ununterbrochen fest. Dabei waren seit der Entdeckung des Einbruchs gegen 20 Stunden verflossen. Ein allzu realistischer Traum. Aus Kanada wird der Frff. 3tg. geschrieben: Als am vergangenen Mittwoch der von Vancouver nach Montreal fahrende Expreßzug der fanadischen Pazifitbahn nachts die Station Regina verließ, waren die daselbst anwesenden Personen nicht schlecht überrascht, als ein Fenster des Schlafwagens in tausend Stücke ging und durch das Fenster ein Mann im tiefsten Negligee auf den Bahnsteig hinabstürzte, wo er blutend liegen blieb. Während der Zug weiterfuhr, brachte man den Verwunde ten schleunigst nach dem Hospital und ließ ihm dort die sehr notwendige ärztliche Pflege angedeihen. Es stellte sich dann bald heraus, daß der Verwundete, ein Herr Lincoln aus Calgary, welcher Verwandte in der Provinz Quebec be suchen wollte, so deutlich geträumt hatte, der Schlafwagen stehe in hellen Flammen, daß er in seiner Angst das Fenster zerschlug und sich durch Herausspringen aus dem bereits fahrenden Zuge vor dem vermeintlichen Verbrennen bei lebendigem Leibe zu retten suchte. Herr Lincoln wird längere Zeit im Hospital bleiben müssen, und bis seine im Traum erhaltene Wunden geheilt sind, werden wohl auch die Kleidungsstücke des Träumers, welche inzwischen nach Osten weitergefahren sind, wieder in Regina eingetroffen sein. Die Bahngesellschaft beabsichtigt nicht, den so schwer förperlich bestraften Herrn Lincoln für den zugefügten Materialschaden verantwortlich zu machen! Ueber ein Attentat auf einen französischen General wird aus Paris gemeldet: Jn Constantine in Algerien hat ein aus der Armee entlassener Remontenunteroffizier Hervel ein Revolverattentat auf den dortigen komandierenden General Mercier Milon verübt. Als der General in Begleitung eines Ordonnanzsoldaten am Pulverturm vorbeiritt, stellte sich ihm Hervel entgegen und bat ihn, ihm ein Reisezertifikat zu bewilligen. Der General lehnte dies mit dem Bemerken ab, Hervel gehöre nicht mehr der Armee an und könne daher auf ein solches Zertifikat keinen Anspruch machen.„ Dann bleibt mir nichts übrig, als Dich zu töten!" erwiderte der Unteroffizier, zog einen Revolver und schoß auf den General; dieser machte jedoch eine rasche Wendung mit seinem Pferde, so daß der Schuß fehl ging. " Echt amerikanisch." Aus Neuvork wird der„ Frfft. 3tg." geschrieben: Gewöhnlich sind die Histörchen, welche man mit der Spitzmarke„ Echt amerikanisch" in europäischen Blät tern findet, Phantasieprodukte; nachstehender Bericht hat aber den allerdings sehr zweifelhaften Vorzug, buch stäblich wahr zu sein: Eine Frau W. H. Wall aus Atlanta ( Georgia), die eine„ Dame der Gesellschaft" sein soll, unters nahm eine Reise nach Cincinnati. Dort wurde sie von solcher Sehnsucht nach ihrem-Papagei erfaßt, daß sie sich durch Fernsprecher mit ihrer, tausend Kilometer fernen Wohnung verbinden ließ, um mit„ Polly" trauten Zwiegesprächs pflegen zu können. Der Vogel benahm sich se intelligent und führte eine so fesselnde Konversation, daß das Gespräch sich ausdehnte, bis Frau Wall dreißig Dollars an die Telephongesellschaft entrichten mußte. Eine bessere Anlage für 125 Mark in bar wird man sich schwerlich denken fönnen als diese Unterhaltung mit dem Papagei. Mild und zuverlässig. Die Münchener Jugend" bringt folgenden Scherz: In einem ostpreußischen Grenadierregtment gibt ein Leutnant Unterricht und fragt den Grenadier Grigoleit:„ Grenadier Grigoleit, was machen Sie, wenn Sie auf dem Schlachtfeld einen schwer, sehr schwer verwundeten feindlichen Soldaten gefangen nehmen?" Grenadier Grigoleit antwortet nach furzem Besinnen:„ Da trät ich ihm doot, Herr Leitnant!"" Nein," erwidert der Leutnant, das ist ganz falsch, das tut ein braver Soldat nicht; war machen Sie, Grenadier Schneidereit?" Grena dier Schneidereit denkt, er will nicht so grob sein, und meint:" Ich tweel'( quäle) ihm erst noch e bißchen!"" Nein," erwidert wieder der Leutnant, das ist auch ganz falsch- was machst Du, Karzmarek, Pollacs?"" Ich rüff dem Herrn Oberstabsarzt!"" Richtig, und dann?"" Dann tritt der Tod von sälbst an ihm heran!" Todessturz eines deutschen Fliegers. Bei den Straßburger Schauflügen anläßlich des am Sonntag in Baden- Baden begonnenen Zuverlässigkeitsfluges am Oberrhein hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. Der Flieger Laemmlin stürzte mit seinem Apparat ab und blieb sofort tot. Ueber den tragischen Unfall wird aus Straßburg ausführlich gemeldet: Die Schauflüge am Dienstag begannen um 6 Uhr früh mit der Bewerbuns um den Eröffnungspreis. Den ersten Preis errana Hirth, den zweiten Jeannin, den dritten Brunhuber. Bet der zweiten Preisbewerbung für den fürzesten Anlauf, für welche auch ein Rundflug von mindestens einer Runde vorgeschrieben war, stürzte Laemmlin plötzlich aus 60 Meter Höhe herab. Laemmlin wurde gea tötet, das Flugzeng zertrümmert. Das Publikum verhielt fich musterhaft. Die Leiche Laemmlins wurde nach der Stadt gebracht. Die Schauflüge wurden sofort eingestellt. Von berufener Sette wird zu dem Todessturz des Flies gers Laemmlin mitgeteilt: Beim Ausweichen vor dem über ihm fliegenden Hirth versagte die Steuerung Laemmlins und brehte nach Westen ab, so daß er mit einem Flügel in einer Pappel hängen blieb. Der Flieger stürzte mit dem tm Geäst start beschädigten Flugzeuge zu Boden und wurde mit einem Schädelbruch sowie mehreren Bein- und Rippenbrüchen tot unter dem Apparat hervorgezogen. Straßburg. 24. Mat. Prinz Heinrich von Preußen hat der Witwe des verunglückten Fliegers Laemmlin ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileiostelegramm zus gehen lassen. Drabtnachrichten und neuestes. Selbstmord einer ungetrenen Beamtin. Berlin, 24. Mai. Die Fahrkartenverkäuferin Michaelis, die, wie gemeldet, auf dem hiesigen Görlizer Bahnhof Beruntreuungen begangen hatte, hat sich in einem Hotel in Thale im Harz vergiftet Ueberschwemmung im Odergebiet. Breslau, 24. Mai. Nachdem die Oder bei Ratibor auf über sieben Meter gestiegen war, ist sie etwas gefallen. Da sich aber neuerdings Regen eingestellt hat, ist weiteres Steigen zu befürchten. Die ganze Oderniederung bildet einen riesigen See; der angerichtete Schaden ist enorm. In Niebotschau und Buckau sind zwei Arbeiter im Hochwasser ertrunken. Ferner ertranken der Gendarm Müller aus Mährisch- Ostrau und zwei andere Personen. In Troppau ist ein Haus eingestürzt Schwerer Eisenbahnunfall. Mehz, 24. Mai. Auf der Grenzstrecke AudunLonguyon bei Hayingen stießen zwei Güterzüge zusammen. Etwa 30 Wagen wurden vollständig zertrümmert. Ein Bahnmeister wurde getötet, zwei Heizer lebensgefährlich verletzt. Wen die Schuld an dem Zusammenstoß trifft, ist noch nicht festgestellt. Revolverattentat auf einen Rechtsanwalt. Essen, 24. Mai. In Mörs wurde der Rechtsanwalt Springob von dem Arbeiter Möwis überfallen und durch mehrere Revolverschüsse schwer verletzt. Bei Möwis war auf Veranlassung des Anwalts eine Pfändung vorgenommen worden. Eine gefahrvolle Ballonfahrt. Ingolstadt, 24. Mai. Ein mit einem Offizier bes mannter Ballon riß sich infolge eines heftigen Windstoßes Ios. Da die Reißleine nicht funktionierte, kletterte der Offizier an dem Tauwerk in die Höhe, um den Ballon aufzustechen. Dies mißglückte jedoch, und der Ballon stieg bis zu 5000 Meter Höhe. Schließlich sank er bei Freising. Der Insasse sprang auf einen Baum und fam unverletzt davon. Der Ballon ist stark beschädigt. Gandel und Verkehr. Cassel, 23. Mat. Schlachtviehpreise. 1. Rinder: A. Och sen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwerts, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 89-91 Mark, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 81-85 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-78 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts Schlachtge= wicht 83-86 M, b) vollfleischige junge 80-82 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 73-75 M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen Höchsten Schlachtwerts Schlachtgewicht 84-88 M, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 79-82 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färjen 75-78 M. 2. Kälber. a) mittlere Mast- und beste Saugkäiber 55-57 M, 6) ge= ringere und gute Saugfälber 49-52 M, c) geringere Saugfälber 44-48 M( Lebendgewicht). 3. Schafe. a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 86-88 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte innge Schafe 83 bis 85 M( Schlachtgewicht). 4. Schweine. a) vollfleischige von 120-150 g. 57-58 M, b) vollfleischige von 100-120 Kg. 56-57 M, c) vollfleischige von 80-100 g. 55-56 M, 6) vollfleischige unter 80 Kg.- M, e) unreine Sauen und geschnit tene Eber 54-55 M( Schlachtgewicht). Mutterliebe wählt stets das Beste für ihre Kleinen und deshalb verwendet sie nur das echte Hansa- Puddingpulver, weil sie mit keinem anderen als nur mit diesem allein die beliebten köstlichen und nahrhaften Auch Hansa- Puddings herstellen kann. die bekannten prachtvollen Hansa- Kuchen können nur allein mit dem echt Hansa- Backpulver gebacken werden. Nährmittelfabrik ,, Hansa", Hamburg 6. Mehrere offene Stellen Abonnements- Konzerte. Die Kapelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Heff.) Nr. 116 erlaubt fich zu einem Stein's Garten:: Giessen Zyklus von Abonnements- Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden in Steins Garten statt. Dieselben werden mit Militärmusik bei ungünstiger Witterung mit Streichmusik im Saal ausgeführt, wozu ein musik- und funstliebendes Publikum höfl. eingeladen wird. Der Abonnementspreis für 6 Konzerte beträgt: Ein Familienblatt für 4 Personen 8.00 Mt. 7.00 Mt. 3 " " Gin Personenbillet Staffenpreis mit Solist " ohne " 2.40 ME. . 1.00 Mt. 0.75 Mt. Die Liste zirkuliert. Wie alljährlich finden die Konzerte Donnerstags statt, das erste am 15. Juni. Anfang abends 8 Uhr. Wilhelm Löber, Obermusikmeister. Abonnements und Karten im Vorverkauf sind bet für strebsame Personen gleich welchen Berufes. Versand: Herrn Challier, Neuenweg und beim Vorzeiger der ( 304) stellen, monatlich 400 Wit. einbringend, sollen in jedem Lifte zu haben. Bezirk errichtet werden. Kapital, Laden u. Berufsauf( 275/1 gabe nicht nätig. Deutsche Spezialitäten- Industrie Köln a. Rh. 343. Soeben erschienen; Die Kunst der Spekulation. Aus dem Inhalt: Welche Papiere gewählt werden sollten. Wie man Gewinne erzielen kann. Alice- Schulverein Giessen Abteilung I, Gewerbeschule. Blusen- Kursus wöchentlich 6 Stunden. Montag und Mittwoch von 9-12 Uhr. Schulgeld 15 Mark. Arbeiterinnen- Flickkursus wöchentlich 4 Stunden. Montag und Donnerstag abend von 1/ 27-29 Uhr. - Schulgeld 3 Mart. Dauer beider Kurse vom 22. Mai bis 12. Auguft. Anmeldungen Montag, den 22. Mai, 8-9 Uhr morgens und von 6-7 Uhr abends im Schulgebäude, Kirchstr. 20. Die Vorsteherin: M. König. ( 251) 285 Wie ein Verlust in einen Gewinn verwandelt werden kann. Amerikanische Papiere. Fingerzelge für Spekulanten. Winke für Kapitalisten etc. etc. Kostenfrei erhältlich durch: Brown Saville& Bro., 83, New Oxford Street, London. Günstige Gelegenheit! Brandbeschädigtes Getreide aus dem Genossenschaftskornhausbrande in Fulda herrührend, welches sich zur Schweine-, Rindvieh- und Geflügelfütterung eignet, liefert à Mt. 3.70 per Zentner mit Sad frei an die Bahn Fulda unter Nachnahme, sowie Probezentner stehen zu Diensten. M. Strauss, Johannisstraße 4 in Fulda. IVO PUHONNÝ. Wissenschaftliche Selbst- Unterrichts- Werke verbunden Methode Rustin mit brief. Fernunterricht. 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Sie pflegen hauptsächlich die Schilderung des eleganten und weltstädtischen Lebens in Wort und Bild und werfen satirische Streiflichter auf Politik und Zeitgeschichte. Probe- Abonnements pro Quartal 2.50 MK. pro Nummer 25 Pf. durch alle Buchhandlungen. Verlag d., Lustigen Blätter' Berlin SW. 68. Cavalier Crême ist das beste Putzmittel für feineres schwarzes Lederwerk! Färbt nicht ab! Lässt keine Nässe duroh und macht das alltägllohe Putzen der Sohuhe unnötig! In Dosen à 10 und 20 Pfennig überalf vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, 28. Mai, Exaudi. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Adolph. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marfusgemeinde. Vormittags 9 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Gemeinde. Pfarrassistent Schorlemmer. Am 1. Pfingstfeiertag findet im Hauptgottesdienst Marie Sack, afad.ausgeb.Lehrerin Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Schanzenstraße 22, Ecke West- Anlage. ( 241) Markusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Nr Das Der fezes if den. D lichen neu faffe In diefer G den Wi gen als werden heit gefd Einrichtu Gesetzes so würd schwere Allgemein den berei fie eine 9 Im ü Freizü Leistungen Zu diesen nung der für den frafttreten Reichsvers gerechnet des Versi versichert, für die F ungen in Rajjenjezu österreichisc einer Erfo ficherungs Ueberweis risch erfor Entwurf Austritt e anstalt ein die Dauer feges und das Mitg gewesen beim Ein die reichs fegen, de haben. Re rende Au Landgeric tionalliber chen gerid aus der 2 auf ei zichten Fortschrittl Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo über. ragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. 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Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, 27. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, 28. Mai. 6. Sonntag nach Pfingsten. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. von 6 Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. Dienstag abend um 6½ Uhr ist Maiandacht. Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Verantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reflame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. Lübec) be * Di deten Gie Gegen 9 ter Führu licher Rich als Bajjag 211 chenschu Dom Stad * Die des De 4. bis 7. len Sygie Di Des 18. Generalita