1 Gemeinde Solzfortimente Schnitt erholz ne, aud ämme Kl. F. Kl. e. alb Blasbo ermeister. Werke terricht elschule. reiwillige ung. parand. ehrer- Pri eKaufman anwärter beamte. rvatorium 1. den Besud setzen; 2. e 3. auf Exam Hass der Unte Sorgfältig einfacher und Lehrstoff ve ng, fortgeseta rlernte dauer ht auf die Ve genommen wir hreiben kostea eitwilligst SDAM.SO etzla ▪im Hause se 54/56 1 sführ Fanlay ert- Wer ter Haftpfli Wetzla Fern BTWASSERDIC НОСНЫЙ beft submitt Belt! urg. KONKURRE famil. in 6 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mif., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 48. ( 1. Blatt) Ein eigenartiger, fortschrittlicher Parteikandidat. Die Herren von der Fortschrittlichen Volkspartei lieben es jetzt, vielleicht aus Rücksicht auf ihre Verbrüderung mit den„ nationalen" Liberalen und( trotz unseres Riesser") angeblichen Agrarzollbeschützern ihre Agrarzollfeind schaft bei der Landagitation in der Reisetasche zu lassen. Wenn es aber mit Rücksicht auf den rauhen Zug von noch weiter links her" nötig wird, so hängt man sich schnell das Mäntelchen der Ausrede um, man wolle die " Brot- und Fleischwucherzölle" nicht sofort ausrotten, sondern dem agrarischen Hunde diesen Schwanz stückweise abhaden. Wie groß die Stücke bemessen, wie schnell hintereinander die schmerzhafte Operation wiederholt werden soll, darüber aber schweigt man sich vorsichtig nach rechts und links hin aus. Ein ganz eigenartiges Verhalten kann man in dieser und anderer Hinsicht besonders an einem der vielen fortschrittlichen Pastoren- Kandidaten für den Reichstag beobachten. Pastor Korell, der schon jetzt um den Köhlerschen Wahlkreis im Konkurrenzkampf steht, soll sich nach Mitteilung der Deutsch. Soz. Bl." nicht nur wie schon 1907 als Agrar 3öllner aufspielen wenigstens auf dem Lande", sondern er verheißt dem gewerblichen Mittelstande auch sein Eintreten für eine Warenhaussteuer.( Wird Korell nicht auch vom Hansabunde unterstützt? Vielleicht gerade mit den braunen Lappen des Warenhäusler- Schußverbandes. D. Schriftl.) Dieser fortschrittliche Parteikandidat ist aber nicht nur ein Zöllner, sondern er soll auch offen zugeben, daß sein Freisinn ein großes Sünden Register habe, aber er sei persönlich doch nicht verantwortlich dafür zu machen. Die freisinnigen 3eitungen in den Großstädten verstän Den nichts von der Landwirtschaft, und sie müßten weiter Rücksicht nehmen auf ihre großstädtischen Leser und Inserenten. B Mit Recht geben die D. Soz. Bl." ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß die großstädtische Freisinnspresse noch nicht Stellung genommen habe zu diesem Parteikandidaten, der ihr heiliges Programm und sie selbst so schroff verleugne. Run, diese Parteiorgane und die Fortschrittlichen Parteihäuptlinge drücken hier wohl gern beide Augen und Ohren zu. Sie wissen, daß ihr Pastorkandidat wohl nur nach dem auch bei ihnen beliebten Grundsatz handelt: Der 3 wed heiligt die Mittel! Wenn der politische Rekrut Korell auf sozialdemokratischen Krücken in den Reichstag gelangen sollte, dann würden ihm Hauptmann Müller und Exerzierkorporal Kopsch schon den richtigen Parteischritt beibringen und ihn alle Versprechungen an die Wähler vergessen machen. Als Kurtosum erwähnen die„ D. S. Bl." noch, daß Pastor K. zwar immer aus Rücksicht auf die frommen Bauern sein neues Testament( nicht einmal die ganze Bibel) bei seinen Wahlfahrten mit sich führe und Trost darin suche, daß aber trotzdem die alttestamentlichen Juden eifrig für ihn arbeiteten. Die deutschen Bauern im Wahlkreise blickten staunend auf solche Zweckverbindung von Moses und Luther" und auf diesen Kandidaten. - Reichstagswahlvorbereitungen. Wetzlar, 25. Febr.( Privattelegramm.) Der nationalliberale Reichstagskandidat für den Wahl freis Wetzlar, Dekonomierat Kreuz- Bonn, hat laut „ Deutscher Tageszeitung" seine Kandidatur zurückgezogen. *) Herford. Was unsere Freunde sich merken wollen! Herr Hoffmann, soziald. Reichstagstandidat für Herford- Halle, hat auf der am Sonntag in Herford stattgefundenen Generalversammlung des sozial demokratischen Vereins für Herford- Halle laut„ Volkswacht"( Nr. 44 vom 21. Februar) ausgeführt: „ Die Nationalliberalen sind in letter Linie schuld an der Tabaksteuer, denn ohne deren Vorgehen hätte das Zentrum kaum diese Steuer so bewilligt und mit den Konservativen ein Bündnis abgeschlossen, um zur Regierungsmacht zu gelangen." . ,, Die Liberalen sind, wie schon gesagt, nicht frei zusprechen von der Schuld an der Tabaksteuer. Der Abgeordnete Contze( nationalliberal) hat zwar nicht mitgemacht, aber wir wählen doch nicht nur den Mann, sondern die Partei." Bisher haben wir oft von sozialdemokratischer Seite hören müssen: Die Christlich- Sozialen sind Schuld der Tabaksteuer. Wir freuen uns, daß jetzt Herr - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 25. Februar 1911 Hoffmann der Wahrheit die Ehre gibt und feststellt, daß die Liberalen schuld an der Schaffung der Tabaksteuer sind. * Siegen. Jm alten Stöckerschen Wahlkreise Siegen- Wittgenstein- Biedenkopf ist als Kandidat der Fortschrittler Pfarrer Spieß in Bottenhorn aufgestellt worden. Das ist der 13. oder 14. fortschrittliche Pfarrer= kandidat. Düsseldorf. Als christlich- sozialer Reichstagskandidat für Düsseldorf wurde Pfarrer Tetzlaff- Solingen aufgestellt. * Mülheim( Ruhr). Der Christlich- Soziale Verein hat den Pfarrer Keu del als Reichstagskandidaten für den Wahlkreis Mülheim- Duisburg- Oberhausen aufgestellt. Pfarrer Keudel hat die Kandidatur nommen. * Aus Stadt und Cand. ange= ge= Gießen, den 25. Februar. Gießen. Für den verstorbenen Kommerzienrat Heyligenstaedt wurde Bankier Jakob Grünewald mit 98 Stimmen in die Handelskammer wählt. Kaufmann Rudolf Nowack erhielt 84 Stimmen. Von den 450 wahlberechtigten Firmen machten 197 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Auch 6 weibliche Firmen inhaber waren persönlich an der Wahlurne erschienen. Gießen. Zu dem am 13. März in Mainz stattfindenden Handwerkertag haben nicht nur Gewerbetreibende, sondern alle Interessenten Zutritt. * Gießen. Wie verlautet, soll im Kolosseum ein modernes Lichtspieltheater eröffnet werden. = r= Gießen, 25. Febr. Sonntag, den 12. März, ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. mit einem großen Futterausfall zu rechnen haben. Viele Kleestücke sind, weil total ausgefressen, schon im Herbst umgeackert worden, und was stehen blieb, fiel dem hungrigen Ungeziefer während des Winters zum Opfer. Es muß daher für zeitige Nachsaat von Ersatzfutter gesorgt werden. Löhnberg. Der Postgehilfe Ott bestand die Postassistentenprüfung. Lixfel di Während man in anderen Bezirken über teuere Holzpreise flagt, zeigt sich hier, daß in diesem Jahre das Holz 25 Prozent billiger ist wie sonst. Man schreibt diesen unerfreulichen Preissturz der bevorstehenden Inbetriebsetzung der Biedenkopf- Dillenburger Bahn zu, die es ermöglicht, bequem und bedeutend billiger als bisher Kohlen zu beziehen. * Kassel. Für das vaterländische Soldatenheim auf dem neuen Truppenübungsplatz des 11. Armee= korps bei Ohrdruff sind bis jetzt 32 773 Mark eingegangen, während die Gesamtkosten zirka 94 220 Mark betragen. Hundert Jahre deutsches Turnen. Kein Volk der Erde hat ein Turnvereinsleben von solch gewaltigem Umfange und einer so imponierenden Organisation, wie das deutsche. In keinem Volke der Erde lebt unter den Turnern aller Gaue in Stadt und Land, in Nord und Süd, im Osten und Westen der Geist der Zusammengehörigkeit und der Disziplin, wie ihn Vater Jahn, der Unsterbliche, als heiliges Erbe seinem Volke hinterlassen hat. In höchster Blüte steht sein Werk da, in dem er in bisher unerreichter Genialität die längst vergessenen Leibesübungen in ein System zunachmittags 5 Uhr, veranstaltet der Bauersche sangverein in der Aula der Universitat, hus un- sammenfaßte und dieses dem Grundsatz,„ das Turnen laß seines 47. Stiftungsfestes, ein Konzert. Es werden in demselben eine ganze Anzahl Kunstchöre und Volkslieder zum Vortrag kommen; auch das Quartett des Vereins wird einige Lieder zu Gehör bringen. Frau Ella Steffens- Harnischfeger aus Frankfurt a. M.( Sopran), und Pianist J. Hahn- Gießen wirken in dem Konzert mit. * Gießen. Ein Unbekannter hat mehrfach Studentenwohnungen in Abwesenheit des Bewohners aufgesucht. Bei dem Zimmervermieter gab er an. daß er dem Herrn einen Notizzettel schreiben wolle. Dies tat er auch, es stellte sich aber nachher heraus, daß er aus dem Zimmer Wertgegenstände entwendet hatte. Der Dieb gibt sich als Student aus. * Annerod. Der Volksschriftsteller Heinrich Naumann aus Nanzhausen im Hinterlande sprach hier auf Veranlassung des Ev. Bundes über Heimat und Heimatliebe". Die 1. Schulklasse trua durch Darbietuna passender Gedichte und Lieder zum Gelingen der Veranstaltung wesentlich bei. * Hungen. Als Beigeordneter wurde H. Seibert 7.( früher Beſiker des Gasthauses zum Löwen. jekt Rentner) mit 102 Stimmen gewählt; der Gegenkandidat erhielt 100 Stimmen. Darmstadt. Der Zweiten Kammer ist ein Gesetzentwurf, den Arbeiterschutz und die UnBefall verhütung bei Bauten betr. nebst gründung zugegangen. Auf Grund dieses Gesetzes soll dem Gr. Ministerium des Innern die Ermächtiguna verlieben werden. Schutzvorschriften auf dem Wege der Verordnung zu erlassen: die Aufsicht über die Ausführung diefer Vorschriften liegt den Bauvolizeibehörden oh. Ferner ist eingegangen eine Regierungsnorlage betreff end Bekämpfung der Rebschädlinge. Dornach soll für die Bewilligung von Reihilfen der Retron von 24 000 M. 311 Lasten von Verwaltungsüberfchiffen des Rechnungsinhres 1910 genehmigt werden. Wetzlar, 25. Febr. In dem von der Lan= Hessen- Nas desversicherungsanstalt sau in Hofgeismar eingerichteten, zur Aufnahme von männlichen Rentenempfängern bestimmten Invalidenheim sind zur Zeit einige Plätze frei. Rentenempfänger, welche in das Invalidenheim, wo sie vorzugsweise mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden, aufgenommen zu werden wünschen, fönnen ihre Aufnahme bei dem Vorstand der obengenannten Versicherungsanstalt in Kassel beantragen. - Braunfels, 25. Febr. Wilhelm Schwei3 er. Sohn des hiesigen Küfermeisters Schweizer, hat die Prüfung als Obst- und Gartenbaulehrer bestanden und hat an der Königl. Sächs. Lehranstalt Anstellung ge= funden. an Vom Lande. Als eine Folge des Mäuse= fraßes werden die Landwirte in diesem Frühjahr Die zeit- und volisgemäß zu treiben nach den Bedürf= nissen von Himmel, Land und Volk" unterordnete. Damit hat Jahn seinen Turnern die Spuren seiner Entstehungszeit und auch des Volkes Eigenart eingeprägt, und nur so war es möglich, in der„ Deutschen Turnerschaft" eine volkstümliche Organisation von nationaler Bedeutung zu schaffen, die heute mit 9000 Vereinen und nahezu einer Million Mitgliedern einen achtunggebietenden Faktor in unserem öffentlichen Leben bildet. Turnerei ist gerade in unseren Tagen mehr als je Gemeingut des ganzen Volkes in allen seinen Schichten und Altersklassen beider Geschlechter geworden, sodaß es sich zu einem nationalen Gute von unschätzbarem Werte entwickelt hat.„ Mens sana in corpore sano"," In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist". Das ist der Leitstern, der Vater Jahn voranleuchtete, als er- ein Führer auf den dunklen Pfaden der Zwietracht und des Bruderhasses- dem ganzen Volke neue Wege geebnet hat, auf denen es Höhen gewinnen fonnte, von denen aus ihm die machtvolle Ueberlegenheit über die Völker und Nationen des Erdballs mühelos in den Schoß fiel. Mehr wie je haben wir in unseren Zeitläuften, da unser deutsches Volk von Feinden rings umgeben ist, die seinen Einfluß auf die Geschicke der Menschheit und seine ausschlaggebende Stellung im Rate der Mächte schon längst mit eifersüchtigen Blicken betrachten, alle Ursache, dieses teuere Erbe unseres unvergeßlichen Vaters Jahn, das uns die Kraft und den Mut erhält, das uns groß gemacht hat, zu pflegen und weiter zu entwickeln. In Offenbach hat man schon vor sieben Jahrzehnten die große Bedeutung der Erbschaft Jahns zu würdigen gewußt und getreu der von ihm aufgestellten ge= Richtlinien die edle Turnerei zu der hohen Blüte bracht, die heute jeden, der Sinn und Verständnis für die schöne und gute Sache zu haben vermag, von Herzen erfreuen muß. Einer der ältesten Turnvereine des Deutschen Reiches, der im Jahre 1843 gegründete Of= fenbacher Turnverein hat nahezu 70 Jahre lang in diesem Sinne gewirkt und wird der Ehren große Fülle aufweisen, wenn er im Jahre 1918 sein diamantenes Jubiläum feiern wird. Für jeden Freund des deutschen Turnwesens wird es von Interesse sein, zu hören, daß sich im kommenden Frühjahr 100 Jahre vollenden, seitdem Vater Jahn in der Hasenheide bei Berlin den ersten deutschen Turn plaz gründete. Dort, wo man die Schmach napoleonischer Unterdrückung am schwersten empfand, wo man am heißesten den Tag der Erhebung des Volfes herbeisehnte, sollte die deutsche Turnerei ihre Geburtsstunde erleben. Im ganzen Deutschen Reiche wird man dieses Tages gebührend gedenken, man wird sich an diesem Tage mit ehrfurchtsvollem Dank gegen den Geist des unvergeßlichen Turnvaters daran erinnern, was Jahn jedem echten Turner und dem ganzen deutschen Volke gewesen ist. Deutscher Reichstag. Der Reichstag bertet am Donnerstag tn awetter Beung die Militärvorlage, nach welcher die Friedenspräenzstärte allmählich derart erhöht werden soll, daß sie 1915 te Bahl von 515 321 Gemeinen, Gefreiten und Obergefretten erreicht, die etwa 30 000 Einjährig- Freiwilligen nicht mitgerechnet. Die Kavallerie soll dabet in bisheriger Höhe Bestehen bleiben. Die Vorlage fand auf Sette der bürgerItchen Partelen einmütige Zustimmung, weil alle die Notwendigkeit der Heeresverstärkung angesichts der gewaltigen technischen Fortschritte anerkennen. Für das Zentrum Brachte dies der Abg. Speck zum Ausdruck, namentlich hinAchtlich der Vermehrung der Maschinengewehrabteilungen. Boraussetzung der Bewilligung sei das Vorhandensein der Dedung mtt der aber auch zu rechnen set. Abg. Stüdlen Soz.) lehnte die Vorlage ab, weil er im Militarismus eine ulturfeindliche Einrichtung steht. Wir wollen etne Volkswehr, so erklärte der Redner, auch wir lieben unser Vaerland, nur ist dies nicht eine Vaterlanösltebe, die sich in Dividenden umrechnen läßt. Jeßt wäre der geeignetste Moment, um die Abrüstungsfrage einmal ernstlich zu er pägen, denn der Friede ist nirgends gefährdet. Sehr warme nationale Töne fand der Abg. Baffermann, der das unDedingte Einverständnis der Nationalliberalen kund gab. Unter Bezugnahme auf das Vorgehen der übrigen Weltmächte und die weltgeschichtlichen Ereignisse der letzten Jahze wies er nach, daß der Weltfriede auf den deutschen Baonetten beruht, und daß an diesem kostspieligen, aber sicheren Schutz nicht gerüttelt werden darf. Auch der Redner der fortschrittlichen Volkspartei, Abg. Wiemer, erklärte sich mit der Vorlage, deren Berechtigung er voll anerkannte, etnverstanden. Für die Söhne unseres Landes müßten wir te besten Kanonen und die besten Gewehre haben. Die Abrüstungsfrage werde in allen Kreisen des Reiches erörfert. Von dem russischen Erbfeind dürfe man jetzt nicht mehr prechen. Die Vorschläge über Einschränkung der Rüstun gen dürfte man jedenfalls nicht mit einem fühlen Lächeln ablehnen. Namens der Reichspartei befürwortete lebhaft Abg. v. Liebert die Vorlage. Er betonte die vaterländischen Gedanken, die in der Institution des Heeres sich ver förpern und beklagte das immer stärkere Zurückbleiben des Volkes in Waffen" hinter der normalen Ziffer von 1% der Bevölkerung. Der Redner polemisierte dann gegen die Sozialdemokratie. Die Sozialdemokraten beschimpfen und beschmutzen berufsmäßig unser Heer.( Rufe bei den Soztaldemokraten: Schwindel! Unwahrheit!- Von rechts wird fui! gerufen. Präsident Graf Schwerin- Löwizz rügte dte Bwischenrufe der Sozialdemokraten.) Sie wollen den Soldaten das Vaterland verefeln. Das werden wir nicht dulden! Jetzt erst ergriff der Kriegsminister das Wort, der diesmal leichtere Arbeit hatte als je in entsprechender Lage einer seiner Vorgänger. Den Rednern der großen Parteien, denen er den Vortritt gelassen, brauchte er nur wenig zu erwidern. Im wesentlichen konnte er sich auf den Mersum eines Nachatted beschrä# fan, wie seriig bei Nachprüfung der nationalen Versicherungsprämte" die militärisch- maritimen Ausgaben im Vergleich zu dem durch sie zu schützenden Volksvermögen sind. Dabei hörte man, daß Frankreich, verglichen mit allen Kultur- und Verwaltungsausgaben, doppelt so hohe Aufwendungen für Heer und lotte macht, wie bei uns Reich und Einzelstaaten. Auch die erziehliche Wirkung der Schule des Heeres und die nicht minder günstigen Wirkungen auf Volksgesundheit und wirtschaftliche Tüchtigkeit erfuhren in der schwungvollen Rede des Herrn von Heeringen eine scharfe Betonung. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser tonferierte Donnerstag früh im Auswärtigen Amte mit dem Staatssekretär von Riderlen- Wächter und nahm den Vortrag des Reichskanzlers Dr. v. Beth= mann Hollweg dortselbst entgegen. Im Schlosse hörte der Kaiser darauf die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Militärkabinetts. Das deutsche Kronprinzenpaar nimmt an der italienisajen Nationalfeier teil. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung meldet: Der Kronprinz wird sich nach seiner Rückfehr einige Zeit in Aegypten aufhalten, um einen schroffen Klimawechsel zu vermeiden. An den Aufenthalt in Aegypten wird sich dann voraussichtlich ein Besuch des Kronprinzenpaares beim Kaiser und der Kaiserin auf der Insel Korfu anschließen. Im Laufe des April werden der Kronprinz und die Kronprinzessin einen offiziellen Besuch in Rom abstatten, um dem König und der Königin von Jtalien die Glückwünsche des deutschen Kaiserpaares zur italienischen Nationalfeier darzubringen. Damit war die friedlichste aller Militärdebatten in groBen Zügen eigentlich erschöpft und durch die verantwortliche Bersönlichkeit glücklich abgeschlossen. Was folgte, war nur eine Nachlese. Abg. Korfanin sprach noch namens der Polen gegen, Liebermann namens der Wirtschaftlichen Vereinigung für die Vorlage, und Dr. Heim vertrat jene Zentrumsminderheit, der die Deckungsfrage nicht gelöst erscheint und die deshalb gegen die Vorlage stimmen will. Noch eine Rede des Sozialdemokraten Noske und als Antwort auf die beiden letzten Redner eine Erklärung des Reichsschatjekre: tärs, daß die Regierung fest entschlossen sei, sich ohne neue Steuern einzurichten. Die üblichen persönlichen Bemerk ungen machten den Schluß. Nach sechsstündiger Debatte ist als bleibender Eindruck festzustellen, daß die bürgerlichen Parteien mit seltener Einmütigkeit hinter der Neufestsehung unserer Heeresstärke stehen. Falls auch die Zentrumsminderheit auch noch einschwenken sollte, stehen wohl noch allein die Sozialdemokraten und Polen abseits. In dieser Beziehung wird aftenmäßige Klarheit erst Freitag geschaffen werden, da am Donnerstag zwar die Vorlage in formloser Weise mit sehr großer Mehrheit angenommen, die namentItche Abstimmung über§ 1 aber ausgesetzt wurde. Der Familienschmud der Wallutfeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Schluß.) Nachdruck verboten. Er zog das grüne Saffianetui hervor, drückte auf die Feder, der Deckel sprang auf. Die Nachricht von einer Brafilienreise des Prinzen Adalbert von Preußen, des dritten Sohnes unseres Kaiserpaares, die nach Rio de Janeiro gelangt ist und dort mit großer Freude aufgenommen wurde, entspricht nicht den Tatsachen. An amtlicher Stelle in Berlin ist von einer bevorstehenden Fahrt des Prinzen Adalbert nach Südamerika absolut nichts bekannt. Der Prinz weile gegenwärtig in Kiel, wo er zur Marineatademie kommandiert ist, und es sei nichts über eine Absicht bekannt, daß der Prinz seine dortigen Studien auf längere Zeit unterbreche. In märchenhaftem Glanze erstrahlte der FamilienSchmuck; es fehlte kein einziges Stüd. Vor Erregung und Freude weinend, warf sich Maria in die Arme des Gatten. ., Das Unglück ist gebannt", saget sie,„ fortan wird unserm Hause Heil widerfahren." Wie sollen wir Ihnen danken, Herr Clairon!" rief Wallutjeff bewegt. Ihnen allein gebührt Ruhm und Ehre. Erlauben Sie, daß ich Eie umarme." Mit dem Verkauf des Tempelhofer Feldes beschäftigte sich am Donnerstag die Budgetkommission des Reichstags. Sie bestätigte dem Kriegsministerium, daß es beim Verfauf im Rahmen seiner Befugnisse gehandelt habe. Wallutjeff schloß den jungen Schweizer in die Arme, und Maria schüttelte seine Hand; sie konnte sich nicht satt sehen an dem wiedererlangten Schatz. Die Handwerker- und Industriekonferenz, die am Donnetstag als Einleitung zu der Direktoriumssigung des Hansabundes in den Geschäftsräumen des Bundes in Berlin abgehalten wurde, beschäftigte sich vor allem mit der Abgrenzung von Fabrik und Handwerk, mit der Heranziehung der Industrie zu den Kosten der Lehrlingsausbildung durch die Handwerker und mit der anderweitigen Zusammensetzung der Parlamente zugunsten von Industrie und Handwerk. In der folgenden Direktoriumssizung sprach Assessor Kleefeld u. a. über die Organisationen und die laufenden volkswirtschaftlichen Arbeiten des Hansabundes, wobei festgestellt wurde, daß der Hansabund im Jahre 1910 rund 47 000 neue Mitglieder ge wonnen hat. ., Erlauben Sie, daß ich Ihr Honorar verdopple," sagte Wallutjeff, aber Clairon lehnte es entschieden ab. „ Ich habe eine Gunst zu erbitten, Herr Graf und Frau Gräfin," sagte Henri." Ich habe mich drüben mit Miz Lionel verlobt. Meine Braut und Ihre Mutter haben mich begleitet; ich bitte um die Ehre, ste den Herr= schaften vorstellen zu dürfen." ,, Gern, und ich lade Sie auf heute abend zu uns ein, auch Herrn Häuserling möchte ich dazu auffordern." Die Einladung wurde angenommen. Der nun folgende Abend wird allen Beteiligten unvergessen bleiben. Zugunsten der Altpensionäre haben im preußischen Abgeordnetenhause die Nationalliberalen einen Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Königl. Staatsregierung zu ersuchen, noch im Laufe dieser Session einen Gesezentwurf vorzulegen, welcher eine prozentuale Erhöhung der Pensionen der vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand getretenen Staatsbeamten, Lehrer und Lehrerinnen sowie der Reliktenbezüge der Witwen und Waisen von solchen Staatsbeamten und Lehrern vorsteht. Die Luft war warm. und der Duft der Blumen erfüllte alles. Die Schneehäupter der Alpen glühten in feenhafter Pracht, der Vierwaldstätter See, von hin- und herfchrenden Dampfern und Ruderbooten belebt, schimmerte in tiefer Bläue. Auf dem geräumigen Balkon, der an die Wohnräume des gräflichen Paares stieß, saß die fleine Gesellschaft bei einem auserlesenen Mahl mit edlen Weinen. Die beiden Amerikaner gefielen durch ihr feines, freimütiges Betragen. Rede und Gegenrede flogen hin und her. Clairon erzählte alles, was er erlebt hatte. Er schilderte alles, was er unternommen hatte, um ein befriedigendes Ergebnis herbeizuführen. Frankreich hat seinen Kriegsminister durch den Tod verloren. Er ist Donnerstag nachmittag einem Herzschlage erlegen. Kriegsminister Brun litt seit etwa 14 Tagen an einer leichten Grippe und einer unbedeutenden Aderentzündung und hütete infolgedessen das Zimmer. Donnerstag vormittag empfing er seinen Kabinettschef und unterzeichnete dringende Sachen. Als er dann, auf das Frühstück wartend, im Zimmer auf und ab ging, brach er plötzlich tot zusammen. General Bruns Tod hat in Paris große Bestürzung hervorgerufen. Die Kammersizung wurde nach Bekanntwerden der Trauernachricht sofort abgebrochen. ,, Mrs. Lionel willigt ein, daß wir schon hier heiraInseln vorgesehen werden. Die Befestigung des Panama. fanals ist in diesem Gesezentwurf nicht einbegriffen. Gegen die Zulassung der unbeschränkten japanischen Einmanderung in Amerika, wie ste der neue amerikanische Handelsvertrag mit Japan vorsieht, macht sich bereits eine sehr berechtigte Opposition in den Pazifikstaaten geltend. Der Senat von Kalifornien nahm einstimmig eine Resolution an, in der der Senat ersucht wird, den Vertrag mit Japan abzulehnen. In den übrigen Pazifikstaaten dürfte dieselbe Stimmung herrschen. Damit ist der Konflikt vom Jahre 1907 erneuert, als die Pazifikstaaten ge gen die weitere Zulassung der Japaner schärfsten Widerspruch erhoben. Der Kampf gegen das englische Oberhaus beginnt. Der englische Premierminister hat am Mittwoch im Unterhause die sogenannte Vetobill eingebracht, die den Lords das Recht nehmen will, ein vom Unterhaus angenommenes Budget abzulehnen. Anscheinend ohne lange Debatte ist die Bill sofort mit 351 gegen 227 Stimmen angenommen worden. Wie Amerika„ abrüstet". Jm Repräsentantenhaus ist ein Gesetzentwurf angenommen worden, in dem 5,300,000 Dollar für die Verteidigung der Küsten und ten und zwar in zwei Wochen," schloß Henri,„ sie erlaubt sich, Sie, Herr Graf und Frau Gemahlin zu der Feier einzuladen." Wir nehmen mit tausend Freuden an!" riefen Jegor und Maria. Kleine nachrichten. Der deutsche Kronprinz ist am Donnerstag von Kal. kutta nach Bombay abgereist. Vor der Abreise überreichte er dem Vizekönig ein Bild des Kaisers, den Mitgliedern des Stabes des Vizekönigs Andenken und dem ersten Beamten des Vizeköniglichen Haushalts Medaillen. Werden Sie in Ihrer Heimai bleiben?" fragte Wallutjeff den Geheimpolizisten. Eine halbe Million Gage. Der russische Sänger Chaljapin wird in der nächsten Saison in fünf Monaten vierzigmal in Europa singen und erhält dafür von einem Konsortium eine halbe Million, die höchste Gage, die je ein Sänger erreichte. Nein, wir fehren nach Neuyork zurück," entgegnete Clairon. Ich habe Amerika lieb gewonnen und bin Beamter der dortigen Versicherungsgesellschaft Equitable ge= worden. Ein großes Arbeitsfeld wartet meiner; in Amerika wird der Mann der Arbeit geschätzt. Die Berhaftung von 21 Mädchenhändlern wird aus Kattowi meldet. In Petrikau wurde der berüchtigte, langgesud Mädchenhändler Drechsler verhaftet. Gleichzeitig wurden gegen 20 seiner Agenten festgenommen. Drechsler verkaufte seit Jahren aus Russisch- Polen und Galizien Mädchen ins Ausland. ,, So werden Sie die Detektivtätigkeit in Zukunft auf= geben?" fragte der Graf weiter. ,, Nicht ganz," sagte Clairon, verschmitzt lächelnd ,,, ich werde nur noch die liebenswürdigen Seiten meiner lieben Frau ausspüren." Der orfanartige Sturm mit Regenböen hält noch in unverminderter Stärke auf der Nordsee und in der Elbmündung an. Fortwährend laeifen noch Meldungen über Schiffsunfälle ein. Bei Flensburg fenterte Donnerstag infolge des Sturmes ein mit zwei Matrosen besetztes Boot des Kriegsschiffs Württemberg". Der Matrose Reinhold Müller ertrant. Mit diesen Worten zog er die errötende Mabel an sich und füßte sie herzlich. Bom Sturm in den Fluß geschleudert. Der achtjährige Sohn eines Feuerwehrmanns in Berlin spielte mit einigen Altersgenossen an einer Ladestelle des Spreeufers. Während des Spiels faßte ihn plötzlich ein Windstoß so heftig, daß er das Gleichgewicht verlor und ins Wasser fiel, wo er ertrant. Ein geradezu unglaubliches Stückchen leisteten sich meh rere Diebe in Steglitz bei Berlin. An einer Straßenede machten sie sich in vorgerückter Abendstunde daran, die Straßenlaterne auszubuddeln". Ohne bei der Arbeit ge stört zu werden, konnten sie die dreisten Burschen vollenden. Sie schleppten dann die Laterne ungehindert fort. Die zwei Wochen bis zur Hochzeit des jungen Paares benutzten die guten Freunde, um Ausflüge in das Berner Oberland zu machen. Viele heitere und genußreiche Stunden verlebten sie zusammen. Gräfin Maria erblühte in neuer Frische und Lieblichkeit; sie und Mabel befreun= deten sich warm, und auch Wallutjeff und Clairon um= schloß dasselbe Band der Freundschaft. " Ich habe Ihnen noch die Waffe abzugeben, mit der Meyer den Mord vollbrachte," sagte er eines Tages.„ Ich fand sie bei der Haussuchung, die nach der Verhaftung des Mörders vorgenommen wurde, in der Kommode versteckt." Eine fürchterliche Explosion entstand am Donnerstag in Königshütte( Oberschlesien) beim Transport eines meh rere Zentner schweren sogenannten Schlackenkuchens. Der Kuchen stürzte um und richtete infolge der Explosion große Berheerungen in dem betreffenden Stadtgebiete an. Un zählige Fensterscheiben wurden zerfrümmert. Bis flint Pfund schwere Schlackenstücke wurden umhergeschleudert. Biele Personen waren gefährdet, doch wurde niemand ernst. Itch verletzt ,, Mein treuer Diener ist durch diesen Stahl ums Leben gekommen," sagte Wallutjeff ernst ,,, ich möchte nicht, daß meine Frau die Waffe sähe. In weitem Bogen schleuderte der Graf das Messer in den See, in dessen Nähe beide Männer standen. Ein altes französisches Kriegsschiff, das sich auf der Fahrt nach Holland während des letzten Sturmes von setnem Schleppdampfer losgeriffen hatte, ist am Donnerstag auf den Felsen der Scilly- Inseln entdeckt worden. Das Schiff ist von dem Felsen losgekommen und treibt jetzt hilflos im Meer. Am Hochzeitstage waren Wallutjeff und Häuserling Trauzeugen. Mabel sah bildschön aus im bräutlichen Schmuck, und Clairons stattliche Erscheinung paßte zu ihr; auf beider Antlitz strahlte das reinste Glück. ,, Madame Henri Clairon," sagte Wallutjeff nach der Trauung, als man sich eben zum Festmahl setzen wollte, ,, gestatten Sie meiner Frau und mir, Ihnen unser be= scheidenes Hochzeitsgeschenk zu überreichen." roDer Nachlaß einer Bettlerin. Ein in Prag als Bettlerin lebendes 69jähriges Fräulein hinterließ Wertpa ptere und Schmuckgegenstände im Werte von 230 000 nen. Für wohltätige Zwecke stiftete sie 150 000 Kronen. Den Rest erbte ein Neffe. Aus den Gerichtssälen. Die Haftung der Eisenbahn beim Transport lebendes Tiere. Ein reichsgerichtliches Urteil, das am 14. Dezem ber vorigen Jahres erging, beschäftigte sich mit der Haftung der Eisenbahn beim Transport lebender Tiere und dürfte insofern für die weite Deffentlichkeit besonderes Inte resse haben, als entschieden wurde, daß die Eisenbahn nicht für den Schaden haftbar gemacht werden kann, der für die Tiere aus der mit der Beförderung verknüpften besonderen Gefahr entstanden ist. Die mit der Beförderung verbundene Gefahr wird so lange als Ursache des Schadens angenommen, bis ein grobfahrlässiges oder gar vorsätzliches Handeln der Bahnbeamten bewiesen werden kann. Anlaß zu diesem Urteil gab die Beförderung zweier Schweißhunde mittels Eilfrachtbriefes in einem Käfig mit der Aufschrift:„ Lebende Tiere". Da diese während der Be förderung verendeten, so wurde auf Schadenersatz geklagt, wobei geltend gemacht wurde, daß tierärztlicherseits eine Gehirnerschütterung und Gehirnlähmung infolge heftiger Erschütterung festgestellt worden sei, was nur durch grobe Fahrlässigkeit des Bahnpersonals hervorgerufen sein könnte. Den Der Graf reiche ihr ein Schmucketui. Es enthielt drei Diamantsterne. Häuserling hatte sie genau nach denen angefertigt, die zum Familienschmuck gehörten. ,, Und Sie, mein Freund," wandte Jegor sich an Henri, " tragen Sie, bitte, diesen Ring und diese Nadel als Ans denken an uns. Der Onkel hat sie auf meinen Wunsch gearbeitet." Zwei prächtig funkelnde Diamanten von der Größe der Ohrgehänge lagen in kunstvoller Fassung als Brustnadel und Ring in dem zweiten kleinen Etui, das Walluts jeff Clairon einhändigte. Der Dank und die Ueberraschung der Beschenkten war groß. - Die Die Elfenbahn Baß die Bunde engen Räfig Burg Stöße b Schütterungen, des Personals Das Rammerg gelegten Rech Schredens hweres Ungli eft, das etwa bes Krollidhen Hen Trubel m bes Alpenfefte Felsgipfeln, der Arrangeur feine Infaffen bat graufam Drei Jahre später finden wir das gräfliche Paar in seinem kleinen Palais am Newatai in der russischen Hauptstadt Wallutjeff bekleidet einen hohen Posten am kaiserlichen Hof, seine Frau gehörte zu den bevorzugten Damen der jungen Zarin, die eine entschiedene Vorliebe für die anmutige Maria Nikolajewna an den Tag legt. Gräfin ist jetzt wieder Mutter von zwei prächtigen Söhnen. Den Familienschmuck zu tragen, kann Maria sich aber nicht entschließen. Es knüpfen sich allzu traurige Erinnes rungen daran. Er liegt wohlverwahrt in dem feuerfesten Gewölbe einer Bank. ,, Wenn unser ältester Sohn heiraten wird, mag seine junge Gattin das Halsband, die Sterne und die Ohrs gehänge tragen," sagte Maria zu Jegor,„ hoffentlich wird das verhängnisvolle Geschmeide nie mehr gestohlen." „ Ich habe eben einen Brief aus Amerika erhalten," sagte Wallutjeff eines Tages im April ins Zimmer tretend.„ Clairons reisen im Sommer nach Lon don; sic fragen an, ob sie uns in Walkowa auf einige Wochen besuchen dürfen." Welche große, unerwartete Freude!" rief Maria ju belnd ,,, ich will gleich an Mabel schreiben und ihr sagen,' wie sehr wir uns auf ihren Besuch freuen." ,, Sie sollen das russische Landleben kennen lernen," fügte Jegor hinzu." Wohl keine Gäste sind unter dem Dach unseres Stammsizes so hochwillkommen gewesen, wie Henri Clairon, der ehemalige Geheimpolizist, und seine schöne Gemahlin." En de. diefe Luftballi Und aus einer lin" mit feine ir das bunte bes Entfegens Bucht, mit de hwer verlegt din nachstürzen war es herabg folcher Seftigte bes Unglüdlid werte, der fü Cohn eines fo händlers, verr Charitee zu ü Tod ein. Deutsche Donnerstag a laffen, um sich tau und von lungs, zu beg berg), Dr. En furt a. M.) Don Schantung tige Amt mit Merzte mit e bereit seien, a gen anzusteller gische Ausbild burg erhalten. nötigen Inftr fenschaftliche A leit wird sich hungen erftred vor allen Din gungsmaßnah ich die Kom anemaßnahm Die gesamten Herren erhalte monatlich. Ein uner gericht von W fährige Witwe wanzig Jahre Urteil verfünd threr Tasche u Mulfaut, ihres polaten sodann Ihm den Hals Strid zu entr Erstiden nahe Die Rache Dame nach 2 hres Bräutig Bolizei zu tro Mädchens, ein Befuch. Sie f wollte, plaude fidh einen Re abgab. Er st Tür und weh gelodten Haus pfing fie mit Belagerung g Mörderin fe delt zu habe Hetraten. Eine Be ner Polizeidi Bettlern Stat Rachlaß des Unmittelbare Kundmachung Heß: Anjuche Rachlaßlegat dasselbe erschö and Lahme. tights befomm machte der Ku Erstaunlia In Lothringen Don Martinsb retar in Dieu e der schlimm Den Erfolgen Brenztommiffa rab, fich zunäd belhaffen, die Fonnten. Dief and nunmehr berg" Witteru Diefer Brief m In Straßburg gericht Dieuze orben, war a halten, wurd Suchen brachte Bimmermann. but der Frau Dem Roland" ben inzwif Hige leugnete bandlung aud hrt worden, Panama iffen. eritanijde ereits eine apanischen n geltend, eine Re Bertrag ififitaaten der Kon aaten ge en Wider von Sal iberreichte Citgliedern ersten Be ger Chal n vierzig em Kon ie je ein wird aus erüchtigte, Gleich enommen. olen und noch in der Elb. gen über onnerstag Btes Boot Reinhold achtjährige it einigen Während ig, daß cr r ertrant. fich meh traßenede aran, die Arbeit ge vollenden. rt. onnerstag nes meh end. Der Ton große an. Un Bis flut schleudert. and ernst auf der 3 von set onnerstag en. Das reibt jezt als Bett Wertpa 000 ro ren. Den lebendes . Dezem r Haftung nd dürfte es Inte bahn nicht er für die Sesonderen verbunde ens ange orfäßliches nn. Den g zweier Käfig mit B geflagt, d der Be feits eine e heftiger urch grobe ein fönnte. enthielt nau nag örten. an Henri, I als Ans en Wunsch Der Größe als Brust s Walluts erraschung Paar in Jen Haupts am faiser en Damen be für die legt. Die en Söhnen a fich aber Je Erinne feuerfesten mag feine die Ohr tlich wird ohlen." 5 Amerita April in nach Lon auf einige Maria jua ihr fagen en lernen," unter dem wefen, wie und feine Die Eisenbahnverwaltung machte demgegenüber geltend, baß die Hunde nicht durch Verdursten oder Ersticken in dem engen Käfig umgekommen seien, sondern voraussichtlich burch Stöße beim Rangteren und dadurch verursachte Erschütterungen, was mit einer grobfahrlässigen Handlung des Personals nichts zu tun habe. Das Landgericht Berlin, das Kammergericht und das Reichsgericht wiesen die ein gelegten Rechtsmittel zurück. - - Vermischtes. Ein Schredensszenen auf einem Berliner Ballfest. Schweres Unglüd hat am Donnerstag morgen ein Alpenfeft, das etwa viertausend Menschen in den Gesamträumen bes Krollschen Etablissements vereinigte, mitten im hellften Trubel mit jäher Gewalt unterbrochen. Der Clou" bes Alpenfeftes war ein Zeppelin"-Ballon. Hoch über den Felsgipfeln, so wollte es die lustig- phantastische Idee der Arrangeure durch die Wolken, sollte der„ Zeppelin" feine Insassen in die Lüfte führen. Aber die lustige Jdee hat grausam Schiffbruch gelitten. Das Drahtseil, an der biese Luftballillusion gefettet war, brach plötzlich entzwei. Und aus einer Höhe von acht Metern stürzte der„ 3eppelin" mit seinen Infassen hinunter auf die Bühne, hinein ir das bunte Gewühl der vergnügten Menge. Ein Schrei bes Entsegens folgte. Mehrere Personen waren durch die Wucht, mit der die herabgestürzte Gondel sie getroffen, schwer verletzt. Aber noch größer war das Unheil, das ein nachstürzendes Eisenstück anrichtete. Vom Schnürboden war es herabgesaust und hatte einen jungen Mann mit folcher Heftigkeit auf den Kopf getroffen, daß der Schädel des Unglücklichen zertrümmert wurde. Der Bedauerns werte, der fünfundzwanzigjährige Artur van Dam, der Eohn eines töniglichen Hoflieferanten und Antiquitätenhändlers, vermochte nicht mehr den Transport nach der Charitee zu überstehen. Auf dem Wege dahin trat der Tod ein. Deutsche Aerzte für das chinesische Pestgebiet. Am Donnerstag abend haben drei deutsche Aerzte Berlin ver lassen, um sich mit der transsibirischen Bahn nach Things tau und von dort nach Si- nan- fu, der Hauptstadt Schan tungs, zu begeben. Es ist dies Dr. Gothein( Heidelberg), Dr. Ende( Hamburg) und Dr. Biermann( Frankfurt a. M.) Sie folgen einer Einladung des Vizekönigs Don Schantung, der sich direkt an das deutsche Auswärtige Amt mit der Bitte gewandt hatte, einige deutsche Aerzte mit entsprechender Vorbildung zu gewinnen, die bereit seien, an Ort und Stelle in China Pestuntersuchungen anzustellen. Die drei Herren haben ihre bakteriologische Ausbildung im tropeltisgtenischen Infitiut in Hams burg erhalten. Sie sind mit einem Laboratorium und den nötigen Instrumenten ausgerüstet, um auch größere wis senschaftliche Arbeiten erledigen zu können. Ihre Tätig feit wird sich hauptsächlich auf bakteriologische Untersu= chungen erstreden. Die Ergebnisse der Forschungen sollen vor allen Dingen zu Vorschlägen von geeigneten Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Best dienen. Nebenbei wird ich die Kommission an der Ueberwachung der Quarantänemaßnahmen in der Provinz Schantung beteiligen. Die gesamten Kosten trägt die chinesische Regierung. Die Herren erhalten persönlich eine Vergütung von 2500 Mart monatlich. Ein unerhörter Vorfall im Gerichtssaale. Das Schwurgericht von Montbrison in Frankreich verurteilte die 55fährige Witwe Louche wegen Ermordung ihres Neffen zu zwanzig Jahren Zuchthaus. In dem Augenblicke, als das Urteil verkündet wurde, zog sie eine Art Lasso schnell aus ihrer Tasche und warf ihn über den Kopf des Advokaten Mulsaut, ihres eigenen Verteidigers. Sie riß den Advokaten sodann mit dem Stride zu Boden und schnürte ihm den Hals zu. Nur mit Mühe gelang es, der Frau den Strid zu entreißen und den Advokaten, der bereits dem Erstiden nahe war, zu befreien. Die Rache der Braut. In Chicago hat sich eine junge Dame nach Verübung eines Mordes in der Wohnung thres Bräutigams verbarrikadiert und stundenlang der Polizei zu trotzen gewußt. Der Bräutigam des jungen Mädchens, ein Photograph, empfing am Morgen ihren Besuch. Sie fragte nach Bildern, die er von ihr fertigen wollte, plauderte eine Weile mit ihm und zog dann plötzlich einen Revolver, aus dem sie mehrere Schüsse auf ihn abgab. Er stürzte tot nieder. Darauf verschloß sie die Tür und wehrte den durch den Knall der Schüsse herbeigelockten Hausbewohnern jeden Eintritt. Die Polizei empfing sie mit Revolverschüssen. Erst nach mehrstündiger Belagerung gelang es Schuhleuten, einzudringen und die Mörderin festzunehmen. Sie erklärte, aus Rache gehanbelt zu haben, weil sich ihr Bräutigam weigerte, sie zu Heiraten. Eine Bettlerdemonstration in Wien. Vor der Wiener Polizeidirektion fand Mittwoch eine Kundgebung von Bettlern statt, die unzufrieden sind, weil sie aus dem Nachlaß des Barons Rothschild nichts bekommen haben. Unmittelbaren Anlaß zu dieser Demonstration gab eine Kundmachung am Tor der Polizeidirektion, in der es hieß: Ansuchen um Beteiligung an dem Rothschildschen Nachlaßlegat tönnen nicht mehr berücksichtigt werden, weil dasselbe erschöpft ist. Unter den Bettlern sah man Blinde und Lahme. Ihre Rufe:„ So viel Geld und wir haben nichts bekommen", erregten großes Aufsehen. Die Mache machte der Kundgebung ein Ende. Erstaunliche Leistung eines Polizeihundes.„ Roland von Martinsberg", ein Polizeihund von der Nahe, leistete in Lothringen ein Bravourstückchen. Ein Amtsgerichtssefretär in Dieuze war schon jahrelang durch anonyme Briefe der schlimmsten Art belästigt worden. Nachdem er von den Erfolgen der Polizeihunde gehört, wandte er sich an Grenzfommissar Obst, Deutsch- Avricourt, der ihm den Rat gab, sich zunächst Gebrauchsstücke von solchen Personen zu beschaffen, die mit den Briefen in Verbindung stehen Bönnten. Diese Sachen wurden dann versteckt ausgelegt und nunmehr Kommissar Obst's" Roland von Martinsberg" Witterung am letzten der anonymen Briefe gegeben. Dieser Brief war neun Tage alt, war an das Ministerium In Straßburg gerichtet gewesen und von dort ans Amtsgericht Dieuze geleitet und dem Beleidigten übergeben borden, war also durch zahlreiche Hände gegangen. Nachbem ,, Roland"( gen. Greif") an diesem Briefe Witterung rhalten, wurde er zum Stöbern abgeschickt. In mehrfachen Suchen brachte er jedesmal Eigentumsstücke einer Frau Bimmermann. Es wurde dem Hund nunmehr an dem But der Frau Zimmermann Witterung gegeben, worauf den inzwischen versteckten Brief brachte. Die Verdächtge leugnete zwar, wurde aber, nachdem sie bei der Verhandlung auch durch die Sachverständigengutachten überführt worden, vor furzem gerichtlich verurteilt. Die Schwerhörigenschule. Ueber Kurse für Schwerhörige liegt ein lehrreicher Bericht des Magistrats in Charlottenburg vor. Derartige Kurse sind auch in Rixdorf und Zehlendorf mit gutem Erfolge eingerichtet wor den. Die Potsdamer Regierung hat jetzt deshalb die Einrichtung zur Nachahmung empfohlen. Eine besondere Schule für Schwerhörige besteht in Charlottenburg seit dem 1. April 1908. Schon 1906 wurde zum ersten Male für die Schwerhörigen der Oberstufe ein Absehkursus abgehalten. Die Absehkurse tönnen aber das schwerhörige Kind zu einer wirklich hinreichenden Teilnahme am Normalunterrichte, auf den es im übrigen nach wie vor angewiesen war, nicht befähigen. So wurde 1908 die erste Sonderflasse für schwerhörige Kinder eingerichtet. Am 1. April 1909 wurde die zweite Klasse angegliedert, Ostern 1910 eine dritte. Jn 3 bis 4 Jahren wird der Ausbau der Schwerhörigenschule abgeschlossen sein. Da die Schüler nicht nur die Sprechbewegungen des Lehrers, sondern auch die ihrer Mitschüler beobachten sollen, figen sie in einem Halbkreise. In jeder Klasse hängt eine Tabelle, die in graphischer Darstellung die Hörweite eines jeden Kindes veranschaulicht. Gesangunterricht wird nicht mehr erteilt. Spezialfächer sind der Artikulationsunterricht, der AbsehAm meisten unterricht und der Handarbeitsunterricht. wird das Sprechen und Denken durch die Schwerhörigkeit gehemmt. Der Unterricht erhält die Entwickelung des Kindes in Fluß. Der Artikulationsunterricht entwidelt und flärt die Sprache. Der Absehunterricht ersetzt mehr oder weniger das Hören. Unerquickliches von einer Universität. Die Bonner Studenten, oder besser ein Teil von ihnen, war während der letzten Zeit, mehr als ihnen erwünscht sein kann, im Munde der Leute. Jetzt wird wieder etwas aus Bonn gemeldet, was den von der Sache Betroffenen nicht gerade zur Ehre gereicht. Am Schwarzen Brett der Anstalt befindet sich nämlich folgender Anschlag:„ Akademisches Kunstmuseum. Bonn, den 14. Februar 1911. Trotz aller Bitten und Ermahnungen haben die Studenten nicht aufgehört, das große Vertrauen, mit dem ihnen die Benutzung der Bibliothek des Akademischen Kunstmuseums gestattet worden ist, zu mißbrauchen. In schimpflicher Heimlichkeit haben sie die Bücher aus den Räumen des Museums entfernt, obgleich ich noch nie die Bitte, ausnahmsweise und auf kurze Zeit ein Werk zu Hause brauchen zu dürfen, abgeschlagen habe. Wer bis zum 21. d. Mts. die unerlaubt mitgenommenen Bücher dem Museum wieder zustellt, soll straflos sein, und ich bitte alle gewissenhaften Kommilitonen durch Einwirtung auf ihre Kameraden mich bei diesem letzten Versuche, gütlich Ordnung zu schaffen, zu unterstützen. Mißlingt auch er, so wird die Benutzung der Bibliothek eingeschränkt und erschwert, und der Unschuldige muß mit dem Schuldigen leiden, so sehr ich dies bedauern würde. Der Direktor: Loeschte". Der Neger mit dem Tropenkoller. Eine tragikomische Geschichte spielte sich gestern nacht in der Baruther Straße in Berlin ab. Der 28jährige Neger John Davis Jetconjo, der erst seit kurzem in Berlin wohnt und Kellner ist, hatte des Guten zuviel getan und fing auf dem Heimweg in der Baruther Straße an zu toben. Er entkleidete sich bis aufs Unterzeug und zertrümmerte mit regelrechten Borhieben einige Schaufensterscheiben. Vorübergehende versuchten den Schwarzen daran zu hindern, erhielten aber wohlgezielte Hiebe. Als sich immer mehr Publikum ansammelte, ergriff der Neger die Flucht und wurde von 15 bis 20 Perfonen verfolgt. Schließlich erflomm er eine Laterne und wehrte seine Verfolger mit Beinstößen kräftig ab. Dret Schußleute vermochten den riesenstarken Schwarzen mit anderer Hilfe zu fesseln und nach der Unfallstation am Tempelhofer ifer zu bringen, wo der Neger den Arzt, die Gehilfen und die Schuhleute mit einer unglaublichen Flut von Schimpfworten in einem Gemisch von Deutsch, Englisch und seiner Muttersprache überschüttete. Es blieb nichts übrig, als ihn zu knebeln und nach dem nächsten Poltzetrevier zu bringen. Sklavenjagden im heutigen Afrika. nur Vor kurzem wurde in der Türket durch einen neuen Erlaß an das schon bestehende Verbot des Sklavenhandels erinnert. Dabei wurde erwähnt, daß aus Afrika immer noch Sklaven und Eunuchen ihren Weg nach dem türkischen Asien und Europa fänden. Tatsächlich sind auch Sklavenjagden und Sklavenhandel aus Afrika noch immer nicht verschwunden. Es bilden, wie die österreichische Monatsschrift für den Orient konstatiert, vor allem noch gewisse Teile des Sudans und Aequatorialafrikas den Schauplatz von Sklavenjegden, deren Ausbeute vornehmlich durch die Sahara einerseits nach Marokko, andersetts nach dem türfifchen Nordafrika ihren Weg nimmt, von wo sie dann später nach dem türkischen Asien und Europa geführt wird. Berüchtigt waren bis in die allerjüngste Beit die Raubzüge der Sultane von Wadat. Es ist in der Tat vorgekommen, daß ein Wadaiheer bis vor die Tore des französischen Militärpostens Fort Archambault vordrang und die Etngeborenen mit sich schleppte. Als in den letzten Jahren französische Streifforps in der Sahara nördlich von Wadai operierten, schnitten sie nicht selten solche Sklaventransporte, und auch dann wieder Waffenkarawanen ab. Bet der Besetzung der Hauptstadt Abeschr durch die Franzosen im Juni 1909 fanden sich denn auch 150 Sklaven vor, die ge= rade nach dem türkischen Gebiet hatten abgehen sollen. Seit dieser Zeit hat die Sklavenausfuhr und damit auch der Sklavenraub dort nachgelassen. Nicht soviel ist in dem Nachbarsultanat Darfur erreicht worden. Nach dem Fall des Mahdireiches nahm dort mit Zustimmung der angloägyptischen Regierung ein Mitglied der vertriebenen Sultansfamilie den Thron ein. Sie stellte dem neuen Sultan einige Bedingungen, überließ ihn aber sich selbst mit dem Erfolge, daß er sich um seine Verpflichtungen nicht mehr fümmerte. Um nun gerüstet zu sein, wenn die Engländer ihn einmal mit Waffengewalt baran erinnern sollten, macht es der Sultan von Darfur genau so, wie es bisher tener der Wadai machte; er raubt Stlaven in südlichen Nachbarländern und verhandelt sie nach der Türkei gegen Schnellfeuergewehre und Munition. Die ses Verhältnis wird sich vorläufig leider nicht ändern, und die türkischen Erlasse werden wohl kaum verhindern, daß Darfur seine Sklaven nach wie vorher in der Türkei los wird. Im Westen gibt es in Maroffo Sklavenmärkte, die ganz offen abgehalten werden. Die Zufuhr fam früher aus dem Nigerbogen, wo der große Räuberfürst Samori die Ware besorgte. Heute allerdings ist dort für Sklavenjag= den kein Feld mehr, und die Senegallinie ist durch Militärposten wirksam gesperrt. Aber in großen Teilen Mauretaniens, d. h. des Saharagebietes zwischen Senegambien und Marokko, sind noch Sklaven zu bekommen, und zwar durch die Vermittlung der herrschenden Maurenstämme, welche die Sklaven in den Oasen rauben. Es handelt sich hier in der Sahara um so gewaltige Gebiete, daß die wentgen Stationen die Sklaventransporte nicht hindern können, anderseits lebt das Geschäft trotz aller Gefahren, well es einträglich ist, und Jahre werden wohl vergehen, bis der Sklavenhandel in Afrika völlig abgeschafft ift. Drabtnachrichten und neuestes. Die Reichstagswahlen für November anberaumt? Breslau, 24. Febrnar. Die sozialdemokratische " Volfswacht" meldet: Einer der hervorragendsten Führer der deutsch- konservativen Partei, der am letzten Sonnabend seinen Wahlkreis besuchte, machte den Führern seiner Or ganisation die vertrauliche Mitteilung, daß der Termin der allgemeinen Reichstagswahlen endgültig auf Montag den 27. November festgesetzt worden set und spornte sie im Sin blick auf diese Tatsache zu reger Wahlarbeit an. Nach dem Gennß eines Herings erkrankt. Breslau, 24. Februar. Nach dem Genuß eines Herings, den sie sich in Abwesenheit der Eltern beim Krämer ge fauft hatten, erkrankten vier Kinder eines Arbeiters; eins, ist gestorben. Explosion in einer Wäschefabrik. Berlin, 24. Februar. In einer Wäschefabrik explodierte etn Reservoir mit Aether durch einen elektrischen Funken. Große Flammen schlugen in den Raum und sämtliche Fens sterscheiben zerbrachen und flogen in den Hof. Zwet Mädchen wurden durch Stichflammen an Händen und im Geficht verletzt. Sturm und Unwetter in Westfalen. Minden( Westf.), 24. Februar. In der vorigen Nacht wurde die hiesige Gegend von einem furchtbaren Unwetter heimgesucht. Es gingen schwere Gewitter, begleitet von Hagel- und Schneeschauern nieder. In verschiedenen Dörfern hat der Sturm ganze Dächer abgedeckt. Der Blizz hat mehrfach eingeschlagen. In den Wäldern ist beträchtlicher Schaden angerichtet worden. Der Orkan dauert an. Folgenschwerer Unglücksfall. Horhausen( Westerwald), 24. Februar. Ein Unglücksfall hat sich hier ereignet, wie er sonst im Bergbau bis heute noch nicht vorgekommen ist. Auf der Grube " Luise" sollte ein Hohlbohrer, welcher verstopft war, wieder in Ordnung gebracht werden. Der Sohn des Schmiedes machte ihn glühend; aber beim ersten Schlage explodierte der Bohrer. Dem jungen Manne wurde dabei eine Hand weggerissen. Er lief hinaus und stürzte tot nieder. Wte sich herausstellte, war ihm auch ein Splitter in den Leib gedrungen. Furchtbare Bluttat. Wien, 24. Februar. Eine furchtbare Familientras gödie hat sich in Worasdin in Slowenien abgespielt. Ein Bimmermann erschlug mit seiner Hacke seinen schlafenden Bater, verwundete seine Mutter und Schwester lebensge fährlich und seine flüchtende Schwester leicht. Dann stellte er sich mit dem blutigen Mordwerkzeug selbst der Polizet. Mit dem Aeroplan ins Meer gestürzt. Paris, 24. Februar. Nach einer Meldung aus Nizza versuchte der österreichische Flteger Flesch gestern vormittag mit einem Eindecker einen Nundflug Nizza- Montecarlo. Als in einer Höhe von 30 Metern über dem Meer der Motor plöblich stillstand, stürzte der Aeroplan in das Meer. Flesch wurde unverletzt aus dem Wasser gezogen, während der Aeroplan bedeutende Beschädigungen erlitten hatte. Ein Opfer des Sturmes. London, 24. Februar. Eine 16jährige Schülerin der höheren Mädchenschule, die gestern morgen vor der Schule auf einem Spielplatz stand, wurde von einem Wir belwind ergriffen und 20 Fuß in die Luft gehoben, worauf fte auf das Bementpflaster niederfiel und augenblicklich tot war. Reisepläne des türkischen Sultans. Saloniki, 24. Februar. Laut Informationen von amtlicher Stelle wird der Sultan Ende April an Bord eines Kriegsschiffes hier eintreffen. Er wird die Stadt besichtigen und nach itesfüb, Pristina und Monastir reisen. Neue Erdstöße in der Türkei. Saloniki, 24. Februar. In Monastir und Umges bung haben neuerdings Erdstöße die Bevölkerung in Furcht versetzt. Unter einer Lawine begraben. Konstantinopel, 24. Februar. Arbeiter der Bagdadbahn gerteten bei Konta unter eine Lawine. Ein Arbeiter wurde tot aus dem Schnee herausgezogen. Die anderen waren so aufgeregt, daß sie die Bahnbeamten überfielen, die durch herbeigeeilte Truppen geschützt werden mußten. Berliner Getreide und Schlachtviehmarktbericht. Am internationalen Weizenmarkte hat während der am 22. Februar beendeten Berichtswoche die andauernde 3urückhaltung der Käufer ein langsames Nachgeben der Preise bei dringlicher werdenden Angeboten, namentlich australt= scher Ware zur Folge gehabt. Unter diesen Umständen gestaltete sich das Weizengeschäft am Berliner Markte recht Iustlos. Exportverkäufe fehlten gänzlich, das Mehlgeschäft war schwierig, und so bröckelten die Preise bei geringen Umsätzen mehr und mehr ab. Roggen wurde von dem Inlande in den letzten Tagen reichlicher angeboten und mußte bet großer Zurückhaltung der Käufer sich Preisabschläge ge= fallen lassen, zumal Rußland, das mit seinen festen Forderungen anfänglich eine Stütze bot, schließlich nachgiebiger wurde. Die Notierungen im Zeitgeschäft stellten 2 bis 3 M niedriger. Hafer schwächte sich ab, da die nach Berlin unterwegs befindlichen schlesischen Ladungen nunmehr bei fret gewordener Schiffahrt herannahen und Unterkunft suchen. Die Verbilligung der russischen Ware trug dazu bei, die Haltung nachteilig zu beeinflussen. Die Preise für russische Futtergerste sind wesentlich zurückgegangen, nachdem durch den Eintritt milden Wetters die Schiffahrtsschwierigkeiten in den südrussischen Häfen beseitigt sind. Mais neigte bet geringen Umsätzen zur Schwäche. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Notierungen für Lieferungen im Mai wie folgt: Weizen 203 M, Roggen 157 M, Hafer 157,25 Mark, Mais 136 M. Preise des städtischen Schlachtvieh- Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, unge jocht 74 bis 79 M, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 75 bis 78 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70 bis 74 M, d) gering genährte jeden Alters- bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige höch= sten Schlachtwertes 72 bis 76 M, b) vollfleischig jüngere 71 bis 76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere, 85 bis 72 M, d) gering genährte bis M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemastere Färfen Höchsten Schlachtwertes bis M, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt 65 bis 70 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 64 bis 69 M, d) mäßig genährie Kühe und Färsen 54 bis 65 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 56 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 64 bis 74 Mart. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104 bis 118 Mart, b) feinste Mastfälber 95 bis 103 M, c) mittlere Mastund beste Sangfälber 85 bis 93 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 81 bis 88 M, e) geringe Saugfälberbis M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 78 bis 85 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 70 bis 76 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 60 bis 70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 58 bis 60 M, 6) vollfleischige der feineren Nassen und deren Kreuzungen über 2½ Zentner Lebendgewicht 58 618 60 M, c) vollfleischige der feineren Nassen und deren Kreuzungen bis 2½ 3entner Lebendgewicht 55 bis 57 M, d) fleischige Schweine 53 bis 55 M, e) gerina entwickelte Schweine 53 bis 55 M, f) Sanen 54 bis 56 M. Persil Tadellos gewaschen ist jedes Stück, frisch und duitig wie auf dem Rasen gebleicht, wenn Sie für Ihre Wäsche nur Persil gebrauchen, ohne Zusatz von Seife und Waschpulver. Kein Reiben und Bürsten, daher keine Zerstörung des Gewebes! Versuchen Sie es! Erhältlich nur in Original- Paketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkels Bleich Soda Vergebung. 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Wir bitten unſere berehtlichen Abnehmer, ihren Bedacf uns frühzeitig aufgeben zu wollen. Fleischverdingung. Am 1. März 1911, vorm. 11 Uhr wird im Ge schäftszimmer der Verwaltung Kaserne I- wo auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an Fleisch und Wurstwaren für die Garnison Gießen vom 1. April bis Eade Juni 1911 verdungen. Schriftliche Angebote find bis zu dem genannten Zeitpunkte mit der Aufschrift: Angebote auf Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" bersehen, im Geschäftszimmer versiegelt abzugeben. Garnison- Verwaltung Gießen. Kirchliche Nachrichten. Batholische Gemeinde Samstag, den 25. Februar. کہ G Bezugsp perteljährlich 1,50 Abgeholt in unic ausgabeftellen vie jeden Werktag f liegen wed entlich Seltersweg 83. it perlangter Herausgeber . 48. Nar 50 koftet 1 Neue Lefe erhalten bereits bis zu faila geliefert Ber Bekanntlich beste e nicht unter efter der Praxis ha unehelichen Rin Glaat elterlicher& inen Vormund g fte Meinungsver darüber, wie dies gführt werden fol Vor Einführung manchen Teilen ben Berufso fem hatte eine be orde fraft Gesetzes ihres Bezirks. des Vormundsch Sind geboren, da Rechts einer Vorn en anderen Gru unterstand das Geburt oder des gemeinen gesetzlich anderen Teilen floormundschaft. em der gesetzlicher wei Punkten. 3 mes gewiljen Be Rarrentap Hüh Ich bin heute Kopfe rumort neren Brand 31 Wasserflasche, fert meine gute mote recht habe Der Einladung c Die man es bef man schleppte m nd als„ Rau Gaal. Vorher egeben, nicht a ten, das sich b figer Grünframb iddere" mutig lerne Schwert, el an der Seite bienten„ Stände betalt eine unja maht. In die eftimmte System aier Jahreszeiten n, durchprobiere eunerin anzubar heute aus Bri meinen Blan Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 26. Februar. Sonntag Quinquagesima. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 5% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. Am Mittwoch wird vor der heiligen Messe um 7½ Uhr die geweihte Asche ausgeteilt. Mittwoch und Freitag, abends 6½ Uhr ist Fastenandacht. Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse. Druck der Gießener Berlagsdruckerei, Klein& Fischer.- Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. la ich nach ein Do der Becher f Es war bereit kenlinien meinen telem Zustande ir die Samstag meiner Verzweif gele die einzelne Sonntag: Allger el zur alten S