ir mit SCHUTZ MARKE extrakt MAGLA Wed Paris bus trakt itz der Welt mädchen arbeit berrla t. Lohn monat Ueberall xen. Adermann, i Borz a. Mh. aße 6. liche bin ch Wiröbaden haftl. Hausha 30-35 gniß- Abschriften A. K. 100 dieses Blatted Hige Heilung en bestehenden durch Ihre be Rino- Tee, Rineberichten. Ich nn ich behaupte, ma kelne bessere ann, als Riner Versicherung Destens dankend, C. St. wird mit Erfolg Flechten und andt und ist Sund Mk, 2.25 vorrätig; aber alpackung wellSchubert& Co., -Dresden. se man zurück -Derkauf on pen, Knochen. 8, Blei, Zinl in, Betten, Wel nd Silberfad it'quitäten. erger, Gießen stockung skret ausserch Vergleiche, handlung oder schaffung. i, Liebigstr. 58 M.. Tel Amt Il Besuche sind melden.[ 21/12 sein Haus ein Geschäft ode Objekt hier ode rb. u. B. 8112 & Vogler A. G. Furt a. M. Ittelt reell Fra Wiesbaden hstrasse 551. äckergesell mir eintreten eit. I, Bäckermeister unfels. Anfang 30 fu ach möbl. rubige amer fre und pünktli ion diefer Belt Off. u... 187 milie! erg nekamp dem, So der Firma: ALBRECH und Königs Wilbela Gam Niederrhei 846 Bitterlikör aillen! g- Boonekamp Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oiecteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 Pig. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Erscheint Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 201. Telephon: Nr. 362. Has Stadt und Land. Gießen, den 23. September 1911 * Für die hess. Landtagswahlen fönnen nur diejenigen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, die in der Wählerliste stehen. Deshalb ist rechtzeitiges Nachsehen sehr wichtig. In einer Vertrauensmänner- Versammlung des Wahlkreises Büdingen, die in Stockheim stattfand, wurde einstimmig der seitherige Abgeordnete Bähr Herrnhaag wieder als Kandidat aufgestellt. Schwurgericht. Die Sitzungen für das im aus 3. Vierteljahr beginnen am kommenden Montag und dauern bis Samstag. Es wird über folgende Fälle verhandelt: Montag gegen Friedrich Döll, Gerichts= schreibergehilfe aus Friedberg wegen Verbrechen Amt; Dienstag gegen Johann Höhn, Knecht Ober- Hilbersheim wegen Notzucht; Mittwoch gegen J. Muth, Kutscher aus Hitzkirchen wegen Raub; Donnerstag und Freitag gegen Wilhelm Er be aus Frankfurt a. M., Heinrich Wolf und Katharine Wolf aus Nieder- Mörlen wegen Raubmord 2c. und Samstag gegen August Leichner, Zuchthausrechner aus Rockenberg wegen Vergehen im Amt. nv Die Hess. Missionskonferenz für Heiden mission gedenkt ihre diesjährige Jahresversam m- I ung am Montag, 30. Oktober, vorm. ½ 11 Uhr beginnend, in Frankfurt a. M.,( Baseler Hof) abzuhalten. Missionsinspektor Lic. Frohemeyer- Basel wird über den Ertrag der Missionsarbeit in Indien sprechen. Mittags 3 Uhr werden Pfarrer Weber- Langgöns und Lehrer Gengnagel- Nieder- Ramstadt über„ Missionskunde und Religionsunterricht" referieren. * Am 5. Dezember 1913 wird das erste kurheſſi sche Infanterie- Regiments Nr. 81 sein 100 jährig. Jubiläum feiern, zu dem schon jetzt die Vorberei tungen getroffen werden. Der Staatseisenbahnverein zu GieBen veranstaltet am 7. Oktober im Stadt- Theater eine Vorstellung von„ Glaube und Heimat". * Anlagenmusik. Vorm. 11 Uhr in der Süd- Anlage. Programm: 1.„ Er weicht der Sonne nicht", Marsch von E. Kaiser. 2. Duverture zur Oper „ Die Amazone" von W. Fr. v. Blon. 3.„ Wer kann dafür?" Walzer a. d. Optte.„ Die Polnische Wirtschaft" von J. Gilbert. 4. Armeemarsch Nr. 9 Herzog von Braunschweig. ( 3irkus Mark.) Seit Donnerstag gastiert in unserer Stadt der Zirkus Mark, der auf dem Oswaldsgarten Aufstellung genommen hat. Es ist in diesem Jahre der 4. Zirkus, der nach einem auf dem genannten Platze aufgestellten Zelte die Bewohner zum Besuche einladet. Und wer dieser Einladung Folge leistet, den wird das verhältnismäßig niedrige Eintrittsgeld nicht gereuen. Denn was hier geboten wird, ist erstklassig und übertrifft an Darbietung die bereits dagewesenen Zirkusse. Vor der Vorstellung begrüßt Anwesenden eine Zirkuskapelle mit verschiedenen Weisen, die auch etwas Kunstsinn zeigen. Diese gefällige Musik artet während der Vorstellungen auch nicht zur Radaumusik aus, was sonst der Fall anderer Wanderzirkusse ist. Und die Vorführungen selbst können sich mit denen der Zirkusse Berlins Schumann und Busch messen. Besonderen Beifall lösten die Einzel- und Massenfreiheits dressuren des Herrn Georgie aus. Solimann von Herrn Georgie in der hohen Schule geritten, war eine Glanznummer des gebotenen Programms. Auch Clown Dassie zeigte mit seiner Hundemeute sehr gute Leistungen, die auch der Komik nicht entbehrten. Des weiteren sahen wir ihn aber auch als einen braven Jokeireiter. Mit Ruhe kann den Damen am Seil zugesichert werden, das Lob einzig dastehender Leistungen entgegen nehmen zu dürfen. Wollte weiterhin das Programm einzeln beurteilen, dann kämen immer nur Anerkennungsworte in Betracht. Deshalb sei am Schlusse gesagt: Alles in allem: Der Zirfus Mark, der im allgemeinen auch über ein gut geschultes Pferdematerial verfügt, zeigt seinen Besuchern ein vorzügliches Programm. man * Gießen, 21. Sept. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten Versammlung wurde dem Gießener Konzertverein, der seit Jahren an einem Defizit leidet, ein einmaliger Zuschuß von 500 Mt. gewährt. Zu der dabei gestreiften Frage der Errichtung eines Konzerthauses oder Saal baues erklärte Oberbürgermeister Mecum, die Stadt werde ein solches Projekt auf jede Art fördern, aber der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amtfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 23. September 1911. | keinesfalls die Initiative ergreifen. Wegen der Errichtung eines Lupusheims schwebten seit län= gerer Zeit Verhandlungen zwischen dem Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen und der Stadt GieBen, die jetzt zu einem günstigen Abschluß geführt worden. Danach stellt die Stadt in der Nähe der noch zu errichtenden Hautklinik( deren Direktor lei, ender Arzt des Lupusheims werden soll) ein Gelände von 3500 Quadratmetern umsonst, einschließlich der Straßenkostenbeiträge. Das Geld für den Bau und die Einrichtung des Heims gibt die Landesversicherungsanstalt zu 3½ Prozent Zinsen, und der Heilstättenverein bezahlt an die Stadt 6% Proz. dieses Kapitals als Miete einschließlich Wassergeld und Beleuchtung. Das Heim soll 24 Betten erhalten und der geringste Pflegesatz 4.50 Mark betragen. Die Versammlung ist mit diesem Abkommen einverstanden. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, ein Ersuchen an die Großherzogl. Regierung zu richten, sie möge im Bundesrat auf Aufhebung der Futtermittelzölle und auf Wiedereinführung des Identitätsnachweises bei der Getreideausfuhr hinwirken. Von weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Lebensmittelteuerung soll zunächst Abstand genommen werden. -b- Gießen. Am letzten Mittwoch tagte hier im Konfirmandensaale der Johanneskirche die diesjährige Synode des Dekanats Gießen. Die Eröffnungsan sprache hielt Pfarrer Barth von Großen- Buseck. Er mahnte zum kirchlichen Frieden und sprach sich auch über den Fall Jatho aus. Den Hauptvortrag hielt Pfarrer Köhler von Steinbach über Volkserziehung und Volkserholung. Bei seiner Betrachtung der Volkserziehung schaltete er absichtlich die Schule aus, da dies ein Stapitel für sich sei. Er redete besonders davon, was die Mitglieder der Synode für rechte Volkserziehung und Volkserholung tun können, indem er auf die grundlegende Wichtigkeit des christlichen Glaubenslebens und auf die seither an vielen Orten und auf allerlei Weise bewährten Mittel hinwies, mit denen die Kirche, die innere Mission, die Gemeinde- und Staatsbehörden das Schlechte einzudämmen und edle Erholung zu fördern bemüht gewesen sind. In der Aussprache hob ein Redner hervor, daß neben dem Mangel an Religiosität der Alkohol der schlimmste Feind des Volkswohles sei, da er in Deutschland über die Hälfte aller Verbrechen und fast die Hälfte der Geisteskrankheiten und der Fallsucht verursache. Nur durch das Vorbild der Nüchternheit könnten die höheren und niederen Stände unseres Volfes aus diesem Elend herausgehoben werden, wenn man den Wahn vertilge, daß ohne Alkohol keine Geselligkeit und keine Freude möglich sei. Zum Schluß nahm die Synode den Antrag des Pfarrers Bernbed Wieseck einstimmig an, das Kreisamt, bezw. den Kreisausschuß zu ersuchen, daß den jungen Leuten unter 17 Jahren der Besuch des Wirtshauses ohne Begleitung Erwachsener verboten werde, wie es in drei deren Kreisen Hessens, z. B. im Kreis Worms, schehen ist. von an= ge= *) Heuchelheim. Die Offenlegung des Grundbuchs und der Parzellenkarten der Gemarkung Heichelheim bezüglich Flur 16 bis 21 ist vom Amtsgericht GieBen erfolgt. Die Beteiligten sind befugt, das Grundbuch während der Zeit der Offenlegung im Amtszimmer der Bürgermeisterei einzusehen. Allen denjenigen, die sich bei den Angaben des Grundbuchs rücksichtlich; des Besitzstandes und der Größenangaben für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von sechs Monaten ihre Anstände geltend zu machen. * Friedberg. An unserem neuen Bahnhof, der im Jahre 1913 dem Verkehr übergeben werden soll, wird eifrig gearbeitet. Hauptsächlich wird soeben Güterbahnhof und an der Unterführung zwischen Personen- und Güterbahnhof gearbeitet. * am Laubach. Mit Beginn der Herbstferien tritt die langjährige verdiente Lehrerin unserer höheren Töchterschule, Fräulein Fink, in den Ruhestand. * Alsfeld. Die diesjährige Oberh. ProvinzialGeflügelausstellung, die dem Kreisgeflügelzuchtverein Alsfeld übertragen ist, findet am 18. und 19. November im Saale des„ Deutschen Kaiser" statt. * Kirchhain. Für den Ausfall der Kartoffelernte in hiesiger Gegend ist folgendes gute Ernteergebnis bezeichnend: ein Landwirt erzielte auf einem 9 Ar großen Acker 40 Zentner Kartoffeln, gute gesunde Knollen, von denen einzelne Exemplare das respektable Gewicht von ein und dreiviertel Pfund aufweisen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pig. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50$ 18. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkelt. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Gelnhausen. Der frühere Landrat unseres Kreises, Philipp von Baumbach, ist in Breslau einer schweren Krankheit erlegen. Darmstadt, 22. Sep. Kommerzienrat W. Langenbach ist in der letzten Nacht an den Fol gen eines Schlaganfalles gestorben. Köln, 22. Sep. Wie man hört, will die n a- tionalliberale Partei für die Düsseldorfer Stich wahl, zwischen Zentrum und Sozialdemokratie Wahl. enthaltung proflamieren, um keinen Präzedenzfall für die allgemeinen Reichstagswahlen zu schaffen. * Mainz. Jn Biebrich starb Generalleutnant 3. D. Robert v. Wurmb im Alter von 76 Jahren. Rüsselsheim. Die von der Firma Opel ausgesetzte Belohnung von 2000 Mt. für Ermittelung des Brandstifters hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Ein junger Bursche aus einem hiesigen Eisgeschäft machte die Anzeige, daß ein früherer Kollege von ihm als mutmaßlicher Brandstifter in Betracht komme. Dieser war, wie feststeht, bis vor kurzem in der Fräserei der Opelwerke beschäftigt, entzweite sich jedoch mit seinem Meister und verließ am Tage des Brandes seinen Dienst. Obwohl er nach Saarbrüden fuhr, also angeblich nicht in Rüsselsheim anwesend war, schrieb er doch an einen Freund sehr eingehend über den Brand, so daß er nur als Augenzeuge in Betracht kommen kann. Nach dem jungen Manne wird jetzt gefahndet.- Gestern abend ist das Bootshaus der Rudergesellschaft „ Undine" vollständig niedergebrannt. Die Entstehungsursache ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 3000 Mark. Bingen, 23. Sept. Ein seltenes Jubiläum begeht heute Karl Gräff 1. 30 Jahre bekleidet er das Amt des ersten Schützenmeisters der Binger Schützengeſellſchaft; 50 Jahre sind vergangen, seit der Jubilar Jäger ist und 60 Jahre schaut er zurück als Geburtstagskind auf ein reiches Leben voller Erfolge. * Vom Hunsrüd. Das neu entdeckte Kohlenlager bei Argenschwang scheint aussichtsvoll zu sein. Dieser Tage wurde ein Waggon Kohlen nach Berlin verfrachtet, um dort untersucht zu werden. * Vetzberg. Bei der Anlage der Wasserleitung werden fortgesetzt interessante Altertumsfunde gemacht. Es handelt sich dabei meist um Bruchstücke aus früheren Kriegen und der Vetzburger Ritterzeit. Sämtliche metallenen Gegenstände sind mit starkem Edelrost über= zogen, während die Haushaltungsgegenstände vielfach nur Bruchstücke aufweisen. Lehrer Echternach hat sämtliche Gegenstände in seinem Schulsaal aufgestapelt. * Kinzenbach. Bei der am Donnerstag stattgefundenen Gemeinderatswahl wurden gewählt aus der dritten Klasse Gastwirt Heinrich Peusch, aus der zweiten Klasse Schmiedemeister Ferber; die Wähler der ersten Klasse traten geschlossen mit 9 Stimmen für den Vorsteher ein, welcher bereits 12 Jahre an der Spitze der Gemeinde steht. Geschäftliches. Vorsicht. Um sichere Gewähr dafür zu haben, daß man beim Einkauf der Düngemittel für die Herbstbestellung tatsächlich nur vollwertige Ware erhält, achte man besonders beim Thomasmehl auf die bekannten Schutzmarken und den Firmenaufdruck auf den Säcken ( vergleiche die Inserate in unserem Blatt) und auch darauf, daß stets ein bestimmter Phosphorsäuregehalt garantiert wird. Din yourfoun Hausfrau nimmt Golfuninmes Marly Poffun. Das Gehalt macht' 6! Unsere finanzielle position. Gegen böswillige Ausstreuungen des Auslandes. Gegenüber den in lezter Beit vom Auslande verbreiteten Nachrichten über die finanziellen Verhältnisse und den Stand der Banten in Deutschland tann nach einer offiziösen Erklärung der„ Noród. Allgem. 8tg. nicht scharf genug betont werden, daß sie durchweg der Begründung entbehren und zumeist auf ein bireftes Uebelwollen gegen Deutschland zurückzu führen find. Sie begannen mit der Beurteilung der scharfen Rüdgänge an einer der lezten Börsenwochen, obgleich bereits vorher in Paris, ferner in London, Neugort und Brüffel sich gleichartige Schwierigtetten im Börsenverkehr gezeigt hatten. Am Berliner Blaze sind die damaligen Kursverluste überwiegend bereits wieder eingeholt worden; ebenso sind die gleichzeitig auftreten ben Gerüchte von umfangreichen Angstabhebungen bei den Sparkassen nicht ernst zu nehmen und schießen weit über das Biel hinaus; denn tatsächlich find fie rein( q. taler Natur und ohne die geringste Bedeutung. Die Abhebungen insgesamt bei den in Betracht kommenden pter Sparkassen beziffern sich auf einige Mil( tonen Mart gegenüber einem Einlagebestand von ca. 16 Milliarden Wart bet den Sparkassen überhautp. Die finanzielle Lage Deutschlands hat thre 28tderstandskraft in der letzten Bett zur Genüge u. a. darin erwiesen, daß die hierher gegebenen ausländischen Guthaben, die anfangs des Jahres auf fast 800 Millionen geschätzt wurden, bis auf einen geringen Bestand zurud gezahlt worden sind, ohne daß der htefige Gelomartt irgendwelche Erschütterungen erlitten hätte. Im übrigen hat es fich babet wiederum im Gegensatze zu den hierüber verbreiteten Meldungen, ket neswegs um Kündigungen des Auslandes, sondern leDiglich um ohnehin fällige Verbindlichkeiten gehandelt. Die Diskonterhöhung der Reichsbant war allseitig erwartet worden und tritt fast alljährlich um diese Beit ein, weil gerade der Septembertermin nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in allen anderen Ländern tr den Geldmarkt eine schwere, oft sogar die schwerste Beit im Jahre bedeutet. mache. Es ist dies das erstemal, daß in Paris sowohl Deutschlands Rechte in Marotto als auch die auf Kompensationen offen anerkannt werden, und schon daraus vermag mor den Stimmungsumschlag zu erkennen, der dort Plaz gegriffen hat. Die Kompenfationen. Baris, 22. September. In den Kreisen der Berufspolitiker zeigt sich jetzt eine gewisse Neigung, einzelne Mitglieder des kabinetts, besonders den Premierminister Caillaur dafür verantwortlich zu machen, daß Frankreich ein so überaus erhebliches Stid des Kongo opfere. Auch an dem Verhalten des Botschafters Cambon, welcher angeblich nicht standhaft genug gewesen fet, wird kritik geübt. Die belgische Nationalbank war mit ihrer HeraufJetzung der Bankrate schon vorangegangen. Die deutsche Reichsbant folgte und ihr werden in allerfürzester Zeit alle anderen europäischen Zentralnotenbanken sich anIchließen. Es ist damit zu rechnen, daß der diesmalige Quartalsauswets sich für uns etwas schwieriger ge taltet als sonst, weil die fremden Gelderfehlen, ba jedes Land mit sich zu tun hat. Aber Besorgnisse außergewöhnlicher Art brauchen wir nicht zu hegen. Es muß um so mehr mit aller Entschiedenheit gegen Nachrichten Front gemacht werden, die den Stempel dér Beunruhigung und der B 68 will tgtett nur zu deutlich an der Stirn tragen und nur dazu bestimmt sind, gegen unfere finanzielle und wirtschaftliche Lage im Ausland Stimmung zu machen. Stimmungswechsel in Paris. Freundliche Ausblicke auf der ganzen Linie. Cambon bei seinem englischen Kollegen. Berlin, 22. September. Der französische Botschafter Cambon stattete gestern in den Abendstunden dem englischen Botschafter einen Besuch ab und hatte etne längere Unterredung mit ihm. Es ist sehr wahrfcheinlich, daß Cambon seinem englischen Kollegen Mittellung von dem glücklichen Abschluß des auf Marotto bezüglichen Teiles der Verhandlungen gemacht hat. Rundschau oom Cage. Politisches Dem diensttuenden Generaladjutanten des Kaisers, Generalobersten( mit dem Range als GeneralfeldmarSchall) von Plessen, der am Donnerstag sein 50fähriges Militärjubiläum feiert, sind vom Kaiser die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden verliehen worden. Staatssekretär von Lindequist soll sich nach den Mittellungen einer Berliner Korrespondenz mit Rücktrittsgedanken tragen, und zwar wegen nicht genügender Berücksichtigung des Reichskolonialamis bei den Marottoverhandlungen. Hierzu wurde auf Anfrage im Reichskolonialamt mitgeteilt, daß dort von Ritdtrittsabsichten des gegenwärtig in Urlaub wellenden Staatssekretärs zurzeit nichts bekannt set. Der Wiederbeginn des Reichstages. Wie halbamtItch mitgeteilt wird, beabsichtigt der Präsident des Reichstages Graf Schwertn- Löwiß die nächste Plenarfizzung des Reichstages auf Dienstag, 17. Oftober an= zuberaumen. Das bedeutet eine fletne Sinauschiebung des ursprünglich in Ausficht genommenen Termins. Graf Schwerin- Löwiß wird sich, wie das in solchen Fällen immer geschieht, vorher mit dem lettenden Staatsmann ins Einvernehmen gesetzt haben. Bielleicht ist es sogar Herr von Bethmann Hollweg selbst gewesen. von dem der Wunsch nach einem fpäteren Zusammentritt des Reichstages ausgeht, und es Itegt nahe, diesen Wunsch mit der Marokkofrage in Zufammenhang zu bringen. Zum ersten Male sett Wiederaufnahme der Berltner Verhandlungen tritt in Paris ein wirklich offenheralger und überzeugter Optimismus zutage, der nicht den Anschein erweckt, als fet er nur fonventionell oder zur Beruhigung der Finanzen bestimmt. Es wird nitit, mit nur geringen Abweichungen im Detail, folgendes Bild vom Stand der Maroffo= Unterhandlungen entworfen: Alle wesentlichen Punkte, die Maroffo betreffen, find geregelt, namentlich auch die Frage der wirtschaftlichen Beteiligung deutschen Kaptfals bel französischen Unternehmungen, ein Punkt, der noch vor wenigen Tagen heiß umstritten war, nun aber durch das Entgegenkommer Deutschlands aus der Welt neschafft ist. Die Pariser Blätter beglückwünschen sich zu diesem Ergebnis, geben aber nicht näher darauf ein, weil dies ja der Vergangenheit angehöre. Es wird nur wiederholt, ein Maroffo mtt besonderen deutschen Vor= rechten sei fein französisches Maroffo. Nur zwei Punkte find, wie allfeitig zugegeben wird, zurzeit noch in der Schwebe: die Frage der Konsular Gerichts= barkett und die der maroffanischen Sch it is befoh= Ienen. Es wird hier ausdrücklich betont, daß Frankretch auch in diesen beiden Grundfragen unter feinen Umständen nachgeben könne, noch werde. Ein franzö fisches Protektorat set undenkbar, wenn Deutschland das Recht habe, Marokkaner zu Schutzbefohlenen zu machen und sie somit der französischen Gewalt zu entziehen. Deutschland aber, so wird bereitwillig hinzugefügt, habe sowohl ein Recht auf Rompensationen, da es nicht, wie England, Spanien und Italten, anderwetttg abgefunden worden fet, und es set auch im Recht, zu fordern, daß die anderen Signatarmächte ebenfalls der Abschaffung der Konsulargerichtsbarkeit und der Besetflgung der Schutzbefohlenen zustimmen. Dies werde aber von den anderen Mächten unschwer zu erlangen fein, zumar menn Deutschland bei den betreffenden Ver handlingen feinen Einfluß in diesem Sinne geltend 1) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. laden wurde, ist dort zum Preußischen Kommerzienrat ernannt worden. Abnormitäten des Jahres 1911. In den Rheinlanden sieht man völlig entlaubte Kirschbäume, die zum zweitenmal reife, ausgewachsene Früchte tragen und von neuem schöne, vollentwickelte Blüten angesetzt haben. Neue Arbeiterbewegung in der Metallindustrie. 10 000 fret und christlich organisierte Metallarbetter in Bielefeld find in eine Lohnbewegung eingetreten, sie fordern Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit. Der 15. Januar als Wahltag vorgesehen? Nach den Informationen der„ Germania" soll der mit dem 17. Oftober beginnende letzte Sessionsabschnitt des Reichstags etwa bis zum 10. Oktober dauern. Alsdann soll der Reichstag formell aufgelöst und Neuwahlen angeordnet werden, für die der 15. Januar nächsten Jahres als Wahltag vorgesehen set. Das Luftschiff„ Schwaben", das ursprünglich gestern die Rückfahrt von Düsseldorf nach Baden antreten wollte, wird seine Abfahrt wegen der unsicheren Witterung erst Sonnabend oder Sonntag vornehmen. Im September erfroren. Zum Beweise, wie die Temperatur in Nordtirol heruntergegangen ist, wird mitgeteilt, daß dieser Tage ein Webermeister er froren aufgefunden wurde. Die Stichwahl in Düsseldorf. Die Reichstagsstichwahl im Wahlfrets Düsseldorf zwischen Haberland ( Soz.) und Dr. Friedrichs( 3tr.) findet, am Freitag den 29. September statt. Die Sozialdemokraten haben gegen die Gültigkeit der auf Dr. Breitscheid lautenden Stimmzettel Einspruch erhoben, weil daraus die Jdentität des Kandidaten nicht zweifellos hervorgehe. Tatsächlich enthielt der Stimmzettel keinerlei Angabe über den Wohnort Breitscheids. Wenn der Einspruch Erfolg hat, ist der sozialistische Kandidat Haberland im ersten Wahlgange gewählt. In dem großen Zimmer, dessen dichtverhängte Fenster nach dem Vorgarten der Villa gingen, hörte man nur ab und zu die Seufzer des im Bett Itegenden alten kranken Herrn. Jede der dret außerdem noch anwesenden Personen bemühte sich, die Stille des Krankenzim mers so menig wie möglich zu stören, und es herrschte fene gedämpfte Stimmung, in der einer den anderen schen anblickt, um ängstlich auf dessen Antlitz etwas unaussprechliches zu lesen, voll Furcht, daß jeden Augenblick das Tritbe, Schreckliche und doch Unabwendbare eintreten könne. Wissenschaft, Runst und Litteratur. Spreng ganglia Ausgety fich geb nicht m Atgerma Ein ner Pr nachdem im dor Seine lendes aus St Novemb rend de Oberfet fidenten feine th ftrafe v in Sach Der der Te Werte peln en Teile 36 fördert, fam es Augen, er bei feiner 1 aus, da nen We Bei In Wi ligung begängr einen ger. De Tausen ringer fende V Bolizeia Schwadr Die Verjam wegen München chener darfs vo betracht chluß in angerufe Erregun Bon verstand berichtet Awet fie zu Tode feuer. S brachten wurde. fen, das hinzufan fange ve Tafd den engl ftods fte fich aber zum Bei Kein Bernähen der Wunden mehr. Einige bedeu tende Schulen von Chirurgen haben stetig daraufhin gearbeitet, das schwierige Bernähen von Operations und anderen Wunden durch ein einfacheres, ebenso wirffames und noch zweckmäßigeres Mittel zu erseßen. Jeder, der einmal genäht" worden ist, erinnert sich wahr scheinlich mit Grausen an die Qualen, die ihm die Ent fernung der Operationsnähte verursachte. Man bedient fich immer mehr statt der Nähte, die übrigens selbstverständlich mit einem ganz besonderen Material von be timmten Eigenschaften der Haltbarkeit und Geschmetdigkeit ausgeführt werden müssen, der Metallflammern. Man nennt diese fleinen Instrumente gewöhnlich Agraffen. In vielen Kliniken haben sie bisher freilich noch gar feinen Eingang gefunden. Sie werden aber namentlich von dem berühmten Wiener Chirurgen v. Eifelsberg ausgiebig benutzt. Viele Vorzüge werden diefem Verfahren nachgerühmt, denen nur zwet Nachtelle entgegenstehen, die Gefahr einer geringeren Haltbartett und einer geringeren Biegsamkeit der Wundränder. Diese beiden Mängel mitßten freilich durchaus beseitigt werden, was jedoch nach der Erfahrung von Dr. Andrews, der diesem neuen Verfahren im Jour nal der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung" eine eingehende Besprechung widmet, sehr wohl geschehen kann. Es handelt sich dabei übrigens nicht etwa um den Verschluß oberflächlicher Wunden, sondern auch um Operationswunden innerer Organe. Ueber die Nenbesekung des Vostens des russischen Ministerpräsidenten erfährt der Petersburger Korrespondent der„ Cöln. 3tg." aus diplomatischen Kreisen, daß es am wahrscheinlichsten set, daß einstweilen ein Interimistifum eintrete, bis der Kaiser aus dem Süden zuritagekehrt sei, und daß der Finanzminister sokow= zem einstweilen den Bosten verwalte. Wie verlautet, soll der Bar den Wunsch geäußert haben, daß der Prozeß des Mörders Bagrow öffentlich unter Gewährung eines Verteidigers für den Angeklagten verhandelt werden soll. Wahrscheinlich wird die Regierung dem Wunsche des Zaren Folge leisten. Der Prozeß tommt in Petersburg zur Verhandlung. Frau Regierungsrat von Marleben, die junge Frau des Kranken, stand am Kopfende des Bettes und betrachtete mit auffallender Ruhe in den schönen Zügen den ganz zusammengefunkenen, weißhaarigen Gatten; die hochgewachsene Krankenpflegerin, eine Diakonissin, machte sich im Hintergrunde an den auf dem Tisch ste henden Flaschen au schaffen, und Friz, der Sohn, saß mit vorgebeugtem Körper auf einem Sessel, hatte den Kopf in die Hände gelegt und starrte mit ditsteren Blicken auf den Teppich. „ Er bleibt lange", sagte er endlich. Die schwülle Stille schten ihm offenbar peinlich zu sein. " Das finde ich nicht", versetzte die junge Frau.„ Vor einer Stunde ist er benachrichtigt worden, und da kann er gewiß nicht so schnell abkommen." " Vom wem sprecht Ihr?" fragte der Kranke stöhnend.„ Ach so, von dem Justizrat! Wenn er nur erst da wäre. Ich fühle mich so sehr schwach." Kleine Nachrichten. 4 Selbsthilfe gegen die Tenerung. Der Magistrat der Stadt Weiden in der Pfalz beschloß, angesichts der hohen Fleischpreise Schlachtungen in städtischer Regie in Ausficht zu nehmen und die Abhaltung eines städtischen Lebensmittelmarftes beschleunigt zu betreiben. Der Ge meinderat in Ulm hat die Wiedereinführung des städttschen Seefischmarktes beschlossen. " War's denn überhaupt nötig, Bapa?" fragte Frizz freundlich.„ Um ein Testament zu machen, dazu genügt boch jetzt ein einfaches Schriftstick mit eigenhändiger Karl Sagenbeck, der bekannte Hamburger Tierimporteur, der vom Kaiser auf sein Gut Cabinen eingeUnterschrift. Damit wäre die Sache erledigt gewesen, auch ohne den Justizrat." Aus den Gerichtssälen. Das Zeugnis und die Kündigung. Nach einer Ent scheidung des Kaufmannsgerichts Leipzig ist es nicht geschäftsüblich, in einem Zeugnisse zu bemerken, daß der Angestellte ohne Einhaltung der gesetzlichen Kündi gungsfrist entlassen worden ist. Die Dauer des Engagementsverhältnisses bedeutet nicht die tatsächliche Dauer desselben, sondern die rechtliche Dauer. Wenn ein Antgestellter zu Unrecht vorzeitig entlassen wurde, so ist das Zeugnis bis zit dem Tage auszustellen, an dem die gesetzliche Kündigungsfrist abgelaufen wäre. " Nein, nein," versetzte der Kranke erregt.„ Besser tst besser. Ich bin noch vom alten Schlage, und es muß alles seine richtige Ordnung haben. Nicht wahr, Berta?" Er warf ihr einen zärtlichen Blick zu, den sie etwas gezwungen erwiderte. Ganz, wie Du es haben willst, Iteber Mann. Obwohl Du weißt, daß ich der Meinung bin, auch Friz mitßte- 4 Unter der Anklage des Kindesmordes stand eine Verkäuferin aus Mühlhein am Rhein vor dem Schwur gericht. Das junge Mädchen hatte am 14. Juni in selner Dachwohnung einem Kinde das Leben gegeben. Es fiel nach der Geburt in Ohnmacht. Als es wieder erwachte, erdrosselte es mit einem Tuch das neuegeborene Kind. Die Geschworenen traten der Auffassung des Verteidigers bei, daß die Angeklagte in einem Bu stande gestörter Geistestätigkeit gehandelt habe und sprachen ste frei. ,, Nein, nein", warf der junge Mann rasch dazwłschen. Ich verzichte von vornherein. Hab's ja nicht nöHg, während Ste, Frau Mutter, den Betrag sehr wohl brauchen können. Im übrigen, Iteber Papa, ist es ja nach meiner Ansicht bloß eine Form. Denn Du wirst bald wieder hergestellt sein und Dich noch eine ganze Belt Deines Lebens freuen." Der Kranke schüttelte energisch den Kopf.„ Daran ist gar nicht zu denken. Ich fühle, es geht mit mir au Ende. Und ich ziehe das auch einem Leben vor, wie ich es in der letzten Bett gehabt habe. Diese Schmerzen möchte ich nicht mehr länger ertragen. Der Arzt ist doch auch bestellt?" Vermischtes. Folgenschwerer Schiffszusammenstoß. Der britische Kreuzer Hawfe" stieß mit dem neuen englischen Riesendampfer Olympic", der gestern früh von Southamp ton nach Neuport abgegangen war, vor Osborne bet der Insel Wright zusammen." Olympic", die 3000 Menschen an Bord hatte, wurde stark beschädigt und nahm eine große Menge Wasser auf, wurde aber durch die wasserdichten Schotten gerettet. Beide Schiffe fubren in derselben Richtung. Der Kreuzer streifte die Steuerbordseite der Olympic" und riß thr dabei oberhalb und unterhalb der Wasserlinie ein großes Loch. Der Bug des Kreuzers ist start beschädigt. Die„ Olym pic" fährt lanasam nach Southampton zurück. Frau Berta sah auf die Diakoniffin.„ Fräulein Magdalene hat es besorgt, und Doktor Waldow will heute abend noch einmal kommen." " Ja, er muß mir eine Morphtumeinspritzung machen, damit ich einige Linderung habe." Es klingelte draußen und die Diakonissin ging hinaus, um gleich darauf einen jovial aussehenden Herrn in den sechziger Jahren einzulassen. " Justizrat Heinrot ist da", wandte sich Fraut Berta ait ihrem Mann, und der Gemeldete trat teilnahmsvoll an das Bett. Maßnahmen gegen die Waffernot im weftlichen Industriegebiet. Bei der anhaltenden Trockenheit hat sich die Wassernot im rheinisch- westfälischen Industriegebiet zu einem so empfindlichen Notstand herausgebildet, daß die Regierung sich veranlaßt gesehen hat, außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen. Zu diesem Zwecke hat in Essen eine von der Düsseldorfer Regierung einbe rufene Konferenz der Regierungs- und Kommunalbehörden stattgefunden. Es wurde beschlossen, die jeßigen Ansprüche auf Wasserabgaben aus der im westfälischen Teil des Ruhrlaufes gelegenen gewaltigen Talsperre auf das notwendigste zu beschränken. Ferner soll das „ Dank, daß Du gekommen bist, lieber Freund", sagte der Regierungsrat. Ich ich möchte gern erst einige Worte mit Dir allein fprechen." Die anderen Anwesenden zogen sich auf diesen Wunsch sofort zurück, und die beiden alten Herren waren allein. „ Du weißt, daß meine Krankheit unbeilbar ist und daß meine baldige Auflösung bevorsteht", begann der Regierungsrat ruhig und gefaßt. Und auf eine abwehrende Bewegung des Justizrats fuhr er mit Bestimmtheit fort:„ Nein, nein, gib Dir nur feine Mühe, mir etwas vorzureden! Wir alten Jugendfreunde wollen uns doch gegenseitig nichts vormachen. Also, um gleich aut dem springenden Punkt zu kommen: Meine Frau wird fa eine gute Bension haben, aber ich möchte sie doch auch sonst sicher stellen, soviel in meinen Kräften steht. Diese Villa und mein sonstiges Vermögen soll ihr ganz allein gehören." „ Alles?" „ Ja, alles. Mein Sohn hat sich in Amerifa ein Vermögen erworben und braucht nichts von mir. Ste aber ist von Hause aus arm und recht unerfahren im Leben- und ich liebe sie so sehr-" - " Wird aber Dein Sohn unter allen Umständen einverstanden damit sein?" „ Ich habe schon mit ihm darüber gesprochen. Ja, er ist einverstanden. Er gönnt ihr alles, obwohl er ge rade sonst nicht gut auf sie au sprechen ist." „ Er war ja wohl mit Deiner Wiederverhetratung vor vier Jahren nicht einverstanden?" " Du lieber Himmel, so ist es immer, wenn ein alter Mann noch einmal Frühlingsgefühle in sich erwachen fühlt. So wurde auch ich von ihm und von manchem meiner Freunde scheel angesehen, als ich als Zweiundsechzigjähriger das vierundzwanzigjährige, blühende Mädchen hetratete." „ Und Du verlorst Deinen Sohn dadurch", warf der Justizrat mit einem Anflug von Bitterkeit etn. marsches den Klä monika Ben zog Ausständ nahmen leuten S eine gan Familier stand, fal threr efte ment, abe men. 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Die Waffernot in der fast ausgetrockneten mittleren und unteren Ruhr hat es mit fich gebracht, daß die Gemeinden und Industriewerte nicht mehr in der Lage sind, die Wasserversorgung etatgermaßen aufrecht zu erhalten. Ein Strafgefangener als Millionenerbe. Der Bon ner Privatgelehrte Dr. Grosser erschoß sich in Mainz, nachdem seine vor einigen Tagen verstorbene Gattin im dortigen Krematorium verbrannt worden war. Seine Villa bet Mehlem und sein nach Millionen zäh lendes Vermögen erbt sein Bruder Oswald Grosfér aus Stegliz, der, wie erinnerlich sein wird, am 16. November 1908 vor dem Reichsgericht in Leipzig wäh rend der Verhandlung gegen ihn, den Gerichtsschreiber Obersekretär Rudolf Straßburg erschoß und den Präsidenten Männer verwundete. Der Erbe verbüßt jetzt feine ihm wegen des Attentats audiftierte FreiheitsStrafe von zehn Jahren in der Strafanstalt Hoheneck in Sachsen. Der Schaß im Kehrichthaufen. Der Hauptgewinn der leztgezogenen Posener Ausstellungslotterie im Werte von 60 000 Mart ist auf eine Rollette in Op= peln entfallen. Das Los wurde jüngst, in mehrere Teile zerrissen, aus einem Kehrichthaufen zutage gefördert, aus dem es Kinder hervorgesucht hatten. So tam es dem ursprünglichen Besitzer wieder vor die Augen, und da die Nummer noch leferlich war, fragte er bei dem Sollefteur an, ob es noch gültig fet. Bu feiner nicht geringen Ueberraschung stellte es sich heraus, daß das schon in den Kehricht geworfene Los et nen Wert von 60 000 Mart repräsentierte. Beilegung des Opfers des„ blutigen Sonntags". In Wien erfolgte am Donnerstag unter starter BetetItgung der sozialdemokratischen Verbände das Leichenbegängnis des bei den Krawallen am Sonntag durch einen Bajonettstich getöteten Eisendrehers Prößenberger. Der Trauerzug bewegte sich durch ein Spalier von Tausenden von Menschen vom Hospital nach dem Ottatringer Friedhof. Gegen Ausschreitungen waren umfassende Vorkehrungen getroffen. Außer einem großen Polizeiaufgebot waren mehrere Kompanien und Schwadronen im Bezirk Ottakring zusammengezogen. Die Milchsperre über München verhängt. Eine Versammlung von Milchbauern in Holzkirchen beschloß, wegen Preisdifferenzen mit den Milchhändlern, über München die Milchsperre zu verhängen. Die Holzfirchener Milchbauern liefern neun Zehntel des Milchbedarfs von München. Das Ministerium wurde in Anbetracht der außerordentlichen Gefahren, die dieser Beschluß in sich birgt, zur Schaffung von Abwehrmitteln angerufen. In München hat dieser Beschluß eine große Erregung machgerufen. Von Spielgefährten verbrannt. In kindlichem Unverstand und aus Lust am Quälen haben, wie aus Halle berichtet wird, in Niederdodeleben( Provinz Sachsen) Bwet siebenjährige Knaben ein fünfjähriges Mädchen zu Tode gemartert. Ste spielten an einem Kartoffelfeuer. Im Scherz packten sie das kleine Mädchen und brachten es so nahe an die Glut, daß die Haut versengt wurde. Das wiederholten sie so oft, bis das kleine We= sen, das jämmerlich schrie, still wurde. Als Erwachsene hinzukamen, war die Haut am Körper in solchem Umfange verbrannt, daß die kleine alsbald verschted. Taschengeld auf Staatskosten verlangen die streifenden englischen Schulfungen. Der Gebrauch des Rohrstocks steht außer Frage für London. Anders verhält fich aber die Sache in der Provinz. In Southampton zum Beispiel bot sich der ergötzliche Anblick eines Aufmarsches von nahezu hundert Schuljungen, die unter den Klängen etnes Dudelsacks, einer Anzahl Mundharmonika und einer mächtigen Trommel durch die Stra= Ben zogen. Plöblich verstummte aber die Musik der Ausständigen. Unter dem Ruf: Die Blauen kommen" nahmen die Jungen vor zwet herannabenden Schutzleuten Reißaus. Der Ausstand hat in vielen Städten eine ganz gegenteilige Wirkung ausgelöst. In vielen Familien, wo der Rohrstock bisher nicht in Gebrauch stand, saben sich die Eltern genötigt, um die Gefährdung ihrer elterlichen Macht hintanzuhalten, zu diesem stummen, aber eindrucksvollen Hilfsmittel Zuflucht zu neh= men. Interessant ist die Tatsache, daß an verschiedenen Orten die gentale Forderung der jugendlichen Ausstän= bigen, auf Staatskosten Taschengeld zu erhalten, ernstItch besprochen wurde. Beim Fürsten Eulenburg. Die Meldung, daß das gerichtliche Verfahren gegen ben Fürsten Eulenburg im Laufe dieses Jahres voraussichtlich wieder aufgenommen werden dürfte, lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit erneut auf Schloß Liebenberg in der Mart, wo Fürst Eulenburg seit der Katastrophe durch den bekannten Meineidsprozeß seine Tage der unfreiwilligen Muße in stiller Burück gezogenheit verlebt. Von einem Mitarbeiter, der dem Schlosse titrzlich einen Besuch abstattete, erhält das B. T." über das Leben und Treiben um Schloß Liebenberg folgende Schilderung. ,, Glaube das nicht, Iteber Freund! Fritz ist mir zugetan geblieben wie immer. Aber er ist ein offener, fast zit offener Charakter, und so gestand er mir bald nach der still gefeierten Hochzeit, daß er befürchte, er könne seine junge, schöne Mutter nicht mit den Augen eines Sohnes ansehen-" „ Aber Du sagtest doch eben selbst, daß er nicht gerade gut auf sie zu sprechen set?" „ Jetzt allerdings! Damals war das ganz anders." Der Justizrat Iteß einen pfeifenden Ton hören. ,, Ah so! Er floh damals gewissermaßen vor sich selber nach Amerika?" ,, So schlimm war's nun gerade nicht. Er legte mir alles klar dar und ging im Auftrage einer Großfirma hinüber. Er ist einer von den seltenen und glücklichen Menschen, die ihr Herz völlig in threr Gewalt haben. Verstandeserwägungen und Geschäftsaussichten gingen hier noch dazu parallel, und sein rasch ausgeführter Entschluß ist ja auch zum Guten ausgeschlagen. Er hat sich selbständig gemacht und steht bereits inbezug auf seine Einnahmen zehnmal besser da, als ich, der ich im Dienste des Staates ergraut btn." Nicht bloß ergraut, dachte der Justizrat, als er seine Blicke über das Gesicht des vor ihm Liegenden schweifen Iteß. Diese eingefallenen, ganz gretsenhaften Züge, dte erloschenen, tief Itegenden Augen, die unheimlich spizz hervorragende Nase tündeten an, daß der Tod hier bereits seinen Stempel aufgedrückt hatte. Und doch hatte dieser Mann immer äußerst solide gelebt, fich wenig von den sogenannten Freuden des Lebens gewährt, die sich für kurze Wonnen durch lange Beschwerden rächen. Es ist ja Dein Geheimnts, philosophierte der Justizrat flir sich. Der eine stürmt durchs Leben dahin, und felbft schlimme Ausschweifungen können ihm gar nichts anbaben; der andere lebt mäßig wie ein Einsiedler und tst boch bald mit seinen Kräften am Ende Die Der Herrschaftliche Teil des im bunten Herbst schmuck prangenden Liebenberger Parkes, in dem First Philipp v. Eulenburg in feinem Schloffe wohnt, tft nenerdings wieder für jedermann fest verschlossen wor den. Nur der äußere Teil wird Mittwochs und Som tags für einige Stunden für das Publikum offen gehalten. Eine außerordentlich große Anzahl von glattrafierten Lafeien, angetan mit furzem, schwarzem Jackett und weißer Binde, patroulliert tagsüber im Bart umher und mustert jeden genau, der dort seinen Spaziergang macht. Alle unbekannten Personen werden für Kriminalbeamten oder- Journalisten gehalten. Seitdem bekannt geworden, daß eine neue Verhandlung gegen den Fürsten anberaumt werden soll, rechnet man mit einer neuen Verhaftung und infolgedessen ist auch der Besuch des Liebenberger Parkes wieder stärker geworden. Im Gasthaus zum Hirsch, dem einzigen Erfrischungsort in Liebenberg, wo die verschiedenartigsten Besucher Rajt machen, herrscht wieder regeres Leben, ähnlich dem Leben und Treiben von damals, als die erste Berhaftung des Fürsten bevorstand. Zwischen dem schmucken Gasthaus und dem Herrschaftsparke hat ſett einiger Bett eir Karussell Aufstellung genommen und namentlich des Abends, wo die vielen Landarbeiter und Arbetterinnen des Fürsten dort zusammenkommen, geht es recht fidel her. Sonntag vor dret Wochen war im Hirsch Erntefest; alle Arbeiter hatten vom Sonnabend mittag ab bis zum Montag früh Urlaub erhalten. Sonntag nachmittag war der Haupttrubel. Inmitten fetner Arbeiter feierte der First Erntefest. Die Frauen und Mädchen erhielten Kaffee und riesige Portionen Kuchen, und die Männer Bier und Schnaps. Vorträge wurden gehalten und polnische und russische Lieder gesungen, denn der Fürst beschäftigt über 200 Landarbeiter aus Rußland und Polen. Bis zum Morgengrauen wurde getanzt. Im Gasthof zum Hirsch erzählt man sich, daß der Fürst schon seit längerer Zeit wieder wohler ist, aber sett dem Besuche mehrerer Aerzte aus Berlin-es foll fich um eine gerichtliche Aerztefommission handeln, die den Fürsten fürzlich besucht hat wieder einige Stunden am Tage im Bett zubringt. In letzter Zeit unternahm der First vielfach Spaziergänge und Spazierfahrten durch seine weitausgedehnten Ländereten. Ueberall, wo der First, der, wie man sagt, einen gefunden Eindruck macht, sich feben läßt, wird er von seinen Angestellten und ausländischen Landarbeitern freudla begrüßt. In der näheren 11mgebung des Firsten glaubt man nicht, daß eine neue Verhandlung in furzer Zeit bevorsteht, meil eine gerichtliche Berfitouna vorfteae, die bestimme, daß bis zum Frühjahr nächsten Jahres feinerlet ge= richtliche Schritte gegen den beschuldigten Fürsten unternommen werden sollen. Spionage an Nord- und Gitsee. Die lockenden Reize unserer schönen Nordküste las= sen die Engländer nicht zur Ruhe kommen. Noch sind verschiedene vor dem Reichsgericht schwebende Spionagefälle nicht zur Aburteilung gelangt, und schon hat es den Anschein, als sollte unser höchste Gerichtshof neue Arbeit bekommen. Wie wir schon meldeten, sind in Emden wieder zwei englische Offiziere wegen Spionageverdachts verhaftet worden. Die Namen der Offiziere sind nach den Eintragungen im Fremdenbuche des Hotels Weißes Haus", wo sie wohnten, G. S. Stephard aus London und A. E. Attwood, ebenfalls aus London, 31 bezw 25 Jahre alt. Ob dies ihre richtigen Namen sind, muß dahingestellt bleiben. Die Flucht der Jacht, mit der die beiden Engländer gekommen waren, wurde der Kaiserlichen Marinestation in Wilhelmshaven sofort telegraphisch mitgeteilt, und diese sandten einige Torpedoboote zur Bewachung der Jacht nach den Emsmündungen ab. Die beiden verhafteten Spłone machten sich in augenfälliger Weise in der Nähe der deutschen Seeschleuse zu schaffen, wo sie photographierten. Ihr Treiben fiel einem Gastwirt am Außenhafen auf, der die Polizei benachrichtigte und die VerHaftung damit herbeiführte. Die Verhafteten gaben bet der Vernehmung zu, englische Offiziere zu sein, leugneten aber tebe böse Absicht. Da die photographischen Blatten harmlos zu sein schienen, wurden die Offiziere entlassen. Nachdem aber festgestellt worden war, daß sie auch auf Borfum, Norderney usw. gesehen worden sind, tst thre Wiederverhaftung erfolgt. Die beiden Verhaf teten befinden sich zurzeit im Amtsgerichtsgefängnis in Emden. Ein Spionagefall in Swinemünde? Mittwoch abend verbreitete sich in Swinemünde das Gerücht, ein deutscher Offtzter set wegen Hochverrats verhaftet worden. In der Tat wurde der Leutnant Buffe vom pommerschen Plonterbataillon Nr. 2, der nach Swinemünde beurlaubt war, in den Abendstunden in seinem Hotel durch ein militärisches Wachtkommando verhaftet. Die Festnahme erfolgte angeblich wegen einer internen Angelegenheit. Die Ver mutung, es handle sich um eine Spionageaffäre, wird an amtlicher Stelle bestritten. Man erzählt sich, daß Busse viel mit einem Ausländer verkehrt habe. dumpfe Stimme seines Freundes riß ihn aus seinen seltsamen Betrachtungen. " Du siehst mich so teilnehmend an", sagte Regterungsrat Marleben.„ Haft recht! Beetlen wir uns also! Dort im Geldschrank wirst Du alles finden. Ich habe dte Banknoten und Geldrollen heute vormittag durch Fritz von der Bank Holen lassen, nachdem alle Baptere verkauft worden sind. Meine Frau soll alles in bar haben, damit sie ganz frete Verfügung hat und damit anfangen fann, was sie will. Willst Du so gut sein und die Aufnahme machen?" „ Sofort! Aber wir können doch wohl beide nicht so ganz allein ich habe draußen meinen Bürovorsteher-" - ,, Bitte, laß ihn nur hereinrufen! Und nachdem wir nun miteinander geplaudert haben und Du hinreichend unterrichtet bist, können ja auch die übrigen hereinkommen, auch die Diakonissin. Ich habe keine Geheimnisse." Der Wunsch des Kranken wurde erfüllt, und nach den ächzend gemachten Angaben schrieb der Bürovorsteher rasch das einfache Testament nieder. Dann trat der Justizrat mit dem Schriftstück auf einer Schreibunterlage an das Bett und hielt es so hin, daß Marleben so bequem wie möglich mit der Feder seinen Namen daruntersezen konnte. Aber der Federhalter flog in seiner zitternden Hand hin und her, sobald er das Papter damit berührte. Er sah den Justizrat kläglich an. ,, Es geht nicht", fammerte er.„ Mein Schreibtrampf tst in den letzten Jahren so entfeßlich geworden, daß ich faum einen ordentlichen Federstrich machen kann. Ich werde das ganze Schreiben durch Kleckse verderben." ,, Aber bitte, lteber Freund," tröstete thn der Justizrat.„ Es ist gar nicht so schlimm, wie Du denkst. Ohne Deine Unterschrift wäre ja die ganze Sache wertlos. Gib Dir nur etwas Mühe! Du mußt Vertrauen zu Dir haben, dann wirst Du schon die vaar Buchstaben fertig Drabtnachrichten und neuestes. Eine ganze Familie beim Mittagessen verunglückt. Bufarest, 22. September. Nach einer Meldung aus Bordein- Verde saß dort eine aus 7 Personen be stehende Familie eben beim Mittagessen, als der Fuß boden einstürzte und alle fieben Personen in den Keller fielen. Vier wurden als Leichen aus den Trimmern hervorgezogen. Der Zustand der drei anderen ist hoffnungslos. Berhaftung eines franzöfifchen Eisenbahnattentäters. Varis, 22. September. Der Kassierer der sozialistisch- revolutionären Arbeiterbörse in Brest, Gour melon, wurde auf frischer Tat ertappt, als er eine Te legraphenstange ertleitert und die Drähte zerschnitten hatte. Er wurde verhaftet. Seine Festnahme ruft unter ben Arbeitern in Brest große Erregnug hervor. Der Zug der Cholera. Budapest, 22. September. Aus den Gegenden längs der Donau werden zahlreiche Erkrankungen an Cholera gemeldet. Konstantinopel, 22. September. In Damaskus erfranften gestern abermals sechs Personen an der Cho Iera, fünf von diesen Fällen sind födlich verlaufen. In Meffa wurden innerhalb drei Tagen 231 Falle fontstatiert, davon 196 mit tödlichem Ausgang. In Tris polis( Syrien) ist die Cholera ausgebrochen; zahlreiche Familien flüchten aus der Stadt. Bagrow bittet um sein Leben. Kiew, 22. September. Die Untersuchung gegen den Attentäter Bagrow ist abgeschlossen. Das Seriegsgericht tritt heute zusammen. Wie verlautet, hat Ba grow brieflich aus dem Sterker den Behörden sensa= fionelle Enthüllungen versprochen, wenn ihm das Leben geschenkt wird. Handel und Verkehr. Die Maßnahmen der Regierung, durch Frachter mäßigung die Futternot zu heben, waren einer Abwärtsbewegung der Getreidepreise förderlich. Gleich zeitig war der Export wesentlich fleiner geworden. Im Weizengeschäft waren vielleicht auch schon die recht guten Ernteaussichten Argentiniens und Australiens von Einfluß. Wenn auch Rußlands Ausfuhrleistungen sehr er heblich gegen die Vorjahre zurückstehen sollten, so glaubt man bei der ausreichenden Versorgung Frankreichs durch die eigene Ernte und den verminderten Bedarf Italiens, daß am Weltmarkt faum eine Steigerung der Weizenpreise anzunehmen ist. Für Roggen wirfte der Umstand nachteilig, daß man jetzt die Aussichten der Kartoffelernte, nachdem in einigen Gegenden ausgiebi ger Regen gefallen ist, weniger pessimistisch auffaßt. Hafer ist durch Angebot des Inlands und Ermäßigung der russischen Forderungen sowie durch die Frachtermäßigung für Mais und Gerste entschieden verslaut. Am lezten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Dezember wie folgt: Weizen 210,25 L Noggen 186,75 M, Safer 183,75 M, Mais 167,00 M. Pretse des städtischen Schlachtvie= Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 76-81., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71 618 76 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 60-70 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausge= wachsene höchsten Schlachtwertes 72 bis 77 M, b) vollfleischige jüngere 68 bis 75 M.c) mäßig genährte fitt gere und gut genährte ältere 60-70 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M. b) vollfletschige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtmertes, bis zu 7 Jahren - bis M, c) ältere ausgemästete und wenig gut ent= wickelte jüngere Kühe und Färsen 65 bis 68 M, d) mäßig genährte ühez und Färfen 58 bis 62., e) ge= ring genährte Kühe und Färsen bis 53 M, f) gering genährtes Jungvich( reffer) 54-60 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Maft 103 bis 136 M, b) feinste Mastfälber 92 bis 102, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 83 bis 92 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 79 bis 84. e) geringere Saugfälber 62 bts 73 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und fingere MastHammel 70 bis 80., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Chafe 60 bis 68 Mark, c) mäßig genährte Sammel und Schafe 14-64 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Rentner Lebendgewicht 63 M., b) vollfleischige Schweine 240 618 300 Pfund 61-62 M. c) noffetfchine 200 bis 240 fund 59 bis 62 M. d) vollfleischiae Schmeine 160 bis 200 Pfund 55-60 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Bfund 52 bis 55 M, f) Cauen 54 613 56 M. Die Betriebseinnahmen der Breukisch- Selflichen Staatseisenbahnen betrugen im August 1911 gegenüber dem August des Vorfahres im Berfonenverfehr 1,3 Millionen Mart gleich 1.95 Brozent, im Güterverfehr 9,9 Millionen Marf aleich 8,29 Prozent mehr, insgesamt nach Abzug der Mindereinnahme aus den sonstigen Quellen 10,7 Millionen Marf oleich 5.51 Brozent mehr. bekommen. Ich werde gar nicht hinsehen, keiner der Anwesenden darf hinblicken, wenn Du schreibst." Alle wandten sich ab, und nach einiger Bett fagte Marleben:„ Ster mein Rieber! Die Unterschrift ist wirkItch besser geworden, als ich's für möglich hielt." Stehst Du," lächelte der Justizrat,„ daß noch hinreichende Willenstraft in Dir steckt! Nach dieser Tat hoffe ich auch in gesundheitlicher Beziehung von Dir noch das Allerbeste. Nur Mut." „ Die Sache wird schon schief gehen," ergänzte Marleben mit grimmigem Galgenhumor. In demselben Augenblick aber stöhnte er laut auf und frümmte sich förmlich auf seinem Schmerzenslager. Die Anwesenden schwiegen erschrocken. Sie wußten, daß es einem, der Schmerzen hat, nur lästig ist, wenn man dabei auf ihn etnredet, ohne ihm Linderung bringen zu können. Als der Anfall etwas nachgelassen hatte, seufzte der Kranke:„ Diese Schmerzen in der Hüfte und im Bein sind kaum zu ertragen. Wollte Gott, es wäre bald mit mir vorüber! Und dabei weiß der Arzt nicht einmal genau, was es eigentlich ist. Bald spricht er von Jschias, bald von Neuralgie. Nun hat er mich monatelang mit Elektrifieren gequält, und es hat so gut wie gar feinen Erfolg gehabt. Jedenfalls muß er mir heute noch auf irgend eine Weise Linderung verschaffen. Er ist bestellt?" wandte er sich an seine Frau. ,, Wie ich Dir schon sagte," versetzte sie.„ Er hat versprochen, um acht Uhr hier zu sein." „ Diese Morphiumeinspritzungen sind das einzige, was mir noch über die Stunden des Leidens hinweghilft." ( Fortsetzung folgt.) Vergebung. Ankauf- Verkauf bon Für die Großhl. Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen soll die Lieferung von: Alteisen, Lumpen, Knochen, 400 8tr. ausgelesener Speisefartoffeln 10 Tafeläpfeln Weißtraut 10 " 1 " 3 " gelbe Rüben Meerrettich 2 " 100 St. Noticaut 100 St. Wirsing Kupfer, Meffing, Blei, Zink, Zinu, zc. Möbeln, Betten, Weißeug, Gold und Silberfachen Münzen und Antiquitäten. Rheinisches" Technikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbau. Brückenbau. Chauffeurkerse Restaurant Windhof. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbräu, hell 310 Ltr. 10 Pfg, dunkel 3/10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. Garten Herrliche Turmaussicht. 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Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte u. hl. Abendmahl für die Matthäus u. Marfusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Am Sonntag, den 1. Oktober nimmt die Kinder= kirche für die Matthäusgemeinde wieder ihren Anfang. Die Vorbereitung dazu findet Freitag, den 29. Sept., nachm. 3 Uhr im Matthäussaal statt. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lu fasgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. findet Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Nächstkünftigen Sonntag, den 1. Oftober, Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfar rer jeder Gemeinde erbeten. An demselben Sonntag nimmt die Kinderkirche für die Lukasgemeinde wieder ihren Anjang. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 23. Septbr. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge legenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 24. Septbr. 16. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. H.- Verantwortlich: Albin Klein. olerte Abg audya Dien Gelte nid Ve Nr dem du ledigten der Ge nigfe Land reiche G fich nan fizes ha Wahlgef ler zur wohnen diefer diefer d oder ob meifterei das die unun weifen Großher tober, in Am selb desausfo ner des Postver Kandide durch G haben Bürgern baten a Reich nete Ba einigung als Kar wirte u stellten auf, de ist. Der stein heim if Stelle tag u. 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