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Bimmer zu verm alfer- Allee 31p. Zimmer afen Birake 21 möbliertes Schlafzimmer Ederfirake 1, Ede Norbanlag Bimmer ju be torrake 771 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen sierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. - - Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 227. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. - Ein verunglückter Reichstagstan= didat. Der Bergarbeiter Heckmann, der von der Nationalliberalen Partei im Wahlkreise Bochum- Gelsenfirchen als Kandidat aufgestellt worden ist, geriet auf der Zeche Konstantin der Große" unter herabgehende Gesteinsmassen und erlitt schwere Arm- und Unterschenfelbrüche. Landtags- Stichwahlen 1911. § Nach den jetzt amtlich festgestellten Wahlergebnissen der Stichwahl beträgt die absolute Mehrheit in Bensheim- Zwingenberg für Auler( ntl.) nur 3 Stimmen. In Wöllstein ist Eibach( F. V.) gegen den nationalliberalen Schott mtt 8 Stimmen unterlegen. Mit einer ebenfalls nur kleinen Mehrheit von 15 Stimmen wurde Kredel( ntl.) in Beerfelden gegen Hasenzahl( S.) gewählt. In diesen drei Kreisen ist mit einem Wahlprotest der unterlegenen Partei zu rechnen. Es scheint bereits jetzt festzustehen, daß außer den amtlich ungiltig erklärten Stimmen noch gegen eine Reihe weiterer Abstimmungen Zweifel vorliegen. - Amtliche Feststellungen.Gießen: Dr. Urstadt, Professor in Gießen( Fortschr. Bp.) 2411, Klingspor, Fabrikant in Gießen( nailb.) 1672 Stimmen. Beerfelden- Hirschhorn- Wimpfen: Kredel, Bürgermeister in Airlenbach( ntl.) 1821, Hasenzahl, Gemeinderat in Erbach( S03.) 1806 Stimmen. Fürth- Reichelsheim: Mergell, Postsekretär in Retchelsheim( ntl.) 2099, Siefert, Gutsbesitzer in Frohn hofen( Bund der Landw.) 2053 Stimmen. Nierstein: Michael Wolf 6., Gutsbesitzer in Stadecken ( Bbd.) 2129, Emil Schätzel, Gutsbesitzer in Selzen( natlib.) 2075 Stimmen. Rodheim- Ober- Rosbach: Dr. Georg v. Helmolt, Rechtsanwalt in Nieder- Wöllstadt( Bbd.) 2545, Rich. Wittrich, Redakteur in Offenbach a. M.( S03.) 1383 Stimmen. Vilbel: Busold, Arbeitersekretär in Friedberg( Soz.) 2448, Will, Lehrer in Rendel( ntl.) 2216 Stimmen. Darmstadt: Henrich, Staatsschuldenbuchführer,( F.) V.) 6896, Knoblauch, Redakteur,( S03.) 4391 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 11 419; ungültig 132 Stimmen. Henrich ist gewählt. in Höchst i. Odenw.: Fleckenstein, Straßenmeister in Höchst,( christl.- s03.) 1925, Hartmann, Landwirt Mühlhausen bei Neustadt,( S03.) 2090 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 4015. Hartmann ist gewählt. Bensheim- Zwingenberg: Auler, Fabrikant( natlib.) 2553, Neumann, Krankenkassenbeamter in Offenbach, ( S03.) 2550 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 5103. Gewählt ist Auler. Gernsheim- Pfungstadt: Friedrich, Landwirt in GroßRohrheim,( Bund der Landw.) 3359, Raab, Partei= sekretär in Pfungstadt,( S03.) 2933 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 6292. Gewählt ist Friedrich. Wöllstein: Schott, Bürgermeister in Uffhofen,( natl.) 2056, Eibach, Bürgermeister in Pfaffenschwabenheim, ( Fortschr. V.) 2048; ungültig 20 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 4124. Schott ist gewählt. Büdingen: Bähr, Landwirt in Rohrbach,( Bbd.) 2053, Schaub- Büdesheim( S03.) 1843; ungültig 22 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 3918. Gewählt ist Bähr. Aus Stadt und Land. Gießen, 23. November 1911. des Großherzoglichen Polizei Amtes der Großherzoglichen Bürgermeisterei Behörden Oberheffens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 23. November 1911. sendung mehrerer Pakete mittels einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 24. Dezember weder im inneren deutschen noch im Verkehr mit dem Auslande( außer Argentinien) zulässig. * Vom Schöffengericht Büdingen wurden der Viehhändler A. St. wegen Vergehens gegen das Vieh seuchengesetz zu 20 Mt. Geldstrafe oder 5 Tagen Saft desselben Vergehens zu einer Gefängnisstrafe von einer und der Viehhändler S. G. von Düdelsheim wegen wegen Woche und wegen Zuwiderhandlung gegen das Gewerbesteuergesetz zu einer Ordnungsstrafe von 10 Mt. verurteilt. Die Sommersterblichkeit im Jahre 1911. 1911. Nach dem am, lichen Ausweis des hessischen Ministeriums des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, sind in den 5 größeren Städten des Großherzogtums Hessen in den Wochen vom 22. Oktober bis 11. November 1911 nur 37 Kinder gestorben. Man darf danach annehmen, daß die gefährliche Nachwirkung des heißen Sommers nunmehr überwunden ist. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreisung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder Bel Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg forderungen. Es klingt so, als ob der Sänger neben einem stände." n Gießen. Letzten Sonntag hielt Landgerichts= direktor Schmeckenbecher im Ev. Arbeiterverein einen Vortrag über„ Erinnerungen aus dem Jahre 1866". wie n Gießen. Diesen Samstag sind wegen des Geburtstages des Großherzogs die Poſtſchalter nur am Sonntag geöffnet, auch findet nur eine einmalige Brief, Paket- und Geldbestellung( vormittags) statt. heute im Cafe Ebel eine ordentliche Mitgliederversammn Gießen. Der Oberhess. Geschichtsverein hält lung ab. n Gießen. Die seit einiger Zeit währende Regenperiode hat auch den preußischen Buẞtag gestern nicht verschont. Dieser Tag bringt unserer Stadt stets zahl= reichen Besuch und einen sehr regen Geschäftsverkehr. Die Geschäftsleute, abgesehen vielleicht von den Gastwirten usw., werden den Einfluß der schlechten Witterung diesmal wohl bei ihrem Umsatz empfunden haben. n Gießen. Der Radklub„ Germania" feierte am letzten Samstag in der Turnhalle sein Winterfest. n Gießen. Am 2. Dezember findet, verbunden mit der Geburtstagsfeier des Großherzogs das erste Winterfest des hiesigen Allgem. Staats- Eisenbahn- Vereins statt. n Gießen. Dienstag nächster Woche wird die Heilsarme e im Hotel Einhorn eine Versammlung abhalten. Der Reinertrag kommt nur den Armen zu gute. Restaurationsbetrieb findet nicht statt. Telegramm- Annahme ist aber wie jeden Werktag. Die Auszählung der Bevölkerung Hessens nach der Konfession auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 ist nunmehr von der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistit abgeschlossen. Es wurden ermittelt 848 016 Evangelische( gegen 803 195 im Jahre 1905), 397 549 Römisch- katholische( 371 680), 24 063 Jfraeliten( 24 696) und 12 423 Sonstige-( 9604). In den letzten 5 Jahren haben die Evangelischen um 5,6 Proz., die Römisch- katholischen um 7,0 Prozent, und die Sonstigen um 29,4 Prozent zugenommen, die Israeliten dagegen um 2,6 Prozent abgenommen.' 3u den„ Sonstigen" gehören im Großherzogtum besonders die Deutsch- Katholiken und die Freireligiösen, die Frei- blissement„ Steins Garten" einen wissenschaftl. protestanten, die Altkatholiken, die Apostolischen, die Mennoniten, die Baptisten usw. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist von 28 Proz. im Jahre 1871 auf 31 Prozent im Jahre 1910 gestiegen, während der prozentuale Anteil der Evangelischen der Gesamtbevölkerung in gleichem Zeitraum von 68,5 Prozent auf 66,1 Prozent gefallen ist. an * Vergehen gegen das Viehseuchen= geset. Der Schweinehändler Philipp Kuhn von Kilianstädten hat sich gegen das Viehseuchengesetz und speziell gegen einen Erlaß des Kreisamtes Dieburg vergangen, der vorschreibt, daß nur verkaufte Klauentiere mit dem Wagen transportiert werden dürfen. Kuhn hat aber bestellte, nicht verkaufte Ferkel transportiert und auch zum Verkauf angeboten. Vom Schöffengericht Darmstadt war er wegen wissentlicher Uebertretung zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Seiner Berufung wurde von der Straffammer teilweise stattgegeben und die Strafe auf 3 Tage ermäßigt. n Gießen. Zur Feier des Geburtstages unseres Großherzogs findet am Freitag großer Zapfenstreich statt. Der Abmarsch erfolgt 7.45 Uhr von der neuen Kaserne durch die Licherstraße, Moltkestraße, OstAnlage, Walltorstraße, Marktplatz, Seltersweg, SüdAnlage zur Wohnung des Provinzialdirektors Dr. Usin ger. Hier werden mehrere Stücke gespielt, dann erfolgt städt. Kaserne, wo der Zapfenstreich geschlagen wird. der Rückmarsch durch Moltkestraße, Kaiser- Allee nach der denselben Weg nimmt, wie der Zapfenstreich. Um 9 Am 25. Nov., 7 Uhr morgens ist großes Wecken, das Uhr vormittags wird von der Stadtkirche Choral geblasen. 11.30 Uhr vorm. beginnt das Promenadenkonzert in der Südanlage. n Gießen. Der heute Abend in Steins Garten stattfindende, vom Alldeutschen Verband zugunsten der abgebrannten Luserner und der überschwemmten Blumenauer Deutschen veranstaltete Grammophonabend wird Glanznummern aus den Wagner- Opern„ Meistersinger",„ Lohengrin" und dem, Ring der Nibelungen" bringen, gesungen von den allerersten deutschen Wagnersängern, den Kammersängern Knote, Feinhals, Bender und anderen. Wie un* Weihnachtssendungen. Die Reichssere ersten Musiker über den heutigen Stand des GramPostverwaltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungsfristen einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehmen, wenn die Pakete erst am 22. Dezember oder noch) später eingeliefert werden. Die Vermophons urteilen, mögen folgende Aussprüche zeigen: Der Komponist Rich. Strauß schreibt:„ Das Grammophon reproduzierte mit annähernder Vollkommenheit, funktionierte tadellos, war in Klang und Tonstärke sehr angenehm, so daß ich ihm wohl das Zeugnis ausſtellen kann, auch einem empfindlichen Ohre einen ergötzlichen Ohrenschmaus bereitet zu haben." Und der Wiener Hofkapellmeister Felix Weingartner äußerte sich: „ Das mir vorgeführte Grammophon entspricht, was die Wiedergabe der Singstimme betrifft, den höchsten= Ann Man schreibt uns: Madame Lola Bernhard, eine erfahrene Lebenskünstlerin, hält am Dienstag, den 28. November 1911, abends 8% Uhr, in Gießen, EtaVortrag für Damen mit praktischen Vorführungen ab. Es werden in diesem Vortrage alle Gebiete berührt, die unsere heutige Damenwelt beschäftigen. Geſundheit, Schönheit, Mode, Grazie usw. werden von der Rednerin ausführlich behandelt, und die Zuhörerinnen werden über alles Wissenswerte Aufklärung erhalten. Wir verweisen auf die Anzeige im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe. o Steinberg. Der Gesangverein„ Eintracht" be geht am 9. Juni 1912 sein 44jähriges Stiftungsfest mit einem Gesangwettstreit. o Butzbach. Einen sehr günstigen Rechnungsabschluß zeigt die Rechnungsablage der Sparkasse Mathil denstift. Der Ueberschuß beläuft sich auf 47 850 Mark, die Einlagen auf fast 4 Millionen Mark. o Vom Vogelsberg. Auch im verflossenen Dedländereien, sowie der Hutweiden eifrig gearbeitet. Es Jahre wurde an der Verbesserung von Wüstungen und wurden etwa 45 Morgen aufgeforstet und etwa 65 Hutweiden verbessert. Auf den Kreis Schotten entfallen von den verbesserten Hutweiden 1240, auf Lauterbach) 1320 Morgen. o Lich. Die Bürgermeisterversammlung des Kreises Gießen tagte am Montag hier unter dem Vorsitze des Regierungsrates Welcker. Nach kurzen Begrüßungsworten trat man in die Beratung der überaus reichen Tagesordnung ein, welche insgesamt 12 Punkte umfaßte. o Alsfeld. Mit Rücksicht auf den günstigen Geschäftsgang des Elektrizitätswerks hat die Stadtvertretung beschlossen, vom 1. April ab den Preis für Licht von 50 auf 40 Pfg. für die Kilowattstunde herabzusetzen. Jab billigste Getränk in der jetzt so teuren Zeit ist Kathreiners Malzkaffen. 20 Tassen füne 10 Pfennig. Das Gehalt mocht's! Die schwarze Gefahr." Raub eines wertvollen Bildes. Während eines Ges Itchung der Rede, die geeignet sei, in Frankreich Mißtrauen gegen England hervorzurufen und die in Deutsch- wittersturmes drangen in der Nacht vom Sonntag zu Montag Diebe vom Dach aus in das San Marco- Muland herrschende Mißstimmung gegen England zu verseum in Florenz und raubten ein kleines Reliquiaschärfen. rienbild, die Madonna de la stella. Der Wert des Bildes wird auf eine Viertelmillion geschäßt. Von den Dieben hat man noch keine Spur. Rundschau oom Cage. Politisches. Der nationalliberale Wahlaufruf ist am Sonntag von dem in Berlin versammelt gewesenen Vertretertage beschlossen und inzwischen veröffentlicht worden. Der Aufruf führt u. a. aus: Die nächsten Wahlen rufen das Volt auf zum Gericht! Die Nationalliberale Partet wird eintreten für die nationalen Forderungen, die sich aus der Weltstellung Deutschlands ergeben. Auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik hält die Nationalliberale Partet fest an dem bestehenden und bewährten System des maßvollen Schußzolles. Die Nationalliberale Bartei wird sich für die Kräftigung des selbständigen Mittelstandes ebenso einseßen, wie für die Interessen der Beamten und die Rechte und die wirtschaftliche Sicherstellung der Privatangestellten, die in der Vorlage eines Gesezes über die Pensionsversicherung der Privatbeamten thren Ausdruck gefunden hat. Die Nationallibe= rale Partet tritt ein für die Unantastbarkeit des Reichstagswahlrechts und für die Wahrung des Koalitionsrechts. Ste hat stets für die berechtigten Interessen der Arbeiter, insbesondere auf dem Gebtete der sozialen Fürsorge gekämpft, wendet sich aber entschieden gegen dte utopistischen Forderungen der Sozialdemokratie. Auf allen Gebieten zetgen die letzten Jahre die wachsenden Machtansprüche des Zentrums. In seiner Befämpfung erblickt die Nationalliberale Partet eine ihrer ersten Aufgaben, überzeugt, daß der Ultramontantsmus unverträglich ist mit der Autorität des Staates und der freiheitlichen Entwickelung unseres Volkslebens. Der Wahlaufruf schließt mit der Ausführung, die Partei werde den Wahlkampf unter dem Wahlspruch führen: Für des Vaterlands Größe, Ehre und Recht, für die bürgerliche Freiheit und Gleichberechtigung. In der Montagsfizung der Budgetkommission des Reichstags, in der die Besprechung des deutsch- franzöfifchen Abkommens fortgesetzt wurde, verbreitete sich der Vertreter des preußischen Kriegsministeriums, General Wandel, über die schwarze Gefahr". Diese set nicht so groß, wie man früher vielfach geglaubt habe. In absehbarer Rett werde man nicht damit rechnen müsfen, daß durch Besetzung von Marokko schwarze Kräfte in erheblichem Maße dem französischen Staate für milttärische Zwecke zuwachsen würden. Es würde wohl noch lange Jahre dauern, bis große Truppenmassen sich dort gewinnen lassen würden. Auf die Dauer set nicht von der Hand zu wetsen, daß eine Verstärkung der militärischen Macht Frankreichs in Marotto erfol gen werde. Ein Mitglied der Nationalliberalen glaubte aus eigener Sachkenntnis darauf hinweisen zu lönnen, daß die militärischen Fähigkeiten der in Frage fommenden Leute nicht zu unterschäben seien. Diese tämpften allerdings heute noch in Formen, wie sie im Altertum gebräuchlich gewesen, aber mit modernen Kriegsmitteln ausgerüstet und in rechter Weise ausgebildet, könnten sie sehr gefährlich werden. Staatssekre tär v. Kiderlen- Wächter wies die Annahme, als fet die militärische Seite der marokkanischen Frage vom Auswärtigen Amt leichtsinnig behandelt worden, mit Nachdruck zurück. Diese Dinge seien schon vor dem vom Reichstag allgemein gebilligten Abkommen von 1909 mit den militärischen Behörden eingehend erörtert worden. Es sei daher nicht das mindeste versäumt. Ein Mitglied der sozialdemokratischen Partet meinte, bei der Einschätzung der schwarzen Gefahr" müsse man auch im Auge behalten, daß zur Verhütung von Aufständen in Afrika die Franzosen dort europäische Truppen halten müssen, also nicht allein nicht Truppen vorläufig gewinnen, sondern umgekehrt, im Fall eines europäischen Krieges in Afrika Truppen halten müßten und nicht in Europa würden verwenden fönnen. Der Vertreter des Kriegsministe= riums machte im Anschluß an die Ausführungen über die Kriegstüchtigkeit der marnftanischen Bevölkerung Mitteilung über die Leistungen der betreffenden französischen Truppen im 1870er Kriege. Der Staatssekretär des auswärtigen Amtes wies darauf hin, daß es sich bei der allgemeinen Wehrpflicht in Algier zunächst nur um einen Versuch handele, der in Algier felbst bet den Kolonisten zum großen Teil auf starken Widerspruch stoße. Diese Kolonisten sähen in der milttärischen Ausbildung der Farbigen eine Gefahr für sich selbst und feten der Meinung, daß die Aufstandsmöglichkeit dadurch wachse. In scharfer Weise erhob der Wortführer der Sozialdemokraten Einspruch gegen fede Anregung einer Verstärkung der Rüstung. Von volksparteilicher Sette wurde dazu bemerkt, es sei nicht Sache der Voltsvertretung, folche Anregungen zu geben, das set Sache der Regierung. Ein tonservatives Mitglied fand gewisse Widersprüche zwischen den Darlegungen des Staatssekretärs des Auswärtigen und des Vertreters des Kriegsministers. Das Auswärtige Amt scheine doch nicht ganz so eingehend, wie es wünschenswert set, mit anderen Ressorts, in erster Linie dem Kriegsministertum, in Verbindung gewesen zu sein. Das 3entrum äußerte sich zu der behandelten Frage nicht. Eines seiner Mitglieber machte den Vorschlag, über die von Bassermann im Plenum aufgeworfene Frage zu verhandeln, ob an Stelle der Entsendung des Panther" nach Agadir nicht jeffer zwet Armeekorps hätten mobilisiert werden sollen. Auf den Einspruch eines nationalliberalen Mitglteds, daß man darüber nicht gut in Abwesenheit Basermanns verhandeln könne, wurde davon abgesehen. Die wetteren Verhandlungen waren vertraulich. Das offene Geheimnis in England. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Was ein Menschenknochen aushält. Ein Knochen ist ein Naturwunder von ganz besonderer Art. Es sollte dem Menschen schwer fallen, trgendwie auf künstlichem Wege eine Masse herzustellen, die einen gletchen Grad der Festigkeit mit so großer Elastizität und so geringem Gewicht verbindet. Obgleich es auch heute im Zeitalter der Naturwissenschaften noch viele unverständige oder unbelehrbare Leute geben mag, die beim Anblick eines menschlichen Gerippes nichts anderes als ein Grauen empfinden, so müßte eigentlich jeder mit dem innerlichsten Gefühl der Verehrung dieses Wundergebilde anstaunen, das gleichsam das Fundament des Menschen und seiner Leistungsfähigkeit ist. Von den zahlreichen einzelnen Knochen des Skeletts verdienen wiederum die den Schädel zusammenseßenden Teile die größte Aufmerksamkeit. Hier gilt es, das edelste Organ des Menschen zu schüßen, das Gehirn, und deshalb besteht die Schädelkapsel aus zum Teil sehr masstgen Knochen. Man sollte nun glauben, daß wenigstens diese Schädelkapsel hauptsächlich und ausschließlich nach dem Grundsatz gebaut ist, einer Verlegung von außen her eine möglichst große Festigkeit entgegenzusetzen. Das entspricht auch den Tatsachen, nur muß man dabet bedenken, daß eine starre Festigkeit nicht die sicherste Gewähr bietet. Wären diese Schädelknochen nur mit Rücksicht darauf zusammengesett, so würden Schädelbritche viel häufiger sein, als sie in Wirklichkeit vortommen. Die Schädeltapfel besitzt vielmehr eine erstaunliche Elastizität. Der Schädel eines erwachsenen Mannes kann durch einen Schlag oder Druck, der rechtwinklig zu seiner Oberfläche ausgeübt wird, um volle 1½ Zentimeter eingepreßt werden, ohne zu brechen. Der Stoff der Menschenknochen besitzt eine so, hohe Widerstandsfähigkeit, daß ein daraus geschnittenes zylindrtsches Stück von nur einem Geviertmillimeter Querschnitt eine Zugfestigkeit von 34 Pfund. auf einen Geviertzoll berechnet 21 300 Pfund, besitzt. Ein gleich großes Stück von hartem Holz würde schon bei der Hälfte der Belastung auseinandergerissen werden. in Wann tritt die Privatbeamtenversicherung Kroft? Nach dem Gang der Kommissionsberatungen über das Versicherungsgesetz unterliegt es, wie eine of= stziöse Berliner Korrespondenz schreibt, feinem zwetfel, daß die Vorlage bis zum Ende dieses Monats endgültig verabschiedet sein wird. Nach den Absichten des Entwurfes wird durch das Gesetz selbst ein Zeitpunkt für sein Infrafttreten nicht festgestellt werden, weil es nicht möglich ist zu übersehen, bis zu welchem Zeitpunkte alle Vorarbeiten zur Durchführung abgeschlossen sein fönnen. Man nimmt jedoch als sicher an, daß die Versicherung der Privatangestellten mit dem 1. Januar 1913 in Kraft treten wird. Eine Junggesellenstener in Mecklenburg. Der mecklenburgische Landtag nahm bet Beratung des Steuergesetes einen Antrag auf Einführung einer Junggesellensteuer an. Es sollen unverheiratete, über 30 Jahre alte Männer um 25 Broz. höhere Steuern als verheiratete zahlen, wenn sie nicht für Familienangehörige, die mit thnen zusammenwohnen, gefeßlich zu sorgen haben. Der Kreuzer Berlin" dürfte nach einer Meldung des Berl. Lot.- Anz." in Agadir verbleiben, bis der deutsch- französische Vertrag durch Ratifizierung der französischen Kammer vollkommen perfekt geworden ist. Kleine Nachrichten. Ein Rekord in Schulbeuten fte von der Stadt Rirdorf unter den deutschen Städten in den lezten 5 Jahren aufgestellt worden sein. Seit dem 1. Oktober 1906 hat die Stadtgemeinde elf Schulhäuser mit insge= famt 335 Klassen erbaut. Die Gesamtaufwendungen an Bautapital ohne die Kosten für Grunderwerb betragen 4 740 000 Mart. Die Londoner Blätter beschäftigten sich gestern in langen Artikeln mit den von uns mitgeteilten Enthüllungen des Kapitäns Faber über den im Auguſt geplant gewesenen Ueberfall auf Deutschland. Die bestunterrichteten Blätter segen daran aus, daß seine Mittellungen nur teilweise richtig sind. Es wird zuge= geben, daß die beiden Divisionen der Heimatflotte nicht vereinigt waren, aber eine Vereinigung hätte in kürs zerer Frist als 6 Stunden erfolgen können. Ferner set falsch, daß die britische Admiralität die ganze deutsche Flotte aus den Augen verloren hätte. Die britischen Kundschafterschiffe hätten nur die Fühlung mit einer deutschen Torpedoflottille verloren. Die ganze schotttsche Küste wurde nach den deutschen Torpedobooten abgesucht, und schließlich hörte man, daß die verlorenen Torpedoboote sich in das Baltische Meer zurückgezogen hätten. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die mit der Suche nach den deutschen Torpedobooten beauffragten britischen Kreuzer Befehl hatten, te des bentsche Torpedo boot, das sie versteckt auffinden sollten, ohne wetteres zu zerstören. Die sonstigen Enthüllungen Kapitän Fabers begegnen kaum einem Widerspruch. Die ernste Presse beklagt die Veröffent53) Aus Eifersucht. Ein folgenschweres Baunnglück wird aus Forchheim gemeldet. Dort filtrzte Montag vormittag ein Neubau ein. Vier Arbeiter wurden unter den Trümmern schwerverlegt hervorgezogen, einige andere kamen mit leichten Verlegungen davon. Der Einsturz wird mit den Wirkungen des jüngsten Erdbebens in Busammenhang gebracht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) " Sicher!" schnarrte der Angeredete.„ Eifersucht setnersetts, wahnsinnige Eifersucht, wetter nichts." " Auf den Doktor?" " Freilich!" Vermischtes. Einbrecher Opferblichfe 12 Jahrhu Der R eine Liga auf thre bereits in Ste enthalt Jebe Frau Hellt an fich den kann. beure Schä jebren; 3) Reichtum, Roefie des in fich bir Schwelle de denn jeder Schwifre to führen fein eine ungeh den die F der erwähl res Licht der Mitgift und des re Gine v ner Betrad famen auf Shnittlich hatte fich d nen verrin den vorwi In den län wohner in Das Luftschiff in der Wahlagitation. Eine origtnelle Wahlagitation war anläßlich der eben abgehaltenen Stadtverordnetenwahlen in Schöneberg bet Berlin geplant. Zwei Herren hatten für die bürgerlichen Kandidaten in Schöneberg von der Luftverkehrsgesellschaft das Personen- Luftschiff P. L. 6" für den Wahltag mit Mitteln aus freigebiger Hand gemietet. Es sollten aus ihm von elf bis zwölf Uhr vormittags 30 000 Wahlzettel in ungefähr Ottavformat aus der Höhe von 120 bis 150 Metern über den Stadtbezirk 11 fallen gelassen werden. Es kam aber anders. Kurz vor dem Aufstieg erschten Prinz Sigismund, Sohn des Prinzen Heinrich, und wünschte an der Fahrt teilzunehmen. Der Aufstteg vollzog sich glatt, der Kurs wurde jedoch nicht nach Schöneberg, sondern auf Wunsch des Prinzen zu einem Rundflug über Berlin Mitte genommen. Kurz vor Beendigung des Fluges wurde der Wind stärker, so daß der zweite Flug über Schöneberg, der dann den Wahlzettelregen bringen sollte, nicht mehr ausgeführt werden konnte und die originelle Agitation aus der Luft schließlich ins Wasser fiel. Im Zorn tötete in Holzhausen( füdl. Oldenburg), der Stationswärter Beez sein 7 Jahre altes Töchterchen. Er befahl thm, ein Messer, mit dem es hantierte, herauszugeben, und als es nicht sofort folgte, riß er es thm voll Wut aus der Hand und warf damit nach ihm. Die Schneide traf das Mädchen so unglücklich, daß ihm die Wirbelsäule durchschnitten wurde, und es muf der Stelle tot umftel. Und da sollte er sie über den Haufen gestochen haben?" Warum nicht?" " Na, ich denke, er hat sie sehr lieb gehabt?" " Liebe und Haß wohnen dicht beteinander", erklärte der Assessor wetshettsvoll. Außerdem hat der Alte jedenfalls im Affett gehandelt, wo er seiner Sinne nicht mehr mächtig war." Mehrere Berhaltungen in Handelskreisen erregen in Cöln großes Aufsehen. Der Großkaufmann Licht wurde wegen betrügerischen Bankerotts verhaftet. Er hatte einen Jahresumsaß von über einer Million Mt. In der Kontursmasse wurde nichts gefunden. Der Kaufmann Graf wurde wegen Beihilfe festgenommen. Wegen großer Unterschlagungen auf dem Bahnhof in Görlig wurde der Kassenvorsteher Schellmann verhaftet, nachdem er sich selber der Boltzet gestellt hatte. " Ihr Scharfsinn springt todesmutig über eine flaffende Lücke hinweg," ftel ein anderer ein.„ Wo soll das Geld geblieben sein?" ,, D, daran habe ich auch schon gedacht. Könnte es der Alte nicht verbrannt haben?" ,, Erlauben Sie mal mein Lieber, es waren zwanzigtausend Mark bares Geld dabet!" " Na, dann hat er es vielleicht vergraben." Erregung versetzt! Eben wollte er seinen Entschluß ausführen, als er direkt von sich sprechen hörte. " In seinem Zustand als Halbtoter? Nein, nein, mein Bester, diese Sache bleibt immer noch sehr schleterbaft." Meinetwegen," sagte Mallmiz gleichgültig. Und der junge Marleben, wie denken Ste über thn?" fragte einer der Herren. Spionageversuche? Im vergangenen Monat sind bet einem Regiment des Gardekorps zwei Gewehrschlösser und bei einem andern ein Gewehr abhanden gekommen. Alle Nachforschungen waren ergebnislos geblieben; es liegt, wie vom Kriegsministerium nunmehr den Armeekommandos mitgeteilt wurde, die Vermutung nahe, daß es sich um Diebstähle zu Sptonagezwecken handelt. Auch beim Kommando des 18. Armeetorps in Frankfurt war bekannt geworden, daß ein Agent einer fremden Macht einen gewaltsamen Einbruch in einem milttärischen Dienstgebäude unter Benutzung von besonderen Werkzeugen, wie Sauerstoffgebläse, für das Deffnen eiserner Schränke beabsichtigte, doch wurden rechtzeitig entsprechende Vorsichtsmaßregeln angeordnet, so daß der beabsichtigte Einbruch nicht zur Ausführung fam. " Fritz von Marleben?" lachte Mallmit„ Wollen Ste thn auch in Verbindung mit der Tat bringen?" „ Kriminalistisch ist kein Ding unmöglich." „ Nee, wetu teber, für so etwas halte ich diesen jungen Mann für zu unbedeutend. Ist ja'n richtiger Huckedrusel." „ Er ist aber bedeutend genug gewesen, sehr vorsichtig in der Wahl seiner Braut zu sein." Fritz fühlte bet diesem Fortgang des Gesprächs sein Blut heißer und heißer werden. Sein Puls flopste rasch, und er hätte am Itebsten den frivolen Menschen zu Boden geschlagen, aber er nahm sich zusammen, biß die Bähne aufeinander und blieb ſizen. Das beste war wohl, er zahlte seinen Wein und ging. Mochten dann die mit Paragraphen gefütterten Gernegroße reden, was ste wollten, er hörte es nicht und wurde nicht dadurch in " Die Geschichte vom blinden Huhn! Außerdem ist noch nicht aller Tage Abend." " Das klingt ja sehr geheimnisvoll." " Ja, jedes Wetb ist eine Festung, die erobert werden kann, wenn man es richtig anfängt." Kirchenräuber drangen in der Nacht zum Sonntag in die Auferstehungskirche in der Friedensstraße in BerIin ein. Die Einbrecher stiegen in der Nacht durch ein zufällig nicht verriegeltes Fenster, von dem sie das zum Schuß angebrachte Drahtgeflecht abgerissen hatten, in die Safristet ein. Ste erbrachen hier ein Holzspind und stahlen drei wertvolle Antependiums. Eins von ihnen, etne rote Sammetdecke ist mit goldenen Ornamenten bestickt und 600 Mark wert, die beiden anderen haben einen Wert von je 200 Mark. Außerdem nahmen die " Haha, und das verstehen Ste, Mallmiz. Schön ist ste ja. Und Mammon hat sie auch, nicht wahr?" " Das will ich meinen! Dret Milltönchen." „ Mark?" ,, Nein, gute Dollars." " Donnerwetter, Mallmis, Sie sind vorsichtig tn der Wahl Ihrer Zukünftigen. Und woher wissen Ste das?" " Selbstverständlich habe ich mich bet einer Hitchttgen Auskunftet über die Verhältnisse der Dame etn= gehend erkundigt." Die Gläser klirrten, und der Gefeterte sagte hochtrabend:„ Danke, meine werten Freunde! Felicia sets Panter!" burg 8,5, folte Bungen ringifchen Einwohner gefellen- un foon auf da geringe Set Urfache Stef natürlich m wenn man Da hielt Frig nicht mehr an sich. Energisch sprang er auf und trat um die Holzwand an den Tisch der fleinen Gesellschaft. Er sah sich fünf elegant gekleideten Herren gegenüber, die sich zum Hoch erhoben hatten und in deren Mitte Mallmiz stand. Er ging gerade auf thn zu, tippte kräftig auf seine Schulter und sagte laut: „ Herr Assessor, ich habe die Ehre, der Bräutigam von Fräulein Felicia Molesworth zu sein." " Pozz Bliz!" rief einer ganz hingerissen, der bis jetzt geschwiegen hatte, das sind ja über zwölf Millt= onen Mark! Mallmiz, Mensch, wenn Ste erst in diesem goldenen Nest sitzen, kann man hoffentlich einen heftigen Pump bei Ihnen anlegen?" Alle lachten fröhlich, und einer rief:„ Stoßen wtr an auf Mallmiz, den zukünftigen Dollarikaner! Möge es thm gelingen und möge er seine guten Freunde nicht vergessen!" gemeinen& Die Vor einigen deutsches Di worden. D Aufiehen. In Buenos teten einen zufammen; und über gebändigt, Aurz vor f aus Frankf Stand, mit Der Hamb Steward K machten bie bert belben Maste der bia 7000 es weder a Alle ließen verdußt dte Gläser sinken. Einige neugterige Kellner kamen langsam näher geschlichen, mchrere Gäste an ferneren Tischen reckten die Hälse. Es herrschte plötzlich eine unheimliche Stille in dem großen, stilvollen Raume. Mallmis runzelte die Stirn, faßte sich aber und sagte mit erzwungener Gleichgültigkett:„ Das wußte tch bereits, Herr von Marleben. Warum sagen Sie mir das?" Frizz brauste auf.„ Ich sage es Ihnen, Herr Assessor, um Ihnen zu verbieten, weiter in diesem Tone von metner Braut zu sprechen." " Ich bin nicht gewöhnt, mir von fremden Leuten Vorschriften machen zu lassen, am allerwenigsten von Ihnen." Augenblic zu verhitten In Frankfu haber der getrennt h Wächterin In Gefchent benachrichtt Der größte bert, und es noch wenige ben noch ve Bismar bas Gefchid ben. An Auch der gri der fich hierbe pich- relig pflegte zu fa beeinflußt w feinen Freun bret Namen Sichenblätter babe dret deutsch- franz Ob Ste's gewöhnt sind oder nicht, ist mir gleich. Etgentlich müßten Sie sich wegen Ihrer respektlosen Aeußerungen bet mir entschuldigen; ich will aber darüber hinwegsehen und sie auf das Konto des genossenen Alkohols setzen. Wagen Sie es jedoch nicht, in diefer Redewetse fortzufahren! Es könnte Ihnen schlecht bekommen." Er nahm eine Stellung ein, als wenn er bereit wäre, den Assessor im nächsten Augenblick niederzuboren. dem andern bem Sattel der dret Kat ben gerufen metnes Hau babe, wenn Belchnern g Saare!" Diefer etmen mögl ter zahlen! wandt hinz Berr!" Fri fo Juctte die Beruhi ble fiinf S amber spred Am Mo ach dem F He Bettung Bittentarter big, Ritterg men, Mul Ihm da lio unbetan e fühlte fic tobgelaunt: Die beti tahbem fte Bild vorge beliguftrig, and fagte mi Martebe Emen. Auf die en Regierun arriger Her Sie werden allmis me nes Ge ntag zu Co- Mu Reliquias Des Bil Son den ur. Anochen rt. E uf fünft en glet ttät und tch heute e unver die beim eres als eder mit 8 Wunment des Von den Derdienen Telle die Iste Or nd des r maffit entgitens Blich nach On außen nzusetzen. an dabei ficherste nur mit Schädelfeit vorzine ers vachsenen der rechtum volle chen. Der e Widerzylindri er Querinen Gen gleich bet der rden. ine origi gehaltenen Serlin ges hen Kangesellschaft bltag mit Ollten aus 00 Wahlvon 120 En gelassen n Aufstieg Heinrich, Der Aufnicht nach zu einem Purz vor tärfer, fo dann den ausgeführt s der Luft tonat find Gewehrabhanden rgebnislos rium nune, die VerSptonage18. Armee , daß ein Einbruch Benubung doch wurgeln angeebläse, für t zur Ausm Sonntag aße in BerSt durch ein ie das zum atten, in die Bipind und von ihnen, Ornamenten Seren haben nahmen die fagte hochFelicia fets isch sprang Tisch der nt gefleideJoben hatten gerade auf fagte laut: Bräutigam Einige neulichen, mchHälfe. Es dem großen, haber und Das wußte agen Sie mir Derr Affeffor, m Tone von nden Leuten enigsten non t mir gleich. refpetilojen will aber dabes genoffeoch nicht, in hnen schlecht nn er bereit id nieberzuEinbrecher sämtliche Altardecken, eine kleine, gefüllte Opferbüchse und noch zwet bronzene Leuchter aus dem 12. Jahrhundert mtt. Der Kampf gegen die Mitgift. In Amerika hat sich etne Liga gegründet, die den Kampf gegen die Mitgift auf ihre Fahne geschrieben hat und deren Sabungen bereits in der Oeffentlichkeit bekannt geworden sind. Ste enthalten die folgenden bemerkenswerten Säße: 1) Jede Frau, die eine Ehe mit einem Manne eingeht, ftellt an fich etnen Wert dar, den keine Mitgift erret then tann. 2) In der Seele der Frau existieren ungeheure Schäße; fein Leben lang tann ein Mann davon zehren; 3) Die Frau ist der Reichtum der Welt, der Netchtum, der die Reinheit des Himmels, die keusche Poesie des Meeres, den leuchtenden Brand der Sonne in sich birgt. 4) Alle reichen Frauen sollen an der Schwelle der Ehe freiwillig auf ihre Schäße verzichten; benn jeder Kuß, fede Zärtlichkeit, selbst die helligsten Schwitre tönnen auf die Aussicht auf Mitgift zurückzuführen sein. 5) Die Abschaffung der Mitgift bedeutet etne ungeheure Steigerung des moraltschen Wertes, den die Frau befißt. 6) Erst jetzt wird der Mann in der erwählten Gefährtin thren wahren Wert, thr wahres Licht zu erkennen vermögen. 7) Die Abschaffung der Mitgift bedeutet eine Wiederherstellung alles Guten und des reinen Triumpfes der ewigen Liebe. Eine verminderte Heiratslust ist das Ergebnis et ner Betrachtung der Heiratsstatistit. Im Jahre 1906 famen auf 1000 Einwohner im Deutschen Reiche durch schnittlich 8,2 Eheschließungen. Bis zum Jahre 1909 hatte sich die Zahl der Hetraten auf 7,7 pro 1000 Personen verringert. Im allgemeinen war die Hetratslust in den vorwiegend industriellen Landestellen größer als in den ländlichen Bezirken. So famen auf 1000 Ginwohner in Berlin 9,8 im Königreich Sachsen 8,1, Hamburg 8,5, Oft- und Westpreußen 7,0 und Bosen 7,0 Eheschließungen. Hohe Durchschnittsziffern wetsen die thitringischen Staaten auf. In Reuß ä. L. ftelen auf 1000 Einwohner 8,7 und in Reuß f. L., dem Lande der Junggefellen- und Jungfernsteuer, 8,2 Heiraten. Man muß schon auf das Jahr 1883 zurückgehen, um auf eine benso geringe Hetratsluft zu stoßen wie im Jahre 1909. Die Ursache dtefer fintenden Hetratsluft ist in der Statistik natürlich nicht enthalten. Man schließt wohl nicht fehl, wenn man sie zum Teil auf die Verteuerung der allgemeinen Lebenshaltung setzt. Die Abenteuer eines deutschen Dienstmädchens. Vor einigen Monaten war in Buenos Aires ein junges deutsches Dienstmädchen von zwei Männern überfallen worden. Das Schicksa' des Mädchens erregte großes Aufsehen. Der deutsche Konsul und die deutsche Presse in Buenos Aires nahmen sich seiner an und veranstal teten einen Aufruf. Auf diese Wetse tamen 15 000 mr. zufammen; 8000 Mt. wurden bei einer Bant depontert und itber 7000 Mt. wurden dem Dienstmädchen ausgebändigt, damit es sich nach Deutschland beaeben könne. Kurz vor seiner Abreise lernte es eine Frau Gramm aus Frankfurt a. M. kennen, die es zu überreden_ver= stand, mit ihr zusammen nach Deutschland zu fahren. Der Hamburger Kaufmann Schmißenberger und der Steward Koch. die betden Liebhaber der Frau Gramm, machten die Reise mit. Frau Gramm warf schon nach ben betben ersten Tagen des Schiffsaufenthaltes dte Maste der Beschüßerin von sich, nahm dem Mädchen bte 7000 Mart bis auf den letten Pfennig ab und ließ es weder auf dem Schiff noch auf dem Festlande einen Augenblick allein, um eine Verständigung der Boltzet zu verhitten. Vor dret Tagen famen die beiden Frauen in Frankfurt a. M. an, nachdem sich die beiden Liebhaber der Frau Gramm schon in Antwerpen von ihr getrennt hatten. Jezt gelang es dem Mädchen, setner Wächterin zu entkommen und die Kriminalpolizet zu benachrichtigen. Frau Gramm wurde sofort verhaftet. Der größte Teil des unterschlagenen Geldes war bereits In Geschenken für die beiden Liebhaber angelegt worben, und es befanden sich im Besitz der Betritgerin nur noch wenige hundert Mark. Die beiden Diebhaber werben noch verfolgt. Bismarck und die Zahl 3. Die Zahl 3 scheint auf das Geschick der Menschen einen seltsamen Einfluß ausjuüben. An ihren geheimnisvollen Einfluß laubte much der größte Staatsmann unserer Zeit, Bismarck, der sich hierbei sicher nicht wie die alten Scholastiker von mystisch- religiösen Erwägungen letten Iteß. Bismarc pflegte zu sagen, daß sein Leben ganz von der Dreizahl beeinflußt werde. Urteilen Sie selbst!" sprach er zu seinen Freunden. Ich habe dret Herren gedient, habe bret Namen, in meinem Familiennamen sind dret Eichenblätter, tch habe drei Kriege herbeigeführt(!) und habe dret Friedensverträge unterzeichnet, tch ritt im deutsch- französischen Kriege dret Pferde, die eins nach dem andern getötet wurden, nachdem ich dreimal aus dem Sattel geworfen war; ich habe die Zusammenkunft der dret Kaiser vorbereitet. habe den Dreibund ins Leben gerufen, habe drei Kinder, habe als Wahlspruch metnes Hauses die Worte:„ In Trinitate Robur!" und habe, wenn ich den Witzblättern und den Karikaturengetchnern glauben darf, auf meinem Schädel nur dret Saare!" Aus der Schule. Man erzählt der„ Tal. Josch.": Eine Lehrerin hat die Kinder gelehrt, daß die Hauptwörter mit einem großen Anfangsbuchstaben geschrieben werden. Um ihnen begreiflich zu machen, woran sie ein Hauptwort erkennen könnten, sagt sie: Alle Sachen, die ihr sehen und anfassen tönnt, find Hauptwörter, z. B. Tisch, Garten, Himmel, Bleifeder usw. Zur Uebung läßt sie Säße schreiben. Die kleine Anna hat geschrieben: Ich ging mit Iteschen in den Garten."" Anna", fragte die Lehrerin, weshalb hast du Lieschen klein geschrieben? Du kannst deine Freundin doch schen und anfassen!" Anna schüttelt den Kopf und als die Lehrerin noch einmal fragt, erklärte sie: Nee, se hat de Mafern." Der gefürchtete Herr Schulrat erscheint in einer Gemeindeschule und prüff die Kinder in Religion. Die Schöpfungsgeschichte wird durchgenommen. Die Kinder haben brav geantwortet und der strenge Herr Schulrat hatte sogar gelächelt, als bei seiner Frage: Wie hat Gott das Licht erschaffen?" ein Jungen fect antwortete: „ Er fntpfte einfach!" Der Schulrat ruft nun einen kleinen Faulpelz auf, der sich noch niemals gemeldet hatte: " Was erschuf Gott am sechsten Tage?" Voll Todesangst steht der Kleine die Lehrerin, Frl. Fricke an, die hinter dem Schulrat steht. Die Lehrerin deutet mit dem Beigefinger auf sich, um dem Kinde die Antwort zu erleichtern, der Junge schweigt aber. Ungeduldig fragt nun der Schulrat:„ Nun, wer erschuf Gött ain sechsten Tage?" Da ruft der Junge reudig: Gott erschuf am sechsten Tage Fräulein Fricke!" Graf Haeseler und die Jugend. Der greise Feldmarschall Graf von Haefeler, der allen Bestrebungen lebhaftes ntereffe nigegenbringt, welche die Nation wehrhaft machen, empfing am Sonntag den Besuch von 120 frischen Berliner Jungen, die den Volksschulen und höheren Lehranstalten angehören. Die im Alter von 12 bis 15 Jahren stehenden Knaben, mit Rucksack, Reltbahnen und Winterflaggen vorschriftsmäßig ausgerüstet, waren unter Führung etniger Offiziere am Sonnabend nachmittag nach der Station Sternebeck gefahren und hatten später, eine halbe Stunde vit dem Schloß des Grafen Haeseler, bem idyllischen Harnecop, entfernt, in zwet Döifern Unterkommen gefunden, wo sie ein Strohlager in den Sälen der Gastwirtschaften bezogen. Sonntag morgen wurde frühzeitig der Wunsch der Knaben erfüllt; schon um 7 Uhr hatte der Generalfeldmarschall das Antreten vor seinem Schloß befohlen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: der Marshall widmete fich bis nachmittags 2 Uhr en Knaben. Er gab selbst die Idee für ein Zusammentreffen der feindlichen Barteien im Walde an, bestieg sein Roß und folgte den Jungen Kriegern über Stock und Stein. Graf Haefeler Iteß die Jungen nicht etwa ererzieren. Er bezeichnete es vielmehr als einen Vorzug des Pfadfinderkorps, daß es sich nicht mit militärischen Dingen abgebe. Die Jungen sollten nicht Soldaten spielen, sondern allerlet Dinge in der freien Natur lernen, die ihnen als Stadtfinder fremd sind. Das wäre der Profit, den sie aus dem Pfadfinden für das spätere Leben ernten. Mit vieIem Intereffe beobachtete der alte Kriegsmann das Aufſchlagen ber Zelte. Dann mußten bie, jungen, bie bas Kochen an improvisierter Feuerstelle längst erlernt ha= ben, fich thr Mittagsmahl selbst bereiten. Graf Haefeler sah sich das Abkochen mit der ihm auch in fleinen Dingen eigenen Gründlichkeit an. Er hielt hierbet den Jungen eine wohlgefeßte Rede, wonach jedermann seinen Körper so in der Gewalt haben miffe, daß er auch das Gefühl des Jungers und Durstes zeitweilta überwinden lerne. Italienischer Peffimismus. Die Friedcasgerüchte, die in den letzten Tagen durch alle tta, nischen Blätter gingen, saben Mittellungen über d. a Beginn eines zweiten Abschnitts des Krieges Plagemacht, wie ich die offiziöse„ Tribuna" in einem Artit ausdrückt, der versichert, daß die Nachrichten über einen Friedensschuß in diesem Augenblick ganz unbegründet seten. Tatsächlich scheinen, wie aus Telegrammen aus Tripolis geschlossen werden kann, nach Unterbrechung der Operationen durch die Ueberschwemmungen die Angriffe der türkisch- arabischen Truppen mit neuer Seftigtett begonnen zu haben. Der Sonderberichterstatter des Secolo" weist darauf hin, daß die türkischen Truppen die früheren Stellungen unweit der Dschebel aufgegeben und sich im= mer enger um Tripolis vereinigen. Dies set durch die strategischen Irrtümer der italienischen Heeresleitung möglich gewefen, die Tripolis zu früh beschossen habe und dann nicht in der Lage gewefen fet, sofort nach dem wirkungsvollen Eindruck der BeSchießung 10 000 Mann landen zu lassen, die eine träftige Offensive hätten ergreifen müssen. Durch diese Verzögerung fet es den Türken möglich gewesen, die Araber für sich zu gewinnen und mit verhältnismäßig fleinen Streitfräften die italienischen Truppen, die th= nen an Zahl weit überlenen feien, in Schach zu halten. Marleben." Dieser war sehr bleich geworden und suchte sich| Weinrestaurant Genugtuung schuldig sind, Herr von elnen möglichst vornehmen Rückzug zu sichern.„ Kellner zahlen!" rtef er. Und dann setzte er zu Friß ge-| wandt hinzu:" Sie werden von mtr hören, mein Herr!" Frizz sah thn von oben bis unten verächtlich an, suckte die Achseln und drehte sich um. Er bestellte sich zur Beruhigung noch eine halbe Flasche Wein, während dte fünf Herren, jest sehr leise und gesittet miteinander sprechend, das Lokal verließen. 10. Rapitel. Am Morgen des folgenden Tages hatte sich Frizz nach dem Frühstück eben rasiert und einen Blick in die Bettung geworfen, als ihm vom Mädchen zwet Bisitenkarten hereingebracht wurden. Hans von Prizelwis, Rittergutsbesitzer, Leutnant d. N., las er auf der etmen, Müller, Regierungs- Assessor, auf der anderen. Ihm dämmerte sofort, weswegen diese thm gänz= lich unbekannten Herrn zu ihm kommen mochten. Aber er fühlte sich nicht im mindesten beängstigt und sagte frohgelaunt:" Ich lasse die Herren bitten." Die beiden Besucher benahmen sich sehr förmlich, nachdem sie sich nochmals nicht ohne Feierlichkeit perfönlich vorgestellt hatten. Herr von Prizelwig, groß, frettschultrig, blond und frisch, nahm zuerst das Wort and sagte mit einer gewissen Leutseligkeit, daß Herr vort Marleben wohl wissen werde, weswegen sie fanten. Auf die verwunderte Rede des Angeredeten ftel Der Regterungs- Assessor, etn schlanker, bletcher, schwarzbaariger Herr ein:„ Wir können ja gleich ad rem gehen. Ste werden selbst gefühlt haben, daß Ste Herrn von Malmitz wegen Ihres gestrigen Benehmens in dem " Ich Genugtuung schuldig?" bemerkte Friz lachend. Ich meine vielmehr, daß Herr Mallmit mir solche schuldig set." " Sie haben Herrn Mallmiz haranglert und öffentItch attacktert." „ Wir können dreist deutsch sprechen", sagte Friz ruhig. Ich habe Herrn Mallmit auf seine unehrerbietigen Aeußerungen aufmerksam gemacht und ihm die Fortsetzung dieser Neden verboten. Das war mein gutes Recht. Er hat mein Auftreten durch sein tadelnswertes Verhalten hervorgerufen. Nicht er ist nach meiner Meinung beleidigt, sondern ich war es." „ Na, wie dem auch sein möge", erklärte Prizelwie unmutig,„ jedenfalls fühlt sich Mallmtz durch Ste beleidigt und will Genugtuung von Ihnen haben." " Die Sache ist mtr rätselhaft", versetzte Friz.„ Was verlangt er denn von mtr?" Die beiden Herren warfen sich einen Blick zu, als wenn sie sagen wollten:„ Entweder ist dieser Mann schrecklich ungebildet, oder er will sich über uns lustig machen." Zu seiner Ehre schienen sie das letztere anzunehmen, und Prizelwitz fuhr fort:„ Herrn Mallmiz steht als dem Beleidigten die Wahl der Waffe frei. Er hat sich für Pistolen entschieden, zehn Schritte Barriere Er htelt plößlich mit fetner Auseinandersetzung inne, denn Fritz unterbrach ihn durch ein lautes, ganz respektloses Gelächter, das eine Weile anhielt. Endlich beruhigte er sich wieder und sagte: ,, Ach so, meine Herren, jetzt verstehe ich sie erst! Herr Mallmis will sich mit mir schlagen, er schlägt mir ein richtiges Duell vor. Wie ehrenhaft für mich! Ste müssen mir aber schon erlauben, für diese große Ehre zu danken. Ich treffe zwar mit meiner BrowningPistole auf dreißig Schritt die Löcher in einem SchwetEs sei daher angesichts der angekommenen Truppens verstärkungen notwendig, die Offensive endlich zu beginnen und ins Innere vorzurüden. Anderer Ansicht ist der nationalistische Professor Sighele, der, vom Kriegsschauplatz zurückgekehrt, einem Ausfrager der„ Tribuna" erklärte, daß für die Eroberung von Tripolitanien lange Zeit nötig sein werde. Für den Augenblick müsse man sich mit der Besetzung ber Dase von Tripolis begnügen und den Vormarsch ins Innere auf eine spätere Zeit des Feldzuges aufschieben. Dieser Meinung pflichtet wohl auch die itaItenische Regierung bei, denn sonst würde sie nicht verfündigen lassen. daß nicht nur eine Division, sondern ein ganzes drittes Armeekorps nach Tripolis abgehen werde. Aufschub der türkischen Friedensmission. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, hat die türkische Friedensmission, die die Regierungen aller Großmächte wegen einer Anbahnung der Friedensverhandlungen jetzt besuchen sollte, einen Aufschub erfahren. Auch der Zeitpunkt, wann die Mission ihre diplomatische Reife antreten wird, ist offen gelassen worden. Die Grinde für das Unterlassen der Gesandtschaft sind nicht bekannt gegeben worden. Man kann aber annehmen, daß es aus dem Grunde erfolgte, weil die Türfen angesichts ihrer Erfolge den Krieg weiter zu führen gedenken. Aus dieser Tatsache fann man auch den Schluß ziehen, daß die Meldungen von den Waffenerfolgen der Türkei richtig sind. Vom Kriegsschauplak meldet heute der Draht: Tripolis, 21. November. Die Lage auf dem Kriegsschauplake ist unverändert. Tatsächlich belästtgen arabische Blänkler den ganzen linken Flügel der taliener von der Meeresrüste bis zum Wüstenrand. Viertägige Regengüiffe haben die trockenen Flußbette des Hinterlandes angefüllt. Gestern strömte das Wasser in mehreren starken Bächen bis ins Zentrum der Stadt. Draußen stehen alle Schüßengräben unter Wasser und besonders bet Bumiliana sind alle Verschanzungen fortgeschwemmt. Auch etwa 20 Maultiere wurden vom Waffer fortgeriffen. Die Geschüße eines Panzerfreuzers senkten sich in dem lehmigen Untergrund. Die ganze Oase bildet eine grundlose Lehmschicht. Der Regen dauert fort. Katastrophe in einem Kalischabt. In einem Kaltschacht bet Nordhausen hat sich heute vormittag eine folgenschwere Katastrophe ereignet. Eine Kolonne Arbeiter wurde durch niedergehendes Gestein verschüttet, wobei elf Personen getötet und eine schwer verletzt wurden. Ein Telegramm meldet uns darüber: Nordhaufen, 21. November. Auf einem im Abbruch befindlichen Schacht des fiskalischen Saltwertes Klein- Bodungen hat sich heute ein schmeres Unglück ereignet. Eine Drittelmannschaft in Stärke von fecb= zehn Mann wurde infolge eines zu frith Iosachenden Sprengschuffes durch Gesteinsmaffen verschüttet. EIF Mann wurden getötet und ein Mann schwer verletzt. Vier konnten unverletzt geborgen werden. Drabtnachrichten und neuestes. Familientragödie. Berlin, 21. November. Der 56 Jahre alte Tagelöhner Schoepf in der Rüdersdorferstraße erschoß hente früh seine Ehefrau während sie schlief und dann sich felbst. Die Frau war vor mehreren Jahren wegen Verfolgungswahn in einer Frrenanstalt untergebracht gewesen und nach einiger Zeit als geheilt entlassen morden. Als sie jest abermals in eine Frrenanstalt überführt werden sollte, zog der Ehemann den gemeinsamer Tod der Trennung vor. Gine türkische Stadt durch Tener zerstört. Konstantinopel, 21. November. Gestern hat eine Feuersbrunft die fleine Stadt Siman fast vollstän= dta zerstört. Auch die Regierungsgebäude sind vernichtet worden. Der Finanzminister sandte 1000 fund zur Unterstützung für die notleidende Bevölkerung. Die Massenerkrankungen in der franzöfifchen Marine. Toulon, 21. November. Die Zahl der an Bord, der Kriegsschiffe ertrantten Mannschaften beträgt tett 130. Es heißt, die Erfrankungen seien auf den Genuß schlechten Wassers zurückzuführen. Mexiko vor einer neuen Revolution. Neuvort, 21. November. Nach einem Telegramm aus Meriko sind an der Nordgrenze 25 000 Mann mobil gemacht worden. In China ermordete Europäer. Befing, 21. November. Schwedische Missionare ,. die aus Tientsin hier angekommen sind, berichten, daß in Sinanfu die Schulvorsteherin Fräulein Beckmann und flink Kinder von Ausländern ermordet worden feten, ebenso ein in chinesischen Postdiensten stehender Deutscher. zerkäse. Wissen Sie, ich habe das jenseits des großer Teichs so nebenbei zu meinem Vergnügen gelernt, denn es gibt da in manchen Städten recht verteufelte Gegenden, wo einem solche Fertigkeit ganz nüßlich sein kann, aber trotzdem habe ich kein Verlangen danach, mir vielleicht durch eine Kugel des Herrn Mallmit das Lebenslicht ausblasen zu lassen. Nein, dazu gefällt mir's noch viel zu gut auf dieser schönen Gottesmelt. Und bedenken Sie: Ich stehe kurz vor meiner Hochzeit!" Die Herren waren offenbar sehr peinlich berührt durch diese sonderbare, unerwartete Aufnahme, die sie mit ihrer so überaus wichtigen Mission gefunden hat= ten, und wußten nicht recht, was sie dazu sagen sollten. Auf ein solches unfaires Verhalten waren sie nicht im mindesten gefaßt gewesen. Sie hatten sich das so schön gedacht, in feierlicher, durchaus korrekter Wetse thren bedeutenden Auftrag erledigen zu können, als würdige Vertreter einer höheren Jdee ihrer Gesellschaftstreife und nun benahm sich dieser Mann, gelinde gesagt, so inforrekt! Unglaublich! Ste sahen betreten zur Erde. Affeffor Müller fand zuerst die Sprache wieder und fragte, nachdem er sich hörbar geräuspert hatte:„ Ste wollen uns also kurz und bündig zu verstehen geben, Herr von Marleben, daß Ste die Forderung des Herrn Assessors Mallmit nicht annehmen?" Sehr richtig, meine Herren. Ueber solche- wie soll ich sagen?- Kindlichkeiten bin ich doch hinaus. Ich bin jetzt ein Mann von siebenundzwanzig Jahren, vor zehn Jahren wäre ich vielleicht darauf eingegangen, vor flinf Jahren hätte ich mich vielleicht in eine Borerei eingelassen, aber das alles Itegt weit hinter mtr. Sehen Ste, meine Herren, wenn nun der eine von uns tot oder zum Krüppel geschossen wird oder wenn thm von dem anderen die Knochen zerschlagen werden, was ist damit bewiesen? Höchstens, daß der andere besser schießen kann oder daß er der Stärkere von uns beiden ift. ( Fortsetzung folgt.) Achtung! Sicherste dauernd.Anlage für Privatiers, Rentner etc. etc. Frauen von Gießen 6-7% rentierend. Auf vielseitige schriftliche und mündliche Mitteilungen titl. Damen, denen es Herzenswunsch ist, die berühmte Gebnerin Lola Bernhard in ihren vorzüglichen, einzigartigen Damen- Vorträgen noch einmal zu hören, wird zu Kenntnis gebracht, daß Lola Bernhard am Dienstag, den 28. Nov. 1911, abends 8 Uhr in Gießen, Etabl. 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