DICHTEN GLANZI tel OHNE JRRENZI brik Wilhelm age. us 29. Higen Fer bis gen. ft on 828 gen. e lack. tratzen Polsterller fachrmöbel and die n. 1911 preife teken 92 Pig. -84 -96 . in Sießen 2 kg 62 Pf. ot 2kg 54p. agsdruckerei Fischer. ter nd Je 41 Kunft chen edaktion, ente Auser- Blätter ei! in Gießen. Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 22. - - Tele phon: Nr. 362. Kaisers Geburtstag. Kaiser Wilhelm vollendet morgen sein 52. Lebensjahr. Ueberall in deutschen Landen herrscht froher Jubel; überall steigen Lob- und Danklieder, aber auch herzliche Fürbitten empor zum Herrn aller Herren, dem König aller Könige. Alles, was den deutschen Namen trägt, fennt nur den einen Wunsch:„ Vater, kröne Du mit Segen unseren Kaiser und sein Haus!" Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 26. Januar 1911 Ansicht des Oberverwaltungsgerichts dürfen Bürgermeister und Beamte ebenso wie andere Personen Wahl= agitation treiben und auf das Zustandekom men von Wahlen hinwirken, welche nach seiner Ansicht günstig sind. Unzulässig ist nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts eine Wahlbeeinflussung dann, wenn sie auch einen festen Mann zum Wanken bringen kann. * Wetzlar, 24. Jan. Die Stimmen für und wider zum Bau einer Eisenbahn nach Hohensolms- GlaDen Geburtstag unseres Kaisers zu feiern, ist das denbach- Biedenkopf haben bei anderen Bewohnern unRecht des deutschen Volkes. Kaiser Wilhelm lebt in seres Kreises auch den vielleicht berechtigten Wunsch auf seinem Volke, sein ganzes Tun gipfelt in dem reinen kommen lassen, die Bahn noch weiter ins Auge zu fasStreben, den von seinen erlauchten Vorfahren überkom- sen. Es wäre außerordentlich wichtig, wenn ein Anmenen Thron als Quell des reichsten Segens für sein schluß nach Frankenberg und Biedenkopf- Bestwig, der Volk zu erhalten. Es ist darum wahrlich feine patriar Endstation der Köln- Kasseler Linie erreicht würde. chalische Romantik, wenn das Volk in Liebe zu seinem -e- Ein Evangelischer Preßverband für Kaiser aufblickt. Nein, es ist ein tiefbegründetes Soli- Deutschland ist vor kurzem ins Leben getreten. Er daritätsgefühl zwischen der Nation und ihrem Obersetzt sich zum Ziele, in der Presse,„ dem gewaltigen haupte, es ist die tiefe Ehrfurcht vor einem Leben, das Kanzelredner, dem großen Prediger unserer Zeit", wie frei und offen im Dienste des Vaterlandes sich redlich sie Rosegger nennt, evangelisch- christliche Weltanschauung abmüht. Die Liebe, welche auf solcher Grundlage be- in weitgehender und nachdrücklicher Weise zu vertreten ruht, gereicht jedem Volke zur Ehre, und fest wird unund möglichst alle schon bestehenden Bestrebungen gleisere Nation auf eigenen Füßen stehen, solange es von cher Art zu gemeinsamer Arbeit zusammenzuschließen. solch wahrer Pietät erfüllt ist. Dieser ernste Gedanke Die in Berlin unter dem Vorsitz Sr. Exzellenz des Adwird morgen bei jeder Festfeier mitschwingen, sei es, mirals a la suite des Seeoffizierkorps Büchsel ge= daß sich treue Herzen zum Gebete für des Kaisers Le schaffene Zentrale, der zurzeit 42 Provinzialpreßverbände ben in Kirche und schule vereinen, sei es, daß sie sich und Vereine angehören, will in voller Unabhängigkeit nach des Tages Last und Mühen bei Gesang und Be- der deutschen Presse zu dienen suchen durch schnelle, umcherflang im weiten, geschmückten Saal zusammenfinden. fassende und zuverlässige Berichterstattung über die LeHoffnungsvoll wollen wir darum mit mutigem Herzen bensäußerungen der evangelischen Kirche, sowie durch der dunklen Zukunft entgegenschauen, und was für Wol- Darbietung sachkundiger Erörterungen im Sinne evanfen am politischen Horizont sich bilden mögen: Wir gelischer Weltanschauung über aktuelle Fragen, wie soDeutsche stehen treu zu Kaiser und Reich!" D. H. zial- ethische Probleme, Frauen- Frage, literarische Erscheinungen, Kunst, Theater, Sittlichkeit, Alkohol, Wohnungsfrage 2c. Geschäftsführer des Preßperbandes ist Direktor Wilhelm Spieder, Berlin- Steglitz, Hohenzollern straße 7. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 26. Januar. (*) Gießen. Die Nach wah I für unseren jetzt verwaisten Reichstagswahlkreis wird voraussichtlich Anfang März stattfinden. = 0= Gießen, 24. Jan. Am Sonntag fand im Cafe Ebel die Generalversammlung des Ge= flügel und Vogelzuchtvereins Gießen und Umgegend statt. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand der Bericht des Vereinsvorsitzenden über die Vorbereitungen der 5. Landesausstellung hessischer Geflügelzüchter, die vom 11.- 13. März unter dem Protektorate des Großherzogs stattfindet. Das Ministerium hat dem Verein eine Lotterie mit 10 000 Losen freigegeben, deren Ausgabe in den nächsten Tagen beginnt. Wertvolle Ehrenpreise kommen zur Verteilung, u. a. ein silberner Frühstückskorb, gestiftet vom Protek tor der Ausstellung. 2c. Der Jahresbericht wies einen Bestand von 130 Mitgliedern auf. Ein= 0= Gießen, 25. Jan. Jm„ Einhorn- Hotel" fand am Montag nachmittag eine öffentliche Versammlung des Vereins der Gastwirte statt, um gegen die durch Sperrung der Märk, e hervorgerufene Schädigung der interessierten Kreise Stellung zu nehmen. In der lebhaften Debatte wurde betont, daß der Ausfall, den nicht nur die Gastwirte, sondern auch andere gewerbliche Berufsstände von dem Verbot hätten, nicht zu gering zu veranschlagen sei. Eine ungefähre nahme von 252c.30 000 m., welcher jeder Markt der Stadt brächte, ginge verloren, und wenn das Marktverbot in dieser schroffen Form weiter aufrecht erhalten werde, würde mancher Geschäftsmann vor dem Ruin stehen. Da Preußen die Märkte nicht gleichzeitig sperrt habe, so sei die Steuerkraft dieses Staates auf Kosten der hessischen Bevölkerung gestärkt. Die in der Versammlung anwesenden Stadtverordneten machten der Versammlung die erfreuliche Mitteilung, daß die Markt fommission die fragliche Angelegenheit schon eingehend behandelt habe, um eine Milderung der strengen schriften herbeizuführen. Es wurde darauf eine Resolution gefaßt, in einer Eingabe das Ministerium zu suchen, den hiesigen Markt wenigstens für seuchenfreies oberhessisches Vieh zu öffnen und Sperrungen in 3u kunft nur von Fall zu Fall vorzunehmen. ge= Vorer= in (*) Gießen. Schlossermeister Hansel hat auf der internationalen landwirtschaftlichen Ausstellung Buenos- Aires für seine forstwirtschaftlichen Maschinen einen 2. Preis erhalten. -fp Post dienst an Kaisers Geburtstag. Wie uns mitgeteilt wird, sind am 27. Januar, Kaisers Geburtstag, die Postschalter nur in demselben Umfange wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine Briefbestellung und keine Paket- und Geldbestellung statt. Te legramme werden von 1-8 Uhr nachmittags auch beim Postamt 2 angenommen. Kommunalbeamte als Wahl- Agi= tatoren. Das Oberverwaltungsgericht hatte sich mit der recht umstrittenen Frage zu beschäftigen, ob Beamte, Bürgermeister 2c. Wahlagitation treiben dürfen. Nach (*) Wetzlar. Der Winkler'sche Waisenfond hatte am 31. Dezember 1910 einen Kassenbestand von 544,42 Mark. Die Einnahmen in 1910 betrugen 12 078,99 M. und die Ausgaben 11 534,57 Mt. Für die Waisenverpflegung wurden einschließlich Schulgelder 2c., Schnei derei, Schuhmacherei 2c. 4740,68 Mt. ausgegeben. = (*) Wetzlar. Die Diensträume des Landrats amtesamtes, der Steuerverwaltung, der Kreissparkasse, des Kreisbaumeisters und die der Stadtverwaltung sind morgen an Kaisers Geburtstag geschlossen. Nur das Standesamt ist von 11-12 Uhr vormittags öffnet. ge= ( Münchholzhausen, 26. Januar. Ein junger Mann, der öfters den Weg nach Dutenhofen zurücklegt, hat letzter Tage unweit unseres Ortes hinter einer Hecke einen Korb mit frischen Würsten und etwas Fleisch liegend aufgefunden. Es ist nicht ausgeschlossen, lo wird uns geschrieben, daß diese Eßwaren als Diebstahl von einer Hausschlachtung herrühren. (*) Krofdorf. Die Schweineseuche ist hier bei je einem verendeten Schweine des Karl Bender und der Adam Wagner Witwe amtlich festgestellt worden. (*) Ehringshausen( Kr. Wetzlar). Der Bürgermeister gibt bekannt, daß zur Entgegennahme der diesjährigen Militärreklamationen folgende Termine bestimmt wurden: Montag, 6. Febr. 1911, vorm. von 9-12 Uhr für Berghausen u. We r- dorf; Dienstag, 7. Febr. 1911, vorm. von 8-12 und nachm. von 2-5 Uhr für Aßlar- Altenstäd= ten; Freitag, 10. Febr. 1911, vorm. von 9-12 Uhr für Ehringshausen; Samstag, 11. Febr. 1911, vorm. von 9-12 Uhr für Dillheim und Katzenfurt; Montag, 13. Febr. 1911, vormittags von 9-12 Uhr für Kölschhausen, Bechlingen, Breitenbach, Niederlemp und Dreisbach. Die Familienverhältnisse des Reklamierten, Geburts- und Sterbedatum der Eltern, Geburtsdatum der Geschwister, wenn diese verheiratet, Tag der Verheiratung, Zahl und Alter der Kinder und Vermögensverhältnisse der Geschwister müssen genau angegeben werden, weshalb es notwendig sein wird, entsprechende Notizen itzubringen. - Biedenkopf, 22. Jan. Im hiesigen Bahnhofshotel fand eine Besprechung wegen Erlangung einer Eisenbahnverbindung zwischen Biedenkopf und Battenberg statt. An die von Bürgermeister Grünewald gemachten Ausführungen schloß sich eine sehr lebhafte Aussprache. Man einigte sich zu folgender Resolution:„ Die heutige zahlreich aus Biedenkopf, dem Battenberger Amt und dem Kreise Marburg besuchte Versammlung spricht sich einstimmig für eine Eisenbahnverbindung Batten berg- Biedenkopf aus und erblickt in diesem Projekte als einem Teil der Gesamtlinie Bromskirchen- Battenberg Biedenkopf- Gladenbach- Wetzlar die einzige Möglichkeit, Norden und Süden des Kreises gleichmäßig aufzuschließen und mit der Kreisstadt gebührend zu binden. Aus dieser Erwägung heraus richtet das Kover= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. - 23. Jahrg. | mitee an den Kreistag des Kreises Biedenkopf das dringende Ersuchen, soweit an ihm liegt, feinem Bahnprojekt seine Zustimmung zu geben, daß die Verbindung zwischen Wetzlar und der Bahnlinie Niederwalgernetwa in der RichtHerborn westlich von Gladenbach sucht." Darauf begann eine weitere ung Bischoffen Debatte über die Linienführung, die aus folgender Resolution zu erkennen ist:„ Das vorliegende Projekt, das eine Eisenbahn- Verbindung zwischen Biedenkopf und Battenberg über Derbach, Frohnhausen und Laisa vorsieht, findet im großen und ganzen die Zustimmung der Versammlung mit der Maßgabe, daß die Bahn näher nach Oberasphe gelegt wird, damit dieser Ort und Niederasphe Vorteile von der Bahn haben und ferner mit dem Vorbehalt, daß die Bahn von Battenberg aus tunlichst nach Bestwig weitergeführt wird." * Aus Oberhessen, 25. Jan. Die Neuzeit hat manch interessanter Hausinduſtrie die Wurzel abgegraben. Die Leineweberei, die hier früher in hoher Blüte stand, ist fast verschwunden; die Messerschmiederei in Ober- Ohmen, deren Erzeugnisse sogar nach Solingengingen, um als„ Solinger Fabrikate" weiter verkauft zu werden, ist ebenfalls nahezu eingegangen. = 0= Lollar, 24. Jan. Am 11. und 12. Februar veranstaltet der Geflügel- und VogelzuchtVerein Lollar und Umgebung im Saale der„ Germania" eine Bezirks Geflügelausstellung. Acht Preise im Werte von 120 Mt., gegeben von der Landwirtschaftskammer, sowie eine größere Anzahl Ehrenpreise gelangen zur Verteilung. 14 Ortschaften gehören dem Verein an.( Lollar, Staufenberg, Ruttershausen, Daubringen, Treis, Alten- Buseck, Groß- Buseck, Mainzlar, Annerod, Oppenrod, Trohe, Rödgen, Beuern und Wieseck.) -w- Nieder- Ohmen, 26. Jan. Gestern fand hier Bürgermeisterwahl statt. Der bisherige Bürgermeister Neeb wurde mit 211 Stimmen wiedergewählt. - Friedberg, 24. Jan. Der„ Hassia"-Kriegerverband hält hier am 25. Juni eine Versammlung ab. - - Angers ba ch, 26. Jan. Heute abend referiert hier im Gasthause von Adrian Möller der Landwirtschaftslehrer Heck- Alsfeld über das Thema:„ Die Bedeutung des Weideganges in der Viehzucht." Frankfurt a. M. Die Erzeugnisse der Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen von Ph. Mayfarth& Co. erfahren in der ganzen Welt die gleichgünstige Beurteilung. So wurden der Firma auch in Buenos- Aires auf der großen internationalen landwirtschaftlichen und industriellen Ausstellung, welche von Amerika, England und Deutschland 2c. beschickt war, folgende Preise zuerkannt: 3 Große Ehrenpreise höchste Auszeichnung 1 großes Ehrendiplom, 5 Erste Preise, zusammen 9 Preise, die für die außerordentliche Leist- ungsfähigkeit der Firma ein glänzendes Zeugnis sind. - - Marienberg. Die Neubaustrecke HöhrGrenzhausen- Hillscheid wird am 1. Febr. dieses Jahres eröffnet. Für die Inbetriebnahme der Strecke Marienberg- Langenbach- Erbach ist der 1. Mai, für die der Strecke Oberscheld- Wallau der 1. Juni vorgesehen. Sämtliche Strecken liegen im Direktionsbezirk Frankfurt und sind als Nebenbahnen gebaut. Aus dem Gerichts[ aal. Strafkammer. Gießen, 24. Januar 1911. Der Arbeiter Anton Josef Schäfer aus Rockenberg war beschuldigt, etwa 150 Pfund Aepfel aus dem Lager der Gebrüder Ulrich zu Friedberg entwendet zu haben, indem er durch ein Fenster eingestiegen sei. Die Verhandlung führte jedoch zur Freisprechung des Angeklagten, da es an Beweis mangelte. aus Schon wiederholt haben Verhandlungen gegen den Weißbinder Heinrich Ulrich aus Wölfersheim stattgefunden, der beschuldigt ist, nächtlicherweise einen Einbruch verübt zu haben. Er ist gesehen worden, wie er einem Fenster hinausflüchtete. Er leugnet jedoch die Tat und glaubt, es solle Rache an ihm genommen werden. Das Gericht hielt nur einen einfachen Diebstahlsversuch für vorliegend und erkannte auf eine Woche Gefängnis. Der Steinrichter Johannes Dietrich 4. von Orleshausen wurde vom Schöffengericht Büdingen wegen gefährlicher Körperverletzung zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt; drei Mitangeklagte wurden damals freigesprochen. Infolge Berufung des Dietrich, erfolgte ebenfalls seine Freisprechung, da von der Strafkammer Notwehr für vorliegend erachtet wurde. Gestorbene. Lehrer i. P. Heinrich Nürnberger in Friedberg. trozen als die Willenskraft, zfigellose Antriebe zu hemmen. Gemeindeanteile bei der Zuwachssteuer. Das ist ein Verbrechertypus unserer Zeit: nicht der Starke, Die zwette Lesung des Wertzuwachssteuergesetzes wurde am Dienstag bei den an meisten umstrittenen Bestim= mungen fortgesetzt, die die Verteilung der Grträge unter Reich, Bundesstaaten und Gemeinden, die Berechtigung der Gemeinden zur Erhebung von Zuschlägen zu der Reichssteuer für eigene Rechnung und die eberlassung des bisherigen Ertrages an die Gemeinden betreffen, die schon vor dem 12. April 1910( der Einbringung der Vorlage im Reichstage) eine Zuwachssteuerordnung hatten. Hier setzten wieder Abänderungswünsche in großer Zahl ein. Nach den Kommissionsbeschlüssen soll das Reich 50 Prozent erhalten, 10 Prozent die Bundesstaaten für Erhebung und Verwaltung der Stener, 40 Prozent die Ge= meinden. Abg. Cuno( f. Vp.) wünschte, den Gemeinden 50 Prozent auf Kosten des Reiches zuzuweisen, Abg. Weber ( natl.) 47% auf Kosten der Bundesstaaten. Weitere Anträge vom Zentrum und von den Konservativen bezogen sich auf die Regelung der Beziehungen zwischen Gemeinden und Gemeindeverbänden, die nach der Vorlage durch Landesgesetz bis zum Erlaß derselben durch die Landesregierung erfolgen soll, sowie auf die Handhabung hinsichtlich des Gemeindeanteils während dieser Uebergangszett. Abg. Trimborn( 3.) beantragte, den Festungen, die durch das Rayongesetz in ihrer freien Entwicklung beschränkt seien, 60 Prozent zuzuerkennen und begründete als erster Redner diesen Antrag eingehend, vorzugsweise in Beziehung auf Cöln. Ungebändigte überspringt die Schranke zwischen Recht und Gewalt, sondern der Schwache, und besonders das allzu schwache Weth. Die Sorge aber, die im Angesicht solcher Vorfälle erwacht, heißt: Ist dieser Typus ein Symptom des allgemeinen Verfalles, der so oft genannten„ Dekadenz"? Darauf mag nur mi tdem Hinweise erwidert werden, daß ja diese scheinbar häufigen Fälle nur einen winzigen Prozentsats darstellen, und daß dagegen so unendlich viel wirklich lebensfähige Elemente stehen. Aber immerhin mag dtese neueste Sensation allen denen warnend vorgehalten werden, die thre zart besaiteten Nerven mit besonderem Stolz zur Schau tragen, statt sie zu stählen. Andere Anträge betrafen die Begrenzung der Gemeindezuschläge; nach der Vorlage können sie bestehen in der Erhöhung des Steuertarifs, in Außerachtlassung der ErmäBigungen desselben oder darin, daß die Hinzurechnungen bei Feststellung des Erwerbspretses verschiedenartig gestaltet werden. Reichssteuer und Zuschlag sollen 30 Prozent der Wertsteigerung nicht überschreiten. Das Zentrum wollte durch einen Antrag bestimmen, daß die Zuschläge nach Prosenten zu berechnen sind und im einzelnen Falle 100 Prozent des der Gemeinde resp. dem Gemeindeverband zufließenden Betrages nicht übersteigen dürfen. In diesem dalle sollen nach einem fonservativen Antrage 30 Prozent der Wertsteigerung durch Reichssteuer und Zuschlag nicht überschritten sein. Auch hinsichtlich der Entschädigungen der Gemeinden mit Zuwachssteuerordnung aus der Zeit vor dem 12. April 1910, die bis 1915 gewährt werden sollen, wurden auch jetzt wieder Aenderungen zugunsten der Gemeinden bcontragt. Rundschau vom Cage. Politisches. Vor Kaisers Geburtstag. Man erwartet, so schreibt man uns aus Berlin, eine Reihe von wichtigen Personalveränderungen an dem bevorstehenden Geburtstag des Kaisers. Namentlich in der Armee sollen zahlreiche Ernennungen bevorstehen. Man sagt, der Chef des Stabes des Gardekorps Generalmajor von Eberhardt werde das Kommando einer Division bekommen, und auch der Chef des Stabes des 14. Armeekorps in Karlsruhe, von Böckmann, soll einen Nachfolger erhalten. In politischen Kreisen erzählt man sich daß mehrere Personen, die im Vordergrunde des öffentlichen Lebens stehen, aus allerhöchstem Vertrauen ins preußische Herrenhaus auf Lebenszeit berufen werden sollen, doch wird über ihre Namen noch Stillschweigen bewahrt. Reichsschatzsekretär Wermuth sprach sich mit Nachdruck insbesondere gegen den Antrag auf Bevorzugung der Festungen wie überhaupt auf eine Besserstellung der Gemeinden aus. Er erinnerte daran, daß das Gesetz seinem Grundgedanken nach nicht zu einem Beneficium für die Gemeinden umgestaltet werden dürfe, bei dem für das Reich nur nebenher etwas abfalle und daß sie den Festungen aus ihrer Eigenschaft als Garnison auch wesentliche Vorteile verdanken. - Kleine Nachrichten. 100000 Mark für die Veteranen stiftete der Magistrat der Stadt Nürnberg aus Anlaß des 90. Geburtstages des Prinzregenten. Reichstagsabgeordneter Singer, der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, ist erneut schwer erkrankt. Man spricht von einer Lungenentzündung. Singers Freunde find in ernster Besorgnis um ihn. Kaisertage auf Korfu. Wie dem„ Neuen Wiener Tageblatt" aus Korfu gemeldet wird, sieht man dort der Ankunft Kaiser Wilhelms Anfang März mit Bestimmtheit entgegen. Der Schloßverwalter hat von dem Oberhofmarschallamt in Potsdam den Auftrag erhatlen, vom 26. Februar ab die erforderlichen Mengen von Petroleum und Benzin für den Automobilpark des Kaisers bereit zu halten. An der Besprechung waren außer den Genannten die Abgg. Brithne( Soz.), Feldmann( kons), Jaeger( Bentr.) Böhle( Soz.), Giesberts( 3entr.), Erzberger( Bentr.), Raab ( W. Vg.), Leber( Soz) und der Abg. Arendt( Reichspartei) beteiligt. Die Verteilungsgrundsätze im§ 49 werden un= verändert nach der Kommiffionsvorlage angenommen: 50 Proz. für das Reich, 10 Proz. für die Bundesstaaten, 40 Proz. für die Gemeinden. Inbezug auf die besonderen Gemeindezuschläge wird der Antrag Weber( natl.) angenommen. wonach die Zuschläge für die verschiedenen Grundstücksarten verschieden festgesetzt werden sollen. Weiter wird der Antrag Müller- Fulda( Bentr.) angenommen, wonach die Zuschläge nicht höher sein dürfen, als der( nach dem obigen Verteilungsmaßstab) der betreffenden Gemeinde aus der Reichssteuer zufließende Betrag; desgleichen der Antrag Graf Carmer( kons), daß Reichssteuer und Zuschlag zusammen 30 Prozent der Wertsteuer nicht übersteigen dürFen. Der Prozeß Herberich Ein Rathaus unter Wasser. In Simbach am Inn ist durch Bruch der Wasserleitung das neue Rathaus überschwemmt worden, da der Defekt längere Zett nicht bemerkt wurde. Der Festsaal, das Bürgermeisterzimmer, das Standesamt, der kleine Stzungssaal, sämtliche Bureaus und das Untergeschoß stehen unter Wasser. Der Schaden ist sehr groß. Der erste Hutnadelprozeß fand gestern in Wien statt. Eine Frau hatte Paffanten auf der Straße durch thre Hutnadel belästigt. Sie bertef sich darauf, daß die heutige Hut mode das Tragen großer Hutnadeln nötig mache, und daß alle Damen solche Hutnadeln benutzten. Das Urteil lau= tete auf zwei Kronen Geldstrafe, eventuell 12 Stunden Arrest. Güterdiebstähle in großem Umfange wurden auf dem Bahnhofe in Charlesville in Frankreich festgestellt. Eine scharfe Kontrolle führte zur Entdeckung, daß sich eine ganze Bande von Bahnangestellten, die in benachbarten Ortschaften wohnte, bei Plünderung von Güterwagen beteiligt hat. Einige der diebischen Beamten sind bereits hinter Schloß und Riegel. Haussuchungen haben zur Entdeckung mehre= rer Warenlager in ihren Wohnungen geführt. Die Mannschaftsgelder in der Marine. In der Stzung der Budgetkommission des Reichstages vom Dienstag wurde längere Zeit über eine vorliegende gemeinsame Resolution von nationalliberalen und Zentrumsabgeordneten verhandelt, an dem Titel Stellenzulagen 400 000 Mark zuzusetzen und bei zwei anderen Titeln je 200 000 Mark zu streichen, damit den Heizern die ihnen entzogenen Zulagen wieder zufämen. Es trat in der Aussprache, an der Staatssekretär v. Tirpitz und Schatzsekretär Wermuth sich beteiligten, zutage, daß die Schatverwaltung in ihren Wünschen auf Streichungen noch erheblich viel weiter gegangen ist, als ihr die Marineverwaltung in der Zurückstellung der von ihr für notwendig gehaltenen Ansprüche hat folgen können. Der gemeinsame Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Damit hat die Budgetkommission wenigstens zum Teil das Unrecht wieder gutgemacht, das an dem unteren Personal der Marine begangen werden sollte. Ein brennender Güterzug wurde auf der Station Schidlow an der polnischen Grenze angehalten. Mehrere Wagen mit Waren wurden eingeäschert. Der Schaden ist bedeutend. Wie der Brand entstanden ist, weiß man nicht. einer in Ihrer W Ihließlich gestohlen zu madje Eltern b verhinder und schn standen unter& einfaches getlagten empfahl Ein Leipziger seg gege Univerfit Dahms i Seit dem von 2000 Nad der Schuldne Er wurd zu 4 Mo ren Ver Ver friegsger von der Unterschl Dienstent Ein Opfer seines Berufes ist der Assistenzarzt an der föniglichen Kinderklinik in Breslau, Dr. Ernst Blumenthal, geworden. Der im Alter von 28 Jahren stehende Arzt, der Sohn eines Fabrikbesizers in Berlin, war Stationsarzt der Scharlachabteilung; er infizierte sich vor fünf Tagen und erlag gestern der Krankheit. Eine Renderung der Prüfungsordnung für Einjährige hat die Dresdener Handelskammer beim Ministerium beantragt. Sie wünscht, daß als Ersatzfächer für die in erster Reihe vorgesehenen wissenschaftlichen Prüfungsfächer auch kaufmännische Fächer zugelassen werden. ist zu Ende, und die Frau, die ihren Gatten getötet hat, verschwindet für vier Jahre hinter Kerkermauern. Wieder ein Ehedrama, wieder dieses unheimliche Gemälde, aus Liebesleidenschaft und Blut geschaffen! Steinheil, Schoenebeck, Tarnowska, Herberich. Die Häufung so ähnlicher Fälle kann das besorgte Interesse daran nicht mindern, sondern nur steigern. Fürwahr, eine ernste Sorge ist es, die den Beobachter dieser traurigen Heldinnen anwandelt und die stärker ist als die Beunruhigung über die Frage nach Schuld oder Unschuld im einzelnen Falle. Denn wir ha ben es hier mit einem ganzen Typus zu tun, und vielleicht mit einem für unsere Zeit recht bezeichnenden Typus. In allen diesen Fällen hat dem Gerichtspsychiater eine wichtige Stimme gebührt; und jedesmal kam er zu einem Urteil, das merkwürdig schwankend klingt und doch so deutlich umrissen ist. Die Angeklagten waren nicht normal, aber auch nicht wahnsinnig; nicht unzurechnungsfähig, aber auch nicht im Vollbewußtsein der Tragweite ihrer Handlungen. Das heißt, sie befanden sich auf jener Zwischenstufe zwischen zurechnungsfähigkeit und Frrsinn, die das Zeichen gänzlich herabgekommener Nervensysteme tst. Der Intellekt vermag diesem Zustand gegenüber länger zu Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Einen merkwürdigen Selbmordversuch machte der 60 Jahre alte Tischler Wieprecht in Berlin. Er legte sich, nachdem er sich ausgekleidet hatte, zu Bett und stieß sich ein schmales Stemmeisen in die Brust. Ein von Hausbewohnern herbeigerufener Arzt legte ihm einen Notverband an und sorgte für seine Ueberführung nach der Charitee. Beweggrund: ein altes, schmerzhaftes Nervenleiden. Eine Absage an das Staatsarbeiterkartell. Wie aus Essen gemeldet wird, hatte das Staatsarbeiterkartell in einer Eingabe den Reichskanzler gebeten, auf eine Lohnerhöhung hinzuwirken. Von der Reichspostverwaltung und der preußischen Eisenbahnverwaltung ist dem Telegraphenarbeiterbund und dem Eisenbahnerverband da= raufhin eröffnet worden, daß Eingaben des Kartells nicht berücksichtigt würden. Die Staatsarbeiter sollten ihre Wünsche den vorgesetzten Stellen zur Kenntnis bringen. 15) ,, Das trifft sich gut, sie liegt dicht neben diesem Pavillon!" rief White, und ohne weiter ein Wort zu reden, hob er die Fremde wie eine Feder empor und nahm den Weg zu ihrer Kabine. Einem schweren Irrtum zum Opfer gefallen ist ein 71jähriger Maurer in Zerbst. Er trank in der Meinung, Bier vor sich zu haben, aus einer Flasche mit Säure. Dadurch zog sich der Mann so schwere innere Brandwunden zu, daß er starb. Während der Schulpause ertrunken sind in dem Dorfe Bargeshagen bei Doberan in Mecklenbg. 3 Mädchen. Sie entfernten sich während der Frühstückspause aus der Schule und wagten sich auf das Eis des Dorfteiches. Sic brachen ein und ertranken, ehe ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Der volkswirtschaftliche Ausschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses nahm gestern mit Zustimmung des Handelsministers Weiskirchner einen Antrag gegen jede Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf der Elbe an. Die Anregung, die Entscheidung eines internationalen Schiedsgerichts anzurufen, wurde auf Wunsch der Regierung zurückgewiesen. Die also Behandelte war so verblüfft, daß sie keine Worte fand; aber das tatkräftige Eingreifen des jungen Mannes gefiel ihrer zielbewußten Natur. Im Zorn zum Mörder geworden. Eine schwere Ausschreitung ließ sich der Lehrer Strohbusch in Bottrop in Westfalen zuschulden kommen. Strohbusch liegt schon seit längerer Zeit mit mehreren Einwohnern in Streit. Gestern bespritzte ihn die 17jährige Tochter einer im gleichen Hause mit ihm wohnenden Witwe bei dem Reinigen der Straße aus Versehen mit Wasser. Der Lehrer zog darauf= Hin seinen Revolver und gab mehrere Schüsse auf das Mädchen ab, das tot zusammenstürzte. Der Täter wurde verhaftet. Der Voranschlag für die österreichische Kriegsmarine fordert insgesamt 312 Millionen Kronen für den Bau von vier Dreadnoughts, drei Kreuzern, sechs Torpedobooten, zwölf Hochseetorpedobooten und sechs Unterseebooten. König Manuel läßt bekannt machen, daß weder er noch die Königin Maria Pia bisher das Geringste von der republikanischen Regierung erhalten hätten. Er habe niemals auf die Krone Portugals verzichtet und sei entschlos= sen, seine Rechte zu behaupten, wenn man ihn willkürlich um sein Eigentum zu bringen suche. Nachdem White seine schöne Last mit zartester Schonung in die Kabine niedergelegt hatte, rief er die Wärterin und befahl ihr, sich der Leidenden anzunehmen. Ein Schiffsarzt befindet sich auf jedem Lloyddampfer. Auf der„ Virginia" war es ein alter, freundlicher Mann, ein Deutscher. Nachdem White ihm das Nötige mitgeteilt, schickte sich Dr. Brauser sofort an, seine Patientin zu be= Suchen. Der linke Fußknöchel war angeschwollen, eine eichte Verstauchung war die Ursache. Der Arzt legte eine Urnita- Kompresse auf und meinte, der kleine Unfall werde in einigen Tagen vorüber sein, ohne eine Spur zu hinterlassen Das Spielen mit dem Revolver hat abermals ein Menschenleben gefordert. In Marloffstein bei Erlangen wurde im Wirtshaus ein Maurer durch eine ins Fenster geflogene Pistolenkugel getötet. Im anstoßenden SchulHaus hatte ein 12jähriger Knabe mit der Pistole eier Lehrers gespielt und geschossen. erhöhte Daseinsfreude lief durch seinen kraftvollen Körper. Gegen Abend ließ er sich nach dem Befinden der Amerikanerin erkundigen. Es ginge ihr leidlich, hieß es. ,, Sie muß eine Frau oder eine Witwe sein," schloß White aus ihrem Benehmen,„ ein junges Mädchen würde doch nicht ganz allein die weite Reise unternehmen. Nun, ich werde ja bald ihren Namen erfahren, sie selbst wird ihn mir sagen." Meine Reise fängt recht interessant an," dachte White. Ich bin der Ritter einer jungen Dame gewor den, und was für einer reizenden dazu! Noch nie sah. ich ein so schönes Gesicht." Nachdem Clairon White mit dem Kapitän die Verabredung bezüglich seines Namens getroffen hatte, er= wartete er Dr. Brauser, der ihn über das Befinden der Verunglückten- wenn man sie so nennen wollte- be= ruhigte. Die„ Virginia" schwamm auf hoher See; die Lotsen aus Toulon hatten sie verlassen. Blau und majestätisch lag das Meer da, und Frankreichs Mittelmeerküste entschwand den Augen. Glückauf zur Reise," dachte Robert Chite wohlgemut, und seine Pulse Klopften schneller, eine Aus den Gerichtssälen. Abenteuer zweier Ausreißer. Schweren Kummer ha ben zwei leichtsinnige Jungen ihren Eltern in Braunschweig gemacht. Sie besuchten, im Alter von 15 und 16 Jahren stehend, in Helmstedt die dortige Industrieschule. Eines Tages im Mai gingen sie von Helmstedt, nur mit ge-ringen Barmitteln versehen, fort, lediglich um Abenteuer aufzusuchen. Sie zogen erst planlos zu Fuß umther, ſetzten sich dann auf die Eisenbahn und führen ins Land. In Erfurt gingen ihnen aber bereits die Mittel aus; der ältere von ihnen versetzte deshalb seine Uhr. Weiter ging nun die Wanderung und so kamen sie unter mannigfachen Entbehrungen bis Bamberg. Dort hatten sie fein Geld mehr, mieteten aber unter Angabe falscher Namen ein Zimmer und speisten dann bei einem Wirte mehrere Tage lang anf Kredit. Als sie bezahlen sollten verschwanden sie, nachdem sich jeder noch mit einem Paar erschwindelter Schuhe ver= schen hatte. Die nächste Station war Elsendorf, wo sie wiederum ein Zimmer mieteten unter dem Vorwande, sie seien Schüler und wollten sich einige Zeit hier in der Som merfrische aufhalten. Fünf Tage lang dauerte das gute Leben. Die leichtsinnigen Burschen hatten inzwischen aus Nach einem auserlesenen Nachtmahl und einem angenehm verlebten geselligen Abend suchte White seine Kabine auf, und bald schlief er auf dem weichen Lager fest und traumlos. Ein köstlicher, windstiller Tag rief die Reisenden auf Ded. Durch Dr. Brauser wurde White mit einigen Familien bekannt gemacht. Es war eine ganz internationale Gesellschaft, die sich an Bord befand. Alle denkbaren Typen waren hier zu sehen, alle möglichen Eprachen schwirr= ten durcheinander. Mit aalglatter Gewandtheit fand sich White zurecht. Sein feines. zuvorkommendes Wesen, sein hübsches Aeußere gefielen allgemein. Er machte Bekanntschaften, lachte und unterhielt sich lebhaft. Um elf Uhr schrieb er einige Zeilen auf einen Bogen und versah sie mit seinem neuen Namen: Robert White aus New- Castle. Er adressierte nur:„ Cabine Nr. 112". Er wußte doch noch nicht, wie die schöne Unbekannte hieß. White wunderte sich, wie stürmisch sein Herz pochte, als er ihre Antwort aus den Händen des Kellners empfing. Tafel besorgte, denn selbst dieser Luxus durfte auf der ,, Virginia" nicht fehlen. White faufte einige schöne Rosen, dann wartete er voll Ungeduld auf die bezeichnete Stunde. Er fand Miß Lionel in dem kleinen Salon neben der Schlafkabine. Sie lag in einem weißen, reich mit Stidercien besetzten Morgenkleid auf dem Sofa. Mit einem freundlichen Lächeln hielt sie White die schmale, weiße Sand entgegen. Er war so von ihrem Anblick be= troffen, daß eine jähe Röte in sein Gesicht schoß. Ritterlich beugte er sich nieder und berührte die Finger mit den Lipper. ., Mr. White," schrieb die Dame, es geht mir recht gut. Ich bitte Sie, besuchen Sie mich um zwei Uhr, ich werde mich freuen, Sie zu sehen. Mabel Lionel, Neuyork, Rose Cottage." Miehrere Maie las White die Worte. Mir gefällt ihre freie, offene Art," dachte er. sie ist ohne jede alberne Zimperlichkeit, die so wenig onspricht." Robert ging zu dem Gärtner, der jeden Tag die Blumen für die „ Das ist nicht amerikanisch," sagte sie lachend ,,, man sieht, daß Sie auf dem Kontinent lebten. Bei uns schüt= telt man sich einfach die Hand, so." Sie tat es, denn er hielt noch immer ihre Hand fest. ,, Nehmen Sie Play, Mr. White," fuhr Mabel fort, auf ein Taburett neben ihrem Lager deutend.„ D, die schönen Rosen," sagie fic, als White ihr mit einigen höflichen Worten die Blumen überreichte, ich danke Ihnen dafür, sie sind meine Lieblingsblumen." ,, Rannten Sie darum Ihr Landhaus Rose Cottage ( Rosenvilla)?" fragte Robert, indem er sich setzte. Ja, und weil der Rosenflor dort wirklich ein prächtiger ist. Jeht allerdings blühen meine Lieblinge im Treibhause, aber im Sommer ist das ganze Haus davon umgeben. Es ist wie im Märchen, Sie müssen es sich ansehen. Mr. White." Sie schien es für selbstverständlich zu halten, daß er sic nach ihrer Ankunft in Neuyork besuchte. Ich werde mir gestatten, von Ihrer gütigen Erlaubnis Gebrauch zu machen, Miß; Lionel," entgegnete White, ..aber bis zum Sommer werde ich nicht warten, ich komme schon früher." Puls Als diese der Lehr überzuzie ein fnatt verdampf Er mußte Dor Bran ergab, h Pulverbi die sich b Ein wurde in Wefer ge gutgefleis Er dachte fast mit Bedauern, daß er bis zum Sommer schon lange merifa verlassen haben würde, und daß er seinen Auftrag viel früher zum Abschluß bringen werde. ( Fortjehung folat.) ein Boot fagten be ihm eine eine mit 3000 Ma die fleine Schnur m Zigarre von den Die Poli gegenübe widerspro Eine cia geme fionshaus rige Unt lud den im Dorf mieteten Frauen Wein ge zu entfli warfen d Wehrlose bar zuge cia, starb Die Fra Ueberfall Stehlen, d dem der ten ein f Ein Berlin a von der Aufforder Gericht nicht erje Lichtenbe flüchtete Krimina hindern, Fenster Schmetter Kranten gefchafft. Am Theater tschechisc führung 32 Jultatios unterm nisten Tutor vo als ein fonnte d Der her Ge eines R die Wit überfahr einem T anderen ausgefüh in schnell und baun derte fein über ihn tötete. pital vo zahlen un trag von entrichter Jahresei Auch night all wohlhabe Indiana Tofung ihn feine ten, ma Entdedu beit hat Strat des der mft. Jers ift bera ertt tan= das sehr tatt. Sute Oute daß au den dem Sine anze haf= hat. Sloß hretion rere ist cht. der Ten= Ende Sta fünf 60 ach= eir voh= an Be71= Bier urch daß orfe Sie Schubraden in seit Ge= chen der cauf= das urde ein ngen fter hulLehha: aun§ 16 hule. t ge-ener setzIn Itere die Entuchr, mer anf hdem ver= o fie e, fie Som gute aus der Rohnete I nereich Mit male, d beitter: t den man ſchüt= feft. uf ein hönen lichen Dafüit, ottage präche im Davon h anaß er laub Bhite, Comme mmer Daß et werbe. etner in threm Zimmer befindlichen Kommode Geld, das Ihrer Wirtin gehörte, entwendet und zahlten, als dies schließlich verlangt wurde, auch die schuldige Miete von dem gestohlenen Gelde, um sich dann schleunigst aus dem Staube zu machen. In Darmstadt erfolgte ihre Verhaftung. Die Eltern deckten sogleich allen Schaden, konnten es aber nicht verhindern, daß gegen die jungen Leute wegen Betrugs und schweren Diebstahls Anklage erhoben wurde. Sie standen jetzt vor dem Bamberger Jugendgerichtshof. der unter Freisprechung der Anklage wegen Betrugs nur ein einfaches Vergehen wegen Diebstahls annahm und die Angeklagten zu einer Woche Gefängnis verurteilte. Zugleich empfahl sie der Gerichtshof der bedingten Begnadigung. Ein Privatdozent des Wuchers angeklagt. Vor dem Leipziger Landgericht fand gestern ein großer Wucherpro= zeß gegen den früheren Privatdozenten an der Leipziger Universität Dr. phil. Carl August Albert Dahms statt. Dahms ist in Berlin geboren und steht im 38. Lebensjahre. Seit dem Jahre 1903 verfügte er über Barmittel in Höhe von 200 000 M und gab davon Darlehen an zahlreiche Leute. Nach der Anklage soll er in sieben Fällen die Notlage seiner Schuldner ausgebeutet und Wucherzinsen genommen haben. Er wurde wegen gewersmäßigen Wuchers in zwei Fällen zu 4 Monaten Gefängnis, 600 M Geldstrafe ubnd zwei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Verurteilung eines Kapitänleutnants. Das Oberfriegsgericht in Riel verurteilte den Kapitänleutnant Berg von der zweiten Marineinspektion wegen Fahnenflucht und Unterschlagung von Messegeldern zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung. Oermischtes. Bulveregplosion bei einer förperlichen Züchtigung. Als dieser Tage in der Ortsschule zu Loiz in Pommern der Lehrer gezwungen war, einem Schüler einen Hieb überzuziehen, machte sich zum Schreck der ganzen Klasse ein fnatterndes Geräusch bemerkbar, und ein starker Pulverdampf entquoll der Kleidung des verblüfften Jungen. Er mußte sich schleunigst seiner Jade entledigen, damit er vor Brandschaden bewahrt blieb. Wie die Untersuchung ergab, hatte der jugendliche Sünder mehrere Schachteln Pulverblättchen für Kinderpistolen in de rTasche gehabt, die sich bei dem Jagdhieb des Lehrers entzündeten. Ein mysteriöser Vorfall. In der Nacht zum Dienstag wurde in Bremen ein um Hilfe rufender Mann aus der Weser gezogen, der der Polizei gegenüber bekundete, zwei gutgekleidete Männer hätten ihn auf der Straße ersucht, ein Boot an Land zu ziehen. Bei der Weser angekommen, sagten beide, er solle das Boot liegen lassen. Sie zeigten ihm eine Handtasche mit zwei Bomben und gleichzeitig eine mit Wertpapieren gefüllte Brieftasche und boten ihm 3000 Mart, wenn er die größere Bombe beim Dom und die kleinere beim Rathauscafé niederlegen und die Zündschnur mit einer von dem Unbekannten wegzuwerfenden Zigarre anzünden würde. Auf seine Weigerung sei er von den beiden Männern in das Wasser geworfen worden. Die Polizei steht den Angaben des Mannes sehr skeptisch gegenüber. Seine Aussage war durchaus perwirrt, er widersprach sich teilweise. Eine bestialische Tat zweier Frauen wird aus Valencia gemeldet: Bernarda Ortofa, die Inhaberin eines Panfionshauses, mit deren Nichte Lolo Jimeno der sechzigjäh= rige Unternehmer Garcia ein Liebesverhältnis unterhielt, Iud den Alten zu einer Landpartie ein. Die drei kehrten im Dorfe Burjasot in einem von den beiden Frauen ge= mieteten Hause ein. Kaum hatte Garcia den von den Frauen ihm angebotenen Kuchen gegessen und von ihrem Wein getrunken, als er sich unwohl fühlte. Er versuchte zu entfliehen, die beiden Frauen hielten ihn jedoch fest, warfen den alten Man zu Boden und trampelten auf dem Wehrlosen herum. Endlich gelang es Garcia, der furchtbar zugerichtet war, zu entfliehen. Er eilte nach Balencia, starb dort aber, nachdem er faum angekommen war. Die Frauen wurden alsbald verhaftet; sie hatten den Ueberfall verübt, um Garcia eine bedeutende Summe zu Stehlen, die er bei sich trug. Im Garten des Hauses, in dem der Ueberfall verübt wurde, fanden die Polizeibeamten ein frisch aufgeworfenes Grab. Eir aufregender Vorfall spielte sich in Lichtenberg bei Berlin ab. Der 31jährige Maler" Karl Meinde hatte von der Amtsanwaltschaft Köpenick schon mehrmals die Ausforderung erhalten, sich wegen eines Einbruchs vor Gericht zu verantworten. Da Meinde zu den Terminen nicht erschien, erfolgte schließlich ein Haftbefehl. Als die Lichtenberger Kriminalpolizei den M. verhaften wollte, flüchtete er zu seiner Geliebten. Er versuchte zuerst, die Kriminalbeamten am Eintritt in die Wohnung zu verhindern, und sprang, als ihm das nicht gelang, aus dem Fenster auf einen gepflasterten Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Beinen liegen blieb. Er wurde in einem Krankenwagen als Polizeigefangener nach der Charitee geschafft. Am Dirigentenpult gepfändet. In einem tschechischen Theater Prags ging gestern eine Operette eines bekannten tschechischen Komponisten in Szene. Vor Beginn der Aufführung fam aber ein Gerichtsbeamter, um den Kompo= nisten zu pfänden. Die Leibespfändung verlief jedoch reJultatlos. Als sich nun der Komponist mit der Partitur unterm Arm an das Dirigentenpult begab, trat der EreTutor vor ihn hin und pfändete ihm die Partitur. Erst als ein bekannter Kaufmann für den Komponisten bürgte, konnte die Vorstellung beginnen. Der Geldwert eines Familienvaters. Ein französi scher Gerichtshof verurteilte dieser Tage den Eigentümer eines Kraftwagens zu einer hohen Geldentschädigung an die Witwe eines Stallbedienten, der durch den Wagen überfahren und getötet worden ist. Der Mann war bei einem Trainer angestellt und hatte zusammen mit einigen anderen Bediensteten ein Koppel junger feuriger Tiere ausgeführt, als ein großes Automobil mit vielem Geräusch in schneller Fahrt herangesaust kam. Die Pferde scheuten und bäumten sich hoch auf. Das ungebärdigste Tier schleuderte seinen Führer geradewegs vor den Kraftwagen, der über ihn hinwegrollte und den Unglücklichen auf der Stelle tötete. Der Besitzer des Motorwagens hat nun ein Kapital von 4000 Franken an die Frau des Getöteten zu zahlen und für jedes der fünf Kinder einen jährlichen Betrag von 2000 Franken bis zum Alter von 18 Jahren zu entrichten. Der Witwe ist dadurch auf längere Zeit ein Jahreseinkommen von 10 000 Franken gesichert. mit großer Zärtlichkeit hing, in dem Kochtopfe zu waschen, in dem die Speisen für ihn und ste zubereitet wurden. Als er sich erlaubte, dagegen Einwendungen zu erheben, wurde die teure Gattin feindlich und erklärte, sie wasche besagten Budel nun schon, so lange sie ihn ihr eigen nenne, in dem für solchen Zwed außerordentlich geeigneten Kochtopfe, und beabsichtige, es auch fernerhin so zu halten. Woraus dann ein ziemlich heftiger ehelicher 3wist entstand. Da Mr. Robert Duncan feine Lust verspürte, mit ,, Ami" oder„ Mohrchen" weiter in so trauter Intimität zu leben, So entschloß er sich schließlich, die Ehescheidungsklage einzureichen. Und die Richter von Evansville werden nun barüber nachzudenken haben, ob ein Kochtopf das richtige Badeetablissement für einen Hund ist oder nicht. Auch ein Scheidungsgeund. Aus einem entschieden nicht alltäglichem Grunde hat Mr. Robert Duncan, ein wohlhabender Bewohner der Stadt Evansville im Staate Indianapolis, wie man aus Neuyork schreibt, die Auslösung seiner Ehe beantragt. Am Weihnachtstage, als ihn seine geschäftlichen Pflichten nicht vom Hause fern hic!- ten, machte er zu seiner unliebsamen Ueberraschung die Entdeckung, daß Mrs. Duncan, seine Gattin, die Gewohnheit hatte, ihren Hund einen fleinen Budel, an dem sie Die Tragödie des Clowns. Durch das Geständnis etnes sterbenden Zirkusklowns wurde, wie aus Budapest geschrieben wird, vor einiger Zeit eine geheimnisvolle Mordaffäre aufgedeckt, die sich vor 40 Jahren zutrug, und die einen wirklichen Roman aus dem Leben in sich schloß. In einem Zirkus namens Lody, der vor 40 bis 50 Jahren der größte Zirkus der Welt war, trat ein Clown namens Schmidt auf, der wegen seiner scherzhaften Einfälle sich der größten Beliebtheit beim Publikum erfreute. Schmidt verliebte sich sterblich in eine schöne Kollegin, eine Seiltänzerin, die eines Tages plötzlich verunglückte, da der Strid ihres Trapezes in einer Höhe von 50 Metern über dem Erdboden zerriz. Auf dem Sterbebette gestand jetzt Schmidt folgendes ein: Die Setltänzerin wollte seine Liebeswerbungen nicht annehmen. Als nun eines Tages der Clown sie in ihrer Garderobe übersiel, nahm sie eine Reitpeitsche, die sie in der Manege gebrauchte und prügelte ihn aus der Garderobe hinaus. Den Vorfall hatte niemand gesehen und beide Beteiligte schwiegen darüber, da er ihnen beide keine Ehre machte. Die schöne Seiltänzerin und Zirkusreiterin glaubte nun vor dem verliebten Bajazzo Ruhe zu haben, da er ihr offenbar nicht mehr nachstellte. Sie fümmerte sich darum gar nicht weiter um seine Handlungen. Tatsächlich hatte aber der Clown den Schimpf, den ihm die von ihm angebetete Frau angetan hatte, nicht vergessen, sondern er sann, wie er dem Richter erzählte, auf Rache. Schließlich führte er folgenden teuflischen Plan aus: Die Seiltänzerin zeigte ihre Kunst auf einem 50 Meter hohen Trapez. Hierauf baute er seine Absichten. Eines Nachts schlich er sich in den Zirkusraum und begoß das Seil der Seiltänzerin in der Mitte mit einer äzenden Flüssigkeit, durch die das Seil verbrannt wurde. Am nächsten Tage wartete er gespannt in der Garderobe auf den Erfolg seiner verbrecherischen Tat. Die Seiltänzerin stieg wie gewöhnlich auf das Trapez, um ihre Kunststücke vorzuführen. Aber schon nach wenigen Sekunden belehrte ihn der Schreckensschrei der Menge, daß ihm sein furchtbares Werk gelungen sei. Die Seiltänzerin hatte faum einige Uebungen gemacht, als das Seil entzwetriß und die Tänzerin in die Tiefe stürzte. Sie blieb mit zer= Schmetterten Gliedern tot liegen. Erkundigungen, die auf das Geständnis hin angestellt wurden, ergaben, daß die Mitteilungen des Clowns auf Wahrheit beruhten. Zu jener Zeit war tatsächlich eine Seiltänzerin tödlich verunglückt. Die Frauen der französischen Marschälle im Kriegsla: ger. Im letzten Heft der Revue des deux mondes weist Emile Ollivier darauf hin, daß die französischen Niederlagen des Jahres 1870 auch durch die Zerstreuungen der Marschälle beeinflußt worden seien, die sich zum Zeitvertretb Frau und Kinder nach Metz hatten nachkommen lassen.„ Es sind viel zu viele Offiziersfrauen hter", schrieb Prinz Napoleon damals in sein Tagebuch, und nur am entschlossenen Widerstande des Kaisers war der Wunsch seiner Gewahlin gescheitert, dem französischen Heere ins Lager nach Metz zu folgen. Der Kriegsminister Leboeuf hatte das schlechte Belfaxel gegeben, als er Frau und Tochter mit sich ins Feld nahm, und trotz der scharfen und ironischen Artikel der fanzösischen Zeitungen ließen sich auch die übrigen Marschälle, vor allem Mac Mahon, Canrobert und Bazaine nicht abhalten, in ihren Diensträumen behagliche Stunden im Familienkreise zu verleben. Ein Divisionsgeneral hatte sich von seiner ausgezeichneten Köchin nicht zu trennen vermocht, und die von ihr zubereiteten Mahlzeiten erfreuten sich in der Festung bald eines solchen Rufes, daß die„ Katharina" des Herrn Generals ein größeres Ansehen genoß, als der Kaiser- wenigstens in den Kreisen der höheren Offiziere. Auch der äußere Schmuck der Tafel ließ den Unterschied zwischen Paris und einem Kriegslager vollständig vergessen, und selbst die strengsten Verbote des Kriegsministers vermochten hierin nichts zu ändern. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Zu stimmberechtigten Rittern des Ordens pour le merite für Wissenschaften und Künste sind ernannt worden: der bayerische Geh. Rat Professor Wilhelm Konrad Röntgen in München, der ordentliche Universitätsprofessor Geh. Medizinalrat Dr. Ewald Hering in Leipzig, der Bildhauer Professor Otto Lessing in Berlin, Landschaftsmaler Professor G. Schoenleber in Karlsruhe und der Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz in Berlin. 60 000 neue Sterne entdeckt. Unter den neuangekündigten Stiftungen, die Carnegie wissenschaftlichen Instituten hat zuteil werden lassen, befinde sich auch das Geschenk eines auf dem neuen Teleskops für das Bergobservatorium Mont Wilson in Kalifornien. Bei dieser Gelegenheit wird daran erinnert, daß die Astronomen dieses Observatoriums bereits 60 000 neue Sterne entdeckt haben. Es ist zu er= warten, daß diese Zahl mit Hilfe des neuen ausgezeichne= ten Teleskops noch beträchtlich vergrößert werden wird. Die Braut des Zuchthäuslers. fetzt überredete er Louisa, erst eine Tour nach Florida zu machen, wo eben die Saison ihren Höhepunkt erreicht hatte. Dort angekommen, faufte der„ Baron" sofort zwei Automobile, eins für sich und eins für die„ Baronin", beide natürlich mit ihrem Gelde. Die schönsten jungen Damen lud er ein, mit ihm auszufahren, die„ Baronin" mußte allein fahren das sei fetzt so Mode unter den oberent Zehntausend! Er faufte prachtvollen Schmuck für seine Freundinnen mit dem Gelde der„ Baronin" und gab setnen Freunden festliche Gelage zu Ehren der„ Baronin". Sie zahlte und zahlte immer wieder und würde vielleicht noch jetzt zahlen, aber eines Tages, als König mit einer neuen und sehr hübschen Freundin über die Straße ging, da verleugnete er die alte Dame, die ihm begegnete, uno er erwiderte den Gruß der eigenen Frau nicht. Das war selbst der geduldigen Louisa zu viel. Sie fuhr nach Neus york zurück und engagierte sechs Detektivs, die ausspürent sollten, wen sie eigentlich geheiratet hatte. Gestern gabent diese Detektivs vor dem Scheidungsgerichte an, daß Könitz ein bekannter internationaler Gauner set, der kurz vor setner Verheiratung mit der Tochter des Generals Ewen aus einem Zuchthause entlassen worden war. Er ist jetzt spurlos verschwunden. Das Gericht hat ein Urteil noch nicht gefällt. Mehr Leid als Freude in der Ehe hat Frau Louisa von König. eine reiche Neuvorfer Dame, erfahren. Louisa wird in einem amerikanischen Telegramm als eine sehr schlanke, ziemlich gut ausgebesserte Person von über 50 Jahren" beschrieben, ihr Gatte„ Baron von Könitz" als ein schneidiger. hübscher, junger Mann von militärischem AenBern 27 Jahre alt. Louisa ist eine Tochter des verstor= benen Generals Ewen, von dem sic, mie jede ihrer beiden Schweitern 1 Millionen Mark geerbt hatte. Auf einem deste der„ Siebtrotter" hatte sie den Baton fennen ge= lernt und war se entzückt von ihm, daß sie ihn in des Haus ihrer Mutter lud. v. Könitz machte dem zärtlichkeitsbedürf= tigen. alternden Mädchen auf feine Weise den Hof Leuisa glaubte sehr bald zu empfinden, daß diefer Freier es nicht af ihr Geld abgesehen haben konnte, denn er war ja selbst ein sehr reicher Mann- wie er, ohne zu dentlich zu werden, hatte durchblicken lassen und die Photographien von„ scinem Ahnenschloß" in Schlesien waren unzweifelhaft cast.„ Die Photographie lügt nicht. suchte sie die warnende Mutter und Schwester au beruhigen. Nein, aber der„ Baron" fügt!" antworteten diese und wollten ihr die einzige große Freude ihres Rekens verderben. Eines Tages fuhr sie mit dem Baron" nach Neujersey, wo er alles vorbereitet hatte, und kehrte als„ Baronin" wieder nach Neuyork zurück. Er hatte ihr versprochen. fie mit nach Deutschland zu nehmen. In dem Schuenschlof, abgeschieden von aller Welt, wollten sie die Flitterrechen in stillem Glüd verleben, aber Drabinachrichten und neuestes. Geständnis auf dem Sterbebett. Trantenan i. B., 25. Januar. In Teschermna bek Trautenau starb im 80. Lebensjahr der sogenannte KittlerSchuster, der auf dem Totenbett gestand, im Jahre 1898 den Mord an der dortigen Privatiere Ruß begangen zur haben. Die Verheerungen des Erdbebens in Zentralasien. Petersburg, 25. Januar. Nach amtlicher Feststellung sind bei dem Erdbeben in Buchara 376 Eingeborene und 14 Russen umgekommen. Die Zahl der notleidenden Fa= milten beträgt 10 000. Ein Tiroler Dorf bedroht. Innsbruck, 25. Januar. Das am Nordabhang des Monte Baldo in Südtirol gelegene kleine Dorf Besagno ist in Gefahr, durch einen Erdrutsch verschüttet zu werden. Einige Hütten wurden von niedergehenden Gesteinsmassen eingedrückt und mußten geräumt werden. Die unzufriedenen italienischen Eisenbahner. O Rom, 25. Januar. Die Eisenbahner benutzten gestern die Reise vieler Abgeordneter nach Rom zur Wiedereröffnung der Kammer, um zur schleunigen Erledigung der Gesetzesvorlage zu mahnen, die ihre Gehaltsaufbesserung bezweckt. Zwischen Ancona und Falconara und bet Arpi in der Nähe von Florenz wurden Eilzüge durch rote Laternen aufgehalten, die die Inschrift trugen:„ Minister Saccht, die Eisenbahner sind bereit, Ihnen entgegenzutreten!" Bei Falconara wurden auch Sprengförper abges feuert. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Todesurteile in Frankreich. Paris, 25. Januar. Das Pariser Schwurgericht hat zwei junge Burschen, welche vor einigen Monaten einen Bankkassierer in ein Hotel lockten und dort ermordeten, zum Tode verurteilt. Sensationeller Nachlaß König Leopolds. London, 24. Januar. Die„ Pall Mall Gazette" Herichtet aus diplomatischer Quelle von einem Gerücht, welches von „ erfahrenen Chefs des diplomatischen Dienstes" für abso= lut wahr gehalten werde. Danach sei nach dem Tode Leopolds von Belgien in dessen Nachlaß ein Papier vorgefun den und der franzöfifchen Regierung mitgeteilt worden, and dem sich der vollständige Operationsplan zur Invasion in Frankreich auf dem Wege durch Belgien vorgefunden habe. Der Plan sei mit dem Generalstabe einer fremden Macht arrangiert gewesen und habe sich an die betreffende Mach um Schutz gewendet; der Beweis der Freundschaft jener Macht sei der jetzt in Händen Frankreichs befindliche In vasionsplan. Die Bekämpfung der Best. Petersburg, 25. Januar. In Fudsjadian, dem Best herde, sind aus Pefing tausend chinesische Soldaten und Merzte eingetroffen. Gonze Straßen wurden aufgerissen und ausgeschwefelt. Die Sterblichkeit in Charbin wächs stündlich. Jeden Tag werden viele Tote von den Straßen aufgelesen. London, 25. Januar.„ Daily Mail" meldet aus Pefing, daß im Europäerviertel wegen der Pest eine Pani! ausgebrochen sei. Die Europäer verproviantieren sich wie zu einer Belagerung, und binnen 24 Stunden würden Eingeborene nur noch nach einer Quarantäne zugelassen werden. Bandel und( orkebr. Frankfurt, 24. Januar. Bichmarktpreise vom 23. Januar. Preise für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 49-53,( Schlachtgewicht) M 888-91, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 81 bis 87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Rebendgew.) M 34-42,( Schlachtgew.) M 72-77, 6) gering genährte jeden Alters( Lebendgew.) M,( Schlachtgew.) M. 3. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Rebendgew.) M 44-47,( Schlachtgew.). 73-78, b) vollfleissige jüngere( Lebendgew.) M 41-43,( Schlachtgewicht) M 68-71, c) mäßig genährte jüngere und gut genähr= te ältere( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M d) gering genährte( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete ärsen höch sien Schlachtwertes( Lebendgew.) M 41-46,( Schlachtgew.) 74-83, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 41--47, ( Schlachtgew.) M 76-84, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 37-40, Schlachtgew.) M 71-77, d) mäßig ge= nährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 24-31,( Schlachtgewicht) M 48-62, c) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgew.) M 20-23,( Schlachtgem.) M 46-52. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M-,( Schlachtgewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M. 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60, ( Schlachtgew.) M 93-100, c) mittlere Mast- und gute Sangfälber( Lebendgew.) M 52-55,( Schlachtgem.) M 88-93, 5) geringe Saugfälber( Lebendgew.) M 50-51,( Schlachtgew.) M 85-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendg.) M 38-40,( Schlachtg.) M 40-48, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M 31, ( Schlachtg.) M 74, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Lebendgew.) M d) ( Schlachtgew.) M Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 lgr. Lebendgew.)( Lebendgew.) M 51½- 53%, ( Schlachtgew.) M 65-67. 6) vollfleischige Schweine unter 80 Klgr. Rebendgew.( Lebendgew.) M 51½- 58½,( Schlachtgem.) M 65 67 ,, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendaew.( Lebendgem.) M 51½- 53%,( Schlacht= 150gew.) M 63-67, d) vollfleischige Schweine von 120--150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M 51½- 58½, ( Schlachtgew.) M 64-67. Cassel, 24. Januar. Weizen( 100 Kilogramm) 19,50 618 20,00 M. Roggen( 100 Kilogramm) 15,00-15,60 M. Gerste ( 100 Kilogramm)- M. Hafer( 100 Kilogramm) 15,00 618 10.75 M. Montag, 30. Januar 1911, abends 8 Uhr, im Stadttheater Giessen 1 Grntewagen, Wagner- Liszt- Abend von Heinrich Knote k. b. Kammersänger nnd Ernst Riemann Hofpianist. Vorverkauf der Eintrittskarten ab Sonntag, 21. Januar an der Tageskasse. Veranstaltet von der Ortsgruppe Giessen des Alldeutschen Verbandes. Regbez. Cassel. Königliche Oberförsterei Roßberg. ( Post Dreihausen) Verkauf von Fichten- Bauholz auf schriftliches Meistgebot. Einziges Los. 5,59 fm II. lasse 8,41" III. 45,27 IV. 11 " 6,10 Stiefern II.Яl. " Aus dem Obernwald bei Roßberg Distrikt 11, 15, 20, 28, 32, 44 Station Dreihausen und Londorf. gut erhalten, komplett, billig zu verkaufen Friedrich Mack III. Hochelheim. Möbl. Zimmer von jungem Herrn gesucht. Off. u. W. F. an die Exp. d. Bl. Junger Friseurgehülfe sofort gesucht. J. Becker, Lollar. Ia. Torfmull, 100 k- Ballen M. 3.20 Nachn. Torf, streu, Wagg. frco. bill. Kalisilikat- Peru Guano Füllhorn- Marke. ,, Melasse- Torfmehl- Futter" 75 kg Sack M. 7.-. III N. Kett, Eltville a. Rh. 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