of. aglich frisch Ltr. 10 Pig urmaussicht. r Verfügung Theyer, Königsteini 4.50 an; gu Hause.[ 221 Schmitt. it ohne [ 24/11 sonen) 2 Kreuzplatz i SSERDICHTEN HOCHGLANZ er fte mitte It! OHNE ONKURRENZ ot Gießen ein Sohn Cochter, Ann ohn, Wilhel Tochter. Sohn, Luitpol Sohn, fo hter. Sohn. ochter Fried Goarshaufen Steßen. er in Alein Steßen. Emma Bell coßen- Buled onore Schlö ntsaffeffor ch Engelhard ter in Gießen ftetn. Gießen, m mit Chrifti arbeiter, Martha R Weglar, 53 Afterweg 74 Jahre al ann, 62 Jab Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen siertelfährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgehalt in unserer Expedition oder in den Zweiganbgabesteken vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. - - Erscheint Redaktion: Seltensweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuffripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 188. Telephon: Nr. 302. Manöver und Ceuerung. Der Zauberklang des Wortes„ Manöver" läßt in diesen Tagen tausende von Soldatenherzen schneller schlagen. Nur wer selbst gedient und Manöver miterlebt hat, bermag die Freude unserer blauen Jungens, auf einige Wochen dem ewegen Drill und der öden Kafernenluft entkommen zu tönnen, vollauf zu würdigen. Nur wer auf dem Lande oder in einer kleinen Land: stadt aufgewachsen ist, kennt die freudige Erregung und die feftliche Vorbereitung ganzer Ortschaften vor dem Einzug der Manövergäfte. In diesem Jahr aber droht ein rauber Herbstreif auf all die jugendfrohen Erwartungen zu fallen. Aus verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes werden Petitionen angesehener landwirtschaftlicher Koporotionen um Abbestellung der angesagten Herbstmanöver gemeldet. Das war doch sonst nicht dieses Landes Brauch. Zwar haben in allen bisher bekannt gewordenen Fällen die maßgebenden militärischen Instanzen die erbetenen Manöverabsagen verwetgert, aber die Gründe für die ungewöhnlichen Petitionen, die Ursachen für die diesjährige Manöverunluft der Zivilbevölkerung bleiben dennoch bestehen und verdienen wegen ihrer voraussichtlichen Rückwirkung auf die Aufnahme und Verpflegung der Truppen einige Beachtung. Die allgemeine Teuerung lastet gleicherweise auf Städten und Dörfern. Hier wie dort haben Fleisch und Gemüse und Kartoffeln und Obst, wenn sie über haupt zu beschaffen sind, unerhörte Preise! Die manöverierenden Soldaten aber freuen sich schon seit Wochen auf die Bürger quartiere, weil sie dort einmal mitsamt thren Pferden aus dem Vollen leben zu können hoffen Sonstige Jahre war das ja auch so. Selbst, wenn die Truppen ohne Verpflegung" einquartiert wurden, erhielten Menschen und Tiere von ihren freundlichen Quartiergebern noch bedeutende Naturalzuschüsse zu ihren knappen, von der Verwaltung gelieferten Rationen. Selbst in Gegenden, wo Ginquartierung alljährlich tommt, wurden diese Liebesgaben" in der Regel reichlich und gern gespendet. Grst recht bei Ginquartierung mit Verpflegung", wo nach dem Abschied der Truppen die allerdings recht mageren und völlig unzureichenden ,, Gebührnisse" zur Auszahlung kommen. Nur in ganz armen Gegenden, bet zurückgebliebener Bevölkerung, hatten unsere Manövergäste gelegentlich einmal über Knauserigkeit und Knickrigkeit ihrer Quartierwirte zu flagen; aber das blieb glücklicherweise seltene Ausnahme. In diesem Jahr dagegen wird in viel weiterem Umfange als sonst, vielleicht sogar in der Regel, Schmalhans Küchenmeister in den Manöverquartieren sein. Es ist ja alles so teuer geworden, was ein begehr licher Gaumen und ein gesunder Magen eines Feldsol daten verlangt; es ist in den eigenen Ställen so knapp geworden, was man sonst an Heu und Hafer und Stroh einem Königlich preußischen, bayrischen, sächsischen Dienstpferde so gerne zur täglich bemessenen Tagesration zu gab. Arme Manövergäste! Dieses Jahr werdet Ihr bielerorts mehr als Laſt denn als Lust empfunden und aufgenommen werden! Nicht aus lebewollen oder Bes völkerung, sondern aus Rücksicht auf die allgemeinen Teuerungsverhältnisse. Mit begründeter Besorgnis sehen insbesodere auch die viehzüchtenden Landwirte in diesem Jahre dem Besuch zahlreicher Soldaten entgegen. Weil sie fast täglich in anderen Orten und Gehöften einquartiert werden, fann es gar zu leicht geschehen, daß sie die Pestilenz der Kühe, Schafe, Ziegen und Schweinebestände, die Maul und Klauenseuche ungewollt in Quartiere mitbringen, die bisher noch seuchefrei geblieben waren. Man weiß ja, wie stark die Gefahr der Uebertragbarkeit dieser Seuche ist. Werden doch sogar Versammlungen ihretwegen häufig verboten! Wieviel schlimmer ist die Verbreitungsgefahr durch hin und hermanö berierende größere Truppenmassen! Weniger störend als in manchen anderen Jahren werden diesmal die Flurschäden empfunden werden, weil die Eine infolge der abnormen Witterung schon so weit vorgeschritten ist wie selten, und fast überall die wichtigsten Halmfrüchte eingebracht sind. Den Einzelsoldaten, der jetzt zum Mauöver ausrückt, läßt diese Erwägung zwar fühl, aber für die Stimmung vieler seiner Qua tiergeber ist sie doch nicht gleichgültig. Im großen und ganzen wird aber auch diesmal, trotz Futternot und Nahrungsmittelteuerung und etwas fnopperer Verpflegung die Manöverzeit wieder die Glanzzeit in der Erinnerung vieler tausender von Soldaten bleiben, die sich eben zum Ausrücken vorbereiten. Denn allzu nahe sind die Beziehungen des deutschen Volkes zu seinem Herr, als daß es in seiner überwie der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 24. August 1911. genden Mehrheit nicht auch in Teuerungszeiten seinen starken Sympathien zu seinen wehrhaften Söhnen deutlichen Ausdruck geben sollte. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Auguſt 1911. ** Als Geschworene für die Schwurgerichts. fizungen Gr. Landgerichts der Provinz Oberhessen im III. Quartal 1911 find folgende Herren ausgeloft: Rentner Georg Ulrich in Friedberg, Fürstl. Oberförster Frizz Klingelhöffer in Gedern, Gemeindeeinnehmer Johannes Oestreich 6. in Stockhausen, Kr. Lauterbach, Landwirt Johannes Luft in Busenborn, Kaufmann August Etnolf in Homberg a. d. Ohm, Prokurist Joseph Aicher in Hirzenhain, Rentner Heinrich Keller in Offenheim, Metzgermeister Heinrich Duchard 8. in Lauterbach, Bür germeister Paul Heizenröder in Nieder- Moos, Gutspächter Friedrich Beipold, in Münzenberg, Major a D. Berthold von Helmolt in Friedberg, Kaufmann Wilh. Hanftein in Gießen, Gutsbesitzer Karl Oppermann in Behrbach, Kaufmann Werner Diehm in Lauterbach, Landwirt Konrad Döring in Willofs, Buchdruckerei befizer Otto Kindt in Gießen, Architekt Peter Heinrich Wilhelm Klöß in Vilbel, Landwirt Nikolaus Th. Ferdinand Ewald in Ockstadt, Landwirt Hugo Schudt in Dochetm, Landwirt Otto Völzing in Groß- Felda, Land. wirt Heinrich Stein 1. in Stumpertenrod, Gemeinderechner Johannes Weil in Münzenberg, Kaufmann Philipp Krausgrill 11. in Nieder Weisel, Kaufmann Karl Reußer 1. in Lauterbach, Rentner Heinrich Ubrich in Friedberg, Bürgermeister Heinrich Schaaf 6. in Eichel. hain, Rechner Geory Enders in Alsfeld, Landwirt Heinrich Wilhelm Hammel in Staden, Fabrikant Heinrich Schmidt 3. in Grünberg und Fabrikant Heinrich Ludwig Langsdorf in Friedberg. Land*-* Die milchproduzierenden wirte aus der Umgegend von Gießen sind für morgen Freitag Nachmittag 3 Uhr zu einer Versammlung in das Restaurant" Felsenkeller" eingeladen. Unsere Hausfrauen werden das Resultat dieser Versammlung zu hören wohl sehr begierig sein. * Die Erbauung der neuen Kinderklinik in der Friedrichstraße ist dem Architekten Hans Meyer übertragen worden Die Ansschreibung der Arbeiten soll in den nächsten Tagen erfolgen. * Neue Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche werden von Eberstadt( Kreis Gießen) und Obbornhofen gemeldet. * Der gegenwärtige Tiefstand der Schweinepreise läßt das Mißverhältnis zu den Schweinefleischpreisen, wie sie jetzt noch immer gefordert werden, besonders auffällig hervortreten. Noch nie ist der Abstand zwischen Einkaufsnnd Verkaufspreis so groß gewesen wie in diesem Jahre, was an den Hauptmärkten Deutschlands statistisch nach gewiesen wird. Diese künstliche Hochhaltung wirkt selbstverständlich ungünstig auf den Konsum. Würde der Preis des Schweinefleisches dem starken Sinken der Schweinepreise gefolgt sein, so würden die Konsumenten in viel größerem Maße sich dem Genusse des billigen Schweinefleisches zugewendet haben, wodurch einmal die Nachfrage nach Rindfleisch gemildert und zweitens der Schweinefleischkonsum stark erhöht worden wäre. Der stärkere Verbrauch an Schweinefleisch würde aber anf die Schweinepreise regulierend wirken, so daß dem jzigen bom bolfswirtschaftlichen Standpunkt aus bedenklichen Tiefstand der Schweinepreise borgebeugt worden wäre. Das jezige Mißverhältnis zwischen den Preisen für Schlachtschweine und den Schweinefleischpreisen bedeutet also nicht nur eine durchaus ungerechtfertigte Belastung der konsumenten, sondern bildet zugleich die Ursache zu Schwankungen in der Schweinefleischproduktion, indem die natürliche Folge des jezigen Tiefstandes der Schweinepreise an vielen Orten eine Einschränkung der Schweinemast sein wird. Fleischverbrauch, Fleischpreise und Fleischproduktion stehen also in einem innigeren Zusammenhang, als oft angenommen wird. * Ein Gewitter mit starken Niederschlägen ging Dienstag, abend über unserer Gegend nieder. In der Nacht wiederholten sich die elektrischen Entladungen, auch gestern ging wieder ein durchdringender Regen nieder. Dieser ist den Landwirten um so willkommener, als die Felder jetzt für die Nachsaaten und Futterfräuter bestellt werden. Auch für die Spätkartoffeln und die Spätgemüse erhofft man von dem Regen eine gute Wirkung. * Der Spiritus wird teurer. Wie gemeldet wird hat die Spirituszentrale in Berlin infolge der schlechten ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 fg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Babbumps. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beiereibung oder Det Konkurs in Wegfall. Plagsvorschriften shue Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | Aussichten der Katoffelernte den Preis für Spiritus um 6 Mark für 100 Liter erhöht. * Der evangelische Kirchengesangverein für Hessen hält seine diesjährige, vom Kirchengesangfest getrennte, Hauptversammlung Freitag, den 25. Auguſt( Ludwig stag) bormitags 10 Uhr, im Landessynodalgebäude( Waldstraße 40) zu Darmstadt ob. Die Tagesordnung umfaßt außer dem Jahresbericht und wichtigeren geschäftlichen Verhandlungen einen Vortrag( mit Diskussion) des Neallehrers Mohr- Bensheim über ,, Volksgesang, Schulgesang, Kirchengesang". )( Gießen, 22. Aug. Der Triebwagenverkehr Hungen Gießen und rückwärts bis Nidda, Hungen- Mücke bezw. Hungen- Friedberg mit Gegenzügen ist nun bereits im letzten Winter- und Sommerfahrplan eingsetzt, obwohl bis heute die Wagen noch nicht verkehren. Für manche Geschäftsreisende, die ihre Tour unter Mitbenuzung der Triebwagen nach dem Fahrplan zusammengestellt haben, ergibt sich auf den betr. Stationen Enttäuschung und Zeitverlust. Es steht zu hoffen, daß der vielbesprochene Triebwagenverkehr mit dem Winterfahrplan wirklich in Kraft tritt. Die Elektrizitätsanlagen am Hungener Bahnhof sind schon lange betriebsfähig. t. Klein- Linden, 22. Aug. Mit Rücksicht auf den in diesem Sommer durch die anhaltende Dürre her. borgerufenen Ausfall der Feldfrüchte hat die Gemeindebehörde den Antrag der hiesigen Wirte auf Abhaltung einer Kirmes abgelehnt. Als weiterer Grund wurde angeführt, daß erft vor kurzem der zweitägige Gesangs. wettstreit hier abgehalten wurde. - Hungen, 23. Aug. Der Eisenbahnbremser Valentin Gunkler, der wie berichtet- Montag abend anf der Station Ober- Widdersheim unter die Näder des Zuges geriet, ist nach der Amputation des linken Beines seinen Verlegungen erlegen. -t- Ettingshausen, 21. Aug. Da von wegen der Maul- und Klauenseuche hier kein Vieh abgesetzt werden darf, schlachten die Landwirte das Vieh selbst und verkaufen es an die Einwohner. I Holzhausen, 22. Aug. Seit 14 Tagen haben sich 15 Gießener Wandervögel hier eingenistet. Den jungen Leuten ist ein leerstehender Stock eines Hauses unentgeltlich eingeräumt, worin jeder seinen Strohsack aufgeschlagen hat. Die Wandervögel leben sehr einfach. Es wird alles, was nötig ist, gemeinsam beschafft und es gibt in der Woche nur zweimal Fleisch. Die jungen Leute machen täglich Streifen in die Umgebung, stehen früh auf und legen fich zeitig nieder. An einer passenden Stelle hat man den Bach gestaut und so ein schönes Bad geschaffen. In dieser Woche trafen noch dret 14 Tage Gäste der Wandervögel sind. Ihr Lehrer Feretenkolonisten der Gießener Voltschulen ein, die auf trägt die Kosten, weil er mit dem Fleiß und dem Betragen der Schüler zufrieden war. In unserer Gemeinde hat man die jungen Burschen sehr gern, weil sie immer vergnügt sind und sich nett und bescheiden benehmen. * Friedberg, 23. Aug. An der Großh. Obstbauschule finden vom 29. bis 31. August und vom 5. bis 7. September zwei Obst- und Gemüseberwertungsfurse für Frauen und Mädchen statt. In diesen Kursen wird das Konservieren von Obst und Gemüse in Gläsern und Krügen, sowie die Herstellung von Marmelade, Gelee usw. praktisch vorgeführt. Da die Anstalt zur Abhaltung solcher Sturse umfangreiche und neuzeitliche Einrichtungen besigt, so ist der Besuch dieser Kurse ganz besonder empfehlenswert. Da immer nur eine geringe Anzahl von Damen zu einem Kursus zugelassen werden ( höchstzahl 25), so empfiehlt es sich, sich rechtzeitig bei der Großh. Dierektion zu melden. Der erste Stursus bom 29. bis 31. August ist bereits fast vollständig besetzt; Anmeldungen fönnen nur noch zum zweiten Stursus Verücksichtigung finden. * Naunheim, 23. Aug. In dret Gehöften unserer Gemeinde ist unter dem Nindbiehbestande die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. n Ehringshausen, 24. Aug. Am 11. Aug. verließ Frl. Himmelreich unser Dorf, um an der Seite ihres Gatten, Missionar Feige, der vor 2 Jahren nach Kapland ging, unter den Heiden zu arbeiten. Bei der Abschiedsseler im Vereinshause, be. der Chorgesang und Deflamation wirkungsvoll abwechselten, wurde der Scheidenden das Wort Jes. 43, 1-3 und 5. Mos. 2, 7 auf den Weg mitgegeben. Möge der Herr sie wohlbehalten an den Oct ihrer Bestimmung bringen, und möge die schwierige Arbeit unter dem Heidenbolfe von reichem Segen begleitet sein. Eine englische Narretei. Deutschland der Anstiftung des Arbefterstreiks verdächtigt. Der Zusammenhang zwischen den englischen Ausständen und der diplomatischen Lage ist allen Ernstes in mehreren französischen Zeitungen gesucht worden und auch jetzt, nachdem dieser Arbeitskonflikt in der Hauptsache beigelegt worden ist, fährt man darin fort. Das Wunderbarste in dieser Hinsicht leistet ein Korrespondent des„ Echo de Paris", der in Dinard die Herzensergüsse eines inzwischen in seine Garnison Portsmouth berufenen englischen Oberften entgegennahm. Dieser Oberst Iteß folgende Weisheiten und Drohungen vernehmen: Man muß einen enger Zusammenhang zwischen der Art und der Bedeutung der gegenwärtigen Bewegung und der diplomatischen Lage feststellen, wie fie burch die kolonialansprüche Deutschlands entstanden ist. Man muß notgedrungen in dieser Krise eine fremde Hand erblicken, da sie der Leitung und den gewöhnlichen Methoden der Trade Union ganz entschlüpft. Die Aufreizungen, die sofort in Meutereien ausgeartet sind, richteten sich an die Hefe der Bevölke rung, besonders in Liverpool, wo eine große Zahl von verdächtinen Individuen aus dem Auslande sich befindet. Wir wissen sehr wohl, wo diese Aufreizungsherde zu suchen sind. Seit einigen Jahren haben sich in unseren großen Häfen und Industriezentren Bars aufgetan, wo der Docker, der Arbeiter auf Kredit trinken fann, ohne daß man ihm je etwas abverlangt. In diesen Bars halten die Aufhezer, die nichts mit den englischen Arbeiter- Organisationen gemein haben, ihre Sizungen ab. Alle diese Leute arbeiten zum Nußen femandes und wir beginnen zu vermuten, wessen. Wir haben in den letzten Jahren überall diese tüdischen Machenschaften gegen die englische Macht wiedergefunden. Bet fedem Beginne innerer Schwierigkeiten saben wir sogenannte nationalistische Bewegungen gleichzeitig in Indien, in Persien, in Aegypten und selbst in unserer Stapfolonte auftauchen. Heute arbeiten nur die Geheimagenten unter unseren Arbeitern. Jetzt, da wir wissen, woran wir sind, werden wir nicht straflos die Ueberlieferungen der Ordnung zerstören lassen, die bie Größe unserer Nation bilden, wir werden nicht zugeben, daß unsere Bolizet beschimpft und daß an dem Prinzip der Autorität gerührt wird. Das Wert, das man bet uns einzuführen sucht, kennen wir zu klar aus ben Ergebnissen, die bei Ihnen, unseren französischen Freunden, erzielt worden sind, wo es seit Jahren funkfontert. Bevor man Antipatriotismus in England treibt, werden wir abrechnen und sehr hart auf die Hand schlagen, die die Fäden aller Puppen der Bropaganda hält und die diese bezahlt. Wenn der Tag gekommen sein wird, um auf die Hand zu schlagen, werben wir keine Handschuhe anziehen. Deutschland als Anstifter des englischen Streiks, das hat noch gefehlt. So narrenhaft die ganze Sache klingt, so ist sie doch als Symptom nicht unbedenklich. Französische Vorbereitungen? Daß man sich in Frankreich mit dem Gedanken vertraut macht, die politische Situation fönne sich unter Umständen bedenklich verschlechtern, geht aus folgender Meldung hervor: Der Seepräfett in Calais gab im Auftrage des Marineministers den Arsenalarbeitern bekannt, daß sie behufs Instandsetzung der Unterseeund Torpedoboote Ueberstunden zit machen hätten. Gleichzeitig wurde vier Unterseebooten, die im Hafen von Cherbourg utebungen vornehmen, der Befehl erteilt, unverzüglich nach Calais ihrer ständigen Hafen, fich zu begeben. Auch eine Rede de franzöftfchen Kriegsministers vom Sonntag ist bemertenswert. Der Minister wies nach einer Meldung der Voss. Ztg." darin auf die Kraft der Nation" hin und treifte die" Möglichkeiten der Zukunft"." Ich habe das Bewußtsein," so sagte er, eine Aufgabe übernommen zu haben, die im Hinblick auf die Ereignisse fehr drick end geworden ist. Denn ich habe die Pflicht, der Nation volles Vertrauen auf ihr Geschick und ihre Kraft einzuflößen. Diese Kraft besteht wirklich. Ich fühle sie in allen Zeugntfien derer, Hoher wie Niedriger, die unter meinen Befehlen stehen. Ich fühle sie noch stärker in unserem Lande vibrieren, das sich in Den Unterhaltungen, die ich täglich mit den Bürgern habe, so fest patriotisch zeigt. Gewiß find wir eine friedfertige Nation, aber wir bleiben stolz auf unseren vergangenen Ruhm. Wir wollen auf teine unserer sche nen Ueberlieferungen verzichten. Dies Vertrauen, das wir in die Zukunft unseres Landes haben, steht t nichts hinter der Wirklichkeit des Tages und den Möglichkeiten der 3ufunft zurit d. Ich trinke auf das republikanische Frankreich, das fett et nigen Monaten der Welt ein so schönes Beispiel des nationalen Stolzes, der Enerate und der Größe gibt." 4) Wetterwolken. Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) Ueberal sab man das Walten fleißiger Hände, die nichts gespart hatten, um das Palais auszuschmücken und für den Empfang erlauchter Gäste vorzubereiten. Und hohe Gäste wurden erwartet. Die Majestäten König August von Polen, Kurfürst von Sachsen, und seine Gemahlin Maria Josepha hatten fitr heute eine Einladung des Ministers Heinrich von Brühl zum Diner angenommen. Jm Speisesaal waren bereits alle Vorbereitungen vollendet. Auf den mit zartem, setdenglänzendem Damast belegten Tischen blitzte Kristall und Silber und stand herrliches Meißner Porzellan. Die kostbarsten Stücke befanden sich auf den Gedecken der Majestäten. Die Dienerschaft war bereits im Galaanzug. Allein es gab für den Empfang so hoher Gäste doch noch immer viel zu tun. Der Herr Minister, ein kleiner behäbiger Herr, stand in einem braunen, über und über mit Goldfidereten besetzten Rock im Treppenhause, um noch einmal mit fritischen Augen die Ausschmückung zu befichtigen. Er entdeckte Fehler, die er in aller Eile gutzumachen suchte. Er ließ hier eine Girlande tiefer, dort ein wenig höher hängen, Iteß hier einen Orangenbaum fortnehmen und dort einen neuen hinstellen. Der Gärtner, der die Ausschmilckung besorgt, bekam Schelte und der Haushofmeister, dem fortwährend Befehle an den gepuderten Kopf flogen, wußte schließlich nicht mehr, wo ein noch aus und sab so aus, als wäre er am liebsten In die Elbe gesprungen. Heinrich von Brühl war erregt, und die Launen des Herrn mußten die Diener ausbaden. Der einzige, mit Rundschau vom Cage. Politisches. Die Danziger Kaisertage. Wie die Danziger Allgemeine Beitung" erfährt, wird die Uebernahme des ersten Leibhusaren- Regiments durch den Kronprinzen am Freitag, 15. September, in Danzig- Langfuhr erfolgen. Sowohl der Kaiser, als auch der Stronprinz werden an diesem Tage dort eintreffen. Um zu der augenblicklichen Gestaltung unserer aus: wärtigen Bolitik und zur Maroffofrage Stellung zu nehmen, sind, wie die" Nationalztg." erfährt, die Bertrauensmänner der nationalliberalen Bartet aus Berlin und der Provinz Brandenburg, zum Sonntag zusammenberufen worden.- Der fortschrittliche Abgeord= nete Seascher sollte nach Meldungen mehrerer Blätter in einer Maroffoversammlung zu Berlin als Redner auftreten. Heckscher erklärt nun demgegenüber, daß er das Ansinnen des betreffenden Ausschusses abgelehnt habe. Die kommunale Handwerksförderung bildete das Thema des ersten Vortrags auf dem deutschen Handwerfs- und Gewerbekammertage in Düsseldorf. Die Forderungen des Referenten, denen zugestimmt wurde, gipfelten in den Wünschen auf Errichtung von Handwerfer- und Gewerbeausschüssen mit dem Bürgermeister an der Spitze, Mitwirkung der Volksschulen bei der Lehrstellenvermittelung, Errichtung von Fortbildungsund Fachschulen, Jugendfürsorge, Veranstaltung von großen Meisterkursen, Schaffung guter Gewerbemuseen, Regelung des Verbindungswesens, Unterlassung ge= meindlicher Regiebetriebe, Verbot der Beteiligung der Beamten ar Konsumvereinen, auf den Bau von Werkstättenhäusern, Unterstützung bei Befriedigung des Kreditbedürfnisses und endlich auf Ersatz der staatlich veranlagter: Gewerbesteuern durch eine besondere Gemeinde- Gewerbesteuer. Die Nationalliberalen verlengen eine nachdrück: liche Verfolgung der Maroffopolitik. Auf dem Vertre= tertage der nationalliberalen Partei des Siegerlandes wurde nach den Vorträgen mehrerer Abgeordneten über die deutsch- französischen Verhandlungen gefordert, daß cine nachdrücklichere Betonung der Machtmittel, über die Deutschland verfüge, durchaus am Blaze sei. Es dürfe bei den anderen Mächten nicht die Ueberzeugung Platz greifen, als ob Deutschland den Frieden um jeden Preis wolle. In der Marokkoangelegenhelt stehe Deutschland nicht mehr an der Stelle, die es einnehmen müßte. Marokko habe für Deutschland als ein fruchtbares und metallretches Land eine große Bedeutung. Auf Kompensationen dürfe sich die deutsche Regierung nicht einlassen. Das deutsch- russische Abkommen über Versien und die Bagdad- Bahn bietet nach Londoner Presseäußerungen feinen Anlaß zu Befürchtungen in England. Deutschlands Handel wird natürlich gewisse Vorteile aus dieser Zugangsstraße nach Persien und durch das gegenseitige Abkommen zwischen den beiden Ländern über den Handel in Persien ziehen, aber die schließliche Redaktion des Abkommens scheint mehr die englischen und französischen Interessen zit berücksichtigen, als dies der Fall war, als die Verhandlungen begonnen wurden. Der türkische Ministerrat betonte in seiner gestrigen Sigung, daß das deutsch- russische Abkommen türkische Interessen nicht gefährde. - Kein deutsch- russisches Nebenabkommen. Von einer den amtlichen Pariser Stellen nahestehenden Seite wird die von Wiener Blättern erhobene Behauptung, daß zwischen Deutschland und Rußland eine mündliche Vereinbarung getroffen worden set, wonach beide Mächte fich verpflichtet hätten, an feiner gegen eine von ihnen gerichtete Kombination teilzunehmen, durchaus unzu= treffend genannt. Auch die russische Botschaft demenHert jene Behauptungen, die, wenn sie zutreffend wären, einen Bruch des französisch- russischen Bündnisses und der dreifachen Verständiguna bedeuten würden. Es wird betont, daß die deutsch- russischen Abmachungen in teiner Weise das System der Bündnisse berühren. Trotz diefer Dementis darf man annehmen, daß das deutsch- russische Persienabkommen gewisse geheime Klauseln enthält. Botschafter Cambon ist am Montag nachmittag in Parts eingetroffen. Er wird heute nachmittag eine Besprechung mit dem Minister des Aeußern und dann gemeinsam mit diefem eine Konferenz mit dem Ministerpräsidenten haben. Nach diefen Konferenzen wird der Zeitpunkt des nächsten Ministerrates festgesetzt werden. Kleine Nachrichten. Unter den typischen Erscheinungen der Maul- und Klauenfenche ist auf einem Gehöff bei Bergheim im Rheinland ein Viehknecht schwer erkrankt. Das ganze Mundinnere war start angeschwollen. Der Mann fle= berte und hatte heftige Schmerzen. Wie sich herausstellte, hatte der Patient von der ungekochten Milch der an Maul- und Klauenseuche erkrankten Kühe des Hofes getrunken. dem er zufrieden schien, war der neue, vor wenigen Wochen aus Wien eingetroffene Lakat. Das war ein merkwürdiger Mensch. Dem Küchenchef hatte er zu dem heutigen Diner Rezepte zu Speisen gegeben, die sich als hervorragend im Geschmack erwiesen, ja er hatte selbst die Bereitung einer Pastete übernommen, die der Minister, ein Feinschmecker ersten Ranges, für ausgezeichnet erklärte. Dann hatte Franz Glasau beim Decken der Festtafel ausgezeichneten Geschmack bewies sen, und jetzt bei der Handanlegung der letzten Vorbereitungen war er an seinem Platz. Er sah alles, er bemerkte alles, jeden Augenwink seines Herrn verstand er und erfüllte ihn prompt.. Endlich, endlich war Heinrich von Brühl mit den Vorbereitungen zufrieden. Nun war alles ohne Tadel, bie Räume würdig, Majestäten aufzunehmen. Als letzte Anordnung wurden kostbare Teppiche vor den Hotelschwellen ausgebrettet, auf deren weichem Plüsch die Füße der höchsten Herrschaften das Palats betreten sollten. Brühl sah nach seiner kostbaren Uhr. In einer Viertelstunde mochten die Sänften mit dem Hof und den geladenen Großwürdenträgern eintreffen. Er erstieg die Treppe und begab sich in die tm ersten Stocke gelegenen Gesellschaftszimmer. In einem in zartblauen Tönen gehaltenen Salon war die Herrin des Hauses anwesend. Gräfin Brühl geb. Antonie von Kolowrab war eine noch immer schöne Fraut, die durch das Anlegen einer prächtigen TotTette ihre Reize wirksam unterstützt hatte. Galant füßte ihr der Graf die Hand. Ich glaubte Sie noch in Ihrem Simmer und bin mun entzückt, Ste beretts hier zu finden. Und wie schön Ste find, meine Teure... Laffen Ste es mich wiederholent, daß Ste schön find." Reichsgesehlicher Schutz des Bienenhonigs. We eine Berliner Korrespondenz mitteilt, soll bet der be vorstehenden Reform des Nahrungsmittelgesetzes auch der Bienenhonig gegen Nachahmung geschützt werden. Ein entfeßlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Bahnhof von Blague bei Bordeaux. Eine rangierende Lokomotive stürzte in einen Kanal. Man suchte den Lokomotivführer, dessen Kopf und Arme aus dem Wasfer herausragten, zu retten, doch waren seine Füße in der Maschine festgeklemmt. In diesem Augenblick stieg das Wasser und man mußte zusehen, wie der Unglüc liche ertrant. Das Opfer einer Automobilkatastrophe wurde der in Paris lebende Industrielle Louis Loewe, ein Sohn des verstorbenen Berliner Großindustriellen gleichen Namens. Er hatte in Gesellschaft zweier englischer Damen eine Automobilfahrt nach Dieppe unfernommen. Unterwegs platzten beide Vorderreifen, wodurch der Wagen gegen einen Baum geschleudert wurde. Louis Loewe war sofort tot, das Steuerrad hatte ihm den Brustkasten vollständig eingedrückt. Eine der beiden Damen wurde schwer, die andere leicht verwundet. Eine eigenartige Explosion ereignete sich in dem oberpfälzischen Dorfe Waldmünchen. Ein Bauer füllte feine Scheune derart mit Getreide an, daß das Gebäude nachts, wohl infolge der sich entwickelnden Gafe, unter einem furchtbaren Krach auseinanderbarst. Das ganze Dorf fuhr erschreckt aus dem Schlafe. Gro lettur man T., 6 bitte und Sein burd ein er a Stra ben beng auf fchen die Sand ribe berei berr fich aufge niebe Schu Smitt Logi Flan den fen. Self Raff in d feint May ring Eier vor gefch wurd Händ Den fträn Land thn Don Butt verit besm große I frage lung ander Bank Der wie bezah Man So v Ein reicher Schuhmann. Von einem vor einiger Zeit in Australien verstorbenen Onfel, einem geborenen Schlesier, der in Australien die Goldgräberet betrieb und 1,500 000 Dollar hinterließ, fällt einem Ratiborer Schutzmann namens Noak die hübsche Summe von 800 000 Mart zu. Der größte Teil der ganzen Hinter laffenschaft geht nach Schlesien. Ein mit seiner Familie in unfrieden lebender Baner hat in Rottenacker( Oberschwaben) sein Haus angezündet und sich in die Flammen geftitrat, nachdem er zuvor das Haus verkauft und den Erlös dafür in Papiergeld zu sich gesteckt batte. Das gesamte Anwe sen ist niedergebrannt. Der in den Flammen Umge tommene hinterläßt eine Frau mit sechs Kindern. Ein Zusammenstoß zwischen einem Schlächterwas gen und einem Straßenbahnwagen erfolgte gestern abend in Berlin. Der Kutscher des Wagens wurde auf den Fabrdamm geschleudert, wo er bewußtlos liegen blteb. Das Pferd geriet unter den Straßenbahnwagen und wurde getötet. Zu der Fortschaffung des Kadavers mußte die Feuerwehr in Anspruch genommen werden. Eine Dame, die Zeuge des Vorfalls war, fiel in Ohn macht. Aus den Gerichtssälen. Ein aufsehenerregender Fälschungsprozeß gelangte am Montag vor der Straffammer in Coburg zur Ver handlung, in den auch die herzoglichen Höfe von Coburg und Gotha in unliebsamer Weise hineingezogen worden find. Im November vorigen Jahres fand in Coburg ein Wohltätigkeitsfest zugunsten der Armen statt. Das ran nahm unter anderem das Herzogspaar, die Herzogin- Witwe Marie, das Großfürstenpaar Kyrill von Rußland und das Prinzenpaar Alfons von Beur bon teil. Einige Zeit darauf verbreitete sich in Coburg ein auch von der Presse aufgenommenes Gerücht, daß von den Erträgnissen des Festes der in guten Verhält nissen lebende Hofbuchhändler Seiz in Coburg 800 Mart erhalten habe. Im Coburger„ General- Anzeiger" wurde nun furz darauf ein Brief veröffentlicht, der antgeblich von Seib stammen sollte, und in dem dieser angab, von einer höheren Gönneringemeint war die Herzogin- Witwe Marie unterstützt worden zu sein, u. a. auch die 800 Mark empfangen zu haben. Dieser Brief war eine Fälschung. Als sein Schreiber wurde der 65jährige Kaufmann A. Göffel ermittelt, der früher mit Seitz befreundet, später aber infolge der Konkur renz, die ihm Seitz bereitete, mit diesem in bittere Feindschaft geraten war. Gölfel wurde wegen schwe rer Urfundenfälschung zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Mart Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe beantragt. Vermischtes. Kälte in Südwestafrika. Aus Grootfontein wird der rff. 8tg." geschrieben: Während man daheim im lieben deutschen Vaterland große, ja man könnte wohl fagen afrikanische Site hat, an die man im deutschen Reiche durchaus nicht gewöhnt ist, dürfte es doch von großem Interesse fein, zu erfahren, daß es auch im fernen deutschen Sitdwest in diesem Jahr Temperaturgegensätze gegeben hat, wie sie seit Menschengedenken nicht vorgekommen sind. Die reichsdeutschen Zeitungen, die wir hier zu Gesicht bekommen, wissen uns ja genug von der tropischen, der afrikanischen Temperatur zu berichten, unter der die Bewohner des Mutterlandes zu leiden haben. Wir leiden aber hier in den letzten Tagen so sehr unter der deutschen Kälte, daß im Bezirk Die Gräfin war nicht unempfindlich gegen diese Schmeichelet. Sie lächelte, obgleich sie dem Gatten mit dem Finger drohte. " Ich bin Ihnen sehr verbunden über Ihre gute Meinung über mich, mein Freund; aber sagen Sie, was gab es vorher? Ich hörte Ste im Treppenhause mit den Domestiken schelten, der Lärm hat mich höchlich irritiert." „ Habe ich Sie etwa gestört? Bitte, verzeihen Sie mir!" rief Heinrich von Brühl.„ Die Gärtner hatten thre Sache nicht so gut gemacht, wie ich wünschte, und so gab es allerlei Aenderungen zu treffen, zum Schluß ist glücklicherweise noch alles gut geworden. Glüd licherweise sage ich, denn hätte mir Franz Glasau nicht noch geholfen Die Gräfin unterbrach ihn. Grev da I tende feit wurd 23. d. t Jour einen und geling r18 a ift a bereit Tent. 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Die Sänften der Allerhöchsten Herrschaften sind in Sicht, ste biegen aus dem Portal des Georgentores. Die Läufer tommen " . - Brühl winkte mit der Hand und eilte dann die Treppe hinab, um die Majestäten, ote thren Diener mit einem Besuch auszeichneten, in aller Ehrfurcht zu bearitßen. bas igs. 11 et der be febes aud st werden hauf dem anglerente fuchte den dem Wass e Füße in nblid stieg r Unglüd wurde der ein Sohn gleichen ticher Da ernommen. durch der de. Louis thm den Ser beiden vundet. h in dem uer Hillie Gebäude Safe, unter Das ganze or einiger geborenen et betrieb Ratiborer mme von en Hinter lebender jein Haus t, nachdem dafür in the Anwe en Umge dern. lächterwas te gestern wurde auf Tos Htegen Sahnwagen Kadavers n werden el in Ohn 3 gelangte zur Ver on Coburg en worden In Coburg statt. Da paar, die ar Kyrill Jon Bour in Coburg rücht, daß Verhält 800 Mart Anzeiger jt, der an Stefer an it war die nt zu sein, en. 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Sein fünfjähriger Bub eilte die Treppe hinauf, fliegt durch alle Zimmer und findet in einem großen Saale ein Fenster, das bis zum Boden reicht. Jubelnd will er auf den vermuteten Balfon treten und stürzt auf die Straße hinab. Als das Kind knapp vor dem Verschetden zum Bewußtsein tam und den Vater über sich ge= beugt sah, flüsterte es ihm zu: Papa, warum hast Du auf mich nicht besser acht gegeben?" Die Raffenkämpfe in Georgia. Im nordamerikanischen Staate Georgia hat sich der Haß der Weißen gegen die Negerbevölkerung in der letzten Zeit zum blinden Fanatismus gesteigert. Unter den Negern herrscht darüber große Aufregung und Furcht, da die Weißen, wie bereits gemeldet die Ermordung des Marschalls Newberry aus Jakin durch einen Negerprediger zu rächen fich verschworen haben. Bandenweise durchziehen die aufgeregten Farmer das Land und knallen die Neger nteder, wo und wie sie sie antreffen. Auf Kirchen und Schulen der Schwarzen wird der rote Hahn gesetzt. Seit Mittwoch abend sind sechs Neger getötet worden. Fitnf Logierhäuser, sechs Kirchen und vier Schulen sind in Flammen aufgegangen. Hunderte von Farbigen wurden blutig gepeitscht. Die Neger fliehen in hellen Haufen. In ihrem wütenden Ausrottungswahn wollen die Weißen den ganzen Bezirk von der verhaßten schwarzen Rasse dermaßen säubern, daß nach Ablauf einer Woche in der ganzen Gegend kein Neger mehr anzutreffen sein soll. Teuerungsstreik franzöfifcher Hausfrauen. In Maubeuge streifen die Hausfrauen wegen der Teuerung der wichtigsten Lebensmittel, Butter, Milch und Eier. Die Händler mußten durch Boltzet und Truppen vor der Gewalttätigkeit der erbitterten Weiblichkeiten geschützt werden. Die Vorsitzende des Streiffomitees wurde verhaftet, aber wieder freigelaffen, worauf einige Händler sich zu einer Preisverminderung verstanden. Den Manifestanttunen huldigte der Ort mit Blumensträußen. In Rousies fielen Hausfrauen über einen Landmann her, der Eier und Milch führte. und zogen thn ganz aus. Er mußte im bloßen Hemd flüchten. In Douzies wurden Körbe voll Eter umgeleert und ble Butter gewaltsam den Händlern weggenommen. Unterschlagungen von 400 000 Mart. Der fürzlich verstorbene Senator und Rechtsanwalt hlefeld in Grevesmühlen hat sich, wie gemeldet, Unterschlagungen in großem Umfange zuschulden kommen lassen. Von Tag zu Tag häufen sich, wie fett berichtet wird, die Nachfragen von Leuten, die ihr Geld durch seine Vermitt= lung sicher untergebracht glaubten. Ihlefeld hat unter anderem Hypothefenſcheine eingelöst und sie nachher den Banken verpfändet, anstatt sie umschreiben zu lassen. Der Betrag der von ihm unterschlagenen Summen sowie der für empfangene Warenlieferungen usw. nicht bezahlten Gelder soll sich auf 400 000 Mart belaufen. Manche kleine Rentner sind in Mitleidenschaft gezogen. So verliert z. B. eine Witwe thr ganzes Kapital. In Grevesmühlen und Umgegend ist die Aufregung groß, da Ihlefeld im öffentlichen und Vereinsleben an leitenden Stellen sehr hervortrat und in der Oeffentlichfeit für einen Mann in ansehnlicher Stellung gehalten wurde. Eine Gläubigerversammlung findet bereits am 23. d. M. ftatt. Um die Welt in 40 Tagen. Der Plan des Pariser Journalisten Jaeger- Schmidt, der es unternommen hat, einen neuen Rekord der Reiseschnelligkeit aufzustellen und den Erdball in 40 Tagen zu umfreifen, scheint zu gelingen. Jaeger- Schmidt, der am 17. Jult von Barts abreiste und am 26. August wieder eintreffen soll, ist am Freitag abend in Neuvork angekommen und bereits am Sonnabend frith nach Europa weitergefahren. Der hastige Retsende war am 12. August, von Yokohama kommend, in Vancouver eingetroffen und erreichte Montreal am letzten Donnerstag. Er beabsich tigte ursprünglich, von dort mit einem Dampfer nach Liverpool zu fahren, aber die Streifgefahr auf den englischen Eisenbahnen veranlaßte thn zu einer plötzlichen Aenderung der Route; er fuhr nach Neuyork und schiffte sich dort etn. Auf diese Weise wird er voraussichtlich Freitag abend in Cherbourg landen können. Auf der Fahrt über den Indischen Ozean brachte er den Kapitän des Dampfers Kaiserin von Japan" dazu, die Fahrt zu beschleunigen, und in der Tat traf das Schiff auch 14 Stunden früher in Voncouver ein. Aber die Hast war fruchtlos, denn Jaeger- Schmidt kam doch 4 Stun den zu spät, um den schnellen Transkontinental- Expreß zu erreichen, und mußte einen viel langsameren Zug nehmen. Trotzdem sind seine Chancen, in Paris wirklich noch am 26. einzutreffen, recht ginstig. Die Verkehrsnot in England. Außergewöhnliche Szenen konnten am Sonnabend in und um Preston beobachtet werden, wo Tausende von Ausflüglern, Männer, Frauen und Kinder, infolge des Strettes gestranKönig August und Königin Maria Josepha waren mit dem Empfange, der ihnen im Brühlschen Palais zuteil wurde, wohl zufrieden. Man saß im Speisesaale, freute sich an den munteren Weisen der sanft und gedämpft klingenden Musik und ließ es sich an der reichbesetzten Tafel wohl sein. Man reichte die erlesensten Speisen, man schenkte die köstlichsten Weine in die Kristallschalen. Bei jedem Gerichte wurden die Teller ge= wechselt, und sowie diese geleert, wurden sie von den Händen der Lakaten aufgenommen, weitergegeben, um dann durch die Fenster auf die Straße geschleudert zu werden. Man hörte, wie das kostbare Geschirr auf das Straßenpflaster aufschlug. Der König schüttelte den Kopf über diese Verschwendung, dann meinte er:„ Lieber Brühl, Ste müssen sehr reich sein, um sich dergleichen leisten zu können." Brühl vernetgte sich. Ich bin nur Ihr erster Diener, Majestät, und ein loyaler Mann. Ich will nicht, daß die Teller, davon mein König und meine Königin gespetst haben, je wieder von gewöhnlichen Sterblichen in Gebrauch genommen werden. Das widerstrebt metnem Gefühl und Majestät wissen, man kann nicht wider feine Gefühle." Die Herrschaften konnten nicht anders, denn dem loyalen Brühl Itebenswürdig zuzulächeln, und dieser fühlte sich, wie er sagte, durch dieses Lächeln für alle Mühe und für alle Kosten belohnt. Er brachte ein Hoch auf setne Gäste aus, und in dieses Hoch ftelen schmetternde Fanfaren etn. Auf den Straßen aber stand eine gaffende Menge, Bettler in Lumpen, armseltges Volt, und schaute sehnsüchtigen Auges hinauf nach den Fenstern des Palais, fog die Bratengerüche ein, die aus den Küchen drangen, und horchte auf die Musik. Doch sowie ein Teller auf bte Straße geworfen wurde, entstand eine Bewegung. Hunderte von Händen streckten sich begehrend aus, um bas kostbare Stick, bevor es nußlos auf den Steinen det waren. Die Leute tamen aus ihren verschiedensten Ausflugspläßen, wo fie die Sommerferien verbrachten und wollten nach ihrem Heim in Ost- Lancashire zuritd. Es gab jedoch keine Eisenbahnverbindung. Die meisten gehörten den Arbeiterklassen an, deren Geldbörsen infolge der Ferienreise geleert waren, und sie mußten den Rückweg ungefähr 30 bis 50 Kilometer zu Fuß antreten. Tausende von diesen fielen erschöpft auf dem Wege um und lagerten sich auf dem Felde. 3000 Leute wurden in Preston bewirtet und Telegramme nach den verschiedensten Ortschaften gesandt, die wiederum Wagen und andere Fahrgelegenheiten nach Preston schickfen. Eine Frau schob ihren Kinderwagen 40 Kilometer weit. Die Schulden des Hauses Braganza. Die Höhe der vom portugiesischen Königshause fontrahierten Schulden ist von der parlamentarischen Kommission mit 22 Millionen Mart festgestellt worden. Zur Deckung dieser Schuldenlast werden jedenfalls die Güter der Familie Braganza beschlagnahmt werden. Es ist ferner festge= stellt worden, daß seit 1898 von der föniglichen Famille über 155 Millionen Mark zu nicht festzustellenden Zwecken verausgabt wurden. Ein origineller Verein für Zeppelinfahrten hat sich Stuttgart gebildet. Der Verein hat den Zweck, die Zeppelinluftschiffahrt in Deutschland praktisch insofern zu fördern, als der Gesamtbetrag der Mitgliederbeiträge nach Abzug der Verwaltungskosten zum Ankauf von Fahrscheinen für Zeppelinluftschiffe verwendet wird. Diese Fahrscheine werden dann unter den Mitgliedern verlost, so daß für den Beitrag von sechs Mark im Jahr jedermann Chancen hat, einmal im Jahr in einem Luftschiff zu fahren. Carusos Reklame- Erkrankung. Das Geheimnis von Carusos problematischer Erkrankung der Stimm= bänder ist endlich enthüllt, und das Schreckgespenst etnes Caruso, der nte mehr die Bühne betreten könnte, vernichtet. Die gefühlvollen Herzen, die schon bereitstanden, das tragische Los des brühmten Tenors zu beweinen, dürfen ihre Tränen zurückhalten, Caruso selbst hat in Rom einem amerikanischen Korrespondenten den Schleier des Geheimnisses enthüllt. Auf Grund der Aufklärungen Carusos, der den aufregenden Folgen der Krankheitsgerüchte mide geworden ist, darf der Besucher mit Ermächtigung des Sängers erklären, daß alle Gerüchte über ein Stimmleiden Carusos unbegründet sind und auch stets unbegründet waren. Die alarmie= renden Nachrichten über seine Stimme sind einzig und allein zu Reklamezwecken von dem Preßagenten des Sängers fabriziert worden, der seinerzeit Caruso dazu überredete, sich dieses Tricks zu bedienen. Mit einem neuartigen Kommißbrot sollen während der Herbstmanöver bet verschiedenen Truppenteilen Versuche angestellt werden. Das Neuartige daran besteht nicht in einer neuen Zusammenseßung des Mehles, wie seinerzeit bei den sogenannten Caprivi- Broten, oder in einer besonderen Backart, das Mehl zu dem neuen Kommißbrot wird vielmehr, wie der„ Berliner Bär" mitteilt, nach einem neuen Verfahren gemahlen. Dieses Mahlen hat eine erhöhte Ausscheidung von Klete zur Folge, wodurch eine größere Ergiebigkeit des Mehles und eine gesteigerte Nahrhaftigkeit und Schmackhaftigkeit des aus ihm hergestellten Brotes erztelt werden soll. Der Mindergehalt an Klete soll auch zur Folge haben, daß sich das Brot länger frisch hält, aber trotzdem einen geringeren Prozentsatz an Wasser besitzt. Diefer Umstand wäre für die Verwendung des Brotes im Feldzuge von größter Bedeutung, da es dort oft schwer hält, den Truppen frisches Brot zuzuführen. In einigen Garnisonbäckereien wird dieses Brot bereits sett einiger Bett Hergestellt. 9 Schutz gegen Erkältung bet plötzlichem Witterungswechsel. Nachdem die Statistik getreulich registriert hat, wte vtele Personen durch die Hize frant und elend geworden sind, wird sich ihr wahrscheinlich in der nächsten Beit ein reiches Arbeitsfeld dadurch bieten, daß sie zählen kann, wievielen Menschen der plößliche Witterungsumschlag Schaden an der Gefundheit gebracht hat. Man muß sich gegen solche Wetterstütrze schützen, will man nicht wirklich Erkältungen und Krankheiten davontragen. Die unerhörte Size in den letzten vier Wochen hat die Menschheit verlettet, so leicht wie nur irgend denkbar gekleidet zu gehen. Männer und Frauen warfen alle lästigen und beengenden Hüllen fort, es wurde faft ein Sport damit betrieben, so wenig wie möglich anzuhaben. Für den Körper ist das natürlich der Idealzustand. Wir sind aber nicht abgehärtet genug, um diefen Jdealzustand auch dann zu ertragen, wenn die Temperatur sinft. Die meisten Erkältungen kommen des Nachts, und zwar in einer fühlen Nacht, die einem allzu heißen Tage folgt. Man darf niemals in einem Raume schla= fen, in dem Gegenwind herrscht. Es genügt, wenn in einem Zimmer nachts die Fenster geöffnet sind, die Titren mögen ruhig geschlossen bleiben. Selbst wenn in zersprang, in Empfang zu nehmen. Der Glückliche, dem dies Kunststück gelungen, und der den Teller verkaufen würde, hätte Monate lang ohne Sorgen leben können. Und manch einer, der hier stand, hatte sett Monaten keinen Bissen Fleisch mehr gekostet. Aber es blieb vergebliches Bemühen, das Porzellan zu erhaschen; Teller auf Teller wurden auf die Straße geschleudert, die teuren Scherben auf den Pflastersteinen mehrten sich... Die Majestäten saßen an einem besonderen Tische, der auf einem erhöhten Podium stand. So überblickten sie den Festsaal, in dem die Gesandten, die Minister und ein paar Kammerherren saßen. Der österreichische Gesandte erhob sein Glas, um dem preußischen Kollegen, einem noch jüngeren Manne, dem Freiherrn von Malzahn, im perlenden Champagner zuzutrinken. Auf gute Nachbarschaft," meinte er. Malzahn verbeugte sich höflichst:„ Stets der Ihre." Und dann trank der Oesterreicher dem französischen Gesandten zu, und Malzahn sah, wie die beiden sich verständnisinnig anblickten und sich zulächelten.„ Es lebe die Freundschaft!" ſite Malzahn biß sich leicht auf die Lippen, er wußte Bescheid. Man hatte sich von seiten Frankreichs und Desterreichs erstaunliche Mühe gegeben, das zwischen beiden Staaten geschlossene Bündnis, das im Luftschlosse der Marquise Pompadour am 1. Mat 1756 unAllein eine terzeichnet worden war, geheimzuhalten. gewisse Kenntnis war doch davon in die Kabinette Hellhöriger Diplomaten gedrungen. Es galt nun, Näheres, Genaueres von diesem Abkommen zu erfahren. Malzahns feine Nase hatte bisher nach allen Richtungen umsonst gespürt. Die Sache war und blieb ein Geheimnis, ein Geheimnis, das allerdings in der Luft schwebte; aber wie der Nacht ein Temperaturstura eintritt, wird es dem Menschen schon deshalb nichts schaden, weil in dem Zimmer noch die Glut des Tages Itegt und durch das Fenster nur frische Luft, nicht aber gleich die ganze Kälte eindringt. Da es anzunehmen ist, daß die augen blickliche fühle Witterung nur furze Zeit anhalten wird, so set dieses zur Vorbeugung für den nächsten Tem peratursturz gesagt. Die Kleidung wird selbstverständlich sofort der Witterung angepaßt werden missen. Je doch darf man in dieser Beziehung auch nicht zu weit gehen, sich nicht zu warm anziehen, damit man durch eine zu große Transpiration nicht in Gefahr kommt, sich von neuem zu erfälten. Die falten Duschen, die dem Körper soviel Frische und Erholung brachten, möge man möglichst, wennt man sich einmal daran gewöhnt hat, beibehalten. Nach der Dusche erfolge eine ordentliche Frottierung des Körpers bis man ganz warm geworden ist. Auch die Nah rungsaufnahme muß der fühlen Jahreszeit entspre chend eine andere sein, dem Körper Nährstoffe zufüh= ren die ihm Wärme verleiben. Das Uebermaß an faltem Wasser, das wir in der letzten Zeit alle zu uns ge= nommen haben, soll möglichst ausgeglichen werden durch warmen Tee und warme Getränke, vom Alkohol dagegen ist möglichst abzuraten. Das Gute, das die Wärmeperiode mit sich gebracht hat, die vielen falten Abwaschungen, die gesteigerte Reinlichkeit, das sollten wir entschieden beibehalten. Sehr viele Menschen berichteten, daß sie sich troß der großen Hitze sehr wohl gefühlt hätten, und dies einfach aus dem Grunde, well sie ihren Körper so sehr gepflegt haben. Vermehrte Pflege ist ebenso gut eine Vorbeugungsmittel gegen Erfältungen, wie große Vorsicht. Der jähe Uebergang ist durchaus geeignet, den Körper abzuhärten. Sat man sich vielleicht eine fleine Erkältung zugezogen, so darf man durchaus nicht ängstlich bemüht sein, durch warme Decken und übermäßige Vorsicht die Erfältung niederzubannen. Im Gegenteil, es kann jetzt so recht das Abhärtungsprinzip einsetzen, indem man sich bei einem kleinen Schnupfen nicht abschrecken läßt, feine Luftbäder und falten Waschungen fortzusetzen. Mau wird die Genugtuung haben, im Winter wiederum vor veränderten Wetterverhältnissen oder plötzlich auftretenden Regen, Schnee usw. sehr wenig zu leiden zu haben. Ingenieur Richter aufgefunden. Vier Monate in Gefangenschaft. Die gestern aus Konstantinopel verbreitete Metdung, daß das deutsche Konsulat sich in direkter Füh lung mit den Entführern Richters befindet und daß dessen Befreiung unmittelbar bevorstehe, hat sich bewahrheitet. Ingenieur Richter ist wohlbehalten aufgefunden worden. Er hat vier Monate in der Gefangenschaft türkischer Räuber verbracht. Ein Telegramm meldet uns über die glückliche Rettung Richters: Saloniki, 23. August. Der entführte Ingenieur Richter aus Jena ist wohlbehalten aufgefunden worden Er wird über Cosan nach Saloniki gebracht werden. Drahtnachrichten und neuestes. Die neue portugiesische Verfassung proklamiert. Lissabon, 23. August. Die Nationalversamm lung genehmigte heute endgültig den Wortlaut der Verfassung. Die neue Verfassung wurde sodann unter groBem Betfall proflamiert. Die Cholera in Konstantinopel. Konstantinopel, 23. August. An der Cholera sind gestern 55 Personen erkrankt und 28 gestorben. Beilegung des Straßenbahnerausstandes in Saarbrücken. Saarbrücken, 23. August. Die Straßenbahner haben in einer gestern abend abgehaltenen Versammlung beschlossen, heute die Arbeit wieder aufzunehmen. Es ist ihnen eine elfstündige Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung bewilligt worden. Für die Vervollkommnung des Aeroplans als Kriegsmittel. Paris, 23. August. Die Großindustriellen Gebr. Michelin haben Preise von 150 000 Francs für diejenigen Flieger ausgesetzt, die aus einer Höhe von 200 Metern die besten Ergebnisse im Schleudern von Geschossen erzielen. Ein fünfjähriger Mörder. Bukarest, 23. August. Auf dem vorgestrigen Abendkorso in Galab wurde der 14jährige Mittelschitler Jonescu von dem 5jährigen Mutanu gestellt, weil er, Jonescu, die Schwester des Kleinen nicht anständig gegrüßt hätte. Jonescu wies den 5jährigen Knirps ab. Darauf zog diefer ein Messer und versette dem Jonescu drei Stiche in den Leib und fünf in die Herzgegend. Er brach sofort tot zusammen. das fassen, das verborgen in den Geheimfächern und Schränken fürstlicher Archive lag? Dreimal glücklich der, der in diese Atten Einblick gewinnen konnte... Der König hörte den Trinkspruch der Gesandten. Es sah aus, als wolle er sein Glas erheben, allein seine Manschette aus Valenztennesspizen, die aus dem Aermel seines braunen Samtrockes fiel, war ihm im Wege. Das Glas stürzte um, und das rote Rebenblut, das die heiße Sommersonne auf dem Schieferboden von Burgund gekocht hatte, ergoß sich über den weißen Damast des Tisches. Der den König bedienende Leibpage bekam einen Ietchten Schreck. Was sollte er tun? Das war ein Fall, der in dem Hofdienstreglement eines Königlichen Pagen, das er am Schnürchen auswendig wußte, doch nicht vorgesehen war. Und der Häßliche Fleck wurde größer und größer, er verdarb den ganzen Anblick der Tafel. In dem Augenblick aber wurde der Page beiseite gedrängt. Mit einer wunderbaren Geschicklichkeit wurden Gläser und Teller von dem verdorbenen Gedeckt ge= hoben und geschoben und der Fleck mit einer Serviette Das geschah alles so schnell, so selbstverständlich, so ruhig, daß der Schaden geheilt war, ehe die Tischgesellschaft ihn noch bemerkt hatte. Einen Augenblick schaute sich die Majestät um. Ste sah einen jungen, intelligent blickenden Menschen, in den Brühlschen Farben gefletdet, der bescheiden zurücktrat und dem Edelknaben den Plaz, von dem dieser verdrängt worden war, zurückgab. König August flüsterte dem Bagen zu: Frag er nach dem Namen dieses Menschen. Ich will thn wissen." Dann war der Vorgang vergessen. ( Fortsetzung folat.) Einladung Küchenmädchen gesucht. Chirurg. Klinik, Gicken Briefmarkenzu einer Versammlung milchproduzierender Landwirte aus der sammlung Umgegend von Gießen am Freitag, den 25. August, nachm. 3 Uhr in Gießen im Felsenkeller". Tagesordnung: Die diesjähr. Lage des Milchmarktes u. der Milchpreis in Gießen. Die Geschäftsführer der unterzeichneten Vereinigung, die Herren Hensel- Dortelweil und HirschelFriedberg werden der Versammlung beiwohnen. Zahlreiche Beteiligung aus Interessentenkreisen erwünscht. Bereinigte Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend. Kaffee- Rösterei Jakob Maternus gebrannte Kaffee cand.. empfiehlt . Pfund 1.25 Mk. 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