5 ' n B m te n, te en d en el. aß AS nd ge er en nd her uch tel. an Den ern h? gelt das ten ind bult ann die ms, Find. gfte fur. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. t Nr. 95. zur für t er iten nicht das Find. Das eben die Fault, nden und doch So nach für tung das баб den auch Diges δας ein There dern Leicht 8 cm dene große nden üffen man Futter n die Führt. eilen ihen. - - Telephon: Nr. 362. mebr Jnnenkultur. Unsere materielle Kultur hat eine ungeahnte Höhe erreicht. Die Lebenshaltung aller Stände ist gestiegen. Die Zahl der Millionäre ist in stetigem Wachsen begriffen. Ein übertriebener Luxus nimmt überhand. Wer das Leben in den„ erstklassigen" Hotels der Großstädte kennt, der weiß davon ein Lied zu singen. Mit der Geselligkeit der sog. vornehmen Stände sind aufs höchste gesteigerte Genüsse verbunden, Genüsse, die große Summen verschlingen, über die tausende seufzen, die man aber nicht weglassen darf, will man nicht gesellschaftlich unmöglich werden. Wir haben Ueberlandzentralen und Telephone, Autos und Aeroplane. Hat mat all der äußeren Erleichterung und Verfeinerung des Lebens auch die Innenkultur Schritt gehalten? Man verweist uns auf das Heldentum, das sich zeige auf hoher See, wie fürzlich beim Untergange der " Preußen“, oder auf der Lokomotive oder auf dem Dachgiebel bei Feuersbrünsten, und man führt diesen Heroismus zurück auf die treffliche materielle Kultur, die uns die äußeren Sorgen abnehme, unsern Verstand verfeinere und die Wege ebne zu höherem Dasein. Man vergißt, daß jene Heldentaten noch gar keine Ausflüsse der wahren, der Herzensbildung zu sein brauchen. Man übersieht auch die Schattenseiten unseres Kulturlebens, den Niedergang der sittlichen Kräfte. Man halte sich doch nur gegenwärtig die wachsende Untreue von Beamten, die sittlichen Defekte in den führenden Kreisen, die Gleich gültigkeit dem Leben gegenüber, wie sie in der Steigerung der Selbstmorde( man nennt es so schön„ Freitod") zum Ausdruck kommt, an die Herrenmoral mit ihrer mit ihrer brutalen Selbstsucht, an die mangelnde Begeisterung für große Zwecke. Ob nicht die Schattenseiten der materiellen Kultur überwiegen? Das eine ist sicher: eine nur äußerliche Kultur verslacht und verödet die Menschen, läßt sie mit innerer Leere, mit sittlichem Bankerott enden. Alle, die ihr Volk lieb haben, müssen ernstlich daran denken, unseren Volksgenossen große, sittliche Gedanken in die Seele zu werfen, sie noch mehr zur Selbstzucht und Pflichtgefühl zu erziehen, ihnen die höch sten Lebenswerte und Ewigkeitswerte in Herz und Gewissen zu pflanzen, damit sie den großen Aufgaben der Zeit gewachsen sind, und nicht am Besten und Wertvollsten, an ihrem Innenleben verkümmern. Kurz zu den wichtigsten Forderungen des Tages gehört die Forderung: Mehr Innenkultur! Veteranen- Fürsorge. von Zur Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer sind in den Reichshaushaltetat für 1911 28,6 Millionen Mark eingesetzt. Die für die Verleihung vom Bundesrat erlassenen Ausführungsbestimmungen besagen, daß in erster Linie die Unterstützungsbedürftigkeit der Nachsuchenden zu berücksichtigen, ein bestimmter Grad Erwerbsunfähigkeit aber nicht mehr zu fordern ist. Die Unterstützungsbedürftigkeit muß durch eine nicht bloß vorübergehende Ursache begründet sein, also durch hohes Alter, Siechtum, unheilbare Krankheit oder andere Gebrechen; bei Prüfung der Bedürftigkeitsfrage sind die persönlichen Verhältnisse des Veteranen und die örtlichen Umstände besonders zu berücksichtigen. Die Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses ist nur dann erforderlich, wenn erhebliche Zweifel bezüglich der Erwerbsunfähigkeit bestehen. Da die verfügbare Summe jene des vorausgegangenen Rechnungsjahres um fünf Millionen Mark übersteigt, so werden unter Berücksichtigung der steten Verminderung der schon Bedachten im laufenden Jahre rund 50 000 Veteranen mehr als bisher Beihilfen erhalten können. Bei dem Reichstagsabgeordneten Behrens wurde nun in letzter Zeit vielfach angefragt, ob neuerdings auch an solche Veteranen Beihilfen gezahlt würden, die nicht in Feindesland waren. Auf Wunsch eines Ve= teranen hat Abg. Behrens eine Anfrage an das Reichsschazzamt gerichtet. Die Antwort, die weitere Veteranenfreise interessieren dürfte, lautet: „ Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich auf das gefällige Schreiben vom 7. April 1911 zu erwidern, daß nach§ 1 der Ausführungsbestimmungen über die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer nur solche Personen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes für die Bewilligung der Beihilfe in Frage kommen, welche„ in dem Feldzuge 1870 1871 oder in einem von deutschen Sta a- ten vor 1870 geführten Kriege zu kriegerischen 3weden die feindliche Grenze überschritten oder im eigenen oder be der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Montag den 24. April 1911 ziehungsweise verbündeten Lande an friegerischen Operationen oder Kä m= pfen teilgenommen haben." Hiernach können denjenigen Veteranen, welche aus ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Tausende von Mark einbringt, bildet in seiner weißen Blütenpracht ein herrliches Bild. * Marburg, 20. April. Anläßlich seines 70. Geburtstages hat Brauereibesitzer Heinrich Bopp dem Anlaß der Feldzüge 1866 und 1870-71 eingezogen, hiesigen Altertumsverein 20 000 mf. und zur Versorgaber nicht inFeindesland waren, sondern lediglich Gefangene bewacht ha= ben, Beihilfen nicht gewährt werden. - Im Auftrage: Kühn. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. April. fungen betrifft eine Verfügung des Reichspostamts. Seit Gießen, 24. April. Die alten Postanweidem vorigen Sommer sind bekanntlich neue Postanwei sungsformulare im Verkehr, welche an der rechten Seite den Einlieferungsschein tragen, der im Interesse einer Entlastung der Schalterbeamten vom Geldeinzahler selbst auszufüllen ist. Die alten Postanweisungen, zu denen der Posteinlieferungsschein vom Schalterbeamten ausgefertigt werden muß, können nur noch bis zum 30. Juni 1911 benutzt werden. Vom 1. Juli an werden sie nicht mehr angenommen und auch nicht mehr gegen neue umgetauscht. = r Gießen, 24. April. Der Hassiabezirk Gießen von der Kriegerkameradschaft Hassia hält am 7. Mai im Lenzschen Felsenkeller seinen Frühjahrsbezirkstag ab. ratung der Anträge für den Delegiertentag der Hassia Den wichtigsten Teil der Tagesordnung bildet die Bein Friedberg. Gießen, 24. April. Die Vorbereitungen zum Allgemeinen hessischen Blumentag sind auch auf dem Lande in vollem Gange. Im Kreise Lauterbach wird in sämtlichen 67 Gemeinden Blumenverkauf stattfinden, ebenso in sämtlichen Gemeinden des Kreises Heppenheim, Mainz und Dieburg. Nicht die kleinste - Gemeinde hat sich davon ausgeschlossen. Auch in den Kreisen Friedberg und Schotten scheinen Veranstaltungen in allen Gemeinden ohne jede Ausnahme zustande zu kommen. Die Nachrichten aus den anderen Kreisen lauten ebenfalls sehr günstig.„ Keine Gegend des Hessenlandes will" wie ein Komitee schreibt, an Gemeinsinn und sozialem Pflichtgefühl hinter der anderen zurückbleiben“. Kommt doch auch der Ertrag immer der Zweigstelle desjenigen Kreises zugute, in dem ereingeht. Besonders erfreulich ist der Umstand, daß täglich in größerer Zahl Material für Vorträge über die Mutter- und Säuglingsfürsorge bestellt wird. Es werden sehr viele derartige Vorträge gehalten werden. Der ideelle Gewinn des Blumentages für den Gedanken der Mutter- und Säuglingsfürsorge wird deshalb allein schon ein schöner Erfolg sein. Doch ist nach dem Stand der Dinge die Hoffnung berechtigt, daß auch der materielle Erfolg nicht ausbleiben wird. * Gießen, 24. April. Der„ Hessische Gau- Verband gegen den Alkoholismus" wird am 30. April in Mainz seinen dritten Gautag abhalten. Vormittags 12 Uhr wird in den von der hessischen Regierung zur Verfügung gestellten Räumen des früheren Justizpalastes eine Ausstellung über den Alkoholismus eröffnet werden, wozu die Militär- und Zivilpersonen eingeladen sind. Besonderes Interesse dürfte der um 5 Uhr nach mittags im„ Frankfurter Hof" stattfindende öffentliche Vortrag mit anschließender freier Aussprache über„ Weinbau, Landwirtschaft und Alkoholfrage" in Anspruch neh= men. Der Vortragende, Landwirt und Geschäftsführer der Obstverwertungsversuchsanstalt in Eßlingen, v. Gizycki, wird über eine neue zweckmäßige und vorteilhafte Verwertung von Trauben und anderem Obst unseren hessischen Weinbauern und Landwirten Aufschluß geben. Der Eintritt zu dem Vortrag ist unentgeltlich. der Wezlar, 24. April. Am 1. Mai wird öffentliche Wetterdienst wieder aufgenommen. Gegen Mittag werden die Wettervorhersagen an den Posthäusern ausgehängt. Auf Verlangen wird jedem Fernsprechteilnehmer die neueste Prognose gegen eine Einzelgebühr 10 Pfg., die von dem Inhaber der Sprechstelle mittelst einer Postkarte als Porto eingezogen wird, auch zugesprochen. von Wiesbaden, 24. April. Der Kaiser trifft zu den Maifestspielen, wie nunmehr feststeht, am 10. Mai früh 8 Uhr von Straßburg hier ein. -m- Aus der Wetterau, 24. April. In schönster Blütenpracht stehen gegenwärtig die zahlreichen Kirschenanlagen bei Rendel, Ober- Rosbach, Ockstadt und Friedberg. Der große Kirschenwald am Taunusabhang bei Rosbach, dessen Ertrag den Bewohnern jährlich ung der Arbeiter und Angestellten seiner Brauerei 10 000 Mark gestiftet. -- Ruppertenrod, 24. April. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern hier am Mittwoch Herr Lehrer Strad und Frau. * Darmstadt, 24. April. Der Wahlrechtsausschuß der ersten Kammer trat Freitag unter Vorsitz des Fürsten von Leiningen zu einer Beratung zusammen, um sich mit den Rückäußerungen der Zweiten Kammer über die Wahlrechtsvorlage zu beschäftigen. Der Ausschuß be= schloß nach kurzer Erörterung, dem Kammerplenum den Beitritt zu den unwesentlichen Abänderungsanträgen der Zweiten Kammer zu empfehlen. Im Anschluß an diese Beratung fand ebenfalls unter Vorsitz des Fürsten von Leiningen eine Sitzung des Gesetzgebungsausschusses der änderungsbeschlüssen der Zweiten Kammer an den Verersten Kammer statt, der sich in erster Linie mit den Abwaltungs- Gesezentwürfen beschäftigte. Der Ausschuß entschied sich dahin, sowohl bezüglich der Städteordnung, ' wie der Landgemeindeordnung, den wenigen, von der Zweiten Kammer getroffenen Abänderungen an den Rückäußerungen der Ersten Kammer zuzustimmen, desgleichen den Beschlüssen der Zweiten Kammer über den Gesetzentwurf betr. die Verwaltungsrechtspflege und der vom anderen Hause unverändert angenommenen Vorlage betreffend die Kreis- und Provinzialordnung. Wenn, wie mit Sicherheit zu erwarten ist, das Plenum der Ersten Kammer den Anträgen des Ausschusses zustimmt, so sind die genannten vier Gesetzentwürfe damit endgültig von den Landständen genehmigt. Neben der ErAusschuß dann noch dem von der Zweiten Kammer unledigung verschiedener kleinerer Vorlagen stimmte der verändert angenommenen Gesetzentwurf betr. die Oberrechnungskammer zu. Wie die zweite Kammer, so wird dem Vernehmen nach auch die erste Kammer noch in der zweiten Hälfte des Monats Mai eine kurze Tagung abhalten und sich mit den vorerwähnten Gesetzentwürfen beschäftigen, auch über die alsdann inzwischen von der zweiten Kammer gefaßten Beschlüsse über die Abänderungsvorschläge inbetreff der Gemeindesteuervorlage in Beratung treten. Wenn nicht ganz unvorhergesehene Hindernisse eintreten, so hofft man, daß die Schließung der 34. Legislaturperiode des Landtags um die Mitte des Monats Juni erfolgen wird. * Büdingen, 24. April. Auf Anregung mehrerer Zweigvereine des Vogelsberger Höhenflubs soll am Himmelfahrtstag auf der Ronneburg bei Büdingen ein volkstümliches Festspiel aufgeführt werden. Der Stoff des Festspiels behandelt geschichtliche Vorgänge aus dem 17. Jahrhundert, in deren Mittelpunkt Graf Wolfgang Ernst von Jsenburg- Büdingen steht. Dillenburg, 24. April. Wegen der großen Seuchengefahr infolge des starken Auftretens der Maulund Klauenseuche im Regierungsbezirk Wiesbaden und im Kreise Siegen ordnete der Landrat an, daß bis auf weiteres Viehmärkte im Dillkreise nicht abgehalten werden dürfen. * Nieder- Ingelheim, 24. April. Bei einer Anfuhr von über 10 Zentner Spargeln wurde der trotz seines kurzen Bestehens schon in ganz Deutschland zu hoher Bedeutung gelangte Ingelheimer Spargelmarkt eröffnet. Literarisches. - -J. F. Kleine. Die Heilung der gich= tisch- rheumatischen Erkrankungen ge mäß der erfolgreichst bewährten Methode des Dr. med. M. J. Kittel in Franzensbad. Verlag v. Kleine & Stapf, Berlin W. 15. Preis geh. 3,50 Mt.- Der Verfasser, welcher lange und schwer an dieser Krankheit gelitten und sie eingehend studiert hat, führt in dem Buche aus, wie durch die Forschungen von Dr. Kittel nunmehr festgestellt worden ist, daß die Veranlassungsursache dieser Erkrankungen in Zirkulationsstörungen besteht: fast ausnahmslos sind es Erkältungen, insbesondere Durchnässungen und plötzliche Abkühlung nach Schweißbildung, welche die Grundbedingung für die Entstehung der Krankheit herbeiführen. - Wie sollen wir unsere Kinder strafen? Ueber dieses wichtige Thema sollte man den ausgezeichneten Artikel in der neuesten Nummer der Familien- und Modenzeitschrift„ Mode und Haus" ( Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57) lesen. Deutsche Kriminalisten. Die gegenwärtig in Berlin tagende deutsche Landesgruppe der internationalen kriminalistischen Vereinigung hat sich in außerordentlich interessanter Weise mit dem Vorentwurf des zukünftigen Strafgesetzbuches beschäftigt. Die meisten Redner, in erster Linie der hochangesehene Kriminalist Geh. Justizrat Professor Dr. v. Liszt, erflärten, daß der Entwurf trotz mancher Schwächen und Fehler eine Reihe von großen Vorzügen aufweise und insbesondere eine geeignete Grundlage für ein weiteres Arbeiten bilde. Der Entwurf hat eine Reihe von kriminalpolitischen Forderungen, die von unseren besten Kriminalisten seit langer Beit erhoben werden, in weitem Umfange berücksichtigt, wie die bedingte Verurteilung, die Rehabilitation, die besondere Behandlung der vermindert zurechnungsfähigen, die Maßregeln für Trunksüchtige usw. Die Strafbestim mungen sind, wie Geheimrat Liszt ausführte, kurz und knapp gehalten. Dem freien richterlichen Ermessen ist der größte Spielraum gelassen, eine Tatsache, die der Referent, Geheimrat v. Liszt besonders lobend erwähnte. denheit zwischen dem Reichskanzler und dem Staatssetretär Delbrück inbezug auf die elsah- lothringische Frage wissen wollten. Ist schon die Annahme grundfalsch, der Reichskanzler fönnte in einem Scheitern der Vorlage für sich einen Anlaß zum Rücktritt sehen, so ist es geradezu blödsinnig, ihm unterschieben zu hollen, er werde in diesem Falle einen Mitarbeiter zum Sündenbod machen, der sich mit aller Kraft um das glückliche Gelingen des Werkes be= müht hat." Ueber weitere Rüdtrittsgerüchte lesen wir im„ B. T.", daß für den Fall eines Scheiterns der elsaß- lothrinigischen Verfassungsvorlage der Statthalter Graf von Wedel von seinem Posten zurücktreten werde, während andererseits versichert wird, daß Staatssekretär Zorn von Bulach nur das Zustandekommen des Entwurfes abwartet, um sich dann ins Privatleben zurückzuziehen. Die Vernehmung des Cölner Pfarrers Jatho vor dem Oberkirchenrat in Berlin hat am Freitag stattgefunden. Die Aussagen Jathos über seine seelsorgerische Tätigkeit und über seine Stellung in und zu seiner Gemeinde in Cöln wurden zu Protokoll genommen. Nunmehr steht ihm zur Abgabe weiterer Erklärungen noch eine Frist von vier Wochen offen. Nach Ablauf dieser Frist und nachdem eventuell noch weitere Zeugen vernommen sind, erfolgt die Uebergabe der Aften an den Vorsitzenden des Oberkirchenrats und des Spruchkollegiums. Dieser beraumt dann den Termin zur Hauptverhandlung vor dem Spruchkollegium an, die in etwa 5 bis 6 Wochen zu erwarten sein dürfte. Mit vollem Recht wurde in der Versammlung die Forderung erhoben, daß gleichzeitig mit dem zukünftigen Strafgesetzbuch der Strafvollzug einheitlich geregelt wird. In dieser Beziehung wurden aus der Mitte der Versammlung eine ganze Reihe von humanen Wünschen geäußert. So wandte sich u. a. der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Krohne, die erste Autorität auf dem Gebiete des Gefängniswesens, gegen das nach seiner Ansicht nur schlecht wirkende Haupthaar- und Bartabschneiden bei den Buchthäuslern. Man darf, so meinte er, niemals das auch bei den schwersten Verbrechern noch vorhandene Ehrgefühl abstumpfen. Noch radikaler äußerte sich der Professor Graf Gleispach Prag, der sich überhaupt für die Beseitigung der Zuchthausstrafe aussprach, weil sie mit den Besserungsbestrebungen der Internationalen kriminalistischen Vereinigung im schärfsten Widerspruch steht. Echt humanistische Anschauungen waren es auch, die der berühmte Breslauer Verteidiger Justizrat Dr. Mamroth, in der Versammlung äußerte. Er tadelte den heutigen Vollzug der Un= tersuchungshaft, der für die Gefangenen häufig eine viel schlimmere Strafe als die Strafe selbst darstelle. Justizrat Mamroth beklagt auch die Demütigungen, die oft unseren Untersuchungsgefangenen unnüberweise in den Gefängnissen zugefügt werden. Er sieht die Ursache in der Willkür der Gefängnisbeamten und ein bischen auch in der Willkür der die intersuchung führenden Richter. Die Briefkontrolle und die Kontrolle der Unterhaltung der Untersuchungsgefangenen mit ihren Angehörigen findet er in vielen Fällen übertrieben rigoros. Bezüglich der im zukünftigen Strafgesetzbuch geplanten Strafverschärfungen war es außerordentlich interessant zu hören, daß, wie der Geh. Justizrat Meter= Dresden mitteilte, sich die sächsische Regierung im Bundesrat gegen die Strafverschärfungen: Dunkelarrest, hartes Lager usw. ausdrücklich ausgesprochen hat. Geheimrat Meter ist der Ansicht, daß, wenn derartige Straf= verschärfungen wirklich im Strafgesetzbuch aufgenommen werden, sie bei der nächsten Revision wieder beseitigt werden müssen. Wegen bedentender Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet wurden in Siegen( Westfalen) die Postassistenten Thomas und Stieving vom Postamte Gladenbeck. Thomas machte einen vergeblichen Selbstmordversuch. Beim Umschaufeln von Getreide, das in großen Maffen aus einem Speicher herabgeschüttet wurde, geriet der Arbeiter Neumann in Königsberg i. Pr. mit einem Fuß in ein Loch der Diele, aus dem er sich nicht befreien konnte. Der Bedauernswerte wurde so von den nachfolgenden Getreidemassen rebendig begraben. Nach zwei Stunden wurde erst sein Fehlen bemerkt. Man fand seine Leiche schltehlich nach largem Mühen unter dem Getreideberge. Die hessische Wahlrechtsänderung gesichert. Der Wahlrechtsausschuß der ersten hessischen Kammer beschloß bezüg= lich der noch bestehenden Unstimmigkeiten bei der Wahlrechtsvorlage, den Beschlüssen der zweiten Kammer in allen Punkten beizutreten. Damit ist die Annahme der Vorlage gesichert. Durch die Vorlage wird bekanntlich anstelle der indirekten die direkte Wahl und eine Alterspluralstimme eingeführt. Wenn man auch nicht hoffen kann, daß alle in der Versammlung geäußerten Anregungen bei den maßgebenden Kreisen Anklang finden werden, so darf man doch von der zukünftigen Reform des Strafgesetzbuches manches Gute erwarten. - Vom Spiel in den Tod. In einer Laubenkolonie zu Charlottenburg spielte eine Anzahl Kinder, unter denen sich auch die vierjährige Tochter eines Tischlers befand. Beim Laufen kam die Kleine zu Fall und stürzte kopfüber in eine in die Erde eingegrabene Tonne, die fast bis zum Rande mit Wasser gefüllt war. Ehe das Kind herausge zogen werden konnte, war es ertrunken. Eine Familientragödie hat sich in Hverde( Westfalen) abgespielt. Der Fabrikarbeiter Schollas erschoß wegen zer rütteter Familienverhältnisse seine Ehefrau. Er wurde, ehe er Hand an sich selbst legen konnte, verhaftet. Ein Offiziersaustausch zum Studium der Organisation und Taktik ist von Berlin aus vor einiger Zeit bei Desterreich Ungarn und Italien angeregt worden. Zunächst sollen deutsche Offiziere nach Desterreich- Ungarn und Italien, und dann österreichisch- ungarische und italienische Offiziere nach Deutschland gehen. Bei den Heeresleitungen der drei Staaten besteht die Absicht, nur erfahrene Offiziere zu kommandieren. Uebrigens soll der Plan für die Einführung des Systems der Austauschoffiziere auch in England, Frankreich und Rußland bestehen. In Frankreich erwartet man hiervon nebst rein militärischen auch politische Vorteile. Die letzten Nachwahlen zum Reichstage fönnen jetzt als abgeschlossen gelten. Sollte wirklich noch ein Mandat erledigt werden, so wird es kaum zu einer Erfabwahl so kurz vor den Neuwahlen kommen. Es haben außerordentlich viele Nachwahlen stattgefunden, nämlich 45. Es sind also etwa 12 v. H. aller Mandate erneuert worden. Bet 29 von diesen Nachwahlen behaupteten die beteiligten Parteien ihren Besitzstand. Im übrigen gestaltete sich das Ergebnis der Nachwahlen folgendermaßen: Aus den Gerichtssälen. Cine Baffagierlu St. Louis freut, Spiel einigen Ta Luftschiffm Palagierta hat. Unter François bem Fluge ben Gespräc ftets mürri Mann, den mit dem fid terhielt. D plöglich du Verurteilung eines Fortbildungsschülers. Ein Berliner Fortbildungsschüler wurde kürzlich mit 14 Tagen Ge= fängnis bestaft, weil er den Anordnungen eines Lehrers nicht Folge gegeben und sich dem Lehrer, als dieser ihn aus der Schulbank und Klaffe entfernen wollte, tätlich widersetzt hatte. Die vom Vater beim Reichsgericht eingelegte Revision gegen das Erkenntnis der Strafkammer wurde zu rückgewiesen, so daß das Urteil zur Vollstreckung gelangen und der junge Mann die Gefängnisstrafe zu verbüßen ha= ben wird. crozier fpr und zog bl er auf fet abgab. M fuchte er fid Baflagtere um den W und die Gi lang, den 2 halten, bis Schiffes gefe Dame ohne Mann eine Das D bes Schöne Softüre ein resfrift, nad Betrieb gef Umstand ha beiden Jah Saum nistet Paterne ge Fönnen die haus” bas Der A rvürdige W Sat einen meil seine ben besthe. reiche Steu nächst dem zugehen la Jahren star Des Ri N." geschrie größte Mar angesehen n Fahrer Pear auf diesen Ruffe Feod wöchigen A nimmt. De Hat der Fortbildungsschullehrer das Züchtigungsrecht? Diese leidige Frage hat wieder einmal, wie aus Gleiwit berichtet wird, das Gericht zu entscheiden. Der angeklagte Lehrer steht seit 18 Jahren im Schuldienst und unterrichtet sett 6 Jahren auch in der Fortbildungsschule. Seine Vorgesetzten stellten ihm das beste Zeugnis aus. Zuletzt unterrichtete er die Fleischerlehrlinge, die sich ganz außerordentlich frech benahmen. Schließlich sah er sich gezwungen, von seinem vermeintlichen Züchtigungsrecht Gebrauch zu ma chen, und dafür wurde er von dem Vater eines Lehrlings angezeigt. Es wurde vom Gericht festgestellt, daß der Lehrer das Züchtigungsrecht, das dem Volksschullehrer zu steht, nicht überschritten habe. Er glaubte sich auch im Recht, da das Reichsgericht in einer aus den Reußischn Landen stammenden Klage am 10. April 1902 entschieden hatte, daß das Züchtigungsrecht auch dem Fortbildungsschullehrer zustehe. Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte auch die Gleiwißer Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen den beschuldigten Lehrer nicht erhoben, wenn nicht die Oberstaatsanwaltschaft in Breslau zu der Feststellung gekommen wäre, daß die erwähnte Reichsgerichtsentscheidung nur für die Reußischen Lande, nicht aber auch auf Preußen zutreffe, weil in dem letteren Staate die Fortbildungsschule nicht wie in Reuß auf der Volksschule aufgebaut ist, sondern einem besonderen Ministerium unterstehe. Die Gleiwißer Straffammer fam zu einem Freispruch, well sich aus der Hauptverhandlung ergeben habe. daß auch ein Fortbildungsschullehrer unbedingt das Recht der Züchtigung haben müsse, und der Angeflagte sich im übrigen korrekt benommen habe. Die Staatsanwaltschaft hat aber, um eine prinzipielle Entscheidung herbeizuführen, beim Reichsgericht Revision angemeldet. Das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat in Portugal wird demnächst veröffentlicht werden. Die Republik gewährleistet die Gewissensfreiheit und hebt die fatholische Religion als Staatsreligion auf. Der öffentliche Kultus wird gewissen Beschränkungen unterworfen. Die Lasten des Kultus werden von Kultusvereinigungen getragen. Die Vereinigungen dürfen sich nicht in die Erziehung und den Unterricht mischen. Das Gesetz bestimmt dann Näheres über die Gebäude und Kirchengüter. Die Kathedralen und Kirchen, die als notwendig angesehen werden, werden den Vereinigungen unentgeltlich für den Kultus überlassen. Den Priestern, die zur Zeit der Erflärung der Republik im Amte waren, werden Ruhegehälter zuerkannt. Päpstliche Erlasse dürfen ohne Erlaubnis der Regierung nicht veröffentlicht werden. Die So zi a idemokraten gewannen 9 Mandate und verloren keins. Die Fortschrittliche Volk8partet gewann 2 und verlor 2 Mandate. Die Natio= nalliberalen gewannen 3 und verloren 6 Mandate. Das Zentrum gewann 1 und verlor 1 Mandat. Die Welfen gewannen 1 und verloren kein Mandat. Die Antisemiten verloren 3 Mandate und die Konser= vativen 4 Mandate, beide Parteien eroberten kein neues Mandat. Einen wirklichen Gewinn haben also nur die Sozialdemokraten und die Welfen erzielt. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des Staatssekretärs Delbrück, die von vornherein als völlig haltlos betrachtet werden mußten, erfahren jetzt in der " Köln. 3tg." in einer anscheinend offiziösen Auslassung eine scharfe Zurüdweisung. Das Blatt meldet in einem Berliner Telegramm:„ Wir sind bereits den falschen Ges rüchten entgegengetreten, die von einer Meinungsverschte 21) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümce. ( Nachdruck verboten.) Das Vorgehen Frankreichs in Maroffo erzeugt in Madrid nachhaltige Erregung. Die Erklärung der Regierung, daß Spanien nicht eingreifen werde, wenn seine nordafrikanischen Besizungen unbehelligt bleiben, be= ruhigt wenig, denn man befürchtet, daß die neuen französischen Operationen Marokko in solche Wirren stürzen werden, daß Spanien, ob es will oder nicht, zu den Waffen werde greifen müssen. Nachdem er sich soweit gefaßt, daß er wieder flar denten konnte, schrieb er an Hardi einen langen Brief. In aller Bescheidenheit sprach er darin seinen Verdacht aus und beschwor den Herrn Leutnant, als Edelmann zu handeln und einem Unglücklichen aus unverschuldetem Elend zu retten. Kleine Nachrichten. Eine große Tropfsteinhöhle, die wunderbare Steingebilde zeigt, ist bei dem Dorfe Thalheim im Westerwald entdeckt worden. Es ist bisher nur gelungen, 25 Meter in die Höhle rorzudringen, da herabfallendes Gestein weiteres Vordringen verhindert. Der Ausblick zeigt aber, daß fich die Höhle sicher mehrere hundert Meter in das Innere der Erde erstrect. Wie Hardi in den Besitz des Schriftstückes gelangte, da mußte sein erster Gedanke sein: der gute Raben hat seinen Verstand verloren! Der Worte in dem Briefe waren eben zu viele, und der Sinn war darum nicht so ganz tlar. Der vermißte Usedomer Bürgermeister Trömel, der befanntlich vor einiger Zeit in Paris ermittelt wurde, ist in der Nacht zum Freitag bei seiner Familie wieder in Usedom eingetroffen. Wie es heißt, ist gegen ihn das Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Kurz und bündig schrieb er deshalb zurück, daß er nicht der Dieb wäre, Herrn Raben aber, nach dem, was sich an jenem Abend zugetragen, gern den Verdacht verzeihe. Die Sperre des Berliner Viehhofs, die am 15. April wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche verhängt worden war, ist am Freitag nach Beendigung der vorgeschriebenen Desinfektionsarbeiten wieder aufgehoben worden. Was er zur Aufklärung tun fonnte, sollte geschehen. Nach seiner Meinung wäre ein solcher Verdacht geradezu lächerlich. Ein schwacher Trost, wie alles lag. Erna war zu ihren Eltern, die einstweilen im Dorf eine sehr becheidene Wohnung gemietet hatten, zurückgekehrt. Sie wußte alles, wußte auch, daß der Vater unschuldig war, benn sie kannte ihn und hatte auch unbegrenztes Vertrauen zu ihm. Vermischtes. Durch Konfekt vergiftet. Das bei dem Kaufmann August Kurda in Guttentag in Schlesien bedienstete Kinderfräulein Ziegler war während der Osterfeiertage zu Besuch bei seinen Verwandten in Beuthen. Bei seiner Rückkehr brachte es aus Beuthen Konfekt mit, von dem es furz vor dem Schlafengehen aß und davon auch dem Dienstmädchen gab. Beide Mädchen wurden am anderen Morgen tot aufgefunden. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte Bergiftung fest. Durch Zufall wurde noch ein schwereres Unglück verhütet. Das Kinderfräulein wollte auch den drei Kindern des Kurda von dem mitgebrachten Konfekt au fosten geben. Frau Kurda verbot es ihm aber. Konturs eines Karnevalspräsidenten. Aus Cöln wird dem ,, B. L.-A." berichtet: Aus Gesundheitsrücksichten legte hier, wie es in einer öffentlichen Ankündigung hieß, alsbald nach dem diesjährigen Karneval der langjährige Leiter einer angesehenen Karnevalsgesellschaft sein Amt nieder. In Wirklichkeit geschah es, weil 24 Stunden später der allgemein im Rufe eines reichen Mannes stehende Präfident in Konkurs geriet und bekannt wurde, daß ihn eine Schuld von über 200 000 M drückte. Zahlreiche kleine Leute, die ihre ganzen Ersparnisse hergaben, sind, da in der Masse höchstens 6-7 Prozent stecken, an den Bettelstab gebracht. Eine hiesige Bank ist angeblich mit 24 000 Mark engagiert. Wahrscheinlich wird sich auch das Gericht mit dieser Angelegenheit zu befassen haben. hatte er nur ein bedauerndes Kopfschütteln. Die Sache läge so, daß daran nichts zu ändern wäre, meinte er. Am nächsten Morgen schrieb er Erna sehr kurz und fühl, daß er es unter den traurigen obwaltenden Umständen für das Beste halte, die Verlobung aufzuheben. Sie hätte ja doch nie die Liebe für die ihn empfunden, die er als Bräutigam billig hätte fordern können, und nach dem, was vorgefallen, wäre seine Geduld erschöpft. Erna weinte darum feine Träne, sie sah in Woltersdorfs Brief vielmehr in allem Unglück ein Glück und dankte dem Himmel, daß es so gekommen. Für ihren Vater freilich war das ein neuer harter Schicksalsschlag. Trotzdem Woltersdorf wußte, daß seine Braut wieder bei den Eltern war, hatte er sich nicht sehen lassen. Ein Bufall aber fügte es wenige Tage nach Ernas Heimkehr, daß sie dem Elenden vor dem Dorfe begegnen sollte. Er begrüßte ste äußerst liebenswürdig und entschuldigte sein Fernbleiben mit der Ueberbürdung, die seine neue Tätigkeit als Rentmeister und Inspektor ihm auferlegt. Jhtes Vaters Geschick bedauerte er mit recht dürren Worten und auf ihre Frage, ob er sich denn nicht berufen fühlte, alles aufzubieten, daß man den wahren Täter entdeckte, Um den Lebensunterhalt und die Miete bestreiten zu fönnen, sahen Rabens sich gezwungen, von ihrem Hausgerät und von allem, was ste sonst besaßen, alles nur irgend Entbehrliche zu verkaufen. Not und Sorgen hatten fein Ende. Erna wollte, sobald die Mutter sich ein we nig erholt, eine Stelle als Klavierlehrerin oder als Stüze annehmen, um auch Geld zu verdienen. Hans schrieb ganz verzweifelt. 8. Kapitel. Wieder siegte das Mitleid über die Entrüstung! Der arme betrogene Hardi! Wie würde der niedergeschlagen sein! Unbedingt mußte er ihn trösten und ein paar Tage bei ihm bleiben, trotzdem der älteste Sohn ihn sehnsüchtig erwartete. Hardi war von der bitteren Enttäuschung, die ihm miderfahren, lange nicht so schwer betroffen als durch die Kunde von des Rentmeisters traurigem Geschick. Auf seiner Reise ins Ausland machte der General in der Residenz ein paar Tage Station, um Hardi zu besuchen und zu trösten. Er wußte nämlich bereits, daß aus den kühnen Heiratsplänen nichts werden würde, da der Assessor von der Komtesse bevorzugt worden war und es bereits öffentlich erzählte, daß er mit derselben verlobt wäre. Die offizielle Verlobung würde gefeiert werden, sobald der Graf von der Reise zurückgekehrt set. So hatte man dem General noch wenige Stunden vor seiner um einige Tage verzögerten Abreise berichtet. Er war außer sich gewesen bei der Mitteilung. Der Besuch des Vaters war ihm höchst willkommen, und das erste, was er nach der herzlichen Begrüßung sagte, galt dieser Angelegenheit. Wie konntest Du nur glauben, Papa, daß ein so altbewährter, treuer Mensch Dich bestohlen haben sollte! Wie können wir dieses fürchterliche Unrecht wieder gut machen?- Hier, lies Rabens Brief! Mich hält der arme Mensch für den Täter, und, nachdem ich reiflich über die Sache nachgedacht habe, liegt sein Verdacht sehr nahe. Lies nur erst, dann werde ich Dir alles erklären." „ Es ist, als ob die ganze Hölle gegen mich losgelassen wäre!" hatte er ausgerufen.„ Alle meine Hoffnungen werden vernichtet! Enttäuschung über Enttäuschung, Lug und Trug überall!" - Der General als einmal, las zweimal und dreimal, schüttelte den Kopf und konnte nur ausrufen: ,, Da steht mein Verstand still! Rätsel über Rätsel!" - Papa, aus diesem Brief geht doch ganz deutlich hervor, daß Raben vollkommen frei von jeglicher Schuld ist. Oder glaubst Du, traust Du ihm zu, daß dies hier Komödie sein soll?" Er erzählte dann der Wahrheit gemäß, daß er an jenem Abend auf dem Schloß gewesen, um zweitausend Mark zu holen. Daß dieselben nicht zur Deckung neuer Schulden, sondern für einen Zweckt sein sollten, über den er leider schweigen müßte. Auch daß der Rentmeister sich trok seiner dringendsten Bitten geweigert, ihm Geld zu geben, da er es seinem Herrn früher einmal hätte versprechen müssen, verschwieg Hardi nicht. ( Fortsetzung folgt.) reicht, auch fahrt oder funst, wohl metern: so Beltgenoffen Riese, der Hidhen Gefü Fommen ist redaktionen Bentlich seh Bu Swifts [ pielen. Gr ( denn in e gefunden), leg mit et Wagentüre worsichtigen ffnete Tor bie schmerzl Vorsicht mi hädigte ein magte erft ren Hafen mun endlich tärksten Se einen Stub Botalaugen merkwürdig wenig verle farios über velu norma ren fönnte tid gemü ich währen Panoptifu Appetit ift o versicher leine Ernä leicht er al befitzt eine normaler& nicht trügt, anter einem Das W aber ungen Rheinpfalz Wingerte ine Witwe, der hohen S Witwe und gung ihres sefordert, ih Im Bah leute fomos! lat schon dre verpait"." Die unte Die ant les Barjeval Mittag bet Ende gefunde Rittelt der kinem Blatte Infolge tags au einer wurde dabei bonnte nicht leval", Oberl on Berlin fuhr anfäng Begen 10 1h Chwere Buen Stunde zu Führer, der falten hatte, ahme, in die fönnen, Gelder ftenten Chomas Maffen er Ar Juß in fonnte. en Ge wurde Schließ nie au denen befand. pfüber zum ausges tfalen) n zer de, ehe Berli n Gechrers n aus Derfett e Rede zus angen en ha Brecht? Ceimig flagte richtet Vorunter rdents t, von marlings Lehr zua Recht, anden e, daß er zu wizer digten tschaft ie erischen n dem Reuß ideren fam dlung unbeAngeStaatsidung met. mann Kin ge zu seiner em es Diensta Mor stellte ereres h den Confett wird legte , als e Leis t nies Später Prä 7 eine fleine da in Bettel 24 000 5 Geg! efchlapaar fehne ihm ch die nmen, fagte, auben, ch be rchterabens , und, Itegt be ich eimal, Steht hherfb ift. mödie er an aufend neuer er ben cer fid elb zu e vers Eine Liebestragödie im Passagierluftschiff. In dem Bassagierluftschiff, das täglich von der Luftschiffhalle in St. Louis aufsteigt und sich eines großen Zuspruches erfreut, spielte sich, wie aus Neuyort geschrieben wird, vor einigen Tagen eine eigenartige Liebestragödie ab. Das Luftschiff weist nach dem Muster der Deutschland" eine Passagiertabine auf, die auf beiden Seiten weite Fenster hat. Unter den Passagieren befand sich auch ein Franzose François Delcrozier, der in Begleitung einer Dame an bem Fluge teilnahm. Während die Frau sich lebhaft an den Gesprächen der Passagiere beteiligte, blidte der Mann stets mürrisch vor sich hin. Er schien nur einen jungen Mann, den Amerikaner What, argwöhnisch zu beobachten, mit dem sich die junge Frau des öfteren ziemlich intim unterhielt. Die fröhliche Unterhaltung der Passagiere wurde plötzlich durch eine schreckliche Szene unterbrochen. Delcrozier sprang ganz unvermutet auf, stieß einen Fluch aus und zog blitzschnell einen Revolver aus der Tasche, mit dem er auf seine Frau und auf den Amerikaner zwei Schüsse abgab. Während der Verwirrung, die jetzt entstand, versuchte er sich aus dem Luftschiff in die Tiefe zu stürzen. Die Passagiere und die Luftschiffleiter stürzten sofort hinzu, um den Wahnsinnigen von seinem Vorhaben abzubringen und die Sicherheit der Fahrt nicht zu gefährden. Es gelang, den Rasenden zu bändigen und ihn so lange festzu halten, bis er von den Bedienungsmannschaften des LuftSchiffes gefesselt werden konnte. Glücklicherweise war die Dame ohne jede Verlegung geblieben, während der junge Mann einen leichten Streisschuß erhalten hatte. Das Drosselnest in der Laterne. Auf dem Hofgarten bes Schöneberger Polizeipräsidiums befindet sich über der Hoftüre eine große sechsscheibige Gaslaterne, die seit Jahresfrist, nach Errichtung der elektrischen Beleuchtung, außer Betrieb gesetzt ist und an der eine Scheibe fehlt. Diesen Umstand hat sich ein Schwarzdrosselpaar, das in den letzten beiden Jahren in einem inzwischen gefällten Kastantenbaum nistete, zunuze gemacht und sein Nest diesmal in der Laterne gebaut. Aus den Fenstern des Polizeipräsidiums Fönnen die Beamten jetzt beobachten, wie in dem haus" das Drosselweibchen brittet. GlasDer Amtsstil entwickelt in allen Kulturländern mert würdige Wortgebilde. Die österreichische Steuerbehörde hat einen Karlsbader Kurarzt deshalb höher eingeschäßt, weil seine„ Patientel" zumeist sehr vermögenden Frem den besthe. Bei dieser Schöpfung wird die erfindungsreiche Steuerbehörde nicht stehen bleiben. Sie wird demnächst dem Wiener Scharfrichter eine höhere Einschätzung augehen lassen, weil sich seine Delinquentel" in den letzten Jahren stark vermehrt hat. Der Des Riesen Abschied. Aus Wien wird den„ Münch. N. N." geschrieben: Die vielumstrittene Frage, wer wohl der größte Mann des Jahrhunderts ist, kann jezt als gelöst angesehen werden. Weder Graf Zeppelin, noch der Polar fahrer Peary, noch Max Reinhardt können ihren Anspruch auf diesen Ehrentitel gleich überzeugend darlegen, wie der Russe Feodor Machnow, der dieser Tage nach einem vierwöchigen Aufenthalt in Wien von unserer Stadt Abschied nimmt. Der biedere Ruffe hat zwar nicht den Nordpol erreicht, auch nicht den Ruhm eines Pioniers der Luftschifffahrt oder eines Pfadfinders auf dem Gebiete der Regiekunst, wohl aber eine Größe von 2 Metern und 78 Bentimetern: so daß er füglich behaupten kann, er überrage seine Zeitgenossen um mindestens eines Meters Länge. Riese, der zweifellos beseelt von gewissen verwandtschaftlichen Gefühlen für den Stefansturm nach Wien ge= kommen ist, hat als Mann von Welt auch den Zeitungsredaktionen Besuche abgestattet. Und da konnte man es deutlich sehen, daß es heute ebenso wenig angenehm ist, wie au Swifts Betten, den Gultser im Lande der Zwerge zu pielen. Er kam trotz strenger Kälte in einem Auto gefahren, ( denn in einem geschlossenen Wager hätte er feinen Platz gefunden), verfolgt von fleinen und großen Gassenbuben, tteg mit einem Schritt über den Chauffeur hinweg, der die Wagentüre aufmachen wollte, und trippelte mit ängstlich vorsichtigen fleinen Zweimeter- Schritten durch das weit geöffnete Tor ins Haus. Langsam und gebückt ging er über die schmerzlich knarrenden Dielen, stieg troß der größten Vorsicht mit seinem Schädel die Türpfosten entzwet, be schädigte ein wenig die Drähte der elektrischen Leitung und wagte erst wieder den Kopf zu erheben, als er in den ficheren Hafen des Redaktionszimmers eingelaufen war. Und nun endlich konnte, nachdem sich der hohe Gast auf den stärksten Seffel niedergelassen hatte und der Interviewer einen Stuhl bestiegen hatte, von Angesicht zu Angesicht ein Bokalaugenschein vorgenommen werden. Der Riese, der ein merkwürdig kindliches, sympathisches Geficht besitzt, ließ etn wenig verlegen die wortreichen Erklärungen seines Impre= sarios über sich ergehen. Einen Zylinderhut, in dem fich ein normal gebauter 12jähriger Knabe bequem einquartteren fönnte, etnen Stegelring, durch den ein Fünffronen= Stück gemütlich hindurchgleitet, nennt Feodor Machnow, der sich während der Zeit seines Wiener Aufenthaltes in einem Banoptikum einquartiert hatte, sein etgen. Und auch sein Appetit ist von ähnlich überlebensgroßen Dimensionen: so versicherte wehmütig lächelnd der Impresario. der für feine Ernährung sorgen muß. Nur ku einer Beziehung gleicht er allen übrigen Menschen. Dieser fürchterliche Riese besitzt eine niedliche kleine Frau und hübsche Kinder von normaler Größe. Und wenn sein gutmütiges Aussehen nicht trügt, dann kann man ruhig annehmen, daß der Koloß unter einem winzigen Pantoffel bequem Platz gefunden hat. Das Weinberglein der Witwe. In einem bekannten aber ungenannten Weinorte der unteren Haardt in ber Rheinpfalz erhielt nach Besichtigung der abgeriebenen Wingerte das Wort kommt von Weingarten her - eine Witwe, die auch ein kleines Weingärtlein besitzt, von der hohen Oberkontrollkommission folgenden Befehl:„ Die Witwe und Weinbergbesitzerin N. N. wird nach Besichti gung ihres Besigtums von der Oberkontrollkommission aufgefordert, ihr hinteres Teil besser abzureiben." Im Bahnhofs- Restaurant. Passagier:„ Das Bier ist heute famos!" Wirt:„ Und ob! Der Dicke da in der Ecke hat schon dreimal an seine Frau telegraphiert:„ Anschluß verpaẞt"." ermäßigte sich auf 32 Kilometer. Um nicht direkt bei Gegenwind zu fahren, wurde beschlossen, von der Bahnlinie Berlin- Hannover, die bisher als Wegweiser gedient hatte, abzufchwenken und in deren Nähe zu freuzen. Gegen Mit tag war bei Isenbüttel der Wind aber außerordentlich hef= tig geworden, das Luftschiff fam faft gar nicht von der Stelle, wurde mehrmals vom Winde gedreht, und man befürchtete, die Zwischenstation Minden, wo gelandet und übernachtet werden sollte, nicht mehr zu erreichen. Kurz vor Isenbüttel hatte Oberleutnant Stelling einen Defekt am Leinensystem bemerkt, und er beschloß, um die Mannschaft nicht in Gefahr zu bringen, an möglichst geeigneter Stelle in der Heide eine kurze Landung vorzunehmen, um den Schaden zu reparieren. Die Landungsstelle war aber schwer zu finden, denn man befand sich tief in der Heide mit Sümpfen und Waldbestand. Als das Luftschiff endlich zur Erde ging, wurde es in 10 Meter Höhe von einer schweren Böe erfaßt, breitseits gedrückt und mit aller Kraft auf die Erde gestoßen, wobet der hintere Tell der Ballonhülle in den Bäumen hängen blieb und die Hülle einen großen Riß bekam. Die Mannschaft in der Gondel wurde durcheinandergeworfen, mehrere Personen fielen bet dem starken Aufstoßen aus der Gondel, und der Führer Oberleutnant Stelling und ein Obermaschinist wurden an den Beinen verlegt. Die Gefahr, in welcher die Mannschaft schwebte, erkennend, hatte der Führer sofort die Reißleine gezogen, um ein Wiederaufsteigen und Forttreiben des Luftschiffes durch den Wind zu verhindern. Die beiden Leichtverletzten wurden in eine nahegelegene Jagdhütte transportiert, wo ihnen ein bald hinzukommender Arzt einen Verband anlegte. Allmählich trafen auch die Zuschaver aus der Umgegend an der Unfallstelle ein; Bahn- und Plantagenarbetter waren bei dem Zusammenlegen der Ballonhülle behilflich und machten sich bei den Aufräumungsarbeiten nützlich. Durch das starke Aufstoßen der Gondel waren Gestänge und Stabilisierungsflächen schwer beschädigt, die Motore sind jedoch tntakt geblieben. Während des Nachmittags war die Unfallstelle von Neugierigen stark umlagert; die Gendarmerie mußte Absperrungen vornehmen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war das Luftschiff vollständig auseinandergenommen und die einzelnen Teile konnten nach dem 10 kilometer entfernten Bahnhof Isenbüttel geschafft werden. Oberleutnant Stelling ist über seinen Mißerfolg sehr ntedergeschlagen; er hatte bestimmt gehofft, mit dem Luftschiff spätestens Sonntag in Amsterdam sein zu können, wohin ihm seine Gattin schon vorausgeellt ist. Er hatte sich auf Anraten der Meteorologen zu der Fahrt entschlossen, dte gutes Wetter für die nächsten Tage festgestellt hatten. Das Luftschiff soll in Bitterfeld schleunigst repariert und dann die Fahrt mit hoffentlich besserem Erfolg wiederholt werden. Auf schiefer Bahn. Die Unterschlagungen bei der Deutschen Bank beschäftigten am Freitag die Straffammer in Berlin. Angeklagt waren wegen fortgesetter Unterschlagungen bezw. Begünstigung der Oberkaffterer Gustav Höfling, der Raffierer Richard Krause, der Kassierer Friz Giese und der Kaufmann Frit Weber. Letzterer befindet sich auf fretem Fuße, während die dret anderen aus der Unter suchungshaft vorgeführt wurden. Der Anklage liegen bet der Deutschen Bank verübte Unterschlagungen in Höhe von 78 500 M zugrunde. Die Angeklagten waren mit Ausnahme Webers in der Depofitenkaffe der Deutschen Bank in der Königstraße angestellt; sie führten sich nach leder Richtung hin tadellos, sodaß ihnen großes Bertrauen entgegenge bracht wurde. Spiel und Nennwetten waren die Triebfeder zu einer Rethe von Vergehen, die die bisher unbescholtenen Leute vor den Staatsanwalt brachten. Um die schon vor Jahren begonnenen Unterschlagungen zu verdecken, wurde folgende Methode angewandt: Auf irgend eine Weise wurde bet der Bank stets vorher bekannt, wann die Reviston stattfinden sollte. Die Angeklagten behielten dann einfach von den vorher eingegangenen Geldern Beträge in Söhe der bisher begangenen Unterschlagungen zurück und legten sie in ihre Kasse. Wenn dann die Revisionsbeamten erschienen, wurde diese in schönster Ordnung befunden. Als schließlich die vorhandenen Eingänge nicht mehr zur Dedung der Unterschlagungen ausreichten, belasteten sie das Konto eines größeren Konto inhabers zum Schein mit dem entsprechenden Betrage; nach der Revision wurde dann bem betreffenden Inhaber der Betrag wieder gutgeschrieben, so daß auch in dieser Beziehung keine Entdeckung zu befürchten war. Ueber die fewetlige Höhe der Unterschlagungen wurde von den Angetlagten genau Buch geführt. Als die Unterschlagung endlich durch einen Zufall zur Entdeckung kam, ergriffen Krause und Giese die Flucht. Beide fuhren nach Antwerpen; von dort aus setzte sich Krause mit dem ihm befreundeten Mitangeklagten Weber telephonisch in Verbindung und bat um Geldmittel, da thnen das Reisegeld ausgegangen war. Weber fuhr auch nach Antwerpen und überbrachte den Flüchtlingen 1300 M zur Fortsetzung der Flucht. Hierin erblickte die Anklage eine Begünstigung. Von Antwerpen aus flüchteten die beiden nach Lille, wo ihre Verhaftung erfolgte, nachdem Weber der Kriminalpolizei ihren Aufenthalt mitgeteilt hatte. Das Geständnis der Angeklagten. Die unterbrochene Fernfahrt des P. 6. Börsenspekulationen eingelassen, wozu ihm Gelder feiner Die am Freitag früh von Berlin unternommene Fahrt des Parseval 6 nach Amsterdam hat, wie gemeldet, kurz nach Mittag bei Isenbüttel in der Provinz Hannover ein jähes Ende gefunden. Ueber das Mißgeschick des Ballons übermittelt der Sonderberichterstatter des„ Hannov. Cour." seinem Blatte folgende Einzelheiten: Infolge eines Defektes am Leinensystem war man mittags zu einer Landung gezwungen. Durch widrige Winde wurde dabei das Luftschiff erheblich beschädigt und die Fahrt fonnte nicht fortgesetzt werden. Wie der Führer des Parfeval", Oberleutnant Stelling, mitteilte, war die Fahrt von Berlin bis Debisfelde schr leicht, und das Luftschiff fuhr anfänglich mit 50 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Gegen 10 Uhr vormittags wurden die Winde lebhafter und schwere Böen machten dem Luftschiff viel zu schaffen. Von Stunde zu Stunde nahm der Wind an Heftigkeit zu, der Führer, der anfangs das Luftschiff in 150 Meter Höhe gehalten hatte, ging auf 30 bis 40 Meter Herunter, in der Annahme, in dieser Höhe das Luftschiff beffer vorwärts bringen zu können. Eine Zeitlang ging auch alles gut, das Tempo Der Angekl. Giese erklärte, daß er zunächst durch Berleihen von Geldbeträgen aus der unter ihm stehenden Kaffe an Beamte auf eine schiefe Ebene geraten fet. Erst als er wahrnahm, daß der ihm gegenüberfibende Krause, der ein Konto auf der Bank hatte, allerlei Manipulationen außführte, die auf Täuschung der Revisoren berechnet waren, und von diesem zum Stiüschweigen gebeten wurde, habe er sich dazu hergegeben, auch für sich Beträge aus der Kaffe zu entnehmen. Er habe damals ein festes Gehalt von 2900 M und Nebeneinnahmen in Höhe von etwa 700 M gehabt. 8uerst habe es sich um kleinere Beträge gehandelt, dann sei aber das Defiatt immer größer geworden, und er habe angefangen, mit Kraufe zusammen zu wetten, um das Defizit glatt zumachen. Das set leider nicht gelungen. Der Angeflagte Krause ist nach seiner Angabe zunächst Buchhalter, dann Oberbuchhalter und schließlich Kassierer gewesen. Er behauptet, nur ein Gehalt von 132 M monatlich bezogen zu haben, das sich durch Nebeneinnahmen bis auf 150 M gesteigert habe. Damit sei er nicht zurecht gekommen und habe sich, um sich etne Nebeneinnahme zu verschaffen, auf Verwandten zur Verfügung gestellt worden waren. Er habe dabet aber immer Nackenschläge erhalten, und er sei immer ttefer hineingeraten. Dann habe er es mit Rennwetten versucht, sei aber immer weiter hinabgeglitten. Von Jahr zu Jahr fet das Defizit, für das er aufzukommen habe, größer geworden; er habe ganz unsinnig zu wetten angefangen und täglich Beträge bis zu tausend Mark verwettet. Schließlich habe das Manfo 50 000 M betragen. Er habe jedoch nicht die Absicht gehabt, die Bank zu schädigen und geglaubt, daß er in der Lage gewesen sei, die von ihm entnommenen Gelder wieder zu ersetzen. Der Angeklagte Weber ist nur beschuldigt, seinem zukünftigen Schwager Krause Beistand geleistet zu haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen. Er gibt alles unumwunden zu. Höfling behauptete, daß er ein Anfangsgehalt von 8150 M bezogen habe und daß er durch Krankheit seiner Frau und seines erstgeborenen Kindes zu den Unterschlagungen veranlaßt worden sei. Er habe seine Ehe schon mit Schulden begonnen und set schließlich von Krause, auf dessen Schuldkonto Unterschlagungen in Höhe von etwa 50 000 M fallen, zut den Veruntreuungen verleitet worden. Das Urteil lautete gegen Höfling auf 1 Jahr 6 Monate, gegen Krause auf 2 Jahre und gegen Giese auf 1 Jahr 6 Monate Ge fängnis. Weber wurde zu einer Geldstrafe von 30 M wegen Begünstigung verurteilt. Drabtnachrichten und neuestes. Staat und Kirche in Portugal. Lissabon, 22. April. Nach Mitteilungen aus der Provinz ist die Bekanntgabe des Trennungsgesetzes mit freudigen Kundgebungen aufgenommen worden. Der Regierung sind aus dem ganzen Lande zahlreiche Glückwunschtelegramme zugegangen. Verschwörungen gegen die portugiesische Republik. Oporto, 22. April. Ein Sergeant und ein Korporal sind unter dem Verdacht verhaftet worden, an einer Verschwörung gegen die Republik beteiligt zu sein. Auch meh rere Zivilpersonen sind festgenommen worden. Fez von den Aufständischen gestürmt. Madrid, 22. April. Die Regierung hat ein aus Cita datiertes Telegramm erhalten, wonach ein gestern dort eingetroffener Eingeborener, der von Tetuan kam, versichert, die Rebellen hätten Fez im Sturm genommen und die ganze maroffanische Garnison niedergemeßelt. Der Sultan habe sich in das französische Konsulat geflüchtet. Streikausschreitungen in Hamburg. Hamburg, 22. April. Gestern abend trafen 20 Mann Arbeitswillige aus Kiel ein. Sie wurden sofort von den Posten der seit Mitte März streikenden Tischler angehalten, und als die Aufforderung, gemeinsame Sache zu machen, Ablehnung fand, wurden sie von den Streifenden überfallen. Es entstand auf dem Platz vor dem Bahnhof eine allgemeine Schlägerei, bet der sich auch Passanten aktiv beteiligten. Die Polizet verhaftete sämtliche Streikposten. Bahlreiche Personen sind verletzt worden. Verschollene deutsche Dampfer. Hamburg, 22. April. Drei Slomann- Dampfer PaTermo, Slovenia und Genua sind gestern von dem Seeamt als verschollen erklärt worden. Die Schiffe, die in seetüchtigem Zustand sich befanden, sind in den schweren Stürmen an der spanischen Küste vom 8.- 12. Dezember untergegangen, wobei über 60 Seeleute und fünf Fahrgäste, Angehörige des Sentorchefs der Reederei, den Tod in den Wellen fanden. Eine Rabenmutter. Bremen, 22. April. Eine böhmische Fabrikarbeiterin in Delmenhorst wurde wegen Kindesmordes verhaftet. Ste tötete ihr Kind nach der Geburt durch Stiche in den Kopf und die Brust und übergoß es dann mit Petroleum, um es zu verbrennen. Das gelang aber nicht, worauf fie gleichmütig zur Arbeit ging und abends die Leiche im Borkenhäuschen an der Graftpromenade trug, wo sie Spazier gånger fanden. Die Mörderin soll bei ihrem Geständnis ihren Schwager, einen Arbeiter, als Vater des Kindes angegeben haben, der sich darauf erhängte. Vom Zuge überfahren und getötet. Bezdorf, 22. April. In Niederschelderhütte wurde der Versicherungsreisende Nenn aus Klafeld, als er eine Straße überschreiten wollte, von einem Zuge der Grubenbahn von Storch in Schönebeck erfaßt und so schwer verletzt, daß er alsbald starb. Ein Raubmord in der Silvesternacht aufgedeckt. Cöln, 22. April. Auf der Heimkehr von einem Silvesterball war hier der 19fährige Sohn des Rentmeisters Borjan aus Fürstenberg in Westfalen verschwunden. Nach längerer Bett meldete sich die Frau eines Bäckermeisters, die mitteilte, ste habe gesehen, wie ein junger Mann, der sich in Begleitung einer jungen Dame befand, in der Nacht von awei Männern niedergeschlagen worden set. Später hätten dte Männer den anscheinend Leblosen auf den Rücken genommen und in den Rhein geworfen. Diese Mitteilung hat jetzt insofern eine Bestätigung erhalten, als die Leiche des Verschwundenen unter einem Floß im Rhein gefunden wurde. Das Geld und die Wertsachen des jungen Mannes waren verschwunden. Da er bei seinem Verschwinden über 200 Mark bei sich trug, scheint es sich zu bestätigen, daß er von fenen zwei Männern im Bunde mit einem Mädchen be= raubt, ermordet und dann in den Rhein geworfen wor= den ist. Folgenschwerer Zugzusammenstoß. Posen, 22. April. Auf dem Bahnhof Schneidemühl stießen ein Personenzug und ein Güterzug zusammen. Vom Personenzug entgleisten die Maschine und drei Wagen, vom Güterzug fünf Viehwagen. Der Lokomotiv- and der Zugführer vom Personenzun sowie acht Reisende erlitten Verlegungen. Folgenschwerer Unfall einer Artillerieabteilung. Breslau, 22. April. Von einem schweren Unfall wurde das hiesige Feldartillerieregiment Nr. 6 heimgesucht. Gestern mittag hatte eine Batterie zu einer furzen Rast ein Bauerngehöft in Mochborn aufgesucht. Die Mannschaft lagerte zum Teil auf der Erde, als durch einen Scharfen Windstoß ein Scheunentor zugeworfen wurde. Die Pferde eines Geschützes wurden dadurch scheu und rissen die anderen mit sich. Die Pferde raften mit dem schweren Geschütz über die zum Teil ruhenden Mannschaften hinweg, wobei neun Soldaten verlegt wurden. Dem Kanonier Berger ging das Geschütz direkt über die Brust, so daß ihm mehrere Rippen in die Lunge drangen und er bald nach seiner Einlieferung ins Lazarett verstarb. Ein zweiter Soldat erlitt einen Oberschenkelbruch und eine Schädelverlegung, die anderen sieben wurden leichter verletzt. Ein Pferd stürzte und mußte erschossen werden. Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Kanonier Berger hatte schon im vorigen Jahre einen Unfall erlitten, wobei er ein Schienbein brach. Attentat auf einen Konsul. Sofia, 22. April. Der hiesige englische Vizekonsul Hardie machte gestern einen Spazierritt außerhalb der Stadt. Unweit der Pionierkaserne famen mehrere Apachen in einem Wagen herbei und feuerten auf den Vizekonsul zahlreiche Schüsse ab, von denen aber feiner traf. Der Konsul gab dem Pferde die Sporen und jagte davon. Später gelang es, einen von den Attentätern in der Person eines 20jährigen Burschen zu fassen. Französische Truppen für Marotto. Paris, 22. April. Im Marseiller Hafen herrscht Seit 24 Stunden eine lebhafte Bewegung. Außer den 500 Mann Kolonialinfanterie, die aus Toulon, und den 180 Mann Kolonialinfanterie, die aus Perpignan eingetrof fen sind, werden dort im Laufe der nächsten Tage noch weitere 2000 Mann Truppen verschiedener Waffengattun= gen und 600 Pferde eingeschifft werden. Diesem Transport wird gleichfalls mit der Bestimmung Casablanca noch ein anderer folgen und zwar dirett von Algier aus, wo 1000 Mann, 124 Pferde und 100 Maulesel zur Einschiffung bereit sind. Von Toulon ist ein Transportschiff mit einer Abteilung Kolonialtruppen nach Marokko abgegangen. Der Dämon Gold. Nenyork, 22. April. Das Schaufenster eines Juwelier, ladens am Broadway wurde durch schen gewordene Pferde zertrümmert. Die Polizei hatte Mühe, die Menge abzu. halten, Edelsteine und Schmucksachen, die auf der Straße lagen, an sich zu nehmen. R Circus C. Strassburger Gießen:: Oswaldsgarten. Hente, Montag, den 24. April, abends 8 Uhr Grosse Elite- Vorstellung mit neuem Programm. Preise wie bekannt. Billetvorverkauf in der Zigarrenhandlung Lindau& Winterfeld, Seltersweg. ( 218) Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen- Bahnanschluss IVO PUHONNY Ein Sprung in's Ungervisse ift jeder Verfuch, die bewährten Marken Palmina Palmona ( Pflanzen- Butter- Margarine) durch unbe. kannte, billige Fette zu ersetzen. Palmin und Palmona werden feit vielen Jahren täglich in Millionen Haushaltungen verwendet; fie find alfo erprobt und bewährt, fonft würden fie nicht den ausgezeichneten Ruf genießen, den fie von der feinsten bis zur einfachsten Küche befitzen. Darin liegt eine Garantie, die bei unbekannten Marken nicht geboten wird. 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