bil, NSA dalles weisen. Waffe mpf Ist ein sstes Inserat Derartige Sie kosten gler A. 8., Zell 48, L eimnis En Sachen her Il ich Dir jetzt ndhen. Ich veriniger Zeit zu och das edile Goldperle" n schönes and enthält. Man genau auf den und Schutzm. in. Fabrikant: Göppingen. ohne Geschäft momie Landgut gefucht. Ver 1.3.0.112 Ergen.( 210 Hirschgewei ., auf. 20 M Tert, Wohl eutirchen.( 31) hende on Angelgen b, we fle geeigneten Beforgung mencen an Ebon gia A. rema er in fder HE Zeit elshalb slab IER derputzmi Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 96. Telephon: Nr. 362. Geisterkampf gegen die Sozialdemokratie. Von Prof. D. F. Mahling- Berlin. un= Auf dem Boden der christlichen Weltanschauung stehend, haben wir in wirtschaftlichen Fragen nur seren Standpunkt hinsichtlich der Prinzipien zu wahren und als Prinzip festzustellen, daß das Gebot der christlichen Liebe es durchaus nicht zuläßt, daß einer in der menschlichen Gesellschaft auf Kosten des andern unter Anwendung von Betrug, Aussaugen der Arbeitskraft seines Nebenmenschen und dergleichen, seinen eigenen Vorteil, seinen Gewinn und Genuß sucht. Wir haben deshalb solche Einrichtungen zu bekämpfen, die zur Ausbeutung des einen durch den anderen führen und unsern Einfluß dahin aufzubieten, daß Gesetze gegeben werden ,, welche die Versuchung reich zu werden Kosten des andern ohne redliche Arbeit durch bloße unauf sinnige Spekulation nicht nur aufs möglichste beschränfen, sondern im öffentlichen Leben ganz abzuschneiden suchen. Wir haben ferner darauf zu achten, wie besten Mittel und Wege gefunden werden könnten, um einen Ausgleich des Besitzes im gesellschaftlichen Leben herbeizuführen, Wege der Produktion und Konsumtion, auf welchen jedem Mitglied der Gesellschaft nach Möglichkeit ein auskömmliches Dasein geschaffen würde, so daß es im letzten Grunde nur noch eine selbstverschuldete durch Leichtsinn oder Verschwendung oder Genußsucht herbeigeführte Armut gäbe, aber nicht mehr eine Armut, die zum großen Teile ohne Verschulden immer weitere Kreise des Mittelstandes in ihren Bereich hineinzieht. am Die Sozialdemokratie will nichts vom Christentum und christlicher Weltanschauung wissen, und wenn etwas in ihrem Zukunftsstaat außer Kraft gesetzt werden soll, dann ist es der Glaube an einen allmächtigen, barmherzigen Gott, dann ist es der Glaube an Jesum Christum als der Welt Heiland. Und so sehen wir sofort wieder die Frage, die uns hier bewegt, ist keine bloß wirtschaftliche, sondern eine Frage des Kampfes zweier Weltanschauungen, der christlichen und widerchristlichen, welch letztere von Gott und Christo absieht und einem nackten Materialismus und Naturalismus huldigt. In der Sozialdemokratie hat diese widerchristliche Weltanschauung in starrer Konsequenz ihren schärfsten Ausdruck gefunden, und das ist es, was wir an ihr befämpfen. Aber gerade darüber wollen wir uns nicht täuschen, dieser widerchristliche Naturalismus und Materialismus findet sich wahrhaftig nicht allein in der Sozialdemokratie, sondern er hat allenthalben in unserem Volksleben in wahrhaft erschreckender Weise um sich gefressen, und ist gerade in den Kreisen so verbreitet, welche sich die Herrschaft in unserem Volksleben anmaßen, welche in der Presse und an der Börse die öffentliche Meinung in unserem Volke zu bilden suchen und dabei sie mißbilden. In unseren streng christlichen, erweckten Kreisen hat sich ein gewisser Quietismus eingebürgert, der mit dem persönlichen Christenleben zufrieden, zu wenig Energie entfaltet, dasselbe auch im öffentlichen Leben durchzusetzen; man ist froh und glücklich über die innere Freude, die das persönliche Glaubensleben gewährt, man man gibt dem Glauben an den Heiland auch für sein eigenes Leben alle Macht und jeglichen Einfluß, aber man denkt zu wenig daran, daß, wie das Christentum auf das Herz des einzelnen, so auch auf das Herz eines ganzen Volkes einen bestimmten Einfluß hat und haben muß. Gewiß ist das Christentum vor allen Dingen etwas persönliches, eine lebendige Gemeinschaft mit dem persönlichen Heiland der Seele, Jesus Christus; für den einzelnen Christen ist diese persönliche Herzensstellung die Hauptsache; aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben; wir müssen verlangen, daß wir auch an unser Volksleben den Maßstab des christlichen Glaubens anlegen dürfen, und müssen darauf hinarbeiten mit aller Entschiedenheit, daß auch unser öffentliches Leben durch drungen ist von dem Geiste christlichen Glaubens christlicher Liebe. Aus der Selbstgenügsamkeit des ein zelnen christlichen Glaubenslebens heraus nicht energisch genug die Durchdringung des öffentlichen Lebens mit christlichem Geist durchwirkt zu haben, ist eine Schuld streng christlicher Kreise. Die andere Schuld liegt auf Seiten der Namenchristen, die selbst von dem Hauch christlichen Geistes wenig berührt, demselben den Ein gang in das öffentliche Leben möglichst erschweren und vermehren. Möchten wir doch einmal wirklich Ernst damit machen, in die Oeffentlichkeit hineinzurufen, daß alle Einrichtungen unseres Wolfslebens, jeder Verkehr, Hanund = der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Dienstag den 25. April 1911 - del und Wandel, unsere Gerichtsbarkeit, unsere Presse, unsere tägliche Arbeit, unser ganzes politisches und soziales Leben durchwirkt und durchzogen sein soll von dem Geist des Evangeliums, und daß auch die Besitzund Erwerbsverhältnisse durchaus unter den Gesetzen des christlichen Glaubens und der christlichen Liebe stehen und wir werden erleben, wie wir von vielen Namen= christen mit unseren Bestrebungen ausgelacht, verspottet, verurteilt werden. Auf diese Weise wird denn der Einfluß des christlichen Glaubens auf unser Volksleben im mer mehr zurückgedrängt, von dem einen vernachlässigt, von dem andern verwehrt: und wie hat sich das in der ganzen liberalen Gesetzgebung, im Börsenspiel, in der Lotterie, in der Prostitution gezeigt; man hat auf allen diesen Gebieten unser Volksleben mehr oder weniger einem unchristlichen, heidnischen Geist ausgeliefert! Wenn einzusetzen haben, so heißt das nichts anderes, als mit wir hier im Kampfe um die christliche Weltanschauung lauter, volltönender Stimme die dringende, unbedingte Forderung erheben, den Gesetzen christlichen Glaubens und christlicher Liebe bis in die letzten Tiefen unseres Verkehrslebens hinein eine unbedingte Geltung, einen absoluten, durch nichts geschwächten Einfluß zu verleihen. Reichstagswahlvorbereitungen. Mittelschlesien, 22. April. Für den Wahlfreis Ohlau- Strehlen, der nach dem liberalen Wahlabkommen den Nationalliberalen zugefallen ist, haben diese jetzt den Pastor Kröpelin aus Kroitsch, Kreis Liegnitz, als Kandidaten aufgestellt. Fortschrittlichen Volkspartei im Wahlkreis Duisburg- Duisburg, 24. April. Der Parteitag der Oberhausen- Mülheim beschloß, da das Entgegenkommen der Nationalliberalen ungenügend sei, ein selbständiges Vorgehen und die Kandidatur des Dr. Potthoff. - Wetzlar, 25. April. Die Meldung der Frankfurter Zeitung, daß die konservative Kandidatur Freiherrn v. Eichel zurückgezogen sei, entspricht uns mitgeteilt wird nicht den Tatsachen. * - Aus Stadt und Land. des wie Gießen, den 25. April 1911. Gießen, 25. April. Samstag, den 29. April 1911, vormittags 9 Uhr, findet eine Sitzung des Provinzialausschusses mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Rekurs gegen einen Polizeibefehl Gr. Kreisamts GieBen bezüglich des Hofguts Utphe; 2. Gemeinderatswahl zu Ober- Erlenbach und 3. Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Ortsarmenverband Griedel wegen Unterstützung des A. Schaum. -r= Gießen 25. April. Der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Eichhorn ist zur Besichtigung des Regiments hier eingetroffen. Gießen, 24. April.( Divisionskommandeur.) Zum Divisionsfommandeur der 25. Hess. Division wurde der Brigadekommandeur der 1. Garde- Inf.- Brigade Generalmajor v. Plüskow, Berlin, ernannt. Gießen, 24. April. Der hiesige S. C. hielt am Samstag abend in den Räumen der Vereinigten Gesellschaft in Darmstadt seinen Jahrestommers ab, der, von Sanitätsrat Dr. Habicht geleitet, sehr gut besucht war und einen äußerst solennen Verlauf nahm. # Alsfeld, 24. April. Im Frühjahr ds. Js. sind im Kreise Alsfeld eine Anzahl schwerer Vergiftungen ganzer Familien durch Blei vorgekommen, die nach den angestellten Untersuchungen auf den Genuß von Mus aus glasiertem Topfgeschirr zurückzuführen waren. Die chemische Untersuchung hat ergeben, daß die Ab gabe von Blei an den Inhalt der Töpfe von einer ungeeigneten Herstellung der Topfglasur herrührte. Darmstadt, 24. April. Es darf nunmehr als feststehend gelten, daß Geheimerat v. Biegeleben als Nachfolger v. Gagerns den Berliner Posten anfangs Mai übernehmen und bis dahin in die Reichshauptstadt übersiedeln wird. Das Einverständnis des Kaisers ist inzwischen eingetroffen und die übrigen Formalitäten dürf ten bis dahin erledigt sein. Oberregierungsrat Dr. Weber, welcher gemeinsam mit Geh. Staatsrat von Krug seit dem Tode Gagerns die Berliner Geschäfte interimistisch leitete und seit einiger Zeit seinen Urlaub hier zubringt, wird zunächst ebenfalls wieder nach Berlin zurückkehren und einen Teil der dortigen Geschäfte übernehmen. Herr v. Krug wird nicht mehr nach Berlin reisen. = ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Darmstadt, 23. April. Der Hessische Landeslehrerinnen- Verein hat gestern hier seine erste Hauptversammlung abgehalten. Frl. Schmidt- Mainz hielt einen Vortrag über die Frage einer Reorganisation der Mädchen- Fortbildungsschule. Die Vortragende fordert, daß sich an den für Knaben und Mädchen gleich verbindlichen Volksschulunterricht ein mindestens dreijähriger, den gesteigerten Bildungsbedürfnissen entsprechender Fortbildungsschulunterricht für beide Geschlechter anschlieBen soll. Unterricht müsse theoretisch und praktisch ausgestaltet werden, letzteres durch Handfertigkeitsarbeiten und Tätigkeiten für die Hausfrau und Mutter in der Familie. Im Anschluß an die Hauptversammlung fand am Nachmittag noch eine öffentliche Versammlung statt, in welcher die Leiterin des hiesigen Hofmännischen Instituts, Frl. von Szcepanski, einen Vortrag über das Thema Staatsbürgerliche Erziehung" hielt. Offenbach, 24. April. Ein Zigeuner war dem hiesigen Infanterie- Regiment zugeteilt worden. Als Tröster in den schweren Stunden strenger, ungewohnter Disziplin hatte er seine Geige mit in die Kaserne genommen. Vor mehreren Tagen fam nun einer seiner Stammesbrüder zu ihm und erbat sich die Geige für einen Abend, die ihm der Soldat denn auch überließ. Dem Genossen gefiel jedoch die Geige so gut, daß er an ein Wiederbringen nicht mehr dachte. Auf die da= raufhin gemachte Anzeige ging der uniformierte Bußtasohn mit einigen Polizeibeamten auf die Suche. Er betrieb die Verfolgung so gründlich, daß ihn die Beamten zurückkehrte. Da er schon als Heeresunsicherer eingestellt bald aus den Augen verloren und er zur Kaserne nicht war, so befürchtete man, der Hang zur Freiheit hätte ihn zur Deſertation verleitet. Unerwartet stellte er sich jedoch heute morgen wieder in der Kaserne ein, ohne allerdings seine geliebte Geige zurückerobert zu haben. Bad Wildungen, 24. April. Die Bahnstrecke Buhlen- Waldeck wurde gestern in Anwesenheit verschiedener höherer Direktionsbeamten amtlich abgenommen. Die Eröffnung selbst wird am 1. Mai erfolgen. Eingesandt. Also in acht Tagen beratschlagt der Bund der Landwirte im Kreis Friedberg über die Kandidatenfrage zur nächsten Reichstagswahl. Es herrscht Gott sei dank eine versöhnliche Stimmung. Man will den Nationalliberalen möglichst entgegenkommen, will einen Mann unterstützen, der national zuverlässig ist und als solcher sich der nationalliberalen Partei als Hospitant anschließt. Ein bestimmter Kandidat ist noch nicht aufgestellt. Man nennt die Herren Vogt, Gisevius und unseren Kreisrat Herrn Schliephate. Drei ganz tüchtige Männer, aber so merkwürdig das klingt- die Tüchtigkeit allein gibt in solchen Lagen niemals den Ausschlag, da spricht die Stimmung, die Neigung der Wähler mit und wer damit nicht rechnet, ist von vornherein verloren. Wie es Herrn Gisevius in Gießen erging, ist bekannt und nach aller Kenntnis der Wählermeinungen wird ihm in Friedberg ein gleiches Schicksal beschieden sein. Mag sich's der Mittelsmann des Bundes Herr v. A. merken. - - Nicht besser stehen leider die Aussichten des Herrn Vogt. Er und Herr Gisevius sind beide theoretisch ganz geeignete Persönlichkeiten praktisch, d. h. nach dem Wunsche und Willen der Wähler beurteilt, aber nicht durchschlagend, nicht genehm, nicht brauchbar. der Es bleibt der Herr Kreisrat Schliephake. Er besitzt allenthalben das größte Vertrauen. Mit ihm haben schon Führer der nationalliberalen Partei verhandelt; aber er ist wohl noch zur Zeit unentschlossen. Wir sind der festen Ueberzeugung, wenn ihm zunächst Bund, die Nationalen und das Zentrum die Kandidatur anbieten, dann schließt sich der national zuverlässige Teil der Volkspartei von selbst und gegen den Willen ihrer Führer an, dann wird Herr Schliephake nicht Nein sagen können. Der Bund der Landwirte aber, der das vorige Mal einen besonderen Kandidaten in Friedberg aufgestellt und die meisten bürgerlichen Stimmen auf sich vereinigt hatte, bringt durch sein Entgegenkommen ein Opfer und dies muß die 3. 3. leider der völligsten Verwirrung durch eigenes Verschulden verfallene- Nationalliberale Partei zu würdigen wissen. Sie muß im Kreis G i e- en ihrerseits auf eine Sonderkandidatur verzichten und gleichzeitig auch jedes Paktieren daselbst mit der nicht nur im Kreis, sondern im ganzen deutschen Reich mißliebigsten Partei, der sogenannten Freisinnigen, aufgeben. einem fung ar Aus trüber Zeit. Der unermüdliche Bismarchforscher Heinrich von Boschinger hat wieder ein„ Bismarck- Jahrbuch" bearbeitet, das nächstens im Verlage von Karl Konegen in Wien erscheinen soll. Einer der interessantesten Beiträge ist die Darstellung, wie der Kanzler die erste Nachricht von dem Krebsleiden des Kronprinzen Friedrich empfing und aufnahm. während der der Thronfolger an der Spitze des Regiments steht, in der Front zuzubringen. Die Jugendlichen im Strafrecht. vaterländischen Sinne geleiteten Vereinigungen angehö ren. Weiter erstrecken sich die Erhebungen auch auf die Jugendheime. Die englischen Arbeiter und die Schiedsgerichtsverträge. Der Präsident der Arbeiterpartei im englischen Parlament sprach in Leicester über Schiedsverträge. Er erzählte, daß er von einem französischen Staatsmann die Mitteilung erhalten habe, daß Frankreich ebenfalls zu einem allgemeinen Schiedsvertrag mit Amerika bereit sei. Dieser Staatsmann habe ihm auch geschrieben, daß es nicht mehr lange dauern werde, Lis Frankreich einen solchen Vertrag mit England schließen und England, Frankreich und Amerika der Welt ein Beispiel geben würden. Die einzige Nation, die sich dann noch angliedern müsse, sei Deutschland. Er hoffe, daß das deutsche Volk dafür sorgen werde, daß Deutschlands Anschluß dann nicht lange auf sich warten ließe. Die deutsche Landesgruppe der Internationalen frtminilastischen Vereinigung beendete am Sonnabend ihre Tagung mit der Debatte über die Behandlung der Jugendlichen im Vorentwurf eines neuen Strafge= setzbuches. Der Referent Prof. Freudentha l- Frankfurt a. M. erklärte die Erlassung eines besonderen Jugendstrafgesetzes für erstrebenswert; neben die Strafe müßten Erziehungsmaßnahmen treten. Zu billigen set, daß der Vorentwurf die Prügelstrafe nicht vorschlage. Er spreche überhaupt nicht von dieser Strafart, und der Kongreß täte am besten, auch nicht darüber zu sprechen. Durch lebhaften Beifall stimmte die Versammlung dem Referenten zu. Noch weiter als der Referent, ging Geh. Admiralitätsrat& e= Iisch- Berlin, der nicht ein Jugendstrafgeset, sondern ein großes einheitliches Jugendgesetz forderte; bei der Ausarbeitung eines solchen hätten nicht nur die Juristen, sondern auch Geistliche, Lehrer und Aerzte mitzusprechen. Amtsgerichtsrat Köhne- Berlin pflichtete diesem Vorschlage bei und führte weiter aus, daß in des Jugendgesetz auch die gesamte Schul- und Gewerbegejesgebung und anderes mehr hineingearbeitet werden müßten. Zum mindesten aber sei demnächst zu erreichen der Erlaß eines Jugendgerichtsspezialgesetzes, in das die öffentliche Hilfserziehung hineingenommen werden müsse. Gegen alle diese Ausführungen sprach sich jedoch Prof. v. Lisz t- Charlottenburg aus. Er meinte, man solle der Arbeit der gegenwärtig tagenden Kommission zur Ausarbeitung des Strafgesetzbuches nicht in die Quere kommen mit dem Vorschlag eines separaten Jugendstrafgesetzes. Es stehe nicht zur Debatte das Problem, wann sollen wir strafen und wann erziehen, sondern es handle sich darum, sollen wir überhaupt Jugendliche verurteilen oder sollen wir sie freisprechen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die nächste Versammlung soll in München stattfinden. Anfang Juni 1887 sollte ein Mitglied der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, wie damals jede Woche ein- bis zweimal, bei Bismard speisen. Als er um 6 Uhr ins Palais fam, fand er nur die Fürstin vor. Sie empfing thn mit den Worten:„ Wir werden heute nicht vor 7 Uhr speisen können. Mein Mann ist ins kronprinzliche Palais gerufen worden und hat von dort sagen lassen, daß er erst gegen 7 Uhr zurück sein werde, es gehe dem Kronprinzen recht schlecht." Es war schon halb acht uhr vorüber, als der Kanzler endlich kam. Tränen standen ihm in den Augen. Er sah bleich und abgespannt aus und erzählte: „ Die Professoren Bergmann und Gerhardt haben das HalsTetden des Kronprinzen für Krebs erklärt und wollen eine sofortige gefährliche Operation an ihm vornehmen; noch ahnt der Kronprinz nichts, er ist nur ungehalten darüber, daß ihm die Aerzte so viel in den Hals gucken". Die Kronprinzessin, niedergebeugt von Schmerz, widersetzt sich der Operation und verlangt die Zuziehung eines englischen Arztes. Auch hat sie mir zugemutet, vom Kaiser einen Befehl zu erwirken, daß die Operation nicht vorgenommen werden darf. Ich weigerte mich natürlich, eine solche Willenskundgebung des Katsers zu extrahieren, indem ich da= rauf hinwies, daß hier nur die Aerzte mitzusprechen haben, und daß ich als Laie keine Meinung äußern kann. Inzwischen war im kronprinzlichen Palais alles zur Operaflon vorbereitet worden, die Bergmann am anderen Morgen um 8 Uhr vornehmen wollte. Die Kronprinzessin be= stand indessen auf Aufschub, bis ein englischer Arzt gehört set. Diesem Wunsche mußten die Aerzte sich fügen. Die Operation wurde verschoben. Man telegraphterte an Mackenzie in London. Dieser kam. Der Rest ist be= fannt! Abermals wird aus Bismarcks eigenem Munde bestätigt, daß zwischen ihm und der Kaiserin Friedrich keineswegs jener Kriegszustand bestand, der immer noch ange= nommen wird. Es wird eine Aeußerung von ihm verzeichnet:„ Mit der Kaiserin Friedrich bin ich während der 99 Tage sehr gut ausgekommen, sie ist eine gescheidte Frau und für Vernunftgründe stets zugänglich. Ste hat sich mir damals immer gefällig erweisen wollen, die Unterschrift des Kaisers Friedrich war damals völlig in ihrer Hand und ste hat dieselbe in unglaublich kurzer Zeit erlangt, wo ich auf nicht zu bewältigenden Widerstand gestoßen wäre." Der deutsche Kronprinz wieder als Militär. Rundschau vom Cage. Politisches. mar. Urteil bes Sel I'm von der effen im Beladend ben And Gen Fachbach fahren. bes Air Ver Arimin feftzune auf obe Steine Schüffe trugen Vo nachmi arbeite andere Ein Road in brangen der Ma von 20 Nachtw Vorfall Ein abend hamiton franzby Alfred Neue Komplitationen in Marotto? Aus zuverlässiger französischer Quelle kommt die Nachricht, daß die Besatzung Phazas durch die französischen Truppen in kurzer Zeit bevorstehe. Da Phaza, das nur 100 Kilometer von Fez entfernt ist, den Schlüsselpunkt zum Innern Marokkos darstellt, so würde durch diese Maßnahme eine vollkommen neue Lage in Marokko geschaffen werden, die mit der Algecirasatte nicht in Einklang zu bringen wäre. Der Kaiser trifft bekanntlich am 6. Mai in Straßburg. ein, am 8. Mai in Metz und am 9. Mai in Wiesbaden, wo er drei Tage verweilen wird. Während dieser Zeit wird, wie das ,, B. T." erfährt, der Reichskanzler von Bethmann Hollweg dem Kaiser Vortrag halten. Am Abend des 13. Mai erfolgt die Abreise nach England zur Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten. In Merito gewinnt die Friedensstimmung rasch die Oberhand, da beide Parteten eingesehen haben, daß weitere Kämpfe an der Grenze Amerikas nur zu leicht Gelegenheit zur Intervention geben könnten. Der Führer der Aufständischen Madero hat jetzt selbst einen Anhänger beauftragt, über den bereits angeregten Waffenstillstand zu verhandeln. Die von ihm angedrohte Beschießung von Juarez ist unterblieben. Nach einer Meldung aus Washington hat der amerikanische Staatssekretär des Krieges bereits offiziell erklärt, daß Präsident Taft aus Merito die amtliche Nachricht erhalten habe, daß zwischen den Rebellen und der Regierung ein Waffenstillstand vereinbart worden sei. Das Befinden des Kaisers Franz Josef ist nach amtlicher Mitteilung andauernd gut, so daß weder von einem Unwohlsein noch von einer Unpäßlichkeit gesprochen werden kann. Abgesehen von einem unbedeutenden Schnupfen, der keine Behandlung, sondern nur Schonung erfordert, ist sein Zustand ganz normal. Jm Arbeitsprogramm und in der gewohnten Lebensweise des Kaisers ist keine Aenderung eingetreten. Der Kaiser unternahm Sonnabend mittag einen einstündigen Spaziergang im Schönbrunner Rammergarten und empfing später die Erzherzogin Maria Josefa. Die Schonung, die sich der Kaiser für die folgenden zwei Audienztage auferlegt, bezweckt nur, daß der Monarch nächsten Sonnabend vollständig erholt die Parade über die Truppen der Wiener Garnison abnehmen kann. Der deutsche Kronprinz, der seit dem 19. April in Döberitz weilt, wird am 2. Mai sein Bataillon des Ersten Garderegiments z.F. dem Oberbefehlshaber in den Marken, Kaiserlichem Generaladjutanten und Generalobersten v. Kessel vorstellen, den der Kaiser besonders mit seiner Vertretung für diese Gelegenheit beauftragt hat. Weiter wird in der ersten Maihälfte der Kronprinz sein Bataillon bei den Regiments- und Brigadeübungen führen und dann mit der Kronprinzessin in offizieller Vertretung des Katsers zu den Krönungsfeierlichkeiten nach London abreisen. Nach seiner Rückkehr ist eine Teilnahme an der Korps= generalstabsreise des Gardekorps vorgesehen, die unter der Lettung des Generalstabschefs, Generalmajor v. Knobelsdorf, stattfindet. Das kronprinzliche Paar plant dann einen Besuch in Danzig und Langfuhr, um wegen der dortigen Wohnungseinrichtung der v. Dippeschen Villa und der anItegenden, dazugemieteten Häuser selbst Direktiven zu ge= ben. Im Herbst nimmt der Kronprinz an den Manövern des Gardekorps und am Kaisermanöver teil. Mit den groBen, am letzten Manövertage zu erwartenden militärischen Veränderungen wird auch die Ernennung des Thronfolgers zum Kommandeur der 1. Leibhusaren und zwar mit Geltung vom 1. Oktober befohlen werden. An dem Tage der Regimentsübernahme durch den Kronprinzen wird, den bisherigen Dispositionen zufolge, die Stadt Danzig und thr Vorort Langfuhr auch den Besuch des Kaisers erhalten. Inzwischen hat bei den städtischen und militärischen Behörden in Danzig eine rege Tätigkeit eingesetzt. Außer selbstverständlichen Erneuerungen und Instandsetzungen werden alte, seit Jahren nicht gepflegte Wege in dem an Langfuhr grenzenden Olivaer Forst gebessert und als Reitwege hergerichtet. Die Garnisonverwaltung hat aus ihrem sorgsam behüteten Vorrat neue Tische für die Mannschaftsstuben der ersten Leibhusaren ausgegeben. Das Geschäftszimmer des Regiments, in dem der kronprinzliche Kommandeur seine Dienstgeschäfte erledigen wird, ist neugestrichen, tapeziert und nue ausgestattet worden. Mehrere alte Unteroffiziere des 1. Leibhusarenregiments, die nach vollendeter zwölfjähriger Dienstzeit bereits eine Probebienstleistung in einem Zivilberuf angetreten hatten, haben diese Dienstleistung abgebrochen und sind zur Truppe zurückgekehrt, um noch unter dem kronprinzlichen Komman= deur weiter zu dienen. Des weiteren haben einige Offtztere Kommandos nach Berlin ausgeschlagen, um die Bett, 22) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümck e. ( Nachdruck verboten.) Kleine Nachrichten. Prinz Friedrich Wilhelm, der füngste Sohn des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, der bereits seit mehreren Jahren im preußischen Verwaltungsdienst tätig ist, ist jetzt in das Ministerium für Landwirtschaft eingetreten, um dort einige Monate lang sich in alle Zweige dieses Ressorts einzuarbeiten. Der Prinz, der früher in Schlesien einem Landratsamt zugeteilt war, hat in den letzten Monaten auch schon in einigen anderen preußischen Ministerien den Dienstbetrieb fennen gelernt. Ueber die Verwendung des Fonds für in den Ruhestand versetzte preußisch- hessische Eisenbahnbeamte, die Kriegsteilnehmer waren und neben der Staatspension eine statutenmäßige Pension verdient haben, hat die Eisenbahnverwaltung jetzt nähere Bestimmungen erlassen. Danach können solche gewährt werden an die zu oder vor dem 1. April 1907 pensionierten Beamten, deren Staatspension vom 1. April 1907 ab erhöht worden ist, deren statutmäßige Zuschußpensionen aber gleichzeitig auf Grund der Kassenstatuten haben gekürzt werden müssen. Die Höchstgrenze der dem einzelnen Beamten zu gewährenden Unterstügung bildet der Betrag, um welchen die statutenmäßige Zuschußpension des Beamten infolge der nachträglichen Erhöhung der gesetzlichen Bension am 1. 4. 1907 sich vermindert hat. Eine Besserstellung der Altpensionäre in ihren Gesamtbezügen gegenüber den erst nach dem 1. 4. 1907 in den Ruhestand versetzten Beamten muß jedoch tunlichst vermieden werden. Die Unterstützungen tönnen vom 1. April 1911 ab laufend bewilligt werden und sind in Vierteljahrsbe= trägen im Voraus mit den gesetzlichen Pensionen zu zahlen. ,, Daß Raben von meinem Besuch kein Wort erwähnte, um mich nicht zu verdächtigen, um Dir großen Kummer zu ersparen, zeugt nach meiner Meinung deutlich genug von seiner hochherzigen Gesinnung. Der Mann sollte ein Dieb sein? Es wird Dir genügen, Papa, wenn ich Dir nus meinen Büchern, die ich sehr gewissenhaft führe, seit ich solide geworden bin, den Beweis liefere, daß ich in Thalbrücken nicht nur keine Schulden gemacht, sondern von meinem Zuschuß noch etwas gespart habe. Du wirst dann nicht in mich dringen, Dir mein Geheimnis zu offenbaren. Zum Beweis dafür, daß ich nicht der Dieb bin, möchte ich Dir gleich auch noch anvertrauen, daß ich nach meiner Rückkehr mit dem Nachtzuge noch bei Hildebrand war, ebenfalls ohne Erfolg zu haben." Die Gesellschaft für soziale Reform hält vom 11. bis 18. Mai in Berlin ihre Generalversammlung ab. Die Tagung wird dem Thema„ Die gewerblichen Lohnarbeiter beiderlet Geschlechts im Alter von 14 bis 18 Jahren" gewid met sein. Hauptmann von Didtmann, der am Ostersonntage mit dem Ballon Nordhausen" schwer verunglückte, dessen Be finden sich in den letzten Tagen aber soweit gebessert hatte, daß Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens bestand, ist Sonnabend abend seinen Verlegungen erlegen. Ueber den gegenwärtigen Stand der Jugendpflege sind seitens des preußischen Kultusministers dringliche Erhebungen angeordnet. Es soll die Zahl der männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren festgestellt und ferner ermittelt werden, wieviel den Jugendvereinen im Anschluß an Fortbildungsschulen, im Anschluß an Mittel- und Volksschulen, kirchliche Vereinigungen, nationale Turn, Spiel- und Sportvereinigungen und sonstige im Während der ganzen Zeit hatte der General seinem Sohn scharf ins Auge geschaut. Jetzt antwortete er, mit ber Hand auf den Tisch schlagend: Dann heißt es für uns, alles daran setzen, den wahren Täter zu ermitteln! Ich werde keine ruhige Stunde mehr im Leben haben, wenn ich mir sagen müßte, daß ich einem Unschuldigen sein Lebensglüd, seine Ehre vernichtet habe. Gib mir Tinte und Feder. Ich will sofort an Raben schreiben. O, wie tut er mir leid, daß ich so heftig war!- Aber daß der Mann log, schien mir der Klarste Beweis seiner Schuld. Jetzt freilich urteile ich anders. Mein armer, alter Rentmeister." In der Angelegenheit des Bürgermeisters Trömel in Usedom wird weiter mitgeteilt, daß dieser von der Re gierung aufgefordert worden ist, sich innerhalb von fünf Tagen in Usedom zur Verfügung zu stellen. Hier wurde thm eröffnet, daß er bis zur Erledigung des gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens mit halbem Gehalt suspendiert worden set. Nach dem Genusse von Schinken schwer erkrankt ist in Berlin die Familie eines Bierabziehers. Sie hatte den Schinken zum Osterfest vom Lande bekommen und ihn einige Tage liegen lassen. Nach der Mahlzeit stellten sich bei der Mutter und ihren beiden Töchtern heftiges Erbrechen und Durchfall ein. Die Erkrankten wurden nach der Charitee überführt. große Freude sein, wenn Sie Ihr Amt, das Sie so viele Jahre mit rührender Treue verwaltet, die wahrlich keinen Undank verdient hat, gleich wieder übernehmen wollten. Ich werde Herrn Woltersdorf diesbezügliche Instruktionen mit gleicher Post zugehen lassen." So etwa fing der Brief an, zu dessen Vollendung er volle zwei Stunden brauchte. Einen so langen Brief hatte der General, der kein Freund der Feder war, wohl seit seiner Bräutigamszeit nicht mehr geschrieben. „ Nach Rücksprache mit meinem Sohne nicht nur von Ihrer Unschuld, sondern auch davon überzeugt, daß Sie einer der edelsten Menschen sind, die ich je kennen gelernt, bitte ich Sie sehr um Verzeihung. Es würde mir eine Dann schrieb er an Woltersdorf und an den Amtsvorsteher in Wedelstein, demselben den Diebstahl anzeigend und zugleich bekannt gebend, daß er eine Belohnung von hundert Talern für die Ermittelung des Täters aussetzte. Ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem königlichen Automobil, in dem die Kronprinzessin und die Prinzessin Eitel Friedrich saßen, ereignete sich Sonnabend vormittag in Schöneberg bei Berlin. Nur burch scharfes Bremsen des Wagenführers des elektrischen Straßenbahnwagens wurde größeres Unheil verhütet, und lediglich das Automobil an der linken Seite, wo die Kronprinzessin saß, leicht geschrammt. Die Fürstlichkeiten konn= ten ihre Fahrt ungehindert fortsetzen. Bereits nach zwei Tagen traf ein Telegramm von Erna Raben bei Hardi ein, gerade als der General abreisen wollte, das also lautete:„ Euer Exzellenz herzlich dankend, kann Vater das Amt wegen Krankheit nicht versehen. Erna Raben." Ein großer Grubenbrand wütet, wie erst jetzt bekannt wird, seit acht Tagen auf der Zeche Holland" bei Wattenscheid. Das Fener, das einen außerordentlichen Umfang an= genommen hat, entstand am Karfreitag zwischen der sechsten und siebten Sohle. Obwohl die Direktion sofort umfang= reiche Absperrungen anordnete, ist es trotz der achttägigen anstrengenden Arbeit nicht gelungen, des Feuers Herr zu werden. Infolge des Brandes sind etwa 600 Bergleute arbeitslos. " Herr Gott, was würde ich darum geben, wenn ich nach Wedelstein zurückreisen könnte, statt da in alle Welt zu müssen!" rief der General aus.„ Auch das habe ich noch auf dem Gewissen!" Etwa eine Woche nach des Vaters Abreise erschien Hans Raben in gedrücktester Stimmung bei seinem alten Freunde. Ans Angst vor der Zwangserziehung erhängte sich in einer Zelle des Wiener Bezirksgerichts Margarethen ein 16jähriger Handwerksbursche, der wegen Diebstahls , Wurde mir gestern vom Bezirkskommandeur, der mich unlängst sehr liebenswürdig empfangen und schon ganz tameradschaftlich behandelt, recht nachdrücklich der gute Rat gegeben, mich vorläufig nicht zur Wahl zu stellen," sagte er, nachdem er des Freundes Ausdrücke des Bedauerns ruhig mit angehört, wie etwas, an das er gewöhnt war. Ein Aus S dertma barübe Felde darauf den Hu kürzlich Sunder war de Gläubig feiner von de den Be unglüd pflanzer mit sei gnügt Bericht schlag blauer nicht re feine& Er wu Sunder Tisch den Hu ftede au wurden pen ein nießen da er entzog Lapper ift thm Ci lich der Jahre begonn im näc genau thn die tere G zu erfi tags u neueste Statt, tomme men tion fernat mittel warte Telefu weite von biert. weite 203 liche A zöfifchen beschäft daß um zession fluß ein sind total taput und Vater schleicht umher wie ein Schatten. Er ist und trinkt nicht, weicht allen Menschen aus, und man hat Grund genug, für seinen Verstand zu befürchten. Und Woltersdorf, Hardi, ich glaube, Du hast den richtiger taxiert, als wir alle." - Was ist mit dem?" fiel ihm jener ins Wort.„ Woltersdorf, hat er Erna etwas zuleide getan?" „ Er hat die Verlobung aufgehoben, angeblich, weil Erna seine Liebe nicht richtig erwiderte. Ich habe aber zufällig in Erfahrung gebracht, daß er hier in der Residenz einer wohlhabenden Witwe schon lange sehr eifrig den Hof macht." Nun, und Erna? Ist sie sehr un,, Es ist Tatsache! Mein Freund Reyther dürfte wohl dahinter stecken. Der hat es ja längst verstanden, sich bei. dem Bezirkskommandeur einzuschmeicheln. Nun, Jda trägt alles mit Geduld. Aber der Geheimrat ist sehr ver= stimmt. Ich fürchte, aus unserer Verlobung wird nichts. Zu Hause sieht es sehr traurig aus. Mutters Nerven - - ,, Der Schuft!- glücklich?“ " Gottlob nicht! Im Gegenteil, ste nennt es ein Glück in allem Unglück, daß es so gekommen. Sie muß sich wirklich rein gar nichts aus dem Menschen gemacht haben und sich nur den Eltern zuliebe mit ihm verlobt haben." Hardis Augen glänzten vor Freude, wie er jetzt des Freundes Hände drückte und ausrief: ,, Ach laß uns nicht so trübselig ins schöne Leben blicken. Es wird alles, alles wieder gut werden, alter Junge!" ,, Hardi, Du bist mir ein Rätsel! Ich beneide Dich um Deinen leichten Sinn, der sich so schnell über das hinwegzusetzen vermag. Verzeih übrigens, daß ich rücksichtslos genug war, bisher nur von meiner Misere zu sprechen und sag mir nun einmal auf Dein Wort, wie ist es Dir zu Mute? Bist Du wirklich so guter Laune, wie man nach Deinem strahlenden Gesichte meinen sollte, oder hast Du die Kunst der Verstellung plötzlich kennen gelernt?" ,, Bin treuzfidel, mein guter Hans! Wahrhaftig! Auch fein Schimmer von Heuchelei ist dabei. Die Sache ist für mich abgetan. Ich war niemals mit dem Herzen dabei, des= halb hätte mich der Reichtum der Komtesse, der mich ge= blendet hatte. auch niemals froh gemacht. CF.) es fich Der erf zugestan ftrengte Gericht Politite Beffion& hilliunge Die nien. 3 gungen Hir die S de Einze rere Mo Ihmetter meliter 2 Jahren eigentlic Deponier Schabme Verfügu faft tägl für die von dor einem mitunter Sat 2381 bedung bucht un tatfählt Tatet un angehö auf die richtsvers englischen äge. Er nann die falls zu ereit sei. es nicht folchen rantreid en. Die tüffe, fei it forgen auf fich erlässiger Befagung Zeit be Tez ent tos dar: tommen Der Alge rasch die Daß wei Gelegen hrer der Singer be Stand zu ing von us Wa Krieges Merito den Re reinbart verstor seit mehtätig ist, getreten, eses ResSchlesien Sten Moinisterien = 11. bis Die Taeiter bei" gewid tage mit effen Be ert hatte, stand, ist römel in der Revon fünf Er wurde ihn einalt fusift ist in Satte den und ihn llten sich iges Er den nach huwagen Tronprin ereignete in. Nur lektrischen ütet, und Die Kronten konn t bekannt Wattennfang aner sechsten umfangchttägigen Herr zu Berglente te fich in ethen ein ahls von ein Gchat: schen aus, u befürch haft den t. ,, Wollich, weil habe aber Residenz ifrig den sehr unein Glüd muß fich acht haben St haben." jetzt des ine Leben den, alter e Dich um s hinweg, chtslos ge rechen und es Dir zu man nach aft Du die ftig! Audh dabei, des the tft für er mich ge einem Liter Milch zu einer Woche Kerker und Ueberwetfung an eine Zwangserziehungsanstalt verurteilt worden war. In einem hinterlassenen Briefe gab er das harte Urteil und die Angst vor der Zwangserziehung als Grund bes Selbstmordes an. Im Scherz einen Knaben erschossen. Nach der Heimkehr von der Musterung legte der Arbeiter Vonzenhoff in Alteneffen im Scherze auf einen 12fährigen Knaben mit einer geladenen Vogelflinte an. Die Waffe entlud sich und traf ben Knaben, der alsbald starb. Gewiffenlose Automobilisten. In dem rheinischen Orte Fachbach wurde ein Kind von einem Automobil überfahren. Die Insassen fuhren davon, ohne sich um die Leiche bes Kindes zu kümmern. Verhaftung von Eisenbahnattentätern. Der Koblenzer Kriminalpolizei ist es gelungen, jene ruchlosen Burschen festzunehmen, die in den letzten Wochen mehrfach Anschläge auf oberrheinische Personenzüge verübten, indem sie schwere Steine gegen die Fenster der Züge warfen oder Revolverschüsse auf die Waggons abgaben. In mehreren Fällen trugen die Passagiere Verletzungen davon. Von einem Personenzug überfahren wurden Sonnabend nachmittag unterhalb Bahnhof Andernach zwei bet Gletsarbeiten beschäftigte Arbeiter. Der eine wurde getötet, der andere schwer verletzt. Ein dreister Raub im Postamt wurde in Kingsland Road im Londoner Distrikt Shoroditch verübt. Einbrecher brangen in das Amt ein, und schleppten den Geldschrank, der Marken, Postanweisungen und bares Geld im Betrage von 20 000 M enthielt, weg. Weder die Polizei noch die Nachtwächter des Postamts haben irgend etwas von dem Vorfall gemerkt. Eine schwere Eisenbahnkatastrophe hat sich am Sonnabend in Kapstadt ereignet. Einem Telegramm aus Grahamstowe zufolge stürzte ein Personenzug von der Blaufranzbrücke, die eine tiefe Schlucht in der Nähe von Port Alfred überspannt, ab. 21 Personen wurden getötet. Aus den Gerichtssälen. Ein Prozeß wegen verschluckter Hundertmarkscheine. Aus Schweidniß wird den„ L. N. N. geschrieben: Die Hun dertmarkscheine haben in letzter Zeit viel Stoff geboten, barüber zu reden. Die Hundertmarkscheine mit dem freten Felde und der Reklame darauf, oder den Notizen, die men darauf findet, sind noch nicht das Sensationellste, was über den Hundertmarkschein zu sagen ist. In Schweidnitz wurde türzlich ein Prozeß geführt, der sich um einige verschluckte Hundertmarkscheine drehte. Der Esser dieser kostbaren Spetse war der Handelsmann Robert Winkler, der mit seinen Gläubigern gar oft in Konflikt geriet. Nun ließ ihn einer seiner Hauptgläubiger, der Gastwirt Franke, allenthalben von dem Gerichtsvollzieher verfolgen, um wenigstens in den Besitz eines Teiles seines Geldes zu gelangen. Der unglückliche Schuldne: hatte nun eine Anzahl Fichtenpflanzen im Gesamtwerte von 215 Mark verkauft und wollte mit seinem Gelde, das er dafür eingenommen, eben vergnügt losziehen, als das Schreckgespenst seines Lebens, der Berichtsvollzieher, sich ihm nahte und das Geld mit Beschlag belegte. Winkler sah im Geiste schon, wie die beiden „ blauen Rappen" verschwanden. Das war ihm aber durchaus nicht recht, zumal er absolut nicht die Absicht hatte, davon feine Gläubiger, wenn auch nur teilweise, zu befriedigen. Er wußte sich keinen anderen Nat, als daß er die beiden Hundertmarkscheine, die eben noch so verlockend auf dem Tisch lagen, in den Mund steckte und verschluckte. Die betden Hundertmarkscheine htelten sich nicht lange in dem Verstecke auf, sondern kamen bald wieder zum Vorschein und wurden von der Reichsbank gegen zwei andere blaue Lappen eingetauscht. Winkler jedoch hatte sich durch das Genießen dieser fostbaren Speise" eine Anklage zugezogen, da er das Geld gefliffentlich dem Zugriffe der Gläubiger entzogen hatte, und mußte den Genuß der beiden blauen Lappen mit vier Monaten Gefängnis büßen. Die Speise ist ihm also durchaus nicht gut bekommen. Vermischtes. Eine Riefentelefunkenstation für die Ostsee. Aehnlich der Telefunkenstation in Norddeich soll noch in diesem Jahre mit dem Bau einer großen Station in Swinemünde begonnen werden, so daß man mit der Inbetriebsetzung im nächsten Frühjahr rechnen dürfte. Diese Station soll genau denselben Dienst für die Ostsee übernehmen, wie ihn die Station Norddeich für die Nordsee vorsieht. Lezzinitionen tere Station hat gegenwärtig drei besondere zu erfüllen. Einmal findet zurzeit ein Probebetrieb( mittags und nachts) mit der drahtlosen Uebermittelung der neuesten Wolffschen Telegramme nach Telefunkenschiffen statt, die Zeitungen an Bord herausgeben. In Betracht tommen ca. 30 Schiffe der Linien von Hamburg und Bremen nach Neuyork und Südamerika. Dann hat die Station täglich die Zeit zu geben, die ihr vom staatlichen Observatorium in Wilhelmshaven mittags automatisch übermittelt wird, und ferner die Sturmwarnungen der Wetterwarten in Hamburg und Bremen drahtlos an Schiffe mit Telefunkenapparaten weiterzugeben. Die endgültige Reichweite der Station Norddeich ist noch nicht fertig ausprobiert. Man rechnet damit, daß sie die bisher größte Reichweite von 5200 Kilometer übertreffen wird. Wieder eine Pariser Standalaffäre. Eine neue peinliche Angelegenheit, die mit den Machenschaften im französischen Ministerium des Aeußern im Zusammenhang steht, beschäftigt die Pariser Blätter. Es handelt sich darum, daß um den geringfügigen Preis von 500 Frank eine Konzession in Tunis vergeben wurde, nnd zwar durch den Einfluß eines hervorragenden Politikers. Nachträglich stellte es sich heraus, daß diese Konzession Millionen wert set. Der erste Konzessionär aber stützte sich darauf, daß die ihm zugestandenen Rechte in aller Form verliehen wurden und strengte eine Klage gegen jenen aktiven Politiker an. Das Gericht wird nun zu entscheiden haben, inwieweit jener Politiker berechtigt war, im Namen des Staates die Konzession zu verleihen. Man erwartet sehr interessante Enthüllungen. Die Defraudationen beim Roten Krenz für die Kolonien. Zu den auf über 200 000 M bemessenen Unterschlagungen beim Deutschen Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien in Berlin meldet die B. 3. a. M." folgende Einzelheiten: Das Ergebnis der Kassenprüfung, die mehrere Monate in Anspruch nahm, war ein geradezu niederschmetterndes. Es stellte sich heraus, daß der städtische Baumeister Wölfer, der Schatzmeister des Vereins, in den zehn Jahren ständig Unterschlagungen begangen hatte. An das eigentliche Vermögen des Vereins, das bei der Seehandlung deponiert war, konnte Wölfer trotz seiner Eigenschaft als Schabmeister nicht heran. Dagegen hatte er vollständige Verfügung über die Depots des Vereins. Der Verein hat fast täglich größere Einnahmen und auch größere Ausgaben für die Schwestern, die nach den Kolonien reisen, oder für von dort zurückkehrende. Die Summen, die manchmal an etnem Tage einlaufen und ausgezahlt werden, belaufen sich mitunter auf 1000 M. Von diesen eingegangenen Beträgen hat Wölfer erhebliche Summen für sich verwandt. Zur Verbeckung hat er einfach eingegangene Beträge nicht verbucht und Ausgaben in die Bücher eingetragen, die von ihm tatsächlich nicht gemacht worden sind. Wölfer ist verheiratet und hatte in der Halleschen Straße eine Fünfzimmerwohnung. Seine öffentliche Rebensführung war nach den bisher angestellten Ermittelungen ziemlich bescheiden. Doch hat Wölfer jedenfalls ein Doppelleben geführt. Während er nach außen hin der brave, pflichtgetreue Beamte war, der bescheiden auftrat, hat er in Wirklichkeit mehrere Ge= liebte gehabt, er hat viel beim Toto gespielt und soll auch an der Börse spekuliert haben. Nach der Entdeckung der Defraudation meldete sich Wölfer krank und wurde auf Grund eines ärztlichen Attestes von seiner Familie nach einem Sanatorium gebracht. Dieses Attest hat er auch seiner vorgesetzten Behörde, dem Berliner Magistrat einreichen lassen. Die Totenglocke des Glöckners. Der Glöckner des Arsenals von Cherbourg hat auf eigentümliche Weise seinen Tod gefunden. Der Glöckner Germain hatte täglich etwa 20 Minuten lang mit einem Gehilfen zu läuten, um den Beginn der Arbeitsstunden anzuzeigen. Es scheint nun, daß ihm am Freitag das Seil aus der Hand geglitten ist und sich um seinen Hals schlang, wodurch der Mann von der Glocke in die Höhe gezogen und von dem Seil erdrosselt wurde. Eine hessische Fürsorgeanstalt vor Gericht. Caffel, 24. April. In dem aufsehenerregenden Prozeß gegen 6 Diakone der Fürsorgeerziehungsanstalt Rengs= hausen wegen Körperverlegung wurde am Sonnabend nach zweitägiger Verhandlung vor der hiesigen Straffammer das Urteil gesprochen. Ueber die Verhandlung werden folgende Einzelheiten gemeldet: Am zweiten Verhandlungstage wurde mit der Vernehmung der gemißhandelten Zöglinge der Fürsorgeerziehungsanstalt Rengshausen fortgefahren. Im Mittelpunkt des Interesses und der allgemeinen Teilnahme stand der Für forgezögling Kohl aus Hanau, der jetzt in Hanau als Goldarbeiterlehrling tätig ist und sich nach jeder Richtung hin tadellos führt. Der junge Mensch erweckte auch von vornherein einen sehr sympathischen Eindruck; ihm ist jedenfalls sehr übel in Rengshausen mitgespielt worden, weshalb sich sein Vater, der Goldarbeiter Kohl aus Hanau, als NebenKläger angeschlossen und gegen den Hausvater Betz besonders Strafantrag hatte stellen lassen; ihm zur Seite stand der Rechtsanwalt Dr. Krück aus Wiesbaden. Kohl gab unter seinem Eide über die ihm in Rengshausen zu Teil ge= wordene Behandlung folgende Einzelheiten an: Als er von Hanau nach Rengshausen kam, wurde er auf der Bahnstation von dem Diakon Welfer in Empfang genommen. Da er nach Ansicht des Welker nicht schnell genug Itef, stach ihn dieser mit der Epiße seines Stockes in die Beine, daß sie bluteten. Nachdem Welker bei seiner Einlieferung in der Anstalt dem Hausvater Betz berichtet hatte, daß er nicht schnell genug gelaufen sei, Holte Betz aus und schlug ihn ohne weiteres mit dem Gummischlauch mehrere Male heftig über Kopf, Rücken und Beine. Als er nun am Abend in seiner Zelle nach Trinkwasser verlangte, wurde ihm unter Hinweis auf das Waschbecken bedeutet, daß es Wasser zum Saufen" genug enthalte. Da Kohl nun zu anderen Zöglingen gesagt hatte, daß er nicht in der Anstalt bleiben wollte, was dem Anstaltsvoter hinterbracht worden war, so sei ihm dieser besonders aufgesessen gewesen. Als er einmal nicht schnell genug auf den Hof gekommen war, habe ihm Bezz befohlen, dice Holzschuhe anzuziehen und damit an= zutreten. Die Holzschuhe waren so schwer, daß er kaum die Füße bewegen konnte. Bez nahm einen Gummischlauch und hieb nun unbarmherzig auf Kohl ein, ihn dadurch zum Schnellaufen anzutreiben. Als er ermattet hinfiel, habe Bez unbarmherzig auf ihn eingeschlagen und ihm mindestens 30-35 Stebe versetzt. Es set damit aber nicht genug gewesen; als er eines Tages die Treppen nicht schnell genug hinaufgegangen war, habe Betz folgende Tortur mit ihm angestellt. Er, Bet, und der Diakon Lindemann nahmen je einen Gummischlauch, und nun mußte Kohl unzähligemale die Treppe hinauf und hinunter laufen, wenn er dies den Ansichten der beiden Angeklagten entsprechend nicht schnell genug tat, erhielt er mit dem Gummischlauch tüchtige Prügel. Dabei set er die Treppe hinabgefallen und von Betz ganz furchtbar verprügelt worden, fodaß er bewußt los liegen blieb. Als er dann von Welfer ins Bett ge= bracht wurde. habe er gesehen, daß er am ganzen Körper rote, schwarze und blaue, blutunterlaufene dicke Striemen hatte. Sein Urin sei infolge dieser Quälereien mehrere Tage hindurch mit Blut durchsetzt gewesen. Auf Befragen des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektors Dr. Wege, erklärte Geheimer Medizinalrat Dr. Faber- Rotenburg, daß es sehr gut möglich set, daß eine Nierenblutung dadurch eintreten fönnte, wenn infolge einer schweren Mißhandlung ein oder mehrere Schläge die Nierengegend treffen. Die 3eugin Reiher und einige andere Anstaltsangestellte ergänzen und bestätigen teilweise diese Aussagen Kohls; so hat die Zeugin Reiher den Dauerlauf des Kohl auf dem Hofe mitangesehen, wie er in dicken Holzschuhen laufen mußte und dabei von Betz mit dem Gummischlauch verprügelt worden sei; diese Zeugin schätzt die Dauer dieses Spießrutenlaufens auf etwa 20 Minuten, jedenfalls länger als eine Viertelstunde. Von einem Mitzögling des Kohl habe sie gehört, daß dieser gesagt hätte, er habe dabei Qualen érduldet, die keine Feder beschreiben könnte. Damit das Schreien der Zöglinge in der Anstalt nicht zu hören war, mußte gesungen werden, wenn welcher verprügelt wurden. Kohl sagte bei der Vernehmung zu einem anderen Fall, daß er irgend ein Verbrechen begehen wollte, um aus der Anstalt zu kommen. Er hatte sich da= her mit einer Eisenstange bewaffnet und wollte seinen Mitzögling Hilges erschlagen, wurde daran aber verhindert und wieder furchtbar verprügelt, weil er den Hilges verletzt hatte. Es wurden dann noch eine ganze Anzahl anderer Zöglinge vernommen. So wird bestätigt, daß der Zögling. Hanz nach einer furchtbaren Prügeltracht aus dem Fenster sprang, in der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Es kommt zur Sprache, daß die Zöglinge bet zugefrorener Wasserleitung den in den Eimern angesammelten Urin zum Aufputzen der Korridore verwenden mußten, weiter, daß Zöglinge die Strohhalme ihrer Bettsäcke zählen mußten und dann unter dem Vorwande geschlagen wurden, daß sie sich verzählt hätten. Es sei an der Tagesordnung gewesen, daß man die Zöglinge mit Schimpfnamen wie Säue" und ähn= liches angeredet hatte und überhaupt so heftig und roh wie nur denkbar zu ihnen war. Es wurden dann einige Sachverständige vernommen. Zunächst wurde über das geistige Befinden des Hauptbelastungszeugen Kohl der Oberarzt Prof. Dr. Weber- Göttingen vernommen, der zwei Monate hindurch in Göttingen den Zeugen Kohl auf seinen Geisteszustand untersucht hatte. Das Ergebnis der Untersuchung ist, daß Kohl nicht geistesfrank, wohl aber degeneriert und zu Phantastereien veranlagt set. Anstaltsleiter Frhr. v. Lepel- Hannover ist ein entschiedener Gegner des Gummischlauches als Erziehungsmittel. Erster Staatsanwalt Ganslandt hielt die als Zeugen aufgetretenen Zöglinge nicht für glaubhaft und bean= tragte aus diesem Gesichtspunkte die Freisprechung aller Angeklagten. Rechtsanwalt Krück- Wiesbaden, der Nebenkläger des Kohl, erwidert, daß der Erste Staatsanwalt die gesamte Sachlage zu milde beurteilt habe und auch zu weit gehe, wenn er den ehemaligen Fürsorgezöglingen nicht glauben wollte. Das würde doch den Verzicht auf Justiz in solchen Fällen bedeuten. Wenn ein Vater seinen Sohn mit 200 Sieben mittels Gummischlauches traftieren würde, erhielte er gewiß schon eine Strafe, um wie viel mehr hätte sich erst der Hausvater Betz schuldig gemacht, der Sinn und Zweck des Fürsorgewesens gänzlich verkannt hätte. Der Verteidiger der Angeklagten beantragte auch die Freispre= chung. Das Gericht verurteilte nach mehr als einstündiger Beratung den Hausvater Betz wegen der Mißhandlungen des Kohl und des Zöglings Sanz, dem er nach Ansicht des Gerichts 150-200 Schläge mit dem Gummischlauch verab folgt hatte, zu 100 M Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis und verurteilte ihn in die durch diese Fälle entstandenen, sehr erheblichen Kosten. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen, da nicht der Nachweis zu erbringen war, daß sie vorsätzlich das ihnen nach Ansicht des Gerichts zustehende Züchtigungsrecht überschritten hatten; die auf ste entfallenden Kosten trägt die Staatskasse, soweit Betz nicht dafür aufzukommen hat. Drabtnachrichten und neuestes. 600 Jahrfeier der Berliner Fleischerinnung. Berlin, 24. April. Die Feier ihres 600jährigen Be stehens wurde gestern von der Berliner Fleischerinnung unter großer Teilnahme von Jnnungsdeputationen von Groß- Berlin begangen. Jm Jähzorn erschossen. Berlin, 24. April. Eine unglaubliche Roheitstat, die ein Elternpaar der Unterstützung ihres Sohnes beraubte, wurde von einem 25jährigen Telegraphenarbeiter begangen. Dieser schoß nach einem kurzen Wortwechsel einen ihm gänzlich unbekannten Eisenbahnarbeiter nieder. Er ergriff die Flucht, wurde aber eingeholt und der Polizei übergeben. Tödlicher Unfall eines Kutschers. Berlin, 24. April. Als der Kutscher Gustav Pjuht einen zweispännigen Wagen in den Hof eines Grundstückes führen wollte, wurde er von den Pferden in der Durchfahrt des Hausflures gegen eine Mauer gedrückt. Dabei drang dem Unglücklichen die Deichselspitze in den Unterleib. Obgleich sofort Hilfe zur Stelle war, starb der Verunglückte doch nach kurzer Zeit an den Folgen innerer Verblutung Vom Zuge überfahren und getötet. Wittenberg, 24. April. Amtliche Meldung. Gestern nachmittag wurde von einem Zug auf dem Niveauübergang der Chaussee Gräfenheinischen- Bitterfeld das dem Landwirt Wilhelm Müller in Gröbern gehörige, mit Pferden bespannte Fuhrwerk überfahren und dabei die Insassen, der Besizer und sein 17jähriger Sohn, getötet. Das Gespann durchfuhr die für den Bug bereits geschlossene Schranke. Familiendrama. Frankfurt a. M., 24. April. Gestern morgen gegen 9 Uhr hat sich in einem Hause Ecke Ginnheimer- und Häuserstraße die 51jährige Frau des Oberaufsehers Lück von der Straßenbahn nebst ihrer 22jährigen Tochter und dem zwölfjährigen Sohn mit Leuchtgas vergiftet. Die Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Die Tat ist darauf zurückzuführen, daß die Tochter vor drei Jahren von einem nach Frankfurt kommandierten argentinischen Offizier unter Versprechung der Ehe veranlaßt worden war, mit ihm nach Argentinien zu reisen. Sie fehrte vor drei Wochen unvermählt in das Elternhaus zurüd. Verhaftete Brandstifter. Cöln. 24. April. In den letzten Tagen haben sich in erschreckender Weise die Waldbrände gemehrt. Am Niederrhein, im bergischen Lande sowie an der holländischen Grenze wurden innerhalb der letzten drei Tage tausende von Morgen Waldbestand vernichtet. Wiederholt mußte Militär zur Unterstützung der Feuerwehr herangezogen werden. Von dem Waldbrande bei Rath wurden mehrere Feuerwehrleute, die dem Erstidungstode nahe waren, im bewußtlosen Zustande noch im letzten Augenblick von Sol= daten gerettet. In diesem Falle war ein aus der Anstalt Brauweiler entwichener Zuchthäusler der Brandstifter. In den andern Fällen haben halbwüsige Burschen, die alle verhaftet wurden, die Brände angelegt. Das Mißgeschick der neuen Deutschland". Düsseldorf, 21. April. Die Reparaturen am Luftschiff Deutschland sind beendet, doch ist der aus Friedrichshafen an der Unfallstelle eingetroffene Ersappropeller während des Transports beschädigt worden. Im Grubenschacht betäubt. Dortmund, 24. April. Auf der Zeche„ Lucas" wurden bei Untermauerungsarbeiten unter Tage durch Einatmen von Stickgasen ein Berginspektor und elf Bergleute betäubt und in das Krankenhaus eingeliefert. Bei den Rettungsarbeiten wurden auch zwei Feuerwehrleute betäubt. Es wird festgestellt werden, ob sich noch weitere Opfer an der Unfallstelle befinden. Dortmund, 24. April. Von den auf Zeche Lucas verunglückten Bergleuten sind neun bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Berginspektor Limberg hat bei den Rettungsarbeiten seinen Tod gefunden. Bon einem Handwerksburschen erschossen. Eßlingen, 24. April. Ein aus der Herberge zur Heimat ausgewiesener, auf der Wanderschaft befindlicher Schmiedegeselle feuerte auf den Herbergsvater Jäger einen Revolverschuß ab und verletzte ihn so schwer, daß er an den erlittenen Verletzungen bald darauf starb. Folgenschweres Straßenbahnunglück. Regensburg, 24. April. Gestern abend 28 Uhr ers eignete sich auf der von Pruefening nach Regensburg führenden Straßenbahn ein schwerer Unglücksfall. Aus bisher noch unaufgeklärter Ursache entgleiste ein mit Ausflüglern besetzter Wagen mit den beiden Anhängewagen. Nach den bisherigen Feststellungen wurden fünf Personen schwer und dreizehn leichter verletzt. Eine Frau hat so schwere Verletzungen erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Verwegener Banditenstreich. Breslau, 24. April. In Urbanowitz( Kreis Pleß) drangen gestern nachmittag neun maskierte Banditen mit hocherhobenen Revolvern in ein Gasthaus, riefen den Anwesenden zu:„ Hände hoch!" und raubten ihnen 900 Mark sowie sämtliche Schmucksachen. Sie entkamen unerkannt. Brand einer russischen Bahnstation. Petersburg, 24. April. Die Station Jenessey der sibtrischen Bahn steht mit allen Warenlagern in Flammen. Da jede Hilfe fehlt, muß der Brand mit der völligen Vernichtung der ganzen Bahnansiedlung enden. Folgenschwere Kesselerplosion. Paris, 24. April. In Allennes bei Lille wurden in einer Spiritusfabrik durch die Explosion eines Keffels vier Arbeiter getötet und drei schwer verletzt. Ein Seitenfabriks, gebäude wurde zerstört. Vom Fahrstuhl erschlagen. Rom, 24. April. Der Generaldirektor der italienischen Artillerie, General Castelant, wurde im Gebäude des Kriegsministeriums von einem Fahrstuhl erfaßt und erschlagen. Verhaftete Bombenwerfer. Indianapolis, 24. April. Der Sefrtetär des Gifenund Bauarbeitersyndikats Mac Namara ist unter der Be schuldigung des Mordes und der Beteiligung an dem Dynamitanschlag auf das Bureau der Zeitung Los Angeles Ttmes, der im Oktober vorigen Jahres verübt wurde, verhaftet worden. In der Zentralstelle des Syndikats wurde viel Dynamit und sonstige Sprengstoffe gefunden. Ein Bruder Mac Namaras und ein anderes Individuum sind ebenfalls festgenommen worden. Bet thnen wurden zwölf Bomben beschlagnahmt. Circus L. Strassburger. 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