amp ECHI Wilheim II. ederrhein, likör! nekamp verker n Meister t den a lärt d. 1 nzureichen andwerle ttung dem - Provin 1 äft hon 828 ngen. he lack. atratzen r Polster eller fachermöbel gut erhaltenn agen. r. 18. II. to ht. e Klinik schine gesucht. Hammond tsstelle der ng. OFFEN and Putzen NUR ANNIA IFE CHUTZ 1 utz Ueberall zu haben. 1. in Gießen Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 71. - - Telephon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) Obstbau Sortierung- Dörren. - Bei dem Titel„ Förderung der Landwirtschaft" im Reichsetat nahm der Abg. Behrens das Wort, um dazu folgendes auszuführen: „ Der Titel 19, der zur Förderung des Ab= sazes und der Verwertung von land wirtschaftlichen Erzeugnissen dem Herrn Staatssekretär die nötigen Mittel zur Verfügung stellt. Unter diesen Titel fällt auch die Förderung des deutschen Obstbaues. Der Obstbau ist ein wesentlicher Teil unserer heimischen Landwirtschaft geworden, und besonders die kleinen Landwirte sind außerordent lich an dem Obstbau und einer günstigen Verwertung des Obstes interessiert. In den letzten Jahrzehnten sind in Deutschland alljährlich Millionen Obstbäumen angepflanzt worden zu dem Zwecke, dadurch der jetzigen übergroßen Einfuhr ausländischen Obstes Konkurrenz zu machen. Es ist eine Frage von großer Tragweite, minderwertiges, weniger gutes mit fleinen Schönheitsfehlern behaftetes Obst direkt zu verwerten. Für die Herstellung von Fruchtweinen werden die künftigen Mengen des gebauten Obstes viel zu groß sein. Die Obstkonservenfabriken sind zur Zeit der Hauptobsternte sowohl mit der Verwertung des Obstes als auch mit der Verarbeitung der Gemüse beschäftigt. Sie sind nun erfahrungsgemäß nicht in der Lage, das große Angebot, das während der Erntezeit an Obst herrscht, zu verbrauchen, und die Preise werden dadurch außer ver= ordentlich gedrückt. Die Obstzüchter, besonders die kleinen Landwirte, werden dadurch oft sehr geschädigt. Es ist deshalb für die Obst züchter und Kleinbauern eine Frage von der größten Bedeutung, das vorbezeichnete Obst zu einem haltbaren Fabrikat zu arbeiten, welches zu einer Zeit, in welcher die Konser venfabriken Mangel an Material haben, gesucht und angemessen bezahlt wird. Billiges Obst für den kleinen Mann in reichlichen Mengen den Märkten zuzuführen, liegt im Interesse der Volksgesundheit und muß eine der hauptsächlichsten Aufgaben des Deutschen Pomologenvereins und aller Behörden und Körperschaften sein, die für den deutschen Obstbau arbeiten. Es ist allerdings nicht zu bestreiten, daß die Nachfrage nach feinem Tafelobst auch in Deutschland bisher in demselben Umfang gestiegen ist, wie die Wohlhaben= heit und damit die Ansprüche und Bedürfnisse des täglichen Lebens gestiegen sind. Feines Tafel obst ist heute sehr gefragt und findet immer guten Absatz. Je mehr bei den Obstzüchtern die Erkenntnis sich Bahn bricht, daß nur gleichmäßig sortiertes Obst die Handelsware ist, die imstande sein wird, die ausländische Ausfuhr auf deutschen Märkten zu ersetzen, je mehr die Obstzüchter sich zu gewissenhafter Sortierung zwingen und daran gewöhnen, um so größere Mengen Obst zweiter, dritter und vierter Sortierung werden gleich= zeitig für die weniger zahlungskräftige Bevölkerung gewonnen. Meine Herren, je nach der Eigenart der Sorten erhöht sich auch der Prozentsatz oder, was bei vielen Sorten zutrifft, erniedrigt sich zu Gunsten der dritten und noch billigeren Sortierung. Von letzteren aber darf man nicht annehmen, daß sie für den Rohgenuß nicht geeignet sind. Ihr Minderwert beruht oft nur auf Schönheitsfehlern. Der Wert für die Volksernährung ist nicht beeinträchtigt. Durch die gewissenhafte Sortierung, die der deutsche Pomologenverein durch Wort und durch Schrift, insbesondere durch das Beispiel seiner Obst= verpackungs- und Obst sortierungskurse, in weite Kreise getragen hat, und die die deutschen Obst züchter in immer größerem Maße vornehmen, wird ein Teil Obst frei, das nicht mehr in die letzten Sortierungen hineingehört und besonders in Jahren mit reichen Obsternten nicht mehr auf dem Markt lohnend verwendet werden kann. Das Dörren des Obst es war bis vor kurzem mit großen Kosten verknüpft und wenig erträglich, ja deckte oftmals die Selbstkosten nicht. diesem Uebelstande entgegenzuwirken sind vom Deutschen Pomologenverein allerlei Versuche angestellt worden, um Verfahren zu finden, solches minderes Obst rentabel zu verwerten. Um Durch die Erfahrungen und Erfolge, die in der Landwirtschaft mit den neueren Maschinen- Ein richtungen zum Trocknen der Kartoffeln gemacht sind, angeregt, hat der deutsche Pomologenverein mit diesen Kartoffeldörrmaschinen Versuche mit dem Dörren von aus sortierten Aepfeln gemacht. Diese Versuche haben ein günstiges Resultat ergeben. Die Dörr produkte, die auf diesem Wege gewonnen wurden, sind an fünfundsiebcig Verwertungsfirmen, die sich mit der Herstellung a Isoholfreier Getränke beschäftiEnthält alle amfl. Bekanntmachungen des Großherzoglichen Polizei- Amtes der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Behörden Oberhessens Freitag den 24 März 1911 gen, geschickt worden, und eine große Anzahl dieser Firmen hat erklärt, daß diese Produkte für ihre Zwecke 3wede durchaus brauchbar und wohlgeeignet seien, die amerikanischen Ringäpfel, die jetzt hauutsächlich verarbeitet werden, zu ersetzen. Der deutsche Pomologenverein hat auch die Rentabilität dieses Dörrverfahrens festgestellt. Wenn die Versuche des Pomologenvereins auf diesem Gebiet weiter von Erfolg gekrönt sind, so wird den deutschen Landwirten, besonders den kleinen Landwirten und den Obstzüchtern eine sehr gute Einnahmequelle besonders in den Jahren geöffnet, in denen viel Obst erzeugt wird. Eine bekannte Tatsache iſt ja: wenn das Obst knapp ist, steigt es im Preise; aber in den Zeiten, wo viel geerntet wird, sinkt es außerordentlich im Preise und ist dann in den ländlichen Bezirken schafft wird, auf diesem Wege der Dörrung es günſtig kaum zu verwerten. Wenn nun eine Möglichkeit gezu verwerten, dann würde das sehr wertvoll für die Landwirtschaft, insbesondere für die kleinen Leute und für die Obstzüchter sein. Im übrigen aber ist es auch eine Frage der Volksernährung. Je mehr Obst im Lande und von den weiten Volkskreisen verzehrt werden kann, desto günstiger ist es für die Volksernährung und-gesundheit. Denn es gibt kaum ein gesunderes Nahrungsmittel als Obst. Und deswegen bitte ich den Herrn Staatssekretär, bei der Verteilung der Mittel, die ihm aus Titel 19 seines Etats zur Verfügung stehen, den deutschen Bomologenverein zu seinen Arbeiten und Versuchen auf dem Gebiete der Obstverwertung möglichst reichlich zu unterstützen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Wir haben keine Ursache an der Richtigkeit dieser Charakterisierung zu zweifeln. Die Großblockbrüder fennen sich ja genügend, um sich richtig einschätzen zu können. Wir stimmen also zu. Das„ Berl. Tgbl." hatte in demselben Artikel den Sozialdemokraten empfohlen, unter Umständen zugunsten der fortschrittlichen Volkspartei auf besondere Kandidaten zu verzichten, um die Wahl eines„ entschiedenen" Liberalen sicher zu stellen. Darauf antwortet der„ Vorwärts" in föstlicher Offenheit: „ Und leider stehen die Ratschläge, zu denen sich das Berl. Tageblatt" weiterhin in wahltaktischer Beziehung herabläßt, ganz auf der gleichen Höhe. Mutet uns das Blatt doch allen Ernstes zu, da, wo die Sozialdemokratie auf einen Erfolg aus eigener Kraft nicht hoffen darf, auf die Aufstellung eigener Kandidaten zu verzichten! Als ob es nicht gerade diese Taktik gewesen wäre, die in vielen Wahlkreisen den Freisinn so heruntergebracht hat, die auch die Hauptschuld daran trägt, daß in GieBen- Nidda ein Teil der politisch so mangelhaft geschulten und disziplinierten Wählerschaft ins Lager der Antisemiten übergelaufen ist! Wenn der Freisinn trotz aller trostlosen Erfahrungen noch immer nicht gelernt hat, daß es nichts Korrumpierenderes gibt, als solch kläg= liche Kompromisselei, die kein politisches Prinschlimm ge= zip kennt, als das der Grundsazlosigkeit nug für ihn! Aber der Sozialdemokratie zuzumuten, dem tapfer en Liberalismus zuliebe auf grundfätzliche und entschiedene Vertretung ihrer Anschauungen zu verzichten, ihr zuzumuten, von vornherein ihr Banner zusammenzurollen, nur damit einem was chlappigen und korrupten Liberalismus die Aus dem Grossblock von Bebel bisual erspart wird, sich für links oder Bassermann. Zwischen dem„ Berliner Tageblatt", das das Resultat der Gießener Stichwa hI„ im höchsten Grade bedauerlich und geradezu schmachvoll" bezeichnete, und dem„ Vorwärts", der aus gleicher Ursache seinen Leitartikel mit„ Liberale Schande" überschrieb, ist jetzt ein drolliger Frosch- Mäusekrieg über die Qualität ihrer Abgeordneten ausgebrochen. Das„ Berliner Tageblatt", das bisher der Sozialdemokratie in der Großblockdebatte am unentwegtesten Schmiere stand", leistet sich in Nr. 150( 22. März 1911) im Leitartikel „ Die Gießener Stichwahl" folgende Betrachtung über die Qualität der sozialdemokratischen Reichstagskandidaten und Abgeordneten: rechts, für Sozialdemokratie oder nackteste Reaktion zu entscheiden, das ist denn doch eine Leistung, die eines Mugdan würdig wäre!" Also der„ waschlappige und korrupte Liberalismus“ wird seine Rolle als zutreiber der Sozialdemokratie weiter spielen können. Ob die Wähler aber in dieser unwürdigen Rolle weiter mitzumachen geneigt sind, das scheint nach den Erfahrungen in der Stichwahl in GieBen- Nidda zweifelhaft zu sein. Franz Behrens, Mitglied des Reichstages. Hus Stadt und Land. Gießen, deu 24. März 1911. - Die Herbst übungen des 18. Korps finden in diesem Jahre vom 22. August bis 20. September statt. Die Operationsbasis liegt hauptsächlich im Taunus. Das Manövergelände wird begrenzt im Nordosten durch die Linie Friedberg- Limburg, im Norden durch die Lahn, im Westen durch den Rhein von Oberlahnstein bis Oppenheim, im Süden durch die Linie Oppenheim- Darmstadt, im Osten durch die Linie Darmstadt- Frankfurt- Friedberg. In dem Gelände westlich der Linie Oppenheim- Wiesbaden- Kamberg übt die 25.( hess.) Division, östlich davon die 21. Division. „ Aber daß die Sozialdemokratie mit Herrn Bed= mann nicht viel Staat machen konnte, das sollte sie sich eigentlich selbst sagen und die unbefangeneren Sozialdemokraten haben es sich wohl auch gesagt. Wer Herrn Beckmann selbst gehört hat, der hatte keinen sehr günstigen Eindruck von diesem sozialdemokratischen Kandidaten. Und hier berührt man einen sehr wunden Punkt der ganzen sozialdemo= kratischen Wahlmache. Die Bedmänner werden geflissentlich in den Vorder= grund geschoben. Irgendwelche kleine Parteibeamte, die von der Leitung völ lig abhängig sind, müssen kandidieren und werden vielfach auch in den Reichstag gewählt, in dem sie dann allerdings nichts zu sagen, sondern nur zu stimmen haben. Man hat hier ein rotes Gegen- sundheitsamt der Landwirtschaftskammer für Pommern stück zu der Landratsfraktion auf der Rechten". Niemand wird bestreiten können, daß das„ Berliner Tagebl." mit dieser Feststellung durchaus recht hat. Dem„ Vorwärts" aber scheint diese Kritik seiner Größen" und der roten„ Landratsfraktion" nicht zu behagen. In Nr. 70( 23. März 1911) ant wortet er in einem Leitartikel„ Gießen- Nidda" darauf recht giftig: ,, Solchen Unsinn sollte doch das„ Berliner Tagebl." lieber die Herren Fischbeck und Wiemer verzapfen lassen! Wir würden es für geschmacklos halten, den Genossen Beckmann gegen das Geschwätz des Blattes in Schutz zu nehmen. Aber selbst wenn das dumme Gerede von den Beckmännern" gerechtfertigt wäre, so säße gerade der Freisinn derart im Glashause, daß er sich wahrhaftig hüten sollte, mit Steinen zu werfen. Denn eine Partei, in der die Fisch beck, kopsch, Mugdan und Wiemer als hervorragende Leuchten gelten können, hat wahrhaftig feine Ursache, mit souveräner Gering= schätzung auf die kleinen Parteibeamten" der Sozialdemokratie herabzublicken! Doch haben ja gerade Linksliberale von der Theodor Barth- Gruppe über die freisinnigen BezirksvereinsgröBen so oft und so unbarmherzig die satirische Geißel geschwungen, daß wir uns die Jronisierung des Mosseschen Größenwahns billig ersparen können." - Gießen, 23. März.( Schuhimpfung gegen die Hämoglobinurie( Rotwasser, Weiderot, Blutharnen) der Rinder.) Im Auftrage des preußischen Landwirtschaftsministeriums wird der Impfstoff gegen die Hämoglobinurie der Rinder auch im Jahre 1911 durch das GeSchußimpfung wird nach den Ergebnissen der Jahre zu Züllchow- Stettin hergestellt und abgegeben. Die 1907-1910 empfohlen für diejenigen Rinderbestände, in denen die Seuche alljährlich auftritt und in denen im Durchschnitt der Jahre 1 Prozent der Rinder oder mehr an der Seuche stirbt oder schwerer Erkrankungen wegen geschlachtet wird. Die Schußimpfung vermindert in hohem Maße die Zahl der Todesfälle und der schweren Erkrankungen. Der Impfstoff wird vom letzten Drittel Gedes März an jeden Sonnabend abgegeben. Die brauchsanweisung, die auch die Bezugsbedingungen enthält, wird von der genannten Stelle auf Wunsch zugeschickt. Fahren Sie SUPERIOR musterhaft in Bau u.Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! 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In dem Gesuch wird ausgeführt, daß bet einer solchen Regelung es möglich sein wird, die mit dem Qartal abschließenden Arbeiten zu beendigen und den etwa notwendig gewordenen Wechsel hinsichtlich Wohnung, Personal usw. noch vor dem Fest vorzunehmen. Die Festesruhe nach diesem Abschluß zu Beginn der neuen Periode wird aber allen Beteiligten eine willkommene Gelegenheit bieten, sich mit Muße in die neuen Verhältnisse zurecht zu finden, und das Fest der Auferstehung ungestört durch einen kurz bevorstehenden Wechsel in Ruhe und Sammlung zu feiern. Bemerkt wird noch, daß vielerorts die Leute ihre Stelle am 1. April wechseln, welcher Termin jetzt häuftg in die Ostertage fällt. Auch können bet späterer Osterlage die Schulentlassenen nicht, wie es meist erwünscht ist, schon am 1. April ihren Dienst antreten. Bei der Anwerbung der Wanderarbeiter ist das Schwanken des Festes insofern von Bedeutung, als diese Leute in der Regel schon vor dem Osterfeste auf dem Arbeitsort eingetroffen zu sein wünschen und demgemäß in einem Jahre früher, tm anderen später kommen. Nachdem sich die großen Berufsgruppen unseres Wirtschaftslebens auf diesen Tag geeinigt haben und nachdem auch von kirchItcher Seite kein Widerspruch htergegen erhoben worden ist, darf man wohl hoffen, daß dies den Wünschen weitester Bevölkerungsfreise entsprechende Ziel auch erreicht werden wird. In der Sizung am Mittwoch wurde zuerst endgültig Die Vorlage betreffend Aufschub des Inkrafttretens der ler Trimborn angenommen. Dabei entspann sich eine Ausein= anderseßung zwischen dem Abg. Dove( fortschr. Vp.) und dem Staatssekretär Delbrüd, die auf Bemerkungen aus der porigen Sthung zurückgriff und mehr als den Gegenstand felbst die Geschäftslage und die Mitarbett der fortschrittlichen Volkspartet an den gesetzgeberischen Arbeiten betraf. Der Staatssekretär hatte Bezug genommen auf eine frithere Aeußerung des Abg. Dove, man würde schließlich vor etnem Scherbenhaufen aus der Reichsversicherungsordnung stehen. Der Abg. Dove nahm daraus Anlaß zu der Feststellung, daß dies nicht etwa der Wunsch seiner Partei sei, fondern daß ein solches Ergebnis anderen Umständen zuzuschreiben wäre, die die Freude am parlamentarischen Leben beeinträchtigte. Der Staatssekretär konzedierte dem Redner gern, daß er über mangelnde Mitarbeit der Partei nicht zu flagen habe, wies aber den Vorwurf nicht genügender Fühlungnahme mit den Parteien des Reichstages namens der verbündeten Regierungen zurück. Hiernach wurde die Kalidebatte fortgeführt. Am Dienstag war nach dem Zentrumsredner nur noch der Sozialdemokrat Hue zum Wort gekommen, dessen Rede den ganzen Teil der Sigung ausfüllte. Mittwoch sprachen zunächst Nationalliberale, Konservative und Fortschrittliche Volkspartet. Die Kritik der beiden ersteren, Abg. Bärwinkel( natl.) und Roeside( kons.) richtete sich im wesentlichen gegen die soztaldemokratischen Ausführungen. Die von dieser Seite beantragte Abänderung des Kaligesebes lehnten sie ab, denn im ganzen hat es sich, soweit ein Urteil schon zu fällen ist, bewährt; der Verschleuderung von Kali nach dem Auslande ist Einhalt getan, der durch die Vertrustung drohende Raubbau verhindert. Weiterhin begrüßten ste die SpeziaItsierung der Verwendung der Einnahmen aus der Kaltabgabe und wiesen nach, daß bei der Vergebung der Propagandagelder an Verbände ein Unterschied zwischen politischen und wirtschaftlichen unmöglich durchzuführen set. Beide Redner wiesen darauf hin, daß bisher Propagandagelder überhaupt noch nicht gezahlt sind, daß vielmehr die Landwirtschaftlichen Organisationen, allen voran der Bund der Landwirte, aus eigenen Mitteln eine lebhafte Propaganda betrieben haben, um über den Wert des Kalis für die Landeskultur Aufklärung zu schaffen. Es handele sich dabei um rein wissenschaftliche, objektiv zu behandelnde Aufgaben, die mit kaufmännischer Tätigkeit nichts zu tun hätten. Der Redner der Volkspartei war Abg. Gothein. Er bemängelte den für die Höhe der Propagandagelder angegebenen Maßstab( 60 Pf. für den Doppelzentner Reinkali) und behauptete die Gelder witrden nicht immer zur Propaganda, sondern auch für andere Dinge verwandt, so von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deren Vorhandensein er im übrigen als notwendig anerkannte. Abg. Arendt von der Reichspartei wies darauf hin, daß es sich hier nicht um das Kaligesek, sondern um die Fertigstellung des Etats handle. Man dürfe sich nicht bei diesen Nebendingen so lange aufhalten. Den beiden nächsten Rednern, dem Polen Korfanty und dem Bauernbündler Hilvert folgte der Zentrumsabgeordnete Heim, der sich in langen Ausführungen gegen die Angriffe in der eigenen Partei wandte, die er zurückwies. Die Diskussion wurde darauf geschlossen. Die Resolutionen über die Staffelung der Ra= batte wurden angenommen und auch die Resolution Helm über die Bestimmung der Höhe der Abzüge. Der Präsident machte dann noch Mitteilung von Begrüßungstelegrammen, die eingegangen sini anläßlich des 40. Jahrestages des Reichstages und bemerkte, er habe diesen nur kurz erwähnt, weil auch vor 10 Jahren der 30. Jahrestag nicht erwähnt worden sei. Dann widmete der Präsident dem 40. Gedenktage doch noch nachträglich warme Worte und hofft, daß auch die dem jetzigen Reichstage vorliegenden Arbeiten ebenso fruchtbringend sein werden wie die der zurückliegenden 40 Jahre. Die Dispositionen der englischen Spione. Die Hamburger Polizeibehörde sieht sich veranlaßt, so wird der Korrespondenz„ Seer und Politit" aus Marinefreisen geschrieben, belanglose Nichtigkeiten wie die Mitteilung, daß ein Berliner Polizeikommissar nach Hamburg gefahren set, zu dementieren. Viel wichtiger im Interesse der Landesverteidigung erscheint der Hinweis darauf, daß die ganzen letzten Spionageversuche einen ganz festen Arbeitsplan aufweisen, daß zweitens entschieden ein Zusammenhang zwischen den letzten Spionageversuchen besteht, und daß drittens eine ganz flare Einteilung der Arbeit zwischen den einzelnen Spionen zu erkennen ist.( Die einen spionieren die Befestigungswerke aus, die anderen die Schiffsbauten.) Aus allen diesen Gründen er= hält sich in weiten Marine freisen trotz allen Dementis die Ueberzeugung, daß es sich um englische Offiziere handelt. Die Erklärung der Samburger Polizei, daß der Verhaftete sich selbst als Kaufmann bezeichnet habe, wird in Marinefreifen mit dem Hinweis darauf beantwortet, daß die Untersuchung mit Bestimmtheit die Offtzterseigen schaft der Spione ergeben wird, da ihre Maßnahmen mit Sicherheit darauf schließen lassen. 23) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. „ Aber das Geheimbuch!" ( Nachdruck verboten.) ,.Bleibt in jenem Schranke. Jch bleibe dabei; Selma mag ihre Forderungen beweisen. Auch dem Advokaten verschweigen Sie die Notiz in dem Geheimbuche." Rundschau vom Cage. Politisches. Die Haltung der Zentrumspartei bei den kommenden Reichstagswahlen wurde in einer Sitzung des Landesausschusses der preußischen Zentrumspartet besprochen, die am Sonntag stattgefunden hat. Die„ Germania" schreibt darüber: Die Zentrumspartei wird in erster Linie den Kampf zu richten haben gegen die Sozialdemokratie und gegen alle, welche diese direkt oder indirekt begünstigen oder be= fördern. Aus diesem Grunde ist unter den obwaltenden Verhältnissen sorgsam darauf Bedacht zu nehmen, daß falsche Stichwahlen vermieden werden. Es muß vermieden werden, daß der Kandidat der Zentrumspartei in eine Stichwahl kommt, in welcher er nach Lage der Verhält nisse in dem betreffenden Wahlkreise nicht durchdringen kann, und bei welcher der Steg der Linken dadurch herbeigeführt wird, daß eben ein Zentrumskandidat in die Stichwahl gelangt ist. Unter solchen Verhältnissen wird der Bentrumssache besser dadurch gedient, wenn unter Verzicht auf eine eigene Kandidatur rechtsstehende Kandidaten in dic Stichwahl gebracht werden. Gegenüber nationallibe= ralen Kandidaten kann nur von Fall zu Fall entschieden werden. Linksliberale Kandidaturen sind unter allen Ums ständen ebenso zu bekämpfen wie sozialdemokratische. Bei Stichwahlen zwischen linksliberalen und sozialdemokratischen Kandidaturen hat die Zentrumspartei Wahlenthal tung zu üben. Von den durch die Zentrumspartei zu unterstützenden Parteien ist unter allen Umständen Gegens seitigkeit zu verlangen und diese nach Möglichkeit zur Geltung zu bringen. Ich begehe eine Unredlichkeit, Horn!" ,, Nein, Sie handeln als kluger Mann! Folgen Sie mir, folgen Sie mir! Es ist immer noch Zeit, daß Sie zahlen, wenn es nötig. Ueberlassen Sie es mir, Ihren Rechtsanwalt zu instruieren. Ich bin ja so oft im Auftrage Ihres Vcters bei ihm gewesen." Handeln Sie für mich, Horn; ich werde wahrlich dankbar sein!" Der alte Kassierer, der treu an dem Sohne seines verstorbenen Herrn hing, er war ja in dem Komptoir Hallings grau geworden, mußte doch wohl seine Vermutungen hegen, da er dem jungen Chef die Verschweigung des Geheimbuches anriet. Karl befand sich in einer bedrängten Lage; er war verloren, wenn Selma befriedigt werden mußte. Beide Parteien hatten ihre Stellung eingenommen. die Tante blieb in ihren Zimmern, und der Neffe verbrachte den größten Teil seiner Zeit in dem Komptoir. Er sah seine Gegnerin nicht, die ihm geflissentItch auswich. in nächster Zeit zugehen. Durch den Entwurf soll der Aus beutung der Spiellust des Publikums durch gewissenlose Unternehmer entgegengetreten werden. Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches haben bisher nicht ausgereicht, gegen die Serienlosschwindler erfolgreich vor, ugehen. Es sollen daher die Unternehmer, die durch Prämten- und Serienlose das Publikum gewerbsriäßig ausbevten, unter Strafe gestellt werden. Der Verkauf ganzer Stüde an der Börfe soll jedoch nach wie vor erlaubt sein. Das österreichische Abgeordnetenhaus steht vor der Auflösung. Falls die slawische Union die Bewilligung des Budgetprovisoriums und die Anleihe für militärische 3mede bis zum 1. April verhindert, wird das Haus sofort aufgelöst werden. Nummer jur Ann It med an den lich vor foffen Rein Maul bat bab Maftotel erften M Anden. Der von Bel gebuches Derrn. Autors An Lefe Bef gemelde ote 40 a flagnal Derrlich thren vo gefchäßt lebe gemeldet auf den mit eine brach be Die Bevölkerung in Desterreich betrug am 31. Dezember 1910 nach dem vorläufigen Ergebnis 28 567 898 gleich 2 417 190 oder 9,2 Prozent mehr als im Jahre 1900. Die größte Zunahme zeigten im letzten Jahrzehnt Triest, Istrien und Nieder- Desterreich Eine militärische Verschwörung zur Wiederherstellung einer monarchischen Regierung ist in Portugal entdeckt worden. Sitz der Verschwörung ist die kleine Garnisonstadt Lamego, etwa 90 Kilometer östlich von Oporto gelegen. Mehrere Offiziere sind verhaftet worden. Zwei Unteroffiziere teilten den Regierungsbeamten mit, daß die meisten im Norden garnisonierenden Truppen für die Verschwörung gewonnen seien, und daß Oporto als das Hauptquartier der Monarchisten ausersehen sei. Das neue Linienschiff„ Kaiser" oder wie es bisher hieß„ Ersatz Hildebrand", dessen Stapellauf am Mittwoch in Gegenwart des Kaiserpaares in Kiel stattfand, ist das erste Panzerschiff, welches die kaiserliche Werft in Kiel für unsere Flotte gebaut hat. Mit dem„ Kaiser", dem neunten sogenannten„ Dreadnought" der deutschen Marine, schwimmt das erste deutsche Linienschiff, welches Turbinen anstatt der Kolbenmaschinen erhalten hat, während der erste Turbinen- Panzerfreuzer ,, von der Tann", der einen so vorzüglichen Schnelligkeitsrekord aufgestellt hat, bereits vor einigen Monaten in Dienst gestellt worden ist. Mit dem„ Kaiser" beginnt die dritte Division unserer ,, Dreadnoughts", aber die der Turbinen- Panzer. Die erste voliständig fertige Division umfaßt die vier Schiffe „ Nassau“,„ Westfalen", Rheinland“ und„ Posen", die zweite, im Ausbau befindliche, die etwas größeren und wahrscheinlich stärker bewaffneten Schiffe Helgoland", „ Ostfriesland",„ Thüringen“ und„ Oldenburg". Die dritte, mit dem Kaiser" beginnende Division wird wieder gegen= über der„ Helgoland"-Division mehrfache Verbesserungen, vor allem den Turbinenantrieb, aufweisen. Die beiden Advokaten hatten eine Konferenz gehabt. Starfe, der Anwalt Karls, berichtete, daß der Gegner Einficht in die Bücher nehmen wolle, wie der neue Chef vorgefchlagen. Man tonnte es nicht verweigern. Der Advotat der Gegnerin erschien; er prüfte im Beisein des Kasfterers, der seinen jungen Herrn vertrat, alle Bücher, natürlich ohne Erfolg. ,, Die Sache ist delikat!" meinte der Advokat. Ein Gelegentwurf zur Bekämpfung der Serien- und Prämientosgesellschaften wird dem preußischen Landtage Ein republikanischer Militärputsch wird aus der bulgarischen Garnisonstadt Dubnica gemeldet. Der Kommandeur einer Kompanie, Hauptmann Petroff, dessen republitanische Gesinnung. bekannt war, stellte im Hofe der Kaserne seine Kompanie auf und hielt eine Rede gegen die Monarchie. Er erklärte, daß Bulgarien zur Republik er flärt sei und forderte die Soldaten auf, nach Sofia zu marschieren, wo sich ihnen die Sofiater Garnison anschließen werde. Die Militärbehörde, die von diesem Putsch vorher verständigt worden war, ließ den Hauptmann rr haften. , Ebenso delikat als beleidigend für den verstorbenen Halling und dessen Sohn." Ist kein Geheimbuch vorhanden?" Horn hatte diese Frage erwartet. " Das Geheimbuch, mein Herr, gehört nicht zu den Geschäftsbüchern; es enthält nur Privataufzeichnungen." Der erste weibliche Abgeordnete Norwegens, Fräulein Rogstads, hielt im Storthing bei der Beratung des Militärbudgets ihre erste Rede. Sie führte aus, sie sei eine Freundin des Friedens, trete für Schiedsgerichte ein und hoffe, daß ebenso, wie das Faustrecht dem Recht und dem Gesetz weichen mußte, auch Kriege und Militärwesen einmal aus der Welt geschafft würden. Trotzdem werde ste nicht gegen das ordentliche Heeresbudget stimmen, das die Selbstverteidigung zur Grundlage habe. Sie vertraue der Regierung und der Verteidigungskommission, daß nicht mehr als notwendig vorgeschlagen werde, möchte jedoch betonen, daß sie besonders die Vorschläge unterstütze, die darauf ausgehen, die nördlichen Landesteile zu beschützen, wo die Verteidgung noch zu wünschen übrig lasse. „ Und doch muß ich Sie bitten, mir es vorzulegen. Daß ich Diskretion angelobe, versteht sich von selbst." , Es ist also ein Geheimbuch vorhanden?" „ Ja!" " " Und Sie wollen es mir nicht vorlegen?" „ Nein!" " Diese Weigerung ist traurig." „ Warum, Herr Advokat?" " Weil sich annehmen läßt, daß ich in diesem Buche Aufklärung für meine Mandantin finde." „ Nur dem Gerichte werden wir das Geheimbuch vorTegen." „ Demnach provozieren Sie einen Prozeß?" fragte forschend der Rechtsanwalt. ,, Wir fürchten ihn wenigstens nicht, verehrter Herr." So betrachte ich die gütlichen Verhandlungen als gescheitert und werde nun zur Klagestellung schreiten." ,, Tun Sie, was Sie im Interesse ihrer Klientin für nötig erachten." sich. Kleine Dadri ten. Am gestrigen Geburtstage Kaiser Wilhelms 1. war das Mausoleum in Charlottenburg in einen Blumenhain verwandelt und erstrahlte im hellsten Kerzenglanz. Am frühen Vormittag traf ein herrliches Blumengewinde der Großherzogin- Witwe Luise von Baden ein. Das Kaiserpaar hatte den Prinzen Joachim beauftragt, einen prächtigen Lorbeerfranz mit weißer Atlasschleife niederzulegen. Die Verhandlung war zu Ende, der Advokat entfernte „ Horn," rief Karl,„ Sie gehen zu weit!" " O nein, mein lieber Freund!" Wenn das Gericht die lettwillige Notiz findet..." Ich zweifle daran, daß die Hilfe des Gerichts bean= sprucht wird." „ Aber wenn es geschieht?" Das bisherige Dorf Hamborn wird Großstadt. Der Antrag der Dorfgemeinde Hamborn, des größten Dorfes Deutschlands, auf Verleihung der Stadtrechte, wurde durch Königliche Kabinettsorder vom 20. März genehmigt. Hamborn wird also am 1. April als Dorf ausscheiden und die etwa 110 000 Einwohner zählende Gemeinde in die Reihe der Großstädte eintreten. Warten Sie! Warten Ste! Allzugroße Ehrlichkeit ist im Geschäftsleben oft Torheit. Und auf Ihre Ehrlichteit hat man einen nichtsnuhigen Plan gebaut. Bedenfen Sie, daß Ihre Existenz auf dem Spiele steht... Tante Die großartigste Restaurationsanlage der Welt wird binen kurzem Berlin im Zoologischen Garten besitzen. Mitte Mai werden die Neubauten nach 1½ jähriger Bauzeit fertiggestellt sein. Zu den bisherigen 10 000 Sizplähen am Konzertplatz im Freien kommen annähern ebensoviele unter Dach hinzu. Es gibt in der ganzen bewohnten Welt teine auch nur annähernd so große Erholungsstätte. Ein neues Armeebrot wird in der Garnison Mainz hergestellt und praktisch erprobt, das, wenn es sich als geeignet erweist, in der ganzen deutschen Armee eingeführt werden soll. Durch ein besonderes Mahlverfahren, das als militärisches Geheimnis behandelt wird, wird bei der Her stellung des neuen Brotes mehr Kleie abgesondert als bisher. Die deutsche Heringsfischerei erzielte im Jahre 1910 einen Totalfang von 373 708 Faß Heringen im Werte von 11 500 000 Marf. Die Ausbeute der deutschen Heringsfischerei hat sich in zehn Jahren fast vervierfacht. Eine aeroplanische Sindienreise nach Nordchina planen drei deutsche Luftschiffer. Die Expedition soll dem Studium der ostasiatischen Monsune dienen, für deren Erforschung bisher so gut wie nichts geschehen ist. Vorgesehen ist die Errichtung einer Basisstation in oder bei Beking. Selma läßt Ihnen nicht eine Stunde das Kapital, wenn es ihr zugesprochen wird. Ich habe nie eine gute Meinung von ihr gehabt; jezt halte ich sie für schlecht. Uebrigens glaube ich nicht an den Prozeß. Acht Tage später schüttelte der Kassierer das greise Haupt.... Karl hatte ihm die Klage der Tante vorgelegt. ,, Das ist mehr als kühn," murmelte er,„ das ist verwegen! Sie sehen nun, Karl, daß Sie es mit einem Dämon zu tun haben. Doch wir werden schon mit ihm fertig, werden." Die Bedrängnis des jungen Kaufmanns sollte den höchsten Grad erreichen. Das Fallissement eines Hauses in Berlin, mit dem Halling in enger Geschäftsverbindung stand, fügte der Firma einen bedeutenden Verlust zu. Horn tonnte taum noch trösten, als die Unglückskunde einlief. Die Barvorräte waren gänzlich erschöpft, der Rest des Vermögens steckte in Waren und in dem Grundstücke. Man hatte Mühe, die fälligen Wechsel zu decken. Karl dachte an Einschränkungen des Personals. Hugo Schwarz, der erste Kommis, der einen ansehnlichen Gehalt bezog, war seiner Meinung nach überflüssig geworden. Er wollte ihn entlassen. „ Um des Himmels willen nicht!" sagte Horn. „ Ich selbst werde die Arbeiten des Schwarz übernehmen." ,, Es darf keine Veränderung vorgehen, niemand dark den Stand des Geschäfts ahnen. Und Schwarz muß unter allen Umständen bleiben." ,, Warum denn, lieber Horn?" , Weil ich ihn brauche. Bleiben Sie ruhig in Ihrem Kabinette, ich sorge für das übrige." " ,, Haben Sie denn besondere Gründe, so zu verfahren?" fragte der junge Mann. Weg durch ma tammer antwort Mutter bettläger Ihr wu Tegt, das unterbro der erst Arzt fan hen geh Verwah genen G noch nie ten den Faktorer in den Bei eini legunge ,, Allerdings; ich handle nie ohne Grund." Trösten Sie sich, lieber Horn, nur durch eine Andeutung." ( Fortsetzung folgt.). nen. We Jahre, t naten& 5 She Spieler Königsd gegenwä ement Hgt. 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Zum ersten Male fett 36 Jahren wird die Ausstellung nicht stattHinden. Der Kammerdiener des verstorbenen Königs Leopold von Belgien, Herr Bataille, plant die Herausgabe eines Tagebuches über die Kammererlebnisse seines verstorbenen Herrn. Ein Partfer Journalist hat die Aufzeichnungen des Autors zu einem wirklichen Kolportageroman verarbeitet. An Lesern wird es fa leider nicht fehlen. Beschlagnahmte Modeherrlichkeiten. Von Neuyork wird gemeldet, daß die Bollbehörden mehrere hundert Koffer, bte 40 aus Paris heimkehrenden Modiftinnen gehören, beschlagnahmt haben. Die Damen sollen die mitgebrachten Herrlichkeiten den Zollbehörden verheimlicht oder doch nicht thren vollen Wert angegeben haben, der auf 1 200 000 Mark geschätzt wird. Ueber einen schweren Aviatikerunfall wird aus Bremen gemeldet: Der Aviatiker Müller ist am Mittwoch bei einem auf dem Neuenlander Felde ausgeführten Flugversuche mit einem Aeroplan eigener Konstruktion abgestürzt und brach beide Beine. Der Aeroplan ist zertrümmert. Aus den Gerichtssälen. Die Wegen fahrlässiger Tötung ihrer 88jährigen Mutter durch mangelhafte Pflege hatte sich vor der Göttinger Strafkammer die Rentiersfrau Hesse in Grund im Harz zu verantworten. Auch ihr Ehemann war mitangeklagt. Mutter der Frau Hesse war drei Wochen vor ihrem Tode bettlägerig frank geworden und konnte nicht mehr aufstehen. Ihr wurde von den Angeklagten etn Stechbecken untergelegt, das sie die ganzen drei Wochen lang Tag und Nacht un unterbrochen liegen ließen. Die Kranke lag sich durch, und der erst zur Ausstellung des Totenscheines herbeigeholte Arzt fand das Fleisch drei Zentimeter tief bis auf den Knochen gehend weggefault, ein erschütterndes Bild greulicher Verwahrlosung", wie es die von dem Arzt noch hinzugezogenen Sachverständigen in langjähriger ärztlicher Prarts noch nie gesehen hatten. Blutstropfen in den Adern hemmten den Kreislauf, die Lunge war blutleer; die störenden Faktoren, die den Tod verursachten, hatten ihren Ursprung in den Verlegungen, die das Durchltegen verursacht hatte. Bei einiger Aufmerksamkeit hätten die Angeklagten die Verlegungen und damit den Tod der alten Frau verhüten kön nen. Wegen fahrlässiger Tötung wurde Frau Heffe zu einem Jahre, thr Ehemann, der Rentier August Heffe, zu dret Monaten Gefängnis verurteilt. Vermischtes. Shakespeare im Zirtus. Der bekannte Berliner SchauSpieler Ferdinand Bonn hat eine Reihe Shakespearescher Königsdramen für den Zirkus bearbeitet und unterhandelt gegenwärtig mit Kommissionsrat Busch, in dessen Etablisement er die Werke zur Aufführung zu bringen beabsich tigt. Bei den Bearbeitungen liegt das Schwergewicht auf großen Massenumzügen mit Fußvolt und Reitern. Kommissionsrat Busch ist nicht abgeneigt, dem Bonnschen Profett näherzutreten. Handel mit falschem Papiergelde. In letzter Zeit wurden zahlreiche Personen in größeren westdeutschen Städten um große Summen Geldes dadurch geprellt, daß thnen von gewissen Leuten für eine bestimmte Summe Geldes die Auszahlung des fünffachen Betrages in falchem Gelde versprochen wurde. Den rheinischen Behörden Ist es nunmehr gelungen, fünf Mitglieder dieser Gesellschaft in der Siegener Gegend zu erwischen und hinter Schloß und Riegel zu setzen. Die Zahl der gerupften Personen wird immer größer, da die Gesellschaft das Feld threr Tätigkeit südlich bis Frankfurt und nördlich bis Hannover ausgedehnt hatte. Das versicherte Milliardenbaby. Wohl noch nie hat ein Wickelkind so viel von sich reden gemacht wie das Milliardenbaby Mac Lean in Washington. Die Eltern schweben in der steten Angst, daß ihnen das Kind entführt werden könnte, weshalb es, wie schon früher berichtet, nur in einem gepanzerten Kinderwagen, umgeben von Geheimpolizisten, spazieren gefahren wird. Aber gewisse Drohungen von schwarzer oder roter Hand haben die Eltern neuerdings wieder mit so großer Besorgnis erfüllt, daß sie das Kind jetzt gegen Entführung versichert haben. Lloyds Agentur erklärt, daß eine derartige Versicherung faum unte 20 Prozent der Versicherungssumme unternommen werden fann. Ein Stüd Eisen im Kopfe. Was mancher menschliche Schädel aushalten kann, das zeigen die landesüblichen Raufereien, bei denen oft genug, namentlich in Bayern, die Maßkrüge in Trümmer gehen, die Köpfe aber in der Regel so ziemlich unverletzt bleiben. Doch auch ein westpreußischer Schädel ist nicht von Pappe", wie ein Vorfall beweist, der sich Anfang Dezember vorigen Jahres auf der Schichauwerft zugetragen, aber erst jetzt seine Aufklärung gefunden hat. Bei den Rammarbeiten zu einem neuen Bollwerk fühlte ein Arbeiter plötzlich einen Schmerz am Kopfe, und zugleich fing er an, aus Mund, Nase und Ohren zu bluten. Die Untersuchung ergab eine äußere, ziemlich unscheinbare Verlegung, die offenbar von einem von der Ramme abgesprungenen eisernen Splitter hervor= gerufen worden war. Der Verletzte flagte seit dieser Zeit fortwährend dem Arzte, er habe das Gefühl, als wenn er einen Fremdkörper in Kopfe habe. Der Kassenarzt veranlaßte schließlich, daß der Patient in die Behandlung eines Spezialarztes gegeben wurde, und dieser entschloß sich zu einer Aufmeißelung des Schädels und zog aus ihm ein 5 Zentimeter langes Eisenstück hervor, das dem Arbeiter während der Rammarbeiten in den Schädel gedrungen und pon diesem solange mit sich herumgetragen worden war. Nach der Operation fühlte sich der Mann natürlich bedeutend„ wohler". Gedankenlesen durchs Telefon. Die Gedankenleserin Bomah, die zurzeit im Alhambratheater in London auffritt, hat zum ersten Male ihre Kunst über den Draht erprobt. Eine besondere Telefonverbindung wurde zu diesem Bwede mit der Redaktion des Daily Mirror und dem Theater hergestellt. Frau 30mah befand sich in der Zeitungsredaktion, umgeben von Aerzten und Redakteuren, während thr Gatte im Alhambratheater allerlei Gegentände von Zuschauern in Empfang nahm, die die Gedanenleserin dann einem dort weilenden Komitee durchs Telephon beschrieb: Was hat man ihrem Gatten jetzt gereicht?" fragte das Komitee.„ Aus welchem Material be= teht der Gegenstand?"" Welche Zahlen oder welche Buchtaben befinden sich darauf?" Sie beantwortete zwölf von bem Komitee an sie aerichtete Fragen mehr oder weniger richtig, dann aber wurde sie so müde, daß die Experimente nicht fortgesetzt werden konnten. Mit ihrem Gatten hatte sie während der Vorstellung nicht ein Wort durchs Telefon gewechselt. Wie Carnegie einmal Bankerott machte. Der Milliardär Andrew Carnegie, der erst jüngst einen geringen Bruchteil seines ungeheuren Vermögens für deutsche Lebensretter stiftete, war nicht immer vom Glück begünstigt. Daß er in seiner Jugend arm war, das ist allgemein befannt. Man glaubt aber, daß er bald mit seinen Geschäf= ten den Grundstock zu seinem großen Vermögen gelegt hat. Dem ist aber nicht so. Sondern der große Carnegie hat auch das Schicksal sehr vieler weniger begünstigter Berufs= genossen teilen müssen und einmal ganz regulär„ Pleite" gemacht. Ueber diese heute mehr heitere als traurige Epifode seines Lebens erzählte Carnegie jüngst folgendes: " Ich war damals taum 19 Jahre alt und hatte nur die Armut fennen gelernt. Ich war mit meinen Eltern nach Amerita gekommen, um hier das Glück zu finden, das wir in unserer Heimat nicht finden konnten. Hier gründete ich mit 2 Kompagnons ein kleines Geschäft. Geld hatten wir alle nicht und es war an jedem Tage ein neuer Kampf mit den Gläubigern, die ihre Rechnungen von einem und zwei Dollars präsentierten und nicht bezahlt erhielten. Eines Tages stellte ich einen Wechsel auf 22 Dollars aus, für den ich 15 Dollar bares Geld erhielt, um die notwendigsten Ausgaben zu bezahlen. Als der Tag herankam, an dem der Wechsel fällig war, hatten wir feiner einen Cent in der Tasche. Betrübt beratschlagten wir, was zu tun sei und entschlossen uns, Konkurs anzumelden. Die ,, Masse" war recht trübselig und nicht dazu angetan, die Gläubiger zu befriedigen. Der uneingelöste Wechsel wurde mir späterhin von dem Inhaber präsentiert, und ich gab ihm dafür den hundertfachen Betrag, da er sich in ärmlichen Verhältnissen befand. Außerdem hatte dieser Wechsel für mich einen ungeheuren Erinnerungswert." Mit diesen Worten wies Carnegie auf einen über seinem Schreibtisch hängenden eingerahmten Wechsel, den er zwar atzeptiert, aber nicht bezahlt hatte. Jedenfalls ein eigenartiges Stüd einer Sammlung! Versicherung gegen verregnete Sommerferien. Mehrere englische Versicherungsgesellschaften gewähren jetzt neuartige Versicherungen. Man kann sich gegen übermäßigen Regen in ungefähr siebzig englischen Badeorten zwischen dem 1. Mai und dem 30. September versichern. Als übermäßiger Regen gilt ein Regenfall von mehr als zwei Zehntel Zoll und von mehr als eintägiger Dauer in einer Woche. Die Prämien sind hoch; die billigste ist die, mit der man sich gegen mehr als zwei Tage eines Regenfalls von über zwei Zehntel Zoll versichert. Sie beträgt ein Achtel der Versicherungssumme. Eine Prämie von 15 Schilling wöchentlich versichert 6 Pfund Sterling für die Woche. Seiteres aus der Zeitungsbranche. In einem oberhessischen Kreisstädtchen erscheinen seit einiger Zeit drei Zeitungen. Da die zweitälteste Zeitung inbezug auf das Inseratenwesen nicht recht mittam, hat der Verlag zu einem, sogar einem Laten recht heiter vorkommenden Mittelchen gegriffen. Um nämlich die zuletzt gegründete zeitung in den Inseratennummern zu überflügeln, steigen seine Nummern plöglich von 99 auf 201. Die Wetteraussichten im Frühling und Sommer. Von meteorologischer Sette wird uns geschrieben: Ueber die voraussichtliche Witterung im beginnenden Frühling und im kommenden Sommer sind schon mancherlei Hoffnungen und Erwartungen ausgesprochen worden. Es ist nun die Frage, ob sich die Witterung, die uns in den nächsten Monaten beschert sein wird, auch mit ziemlicher Sicherheit und mit wissenschaftlichem Rüstzeug feststellen läßt. Dabei sind wir allerdings nur auf vergleichende Arbeit und Betrachtungen angewiesen. Trotzdem kann gerade durch diese Vergleiche und durch Aehnlichkeiten in den Wettererscheinungen vorangegangener Jahre das Wetter mit ziemlicher Sicherheit bestimmt werden, zumal die Erschetnungen, wie nachgewiesen ist, ständig wiederkehren, und die gleichen Voraussetzungen auch mit geringen Abänderungen die gleichen Folgen haben. Der Winter 1910/11 war entschieden sehr milde zu nennen. Dagegen waren z. B. die Wintermonate 1908/09 ungewöhnlich talt und ließen einen sehr kalten Frühling erwarten. Die Erwartungen wur den auch damals nicht getäuscht. Im vorigen Jahre begann der Februar mit einer ziemlich hohen Temperatur, die fast während des ganzen Monats anhtelt. Diese schnell hereingebrochene warme Witterung rächte sich durch einen Ausgleich, den ein kühler und regnerischer Sommer brachte. In diesem Jahre hatten wir nicht nur einen sehr milden Winter, sondern auch verhältnismäßig normale Nachwinter- und Vorfrühlingserscheinungen. Die Jahre 1857 1874, 1882 und 1903 stimmen darin mit dem Jahre 1911 ziemlich überein. Auch sie wiesen einen milden Winter_und normale Vorfrühlingserscheinungen auf. Trotzdem setzte ber Frühling des Jahres 1903 zur gegebenen Bett recht fräftig ein. Ebenso wie wir im Jahre 1903 sehr günstiges Frühlings- und Sommerwetter hatten, so ist mit atemltcher Bestimmthett anzunehmen, daß auch der Frühling des Jahres 1911 rechtzeitig beginnen wird. Man wird nach den bisherigen Feststellungen von wissenschaftlicher Sette folgende Uebersicht aufstellen können: Der Monat März wird in seiner zweiten Hälfte uns den Eintritt des Frühlings bringen, und der Monat April wird voraussichtlich dem April des Jahres 1906, der befanntlich einer der wärmsten Aprilmonate war, und uns Hochsommertemperaturen brachte, nichts nachgeben. Für den Monat Mat wird vielleicht eine geringe Abkühlung vorauszusagen sein, während hingegen die folgenden Sommermonate uns viel Sonnenschein und Size bringen werden. Der Grund hierfür liegt in dem Umstande, daß in ge= wiffen Zeiträumen die Erde erfahrungsgemäß eine be= stimmte Anzahl von schönen Tagen beziehungsweise eine bestimmte Dauer von Sonnenschein aufzuweisen hat. Diese Prozentziffern sind fast konstant und schwanken nur in sehr geringem Umfange. Da aber das Vorjahr hinter diefer Bahl bedeutend zurückblieb, so wird nach den bisher beobachteten Naturgefeßen dieses Jahr einen Ausgleich bringen. Der Anfang war schon in dem milden Wetter und ist vor allen Dingen jetzt zu erblicken. Ein weiterer äußerer Umstand besteht darin, daß die Flüsse und Seen, öte im Jahre 1909 bis weit in den April hinein mit Eis bedeckt waren und die Frühlingswärme in großen Mengen für den Auftauungsprozeß absorbierten, in diesem Jahre schon jetzt fast durchweg eisfret sind. Auch die Schneedecke tst verhältnismäßig sehr gering gewesen, so daß eine Erwärmung des Erdbodens und somit die damit im Zusammenhang stehende Erwärmung der Luft ohne jedes Hindernis eintreten kann. Die günstigsten Bedingungen find also gegeben und es ist zu hoffen, daß der Erfolg den Erwartungen und Vorausseßungen entspricht. Drabtnachrichten und neuestes. Stolypin bleibt Ministerpräsident. Petersburg, 23. März. Stolypin wird Ministerpräsident Gestern fand im Anitschkowvalais Familienrat bleiben. statt, an dem außer dem Baren die kalferinwitwe und nich rere Großfürften teilnahmen. Wie es heißt, hat Stolypin seine Demiffion zurückgezogen. Die beiden Reichsräte Trepow und Durnowo, deren Intriguen Stolypins Niederlage bewirkten, sollen fünftig von den Reichsratssitzungen ausgeschlossen sein. Bei Stolypin fand gestern abend ein glänzender Empfang statt. O Petersburg, 23. März. Die Gerüchte, daß Ministerpräsident Stolypin im Amte bleiben werde, beruhen auf bisher unbestätigten Vorgängen im Ministerium, die aber wahrscheinlich sind. Für heute werden wichtige Beratun gen an leitender Stelle sowie eine Audienz Stolypins beim Zaren erwartet. Alarmnachrichten and dem fernen Often. Petersburg, 23. März. Die heute vorliegenden Nachrichten aus dem fernen Osten lanten noch sehr beunruhigend. In Wladiwostot ruft eine Meldung große Unruhe hervor, wonach die Chinesen Bahnstrecken in der Mandschurei zerstören, in China der Rachekrieg gegen Rußland gepredigt wird, das Ministerium russenfeindliche Proflamationen im Lande verbreiten läßt und Kriegsminister Yingschang überall offen ausspricht, China bereite den Krieg mit Rußland vor, den es mit Aussicht auf Erfolg schon febt zu führen in der Lage set. Endlich treffen fast täglich Nachrichten von neuen Zuzügen chinesischer, aber europäisch ausgebildeter Truppen ein. Der russische Generalgouverneur Gondatti habe, so heißt es weiter, die Festungswerke einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Die Ernennung General Martinows zum Chef der Grenzwache wird ihrerseits von den Chinesen wiederum als Beweis für den Wunsch Rußlands, mit China Krieg zu führen, ausgelegt. Alle Zeichen sprächen für einen bevorstehenden Ausbruch des Konflikts. All diesen Nachrichten widersprechen Mitteilungen von aus Wladiwostok in Petersburg eingetroffenen Reisenden, die auf der ganzen Strecke nichts von irgend welchen besonderen Anzeichen bemerkt haben, die auf Vorbereitungen militärtscher Art oder auf eine auffällige Erregung der Bevölkerung hätten schließen lassen. Ein Nachspiel zu den Moabiter Krawallen. Berlin, 23. März. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partel gibt bekannt, daß er, um der Staatsanwaltschaft zu Hilfe zu kommen in ihrem Bestreben, die beiden polizeilichen Uebeltäter ausfindig zu machen, die bei den Moabiter Krawallen den Arbeiter Hermann, als er auf der Suche nach seinem Sohn war, in der menschenleeren Wiclofstraße überfielen und tödlich mißhandelten, 2000 Mark Belohnung aussetze. Vermißter Militärflieger. Berlin, 28. März. Zu einem militärischen Erkundungsfluge stieg gestern nachmittag 3% Uhr der Militäraviatifer Leutnant Förster vom Eisenbahnregiment auf dem Döberißer Schießplaß mit einem Farman- Zweidecker auf. Gegen 4 Uhr wurde er in einer Höhe von etwa 200 Meter über dem Tegeler See bet Reinickendorf gesichtet. Von da ab fehlt jede Spur von dem Piloten. Bis nachts 1 Uhr war man im Fliegerschuppen von Döberih noch nicht orientiert ob und wo er gelandet ist. Man ist über sein Schicksal in großer Besorgnis. Berlin, 28. März. Wie von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, sind die Meldungen über einen Unfall des Beutnants Förster falsch. Dieser ist gestern nachmittag zu einem Erkundungsfluge in Begleitung eines zweiten Leutnants aufgestiegen und 10 Kilometer vor Frankfurt a. D. wegen eines Defektes aelandet. Eisenbahnattentat. Effen, 23. März. Auf der im Bau befindlichen Etfenbahnstrecke Oberhausen- Wesel wurde von unbekannten Tätern eine Wetche festgeklemmt. Infolgedessen stürzte eine Lokomotive den Abhang hinunter. Der Führer und der Hetzer die nicht abspringen konnten, wurden verletzt. Streif bei der Dortmunder Union. Dortmund, 23. März. Seit gestern früh streifen in dem Eisen- und Stahlwerk Union die Kesselwärter, soweit sie gewerkschaftlich organisiert sind, im ganzen 250 Mann. Ein bedauerlicher Unfall, der sich im Gießereibetriebe ereignete, wird mit der Arbeitseinstellung in Verbindung gebracht. Beim Umfippen eines mit flüssigem Eisen gefüllten Kessels wurde ein Arbeiter derartig verbrannt, daß er im Kranken haus seinen Verlegungen erlag. 3wei andere Arbeiter famen mit leichten Verlegungen davon. Wegen dieses unfalls hatte die Polizei sieben Streifende in Haft genommen. In der Kajütte erstickt. 0 Danzig, 23. März. Auf dem hiesigen Schleppdampfer„ Erna" erstickten nachts in einer Kajüte die Schiffer Adler und Stoch sowie der Maschinenführer Schönhoff. Ste hatten, nachdem sie nachts auf der Weichsel vor Anker gegangen waren, den Ofen stark geheizt und nicht für Abzug gesorgt. Familiendrama. Budapest, 23. März. In dem Dorfe Barand erschoß der Landwirt Valentin Szakacs aus Eifersucht seine Frav und ein dreijähriges Kind, verwundete zwei ältere Kinder lebensgefährlich und beging dann Selbstmord. Vom türkischen Sultan. Konstantinopel, 23. März. In gut unterrichteten Kretsen geht das Gerücht, der Sultan habe einen leichten Schlaganfall erlitten, was im Palais jedoch entschieden in Abrede gestellt wird. Schwere Streifausschreitungen englischer Berglente. London, 23. März. Die Bergarbeiter in Clydach Vale in Südwales veranstalteten vor der Britannia- CompanyGrube Kundgebungen. Sie bewarfen die Polizei mit Steinen, wobei einige Schuhlente verletzt wurden, steckten mehrere Gebäude in Brand, griffen die Häuser mehrerer Streif brecher an und zerstörten eins vollständig. Die Tat einer Eifersüchtigen. O Paris, 23. März. In Soissons erschoß die 21jäh rige Gattin eines Ingenieurs auf offener Straße eine junge Italienerin, weil sie glaubte, daß diese ein Liebesverhält nts mit ihrem Gatten unterhalte. Nach der Tat stellte sie sich selbst der Polizei. Bandel und Verkebr. Cassel, 21. März. Schlachtviehpreise. 1. Ninder. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Schlachtgewicht) M 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren M 84-88, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete M 75-80, d) mäßig genährte jüngere gut ge= nährte ältere M B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes M 80-82, 6) vollfleischige junge M 78-79, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere M C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen, höchsten Schlachtwertes M 80-82, 6) vollfletschige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren M 80-81, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen M 77-78, d) mäßig genährte Kühe und Färsen M 70-74, e) gering genährte Kühe und Färsen M 58-65. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser) M 2. Kälber. a) Doppellender, feinster Mast( Lebendgewicht) S b) feinste Mastkälber& c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54-58, d) deringere Mast- und gute Saugfälber 50-52, e) geringere Saugfälber 45-48. 3. Schafe. A. Stallmast schafe: a) Maftlämmer und jüngere Masthämmel( Schlachtgewicht) M 80-83, 6) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe M 78. 4. Schweine, a) Fettschweine über 150 Klgr.( Schlachtgewicht) M b) vollfleischige von 120-150 RIgr. M 55-60, c) vollfleischige von 100-120 RIgr. M 57-58, d) vollfleischtge von 80-100 Kilogr. M 55-56, e) vollfleischige unter 80 lgr. M f) unreine Sauen und geschnittene Eber M 51-54. Lachender Kochen ges gesch FDE HANSA Backpulver für alle Rezepte Verlang. Sie nur Marke Hansa. Es ist Ihr eigener Vorteil, nur Marke HANSA zu verlangen und alles andere zurückzuweisen. Verkas fe einen gut erhaltenen Kinderwagen. Wetler, Silhöferstr. 18. II. Etage. HammondSchreibmaschine zu kaufen gesucht. 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