[ 23/4 kann. veinebe , erlo eordnete ießen. Tochter, Sohn, Sohn. Gohn, ohn. Elje. ter, Ma, Luise. n. atharine ne Toch ilhelm. ns Karl. Tochter, nge beilisabethe Cargarete ffurt. Faber, in Püttbach, mit Frant Zell. in Grie au. nit Kait Anna tha Reier, mit Schäfer, Fron Ohr in er, mit Elisaine Stör Kathaen. im, mit shausen, Gießen. ahr alt. Jahr alt. 68 Jahre. alt. e alt. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 88. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Nr. 172. Telephon: Nr. 362. Das Milizwesen. Der französische sozialistische Abgeordnete Jean Jaures hat soeben eine Schrift veröffentlicht, in der er seine Ansichten über die„ Heeresreform" ausspricht. Jean Jaures will ohne weiteres das Milizwesen der Schweiz auf Frankreich übertragen. Die heranreifende Jugend soll in einer Refrutenschule ausgebildet werden, die von allen 21 Jahre alten Jünglingen besucht werden soll. Nach dem Besuch der Rekrutenschule beginnt der eigentliche Dienst in dem sogenannten Bürgerheere, in dem der Soldat 14 Jahre bleibt. In dem Bürgerheere soll er im ganzen 8 Uebungen machen. Von diesen Uebungen haben 4 eine Dauer von 21 Tagen mit Schluß= manöver, 4 eine elftägige Dauer zur besonderen Ausbildung. In der übrigen Zeit ist der Bürgersoldat von jedem Dienst befreit. Dann kommt er vom 34. bis 40. Jahre in die Reserve, in der fein Dienstzwang besteht; vom 40. bis 45. Lebensjahre gehört er dem Land= sturm an, natürlich gleichfalls ohne Dienstzwang. Die Rekrutenschule soll von Berufsunteroffizieren und Berufsoffizieren geleitet, der Vorbereitungsunterricht von Bürgeroffizieren erteilt werden. In dem Bürgerheere In dem Bürgerheere sind die Unteroffiziere durchweg Bürgerunteroffiziere, während die Offiziere nur zu einem Drittel Berufsoffiziere sind. Die höheren Offiziere sollen fast ausschließlich den Abiturienten der höheren Schulen entnommen, und den Universitäten sollen besondere Abteilungen angegliedert werden, die für die militärische Ausbildung der höheren Offiziere zu sorgen haben. Diese Auserwählten sollen indessen vor jeder Beförderung einen mindestens dreiwöchigen Lehrgang durchmachen. Weiter befürwortet er freiwillige Schieß- und Marschübungen außerhalb der eigentlichen Wiederholungskurse. Sie sollen durch verschiedene Mittel besondere Förderung erhalten. Diese„ Reformvorschläge" haben bei unseren Sozialdemokraten begeisterte Aufnahme gefunden. Da ist es nicht mehr als billig, an einen nicht allzu weit zurückliegenden Vorgang zu erinnern: an die begeisterten Versuche der Berliner Studentenschaft, nach dem Tode König Friedrichs 7. von Dänemark im Herbst 1863 ein Freikorps zur Befreiung der Elbherzogtümer vom dänischen Joche zu begründen. ge= = Feierlich war er ins Leben gerufen worden unter der Führung von Berliner Studenten, und mit jugendlicher Begeisterung wurde sofort für die nötige Kriegstüchtig keit desselben durch fleißige Uebung des langsamen Schrittes und eines freiwilligen„ Kriegsmarsches" sorgt. Zum Glück für diese Helden machte aber der Himmel an dem für den Marsch festgesetzten Tage ein furchtbar griesgrämiges Gesicht. Es regnete in Strömen. Die unangenehme Folge war zunächst, daß mindestens zwei Drittel dieses„ Bürgerheeres" vorzogen, überhaupt zu Hause im warmen Bett zu bleiben und den Marsch Marsch bleiben zu lassen. Ein mutiges Drittel war aber doch bereit, den Kampf gegen das nasse Element mit den nötigen Regenschirmen aufzu nehmen. Mit diesen bewaffnet, zog das Heer vom Rendezvousplatz am Neuen Tore aus, geteilt in 2 Storps, den" Freund" und den" Feind", tapfer der Jungfernheide zu. Es kam aber nur bis Moabit. Um sich zunächst die nassen Füße ein wenig zu trocknen und zu erwärmen, ging der„ Feind" gleich bei der Ahrensschen Brauerei in Stellung, und das mutete den„ Freund", als er es durch seine Kundschafter erfuhr, so an, er ebenfalls seine Marschrichtung dorthin nahm. So erfolgte der erste Zusammenstoß auf der Veranda des damals viel besuchten Brauhauses. Diese„ Marschübung" zog sich bis nach Mitternacht hin, wo endlich mit der zehnten Tonne ahnungsvoll die letzte der Düppeler Schanzen erstürmt wurde und„ Freund“ und„ Feind" manchen Braven auf der Walstatt ließen. daß be= Das war die erste und die letzte Tat des rühmten„ Bürgerheeres" von 1863. Jn Schleswig- Holstein selbst überließ es vorsichtig und flug nunmehr den Vorantritt bei den kriegerischen Operationen der„ abgeschlossenen Kaste" der 35er und 60er, die als echte Berliner Kinder bewiesen, was sie als wohlerzogene„, Leibwache des Königs" zu leisten vermochten. Reichstagswahlvorbereitungen. In der in Friedberg stattgefundenen Versammlung der nationalliberalen Vertrauensmänner des Reichstagswahlkreises Friedberg- Büdingen wurde Amts= gerichtsrat Strad zu Gießen einstimmig als Kandidat für Friedberg- Büdingen für die kommende Reichstagswahl proklamiert und es einstimmig für gut ge= der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 25. Juli 1911. | heißen, daß der Kandidat im Falle seiner Wahl sich| als Hospitant der nationalliberalen Fraktion anschließt. Die Beschlüsse der anderen bürgerlichen Parteigruppen bezüglich Annahme der gemeinsamen Kandidatur Strad stehen noch aus. * Landtagswahlvorbereitungen. In der in Darmstadt abgehaltenen Versammlung der sozialdemokratischen Partei wurde Redakteur Knoblauch als Landtagskandidat für Darmstadt aufgestellt. In Weinheim fand letzte Woche unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Borheimer- Worms, als Vorsitzender des Reichstagswahlbezirks, eine aus den Gemeinden des Landtadswahlkreises Heppenheim Viernheim gut besuchte Vertrauensmännerversammlung der Zentrumspartei statt. Der bisherige Abgeordnete Uebel wurde einstimmig wieder aufgestellt. Der Vorstand des 1. oberhessischen Reichstagswahlkreises GieBen- Grünberg- Nidda der nationalliberalen Partei hielt in Gießen eine Besprechung über die bevor= stehenden Wahlen zum 35. Landtag ab. Es wurde einstimmig die Ansicht ausgesprochen, daß in den einstimmig die Ansicht ausgesprochen, daß in den in Frage kommenden Landtagswahlkreisen ein Zusammengehen mit der fortschrittlichen Volkspartei stattfinden solle. Eigene Kandidaten wurden infolgedessen noch nicht in Vorschlag gebracht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. Juli. Ein starkes Gewitter, das den lang= ersehnten Regen brachte, zog in der letzten Nacht gegen 2 Uhr über unsere Stadt. Die erhoffte Abkühlung hat es aber nicht gebracht, sondern nach wie vor sendet die Sonne mit unverminderter Kraft ihre Strahlen auf die Erde nieder. das ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 BigExtrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Biedenkopf, 25. Juli. Der Tierzuchtinspek for Herweg aus Handorf i. W. ist zum Tierzuchtinspel for für das Zuchtgebiet der Vogelsberger Rasse mit dem Dienstwohnsitz Biedenkopf bestellt worden und hat seinen Dienst bereits angetreten. Marburg, 25. Juli. Als Rektor der Universität für das Amtsjahr 1911-12 wurde Professor Dr. Schent, Direktor des physiologischen Instituts, gewählt. Frankfurt, 25. Juli. Die diesjährige Rog genernte ist zurzeit auf dem Gelände beiderseits der Mainzer Landstraße in vollem Gange. Den Arbeiterinnen, die die Aehren in Garben binden, folgen alsbald die großen Leiterwagen, und die Frucht wird direkt" verladen und nach der Scheune gefahren, so daß Roggen, der um 3 Uhr noch auf dem Halme stand, schon um 6 Uhr auf der Tenne lagert. Die Frucht ist überreif, die Halme, ja selbst die Achrenkolben sind von der Hitze derart dürr, daß sie beim Anstoßen abbrechen und viele Körner ausfallen. *) Heidelberg, 25. Juli. Infolge der abnormen Hitze sind bei Schweinetransporten aus Norddeutschland nach den Städten Heidelberg, Mannheim und Neustadt etwa 250 Schweine umgefommen. Die Ladungen waren vorschriftsmäßig expediert, sodaß weder dem Transporteur noch der Bahn eine Schuld zuzumessen ist. Der Berliner Zeitungsstreif und die Inferenten. Was besonders interessiert, das ist die Tatsache, daß durch den Streik den Inserenten unwiderleglich der Wert der 3eitungs Annoncen dargetan worden ist. Eine Rundfrage, die der Zeitungs- Verlag in großen Berliner Geschäften, namentlich in den Warenhäusern vorgenommen hat, hat ergeben, daß durch den Wegfall der großen Anzeigen in den Tageszeitungen eine wesentliche Besuchs- und Umsatzverringerung in den Geschäften hervorgerufen worden ist. Ueber die Höhe des Ausfalls waren genaue Angaben nicht zu erhalten. Einzelne Geschäftsinhaber gaben rückhaltlos zu, daß sie durch den Fortfall der Insertion einen empfindlichen Einnahmeausfall gehabt haben. Eine der größten Berliner Firmen hat die schädigende Wirkung des Streiks für die Inserenten sofort erkannt und ohne Zaudern.ihre Vorsichtsmaßregeln getroffen. Sie ließ noch am Sonnabend von ihren im Satz bereits stehenden An* Aus Oberhessen, 25. Juli. Die Maul und Klauenseuche greift in Oberhessen bedenklich um sich. Auch im Kreise Büdingen, der bisher noch underfeucht war, ist sie gestern ausgebrochen und zwar in dem Orte Hitzkirchen im südlichen Vogelsberg. Die Behörden scheinen in Anbetracht der großen Gefahr jetzt noch strengere Maßnahmen anzuwenden, zumal Bauernfest am Sonntag die Seuche nach Bettenhausen brachte. So ist das beabsichtigte Posaunenfest des Oberhessischen Posaunenchor- Verbandes in Wetterfeld aufzeigen 600 000 Prospekte drucken und diese durch 400 später verlegt worden. Auch die Sperren und andere Sicherheitsmaßregeln werden strenger durchgeführt. In Oberhessen ist jetzt nur noch ein Kreis von der furchtbaren Seuche verschont geblieben, der Kreis Alsfeld. In Holzheim, Ettinghausen, Oberhörgern und Eberstadt breitet sich die Seuche immer noch aus. Wie verlautet, besteht die Absicht, in Holzheim sämtliches Kiauenvieh abzuschlachten. *) Alsfeld, 25. Juli.( Radfahrerfest.) Der hiesige Radfahrerklub„ Brabant" feierte sein 10jähr. Stiftungsfest am letzten Sonntag. *) Offenba ch, 24. Juli. Die feierliche Grundsteinlegung der evangelischen Friedenskirche hat gestern stattgefunden. *) Offenba ch, 25. Juli. In einer Versammlung der Milchhändlervereine von Offenbach und Umgegend wurde am Montag beschlossen, den Milchpreis vom 1. August an von 22 auf 24 Pfennig zu erhöhen. Darmstadt, 25. Juli. Die hessische Handwerkskammer teilt mit, daß am 31. Juli der Melde= schluß für die Meisterprüfung ist, und daß nach diesem Termin Anmeldungen für dieses Jahr nicht mehr angenommen werden. Aus Rheinhessen, 25. Juli. Der pracht volle Stand der Obstbäume wird durch die Hize ungemein benachteiligt, da die noch nicht reifen Früchte, besonders aber die Zwetschen wegen Mangels an Feuch tigkeit abfallen. -b= Weilburg, 25. Juli. In der unlängst stattgehabten Generalversammlung einigte man sich, daß das Gebiet der Museumserwerbungen vorzugsweise den Oberlahnkreis, und zwar nicht nur Altertumsgegenstände, sondern auch merkwürdige Funde in historischer Beziehung umfassen soll. Ferner sollen Briefe und Tagebücher der Veteranen von 1864, 1866 und 1870-71 ge= sammelt werden. Es ist Aussicht vorhanden, daß die „ großherzoglich- luxemburgische Schloßverwaltung außer geeigneten Räumlichkeiten im Schlosse auch noch wertvolle Gegenstände aus dem Schlosse, die sich Ausstellung im Museum eignen, leihweise zur Verfügung stellen wird. 177 zur Austräger in Groß- Berlin und Vororten verteilen. Interessant ist es, die durch eine solche Prospektverteilung entstehenden Kosten einmal zu berechnen. Ganz niedrig veranschlagt fosten 600 000 Prospekte, Druck und Papier pro 1000 4 Mart gleich 2400 mt. Verteilen pro 1000 3 Mart gleich 1800 Mart. Summa 4200 Mark. Für ganzseitige Anzeigen in den größten Berliner Blättern geben die großen Kaufhäuser aber durchschnittlich pro Insertion 3000 Mark aus, so daß gegenüber der Prospektreklame mit direkter Verteilung von Haus zu Haus bei der Insertion eine Minderausgabe von 1200 Mark zu verbuchen ist, ohne daß die Reklamewirtung eine geringere wird. Im Gegenteil. Die durch den Zeitungsstreit herbeigeführte Einnahmeverminderung auf der einen und Erhöhung der Reklamespesen auf der anderen Seite stellt also einen ganz konkreten Fall dar, der die Bedeutung der Anzeigen für den täglichen Geschäftsverkehr zur Genüge kennzeichnet. Es läßt sich gar nicht leugnen, daß selbst bei stärkster Konkurrenz die Anzeigen in den Tageszeitungen eine ganz wesentliche Belebung des Marktes durch Steigerung der Kauflust herbeiführen. Die Hausfrau ist heute gar nicht mehr daran gewöhnt, Straße auf Straße abzulaufen, um in den Geschäfts= auslagen nach ihren Wünschen entsprechenden Dingen zu suchen. Es ist ihr vielmehr zur Gewohnheit geworden, morgens am Kaffeetisch bereits die Anzeigen in der Zeitung zu studieren, um günstige Einkaufsgelegenheiten festzustellen. Sache der Verleger ist es nun, aus Tatsache, daß durch diesen bestimmten Fall anläßlich des Berliner Zeitungsstreits nicht nur die Nützlichkeit, sondern vielmehr die unbedingte Notwendigkeit des Inserierens für den täglichen Warenverkehr glatt bewiesen worden ist, die rechte Nuzanwendung zu ziehen und allgemeine Einwände gegen die Zweckmäßigkeit von Anzeigen durch den Hinweis auf diese beweiskräftige Tatsache zu widerlegen. Der angebliche Mißerfolg der Inserenten hat meistens seinen Grund nicht in der Minderwertigkeit der Zeitung, sondern vielmehr in der wenig zweckmäßigen Fassung der Anzeige oder in der Absatz. Untauglichkeit des Reklameobjekts für einen größeren der Französische Saharapolitif. Von einem Kenner der Verhältnisse wird uns geschrieben: Ein dichter Schleier verhüllt zur Zeit die deutschfranzösischen Verhandlungen über Maroffos Bufunft, und mit begreiflicher Spannung wartet man hier auf das Ergebnis der wichtigen Auseinandersetzungen. Das Schicksal des nordwestlichen Afrifas wird jetzt in BerIin entschieden, woselbst der einflußreiche französische Botschafter Cambon mit Herrn v. Niderlen- Wächter um die deutsche Einflußsphäre möglichst enge Maschen zu Inüpfen fucht. In den französischen Kreisen in Tanger herrscht indessen völlige Zuversicht, daß Frankreich auf dem Marsche tft, ein riesiges afrikanisches Reich gung oder Entrüstung zu äußern. Dazu wird erst gett sein, wenn autorisierte Mitteilungen über den Ausgang der diplomatischen Angelegenheit vorliegen." Das Befinden des Prinzregenten Luitpold von Bayern soll in letzter Zeit sehr zu wünschen übrig lassen. Seit Anfang Juni sind mehrfach leichtere und schwerere Ohnmachtsanfälle aufgetreten, die der näheren Umgebung zu ernsteren Besorgnissen Anlaß boten. Zwar hat der greise Fürst seine äußere Lebenshaltung seither nicht wesentlich einzuschränken branchen und hat noch in letzter Zeit auf seinem Schloß Hohenschwangau Gäste empfangen und seine gewohnten Ausflüge gemacht. Doch darf man sich nicht verhehlen, daß die sich mehrenden Schwächeanfälle als Begleiterscheinungen des hoden Alters große Beachtung verdienen. zu gründen, das ihm nicht nur unermeßlichen wirtschaftItchen Vorteil verschaffen, sondern auch die ersehnte Verstärkung des französischen Heeres durch afrikanische Truppenförper bringen wird. Immer weiter hinaus schweift der begehrliche Blick der Franzosen. Das große Sandmeer der Sahara soll nun auch zu einem französischen Meere umgeformt werden. Eine französische Stamelrettertruppe, die Meharisten, übt beretts, soweit es ihr möglich ist, die Polizei in diesem ungeheuren, sonst von niemand beanspruchten Gebtete aus. Frankreich steht vor der ein Riesenmaß von Geduld und Beharrlichkeit erfordernden Aufgabe, die Grenzdistrifte seiner nordafrikanischen Besitzungen gegen die Ueberfälle von Nomaden zu sichern, die im Wüstensand geStählt, von Habsucht und religiösem Fanatismus getrieben, ihre färgliche Eristenz durch Beute zu bereichern streben. Da dte Defensive in solchen militärischen Aufgaben unverhältnismäßig große finanzille Opfer erfordert, liegt die Offensive nahe. Die Grenze sichern heißt sie erweitern, und da Frankreich die besten Ausfichten hat, weltpolitische Hindernisse in seiner Afrikapolitik in Berlin zu beseitigen, so geht es mit Macht daran, seine Einflußsphäre in den Ländern, die man als Küstenstriche der Sahara bezeichnen kaun, auszudehnen und den Kranz zu schließen. Der Landtag in Gera( Reuß f. L.) genehmigte ein Nachtragsgesetz zum Volksschulgesetz, welches bestimmt, daß im Fürstentum die geistliche Schulaufsicht beseitigt wird. Es sollen Landesschulinspektoren angestellt wer= den, die lediglich Fachmänner sein müssen. Selbstverständlich bleibt der Kirche das Recht über die Beaufsich= tigung des Religionsunterrichts in den Schulen auch in Zukunft gewahrt. Jedoch darf die Revision dieses Unterrichts durch Geistliche nur alle sechs Jahre erfolgen. Ein blutiger Kampf zwischen einem Gendarm und Zigeunern spielte fich am Sonnabend bet Hechtsheim in der Nähe von Mainz ab. Der Wachtmeister wollte einen steckbrieflich verfolgten Zigeuner verhaften. Die Bigeuner leisteten bewaffneten Widerstand. Der Bes amte erhielt eine Rugel in den Unterleib und stitrate schwer verletzt vom Pferde. Er ringt im Krankenhaus mit dem Tode. Die Bande wurde bis jetzt ergebnislos von der Mainzer Polizei verfolgt. Der bayerische Landwirtschaftsrat hat mit allen gegen eine Stimme, nämlich die des Reichsrats Freiherrn von Thüngen, beschlossen, das Kriegsministerium zu bitten, mit Rücksicht auf die Maul- und Klauenseuche in diesem Jahre von Manövern abzusehen oder sie wenigstens einzuschränken. In der Sahara selbst ist zwar nichts zu holen. Der Plan, die Witste in ein Meer zu verwandeln und da= durch die sie umgebenden, in Naturschäßen reichen Länder dem Verkehr zu erschließen, ist ebenso problematisch wie die Hoffnung auf unterirdische Schäße. Anderersetts ist das ungeheure Gebiet leichter zu unterwerfen als es auf den ersten Blick scheinen möchte. Es gibt in diesem Gebiet eine verhältnismäßig geringe Zahl von Strategischen Punkten, auf deren Besuch die Nomaden zum Zwecke der Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln angewiesen sind. Wer diese Punkte besetzt hält, beherrscht alle Straßen, er ist der Herr der Wüste. Standalfzenen auf einer Radrennbahn. Auf der Cölner Radrennbahn fam es gestern infolge der Anfündigung der Direktion, daß die letzten Läufe wegen der unerträglichen Temperatur erstDienstag abend ausgeführt werden sollen, zu großen Standalszenen. Die Menge demolierte die Bahn und zertrümmerte die Bara riere. Ein Flieger im brennenden Apparat. Bei einem Versuch des Cölner Fliegers Soujot, mit seinem Apparat aufzufteigen, geriet diefer in Brand und wurde vollständig zetört. Houjot selbst rettete sich durch einen Sprung auf die Erde und blieb unverlegt. Die spanisch- französischen Zwischenfälle in Elkhar mehren sich unheimlich. Noch harrt die Affäre des französischen Leutnants Thiriet der Beilegung, die vermutItch nicht leicht herbeizuführen sein wird, da jeder Tell dem anderen die Schuld zuschiebt. Und jetzt wird abermals ein ernster spanisch- französischer Streitfall, der dritte in sechs Tagen, gemeldet. Sein Opfer ist wieder der französische Leutnant Thiriet, der am Tage nach feiner ersten Sistterung aufs neue von den Spantern verhaftet worden ist. In der französischen Presse wird in scharfen Worten vollste Genugtuung für die spantscheit Uebergriffe verlangt. Um die Verbindung zwischen den Stationen aufrecht zu erhalten, hat der französische Oberkommandierende das geeignete Instrument in der Meharistentruppe geschaffen. Diese Kamelreiter legen im Bedarfsfalle 150 Silometer den Tag zurück und ermöglichen es, die Nomaden auch auf ihren Wanderzügen zu fassen. Die Organisation der Streifforps, die zuerst im Süden von Algerien erprobt wurden, stteß im Sudan auf Schwierigkeiten, weil die französischen Offtztere ein Vorurteil gegen Refruten aus den Saharastämmen haben und die Neger bevorzugen, die mit dem Kamel nicht umzugehen wiffen. Aber die Ausbildung des Meharistenwesens macht auch im Sudan Fortschritte und wenn es vollendet sein wird, werden, wie französische Militärs berechnen, 10 bis 12 Kompagnien genügen, um Ruhe und Sicherheit in der ganzen Sahara zu schaffen. Alsdann erStreckt sich Ein Unfall beim Scheibenschießen des 17. Pionterbataillons hat sich am Sonnabend in Mülheim a. RH. ereignet. 3wet Soldaten, die sich vermutlich zu frith aus der Deckung gewagt hatten, wurden an Brust und Armen schwer verlegt. Sie mußten in das Garnisonlazarett in Cöln geschafft werden. Eisenbahnattentate ohne Ende. Auf der Bahnlinie Paris- Havre wurde in verflossener Nacht in der Nähe von Rouen in verbrecherischer Absicht die rote Glasscheibe einer Signallaterne entfernt. Das Verbrechen wurde rechtzeitig entdeckt und dadurch großes Unglück verhittet, da sonst ein Zusammenstoß zwischen zwei Personenzügen erfolgt wäre. 3wist im spanischen Königshause? Etn Brüsseler Blatt will aus Madrid erfahren haben, daß die Königin Vittoria die Reise, die sie morgen anzutreten gedenkt, wegen Zwistigkeiten mit der Königin- Mutter Marte Christine unternimmt. Sie habe erfahren, daß die Röntgin- Mutter eine scharfe Marokkopolitik begünstige, worauf die Königin Vittoria thr Vorhaltungen wegen threr Einmischung in die Regierungshandlungen ge= macht habe. Es soll zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen sein, die die Königin veranlaßte, thren Gemahl zu bitten, ihr einen längeren Erholungsurlaub im Auslande zu gestatten. das afrikanische Kolonialreich Frankreichs vom Atlantischen Ozean bts an die Libysche Wüste, vom Mittelmeer bis zum Bufen von Guinea. Aus Berlin, wohin sich der französische Blick sett Algeciras mit dem Gefühl des Unbehagens wandte, erwartet man jetzt die Unterschrift unter die neue afrikanische Landkarte. Die fühne Draufgängerpolitik Frankreichs hat kaum erträumte Erfolge erzielt. Rundschau vom Cage. Politisches. Kleine Nachrichten. Der deu reren Norddeu um fich Ruberfte feboch a bitt bein großes fenbett miffe be Opfe bag war peratur lim und Bisigläg infolge Nieb auf lebenben Im Frei Babender troffen u Frant wit ber Bliz Bflegetoch Grau wit Berei Elation Belbelber fenwärter bang awi raubt Bruchfalnigletfen im legten gen und ofort zur ben wäre Betrac mit Silfe fang ein Rach Wie furgem b roda in rer Ste lih in der Ferner w ben auf d reichen. G einsvorsta bel Verein Mittel hat blatt" fchr willigen Striche, di plöblich ufommen ben Tag fa teit, um, m Aus Furcht vor einer Operation ist gestern nachmittag ein 27 Jahre alter Kaufmann aus der Steglizer Straße in Berlin freiwillig aus dem Leben geschie den. Er hatte ein Magenletden und sollte zu einem ärztlichen Eingriff nach einer Privatklinik gebracht werden. Während der Krantenwagen unterwegs war, um thn abzuholen, schoß er sich eine Revolverfugel in die rechte Schläfe und war sofort tot. Bäderfrequenz. Baden- Baden 39 505; Badenweller 4557; Brückenau 2489; Davos 15 865; Gms 12 643; Karlsbad 42 978; Setssingen 22 479; Königstein 4578; Kreuznach 8428; Langenschwalbach 4068; Marienbad 19 917; Nauheim 22 601; Neuenahr 15 082; Niendorf 2891; Oberstdorf 6528; Orb 3256; Pyrmont 21 084; Salzungen 3242; Sooden- Werra 3980; Soden 2959; Travemünde 6217; Warnemünde 11 178; Westerland- Sylt 13 028; Wildungen 7866. Die schweigsamen Staatsmänner. Die„ Norddeutsche Allgem. 3tg." schreibt in ihrer Wochenrundschau: „ Ueber den gegenwärtigen Stand der zwischen der deutschen und der französischen Regierung wegen der Lage in Marokko schwebenden Verhandlungen können keine amtlichen oder halbamtlichen Mittellungen in der Presse gemacht werden. Das Gleiche gilt erst recht inbezug auf den weiteren Verlauf und die möglichen Ergebnisse der Verhandlungen. Es ist daher zum mindesten voretlig, über vermeintlich offistöse Angaben Befriedi23) Jugendfreundschaft. Aus den Gerichtssälen. Grauenhafte Mißhandlungen des eigenen Kindes führten das Ehepaar Littmann aus Heppens vor die Straffammer des Landgerichtes in Oldenburg. Das noch nicht vier Jahre alte Kind wurde mit Stöcken und Lederriemen blutig geschlagen, mit dem Gesicht in den eigenen Kot gedrückt und dergleichen mehr. Auch wurde nachgewiesen, daß das Kind einen ganzen Tag lang nichts zu essen befam, als ein Stück mit Schmierseife Pfeffer und Salz belegtes Brot. Nach der von den Nachbarn erstatteten Anzeige wurden noch weitere Grausamkeiten bekannt. Auch wurde das Bett des Kindes in fammerwürdigem Zustand vorgefunden; das Bettstroh war nichts weiter als verschimmelter Mist. Das Gericht ging in Anbetracht der unerhörten Brutalitäten der unnatürlichen Eltern über den Antrag des Staatsanwaltes, der zwei Jahre Gefängnis beantragt hatte, hinaus und verurteilte die beiden zu je drei Jahren Gefängnis. Bum Reftor der Universität Leipzig für das Untversitätsjahr 1911/12 wurde der Professor der Theologte Geheimer Kirchenrat Dr. Heinrici gewählt. Der entthronte Cook. Die Geographische Gesellschaft in Kopenhagen hat die Ernennung des bekannten Nordpolentdeckers" Cook zum Ehrenmitglied und die Verleihung der goldenen Medaille nunmehr offiziell annulliert. Aus dem Zirkus May entsprangen nach einer Marienburger Meldung zwet Tiger. Der eine wurde eingefangen, nachdem er zwet Pferde zerfleischt hatte. Den zweiten fonnte man erst wieder einfangen, nachdem er einem Bändiger den Arm zerrissen hatte. Roman von G. v. SchItppenbach. ( Nachdruck verboten.) Uchatscheff sprach und gestikulierte lebhaft; in furzer Zeit wiederholte er dreimal dasselbe und als der Diener den Befehl, Zigarren zu bringen, nicht schnell genug ausführte, geriet Uchatscheff in Zorn.- Der Nervenarzt beobachtete das alles und zog seine Schliffe. Wieder ein Eisenbahnunglück. In Quedlinburg stteß gestern vormittag der Magdeburger Eilgüterzug mit einer Bugmaschine zusammen. Ein Viehbegleiter wurde aus dem Packwagen geschleudert und getötet. Die Maschinen wurden zertrümmert. Die Gleise mußter eine Beit lang gesperrt werden. „ Also, das ist der Mann der armen jungen Frau," dachte Alfred," es ist gut, daß ich Zutritt zu ihrem Hause habe; vielleicht kann ich jetzt die Pflicht der Dankbarkeit abtragen gegen die Jugendfreundin meiner lieben Mutter!" Achtes Kapitel. Vermischtes. Ein neuer Juwelendiebstahl. Die Deckeneinbrüche bet Berliner Juwelteren scheinen jetzt epidemisch zu werden. In der Nacht zum Sonntag ist wieder ein Einbruch in ein Juwelengeschäft verübt worden. Dies mal hatten sich die Einbrecher in der Neuen Königstraße den Laden des Juwelenhändlers Mocsart zum Schaus play threr nächtlichen Tätigkeit gewählt. Sie begaben sich in eine Wohnung über dem Juwelierladen, die feit einiger Zeit unvermietet ist. Von dort aus durchbrachen sie mit Bohrern die Decke und famen auf diese Weise in den Laden hinein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es sich um dieselben Diebe wie in den früheren Fällen handelt. Einer der Diebe stieg in den Laden hinab und traf hier eine Auswahl unter den vorhandenen Goldund Silberwaren. Der Geldschrank, in dem die wertvollsten Sachen lagen, blieb merkwürdigerweise unberührt. Vermutlich sind die Diebe gestört worden. Den Rückweg traten sie wieder durch die Decke an. Im ganzen haben sie Gold- und Silbersachen im Werte von ungefähr 3000 erbeutet. Noch ein Opfer des Müllheimer Eisenbahnunglücs. Der bet dem Eisenbahnunglück schwer verlette Regierungsbaumeister Nürnberger aus Lörrach ist im Hospttal in Müllheim gestern morgen seinen Verlegungen erlegen. Das Gerücht von dem Selbstmord des verhafteten Lokomotivführers Platten bestätigt sich nicht. Man redete ihm zu, eine junge Frau zu nehmen, aber Rosen meinte:„ Ehe nicht das letzte Markstück bezahlt ist, eher heirate ich nicht, ich will nicht, daß meine Sau wie eine Magd arbeitet, fie soll es gut haben." So wurde Rosen fast vierzig Jahre alt. Wenn die Felder in Lachsdienen in goldenen Aehren wogten und die Wiesen in saftigem Grün prangten, sagen die Nachbarn:„ Der Adolf Rosen versteht seine Sache, der wird noch reich werden." Verfuchter Batermord. In Schoppau bet Karlsbad versuchte der Fleischer und frühere Kaufmann Louis Scheller, um schnell in den Besitz der Erbschaft zu kommen, seinen schlafenden Vater zu ermorden. Er feuerte durch das Schlafstubenfenster zwei Revolverschüsse ab, die glücklicherweise beide fehlgingen. Scheller richtete die Waffe dann gegen sich selbst und verletzte sich schwer durch zwei Schitise in den Mund. Darauf flitchtete er und versuchte sich zu ertränken. Schließlich stellte er sich selbst dem Gericht. Ein amerikanisches Kompliment für den deutschen Schiffsban. Ein etwas unfreiwilliges Kompliment wurde, nach der N. pol. Korr.", unlängst in Amerika heimzuführen, beschäftigte er sich oft damit. Das Bild der zukünftigen Herrin von Lachsdienen war etwa folgendes: " Hübsch braucht sie nicht zu sein, darauf sehe ich nicht, gesund und frisch ist mehr wert. Klavier braucht sie nicht zu spielen, ich verstehe nichts von Musik, das Jagdhorn, das Bellen der Meute und das Balzen des Auerhahns ist für mich das schönste Konzert. Allzuviel Bildung ist entbehrlich, sintemalen ich selbst nicht studiert habe; ich möchte nicht, daß mich meine Frau übersicht. Sie muß vernünftig und praktisch veranlagt sein und das Landleben der Stadt vorziehen. Leidenschaftmliche Liebe erwarte ich nicht, sie muß mir nur von Her" Hm, ob mich wohl noch eine nimmt?" dachte er, zen gut sein und mir wie ein treuer Kamerad zur Seite „ bin ein alter Kerl geworden, bald vierzig Jahr und gehen, Hand in Hand mit mir. Wo finde ich solch ein der Haarwuchs ist gelichtet, die liebe Sonne hat mich Wesen?" braun gebrannt, schön ist anders." " Jetzt könntest Du eine Frau nehmen," dachte der Landwirt,„ Schulden sind nicht mehr da und ein rundes Summchen Itegt auf der Bank." Er dehnte die mächHigen Glieder. In der Dorotheenstraße. Ein entfernter Vetter Thekla Grotenbachs, Adolf Rosen, kam in Geschäften nach Berlin und stieg in der Pension seiner Kusine ab, die er ab und zu in Memel besucht hatte, denn Rosens Gut lag in Ostpreußen, es hieß Lachsdienen und war nur einige Eisenbahnstatio nen von Memel entfernt. Unter schweren Bedingungen übernahm Adolf Rosen das von seinem Vater schlecht bewirtschaftete Gut, das mit Schulden belastet war. Jahraus, jahrein blieb der junge Landwirt in der Einöde seiner Wälder. Es gab wenig Nachbarschaft um Lachsdienen herum, zweimal im Jahre reiste Rosen zur Stadt, um die Schulden zu bezahlen, die sein Vater gemacht hatte und mit denen es der brave Sohn sehr genau nahm. Er versagte sich alles und griff selbst überall an. Jumer strasser wurden die Beutel, in denen das ehrliche, sauer verdiente Geld zur Bank gebracht wurde, nach und nach hob sich das verwahrloste Gut unter der Umsicht des tüchtigen Wirtes. Er strich sinnend über den großen rotblonden Vollbart, mit langen Schritten durchmaß er das Zammer. „ Wäre doch schön, so etwas Liebes um sich zu haben," fuhr er in seinen Gedanken fort,„ jemand, der neben mir sigt, wenn der Herbstwind um das alte Haus heult und in den Schloten ritttelt, jemand, der mich erwartet, wenn ich im Winter durchfroren heimkehre und der mich tm Sommer vom Felde abholt. Ein freundliches Lächeln glitt über seine Züge, er qualmte energisch aus seiner furzen Pfeife, seiner treuen Begleiterin in seinen vielen sorgendollen Stunden. Rosen hatte dankbare Anhänglichkeit für diesen „ Sorgenbrecher", wie er seine Pfeife nannte. Der Knaster, den er rauchte, hatte einen beißenden Geruch, jetzt hätte er den billigen Tabak durch echte Havannazigarren erfezzen önnen, aber er dachte nicht daran in seiner Auspruchslosigkeit. As Rosen erst den Gedanken faßte, eine Frau Rosen ließ die jungen Mädchen seiner Bekanntschaft Revue passieren. Keine entsprach dem Bilde, das er sich ausmalte. Tagelang grübelte er, endlich glaubte er etwas Passendes gefunden zu haben. „ Ich hab's! Lina Grotenbach, das ist die rechte!" rief er erfreut, sie ist nicht mehr jung, sie ist praktisch und tüchtig, ich reise nach Berlin zu Thekla." Schmunzelnd strich Rosen seinen Bart. Gesagt, getan; er reiste wirtlich. Das war das vorgebliche Geschäft, das ihn nach der Reichshauptstadt führte. Unterwegs hielt er sich in Tilsit auf, um einige Rassetühe zur Aufbesserung seiner Herde zu kaufen, mit großer Gründlichkeit erledigte er diese Sache, dann erst kam das Persönliche an die Reihe. In der Pension Grotenbach begrüßte man den Verwandten herzlich; er blieb einige Wochen in Berlin und sab sich alles an. Klaras frische Aeußere, ihre Tüchtigfeit bei der Führung des großen Haushaltes gefielen Adolf Rosen, so daß er sich schließlich zu Linas verjüngtem Ebenbilde hingezogen fühlte.( Fortsetzung folgt.) Menden Se Birtshaus aß vor g swilliger libre Birkung d Das G Der Sohn Mihe von franzöfifche Abbes in S hes Gerid and entiti mehrfacher das fic ami hat, ift es E bekomm wiederum Der Ki m bunde Berteidigers homme de Me in dem war So felbft angel der Franzo ben. Auf General fag mehr. Die Graude monatiger wurde Gouverneur ben auch r fein Grab o tim einfache morden mit Arlener. ver Ir Seite." Fourbleres famen feines Beate Batte. Helden Beftore tin fret. ite obe mite nicht, dret La Wah, und rigen Jah morden. Gine hei nem hinter sur Exa Suth ge geben." rbie Fra und den ht fich Ser aig nach Heber di legliche Et drei Gr len Feljen Pets höhe unter Leb erten. Aber ethen. Gi te berfobite Bemes Leben retten. G boot guriict, S Banden lang Ciften reichte Stammt fet, Me Leiche ih Chicago wird Suronice burdy Ste Elenen, deren Lebenbe ber nb in te Ote Bea ste 18 08 Ser = en Ote a= [= ent h. ih id T= te p C= te d = e it 5 It δ ), a e It ch St Je it ſt TO g= et J der deutschen Schiffbautndustrie gespendet. Vor mehreren Wochen Itef der Dampfer Prinzeß Frene" des Norddeutschen Lloyd etne Werft in Newport- News an, um sich den bei einer Grundberührung abgebrochenen Rubersteven ersetzen zu laffen. Die Werft erklärte sich fedoch außer Stande, einen gleichen Ersatz zu liefern mit dem Bemerken, daß es ausgeschloffen fet, ein so großes Gußstück und von solch hervorragender Beschaf fenheit in den Vereinigten Staaten herzustellen; man müffe den Rudersteven in drei einzelnen Teilen Itefern. Opfer der Size in Berlin. Der gestrige Sonntag war der heißeste fett Menschengedenten. Die Temperatur betrug 32 Grad Celsius im Schatten. In BerIn und Umgegend wurden zahlreiche Personen von Sibschlägen getötet. Ein Bierfutscher aus Spandau fiel Infolge sigschlages vom Wagen, wurde überfahren und blieb auf der Stelle tot. Dem am Nachmittage heraufziehenden Gewitter fielen mehrere Personen zum Opfer. Im Freibad Müggelsee schlug der Blizz in eine Gruppe Badender. Ein zwanzigjähriges Mädchen wurde getroffen und fofort getötet. Ein Kaufmann und seine Frau wurden schwer verletzt. In der Wuhlheide traf ber Blizz eine Arbeiterfrau mit ihrer fünfjährigen Pflegetochter. Das Kind war auf der Stelle tot. Die Frau wurde vollständig gelähmt. Bereiteltes Eisenbahnattentat. Auf der badischen Station Langenbrücken der Hauptbahnlinie FrankfurtHeidelberg- Basel entdeckte vorgestern abend ein Stretfenwärter bet setnem Kontrollgang, daß eine Verbindung zwischen zwet Schienen an einer Stelle losgeschraubt war, fodaß der eben fällige Abendschnellzug Bruchsal- Heidelberg- Frankfurt bei voller Fahrt hätte entgleisen müssen. Glücklicherweise gelang es ihm noch im letzten Augenblick, den Zug zum Stehen zu bringen und den Schaden auszubessern. Nach Ansicht etnes fofort zur Untersuchung erschienenen Karlsruher Beamten wäre ficher ein Unglück passiert. Von fünf als Täter in Betracht kommenden Personen wurde auf Grund der mit Hilfe von zwei Polizeihunden geführten UntersuHung einer verhaftet. Man nimmt an. daß er die Tat aus Rache gegen einen Streckenwärter verübt hat. Wie man Säumige aufs Steueramt treibt. Vor turzem beschlossen die Gemeindebehörden in Zeulenroda in Thüringen, die Namen der Einwohner, die mit ihrer Steuerpflicht im Rückstand geblieben sind, öffentlich in den Wirtshäusern in Beulenroda auszuhängen. Ferner wurde verfügt, daß kein Wirt das Recht habe, den auf der Liste Stehenden trgend etwas zu verab= reichen. Ebenso haben dem Ortsstatut zufolge die Vereinsvorstände die Pflicht, alle, die auf der Liste stehen, bet Vereinsfestlichkeiten aus dem Saale zu weisen. Das Mittel hat schnell geholfen. Das„ Beulenrodaer Tageblatt" schreibt jetzt: Auf den Verzeichnissen der böswilligen Steuerrestanten mehren sich die schwarzen Striche, die die Namen der reumütigen Sünder, welche es plötzlich sehr ellig haben, ihren Steuerpflichten nachzufommen, mit dem„ Mantel der Liebe" bedecken. Jeden Tag fast erscheint eir Schußman: in hen Wirtschaften, um, mit Pinsel und Tusche ausgerüstet, ciner dürstenden Seele durch einen einzigen schwarzeit Stetch die Wirtshausehre" wiederzugeben. Wenn mcn bedenkt, baß vor gar nicht langer Beit noc 30 bis 60 solcher böswilliger Steuerrestanten vorhanden waren, während zett thre Zahl etwa 15 beträgt, muß man otc praktische Wirkung des Ortsstatuts unbedingt anetlemon. Das Schicksal eines deutscher Deervesesionärs. Der Sohn eines angesehenen abritbesters in der Nähe von Cöln befindet sich fett längerer Zeit in der französischen Fremdenlegion in her Garrison Sidi bel Abbes in Algter. Der junge Mann ist durch preußt= sches Gerichtsurtell als nicht dispositionsfähig erkannt und entmündigt worden. Trok dieser Tatsache und trot mehrfacher Vorstellungen bei dem luswärtigen Amt, das sich amtlich in dieser Angelegenheit in Paris bemüht hat, ist es bisher nicht gelungen, den jungen Mann frei zu bekommen. Neuerdings hat das Auswärtige Amt wiederum Vorstellungen in Paris erhoben. Der König von Graudenz. Am Sonntag fährte sich zum hundertsten Male der Todestag des berühmten Verteidigers von Graudenz, Wilhelm Reinhard de l'Homme de Courbiere, der einer von den wenigen war, die in dem Sturz von 1806/07 den Kopf oben behielten. Er war Kommandeur der von Friedrich bem Großen selbst angelegten Festung und 73 Jahre alt, als seitens der Franzosen die Aufforderuno crging, sich zu ergeben. Auf seine Weigerung ließ thm der französische General sagen, es gäbe feinen König von Preußen mehr. Die Antwort war:„ Nun, dann bin ich König von Graudenz." Er hielt die Stadt dann auch in einer elfmonatigen Belagerung. Nach dem Frieden von Tilfit wurde er deshalb zum Generalfeldmarschall und Gouverneur von Westpreußen ernannt. Er hat Graudenz auch nach dem Tode nicht verlassen, sondern hat fein Grab auf der früheren Bastion 3 gefunden. Auch ein einfaches Denkmal ist ihm in der Festung gesetzt worden mit der Inschrift: hm, dem unerschütterlichen Krieger. verdankt König und Staat die Erhaltuna diefer efte." Die hundertste Wiederkehr des Todestages Courbieres erinnert übrigens nicht nur an seinen un= beuafamen Mut, sondern auch an einen andern edlen Rua feines Charakters, an das Herz, das er für setne Peute hatte. Als der Könia nach dem Frieden den gretTent Helden zum Generalfeldmarschall und Gouverneur von Westureitken ernannte. stellte er ihm auch aletchAeitia fret. fich etne Gnade zit erbittert. Courbiere wünschte aber nichts für fich fondern bat. der Besakuna möchte nicht, wie damals üblich. alle fünf Tage. sondern alle drei Tage ein Brot verabreicht merden. Dies geschah, und mindestens bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ist an dem Brauche festgehalten worden. Eine heitere Begebenheit spielte sich dieser Tage in einem hinterpommerschen Dorfe ab. Die Braut hatte fich zur Trauung als Trauspruch den bekannten Text aus Ruth gewählt:„ Wo du hingehst, da will ich auch hingehen." Nachdem der Pastor seine Ansprache beendet und den Tert erläutert hat, richtet er an das Brautpaar die Frage: und wo willst du hingehen?" Da erhebt sich der Bräutigam und sagt mit Nachoruck:„ Vorläufig nach Berlin." Ueber die Waldbrände in Amerika werden neue entseßliche Einzelheiten aus Neuvort berichtet. So wird von drei Grubenarbeitern erzählt, daß sie auf einem steilen Felsen Zuflucht suchten, und als die Hize durch die stets höher schlagenden Flammen unerträglich wurde, unter Lebensgefahr bis zur Spitze des Felsens fletterten. Aber auch hier sollte ste thr grausames Schicksal erreichen. Sie wurden lebendig verbrannt. Man fand thre verkohlten Leichen vor. Mütter haben vielfach thr eigenes Leben aufs Spiel gesezt, um das ihrer Kinder zu retten. Eine Frau wies einen Platz im Rettungsboot zurück, da ihr Mann noch am Ufer weilte. Zwei Stunden lang stand sie im Wasser, das thr bis über die Süften reichte, und als sie erfuhr, daß ihr Mann verbrannt set, verblieb sie noch weiterhin im Wasser, um die Leiche thres Gatten in Empfang zu nehmen. Aus Chicago wird berichtet, daß sich die Zahl der Todesopfer des Huronsees weit über 200 beläuft. Viele Tausende find durch die Waldbrände obdachlos geworden. Ueberlebende der Waldbrände berichten fiber grauenhafte Szenen, deren Augenzeugen fte waren. Auf der rafenden Flucht vor den Flammen fielen viele zu Boden. Für die gab es fein Entrinnen mehr. Ganze Blehherden nahmen Reißaus und viele menschliche Flüchtlinge wurden von den Hufen der Tiere zermalmt. Ein gelehrter Sadträger. Wir lesen im Bester Lloyd": Auf der Liste der Sadträger der Neumannschen Spiritusfabrit in Arad steht seit einiger Seit auch der Name des unitarischen Geistlichen und diplomierten Juristen Dr. Johann György, der unverdrossen die schwere Tagelöhnerarbeit verrichtet. Dr. György, ein fanatischer Anhänger Tolstois, ein Apostel des Radikalismus, hat in seinen Bestrebungen, die Idee der Boltsbeglückung zu verwirklichen, bereits große Enttäuschungen erfahren. Sein intensives Interesse für Theologie ließ thn eine Zeitlang in Siebenbürgen als Professor dieses Fachs, dann als unitarischen Geistlichen wirken, doch trieb ihn ein Studieneifer alsbald nach Orford, wo er seine photophtschen Kenntnisse erwetterte. Im Laufe weniger Jahre bereiste er Rußland, England und Amerika. Nach seiner Rückkehr in dte Heimat erhielt er von dem Kollegium der Unitarier dte Stelle eines Profeffors, die er nach dreijähriger TäHgfett wegen seiner raditalen reformatorischen Ideen wieder verlassen mußte. Seit einem Jahr streifte er als Arbeiter im Bande herum und jetzt schleppt er die schweren Mehlsäcke in Arad. Er bewohnt eine fletne Hütte in der Vorstadt und arbeitet in den Abendstunden an seinem Werke, von dessen Erscheinen er die Erlöfung der Menschhett erwartet. Der Sarg als Geburtstagsgeschenk. Von einem feltfamen Familienbranch in China erzählt eine engItsche Wochenschrift. Wenn der Vater oder die Mutter thr 55. Lebensjahr erreichen, will es die Sitte, daß die Ilebenden Kinder sich zusammentun und den Eltern zu dem Freudentage mit ihrem Glückwunsch einen regelrechten Sarg zum Angebinde überreichen, der dann spä ter beim ersten Todesfall benutzt wird. So reklärt es sich auch, daß der Reisende im inneren China so oft im chinesischen Hause einen leeren Sarg stehen sieht, der geduldig auf die Erfüllung seiner Bestimmung wartet. Von einem unglaublichen Noheitsaft berichten rusfische Blätter aus Tscheljabinst in Südrußland. Der Bürgermeister Tastajew fuhr dieser Tage nach der Kretsstadt, um Knechte für die Erntearbeiten anzuwerben. Es war bereits Nacht geworden, als er im Wagen mit seiner Frau den Rückweg antrat. Dem betrunfenen Dorfgewaltigen schien es, als ginge das Pferd zu langsam. Er spannte es aus und zwang seine Frau, die Stelle des Bugtteres einzunehmen. Weinend bat die Bedauernswerte um Mitleid, aber der Trunkenbold war unerbittlich und schlug in seiner vom Alkohol angestachelten Wit erbarmungslos auf die Frau ein. Nachdem so einige Werst zurückgelegt waren, sank die arme, blutig geschlagene Bäuerin zusammen und starb buchstäblich in den Sielen. Der Bürgermeister Iteß sie ruhig liegen und spannte wieder sein Pferd ein, mit dem er nach einigen Stunden im Dorf ankam. Sier besaß er noch die Frechhett, seine Heldentat im Wirtshaus zu erzählen. Diese Unmenschlichkeit war jedoch selbst den gewiß nicht zärtlich mit ihren Frauen umgehenden Bauern zu viel. Ste prügelten den Unmenschen derart, daß er halbtot vom Blaze getragen werden mußte. Anzüglich. Fräulein( erzählend): zum Schluß erbat sich einer der Studenten meinen Pantoffel, füllte ihn mit Bier und trank ihn dann hintereinander aus!" Freundin:„ Na, der konnte aber unheimlich trinken!" - Der Untergang des ,, Jltis" am 23. Juli 1896. Am Sonntag waren 15 Jahre verflossen, seit das deutsche Kanonenboot 3ltis" in den ostasiatischen Gewässern im Sturme ruhmvoll unterging. Um eine Erfundungsfahrt nach Setautschou zu unternehmen, verließ der Iltis bet schönem Wetter am 23. Jult 1896 Tschifu. Bald wurde es regnerisch; der Wind wurde abends 10 Uhr so start, daß die Sturmsegel gesetzt werden mußten. Das Schiffchen, das jetzt unter Kapitänleutnant Braun stand, hatte schon Stürme gezag durchgemacht und sich ftets vortrefflich bewährt. Niemand dachte an Gefahr. Da, etwa 30 Minuten spacer, erschütterten heftige Stöße das Kanonenboot." Alle Mann aus dem Zwischendeck, Das Schiff sitzt fest," erscholl das Kommando. Wasser stürzte in den Maschinenraum, so daß die Feuer ge= löscht wurden. Das Maschinenpersonal konnte das Dect nicht mehr erreichen. Allen anderen Leuten und auch den Kranken gelang es zwar, aber auf dem Deck sah es hoffnungslos aus. Der Wind orkanmäßig, stockfinstere Nacht! Hagel- und Regenschauer peitschten vom Himmel herab, brüllend tobte die brandende See, unheimlich heulte der Sturm. In nächster Nähe des Schiffchens erhoben sich schwarze zackige Felswände. Jeder wußte, daß es hier zum Tode ging, aber mit etferner Ruhe sahen Offiziere und Mannschaften ihm ins Auge. Da, ein Ruck, und der Jltis brach mitten auseinander. Durch gewaltige Wogen wurde das Hinterschiff neben das festsigende Vorderschiff auf die Klippen geschleudert, und in wenigen Minuten war alles vollbracht. Auf der Kommandobrücke hatte bis jetzt der Kommandant Kapitänleutnant Braun, gestanden; setne Stimme übertönte noch das Heulen des Sturmes und das Wüten der See mit einem dreimaltgen Hurra auf den Kaiser. Donnernd stimmte die Mannschaft, die fast sämtlich auf das Hinterdeck geflüchtet war, ein. Aber der Kapitän war nicht mehr auf seiner Kommandobrücke; eine überbrechende See hatte thn von der Brücke gerissen und mit sich genommen in die dunkle Tiefe des Meeres. Aber ein anderer der Helden, der Oberfeuerwerksmaat Raehm stimmte jenes Lied von der Flagge schwarz- weiß- rot an, in das alle anderen, dte die Flut bis fett verschont hatte, einfielen, damit ihre Treue bis zum Tode besiegelnd. Mit diesem später zum Schlachtruf unserer Marine gewordenen Treuschwur wurden die auf dem Hinterschiff Wellenden, als dieses kenterte, unter den Trümmern begraben; nur zwei Mann wurden von den Wogen weit weggeriffen und erreichten schwimmend das Land. Neun Mann hatten sich auf dem Vorschiff in die Wanten des stehen gebliebenen Fockmastes gerettet; da aber das Unweter auch während des nächsten Tages und der Nacht andauerte, mußten fie noch bis zum zwetten Tage ohne Nahrung und Schlaf auf dem Wrack zubringen, bevor chinesische Boote ihnen Hilfe brachten. Der Obermatrose Kühl und der Bootsmannsmaat Moslehner sind die beiden, die die Wellen bis zum chinefischen Dorfe Djit Das getragen hatten. Die Dorfbewohner,- zu ihrem Ruhme muß es hervorgehoben werden boten den Fremden menschenfreundlich die nötige Kost und Kleidung und trafen Anstalten, um die noch auf dem Vorschiffe Weilenden in Sicherheit zu bringen. Es war ein schweres Wagnis, denn noch immer stand die hohe Brandung auf den Klippen. Aber den wackeren Chinesen gelang die Rettung der Schiffbrüchigen. Am 25. Juli brachten die Eingeborenen die Nachricht von dem Untergange des Schiffes nach dem Leuchtturme des Schantung- Vorgebirges. Sofort be gab sich der Wärter desselben, ein Deutscher namens Schwilp, nach der Unglücksstätte und nahmt sich der Geretteten hilfreich an. Einer von diesen, der Schreiber Westbank, meldete an den Chef der Kreuzerdivision, Konteradmiral Tirpis, und in die deutsche Heimat: 77 Mann der Besabung des Iltis, unter ihnen der Kapitän und Offiziere, find ertrunken, nur 11 Mann gerettet; das Fahrzeug ist ein vollständiges Wrack." Alsbald eilten die Schiffe des deutschen Geschwa ders herbei, um für die Bergung der Leichen zu for gen. Während eines 14tägigen Aufenthaltes gelang es, 27 Leichen aufzufinden; mehr gab die See von ihren Opfern nicht wieder heraus. Die meisten aufgefundenen Körper befanden sich in einem trostlosen Zustande. Dem einen war ein Arm abgerissen, dem andern klaffte die ganze Seite offen; viele waren ganz nadt. Die Let chen des Kommandanten und der Leutnants von Hol bach und Praffe fonnten festgestellt werden; mehrere Leute mußten als unbekannt eingefargt und beerdigt werden. Nahe der Unglücksstelle ruben die Toten des alten Jutts in der fremden Erde; getreue Kameraden haben sie dort gebettet und dann ist ihnen auch in Schangbat ein Denkmal errichtet worden. In der Nähe der verhängnisvollen Klippen liegt Riautschou, wo heute die deutsche Flagge auch zu Ehren jener Getreuen weht, deren letzter Gedanke ihr Kaiser und ihre Flagge war. Hermann, Hauptmann a. D. Ein Riesenbrand in Konstantinopel. 2000 Säufer niedergebrannt. Gestern brach in Stambul und zwar gleichzeitig Int zwet Stadtteilen Feuer aus, das infolge des starten Windes schnell nach mehreren Richtungen sich ausbrei tete. Mehrere Stadtteile sind eingeäschert. Alle Büros des Generalstabes brannten nieder. Die Dokumente des Archivs konnten gerettet werden. Ueber den Brand Itegen folgende Drahtmeldungen vor: Ronstantinopel, 24. Jult. Der Riesenbrand dauert mit unverminderter scraft fort. Die Feuerwehr ist machtlos. Bisher sind etwa 2000 Säufer und Kaufläden niedergebrannt. Die Obdachlosen sind meistens Mohammedaner. Der Brand wurde als großes Unglück empfunden, das umsomehr Eindruck macht, als es sich am Abend des Nationalfestes ereignet hat. Konstantinopel, 24. Jult. Das Feuer begann gleichzettig an sechs verschiedenen Stellen. Der Brandherd umfaßt mehr als 1% Quadratkilometer. Bisher sind 14 fleine Moscheen niedergebrannt. Der Kriegsminister Mahmud Schewket Pascha ist durch einen herabstürzenden Balken schwer verletzt worden. Die zum Nationalfest glänzend illuminierte Stadt ist von einem unge heuren Feuerschein umrahmt. Das Ende des Brandes ist noch nicht abzusehen. Fast die ganze Gar nison wurde zur Hilfeleistung herangezogen, die durch Wassermangel sehr erschwert ist. Konstantinopel, 24. Juli. Hier ist allgemein das Gerlicht verbreitet, daß die Feuersbrunst, die zu un= ruhen ausgenutzt werden soll, auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Das Kriegsministerium wird durch einen starken Truppenfordon bewacht. Wie verlautet, ist der Marineminister angeblich in besonderer Mission nach England abgereist. Drabtnachrichten und neuestes. Unfall auf der elektrischen Taunusbahn. Frankfurt a. M., 24. Juli. Auf der elektrischen Taunusbahn Oberursel- Hohemart geriet gestern nach mittag an der Endstation furz vor der Abfahrt ein Bahnwagen in Abwesenheit des Fahrpersonals in Bewegung und sauste in rasender Fahrt bergab. Schließ lich tippte der Wagen um und legte sich quer über das Gleis. Im Zuge befanden sich sieben Personen, die fämtlich mit leichten Verletzungen davonkamen. Eine Fahrt der„ Schwaben". Friedrichshafen, 24. Juli. Das Luftschiff Schwabent ist heute frith 4,26 Uhr unter Führung des Dr. Erchner zur Fahrt nach Basel aufgestiegen. An Bord befanden sich acht Passagiere. Ein späteres Telegramm meldet über die Ankunft in Baden: Baden- Baden, 24. Juli. Das Luftschiff Schwaben nahm seinen Flug über den Schwarzwald und landete um 9,25 Uhr hier glatt vor der Luftschiffhalle. Den eigenen Sohn auf der Jagd erschossen. O Sangerhausen, 24. Juli. In dem benachbarten Obersdorf erschoß der Rechnungsrat Herrmann von hier, der sich mit seinen beiden Söhnen auf die Jagd begeben hatte, den jüngsten derselben, den 16jährigen Sefundaner Felix Herrmann. Der Vater hatte thn für einen Fuchs gehalten und auf ihn angelegt. Großfener in Rostock. Rostoc, 24. Juli. In der Altstadt wütet ein Großfeuer, das gestern abend in einer Sägerei zum Ausbruch fam. Das Feuer hat eine große Ausdehnung genommen. Todessturz eines französischen Fliegers. Baris, 24. Juli. Gestern abend unternahm der 23jährige Flieger Jolln einen Aufstieg mit seinem Zwet decker. Er stürzte aus einer Höhe von 60 Metern ab und wurde unter den Trümmern des Apparates als schrecklich verstümmelte Leiche hervorgezogen. Die Revolution anf Haiti. Port an Prince, 24. Jult. Die Revolutionäre haben den General Thomas gefangen genommen und thn enthauptet. Port au Prince ist von Regierungstruppen entblößt. Die Aufständischen haben eine Kirche und die französische Kolonie ausgeplündert. Handel und Verkehr. Trockenheit und Saatenstand. Die einheimische Landwirtschaft, so schreibt die Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats in threm Wochenbericht, steht zurzeit mitten in der Roggenernte und im Beginn der Gerstenernte. Wenn die Trockenheit noch wetfer anhält, wird schon unmittelbar darauf die Haferund Weizenernte folgen. Hafer ist vereinzelt infolge Notreifens bereits geschnitten. Die Aussichten für Wintergetreide sind nach wie vor im allgemeinen befriedtgend, doch ist noch Vorsicht in der Beurteilung der Roggenerträge, besonders auf leichten Böden, geboten, da bisher nur wenig Erdrutschresultate vorliegen. Beim Winterweizen wird mehrfach Notreife befürchtet. Auch das Sommergetreide und die Sackfrüchte haben sich in den Gebieten, in denen Niederschläge stattgefunden haben, weiter entwickelt, doch lautet die Mehrzahl der beim Deutschen Landwirtschaftsrat eingegangenen Berichte auch jetzt noch überaus unaünitia für die Ernteaussichten beim Hafer. Für die Hackfrüchte, sowohl für Kartoffeln wie Rüben, ist in den meisten Gegenden durchdringender Regen erforderlich. Von den Kartoffeln, welche bisher vorzüglich im Kraut geftanden haben, wird vielfach berichtet, daß infolge der Trockenheit der Knollenansas ein geringer tit. Am ungünstigsten lauten wieder die Berichte über Futterpflanzen. Wiesen und Weiden sind in verschiedenen Gegenden zum Teil ausgebrannt, und auch die leefelder werden vielfach einen zweiten Schnitt nicht mehr liefern. Gaffel, 22. Jult. Weizen( 100 g.) 19,75-20,50 M, Roggen( 100 g.) 17,00-18,00 M., Gerste( 100 g.) 15,50-16,50 M, Safer( 100 g.) 19,00-21,00 M, Heit ( Bentner) 3,00-4,75 M. Stroh( Bentner) 2,00-3,00 z Saison- Räumungs- Ausverkauf Die Preise sind so staunend billig, dass es sich empfiehlt, den Bedarf noch für später zu decken Braune Kinderstiefel 21-56 Segeltuchschuhe 26-29 . Braune Chevreaux- Damenstiefel Lackkappe 0000000 195 Damen- Halbschuhe • 475 Mk. 95 Pfg. Lackkappe, amerikanische Form, 36-42 Braune Chevreaux- Herrenstiefel Lackkappe, amerikanische Form Mk. 725 Mk. • 550 Mk. Tennisschuhe, Sandalen, Sport-, Reise- und Touristenstiefel E zu enorm billigen Preisen. X Alleinverkauf der Hassia-, Dr. Diehl- und Salvator- Stiefel 10.50 Mk., 12.50 Mk., 15.50 Mk. L. Bernhardt Schulstrasse 10 Bekanntmachung. Nachdem die Rotlausseuche unter dem Schweinebestand des Heinrich Pan 3 hier, Licherstraße 85, erloschen ist, wird die unterm 16. Juni 1. Js. angeordnete Gehöftsperre hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Juli 1911. Großh. Polizeiamt. Neu! Gebhardt. Staatsgarantierten Gaskoks Geldauslosung, welch.a. 1. August er. beg Unionbriketts Sch Giessen Telephon 435 fom diese anzi Westfälische Zechenkoke mer übel Zur Teilnahme an der ( Hüttenkoke) Stein's Garten.. Giessen läßt daß Nusskohlen Best- Melierte Anthracite Lignitkohlen Holzkohlen Mittagstisch Bej. C. Stein Hotel Restaurant und 1. BergnügungsEtablissement mit großem Garten Fremdenpension möd noch Jun Feri Büch lernt unfer in und außer Abonnement. die Bad im Hause. gefta Elektr. Licht. Telephou Nr. 5. des neide Hotel- Rest. Zur Billtalhöhe", Königstein i. T. 311 D treb ferm geng 320 000 Mt. 300 000 Mt. 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