enja" amkeit! rauchen pro - und Zilinder. nsere Brenner im Gebrauch tel- Restaurant hätte ersetzt it trasse 8, I. e BOLFF M 100--- 120 120--- 80 n Hausften. r. Grop Cadt 911. The Behand ie. Neuest Erfolgen a erprobt.= ng von bulgarischer Ku len. Regelt die Dar tzt einen ausserorde , ausreichend für 7 Liter Mk. 2.60 0 3- Für eine E 1 oder 2 Kart, m franko gegen N stellung bei. rikation, 7.:: Fernspr. Zimmer- Wohnung it entsprech., zu verm Ingebot. afe, Weferftraße 16 1. Zimme ten. abgrafen Straße 2 hön möbliertes und Schlafzimme ten Eberftraße 1 Ede Norbanlog Schön 1. Zimme ohne Benfion zu h blgaffe 50 p. näd Weftanlage bbl. Simmer Walltorfraße 77 Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 228. Telephon: Nr. 362. = der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 25. November 1911. | ges Geh. Kommerzienrat Dr. F. Bamberger in Mainz, den Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen Geheimerat Haas in Darmstadt, den Vorsitzenden der Handwerkskammer Gewerberat Falk in Mainz für die Dauer des 35. Landtages in die Erste Kammer der Stände des Großherzogtums beZum Geburtstag des Grossberzogs. Unser Großherzog vollendet heute sein 43. Lebens jahr. In den nun bald 20 Jahren seiner Regierung hat er stets die Wohlfahrt seines Volkes im Sinne gehabt und sich als vorurteilsfreier, moderner Herrscher bewiesen, von dem festen Willen beseelt, sein Land aufrufen. eine Höhe zu bringen und zu erhalten, die der Mission und Bedeutung dieses Landes als Bindeglied und Vermittler zwischen Nord und Süd angemessen ist. Es gibt Merksteine genug, die den erfolgreichen Weg unseres Landesvaters auf dem Gebiet der sozialen Entwickelung fennzeichnen. Darum hat die Entwickelung, haben die Fortschritte des hessischen Volkes immer nur dazu beigetragen, das Band, das Herrscher und Volk verknüpft, immer enger und die Verehrung für den Herrscher immer inniger zu gestalten. Und so steigt denn heute aus dem tiefsten Herzen des Hessenvolkes der heiße Segenswunsch auf:„ Gott erhalte und schütze unseren Großher30g und sein Haus!" Ein reicher Ordenssegen ist wieder niedergegangen und zahlreiche Ernennungen haben heute im ganzen Hessenland verdienstvolle Bürger entgegen nehmen können. Es erhielten u. a.: das Komturkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Minister von Hombergt; das Ehrenkreuz desselben Ordens: Geh. Hofrat Dr. Spengel- Gießen; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: Prof. Dr. Collin- Gießen, Pfarrer Hepding- Hausen- Gießen, Professor Mittermaier- Gießen, Professor Dr. Poppert= Gießen, Professor Schaumann- Gießen, Schulrat SchererBüdingen, Pfarrer Sommerlad- Watzenborn, Brauereibesitzer Jhring- Lich und Finanzrat Steinhäuser- Gießen; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: Stadtverordneter Helfrich- Gießen und Rendant Klein- Gießen; die Krone zum Silbernen Kreuz desselben Ordens: Oberwachtmeister Eidenmüller; das Silberne Kreuz mit der Krone desselben Ordens: Lehrer Hessinger- Gießen; das Silberne Kreuz desselben Ordens: Kulturtechnifer Kullmann- Gießen; das„ Allgemeine Ehrenzeichen" der verschiedenen Abstufungen desselben Ordens: Universitätsdiener Schädel, Universitätslehrschmied Lamberth, Bürgermeister WalterDaubringen, Steueraufseher Stier- Gießen, vorm. Strekfenarbeiter Spud- Gießen. Ernannt wurden zum Geheimrat Provinzialdirektor Dr. Usinger; zum Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer; zum Geheimen Hofrat Professor Dr. Fromme; zum Geheimen Landes- Dekonomierat Landesökonomierat Müller- Darmstadt; zum Professor Privat= gelehrter Dr. Holzapfel- Gießen; zum Sanitätsrat Dr. Plazz- Großen- Linden; zum Kommerzienrat Fabrikant Adolf Klingspor- Gießen; zum Geheimen Justizrat Justizrat Metz- Gießen, zum Justizrat Rechtsanwalt JungGießen; Parteipolitisches. Hessische Landtagswahlen 1911. § Wöllstein. Die Fortschrittliche Volkspartei wird die mit 8 Stimmen Mehrheit erfolgte Wahl des nationalliberalen Bürgermeisters Schott aus Uffhofen zum Landtagsabgeordneten des Wahlkreises WöllsteinFürfeld wegen Wahlunregelmäßigkeiten anfechten. Aus Stadt und Land. Gießen, 25. November 1911. Der Großherzog hat am 22. November den Oberbürgermeister der Provinzialhauptstadt Mainz Dr. Emil Göttelmann auf Lebenszeit und den ordentl. Professor der jurist. Fakultät der Landesuniversität Geh. Justizrat Dr. Artur Benno Schmidt, den ordentlichen Professor der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule in Darmstadt Geh. Baurat Alex Koch, den Vorsitzenden des Vororts des Hess. HandelskammertaErst prüfen und dann kaufen. Jeder, der mit Asthma- Schweratmigkeit behaftet, kann das zuverläßigste Präparat, Aftmol- Asthma- Pulver, ohne Kosten prüfen und nachdem wird kein anderes Mittel mehr gebraucht werden. Man sende Postkarte mit genauer Adresse an die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., und verlange Gratis- Muster Astmol- Asthma- Pulver franko. n Gießen. Prof. Dr. Jesioneck- Gießen hielt auf der Jahresmitgliederversammlung des Heilstättenvereins für das Großherzogtum Hessen einen Vortrag über Lu pusverbreitung und Lupusbehandlung, worauf dann in die Beratung über das Projekt der Errichtung eines Lupusheimes in Gießen eingetreten wurde. Die Stadt stellt den Bauplatz und trägt die 110 000 Mark betragenden Baukosten. Sie erhält das Baukapital von der Landesversicherungsanstalt zu 3½ Prozent und bekommt es zu 6½ Prozent vom Heilstättenverein verzinst. Die Versammlung erklärte ihr grundsätzliches Einverständnis mit der Errichtung des Heims, das die erste derartige Anstalt in Deutschland sein würde, und erwählte eine Kommission zur weiteren Betreibung der Angelegenheit. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfs. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder Bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg deutschen Verbandes am letzten Donnerstag erfreute sich zufriedenstellenden Besuches. Störungen durch den Apparat traten nur stellenweise bei den weiblichen Stimmen auf, aber auch in diesen Fällen wurde der musikalische Genuß nur ganz leicht beeinträchtigt. Die Zuhörer spendeten reichen Beifall und schieden mit dem Bewußtsein, die Unterstützung einer guten Sache mit der Verlebung eines genußreichen Abends verknüpft zu haben. o Daubringen. Am Samstag begeht unser Bürgermeister Walter sein 25jähriges Dienstjubiläum. o Lich. Als der von Gießen kommende Abendzug wollte eine Frau, in der Meinung, der Zug sei schon vor der Station Lich auf freiem Felde halten mußte, aus der Station angelangt, aussteigen. In dem Augenblicke setzte sich der Zug in Bewegung und die Frau stürzte den hohen Bahndamm herunter, ohne ernsten Schaden zu nehmen. ! Worms. Infolge des bei dem Erdbeben ausgestandenen Schreckens wurden in einem nahegelegenen Orte zwei Schwestern im Alter von 17 und 19 Jahren von hysterischer Stummheit befallen. ):( Marburg. Dienstag fanden die ersten Probefahrten der elektrischen Straßenbahn vom Bahnhof zum Wilhelmsplatz statt. Heute erfolgte die polizeiliche n Gießen. Nach Mitteilung des Reichsbankdirektoriums wird die hiesige Reichsbanknebenstelle in eine Reichsbankstelle umgewandelt, sobald das neu zu errich- Abnahme der Bahn, die vorläufig nur die alte Pferdetende Bankgebäude fertiggestellt ist. Der Wunsch der Stadt, keinen auswärtigen Architekten bei Errichtung des Bankgebäudes hinzuzuziehen, soll berücksichtigt werden. n Gießen. In der letzten Stadtverordneten- Versammlung wurde zur Sprache gebracht, daß die durch Vermittlung der Stadt gelieferten Kartoffeln teilweise recht minderwertig gewesen sein sollen. Auch hätte das Benehmen der Lieferanten zu Klagen Anlaß gegeben. n Gießen. Die Nachricht von der Amtsniederlegung des Stadtv. Haubach, der sich 16 Jahre als Stadtverordneter um die Stadt große Verdienste hervorgerufen. worben hat, hat in der Bürgerschaft lebhaftes Bedauern er= n Gießen. Donnerstag verhaftete die Polizei 4 Arbeiter, die man im Verdacht hatte, in letzter Zeit die vielen Kellerdiebstähle in Privathäusern begangen zu haben. Beim Durchsuchen der Wohnungen fand man eine ganze Menge Flaschen mit Wein, Kognak und eingemachten Früchten, Töpfe mit Eingemachtem, Käse, mehr. Zwei der Verhafteten sind bereits vorbestraft. Sardinen usw., sowie drei Fahrräder, Leder und einiges n Gießen. Das Grammophon- Konzert des AllHöchste Auszeichnungen: Kgl.Sächs Staatspreis der Internat. Hygiene Ausstellung Dresden 1911 Goldene Medaille Ostdeutsche Ausstellung Posen 1911 N° 3% 2 SALEM GOLD for forma Orient. Tata Cig foxe Yenidze Dresde No5 LEMALEIK formal diam. Postc rientalische fabak retten Fabrik Yenidze Aberthego Zierz ORESDEN SALEM ALEIKUM Cigaretten DERARBEIT No SALEM ALEIKUM= SALEM GOLD ( Goldmundstück) Cigaretten für Feinschmecker! Man hüre sich vor täuschenden, qualitativ minderwertigen Nachahmungen! bahnlinie einhält, erfolgen. Die Gesamtkosten der Anlage, welche auf 205 000 Mark veranschlagt sind, sollen durch Anleihe gedeckt werden. ):( Marburg. Der Kirchenhistoriker Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. theol. Carl Mirbt in Marburg folgt zu Beginn des nächsten Semesters einem Rufe an die Universität Göttingen. Hanau nach Büdingen, über die seit langer Zeit Ver):( Hanau. Die Ausführung einer Kleinbahn von handlungen der beteiligten Interessenten stattgefunden haben, kann nunmehr als gesichert gelten. Es handelt sich um eine Strecke von 27 Kilometern. Trinken Sie Perlka Neuester Kaffee- Ersatz. Kräftiger Geschmack. Einfach überbrühen wie Kaffee! ,, Perlka" ist überall zu haben. Die Abwehr englischer Uebergriffe. Die ausführlichen Eröffnungen, die der Staatssekretär des Auswärtigen Amas von Seiderlen in der Retchstagskommission über ble biplomatische Behandlung der bekannten Tischrede von Lloyd George gemacht bat, Itefern den Beweis, daß unsere Regierung den englischen Verfuch der Einmischung in die deutsch- fransöfifchen Verhandlungen mit großer Entschiedenheit zurudgemtesen hat. Von dem deutschen Botschafter in London ist im Auftrage seiner Regierung eine sehr scharfe Sprache gegen die deutsch- feindlichen Interpretationen ber Lloyd Georgeschen Rede und thre aufretzenden Wirfungen geführt worden. Die Kosten der Reichsversicherung. Durch die Reichsversicherungsordnung und die Privatbeamten versicherung werben der sozialen Fürsorge in Deutschland neue bedeutende Lasten aufgebürdet werden. Nach einer amtlichen Berechnung toftet bereits die heutige soziale Versicherung auf Grund der Arbeiterschußgefete allen Beteiligten im Jahr rund 812 Millionen Mart. Hiervon tragen die Arbeitgeber 416, die Arbeitnehmer 344, das Netch 52 Millionen. In den beiden nächsten Jahren werden durch die beiden neuen sozialen Geseze weitere Lasten von 284 Mill. Mark hinzutreten, so daß im Jahre 1913 fitr foztale Fürsorge auf Grund von Reichsgefeßen in fedem Jahre 1096 Mill. Mark, also über eine Milliarde ausgegeben werden. Die neuen Lasten verteilen sich wie folgt: Arbeitgeber 119, Arbeitnehmer 138, das Reich 27 Mill. Mart. Die Gefamtlaken werden von diesem Jahre ab betragen für bie Arbeitgeber 525 Mill. Mark, die Arbeitnehmer 482 Min. Mart, das Retch 79 Mill. Mart in jedem Jahre. Man sieht nun auch ganz klar, welche Motive dem englischen Borstoß zu Grunde lagen. Die englische Regterung hegte troß der Erklärungen, die sie von Deutschland über den Zweck der Pantherfahrt und zwar gleichzeitig mit dem Erscheinen des Schiffes vor Agadir, erhalten hatte, den Verdacht, daß Landerwerb in Marokko beabsichtigt fet. Daneben scheint der Gedanke mitge= spielt zu haben, der französischen Regterung gegen ote deutschen Wünsche den Rücken zu stärken. Es war eine Politit des Mißtrauens und des doppelten Maßes, eines für Frankreich und eines anderen für Deutschland. Erfolg hat sie nicht gehabt dank der Offenheit und Festigkeit, mit der die deutsche Politik ihr Biel einer Verständigung mit Frankreich allein verfolgte. Ihre schlimme Wirkung war und blieb allerdings, wie auch der Reichskanzler in seiner Rede vom 9. November erwähnte, daß sich in der öffentlichen Meinung bei uns eine sehr bittere Stimmung ausbreitete. Für Steuerhtuterziehungen Gefängnisstrafen? In der kommenden preußischen Steuergeseßnovelle wird stch, wie das„ Berl. Tagebl." erfahren haben will, auch ein Vorschlag befinden, für Steuerhinterziehungen Ge= Der Urheber des Vorfängnisstrafen festzusetzen. schlags soll Unterstaatssekretär Dr. Michaelts im prentBischen Finanzministerium sein. Er wolle in den nächsten Tagen in einem offiziellen Artikel die Grundlagen feines Vorschlages mitteilen. Im Plenum und in der Kommission des Reichstags ist von verschiedenen Seiten getadelt worden, daß die Regierung die Abwehr der Lloyd Georgefchen Rede nicht alsbald öffentlich vorgenommen habe, und daß sie erst jetzt von der diplomatischen Auseinandersetzung mit dem englischen Kabinett vom Jult 1911 öffentliche Mittellung mache. Der Grund für ihr Schweigen lag of= fenbar darin, daß sie vor allem mit Frankreich zum Ziel tommen, deshalb jeden störenden Einfluß von außen fernhalten wollte, und daß sie hoffte, nach Abschluß des Maroffogeschäfts dem Pessimismus wirksam entgegen= treten zu können. Man begreift nun aber auch erst recht die Schärfe, mit der der Reichskanzler im Reichstage feden 3weifel an der Wahrung der Ehre und des Ansehens der Nation abgewehrt hat. Beginnende Selbsteinkehr in England. unden Itn brig, als fange, bis Am 26. Of Franten re zu entfchäd hörte Dre arten abzi entlaffen. pels ins M richten übe täter der baben wir Streit bisher unbekannten Erreger der Seuche wirkungslos sind, sich mit Forschungen zur medikamentösen Behand lung der Krankheit befaßt und zwar verwandte er das für das in der menschlichen Praris bereits bekannte Euguform. In zwei Viehbeständen, von denen der eine 40, der andere über 100 Häupter zählte, wurden die Tiere in wenigen Tagen so vollständig wiederhergestellt, daß auch die so sehr verhängnisvollen Folgen der Seuche wie Futterverweigerung, Abfall im Körpergewicht und in der Milchproduktion bald behoben waren. Ueber die Anwendungsweise und die einzelnen Versuchsergebnisse hat Hoffmann unter Vorführung von Lichtbildern ge= naueste Anweisung gegeben, ebenso über die von ihm zum Teil neu konstruierten dabet notwendigen Apparate. Er betonte zum Schluß, daß anscheinend die Maul- und Klauenseuche, wenn sie auch in sehr verschiedenen Graden der Schwere und in mannigfachen Variationen auftritt, nach seinen neuesten Forschungen sich als eine verhältnismäßig harmlose Krantheit erwiesen hat. Die schwersten und zum Tode führenden Symptome beruhten, wohl zum größten Teil, auf Nachfrankheiten: An den faultg gewordenen infizierten Stellen siedeln sich bösartige Erreger anderer Krank= heiten an und führen zu schweren, oft verhängnisvoll werdenden Eiterungen. Hoffmann beantragt nun, seine Methode unter Aufsicht der Behörden im großen nachprüfen zu lassen. In Rußland steht ein neuer Landesverratsprozeß bevor, der einen ziemlich großen Umfang nehmen dürfte. Angeklagt find acht Polen, ferner dret Studenten usw. Ste sind alle beschuldigt, dem österreichischen Generalstab wichtiges fartographisches Material über den südwestlichen Teil Rußlands, der an Desterreich grenzt, überliefert zu haben. Der Prozeß gelangt in den nächsten Wochen vor das Selemer militäracricht. Das javanische lottenprogramm, das Kaiser Muthsubito kürzlich formell gutgeheißen hat, sieht nach einer durchaus glaubwürdigen Information für die nächsten 7 Jahre eine Ausgabe von 350 Millionen Yen, d. h. an 700 Millionen Mark vor. Es bestimmt, daß im Laufe der nächsten 2 Jahre abgesehen von kleineren Schiffenfinf große Linienfchiffe von je 30 000 Ton= nen und bewaffnet mit 35% 3tm.- Geschützen auf Stapel gelegt werden sollen. Die englische Presse ist Herrn von Kiderlen- Waechters Darstellung der Ereignisse gegenüber, die mit der Ankunft des Panther" in Agadir begannen und mit der Unterzeichnung des deutsch- französischen Abkommens endeten, sehr zurückhaltend. Die meisten der einflußreichen Blätter enthalten sich jedes commentars. Herrn von Seiderlens Erklärung hat, so heißt es in einem Londoner Blatte, nicht dazu beigetragen, die groBen Besorgnisse der Welt hinsichtlich der Marokkokrisis zu mildern, aber sie hilft uns mit größerem Ernste als fe zu begreifen, daß das, was man für viel zu fürchterlich gehalten hat, um es zu glauben, gerade das gewesen ist, was beinahe geschehen wäre. Mindestens fünf europäische Nationen waren von einer ungeheuren Katastrophe bedroht. Aber es ist noch einmal gut gegangen, und wir dürfen hoffen, daß sich die internationalen Beziehungen jetzt stetig bessern werden. Es läßt sich nicht leugnen, daß man in England im Augenblick wenigstens einen heilsamen Schreck durch all ote„ Enthüllungen" erhalten hat und deshalb den Friedensaposteln ein weit willigeres Ohr leiht als sonst. Indeffen darf man diese versöhnliche Stimmung nicht überschätzen. Der Ernst der Lage bleibt. Kleine Nachrichten. Das Opfer einer unsinnigen Wette wurde in Jrgersdorf bei Baußen ein 30 Jahre alter Bimmermann. Er hatte gewettet, daß er tmstande set, innerhalb einer halben Stunde einen Liter Branntwein zu trinken. Nachdem er dieses Quantum Kornbranntwein getrun= fen hatte, verftel er in bewußtlosen Zustand, aus dem er nicht mehr erwachte. Aus den Gerichtssalen. Der Kwilecki- Prozeß geht weiter. Die Nachrichten polnischer Blätter, daß die Bahnwärtersfrau Meyer ihren Antrag auf Herausgabe thres angeblichen Sohnes, des jungen Grafen wileckt, zurückgezogen habe, bestätigt sich nicht. Wie dem„ Berl. Lof. Anz." eine mil den Verhältnissen vertraute Persönlichkeit mitteilt, nimmt die Klage gegen den Majoratsherrn Grafen Kwilecki in Wroblewo vor dem Landgericht Breslau thren Fortgang. Beraubung einer Millionärin. Eine in einem Hotel in Warschaut logterende russische Millionärin wurde von einem Friseur, während er sie für das Theater frisierte, chloroformiert und dann ihrer Pretiofen im Werte von über 200 000 Rubel beraubt. Der Boltzet gelang es bald, den Friseur in der Person eines berüchtigten Banditen zu verhaften. Die Köln. 3tg." erflärt in bezug auf Seidertens Ausführungen gegenüber einer Einmischung Englands in einem offiziösen Berliner Telegrammi is unic Sertse fit vorüber, aber der Ernst der Lage bleibt bestehen. Mit noch größerer Spannung als bisher erwar= tet man nunmehr die englischen Erklärungen, welche Aufschluß darüber geben, wie England in Zukunft feine Politik Deutschland gegenüber orientieren will. Von der Stellungnahme der englischen öffentlichen Meinung und der Regierung werde es abhängen, wie in Zukunft die Beziehungen zwischen Deutschland und England fich entwickeln, ob sie mißtrauisch und unfreundlich bleiben oder ob sie noch in ein besseres Geleise hinübergeleitet werden können. Rundschau oom Cage. Politisches Bon einem Dreizehnjährigen versehentlich erschnf= fent. In Waldau( Provinz Posen) erschoß der 13fährige Sohn eines Landwirts mit einem Jagdgewehr feine 17iährige Kousine. Die Seugel traf in den Hals. Das Mädchen war sofort tot. Vermischtes. gemeldet: luftigen S gegen das fündigte 2 das Fraue zudrücken. Don Kram gelt worde wurde, ve tam wiede fuchten di gebeure Blaze um Straßen Minister Das Grubenunglück auf Kleinbodungen. Von dem gemeldeten Unglück auf dem Kaltwerke Kleinbodungen bet Nordhausen wird folgende Darstellung gegeben. Dienstag früh 6 Uhr fuhr der Steiger Jentsch mit 15 Mann in den Schacht ein und legte etwa 20 bis 30 Meter tiefe Bohrlöcher auf der Schachtsohle an, die mit Dynamit geladen und durch elektrische Anzündungen zur Explosion gebracht werden sollten. Um 9 Uhr waren die Arbeiten so wett gefördert, daß mit den Vorbereitungen zum Sprengen begonnen werden konnte. Da die im Schachte befindlichen kleinen elektrischen Lampen, die dem Steiger durch ihr Glühen anzeigen, daß die Leitung im Gange ist, nicht brannten, nahm der Steiger an, er habe die Leitung selbst abgestellt, und schaltete die Bünder der Sprengschüsse ein. Als er etnem Bergmanne den Auftrag gab, Starfstrom zu befehlen, und diesen einschaltete, erfolgte die Explosion. Die Wirkung war furchtbar. Durch die erplosion wurden die Bergleute, die zwischen den Bohrlöchern standen, buchstäblich in Stücke zerrissen. Nur einer wurde lebend, aber in so schwer verletztem Zustande zu Tage gebracht, daß er nach 1% Stunden starb. Die Nachricht von dem Unglück verbreitete sich mit Blißesschnelle in der Umgegend, und die Angehörigen der Bergleute fammelten sich wehrlagend vor dem Verwaltungsgebäude. Die zutage geförderten Ueberreste der toten Bergleute wiesen entsetzliche Verstümmelungen auf. Die Bergbehörde und die Staatsanwaltschaft haben sofort eine unfersuchung verfügt. Ein Menschenleben um einen Rechenfehler. Der in Frontenhausen( Niederbayern) erscheinende„ Bilstaler Bote" meldet, daß sich ein junger Bahnbeamter, in def= sen Amtskaffe man einen sofort von ihm ersetzten Fehlbetrag von 100 Mart festgestellt hatte, erschossen hat, als er zur Strafe versetzt wurde. Später hat sich ein Rechenfehler ergeben. und die 100 Mart wurden an die Mnaohavien des aus dem Lebent geschiedenen Bahnbeamten zurückgezahlt. Der Kaifer, der zurzeit in Donaueschingen zum Jagdbesuch beim Fürsten Fürstenberg weilt, unternahm am Mittwoch vormittag mit dem Fürstenpaar und der gesamten Jagdgesellschaft einen Ausflug in Automobl len nach der Burg Hohenzollern. Dort wurde das Frühstück genommen, zu dem auch der Fürst von Hohenzollern mit Tochter und Gefolge geladen war. Die Rückfahrt erfolgte nachmittags. ( 28) Aus Eifersucht. Roman von Max Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Schuplente als Einbrecher. In Wilhelmshaven wurden dret Schußleute wegen widerholt schweren Einbruchsdiebstahls und anderer Verbrechen verhaftet. Ste haben ihre Schuld bereits eingestanden. Um eine Erbschaft zur Giftmörderin geworden. Ein Dienstmädchen in Olmi fandte ihrer Schwester, die bei einem Lehrer in Dienst steht, vergiftetes Backwerk, um nach deren Tod in den Alleinbefit eines Erbteils von 1800 Kronen zu gelangen. Diese gab aber, ohne felbst etwas zu effent. zwet kleinen Jungen der Lehrersfamilie von dem Backwerk, die gleich nach dem Genusse starben. Die Giftmörderin wurde verhaftet. Ist damit auch zugleich festgestellt, wer im Recht tst oder wer im Unrecht? Doch wohl kaum! Die Sachlage bleibt dieselbe wie vorher. Sie erwidern vielleicht, der Ehre set wenigstens Genige geschehen und damit set dann die Sache überhaupt aus der Welt geschafft. Diese Weltanschauung, die sich durch Formalttäten befriedigt fühlt, ohne den eigentlichen Kern, um den es sich handelt, zu berücksichtigen, telle ich nicht. Nein, nein, Sie mögen denken, was sie wollen, da mache ich nicht mit!" Wissenschaft, Kunst und Literatur. 2 derer öff Schußleut Mob zu Den verho gerinnen Beuteln, fen auch i Fenster ein Ein S brecher spi stunde in Begen 11 perdächtige bem lur breche ge fchlagt. wart, ote Silfe und bermochter ten Wider ten den L Das Ehepaar Toselli geschieden. Der Gerichtshof in Florenz verfügte gestern die sofortige Trennung der Eheleute Infelli, Das Gerichi verurteilte bett Ehemann zu einer Geldstrafe und überwies das Kind nicht etnem der Ehegatten, sondern den Eltern Tosellis zur Erziehung, wie Tosellt dies beantragt hatte. Frau Toselli, die der Verhandlung betwohnte, konnte ihre Erregung nicht verbergen und verließ, ohne auf die Frage des Vorsitzenden zit antworten, das Gerichtsgebäude. Toselli war dagegen sehr erfreut über den Urteilsspruch. Er wurde durch eine Hintertür aus dem Gerichtsge= bäude geführt, weil er sich eventuellen Kundgebungen entziehen wollte. Seilung der Mant- und Klanensenche? Vor einer zahlreichen Versammlung mecklenburgischer Landwirte und Vertreter der interessterten Behörden in Güstrow hielt der ordentl. Prof. an der Tierärztlichen Hochschule Stuttgart, Dr. Leonhard Hoffmann, einen Vortrag über eine von ihm entdeckte Methode zur Heilung der Maulund Klauenseuche. Hoffmann hat seit vier Jahren in der Erkenntnis, daß die Absperrmaßregeln gegen den „ Und Herr Mallmit soll die ihm zugefügte Kränkung ruhig auf sitzen lassen?" " Das verlange ich ja gar nicht! Fühlt er sich wirkItch so schwer durch mit beleidigt, so mag er mich metnetwegen verklagen. Er hat ja vier Zeugen." " Ich bitte Sie, wegen solcher rein persönlicher Angelegenheit läuft man doch nicht zum Kadi!" " Und das sagt ein Jurist? Auch gut!" murmeiten fast gleichzeitig:„ Habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen!" Dabet saben sie an Friß vorbei, als wenn er Luft fitr sie wäre oder überhaupt nicht existierte. Mit einem so erbärmlichen Kneifer wollten sie nichts mehr zu tun haben. Dann machten sie eine tadellose Verbeugung und entfernten sich mit steifen Schritten. " Wozu weiter darüber verhandeln?" bemerkte der Rittergutsbesitzer. Wir haben schon viel zu lange gewartet. Also noch, einmal: Ste lehnen es ab, dem Herrn Assessor Malimis Genugtuung zu geben, Herr von Marleben?" " Sie wissen bereits meine Antwort auf Ihre Frage." Der falsche Arm abgenommen. Von einem beinahe unglaublich erscheinenden Vorfall in einem Pariser Krankenhause berichten französische Blätter. Ein Hafenauffeher hatte sich gegen Ende September in ein Hospi tal begeben, um seinen rechten Arm, der ihm stark schmerzte, einer Untersuchung unterziehen zu lassen. Mit Hilfe der Radiumbestrahlung gelang es den Aerzten, das Vorhandensein einer bösartigen Geschwulst im rechten Elbogengelent festzustellen. Zur Rettung des Patienten erschien die Amputation des Armes unerläßlich, und die Operation wurde auf den 12. Oktober anberaumt. Der Oberarzt des Hospitals, Dr. Chifoltau, leitete selbst die Operation, die scheinbar glücklich verlief. Aber wie groß war der Schreck des Patienten, als er nach dem Erwachen aus der Narkose bemerkte, daß man ihm an Stelle des franken rechten Armes den ge= Friß, der sie höflich bis zur Tür begleitet hatte, wandelte mit auf den Rücken gelegten Händen im Zimmer hin und her. Zum Duell hatte man ihn also pressen wollen! Das war ihm doch zu dumm! Daß er sich aber in diesem Mallmitz einen unverföhnlichen Feind geschaffen hatte, das stand unumstößlich fest. Nun, mochte es immerhin sein! Er war ja bald wieder dort dritben. in. einer freteren Luft, wo man über solche humoristisch gefärbte Schilderung von dem ZusammenWert seiner Persönlichkeit einzubüßen. " Schön! Dann werden Sie die Folgen zu tragen Daben." " Und welche Folgen sind das?" fragte Fritz nicht ohne leise Fronte. " Ste werden gesellschaftlich tot sein!" " Hahaha! Sie ditrfen es mir nicht übel nehmen, daß ich das atemlich stark bezweifle." Die beiden Herren hatten sich bereits erhoben und Felicia dachte ganz ebenso wie er, als er ihr eine Humoristisch gefärbte Schilderung von dme Zusammentreffen mit dem Assessor und dem Auftreten der beiden Sekundanten gegeben hatte. " Mann dr ben Einb nach läng Der bersamml wurde et in dem m ber orfand Sid gelun Rugelgele Telefunte bret Stab einen Tu Nauener Eiffelturn Die tithn " Man wird den Menschen im Auge behalten mits= sen," sagte er zuletzt. Vorläufig wollen wir ihn ad acta legen." Das letztere war weiter nichts als eine aus setnen dienstlichen Obliegenheiten geläufige Redensart, die er Marleben gegenüber durchaus nicht befolgen wollte. Die Eifersucht gegen den glücklichen Nebenbuhler, die Wut über die zurechtweisung im Lokal, die Verachtung wegen der Ablehnung seiner Forderung, das alles trug dazu bet, in ihm einen tödlichen Haß gegen Friß von Marleben zu erzeugen. Und aus diesem Haß heraus schmiedete er einen Plan, wie er ihm schaden und thn vielleicht vernichten könnte. Mit vergnitgtem Lachen setzten sie sich beide über dieses nach ihrer Meinung so unwesentliche Ereignis hinweg. Von gestern n Rirdorf. Rögling Rigdorfe Schweste Der Burf aber verf Die Brust Lange mit Silflos au Der b Dann erg in Nordha berüchtigter gegend un worden. Ler einen Er kannte die Rivalität zwischen den beiden Kommissaren von Bardekow und Weide, wußte, welche Spuren jeder von den beiden für sich verfolgte und schloß sich jetzt mit aller Kraft dem ersteren an, weil er durch ihn am sichersten zu seinem Stele au gelangen hoffte. In andere Stimmung wurde Mallmit versetzt. Als ihm seine beiden Abgesandten den Empfang durch Marleben und dessen Antwort umständlich und mit fräftigen Ausdrücken der Empörung mitgeteilt hatten, hatte er das mit gemischten Empfindungen aufgenommen. Ganz im Innersten fühlte er ja eine gewisse Befriedigung über diesen Ausgang, denn bei dem Gedanken, diesem sehnigen, robusten Gegner gegenübertreten zu müssen, war ihm etwas schwil gewesen. Desto mehr glaubte er die Verpflichtung zu haben, äußerlich die energischste Entritstung über die Erbärmlichkeit des Geforderten zur Schaut zu tragen. Er hielt denn auch nicht damit zurück und schimpfte weidlich über das intommentmäßtae Benehmen des feigen Waschlappens. " Haben Sie denn immer noch Ihr Augenmerk auf den ausgefniffenen Doktor Waldow gerichtet, Herr Kommissar?" fragte er ihn eines Tages im Gerichtsgebäude. Und Buchthäust trengte er vor dem Der Geric fünf Mart Comment, Teidigung Publitatio Von gefeimte Amerita Allerdings Herr Assessor," versetzte dieser. achselzuckend fitgte er hinzu:" Leider will man nur auf alle meine Vorschläge gar nicht recht eingeben." Mit diesem unpersönlichen„ man" meinte er Herrn von Scharffenstein, der wohl alle Aeußerungen ruhig anhörte, von dem aber keiner recht wußte, was er eigentlich dabei denke. um eine auf der s gefelte fi Defterret babet den dem Bäd Führung Fchnibel in hinterher Eine Berg wiri Mallmitz, der als dte rechte Hand des Untersu chungsrichters galt, zwinterte mit den Augen und sagte: " Was meinen Ste, wenn ich den Alten jetzt auch auf etwas aufmerksam mache?" " In betreff des Doktors?" fragte Bardekow erfreut. ( Fortsekuna folat. gegen ein Das letzte Rändle getragen. tal berich Beben a Sälter, de er auf der elligit im ber Mann da, und al ort Strieg Situation hen, wur den Dieb dem ander chloß ma Erstaunen burchlücher Morgen e ten zum Ein perte Lei topistin be ihrt, der bracht wur men. Die Camden de Frieb, ergle chwindig Der w les Jabres bes Brof. Fabre 1910 pen thren 128. 3m S Dirtungslos en Behand note er das 8 befannie en der eine wurden die rhergestellt, der Seuche gewicht und Ueber die Bergebniffe bildern ge ie von ihm Digen Appa Seinend die It sehr ver annigfachen Forschungen rantheit er führenden I, auf Nach infizierten erer Krant hängnisvoll mun, seine roßen nach Nachrichten Frau Meyer lichen Soh zogen habe, 8." eine mil elt mitteilt, rrn Grafen cht Breslau t. Von dem einbodungen ng gegeben. nisch mit 15 bis 30 Mean, die mit nzündungen 9 Uhr wa den Vorbefonnte. Da rischen Lamnzeigen, daß 1, nahm der gestellt, und Als er etfrom zu be e Explosion. plosion wurlöchern stan einer wurde nde zu Tage Die Nachricht Besichnelle in ergleute famungsgebäude. n Bergleute Die Bergbe ort eine Unr Gerichtshof Trennung der bett Ehemann Find nicht ei fellis zur ErFrau Toselli, hre Erregung ie Frage des gebäude. ToUrteilsspruch. n Gerichtsge undgebungen cinem beinahe nem Parifer r. Ein Hafenin ein Hospi Ser thm start Jen zu laffen. es den Herzen Geschwulst Zur Rettung Armes uneren 12. Oktober Dr. Chifoliau, glücklich verPatienten, als bemerkte, daß Armes den gebehalten müf= n wir ihn ad eine aus fetige Redensart, nicht befolgen chen Nebenbuhim Lokal, die tödlichen Haß . Und aus dieCan, wie er ihm en beiden Komner Forderung, nnte. wußte, welche Overfolgte und fteren an, weil Biele zu gelanAugenmerk auf gerichtet, Herr es im Gerichtste diefer und ill man nur auf eingehen." meinte er Herrn Berungen ruhig wußte, was er bes Unterfu ugen und fagte: n jetzt auch auf e Barbefow er unden Itnten amputiert hatte. Es blieb nichts anderes brig, als nochmals zu operteren. Man wartete so ange, bis die Wunde am linken Arm geheilt war, und am 26. Oftober nahm man denn dem Manne auch den franten rechten Arm ab. Anstatt aber den Unglücklichen zu entschädigen, hatte Dr. Chifoliau dann noch die unerhörte Dreistigteit, den Kranten mit brutalen Redensarten abzuweisen und ungeheilt aus dem Hospital zu entlassen. Nun haben sich aber die Freunde des Krüppels ins Mittel gelegt und die Angelegenheit den Gerichten übergeben, so daß sie für den eigenartigen Wohltäter der Menschheit wohl noch sehr schlimme Folgen haben wird. Streitbare Franenrechtlerinnen. Aus London wird gemeldet: Dienstag abend veranstalteten die kampflustigen Suffragettes wieder eine Massendemonstration gegen das Parlament, um ihren Unmut über die ange= fündigte Wahlrechtsvorlage der Regierung, in welcher das Frauenstimmrecht teinen Platz gefunden hat, auszudrücken. Das Parlamentsgebäude war in Erwartung von Krawallen von einer staefen Polizeimacht umzingelt worden. Als den Suffragettes der Zutritt versagt wurde, versuchten sie mit Gewalt einzudringen und es fam wieder zu heftigen Kämpfen. Immer wieder versuchten die Frauen das Parlament zu stürmen. Un= geheure Menschenmengen füllen alle Straßen und Bläße um das Parlament. Die Suffragettes zogen die Straßen entlang und zertrümmerten die Fenster des Ministerpalais, des Kultusministeriums und vieler an= derer öffentlicher Gebäude. Hunderte von berittenen Schußleuten galoppierten durch die Straßen, um den Mob zu zerstreuen. Ueber hundert Suffragetten wurden verhaftet. Bet den Tumulten trugen die Anhängerinnen des Frauenstimmrechts Steine in leinenen Beuteln, die ihnen als Schleudern dienten. Sie warfen auch in mehreren Magazinen und Restaurants die Fenster ein. Ein Kampf zwischen Schußlenten und einem Einbrecher spielte sich am Donnerstag in später Abendstunde in einem Hause der Schüßenstraße in Berlin ab. Gegen 11 Uhr vernahm ein Hofschuhmachermeister etn Personen in den Alpen tödlich verunglückt. Die meisten Opfer des weißen Todes lieferten die Deutschen, dann tommen die Desterreicher, die Schweizer und endlich die Franzosen. Die Engländer hatten im Jahre 1911 nur zwet Tote, 1910 nur vier Tote zu beklagen. Diese geringe Zahl der Unglücksfälle englischer Alpinisten hat darin ihren Grund, daß die Engländer verständig genug find, gefährliche Beſteigungen niemals ohne Führer zu unternehmen, während die deutschen Bergsteiger in dieser Hinsicht leider sehr häufig sündigen und dann ihre Unvorsichtigkeit mit dem Leben bezahlen. Zum Verrücktwerden. Aus dem russischen Gouver nement Witebst wird Petersburger Blättern folgendes Histörchen berichtet: Ein Bursche von 19 Jahren, Dmitri Sireni, heiratete vor drei Jahren eine 35jährige Witwe, Anna Stabren, die aus erster Ehe eine 15jährige Tochter besaß. Troß des großen Altersunterschieds lebte das junge Paar glücklich. Nun aber begann der Vater des Kireni, ein Mann von 50 Jahren, der jungen Katharina den Hof zu machen. Da die Geistlichen Schwierigkeiten in den Weg legten, wandte er sich an das Konfiftortum mit dem Gesuch, das Mädchen heiraten zu dür= fen. Das Konsistorium sah keinen Grund, dies zu ver weigern, und die Heirat fand statt. Der Ehe entsproß ein Sohn. Von dieser Zeit an begann der alte junge Ehemann Spuren von Geistesgestörtheit zu zeigen. Er verlegte sich darauf, auszutüfteln, in welchem Verwandtschaftsgrade er zu seinem Schwiegervater, zu seiner Frau, zu seinem Söhnchen, und zu sich selbst stehe, und als ihm dämmerte, daß sein Söhnchen der Bruder setnes Schwiegervaters, er selbst aber der Großvater fetnes leiblichen Sohnes, sein erster Sohn dagegen sein Schwiegervater, er selbst, der Vater des fleinen Söhnchens, zugleich dessen Stiefurgroßvater, die Mutter des Kleinen aber zugleich Stieftochter und Schwiegermutter seines Großvaters, seine Großmutter aber seine Schwägerin und zugleich die Schwiegertochter ihrer eigenen Tochter, die Mutter des Jungen zugleich seine Stiefurgroßmutter set- da fing er an, schwermütig zu werden. verbächtiges Geräusch in feinem Laden. Als er die nach Eine deutsche Familie in China ermordet. dem lur führende Tür öffnete, sah er sich einem Einbreche gegenüber, der Miene machte, auf ihn loszuschlagen. Der Ueberraschte besaß soviel Geistesgegenwart, dte Tür rasch wieder abzuschließen. Er holte Hilfe und dret Schußleute begaben sich zu dem Laden, vermochten jedoch gegen den Einbrecher, der verzweifelten Widerstand leistete, nichts auszurichten. Ste sperrten den Laden ab, bis Kollegen zu Hilfe tamen. Neun Mann drangen aufs neue in den Laden und nahmen den Einbrecher, die sich in den Keller geflüchtet hatte, nach längerem Widerstand endlich fest. Der Nanener Telefunkenturm. In der 12. Hauptversammlung der Telefunkengesellschaft in Berlin wurde ein Vortrag über Funtentelegraphie gehalten, in dem mitgeteilt wurde, daß in Nauen bei Berlin trob der orfanartigen Stürme der letzten Wochen das WageStück gelungen ist, auf dem auf einer Spitze in einem Kugelgelent stehenden 100 Meter hohen Eisenturm der Telefunkenstation Nauen, der fret pendelt und nur von bret Stahlseilen in vertikaler Lage gehalten wird, noch einen Turm von 100 Metern Höhe aufzusetzen. Der Nauener Telefunkenturm ist mit 200 Meter nächst dem Eiffelturm feßt das höchste Bauwerk der Erde und wohl die kühnste ifberhaupt vorhandene Elsenkonstruktion. Ueber die deutschen Opfer der Mezelet in China werden aus Bremen noch folgende nähere Mitteilungen gemacht: Es handelt sich um den seit 16 Jahren in chinesischen Diensten stehenden, zuletzt als Oberpostdirektor in Sianfu tätig gewesenen deutschen Reichsangehörigen Wilhelm Henne und dessen aus Frau und dret Kindern bestehende Familie. Henne steht im 38. Lebensjahr; er ist gebürtig aus dem hannoverschen Städtchen Hedemünden bei Hann. Münden. Henne hat zunächst in Deutschland das Baufach erlernt und ist dann nach Ostasien gegangen, wo er in Javan und China an verschiedenen Orten in den verschiedensten Geschäftszweigen gearbeitet hat. Die nach der Meldung des Reuterschen Bureaus gleichfalls ermordete Frau Henne ist die Tochter eines Professors aus Württemberg und etwa 31 Jahre alt. Bei den Eltern befanden sich drei Kinder: eine Tochter von 8 Jahren, ein Sohn von 5 Jahren und noch ein etwa 2jähriges, während des letzten Aufenthaltes in Deutschland geborenes Mädchen. Diese 3 sind gleichfalls ermordet worden. Der älteste, etwa 11 Jahre alte Sohn befindet sich in Deutschland und besucht in Hedeminden die Schule. Vor anderthalb Jahren kehrte die Familie Henne nach einem längeren Urlaub des Ehemannes, den sie zum Teil in Bremen zubrachten, unter Zurücklassung des ältesten Knaben, der bet Verwandten in Pension gegeben wurde, nach China zurück. Henne hat sich besonders um den chinesischen Postdienst Verdienste erworben; er hat an verschiedenen Orten dock Bostämter eingerich fet und organisiert. Seine Mutter, die seit längerer Bett verwitwet tst, lebt in Bremen bei einer Schwester Fes Ern.ordefen. Mehrere andere Geschwister sind in Hede den wohnhaft. Der letzte Brief des Ermordeten cn feine Bremer Angehörigen ist vom 10. Oftober dattert. Er sagt darin, daß er irgendwelche Befürchtungen für sein Leben und das seiner Familie nicht hege. Aus seinen Brtefen geht hervor, daß die Familie Henne dte einzigen in Sianfu lebenden Deutschen waren. Es befanden sich außer ihnen dort von Europäern nur noch Schweden. Die Missionarin Beckmann, deren Ermordung gleichfalls gemeldet wurde, scheint danach schwedische Staatsangehörige zu sein. Die Mutter des Emordeten wird einen Bremer Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Rechte und derjenigen des etnztgen überlebenden Kindes beauftragen und sich unverzüglich an das Auswärtige Amt wenden. Von einem Fürsorgezögling schwer verfekt wurde gestern nachmittag der Kriminalschußmann Müller aus Rirdorf. Vor einiger Beit entwich der 20 Jahre alte Rögling Kerl Weide aus der Fürsorgeanstalt. Die Nixdorfer Kriminalpolizet erfuhr, daß er sich bei seiner Schwester aufhalte. Müller begab sich dorthin, um den Entwinenen entzunehmen. Er traf wit aut ait, und der Bursche folgte thm ruhta. Auf einem Treppenabsatz aber versetzte er dem Beamten plötzlich einen Stoß vor die Brust, so daß tener hinfiel, und trat ihn dann so= lange mit den Füßen, bis M. die Besinnung verlor. Dann ergriff W. die Flucht und entkam. Müller wurde hilflos aufgefunden und nach seiner Wohnung gebracht. Der beleidigte Zuchthänsler. Der Gastwirt Döring in Nordhausen war in einer Verhandlung gegen den berüchtigten Verbrecher Präßler, der jahrelang die um= gegend unsicher gemacht hatte, als Zeuge vernommen worden. In der Erregung nannte Döring den Bräßler einen Lumpen. Dieser aber wußte, was er feiner Buchthäuslerehre schuldig set. Vom Zuchthause aus ffrengte er selage an und Döring mußte sich bequemen, vor dem Schöffengericht als Angeklagter zu erscheinen. Der Gerichtshof mußte auch zu einer Verurteilung tommen, denn es lag unzweifelhaft eine formale Beleidigung vor. Es erkannte auf eine Geldstrafe von fünf Mark und sprach außerdem dem Zuchthäusler dic Publikationsbefugnis zu. Von Bauernfängern ansgebentet. Durch zwei ausgefeimte Bauernfänger wurde in Hamburg ein von Amerika heimkehrender Bäckergeselle aus Steiermark um eine Summe von 6000 Kronen betrogen. Er hatte auf der Heimreise einen Mann kennen gelernt. Bald gefellte sich zu ihnen ein Dritter, der ebenfalls nach Desterreich zurückkehren wollte. Die beiden machten dem Bäckergesellen den Vorschlag, ihm alles Geld zur Führung der Kasse zu überlassen. Sie verstanden es, babei dem Bäckergesellen statt des Geldes Papierschnitzel in die Hände zu spielen und das Geld desselben gegen ein ähnliches Paket zu vertauschen. Erst lange hinterher bemerkte der Betrogene die Tat. Eine heitere Erdbebengeschichte. Aus dem Vorarl berg wird berichtet: Nebst dem großen Schrecken, den das letzte Erdbeben unter die Leute brachte, hat sich im Ländle Vorarlberg auch manch heiteres Ereignis zugetragen. Ueber ein solches wird aus Altach im Rheinfal berichtet. Als in einem Hause der Besitzer durch das Beben aufwachte und einen großen, alten Kleiderbehälter, den sogenannten„ Kasten", noch wackeln sah, kam er auf den Gedanken, daß ein Dieb da sei, der sich nun etligst im Kasten versteckt hätte. Ganz erschreckt stand der Mann mit dem gelandenen Revolver in der Hand da, und als seine Söhne ins Zimmer traten, wurde so= fort Kriegsrat abgehalten, was in einer so gefährlichen Situation zu machen set. Anstatt der Kasten zu öff= nen, wurde beschlossen, ihn zu beschießen, um so auf den Dieb einzuwirken. Alsbald trachte ein Schuß nach dem andern, und, als die Munition zu Ende war, beschloß man, den Kasten zu öffnen. Bu ihrem großen Erstaunen fanden die Tapferen nichts vor als ihre durchlöcherten Feiertagsgewänder. Erst am anderen Morgen erfuhren sie, daß ein Erdbeben den alten Kasten zum Wackeln gebracht hatte. Ein Schreibmaschinen- Reford. Eine bemerkenswerte Leistung wurde von einer französischen Stenotypistin bet einem Schreibmaschinenwettbewerb ausgeführt, der in diesen Tagen in Paris zum Austrag gebracht wurde und an dem 150 Konkurrenten teilnahmen. Die Stegerin, die während der Dauer von% Stunden den Text einer Zeitung auf der Maschine abfchrieb, erzielte während dieser Bett eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Wörtern in der Minute. Der weiße Tod. Der Alpensport hat im Frühling des Jahres 1911, wie aus den alljährlichen Statistiken bes Prof. Straub hervorgeht, 118 Opfer gefordert. Im Fahre 1910 war die Zahl der Personen, bte in den Alpen thren Tod gefunden haben, etwas größer; fte betrug 128. Im Laufe der letzten 10 Jahre sind insgesamt 1004 Eiferbahnkatastrophe in Frankreich. am Beim Städtchen Montreuil- Bellay hat sich Donnerstag früh auf der berüchtigten Pariser Westbahn ein außerordentlich schweres Unglück zugetragen, bet dem etwa 30 Personen das Leben einbüßten. Infolge Austretens des Thouetflusses brach der Bahndamm etn. Ein Zug der gerade vorüberfuhr, stürzte ins Wasser. Etwa 30 Personen sind umgekommen, darunter der Lotomotivführer und der Heizer. 10 Reisende retteten sich auf dem einzigen, nicht im Hochwesser des Thouetflusses versunkenen Wagen. Einzelheiten der Katastrophe schildern weiter folgende Meldungen von privater Seite, die die Zahl der Umgekommenen bedeutend höher angeben. Die starken Regengüsse, die in den letzten Tagen über Frankreich ntebergegangen waren, hatten eine große Ueberschwemmung herbeigeführt und diese hatte die Eisenbahnbrücke über das Flüßchen in der Nacht zum Einsturz gebracht. Der Führer des Zuges hatte infolge der Dunfelheit, die an diesem Morgen noch herrschte, und des dichten Nebels, der über dem Flusse nach, den Einsturz der Brücke nicht bemerkt, und so stitrzte der Zug in die Tiefe. Es befanden sich etwa 100 Perfonen in dem Zuge, von denen etwa 70 umgekommen sein dürften. Dem Berl. Lot.- Anz." wird zu dem Unglück noch gemeldet: Nebel hinderte den Führer des Zuges, wahrzunehmen, daß die kleine Bahnbrücke schon in den Bach gestürzt war. Niemand hatte ihn gewarnt. Fast alle Waggons stürzten mit der Lokomotive über den Abhang hinab. Die Passagiere waren meist Marktleute und Arbeiter. Von der nächsten Station tam ein Hilfszug, doch ist die Rettung sehr erschwert. In den ersten Augenblicken nach der Katastrophe hörten die am Ufer Gebliebenen herzzerreißende Hilferufe. Für etn wirksames Rettungswert fehlten alle Mittel, und schwe rer Nebel behinderte diefentgen, die mit eigener Kraft den Waggons entfamen. Nach der amtlichen Darstel= lung sind mit der Lokomotive drei Waggons abgestürzt. Einige Passagiere des letzten Wagens konnten im trittschen Augenblick das Gestrüpp am Abhang fas= sen und sich so durch die Fenster retten. Bisher wurden 12 Leichen, darunter die von 4 Frauen, geborgen. Schweres Verschulden trifft die Streckenaufsicht, da ntrgends ein Warnungszeichen angebracht war und der Zug infolgedessen mit regulärer Geschwindigkeit fuhr. Dom italienisch- türkischen Krieg. Der Vormarsch der Jtaltener in Tripolts scheint endlich beschlossen zu sein. Maßgebend für diesen Entschluß ist die Tatsache, daß wettere Nachschulbe ohne eine Ausdehnung des Aktionsradius feinen Raum mehr finden würden. Man wird noch das Eintreffen von weiteren 6000 Mann und den erforderlichen Vor räten abwarten, ehe der Vormarsch beginnt. Freilich ist es sehr fraglich, ob die vorhandenen Kamele und Maultiere ausreichen werden. Die Stärke der italie= nischen Truppen in Tripolis wird dann etwa 50,000 Mann betragen, was die Gesamtzahl der Italiener in Tripolitanien und der Kyrenaifa auf 100 000 Mann bringt. Damit dürfte dieser Feldzug bereits eine Milliarde kosten. Zwischen der italienischen Regierung und der Heeresleitung scheinen außerordentlich starte Meinungsverschiedenheiten die nächsten Maßnahmen zu herrschen, sodaß dem Oberbefehlshaber die Hände vielfach gebunden sind. In den beiden Itzten Tagen haben nach längerer Pause wieder lebhafte Feuergefechte stattgefunden. Einem türkischen Forts gelingt es noch immer, Schrappnells in die Stra ßen von Tripolis zu werfen. über Der österreichische Botschafter in Konstantinopel sprach gestern auf der Pforte vor, wo er mit dem Großwefir eine dreiviertelstündige Unterredung hatte. Hierauf wurde sofort ein Ministerrat berufen Es wird behauptet, der Botschafter habe dem Großwesir mitgeteilt, Italien verlange eine sofortige Anerkennung der Annexion, widrigenfalls es die Türkei an einer sehr schwachen Position angreifen werde. Eine Blockade der Dardanellen. Frankfurt a. M., 24. November. Der Franks. Big." wird aus Konstantinopel gemeldet: Am 26. November wird Italien die Blockade der Dardanellen erflären. Der Großwesir berief nachmittags einen besonderen Ministerrat zusammen. Während dieser beriet, trafen der österreichische und der russische Botschafter auf der Pforte ein. Der Großwesir und der Minister des Auswärtigen verließen darauf den Ministerrat, um mit den beiden Diplomaten zu fonferteren. Der ruffische Botschafter Tscharytow bestätigte die Absicht ItaItens, über die Dardanellen die Blockade zu verhängen; über das Verhalten der nächst der Türkei an den Dardanellen am meisten interessterten Macht, eben Rußlands, äußerte sich Tscharykow ausweichend. Drabtnachrichten und neuestes. Deutsche Luftschiffer in Rußland gelandet. Königsberg, 24. November. Der am Sonntag vormittag in Tilsit aufgestiegene Ballon Ostpreußen", in dem sich vier Herren befanden, ist am Sonntag nachmittag in Kurland gelandet. Die Insassen sind noch nicht in die Heimat zurückgekehrt. Trotz ordnungsmäßiger Bässe wurden sie an der nächsten Bahnstation angehalten. Es sind Schritte zur sofortigen Freilassung der vier deutschen Luftschiffer unternommen worden. Tod zweier Vertreter der Kunst. München, 24. November. Der Schriftsteller Wilhelm Jensen ist heute gestorben. Gleichzeitig kommt die Nachricht vom Tode des Direktors der bayerischen Staatsmuseen Professor Tschudi. Berurteilung eins unredlichen Postschaffners. Göln, 24. November. Die Straffammer verurteilte einen Bostschaffner zu neun Monaten Gefängnis, der am 2. August von 20 000 Mart, die er in Verwahrung hatte, 3500 Mark unterschlagen hatte. 3wet große Geschäftshäuser eingestürzt. Britssel, 24. November. Gestern nachmittag stürzten im Verkehrszentrum der Stadt zwet große Ge schäftsbultier ein. Da wenige Minuten vorher eis verdächtiges Knistern gehört wurde, konnten die Gebäude, in denen große Aenderungsarbeiten zur Herstellung etnes Theatersaales vorgenommen wurden noch rechtzeitig geräumt werden. Ein mit seinem Automobil vorüberfahrender Chauffeur wurde durch herabfallende Steine am Kopfe verletzt. Kaiserspende für den Bau einer evangelischen Kirche in Tirol. Innsbruck, 24. November. Das deutsche Katserpaar hat zum Bau einer evangelischen Kirche in Gossensaß 2000 Mart gespendet. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. Berlin schloß sich der Aufwärtsbewegung am Wetzenmarkt bereitwillig an, zumal das inländische Angebot sich in recht mäßigen Grenzen hitelt. Der letztere Umstand mag damit im Zusammenhang stehen, daß die Landwirtschaft diesmal schon recht frühzeitig reichlich verkauft hat, so daß sie jetzt keine Eile hat, zu den abgeschwächten Preisen weitere Abgaben zu machen. Auch scheinen Feldarbeiten, die bei der milden Witterung bis jetzt noch immer ausgeführt werden konnten, zu der Verringerung der Zuführen beigetragen zu haben. Von den Brotfrüchten hat Roggen in stärferem Grade im Preise angezogen als Weizen. In ersterem hat ein ziemlich lebhafter Exportverkehr stattgefunden, da Nordrußland, Dänemart, Standinavien, Holland und vereinzelt auch Frankreich und Italien fich dafür kaufIustig zeigten. Die Preisbesserung belief fich daher auf etwa 4 Mart. Hafer zog gleichfalls an, da das Inland bet zurückhaltendem Angebot auf feste Preise hält und Argentinien ebenfalls, wenn auch bei reichlichen Offerten, teurer geworden ist. Futtergerste wurde von Rußland festgehalten, andererseits war aber auch der Bedarf nicht willig, die geforderten Preise anzulegen, zumal Mais preiswerter zu sein scheint. Braugerste war start gefragt und höher. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Dezem ber wie folgt: Weizen 204,50 M., Roggen 183,00 M., Hafer 179,25 M., Mais 167,00 M Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 79-86 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 73-82 M., c) mä Big genährte junge und gut genährte ältere 62-72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 75-80 M., b) vollfleischige jüngere 71 bis 79 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62-74 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, bisausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes Mart, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bts zu 7 Jahren 68-74 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 62-69 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 53-60 M., e) gering genährte Kühe und Färfen bis 60 M., f) gering genährtes Jungpieh( Freffer) 48-62 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104-146 M., 6) feinste Mastfälber 108-115 M., c) mittTere Mast- und beste Saugfälber 95-105 M., d) Mastund gute Saugfälber 84-96 M., e) geringe Saugfälber 60-82 M. 5. Schafe. a) Mastlämmer und füngere Masthammel 64-76 M., 6) ältere Masthammel, jüngere Mastlämmer und gut genährte funge Schafe 54-64 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe bis 53 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 62 M., b) vollfletschige Schweine 240-300 Pfund 60-61 M. c) vollfletschige 200-240 Pfund 57-60 M, d) vollfleischige Schweine 160-200 fund 55-58 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 47-53 M., f) Sauen 51-55 M Welcher ältere, erfahrene Mein Haar fast verloren| Bankbeamte Jahr lang litt ich unter schrecklicher Schuppenbildung, verbunden mit unerträglichem Juckreiz, ich getraute mich fast nirgends mehr hin, weil mir die Schuppen wie Mehl aus dem Haar schneiten und dabei verlor ich ia kaum einem Jahr mehr als die Hälfte meines schönen Haares! Es dürfte faum ein Haar mittel existieren, das ich, nicht in meiner Verzweiflung versucht habe, ich habe eine Unmenge Geld dafür ausge= geben, jedoch alles war vergebens, nich 8 half! Durch Zufall erfuhr ich ein Rezept, bas von einem ersten Haarspezialisten stammt und das einen bekannten Herrn, der da ran war, vollständig fahlköpfig zu werden, das Haar gerettet hatte. Ich ließ mir das Mittel anfertigen, muß aber gestehen, daß ich außerordentlich skleptisch an die Benutzung ging, weil ich selbst nicht mehr auf Hilfe hoffte. Meine Ueberraschung werden Ste sich borstellen können, als ich nach dreitägigem Gebrauch einen Erfolg sah, wie ich mir ihn nie hätte träumen lassen. Meine Schuppen waren wie weggeblasen, das Jucken ver. schwunden; sonst sah es beim Frisieren in meiner Umgebung aus, als ob ich Zucker verstreut hätte, feßt hatte ich taum ein paar Schuppen im Kamm, sonst ging ein ganzer Busch meist kurzer Haare, jetzt kaum ein paar aus. Ich war derart über ascht, daß ich den Erfolg fast selbst nicht glauben wollte und meinen Bekannten das Mittel zu bersuchen gab, die aber ohne Ausnahme dasselbe Resultat erzielten! Und bis h ute hält ber Erfolg unverändert an, mein Haar entwickelt sich wieder zur früheren Fülle und hat ein ganz anderes Aussehen erhalten, früher brüchig und spröde, ist jetzt weich und biegfam! Das Mittel ist eine vollständig nene Entdeckung und hat mit anderen Mitteln, die meist mit einer Riesenreklame angeboten werden, nichts gemeinsam. Wenn Ste bas Mittel fennen lernen wollen, schreiben Sie mir eine Postkarte mit Ihrer genauen Adress, ich laffe Ihnen dann sofort eine genaue Beschreibung und eine große Probe vollständig kostenlos zugehen, nur wollen Sie mir bitte sofort schrei'en, da ich nicht weiß, ob ich bet der folossalen Nachfrage in Zukunft noch das Muster gratis geben kann. Abressieren Sie bitte Ihre Postkarte( nicht Brief, auch weder Geld noch Marken bet fügen) an Frl. 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Die Rednerin führt eine gesund und schön machende Gymnastik vor, die zeigt, wie man durch diese und schön machende Gymnastik vor, die zeigt, wie man durch diese und durch richtiges Atmen Krar kheiten vorbeugen, enge Bruft, schiefe Achseln, X, und O- Beine, schlechte Haltung beseitigen kann. Der Vortrag ift neu hier. Es ist kein Reklame Vortrag,( nicht zu vergleichen mit den bisher gehaltenen Reklame- Vorträgen), kann unbedenklich von Mutter und Tochter besucht werden, und so wichtig, daß jede Frau und Fräulein denselben besuchen muß. Glänzende Anerkennung von Bresse und Publikum. In vielen Städten mußte der Vortrag wiederholt werden und waren die Säle brechend voll. 5 6 ProVogelfreunte und Kenner em: Sonnenvögel Latten Werbar Geld entbraucht pfeble ich als befte Sänger bie zinslich, 4-5 Jahre laufend, auf Schuldschein, schreibe sofort. berühmten werden kosten- und provionsfrel gegen baar mit soviel Nachlass is 5 J. 1ückzahlb. Reell, diskret, zahlr. Dankschreiben. J. 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Brüder Sie sind Zwillinge " Ja. gun" des Rufs nach mehr Licht aber vorläufig einmal als frommen Wunsch zurüdstellen und uns an Realeres Generungsbedürftige Straßenbeleuchtung. halten: An die ver( pvz Beschluß der und follen einige erhaltstraßenzüge ordnetenverja afes elektriſches Licht erhalten. VAN Illustrierter Uhr n! Schüler sagten. Brüder waren: " " - So fragte er einst zwei Schüler, die| des Russ nach mehr Licht aber vorläufig einmal als frommen Wunsch zurückstellen und uns an Realeres halten: An die ver" Ja. ,, Sie sind Zwillinge?" besserungsbedürftige Straßenbeleuchtung. Nach Beschluß der Wo sind Sie geboren?"" In Berlin." ,, Und Stadtverordnetenversammlung sollen einige Hauptstraßenzüge Sie?" wandte er sich nun zu dem anderen Zwilling. und Plätze anstelle des Gases elektrisches Licht erhalten. Dieser Auch in Berlin), Herr Professor"( allgemeines Gekicher). Beschluß ist als weiterer Punkt in der Entwicklung zur größeren Stadt Gießen recht erfreulich. Aber leider sind einige unserer Einen anderen Schüler fragte Br.: Was ist Thr lieben Spießbürger dagegen. Diejenigen Anwohner nun, welche sich Vater?" Der ist tot; er war Besitzer einer Mineralder Anbringung der erforderlichen eisernen Rosetten an ihren wafferanſtalt. So schreiben Sie", sagte Br. zu dem Häusern widersetzen, erhalten statt dessen animalische Hörner. Primus, der die Schülerliste führte, unter, Stand des Diejenigen Stadtverordneten, welche weiterhin Petroleum brennen, werden zu unbesoldeten Beigeordneten gewählt, um sie so Baters': Witwe einer Mineralwasseranſtalt." In der bekannten Weinstube von Lutter und Wegner schon rein äußerlich als Gegner jeglicher Neuerung kenntlich ( Charlottenstraße) pflegte Bresemer seinen Abendtrunk zu tun und so sprach er einst im Geschichtsunterricht beim dreißigjährigen Kriege von der Schlacht bei Lutter und Wegner"; er meinte natürlich die Schlacht bei Lutter am Barenberge. Für zu machen. Wie uns von gut unterrichteter Seite versichert wird, haben mehrere Bewohner eine Petition an den Magistrat gerichtet, in den Verbindungsmöglichkeiten zwischen zwei Straßenzügen einige der alten Stadtlaternen aufzuhängen, welche zu der Bater Zeiten an Retten quer über den Hauptstraßen baumelten. Dies hätte den Vorteil, daß man die Rosetten für das elektrische Licht dann später nicht mehr anzubringen braucht. Und das Licht dieser trüben Ampeln dürfte gerade hinreichen, um die Ent deckung der hier gelegenen Fiebersümpfe durch das Wach- und Schließinstitut zu ermöglichen. Am Tage geht da ja doch niemand. Insbesondere die Polizei nicht, welche aus berufenem Munde einen Tadel der verfeinerten Riechorgane ehrsamer Gießener Einwohner vernahm und daraus ihre Schlüsse zog. Ein klein wenig Schweinerei schadet ja auch schließlich nicht. Aber sie gleich mit elektrischen Bogenlampen beleuchten, das geht wirkEmpfehle allen Nierleidenden meine von vielen lich nicht; der nicht im schönen Gießen Uransässige muß sich erst Aerzten bestens empfohlene langsam daran gewöhnen. Dierenleidende! Nierenbinde ( ges. geschützt) Dieselbe ist bequem zu tragen und hat sich Wer gern ausgeht, kann dies jetzt mit Fug und Recht besorgen und sich bei der gestrengen Gattin mit der Bürgerpflicht entschuldigen. Es gibt u. v. a. alle paar Tage eine Wahlversammlung. Da sich der furor teutonicus bei uns nicht nach außen entladen kann, so tobt er herinnen in den Sälen von Steins Garten und Cafè Leib. Schimpfen und Versprechen sind die Hanpterfordernisse, wies mit dem Halten von Mund und Wort seit langen Jahren gut bewährt. steht, barüber fehlt uns die Erfahrung, denn beides wurde seither Versandt gegen Nachnahme durch den Verfertiger Wilhelm Heine, Bad Wildungen, obere Brunnenallee. mebr Licht! Lokalplauderei vom blonden Hans. Wie wenige werden wissen, worauf diese letzten Worte des Altmeister Goethe, von dessen Referendarzeit am Kammergericht in Wetzlar übrigens die Garbenheimer Eltermütter angeblich Indecentes erzählen können, in Grund abzielen. Viel leicht war's die Nacht des Todes, der seinen Geist umfing, oder das von der Unschlittkerze dürftig gebrannte Dunkel des Krankenzimmers, oder waren es die dunklen Gedankengänge des zweiten Teils seines Faust, die es zu erhellen galt? Nein, sondern es war ein idealeres Licht, das der Veredelung des eignen Ich und der Zeitgenossen galt, gemeint, denn Goethe war Freimaurer und das eben sind neben Ausübung der Wohltätigkeit die Ziele der Freimauverei. Für unsere Musenstadt wollen wir diese ideale Fassung Meine diesjährige noch nicht beobachtet. 1. National und Liberal Trennt nur Straßenbreite; Doch ist's später nicht egal, Schaut nur mal ins Weite! 2. Geht der Schlagbaum in die Höh' Tut entrüstet jeder; Reichstags- Wahigang, ach! Ohweh Rosa rot und röter. 3. Einsicht rufet auf den Plan Alle guten Geister: Bringt mir mal den Kübel ran Mit' nem bischen Kleister, um den Riß zwischen den liberalen Parteien zu flicken. Ob's helfen wird? Vielleicht! oder auch nicht! Denn wir Deutsche mit unserem Nachahmungstrieb müssen doch wenigstens etwas hahnen und oder stierkampfähnliches haben, wo wir, wie in südlichen Ländern die Gegner in der Oeffentlichkeit mit gesträubtem Gefieder und wehenden Haarschweifen krähend, krächzend, prustend schnaufend für wenig Geld oder ganz umsonst übereinander herfallen sehen. Es bleibt uns nur der Wunsch, daß jenen Parteiführern, welche noch keinen eignen Mondschein über ihrem bedeutenden Kopf haben, bald eine elektrische Bogenlampe unters Schädeldach scheinen möge, denn auch hier gilt der Ruf für verblendete Gegner: Mehr Licht! Weihnachts- Ausstellung in Kinderspielwaren ist eröffnet und lade ich zum Besuche höfl. ein Grösste Auswahl Viele Neuheiten. J. H. Fuhr. 0000 000000 Beilage zur Gießener Zeitung". Illustrierter Wochen- Anzeiger a Welt- Rundschau. Bezugspreis fürs Vierteljahr 1 Mark durch die Agenten, 1,20 Mark durch die Post und 1,50 Mark direkt unter Kreuzband. Stadt- Anzeiger. 100 Mark prämien erhalten unsere Abonnenten laut unseren Bedingungen. Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reklame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra- Beilagen nach Uebereinkunft. Das Abonnement auf den Illustr. Wochen- Anzeiger" ist erst dann gültig, wenn der Bezie er eine auf seinen Namen ausgestellte und von unserer Expedition abgestempelte Vierteljahrs- Abonnementsquittung in Händen hat und diese Quittung vor Beginn des betr Vierteljahres, für das sein Abonnement Gültigkeit haben soll, durch Zahlung eingelöst hat. Das Abonnement kann auch durch Bezahlung von wöchentlich 10 Pfg. fortgesetzt werden, in diesem Falle wird dann am Schluß des Vierteljahres die Vierteljahrs- AbonnementsQuittung aushändigt. Jeder Abonnent hat eine laufende Nummer auf seiner Abonnements- Quittung, der wir uns bei Briefkasten- Beantwortungen etc. bedienen. Nur bei schriftlicher Abbestellung oder nicht rechtzeitiger Einlösung der Abonnements- Quittungen gilt der Bezug dieses Wochen- Anzeiger als aufgehoben. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 24. Gießzen, 25. November 1911. - - P. P. 8. Jahrg. Gießen, 25. November 1911. Der schon seit 8 Jahren in verschiedenen Zeitabschnitten erschienene ,, Jllustrierte Stadtanzeiger" erscheint jetzt regelmäßig wöchentlich einmal und zwar gemeinsam mit der seit Monaten in weiten Kreisen beifällig beachteten ,, Jllustrierten Weltrundschau". Als Haupttitel für diese neue Aufmachung ist ,, Illustrierter Wochen- Anzeiger" gewählt mit dem Ziele, daß auch manches interessante Lokal- Ereignis im Bilde wiederzugeben verdient. Hierzu erbitten wir Anregungen und Unterstützung. Hochachtungsvoll Verlag des ,, Illuftr. Wochen- Anzeiger" Albin Klein. Abonnements und Inserate werden gern jeder Zeit in der Geschäftsstelle, Seltersweg 83, entgegen genommen. Hochschul- Anekdoten. Professor Klein, erster Lehrer des Gießener Gymnasiums etwa 1830 von seinen Schülern - ,, der alte Dachs" genannt, hatte die Marotte, alle Schüler nach dem Namen der Mutter zu nennen, da die Incische Ordnung, wie er behauptete, die einzig richtige sei. So nannte er Karl Vogt, den nachmals berühmten Naturforscher, der sein Schüler war und der dies erzählt, " Follenius" und war wütend, wenn Vogt auf diese Anrede nicht sofort reagierte. Unglücklicherweise war in dieser Klasse ein Schüler Krug, dessen Mutter eine geborene Heß war, und außerdem ein Better dieses, namens Heß, dessen Mutter eine geborene Krug war. Da„ der alte Dachs" nun nach seinem System Heß Krug" und Krug, Heß" nannte, so kann man sich denken, welche Verwirrungen hierbei oft entstanden. Am Gießener Gymnasium wirkte um 1830 ein Lehrer Dr Völcker, ein kränklicher und überaus verweichlichter Mann, der in der Klasse oft entsetzliche Anfälle von Krampfhusten bekam und dann Blut spuckte. Wenn Völker einen Schüler strafte, so ließ er ihm zu= tendecken. gangen u. Schat mengittern, baubtenhäuschen, Bluzu Spalieren, Garch Nr. 10. chhaltiges MusterStreek, Bonn, brut 39 II beff, LX, Feren ulfifch, Betera weifelt nicht! aft über Heilung eit erteilt gern um aleidende früh bererBleich 1161 aaquaaa28 ออ เมา sn][] Bank +2 13mm meist die Wahl zwischen einem Buckel voll Schläge und einer Stunde Karzer. Da nun für eine Stunde Karzer an den Schulpedellen eine Abgabe von drei Kreuzern entrichtet werden mußte, so konnten sich vorwiegend nur die Auswärtigen, die ihr Taschengeld zur Verfügung hatten, diesen Lurus gestatten, während die Einheimischen, die zumeist keine Barmittel besaßen, sich erst zu Hause das Karzergeld hätten ausbitten müssen und daher so argumentierten: nimmst du Karzer, so mußt du es zu Hause sagen und bekommst dort Wichse; dann nimm sie nur lieber gleich hier und sparst so die Stunde Karzer! Wenn aber zu viele Missetäter in der Klasse waren, so wurde ohne Wahl auf Prügel erkannt. Da der kränkliche Lehrer aber wohl nicht alle einzeln durchprügeln. " Einmal sagte Palmer:" Herr Kandidat, ich werde Ihnen zeigen, wie man katechisieren muß. Sage, mein Nun Kind, was war Christus?" Das Kind stockte. geben Sie acht, Herr Kandidat, wie man auf Umwegen zu der richtigen Antwort gelangen muß. Sage, mein Kind, wie sieht der Schnee aus?"-" Weiß!" ,, Banz richtig, mein Kind, fahre so fort! Und nun die zweite Ein SchneeWas war also Christus?" Frage: mann!" ,, Nein doch, ein weiser Mann!" Die - " Carl Loos Spielwaren- Ausstellung Giessen, Kirchenplatz empfiehlt in grosser Auswahl zu billigsten Preisen Manufaciur und Weisswaren Gestrickte Westen Normalwäsche Bettücher Bettcolter Herren- u. Knaben- Anzüge Paletots.. Pelerinen Arbeiter- Kleider. konnte, so wurde die Abprügelung systematisch in der Weise vorgenommen, daß alle Straffälligen, mit HaselStöcken bewaffnet, rittlings hinter einander in gewissem Abstande auf eine Bank gesetzt wurden und nun auf Kommando jeder auf seinen Vordermann losschlagen mußte. Den Rücken des letzten bearbeitete Völcker eigenhändig, meist unter beständigem Husten. Dabei kam es denn wohl vor, daß der kranke Mann einen Anfall von Bluthusten bekam. Er warf dann den Stock weg und ging mit den Worten:„ Jetzt muß ich zum Medi zinalrat Balser!" fort. Die Schüler waren aber in Erfüllung ihrer Büttelpflichten so eifrig, daß sie dennoch nicht mit der Abprügelung aufhörten, sondern diese vielmehr jetzt mit besonderer Verve und zu eigenem Pläsir fortsetzten. Dem Gießener Theologieprofessor, Superintendenten und Oberschulinspektor Palmer( † 1838) wurden allerlei seltsame Examensfragen, teilweise wohl zu Unrecht, nach gesagt, die geradezu sprichwörtlich waren. So wurde auch ihm die bekannte Frage: Wer lacht über Griechen land?"-„ Ein ewig heiterer Himmel!" zugeschrieben. ,, Was tun die Fürsten von Andere Fragen waren: Reuß?"( Sie teilen sich in drei Linien.") Wann wurde Christus geboren?"( Gerade zur rechten Zeit, wie es der Wille war seines Vaters im Himmel.") " ist eröffnet. J. Heilbronner Marktstrasse 17. Rittergasse 8. Ludwig Windthorst, der berühmte Politiker, hatte sich einst in einer Reichstagsrede über den StudentenFrühschoppen ereifert. Bald darauf folgte er selbst einer Einladung Bismarcks zu einem„ parlamentarischen Frühschoppen." Gerade in der Stunde, als die kleine Erzellenz" bei Biskmarck war, sandten Rostocker Studenten folgendes Telegramm ab: Exzellenz Windthorst Berlin, Reichskanzlerpalais. Aber Frühschoppen, Exzellenz? Der Frühschoppen bei Friemanns Nachfolger, Rostock. Bald darauf lief folgende Antwort ein: en Frühschoppen bei Friemanns Nachfolger, Rostock. Probieren geht über Studieren. Windthorst. An den Schöne Briefkassetten mit Namendruck billigst. Albin Klein, Druckerei, Seltersweg 83. Heinrich von Treitschke war bekanntlich so gut wie taub. Bei Verhandlungen pflegte einer seiner Freunde ihm das Wichtigste von den Reden und Vorkommnissen aufzuschreiben, z. B. in den Fraktionssitzungen der Nationalliberalen Reichstagspartei, der Treitsche angehört hat, der Abgeordnete Wehrenpfennig. Jn den Plenarsitzungen setzte der taube und redegewaltige Historiker sich auch wohl neben die Stenographen und las, nachdem er sich deren Debattenschrift angeeignet, die Reden mit. Da er taub war, so fehlte ihm das Maß dafür, wie laut er selbst sprach, und so kam es vor, daß er eine Bemerkung, die nur vertraulich für den Nachbarn bestimmt war, ganz laut, für alle vernehmbar, machte. Als in einer Sitzung der damals noch ungeteilten Heidelberger philosophischen Fakultät es sich um die Berufung eines Historikers handelte und auch die Vertreter der naturwissenschaftlichen Fächer sich an der Beratung beteiligten, sagte Treitschke seinem Nachbarn donnernd ins Ohr: Was geht das diese Apotheker und Mistfahrer an?" - Umgekehrt mißbrauchte der Nationalökonom Knies einmal Treischkes Taubheit und verabschiedete sich nach einer Sitzung, in der Treitschke gleichfalls durch eine ähnliche konfidentiell- überlaute Bemerkung Sturm erregt hatte, von ihm mit den Worten:„ Gute Nacht, altes Baby!" " Alexander von Humboldt bewohnte in Berlin seit langen Jahren das Haus Oranienburgerstraße 67; eines Tages kündigte ihm sein Hauswirt und der Gedanke des bevorstehenden Umzugs erfüllte den Gelehrten bei seinen umfangreichen Sammlungen, seiner großen Bibliothek usw. begreiflicherweise mit Grauen. Auch Joseph Mendelssohn, dem Begründer des be= kannten Bankhauses, der auch Humboldts Bankier war EIHNACHTSUSSTELLUNG Edgar Borrmann, Giessen EHRE SEI GOT FRIEDE AUF ERDE Telef. 165 Eisenwarenhdlg. Neustadt 11. empfiehlt wunderschöne und praktische Artikel, sehr passend für WeihnachtsGeschenke. und diesem oft in seinen beständigen Geldnöten beigestanden hat, klagte der berühmte Forscher sein Leid. Am Nachmittage desselben Tages erhielt Humboldt einen Brief von Mendelssohn, er könne ungestört wohnen bleiben, solange es ihm bellebe, sein Hauswirt erlaube ihm dies gern, sein Hauswirt sei jetzt- Mendeslsohn. Jn viel früherer Zeit( 1807) hatte Humboldt in einem Seitenhause des Georgeschen Gartens gewohnt; ebendort wohnte zu gleicher Zeit auch Johannes von Müller, der Historiker, und- auf demselben Grundder stück in einem Gartenhause mitten im Garten Philosoph Fichte. Der Eigentümer des Grundstücks, der reiche Branntweinbrenner George, pflegte jedem, der seine Menagerie, will sagen: sein Haus, besichtigte, auch Seine Gelehrten" vorzustellen: Hier hab' ich den berühmten Müller, hier den Humboldt, hier auch den Fichte, der aber nur ein Philosoph sein soll." In Marburg bestand in der kurhessischen Zeit von altersher die Einrichtung, daß die Kollegienhonorare nicht bei Annahme der Vorlesungen entrichtet, sondern nur im Laufe des Semesters irgend einmal gezahlt werden mußten. Geschah dies jedoch bis zum Schluß des Semesters nicht, so erhielt der Betreffende Stadtarrest, d. h. er durfte sich nicht weiter als zwei Stunden von Marburg entfernen. Die Folge dieser Einrichtung war natürlich, daß manche leichtsinnige Studenten den vom Vater zu Semesterbeginn für Kolleggelder erhaltenen Mammon anderweitig verbrauchten, und die Väter dann beim Semesterschluß, um die Herren Söhne für die Ferien loszueisen, abermals in den Säckel greifen mußten. War gegen einen Studenten anderer Schulden wegen bei der akademischen Behörde Anzeige erstattet und war der Studio auch nach zweimaligem Zahlungsbefehl der H. Trechsler Steinstrasse 48. Telefon 581. Eiskellerei, Bier- und Kartoffelhandlung empfiehlt: Ia. Speise- u. Salatkartoffeln zu den billigsten Tagespreisen zu jeder Tageszeit. Quantum frei Haus. - Jeder Behörde seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, so wurde gleichfalls Stadtarrest gegen ihn verfügt. Den Gläubigern stand es auch zu, das Universitätsabgangszeugnis des Betreffenden mit Arrest zu belegen. Ein Student, dem dies Mißgeschick passiert war und der aus Marburg fortgehen wollte, wußte sich, wie man erzählt, auf ingeniöse Weise aus der Zwangslage zu befreien: Er lud seine sämtlichen Gläubiger zum Essen ein und ließ dabei den Wein reichlich fließen. Als alle sich dann eine fröhliche Stimmung angetrunken hatten, wurde ihnen ein Revers vorgelegt, der die Freigabe des Zeugnisses zusicherte. In der Weinlaune unterschrieben sie natürlich alle. Später sollen sie übrigens auch alle ihr Geld bekommen haben. - Daß jemand Schulden halber das Karzer beziehen mußte, kam verhältnismäßig selten vor: Jedoch hat ein Student, der es später bis zum kurhessischen Bundestagsgesandten brachte, auf dem Schuldenkarzer seine Examensstudien gemacht: Ein Onkel von ihm hatte zur Aufmunterung seines Fleißes einige Schuldscheine von ihm aufgekauft und ihn auf Grund dieser zu seinem eigenem Wohle einsperren lassen. Passende Weihnachtsgeschenke sind moderne Visitenkarten aus der Buchdruckerei Albin Klein, Seltersweg 83. Der Professor C. Eduard Bresemer( 1802 bis 1874) am Friedrich Wilhelms- Gymnasium in Berlin war ein tüchtiger und ob seiner Strenge sehr gefürchteter Lehrer. Periodenweise trat bei ihm jedoch hochgradige Zerstreutheit auf, und in solchen Perioden, die oft nur in wochenlangen Abständen vorkamen, machte Bresemer die ergötzlichsten unfreiwilligen Witze: Brekiaden", wie die " ΣΙ im G auch i und 2 bis& Zeltpi waren mt. 3 zu nehr Vers. Drogi Fra Damen legenh Frankf แง้ ว uzqnQps aaaaoun uanuaonus uauna uabab avg uangnu uakauf apps uaq ul spinagp‘ uallanes0] e and as a gun grips w Ce se ne bi аналар бәлше лар шоа и мәз әбирә әфиш фари бил 10ǝ әб o изилә банда206 әр Ψησ Quit Best әрәбит фои ин ләә ш 5G o an an avб' va աա og Из филиали битләшә әә sol qun pvc คน เย i vs unu — յա grubu Sva Яшил ш : ng Sine UD балда фирийн шәфә луләшә sunu DG Persil Waschmittel Millionenfach im Gebrauch! 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Rein indivituelle innerliche Behandlung nach Organotherapie. Neueste Methode mit grossen Erfolgen an = ca. 35 000 Fällen erprobt. Nummer 24. Welf Beilage zur Gießener Zeitung. Illustrierte 8. November 1911. Rundschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Albin Klein, Gießen. Illustrierter Stadt- Anzeiger Tripolis.") ripolis: das Thema der Gegenwart. Das epochemachende Ereignis für die Geographie Nordafrikas war die Eroberung Algiers durch die Franzosen; ihre Truppen überstiegen 1840 den nördlichen Kleinen Atlas und langten 1847 am Südfuße des Großen Atlas in der Dase Figig an der marokkanischen Das Grenze an. reizte die Reiselust der Engländer von neuem, die seit 1845 die tripolitanische Provinz wieder als Stützpunkt für Erpeditionen ins Innere benutzten. In den Jahren 1845/46 bereiste Richardson die Oasen Fessan, Ghadames, Rhat und entwarf den Plan zu einem Vorstoß ins Innere, nach dem Sudan. Mitte der 50er Jahre begannBarth, der Hamburger Forscher, seine Entdeckerzeit in Nordafrika; er war durch Petermann und Bunsen veranlaßt worden( 1849), sich an der großen englischen Expedition zu beteiligen, die Handelsbeziehungen mit den mohammedanischen Reichen des Sudans anknüpfen sollte. und erforschte den ganzen westlichen Sudan zwischen Kuka und Timbuktu. Später folgten Ed. Vogel, M. v. Beurmann, Gerhard Rohlfs, der von Tripolis seine Reisen als bester Renner Nordafrikas antrat; auch Gustav Nachtigal begann 1869 seine erfolgreiche Forscherreise in Tripolis. Seit 1870 Straße in Tripolis. Im Jahre 1850 brachen Barth, Overbeck und Richardson von Tripolis nach Mursuk auf und zogen über Rhat und Tintellust nach dem Sudan. Richardson starb auf der ersten Reise, Overbeck auf einer zweiten; Barth, der erst Adamaua und die Nigermündung, dann das Nordostufer des Tschadsees erreicht hatte, kam auf der dritten Reise bis zum Reich Gando *) Anläßlich des italienisch- türkischen Konfliktes dürften unsere heutigen Bilder von besonderem Interesse sein. hat sich das Interesse, trotzdem in Nordafrika und der Sahara noch viel unerforscht ist, Südafrika zugewendet. Jetzt erst regt sich wieder das Interesse für die Straßen, von denen unsere berühmtesten Forscher ins Innere Afrikas zogen: Im Juli 1906 trat der Schweizer Hanns Vischer, in englischem Dienste, mit einer Expedition von Tripolis eine Reise an, die in Tibesti ihren Beschluß finden sollte. Dieses Unternehmen hat, soviel wir wissen, kaum mehr als in Gelehrtenkreisen Beachtung gefunden. Anders verhielt es sich mit dem zwischen Frankreich und der Pforte in der ersten Augustwoche 1906 ausgebrochenen Grenzkonflikt, bei dem es sich um die politische Zugehörigkeit zweier kleiner Dasen des südalgerisch- tripolitanischen Grenzgebiets handelte, um die Dase Dschanet, ein Örtchen von 1200 Einwohnern an der Karawanenstraße, die von Ghat zum Tschadsee führt, und um die Dase Bilma, die, von 2000 Bewohnern bevölkert, den Mittelpunkt der sogenannten Kasuar- Dasengruppe bildet, die im Südosten von Dschanet zwischen Tibesti und dem Tschadsee zerstreut liegt. Tripolis und Barka sind bisher türkisches Wilajet gewesen. Tripolitanien hat am Küstenrand hauptsächlich by e vganz une que que te az un psp 2 in qu a b ша c d e f дәнасища и нашир Tripolis. ant фит g ng әлд нафии и qun viuvvy шэд избиля uvaoa Diver aus Sigitten. фито i svq jбaig a v S Alluvial- und Diluvialformatio= nen, im Innern Kreideablagerungen; das Gebiet, vorherrschend türkischem und arabischem Einfluß untergeordnet, kann als die Grenze des altägyptischen Kulturkreises gelten. Nordwestlich von Siuah liegt die Grenze zwischen Agypten und dem Wilajet Tripolis und Barka, das im Westen an Tunis grenzt und im Süden noch Fessan einschließt. In diesem Umfang hat das Wilajet ein Areal von 1033000 qkm, von denen aber nur 220240 qkm zur Regentschaft Tripolis gehören, mit etwa 1 Million Einwohnern. Tripolis war unter Karl V. spanisch, wurde dann von den Türken erobert und bildet bisher den letzten Rest der Herrschaft der Türken in Afrika. Bis 1835 wurde es von den erb= lichen Paschas ausgesogen, aber auch die jetzt bisherige Verwaltung hatte alle Schäden des türkischen Regiments, urteilt Sievers. Die Hauptstadt Tripolitaniens, Tripolis, am seichten Ufer des Mittelländischen Meeres gelegen, hat etwa 40000 Einwohner; 3000 Malteser sind der Hauptstock des christlichen Elements, weiter finden sich in Harra, einem eigenen Stadtwinkel in der Nähe des Hafens, etwa 6000 Juden, die Handwerke und Handel treiben, das übrige sind Mohammedaner, Türken, Araber, Mauren, Beduinen, Berber usw., die Viehzucht und Karawanenhandel treiben, denn Tripolis ist, wie wir schon betonten, Einigungspforte für Innerafrika, am Rande der Wüste. In Tripolis ansässige Italienerinnen sehen vom Dache des Hauses eines Maltesers einem Festzuge zu. Durch den Meridian von Tripolis, also etwa die Straße Mursuk- Kuka, läßt sich die Sahara in zwei Hälften teilen: im Westen mit zahlreichen aus dem Plateau kommenden Wasserläufen, im Osten wasserlos und vegetationsarm. Wegen ihrer Wasserlosigkeit ist die östliche, Libysche Wüste weit weniger erforscht als der Westen; das tripolitanische Land mit Halfa- Wuchs( Gras, das vor allem nach England zur Papierfabrikation versandt wird) ist Übergangsstation. Sandig, wüst und vegetationsarm ist die Küste der Sahara und die Küste des Mittelmeeres von Tripolis bis zum Nildelta. Der westliche Teil der Wüſte, mit Ausschluß des spanischen Küstenstreifens und vorläufig Marokkos, ist französische Einflußsphäre. Durch den Faschoda- Vertrag von 1899 sind auch Borku, Tibesti und Wadai an Frankreich überwiesen, während England Ägypten und den östlichen und mittleren Teil der Libyschen Wüste erhielt. Fessan ist nur loses Zubehör des türkischen Reiches, Tripolitaniens. Die äußersten östlichen und nordöstlichen Oasen werden zu Agypten gerechnet. Feste Wohnsitze finden sich nur in den Oasen; den Gruppe aus einem Festzuge in Tripolis. Bilder aus Sizilien. Panorama von Sizilien. Die Marina in Syrakus. Blick auf Palermo. Das griechische Theater in Syrakus. 6 Jm Lande der Blutapfelsinen. Sizilianischen Sauptstadt, er birgt das schönste Denkmal ihrer Schutzheiligen, der heiligen Rosalie, die Palermo einst von der furchtbaren Pest befreit haben soll. Auch dieses Denkmal hat Goethe auf seiner ersten italienischen Reise besucht und bewundert; er sagt, es scheine zu atmen, zu leben. In einer düstern Felsschlucht jenes Berges, in einer in den Fels gehauenen kleinen Kapelle liegt ihr Marmorbild, wie in sanftem Schlummer hingegossen. Unten in Palermo aber, in den prächtigen Hallen des hohen Domes, ruhen ihre Gebeine in silbernem Schrein. Die Kathedrale birgt auch die sterblichen Reste der deutschen Kaiser Heinrichs VI. und Friedrichs II. Gegen Abend, wenn eine erfrischende Brise von der See her die Gluthitze des Tages mildert, belebt sich allmählich die herrliche Promenade der Piazza Marina. An ihren Seiten befinden sich die Paläste des Adels, und an ihrem Ende liegt der Garten der Flora reale. Hier trifft sich die vornehme Welt beim Korso, die Damen lassen sich in ihren Equipagen eine fühlende Limonade oder Sorbetto( Eis) reichen und empfangen den Besuch eleganter Ravaliere. Alles atmet Lebenslust und Seiterkeit; selbst die ärmere Bevölkerung der Stadt scheint sich ihces Daseins in dieser herrlichen Natur zu erfreuen, denn die Stadt mit ihrer blühenden Industrie und ihrem großartigen Handel bietet ihr günstige Lebensbedingungen. Die Palermitaner behaupten mit Recht, ihre Stadt stehe auf gleicher Höhe mit Rom, Neapel, Mailand, Florenz und Bologna, und der Hafen von Palermo werde eines Tages das„ Genua des Südens" sein. Palermo als sizilianische Großstadt bietet an Theatern, Konzerten, Bällen usw. natürlich mehr, als andere Sizilianische Städte. Wer einen Abend auf dem„ Foro Italico", wo sich die Gesellschaft von Palermo ein Rendezvous zu geben pflegt, zugebracht hat, dem werden die Szenen, die sich seinen Augen darboten, unvergeßlich bleiben. Um ihn herum himmelanstrebende Palmen, herrliche Oleander-, Pfefferhaine und Zy pressen, zwischen denen unzählige Leuchtkäfer ihr neckisches Spiel treiben; dort der Monte Pellegrino, über dem der Abendstern wie eine elektrische Flamme schillert, hier das Rauschen und Glitzern des im Mondschein schimmernden Meeres, die lustigen Klänge der konzertierenden Kapelle, die auf und ab promenierende, lachende, scherzende und kokettierende bunte Bevölkerung der Stadt, das alles gibt ein unterhaltendes Gesamtbild, welches dem Gedächtnis so leicht nicht wieder entschwindet. Palermo voran, bringen dem Schulwesen große Opfer. Universitäten bestehen heute drei: zu Palermo, Catania und Messina. Auch für Pflege der Kunst ist gesorgt; das Museum von Palermo ist namentlich durch griechische Kunstwerke sowie durch mittelalterliche und neuere Werke der Skulptur und Malerei ausgezeichnet. Der Volkscharakter der Sizilianer zeigt außerordentliche Lebhaftigkeit und Beweglichkeit, natürliche Intelligenz, Witz und Sprachgewandtheit, rasches Aufflammen in Liebe und Haß. Der Sinn für Bildung, Wissenschaft und Kunst ist jedem Sizilianer eigen und hat sich, seit der Druck des Despotismus gewichen ist, rasch wieder zu zeigen begonnen. Das ganze Land ist heute in raschem materiellen und geistigen Aufschwung begriffen. Der Grundbesitz ist als eine Erbschaft der Feudalzeit bisher noch in wenigen HänSizilianischer Scherenschleifer. Interessante Städte sind auch Catania das von den Norddeutschen Dampfern der MittelmeerLevante- Linie angelaufen wird, und in dessen Nähe sich die malerisch gelegene, im Jahre 1232 von Friedrich II. gegründete alte Safenstadt Augusta befindet, die von den Italienern für den Tripolis- Feldzug als Operationsbasis dient, Trapani, Marsala, Girgenti und das alte Syrakus. Die Bevölkerung Siziliens ist als eine mannigfach gemischte zu bezeichnen; zu dem alten sikulischen Element sind als Hauptbestandteile Griechen im Osten, später Araber und Verber im Westen hinzugekommen, beide noch physisch, in Sprache und Sitte nachweisbar. Von geringerer Bedeutung, wenn auch noch heute in einigen Orten abgesondert erhalten, sind die Einwanderungen von Lombarden und Griechisch redenden Albanesen gegen Ende des Mittelalters. Der sizilianische Volksdialekt, der schon im dreizehnten Jahrhundert am Hofe Friedrichs II. zur Sprache der Poesie ausgebildet wurde, und in dem zahlreiche, sich durch Tiefe und Wärme auszeichnende, noch immer fortlebende Volkslieder_gedichtet sind, unterscheidet sich wesentlich von den Dialekten des Festlandes. Die Bevölkerung verteilt sich auf wenige Wohnplätze( 357 Gemeinden mit durchschnittlich 9759 Einwohnern). Die Volksbildung war bis 1860 etwas vernachlässigt und hat sich seitdem sehr gehoben. Besonders die großen Städte, den vereinigt; Aqua! Wasserverkäufer. auch der Verkauf der Kirchengüter seit Ende der 70er Jahre in kleinern Losen hat bei der Mittellosigkeit der Menge keine Änderung herbeigeführt. Die Latifundienbesitzer, meist mit Fürsten-, Herzogs- und Markgrafentitelnausgestattete Adelige, leben meist in den Städten und besuchen fast nie ihre Güter. Verwalter bewirtschaften dieselben und vermitteln zwischen dem unbekannten Herrn und den zahlreichen kleinen Pächtern. Die Landwirtschaft ist in Sizilien die Beschäftigung der weitaus überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Die wichtigsten Produkte sind: Weizen, Gerste, Sülsenfrüchte, Flachs, Wein, wovon besonders die Gewächse der Nord- und Ostküste, so die Weine von Milazzo, Messina( Faro), vom Atna( Mascali, Riposto), von Syrakus und Vittoria ( Muskat), sowie der Marsalawein geschätzt sind; ferner Olivenöl und Agrumen, besonders Orangen und Limonen, wovon ein großer Teil( auch in der Form von Saft und Schalen) ausgeführt wird. Wichtig ist noch, namentlich in der Provinz Palermo, die Kultur des Sumachs als Gerbstoff und Tabak. Sizilianische Karren. Tripolis. vielen nomadischen Stämmen ist ein weiter Spielraum gegeben: Mitten durch die Wüste ziehen seit alters die Karawanenstraßen, die den Verkehr des Südens mit den Küsten des Mittelmeers herstellen. Auf ihnen zogen als lebendige Ware die Neger des Sudans nach Norden; durch Ghat und Fessan kamen nach Sievers noch 1850 jährlich 3000 bis 4000 Sklaven. Hemd, bauschigen Hosen, Gesichtstuch und Sandalen; die Tibbu tragen ein faltiges Hemd und den Turban neben dem Gesichtstuch. Raub- und Plünderzüge sind diesen Sahariern nicht fremd. Für die meisten Besucher von Tripolis genügt ein kurzer Aufenthalt, da dem Touristen außer der Besichtigung der Stadt nur noch ein Ausflug in die nähere Umgebung zu empfehlen ist, während eine Reise ins Innere des Landes, wozu die Genehmigung der Hohen Pforte einzuholen ist, höhere Anforderungen an Ausrüstung, Leistungsfähigkeit und Kenntnis des Landes und Volkes stellt, als daß sie für den gewöhnlichen Touristen in Frage kommen würde. Viele blieben bei den Wüstenbewohnern zurück; daher rühren die heute noch unverkennbaren Mischrassen unter dem Scharavolke, die Tibbu und Tuareg, deren Gebiet vom tripolitanischen Mursuk bis an die Nordspitze des Tschadsees reicht, entsprechend der uralten Karawanenstraße, die von Tripolis über Mursuk bis an diesen gewaltigen Binnensumpf Afrikas führt. Die Tuareg tragen die vollständige Kleidung der Afrika- Völker; in ihrer rötlich gelben Hautfarbe sind sie den Südeuropäern stark ähnlich; die Tuareg sind Berber, stark mit Arabern vermischt, und mit ihrer kräftigen Muskulatur und dem europäischen Gesichtsausdruck vielleicht der schönste Menschenschlag Afrikas. Die Tuareg tragen ein Gesichtstuch, das den Mund verhüllt, die Frauen gehen trotz Mohammedanismus unverhüllt. Die Tibbu hausen im Südosten von Mursuk; sie sind Herren der Landschaften Tibesti und Borku und werden zu den negroiden Völkern gerechnet; ihre Hautfarbe geht vom Dunkelbraun bis zum Kupferrot. Die Kleidung bei den Tuareg besteht in weitem, faltigem jedem unvergeßlich bleiben. Die Stadt selbst bietet zwar im einzelnen nicht viel besondere Sehenswürdigkeiten, aber der Gesamteindruck ist ein großartiger. Die Stadt mit ihren weißen Häusern, den schlanken Minaretten türkischen Stils, den grünen Gärten, die Palmengruppen, die rötlichgelben Dünen aus Saharaflugsand, das tiefblaue Meer, überstrahlt von der blendenden Sonne, bieten einen wunderbaren Anblick. Der poetische Reiz eines schönen Frühlings- oder Herbstabends, wenn der glutrote Sonnenball hinter den Palmengruppen im Westen untertaucht und sich bei dem Gebetsruf der Muezzin eine feierliche Stille über die Landschaft legt, wird Etraßenszene in Tripolis an einem Festtage. al G Geling nis. Empfi dem die di lerin tiefem das n gleiche lifum sie m meiste als G vom ehrung zollt. rier" Arfas den de der uni werden น merzten macht. 4 Vor Junge Che. Junge Ehe. or der Grace- Kirche in New York standen an einem hellen, sonnigen Sommermorgen wohl ein Dutzend Frauen der verschiedensten Stände und warteten, trotzdem sie von der Sonne fast gebraten wurden, geduldig auf das Brautpaar, das getraut werden sollte. Besonders zwei, die sich in die vorderste Reihe gedrängt hatten, konnten sich in Betrachtungen und Vermutungen über die zukünftige Ehe nicht genug tun, und die Jüngere, ein sehr hübscher Rotkopf, auf dem ein etwas verwegener Sut thronte, ließ es an spizzen Bemerkungen nicht fehlen.„ Na, das arme Ding, das den Ludlow heiratet, ist auch nicht zu beneiden, hübsch ist er und Geld hat er auch, aber wie sie mit dem eifersüchtigen Patron fertig werden will, begreife ich nicht, der ist ja das reine Pulverfaß; wissen Sie noch die Geschichte mit der Mary Williams?" Die ältere Frau lachte.„ Natürlich," sagte sie, weiß ich das, als wär's gestern gewesen, und wie das kleine Ding ihm gedient hat; gießt ihm an ihrem eigenen Polterabend ein Glas Wasser zur Abkühlung ins Gesicht, macht ihm dann einen Knicks und heiratet statt seiner am nächsten Tage seinen ärgsten Feind, den Sharp. Na, das Gesicht war kostbar, wie er zum Pastor kommt und seine Braut steht mit einem anderen da und ist verheiratet." In diesem Augenblick fuhren ein paar Wagen heran, dem ersten entstiegen des Bräutigams Mutter und der Vater der Braut, sie ein kleines, scheu dreinblickendes Frauchen, er ein wohlbehäbiger Mann, dem man ansah, daß er sich um das Wohlbehagen seines Magens mehr Sorge machte, als um irgend sonst etwas in der Welt. Dann kam das Brautpaar, und das bot allerdings einen Anblick, an dem man seine Freude haben konnte: Beide schöne, große Gestalten, er dunkel mit feurig blickenden Augen, sie zart und blond, etwas schwärmerisch dreinschauend. Der dritte Wagen brachte den„ best man" und ein allerliebstes Brautjungferchen. Der Pastor, der wohl von dem Bräutigam und seiner etwas feurigen Natur erfahren haben mochte, flocht manch leise mahnendes Wort in seine Rede ein und versuchte den Spruch: „ Und er soll dein Herr sein" mit allerhand schönen Blumenranken zu durchwinden. Dem sich zusehends verfinsternden Aussehen des Bräutigams und dem verlegenen Erröten der Braut nach zu schließen, war es von beiden wohlverstanden worden, und auch ihr Vater, der, die Hände über dem Magen gefaltet, hinter der Tochter stand, blinzelte den Schwiegersohn schelmisch, aber verständnisinnig von der Seite an. Als die Zeremonie beendet und die üblichen Küsse aus getauscht waren, verließ man die Kirche, um dieser poetischen Feier eine etwas substantiellere folgen zu lassen. Als nun das neuvermählte Paar im Wagen saß und die Braut ihrem Eheherrn in scheuer Lieblichkeit die Hand drücken wollte, da waren seine Finger merkwürdig steif, und anstatt das allerliebste Bild an seiner Seite zu betrachten, sah er sehr an gelegentlich auf die nichts weniger als verlockende sonnige Avenue. Was ist dir denn, Charley," fragte sie zögernd,„ habe ich irgend etwas getan, das dir nicht recht ist?" " Natürlich," erwiderte er, und man hörte seiner Stimme unterdrückte Erregung an, wie ist es nur möglich, daß eine eben getraute Frau sich so von einem andern als ihrem Mann füssen lassen kann!" " O," meinte sie lächelnd, was hätte ich denn tun sollen? Das haben weder er noch ich böse gemeint, und du, alter eifersüchtiger Schatz, weißt ja am besten, von wem ich mir am liebsten auf der ganzen Welt einen Ruß geben lasse." Es lag so viel natürliche Liebenswürdigkeit und Schelmerei in dem lächelnden Gesicht, daß seine Stirn sich glättete, aber er konnte es doch nicht unterdrücken, zu sagen:" Du sollst dich eben von niemand als mir küssen lassen, du sollst überhaupt nur mir allein gefallen; andere Männer existieren von heute an überhaupt nicht mehr für dich." Sie lachte, aber das Lachen hatte einen leicht ängstlichen Klang, es war, als schnüre ihr irgend etwas die Kehle zu und das Lachen käme nicht hell und voll, wie es sonst ihre Art war, heraus. Nachher, bei dem sehr opulenten Frühstück, unter der Einwirkung des Champagners und der ein wenig lauten Seiterkeit ihres Vaters, verlor sich das beklommene Gefühl wieder und die schönen grauen Augen strahlten in hellem Glück, zumal der Bräutigam, dessen eifersüchtiges Serz durch nichts in Schwingung gebracht wurde, sehr liebevoll auf sie einsprach. Als das Hochzeitsfrühstück vorüber war, verabschiedete sich das junge Paar von den Eltern, ihr Vater hatte ihnen als Hochzeitsgeschenk einen Scheck überreicht, der eine Reise nach Europa gestattete, und so flogen denn die beiden glückselig ihrer jungen Ehe entgegen. Die ersten Tage ihrer Flitterwochen auf dem schönen Schiff, bei flarem Sommerhimmel und spiegelglatter See, glichen einem Traum, und die beiden Verliebten, sich ganz allein überlassen. glaubten, er würde ihr Lebenlang währen. Aber Träume ohne Erwachen gibt es leider nicht, und zwar pflegt das Erwachen immer dann zu erfolgen, wenn der Traum am schönsten ist, Die junge Frau war eine viel zu eigenartige und liebliche Blume, als daß sich nicht gar bald einige Schmetterlinge gefunden hätten, sie zu umkreisen. Und zwar trug der Schmetterling dieses Mal die sehr kleidsame Uniform des ersten Offiziers und war überhaupt ein ebenso stattliches als amüsantes Exemplar seiner Gattung. Aber schon die ersten, noch schüchternen Annäherungsversuche erregten ein ziemlich deutlich zutage tretendes Mißfallen des jungen Gatten, und die kleine Frau verhielt sich, seine Eifersucht fürchtend, sehr scheu und zurückhaltend. Der junge Offizier aber schien gar nichts zu merken und begann der schönen Frau ganz regelrecht, trotz aller wütenden Blicke und spitzen Bemerkungen Ludlows, die Cour zu schneiden. Da, eines Tages, als dessen Zorn auf einem Punkt angelangt war, der einen Ausbruch befürchten ließ, und dem Frau Anny mit Todesangst entgegensah, schlug das wundervolle Sommerwetter um, und das Schiff begann auf ganz eigentümliche Weise zu tanzen. Während der junge Offizier mit Frau Anny langsam das Promenadendeck entlang schlenderte, hielt Ludlow, der ihnen nachging, plötzlich in seinem Lauf inne, und sein ganz erblaßtes Gesicht ließ auf einen heftigen inneren Kampf schließen. Merkwürdigerweise aber trieb es ihn nicht dem dahinwandelnden Paare nach, sondern an die Brüstung, und ob die Aussicht auf die See oder die auf das spöttisch lächelnde Gesicht des Offiziers die angenehmere war, das hat selbst Frau Anny niemals erfahren. Daß der junge Ehemann aber, als Bremerhaven in Sicht war, ein erleichterndes Stoßgebet zum Himmel sandte, dessen war sie gewiß. Was aber nüßte es? Es war auf dem Lande auch nicht besser: wohin sie kamen, fiel Frau Anny auf, und wo es nur irgend anging, man machte ihr den Hof. Im Coupé fand sich gewiß ein beslissener Jüngling, der sich ihr dienstbar zu erweisen bestrebt war, an der Table d'hote, im Theater, auf Wasser- und Bergpartien, es war immer irgendein männliches Wesen da, welches dem armen Ludlow die Hölle heiß machte, und daß von dieser Sitze auch die kleine Frau ihr Teil zu kosten bekam, war ebenso natürlich als peinlich. So war es denn kein Wunder, daß alle beide das Ende der so schön begonnenen Hochzeitsreise herbeisehnten, weil beide glaubten, ihr stilles, hübsches Heim in New York wäre der beste Schutz gegen unbefugte Eindringlinge und sie würden in diesem kleinen Hafen sicher vor allen Stürmen sein. So trafen sie denn im August am Pier wieder ein, aber als die junge Frau bei der Einfahrt zur Freiheitsstatue hinübersah, da ſchien es ihr plöglich, als lächelte diese sie sehr spöttisch an, als wolle sie ihr zurufen:" Wenn du dir einbildest, daß du in meinem Schuß frei sein wirst, so täuschst du dich." Und als wenn sie ihr das gleich beweisen wollte, so sah Anny am Pier neben ihrem Vater zu ihrem größten Schrecken den„ best man" von ihrer Hochzeit stehen. Arme, kleine Anny, der Dämon Eifersucht, der dich hinausbegleitet hat, den bringst du heil und gesund wieder heim, und ich fürchte, die Mauern, die dein Heim umschließen, werden nicht stark genug sein, daß er nicht hindurchdränge. Die erste Zeit ging alles ganz wunderschön. Anny war so sehr mit ihrer Säuslichkeit beschäftigt, so überglücklich mit all dem Neuen und Schönen, das die Liebe ihr gegeben, daß sie weder ausging, noch irgendwelche Neigung verspürte, außer ihrem geliebten Tyrannen einen Menschen zu sehen. Und Ludlow überließ sich ganz dem frohen Gefühl, seinen schwer zu hütenden Schat sicher geborgen zu haben. Annys kleines Wohnzimmer, angefüllt mit allem möglichen Bric- a- brac, wurde von Ludlow, der ein großer Vogelfreund war, in eine richtige Voliere umgewandelt. Da flatterten und zwitscherten in unzähligen Käfigen die seltensten kleinen Vögel, und mitten darin saß Frau Anny selbst wie ein lustiger, anmutiger Vogel. Als nun aber die erste Freude und die erste Geschäftigkeit nachzulassen anfing, Ludlow wieder mehr aus dem Hause war, da begann Anny einen Blick auf die Nachbarschaft zu werfen. Ringsumher standen große Tenementhäuser, eins sah aus wie das andere und bot gar nichts, das zur näheren Beobachtung verlockt hätte. Wie sie noch so stand und etwas gelangweilt auf die öde, sonnendurchglühte Straße hinabblickte, wurde gegenüber ein Fenster in die Höhe geschoben, und der sehr hübsche Kopf eines jungen Mannes ward sichtbar, der, ein Opernglas vor den Augen, ganz ungeniert zu ihr hinüberschaute. Anny, sehr entrüstet ob so unerhörter Dreistigkeit, verschwand sofort von ihrem Be- Junge Ehe. Im Lande der Blutapfelsinen. obachtungsposten, hütete sich aber wohl, ihrem Charley etwas von ihrer Entdeckung mitzuteilen. Aber neugierig, wie die kleinen Frauen nun einmal sind, warf sie in den nächsten Tagen hin und wieder einen Blick auf jenes Fenster, und fast jedesmal entdeckte sie ihr hübsches Visavis an seinem Platz. Ganz allmählich und ohne irgendwelche Absicht von Annys Seite entwickelte sich nun eine kleine Bekanntschaft par distance. Zuerst war es ein schüchternes Sinüberlugen, dann erschien ein ebenso schüchternes Lächeln, dem dann ein noch schüchternerer Gruß seinerseits folgte, und der von ihr mit Erröten quittiert wurde, und so wäre am Ende eine telegraphische Verbindung ohne Draht hergestellt worden, wenn unser guter Charley nicht plötlich solch einen schüchternen Blick und ein ebenso leises Erröten aufgefangen hätte. Zuerst war er völlig erstarrt, dann fing er an, Anny auszufragen, und da sie ihm nicht mehr beichten konnte, als er mit eigenen Augen gesehen, begann er, einem erzürnten Zeus gleich, zu donnern. Anny, entsetzt über einen solchen Ausbruch, versprach alles, was er nur wollte, und der Friede war wieder hergestellt. Aber in Ludlow war das Mißtrauen geweckt und nicht mehr zum Schweigen zu bringen, und da er fürchtete, es könne zwischen den beiden durch die Fensternähe irgendeine Verbindung hergestellt werden, so verfiel er auf ein ganz eigenartiges Mittel, das zu verhindern. Annys Wohnzimmer lag neben der Küche, und eines schönen Tages hob Ludlow zwischen den beiden Räumen die Tür aus, öffnete sämtliche Vogelkäfige und ließ die kleinen Gefangenen heraus, dann sagte er seinem lieben Weibchen Adieu, schloß die Türe des Wohnzimmers ab und wußte nun Frau Anny in völliger Sicherheit. Im Lande der Goethe hat einmal gesagt:„ Wer Sizilien nicht kennt, der kennt Italien nicht." Der Altmeister der Dichtkunst sagte die Wahrheit. Denn die vielbesungene Insel Trinatria, wie Sizilien im Altertum hieß, bietet so herrliche landschaftliche Reize die italienischen Poeten besingen in ihren Liedern Sizilien als„ Garten der Sonne" so viele historische Sehenswürdigkeiten und andere Attraktionen jeden Genres, daß ein Besuch des Landes von einer Italienreise nicht ausgeschlossen werden darf. Statten wir zunächst dem armen verunglückten Messina, einen Besuch ab. M Ram man früher von Neapel oder Reggio, so blieb der Eindruck derselbe: Messina war Man wurde unliebliche Dichtung " Isabella oder der erinnert. Die wunlienhügel und Häuschen gewähpittoresken Anblick Messina wie eine herrlich gelegen. willkürlich an die von John Keats: Basiliumstrauch" dervollen Magnoschmucken weißen ren einen äußerst und ließen das alte ,, weiße Stadt" erscheinen. Von dem alten klassischen Messina war schon vor dem Erdbeben keine Spur mehr zu sehen. Die berühmten Tempel des Apollo und der Aphrodite, des Zeus und der Diana, des Castor und Pollux usw. sind von der Bildfläche verschwunden und als Goethe in Messina nach der einstigen Stätte des Herkulestempels suchte, konnte ihm niemand die Stelle zeigen. 5 Diese stand ebenso erzürnt als ratlos mitten unter den schwirrenden kleinen Gesellen, und da der August an furchtbarer Size nicht kargte, so war die Situation allerdings keine angenehme. Der junge Mann aus dem gegenüberliegenden Flat, der auf diese Weise seine still Angebetete feit Tagen nicht gesehen hatte, und dem die geschlossenen Fenster bei der unglaublichen Size auffielen, suchte dann eines Tages den einfachsten Weg auf, Näheres zu erfahren, er ging hinüber, Einlaß zu erbitten. Nun hatte er aber unglücklicherweise eine Zeit gewählt, in der Ludlow nach Hause kam, und da der Zufall ein abscheulicher Geselle ist, so erspähte unser Charley ihn bei seinem Eintritte ins Haus. In besinnungsloser Wut, ganz vergessend, daß seine Anny eingeschlossen war und niemand einlassen konnte, schwor er, die Ungetreue zu überraschen. Anny, nichts ahnend und mitten unter ihren zwitschernden Mitgefangenen, hört auf einmal die Glocke des Dumbwaiters Sturm läuten, und als sie die in die Küche mündende Tür desselben öffnet, kommt der Aufzug ganz langsam in die Höhe geächzt. Wer aber beschreibt ihr Entsetzen, als sie ihres Gebieters ansichtig wird, der in höchst unbequemer Stellung, feuchend vor Zorn, auf diese Weise sein Haus betritt. Über die Szene, die sich nun entwickelte, wollen wir lieber den Schleier sinken lassen, denn einen Mann in einer lächerlichen Situation zu sehen, ist immer ein mißliches Ding. Soviel aber wollen wir verraten, daß eine halbe Stunde später sämtliche Vögel wieder in ihren Behausungen waren, und unser Charley vor der kleinen Frau auf den Knien lag, heilig Besserung gelobend.-- Wir wollen hoffen, daß er sein Wort gehalten hat. Blutapfelsinen. E. 3. Inseln- Mostato di Lipari!- kommen in Sicht, auf denen wir den feuerspeienden Stromboli bemerken, dessen Lichtstrahlen den Schiffern in der Nacht als Wegweiser dienen. Milazzo bietet dem Archäologen ein reiches Studienfeld. Der bekannte englische Geschichtschreiber Edward Freeman berichtet in seinem Werke über Sizilien, daß man sich in Milazzo jahrelang aufhalten und immer neue Entdeckungen machen könne. In der Bai von Milazzo besiegten auch die Römer die bis dahin für unüberwindlich gehaltene Flotte von Karthago. Bei Milazzo schlug Augustus Sertus Pompejus und bei Milazzo war es, wo Marmorschleifer in Palermo. Aber dennoch bot das frühere moderne Messina genug des Interessanten. Echtes sizilianisches Volksleben kam in seinen Mauern zum Ausdruck und die berühmte Marina da Messina" oder der„ Corso Vittorio Emanuele" gehörten zu den südlichen Sehenswürdigkeiten. Heute beginnt sich Messina so langsam von der großen Katastrophe wieder zu erholen, aber es wird doch noch geraume Zeit dauern, ehe Messina wieder Messina geworden ist. Dennoch lohnt auch ein Besuch des im Entstehen begriffenen neuen Messina. Von Messina führt uns der Expreßzug nach Milazzo und von hier an der Küste entlang nach der sizilianischen Hauptstadt Palermo, die seit Messinas Unglück sozusagen erst recht die Stadt von Sizilien geworden ist. Aus den Coupéfenstern genießen wir eine herrliche Aussicht auf die Monti Peloritani und Nebrodi, sowie Le Madonie- Berge. Auch die LipariGeneral Bosco zur Ehe wir uns nach geben, das leicht einem Norddeutder MittelmeerYork zu erreichen noch einen kurzen daro und Cefalù. an klassischen Er1 Garibaldi der Dynastie der Bourbonen ein Ende bereitete und am 20. Juli 1860 den Übergabe zwang. Palermo be= von Genua mit schenLloyddampfer linie Genua- New ist, nehmen wir Aufenthaltin TinTindaro ist reich innerungen. Das griechische Theater ist sogar größer als das in Taormina, und die alten Stadtwälle sind die imposantesten in Sizilien. Freeman behauptet, daß das Gimnasio Romano von Tindaro das beste Erinnerungszeichen alter römischer Baukunst sei. Von dem Kloster Madonna del Tindaro genießt man eine prachtvolle Aussicht auf die Umgebung und das Meer. In dem reizend gelegenen Städtchen Cefalù werden wir durch die uns auf Schritt und Tritt folgenden Bettler zuerst in gerechte Entrüstung versetzt. Sobald wir jedoch vor dem herrlichen Mosaikkopf Christi in der Kathedrale stehen, haben wir die „ Landplage von Sizilien" vergessen und vertiefen uns in den Anblick dieses Meisterwerks, das den Mosait- Christuskopf in der Markuskirche von Venedig bei weitem übertrifft. Wir suchen noch den berühmten Tempel der Diana auf und eilen dann schnell zum Bahnhof, um den Zug nach Palermo nicht zu versäumen. Palermo! Der Hafen hat die edlen und vornehmen Linien des Golfs von Neapel und zeigt sich so hoch interessant, wie es eine große und prächtige Stadt und ein jäh abschüssiger Berg wie der Monte Pellegrino nur immer erwarten lassen. Der Monte Pellegrino( Pilgerberg) ist das Hauptwahrzeichen der 85