der heit er wieder nnte und m, telle entg. mit. Lübeck alb stels FR, Dutzmittel alt Etage Gießer. : uhmacher 1 Tonal: 1 nädchen, 1 ied, 1 For Tapezierer, Weißbinder, d Fahrbur usbuischen, Büglerinnen 1. Sgreiber onal: ein fellner. in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt.- Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 20. - Tele phon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. - - des Großherzoglichen Polizei Amtes = der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. Behörden Oberhessens ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 24. Januar 1911 -h Bermuthshain. Ueber seine Tätigkeit im Reichstag hat unser Reichstagsabgeordneter Binde wald in einer großen Anzahl Ortschaften unseres Wahlkreises Bericht erstattet. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 24. Januar. *)(* Wintersportplätze. Zur Förderung des deutschen Wintersportes soll eine Zusammenstellung aller deutschen Wintersportplätze demnächst im Druck erscheinen. Damit alles Wissenswerte über die einzelnen Sportgebiete des Odenwalds, der Bergstraße, des Mainund Neckartals sowie des Vogelsbergs lückenlos in diefer Zusammenstellung erscheint, ist es wünschenswert, wenn dem hessischen gemeinnützigen Verein zur Vermittlung von Land- und Kuraufenthalten in Darmstadt, Wienerstraße 42( Geschäftsführer Rechnungsrat Harth), alle in diesem Vereinsgebiete gelegenen Wintersportplätze und die Adressen der Vorstände derselben umgehend mitgeteilt werden, damit sie in der geplanten Zusammen= stellung noch erscheinen können. * Gießen. Für die Erhaltung des Liebig- Laboratoriums sind von ungenannter Seite für das zu er= richtende Liebig- Museum 1000 Mark zugegangen. * Gießen. Im abgelaufenen Jahre kamen in Gießen 566 Knaben und 517 Mädchen zur Welt. Die Zahl der ehelichen Geburten belief sich aus 788, 418 Knaben und 370 Mädchen; unehelich geboren wurden 295 Kinder, darunter 148 Knaben und 147 Mädchen; die unehelichen Geburten verteilen sich auf die einheimische Bevölkerung mit 58, auf ortsfremde Mütter ( Kliniken 2c.) mit 237 Kindern. Die Zahl der Ster befälle betrug im ganzen 624; 305 Verstorbene waren männlichen und 319 weiblichen Geschlechts. 315 Verstorbene waren ortsfremde Personen, die in den Kliniken und Anstalten Unterkunft gesucht hatten. Der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle beträgt 313 ( 192 Snaben und 121 Mädchen), oder 50 Prozent. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) Auch der Schluß der vergangenen Woche war noch dem Zuwachssteuergeset gewidmet. Am Mittwoch begann die besondere Beratung der einzelnen Paragraphen des Gesetzes. Eine große Anzahl Anträge fast hundert Stück wurden zu den verschiedenen Paragraphen gestellt. Man hatte oft das Empfinden, als wenn manche dieser Anträge weniger der sachlichen Erwägungen, sondern aus Gefälligkeit gegen irgend einen, vielleicht auf der Reichstagstribüne sitzenden Interessenten entstanden waren. So kam es denn bei den Abstimmungen hin und wieder vor, daß sich nur ein einziger oder nur wenige Abgeordnete„ für" erhoben. Dadurch entstand manche heitere Situation, so daß ein Abgeordneter gelegentlich bemerkte:„ das hohe Haus habe sich selbst ausgelacht!" Die Freisinnigen und Nationalliberalen, die im Lande so viel von ihrer Einigkeit bei den Steuerabstimmungen reden, stimmten bei den vielen Abstimmungen beim Zuwachssteuergesetz fast nie ge= schlossen. Wie Kraut und Rüben stimmte jede dieser Parteien durcheinander. Jm Reichstag fällt das nicht mehr auf, weil man das von diesen beiden Parteien nicht anders gewöhnt ist. Eine längere prinzipielle Debatte entwickelte sich über einen konservativen Antrag, der die Landesherren bei Grundstücksverkäufen von der Zuwachssteuer befreien wollte. Für die Steuerfreiheit der Landesherren sprachen die Konservativen. Bei der Abstimmung stimmten für die Konservativen der größere Teil des Zentrums und ein Teil der Nationalliberalen. Alle anderen stimmten dagegen. Auch der Abg. Behrens erhob sich gegen die Steuerfreiheit der Landesherren. Der Reichstag brach am Freitag seine Beratungen bei§ 49 des Zuwachssteuergesetzes ab, um die Beratungen am Dienstag fortzusetzen. In der Budget- Kommission wurde der Marine- Etat weiter beraten. In der Gewerbeordnungskommission wurde darüber verhandelt, ob die Lohnbücher vom Arbeitgeber oder vom Arbeiter aufbewahrt werden sollen. Die Reichsversicherungskommission setzte die Beratung über die Frage der Krankenkassen- Angestellten, Aerzte 2c. bis nach Vorlegung des Einführungsgesetzes aus und beriet weiter über die„ Besonderen Vorschriften". Am Mittwoch etwa dürfte der Abschnitt„ Ersatzkassen" zur Beratung kommen. Vor dem Sitzungszimmer der Petitions Kommission war einige Tage lang eine kleine Kaffee- Surrogat- Ausstellung aufgebaut. Der Kaffeehändler- Verein hatte eine Petition eingeschickt, daß es gesetzlich verboten werden solle, Surrogate z. B. Malz"-Kaffee, Kneipp"-Kaffee 2c. „ Kaffee" zu bezeichnen. Um die Abgeordneten von der Notwendigkeit dieser Maßnahme zu überzeugen, hatten sie diese kleine Ausstellung von Kaffee- Surrogaten aufgebaut. Jm Vorraum zu den Präsidenten- Räumen ist das Geschenk der Stadt Lindau am Bodensee aufgestellt. Es ist ein großes schönes Gemälde, den Besuch der Reichstagsabgeordneten beim Grafen 3 eppelin darstellend. Man sieht auf dem Bild auf dem blauen Bodensee die geschmückten mit Menschen besetzten Dampfschiffe und zahlreiche Motorboote und im Mittelpunkt des Bildes das aufsteigende weiße Zeppelin= Luftschiff. Nebenbei bemerkt, hat der Reichstagsabgeordnete Behrens an diesem Besuch beim Grafen Zeppelin auch teilgenommen und auch eine Fahrt im 3eppelin Luftschiff mit anderen Abgeordneten - mitgemacht. = Reichstagswahlvorbereitungen. -h Gießen, 24. Jan. Zum 29. Januar hat die nationalliberale Partei des ersten hessischen Wahlkreises eine Vertrauensmännerversammlung einberufen. Der bisherige Kandidat Prof. Gisevius soll, wenn eine Einigung mit der fortschrittlichen Partei erzielt wird, von seiner Zusage, die Kandidatur anzunehmen, bunden werden. Es wäre dann zu einer neuen Kandidatur Stellung zu nehmen. entOffenbach. Der Vorstand des nationalliber alen Vereins hat einstimmig beschlossen, daß eine Unterstützung der von den Deutsch- und Christlich- Sozialen, sowie der Wirtschaftlichen Vereinigung aufgestellten Kandidatur des Lehrers Dern aus Neu- Isenburg nicht in Frage kommen könne.- Wie verlautet, soll Fabrikant Theodor Boehm als nat.- lib. Kandidat aufgestellt werden. * Frankurt a. M. Der Landesausschuß der hessischen Fortschrittlichen Volkspartei hat am Sonntag beschlossen, daß für die nächsten Reichstagswahlen das Vorgehen der Fortschrittlichen Volkspartei in den einzelnen Wahlkreisen nur in engster Fühlungnahme mit dem Landesausschusse stattfinden dürfe. als | = w= Gießen. Am Freitag abend fand auf Anregung des Deutschen Bundes der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweise" eine Zusammenkunft von Damen und Herren zum Zwecke der Gründung eines Naturheilvereins im„ Cafe Ernst Ludwig" statt. Nach einem Referat des Herrn C. Eucker, praktizierender Vertreter der Naturheilkunde aus Fulda, der die Zwecke und Ziele der Naturheilbewegung klarlegte, wurde zur Gründung eines Vereins geschritten, dem sich eine gröBere Anzahl Herren und Damen anschlossen. Hierauf wurden die Statuten beraten und ein Vorstand ge= wählt. Der Verein beabsichtigt nun demnächst in einer öffentlichen Versammlung, zu der durch die Zeitungen noch eingeladen wird, an die Deffentlichkeit zu treten. Anmeldungen werden im Reformhaus, Kreuzplatz, entgegengenommen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. treten. Der 3 weiten Kammer ging als Drucksache zu die Anfrage des Abg. Wolf- Stadecken, betreffend: die Nebenbeschäftigung der Volksschullehrer als Rechner ländlicher Genossenschaften. h Darmstadt, 22. Jan. An dem großen Wohltätigkeitsfest der Bühnengenossenschaft nahm auch das Großherzogspaar teil. h Darmstadt, 23. Jan. Auf Grund des Gutachtens vom Gerichtschemiker Dr. Popp- Frankfurt und mit Rücksicht aul den Fund von Haaren gilt der des Kindesmordes angeschuldigte Heß als der Tat für überwiesen. Dem pathologischen Institut zu Gießen wurde die Leiche zur näheren Untersuchung überwiesen. -h Rüsselsheim, 22. Jan. Zwischen dem Beigeordneten Sittmann und dem Gemeinderat ist ein Rechtsstreit ausgebrochen. Für die Bürgermeistereigeschäfte, die S. während der Erkrankung des Bürgermeisters Treber führte, verlangte S. eine monatliche Entschädigung von 200 Mark. Vom Gemeinderat wurden jedoch nur 100 Mark bewilligt. Auf gerichtlichem Wege soll die Sache geschlichtet werden. -h Erbach i. D., 22. Jan. Die 22jährige Margarete Werner wurde wegen einer Anzahl schwerer Einbrüche in Seckmauern verhaftet. Landtagsersatzwahl für Hungen. * Jm Landtagswahlkreise Hun gen- Lich ist von der Wirtschaftlichen Vereinigung als Nachfolger für den verstorbenen Abg. Köhler Herr Wilhelm Fenchel, Landwirt in Ober- Hörgern, aufgestellt worden, der auch die Kandidatur angenomWirtschaftlichen Vereinigung noch genannt werden, bemen hat. Andere Namen, die für die Kandidatur der ruhen auf Kombination. Herr Fenchel wird sich im Falle seiner Wahl der Fraktion des Bauernbundes im hessischen Landtage anschließen. Offener Sprechsaal. Warum kann der Bund der Landwirte im Wahlkreis Gießen den Kandidaten der nationalliberalen Partei, Herrn Prof. Dr. Gisevius nicht unterstützen? Weil Gisevius von dem verstorbenen Abgeordneten Köhler der Ueberrumpelung geziehen worden ist. Weil Gisevius gegen die klaren Aussagen Köhlers sich bis heute noch nicht gerechtfertigt hat; weil Köhler und mit ihm viele Hundert derselben Mitglieder des Bundes der Landwirte über das Verhalten des Herrn Gisevius im höchsten Maße entrüstet waren; weil Gisevius selbst auf mündliche Anfragen in Langgöns über seine Stellung zum Hansabund und zum deutschen Bauernbund weichende Antworten gegeben hat; weil Köhler bis kurz vor seinem Tode wiederholt gesagt hat, wenn ich nur gesund bleibe, um mit dem Herrn Professor bei der nächsten Reichstagswahl abzurechnen; weil Gisevius es nicht für nötig befunden hat, von seiner Aufaus= noch * Friedberg, 22. Jan. Altbürgermeister Steinhäuser, Ehrenbürger unserer Stadt, ist heute morgen nach langem Leiden hier gestorben. Lauterbach. Nur 409 Personen hat die Bestellung auch nur im geringsten sich mit dem Bund der völkerung unseres Kreises zugenommen; 1905 waren es 29 316, heute 29 725 Einwohner. Die Zahl der Haushaltungen ist 5151. Von den größten Orten hat Lauterbach 4328( 1905 4056), Schlitz 2584( 2591,-7), Herbstein 1642( 1600), Angersbach 1318( 1296). -h- Muschenheim, 22. Jan. Bei einer Schlitten fahrt erlitt die 62 Jahre alte Hebamme Eva Schmidt fahrt erlitt die 62 Jahre alte Hebamme Eva Schmidt einen komplizierten Schädelbruch und ist an den Folgen desselben gestorben. Wetzlar. Pensioniert sind die Herren Amts= gerichtssekretär Niebold und Gerichtsvollzieher Kraft in Wetzlar. ) Darmstadt. 2997 Unfallanzeigen sind bei der land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen in Darmstadt im verflossenen Jahre eingegangen. In 1785 Fällen wurde erstmalig eine Entschädigung festgesetzt, darunter in 49 Fällen das gesetzliche Sterbegeld oder eine Angehörigenrente gewährt, weil die Verletzung den Tod zur Folge gehabt hatte. Von dem Recht der Uebernahme einer Krankenhausbehandlung wurde in 250 Fällen Gebrauch gemacht, und diese Unfallverletzten einem Krankenhause oder einer für die Nachbehandlung eingerichteten Privatanstalt überwiesen. Die Zahl der Mitglieder der zur Berufsgenossenschaft gehörigen Haftpflichtversicherungsanstalt, zu der der Beitritt freiwillig ist, betrug Ende 1910 8035 Personen. Die Reserven der Anstalt beziffern sich im 3. Geschäftsjahr bereits auf rund 50 000 Mark, sodaß die Erhebung einer Nachschußprämie, wie dies oft noch angenommen wird, ausgeschlossen ist. Darmstadt. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer wird am nächsten Donnerstag zur Beratung des Gemeindeumlagengesetzes zusammen= * Landwirte einmal ins Benehmen zu setzen, sondern vielmehr so ganz ohne weiteres, obschon er nach seinen wiederholten Aussprüchen selbst nicht nationalliberal gesinnt ist, sich derselben nationalliberalen Partei anschließt, die seit 20 Jahren im Wahlkreis Gießen den Bund der Landwirte und Köhler scharf bekämpft; die zu diesem Zweck sich mit den Freisinnigen zusammengeschlagen hat; die nach den eigenen Worten ihrer Führer diesmal Herrn Gisevius um dessen willen ausgesucht weil sie mit einem halbfreisinnigen Kandidaten bei den Bauern nicht durchkommt. Diese Partei hat also keine festen Grundsize. Sie hat erst im vorigen Jahr in Friedberg in der schroffsten Weise gegen den Bund der Landwirte agitiert, sie hat den Bauernzersplitterungsbund zum Kampf gegen die Bauern, die verhaßten Agrarier, herbeigeholt und damit beigetragen, daß dieser Kreis ins Rote Meer gesunken ist. hat, Einer solchen Partei hat sich Herr Gisevius angeschlos=. ihn sen. Wollte man vom Bund der Landwirte aus unterstützen, so würde man das Andenken Köhlers beschimpfen, würde sich selbst erniedrigen. Denkt hieran, ihr verantwortlichen Vertreter des Bundes der Landwirte, vergeßt auch nicht, daß wiederholt im„ Gießener Anzeiger" zu lesen war, die Vertretung des Kreises durch den Bauern Köhler sei eine Schmach und ganz Deutschland weise mit Fingern darauf. Tut das Aeußerste, schlagt den Nationalliberalen einen nationalen, monarchisch gesinnten parteilosen Mann vor,- ihr habt dazu das Recht und die Pflicht und lehnen deren Vertreter das Ansinnen ab, weil ihnen die Partei über das Vaterland geht, so mögen sie die Verantwortung über die unausbleiblichen Folgen tragen. Ihr aber steht charakterfest und rein da. = Ɑ= Der Ordenssonntag in Berlin. Das preußische Krönungs- und Ordensfest hat am vergangenen Sonntag im Königlichen Schloß zu Berlin in Anwesenheit des Kaiserpaares in der üblichen Weise stattgefunden. Der Präses der preußischen Generalordenstommission, General von Jacobi, behändigte im Auftrage des Kaisers die Auszeichnungen. Das Kaiserpaar ließ sich zunächst die Damen, die Orden und andere Auszeichnungen besitzen, vorstellen und begab sich alsdann mit den übrigen Fürstlichkeiten und dem Gefolge in den Rittersaal, wo die neu ernannten Ritter und Inhaber von Orden einzeln vorgestellt wurden. Hierauf fand der Gottesdienst in der Schloßkapelle statt. Nach dem Gottesdienst fand Tafel statt, bei welcher der Kaiser einen Toast auf das Wohl der deforterten Personen ausbrachte. Nach Aufhebung der Tafel begab fich das Kaiserpaar mit den übrigen Fürstlichkeiten in den Rittersaal, wo sich der Kaiser und die Kaiserin mit vielen der Anwesenden unterhielten. Die Auszeichnungen: rung der Flucht noch von dem des Selbstschutzes aus erforderlich. Angesichts dieses Tatbestandes beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft gegen den feigen Mörder lebenslängliche Zwangsarbeit. Das Kriegsgericht aber erkannte auf drei Monate Gefängnis und 50 Frant Geldstrafe. Es war ja nur ein deutscher Fremdenlegionär, der ermordet worden war. Auf dessen Leben kann es ja nicht weiter ankommen, denn es finden sich ja leider immer wie= der neue Dumme." Rundschau vom Cage. Politisches. Eine Kabinettsorder des Kaisers an das Kommando Der Marinestation der Ostsee aus Anlaß des Unfalls des Unterseeboots U 3 besagt u. a.: Jch beklage innigst den Tod dieser drei tapferen Männer, die als ein erneuter Beweis für den in meiner Marine herrschenden Geist bis zum letzten Augenblick, die Offiziere immer voran, ihre Sie sind nicht umsonst gestorben. Pflicht getan haben. Ehre ihrem Andenken! Zu den glücklich Geretteten, wie zu allen Angehörigen der Unterseebootswaffe aber habe ich das Vertrauen, daß sie unbeiirt durch das Unglück auf U 3, dessen Wiederkehr für die Zukunft auszuschließen unzweifelhaft gelingen wird, mit gleichem Eifer und Mut wie bisher ihren wichtigen Dienst tun werden. Es erhielten u. a. das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub: der kommandierende General des 11. Armeekorps, von Scheffer- Boydal, den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub: der Gesandte in Bern, Dr. von Bülow, der kommandierende General des 2. Armeekorps, von Linsingen, den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und der königlichen Krone: der Oberprästdent in Magdeburg von Hegel, den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe: der bekannte Parlamentarier Freiherr von Zedliz- Neukirch, den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern Holz und der Generalstaatsanwalt in Berlin Supper; den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub: der Geheime Kommerzienrat Andrae in Frankfurt a. M. Professor Enneccerus in Marburg, Oberpräsident von Günther in Breslau, Botschafter von Jagow in Rom, Geh. Baurat Dr. Rathenau, Generaldirektor der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft in Berlin, der Gesandte Freiherr von WangenHeim in Athen, der Oberreichsanwalt Dr. Zweigert den Roten Adlerorden 2. Klasse Bischof Dr. Frißen in Straß= burg; den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife und der königlichen Krone: der Unterstaatssekretär in der NeichsKanzlei Wahnschaffe; den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife: das Herrenhausmitglied Kommerzienrat Vopelius in Sulzbach bei Saarbrücken, der Zentrumsabgeordnete Wellstein; den Roten Adlerorden 4. Klasse der Zentrumsabgeordnete Dr. Becker, der elsässische Reichstagsabgeordnete Dr. Gregoir- Metz, die Zentrumsabgeordneten Nacken und Freiherr von Pfetten; den Kronenorden erster Klasse: der Präsident der Seehandlung von Dombois, der bekannte Maler Professor Graf v. Harrach und der Staatssekretär des Reichsjustizamtes Dr. Lisco, der Oberpräsident in Hannover Dr. Wetzel; den Stern zum Kronenorden 2. Klasse mit Schwertern am Ringe: der Staatssekretär des Reichskolonialamtes, Dr.v. Lindequist; den Stern zum Kronenorden 2. Klasse: Oberpräsident Hengstenberg in Cassel; den Kronenorden 2 Klasse: der preußische Landtagsabgeordnete Dr. Friedberg, die Reichstagsabgeordneten Kämpf ( fortschr. Volksp.) und Oberlandesgerichtspräsident Dr. Spahn( 3tr.) Die Gouverneure von Deutschostafrika Freiherr von Rechenberg und von Deutschsüdwestafrika Dr. Seitz, der Gesandte in Luxemburg, Graf von Schwerin; den Kronenorden 8. Klasse der Polizeipräsident von Jagow in Berlin und der freisinnige Abgeordnete Dr. Mugdan. Nur ein Fremdenlegionär. Die Ablehnung der Steuerfreiheit für die Landesfürsten bei der Beratung der Zuwachssteuer im Reichstage gibt der„ Nordd. Allgem. 3tg." Anlaß zu folgenden Bemerkungen: Die Fülle der Verbesserungsbestrebungen, wie in den drei Kommissionslesungen, führte auch in den Plenarverhandlungen zu zahlreichen neuen Anträgen materieller und formeller Art. Leider ist noch in der letzten Sigung ein ernster Zwiespalt wegen der Steuerfreiheit der Landesfürsten zu Tage getreten. Vom Bundesratstische wurden schwere staatsrechtliche Bedenken gegen die von der Kommission beschlossene Abänderung der Vorlage hervorgerufen. Es ist Aufgabe der dritten Lesung, dieses Hindernis zu beseitigen. Ueber die Not der Winzer wurde am Sonnabend im preußischen Abgeordnetenhause in Form einer Interpellation verhandelt. Aus der Debatte ging hervor, daß in der Tat der Weinbau vor einer Krisis, oder, wie einer der vielen Redner ausführte, sogar vor einer Katastrophe steht. Der Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer erkannte die Bedrängnis der Winzer an, und er sagte auch die Hilfe der Regierung zu. Freilich warnte er davor, nun alles von der Staatshilfe zu erwarten. Im übrigen erörterte er die Maßregeln zur Bekämpfung der Rebschädlinge und andere Punkte, die seiner Ansicht nach mit zu dem wirtschaftlichen Rückgang der Winzer beigetragen haben. Die„ Hamb. Nachr." machen in einer furzen Notiz, die thnen aus Tunis zugegangen ist, unter der Ueberschrift " Was gilt das Leben eines deutschen Fremdenlegionärs?" auf folgenden entsetzlichen Vorfall aufmerksam:„ Vor dem Kriegsgericht fand kürzlich die Verhandlung gegen zwei Turfos statt, die im Herbst die Fremdenlegionäre Zimmer und Robin auf der Flucht niedergeschossen hatten. Aus den zahlreichen Zeugenaussagen ging mit voller Klarheit hervor, daß insbesondere die Tötung Zimmers nicht anderes war als ein feiger Mord. Die Flucht Zimmers war von vornherein aussichtslos und sinnlos, denn sie fand am hellen Tage auf einem von Soldaten und Eingeborenen belebten Gelände statt. Die Eingeborenen, von der Habgier ange= lockt denn auf den Kopf eines flüchtigen Fremdenlegio= närs ist ein Preis ausgesetzt- beteiligten sich eifrig an der Verfolgung. Durch die hare tBehandlung, die ihm vorher zuteil geworden war, und die schlechte Ernährung entfräftet, brach Zimmer nach wenigen hundert Schritten zu= sammen. Am Boden liegend, nach Atem ringend, bat der Unglückliche die ihn umringenden Verfolger flehentlich um Gnade. Es war, wie einige Zeugen vor dem Kriegsgericht versicherten, ein bejammernswerter Anblick. Trotzdem schoß ein Soldat auf den unmittelbar vor ihm Liegenden. Die Kugel durchdrang den ganzen Körper Zimmers; sie ging in das rechte Bein hinein und kam zur linken Schulter hinaus. Das war feiger, nichtswürdiger Mord, denn durch die unverdächtigen Aussagen mehrerer Zeugen wurde fest= gestellt, daß Zimmer sich bereits in den Händen seiner Gegner befand und daß er völlig außerstande war, auch nur den geringsten Widerstand zu leisten. Das Schießen auf Zimmer war also weder vom Standpunkte der BerhindeDer Familienschmuck der Wallutjeffs. 13) Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) -Um zehn Uhr desselben Tages fuhr Wallutjeff auf den Bahnhof, um sich von Clairon zu verabschieden. Vergeblich sah er sich nach ihm unter der Menschenmenge um, die schlanke bewegliche Gestalt des Geheimpolizisten, sein bleiches Gesicht waren nirgends zu sehen. vier Wochen lang transportiert wird, einen Widerwillen und findet es auch zu hart. Neues vom serbischen Prinzen Georg weiß die„, Boss. Zeitung" zu melden. Es handelt sich um Mitteilungen über ein angeblich gegen den Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand geplantes Attentat. Der Anschlag sollte anläßlich des Besuches des Erzherzogs und seiner Gemahlin am rumänischen Königshofe im September 1909 stattfin den. Aus Dokumenten, die der österreichischen Polizer in die Hände fielen, und die die„ Voss. 3tg." teilweise veröffentlicht, soll sich die Mitschuld des Prinzen Georg von Serbien an dem Attentatsplan unzweifelhaft ergeben. Türkische Kämpfe in Arabien. Der Aufstand der Araberstämme im Yemen, der südwestlichen Küstenlandschaft von Arabien, veranlaßt die türkische Regierung zu einer mächtigen Kraftanstrengung. Nachdem man in der vorigen Woche die Absendung von bloß 15 000 Mann zur Unterdrüdung der Revolte beschlossen hatte, hat die Regierung jetzt eine Armee von 63 000 Mann mobil gemacht, um mit aller Macht die Ruhe im Yemen wiederherzustellen. Den Truppen werden große Streitkräfte der fanatischen Araber gegenüberstehen. Unter solchen Umständen dürfte der Krieg im Yemen wohl noch lange Zeit dauern, und selbst an den besiegten Arabern dürften die Türken wenig Freude erleben. Für die Anwendung des Enteignungsgesetzes in den Ostmarten trat in der akademischen Ortsgruppe Berlin des Deutschen Ostmarkenvereins Professor Ludwig Bernhard energisch ein. Er führte aus, daß der polnische Hochadel auf eine Versöhnungspolitik hinarbeite, und es werde, wenn dieses Liebeswerben Erfolg habe, sich die Aera von 1890 bis 1895 wiederholen. Die Folge werde die allmähliche Beseitigung der Ansiedelungsbeschränkungen sein, und man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß unsere Ostmarten in zwei Menschenaltern polnisch besiedeltes Gut sein würden. Wenn hingegen die preußische Regierung die jetzige Krisis im Polentum benutze und jetzt den unwiderruflichen Beschluß verkünde, das Siedlungswerk drei Jahrzehnte energisch durchzuführen, dann werde der deutsche Osten dauernd gesichert sein. „ Mein Herr, darf ich Sie einen Augenblick sprechen?" sagte eine etwas piepsende Stimme hinter Wallutjeff. Als er sich umkehrte, stand ein torpulenter Mann hinter ihm. Er trug einen braunen Havelock und einen schwarzen Schlapphut, seine breiten Schultern waren gebeugt, der Rücken gerundet. Ein grau melierter Schnurr- und Backenbart bedeckte die untere Hälfte des stark geröteten, faltigen Gesichtes. Er nahm den Hut ab und wischte mit einem grell geblümten Taschentuch über sein kahles Haupt, das von einem Kranz grauer Haare umgeben war. Erstaunt folgte Wallutjeff dem Fremden. ,, Sie wünschen?" fragte er etwas von oben herab, ,, wer sind Sie? Ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen, mein Herr!" Dide. „ Nicht? Nun, aber ich kenne Sie," entgegnete der ,, So? Das setzt mich in Erstaunen." " Sie sind Graf Jegor Alexejewitsch Wallutjeff," gab der Dicke zurück ,,, wir haben schon öfters miteinander ge= sprochen." Die Kommission zur Feststellung eines Entwurfes für ein deutsches Strafgesetzbuch wird dem„ B. T." zufolge am 4. April unter dem Vorsitze des Ministerialdirektors Lucas ihre erste Sigung abhalten. Die Kommission besteht aus 15 Mitgliedern, zu denen Vertreter der Justizbehörden, Rechtsanwälte, Richter usw., sowie ein Psychiater ge= hören. Den Beratungen der Kommission wird der Vorentwurf zu einem deutschen Strafgesetzbuche und die an diesem geübte Kritik zugrunde liegen. Lachend entfernte der Fremde etwas den Bart, richtete sich auf und lüftete schnell die vermeintliche Glaze. " Clairon!" rief Jegor überrascht, Sie sind es, ich habe Sie nicht erkannt. Wirklich, Sie sind ein vollende ter Verwandlungskünstler." ,, Das lernt man bei meinem Beruf," sagte der Ge= heimpolizist, erlauben Sie einen Moment." Er verschwand am Ende des Bahnsteigs hinter einiDaß ein Lehrer aus der Landeskirche austritt, dürfte immerhin zu den Seltenheiten gehören. In Schönebeck a. d. Elbe erregt die Angelegenheit des Lehrers Schabon Aussehen. Schabon hat dem Gericht seinen Austritt aus der Landeskirche angezeigt und der Königlichen Regierung davon Mitteilung gemacht. Man versuchte, ihn zur Zurüdnahme seiner Erklärung zu bewegen; als das fruchtlos blieb, wurde er aus dem Schuldienst entlassen. Kleine Nachrichten. Der angebliche Mörder des Rittmeisters von Krosigk, der inzwischen in das Militärgerichtsgefängnis zu Hanno ver überführte Arbeiter Fischer, hat bei seinem ersten Verhör durch den Untersuchungsrichter der 19. Division auch Stesem gegenüber die Erklärung abgegeben, daß er mit dem Mord an dem Rittmeister von Krosigk nichts zu tun habe. Die Untersuchung gegen Fischer durch die Militärbehörde wird besonders deshalb fortgesetzt, weil sich Verdachtsmomente ergeben haben, daß er eventuell als Mittwisser der Tat in Frage kommen könne. Das argentinische Fleisch hat in Oesterreich, wie im Ackerbauministerium eingelaufene Berichte besagen, nur wenig Anklang gefunden. Die letzte nach Desterreich getommene Sendung ist zum großen Teil überhaupt liegen geblieben. Das Publikum zeigt gegen das Fleisch, das gen leeren Wagen. Als er wieder zum Vorschein kam, erschien Clairon in seiner wahren Gestalt. Er trug einen Reisesack; in demselben hatte er Bart, Mantel und Hut gelegt, sein volles braunes Haar wieder an die Stelle der Glazze getreten. Eine seltene Bauernhochzeit wurde in Schonstedt in Oberbayern abgehalten. Die Hochzeiter, wohlhabende Bauerslente, luden niemand von ihren Verwandten und Nachbarn, sondern nur die Armen aus ihren beiden Heimatsorten ein, und es ist auch so hoch hergegangen. So," sagte er zufrieden, das wäre geglückt. Sie glauben mir also, daß ich meine Persönlichkeit im gegebe= nen Falle zu versteden weiß?" Vortrefflich!" rief Wallutjeff. Der Berliner Schlachthof ist abermals gesperrt worden. Die am 14. Januar verhängte Sperre war am Sonnabend, nachdem von neuem wieder alle Verkaufsräume und Stal Inngen desinfiziert waren, aufgehoben worden. Die Sperre ist aber, da kurz darauf wieder Fälle von Maul- und Klauenseuche festgestellt wurden, sofort wieder verhängt worden. 35 000 Mark unterschlagen wurden bei der Depositenkasse der Kommerz- und Diskontobank in der Chausseestraže in Berlin. Es handelt sich um Veruntreuungen von Angestellten durch Quittungsfälschungen. 150 000 Wark verunirent hat ein früherer Kassierer der Firma Becker u. Co., Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft in Berlin. Das Defizit wurde bei einer Kassenrevision aufgedeckt. An Rauchvergiftung gestorben sind in Deggendorf in Niederbayern zwei Greise, die sich bei einem Brande in dem Spital, in dem sie untergebracht waren, nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Mit der Hacke erschlagen hat in Prag ein junger Portier seine um viele Jahre ältere Gattin. Er erhängte sich nach der Tat auf dem Dachboden. Grund der Tat ist Eifersucht. „ Ich habe nur noch einige Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Zuges," sagte Clairon, neben dem Grafen aufund abschreitend.„ Ich muß Ihnen noch sagen, daß der Fahrkartenverkäufer sich noch sehr gut der alten Dame erinnert, die ich ihm beschrieb. Dieselbe, oder vielmehr Albert Meyer, löste die Fahrkarte bis Schaffhausen, wo ein anderer Zug genommen werden mußte. Folglich hatte der Mörder wohl die Absicht, das Verbrechen später zu begehen. Der feste Schlaf Andreis bewog ihn, schon bald hinter Zürich seinen versuchten Plan auszuführen. Da es Nacht war, ist er bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen, hat die Klei dung gewechselt und ist dann weiter gefahren, wie ich vermute, nach der andern Richtung hin, vielleicht über Genf und von da über Lyon nach Marseille oder Toulon. Ich fragte den Verkäufer der Fahrkarten, ob ihm nichts an der alten Dame aufgefallen sei. Er sagte, die für eine Frau ungemein tiefe Stimme hätte ihn frappiert, dann auch noch die langen Schritte, die sie gemacht, als sie fortging. Später war es, als ob sie sich besonnen hätte, sie trippelte hastend weiter." „ Jedenfalls ist Meyer noch kein so perfekter Schauspie= ler wie Sie," meinte Wallutjeff. Ein Gebiß verschluckt hat in München ein Infanterist. Er wurde zwar sofort operiert und das Gebiß aus der Speiseröhre entfernt, nach dem gut verlaufenen ärztlichen Eingriff entwickelte sich jedoch eine Eiterung im Schlund, die sich bis auf das Bruftfell ausdehnte. Das Zeichen zur Abfahrt wurde gegeben und Clairon verabschiedete sich schnell. Er versprach, Wallutjeff alles zu schreiben unter der Chiffre 3. 3. postlagernd. Ein Barbier, der das„ Einseifen" versteht, hat in Hohensalza( Provinz Posen) einen wohlhabenden Kunden gehörig gerupft. Er wurde dabei ertappt, als er einem wohlhaben den Kunden im Schlafzimmer einen größeren Geldbetrag aus der Kleidertasche stahl. Der spitzbübische Figaro hat diesen Kunden jedesmal beim Einseifen bestohlen und auf diese Weise über 2000 Mark erbeutet. Sie reichten sich die Hand, dann stieg der Geheimpolizist in einen Wagen 2. Klasse ein, der Zug fuhr ab. Wallutjeff stand da und blickte ihm lange nach. Beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ertrunken sind in Bederkesa in Hannover zwei Söhne eines Landwirts, von welchen der eine seinen in Gefahr befindlichen Bruder retten wollte. Ein dritter Knabe der bei dem Reitungsver such ebenfalls einbrach, wurde noch glücklich gerettet. Ein schweres Automobilunglück hat sich am Sonntag mittag in Berlin ereignet. Bei Baumschuienweg stieß ein Privatautomobil mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Sämtliche 6 Personen des Automobils und der Chauffeur wurden herausgeschleudert. Drei erlitten so schwere Verletzungen, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Das Automobil wurde zertrümmert. Vor einen Personenzug geworfen hat sich an der Bahnstrecke zwischen Ellefeld und Anerbach im Vogtland ein zehn bis zwölfjähriger Knabe. Der Körper des jugendlichen Selbstmörders wurde in zwei Hälften geteilt. Es scheint sich um einen Realschüler aus Auerbach zu handeln da er eine rote Mütze, die dort üblich ist, trug. Toulon, am 3. Nov. 19.. Hotel Imperial. Onngertyy Nordosten Si daß das Ausst Futen und Re bat einen beb anderthalb M fitt feinen ein Sehr geehrter Herr Graf! Erst heute bin ich imstande, Ihnen die gewiß schon heiß ersehnte Auskunft zu geben. Leider sind einige Tage vergangen, die ich in Marseille mit nutlosen Nachforschungen zubrachte. Ich suchte dort die mir bekannten Reeder auf und stellte unter der Hand Erkundigungen an, aber sie waren fruchtlos. Meyer ist nicht in Marseille gewesen. Nach dem vorgezeigten Bild ist seine Persönlichkeit leicht zu erkennen. Etwas verstimmte mich der erste Mißerfolg denn doch. Bisher war alles so glatt gegangen, ich war dadurch allzu zuversichtlich geworden. Gestern reiste ich hierher nach Toulon, und heute habe ich bereits erfahren, was ich zu wissen brauche. Meyer ist von hier vor fünf Tagen mit dem englischen Dampfer ,, Maud" abgereist. Es ist ein nicht allzu großes Schiff, das mit Weinen und Früchten beladen nach Neuyork abgeht. Es sind nur noch drei Fahrgäste darauf. Wohlweislich hat Meyer keinen großen Lloyddampfer_ge= wählt, um die Reise nach Neuyork unbeachtet zu machen. Im Gewühl der Riesenstadt hoffte er dann leichter verschwinden zu können. Der Reeder des englischen Dampfers heißt Robran. Als ich ihm das Bild des Verbrechers zeigte, erfannte er es sogleich. Das tief herabgefämmte Haar auf der Stirn und die hellen kazenartigen Augen Hatten auch bei ihm einen unangenehmen Eindruck her vorgerufen. Selbstverständlich habe ich nicht verraten, was mich veranlaßte, über Meyer Nachforschungen zu halten, ich hatte mir alles vorher zurecht gelegt und erzählte ein Märchen, das an Harmlosigkeit weit hinter der schauerlichen Wirklichkeit zurückblieb. Meyer hätte mit einem großen Passagierdampfer leicht vorher abreisen können. Daß er es nicht tat, ist zu unserem Vorteil, denn trotz seines Vorsprunges treffe ich hoffentlich vor ihm in Neuyork ein. Ich habe schon einen Platz auf dem schnell fahrenden Lloyddampfer ,, Virginia" belegt; er geht in einigen Stuns ( Fortsetzung folgt.) den ab. Wissen Rostand cine etwas ab von„ Chantecl Stand, will Go gen und zwar gen" und" Taj volle Jahre d 25 000 Mil dium in sehr in der Luft vo zeichnet werde an Radium z recht wenig, Erde an Radi Prometheus" betragen soll. oon ausgegan lichen oberen den Teil der Verhältnis de gen. fo ergibt f naturgemäß di wird mit Bejd Ein neuer Chemifer Sir in flüssigen un einem Vortra neue Methode Verdampfungs möglich gewese dampfungspro H Im Proze in Nürnberg an ihrem Ghe haben, wurde die Zeugenver Hauptfache fest nachdem mitt abends 7 Uhr Professor Dr. rer Wohnung trat und ohr entfegt umfeh mann vier G durch Verlegu Tod herbeifüh Abgabe der G Es wurden nu verständige L Schluffe: Die lung dar. die vinchopathische berich ist nich Tat nicht in in einem ano Willensbestim Dr. Klüber, 2 falt in Erlan Schlusse: Bet dem Sinne, der von der G nicht vor. 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Das ganze über anderthalb Millionen Quadratkilometer große Gebiet befitzt feinen einzigen Arzt. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Rostand als Goethe- Uebersetzer. Aus Paris kommt cine etwas absonderlich klingende Meldung: Der Verfasser von„ Chantecler" und„ Cyrano de Bergerac", Edmond Rostand, will Goethes Werke in seine Muttersprache übertra= gen und zwar will er den Anfang mit„ Göz von Berlichingen" und„ Tasso" machen. Er trägt sich mit der Absicht, zwei volle Jahre dem Studium Goethes zu widmen. 25 000 Millionen Tonnen Radium. Obwohl das Radium in sehr vielen Mineralien, in vielen Wasser und in der Luft vorkommt. als selten also nicht wohl mehr bezeichnet werden kann, beträgt der Gesamtbesitz der Menschen an Radium zurzeit nicht mehr als neun Gramm. Tas ist recht wenig, wenn man bedenkt, daß der Gesamtwert der Erde an Radium nach einer Schätzung von Dr. K. Kurz im Prometheus" nicht weniger als 25 000 Millionen Tonnen betragen soll. Bei der Ermittlung dieser Zahl ist Kurz da= oon ausgegangen, daß in den Gesteinen der uns zugäng= lichen oberen Erdrinde der Radiumgehalt etwa den billionden Teil der gesamten Gesteinsmasse ausmacht. Wird dies Verhältnis der Erdrinde auf die ganze Erdmasse übertra= gen, so ergibt sich der genannte Radiumvorrat, von dem aber naturgemäß die Menschheit nur einen ganz geringen Teil wird mit Beschlag belegen können. Ein neuer Erfolg der Chemie. Der befannie englische Chemiker Sir James Dewar, dem es zuerst aclang, Luft in flüssigen und festen Zustand zu bringen, demonstrierte in einem Vortrag der Königlichen Akademie in London seine neue Methode zur Gewinnung festen Sauerstoffes bei einem Verdampfungsprozeß des Elementes. Bisher war es nur möglich gewesen, festen Sauerstoff mit Hilfe eines dampfungsprozesses von Wasserstoff zu gewinnen. Aus den Gerichtssälen. VerIm Prozeß gegen die Rektorswitwe Paula Herberich in Nürnberg wegen Verbrechens des Totschlages, begangen an ihrem Ehemann, über dessen Vorgeschichte wir berichtet haben, wurde am Sonnabend nach viertägiger Verhandlung die Zeugenvernehmung geschlossen. In dieser wurde in der Hauptsache festgestellt, daß die Angeklagte am 27. Apri! 1910, nachdem mittags ein ehelicher 3wist stattgefunden hatte, abends 7 Uhr ihrem heimkehrenden Ehegatten, dem Rektor Professor Dr. Gustav Herberich, auf dem Treppenhause ihrer Wohnung mit einem geladenen Revolver entgegentrat und ohne oder nach kurzem Wortwechsel auf den entsetzt umkehrenden und die Treppe hinuntereilenden Ehemann vier Schüsse abfeuerte, von denen einer traf und durch Verletzung des Herzens binnen weniger Minuten den Tod herbeiführte. Nach der Zeugenvernehmung begann die Abgabe der Gutachten der geladenen sechs Sachverständigen. Es wurden nur zwei dieser Gutachten abgegeben. Der Sachverständige Landgerichtsarzt Dr. Fruchinger kam zu dem Schlusse: Die Tat der Angeklagten stellt eine Affetthandlung dar. die aber nicht losgelöst werden kann von der vinchopathischen Veranlagung der Angeklagten Frau Her= berich ist nicht geistesfrank. Sie hat sich bei Verübung der Tat nicht in einem Zustande von Bewußtlosigkeit und nicht in einem anormalen Geisteszustande befunden, der die freie Willensbestimmung ausschließt. Der zweite Sachverständige Dr. Klüber, Anstaltsarzt an der Königlichen KreisirrenanStalt in Erlangen, kam mit seinem Gutachten zu folgendem Schlusse: Bei der Angeklagten liegt eine Geistesfrankheit in dem Sinne, daß Paragraph 51 des Reichsstrafgesetzbuches der von der Strafausschließung handelt, anzuwenden wäre, nicht vor. Dagegen hege ich schwere Zweifel, ob Frau Herberich im Momente der Tat ihre freie Willensbeitimmung besaß. Das Urteil wird am Montag gesprochen werden. Eine unsaubere Wurstfabrik. Die Straffammer in Glogau verurteilte den Fleischermeister Heinrich Reckzeh aus Grünig wegen Vergehen gegen das Nahrungsmittelge= f zu sechs Monaten Gefängnis. In dem Beschäft des bermeisters waren durch die Polizei efelerregende 31stände aufgedeckt worden. Man fand einige vollständig mit Maden durchsetzte Lungenbraten und zahlreiche verdorbene Würste. In verschiedenen Kellerräumlichkeiten wurden ganze Stände mit verdorbenen Wurstwaren entdeckt. Oermischtes. Ein deutsches Dorf ohne Steuern. Das Dorf Langenaubach im Regierungsbezirk Wiesbaden kann sich eines Vorteiles rühmen, der gerade jetzt in den Tagen der Steuererklärungen von besonderm Interesse ist. Die Einwohner haben nämlich bis zum heutigen Tage noch niemals Gemeindesteuern bezahlt und dürften auch in nächster Zeit nicht in die unangenehme Lage kommen. Das Dorf, das rund 780 Einwohner zählt, besitzt nämlich 500 Heftar Wald, aus dem es jährlich 40 bis 50 000 Mart Einnahme erzielt. Außerdem verfügt es über Kalksteinbrüche, die den So Bewohnern noch weitere Einnahmen verbürgen. kommt es, daß es sogar ein bares Vermögen von rund 200 000 Mart besitzt. Die Gemeinde weiß aber damit vorzüglich umzugehen. Es wurde eine elektrische Anlage ge= baut, von der aus der Strom jedem Bewohner frei ins Haus geführt wurde. Nur für den Verbrauch ist für die Kilowattstunde die geringe Summe von 20 Pfennig zu zahlen. Auch eine Hochdruckwasserleitung hat dieses ideale Dorf. Mit der Aufklärung eines geheimnisvollen Selbstmordes zweier junger Mädchen ist augenblicklich die Polizei in Halle a E. beschäftigt: Die beiden elegant gekleibeten Mädchen irrten Freitag nachmittag eine Zeitlang an den Ufern der Saale hin und her und stürzten sich dann plöglich in den Fluß, wobei sie beide ertranken. Ein hinzueilender Arzt versuchte sie zu retten, doch kam er, da die Saale augenblicklich hoch geht, in Gefahr, selbst zu er= trinken. Die Leichen der beiden Mädchen sind vom strömenden Wasser fortgeführt worden und konnten noch nicht gefunden werden. Man weiß noch nicht, wer die Unglücklichen sind. In einer Tasche, die sie am Ufer zurückließen, findet sich neben einigen Schmucksachen auch ein Taschentuch, das H. K. gezeichnet ist. Für und wider die Aviatiker- Ehen.„ Sollen Aviatifer heiraten?" Das war die Frage, die von einem Redner während eines Banketts in London angeregt wurde, das dem englischen Flieger Graham White zu Ehren gegeben worden ist. Major Baden- Powell beklagte die ,, unglüdItche Gewohnheit" der Flieger, sich zu verheiraten, sobald fte sich genug Geld„ erflogen" hätten. Dann sei es natürlich mit dem Fliegen vorbei, weil die Frauen sich davor fürchteten, Witwen zu werden. Man sollte Aviatiker nicht entmutigen, und ihnen die Gefahren ihres Berufes vormalen. Wenn man Soldaten in die Schlacht schide, sage man ihnen auch nicht:„ Nehmt euch nur ja in acht, daß thr nicht totgeschossen werdet!" Im Gegenteil: man muntert sie auf, die Gefahr zu mißachten. Gewiß sollten die Aviatifer vorsichtig sein, aber mit übertriebener Vorsicht werde man die Luft nicht erobern. Graham White konnte Major Baden- Powell nicht zustimmen, wenn er die Verheiratung als das Ende der aviatischen Lauf- oder vielmehr Flugbahn nenne. Was den verheirateten Fliegern das Leben schwer mache, sei vielmehr die Mühe, ihre besseren Hälften davon ebzuhalten, sie auf ihren Flügen zu begleiten. Gymnasiastenstreit in Lissabon. Wie aus Lissabon ge= meldet wird, sind die Studenten des Gymnasiums in der Straße Passos Manuel in den Ausstand getreten, weil ein Lehrer aus Zwedmäßigkeitsgründen in eine andere Anstalt versetzt worden ist. Von der richtigen Erwägung ausgehend, daß diese jungen Herren eine empfindliche Lektion verdienen, hat der Minister des Innern angeordnet, daß die Ausständigen" das laufende Studienjahr verlieren. Die Studenten benahmen sich so ungeberdig, daß eine Abteilung der republikanischen Garde in das Gymnasium einrücken mußte. Es ist dabei zu einem leichten Zusammenstoß zwischen der Garde und den jugendlichen Hizköpfen gekommen. Eine chinesische Kaiserin Christin? Seit einiger Zeit weilt ein Mandarin in der Bibliothek des Vatikans in Rom, um nach Beweisen für die Legende zu suchen, daß vor mehreren Jahrhunderten eine chinesische Kaiserin, zum Christentum übergetreten sei. Der Mandarin hat jetzt daraufbezügliche Dokumente gefunden. Sein Sekretär erklärt, daß die Aufzeichnungen von größter Wichtigkeit seien. Denn wenn untrüglich nachgewiesen werde, daß die Kaiserin Christin geworden sei, werde ihr Name aus der chinesischen Herrscherfamilie gelöscht und ihre Leiche aus der kaiserlichen Gruft entfernt werden. Vergiftung von 250 Menschen. Aus Budapest wird gemeldet: Ei nMonstreprozeß, bei dem es sich um die Vergiftung von 250 Menschen handelt, von denen mehr als 100 nach dem Genuß von vergiftetem Schnaps gestorben sind, wird sich, wie schon kurz gemeldet, in diesen Tagen vor dem Schwurgericht von Groß- Becskeref abspielen. Im März v. J. waren im Dorfe Tot- Aradacz des Torontaler Komitats dreizehn Leute auf einmal gestorben, und die Gerichtskommission fonstatierte, daß sie alle an einem Leichenschmause im Hause des reichen Landwirtes Johann Zahorcz teilgenommen hatten, bei dem viel Branntwein getrunken worden war. Das Budapester chemische Institut, dem die Gedärme der Gestorbenen sowie der übrig gebliebene Schnaps eingeschickt worden waren, fand bei der Analyse, daß der Branntwein große Mengen von Methylalkohol enthalten hatte, ein bekanntes, stark giftiges Surrogat. Kcum hatte sich die Aufregung gelegt, so fam aus dem Komitat Komorn eine gleiche Schreckensnachricht, und ir Laufe von zwei Wochen famen aus allen Teilen des Landes Berichte über Methylalkoholvergiftungen, im ganzen etwa 250 Fälle, von denen über 100 tödlich verliefen. Die Untersuchung, die sich über das ganze Land erstreckte, dauerte monatelang und ergab als Ursprungsquelle des giftigen Schnapses die Schnapsbrennerei des Groß- Becskereker Großhändlers Alexander Kovacs, von dem der Branntwein stammte, der bei dem Leichenschmause im Hause des Landwirts Zahorcz getrunken war. Kovacz und eine Reihe seiner Angestellten werden als Angeklagte erscheinen und eine Masse von Zeugen wird Licht auf die anderen Messenvergiftungen werfen, die weitere Prozesse zur Folge haben werden. Die geräuschlose Schreibmaschine, Aus Neuyork erfährt die ,, Nature", daß der Bostoner Erfinder W. P. Kidder der sich bereits durch die Erfindung einer verbesserten Buchdruckmaschine ausgezeichnet hat, eine geräuschlose Schreibmaschine erfunden habe, deren Wirkungsweise sich von der gewöhnlichen Schreibmaschine erheblich unterscheidet, während sie benutzt wird wie diese. Die Geräusche beim Gebrauch der„ geräuschlosen" Schreibmaschine sollen nicht lauter sein als die Töne, die beim Schreiben mit Feder und Tinte hervorgerufen werden. Bei der geräuschlosen Schreibmaschine entsteht die Schrift nicht durch einen Schlag, wie bei den Hebeln der gewöhnlichen Schreibmaschine, sondern durch einen Druck. Die Walze der Schreibmaschine dient nur zur Stütze des Papiers, nicht aber als Widerstand für den schlagenden Hebel. Anstelle des Widerstandes tritt ein Stahlband. Wodurch nun der nötige Druk hernorgerufen wird, beschreibt der Bericht nicht vollständig; es wird nur gesagt, daß durch eine besondere Einrichtung, die sehr sinnreich erdacht sein soll, ein Druck von etwa 3 Kilogramm gegen den niedergedrückten Typenhebel ausgeübt wird. An Haltbarkeit und Schnelligkeit soll die neue Maschine den bisher gebräuchlichen durchaus ebenbürtig sein. Die nnmusikalischen Amerikaner. In einer Rede, die der Präsident der Harvard- Universität A. Lawrence Lowell in der Nationalen Vereinigung der amerikanischen Musiklehrer gehalten hat, erhob der Gelehrte etne bittere Anflage gegen das moderne Amerika, das immer mehr den Sinn für wirkliche Musik verlöre. Der moderne Amerifaner sei unmusikalisch, das gewahre der aufmerksame Beobachter bei fast allen Gelegenheiten.„ Eines der fürchterlichsten Dinge, die man tun kann, ist, zu einer Versammlung gebildeter Amerikaner zu gehen und der Musik zu lauschen mit der sie ihre Bankette verschönern". Es ist Schundmusik, und man lernt es, sich zu schämen. Unsere gebildeten Männer scheinen sich herzlich wenig um gute Musir zu kümmern, was sie begehren, das ist irgend ein Gassenhauer, bei dem sie mitsingen können, nachdem ihre Stimmen vom Tafelreden und Hochrufen heiser sind. Von allen Arten, Gefühle auszudrücken, ist dieses organisierte Hochrufen bei Tisch die schlimmste. Auch sie zeigt die wachsende Degeneration unseres Gehörs und unseres musikalischen Geschmacks. Der Gassenhauer triumphiert, nicht nur in den untersten Volksschichten, sondern auch bei den Gebildeten. Unserem Volke fehlt jede Fähigkeit, differenziertere Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Und dieses unaufhalt= same Anwachsen des unmusikalischen Geistes Amerifas spie= gelt sich erschreckend deutlich in der Mufit, die bei fast allen festlichen Gelegenheiten zur„ Erbauung" der Anwesenden produziert wird." Epilog zur Katastrophe des U. 3. Die Beisetzung der Opfer. Die Opfer des Unfalls des Unterseebootes U 3, der Matrose Riester, der Kommandant des Bootes Kapitänleutnant Ludwig Fischer und der Leutnant Kalbe, wurden am Sonnabend resp. Sonntag beigesetzt. Die Beerdigung des Matrosen Riester hat am Sonnabend nachmittag auf dem Kicler Garnisonfriedhof stattgefunden. Es waren prachtvolle Kranzspenden eingegangen vom Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen, dem Prinzen Adalbert, dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes v.Tirpitz, den fremdländischen Marineattachees, den Admiralen und zahl= reichen Marine- und Truppenteilen, Vereinen und Privatpersonen. Die Beerdigung erfolgte nach vorhergegangener Trauerfeier, bei der Marineoberpfarrer Goedel die Gedächtnisrede hielt, im Beisein oer ortsanwesenden Admirale und vieler Abordnungen unter großen militärischen Ehren und überaus reger Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Garnisonfriedhof. Die Leiche des Leutnants Kalbe war nach Berlin überführt worden und wurde am Sonnabend nachmittag auf dem Dreifaltigkeitsfriedhofe beigesetzt. Unter den Kränzen leuchtete ein weißes Kreuz, das Prinz Heinrich gestiftet hatte, und ein prachtvoller Lorbeerkranz, den die geretteten Mannschaften des 11. 3 ihrem Retter gestiftet hatten. Es befanden sich weiter darunter Kränze von den Kriegsschiffen, der Torpedodivision, den Halbflottillen, der Germaniawerft, den Howaldtwerken und dem Kommando der Flottenstation der Nordsee, zahlreichen Krieger- und Marinevereinen von Kiel und anderen Orten. Der Kommandant des 1. 3, Kapitänleutnant Ludwig Fischer wurde am Sonntag nachmittag in Darmstadt beigesetzt. Auf dem Friedhof und in den anliegenden Straßen hatten sich über 10 000 Personen eingefunden. Der Kaiser hotte sich durch den preußischen Gesandten Freiherrn v. Jenisch vertreten lassen, de rGroßherzog durch seinen Generaladjutanten Generalmajor v. Hahn, Prinz Adalbert von Preußen durch seinen persönlichen Adjutanten Kapitänleutnant Junkermann. Ferner nahmen an der Beerdigung teil der Kommandierende General des 18. Armeekorps General der Infanterie v.Eichhorn, die Staatsminister Dr. Ewald und v. Hombergk zu Vach, die Generaliät und sämtliche Offiziere der Darmstädter Garnison. Aus Riel waren zeh nkameraden des Verstorbenen, darunter die zwei geretteten Offiziere des 11 3 erschienen. Drabtnachrichten und Deuestes. Ein ungetreuer Bürgermeister. Münster i. W., 23. Januar. Der seit 14 Tagen vermißte Bürgermeister der westfälischen Stadt Meppen, von dem es zunächst hieß, daß er mißlicher Vermögensverhältnisse halber nicht in sein Amt zurückkehren werde, hat sich Unterschlagungen zuschulden kommen lassen. Nach den vorläufigen Feststellungen beläuft sich der Fehlbetrag auf etwa 100 000 M. Der Aufenthalt des Flüchtigen ist noch nicht bekannt. Von seiten der vorgesetzten Behörde ist der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet worden. Einsturz eines Hafentais. Paris, 23. Januar. Aus der Stadt Nantes wird gemeldet, daß dort der Hafenkai vorgestern nachmittag 5 Uhr in einer Länge von 80 und einer Breite von 20 Metern plötzlich im Wasser versant. Es war dies eine Folge des vorjährigen Hochwassers, welches den Kai unterwusch, ohne daß sich bisher Spuren einer Beschädigung gezeigt hätten. Bei dem Einsturz wurden mehrere Eisenbahnwagen, ein großer Hebekran und ein kleines Schleppschiff mit in die Tief der dort in mächtiger Breite ins Meer strömenden Loire gerissen. Der Schaden wird auf 600 000 Francs geschätzt. Großer Einbruchsdiebstahl in einem Goldwarenladen. Würzburg, 23. Januar. Bei einem Einbruch in einen Goldwarenladen in der Domstraße wurden gestern nachmittag Uhren und Goldwaren im Werte von 50 000 M gestohlen. Von den Tätern hat man feine Spur. Von einem Deserteur lebensgefährlich verletzt. Kaiserslautern, 23. Januar. Der Pionier Klotz, eit Schlosser aus Pforzheim, der aus Furcht vor Strafe de= sertierte, verletzte bei der Verfolgung einen Offizier und einen Unteroffizier lebensgefährlich. Als Klotz bei Dudenhofen gestellt wurde, tötete er sich durch einen Schuß aus seinem Dienstgewehr. Zigarrenschmuggel au der holländischen Grenze. Duisburg, 23. Januar. Hier wurde ein weiterer Schaff= ner der Eisenbahnlinie Cleve- Nymwegen der der großei Bigarrenschmugglerbande angehört, über deren Entdeckung mehrfach berichtet wurde, in dem Augenblick verhaftet, als er in einem Zigarrenladen 20 000 geschmuggelte Zigarren ablieferte. Eine polizeiliche Durchsuchung des Ladens ergab, daß sich in den Zigarrenbeständen 120 Mille geschmuggelte Ware befanden. Drohende Aussperrung im Münsterlande. Münster i. W., 23. Januar. Der Arbeitgeberverband der Textilindustriellen des Münsterlandes beschloß, alle dem Verband christlicher Textilarbeiter angehörenden Arbeiter und Arbeiterinnen zu entlassen und die Betriebe still an legen, sofern von den streifenden Arbeitern der Firma Hecking in Neuenkirchen nicht die Arbeit wieder aufgenom men wird. Von dieser Aussperrung würden etwa 8000 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen werden. Die Unterschlagungen des Obertelegraphenassistenten Huttanus und. ihre Folgen. Frankfurt a. M., 23. Januar. Der„ Franff. 3tg." wird aus Bonn gemeldet: Der flüchtige Obertelegraphenassistent Oskar Huttanus. auf dessen Ergreifung befannilich eine Belohnung von 1000 Mart von der Oberpostdirektion in Cöln ausgesetzt worden ist, hat außer den 95 000 Mark amtlicher Gelder noch über 30 000 Mark privater Gelder unterschlagen. Wie die„ Bonner Zeitung" erfährt, werden wegen der Unterschlagungen des Huttanus eine ganze Reihe von Beamten ersaßpflichtig gemacht, und zwar der Telegraphendirektor, der jetzige Telegrapheninspektor und seine Vorgänger, ferner der Obertelegrapheninspektor von der Oberpostdirektion Cöln als Bezirksaufsichtsbeamter und verschiedene Beamte der Bezirksrechnungsprüfungsstelle bei der Oberpostdirektion. Sozialdemokratische Wahlrechtsdemonstrationen Berlin, 23. Januar. Die von der sozialdemokratischen Partet zum Zweck erneuter Wahlrechtsdemonstrationen veranstalteten Massenversammlungen erreichten in Berlin die Zahl von über 70. Die Menge der Demonstranten belief sich insgesamt auf 30 000 Personen. Ruhestörungen waren nicht zu verzeichnen. Ebenso wie in Berlin nahmen auch die in Frankfurt a. M., Cöln, Dresden und Breslau veranstalteten Demonstrationen einen ungestörten Verlauf. Folgenschwere Explosion. Moskau, 23. Januar. Infolge einer Gasolinerplo sion in einem Restaurant tamen drei Personen in den Flammen um. Mehrere Bedienstete des Restaurants wur den mehr oder weniger schwer verletzt. China von der Best bedroht. O London, 23. Januar. Wie aus Schanghai gemeldet wird, sind in Tschifu zwölf Todesfälle an Pest vorgekommen. Man befürchtet ein Uebergreifen auf Schanghai. In Pefing hat wegen der Ausbreitung der Epidemie das diplo= matische Korps das Gesandtschaftsviertel abgesperrt. Das Europäerviertel wird ebenfalls abgesperrt werden. Unruhen in Honduras. Renyork, 23. Januar. Neuyorf- Herald meldet aus Honduras: Der amerikanische Kreuzer„ Tacoma" hat 30 und der britische Kreuzer„ Brillant" 20 Mann gelandet, um die neutrale Zone zu schützen. Die fremdländischen Konsulate und die Häuser der ausländischen Einwohner sind seit Wethnachten verschanzt. Man erwartet jeden Augenblick den Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen den Truppen von Honduras und den Aufständischen. Bandel und Gerkebr. Gaffel, 21. Januar. Weizen( 100 Kilogramm) 19.50 bis 20.00 M Roggen( 100 Kilogramm) 15.00-15.60 M, Gerste ( 100 Kilogramm) 15.00-16.50 M, Safer( 100 Kilogramm 15.00-16.75 M, Heu( Zentner) 2.70-3.30 M, Stroh( Zentner) 1.60-2.40 M. gt.) Bekanntmachung. Für das Kaufmannsgericht Gießen sind von den wahlberechtigten Kaufleuten aus der Zahl der wählbaren Kaufleute und von den wahlberechtigten Handlungsgehilfen aus der Zahl der wählbaren Handlungsgehilfen je vier Beisitzer auf drei Jahre zu wählen. Die Wahlberechtigten werden zur Vornahme dieser Wahl auf Mittwoch, den 22. Februar 1911 in den Stunden von 9 bis 6 Uhr nachmittags in den Stadtverordneten- Sizungssaal, Bürgermeistereigebäude, Gartenstraße 2, 3immer Nr. 11, berufen. Für Pferdebesitzer. 300 lederne Teppichgurten 500 " 700 " per Stück 1.30 Mr. Stallhalfter, per Stück 1.30 Mr. Kopfgestelle m. Gebiß per Stüd 1.50 mt. solange Vorrat. Versand per Nachnahme. Maier Weinheimer, Karlsruhe i. B., Kronenstraße 32. ür Danerwäsche und orig Neuheiten suche Vertreter bei Riefenverdienst. Wahlberechtigt sind die Kaufleute und Handlungsge= hilfen, die zur Zeit der Wahl das 25. Lebensjahr vollendet und im Gemeindebezirk der Stadt Gießen ihre Handelsniederlassung oder Beschäftigung haben, die auf Wäschef. Eid Nachf., Frankfurt a.M. leute jedoch nur insoweit, als sie mindestens einen Handlungsgehilfen oder Handlungslehrling regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen. Die Wahl ist unmittelbar und geheim; sie findet nach den Grundsätzen der Verhältniswahl statt. Die Abstimmenden geben ihren Stimmzettel in eigner Person ab; juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Es wird dringend empfohlen, daß die Kaufleute durch Bescheinigung der Polizeiverwaltung, die Handlungsgehilfen durch Zeugnisse ihrer Arbeitgeber, der Polizeiverwaltung oder der zuständigen Krankenkassen sich vor dem Wahlausschusse über ihre Wahlberechtigung aus= weisen, da sie andernfalls zurückgewiesen werden können. Ungiltig sind Stimmzettel: 1. welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. welche keinen oder, insoweit sie keinen lesbaren Namen enthalten; 3. insoweit darin die Person eines Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4. Auf welchem mehr als vier Namen, oder insoweit darin Namen von nicht wählbaren Personen verzeich= net sind; 5. welche eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder eine Bemerkung enthalten, die nicht lediglich den Gewählten kenntlich machen soll. Gleichzeitig ergeht hiermit Aufforderung zur Einreichung getrennter Wahlvorschlagslisten für Kaufleute und Handlungsgehilfen. Jede Vorschlagsliste muß vier Namen enthalten, von mindestens zwanzig Wahlberechtigten des betreffenden Teiles unterzeichnet und spätestens 2 Wochen vor dem Wahltermin bei der Bürgermeisterei eingereicht sein. Die rechtzeitig eingereichten Vorschlagslisten werden nach erfolgter Prüfung spätestens 8 Tage vor der Wahl in ortsüblicher Weise veröffentlicht. Gießen, den 21. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Aus der Heichelheim'schen Stiftung ist am 27. April d. Js. eine Gabe von 525 Mark an eine in Gießen wohnhafte, würdige, bedürftige, christliche Familie oder Person zu vergeben. Meldungen werden Asterweg 9 im Erdgeschoß entgegengenommen bis 15. Februar 1911. Gießen, den 19. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Holz- Submission. Nachverzeichnetes Holz aus den Waldungen der Ge meinde Staufenberg soll auf dem Submissionswege bergeben werden: 54 Eichenstämme, 60-79 3tm. Durchm.= 131,89 Fftm., in 4 Losen, 122 Eichenstämme, 50 bis 593tm. Durchm.= 189,34 m., in 6 Losen, 69 Eichenstämme, 40 bis 49 3tm. Durchm.= 69,20 Fftm., in 5 Losen, == 16 Eichenstämme, 30 bis 39 3tm. Durchm.= 9,15 Fftm., in einem Lo8, - 193 Fichtenstämme, 12 bis 46 3tm.Dchm. 102,12 stm., in 5 Losen, 41 Rm. Eichen Nutzscheit, in 4 Losen. Die Offerten find bis zum 30. Januar 1. Js., nachm. 3 Uhr bet der unterzeichneten Bürgermeisteret cinzureichen, wo alsdann die Eröffnung stattfindet; auch können daselbst die Bedingungen eingesehen werden. Auskunft erteilt Forstwart Zecher dahier. Verzeichnisse über sämtliche Holzsortimente, Losein. teilung mit Inhalt, Etückzahl und Angabe der Holznummer find von der unterzeichneten Bürgermeisteret erhältlich. Staufenberg, den 20. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg Stephan. Ranfm. Leiter Direktor: posten für ein Eisenstein- und Thonbergwert sofort gesucht - Hohes Gehalt. Bedingung: Kapital- Einlage 25 Mille, welche auf Wunsch sicher gestellt werden Off. von Selbstrefl. unt. H. 3 b. 3tg. 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