ft 1. te. Jede Tinte eibt Noten! icht, direkt 6.50 ts. tzla Verke im Hause 54/56 Führun anlage t- Werk Haftpflicht Wetzla Fernruf g. im Gemein Holzfortime Schnit guerholz me, a ftämme 1. Al 2. Kl. nme. erhalb Blos irgermeister cker 5 Bfb. 80 5" 90 5, 100 tchen Mt. 1 " " Pfd. 70 65 " Vitello. iböl Ltr. 90 0 Stüd 75 10 Stüd 85 and- Butter Giess Frankf einigung Tamil. in Gl Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 47. - Telephon: Nr. 362. Jugend- Pflege. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 24. Februar 1911 bäudes Gießen verkündet. Hierzu hat jeder Wähler 3utritt. * Gießen. Der von der Israelitischen Religionsgemeinschaft geplante Sonderfriedhof wurde vom Kreisamt abgelehnt. * Gießen. Die Vorarbeiten für die Bahnverbindung Gießen- Biedenkopf sind in vollem Gange. Ein Eisenbahn- Ingenieur ist von hier bereits beauftragt, die Pläne auszuarbeiten. Unter den sozialen Aufgaben, die noch ihrer Lösung harren, steht die Jugendpflege, auf die von weitblickenden Vaterlandsfreunden unermüdlich hingewiesen wurde, an erster Stelle. Es ist daher dankbar zu begrüßen, daß ein fürzlich veröffentlichter Erlaß des preußischen Kultusministers sich dieser Aufgabe annimmt; denn wem die Jugend eines Volkes gehört, dem gehört auch die Gießen. Am Dienstag hielt der Kriegerverein Zukunft. Das hat lange bereits mit unleugbarem Scharf Gießen im Vereinslokal zum Löwen seine Haupt- Verblick die Sozialdemokratie erkannt und sich infolgedessen sammlung ab. Laut Kassenbericht beträgt das Vereinsdieses vernachlässigten Zweiges unserer Sozialpolitik anvermögen 4360 Mt. Die Mitgliederzahl im vergangenen genommen, mit der ausgesprochenen Absicht, dadurch Jahre bestand aus 367 ordentlichen und 17 Ehrenmitdie Jugend in den Bann ihrer Bestrebungen zu zwingliedern. Der Voranschlag für 1911 schließt mit 1680 gen. Gerechterweise ist die preußische Staatsregierung Mart in Einnahme und Ausgabe ab. Bei der Vorauf Grund des Vereinsgesetzes gegen diese falsche Ju- standswahl wurden der 1. Vorsitzende Gabriel, Schrift gendpflege, die den heranwachsenden Jünglingen auf führer Möbus und Rechner Dort wiedergewählt und politischem Gebiete Haß gegen die Staatseinrichtungen Wagner als 2. Vorsitzender neugewählt. Als Ausschußund auf religiösem Gebiete nicht nur Gotteslosigkeit, son- mitglieder gingen aus der Wahl hervor die Herren Mödern Gottesverachtung einimpft, eingeschritten; aber in ser, Stuhl, Haupt, Waas, Rohleder, Kling, Sauer, richtiger Erkenntnis der Bedeutung der Sache hat sie sich Heß, Rück, Trümpert, Launspach, Welz, Dickore, Selzer nicht auf die Abwehr des von der Sozialdemokratie geund Schiffnie. gen die Jugend gerichteten Anschlags beschränkt, sondern ist daran gegangen, der Jugend gerade in den wichtigsten Entwickelungsjahren, in denen der Grundstein zu dem fünftigen Menschen gelegt wird, den körperlichen und geistigen Halt zu geben, dessen der junge Mensch fürs Leben bedarf. Körperliche und geistige Hebung beides strebt der Erlaß des preußischen Kultusministers in weitblickender Weise an, indem er alle Bestandteile unseres Volkes, die zur Jugendpflege berufen sind, zur Mithilfe aufruft und gleichzeitig unter Bereitstellung von Mitteln die staatlichen Behörden anweist, alle derartigen Bestrebungen nicht nur zu unterstützen, sondern selbst tätig an ihnen mitzuarbeiten. Ist unsere deutsche Arbeiterpolitik und die sich auf alle Stände, nicht nur auf die Arbeiter erstreckende Sozialpolitik die Grundlage für die Gesundheit unseres Volkes, weil sie den wirtschaftlich Schwachen schützt, so ist die Jugendpflege, welche der Erlaß des Kultusministers in die Wege geleitet hat, eine wichtige Ergänzund dazu, welche den Vaterlandsfreund, der mit Sorgen auf die Zukunft der deutschen Jugend blickt, mit neuem Mut und neuer Hoffnung erfüllt. Möge der Ruf, den die Regierung an die staatserhaltenden Schichten unseres Volkes mit diesem Erlaß richtet, nicht ungehört verhallen, damit es gelinge, die deutsche Jugend nicht nur der Freude, dem Glück, der körperlichen und geistigen Gesundheit zu erhalten und ihre gefährdeten Bestandteile wieder wieder zu erobern und zu sichern, sondern auch den nationalen Gedanken, der die Stärke jedes gesunden Volkes ist, in ihr zu beleben und zu helllodernder Flamme zu entfachen. Diejenigen, die sich in den Dienst dieser großen Sache stellen, werden selbst den schönsten Lohn davontragen. Denn diese Arbeit mit und für die Jugend wird ihnen nicht nur das Bewußtsein geben, für das deutsche Volk und seine Zukunft zu arbeiten, sondern ihnen auch selbst die Jugendlichkeit und Frische verleihen, die nur die Jugend besitzt und denen mitteilt, die sie lieben. - Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Februar. * Militärische s. Stempel, Major beim Stabe des Inf.- Rgts. 168, zum Bataillons- Kommandeur ernannt. Wilken, überzähliger Major, aggregiert dem Inf. Rgt. 168, tritt zum Stabe dieses Regiments über. Graf v. Königsdorff, Leutnant im Inf.- Rgt. 115, Lange, Oberleutnant zum Oberleutnant befördert. - an der Unteroffizierschule in Annaberg, in das Inf.Regiment 168 versetzt. v. Hahn, Hauptmann im Großh. Art.- Korps( Feld- Art.- Reg. 25), wird von der Stellung als Batterie- Chef enthoben und tritt unter Beförderung zum Major zum Stabe dieses Regiments über. Seederer, Oberleutnant im Feldart.- Reg. 25, unter Beförderung zum Hauptmann zum Batteriechef ernannt. Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, Oberleutnant in der Schutztruppe für Deutsch- Südwest- Afrika, - s * Gießen, 24. Febr.„ Bubenhände beschmieren Tisch und Wände", das mögen sich die gesagt sein las sen, die vorgestern die beiden am Sockel des Liebig Denkmals aufgestellten Figuren beschmutzt haben. Hoffentlich werden sie bekannt und durch ein entsprechendes Protokoll„ belohnt“. = Bad Nauheim. Die Regierung hat einem Hotelier, der die Verhältnisse Nauheims genau kennt, ein Grundstück von 4900 Quadratmetern zum Preise von 294 000 Mark verkauft. Der Hotelier wird auf der Baufläche ein großartiges Riesen hotel erbauen. Der Erbauer des Hotels will, wenn ihm Solwasser zu Badezwecken zugesprochen wird, die Kosten der Anlage bestreiten und dem Staate eine Summe von 200 000 Mark leisten. Dann will er 30 Jahre lang 24 000 Mt. für 1000 Kubikmeter ihm zugeführtes Sprudelwasser dem Staate verabfolgen. - Uebergang von Schülern der Mittelschulen auf Lehrerbildungsanstalten. Der Unterrichtsminister hat bestimmt, daß Schüler und Schülerinnen, die den Abschluß einer vollentwickelten Mittelschule mit mindestens genügendem Erfolg erreicht haben, bei ihrem Uebertritt in eine dreiklassige Präparandenanstalt ohne Prüfung endgültig in die zweite Klasse aufzunehmen sind. Es wird nur nötig sein, ihrer Förderung in der Musik besondere Sorgfalt angedeihen zu lassen. -sch Wetzlar, 23. Febr.( Ein salamoniches Urteil.) In der Aula des Kgl. Landrats amtes fand gestern die Schiedsgerichtssitzung der Knappschafts- Berufsgenossenschaft Saarbrücken, Sektion 1, statt. Unter den vielen Vorgeladenen, welchen man die Rente entzogen hatte, war auch der Bergarbeiter L. aus Bis= senberg. 2. hatte vor Jahren einen Unfall erlitten. Durch herabfallendes Gestein in der Grube war ihm die linke große Zehe gequetscht worden. L. bekam eine Rente von 15 Prozent, welche man ihm aber wieder entzog, da die Quetschung als geheilt angesehen werden konnte. Da aber noch„ Reibflächen" vorhanden waren, die zu einer eventuellen Verschlimmerung der Verletzung führen konnten, plädierte Gewerkschaftssekretär Schlabach, der den L. vertrat, für Beibehaltung der Rente. Das Schiedsgericht stellte sich aber auf einen anderen Standpunkt und bewilligte fünf Paar Strümpfe. !! Aus der Wetterau. In dem Orte R. wird folgende ergötzliche Geschichte von einer kürzlich verstor benen alten Frau erzählt. Jedes Frühjahr kam Wirtin aus B. zu derselben, um ein Erstlingslämmchen zu kaufen. Auf die Frage der Bäuerin, was diese mit dem Lämmchen mache, bekam sie die Antwort:„ Ja, liebe Frau, ich ziehe jedes Jahr ein Lämmchen groß anstatt Kinder, die teuer sind."" Siehste, Hannes", sagte die Alte zu ihrem dabeistehenden Schwiegersohn,„ dou mußt doas gerad so mache wäi die Fraa und näit ean 5 Johr 6 Keann grußzäihe!" Der Hannes soll zu eine | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reflame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. handlungstermin auf Antrag der Parteien auf den 4. Mai dieses Jahres vertag t. == Fellingshausen, 24. Febr. Verschiedene Frauen hiesiger Gemeinde haben sich von einem Reibereden senden, der landwirtschaftliche Geräte anbot, lassen, Lose von der Nationalen Renten- und Kreditbank in Amsterdam anzunehmen. Sie zahlen dafür monatlich 5 Mark Beitrag, dafür werden ihnen von der Verlosung der Obligationen 18 sichere Treffer zuge= sichert.(!) Die ganze Sache ist natürlich Schwindel. Denn es liegt doch klar auf der Hand, daß eine Verlosung nicht 18 Treffer garantieren kann. Es ist bedauerlich, daß es diesen skrupellosen Leuten noch immer gelingt, ihre ausländischen Obligationen unterzubringen. Also Vorsicht! M Vom Westerwald. In Hundsangen, Oberhausen, Obertiefenbach, Wilsenroth und Frickhofen wird zum schwedischen Pflastersteinzoll in größeren Versammlungen Stellungen genommen, in denen aufklärende Vorträge gehalten und dann den Versammlungen eine Resolution zur Annahme vorgelegt wird, die sich für Einführung eines mäßigen Zollsages ausspricht. Eingeleitet ist diese Aktion von den christlich organisierten Steinarbeitern des Westerwaldes im Einverständnis mit den Arbeitgebern. Schweden lieferte im Jahre 1910 nicht weniger als 4½ Millionen Doppelzentner Pflaster= steine nach Deutschland und das in derselben Zeit, wo in vielen Steinbrüchen des Westerwaldes über ungenügende Beschäftigung geklagt wurde. Mögen also alle interessierten Kreise zusammenwirken zum Schutze einer heimischen Industrie. Corbach, 21. Febr. Anläßlich seines 70. Geburtstages hat Herr Kommerzienrat Peter folgende Stiftungen gemacht: 20 000 Mt. für die Beamten und Arbeiter der mitteldeutschen Gummiwarenfabrik in Frankfurt und Corbach; 5000 Mt. für das Krankenhaus in Corbach; 5000 Mark für das Krüppelheim in Arolsen; 3000 Mt. für das Diakonissenhaus in Arolsen; 1000 Mark für den Verein Frauenbildung und Frauenstudium in Waldeck; 1000 Mark für die Blindenstiftung. - Schotten, 24. Febr. Der hiesige Gemeindevorstand beabsichtigt mit dem am 6. Juni 1911 hier stattfindenden Zuchtviehmarkt eine Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Haushaltungsgegen= ständen zu verbinden. Das Gr. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 5000 Lose, zu 1 Mark das Stück, ausgegeben werden dürfen und nach Abzug von 300 Mark für Prämiierungszwecke mindestens 60 Proz. des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet. Soziales. Eine wichtige Agitation unter den Tabak: Arbeiterinnen. wird zur Zeit vom christlichen Tabatarbeiterverband betrieben. Zu diesem Zweck ist die Nummer 6 des Verbandsorgans„ Deutsche Tabalarbeiter- Zeitung" als Sonderagitationsnummer für die Arbeiterinnen erschienen. Im vergangenen Jahr hat der Verband zwar gute Fortschritte gemacht, etwa 1800 Mitglieder zugenommen, aber im Verhältnis zur sozialdemokratischen Konkurrenzorganisation ist noch vieles beizuholen, besonders unter den Arbeiterinnen. Der christliche Verband zählte am Schluß des vergangenen Jahres 7840, darunter 3311 weibliche Mitglieder; der sozialdemokratische Verband dagegen Ende 1909 schon 32 625, darunter 15 089 weibliche Mitglieder. Dieses Mißverhältnis hat sich im letzten Jahre( für das der Abschluß des sozialdemokratischen Verbandes noch nicht vorliegt) nicht viel geändert. Für einzelne Bezirke und Landesteile ergeben ich an den vorhin genannten Zeitpunkten folgende Zahlen. Weibliche Mitglieder hatten in: Rheinland dieser Belehrung kein besonderes geistreiches Gesicht ge- Westfalen macht haben. vom 1. März bis zum 15. April zur Dienstleistung beim * Darmstadt, 23. Febr. In der Kaserne des Wittmer( Friedberg), Inf. Reg. 115 kommandiert. Vizefeldwebel, zum Leutnant der Reserve des Inf. R. Feldartillerie- Regiments Nr. 25 sind seit gestern zwei Dr. Bost roem, Unterarzt der Res. Mann, der Kanonier App el- Hartmannshain und der 118 befördert. Gefreite Sei p- Hattenrod, unter genicstarreäh n- ( Gießen), zum Assistenzarzt befördert. Gießen. Provinzialdirektor Dr. Usingerlichen Erscheinungen plötzlich gestorben. wurde für die bevorstehende Reichstagsersahwahl als des Wahlkommissar für den ersten Wahlkreis Großherzogtums bestellt. Das amtliche Ergebnis der Wahlen wird am Dienstag, den 14. März, vormittags 11 Uhr, im Sizungssaal des Regierungsge * Weitere Mannschaften sind erkrankt. Die Kaserne ist abgesperrt. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Darmstadt. In der Klage der Stadt Offenbach gegen den Bürgermeister Dr. Dullo, betreffend die Kaiserhof- Aktien, wurde der angesetzte VerHessen u. Hessen- Nassau Baden - christl. Verband soz. Verband 198 607 369 1989 162 1824 1005 743 Im übrigen Nord- und Ostdeutschland- Oldenburg, Sachsen und Preußen hatte der christliche Verband zusammen nur 148, der sozialdemokratische Tabakarbeiterverband dagegen 7492 weibliche Mi, glieder. Nur Rheinland und Baden stehen für die christliche Organifalon günstiger. Das energische Bestreben der christlichorganisierten Tabakarbeiter, dieses Mißverhältnis allmählich immer mehr auszugleichen, verdient nachdrücklichjte Unterstützung. Deutscher Reichstag. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser über den Selbstmord. Wie bereits mitgeteilt, hat der Kaiser den Spruch des Ehrenrates gegen den Grafen Hans von Pfeil etwas gemildert, indem er dem Offizier, der aus dem Heer entfernt und des Rechtes, die Uniform zu tragen, verlustig gesprochen wurde, den Titel Hauptmann a. D. beließ. Die jetzt bekannt gewordenen Gründe, die den obersten Kriegsherrn dabei leiteten, legen für sein menschliches Empfinden beredtes Zeugnis ab. Der Ehrenrat hat nämlich als eine besonders schwere Verfehlung gegen die Standesehre einen Selbstmordversuch des Grafen Pfeil angesehen, weil er darin eine erhebliche Verlegung des Fahneneides erblickte. Der Kaiser hingegen steht auf dem Standpunkt, daß der Selbstmord eine Tat sei, die der Selbstmörder vor Gott und seinem Gewissen zu verantworten habe, die aber nicht gerichtlicher Beurteilung unterliegen fönne, wenn nicht besondere Umstände es erheischen; unbedingt aber gehe es zu weit, aus einem derartigen Schritt ein Verschulden wegen Bruchs des Fahneneides herleiten zu wollen. Bei der Weiterberatung des Militäretats in der Budgetkommission des Reichstages wurde der Antrag, 2 Armeeinspekteure und je einen Gouverneur in Berlin, Cöln, Mainz und Ulm, sowie je einen Kommandanten in Altona, Breslau, Karlsruhe, Magdeburg und Spandau nebst den zugehörigen Generalstabsoffizieren zu streichen, abgelehnt. Für die Streichung der beiden Armeeinspekteure stimmten nur die Sozialdemokraten, für die der Gouverneure und Kommandanten auch der Fortschritt. Der Kriegsminister erklärte in der Besprechung auf sozialdemofratische Ausführungen, daß die Armee den Mitgliedern der regierenden Häuser dankbar wäre dafür, daß sie sich in den Dienst der Armee stellten, obgleich sie verfassungsmäßig nicht dazu verpflichtet wären, und daß sie dadurch den innigen Zusammenhang zwischen den regierenden Häusern und der Armee zum lebendigsten Ausdruck_brächten. Am Donnerstag soll die Frage des Verkaufs des Tempelhofer Feldes besprochen werden. Nachdem im letzten Teil der Dienstagsißung der Abg. Ablaß( f. Vp.) den noch nicht abgeschlossenen Prozeß Becker und dessen ganze Vorgeschichte behandelt hatte, nahm der erfte Redner der Sitzung vom Mittwoch, Abg. Wagner: Sachsen( fons.) Anlaß zu der Feststellung, daß der Zusammenhang mit der Reichsjusttzverwaltung nicht mehr recht erkennbar ist, daß es sich vielmehr um eine Einmischung in innerpreußische Justizangelegenheiten handelt, mit dem Zwecke, den freisinnigen Parteifreunden, die im Abgeordnetenhause sehr schlecht abgeschnitten hätten, den Rückzug zu decken. Dr. Wagner verwandte sich weiterhin für eine Eindämmung der Weitläufigkeiten des Strafprozesses. Auf die Ausführungen des nationalliberalen Abg. Jund, der mannigfache Materien aus dem Gebiete der Rechtspflege berührte und u. a. der sogenannten Lieberkammer aus Anlaß des Moabiter Prozesses anerkennende Worte für ihre Unpartetlichkeit widmete, erwiderte Staatssekretär Lisco auf seine Einzelfragen und-Vorschläge, die auch der Justizverwaltung erwünschte Beschäftigung der Richter ab= wechselnd in 3tvil- und in Strafkammern findet ihre Schwierigkeit in der Vorliebe der Richter für die Zivilkammern und dem Mangel einer Einwirkungsmöglichkeit der Justizverwaltung auf die dafür zuständigen Oberlandesgerichtspräsidenten. Die Verteilung der durch das Gesch vom vorigen Jahre zum Reichsgericht zugelassenen Hilfs= richter auf die bestehenden Senate ist besser, als die Bildung einer größeren Zahl von Senaten, da sonst jetzt und dann wieder 1912 oder 1913 nach Aufarbeitung der vorliegenden Revisionen und Ueberflüssigwerden der Hilfs= richter eine vollständige Aenderung der Geschäftsverteilung vorgenommen werden müßte. Ueber die Notwendigkeit einer Erhöhung der Rechtsanwaltsgebühren haben die Bundesregieungen, nachdem die Anwaltskammern der preußtschen Justizbehörde ihre Fragebogen als unzweckmäßig haben zurückgehen lassen, die Oberlandesgerichtspräsidenten um gutachtliche Aeußerungen ersucht. Auf eine Rede des Abg. Werner( Rfpt.), der eine Erhöhung der Zeugengebühren und ein Vorgehen gegen die Schundliteratur forderte, folgten lange Ausführungen des sozialdemokratischen Abg. Stadthagen über angebliche Fälle von Klassenjustiz. Das Effener Urteil falle den Geschworenen zur Last, die geradezu verbrecherisch ihr Votum gefällt hätten. Was den Fall der Bonner Borussen anbetreffe, so verlange er auch Milde gegen die Arbeiter. Warum werde nicht gegen die Moabiter Mörder des Arbeiters Hermann vorgegangen? Warum nicht auch gegen den Berliner Polizeipräsidenten und den Minister des Innern, die den Mord noch gelobt hätten? ( Redner wird zur Ordnung gerufen.) Staatssekretär Lisco beschränkte sich den sozialdemokratischen Anklagen gegen= über auf die Erklärung: Nach dem Ordnungsruf des Präsidenten habe ich zu dieser Angelegenheit nichts mehr zu sagen.( Lärm bei den Sozialdemokraten. Abg. Ledebour ruft: Drückerei! und wird zur Ordnung gerufen. Rufe bei den Sozialdemokraten: Er hat Recht!) Dann sprachen noch der Pole Senda, der die Unparteilichkeit des Reichsgerichts in Zweifel zog, und der Abg. Müller- Meiningen( fortschr. Volksp.), der erklärte, die legten großen Prozesse hätten die Unparteilichkeit des deutschen Richtertums dargetan. Fehl= griffe seien selbstverständlich, aber man dürfe sie nicht verallgemeinen. Die Ausbildung der Juristen müsse von Grund auf geändert werden. Unsere Jrzengesetzgebung fei mangelhaft. Gewisse Urteile hätten freilich das Vertrauen des deutschen Volkes zur Rechtsprechung erschüttert. Damit war der Etat des Staatssekretärs und des gesamten Reichsjustizamtes erledigt. Am Donnerstag beginnt die zweite Lesung der Heeresvorlage und des Heeresetats. Die Einwohnerzahl Deutschlands. aufgenommen wirb, dient zum Bau von etwa 10 000 Kilo meter neuer Straßen. Die Ausführung dieses Straßennekes ist französischen Unternehmern erteilt worden; diese erhalten Abschlagszahlungen im Umfange der ausgeführten Arbeiten. Mithin hat die Türkei keine freie Verfügung über die Gelder. Diese verbleiben in Frankreich. Kleine Nachrichten. Sturmfahrt eines Militärballons. Der Militärballon Para 1909" vom Luftschifferbataillon, der, wie gemeldet, Dienstag mittag um 1 Uhr auf dem Gelände des Bataillons aufgestiegen war, ist troß des widrigen Wetters spät abends bei Müllrose in der Mark gelandet. Der Kronprinz als Samariter. Am vergangenen Sonnabend wurde, wie aus Kalkutta gemeldet wird, auf der Tigerjagd ein Kulitreiber vom einem Tiger schwer verletzt. Der Kronprinz brachte ihn in seinem eigenen Boot nach dem Militärhospital, besuchte ihn dort täglich und beschenkte ihn freigebig. Die Gesellschaft der Steuer- und Wirtschaftsreformer tagte am Dienstag und Mittwoch in Berlin. Ueber das Thema der Beziehungen von Stadt und Land sprach der sächsische Kammerherr v. Frege. Er führte aus, daß die Zeiten, in denen in den Städten eine Antipathie gegen das Land herrschte, glücklicherweise vorbei seien, aber man treffe auch jetzt noch öfter eine komische Abneigung gegen das Land in den Städten. Industrie und Landwirtschaft hätten dieselben Interessen und bedürfen daher auch desselben Schutzes. Solange es noch Zeit sei, müsse man die Zufriedenheit der Leute auf dem Lande erhalten, damit sie nicht in die Stadt ziehen, in der Stadt müsse man den Mittelstand zu erhalten suchen. Weiter wurde noch über die Erfolge und die wirtschaftlichen Wirkungen der Reichsfinanzreform verhandelt. In der Vereinigung deutscher Schweinezüchter wurde am Mittwoch über Viehzucht und Fleischversorgung Deutschlands verhandelt. Der Referent Prof. Anhagen trat für eine Hebung der Schweinezucht durch Zerteilung größerer Güter und Ansiedlung von Bauern ein. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung am 1. De mber 1910. Danach betrug die Einwohnerzahl im deutschen Reiche: 32 029 890 männliche 32 866 991 weibliche, zusammen 64896881 Personen. Davon entfallen auf Prenzen 19 845 811 männliche, 20 310 980 weibliche Personen, auf Bayern 3375 229 bezw. 3 501 268, auf Sachfen 2322 185 bezw. 2 480 300, auf Württemberg 1191 383 Bezw. 1 244 228, auf Baden 1059 137 bezw. 1082 695, auf Hessen 639 214 bezw. 643 005, auf Mecklenburg- Schwerin 317 884 bezw. 321 995, auf das Großherzogtum Sachsen- Weimar 204 409 bezw. 212 757, auf Mecklenburg- Streliß 53 523 bezw. 52 824, auf Oldenburg 243 825 bezi. 238 605, auf Braunschweig 242 739 bezw. 251 648, auf Sachsen- Meiningen 136 687 bezw. 142 105, auf Sachsen- Altenburg 106 385 bezw. 109 928, auf Sachsen- o- burg- Gotha 125 353 bezw. 131 855, auf Anhalt 161 171 bezw. 169 876, auf Schwarzburg- Sondershausen 44 194 bezw.45 790, auf Lippe 73 230 bezw. 77 519, auf Schwarzburg- Rudolstadt 49 530 bezw. 51 362, auf Walded 30 541 bezw. 31 182, auf Reuß ä. 2. 34 695 bezw. 37 921, auf Reuß j. 2. 74 264 bezw. 78 501, auf Schaumburg- Lippe 23 396 bezm. 23 254, auf Lübeck 56 888 bezw. 59 645, auf Bremen 148 419 bezw. 150 317, auf Hamburg 505 935 bezm. 509 772 und auf Elsaß- Lothringen 964 043 bezw. 907 659 Personen. Der Familienschmuck der Wallutfeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. 40) ( Nachdruck verboten.) „ Das würde uns sehr angenehm sein," entgegnete Montpierre verbindlich. Eine österreichische Militärkapelle vor dem Kaiser. Die zu dem Ball der Desterreicher am Donnerstag in Berlin eintreffende Militärkapelle des Regiments Deutschmeister" wird am Sonnabend oder Sonntag bei der Frühstückstafel vor dem Kaiser konzertieren. Der Katser hat seine Freude darüber ausgedrückt, die Weisen der österreichischen Kapelle im Schlosse zu hören. Carusos Gastspiel in Wien. Caruso ist für ein dreimaliges Gastspiel an der Wiener Hofoper verpflichtet wor den. Der Künstler erhält für jeden Abend das kolossale Honorar von 15 000 kronen, die höchste Gage, die ihm jemals bezahlt worden ist. Die Raubjagd auf Pelztiere soll jezt in Sibirien, wenigstens soweit die edelsten Felle in Betracht kommen, eingeschränkt werden. Die Pelzhändler in Jrbit haben nämtlich beschlossen, die Regierung um ein Verbot des Zobelfanges während zweier Jahre zu bitten. Nur hierdurch könne der Ansrottung des Zobels vorgebeugt werden. Wohnbauten auf dem Lande. Gegen die Errichtung vielgeschossiger Mietfasernen in ländlichen Gegenden, eine Folgeerscheinung der immer mehr zunehmenden Ausbrei= tung der Industrie auf dem platten Lande, wendet sich ein an die beteiligten Provinzialbehörden ergangener Runderlaß des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten. Der Minister weist u. a. auf die erheblichen Mißstände hin, die sich gerade auf dem Lande, wo es der Regel nach an Vorkehrungen für eine ordnungsmäßige Beseitigung der Abfallstoffe und der Abwässer fehlt, bei dem engen Zusammenwohnen vieler Familien einstellen. Für die nachgeordneten Behörden sind in dem Erlasse deshalb Fingerzeige gegeben, wie der Errichtung großer Mietkasernen auf dem Lande gesteuert, anderseits aber die Aufführung von Ein- und Zweifamilienhäusern gefördert werden kann. Die jungen Männer schüttelten sich die Hände. Dann verabschiedete sich Clairon. Er fuhr zu Acton und brachte ihm das Perlenhalsband, die Sterne, die Nadel und den Ring. Der Juwelier sollte aus den beiden letzten Gegenständen wieder ein Paar Ohrgehänge, genau wie die ersten, machen, den ganzen Schmuck reinigen und ein Etui bestellen. Clairon wünschte es aus grünem Saffianleder, innen mit weißem Sammet gefüttert. Auf dem Deckel sollte das Monogramm der Gräfin Wallutjeff unter der neunzadigen Krone in goldener, schön ziselierter Juwelierarbeit prangen. Jetzt erst dachte der gewissenhafte Geheimpolizist an sich selbst; er fuhr nach Rose- Cottage. Sein Herz klopfte freudig und doch voller Unruhe. Miß Lionel bat ihn, in ihr reizendes Boudoir zu treten. In ihrem rosig erglühten Gesichtchen spiegelte sich stolze Erwartung. Mit offenen Armen eilte sie dem Mann entgegen, der durch seine Klugheit und Energie ihre Achtung und Liebe gewonnen hatte. „ Mis Mabel", sagte Clairon,„ Sie haben durch die Zeitungen alles erfahren. Zürnen Sie mir, daß ich mich unter einem falschen Namen bei Ihnen einführte?" Nein, wie sollte ich es," entgegnete sie ,,, ich bin stolz auf Sie, Mr. Clairon. Einen unheimlichen Fund machte ein Thorner Arbeiter. Er fand in einem Gebüsch ein mit Bindfaden verschnürtes Paket, das er nach seiner Arbeitsstelle mitnahm. Hier würde es geöffnet und man fand darin zwei Kinderleichen. Ueber die Herkunft schwebt völliges Dunkel. Ein rabiater Bursche ist in Mainz verhaftet worden. Als Mittwoch früh der 19jährige Karl Ferkaluk vom Wirts haus in die elterliche Wohnung kam und sein Nachtessen in der Küche nicht vorfand, schlug er alles kurz und klein. Als seine Mutter und sein älterer Bruder Wilhelm herbeieilten, stach er mit dem Messer blindlings auf diese los, sodaß beide schwer verletzt ins Hospital gebracht werden mußten. Das Programm für die Krönungsfeierlichkeiten in England ist jetzt veröffentlicht worden. Die Empfänge der fremden Vertreter und Fürstlichkeiten finden am 17., 18. und 19. Juni statt. Am 19. ist großes Festessen im Buckinghampalast, am 20. offizieller Empfang der ausländischen Delegierten im Schloß von Buckingham, am 21. offizieller Empfang der Minister der englischen Kolonien, am 22. Krönungsfeier, am 24. große Flottenschau, am 26. Galaoper, am 29. firthliche Feier in der St. Paulskathedrale, nachher Festessen zu Ehren des Königs, gegeben von der Stadt London. Sie gaben mir ein Amulett, diesen Ring," sagte Henri, er hat mir Glück gebracht. Darf ich ihn behalten?" „ Ja," lispelte sie in holder Verlegenheit. " Mabel, darf ich eine Frage an Sie richten?" Und als ihre Augen es bejahten, fuhr Clairon fort: Jd liebe Sie, Mabel. Lange habe ich mit diesem bat bereits ein Sie durch den worden ist. D mit leidenschaft men, und tägl Telegrammen e Stätte feines b en der orthod ber heilige Sy gen 3wangslag Sienten Fanati Ein glüdli gefchichte ift die lacht worden. Frift. 3tg." Der Liebenswi Reichstagsabge biefen zum Un unerwarteterm Annahme der G Mg von Erbsch Mart in bar nun in feinem Ein sonderbarer Unfall ereignete sich in Monstab( Altenburg). Ein Bäckermeister zerkleinerte mit einem scharfen Brotmesser hartes Brod für die Pferde. Das Messer rutschte plößlich ab und drang dabei dem Manne ins Herz, so daß er tot zu Boden stürzte. Die türkische 100 Millionenanleihe, die in Frankreich Gefühl gekämpft: Sie sind die reiche Erbin, ich nur der arme Henri Clairon." Bei einem Hansbrand umgekommen ist in Düsseldorf ein 61jähriger Fabrikarbetter. Drei Kinder konnten gerettet werden. ,, Nur?" erwiderte Miß Lionel. ,, Sie sind der einzige Mann, der mir imponiert, der einzige, dem ich von Herzen gut bin." ,, Sie willigen also ein, meine Frau zu werden?" „ Ja, von ganzem Herzen." Ein gräßlicher Unglücksfall trug sich auf der Zeche , Graf Schwerin" zu Raurel bei Dortmund zu. Ein Schachthauer öffnete die Schachttür, um das Signal zum Herauffahren des Förderkorbes zu geben, als plötzlich infolge des starken Sturmes die Tür zuschlug und den Unglücklichen in den Schacht stieß. Der Schachthauer stürzte 620 Meter tief hinab und blieb als ubnkenntliche Masse liegen. Im lezten Moment hatte er noch die Tür erfassen wollen, doch schlug dieselbe die linke Hand glatt ab. Mes Lionel billigte die Wahl ihres einzigen Kindes. Sie gab mehr auf die Charaktereigenschaften, die Clairon in so hohem Maße sein eigen nannte, als auf Reichtum. Den besaß Mabel selbst in Hülle und Fülle und konnte bei der Wahl des Gatten ganz der Stimme ihres Herzens folgen. Vermischtes. Russischer Fanatismus. Mit gespannter Aufmerksam samkeit blickt ganz Rußland auf die Stadt Zarizyn, wo ein schnell berühmt gewordener Mönch namens Jliodor eine Schar fanatischer Anhänger um sich geeint hat, die alle freiwillig dem Hungertode entgegengehen wollen. Die Reden und Laten Jliodors haben in der letzten Zeit in Rußland großes Aufsehen erregt, denn der furchtlose Mönch scheute nicht davor zurück, seine geistlichen Vorgesezten zu tadeln, an allerlei Maßnahmen des heiligen Synod Kritit zu üben, und dabei deckte er vor der Deffentlichkeit eine Reihe schlimmer Mißstände in der kirchlichen und staatlichen Verwaltung seines Distriftes auf. Der heilige Synod beschloß schließlich, den unbequemen Mann abzuschieben und befahl ihm, sich in ein Kloster der Diözese Tula zurückzuziehen. Aber Jliodor weigert sich, diesem Befehle nachzukommen, der ihn dem eigentlichen Felde seiner Wirtsamkeit entziehen würde. Vor dem Altor der Kirche leistete er einen feierlichen Eid, er wolle lieber den Hungertod erleiden, als Zarizyn verlassen. Nun weilt er schon mehrere Tage in dem Gotteshause, weist alle Lebensmittel zurück und liegt betend vor dem Altare. Eine große Anzahl Mönchsbrüder und Gemeindeglieder haben geschworen das Schicksal Jliodors zu teilen. Tag und Nacht ist die Kirche von frommen Fanatikern besetzt, die singend und betend die Erlösung durch den Tod erwarten. Jliodor Clairon hob das Geld von der Gesellschaft L'Equitable ab und beglich die bedeutenden Auslagen. Jim wurde für seine Dienste glänzend belohnt. Auf die warme Empfehlung Clairons hin bekam er eine gut bezthlte Stelle bei der Geheimpolizei in Neunort. Nun war alles so weit erledigt, daß der Abreise Clairons nichts mehr im Wege stane. Er hatte an Wallutjeff telegraphiert: Allright, rise in drei Tagen ab." Nichts weiter, denn er wollte sich die Freude vorbehalten, den wiedergewonnenen Schmuck persönlich abzugeben. ,, Meine Mutter und ich reisen mit Ihnen," sagte Mabel, als ihr Verlobter tam, um Abschied zu nehmen; ,, wir wollten Sie überraschen." Jubelnd schloß Henri die Braut in die Arme. XI. Jegor Alexejewitsch und Maria Nikolajewna hatten ihrer Reise in den Kaukasus und nach Yalta auf Wunsch des Arztes aufgegeben, sie gingen statt dessen in ein deutsches Bad. Seit den erfreulichen Nachrichten aus Amerika wich der auf dem gräflichen Paar lastende Druck teilweise. Maria erholte sich zusehends, und sie und ihr Mann hofften, daß die Findigkeit Clairons die Angelegenheit, welche ihnen so sehr am Herzen lag, zum guten Ende führen werde. „ Ich sehne mich darnach, Luzern zu sehen, um das Grab unseres treuen Andrei zu besuchen", sagte Wallutjeff.„ Wird es Dich aber nicht aufregen, mein Täubchen?" „ Nein, Jegor, auch ich möchte gern hin."" Wallutjeff hatte Clairon immer durch Depeschen be= nachrichtigt, wo er zu finden war. Auch jetzt, nach Empfang der Drahtnachricht aus Neuyork, flog nachstehendes Telegramm über das Meer: „ Sind am 3. April in Luzern, Hotel Schweizerhof. Erwarten Sie dort. Wallutjeff." Bacon Montpierre und Miß Rower benutzten das selbe Schiff, wie Clairon, Mabel und Mrs. Lionel. Die beiden Brautpaare lebten sich gut ein. Alice sah zwar noch angegriffen aus, aber das Glück strahlte aus ihren Augen. In Havre landete man und reiste noch bis Paris zusammen. Dort blieb man einige Tage beisammen und verlebte im Hause der Eltern Alphonsens recht frohe Stunden. De Vater und die Mutter des jungen Franzosen hießen Miß Rower in ihrer Familie herzlich willfommen. Der Frühling zog über die Welt, als Clairon mit seinen beiden Damen in Luzern eintraf. Auch sie stiegen im Schweizerhof ab, Wallutjeffs waren schon seit einigen Tagen dort. Nachdem Henri sich vom Reisestaub gereinigt hatte, ließ er sich beim Grafen melden. Mit ausgestreckten Händen eilte Gregor dem Geheimpolizisten entgegen, der eine rotlederne Tasche trug. Willkommen, lieber Freund!" rief der Graf und auch Maria begrüßte Clairon erfreut. „ Hier, Herr Graf, Ihr Eigentum," sagte Clairon, indem er die Tasche überreichte,„ bitte, öffren Sie das Schloß." Mit bebenden Fingern tat es Jegor.( Schluß f.) Trauer schwarz Jahren feparie meifters. Stef Rachlaß ihres lifches Recht ge vornehm denten ohne weiteres Kurze Zeit dar giftrats der Sto verstorbene Sch erhalten habe, Söhe von 400 Univerfalerben erledigt, da gi Nachnahmepate netten Summe der in seinem von Zwirn und fen. So ist de auf 11,25 Marf bie 11,25 Mari werden? 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Folgendes 2 Elberfelder Ne Ter Nachbarschaf m Einbinden 90 Mart und Toriteher des B berpoftoirettio len hatte, wurd In der Verfügu ffo Ben Den; ge Ber zich. llon det, ong ndg men der ber Boot be Die lin ter afel ude elle ret Jor Tale jeweeina Sintbel irch ter. ctes Sier Jen Sen. rts in ein. bei108, den AL Sarffer erz, Dorf retdes eche chtauf= chen eter I'm doch hat bereits eine Art Testament verfaßt, eine Kundgebung, ble durch den Draht schnell in ganz Rußland bekannt ge= worden ist. Die alten Mönchgenossenschaften haben sich mit leidenschaftlichem Eifer der Sache Jliodors angenommen, und täglich treffen bei dem Zaren Dugende von Telegrammen ein, die den Herrscher bitten, Jliodor an der Stätte seines bisherigen Wirkens zu lassen. In den Kreisen der orthodoxen Geistlichkeit herrscht große Erregung, ber heilige Synod aber befindet sich nun in einer schwierigen Zwangslage, da man es nicht wagen fann, den verbienten Fanatifer mit Gewalt vom Altar zu reißen. gebunden werden könne! Weiter wurde verfügt, daß der Betrag von 0,15 Mart von dem„ schuldigen" Beamten eingezogen werden solle. Dies geschah denn auch. Die Herrschaftswahl des Dienstmädchens. Ein charakteristisches Zeitbildchen geht der„ Straßburger Post" von einer Hausfrau in Heidelberg zu. Dort ließ ein Dienstmädchen dieser Tage in einem Blatte folgende Anzeige einmal erschienen: Tüchtiges Alleinmädchen, 22 Jahre alt, das gut bürgerlich fochen kann und alle Hausarbeit versteht, 3 Jahre lang in einer Beamtenfamilie in K. war, sucht gute Stelle auf 1. März. Gfl. Anträge mit Lohnangabe unter Chiffer... Postlagernd erbeten."- Nicht weniger als 45 Angebote liefen ein. Davon wurden 40 als ungenügend bei Seite gelegt, teils wegen zu geringen Lohnes, teils wegen nicht zusagender Stadtviertel oder aus anderen Gründen, wie Wohnung in einem oberen Stod usw. Fünf Anträge, selbstverständlich mit höchstem Lohnangebot, tamen in die engere Wahl. Die fünf Damen erhielten nun ein gleichlautendes Schreiben, worin das Mädchen ankündigte, daß sie sich am nächsten Sonntag von 2 bis 4 Uhr vorstellen werde. Nach gründlicher Nachforschung über die Arbeit in den einzelnen Häusern, über die Zahl der Bewohner, über von Zeit zu Zeit eintretende Lohnerhöhungen, über Geschenke an bestimmten Jahreszeiten, über Sonntagnachmittagsausgänge und Sommerferien und Sonstiges stellte das stellensuchende Mädchen die Gewissensfrage: Sie verlange zu erfahren, ob man sie annehme, wenn sie sich entschlösse zuzusagen. Denn, bemerkte sie, sie habe fünf angebotene gute Stellen, davon wolle sie sich die beste auswählen, sie müsse sich aus diesem Grunde also die Entscheidung vorbehalten. Tags darauf erhielten vier Hausfrauen eine Postkarte mit folgendem Wortlaut: Ich bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, daß meine Wahl nicht auf Sie gefallen ist." Ein glüdlicher Erbe. Eine tragikomische Erbschaftsgeschichte ist dieser Tage im Foyer des Reichstages viel belacht worden. Im Kreise Stuttgart, so erzählt man der Frtft. 3tg." Starb fürzlich ein Schneidermeister, der von ber Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit seines Reichstagsabgeordneten so begeistert gewesen war, daß er diesen zum Universalerben eingesetzt hatte. Der also ganz unerwarteterweise bedachte Erbe hatte keine Ursache, die Annahme der Erbschaft auszuschlagen, und erhielt nach Abzug von Erbschaftssteuer, Stempelgebühren usw. rund 1400 Mart in bar ausgezahlt. Einige Zeit danach erschien nun in seinem Hause eine ältliche Frau, in sichtbarer Trauer schwarz gekleidet, und legitimierte sich als die seit Jahren separierte Ehefrau des verstorbenen Schneidermeisters. Sie habe zwar fein gesetzliches Anrecht an dem Nachlaß ihres„ Seligen", hoffe aber, daß man ihr moralisches Recht gelten lassen werde. Der Erbnachfolger, ein vornehm denkender, praktischer Sozialist und Christ, zahlte ohne weiteres 700 Mark an die„ trauernde Witwe" aus. Kurze Zeit darauf fam ein amtliches Schreiben des Magistrats der Stadt E., worin nachgewiesen wurde, daß der verstorbene Schneidermeister jahrelang Armenunterstützung erhalten habe, die nunmehr aus der Erbschaftsmasse in Höhe von 400 Mart zurückgefordert werde. Blieben dem Üniversalerben noch 300 Mart. Dieses Geschäft war taum erledigt, da ging ein rundliches, mehrere Kilo schweres Nachnahmepaket vom Krematorium in C. ein, das mit der netten Summe von 288,75 Mark einzulösen war. Denn der in seinem Leben durchaus modern veranlagte Meister von Zwirn und Nadel hatte sich auch noch verbrennen lassen. So ist denn das Universalerbe zusammengeschrumpft auf 11,25 Marf und einen toten Schneider im Glase. Ob ble 11,25 Mart nächster Tage nicht auch noch abgeholt werden? am: wo dor die Die in ond citit zine aatSy ben 34= ehle Birt leiger: chon ittel AnOren die und οδοτ elche hren das Nuten?" be= Emndes thof Eine Flugtatastrophe als„ amerikanisches Duell". Aus Neuyork wird der„ Inf." geschrieben: Die Tragödie des bekannten Flugtünstlers Cecil Grace, der am 20. Dezember 1910 auf die Nordsee hinaus flog und dort seinen Tod fand, dürfte noch in aller Erinnerung sein. Man nahm allgemein an, daß er sich auf seinem Fluge verirrt und den Rückweg zum Lande nicht mehr gefunden habe. Eine ameritanische Zeitschrift bringt nun jetzt die Schilderung eines Vorfalles, der der Tragödie des Fliegers Grace angeblich zu Grunde liegen soll. Nach dieser Darstellung war der Flug Graces auf die Norsee und der Tod, den er dort gefunden hat, ein freiwilliger, und zwar beides die Folge eines amerikanischen Duelles, das Grace verloren hatte. Die Zeitschrift nennt zwar nicht den Namen des FlugHünstlers, da aber vor dem Tode eines anderen Aviatikers in der Nordsee nichts bekannt geworden ist, so bleibt nur biese Flugkatastrophe übrig. Der Gegenstand des amerifanischen Duells lag nach der Darstellung des betreffenden Blattes schon viele Jahre zurück. Ein Tierparadies will der Inhaber des Tierparts in Stellingen bei Hamburg, Karl Hagenbeck, auf der Insel Brioni im Adriatischen Meere schaffen. Er beabsichtigt Be= zunächst die Jnangriffnahme der Straußen- Farm. kanntlich ist der Erfolg der Hagenbeckschen Straußenzucht in Hamburg, trotz des ungünstigen Klimas, ein recht guter. Ein größerer Tiertransport von Antilopen, Zebus, Zebras, einigen hundert Sorten der interessantesten Vögel, Affenarten Südamerikas, Steinböden, Wildschafen, Murmeltieren, Stachelschweinen usw. soll zunächst den Naturpark bevölkern. Von Löwen, Tigern und anderen fagenartigen Tieren wird Abstand genommen. Eine weitere Idee Hagenbeds geht dahin, die Eisbärenzucht in den südlichen Klimaten einzuführen. Nach seinen Erfahrungen hofft Hagenbeck, diesen Plan auf der Insel Brioni ausführen zu können. In einer Bucht dieser Insel sollen Wassertiere untergebracht werden. Ein achtjähriges Mädchen mit einem Vollbart? Wie aus Posen einem Berliner Blatte gemeldet wird, wurde in Semritz bei Schwerin a. W. die achtjährige Tochter eines Arbeiters, die einen vollkommen ausgebildeten Vollbart trägt, für ein Berliner Unternehmen engagiert, um sich dort zur Schau zu stellen. Die Eltern erhalten dafür 4500 Mark. Das Mädchen ist sehr kräftig gebaut und wurde in früheren Jahren ständig rasiert. Zwei Geschwister des Mädchens sind in ihrem Aussehen durchaus normal. auftreten von Wölfen erfolgte. Diese Gefahr, der die Bewohner auf Reisen über Land, in den Straßen der Städte, ja sogar in dem Waggons der Eisenbahnen ausgesetzt sind, wird durch die Tragödie einer Hochzeitsgesellschaft grell beleuchtet, die von dem Dorfe Obstipom nach Taschkent fuhr. Die Entfernung beträgt 22 Werft, und bei dem schlechten Wetter mußte man damit rechnen, daß die Reise drei bis vier Stunden dauern würde. In 30 Bauernwagen fuhren 120 Hochzeitsgäste aus dem Dorfe heiter fort, und wenige Minuten später fanden sie einen furchtbaren Tod, dem nut ein Mann und eine Frau entgingen. Die Schilderung der beiden Geretteten von der Katastrophe zeigt die ganze Ge. fahr, die über den russischen Ortschaften schwebt: Der Hochzeitszug war nur einige hundert Meter von dem Dorfe in dessen Nähe sich bisher Wölfe nur ganz vereinzelt ges zeigt hatten, entfernt, als die Pferde plößlich anfingen, schen zu werden. Man konnte sich die Unruhe der Tiere an fangs nicht erklären, bis man plötzlich in nicht zu weiter Entfernung ein wildes Geheul hörte und eine schwarze Wolfe über die Erde rasen sah. Wenige Minuten später waren die ersten Wölfe herangekommen und stürzten sich mit Wutgeheul auf die hintersten Wagen. Man wollte sich verteidigen, die Pferde rasten wie toll, aber nichts half! Eine nach Hunderten zählende Menge hungriger Wölfe um schwärmten die Hochzeitswagen, in denen Todesfurcht und Jammergeschret herrschten. Schon waren einige Pferde niedergerissen... in den Wagen faßen die Wölfe, die über die Insassen hergefallen waren. Inzwischen ging die rasende Jagd weiter, die Pferde dampften und die Wölfe heulten hinterdrein. Man entschloß sich endlich aus dem letzten Wagen einige Menschen zu opfern, natürlich Frauen, die keinen Widerstand leisten konnten. Man hoffte, auf diese Weise die Wölfe zurückzuhalten, und den Rest retten zu können. Einige Minuten fonnte man aufatmen, aber schon war das Heulen der Wölfe wieder neben dem Wagen und vor dem Wagen. Neue Opfer, neues Aufatmen... und neuer Schreden! Schon waren 50 Menschen von den Bestien zerrissen worden, und immer war das Rudel der Wölfe noch ungeheuer groß. Es wurden wieder Pferde niedergerissen, Männer und Frauen aus den dahinrasenden Schlitten herausgezerrt. Jammergeschret ertönte, erschütternde Rufe durchschnitten die Luft, dann war alles still und immer neue Opfer fielen. Ein Wagen fam allein in der Stadt an. Auf ihm befanden sich mehr tot als lebendig zwei Menschen, die anderen waren auch den Bestien zum Opfer gefallen. Ein postalischer Rekord. Einen neuen Beitrag zur Geschichte des Postwesens liefert ein römisches Blatt. Am 12. Januar 1911 traf in Rom eine Postkarte ein, die am 29. März 1894 in Florenz aufgegeben war. Die Poststempel lassen erkennen, daß die Karte beim römischen Postamt bereits am 31. März 1894 anfam; nur in der Bestellung der Sendung ist eine kleine Verzögerung von 17 Jahren eingetreten. Die Karte lag die Zeit über auf dem Postamt, niemand weiß wo, bis sie eines Tages ein Beamter fand und dem Briefträger übergab. Die Sendung stammte von einer jungen, heute freilich schon reiferen Frau, die einem römischen Arzte, mit dem sie verwandt war, die Mitteilung machte, daß er Onkel geworden sei und daß der neugeborene Neffe den Namen Fausto erhalten solle. Pferd und Auto. Die Zurückdrängung des Pferdes durch den Kraftwagen machte im Berliner öffentlichen Verkehrswesen im Jahre 1910 weitere Fortschritte. Die Zahl der Pferdedroschten ging 1910 von 5078 auf 4620 zurüd, die der Pferdeomnibusse von 778 auf 694. Der Pferdebestand im Droschten- und Omnibusverkehrswesen erniedtigte sich im Jahre 1910 von 15 802 auf 14 004. Die Zahl der Kraftdroschfen ist dagegen während des Jahres 1910 von 942 auf 1049 gestiegen, die Kraftomnibusse vermehrten sich 1910 von 173 auf 212. Wagners lezte Tage in Venedig. In diesen Tagen waren 28 Jahre verflossen, da Wagner in Venedig aus dem Reiche der Lebenden schied. In diesem Zusammenhange wird in einem italienischen Blatte daran erinnert, wie stolz die Italiener auf die anerkenne e Bewunderung waren, die Wagner Rossini entgegenbrachte. Noch im September 1882 beschloß er ein häusliches Konzert, in dem er sich ans Klavier setzte und sich von den Gästen mit den Klängen des Wünsche Ihnen guten Abend" aus dem„ Bar= bier von Sevilla" verabschiedete. Wagner pflegte oft auf dem Markusplate den Konzerten der Venezianer Stadtkapelle beizuwohnen, die damals von dem Kapellmeister Calascione dirigiert wurden. Eines Tages bat er den Dirigenten, doch die Symphonie aus der„ Diebischen Elster" zu spielen. Calascione, der den Meister nicht fannte, erwiderte, er könne das Programm nicht ändern; aber dann plötzlich begriff er, mit wem er sprach, Iteß sofort die Partitur holen und erzielte begetsterten Applaus, dem auch Wagner sich anschloß. In seinen letzten Monaten in Vene dig ging Wagner wenig spazteren; er zog die Polster seiner Gondel vor. Als er am letzten Karnevalsabend an einer Schar maskierter Jungen vorbeikam, die ein altvenezianisches Ritornell sangen, folgte er der luftigen Schar und trällerte die Melodie des Liedleins nach. Der Venezianer, der seine letzten Worte hörte, war sein treuer Gondoliere Luigi Trevisan. An dem Unglückstag, dem 13. Februar, sagte Wagner zu ihm:„ Luigi, halte die Gondel bereit. wir wollen um vier Uhr eine Spazierfahrt machen." Als Luigi Einwendungen erhob, nickte Wagner und sagte:„ Du hast recht, Luigi, du hast recht." Er ging ins Zimmer zurück, und wenige Minuten später hatte er seinen Geist aufge= geben. Sich selbst operiert. Einen Reford an Unerschrockenheit und Nervenkraft hat dieser Tage ein 26jähriger rumänischer Arzt, Alexander Fzaicon in Paris, vollbracht: er hat an sich selbst eine schwere Operation vorgenommen. zaicon hat ein neues Anästhetikum erfunden, dessen schmerzbetäubende Wirkung er mit dem komplizierten Nomen Raahi- Strychno- Stovanisation" bezeichnet. Dieses Anästhetikum läßt dem Patienten sein völliges flares Bewußtsein, beseitigt aber alle Schmerzempfindlichkeit. Die Entdeckung bildet die Grundlage einer wissenschaftlichen Arbeit, die der Rumäne bei seiner medizinischen Abschlußprüfung, der er sich in einigen Wochen unterziehen wird, vorlegen will. Unterdessen aber hat er die Wirksamkeit seines Anästhetikums in einer einzigartigen Form, nämlich an sich selbst, erprobt. Izaicon hatte seit einiger Zeit ein Bruchleiden, das immer schlimmer wurde und notwendig operiert werden mußte. Er beschloß, diese Operation selbst an sich vorzunehmen und dabei sein neues Schmerzbetäubungsmittel zu erproben. Mit taltblütiger Ruhe wandte er das Anästhetikum an, setzte sich dann auf den Operationstisch, nahm sicher und ohne das geringste Zeihen von Erregung die Operation an sich vor, nähte sich die Wunde zu und ging dann zu Bett. Die Operation dauerte eine Stunde. Die Heldentat des jungen Mediziners, der sich jetzt auf dem Wege völliger Genesung befindet, macht in Paris großes Aufsehen und ist das Tagesgespräch. f." das: Die zwar hren Baris und Frohe Fran will: mit egen nigen Satte, Geimauch , inbas Bf.) Folgendes Bureaukratenstüdchen der Post erzählen die Elberfelder Neuesten Nachrichten": Auf einem Postamte der Nachbarschaft war einem Buchbinder am Orte ein Buch zum Einbinden übergeben worden. Dieser rechnete dafür 0,90 Mark und erhielt das Geld auch anstandslos von dem Vorsteher des Postamtes ausbezahlt. Nachdem nun bei der Oberpostdirektion eine Prüfung der Rechnung stattgefun= ben hatte, wurde diese beanstandet, weil das Buch, wie es in der Verfügung heißt, in Düsseldorf für 0,75 Mark einWissenschaft, Kunst und Literatur. Drahtnachrichten und Deuestes. Von einem Windmühlenflügel erschlagen. Guben, 23. Februar. In Dolgelin( Kreis Lebus) wurde eine 15jährige Dienstmagd vom Sturm unter die Flügel einer Windmühle getrieben und erschlagen. Unterschlagungen zweier Postschaffner. Hamburg, 23. Februar. Ein 25jähriger Postschaffner ist hier unter dem Verdacht, einen Postbeutel mit 94 Einschreibebriefen gestohlen zu haben, verhaftet worden. Nachdem es gelungen war, noch einen Kollegen festzunehmen, gestanden beide ein, den nach Paris bestimmten Postbeutel entwendet, sämtliche Wechsel und Schecks, die teilweise auf hohe Beträge lauteten, verbrannt, Geld und Wertsachen aber, auf die sie es abgesehen hätten, nicht gefunden zu haben. Ein Eilwertbrief- Prozeß. Frankfurt a. M., 23. Februar. Eine Fabrif hatte gegen einen Frankfurter Postassistenten Klage auf Schadenersatz erhoben, well durch seine Schuld ein von der Firma abgesandter Eilwertbrief zu spät an dem Bestimmungsort an gelangt war. Landgericht und Oberlandesgericht hatten die Klage abgewiesen, das Reichsgericht verurteilte dagegen den Beamten zum Ersatz der Kosten, weil er sich einer fahrlässigen Verlebyng seiner Amtspflichten schuldig gemacht habe. Einen Eilwertbrief hätte der Beamte mit besonderer Aufmerksamkeit behandeln müssen. Erforschung des Nordlicht- Phänomeus. Der bekannte norwegische Gelehrte Professor Birkeland, der Erfinder der Birkeland- Leydeschen Methode, Stickstoff aus der Luft zu nehmen, die eine große Industrie in Norwegen geschaffen hat, beschäftigt sich jetzt mit einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung des Nordlicht- Phänomens. Er hat verschiedene Expeditionen nach dem nördlichsten Norwegen unternommen. Voriges Jahr machten er und seine Begleiter viele Entdeckungen, die von großem wissenschaftlichen Interesse sind und die ihm die Ueberzeugung gaben, daß das Phänomen elektrischer Natur ist. Um die Untersuchungen fortseßen zu können. hat Birkeland beim norwegischen Barlament einen Antrag gestellt auf Bewilligung von 10 000 Kronen fedes Jahr auf zwölf Jahre zur Errichtung und Unterhaltung eines Observatoriums auf Haldeffield in Finmarken( an der nördlichen Spize Norwegens), wo die besten Bedingungen zum Studium des Nordlichts vorhanden sind. Der Finanzausschuß hat den Antrag einstimmig empfohlen, und die Mittel werden wahrscheinlich bewilligt werden. Die Untersuchungen und Entdeckungen Birkelands haben auch im Auslande Interesse erregt. Bei einem Stubenbrande ums Leben gekommen. Disseldorf, 23. Februar. Gestern morgen hat bei einem Zimmerbrand, den er selbst in der Dunkelheit durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Licht verschuldet hatte, ein 61jähriger verwitweter Arbeiter den Tod gefunden. Seine drei unmündigen Kinder konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Die passive Resistenz in Triest. Tricht, 28. Februar. Im Postdienst sind die Verspätungen nur teilweise bedeutend, im Telegraphenverfehr da gegen gering. Der Schalterdienst wickelt sich glatt ab. Eine wichtige chirurgische Entdeckung. Infolge einer erfolgreichen Operation an einem achtzehnjährigen Mädchen haben die Aerzte eines Hospitals in Philadelphia eine wichtige Entdeckung gemacht, die von außerordentlichem Vorteil für die Wissenschaft der Hautübertragung ist. Es wurde entdeckt, daß Haut, die von einem Körper genommen wurde, auf unbestimmte Zeit in gesunder Kondition gehalten werden kann, ohne daß sie irgendwie benachteiligt wird, und daß sie dann dazu benutzt werden kann, Haut, die durch Brandwunden oder auf irgend eine andere Weise vernichtet wurde, zu ersetzen. Es ist gefunden worden, daß derartige Haut ebenso schnell anwächst als frisch vom Körper geschnittene. Zwanzig Quadratzoll am Oberarm des betreffenden Mädchens sind frisch mit Haut bedeckt worden, die seit fünf Tagen von dem Körper losgetrennt war und während dieser Zeit auf Eis gehalten wurde. Die Wolfsplage in Rußland. Triest, 23. Februar. Die Geschäftswelt plant einen allgemeinen dreitägigen Geschäftsschluß, falls die passive Resistenz in den nächsten Tagen nicht aufhört. Menterei in einem spanischen Zuchthaus. Madrid, 23. Februar. Nach einer Meldung von Ger= bere meuterten die Sträffinge im Zuchthaus von Figueras und töteten einen Aufseher. Mehrere Sträflinge ergriffen die Flucht; Militär stellte die Ordnung wieder her. Schwarze Boden in London. Die ungeheure Kälte, die augenblicklich im Süden Rußlands herrscht, hat, wie aus Petersburg geschrieben wird, eine ungeheure Vanik hervorgerufen, die durch das MassenLondon, 23. Februar. Im Osten erfrankte ein Kind an schwarzen Blattern. Durch das Kind wurden zwei ver= wandte Frauen, zwei Krankenschwestern und eine Aufwär terin angesteckt. Die Kranken befinden sich sämtlich auf einem Isolierfchiff. Lawinenunglück im Raufajus. Tiflis, 23. Februar. In der Nähe von Ardlar an der Küste des Schwarzen Meeres wurden durch das Abstürzen eines Schneeberges zwet Häuser zertrümmert, wobei vier Personen und eine große Menge Vich getötet wurden. Die Pest nimmt weiter ab. Gharbin, 23. Februar. In Fudsjadjan nimmt die Best weiter ab. Durchschnittlich sterben täglich 20 Personen. Dank der Energie des Leiters der Pestbekämpfung Dr. Uljano ist die Stadt von Leichen gereinigt. Die neuen Letchen werden verbrannt. Handel und Verkebr. Caffel, 21. Februar. Schlachtvichpreise: 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwerts, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht M, 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4-7 Jahren 80-84 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 75-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 68-73 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 78-80 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 72-73 M. E. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 80-82 M, 6) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 75-78 M, c) ältere ausgemästete Kühe und we nig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 70-72 M, 8) mäßig genährte Kühe und Färsen 64-66 M, e) gering ge nährte Kühe und Färsen 55-60 M. 2. Kälber. a) Doppellender feinster Mast Lebendgewicht-- 3, b) feinste Mast M fälber M, c) mittlere Mast- und beste Sangkälber d) geringere Mast- und beste Saugtälber 50-52 M, e) ge ringere Saugkälber 45-48 M. 3. Schafe: A. Stallmastschafe: mit Wolle a) Mastlämmer und jüngere Masthammel Schlachtgewicht 80-81 M, desgleichen ohne Wolle 77-78 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 74-75 M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kilogr. Schlachtgewicht M, 6) vollfleischige von 120-150 Kilogramm 63-64 M, c) vollfleischtge von 100 bis 120 Kilogramm 61-62 M, d) vollfleischige von 80-100 Kilogramm 59-60 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogramm 58 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 55-56 M. Aufklärung. Vor allen Gefahren Durch Einbrecher und Diebe welche jede Nacht durch offene Türen offene Fenster offene Wasserleitungen offene Gashähne brennendes Licht Feuer sowie durch Wasserrohr brüche Obdachlose und Gesindel Beschädigungen jeder Art drohen, schützt nur der Anschluss an ein bestorganisiertes, auf Erfahrungen aufgebautes erstklassiges Sicherheits- Institut wie die Frankfurter Wach- und Schliess- Gesellschaft m. h. H. b. Filiale Giessen: Sonnenstrasse 12, Gegr. 1906 Unseren Abonnenten gewähren wir Gratis- Versicherung gegen Einbruch und Diebstahl Bekanntmachung. Betr.: Ausführung des Weingesetzes vom 7. April 1909. Wir sind veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß die Vorschriften des Weingesetzes nicht nur auf Weinproduzenten und Händler, sondern auch auf Gastund Schankwirte, Krämer, Lebensmittelhändler und dergleichen, insoweit sie Wein verkaufen, Anwendung finden. Diese Gewerbetreibenden sind insbesondere zur Buchführung nach vorgeschriebenem Muster( Anlage 8 Der Bekanntmachung des Bundesrates, betr. Bestimmungen zur Ausführung des Weingesetzes, vom 9. Juli 1909, Reichsgesetzblatt Seite 549) verpflichtet. Die Verwendung des Musters darf unterbleiben, wenn die vorgeschriebenen Angaben in Bücher anderer Form eingetragen werden, die nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung geführt werden. Gießen, den 20. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Schweineseuche unter Schweinen des Moses Keßler zu Gießen, Neuenweg Nr. 33. Unter dem Schweinebestand des Moses Keßler dahier, Neuenweg Nr. 33, ist die Schweineseuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 23. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 6. Februar 1911 angeordnete Sperre des Wetzlarer Weges zwischen Friedrich- und Hofmannstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Versteigerung. Montag, den 27. Februar lsd. Js., nachm. 3 Uhr sollen Nukholzversteigerung. Montag den 27. d. Mts, findet im Gemeindeim städtischen Pf andlokale, Selters: wald Naunheim Versteigerung folgender Holzsortimente weg 11 bahter die wegen rüdständig. Schulgeld Statt: repfändeten Gegenstände, Möbel 112 Eichenſtämme, darunter Schnittstämme, meist Wagnerholz aller Art, Sofas, Echränke, Schreibtische u. v. A. versteigert werden. Gießen, 23. Februar 1911. Gem med er, Pfandmeister. 989 Fichten- u. Kiefernstämme, auch Schnittstämme Für Pferdebesißer. Fichten- Nusreiser 2. Kl. 591 Fichtenstangen 1. bis 4. Kl. 300 lederne Teppichgurten 500 " 700 11 per Stüd 1.30 Mr. Stallhalfter, per Stüd 1.30 Mr. Kopfgeftelle m. Gebiß per Stüd 1.50 Mr. folange Vorrat. Versand per Nachnahme. Maier Weinheimer, Karlsrube t. B., Kronenstraße 32 Nehme noch Knaben zur Vorbereitung für alle Schulen in 55 Rm 3 Rm. Eichen- Nußscheit 3 Rm. Buchen- Schnittstämme. 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