hte n putz nſtitu 3. ermachen. efte zu Verfügun cb.Lehreri ft- Anlage.( 2 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 121. - Telephon: Nr. 362. Himmeltabrtstag. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch, den 24. Mai 1911. | ruhet in dir." Mit diesen Worten hat Augustinus die uralte und ewig neue Sehnsucht der Menschenbrust ausgedrückt. Und sie nicht ersterben zu lassen, das Ziel unserer Erdenwanderung nicht zu vergessen, täglich Gott näher zu kommen, bis man endlich ganz Himmelfahrt halten kann, daran will uns der heutige Tag erinnern. Zu Weihnachten hat sich der Himmel zur Erde herab gesenkt. Zu Himmelfahrt hebt sich die Erde dem Himmel entgegen. Von Gott durch Gott zu Gott, das ist der Kreislauf, der unseres Daseins Gesetz bildet. Wer diese Bahn verläßt, der irrt, wie ein komet, wie ein verlorenes Meteor im Weltenraum, durch das Leben hin und findet sein Ziel nicht. Wer aber den Zug nach oben sich bewahrt und in allen Lebenslagen ihm folgt, der hält schon jetzt, ja der hält täglich seine Himmelfahrt. Vom Himmel ist er gekommen, und zum Himmel ist er aufgehoben. In der Schule lernen es die Kinder, in der Kirche vernehmen es die gläubig Andächtigen, in der Bibel selbst lesen es die Eifrigen nach:... Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg." Dieser religiöse Grundgedanke des Tages ward durch die Jahrhunderte hindurch weitergetragen. Er blieb unzerstört von der alles aufraffenden Zeit. Er leuchtet in die Gegenwart hinein und grüßt Dich in der Morgen- stunde heute mit Sonnenlicht, das in schweren, golde nen Strahlen machtvoll hereinslutet in Dein kühles Gemach, auf daß Helligkeit verbreitet werde und wohlige Wärme. Eine tiefe Scheu vor der Wundertätigkeit der himmlischen Allmacht, die über diesen Tag das Buch der Bücher kündet, und dabei eine innige Freude über die Herrlichkeit des sieghaften Gedankens der Himmelfahrt erfüllen das Gemüt. Die Erhebung des MenEine rzügliche Waschensohnes zum Throne Gottvaters ist die Krönung des rrenz- Kampf Ist e woll abgefasstes Inser gen Platze. Derart e hat für Sie koste os die Firma tein& Vogler A. L rt a. M., Zell 48, 1 Das irdischen Lebenslaufes des Erlösers, dessen segenspendende Kraft, die Anschauungen und Handlungen einer Welt umstürzte, ihnen für alle Zeit die Richtung wies. Den glaubensstarken Christen durchströmt heute das Gefühl eines seligen Glückes. Es ist etwas Fesselndes um die tiefgründige Bedeutung der religiösen Poesie. Ihrem Einflusse unterliegt auch der, welcher sich innerlich„ frei" glaubt von dem ,, Dogita" der christlichen Konfessionen. Auch bei ihm gewinnt der Gedanke der Erlösung und der beruhigenden Hoffnung auf eine frohe Zukunft unwiderstehliche sener Restel wacht. Wenn auch auf unterschiedliche Weiſe, ſo hofft unenfiraße 31 eine neu eingetrof este fotte seine ügel- und gungsanf Kaiser Orto to! ter 12 Kaiser O ts- Werk rnunterric Handelsschule rig- Freiwillig Prüfung. Präparand schullehrer P bildeteKaufma Militäranwärte Bankbeamte Konservatori cken: 1. den Be zu ersetzen; 2 teln; 3. auf Ex 1: a) dass der U auf das Sorgfal nt in so einfacher der den ehrstoff stprüfung, fortges das Erlernt dav unterricht auf de sicht genommen nungsschreiben kos gen bereitwilligst POTSDAM.S beide in Gießen doch jeder, daß auch ihm einmal ein Tag der Auferstehung beschieden sei. Die Jdee der Erlösung, die Jdee der Unsterblichkeit lebt in dieser oder jener Form in jedes Menschen Herzen. den Unterliegt der Mensch doch willig dem Einflusse der Gegenwart. Und sie ist in einer zweiten Richtung nicht minder berauschend und beseligend: sie hat uns Frühling gebracht. Wie sah es noch vor wenigen Wochen aus in der Natur? Kahl und öde, schier trostlos all überall. Da brach die Sonne hinter den weltenfernen Wolkenbergen hervor und übergoß mit neuer Kraft, was des Zauberkusses dieser Segenspenderin harrte. Von wundertätiger Hand geführt, entrollten sich, die frischgrünen Blättchen, entfalteten sich die weißen und rosigen Blüten. Alles das knospete aus unschein= barem Geäste hervor, strebt nun der Sonne entgegen. Gerüstet hat sich Mutter Natur auf den heutigen Tag. Und wer jetzt hinauseilt an den Fluß und in den Wald, genießt des in stürmischen Wintermonden entbehrten Bildes einer frohlockenden Lenzzeit. Als Religionsfest und als Naturfest spricht die Gegenwart eine gleich eindringliche Sprache. Ja, im Frühling ist es eine Lust zu leben und man fühlt es dem Dichter nach, der gesungen hat: Wie ist doch die Erde so schön! Diesen Frühling noch recht oft erleben, wieder und immer wieder die Erde im Lenzschmuck bewundern und lieben dürfen, wer hätte nicht diesen Wunsch? Und doch schleicht sich in diesen Wunsch, hier zu bleiben, ewig hier zu sein, jene leise Sehnsucht, die hinweg ruft von aller Erdenherrlichkeit. Nicht der Ruf des unerbittlichen Mahners, der uns dereinst die abgelaufene Uhr vor Augen halten wird:„ Deine Zeit ist da, mach anderen Platz." Nein, ein Gefühl des Heimwehs, ein Verlangen nach anderen Bildern, anderen Freuden, als die Erde selbst im Frühlingsglanze bieten kann. Wenn wir in stiller Nacht gen Himmel blicken, wo Millionen Sonnen seit Millionen Jahren ihre Bahnen ziehen, dann regt sich die Frage: ob du wohl einmal wohnen wirst auf einem dieser Sterne, ein seliger, verklärter Geist, erlöst von allem Druck des Erdenleids, befreit von allen Leibesfesseln? Oder: Wenn im letzten Abendstrahl Goldene Wolkenberge steigen Und gleich Alpen sich erzeigen, Frag' ich oft mit Tränen: Liegt wohl zwischen jenen Mein ersehntes Ruhetal? Himmelfahrt möchten wir halten. Wohl wissen wir, daß Wolken und Sterne nicht können unser Wohnplatz sein, aber doch ist uns noch heute der Himmel, der sich um die Erde spannt, das Sinnbild der Gegenwart Gottes, wie er den ersten Jüngern in Wirklichkeit die Stätte war, wo Gott wohnte und ihr Heiland hinging. Und zu Gott, unserem Ursprung, zieht es uns ewig hin. Unsere Seele ist zu dir geschaffen und ruhet nicht, bis sie Deutscher Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein. Noch haftet die schreckliche französische Flugkatastrophe bei Jessy les Moulineaux in aller Gedächtnis, und schon wieder setzt eine Unglücksbotschaft die Gemüter in Erregung: Straßburg, 23. Mai.( Tel.) Der Flieger Laemmlin ist gegen 8½ Uhr bei einem Schaufluge auf dem Flugplatze Polygon bei Straßburg abgestürzt und war sofort tot. Der Apparat neigte sich bei einer Kurve links seitwärts, streifte an eine hohe Pappel und überschlug sich. Hierbei stürzte der Flieger heraus und erlitt so schwere Berlegungen, denen er sofort erlag. Vom Publikum wurde eine Frau am Auge verletzt. Der Apparat ist vollkommen zerstört. Die Propeller sind in kleine Stücke zersplittert. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 24. Mai. Verkaufstag der Großherzogin. Die Vorarbeiten für den Verkaufstag J. K. H. der Großherzogin sind soweit abgeschlossen, daß diese Woche schon mit der Ausführung der Einrichtung in Steins Garten begonnen werden konnte. Inzwischen haben die Vorstandsdamen der einzelnen Verkaufsstände ihre Mitarbeiterinnen gewonnen und viele fleißige Hände rühren sich in emsiger Tätigkeit. Auch die Großherzogin unterzieht sich mit ihren Hofdamen der mühevollen Anfertigung von Handarbeiten und Einkäufen aller Art. Den Käufern wird viel interessantes und auch manche Ueberraschung geboten werden. Es sind im ganzen neun Verkaufsstände vorgesehen, die in den umfangreichen Lokalitäten des Stein'schen Saalbaues und des Gartens eingerichtet werden. Die Ausstattung der Stände erfolgt in verschiedenen Farben nach den persönlichen Angaben des Großherzogs und wird einen äußerst reizvollen Eindruck machen. Mit der Ausführung des künstlerischen Arrangements wurde Architekt H. Meyer betraut, dessen Detailpläne die besondere Anerkennung des Großherzogspaares fanden. Jm großen Saal wird der Ver= kaufsstand der Großherzogin eingebaut. Die Ausstattung ist in Weiß mit Gold unter bescheide ner Verwendung von Grün gedacht. Daran schließt sich im kleinen Saal der„ Lila- Stand" der Fürstin zu Lich. Das jetzige Büfett im großen Saal wird in grünen Farben ausgestattet und wird hierin Frau Geheimrat Gail mit ihren Damen tätig sein. An Stelle der Bühne erfolgt die Einrichtung des„ roten Standes", dem Frau Präsident Güngerich vorsteht. Hieran reiht sich der ,, blaue Stand" der Frau Bankdirektor Heichelheim, zurzeit vertreten von Frau Oberstleutnant Naumann. Die übrigen Stände mußten ins Freie gelegt werden. Ihre Anlage ist so getroffen, daß auch bei ungünstiger Witterung ausreichend Schutz vorhanden ist. Zu diesem Zweck wird auf die ganze Frontlänge des Gartens vor die vorhandenen Gartenhallen und dem Musiktempel eine etwa 50 Meter lange Vorhalle errichtet. Der„ gelbe Stand" der Frau Provinzialdirektor Usinger befindet sich dicht am Ausgang des Saales und diesem schließt sich der„, bunte Stand" der Frau Oberbürgermeister Mecum an.„ Das Büfett" wird in der großen Musikhalle untergebracht; die angrenzende Gartenlaube und der Garten selbst werden für Sitzplätze zugezogen. Die Leitung des Büfetts übernahm Frau Geheimrat Biermann. Gegenüber dem Büfett wird Frau Major von Bibra mit ihren ' Damen den„ Vielliebchen- Stand" einrichten. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. In den Verkaufsständen werden Gegenstände aller Art zum Verkauf angeboten. Neben vielerlei Handarbeiten, die von dem Geschmack und Kunstsinn unserer Damen Zeugnis ablegen, werden Erzeugnisse der Keramik, der Textilbranche und des gesamten Kunstgewerbes die Kauflust des Publikums anloden. Es sei besonders betont, daß an jedem Verkaufsstande schon von 10 Pfg. an Gegenstände erworben werden können, so daß jedermann Gelegenheit geboten wird, für wenig ' Geld ein nettes Andenken zu bekommen. Die vielfachen falschen Gerüchte, als könne nur jemand mit goldgefüllten Taschen sich dort sehen lassen, sind keineswegs berechtigt, es wird jeder nach seinem Wollen und Können befriedigt von dannen ziehen, wenn er nur den guten Zweck der Sache bedenkt und bereit ist, ein paar Nickel für arme Kranke zu opfern. Das Büfett soll für das leibliche Wohl der Käufer sorgen. Neben Tee und Kaffee werden Wein, Bowle und Mineralwasser kredenzt. Damit man auch dem Glücke die Hand bieten kann und der Humor zu seinem Rechte kommt, erhält man im Vielliebchenstand gegen geringes Entgelt Krachmandeln und für je ein gezoge nes Vielliebchen einen Gewinn, der durch eine entspre chende Nummer für sich gezogen wird. Den Käufern ist Gelegenheit geboten, die erworbenen Gegenstände an einem besonderen Stand verpacken und aufheben oder mit Boten nach Hause senden zu lassen. So dürfte für alles gesorgt sein, um den Gießener Verkaufstag seinen schönverlaufenen Vorgängern in Darmstadt, Mainz und Offenbach, die so reiche Früchte getragen haben, würdig zur Seite zu stellen. Soffentlich erfreut sich die Veranstaltung lebhaftesten Zuspruches, dann wird dem schönen Unternehmen, an dessen Spizze sich auch hier unsere Landesfürstin stellt, der nötige klingende Erfolg nicht mangeln. * Samstag, den 27. d. Mts., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provin zial- Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag der Gemeinde Reiskirchen auf Genehmigung der doppelten Zuchtrichtung beim Faselvieh; 2. Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Climbach; 3. Den Geisteskranken H. Vellmete von Gießen; 4. Klage der Schlesischen Arbeiferkolonie Wunscha gegen den Ortsarmenverband Hitzfirchen wegen Unterstützung des K. Paulschinsky; 5. Wirtschaftsgesuch des J. Paul Zulauf in Leusel. ** Lich, 24. Mai. Der Kreis- Rinderzucht- Verein für Simmentaler Vieh hielt Montag hier seine Hauptversammlung unter starker Beteiligung ab. Regierungsrat Welcker teilte mit, daß dem Verein jetzt 45 Gemeinden angehören; ins Herdbuch sind 675 Tiere eingetragen. Zur Beschickung der Jungviegweide Hungen ist ein zweiter Auftriebstermin für 1. Juni vorgesehen. - Die Kreisschau für den Kreis Gießen soll Mitte oder Ende September stattfinden. Als Ausstellungsorte kommen in Betracht Gießen, Lich oder Hungen. Die Kreisschau umfaßt Viehzucht, Geflügelzucht, AckerDie bau, Obstbau und landwirtschaftliche Maschinen. Tierschau ist infolge der drohenden Maul- und Klauenfeuche fraglich geworden. =) Offenbach, 23. Mai. Vor der Darmstädter Straffammer wurde gestern gegen den früheren Of= fenbacher Stadtverordneten Moller verhandelt, weil er in der Wahlbewegung dem Bürgermeister Dullo Mangel an Pflicht- und Ehrgefühl vorgeworfen hatte. Der Staatsanwalt hielt den Wahrheitsbeweis für mißglückt und beantragte wegen vorsätzlicher Beleidigung eine empfindliche Geldstrafe. Die Verkündigung des Urteils wurde auf 8 Tage verschoben. Darmstadt, 24. Mai. Die Erste Kammer stimmte gestern gemäß dem Antrag des Ausschusses den Beschlüssen der Zweiten Kammer betreffend die Wahlreformvorlage in allen Punkten bei und vertagte sich nach Erledigung der Tagesordnung auf unbestimmte Zeit. * Darmstadt, 23. Mai. Am 13. Juli d. Js. wird auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt das erste Reserve- Infanterie- Regiment des 18. Armeekorps zusammentreten und bis zum 26. Juli üben. Zum Führer ' des Regiments wurde Oberstleutnant v. Scherbening vom Inf.- Rgt. Nr. 87 ernannt. Die Kompagnie- Offiziere werden dem aktiven Dienststand entnommen und zwar sind u. a. bestimmt: vom Jnf.- Rgt. Nr. 116 die Lts. Weimer, v. Nathusius, Hellwig und Wehrheim. Die Stärke der zwölf Kompagnien besteht je aus fünf Offizieren und 175 Unteroffizieren und Gemeinen. Deutscher Reichstag. Er. mer hervor, als in den Rheinlanden, in deren Herzen die mächtige Industrie Deutschlands ansässig sei. Der neue stattliche Brückenbau spiegele ebenfalls die Bedürf= nisse und das Können der Zeit wieder. Schließlich sprach der Minister dem Kaiser den Dank aus für die Anregung, der der Bau die monumentale Ausgestaltung, den Namen und als herrlichsten Schmuck das Standbild des geliebten Kaisers verdanke. Der Minister schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Gleichzeitig fiel unter Kanonensalut die Hülle des Denkmals. Die Majestäten besichtigten es und der Kaiser legte einen Kranz nieder. Dann setzten sich die kaiserlichen Automobile über die Rheinbrücke nach Deutz in Bewegung. Den Majestäten wurden herzliche Ovationen dargebracht. Abends fand im Gürzenich ein Fest mah I statt. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Wallraf antwortete der Kaiser mit einer Rede, Die Reichsversicherungsordnung ist am Montag in zweiter Lesung nach fünfzehntägiger Beratung erledigt worden. Es verblieb nur noch ein Teil des sechsten und letzten Buches, das vom Verfahren" handelt. Erwähnenswerte Debatten ergaben sich nicht mehr. Es wurden nur noch kurze Reden gehalten, in denen man sich auch auf sozialdemokratischer Seite Beschränkung auferlegte. Einige Kompromißanträge, die kleine sachliche Verbesserungen, tellweise nur redaktionelle Aenderungen enthielten, fanden ohne Zeitverlust Annahme, die sozialdemokratischen Anträge wurden abgelehnt. Es stand nur noch eine namentliche Abstimmung aus über Paragraph 1341, der das Beanstan= dungsrecht der Aufsichtsbehörde bei übermäßigen Aufwendungen für Heilverfahren( Bäder, Genesungsheime, Luftfurorte, Lungenheilanstalten usw.) vorsieht. Sie wurde im Laufe des Tages vorgenommen und ergab die Annahme des Kommissionsbeschlusses. Nach Erledigung der Reichsverficherungsordnung trat das Haus in die erste Lesung des Handelsvertrages mit Schweden ein. Staatssekretär Del: brück erläuterte seinen Wert für das Deutsche Reich. hob hervor, daß die Schwierigkeit für Deutschland dariu lag, daß Schweden auf der Grundlage eines neuen Zolltarifs mit erheblich erhöhten Sätzen unterhandelte, der am 1. Dezember 1911 in Kraft treten wird. Ziffernmäßig set das Interesse Schwedens am Zustandekommen des Vertrages mit Deutschland größer als umgekehrt, aber es spielten andere Handelspolitische Momente mit, das Interesse der Landwirtschaft wie der Industrie, die für gewisse Erzeugnisse in Schweden ihr natürliches Absatzfeld haben, und vor allem müsse unserer Industrie der ungestörte Fortbezug der schwedischen Eisenerze bleiben, für die Schweden die nötigen Garantien in dem Vertrage geboten habe. So balanzierten ungefähr die gegenseitigen Interessen an dem Vertrage. Der Staatssekretär nannte sodann die Vergünstigungen, die die deutsche Regierung erzielt hat und empfahl den Vertrag, der das Ergebnis einer Summe von Kompromissen darstelle, zur Annahme, indem er Einzelauskünfte für die Kommissionsberatung vorbehielt. Abg. Speck( 3tr.) übte eine sehr abfällige Kritik: alle deutschen Forderungen seten an dem schwedischen Unannehmbar gescheitert. Die Bugeständnisse Schwedens seien praktisch belanglos, da sie fich auf Artikel bezögen, an denen die deutsche Industrie uninteressiert sei. Besonders bedenklich set der Mangel des mehrfach im Reichstag verlangten Zollschutzes für die Pflasterstein- und Preißelbeerindustrie. Für die Sozialdemofraten sprach, augenscheinlich in schwerkrankem Zustande, müde und matt, der Abg. v. Vollmar, der seit langer Zeit wieder einmal das Wort ergriff. Auch er bezeichnete den Vertrag als schlecht; daran sei namentlich die unglückliche Auswahl der Unterhändler im Gegensatz zu den schwedischen schuld. Abg. Rösicke( kons.) sprach gegen die Einführung kondensierter Milch und forderte Schutz der Fischerei gegen die schwedische Konkurrenz. Abg. Stresemann( natl.) sprach sich im allgemeinen für den Vertrag aus. Abg. Deser ( f. Vp.) nahm den Vertrag an und hielt Kommissionsberatung nicht für notwendig. Abg. Werner- Gießen( w. Vg.) verlas seine Rede gegen den Vertrag. Die Vorlage ging an eine Kommission. Der Präsident Graf Schwerin- Löwitz nahm darauf Anlaß, der französischen Regierung wegen des schweren Fliegerunglücks unter dem Beifall aller Abgeordneten das tiefste Beileid auszusprechen. Am Dienstag steht die elsaßz- lothringische Verfassung auf der Tagesordnung. Das Kaiserpaar in Cöln. in der er u. a. sagte: Ein gewaltiges Bauwerk ist es, dessen glückliche Vollendung uns heute hier festlich vereint, dazu bestimmt, dem Riesenverkehr der rheinischen Metropole zu dienen und seiner Entwicklung auf lange Jahre hinaus einen weiteren festen Stützpunkt zu geben. Baumeister, Ingenieure, Handwerker und Arbeiter haben ihr bestes da= ran gesetzt, dieses Probestück deutscher Baukunst und Technik in verhältnismäßig furzer Zeit herzustellen. Mit Dank und Anerkennung set ihrer aller gedacht, auch des genialen Meisters der Bildhauerkunst, der die Hohenzollernbrücke mit würdigem Schmuck gekrönt und uns die ritterliche Gestalt meines unvergeßlichen Herrn Vaters so trefflich vor Augen gestellt hat. Dent teuren Verewigten weiß ich es besonders Dank, daß er mir schon in der Jugend Gelegenheit gegeben, den jeden Deutschen ans Herz gewachsenen sagenumwobenen deutschen Strom mit seinen Burgen und Städten kennen zu lernen und einige Jahre unter der kerndeutschen rheinischen Bevölkerung zu leben, deren Etgenart nur verstehen und würdigen kann, wer das Glück gehabt hat, thr näher zu treten. Die schönen Tage und Stunden, die ich als Bonner Student hier im ehrwürdigen Cöln zu ernstem Sudien und heiterem Frohsinn verleben durfte, gehören zu den angenehmsten Erinnerungen meines Lebens. Ich habe mich in Ihren Mauern stets heimisch gefühlt und bin auch der heutigen Einladung mit Freuden gefolgt. Eine besondere Befriedigung hat es mir aber sett Antritt meiner Regierung gewährt, wenn ich gleich meinen Vorgängern an der Krone mein landesväterliches Interesse bestätigen und zur freien Entwicklung und Ausdehnung der Stadt beitragen konnte. Stets hat sich bei der Entwicklung der Stadt neben einer ausgezeichneten Verwaltung die hohe Intelligenz, die kaufmännische Begabung und die zähe Arbeitsamkeit der Cölner Bürgerschaft bewährt, deren Stolz auf ihre Kraft und ihre Leistung durch die Geschichte der Stadt gerechtfertigt wird. Meine herzlichsten Wünsche werden die Stadt auch i nZukunft begleiten. In Erwartung der Ankunft des Kaisers und der Kalferin, die zur Einweihung der Hohenzollernbücke und gleichzeitigen Enthüllung des auf der Brückenrampe aufgestellten Denkmals Kaiser Friedrich III. am Montag in Cöln eintrafen, hatte die Stadt reichen Schmuck angelegt. Die Eisenbahnbrücke war von der Eisenbahnbehörde prächtig geschmückt, auch Deutz, das der Kaiser eben= falls berührt, hatte es sich nicht nehmen lassen, es der Mutterstadt gleichzutun. Auf der Hohenzollernbrücke war vor dem riesigen Brückentor ein Kaiserzelt errichtet worden. Neben ihm hatte eine Anzahl Eisenbahnbeamter Aufstellung genommen. Auf Tribünen war ein enger Kreis geladener Gäste aufgestellt. Bei dem wundervollen Wetter machte der Festplatz mit seinem weiten Blick über den Rhein einen überaus imponierenden Eindruck. Bei herrlichem Wetter trafen der Kaiser und die Kaiserin gegen 5% Uhr nachmittags auf dem Cölner Bahnhof ein. Junge weißgekleidete Damen überreichten der Kaiserin und der Prinzessin Blumensträuße. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin begaben sich sofort zur nahegelegenen Hohenzollernbrücke zur Eröffnung derselben und der Enthüllung des Denkmals Kaiser Friedrich III. Der Kaiser, welcher unter dem stürmischen Jubel der vielen Tausende am Dom vorbei zur Brücke hinausfuhr, schritt zunächst die Front der Ehrenkompagnie des 53. Infanterieregiments ab und begab sich dann mit der Kaiserin und der Prinzessin vom Eisenbahnminister v. Breitenbach begrüßt, zum Kaiserzelt. Minister v. Breitenbach nahm nun das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. ausführte: An feiner Stelle trete die Auflehnung des Verkehrs gegen Vorhandenes, aber unzureichendes ungestüt19) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) Die Rheinfahrt des Kaiserpaares. Die Betriebseinnahmen der preußisch- heffischen Staats eisenbahnen betrugen im April gegen den gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 10.1 Millionen 22.26% und im Güterverkehr 2.5 Millionen= 2.20% insgesamt mit Einschluß der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 12.9 Millionen 7.77% mehr. Bei der Beurteilung des Ergebnisses ist zu berücksichtigen, daß der April des laufenden Jahres infolge der Lage des Osterfestes drei Sonn- und Feiertage mehr und drei Werktage weniger hatte als der gleiche Monat des Vorjahres. An dem Anlegeplatz des Festschiffes Kronprinzessin Cecilie", auf dem das Kaiserpaar abends die Rheinfahrt unternahm, war ein Triumphbogen errichtet, der in elektrischem Licht erstrahlte. Als auf dem Dampfer die Kaiserstandarte hochging, lösten die im Hafen liegenden Schiffe Böllerschüsse zum Salut; gleichzeitig leuchteten viele Tau sende von roten Glühlampen am Dome auf und ringsHerum glänzten die städtischen und staatlichen Gebäude in bengalischem Feuer. Von der Südbrücke bis zur Stadtgrenze trugen auf beiden Stromufern Tausende von Soldaten Magnesiumfackeln. Fünfhundert mit ebensolchen Lichtern versehene Turner bildeten Pyramiden. Auf ein Glockenzeichen und Lichtsignale von dem Kaiserschiff ging bet der Rheinau- Halbinsel ein prächtiges Feuerwerk in die Luft und auf dem Bismarckturm flammte eine gewaltige Benzolfackel auf. Nachdem die Kronprinzessin Cecilie" die Linie des etwa 80 Fahrzeuge zählenden Schiffsaufgebots passiert hatte, wandte sie sich stromabwärts. Nun wurde auch noch im Norden der Stadt ein Feuerwerk entzündet, in dessen Umrahmung die Illumination von Mülheim a. Rh. erschien. Nach etwa einstündiger Fahrt legte das Schiff wieder an, während von der Hohenzollernbrücke ein bunter Feuerregen niederging, der den Strom und das Städtebild in ein Meer von Licht tauchte. Langsam wanderten sie durch den ganzen Betrieb. Die gewaltigen eisernen Kaumaschinen, in deren Riesenmäuler die großen Basaltsteine geworfen wurden, die dann unter lautem Krachen von den starken Kinnbaden zermalmt wurden, imponierten doch auch der Tante und ihrem Sohne. Sie ließen sich genau zeigen und erklären, wie die zerfleinerten Steine nun in eiserne Trommeln fielen, die unter fortwährendem Drehen das Material sortierten. Nun ging es hinunter in den Bruch, wo die dröhnenden Hammerschläge gegen die Eisenpflöcke sausten, die in das Gestein getrieben wurden, um es zu lockern. Das sieht ja beinahe aus, als ob das aufgemauert wäre," meinte Julius und zeigte auf die Basaltpfeiler, deren eckige Säulen, hart aneinander gedrängt, den Einbruck machten, als ob da ein altes Gemäuer stände. Um 11.05 Uhr erfolgte die Abreise de Kaiserpaares nach Station Wildpark, wo die Ankunft heute vormittag gegen 10 Uhr erfolgte. Kathi gab zerstreut eine zustimmende Antwort, ihre Augen suchten auf dem Absatze der Wand die bekannte hohe Gestalt, aber sie erblickte sie nirgends, und das erfüllte sie mit Unruhe. Um vier Uhr kam die Glaskutsche, um sie mit den Verwandten zur Bahn zu bringen, und daß fte auf vierzehn Tage nach Friedenau fuhr, mußte sie ihm doch notwendig sagen. Es war ja ihre erste Reise, ihre erste Eisenbahnfahrt, und das erschien ihr als etwas so Hochwichtiges, daß sie der Sache in freudiger Spannung, aber auch mit heimlichem Herzklopfen entgegensah. Jezt, wo ste schon ihre Habseligkeiten in die alte Ledertasche der Mutter zusammengepackt hatte und die Reise nun gleich zur wirklichen Tatsache wurde, die sich für sie in den nächten Stunden abspielen sollte, beschäftigte sie alles, was ich darauf bezog, so ausschließlich, daß auch die kleinen etfersüchtigen Regungen, die Rosemarie wachgerufen hatte, von ihr vergessen waren. Dem Bruchmeister machte es ein besonderes VergnüRundschau vom Tage. Politisches. Die Unterrichtskommission des preußischen Abgeordne tenhauses hat Petitionen von Lehrervereinen der Provinz Posen um Berücksichtigung der Amtszulage der Rektoren und Hauptlehrer in Posen und Westpreußen bei Berech nung der Ostmarkenzulage verworfen. In der Petition wurde geltend gemacht, daß allen anderen Beamten die Ostmarkenzulage vom ganzen Gehalt gezahlt werde, wäh rend die Petenten als Ostmarkenzulage 10 Prozent nur vom Grundgehalt und von den Alterszulagen erhalten, während die Amtszulage außer Berechnung bleibt. Gerade die Petenten arbeiteten in fleinen Orten, unter schwierigen Verhältnissen, so daß die Kürzung ungerechtfertigt sei. Die Kommission beschäftigte sich ferner mit Petitionen um Erhöhung der Pensionen der sogenannten Altpensionäre. Die Kommission überwies sämtliche Petionen der Staatsregierung zur Berücksichtigung. Eine Herbsttagung des preußischen Landtags ist, wie im Abgeordnetenhause verlautet, von der Regierung in Aussicht genommen. Es ist beabsichtigt, den Landtag Mitte November zusammenzuberufen, um ihm das Wassergesetz mit dem Fischereigesetz zu unterbreiten. Vorbereitungen zur Reichstagswahl. Der aus dem Landratsprozesse bekannte Gutsbesitzer Becker- Bartmannshagen wurde von einer Versammlung der Vertrauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei in Worms als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Worms aufgestellt. Die Ersatztassen in der Privatbeamtenversicherung. Der dem Reichstag soeben zugegangene Entwurf eines Versicherungsgesetzes für Angestellte weist Abweichungen von der Veröffentlichung des Reichsanzeigers" über die Ersatkassen auf. Danach bestimmt der Bundesrat auf Antrag, daß Ersagtassen zugelassen werden. Die Kassen müssen vor Verkündung des neuen Gesetzes errichtet sein und ausschließlich Versicherungspflichtige der Unternehmungen, für die sie errichtet sind, aufnehmen. Die Kassenleistungen müssen den reichsgesehlichen Leistungen mindestens gleichwertig und in dieser Höhe gewährleistet sein. Die Beiträge der Arbeitgeber müssen den reichsgesehlichen Arbeitgeberbeiträgen ziemlich gleichkommen; besondere Zuwendungen sind dabei anzurechnen. Den Versicherten muß bei der Verwaltung der Kasse und bei der Entscheidung über die Gewährung von Kassenleistungen den Vorschriften des Gesetzes entsprechend Mitwirkung eingeräumt sein. gen, den Herrschaften aus der Stadt alle Einzelheiten der Brucharbeit zu erläutern, und dies benutzte Kathi, um auf ihre eigene Hand Entdeckungsreisen anzustellen. Ihr praktischer Verstand führte sie den richtigen Weg. Dem Hans wird der Eisenpflock stumpf geworden oder die Hacke abgebrochen sein, ich will ihn in der Bruchschmiede suchen, dachte sie und schlüpfte dahin. Richtig, dort stand er, und sie traf es gut, denn eben hatte er mit dem Schmied an seinem Handwerkszeuge gearbeitet. Augenblicklich war für ihn weiter nichts zu tun, und er wartete nur, daß seine Sachen fertig würden. ,, Du, Hans, hüt fahr ich mit de Verwandte nach Friedenau, das is ganz dicht bi Berlin!" Kathi war von hinten an ihn herangekommen und hatte ihn am Aermel gezupft. ste ab. Ernste Erkrankung des Präsidenten Diaz. Wie Newyork Herald aus Meriko meldet, ist der Gesundheitszustand des Präsidenten Diaz äußerst ernst. Die Aerzte befürchten eine Blutvergiftung. " Geh doch, red fein närrisches Zeug," wehrte er Sie aber beharrte,„ die reine Wahrheit is, und hüt noch futschiere ich ab, von Horka aus mit die Isenbahn." Ihre Augen leuchteten dabei vor Vergnügen. - Immer noch zweifelnd sah er sie an.„ Dudas Mädel vom Dorfe nach de Großstadt? Da kennst Dich ja nimmer aus!" Kleine Nachrichten. mebr ober Ameri Lommen y wurden fe fängnis ge einen weiß Selbft fanden Ar 40fährigen Ben Blutla den Umstän begrabene j Schrede Berner Fr thm ein fi einem Anfo dern den verlegt und Die S Franz Jos dinand bef neue Rang langt, daß hauses ran füllung di Rechte die der Thron Teilnahme weigert, u herzog Jo der Thron erhöhung mahlin er Butunft G gültige Ro langt wird Thronfolge tischen San Stephanstro berechtigt if morganatijd Auch als K feit, Veränd Zu den liger Bahnh verhaftete A ständnis zun men, fich an Arantheit ei lor, brachte i Ein teurer Tropfen. Bet der jüngsten Weinversteigerung auf dem Schloßgute des Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen zu Reinhardshausen bei Erbach wurden für das beste Faß 1904er Erbacher Herrenberg 13310 M gezahlt, d. t. für das Liter 45 M. Das ist der höchste Preis, der fe für Wein Erbacher Crescenz gezahlt wurde. Ungetreuer städtischer Kassierer. Nach Revision der städtischen Hauptkasse zu Mülheim( Ruhr) wurde der 39jährige Kassierer Tleve verhaftet. Er soll im Laufe der letzten Jahre 45 000 M unterschlagen haben. ,, Die Tante und der Vetter werden mir's schon befbringe, was ich da zu tun und zu lasse hab," schwazte ste, eifrig bemüht, ihn„ rumzureden", denn es lag ihr daran, daß er ihr beistimmte und sich mit ihr freute. Die Wellmansche Ballonhülle gefunden? Ein Telegramm aus Neuyork meldet nach London, daß der transatlantische Dampfer Celtic" auf dem Ozean eine Ballonhülle hat schwimmen sehen. Man nimmt an, daß es sich um die Reste des Ballons von Wellman handelt, der, wie erinnerlich sein wird. im Oktober v. J. bei einem Versuch, den Ozean zu überqueren, verunglückte. Doch er blieb nachdenklich, fast verdrossen, wie es ihr scheinen wollte.„ Ja, beibringe werde sie Dir schon alles mögliche, was Du da tun und lasse sollst," meinte er nach einer fleinen Pause,„ aber ob's gerad was is, was mir an Dir gefalle tät, das glaub ich nimmer." Ihre Augen röteten sich.„ Wenn's andere Leut ge falle tut, warum braucht's denn just Dir zuwider sein?" Massenaussperung von Textilarbeitern. Wie aus Münster gemeldet wird, sind gestern alle organisierten Arbeiter in sieben Orten des Münsterlandes ausgesperrt worden. Etwa 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen werden davon betroffen. Er hörte nicht auf ihren Einwurf, sondern fuhr, seine Gedanken weiter spinnend, fort:„ Weißt, Kathi, in de Eine traurige Statistik. Einer soeben veröffentlichten Statistik zufolge sind im verflossenen Jahre in England 119 Personen des Hungertodes gestorben, davon allein 54 in der Grafschaft London. Ein deutscher Flieger abgestürzt. Der Mater TheileBernburg unternahm einen Aufstieg mit einem selbstkonstruierten Flugapparat. In einer Höhe von etwa 10 Meter überschlug sich der Apparat. Theile stürzte zur Erde und wurde schwer verletzt. Eine schwierige Ballonlandung ereignete sich gestern in Platten bei Karlsbad. Die Gondel des Ballons, der dem Dresdener Luftschifferverein gehörte, schleifte auf dem Boden. Eine Dame und ein Herr fielen heraus, wobei die Dame leicht verletzt wurde. Der Ballon verfing sich in den Bäumen des Waldes und wurde nur mit Mühe geborgen. Eine Flugkatastrophe, die in ihren Einzelheiten an die Pariser Katastrophe erinnert, hat sich am Sonntag in der russischen Stadt Karst zugetragen. Dort ist ein Aeroplan in die Menschenmenge gefallen, wobei hundert Personen Großstadtrummel paßt Du hinein, wie das Lammel in a Wulfsherd." Nun aber wurde sie böse.„ Schau, ganz so dumm wie a Bäschaf ist die Kathi nimmer nit, und so bös und bärbeißig wie die Wulfe seien sie auch nit in Berlin. Ich hab doch die Tag die Großstädter kenne lernt, die seien arg fründlich und manierlich und denkens nit dran, daß sie anen verschlingen wullt." Hans Ruland richtete sich stramm auf.„ Kann sin, daß sie nit uf den Fleck zuhapsche, aber' s weiße Fell vom Lamel kann da böse Flecke friege. Wenn Du denn partu hin willst, denn ist das Din Sach, aberst mach, daß Du hem fummst; wie lange willst denn bleibe?" Vierzehn Tag," lautete ihre Antwort. Der Bursche fuhr auf.„ So lange willst Dich amüsiere und Din Mutter allein verdiene lasse, das fümmt mir furios vor und kann mir nimmer nit gefalle." ,, Aber mir gefallt's," plagte Kathi dazwischen ,,, und ich mein, Du gönnst mir's bloß nit, daß ich mal herausfumme tu und mir's anschau, wie's wo anders zugeht." Hans Ruland zog die Luft durch die Zähne, das gab einen eigentümlichen pfeifenden Ton. Kathi kannte das, es war ein Zeichen, daß ihn etwas sehr und zwar unangenehm erregte. Sie pflegte dann meist einzulenken oder ihn durch ein herzliches Wort zu beschwichtigen. Diesmal war sie aber nicht so gesonnen. Er gedachte wohl gar, ihr die ganze Reise verleiden zu können, aber das sollte ihm doch nicht gelingen! Die Hände in beide Rodtaschen gesteckt, erklärte er: Sie habe Dir richtig das Köpfle verdreht mit ihrem Gewäsch von de Großstadt. Na, wanns Du denn durchaus fein Ruh gibst, dann tu nach Din Gelüst; aber das sag ich, der Hans Ruland, Di, wanns Du wirklich so lang wegbleibe tust, dann solls mich nit wundernehme, wenn Du anders heimfummst, als Du gegange bist.' s wird dann schon so was hange gebliebe sin von solch 3eug, was nit hierher pakt. drum rat ich Dir, machs kurz mit Din Besuch."( F. f.) auch die Assi vern die Fah farten usw. Schleiern. Al in größerer Heinze und zur Revifion Heinze auch n dieser irrte er tag morgen n ganz unabhän Tagestasse nic Schwester geg Scheinlich hat Der Vate fährige Kelln nem Vater, d aus dessen K lernte er den ten nun eine Gie fuhren w tehrenden alt warfen sie ihr fallene wehrte flohen. Es g Der wo Jein Kumpan unglüd auf einige Berlin Treptow, hie ren und eine faffen währen Perfonen fiel Wasser usw. die Geschicht vergessen, hi bereitete fin Ein verz wird, war vo Ulanenregime 3borowski fe und meldete er wurde in erhängt aufge fünf Kinder z Eine Fra Weise wird ratsannonce t Don 500 Mor naueren Verb Gut aus schön Land umgeben 60 Stüd Rind gehören. Bul trebfamer Lan gute Gelegenh She Dame zwe alles ist für haben. Hoffer günftigen Bedi Der Gut und Das Riefe tes Daun in nehmen, dem tern. Das Rie 1 Meter und Für solche Di Daun nicht be Rörper des R Jah, während olche Tortur fann, beantrag Jeiner Tochter. Hahe Regierun laubung bes Mutter geftat as hat helfifchen Staats gleichen Mona Millionen onen-2.20% en aus fonftigen Bei der Beur n, daß der April Des Ofterfestes Berttage weniger jen Abgeordne nen der Proving Je der Rettoren Ben bei Bered n der Petition en Beamten die hlt werde, wäh 10 Prozent nur lagen erhalten, ing bleibt. Ge Orten, unter zung ungeret fich ferner mit Der sogenannten 5 sämtliche Be gung. ntenversicherung. Entwurf eines Abweichungen igers" über die ndesrat auf An Die Kaffen es errichtet sein der Unterneh en. Die Kassen stungen minde vährleistet sein. reichsgesetzlichen men; besondere Den Versicherten ei der Entschei ungen den Vor ung eingeräumt Faz. Wie New undheitszustand Terzte befürchten Weinversteige Ciedrich Heinrig ach wurden für 18310 M gezahlt, te Preis, der je Revision der wurde der 39 im Laufe der ? Ein Tele aß der transat eine Ballon daß es sich um der, wie erin em Versuch, den Wie aus Mün fierten Arbeiter esperrt worden. erden davon be veröffentlichten re in England Davon allein 54 Maler Theile einem selbstkon n etwa 10 Me te zur Erde und e sich gestern in allons, der dem te auf dem Bo aus, wobei die verfing sich in mit Mühe ge zelheiten an die Sonntag in der ſt ein Aeroplan ndert Personen Lammel in a 13 so dumm wie o bös und bär Berlin. Ich hab die seien arg bran, daß fie uf.„ Rann fin weiße Fell vom Du denn partu ach, daß Du hem t. ft Dich amüfiere " fümmt mir fu azwischen, und ich mal heraus anders zugeht." Zähne, das gab und zwar unan athi fannte das einzulenten oder tigen. Diesmal wohl gar, ihr das sollte ihm dt, erflärte er: mit ihrem Ge denn durchaus aber das fag i ch so lang weg ne, wenn Du an wird dann schon was nit hierher Befuch"( 1) mehr oder minder schwer verletzt wurden. An dem Auflommen von fünf schwerverletten Personen wird gezweifelt. Amerikanische Lynchiustiz. In Lake City in Florida wurden sechs Neger von einem Volkshaufen aus dem Gefängnis geholt und erschossen, weil sie im Verdacht standen, einen weißen Farmer erschossen zu haben. Selbstmord auf dem Friedhof. In Patti bet Messina fanden Arbeiter auf dem Friedhof die Leiche eines etwa 40jährigen Deutschen an einem Grabe inmitten einer gro Ben Blutlache. Er hatte sich erschossen. Vorher hatte er nach den Umständen geforscht, unter denen die an dieser Stelle begrabene junge Dame gestorben war. Schredenstat einer Wahnsinnigen. Als ein bekannter Berner Fremdenführer nach Hause zurückkehrte, bot sich thm ein furchtbarer Anblid dar. Seine Frau hatte in einem Anfall von Geistesstörung zwei von ihren vier Kindern den Hals durchschnitten, die beiden anderen schwer verletzt und sich dann selbst erschossen. Vermischtes. Die Herzogin von Hohenberg. Zwischen dem Kaiser Franz Josef und dem Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand besteht eine leichte Verstimmung, weil dieser eine neue Rangerhöhung seiner Gemahlin wünscht. Er verlangt, daß sie vor den unverheirateten Damen des Kaiserhauses rangiere. Der Kaiser verweigert aber die Erfüllung dieses Wunsches, weil dadurch wohlerworbene Rechte dieser Damen verletzt würden. Infolgedessen hat der Thronfolger, wie wir bereits frilher meldeten, die Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten in London verweigert, und mit der Vertretung des Kaisers ist der Erzherzog Josef beauftragt worden. Man nimmt an, daß der Thronfolger später als Kaiser die gewünschte Rangerhöhung durchführen wird, indem er sie zur Kaiseringemahlin ernennen wird. Trotzdem aber bleiben für die Zutunft Schwierigkeiten bestehen. In Ungarn ist sie vollgültige Königin, weil dort die Ebenbürtigkeit nicht verlangt wird. Trotzdem sind aber ihre Kinder nicht zur Thronfolge berechtigt nach der Bestimmung der pragmatischen Sanktion, daß nur der Erbe des Kaiserhauses die Stephansfrone tragen kann, der zugleich in Oesterreich erbberechtigt ist, und da nach dem Gesetz die Kinder aus der morganatischen Ehe von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Auch als Kaiser hat der Thronfolger nicht die Möglichkeit, Veränderungen zu schaffen. Zu den gemeldeten Unterschlagungen auf dem Görlizer Bahnhof in Berlin wird weiter berichtet, daß der verhaftete Assistent Heinze heißt. Er ist nach seinem Geständnis zunächst durch die Not auf den Gedanken gekommen, sich an den amtlichen Geldern zu vergreifen. Die Krankheit eines Kindes, das er später durch den Tod verlor, brachte ihn in die erste Verlegenheit. Er sowohl wie auch die Assistentin Michaelis benutzten zu ihren Manövern die Fahrkarten, die nicht voll bezahlt werden, Kinderfarten usw. und verstanden es, die Kontrolle zu verschleiern. Als jetzt durch Stichproben Unregelmäßigkeiten in größerer Anzahl festgestellt wurden, bestellte man Heinze und die Assistentin auf den vergangenen Freitag zur Revision. Beide blieben aus. Es ergab sich, daß Heinze auch noch die letzte Tagestasse eingesteckt hatte. Mit dieser irrte er in den Vororten umher, bis es ihn am Sonntag morgen nach seiner Familie zog. Die Assistentin, die ganz unabhängig von Heinze vorgegangen ist, hat die letzte Tagestasse nicht angerührt. Sie hat schon wiederholt ihrer Schwester gegenüber Selbstmordgedanken geäußert. Wahrscheinlich hat sie denn auch den Tod gesucht. Der Vater vom eigenen Sohne überfallen. Der 20fährige Kellner Fischer in Hamburg stahl vor kurzem seinem Vater, der in einem Varietee Kassierer ist, 100 M aus dessen Kasse und ging damit nach Dresden. Hier lernte er den Klempner Gothmann kennen und beide planten nun einen neuen Raub an der Kasse des Varietees. Sie fuhren wieder nach Hamburg und lauerten dem heimfehrenden alten Fischer nachts im Hausflur auf. Hier warfen sie ihm eine Schlinge um den Hals, doch der Ueberfallene wehrte sich so kräftig, daß die beiden Verbrecher entflohen. Es gelang indes alsbald den Sohn festzunehmen, fein Kumpan wurde am anderen Morgen verhaftet. Der„ wohlgelungene Bootsunfall". Ueber ein Bootsunglück auf der Oberspree berichteten am Montagmorgen einige Berliner Blätter. Am Neuen Eierhäuschen" in Treptow, hieß es, fenterte ein mit drei Personen, zwei Herren und einer Dame, besetztes Ruderboot, weil die Insassen während der Fahrt die Plätze wechselten. Alle drei Personen fielen in das infolge des böigen Windes bewegte Wasser usw. Ganz so gefährlich, wie es aussah, war aber die Geschichte doch nicht. Denn der Berichterstatter hat vergessen, hinzuzufügen, daß es sich nur um eine wohlvorbereitete kinematographische Aufnahme handelte. Ein verzweifelter Deserteur. Wie aus Posen gemeldet wird, war vor 22 Jahren der Unteroffizier 3borowski vom Ulanenregiment in Militsch nach Rußland desertiert. Zborowski kehrte jetzt in seine Vaterstadt Pleschen zurück und meldete sich als Deserteur beim dortigen Meledamt; er wurde in Haft genommen und am folgenden Morgen erhängt aufgefunden. In Rußland hat er eine Frau und fünf Kinder zurüdgelassen. Eine Frau als Zugabe. Auf eine nicht alltägliche Weise wird in einer großen Tageszeitung eine Heiratsannonce veröffentlicht. In dieser wird zuerst ein Gut von 500 Morgen Land angeboten. Dann werden die genaueren Verhältnisse des Besizers angegeben, daß das Gut aus schönen Gebäuden besteht, rings um den Hof von Land umgeben und daß 50 Morgen schlagbaren Waldes, 60 Stüd Rindvieh, 20 Pferde und 40 Schweine zu diesem gehören. Zuletzt wird dem eventuellen Käufer, der ein strebsamer Landwirt von höchstens 40 Jahren sein soll, die gute Gelegenheit in Aussicht gestellt, eine gebildete, hübsche Dame zwecks Heirat dabei fennen zu lernen. Und dies alles ist für den wohlfeilen Preis von 170 000 Mark zu haben. Hoffentlich findet sich bei den anscheinend so sehr günstigen Bedingungen recht bald ein passender Reflektant, der Gut und Mädchen erwirbt. Das Riesenschulkind. Die Volksschule des fleinen Ortes Daun in der Eifel kann die Ehre für sich in Anspruch nehmen, dem größten Schulkind die Weisheit einzutrichtern. Das Riesenkind ist ein Mädchen von 13 Jahren, das 1 Meter und 72 Zentimeter mißt und 140 Pfund wiegt. Für solche Dimensionen waren aber die Schulbänke in Daun nicht berechnet, sie waren zu eng und bedrückten den Körper des Riesenfindes so start, daß dieses sich genötigt sah, während des Unterrichtes zu stehen. Da man eine solche Tortur auch von einem Riesenkind nicht verlangen fann, beantragte der Vater des Kindes die Schulentlassung feiner Tochter. Damit hatte er aber kein Glüd. Die königItche Regierung in Trier hat nur eine zeitweilige Beurlaubung des Riesentindes mit Rücksicht auf seine tranke Mutter gestattet. Was hat die neue Rheinbrüde in Cöln gekostet? Ausschließlich der beiden Reiterstandbilder hat die Brüde 13,3 Millionen Mark gekostet. Das sind kaum 1,5 Millionen Mart mehr als vor etwa 50 Jahren die alte Rheinbrücke, die früher an ihrer Stelle stand, gekostet hat, obwohl an der neuen Brüde allein die dreifache Menge an Eisenwerk verbaut wurde, obwohl sich auch der ganze Bau erheblich schwieriger gestaltete, die Arbeitslöhne seitdem um das Mehrfache gestiegen und der Geldwert um die Hälfte abgenommen hat. Den größten Anteil an dieser Verbilligung trägt die Verbesserung der Eisentechnik. Die neue Rheinbrüde hat bewiesen, daß man solche Bauten heute um das Dreifache billiger herstellt als vor 50 Jahren. Ein 159facher Raubmörder. Aus Smyrna wird geschrieben: Dieser Tage wurde der berüchtigte Bandit KaraAli, ein Mitglied der Bande des„ anatolischen Räuberkönigs" Tschatirdschali vom Strafgericht zum Tode verurteilt. Nach den Gerichtsaften hat dieser Unhold während seiner zehnjährigen Räuberlaufbahn nicht weniger als 159 Menschen ermordet. Sein Häuptling Tschakirdschali selbst spottet freilich noch immer der jahrelangen Verfolgung durch die türkischen Truppen. Vor einigen Wochen glaubte der Muchtar( Dorfälteste) eines Bergnestes den Schlupfwinkel des größten Banditen des Jahrhunderts den Behörden verraten und die 1000 Pfund Kopfgeld verdienen zu können. Als die Truppen antamen, fanden sie das Nest wieder leer, dafür aber den Angeber samt Weib und Kind ermordet. Man brauchte nicht zu fragen, von wem? Durch verschwenderische Freigebigkeit gegenüber seinen Hehlern, durch furchtbaren Terrorismus gegenüber Verrätern sichert sich Mehmed Tschakirdschali wohl noch auf lange die tatsächliche Herrschaft über das Gebiergsland des Vilajets SmyrnaAidin. Wettrennen zwischen Schildkröten. Auf den Dampfern der Hamburg- Amerika- Linie haben besonders die ameritanischen Passagiere infolge der Langeweile, die eine Seefahrt mit sich bringt, einen neuen Sport geschaffen, der bei den jungen Leuten der Neuŋorker Lebewelt sehr schnell Eingang gefunden hat. Es ist dies die Veranstaltung von Wettrennen, die zur Abwechslung nicht zwischen den schnellsten Tieren, sondern zwischen den langsamsten und trägsten, nämlich den Schildkröten, veranstaltet werden. Die amerikanischen illustrierten Zeitungen( übrigens auch schon die deutschen) bringen Photographien von diesen eigenartigen Wettrennen, die folgendermaßen veranstaltet werden: Zwei oder mehrere riesige Schildkröten werden nebeneinandergesetzt; die Reiter oder Jokeys, die sie lenten, sind Knaben von 10 bis 12 Jahren, die die Tiere an Zügeln festhalten. Auf ein bestimmtes Zeichen geht das Rennen" los. Die Knaben versuchen auf alle Art und Weise die Tiere zu etwas schnellerem„ Galopp" anzuspornen, da natürlich auch hier derjenige der Sieger ist, der sein Roß" zuerst ans Ziel bringt. Die Hauptsache bei diesem Sport ist den Amerikanern der Umstand, daß er Wetten möglich macht. Es wird denn auch hier so viel ge= wettet, wie nicht einmal bei den Pferderennen, da hier die Aussichten noch viel unsicherer sind als bei den Pferden, bei denen man ungefähr nach Kenntnis ihrer Fähig= feiten und Leistungen den Ausgang des Rennens voraussehen kann. Bei den Schildkrötenrennen sind diese Berech= nungen naturgemäß viel unsicherer. Das beste ,, Rennpferd" ist bisher die Schildkröte„ Condor", die einem Mitgliede der Familie Astor gehört. Sie hat schon mehrere Rennen glänzend gemacht und zeigt eine gewisse Kampfeslust. Die Rennstrecke beträgt 10 Meter, die durchschnittlich in vier bis sechs Stunden zurückgelegt wird. Eine Wurstrevolution steht in Frankreich bevor: Der umhüllende Darm soll als unsauber und unhygienisch be= seitigt werden. Was an Würsten in Frankreich gestopft wird, soll in neuer sauberer Hülle auf den Tafeln erscheinen. Das Lebensmittel- Syndikat hat nach zustimmenden Gutachten des Ackerbauministers beschlossen, daß künstliche Häute an Stelle der Därmen treten sollen. In Gaze stellen sich in Zukunft die Würste in Frankreich ein, ganz genau in der Gaze, welche die geschmeidigen Balleteusen umflattert, natürlich aber in einer besonderen Zubereitung. Die Gaze wird mit Gelatine überzogen, gepreßt und mit Alaun behandelt. So soll allen Gefahren der Bazillenübertragung gesteuert werden. Einen Nachteil hat ja diese Erfindung. Es gibt ja arme Schlucker, die ihr Wurstendchen mit allem Zubehör herunterzuschlucken pflegen: diese Armen werden natürlich in der Alaungaze eine sträfliche Beeinträchtigung ihrer Magenbedürfnisse sehen und die hygienische Erfindung als eine Gehässigkeit des kapitalistischen Regimes ver fluchen. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein neuer Novellenband von Sudermann. Hermann Sudermann hat soeben bei Cotta in Stuttgart einen neuen Novellenband" Die indische Lilie" erscheinen lassen. Fast alle diese sieben, meist in knappen Umrissen gehaltenen Geschichten, deren erste dem ganzen Buche den Titel gibt, spielen in dem modänen Berliner Milieu, das der Dramatiker Sudermann einst mit so unerbittlicher Schärfe in „ Sodoms Ende" zeichnete. Die indische Lilte" ist eine Skizze aus der Aristokratenwelt,„ Der Lebensplan" eine Studentennovelle,„ Das Sterbelied" eine Krankengeschichte aus Nervi,„ Die leidende Dritte" und Herbst" zeichnen Typen aus der modänen Gesellschaft." Fröhliche Leut" ist ein kurzes Kindergeschichtchen, und die letzte der sieben Novellen,„ Thea", gibt sich als eine großstädtische Liebesphantasie, in der der Realismus der voraufgehenden Novellen poetisch ausklingt. Unsers Kaisers Tochter. ,, Des Kaisers Tochter hat die Herzen der Londoner im Sturm erobert. Ueberall erregt sie Begeisterung durch ihr gewinnendes Lächeln und ist der Gegenstand höchsten Interesses für jeden, mit dem sie in Berührung kommt. Schön, blauäugig, über mittelgroß, von anmutig schlanker und da= bei geschmeidig kraftvoller Gestalt, rasch in ihren Bewegun= gen und in ihrer Sprechweise, und mit einem Gesichtsausdruck, sobald sie mit jemand spricht, als wenn sie gerade mit dem bedeutendsten Individium der Welt in Unterhaltung wäre." Mit solchen Worten leitet Margaretha von Königsberg" eine anschauliche Federzeichnung ein, die sie von der Persönlichkeit und dem Wesen der Prinzessin in einem Londoner Blatt entwirft. Meine Bekanntschaft mit der Prinzessin datiert schon von ihrer Kindheit her," heißt es weiter, das erstemal fam ich mit ihr in nähere Berührung, als sie noch ein kleines Persönchen von vier Jahren war. Damals spielten sie und ihre Brüder zusammen auf den Sandhausen im Park von Wilhelmshöhe. Ste führte über ihre Brüder ein strenges Regiment. Ihr leisester Wunsch galt als Gesez, und alles, was sie tat, tat sie mit dem Stolz ciner kleinen Königin, die sieht, daß ihr ihre Untertanen gehorchen. Um die Wahrheit zu sagen, der Kaiser verzog sie damals schrecklich, und die Kaiserin mußte eingreifen, damit ihr nicht aller Willen gelassen würde. Die Kaiserin hat in der Tat ihre Tochter erzogen, denn sie wählte persönlich alles aus, was mit ihrer Bildung und mit ihrem Unterricht in Beziehung stand und empfing nicht nur wöchentlich einen Bericht über die Leistun= gen der Prinzenin. sondern war auch häufig im Schulzimmer anwesend. Die Kalfertn tft, wie alle deutsche Fürstin nen, sehr häuslich. Deshalb hat sie eifrig dafür gesorgt, daß ihre Tochter sich in derselben Weise betätigte. Eine Zeitlang wurde Tag für Tag damit verbracht, die Prinzessin in die Haushaltungspflichten einzuweihen. So ist die Prin zeffin so häuslich erzogen worden, wie irgend ein Mädchen ihres Landes. Eins ihrer größten Vergnügen besteht darin, früh am Morgen den Platz ihrer Mutter einzunehmen, ihrem Vater den Kaffee zuzubereiten, und ihm die„ Knüppel" zu stretchen, bevor er seinen Ausritt unternimmt, wenn selbst der größte Teil des früh aufstehenden Potsdam noch im Schlaf liegt. Wenn es nötig wäre, könnte die Prinzessin ein recht anständiges Mittagessen tochen, denn sie versteht sich auf diese Kunst und hat bei der Zubereitung von Speisen das, was man mit einem füchentechnischen Ausdruck eine leichte Hand" nennt. Wie in den häuslichen Tugenden, so hat die Prinzessin auch in der schweren Kunst der Sparsamkeit eine gute Schule empfangen. Weder der Kaiser noch die Kaiserin dulden irgendwelche Verschwendung und haben ihren Kindern den wahren Wert des Geldes erkennen gelehrt. So ist es noch jetzt, obwohl die Prinzessin über ihre eigenen Revenüen verfügt, und ihre Toilette bis einem gewissen Punkte sich selbst auswählen darf. Die Prinzessin hat wie ihr Vater Begabung für die Musik und die schönen Künste und ähnelt ihm überhaupt in vieler Hinsicht. Sie ist in vier oder fünf Sprachen trefflich zu Hause und spricht englisch mit einem Akzent, dem man kaum die Ausländerin an merkt." 3ur Katastrophe bei Issy Wie von einer Pariser Zeitung berichtet wird, unterhielt sich Kriegsminister Berte aur am Freitag mit dem Deputierten Rabier über den Wettflug Paris- Madrid und äußerte dabei: Ich werd. dem Start beiwohnen; aber ich bin nicht ohne Besorgnis. Es wird eine große Volksmenge dort sein, und ein Unglücksfall ist immer zu befürchten. Wenn ein Flugzeug auf die Zuschauer stürzen sollte, es wäre entseßlich. Ich wollte, der Sonntag wäre vorüber! Ein Berichterstatter erzählt, daß Berteaux, als er sah, wie die Truppen sich oft vergeblich abmühten, die Zuschauermenge zurückzuhalten, zum Polizeipräfeften fagte: Wie wäre es, wenn wir ein gutes Beispiel gäben und zu unseren Tribünen zurückkehrten! Einige Sekunden später ereignete sich die Katastrophe. Die Beerdigung des Kriegsministers Berteaux ist für Freitag angesetzt worden. Das förperliche und seelische Befinden des Ministerpräsidenten ist zufriedenstellend. Er ist fieberfrei und hat mehrere Stunden geschlafen. Monis unterhielt sich Montag vormittag bei großer Geistesklarheit mit dem Unterstaatssekretär Constant über die Marokkoangelegenheit und erkundigte sich nach dem Befinden des Kriegsministers, den er schwer verwun det glaubt. Obwohl die Besserung im Befinden Monis die Besorgnisse seiner Umgebung zerstreut hat, wird versichert, der behandelnde Arzt Professor Lannelongue werde sich erst in drei Tagen endgülti über den Zustand des Verletzten äußern können. Weitere Beileidskundgebungen. Die„ Norddeutsche Algemeine Zeitung" schreibt aus Anlaß der Katastrophe vor den Wällen von Paris:„ Es ist feineswegs nötig zu sagen, daß die deutsche Regierung und das deutsche Volk, durch dies menschlich erschütternde Unglück tief bewegt, die Trauer des fran= zösischen Volkes und der französischen Regierung aufrichtig teilen." Die russische Reichsduma beauftragte nach Eröff= nung der gestrigen Sibung das Präsidium, dem befreundeten, verbündeten Frankreich aus Anlaß des Unglücks telegraphisch das Mitgefühl und Bedauern der Reichsduma auszudrücken. Drabtnachrichten und neuestes. Durch einen Polizeihund des Mordes überführt. 0 Merseburg. 23. Mai. In Hettstedt erschoß der 24jährige Messingarbeiter Buettner gestern abend im benach barten Walde seine Braut. Er ging darauf zur Polizei und gab an, daß im Walde die Leiche seiner Braut liege. Die Tat bestritt er entschieden. Ein Polizeihund nahm von dem Manne Witterung, stürzte sich auf ihn und warf ihn zu Boden. Vor Schreck gestand er nun die Tat ein, gab aber an, das Mädchen auf ihren eigenen Wunsch erschossen zu haben. Furchtbare Tat einer Mutter. Plauen, 23. Mai. In der vergangenen Nacht durchschnitt in Brambach in der Nähe der böhmischen Grenze die Ehefrau des Hilfsweichenwärters Adler ihren ältesten Kindern im Alter von vier, sieben und acht Jahren mit einem Rasiermesser die Kehle und ertränkte sich darauf mit ihren beiden jüngsten Kindern im Alter von wenigen Wochen und anderthalb Jahren im Mühlbach. Diebstahlsverdacht hat die Frau, die in einem Briefe ihre Unschuld beteuert, zu der furchtbaren Tat veranlaßt. Opfer des Hochwassers in Schlesien. Ratibor 23. Mai. Bei dem Hochwasser der Oder sind der Gendarm Müller aus Mährisch- Ostrau und zwe andere Personen ertrunken. In Troppau ist ein Haus in folge des Hochwassers eingestürzt. Der Schaden, der durch das Hochwasser angerichtet wurde, ist sehr groß. Eine Gegenrevolution in Portugal? London, 23. Mai. Wie ein hiesiges Blatt meldet, haben die hier lebenden Portugiesen die Nachricht erhalten, daß eine Erhebung gegen die Republik sorgfältig vorbe reitet werde, deren Ausbruch in Lissabon unmittelbar bevorstehe. Die Monarchisten in Oporto sollen das Signal zur Erhebung geben. Handel und Verkehr. Frankfurt, 22. Mat. Viehmarktpreise vom 22. Mai. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt noch ( Lebendgew.) M 49-54,( Schlachtgew.) M 89-93, nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 48-53, ( Schlachtgew.) M 87-91, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und älter ausgemästete( Lebendgew.) M44-48, ( Schlachtgew.) M 80-87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgew.) M 42-44,( Schlachtgew.) M 76 bis 81. B. Bullen. a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45-49,( Schlachtgew.) M 75 bis 81, b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) 3842 M ( Schlachtgewicht) 63-70 M. T. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Le= bendgewicht) 42-45 M,( Schlachtgewicht) 75-81 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) 41-44 M,( Schlachtgew.) 76-79 M, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) 39-41 M, ( Schlachtgew.) 75-79 M, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwid. jüng. Kühe( Lebensgewicht) 35 bis 40 M,( Schlachtgew.) 65-74 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendge: p.) 27-33 M,( Schlachtgem.) 54-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) 19-26 M, ( Schlachtgew.) 43-59 M. D. Gering genährtes Jungvieh ( Fresser) M. Kälber: a) Doppellender feinste Mast-' M, b) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M.( Schlachtgem.)- M, c) mittlere Mastund gute Saugfälber( Lebendgew.) 50-55 M,( Schlachtgew.) 83-91 M, 5) geringe Saugkälber( Lebendgem.) 48-51 M, ( Schlachtgem.) 81-86. 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Im Ganzen 2 Millionen 81400 Mark an einem Tage. Offizieller Gesammt- Ziehunzsplan: [ 300 2 à 320000 Mark, 1 à 300000 Mark, 2 à 160 000 Mark 1 à 81000 Mark, 2 à 76832 Mark, 1 à 48000 Mark 2 à 45000 Mark, 1 à 32000 Mark, 2 à 24 000 Mark 1 à 18000 Mark, 2 à 17000 Mark, 1 à 16 000 Mark 2 à 12 832 Mark etc. Im Ganzen ca. 57 000 Treffer p. A. im Gesamtbetrage von 8 660 604 Mark. Dieses Inserat erscheint nur ein Mal. Bestellen Sie daher sofort am einfachsten pr. Nachnahme 3 Nummern für 4 Mark, 6 Nummern für 8 Mark, 9 Nummern für 12 Mark etc. durch: Max Soldmann, Stralsund 25. Knigerdamm 24. Jeder muss mindestens 3 Nummern bestellen. Stein's Garten:: Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement Elektr. Licht. Fremdenpension Bad im Hause. Telephou Nr. 5. Himmelfahrtstag. Bet günstiger Witterung nachmittas 3 Uhr: Christliches Waldfest an der dicken Eiche bei Bubenrod. 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