b zig. Pfg. r. ats ( 25/6 Pfg. 0. dt 11 Gasügelschecken, miumchter 255/1 Neu! platz 5. 5. rten aus wabe. thäusge erten aus emeinde. die allerhoben Ihr: Ge Beicht. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint Bürgermeisterei Mittage 3 Uhr. - Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.:. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 171. Telephon: Nr. 362. Selbstvertrauen u. Gemeinfcbattsgefübl. Bei der Eröffnung der Krefelder Handwerks-, Industrie- und Kunst- Ausstellung hat der Oberpräsident der Rheinprovinz, Frhr. v. Rheinbaben, eine treffliche Rede über die Aufgaben und Ziele des Handwerks gehalten. Er hat darin u. a. ausgeführt: Der Gedanke: Alle für einen und einer für alle, der das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen so in die Höhe gebracht hat, muß auch jeden Handwerker tief durchdringen." Was hier der Vertreter der preußischen Regierung insbesondere dem Handwerk ans Herz legt, Selbstver trauen und Gemeinschaftsgefühl als Hauptbedingungen des Fortschritts zu betätigen, gilt im allgemeinen für alle Stände und Klassen. Selbstvertrauen und Selbst hilfe muß aber das erste sein. Sie bildet die Grund= lage jeder Arbeit, der Wirksamkeit im Hause und in der Familie, im Beruf und im öffentlichen, politischen wie wirtschaftlichen Leben, in der Gemeinde und im Staate. Wenn das alte Wort, die tapfere Losung des Selbstbewußtseins: Jeder ist seines Glückes Schmied, sich noch immer bewähren soll, so kann das nur in dem Sinne geschehen, daß jeder zunächst und allermeist der eigenen Kraft und Tüchtigkeit vertraut und auf eigenen Füßen steht, daß er zu allererst durch sich und seine Leistungen vorwärts zu kommen strebt. Die Hauptsache ist und wird immer sein, daß den Kampf ums Dasein jeder selbst führen muß, daß sich jeder, an welcher Stelle er sich auch befinden mag, des Leitgedankens bewußt bleiben soll, was er ist und wird, verdanke er sich selber. Ueberall bestätigt die Erfahrung immer aufs neue die Tatsache, daß die größten einschneidenden Taten Erfolge aus dem Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen, der Anregung und dem Willen einzelner hervorgegangen sind. und des Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Montag, den 24. Juli 1911. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 24. Juli. * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspi= ranten Wilhelm Grieb aus Ober- Hörgern, Kr. GieBen, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Köd= dingen, Kr. Schotten. Flugtag. Dem Sportverein von 1900 fann man mit seiner gestrigen flugsportlichen Veranstaltung einen vollen Erfolg buchen. Tausende von Menschen hielten trotz der sengenden Hitze das Flugfeld besetzt. Der erste Flug sollte zwischen 5 und 6 Uhr stattfinden, des lebhaften Windes wegen wurde aber der Start auf 6½ Uhr verschoben. Kurz nach 6% Uhr erhob sich der zierliche Eindecker leicht und elegant in die Lüfte. Nach 5 Minuten kehrte der Pilot zurück und landete sicher an der Aufstiegstelle. Lebhafter Beifall wurde dem gewandten Flieger zu teil. Es wurden noch zwei Flüge solviert, die beide ebenfalls vortrefflich gelangen. ab= Dem Sportverein aber gebührt aufrichtiger Dant, daß er diese Veranstaltung zustande gebracht hat, und man kann nur wünschen, daß trotz der vielen„ Zaungäste" auch in finanzieller Hinsicht ihm ein voller folg beschieden ist. * Er= Die dritte diesjährige Tagung des Sch wurZum Vorsitzenden des Schwurgerichtes für Oberhessen gerichtes beginnt am Montag, den 25. September. Zum Vorsitzenden des Schwurgerichtes für Oberhessen wurde Landgerichtsrat Brül in Gießen, für Starken= hessen Landgerichtsrat Stiegel ernannt. burg Landgerichtsrat Nagel in Darmstadt, für Rhein Das Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 beabsichtigt am 4., 5., 8., 9., 11. Uhr nachmittags im Gelände hart westlich Gr. R echund 12. August d. J. von 9 Uhr vormittags bis 4 tenbach mit der allgemeinen Schußrichtung gegen die „ Hohe Birken" ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfer Munition abzuhalten. Das gefährdete Ge* an Volpertshausen und Wetzlar- Reiskirchen werden den genannten Tagen von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags innerhalb des Schußbereiches abgesperrt. Die große Dürre als Folge der tropischen Hitze macht sich von Tag zu Tag stärker bemerkbar. Das Sommerkorn bekommt die Notreife, das Gemüse geht zu Grunde, und auch die Kartoffeln leiden schweren Schaden. Jmmer schaut man zum Firmament empor, aber Tag für Tag strahlt die Sonne mit unverminderter Gewalt vom stahlblauen Himmel. Durch die Stra= ßen und über die Felder geht ein Glutwind, als ob er aus einem Backofen käme. Alle Wetterzeichen, die sonst mit Sicherheit auf Regen deuten, schlagen in diesem Jahre fehl. Es hilft nichts, daß der Rauch niederschlägt und daß die Schwalben am Boden fliegen, selbst das Feuchtwerden des Salzes, ein Zeichen auf das die Hausfrauen so viel geben, hat in diesem Jahre keine Bedeutung. Während die Landleute sorgenvolle Gesichter machen, freuen sich die Sommerfrilchler. Am Meer und im Gebirge muß es jetzt herrlich sein. So geht's im Leben Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall". Aber Selbstvertrauen, Selbsthilfe allein reicht nicht immer aus, um sich zu behaupten, um den harten Daseinskampf zu bestehen. Der Mensch ist von Haus auslände, insbesondere die Straßen Wetzlar- Weidenhausen ein soziales, genossenschaftliches Wesen und auch über die Zeit seiner Unselbständigkeit und Erziehung hinaus auf die Zusammenarbeit mit anderen, auf die Gemeinschaften angewiesen, in der er von Geburt an hineingestellt wird, und in denen er zu wirken berufen ist. Selbsthilfe ist zwar eine wesentliche aber nur die eine Voraussetzung ergibt sich aus dem Gemeinschaftsgefühl, aus dem Gemeinschaftswillen. Zur Selbsthilfe muß sich die Genossenschaftshilfe gesellen, wenn berechtigte Forderun gen durchgesetzt werden sollen, zumal heute fast auf allen Gebieten Schwierigkeiten und Hindernisse die Kraft und Macht des einzelnen übersteigen und nur durch das Zusammenwirken vieler überwunden werden können. Der Gedanke, die einzelnen zu einem Ganzen, zu einer Genossenschaft oder zu einer Gewerkschaft zusammenzuschließen, die Zusammengehörigen zu großen feſten Verbänden und Körperschaften zusammenzufassen und so einen starken Gemeinschaftswillen herzustellen, beherrscht allenthalben das Leben der Gegenwart. Jeglicher Stand und Beruf ist heute zur Erfüllung politischer, wirtschaftlicher, firchlicher, gesellschaftlicher Aufgaben organisiert. Unser Zeitalter kennzeichnet die genossenschaftliche Arbeit, der der Gedanke zugrunde liegt, daß Einigung und Einheit stark machen. Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl gehören zusammen, müssen sich ergänzen. Reichstagswahlvorbereitungen. Wie aus dem Bezirk Hö ch st- König berich tet wird, hat sich Bürgermeister Meisinger in Kirch- Brombach bis jetzt zur Annahme des Mandats nicht entschließen können.- Die Zeitungsmeldung, daß von nationalliberaler Seite als Reichstags- Kandidat für Bensheim- Erbach nunmehr auch Schloßhauptmann Baur- Lindenfels vorgeschlagen werden soll, beruht It.„ Erb. Kreisbl." auf einem Irrtum. Als offizieller nationalliberaler Kandidat wurde seinerzeit in der Darmstädter Vertrauensmänner- Versammlung des Wahlfreises Herr Friedrich Scio r- Erbach mit erdrückender Mehrheit aufgestellt. Da dieser nicht daran denkt zurück zutreten, so kann von einer anderen nationalliberalen Kandidatur keine Rede sein. -d- Bad Nauheim, 24. Juli. Die Erweite rungsbauten unseres Bahnhofes nehmen einen raschen Fortgang. Während der ganze Bahnhof bis zum Herbst 1912 fertig sein wird, wird die Güterhalle mit Abfertigungsgebäuden schon im nächsten Monat vollendet sein. Offenbach, 24. Juli. Die bekannten Vorgänge in den letzten Stadtverordneten- Sizungen haben zwei weitere Mitglieder der Stadtverordneten laßt, ihr Mandat niederzulegen: Die Herren L. Feyh und Christ. Schmidt. veranDarmstadt, 20. Juli. Einen schönen und dankenswerten Wohltätigkeitsaft hat gestern nachmittag der„ Hessische Automobilklub" zur Ausführung gebracht. Er hatte durch Vermittelung der Bürgermeisterei resp. der städtischen Schulen sämtliche Kinder, deren körperliches Gebrechen ihnen eine Bewegung in der freien Natur nur selten und unter großen Schwierigkeiten gestattet, zu einer Automobil- Spazierfahrt einBei den Kompromißverhandlungen geladen. Zur festgesetzten Stunde fanden sich etwa 60 zwischen den oberschlesischen Polen und dem 3 en trum bietet nach der Breslauer Zeitung die Zentrumspartei jetzt den Polen Wahlhilfe in vier Wahlkreisen Westpreußens an: in Graudenz und Thorn gegen die Nationalliberalen und in Marienwerder und Löbau gegen ihre konservativen Freunde. solcher Kinder armer Eltern, meist von diesen getragen, gefahren oder geleitet, am Klublokal( Hotel Britannia) ein, und unter dem Jubel der zahlreich versammelten Zuschauer wurden die Kleinen in 16, von den Klubmitgliedern zur Verfügung gestellten und mit Fähnchen geschmückten Automobilen, die meist von ihren Besizern ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfs.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagsvorschriften ohne Verbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.$. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | persönlich geführt wurden, nach einer Rundfahrt durch die Stadt und die waldige Umgebung über Messei nach) der Sommerfrische Einsiedel geleitet, wo sie auf Kosten des Klubs mit Kaffee und Kuchen, Milch usw. bewir tet und obendrein noch mit schönen Büchern beschenkt wurden. Es war für jeden Zuschauer eine Freude, die dankbaren, glückseligen Gesichter der kleinen Automobilherrlichen Waldlandschaft gut schmecken ließen und in fahrer zu beobachten, wie sie sich's im Anblick der ihrer Freude fröhliche Lieder sangen. Gegen 6 Uhr zurück und wurden von ihren Angehörigen in Empfang abends waren die Kinder wieder am Ausgangspunkt genommen. -m- Darmstadt, 24. Juli. Am Sonntag mittag jetzt unaufgeklärter Ursache ein Waldbrand, der zirka 15 entstand im Walde bei Jagdschloß Wolfsgarten aus bis Morgen Tannen- und Buchenbestand einäscherte. 500 Mann Militär aus Darmstadt, sowie die freiwilligen Feuerwehren der benachbarten Orte dämmten das Feuer erschien persönlich auf dem Brandplatz und beteiligte sich bald ein, sodaß keine Gefahr besteht. Der Großherzog lebhaft an der Bekämpfung des Feuers. *) Main 3, 24. Juli. Die Bürgermeisterei zu Mainz wandte sich mit einem Rundschreiben an die rheinhessischen Städte und an die Stadt einverstanden seien. Die rheinhessischen Städte haben Wiesbaden und fragte darin an, ob sie mit der Einführung der vollständigen Sonntagsruhe sich ablehnend geäußert, dagegen hat sich Wiesbaden dazu bereit erklärt. für Jugendpflege hat sich hier unter dem VorBiedenkopf, 24. Juii. Ein Kreisausschuß sitz des Landrats Dr. Daniels gebildet. Von den Mt. 15 000, die der Regierung zu Wiesbaden zur Unterstützung der Jugendfürsorge überwiesen sind, hat der Kreis Biedenkopf 600 Mark erhalten. beschlossen die Aufnahme einer Anleihe von 70 000 M. == Weilburg, 24. Juli. Die Stadtverordneten zwecks Ankaufs des Bauplatzes für die neue Unteroffizierschule. Der Magistrat hat namens der Stadt an die Intendantur des 18. Armeekorps, sowie an das Militär- Bauamt Gesuche gerichtet, bei der Erbauung der Unteroffizier- Vorschule auch die heimischen Handwerker und Gewerbetreibenden bei Vergebung der Arbeiten zu berücksichtigen. * Dillenburg, 24. Juli. Die Rettungsmedaille am Bande wurde dem Fräulein Bubenzer in Freudenberg verliehen, die im Februar dieses Jahres auf dem Asdorfer Weiher den Lehrer Uffelmann mit eigener Lebensgefahr vor dem Ertrinken rettete. Limburg, 24. Juli. Eine Anzahl Blätter hatten jüngst die Nachricht verbreitet, daß der katholische Pfarrer Schneider von Arnstein im Lahntal ohne Vorwissen des Kirchenvorstandes und des Fiskus, welch letzterer Kirchenpatron von Kloster Arnstein ist, Alter= tümer aus dem alten Kloster Arnstein von hohem archäologischen Werte heimlich an einen Wiesbadener Kunsthändler verkauft habe, um Geld für den Kirchen= bau von Saulbach zu gewinnen. Der angegriffene Pfarrer erklärt nunmehr in der Oeffentlichkeit, daß die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende verleumderische Erfindung sei, und daß ihm, da jene Blätter ihm sogar die Aufnahme einer Berichtigung verweigert hätten, nichts anderes übrig bleibe, als gegen alle jene Zeitungen die Verleumdungsflage anzustrengen. *) Nassau a. d. L., 24. Juli. Die Mauern der Ruine des im 12. Jahrhundert erbauten Ahnenschlosses des Frhrn. von Stein in Nassau a. d. L. sind nachts eingestürzt. Weitere Einstürze drohen noch. Das in der Nähe stehende Denkmal des Frhrn. v. Stein ist nicht gefährdet. Der Platz ist abgesperrt. * Auszeichnung. Dem Seniorchef der Firma Henkel& Co., Fabrikantin des selbsttätigen Waschmit tels Persil" und von Henkels Bleichsoda, Herrn Frizz Henkel senior, ist der Charakter als Kommerzienrat verliehen worden. " Literarisches. „ Die gehaalte G'schwister. Volksstück in 3 Aften von Greta Bidelhaupt. Mit einem Gruppenbild. Verlag H. L. Schlapp- Darmstadt. Preis 1 Mt. Die Verfasserin hat das Leben und Treiben der Odenwälder, ihre Freuden und Leiden selbst miterlebt und darum leben auch ihre Gestalten und zaubern uns ein Stück echten Erbacher Volkslebens auf die Bühne. Familienbeziehungen im Reichstage. Der deutsche Flottendesuch in Norwegen, es handelt sich um elf Torpedoboote, ist in Christiania der Gegenstand von Betrachtungen wenig wohlwollender Art. Insbesondere tabelt man es scharf, daß der nor wegische Landesverteidigungsminister den deutschen Kriegsfahrzeugen die Erlaubnis erteilt hat, in der stra= tegisch wichtigen Gegend des Fjords von Drammen Aufenthalt zu nehmen. Ueber diese Kritik des deutschen Flottenbesuches soll auch der Kaiser seine Mißstimmung ausgesprochen haben.„ Ein Jeder kann ja," soll der Kaiser gesagt haben, in der ersten besten Buchhandlung die ausführlichsten und besten Karten über die norwegische Küste kaufen; wie kann dann der Sommerbesuch einiger deutscher Torpedoboote Bedenklichkeit erweden?" Ein Disziplinarverfahren gegen einen Volksschullehrer, der Musikkritiken für das sozialdemokratische Offenbacher Abendblatt geliefert hatte, hat die hessische Regierung eingeleitet. Der Volksschullehrer, Peter mit Namen, gehört. politisch der fortschrittlichen Partei an und ist auch dort organisiert; nach verschiedenen Ver= nehmungen durch den Kreisschulinspektor sind die Akten darüber in das Ministerium weitergegangen. Auch gegen mehrere Vorstandsmitglieder des Offenbacher Lehrervereins wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, weil auf deren Veranlassung Inserate und Versammlungsberichte des Vereins im Offenbacher Abendblatt erschienen waren. Herr Charles de Wendel, der im reichsländtschen Wahlkreise Diedenhofen- Bolchen gewählt ist, will nicht mehr fandidieren. Er hat sich bereits nach Baris zurückgezogen und empfiehlt als seinen Mandatsnachfolger den lothringischen Abgeordneten Grégoire, dessen augenblicklicher Wahlfrets start gefährdet ist. Dagegen hat nun die Familie de Wendel Widerspruch erhoben, weil sie die Vertretung dieses Wahlkreises im Reichstage gewissermaßen als Familienfache betrachtet, da im Diedenhofener Bezirk der größte Teil des Grund und Bodens de Wendelsches Eigentum ist. Diese Art von Familienmandaten finden wir sonst nicht im Reichstage. Nur selten vererbt sich ein Mandat vom Vater auf den Sohn, wie das von Brenzlau- Angermünde, das schon seit Jahrzehnten von den Winterfeldt= Mentins vertreten wird. Natürlich haben einige start verbreitete, altansässige Familien immer einen oder mehrere Vertreter im Reichstage, wie die Fürsten und Grafen Dohna, die Freiherren von Richt= hofen, die Grafen von Schwerin, die Hohen= Tohes und andere. Auch in manchem Zentrumsfreise wird immer derfelbe Pfarrer desselben Ortes nach BerIm geschickt. Aber auch Vater und Sohn sitzen nebeneinander als Boltsvertreter. Da ist im Zentrum der alte Vizepräsident Dr. Peter Spahn- Bonn und neben ihm sein Sohn, der Straßburger Professor Dr. Martin Spahn Warburg. Jahrelang faß mit Dr. Roestde- Ratserslautern sein Bruder RoestckeDessau im Wallothaus. Ste wurden aber durch eine Weltanschauung getrennt. Denn Dr. Noefice- Ratserslautern gehörte zum Bund der Landwirte, sein Bruder aber zu den Fortschrittlern. Weiter sind jetzt noch awet verwandte Grafen Garmer im Reichstage verfreten. Von anderen Abgeordneten, wie von den Herren Dr. Savigny( Str.), Conrad Haußmann ( Fortschrittliche Boltspartet), Frigen( tr.), Herzog zu Arenberg( 8tr.) faßen nahe Verwandte fr it her fm Reichsparlament. Barlamentarische Familien aber, in denen sich ein Mandat gewohnheitsmäßig forterbt, wie es in fleinen Landtagen oft der Fall ist, gibt es im Reichstage nicht. Dazu ist das Wahlglück doch zu wetterwendtsch. Das persische Heer Der diesjährige sozialdemokratische Barteitag findet vom 10. bis 17. September in Jena statt. Dem „ Dresdener Anzeiger" zufolge sollen unter der Hand Anweisungen ergangen sein, unter allen Umständen Konflikte zu vermeiden, damit sich in Jena die Tagung so friedlich als möglich vollziehe. Bebels Referat über die Reichstagswahlen soll klar aussprechen, daß man die ganze Stoßkraft auf den ersten Wahlgang richten müsse, well man bet den Stichwahlen doch wenig Hilfe aus dem bürgerlichen Lager zu erwarten habe. Kleine Nachrichten. Das Reichskolonialkriegerdenkmal in der Reichs hauptstadt ist gesichert. Auf eine Anfrage des Reichsfanzlers, ob der Berliner Magistrat berett set, fitr dte Errichtung des Dentmals einen geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen und die Kosten der Unterhaltung der Denkmalsanlage zu übernehmen, bat der Berliner Magistrat beschlossen, zustimmend zu antworten. Die Errichtung einer Akademie für Kommunalvers waltung plant die Stadtverwaltung von Duffeldorf, Eine Dentschrift hierüber wird in den nächsten Tagen erscheinen. Im Befinden des Reichstagsabgeordneten Liebers mann von Sonnenberg ist eine so erhebliche Befferung eingetreten, daß eine unmittelbare Lebensgefahr ausgeschlossen erscheint. Eine außerordentliche Zunahme der Krenzottern wird aus allen Teilen des Reiches gemeldet. Die ungemein warme Frühjahrswitterung und auch die Wärme der letzten Wochen war den Reptilien sehr förderlich, so daß sie jetzt strichwetse in großen Massen auftreten. Das Schicksal des entführten Jugenieurs Richter. Wie die rtf. 3tg." meldet, stellt die griechische Regterung in Abrede, daß der gefangene Ingenieur Richter sich auf griechischem Territorium befindet. Es Itegt die Befürchtung nahe, daß Richter nicht mehr am Leben ist. Die Unterschrift seines letzten Briefes scheine gefälscht zu sein. Neue Erdstöße in Ungarn. In dem Dorfe Szentandres bei Temesvar stürzte gestern nachmittag infolge Erdbebens der Turm der Kirche ein. Es herrscht große Panit. In dem langwierigen Kampf um die englische Be tobill ist jetzt wieder eine Schlacht geschlagen worden, aber feine Entscheidungsschlacht, und einstweilen ist das Ende dieses jetzt schon zwei Jahre währenden Ringens noch nicht abzusehen. Das Oberhaus hat die Verhandlungen über die Vorlage zu Ende geführt und die Bill in dritter Lesung angenommen. Die Annahme der Vorlage ist zwar prinzipiell von der größten Bedeutung, faktisch wird es aber den Konflikt nicht verhin= dern, da jetzt naturgemäß das Unterhaus in wenigen Tagen en bloc die Abänderungsanträge des Oberhauses ablehnen wird. Die Lords werden dann direkt vor die Frage gestellt sein: Annahme der Parlamentsbill oder Vernichtung der konservativen Mehrheit durch etnen Peersschub. In liberalen Kreisen hofft man, daß in dem Entscheidungskampf, der bei der Rückkehr der vom Unterhaus wiederhergestellten Vorlage an das Oberhaus ausgefochten werden muß, die Lords ihren Widerstand aufgeben werden. Immerhin fehlt es nicht an intransigenten Elementen, die entschlossen sind, den Kampf bis zum äußersten fortzusehen. Unter diesen Umständen muß das endgültige Schicksal der Vorlage noch immer als ungewiß gelten oder vielmehr, es ist noch nicht gewiß, ob die Betobill mit oder ohne Peersschub zustande kommt. wird in den kommenden Ereignissen eine ausschlaggebende Rolle zu spielen haben. Es wird darum eine Uebersicht über die Heeresverhältnisse in Persien von Interesse sein. Die einzig reguläre Truppe tst die sogenannte Sofatenbrigade, die im Jahre 1879 nach rusfischem Vorbilde gegründet worden ist, bis zum Jahre 1909 gewefen. Die Kosakenbrigade bestand in letter Bett aus 17 500 Rofafen und 200 Offizieren. Dieser Truppenförper zerfällt in 4 Reiterregimenter, von denen 1 au 1000 Mann ein Garderegiment vorstellt. Dazu gehören 2 Batterten zu 4 Geschützen, 8 russische Felbartillertegeschütze und 4 Maschinengewehre. Ferner gehört dazu ein Bataillon Infanterte von 600 osaken und ein Musikkorps von 60 Mann. Allen übrigen Truppen fann man das Zeugnis ausstellen, daß sie für einen Feldzug dirett untauglich sind. Die Ausrüstung läßt viel zu wünschen übrig, da die Regimentskommandeure es vorziehen, die Gelder für die Beschaffung der Uniformen zum größten Tete! für sich zu behal= ten. Wenn man bedenkt, daß dte Soldaten nur ca. 3.80 Mark für den Monat erhalten, so kann man sich denken, welcher Leistungen fte fähig find. Im zerlumpten Zustande steht man sie nicht felten, oft betteln sie und dienen als Arbetter Privatleuten. Die Korruption tm Heere ist hauptsächlich der Ausbeutung der Untergebenen durch die Vorgesetzten zuzuschreiben. Im ganžen soll die Stärke des regulären" Heeres etwa 70 000 Mann betragen. Es besteht weder eine Wehrpflicht, noch eine bestimmte Dienstzeit, auch Vorschriften für Aushebung und Entlassung sind nicht vorhanden. Aus diesen Angaben geht hervor, daß das persische Heer" auch nicht den geringsten militärischen Ansprüchen ge= nigt. Rundschau vom Cage. Politisches. Auswärtige Schwierigkeiten. Unter dieser Ueberschrift bespricht die Köln. 3tg." an leitender Stelle unter anderem auch den langsamen Fortgang der französisch- deutschen Verhandlungen, die sich nicht im Handumdrehen zum Abschluß bringen Iteßen, und meint, daß man auch heute noch an der Hoffnung festhalten Tonne, daß aus den Verhandlungen schließlich für befve Telle annehmbare und ehrenvolle Abmachungen hervorgehen wirden. 22) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. Ein riesiger Waldbrand wittet zurzeit in den_ftskalischen Waldungen bet Mörs am Niederrhein. Dem Feuer sind bisher 400 Morgen zum Opfer gefallen. Schwerer Fliegernnfall. Auf dem Lagerfeld von Betheny bet Reims stürzte der Militärflieger Leutnant Girard mit seinem weidecker aus 50 Meter Höhe ab. Der Flieger hat schwere innere Verlegungen erlitten. Reffelerplosion auf einem englischen Torpedos bootszerstörer. Während einer Uebung der Torpedobootsflottille bet Portsmouth explodierte gestern ein Dampffefsel etnes Torpedobootszerstörers. Zwet Mann der Besazung wurden getötet, vier schwer verlegt. Eine furchtbare Benzinerplofton, bet der ein Arbetter getötet und dret andere schwer verletzt wurden, ereignete fich gestern vormittag in der Gummifabrik von Herz in der Köpenickerstraße in Berlin. Riesige Stichflammen schossen durch den Raum, so daß die darin beschäftigten Mädchen nur mit Mühe gerettet werden fonnten. Ein Vorstoß Montenegros. Die Montenegriner besetzten die Höhen von Bezero an der türkischen Grenze, welche strategisch wichtig sind, errichteten Erdwerke und Laufgräben und ließen die Einsprache des türkischen Generalstabsmajors Risa unbeachtet. Dieser fordert neue Weisungen. Auf den Höhen befand sich bis vor furzem ein türkisches Blockhaus, das zerstört wurde. Die Instruktionen des Kriegsministers, für den Kriegsfall große Depots in Uestüb und Mitrowiza zu errichten, werden in der Türkei sehr ernst beurteilt. Trozz dieser offensichtlichen Rüstungen versichert Montenegro stets, baß von seiner Sette der Friede nicht bedroht werde. ( Nachdruck verboten.) " Denten Ste nicht daran, wieder einmal nach Rügen zu geben?" Das eben so belebte Gesicht Karlas umwölfte sich. " D, wie gerne täte tch es," entgegnete fie traurig, mein fleiner Junge ist aber so schwächlich und ohne thn reise ich nicht; er braucht die stärkende Nadelholzluft. Ich möchte gern, daß Sie Nicolai sehen, Herr Doktor, es wäre mir eine Beruhigung, wenn Ste mit unserem Hausarzt konferierten und mir Ihren Rat geben." Gewiß, gnädige Frau, aber wird es Ihrem Herrn Gemahl auch recht sein?" Durch Kleefalz zu vergiften versuchte in Hombruch in Westfalen die Frau des Bergmanns Wiesnewsti ihren Ehemann von dem sie getrennt lebt. Der etgene Sohn, der dem Vater das Gift heimlich in den Kaffee tun sollte, wurde mißtrauisch und meldete die Sache dem Lehrer. Die Frau wurde verhaftet. Die Revolution in Haiti hat zu einem vollständigen Siege der Rebellen geführt, die im Besitz von ganz Nordhaitt sind. Ste nahmen die Hauptstadt ein und plünderten sie, nachdem Präsident Simon sich mit dem Kabinett und 3000 Mann Truppen auf den deutschen Dampfer Syria" begeben hatte, welcher nach Port au Prince fuhr. Dort bestieg auch der Kriegsminister Marius das Schiff, um sich nach Jamaica zu retten. Stmons Truppen deserttern scharenweise ritanische, deutsche und ftalienische Gesandtschaft richteten an thre Regierungen die dringende Bitte um Entsendung von Kriegsschiffen. Wieder flog ein Schatten über Frau Uchatscheffs Bilge. Mein Mann fragt nicht viel nach dem Kinde," fagte sie Telfe, er hat sich einen kräftigen Sohn gewitnscht; statt dessen hat er nun ein so zartes, kränkliches Geschöpfchen." " Leidet der Knabe an etwas bestimmtem, gnädige Frau?" " Eigentlich nicht, es ist eine allgemeine Schwäche; Im Sommer erholt Kolta sich, aber im Winter ist er welt und elend." Die ameWissenschaft, Kunst und Litteratur. Wie lange studieren die deutschen Studenten? e- ber den Zeitraum von 1899-1909 find Erhebungen über die Studiendauer unserer Studenten angestellt worden. Wie die vom Kgl. preußischen Statistischen Landesamt herausgegebene Statistische Korrespondenz mittellt, haben in diesem Zeitraum mit der geringsten zulässigen Studtendauer thr Studium beendet: von je 100 Studierenden der evangelischen Theologie nach 6 Semestern 21,2; der fatholischen Theologie 40,2; der Jurisprudenz 50,7; der Medizin nach 10 Semestern 40,8; der Philologte nach 6 Semestern 7,5; nach 7 Semestern 8,7; nach 8 Semestern 26,8. Hieraus ergibt sich, daß nur der fletnere Teil der Studenten die vorgeschriebene fürzeste Studtendauer innehält. Wetter wurde berechnet, daß die durchschnittliche Dauer des Aufenthaltes auf der Universität für Theologie fast 8 Semester für Juris prudenz 7,2, fitr Medizin 13,6, für die Philologen und Historifer 10,2 Semester beträgt. Sterbet find alle Studenten, auch die bemoosten Häupter in Rechnung gezogen. Infolgedessen dürften die Zahlen etwas zu hoch gegriffen sein. Nach Fortlassung der alten Semester fann man die normale Studiendauer bei der Theologie auf 7,4, bet der Jurisprudenz auf 6,9, bei der Medizin auf 11, der Philologie auf 9, der Mathematik und Naturwissenschaft auf 8,9 angeben. und der traurige Blick der großen, braunen Augen, das alles sagte Grotenbach, daß Karlas Kind sehr frank war. Kolja lehnte den Kopf mit den spärlichen, dunklen Haaren an die Schulter seiner Mutter, mit ernsten Blicken sah er den Fremden an und stieß einen schwachen Laut aus. " Ich habe mich in Parts auch speziell mit der BeHandlung von Kindern beschäftigt," bemerkte Grotenbach;„ diese kleinen, hilflosen Wesen in den Hofpitälern der großen Städte haben sie mir immer tiefes Mitleid eingeflüßt." Karla schellte und gab den Auftrag, daß die Wärterin ihr Söhnchen herbettrage. Der Kleine lächelte die Mutter an und streckte ihr die mageren Aermchen entgegen; ein blasses Gesicht, die blutlose Haut, die von blauen Adern durchzogen war, der abaezehrte Körper „ Du willst wissen, wer das ist, mein Liebling?" fagte die junge Mutter, dieser Herr ist ein alter Befannter Deiner Mama, er wird. Dich gesund machen." Grotenbach trat auf den fleinen Kranten zu und ergriff sein Händchen, das gelb und schlaff herabhing; Kolja lächelte Alfred an. „ Er ist sonst sehr scheu gegen fremde Gesichter," bemerkte Frau Uchatscheff, es wundert mich, daß er Ste in Gnaden annimmt." Aus den Gerichtssälen. Boykottandrohung als Erpressung. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, hat das Reichsgericht vor einiger Zeit eine Entscheidung darüber gefällt. ob eine Androhung, mit Boytoit als Erpressungsverfua anzuseheni ft. Bom Landgericht Glogau war der Gauleiter für Schlesien des Deutschen Tabatarbeitervereins zu Gefängnis verurteilt worden, weil er einen Zigarrenfabrikanten durch Androhung mit Boykott zwingen wollte, einen entlas„ Er merkt vielleicht mit dem feinen Instinkt der Kinder, daß ich mir neben dem Namen eines alten Bekannten, den Sie mir gaben, gnädige Frau, den eines Freundes verdienen möchte. Bitte, entkleiden Sie ihn," wandte Grotenbach sich an die Wärterin, und als er das erschreckend welke Körperchen Kolfas fab, untersuchte er den Knaben sorgfältig. Er konnte sich nicht entschließen, der angstvollen Mutter zu sagen, daß das junge Leben gefährdet war; nur die beste, sorgfamste Pflege konnte es retten. Nicht wahr, er wird leben?" Die slebende Frauenstimme bebt in Tränen, beschwörend legt Karla die Hand auf des Arztes Arm. " Ich finde keinen organischen Fehler," sagt GrotenAls sie zurückkehrte, nahmen Alfred und Karla wieder auf ihren Stühlen Play. bach. „ Sie werden meine Bitte erfüllen, nicht wahr? Sie werden eine Besprechung halten mit dem Hausarzt und dann hoffentlich die Behandlung übernehmen." " Von Ihrer lieben Mutter weiß ich fett lange nichts, es geht ihr doch hoffentlich nach Wunsch?" fragte Frau Uchatscheff. „ Ich wiederhole es nochmals, gnädige Frau, nur mit der Einwilligung Ihres Herrn Gemahls." Kolja war angekleidet und seine Mutter trug ihn fort. „ Ste ist in den letzten Jahren frisch erblüht; die Pension muß vergrößert werden; sie renttert sich gut, Klara hilft tüchtig, die beiden jüngsten Brüder kommen vorwärts in ihren Schulen, das alles haben wir der treuen Jugendfreundin, der Iteben Tante Anna, zu danfen, die mit Rat und Tat in das Geschick der Meinen eingriff." „ Und Lina, die Selbstlose, gute Lina? Erzählen Ste mir auch von thr." „ Lina ist Oberin einer Klinik und wirft dort segensreich, es liegt in ihrem Wesen, sich zu opfern." lenen Ar mar aut ker Bont lt etnem ungsverf elben Au bak burch better eir Die Gefä Beben. Au Bride Padsettich Anwendun England b jollte der effernen e betreffende „ D! Ich habe Lina sehr gern!" rief Karla,„ was für liebe Familienglieder Sie haben, Herr Doktor! Ich sehe viele von ihnen wie Geschwister an." Ste sprachen noch eine Weile; im Begriff, sich zu verabschieden, hörten Sie einen Säbel flirren. Uchatscheff kam vom Dienst nach Hause. Er war in seiner reichen Galauniform und hielt die goldbltzende, mit Pelz verbrämte Mütze in der Hand. Karla stellte die beiden Männer einander vor und brachte gleich den Wunsch wegen der ärztlichen Konsultation vor, Uchatscheff willigte ziemlich gleichgültig ein. Darauf wurde Karla fortgerufen, Kolja sollte sein Kräuterbad nehmen, wobei seine Mutter stets zugegen war. Sie verabschiedete sich eilig von Grotenbach. Welch ein schöner Mensch!" dachte der funge Deutsche, als er den Gatten Karlas fab.„ Wie seltsam zerfahren aber sein Wesen ist, wie unftät seine Bewe gungen, dazu die flackernden Augen!" ( Fortsetzung folgt.) der Bride Daß das S ein follte belhädigt mer erflä arten Be Brildenpfe Dyna mefen, und He enorm ben. Da m Bolsgerift gen. 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Bohnung einem dic Hegen. the nicht ip ment it Die emig Me Werforgu befahrte nan untergeb Ginquar Baabalene, Dalene nahm lebem antoni 3 wörtli bei Lage He fize bee Berfprechen Barren senen Arbetter wieder einzustellen. Das Landgericht war zu der Ueberzeugung gefommen, daß es sich bet ber Bontottandrohung entschieden um die Androhung mit einem Vermögensnachteil, also um einen Erpres fungsverfuch handle. Das Reichsgericht tam zu derfelben Auffaffung, indem es die Anschauung vertrat, baß durch die Drohung mit Boykott dem entlassenen Arbeiter ein Vermögensvorteil verschafft werden sollte. Die Gefängnisstrafe wegen Erpressung blieb also bestehen. Aus dem Reiche der Cechnik. Brüdenabbruch mittels Elektrizität. Eine englische Fachzeitschrift berichtet über eine interessante und neue Anwendung der Elektrizität, der man sich fürzlich in England bedient hat, um eine Brücke abzubrechen. Es sollte der hölzerne Ueberbau einer Brücke durch einen etfernen ersetzt werden. Die Verwaltungsbehörden der betreffenden Grafschaft hatten beim fäuflichen Erwerb der Brücke vom Eigentümer die Bedingung gemacht, daß das Holzgerüst innerhalb eines Monats entfernt fein sollte und die Ufermauern und Brückenpfeller unbeschädigt bleiben müßten. Mehrere Abbruchunternehmer erklärten es nun für unmöglich, in der vereinarten Zett das Holzgerist zu entfernen, ohne dte Brückenpfetler zu beschädigen; denn bei Anwendung von Dynamit wären die Pfeiler kaum zu schützen gewesen, und hätte man Feuer anlegen wollen, so würde dte enorme Stße die fermauern start beschädigt haben. Da machte ein Elettrotechniker den Vorschlag, das Holzgerüst mit glühenden elektrischen Drähten abzufägen. Jede Tragfläche der Brücke bestand von Pfeiler zu Pfetler aus neun Rethen zu te drei Brettern. Man mußte nun alle fiebenundzwanzig Bretter zu gleicher Zeit durchsägen, so daß die Tragfläche auf einmal ins Waffer fiel. Zu diesem Zweckt legte man achtzig elektrische Stromkreise für jede Tragfläche und leitete nun einen so hoch gespannten Strom hindurch, daß die Drähte in Rotglut versetzt wurden und das Holz an der Berithrungsstelle zum Glimmen brachten. Eine Stunde vierzig Minuten später sant die erste Tragfläche genau zwischen den Pfetlern in den Fluß. Morgens fünf Uhr hatte man begonnen und nachmittags um zwet Uhr fiel bie letzte Tragfläche. Vermischtes. Ein Auto vom Schnellzug zermalmt. Gestern ereignete sich in Kalifornien nicht weit von der Bahnstation Saratoga ein entsetzliches Automobilunglück. Infolge der schlechten Chauffee nahm der Chauffeur den Weg auf den Eisenbahnschienen. In dem Automobil befanden sich vier junge Damen. Der Wagen war Etgentum der Tochter eines falifornischen Millionärs. Das Automobil hatte auf den Schienen eine Banne und blieb stehen, gerade in dem Moment, als ein Schnellzug mit großer Geschwindigkeit heranfuhr. Die Infasser hätten sich rechtzeitig retten können, aber das Herannahen des Zuges hatte sie so verschüchtert, daß sie im Wagen fiben blieben. Die Lokomotive fauste in das Automobil hinein und zerschmetterte es vollständig. Nachdem der Zug zum Stilstand gebracht war, stellte es sich heraus, daß die vter jungen Damen total zermalmt waren. Teile von ihren Körpern waren weit bis in die Felder geschleudert. Der Chauffeur wurde schwer verwundet. Waffernot in Ostfriesland. In ganz Ostfriesland ist das Regen- und Trinkwasser außerordentlich knapp geworden und stellenweise sogar ausgegangen. Sehr übel steht die Landwirtschaft bet der ungewöhnlichen Trockenheit da. Sett Wochen fahren die Landwirte in Kübeln und Fäffern das notwendigste Wasser den Tteren zu. In der Umgegend von Emden sind die Landwirte tellinetfe dazu übergegangen, aus dem Wasserwerf das Trinkwasser für ihr Vieh zu beziehen, wofür fie 1.. fitr das Kubikmeter bezahlen. Die Fahrt des Luftschiffes Schwaben" nach dem Vierwaldstättersee und zurück nach Friedrichshafen ist ein glänzender Beweis für die außerordentlichen Fortschritte, die die Zeppelingesellschaft felt der ersten Schwetzer Fahrt am 1. Jult 1908 gemacht hat. Bet ähnlichen Wetterverhältnissen, leichtem Nordostwind, dauerte damals die Fahrt zwölf Stunden; setzt durchfuhr man über Winterthur, Baden, Luzern, Schwyz, Zug, Zürich und Schaffhausen eine Gesamtstrecke von 394 Kilometern trotz des Gegenwindes auf der Rückfahrt in nur sechs Stunden 35 Minuten. Das Luftschiff machte also fast acnau 60 Kilometer in der Stunde, wobet hervorzuheben ist, daß man nur fünfvtertel Stunden lang alle dret Motoren arbeiten ließ und mehr als 5 Stunden mit nur zwet Motoren, also mit halber raft fitfi Steuerung ermin fimm mit in den engen Tälern als aanz vortrefflich. Die Schreckensfahrt einer Engländerin. Eine 23fährige Engländerin, Fräulein Balmer aus Sunderland, die vor zwei Wochen auf einem Frachtdampfer eine Reise nach Cortent angetreten hat, mußte hterbet erfahren, daß es franzöfifche Matrosen aibt, die nichts von der vielgerühmten französischen Höflichkeit besitzen. Fräulein Balmer benutte einen fleinen grachtdampfer, um auf langsamer Fahrt durch den Kanal und entlang der französischen Küste die Schönheiten einer Meeresfahrt recht genießen zu können. Ste war die einaige Dame auf dem Schiff. Anfangs begeaneten die Matrosen thr mit großer Höflichkett. Eines Abends tedoch wurde sie plößlich überfallen, mißhandelt, Ste Keletder wurden thr vom Körper gerissen und man tat thr Gewalt an. Darauf schnitten thr die Matrosen noch das lange goldblonde Haar ab. Fräulein Balmer hat in Portent unverzüglich den Schutz der französischen Behörde wie des englischen Konsulats in Anspruch genommen. Ein dreijähriger Mörder. Aus Clermont in Frankretch wird die entsetzliche Tat eines dreijährigen Kne= ben gemeldet, die dieser in findlichem Unverstand begangen hat. Das Ehepaar Suin hatte seine betden ein und drei Jahre alten Kinder für kurze Zeit spielend allein gelaffen, um einen Gang zu besorgen. Nachdem der dreijährige Knabe eine Zeitlang an der Wiege setnes kleinen Bruders gespielt hatte, fief er zur Nachbarin und erzählte ihr, daß sein Bruder nicht mehr mit ihm frtelen wolle. Die Nachbarin ging mit dem Kleinen in die Wohnung und fand hter den einfährigen Knaben mit einem dicken Strick um den Hals leblos in der Wiege Itegen. Sein Bruder erzählte auf Befragen, jener habe nicht spielen wollen, deshalb habe er einen Strick genommen und den in der Wiege Liegenden erdrosselt. Die ewige Soldatenbraut. Dieser Tage wurde in die Versorgungsanstalt in Oberfunzendorf in Schlesien bas befahrte Fräulein Magdalena Hermann aus Gronau untergebracht. Vor reichlich 20 Jahren lag in Gronau Einquartierung, und ein Artillertesergeant erklärte Magdalene, daß er sie liebe und sie hetraten werde. Magdalene nahm bte scherzhafte Aeußerung des Marsjünpers wörtlich und ging von jenem Zeitpunkte ab zu fedem ankommenden Zuge auf den Bahrhof, ganz gleich, ob bet Tage oder bet Nachtzeit. Es bildete sich bei ihr bte fire bee, daß ihr Albert wiederkommen und sein Versprechen einlösen werde. As schließlich ihr Hoffen und Barren immer vergeblich war, gab fte sich dem Wahn hin, daß die Behörden ihrem Herratoprojett nicht günstig gefinnt felen, und verfaßte deshalb fahraus, fahrein unzählige Beschwerden an die Behörden. Als auch darauf feine Antwort mehr erfolgte, beschul digte sie die Bost der Unterschlagung ihrer Briefe und schaffte von da ab jeden Brief stundenweit auf andere Bostämter; da in der letzten Bett thr Zustand immer läftiger wurde, hat man thr in der Versorgungsanstalt ein Ruhepläychen angewiesen. Napoleon beim Zahnziehen. Auf einer Autographen- Versteigerung in London wurde, der Post" zufolge, ein interessantes Schriftstid von Dr. Antommarchi, dem Leibarzt Napoleons auf St. Helena, für 300 Mart versteigert. In diesem Schreiben wird unter an= derem erzählt, daß Napoleon in der letzten Zeit vor setnem Tode fich einen der sogenannten Weisheitszähne ausziehen lassen mußte. Es war die erste Operation in seinem Leben, bet der fich der Kaiser nicht sehr tapfer benommen hat. Der Arzt war gezwungen, in an fesseln und auf den Boden niederzulegen. Später beklagte fich Napoleon über Schmerzen und ließ trotz der heißen Jahreszeit in fämtlichen Zimmern große Feuer antfteden. Er erhigte sich dann stundenlang, indem er feine geliebten heißen Bäder von 120 Grad Fahrenhett( 48 Grad Celsius) nahm. Eine amüsante Wette. In Berlin ist soeben eine arifante Wette ausgetragen worden, die einer gewisfen Originalität nicht entbehrt. Einige Herren unterhielten fich darüber, ob Herren oder Damen mehr verIteren. Ein Herr proponterte schließlich eine Wette, daß er sofort binnen einer Stunde in Groß- Berlin mehr als 1000 Gegenstände, die Damen verloren haben, fin= den könne. Die Wette wurde angenommen und glän= zend gewonnen. Die Gefellschaft begab sich nach dem Reichskanzlerplatz im Westend. Dort und an der Döberiber Heerstraße begann das Suchen, und innerhalb einer halben Stunde hatte der Herr mehr als 1200 Haarnadeln, mehrere Haarschleifen, Kämme, einen Da= menschirm, einen Damenbandschuh, einen alten Bompadour, ein Strumpfband und andere Gegenstände, bet denen es fraglich war, ob sie Herren oder Damen gehörten, aufgelesen. Haarnadeln fanden sich in solchen Mengen vor, daß nur ein kleiner Teil mitgenommen wurde und die Unparteiischen schließlich auf die Mitnahme verzichteten. Die flitchtige Rählung eraab, daß man innerhalb einer Stunde dort mehr als 3000 Saar= nadeln ohne große Mühe sammeln kann. Der Ertrag der Wette murde zu einen guten Zweck benutzt. Ein Weltreisender auf der Brautschan. Ein einer Wette wegen die Welt zu Fuß beretsender Amerikaner hat in Gottesgab an der böhmischen Grenze seine Anfunft bestätigen laffen. Auf dem dortigen Rathause fiel sein Auge auf die schöne Tochter eines dortigen Beamten, an die er sein Herz verlor und deshalb um thre Hand anhtelt. Da man thn für einen nicht ernst zu nehmenden Abenteurer htelt, Iteß er sich durch das amerikanische Konsulat rehabilitteren, und nun hat die bolde Maid mit Einwilligung ihrer Eltern des Freters Werbung angenommen. Die Trauung des glücklichen Paares erfolgt in den nächsten Tagen auswärts nach englischem Ritus. Hierauf reist das junge Paar nach der neuen Welt zurück. Der schon feßt nicht unver= mögende funge Amerikaner wird nach Empfangnahme des beträchtlichen Geminnes der Wette setnen eigenen Hausstand mit der schmucken Deutsch- Böhmin begründen. Weibliche Logit. Es gibt Männer, dte den Frauen dte Logik abstretten. Zu Unrecht. Ste haben Logik, nur eine andere als wir. Einen Bewets bafür lieferte einem Mitarbeiter der Köln. 8tg." wieder einmal eine dieser Tage in der elektrischen Bahn aufgefangene Bemerfung aus schönem Munde. Eine elegante Dame trug einen Hut von so riesigem Umfang, daß sie damit bet normaler Kopfhaltung nicht durch die Tür in den Wagen gelangen konnte; erst nach allerlet anstrengenden Halsverrenkungen gelang das schwierige Kunststick. Als sie dann Blas nahm, sagte sie zu dem thr folgenden Gatten mit dem Ausdruck innerlichster Ueberzeugung: Die dumme Tür!" Ein Meister der Schaufensterdekoration. In unseren Tagen des künstlerischen Ehrgeizes in der Dekoratton von Schaufenstern mag ein lustiger Fall aus dem Londoner Geschäftsleben erzählt sein, der in einer englischen Wochenschrift wiedergegeben ist. Zwischen Chef und Bewerber entspinnt sich folgender Dialog: Haben Sie in Ihrer Kunst auch Erfahrungen und Erfolge?" In meiner feßigen Stellung habe ich erst in dieser Woche ein Fenster arrangiert, an dem nicht eine einzige Frau vorüberging: eine jede mußte stehen bletben und hineinschauen." Das will schon was heißen," meint der Chef betfällig ridend was haben Ste in Ste sind mein Mann On male ranche wärent das Fenster gestellt?" Lakonisch kam die Antwort: „ Spiegel" Die Zahl der Briefmarken. Es gibt in der ganzen Welt rund 20 000 verschiedene Briefmarkenarten, bie zur Ausgabe gelangt find, seitdem in England zum ersten Mal vor 70 Jahren die erste Marte erschien. Anfänglich waren es 310 Staaten, die Briefmarken ausgaben, aber im Laufe der Jahre haben 69 Staaten die felbständige Ausgabe eingestellt, die meisten, well ste in größere politische Gemeinwesen aufgingen. Von 1900 bis 1908 find noch 31 neue Staaten auf dem Schauplaz erschienen, die selbständig Briefmarken eingeführt haben. Betrunkene Rehe und Hasen. Ein eigenartiger Jagdfrevel, dem man im letzten Winter auf die Spur gekommen ist, wird demnächst fetne gerichtliche Sühne finden. In der Nähe von Seltinghof war das WildStebwesen sehr stark verbrettet, sodaß die Aufsicht in den Wäldern stark vermehrt worden ist. Die Wilddiebe hatten also fett feine Gelegenheit mehr, threm verbrecherischen Treiben nachzugehen, da jeder Schuß von den Aufsichtsbeamten sofort gehört worden wäre, und die Gefangennahme der Wilddiebe hätte erfolgen fönnen. Trotzdem sahen die aufsichtsführenden Förster die ihnen als Wilddtebe bekannten Männer am frühen Morgen durch die Wälder streifen. Ste fonnten thnen aber nichts anhaben, da die Wilddtebe kein Gewehr bet sich hatten. Eines Tages überraschten zwet Förster einen Wilddieb, wie er ein Reh schnell forttragen wollte. Wie erstaunt waren, als fte die Entdeckung machten, daß das Reh scheinbar mit einer schweren Keule fotgeschlagen worden war. Die Keule, ein großes Eisenstück, hatfe der Wildbieh noch bet fich. Nun war aber die Frage, wie er an das Reh herangekommen war. Auch hierfitr sollten sie bald eine Lösung finden; ste entdeckten nämlich, daß von dem Wilde ein durchdringender Altoholgenuß ausströmte. Die Wilddiebe hatten nämItch, um sich ein Stück Wildpret zu verschaffen, ohne etnen verräterischen Schuß abfeuern zu müssen, Kleebündel mit Alkohol getränkt und an den Stellen im Walde verstreut, an denen das Wild vorüberfam. Später haben sie die berauschten Stehe und Hasen einfach erschlagen. Der Wald wurde jetzt daraufhin abgesucht, ob fich ähnliche Jagdfrevel auch an anderen Stellen des Waldes vorfänden. Tatsächlich entdeckten sie noch mehrere Kleebüschel, die mit Alkohol getränkt waren. So haben es die wilddtebe mehrere Wochen lang verstan= den, sich durch einen eigenartigen Betrug thr Wildpret zu verschaffen. Der elektrifierte Eiffel- Turm. Ein sehr merkioftr diger Versuch soll mit dem Eiffel- Turm angestellt wer den, der schon so vielen Erperimenten, auch wiffentschaftlicher Art, gedient bat. Ein französischer Gelehrter De Beauchan hat ihn nämlich dazu ausersehen, Paris felbst und vielleicht noch einen erheblichen Teil der Um gebung vor Hagelschaden zu schitten. Der Forscher hat auvor Versuche mit fleinen Säulen" von 30 Meter Höhe gemacht, denen er eine Eleftrisierung mitteilte. Er erzielte dadurch angeblich" eine zerstreuung von Hagelwolfen in einem Umkreis von etwas mehr als drei Kilometern. Wenn es gestattet ist, dies Ergebnis cinfach zu multiplizieren, so witrde der 300 Meter hohe Eiffelturm dazu geeignet sein, diefelbe Wirkung in einem iimfreis von 30 Kilometern hervorzurufen und damit die reiche land.Jirtschaftliche und gärtnerische Kultur in der Umgebung von Parts vor vielen Ber luften zu bewahren. Wie die Elektrisierung des Eiffelturmés ausgeführt werden soll, daritber fehlt es freilich noch an genaneren Angaben. Herr:" Nein!" " Auf der Kurpromenade. Serr: Meine Gnädige, ich foll Sie von jemand geralich gritsen. Raten Ste ' mal, von wem!" Dome: Vom Grafen Ratoin?" Serr:„ Nein!" Dame: Bom Baron Burengti?" Dane: Vom Herrn Assessor Mith ler?" Herr:„ Nein!" Dame:" Vom Herrn Doftor Blümel?" Herr: Nein! Nun, meine Gnädige, Sie erraten es doch nicht, ich wills Ihnen sagen: von Jbrem Mann!" - Richter Lynch. Das amerikanische Kulturbewußtsein im Süden der Vereinigten Staaten begnitat sich nicht mehr mit den bisher üblichen, fast alltäglichen grausamen Ausschreitungen der Volksjustiz: das einfache Erhängen der unglücklichen Opfer der Volkserregung scheint die graut same Schaulust der leicht entflammten Menge nicht mehr zu befriedigen. Erst vor wenigen Monaten erfuhr man von einem Lynchmord, bet dem man das hilflose Opfer im Theater auf der Bühne an Seilen auf hing, hin und her schaukelte und die Anwesenden aufforderte, auf dies pendelnde menschliche 3tel mit Revolvern zu schießen. Inzwischen hat der blutige Wahnwiß des Mob eine neue Heldentat vollbracht: man hat die Anwendung der Lynchjustiz auf Kinder ausgedehnt. Die Stätte dieser neuen grauenhaften Verirrung des Volksempfindens ist die Stadt Thorndale in Teras. Ein merikanischer Knabe schlenderte in der Nähe dieser Stadt die Eisenbahnlinie entlang, blteb an einem Busche stehen und schnitt sich hier mit seinem Taschenmesser nach Jungenart einen Stock. Plötzlich ertönt aus der Nähe eine Stimme; der Junge trällert gerade ein Liedchen vor sich hin aber ein unwirscher Zuruf unterbrach ihn und befahl ihm, den Mund zu halten und schleunigst weiterzugehen. Der Junge antwor tet, er könne doch singen, so viel er molle, und in diesem Augenblick springt auch schon der Rufer, ein gewisser Charles Beischang, der in Thorndale eine kleine Farm befizzt, auf das sind zu, reißt dem Knaben den Stock aus der Hand und beginnt mit aller Wucht mit dent Holze auf den Kopf des Kindes los zu hauen. Der Junge taumelt, er steht seinen Tod vor sich, und in einer Aufwallung von Verzweiflung sticht er blindlings mit dem Taschenmesser, das er noch in der Hand hält, auf den brutalen Fremden los. Das Unglück will, daß der Farmer beim ersten Stich in die Herzgegend getroffen wtrd: er fällt und bleibt tot Itegen. Der Knabe ist entsetzt, und verzweifelt flüchtet er, wie von Furien gehetzt, in das Dickicht des Waldes. Dort spitren zwei Polizisten das über seine Bluttat völlig verstörte sind auf, und man schleppt es in das Gefängnis von Thorndale, da=" mit die Justiz thr Wort spreche. Aber den Behörden blieb diese Mühewaltung erspart, denn unter dem Rufe: Rache für Beischang!" stürmt eine wütende Volksmenge das Gefängnts, schleppt den Knaben davon und knüpft thn, trotz des Weinens und der flehenden Bitten des Kindes an den nächsten Telegraphenpfosten. Hter belustigen sich einige damit, den zuckenden Körper hin und her schaufeln zu lassen, und dies Schauspiel fesselt ſtundenlang eine vielhundert köpfige Menge, die auf diese Weise immer von neuem mit dem längst entséelten Körper des unglücklichen Kindes thre Kurzwell treibt. Die amerikanischen Blätter, die über diefe neue Heldentat des Richters Lynch berichten, suchen ihr Schamgefühl unter bitteren Sarkasmen zu verbergen, und sie haben vielleicht nicht Unrecht, wenn sie in schmerzlicher Ironie behaupten, daß der kleine Mertfaner nicht ermordet wurde, weil er feinen Angreifer niederstreckte, sondern nur darum, weil er ein Frem der" st und einer Rasse angehört, die die Amerikaner der Südstaaten mit Haß und Verachtung betrachten. Und da ein Knabe dieser Rasse es gewagt hat, sich gegen einen dreimal stärkeren und dreimal älteren Amerikaner" zu verteidigen, mußte ein„ Exempel" statutert werden! Drabtnachrichten und neuestes. Generalmajor von Glasenapp. Berlin, 22. Jult. Oberst von Glasenapp, der bekannte Schußtruppler, ist zum Generalmajor befördert worden. Eine Proflamation des Erschahs. Teheran, 22. Jult. In einer von dem Erschah veröffentlichten Proflamation heißt es, er werde Perfien nicht fremden Mächten ausliefern, sondern eine aftive Auslandspolitik treiben. Im Exil habe er es tennen gelernt, wie wertvoll eine Verbannung set. Er werde Persien groß und unabhängig machen, die Räuber ausrotten, de Steuerdruck lindern und wirtschaftliche Reformen durchführen. China und Japan. Wien, 22. Jult. Die„ Wiener Allgemeine 3tg." erfährt aus unterrichteten russischen Kreisen, daß der Kaiser von Japan in diesem Herbst dem chinesischen Hofe in Peking einen offiziellen Besuch abstatfen werde. Ein neuer Zwischenfall in Elffar. Paris, 22. Jult. Nach einer Meldung aus Elffar wurde Leutnant Thirtet, der Instrukteur der in Buznah lagernden schertfischen Truppen bei einer Furt von einem spanischen Bosten angehalten, der ihn zwingen wollte, vom Pferde zu steigen. Als Thiriet sich weigerte, tamen Reiter mit blanfem Säbel und eine Abteilung Infanterie mit aufgepflanztem Bajonett herbet und versezten ihm flache Säbelhiebe, wobet sie ihn mit den Schußwaffen bedrohten. Thiriet wurde nach dieser Behandlung in das spanische Lager geführt, wo er eine Stunde zurückgehalten und von Oberst Sylvestre beschimpft wurde, sodann setzte man ihn wieder in Fretheit. Diese Nachricht hat in Paris große Aufregung hervorgerufen. Tödlicher Absturz einer Fliegerin. Baris, 22. Jult. Auf dem Flugplatz von Etampes stitrzte die Fliegerin Moore, die zum ersten Male einen Flug unternahm, mit ihrem Apparat aus einer Höhe von zehn Metern ab und erlitt einen Bruch der Wirbelsäule. Ste starb wenige Minuten nach dem Unfall. Stein's Garten.. Giessen Bes. C. Stein Westfälische Zechenkoke ( Hüttenkoke) Gaskoks Hotel Restaurant und 1. Vergnügungs- Nusskohlen Etablissement mit großem Garten Best- Melierte Anthracite Fremdenpension Unionbriketts Mensch verbessere Deine Handschrift! 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Prospekte kostenfrei durch: Städtische Baddirektion und Verein für Fremdenverkehr. Aufgebote. Juli 13. Johannes Hahn, Fuhrmann, mit Elisabethe Werner, beide in Gießen. " 14. Ludwig Feige, Kaufmann, mit Margarete Katharine Chimann, beide in Frankfurt. „ 15. Wilhelm Mehl, Lackierer, mit Anna Faber, beide in Großen- Linden. " " " 17. Dr. Hubert Ruegenberg, prakt. Arzt in Püttlingen, mit Elfriede Mende in Gießen. , 17. Heinrich Wagner, Landwirt in Bollnbach, mit Minna Nicklas in Weitershain. 17. Julius Wetz, Sattler und Werkführer in Grie del, mit Maria Schmidt in Groß- Gerau. „ 18. Andreas Zimmermann, Taglöhner, mit Karoline Trant, beide in Gießen. " , 19. Emil Wettermann, Fabrifarbeiter, mit Anna Graulich, beide in Gießen. " 19. Karl Luch, Hilfsbahnwärter, mit Martha Reichert, beide in Gießen. Eheschließungen. Juli 15. Konrad Friedrich Einhäußer, Schlosser, mit Elisabeth Werner, beide in Gießen. destens überho den Drittel najse nehme безрог den " jernhei zunäch erwärm Brauer als et " Persil 15. Criedrich Kaiser, Hilfsbahnwärter in Fron hausen, Kr. Marburg, mit Elisabeth Ohr in Gießen. 15. Hermann Lehmann, Maschinenmeister, mit Friederike Richter, beide in Gießen. er eber folgte mals t 30g fid zehnten " 15. Heinrich Roth, Schneidermeister, mit Elisabetha Becker, beide in Gießen. Edjang manche " Persil 15. Karl Zahn, Erdarbeiter, mit Wilhelmine Störmer, beide in Gießen. Das rühmter tein fel chloffen 180/10 " 15. Karl Lang, Geometer, mit Marie Schäfer, beide in Gießen. Tüchtige Kräfte als Maschinensteller für kleine Faconstifte finden sofort dauerde Beschäftigung ( Anfangsgehalt Mt. 5.- Tagelohn) bei Fr. Renbert, Drahtstift u. Nieten- Fabrik Wald i. Rhld. Nur ein Paket Persil genügt, auch für ein ziemlich großes Quantum Wäsche. Kein weiterer Zusatz von Seife u. Waschpulver nötig; spart Zeit, Arbeit und Geld und gibt blendend weiße Wäsche bei nur einmaligem 1/ 4-1/, stündigem Kochen. Erhältlich nur in Original- Paketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda. " 19. Johann Georg Körner, Bäder, mit Katharina Wilhelmine Seiz, beide in Gießen. " " 19. Ludwig Weber, Bäder in Heuchelheim, mit Margarete Pfuhl in Gießen. 19. Wilhelm Priemer, Heizer in Allertshausen, Kr. Gießen, mit Elisabethe Stod in Gießen. Gestorbene. Juli 13. Karoline Kaufmann, geb. Bob, 36 Jahr alt. 13. Margarete Paul, geb. Mattern, 52 Jahr alt. 3 33 14. Jean Noll, Rentner, 63 Jahr alt. " 19. Georg Azbach, Kastellan der Loge, 58 Jahre. " 20. Marie Luise Else Göbel, 4 Monate alt. ㄨ 20. Luise Felsing, geb. Friebel, 75 Jahre alt. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung 6. m. b. H.- Verantwortlich: Otto Heinede. Borant liner R wache Jammlu Reichsto gerichts bibat fi tagswa