Giessen bandes. icht chnischen Tiefbaue Schule. 7. InCeinmetzhnwerkmule. 13. Cerschule. on Dank nsichtsZahlungen. am. So ungen S Plänen menseiterte maltend Plänen. 15 Mk. VIEN. eige ten ng" hmidt.) Leipzig ten. in Gießen. Gießener Zeifung • ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 21. - Tele phon: Nr. 362. Reichstagswahlvorbereitungen. m. Wetzlar, 23. Jan. Prof. Biermann- GieBen soll von Seiten der Nationalliberalen als Kandidat aller Liberalen vorgeschlagen werden. m. Dillenburg, 23. Jan. Die Vertrauensmännerversammlung der Fortschrittlichen Volkspartei stellte als Reichstagskandidaten Dr. Fresenius- Essenheim auf. m. Marburg, 23. Jan. Auf Grund von Vereinbarungen mit der nationalliberalen und konservativen Partei erklärt der deutsche Bauernbund, daß er die Kandidatur des freikonservativen Professors Bredt unterstütze. Dr. Böckel kandidiert selbständig. m. Homburg( Pfalz), 23. Jan. Die Zentrumspartei des Reichstagswahlkreises Homburg- Kusel stellte den Amtsgerichtssekretär Hudlet in Waldmohr als Kandidaten auf. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 25. Januar. Postdienst am Kaisersgeburtstag. Beim Postamt 1 und 2 sind die Schalter von 8-9 Uhr vormittags und 11-1 Uhr mittags geöffnet. In der Zeit von 7-10 Uhr vormittags findet eine einmalige Briefbestellung statt. Geld- und Paketbestellung fällt aus. Provinzial- Ausschuß. Am kommenden Samstag, den 28. Januar, vormittags 9 Uhr findet eine Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Das Cahn'lche Knochenlager zu Alsfeld; 2. Anschaffung des Faselviehes in der Gemeinde Eberstadt; 3. Beschwerde der Firma vorm. H. Br! uer& Cie. in Höchst a. M., gegen die Heranziehung zur Gewerbesteuer in Jnheiden für 1910; 4. Enteignung von Gelände zur Durchführung der Zufahrtsstraße zum neuen Bahnhof in Vilbel: hier Ausspruch der Enteignung; 5. Wirtschaftsgesuch des Simon Alt zu Assenheim; 6. Klage des Ortsarmenverbandes Wirbelau gegen den Ortsarmenverband OberEschbach wegen Unterstützung des A. Nickel. an= -h- Hessische Handwerkskammer. Im Laufe des Monats März findet der 3. Hessische Handwerkertag in Mainz statt. Auf der Tagung steht im Vordergrund das staatliche Verdingungswesen, für das verschiedene Neuerungen geplant sind. Außerdem werden noch eine Reihe derer das hessische Handwerk berührenden Angelegenheiten zur Erörterung gelangen. Im Anschluß an diese Notiz sei die Stellungnahme der Handwerkskammer zur beabsichtigten Reichswert zuwachs steuer mitgeteilt: Die 15. Kommission des Reichstages hat die Aenderung getroffen, daß nur der„ ohne Zutun des Eigentümers" entstandene, also der sogenannte unver= diente Wertzuwachs der Steuer unterliegen soll. Indessen ist in den weiteren Bestimmungen des Gesetzes dieser Absicht der Besteuerung allein des unverdienten Wertzuwachses nicht Rechnung getragen worden. Der vorgelegte Entwurf behandelt auch noch in der Fassung der Kommissionsbeschlüsse das Steuerobjekt wie eine Ware, rechnet zum Einkaufspreis aber nur einen kleinen Teil der entstandenen unumgänglich notwendigen Geschäftskosten, den überschießenden Betrag bis zum Verfaufspreise aber als unverdienten Gewinn, der einer außerordentlich hohen Besteuerung unterworfen werden soll. Will man sich überhaupt mit einer derartigen Steuer abfinden, soll sie nicht in direktem Widerspruch zu jedem Begriff von Recht und Gerechtigkeit treten, dann müssen Einkaufspreis, alle ferneren Auslagen und ein mäßiges verkehrsübliches Entgelt für die Tätigkeit des Besitzers oder Erbauers von der Steuer frei bleiben. Aber nicht nur Betriebe, denen der Erwerb selbständigen Grundeigentums möglich ist, werden hiervon berührt, es muß auch auf die Handwerksbetriebe Bedacht genommen werden, die auf ermietete Werkstätten angewiesen sind, einmal weil sie notwendigerweise in der Nähe der Kundschaft wohnen müssen, dann aber auch, weil sie, wie die sämtlichen Kleinhandwerker, fi nanziell nicht leistungsfähig genug sind. Diese Handwerksbetriebe müßten unter der von den Gesetzentwürfen in jetziger Fassung mit zwingender Notwendigkeit zu erweiternden Steigerung der Mietpreise in ihren Produktionskosten wiederum erheblich belastet werden. Was speziell das Bauhandwerk anlangt, so muß hier berücksichtigt werden, daß die Bereitstellung von Wohnhäusern zu seinem Gewerbe gehört und daß die Anwendung der im jetzigen Entwurfe enthaltenen VorBauschriften nicht nur die weitere Entwickelung des handwerks aufhalten, sondern einen erheblichen Rückgang herbeiführen müßte. -h Weyer, 23. Jan. In seltener Geistesfrische beging gestern Kreis deputierter Ph. Fint seinen 80. Geder Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Mittwoch den 25. Januar 1911 burtstag. Dem Jubilar wurde aus Anlaß des gestrigen Ordensfestes der„ Rote Adlerorden 4. Klasse" verliehen. Melosgeha a g, 22. Jan. Der Jagdpächter Dietz erbeutete in den„ Weihers wiesen" einen präch= tigen Steinmarder. Waidmannsheil! - Aus Hessen. Am 1. Januar hatte der hess. Landeslehrerverein einen Mitgliederbestand von 3506 Personen, welche Zahl sich auf 105 Bezirks= vereine verteilt. - Gedern( Kr. Schotten). Dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Lenz aus Klein- Linden wurde die dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschule übertragen. - Wetterfeld, 18. Jan. Mitte Juli findet hier das Jahresfest„ oberhessischer Posaunenchöre" statt. Gegen 200 Bläser werden bei den Massenchören mitspielen. -m- Buzzbach, 24. Jan. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl wurde Gemeinderatsmitglied Karl Hadermann( freis.) mit 221 Stimmen als 1. Beigeordneter gewählt. Auf den nationalliberalen Kandidaten Friedrich Hend fielen 161 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach. In 4 Wochen findet die Wahl des 2. Beigeordneten statt. Wabern. Wie sehr die Wertzuwachssteuer anBahnhof soll bekanntlich erweitert werden. Ein dortiger gebracht ist, beweist wieder folgende Tatsache. Der hiesige Landwirt verkaufte dieser Tage an die Bahn 3½ Morgen Land für die Summe von 24 000 Mark. Er kaufte den Plan mit noch 5-6 Morgen vor 15 Jahren für Mann nun dafür, daß die Eisenbahn das betreffende 5000 Mt. Ein gutes Geschäft fürwahr. Was kann der Gelände unbedingt bedarf! Und dennoch der große Widerstand gegen die Wertzuwachssteuer! -h Friedberg. Hier fand eine Versammlung der südwestdeutschen Milchproduzenten- Vereinigungen statt. Um eine Einigung zwischen Produzenten und Händlern zu erzielen, sollte eine Kommission gewählt werden. Dem Antrage wurde stattgegeben. * Büdingen. Hier leben noch 2 Herren, die den großen Tag von Versailles persönlich miterlebt haben. Es sind dies: S. Durchlaucht Prinz Alfred von Vsenburg- Büdingen und J. Seppelt, Wachtmeister in Bension. Verpflichtung der neuen Gemeinderatsmitglieder der alte -h Romrod( Oberhessen). Hier wurde bei der Brauch des Becherleerens wieder geübt. In drei Zügen muß der Becher leer sein. Darauf werden die Tropfen gezählt. Soviel Tropfen der Neugewählte Ratsmann geben. im Becher läßt, soviel Flaschen Wein muß der neuе -h Marienberg, 23. Jan. Am Sonntag fand das erste diesjährige Preisrodeln des Winter- sportvereins Marienberg statt. Im Einsizerrennen errang den 1. Preis Heusler- Wiesbaden( 1100 Meter in 1 Min. 11 Set.); im Zweisigerrennen Kahm- Marienberg( 1100 Meter in 1 Min. 8 Sek.). Eulersdorf. Herr Eckstein ist zum Rechner der Gemeinde und der Gemeindekrankenversicherung Eulersdorf ernannt, verpflichtet und in den Dienst angeDer Kreis Schotten zählt 27 742 wiesen worden. Personen. 1905 waren es 27 042. - ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. -h Mainz, 22. Jan. Das Bekleidungsamt, das in Hanau neu errichtet werden sollte, kommt nun definitiv nach hier. Maßgebend waren militärische Gründe. -h Mainz. Eine mächtige Explosion fand im Wachskrämer" statt. Der Fabrikraum geriet in Brand, doch gelang es der Feuerwehr das Feuer zu löschen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. * Zur Arbeiter- Bewegung. Industriepolitik und Gewerbe- S 0- iidarität in Arbeiter Organisationen. Für die deutsche Textil- Industrie tst die Beschaffung der Rohstoffe immer schwieriger und zu einer Lebensfrage geworden. Die große Bedeutung dieser Frage hat man auch in den Kreisen der christlich- nationalen Arbeiterschaft erkannt. Der Zentralverband christlicher Textilarbeiter Deutschlands beteiligt sich an allen Bestrebungen, die eine Erleichterung der Rohstoffversorgung für die heimische Industrie herbeizuführen geeignet sind. Zu diesem Zwecke ist er schon seit Jahren Mitglied des„ Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees", das sich die Förderung der Woll- und Baumwollzucht in unseren überseeischen Kolonien als Aufgabe gestellt hat, um auf diesem Wege vom amerikanischen Markt unabhängiger zu werden. Die letzte Generalversammlung des Zentralverbandes christlicher Textilarbeiter 1910 in Aachen hat sich mit der Frage eingehender beschäftigt und den Hauptvorstand beden Körperschaften zu richten. Dem ist die Zentralleitauftragt, eine diesbezügliche Eingabe an die gesetzgebenung der genannten Organisation jetzt nachgekommen. Sie hat eine Resolution an Bundesrat und Reichstag gerichtet, die in der dringenden Bitte ausklingt, die Produktion von Wolle und Baumwolle in den deutschafrikanischen Kolonien( im Interesse der heimischen Textil- Industrie, der gesamten deutschen Bevölkerung und nicht zuletzt im Interesse der wirtschaftlichen Hebung der Kolonien) in geeigneter Weise zu fördern. Der Verbandsvorsitzende Reichstagsabgeordneter Schiffer wurde beauftragt, die in der Resolution aufgestellten Forderungen im Reichstag zu vertreten. Das sollte auch weitere Kreise davon überzeugen, daß der den christlichen Gestriefeindlichkeit vollständig unberechtigt ist. werkschaften schon häufig gemachte Vorwurf der InduHolzverkäufe u. Versteigerung. Bürgermeisterei Groß- Rechtenbach: Montag, 30. Januar, im Gemeindewald Klein Rechtenbach vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft bei der dicken Eiche. Bürgermeisterei Krofdorf: Dienstag, 31. Januar, aus dem Gemeindewald Launsbach. Zusammenfunft nachmittags 2 Uhr in der Wirtschaft Erlewein Aus dem Gemeindewald Griedelba ch kommt Eichenzu Launsbach. und Nadelnuhholz im Submissionswege zum Ver= kauf. Gebote sind schriftlich und verschlossen bis zum 31. Januar an den Vorsteher Saitenberger zu Griedelbach einzureichen. Oberförsterei Eichelsdorf: Montag, 30. Januar. Zusammenkunft vormittags 11 Uhr im Distrikt Schellnhecke auf der Kreisstraße Rainrod- Einartshausen. Dienstag, 31. Januar. Zusammenkunft 10% Uhr vormittags im Distrikt Vorderer Biegenkopf auf der Kreisstraße Eichelsdorf- Glashütten. Auskunft erteilen die Forstwarte Meyer zu Rainrod und Schmitt zu Eichelsdorf. -h Auerbach( Hessen), 22. Jan. Beim Rodeln kamen am Sonntag verschiedene Unglücksfälle vor; ein junges Mädchen aus Bensheim und ein Dienstmädchen sind an den erlittenen Verletzungen gestorben; eine Frau, Mutter von 7 Kindern, brach ein Bein. Durch freisamtliche Verfügung ist das Rodeln im ganzen Kreis, insbesondere auf Straßen mit lebhaftem Bürgermeisterei Buz ba ch: Montag, den 30. Januar, Verkehr und Straßenkreuzungen untersagt. -h Darmstadt, 22. Jan. Am Sonntag fand unter großen Beteiligung der Bevölkerung die Beisetzung des Kapitänleutnants Fischer statt. Die Leiche war in der Friedhofskapelle aufgebahrt. Auf dem Sarge, der mit Kränzen dicht bedeckt war, lag der Degen und der Dreispitz des Verstorbenen. Unter den Leidtragenden befanden sich zahlreiche hochgestellte Persönlichkeiten: der Hess. Minister Ewald, der kommand. General des 18. Armeekorps von Eichhorn, der Generaladj. des Großherzogs von Hessen, General v. Hahn, sowie fast sämtliche Offiziere der Garnison und die Spitzen der Zivilbehörden. Der Verstorbene hatte noch letzte Weihnachten und Neujahr hier seine Verwandten besucht. - Darmstadt, 20. Jan. Beim Kap. 36 Lan= desuniversität beanstandet der Finanzausschuß der Zweiten Kammer den neu eingestellten Betrag von 8000 Mt.(?) für Seelsorge. Mit Rücksicht auf den geringen Besuch der Forststudierenden wurde eine Personalersparnis erwünscht. -h Frankfurt. Hier wurde von der Kriminal Polizei eine Falschmünzerwerkstätte aufgedeckt. Der Händler Hofmann und die Ehefrau Spitz wurden festgenommen. Als Deckmantel wurde im La den ein Obst- und Gemüsegeschäft eingerichtet. vorm. 10 Uhr, in den Distrikten Schrenzer u. Pfingstweide. Zusammenkunft auf der Kreuzung des Espaer Vizinalweges mit der Höhenschneise. Bürgermeisterei Löhnberg. Donnerstag, 26. Jan., Bürgermeisterei Gambach: Donnerstag, 26. Jan., vorm. 10 Uhr, Gemeindewaid, Distrikt 31c Bühl. Freitag, den 27. Januar, vormittags pünktl. 10 Uhr. Zusammenkunft an beiden Tagen am Pohlgönserweg am Waldeingang. Bürgermeisterei Pohl göns: Donnerstag, 26. Jan., vorm. 10 Uhr. Gemeindewald, Distrikt Haide und Unternbauwald. Zusammenkunft auf der Haide. Oberförsterei Laubach: Montag, 30. Januar. Zusammenkunft 10% Uhr am Wolssgarten bei Freienseen und Dienstag, 31. Januar, Zusammenkunft 10% Uhr am Pflanzgarten des Rev. Tiergarten bei Laubach. Bürgermeisterei Lich: Donnerstag, 26. Januar, vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft in Zappenau an der Abfahrt nach dem Breitenrod. Gestorbene. Frau Pfarrer Antonie Eckstein, Lauterbach. 77 J. alt. Zwei Gerichtsurteile, Sie mit einiger Spannung erwartet wurden, sind am Mon tag gefällt worden. Es handelt sich um das Urteil im Moabiter Krawallprozeß vor dem Schwurgericht und um dos in dem Prozeß gegen die Rektorswitwe Paula Herberich, die ihren Gatten erschossen hatte. Im Moabiter Krawallprozeß äußerte der Vorsitzende bei der Rechtsbelehrung, die Rechtmäßigkeit der Schußleute höre auf, wenn, wie im Falle des getöteten Arbeiters Hermann, ein Unbeteiligter niederge= schlagen werde. Dagegen halte er die Gegenwehr, zum Beispiel durch einen Revolverschuß, für nicht rechtswidrig. Vor der Urteilsverkündung legte der Vorsitzende die Aeußerung dahin aus, er habe nicht etwa sagen wollen, daß jeder auf exzedierende Beamte schießen dürfe, er habe nur an der Hand des Falles Hermann dartun wollen, daß, wenn ein Unbeteiligter grundlos niedergeschlagen werde, er sich mit den schärfsten Mitteln dagegen wehren könne. Die Geschworenen sprachen die Angeklagten mit Ausnahme von dreien schuldig, billigten ihnen aber mildernde Umstände zu. Der Gerichtshof sprach vier Angeklagte frei und erkann= te bei den übrigen teils auf Haftstrafe bis zu sechs Wochen, tetis auf Gefängnis bis zu einem Jahre. Rundschau vom Cage. Politismes. Die am Ostmarkenverein und Enteignungsfrage. Sonntag in Posen abgehaltene Versammlung der Provinzialvertreterversammlung des Deutschen Ostmarkenvereins trat einstimmig der Entschließung des Hauptvorstandes in Sachen der Anwendung des Enteignungsgesetzes bei. Es wurde beschlossen, in eine Agitation in den Ostmarken für die Enteignungsfrage einzutreten, und zu diesem Zwecke eine Kommission von fünf Herren gebildet. In der Urteilsbegründung heißt es: Die Angeklagten sind in Ausständige und solche, die nicht dazu gehören, zu scheiden; ersteren ist der Lohnfampf und ihr geringer Bildungsgrad mildernd anzurechnen, andererseits aber müssen die schweren Folgen ihrer Handlungen berücksichtigt wer= den. Für die zweite Gruppe der Angeklagten fallen die Milderungsgründe fort. Im übrigen haben die Verhand= lungen ergeben, daß die Polizei zunächst mit Besonnenheit verging; später, als infolge des Verhaltens der Tumultu= arten der Waffengebrauch freigegeben werden mußte, sind Ausschreitungen einzelner Beamten vorgekommen, für die aber die Verwaltung als solche nicht verantwortlich ge= macht werden konnte. Gegen das Urteil im ersten Moabiter Krawallprozeß haben neun Angeklagte Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der Tod des Abg. v. Jazdzewski( Pole), der am Montag vor Beginn der Plenarsizung im preußischen Abge= ordnetenhause gestorben ist, ist in wenigen Minuten eingetreten. von Jazdzewski unterhielt sich im Fraktionszimmer der Polen mit einem Fraktionsgenossen, als er plötzlich ein kurzes Röcheln vernehmen ließ und in einen Stuhl sank. Ein gerade anwesender Diener wollte ihm schnell ein Glas Wasser reichen, das er aber nicht mehr an die Lippen zu setzen vermochte. Nun wurde sofort von dem Diener der im Hause anwesende Heilgehilfe herbeigeholt. Seine Bemühungen waren aber erfolglos, da mittlerweile der Tod bereits eingetreten war. Der Verstorbene hat dem Hause seit 1873 angehört. Von 1872 bis 1906 war er mit einigen Unterbrechungen auch Mitglied des Reichstages. wobei eine Anzahl von Personen verletzt wurde. Die PoItaet war völlig machtlos. Zur Vorsicht beim Beschneiden der Hühnerangen mahnt foigender Vorfall. Ein Einwohner in Schernberg in Schwarzburg- Sondershausen hatte sich durch Beschneiden seiner Hühneraugen eine Blutvergiftung zugezogen, worauf ihm in Halle ein Bein abgenommen werden mußte. Der Plan einer süddeutschen Staatslotterie wird jetzt auch in Bayern ernsthaft betrieben. Die bayerische Regierung beschäftigt sich schon seit November vorigen Jahres mit dem Plan einer Staatslotterie und der Beschaf= fung der Unterlagen dafür. Sie werden wahrscheinlich dem im September zusammentretenden Landtag vorgelegt werden, und der Plan wird ebenso wahrscheinlich auf eine gemeinsame Staatslotterie der drei süddeutschen BundesStaaten hinauslaufen. In dem Prozeß gegen die Rektorswitwe Herberich in Nürnberg, die im April v. J. ihren Mann erschossen hotte, wurde am Montag abend das Urteil gesprochen. Es lautete wegen Totschlags unter Zubilligung mildernder Umstände auf 4% Jahre Gefängnis. Acht Monate Unterfuchungshaft werden in Anrechnung gebracht Als der Staatsanwalt vorbrachte, daß sie ihren Gatten vorsäßlich getötet habe, schrie die Angeklage gellend auf und warf sich vor dem Richtertische zu Boden.Sie wälzte sich in konvilfivischen Zuckungen und schlug wild nach allen Seiten um sich. Die Verhandlung mußte daher unter großer Er= regung aller Preßbeteiligten abgebrochen werden. Die Ge= richtsdiener und Aerzte trugen die Angeklagte in das ihr reservirete Zimmer. Ihr gellendes Schreien hörte man noch längere Zeit durch das ganze Gerichtsgebäude. Als sich die Angeklagte beruhigt hatte, wurde die Verhandlung wieder aufgenommen. Bei der Verkündigung des Urteils rief die Verurteilte: Das halte ich nicht aus, Ihr habt meinen Tod auf dem Gewissen. Ein Antrag des Verteidigers, die Verurteilte wegen ihres Gesundheitszustandes cus der Haft zu entlassen, wurde abgelehnt. Ueber die Aussichten der Zuwachssteuer lassen sich die Münch. Neuesten Nachrichten" aus Berlin melden: Das Opfer einer Gasvergiftung ist in Freiburg i. Br. ein Ghepaar geworden. Gestern früh wurden der im Gebäude des Postamtes in der Baselerstraße wohnende Oberpostschaffner Brunner und seine Frau tot aufgefunden. Ste waren einer Gasvergiftung crlegen; das Gas war durch einen Rohrbruch ins. Schlafzimmer eingedrungen. Der Fluch des Alkohols. In Reinhausen bet Regensburg hat der des nachts betrunken heimkehrende Maschi= nenreisende Gräßl seine ihn deshalb ausscheltende Mutter erstochen und sich dann selbst getötet. In einer außerordentlichen Generalversammlung des Bundes der Bichhändler Deutschlands, die in Cöln stattfand, wurde mitgeteilt, daß das Jahr 1911 voraussichtlich eine Fleischteuerung bringen werde, wie man sie in den letzten Jahrzehnten noch nicht gekannt habe. Der Versammlung wohnten Vertreter der Cölner und Düsseldorfer Regierung bei, welche die Wünsche der Versammelten auf Einführung einer obligatorischen Reichsviehseuchenversicherung und inbezug auf die Maßnahmen bei Ausbruch von Viehseuchen entgegennahmen. Im Wahnsinn durchschnitt ein auf einer Grube an der deutsch- französischen Grenze beschäftigter Maschinist sener Frau mit einem Rasiermesser den Hals und versuchte, sich selbst zu töten. Auf das Hilfegeschret der Kinder eilten Leute herbei, die ihm einen Notverband aulegten und ihn in das Krankenhaus nach Metz brachten. prämien vo fes verlieh fahmüdte go der Kaiser brüchigen e dedel den n zeigt. Der L tommt die Worms an ter Kaiser ben ist. Es Handwerksb dem fönigli jchenmenge Prinzen W Balfon des eine Profla lich der im Escherzwand Prinzen W Schlug ihm gewerksburfch Schuß in di aber Rosche tens des Po den Vorgan Der Revolver als Spielzeug. In Marienburg( Rheinprovinz) gab ein Junge auf einen Matrosen eines dort liegenden Schiffes, um seinen Revolver zu erproben, einen Schuß ab. Der Matrose wurde so schwer verletzt, daß er bewußtlos hinstürzte; er mußte sofort ins Hospital schafft werden. Der technische Betrieb des Statistischen Amtes soll durch Einführung elektrischer Zählmaschinen vereinfacht werden. Die Ersparnisse sollen sich für jede zählung auf eine runde Million belaufen, da damit zugleich eine starke Zentralisierung verbunden ist. Eine solche wurde im Reichstage seit 1895 bisher immer vergeblich angeregt, weil die Bundesstaaten für die Selbständigkeit ihrer statistischen Aemter fürchteten. Jetzt sind die Schwierigkeiten endlich überwunden worden. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Lebende Wesen auf der Venus? Zwei amerikanische Presessoren, die Herren William Pickering von der Harvard Universität und Dr. See von dem Observatorium auf Mare Island. sind zu der Ueberzeugung gefommen, daß auf der Venus lebende Wesen existieren. Dr. See sprach die Ueberzeugung zuerst aus, und Professor Pickering hat sich nachträglich dieser Meinung angeschlossen und seine Zustim mung zu den Ansichten des falifornischen Astronomen außgesprochen. Der Professor sagt in einer eben veröffentlichten Erklärung, es gebe eine ganze Anzahl von physikalischen Gründen für die Annahme, daß, wenn überhaupt auf einem Planeten neben der Erde Leben vorhanden sei, dies auf der Venus der Fall sein müsse. Der genannte Planet sei ungefähr ebenso groß wie die Erde, seine Tichtigkeit sei auch rugefähr dieselbe. Der Atmosphäre auf der Oberfläche der Venus sei nur ganz gering weniger als auf der Erde. Wenn man alles zusammenrechne, was man wisse, dann müsse man jedenfalls zu der Ueberzeugung kommen, daß neben der Erde kein Planet so in der Lage sei, lebende Wesen zu erhalten, wie die Venus. Die Wärme auf der Oberfläche der Venus dürfte ungefähr dieselbe sein wie in den Tropen der Erde. Die türkische Flotte soll mit drahtloser Telegraphie ausgerüstet werden. Zehn Offiziere der Kriegsmarine sind nach England abgereist, um sich mit der Handhabung der drahtlosen Telegraphie vertraut zu machen. Nach ihrer Rückkehr soll auf sämtlichen Schiffen der türkischen Flotte die drahtlose Telegraphie eingerichtet werden. Die zweite Lesung der Zuwachssteuervorlage hat ein derartiges Turcheinander von Anträgen ergeben, daß die Freunde der Vorlage und des großen sozialen Gedankens, der ihr zu Grunde liegt, gegenüber dieser Fülle der Wünsche und Interessen wohl etwas bange werden könnten. Dazu liegt aber nach unserer Auffassung bis jetzt kein Grund vor. Nach all dem Auf und Ab der Anträge, in denen die Aussichten bisweilen zusammenzuschrumpfen scheinen, muß doch festgestellt werden, daß die schlimmsten Beeinträchtigungsversuche bisher abgewehrt worden sind. Mit den weniger grundsätzlichen Aenderungen wird man sich abfinden müssen und umsomehr abfinden können, als eine große Zahl der gesetzlichen Bestimmungen überhaupt erst in der Praxis erprobt werden muß. Bei aller Schärfe der Gegensätze hat sich doch gezeigt, daß der Reichstag in seiner Mehrheit, oder richtiger gesagt, in seinen bei den einzelnen Fragen wechselnden Mehrheiten ge= willt ist, das Gesez zustande zu bringen. Das entspricht auch dem Empfinden der Nation. Der Partei oder den Parteien, die an einem Scheitern der Vorlage die Schuld tragen würden, würde eine solche Verschuldung bitter angerechnet werden. Wenn man an die Nähe der allgemeinen Wahlen denkt, so tut man auch dem Parlament wohl kein Unrecht, indem man annimmt und ausspricht, daß es fast auf allen Seiten davor zurückschenen wird, in den Wahlkampf zu gehen, belastet mit dem Odium, diese Vorlage aus Rücksicht auf Interessentenwünsche zu Fall gebracht zu haben, belastet mit einem neuen Zeugnis für die gesetzgeberische Unfruchtbarkeit des Reichstags, belastet schließlich mit dem Vorwurf daß das einzige sozial ver= föhnlich wirkende aller Steuergesetze, außer der Erbschaftssteuer, die diesem Reichstage vorgelegen haben, auch noch das Schicksal der Erbschaftssteuer geteilt hätte. Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 14) Kleine Nachrichten. Kein Vortrag Professor Ehrlichs vor dem Kaiser. Ein Berliner Blatt hatte gemeldet, daß Professor Ehrlich am Montag nachmittag vor dem Kaiser im föniglichen Schloß einen Vortrag über das von ihm erfundene Syphilisheil mittel Ehrlich- Hata 606 gehalten habe. Die Meldung entspricht, wie das Wolffsche Telegraphenbureau ermächtigt ist, mitzuteilen, nicht den Tatsachen. Eine Masern- und Scharlachepidemie hat in dem westfälischen Städtchen Bocholt unter den Kindern im verflossenen Monat 71 Opfer gefordert. Auch liegen noch zahlreiche Kinder schwer frank darnieder. Aus dem Reiche der Technik. Der Stand der Arbeiten am Panamatanat ist nach einem Bericht, den Georg von Stal im neuesten Heft der „ Umschau“ veröffentlicht, außerordentlich günstig, so daß die Eröffnung, die jetzt bereits auf den 1. Januar 1915 festgesezt ist, vielleicht sogar erheblich früher stattfinden kann. Die Arbeiten sind den Voranschlägen voraus, und es ist in jedem Jahr mehr geleistet worden als in dem vorhergehenden. In 25 Jahren haben die beiden französischen Gesellschaften wenn auch mit Unterbrechungen, 81 Millionen Kubikmeter Erde ausgehoben, während die Amerikaner vom Mai 1904 bis Ende 1910 über 110 Millionen ausschachteten. Die Baukosten werden auf 325 Millionen Dollars geschätzt, die Kosten der ausgedehnten Befestig ungen an beiden Enden des Kanals auf mindestens 100 Millionen. Auch die gewaltigen Doppelschleusen bei Gattun, die die Schiffe vom Niveau des Meeresspiegels etwa 28 Meter in drei Absätzen auf die Höhe des Gattunseeg heben, sind bereits weit vorgeschritten. Die ganze Kanalfahrt soll nicht mehr als 10 bis 20 Stunden erfordern; man will täglich 48 Durchschleusungen vornehmen können, so daß die Leistungsfähigkeit des Kanals für eine Flotte von 48 Millionen Tonnen ausreichen würde, während der Suezkanal nur 21 Millionen Tonnen zu befördern vermag. Mit erdbebenartigem: Getöse zusammengestürzt ist ge= stern der sogenannte Bergluftschacht( Steinkohlenschacht) im Plauenschen Grunde bei Dresden. Die Bewohner in der Nähe eilten aus ihren Häusern und sahen mächtige Rauchwolfen sich zum Himmel erheben. Die entstandene Ceffnung wurde einer Messung unterzogen und ergab eine Tiefe von 130 Metern bei 54 Meter Wasserstand. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Jch gewinne dadurch kostbare Zeit, um mich mit einem Detektiv in Neuyork in Verbindung zu setzen, der mit der Riesenstadt vertraut ist, mix treulich Rapport bringen und nach meinen Bestimmungen handeln soll. Es bleibt mir nur übrig, Ihnen noch einma Izu versichern, daß ich mit allen Kräften für Ihr Interesse einstehe. Aus Neuyork erfahren Sie so schnell als möglich alles über den bewußten Fall. I chhoffe auch von Ihnen unter der verabredeten Chiffre postlagernd Nachrichten zu erhalten und bin gern bereit, Ihre weiteren Wünsche entgegenzunehmen. Mit vollkommener Hochachtung und Ergebenheit Ihr 3. 3." 11% Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren zwei Erdarbeiter, die infolge eines Erdrutsches in der Mergelgrube in Venesville bei Rouen in Frankreich eingeschlos= sen waren. Sie wurden gestern lebend befreit. Es fonnten ihnen Lebensmittel zugeführt werden, die es ermöglichten, daß sie sich so lange halten konnten. Ein Bombardement mit Kehrichteimern entstand in der Nacht zum Montaa in Cöln zwischen mehreren Hundert von einer Karnevalsveranstaltung heimkehrenden Leuten voll Zuversicht entgegen, und er zweifelte nicht an dem Gelingen seines Planes. Clairon hatte einen anderen Namen annehmen wollen, als er seine Reise antrat, da er aber Schwierigkeiten fürchtete megen seines Passes, beschloß er, erst später den Namenswechsel vorzunehmen, sich Robert White zu nennen und sich für einen Engländer auszugeben, der in Neuyork Geschäfte habe. Daß er ein perfektes Englisch Sprach, tam ihm dabei sehr zu statten. Er hatte zwei Jahre in London, studiert", wie er lachend sagte, das heißt, bei einem der tüchtigsten Geheimpolizisten gelernt". Nirgends ist wohl die Findigkeit des Detektivs so hervorragend, wie gerade in der britischen Metropole, der Millionenstadt London, wo es von Verbrechern und lichtscheuem Gesindel wimmelt. Oermischtes. Kaiserliche Belohnung an russische Lebensretter. Die cußerordentliche Heldentat der Besatzung eines russischen Schiffes ist jetzt vom deutschen Kaiser gebührend belohnt worden. Im Sommer vorigen Jahres tenterte unweit Reval der Stettiner Dampfer„ Hans Wogazky". Der in der Nähe befindliche russische Dampfer„ Eros" eilte sofort, seiner Pflicht bewußt, zur Rettung herbei, und es gelang unter übermenschlicher Anstrengung, bis auf den Steuermann und einen Matrosen die gesamte Besagung dem nassen Element zu entreißen und an Bord des„ Eros" zu bringen. Jetzt hat der Kaiser diese brave Tat belohnt und die Mannschaft des russischen Dampfers mit Rettungsridgetreten. den Namen später mit e wanderte u zurückgekehrt bis er 1885 ben ist. Ueber d liner Edelst Blatt noch feiner Wirt Sauses in d Schrank, der Am Sonnab einem Lotal er fich erfä gemt gemach gefommen i er in der Uhr antam, ihm sagte. beim Aufsch Widmanns sie hatte große Angst, sich zu verspäten. White, wie wir ihn ven vin an nennen wollen, stand dicht neben der Planke. Die Dame tat einen Fehltritt, ihr Fuß glitt auf den nassen Brettern aus. Sie stieß einen leichten Schrei aus und wäre gestürzt, wenn White sie nicht aufgefangen hätte. Mit seiner ungewöhnlichen Kraft hob er die schlanke Gestalt auf. Der schöne Kopf der jungen Fremden ruhte mit geschlossenen Augen an des jungen Mannes Brust; die Dame hatte das Bewußtsein verloren. Der kleine Zwischenfall blieb fast unbemerkt, denn jeder war allzu sehr mit sich selbst beschäftigt. White legte die Ohnmächtige auf eine Bank im ersten Pavillon. Er be= fahl dem Kellner, frisches Wasser zu bringen und Eau de Cologne aus dem Damenzimmer. Mit zarten Händen bemühte sich der Geheimpolizist um das junge Mädchen. Seine freundliche Bemühung blieb nicht ohne Erfolg: nach einigen Minuten schlug die Dame die Augen auf, große, veilchenblaue Augen mit dichten schwarzen Wimpern. Ihr erster Blid fiel auf das fast angstvoll über sie gebeugte Gesicht des Schweizers. ,, Ich glaube, ich habe mir den Fuß verstaucht," sagte sie in englischer Sprache, die aber einen amerikanischen Atzent hatte.„ Sie haben mich wohl aufgehoben, mein Herr?" fügte sie lächelnd hinzu. Wer zum erstenmal einen Lloyddampfer sieht, staunt über seine Größe, über den Komfort in seinen glänzend eingerichteten Räumen, wo der Reisende alles haben kann, was die Fahrt übers Meer angenehm und unterhaltend macht. Kein noch so vornehmes Hotel kommt diesen prächtigen Schiffen gleich, die Pracht der Speise- und Aufenthaltsräume läßt sich nicht beschreiben, sie übertrifft alle Vorstellungen. Die„ Virginia" war ein neues, schnell gehendes Schiff, auf dem tausend Fahrgäste Play fanden. Clairon reiste auf Wallutjeffs ausdrücklichen Wunsch in erster Kabine. Der Graf meinte, es komme ihm auf die paar hundert Rubel mehr oder weniger gar nicht an. Vor allen Dingen mußte der Geheimpolizist so auftreten, daß niemand den Zwed seiner Reise ahnen konnte. Clairon war auch ein sehr gebildeter, mit den Manieren der besten Gesellschaftsklasse vertrauter Mann; dazu konnte er sehr unterhaltend und liebenswürdig sein. Als er am Morgen des 3. November seine Mitreisenden musterte, beschloß er, die schöne Fahrt zu genießen und Bekanntschaften zu machen. Bei diesem Vorhaben freuzte ein Gedanke blizartig sein Hirn. War es denn nicht ratsam, schon jetzt den Namen Robert White zu führen? Wenn er später in Amerika vielleicht den einen oder den anderen Mitreisenden traf, könnte ihm dies nicht von Vorteil sein für sein Vorhaben? Gewiß, die Beibehaltung seines Namens wäre ein großer Fehler gewesen. Er wollte den Kapitän bitten, seinen wahren Namen nich tzu verraten, einen plausiblen Grund würde er schon finden. Früh morgens am 3. November, stand Clairon auf dem Passagierdeck des schönen Lloyddampfers„ Virginia" und beobachtete voll Interesse das hastige Kommen und Gehen an Bord. Zum erstenmal sollte der junge Schweizer die Reise über den Ozean machen. Er freute sich im Stillen darauf, vergaß aber keinen Augenblick die Wichtigkeit seiner Mission. Sein kühner, den Abenteuern zuneigender Charakter sah den kommenden Ereignissen Die Reisenden strömten jetzt immer lebhafter an Bord. Wie vor jeder Abfahrt, war das Promenadendeck gescheuert, die Eichenplanken glänzten vor Feuchtigkeit. Kurz bevor die Schiffsglocke das Zeichen zur Abfahrt gab, tam noch ein Wagen vom Hotel Monopol herangerast. Eine junge Dame im eleganten, pelzverbrämtem Kostüm saß darin; sie stieg rasch aus und eilte zum Dampfer, „ Ja, Miß," entgegnete White Höflich.„ Darf ich Ihnen sonst noch behilflich sein? Bitte, befehlen Sie!" Er stand in ehrerbietiger Haltung da. Im Ton seis ner männlichen Stimme lag etwas Weiches, sehr Wohl= lautendes. Die Dame schien darauf zu horchen; ste hatte den hübschen, dunklen Kopf etwas erhoben. „ Ich möchte mich in meine Kabine begeben," sagte sie und versuchte aufzustehen; aber es ging nicht, mit einem leisen Wehlaut sant sie zurück. Welche Kabine haben Sie belegt?" fragte White. " Nummer 112," entgegnete die Dame. ( Fortsetzung folgt.). Tir war re Echlüssel sta stellte bald fachen und Mart Ring mit Brillan Edelsteine große Man sprochen ha Ein C der„ Frtk. in Omaha mann vor r Erdmann m Dennison e Indizienber Alibi nadz Leute, die tommende ihrer Ronj je. 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Auch der Gattin des Kapitans ließ der Kaiser als Anerkennung für die gute Pflege der Schiffbrüchigen eine goldene Uhr übereichen, deren Sprungdeckel den mit Brillanten verzierten deutschen Reichsadler zeigt. Der Lebensretter Kaiser Wilhelms I. Aus Berlin tommt die Kunde, daß dort am 10. Januar der früher in Worms ansässige Gastwirt Franz Roscher, der Lebensretter Kaiser Wilhelms I., im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Es war im Jahre 1848, als Roscher, damals noch Handwerksbursche und Korbmacher, nach Berlin kam. Vor dem königlichen Schlosse hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt, und der König trat mit dem Brinzen Wilhelm( späteren Kaiser Wilhelm I.) auf den Balkon des Schlosses. Man glaubte, der Monarch wolle eine Proklamation an das Volk verlesen. Da legte plötzlich der im dichtesten Menschengedränge stehende Bole Escherzwanowsky, ein Revolutionär, das Gewehr auf den Prinzen Wilhelm an. Ehe er jedoch abdrücken konnte, schlug ihm der unmittelbar neben ihm stehende Handwerksbursche Roscher das Gewehr zu Boden, so daß der Schuß in die Erde ging. Prinz Wilhelm war gerettet, aber Roscher büßte die Tat durch die Mißhandlungen seitens des Polen und seiner Freunde. Prinz Wilhelm hatte den Vorgang bemerkt und war vom Balkon ins Schloß zu= rüdgetreten. Erst ca. 25 Jahre später erfuhr er als Kaiser den Namen seines Lebensretters. Roscher verheiratete sich später mit einer Wormserin, mit der er nach Amerika auswanderte und eine Farm bebaute. Wieder nach Worms zurückgekehrt, betrieb er von 1868 bis 1884 eine Wirtschaft, bis er 1885 nach Berlin übersiedelte, wo er jetzt gestorben ist. Ueber den großen Juwelendiebstahl im Hause des Verliner Edelsteinhändlers Widmann berichtet ein Berliner Blatt noch folgende Einzelheiten: Widmann bewohnt mit seiner Wirtschafterin drei Zimmer im ersten Stod eines Hauses in der Grünstraße. In dem einen steht sein Geldschrank, der gerade in diesen Tagen reiche Schätze barg. Am Sonnabend ging Widmann abends aus und trank in einem Lokal in der Potsdamerstraße mehrere Grogs, weil er sich erfältet hatte. Dieses Getränk hatte ihn so bezecht gemacht, daß er nicht mehr weiß, wie er nach Hause gekommen ist. Im Gedächtnis haftet ihm nur noch, daß er in der Grünstraße vor seinem Hause, wo er gegen 3% Uhr antam, mit einem großen Manne zusammentraf, der ihm sagte, daß er ebenfalls in dem Hause wohne, und ihm beim Aufschließen helfen wollte. Gestern morgen fand Widmanns Wirtschafterin den Geldschrank geöffnet. Die Tür war regelrecht aufgeschlossen, und Widmanns eigener Echlüssel stak noch in dem Schlosse. Der Edelsteinhändler stellte bald fest, daß ihm für etwa 50 000 Mart Schmuckjachen und Steine gestohlen worden waren, für etwa 25 000 Mart Ringe, Kolliers und besonders Platinschmucksachen mit Brillanten und für ebensoviel lose Brillanten, farbige Edelsteine und Perlen. Der Dieb ist wahrscheinlich jener große Mann, der den Betrunkenen vor der Tür ange¡ prochen hatte. Ein Echatten als Eideshelfer. Aus Neuyort wird der Frff. 3tg." geschrieben: Durch einen Schatten wurde in Omaha im Staate Nebraska ein gewisser Frank Erdmann vor vielleicht langjähriger Zuchthausstrafe bewahrt. Erdmann war angeklagt, gegen einen Politiker namens Dennison ein Dynamitattentat versucht zu haben. Alle Indizienbeweise waren gegen ihn, und der Versuch, sein Alibi nachzuweisen, scheiterte an den Aussagen mehrerer Leute, die behaupteten, sie hätten ihn um die in Frage kommende Zeit, halb drei Uhr nachmittags, vor zwei von ihrer Konfirmation heimkehrenden Mädchen am Hause Dennisons vorübergehen sehen. Da kami unerwartete Hilfe. Die Verteidigung spürte eine Photographie auf, die die beiden Mädchen mit verschiedenen anderen Konfir manden zeigte und am Tage der Konfirmation nahe der Kirche, in der sie stattgefunden hatte, aufgenommen den war. Deutlich sah man auf dem Bilde den Schatten des Kirchturms, aus dessen Richtung ein als Sachverstän diger zugezogener Astronom die Zeit der Aufnahme des Bildes feststellte: 3 Uhr 21 Min., also eine Stunde später als die Mädchen auf ihrem Heimwege Erdmann gesehen haben wollten. Auf das Zeugnis des Schattens hin wur: de Erdmann freigesprochen. Amerikanische Gehälter. Der große amerikanische Stahltrust, der bisher seinem Präsidenten ein Gehalt von 400 000 Mark bezahlte, hat beschlossen, diese Summe auf die Hälfte zu ermäßigen; der Leiter des Trusts wird sich fortan mit einem festen Einkommen von 200 000 Mark durchs Leben schlagen müssen. Der Beschluß hat in Ame= rika lebhaftes Aufsehen erregt, und voll Eifer wird in der Oeffentlichkeit das Problem erörtert, welche Gehälter Männer von hervorragender geschäftlicher Bedeutung, die an der Spitze gewaltiger Unternehmungen stehen, verdienen sollten. Charles Schwab und Williams Ellis Corey haben als Präsidenten des Stahltrusts bisher je 400 000 Mark Jahresgehalt bezogen, die gleiche Summe wie der Richter Gary, der als Präsident der Direktorenkonferenz und des Finanzkomitees an der Leitung der Gesellschaft teil hat. Am 1. Februar tritt der neue Präsident sein Amt an, und er erhält weniger, weil nach dem Ausspruch Garys ,, die Stellung nicht mehr wert ist." Dabei tritt die Tendenz zutage, das Gehalt nicht nur nach der äußeren Stellung, sondern vor allem nach dem persönlichen Wert des Mannes, nach der Größe seiner Verantwortung zu bemessen. Es ist nicht zweifelhaft, daß irgend eine große Bank einem Manne wie Morgan vielleicht eine Million Dollar im Jahre bezahlen würde, wenn er sich ausschließ= lich der Leitung des Instituts widmete. Irgend einem anderen aber, der eine solche Stelle erhielte, würde man vielleicht 200 000 Mark oder nur 100 000 Mark bezahlen, und er würde wohl auch nicht mehr verdienen. Ein„ Fahrrad- Flugapparat", der Flugapparat des Boltes. Eigentümliche Zukunftsmusik vernimmt man von Württemberg her. Danach hat der Kunstmaler Robert Schüle einen„ Fahrrad- Flugapparat konstruiert, der, wie schon der Name besagt, als Antriebsmittel nicht einen Motor verwendet, der Apparat wird vielmehr mit den Füßen bewegt. Der Konstrukteur, Robert Schüle aus Eßlingen, hat mit einem solchen Flugapparat schon mehrfach glückliche Versuche veranstaltet. Der Flugkünstler ist mit seinem Aeroplan nur durch das Bewegen der Füße schon bis zu 15 Meter Höhe geflogen und hat bereits Flüge von einer Dauer von 6 bis 10 Minuten ausgeführt. Die Steuerung ist hochst einfach und geschieht zum Teil mit der Hand durch ein Steuerrad, zum Teil kann sie mit den Füßen bewerkstelligt werden. Das Höhensteuer ist an dem hinteren Ende des Apparates angebracht und die SeitenSteuern werden durch die Tragflächen bewirkt. Die Bewegung dieses aus sehr leichtem Holze hergehsten Appa-, rates durch die Fahrradkonstruktion ist sehr leicht und ermüdet den Flieger nicht, jedenfalls nicht mehr, als eine Fahrt auf einem Fahrrad zur ebenen Erde es tut. Ein Flieger vermag sich mehrere Stunden auf diesem Apparat in den Lüften zu halten. Darf der Arzt einen Selbstmord verschweigen? Oft genug kommt es vor, daß der Arzt mit seinem Gewissen in Konflikt kommt, wenn er streng nach dem Buchstaben des Gesetzes vorgehen will. Hierhin gehört auch die An= flage, die gegen einen Arzt wegen öffentlicher Urkundenfälschung erhoben wurde. Er hatte nämlich in dem Totenschein, der ja als eine öffentliche Urkunde betrachtet wird, die falsche Tatsache aufgenommen, daß der Kranke an Herzlähmung gestorben sei, während in Wirklichkeit ein Selbstmord durch Arsenvergiftung rorlag. Der Arzt hob hervor, daß einmal der Selbstmord nicht strafbar sei, und weiter, daß er durch das Berufsgeheimnis verpflichtet war, davon nichts zu melden. Wenn das Gericht sich in diese Angelegenheit einmische, so müsse dadurch das Vertrauen der Patienten vernichtet werden, falls diese wegen der Folgen eines Selbstmordversuches beim Arzte Hilfe suchten. Außerdem sei die ärztliche Diagnose nicht in allen Fällen eine so sichere, daß sie einen ganz unumstößlichen urkundlichen Charakter erhalten könne. Das Gericht folgte den Ausführungen des Arztes und stellte das Verfahren ein. Die Katastrophe des Unterseebootes 1 3 ist, wie gleich nach dem Unglück vermutet wurde, tatsächlich durch den Ventilationsschieber am hinteren Mast verursacht worden. Wie die Besichtigung des eingedodten Schiffes ergab, ist der Schieber nicht ganz verschlossen gewesen, modurch das Wasser eindringen konnte. Ein Bedienungsfehler liest nicht vor. Der Schieber wich durch ein Handred mit Schraubenspindel bewegt. Cin Zeiger zeigt auf einer fleinen Stala die jeweilige Stellung des Smiebers von ,, offen" bis„ zu" an. In diesem Falle stand der Zeiger auf zu", aber der Schieber hat die 30 Zentimeter weite Ventilationsrohröffnung noch nicht ganz geschlossen, sondern stand noch etwa 3 Zentimeter offen, meil sich die, die Bewegung des Handrads übertragende, mit dem Schieber verbundene Stahlwelle in der Stahlführung festgefressen hatte. Riefenfang eines Fischdampfers in der Nordsee. Die Nordseefischerei hatte in den letzten Monaten so schlechte Fangergebnisse erzielt, daß schon an die Möglichkeit einer übermäßigen Ausbeutung des Fischreichtums der Nordsee gedacht wurde. Nach dem Fangergebnis des Dampfers Polarstern" der Geestemünder Reederei„ Nordstern", das jetzt bekannt wird, muß jedoch angenommen werden, daß den schlechten Resultaten lediglich Wanderungen der Fische zugrunde liegen. Wie aus Bremerhaven gemeldet wird, hat der Fischdampfer„ Polarstern" auf seiner letzten Js= landsreise einen Riesenfang von 15 000 Pfund Fischen ge= macht, die in der gestrigen Auktion 23 500 Mark Erlös einbrachten. Das ist der höchste Betrag, den bis jetzt überhaupt ein Fischdampfer auf einem deutschen Markte erreicht hat. Ein Verbrecherverein italienischer Schüler. Die Anflagekammer des Strafgerichts in Palermo hat gegen acht Schüler des dortigen Viktor- Emmanuel- Gymnasiums wegen Teilnahme an einer Verbrechergenossenschaft das Verfahren eingeleitet. Acht Studenten sind der Mitschuld an der seinerzeit gemeldeten Ermordung des Professors Ghelli durch den Schüler Lidoni bezichtigt. der, wie erinnerlich, nach Verübung seiner Tat durch Selbstmord endete. Der gestrandete Fünfmaster Preußen". Am nächsten Donnerstag wird, wie aus London gemeldet wird, die Fracht, so weit sie nicht schon an Land gebracht ist, die Schiffsgeräte, und was sonst nicht nagelfest auf der vor Dover gestrandeten Preußen" ist, in öffentlicher Versteigerung an den Meistbietenden verkauft werden. Ganze Scharen von Fischern und Bootsleuten haben das Schiff überfallen, um auf ihre eigenen Kosten und Gefahr von der Bergung seines Inhaltes zu profitieren. Der Kreidefelsen, auf dem die Preußen" festgefahren ist, hat unter dem Einflusse der Reibung und des Wassers nachgegeben, und das mächtige Schiff ist noch tiefer gesunken. Parlamentarier als Schmuggler. Die römischen Blät= ter beschäftigen sich mit einer Zollunterschlagung auf Alfohol im Betrage von über einer halben Million Lire. Es handelt sich um eine römische Firma, die aus ihren vor der Stadtmauer gelegenen Depots Alkohol geschmuggelt haben soll. In der Affäre werden die Namen zweier Parlamentarier genannt, die Teilhaber der Firma sind. Die sozialistische Gruppe beabsichtigt, über die Angelegenheit in der Kammer zu in erpellieren. China von der Pest bedroht. Abwehrmaßnahmen der chinesischen Regierung. Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist China von einem ernsten Ausbruch der Pest bedroht, die sich von Charbin aus verbreitet. Die chinesische Regierung hat eine Zirkularnote an mehrere Mächte erlassen, in der diese gebeten werden, an der Feststellung der Ursache der Epidemie mitzuarbeiten und Maßregeln zu finden, um dem Ausbruch der Seuche entgegenzutreten und wissenschaftliche Untersuchungen am Ort anzustellen. Die chinesische Regierung hat diese Regierungen gebeten, Pest- Experten und Aerzte zu bestimmen, die sofort nach China gehen können. Die chinesische Regierung verpflichtet sich, alle Auslagen, einschließlich der Reisespesen nach China und zurück zu tragen. Des chinesische Gesandte in London hat dem Renterschen Bureau mitgeteilt, daß nach den Nachrichten. die er erhalten habe, die in China aufgetretene Best nicht die von Ratten verursachte Spielart sei, sie scheine vielmehr durch Bären oder andere Tiere aus der Nachbarschaft von Wladiwostok eingeschleppt worden zu sein. Eine Reise durch das Pestgebiet. Am 20. Januar besichtigte der russische Arzt Bogntzki gemeinsam mit chinesischen Acrzten Fudjadan, wo die Pest am heftigsten wütet. Es wurden drei Hauptverde der Peſt bei einer Bevölkerungszahl von gegen 7000 Personen festgestellt. Auf den Straßen liegen von Hunden zerfressene Leichen. Viele Häuser sind verödet. In Charbin erkrankten täglich gegen 20 Personen. Am Sonnabend erkrankte au der Pest der Leiter der russischen Sanitätsabtellung, Student Belajew. Die russischen Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten meigern sich, zusammen mit Chinesen zu arbeiten. Die Arbeiterdelegierten wurden verhaftet. Der befannte Bakteriologe Professor Sabolotny erklärt, eine un= mittelbare Gefahr der Einschleppung der Vest bestehe für das europäische Rußland nicht, man müss: aber befürchten, daß sie in den sibirischen Städten Boden faise. Der Siemens- Schuckert- Ballon fliegt. Eine Probefahrt über Berlins Vororte. Nach monatelangem Warten ist am Montag endlich der Aufstieg des ersten Siemens- Schuckertschen Luftschiffes, dem mit größter Spannung entgegengesehen wurde, vor den Toren Berlins erfolgt. Vor der Ballonhalle der SiemensEdudertwerke in Biesdorf erhob sich das Quftschiff nachrittags gegen 2% Uhr zu einer Probefahrt. Bereits um 12 Uhr mittags war der Ballon aus der Halle gezogen worden. Nach 2% stündigem Warten stieg das Luftschiff bei schwachem Nordwest auf und wandte sich in glatter, ruhiger Fahrt der Richtung nach Biesdorf und Kaulsdorf zu. In den drei Gordeln des Ballons befanden sich insgesamt 12 Personen. Die Führung hatte Hauptmann v. Krogh ferner waren Oberingenieur Dickins und Direktor Krell im Luftschiffe. Surz nach 3 1hr landete der Ballon wieder glatt vor der Halle in Biesdorf. Tas Siemens- Schuckert- Luftschiff gehört bekanntlich zu dem starren Typ der unversteiften Brallballons, dem sogenannten unstarren System. Es stellt zurzeit das größte Luftschiff dieser Art dar und besitzt eine Länge von 118 Metern, einen Durchmesser von 13% Metern und hat einen Inhalt von ca. 13 000 Kubikmetern. Der Ballon befizzt dret Gondeln, von denen die mittlere als Führergondel ausgebildet ist; sie träat gleichzeitig zwei 24pferdige Benzinmo= toren zum Antrieb der Ballonetventilatoren. Etner dieser Motoren dient als Reserve. Die vordere und hintere Gondel sind als reine Maschinengondeln gebaut und tragen je awei 125pferdige Daimlermotoren. Die Gondeln sind richt, wie sonst üblich, mit Stahlseilen, sondern mittels Stoffhahnen, die sich fast in der ganzen Länge des Ballons ausdehnen, an diesem aufgehängt. Diese Art der Aufhäng ung wird besonders den Gegenstand der ersten Erprobung bilden. Das Luftschiff funttionierte während der ganzen Fahrt int allen feinen Teilen tadellos. Trotzdem es einer starken Sonnenbestrahlung ausgesetzt war, war die Hülle bei der Landung noch ganz straff und zeigte feinerlei Senfung. Die Fahrt wurde eigentlich nur mit den vorderen Maschinen Hewerfstelligt, mit deren man eine Geschwindigkeit von 13enigstens 12 Sekundenretern erzielte. Das SiemensSchudert- Luftschiff hat bereits das Interesse der Militärveiwaitang hervorgerufen. Noch bevor der Ballon fertig= gestellt war, wurden die Zeichnungen dem Kriegsministe rium vorgelegt. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß in nächster Bett der Aufstieg des Luftschiffes vor einer Militärfommission stattfinden werde. Drabtnachrichten und Deuestes. Die Kaiser Wilhelmsgesellschaft. Berlin, 24. Januar. Im Kultusministerium fand gestern die konstituierende Sitzung des Senats ter Kaiser Wilhelmsgesellschaft statt in der die Wahl des Verwaltungsausschusses der Gesellschaft erfolgte. Der Ausschuß besteht vorbehaltlich der Genehmigung des Kaisers aus dem Präsidenten Professor Harnack, Freiherrn Krupp v. Bohlen und Halbach. Bankier Ludwig Delbrück, Geh. Kommerzien ret Arnhold, Professor Emil Fischer, Franz v. Mendelssohn und v. Böttinger- Elberfeld. Unfall eines D= 3uges. Berlin, 24. Januar. Der Kopenhagener D- 3ug, der um 9 Uhr abends auf dem Stettiner Bahnhofe eintreffen sollte stieß bei der Durchfahrt durch Hollrathsruhe in Mecklenburg mit einem Güterzuge zusammen. Ein Wagen des D- Ruges entgleiste, ein Reisender wurde leicht verletzt. Die Gleise waren längere Zeit gesperrt. Der D- 3ng fonnte mit 4 Stunden Verspätung seine Weiterfahrt nach Berlin fortseßen. Gin jugendlicher Defrandant. Erfurt, 24. Januar. Nach Unterschlagung von 10 000 Mark ist gestern in Frankenhausen ein 17jähriger Banklehrling von der dortigen Filiale der Thringer Bank flüchtig geworden. Tod eines bekannten früheren Parlamentariers. Erfurt, 24. Januar. Der frühere konservative Landtags- und Reichstagsabgeordnete Schneidermeister Jafubsfötter ist heute im Alter von 71 Jahren gestorben. Influenzaepidemie in Nürnberg. Nürnberg, 24. Januar. Hier liegen 700 Personen an Influenza darnteder. Brand im Metzer Garnisonlazarett. Metz, 24. Januar. Gestern nachmittag 3 hr brach in dem Dachstuhl des Garnisonlazaretts eine Feuersbrunst aus, die sich schnell verbreitete. Die Feuerwehr beschränkte fich auf den Schutz der Nebengebände. Bis abends 7 1hr dauerte der Brand an, wenn auch mit verminderter Heftigkeit. Ein späteres Telegramm meldet uns: Metz, 24. Januar. Das Fener im Garnisonlazarett wurde gegen 11 Uhr abends gelöscht. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Der Dachstuhl ist eingeäschert, ebenso ein Teil des zweiten Stockwerks, in dem sich die Nammervorräte befinden. Von den Feuerwehrleuten wurden einzelne leicht verletzt. Drei Feuerwehrleute. die zu ersticken drohten, wurden mit dem Sauerstoffapparat ins Leben zurückgerufen. Weißer Sklavenhandel. Ezenstochan, 24. Januar. Hier wurde gestern ein ans Warschau kommender Eisenbahnwagen mit jungen Mädchen angehalten, die über die preußische Grenze nach Hamburg und weiter nach Amerifa in verrufene Häuser ge= bracht werden sollten. Die den Zug begleitenden, elegant gekleideten Händler wurden verhaftet. Eine neue Gründung des Fürsten von Monaco. Paris, 24. Januar. Im Beisein des Präsidenten Fallieres fand gestern abend die Einweihung des vom Für sten von Monaco gegründeten ozeanographischen Instituts statt. Der Fürst gab in seiner Eröffnungsrede feiner Frende darüber Ausdruck und sprach von den hohen Aufgaben seines Werkes, dem er einen internationalen Charafter zu geben wünsche. Die Menschheit fönne nirgends ein günstigeres Gebiet der Annäherung finden als das der gelstigen Eroberung. Auf dem Heimweg ertrunken. Haag, 24. Januar. Unweit Haag ertranfen zweł Frauen und ein junges Mädchen, die Tochter der einen, auf dem Nachhausewege in der Dunkelheit. Sie hatten den Weg verloren und sind vermutlich bei dem Versuch, sich gegenseitig zu retten, ertrunken. Ein Aeroplan in Flammen. Kopenhagen, 24. Januar. Während der dänische Aviatifer Svendsen im Aeroplan das Aerodrom auf Amager umfreiste, entstand plötzlich auf unaufgeklärte Weise Feuer int Benzinmotor. Der Aeroplan verbrannte vollständig, Svendsen sprang herab und erlitt nur leichte Berlegungen. Eisenbahnfatastrophe in England. London, 24. Januar. Bei einem Bahnunglück, das gestern vormittag in Wales auf der Tafftal- Linie infclge Bu= sammenstoßes eines Personenzuges mit einem Kohlenzuge stattfand wurden, wie nun feststeht, elf Menschen sofort getötet und etwa vierzig verwundet. Eine schwer verlette Frau verlor Mann und Sohn. Der Personenzug, der 200 Passagiere hatte, fuhr auf den mit Material beladenen Güterzug auf: wahrscheinlich wurden im Nebel die Sig= nale falsch gelesen. Die drei ersten Wagen des Personenzuges schoben sich teleskopartig ineinander. Alle im vordersten Abteil sitzenden Passagiere wurden sofort getötet. Unter den Toten befinden sich acht Männer, zwei Mädchen und ein Knabe. Eine englische Schngmannspatrouille überfallen. London, 24. Januar. Eine Anzahl bewaffneter. Personen griff auf einer Chaussee in der Nähe der Stadt eine Schuhmannspatrouille von vier Mann an. Ein Schutzmann wurde getötet, zwei andere schwer verletzt. Bekanntmachung. Freitag, den 27. Januar, nachmittags 3 Uhr, werden an der Hardtallee, Rodheimerstraße und am alten Viehmarkt größere Partien Knüppel und Rei ser( darunter zu Erbsenreiser geeignete) öffentlich steigert. ver= Zusammenkunft an der Rodheimerstraße am Feld= schlößchen. Gießen, den 24. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armentasse Gießen für 1909 liegt vom 25. dl Mts. ab 8 Tage lang zu jedermanns Einsicht auf dem Städtischen Armenamt, Asterweg 9, offen. Gießen, den 23. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. Keller. Bekanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 21. Januar 1911 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Karton mit Glühkörper, 1 Muff, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Ring; verloren: 1 goldenes Medaillon mit Photo= graphie, 1 Kinderpelz, 1 goldene Brosche, 1 Pferdedecke gez. F. A., 1 Spazierstock aus schwarzem Ebenholz mit Silbergriff gez. Kurt Gühne, 1 goldener Ring mit Brillant und 1 goldene Brosche( Hufeisenform). Die Empfangsberechtigten der gefundenen. Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentage von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 21. Januar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Betanutmechung. Betr.: Ausnahmen von§§ 139c und 139e Absatz 1 der Gewerbeordnung. Als Ausnahmetage im Sinne der§§ 139 Ziffer 3 und 139e Abs. 2, 3iffer 2 der Gewerbeordnung werden für alle offenen Verkaufs= stellen bestimmt: 1. 2 Wochentage vor Ostern, 13. und 15. April 1. J. 2. 1 Wochentag vor Himmelfahrt, 24. Mai I. J. 3. 2 Wochentage vor Pfingsten, 2. u. 3. Juni 1. J. 4. 12 Wochentage vor Weihnachten, 11. bis 16. und 18. bis 23. Dezember I. J. einschließlich. 5. 1 Wochentag vor Neujahr, 30. Dezember I. J. An diesen Tagen durfen sämtliche offenen Verkaufsstellen in hiesiger Stadt für den geschäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends geöffnet bleiben und finden die Bestimmungen über die Mindest= ruhezeit und Mittagspausen der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsstellen keine Anwendung. Gießen, den 19. Januar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. !! Räucherapparate!! Verdingung. Für die Provinzial- Siechenanstalt Oberhessen zu Gießen sollen für die Zeit vom 1. April bis einschl. 31. März 1911 im Submissionswege vergeben werden: Die Lieferung von: 1., Fleisch und Wurstwaren in 2 Losen, Spezeretwaren, Kaffe, Tee und Kakao, Süßrahmbutter, Eter, Milch, und Backwaren. 2., ca. 8000 3tr. Hüttenkoks) in d. Korngröße 40/60 mm Gastoks " 4000 600 " Steinkohlen( Nußkohlen 1) und 20 rm Tannenscheitholz. 3., Kernseife, Schmierseife,( weiße und gelbe) u. Soda, 4., Puzlumpen und sonstiges Reinigungsmaterial, 5., Bürstenwaren und Kämme, 6., Porzellan- und Glaswaren, 7., Verschiedene Materialien für Kleider pp. Versiegelte und mit entsprechender Aufschrift bersehene Offerten sind bis zum Eröffnungstermin Freitag den 17. Februar 1911 vorm. 10 Uhr auf dem Verwaltungsböro einzureichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Bestimmungen an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr nachm. eingesehen werden können. Gießen, den 21. Januar 1911. Die Verwaltung der Provinzial- Stechenanstalt Oberheffen. Lerch. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. ( Forstwartet Gießen III., Forstwart Geisel, Gießen. mit Trockenvorrichtung( 2mal gesetzl. gesch.) Ich mache Interessenten auf die Vorteile dieser Einrichtung aufmerksam. Wer sich überzeugt, fauft keinen anderen Apperat, da derselbe nicht schwigt, infolgedessen nicht rostet und nur tadellose Rauchwaren erzielt werden. Wo nicht bekannt, Itefere zur Probe. Lobende Anerken nungsschreiben zu Diensten, Alleiniger Fabrikant: H. K. Heun, Niederscheld,( Dill). Donnerstag, den 26. Jan. 1911, vorm. 91/2 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen Hafenhecke, Alter Pflanz= garten, Klingelfluk und Schüßenschlag( 100, 101, 102, 103) versteigert: 766 Fichtenderbftang. m. 52,15 fm 34,2 rm Eichenscheitholz Kiefernscheitholz Eichenknüppelholz 1 " 49 " 3 " Lärchen31 Refern= " " 1 16,2 Fichten " " 0,8 Lärchen" 13,4 Kiefern" 5,4 Fichten" " " 36,2 Eichen Stockholz " " " 1540 Wellen Eichenreisig 750 " Hainbuchen- ,, 240 " Kiefern= " 20 " Fichten: " Die Zusammenkunft ist auf Licherstraße an der 7. Schneise. Gießen, den 19. Januar 1911 Bürgermeisterei J. V. Keller. Grosse Geld Lotterie des Museums für Völker- u. 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