hloffer 8. Bl. 1. ( 2: 1) elt werden kann. Street, London piel erleihen 66 elb- rote Stadt Gießen Tochter, Wilhe auer eine To Christian O rl Wilhelm. Grunewald ig eine Tochte Stahl ein Gob Amtsgericht in Königslutte mit Margar 1 Neuß, mit Sießen. nichreiner i. in Gießen. mit Marga fmann, Muf , beide in Fri ner in AltenGießen. Badmeister in G Frankfurt a 1 Gießen, mi Kreis Gießen Seiter in Wel Weigel in Gief r EisenbahnSchiffnie in Gif Jahre alt. 36 Jahre all 1 Jahre alt. r alt. Barmbrodt, 85. 48 Jahre all 8 Jahre alt. re alt. ant, 57 Jahre ten. Gießen, mn 25. Mai e. rche. Schian. stapelle offer. beide in Gießen Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pig. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Nedaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 120. - - Telephon: Nr. 362. Der Kaiser über den Frieden. Der Kaiser ist bei seinem Besuche in England fortgesetzt der Gegenstand lebhaftester Aufmerksamkeit des Publikums sowohl wie der Presse gewesen, die täglich nicht nur spaltenlange Artikel über den Aufenthalt des Kaisers in London brachte, sondern auch mehr oder minder zutreffende anekdotische Mitteilungen. Aus dieser Mischung von Dichtung und Wahrheit, verdienen Mitteilungen hervorgehoben zu werden, die die Wochen schrift„ Everybodys Weekly" macht, weil sie nicht uninteressante Aeußerungen wiedergibt, die der Kaiser über politische Fragen gemacht hat oder wenigstens ge= macht haben soll. Es handelt sich um Gespräche, die der Kaiser angeblich mit einem englischen Künstler der Name wird nicht genannt geführt haben soll. Ein Telegramm der„ N. Fr. Pr." teilt über diese Veröffentlichung u. a. mit: - An der Spitze der Veröffentlichung steht ein leidenschaftliches Friedensbekenntnis des Kaisers:„ Der dreißig jährige Krieg", sagte er,„ hat Deutschland auf dem Wege der Zivilisation um hundert Jahre zurückgeworfen. Jetzt sind wir mit Euch nahezu auf einem Niveau. Wo wären wir, wenn wir statt des dreißigjährigen Krieges 30 Jahre Frieder gehabt hätten? So lange ich im Rate Europas eine kontrollierende Stimme habe, soll 3 11 meinen Lebzeiten fein Schuß abgefeuert und kein Schwert gezogen werden." Der Kaiser sagte, daß Europa jetzt durch die internationalen Bande von Finanz und Handel so eng verbunden ist, daß in einem europäischen Krieg der Sieger mehr verlieren würde als er gewinnen könnte. Deutschland habe auf dem Gebiete der angewandten Kunst solthe Fortschritte gemacht, daß weder er, der Kaiser, noch sein Volk, die Position, die es friedlich, aber sicher durch die Charlottenburger technische Hochschule und ähnliche Institutionen gewinne, auf dem Schlachtfelde in Gefahr setzen würden. Andererseits verteidigte der Kaiser die militärischen Rüstungen. Deutschland als Kontinentalmacht könne sich nur dann seiner friedlichen Arbeit mit Sicherheit hingeben, wenn es auf allen Seiten von einer Hecke von Bajonetten umgeben sei. Ihr Engländer, die ihr das Meer als natürliches Bollwerk besitzt, könnt nicht die Gefühle einer kontinentalen Macht verstehen, welche diese veranlassen, sich aufs Schwert zu stützen." Der englische Künstler gewann aus den mehrtägigen Unterredungen mit dem Kaiser den Eindruck, daß des Kaisers größte Sympathie der arbeitenden Mittelklasse seines Landes gehört. Die grundbesitzende und militärische Aristokratie ist ein Mechanismus, den er zwar geerbt hat, aber nur zum allgemeinen Besten benützen will. Aber er glaubt nicht, daß die Massen sich selbst regieren können. Er ist ein Schüler von Thomas Carlyle, dessen Studie über Friedrich den Großen eines der größten Bildungselemente für den deutschen Kaiser gewesen ist. Er will durch seine Autorität den langsamen, gedankenlosen Teil der Menschheit rascher vorwärts treiben, und zwar in der Richtung, die er selbst bestimmt. Er hat den Ausdruck vom„ big stick"( großen Stock) von Theodore Roosevelt gebraucht. Es läßt sich, wie gesagt, nicht kontrollieren, ob und in wieweit diese Mitteilungen den Tatsachen entsprechen jedenfalls liegt das Gespräch schon längere Zeit zu rück, da es mit einem Künstler geführt sein soll, der nach den Angaben der englischen Zeitschrift„ bei der Ausschmückung der kaiserlichen Nacht tätig war". Die Stellung des Kaisers zu den darin angeschnittenen Fragen ist aber bekannt und deckt sich mit der aus obigen Darlegungen erkenntlichen. Die Mitteilungen des„ Everybody Weekly" bedeuten also keine„ Enthüllungen“, wohl aber eine starke Unterstreichung der Lebensanschauungen des Kaisers, die also sehr wohl zutreffend sein können. * Reichstagswahlvorbereitungen. Frankfurt a. M., 23. Mai. In der gestern stattgefundenen nationalliberalen Volks- Versammlung im Kaufmännischen Verein sprach man sich dahin aus, daß in den kommenden Reichstagswahlen unter allen Umständen die Front nach rechts, nicht nach links gerichtet werden müsse; das gebiete mit Naturnotwendigkeit die Forderung der gegenwärtigen politischen Lage. * Worms, 22. Mai. Gutsbesitzer Becker- Bartmannshagen wurde in einer Versammlung der Ver= I der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 23. Mai 1911. trauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei Worms einstimmig zum Reichstagskandidaten aufgestellt. Hus Stadt und Cand. Gießen, den 23. Mai. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Teiephon: Nr. 362. Jahrg 23. | herzlichen Begrüßungsansprache von Pfarrer WagnerBeuern sämtliche anwesende Vereine Proben ihres Einzelfönnens ablegien, womit sie den Beifall der Zuhörer fanden. Hier überbrachte auch Kirchenrat D. SchlosserGießen dem Jubelverein die Glückwünsche des Vor= standes des Evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen und des Prälaten D. Flöring- Darmstadt, beider Glückwunschschreiben verlesend, dann die des Gießener Ein starker Temperaturst ur 3 ist seit einigen Tagen eingetreten. Das Thermometer sant stel- Kirchengesangvereins, des ältesten im Dekanat. Im weilenweise in der Nacht unter Null. Hoffentlich hat dieser Witterungsumschlag in den Gärten keinen erheblichen Schaden angerichtet. * 3u Oberlehrern ernannt wurden die Lehramtsassessoren Aloys Appelmann an dem WolfgangErnst- Gymnasium zu Büdingen und Dr. P. Ehrhard an der höheren Bürgerschule zu Grünberg. * Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen beabsichtigt anfangs Juli eine Studienreise für hessische Landwirte nach Hannover und Oldenburg zu veranstalten. Die Reisezeit ist auf 6 Tage festgesetzt. Es sollen in Hanno ver hervorragende Ackerbau- und Saatzuchtwirtschaften, ferner kleinbäuerliche Wirtschaften mit Elektrizitätsbetrieb und Schweinezuchtbetrieb besichtigt werden. In Oldenburg soll den Moorkolonien ein kurzer Besuch abgestattet werden, ferner Betriebe mit Schweinezucht, Rindviehzucht und Pferdezucht angesehen werden. * Besteuerung der Eisenbahner in Hessen. Zum Einkommen in Hessen werden neuerdings bei der Veranlagung der Eisenbahnbeamten der verschiedenen Dienstgrade auch etwaige Reise- und Tagegelder gerechnet, wodurch sich die von den Beamten zu zahlende Einkommensteuer vielfach erheblich erhöht. Da die Eisenbahnverwaltung die Reisekosten nur Ersatz für bare Auslagen ansieht, steht die Ansicht des hessischen Steuerfiskus im Gegensatze zu der der Eisenbahnverwaltung. als * Neue Westerwaldbahnen. Die seit Jahren durch die Eisenbahndirektion Frankfurt eingeleitete wirtschaftliche Erschließung des Westerwaldes durch Nebenbahnen wird noch weiter fortgesetzt. Wie verlautet, hat der Eisenbahnminister soeben die Genehmigung zu Vorarbeiten für zwei neue Westerwaldstrekten erteilt. Die erste Linie zweigt bei Haiger von der Strecke Gießen- Betzdorf ab und führt über Breitscheid nach Gusternhain dabei Langenaubach berührend. Die zweite Linie zweigt von der Strecke Gießen- Koblenz bei Stockhausen a. d. L. ab und führt über eine Reihe von Ortschaften nach Beilstein. Für später ist dann eine Verbindung der beiden Endstationen der Bahnen durch eine dritte Strecke Beilstein- Driedorf- Gusternhain in Aussicht genommen, sodaß dann eine neue fast genau von Süden nach Norden führende Westerwaldbahn besteht, welche die beiden so verkehrsreichen Hauptstrecken GieBen- Betzdorf und Gießen- Koblenz verbindet. -m- Beuern, 21. Mai. Heute nachmittag feierte, vom herrlichsten Frühlingswetter begünstigt, unser Kirchengesangverein das Fest seines 25jährigen Bestehens, womit zugleich auch das erste Kirchengesangvereinsfest des Dekanats Gießen verbunden war. Das ganze Dorf prangte in stattlichem Schmuck, und als um 3 Uhr die Glocken zum Festgottesdienste riefen, konnte unsere schön geschmückte, geräumige Kirche die Festbesucher gar nicht alle fassen, und viele mußten wieder umkehren. Auch aus den umliegenden Gemeinden waren viele Festgäste herbeigekommen. Die gottesdienstliche Feier sollte das Lob Gottes aus den Werken der Schöpfung zum Ausdruck bringen, was auch in den gewählten Liedern, Schriftverlesung und Gebet einheitlich durchgeführt wurde. Die Chöre waren teils Einzelchöre der Vereine von Gießen und hier, teils Massenchöre der sämtlichen Vereine des Dekanats; anwesend waren die Vereine von Beuern, Annerod, Burkhardsfelden, Gießen, Großen- Linden, Klein- Linden, Langgöns, Leihgestern und Treis a. Lda. Die Massenchöre wurden dirigiert vom Musikdirektor Prof. Trautmann- Gießen und leisteten geradezu Meisterhaftes, ein Zeichen für die gute Schulung der einzelnen Vereine. Zum Vortrage kamen nach einem prachtvollen Orgelvorspiel aus Händels„ Messias", gespielt von Lehrer Görlach- Gießen, die Chöre„ Lobe den Herrn, o meine Seele",„ Geh' aus mein Herz und suche Freud'",„ Komm heil'ger Geist umhülle mich" u. mehr. Außerdem trug der Schülerchor von hier zwei reizend gesungene Lieder vor. Die packende Festpredigt hielt Pfarrer Schulte- Großen- Linden über Psalm 103, V. 1 und 2. Nach der gottesdienstlichen Feier fand eine gleichfalls gutbesuchte Nachversammlung in der Sommerladschen Gartenwirtschaft statt, bei welcher nach einer a. teren Verlauf des Festes verlas Pfarrer Wagner- Beuern das Glückwunschschreiben des Gründers des Vereins, des Pfarrers Vogel- Seeheim, der leider am Erscheinen perhindert war. Später überreichte er im Namen des hiesigen Vereins den beiden Vereinsmitgliedern, die dem Verein seit seiner Gründung angehören, Friedrich Arnold und Heinrich Schneider je ein Ehrendiplom und ein von Anfang an geleitet hat, ein gerahmtes Bild: dem verdienten Dirigenten, Lehrer Musch, der den Ver„ Der geigende Eremit" von Böcklin. Gegen 7½ Uhr fand die schöne Feier nach einigen Dankesworten des hieſigen Pfarrers ihr Ende. Möge das in allen seinen Teilen wohlgelungene Fest dazu beitragen, daß die schöne Sache der Kirchengesangvereine im Dekanat Gießen weitere Fortschritte mache, und bald keine Gemeinde ohne einen solchen Verein sein. - Friedberg, 22. Mai. Der zweite hess. Kolonnentag des Verbandes der hess. freiw. Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz fand hier am Sonntag statt. Sämtliche Hessische Kolonnen waren mit der stattlichen Zahl von zirka 1000 Mann mit Führern, Aerzten 2c. erschienen. Die Verhandlungen wurden von dem Vorsitzenden des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz, Exz. Korwan, durch eine Begrüßungsansprache eingeleitet, worauf der Inspektor Generalarzt Dr. Lindemann- Darmstadt einen interessanten Bericht über den gleichem Interesse wurden die Mitteilungen des KolonStand der hess. freiw. Sanitätskolonnen erstattete. Mit nenführers Oberleutnant Lotheisen- Darmstadt über das Versorgungs- und Versicherungswesen der Hess. Kolonne Alzen bestimmt worden. Nachmittags fand eine Uebung entgegengenommen. Als Ort der nächsten Tagung ist der Kolonne Friedberg unter Beteiligung der Kolonnen Butzbach, Gießen und Babenhausen statt, an die sich eine kritische Besprechung durch Generalarzt Dr. Lindemann anschloß. Es folgte dann ein Vorbeimarsch sämtlicher Kolonnen vor dem Vorsitzenden und abends vereinigte man sich noch zu einer kameradschaftlichen Unterhaltung im Saalbau. Friedberg, 22. Mai. Die Ehefrau Bornträger aus Schwalheim kam auf der Straße nach Friedberg mit der Frau des Weißbinders Wagner aus demselben Ort in Streit und schlug derart heftig auf die Frau Wagner ein, daß diese bald darauf in Wirtschaft, wohin sie sich geflüchtet hatte, tot zusammenbrach. Man vermutet, daß die Bornträger einen Stein zum Schlagen benutzte. Die Getötete war Mutter von 6 Kindern. einer *) Alsfeld, 22. Mai. Der bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigte Aktuar Karl Plock wurde in gleicher Eigenschaft nach Mainz versetzt. Marburg, 23. Mai. Der frühere vortragende Rat im Kultusministerium, Universitätskurator Wirkl. Geheimer Obermedizinalrat Prof. Dr. A. Schmidtmann, ist gestern im Alter von 60 Jahren an Herzschwäche gestorben. -r= Main 3, 22. Mai. Die Jahresversammlung des „ Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung" begann. Samstag abend mit einem Vortrag von Pfarrer Küster- Höchst über„ Volksbildung und Jugendpflege". Redner wandte sich u. a. gegen einseitige Körper- oder Geistesausbildung und betonte, daß die beste Jugendpflege auf kirchlich und politisch neutralem Boden gedeihe. Das große Ziel sei die Ausbildung der Persönlichkeit. Am Sonntag vormittag wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Im Mittelpunkt derselben stand die Aufnahme fonfessioneller Vereine. Ueber die Neuorganisation des Verbandstheaters durch völlige Uebernahme in eigene Regie des Verbandes sprachen Dr. Ernst Cahn und Direktor Hauser- Frankfurt. Die Tagung schloß mit einer Rheinfahrt. Literarisches. Kurhessische Gewerbepolitik von Dr. C. Brauns, Preis Mt. 3.-, Verlag von Duncker u. Humblot, Leipzig. Das vorliegende Werk ist besonders dadurch wertvoll, daß es fast ausschließlich auf archivalischen Studien beruht. Wer sich eingehend über die„ Kurhessische Gewerbepolitik" unterrichten will, dem wird das Buch ein zuverlässiger Führer sein. Deutscher Keichstag. Der Reichstag hat am Sonnabend den Rest des vierten Buches und dann gleich hinterher auch das fünfte Buch, das von den Beziehungen der Versicherungsträger zueinander und zu anderen Verpflichteten handelt, angenommen. Nach Paragraph 1243, der die Hinterbliebenenversicherung be trifft, erhält Witwenrente die dauernd invalide Witwe nach dem Tode ihres versicherten Mannes. Die Sozialdemokraten beantragten, die Witwenrente von der Voraussetzung der Invalidität unabhängig zu machen, die Volkspartei beschränkte diese Forderung auf die 65 Jahre alten Witwen. Der Abschnitt über das Heilverfahren und vorbeugende Krankenfürsorge veranlaßt Sozialdemokraten und Fretfinnige zu dem Antrage, die Genehmigungspflicht, die den Versicherungsanstalten vorgeschrieben ist, soweit sie Maßnahmen zur Verhütung vorzeitiger Invalidität treffen, zu streichen. Auch diese Anträge wurden abgelehnt. Zu Pa= ragraph 1341 lag ein Antrag auf namentliche Abstimmung vor. Der Haushaltsplan der Versicherungsangestellten un= terliegt der Kontrolle der Aufsichtsbehörde. Sie beanstandet hn, wenn er die Leistungen der Versicherungsanstalt zur Erfüllung der thr obliegenden gesetzlichen Verpflichtungen gefährdet. Die namentliche Abstimmung über den genann= ten Paragraphen findet, da die Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifelt wurde, am Montag statt. Ein Antrag der Volkspartei, die freiwillige Zusatzversicherung auch für den Anspruch auf Altersrente zuzulassen, wurde abgelehnt. Das fünfte Buch wurde darauf noch debattelos erledigt, worauf fich das Haus auf Montag vertagte. Es steht jetzt nur noch das letzte Buch mit den Vorschriften über das Verfahren aus, das man am Montag schnell zu erledigen hofft. Der Kaiser über den Frieden. Eine englische Zeitschrift hat soeben einige Aeußerungen, teils polttische, teils künstlerische Fragen betreffend, veröffentlicht, die der Kaiser zu einem Künstler getan haben soll, der an der Ausschmückung seiner Jacht beteiligt war. Wir geben das Interessanteste daraus nach einem Telegramm, das der„ Wiener N. Fr. Pr." zugeht, wieder: welcher sie überall begrüßt wurden und sind erfreut über die Herzlichkeit, welche ihrer Tochter bei ihrem ersten Besuch in England entgegengebracht worden ist. Das Kronprinzenpaar hat am Sonnabend abend Petersburg verlassen. Die Reise ging zunächst nach Kalisch, wo der Kronprinz die Parade über das 14. Kleinrussische Dragonerregiment, das seinen Namen trägt, abnehmen wird. Zum Bahnhof begleiteten sie der Kaiser, die Kaiserin Alexandra, die Großfürstinnen, der Hofminister und die höchsten Hofchargen. Nach herzlichem, verwandtschaftlichen Abschied bestieg das kronprinzliche Paar den Wagen des Sonderzuges. Besuch des englischen Kronprinzen in Potsdam? Londoner Zeitungen fündigen an, daß Kaiser Wilhelm den jungen Prinzen von Wales eingeladen habe, nach Potsdam zu kommen. Es sind bisher noch keine weiteren Einzelheiten mit bezug auf diesen Besuch getroffen worden; aber es heißt, daß er bereits in nächster Zeit stattfinden werde. Der Prinz ist erst 17 Jahre alt und hat bisher noch keinem ausländischen Hof einen Besuch gemacht, da er sich vielmehr ausschließlich seinem Studium widmete. Von den Zeitungen wird daher auf die Bedeutung der Tatsache, daß der erste Besuch des britischen Thronfolgers dem Hause Hohenzollern gelten werde, mit besonderem Nachdruck hingewiesen. An der Spitze der Veröffentlichung steht ein leidenschaftItches Friedensbekenntnis des Kaisers:„ Der Dreißigjährige Krieg", sagte er, hat Deutschland auf dem Wege der Ziviltsation um hundert Jahre zurückgeworfen. Jetzt sind wir mit euch nahezu auf einem Niveau. Wo wären wir, wenn wir statt des Dreißigjährigen Krieges dreißig Jahre Frieden gehabt hätten? Solange ich im Rate Europas eine kontrollierende Stimme habe, soll zu meinen Leb= zetten kein Schuß abgefeuert und kein Schwert gezogen werden." Der Kaiser sagte weiter bei der Entwicklung seiner Friedensabsichten, daß Europa jetzt durch die internationalen Bande von Finanz und Handel so eng verbunden ist, daß in einem europäischen Krieg der Steger mehr verlieren würde, als er gewinnen könnte. Deutschland habe auf dem Gebiete der angewandten Kunst und Wissenschaft solche Fortschritte gemacht, daß weder er, der Kaiser, noch sein Volk die Stellung, die es friedlich, aber sicher durch die Charlottenburger technische Hochschule und ähnliche Einrichtungen gewinne, auf dem Schlachtfelde in Gefahr setzen würden. Andererseits verteidigte der Kaiser die militärischen Rüstungen. Deutschland als Kontinentalmacht könne sich nur dann seiner friedlichen Arbeit mit Sicherheit hingeben, wenn es auf allen Seiten von einer Hecke von Bajonetten umgeben sei. Ihr Engländer, die thr das Meer als natürliches Bollwerf besitzt, könnt nicht die Gefühle einer kontinentalen Macht verstehen, welche diese veranlassent, sich aufs Schwert zu stützen." Der englische Künstler gewann aus den mehrtägigen Unterredungen mit dem Kaiser den Eindruck, daß des Katfers größte Sympathie der arbeitenden Mittelklasse seines Landes gehört. Die grundbesitzende und militärische Aristokratie ist ein Mechanismus, den er zwar geerbt hat, aber nur zum allgemeinen Besten benüßen will. Aber er glaubt nicht, daß die Massen sich selbst regieren können. Er ist ein Schüler von Thomas Carlyle, dessen Studie über Friedrich den Großen ihm etnes der größten Bildungselemente gewesen ist. Er will durch seine Autorität den gedankenlosen Teil der Menschen rascher vorwärts treiben, und zwar in der Richtung, die er selbst bestimmt. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Entwurf eines Herbstdiätengesetzes für die Mitglieder des Reichstages wird dem Reichstage in der nächsten Woche zugehen. Der Entwurf regelt die Diätenzahlung für die außerordentliche Herbsttagung des Reichstages und hebt die Bestimmung des geltenden Diätengesezes für diese Herbsttagung auf. Wie verlautet, soll die Höhe der Diäten 1500 Mark betragen, von denen 1000 Mark am Schlusse der Herbsttagung gezahlt werden. Für den neu zu wählenden Reichstag, der voraussichtlich im Februar nächsten Jahres zusammentreten wird, treten die alten Béstimmungen des Diätengesetzes wieder in Kraft. Der Gesezentwurf zur Versicherung der Privatangestellten soll, wie im Reichstage mitgeteilt worden ist, in den allernächsten Tagen dem Reichstage vorgelegt werden, nachdem der Bundesrat bereits vor längerer Zeit über die Formulierung der Vorlage Beschluß gefaßt hat. An dem ursprünglichen Entwurf soll nur der Abschnitt über die zukünftige Einfügung der privaten Versicherungskassen in den Rahmen des allgemeinen Gesetzes einer durchgreifenden Umgestaltung unterzogen sein. Diese Kasseneinrichtungen sind in der neuen Bearbeitung der Vorlage mit Befugnissen ausgestattet worden, durch die sie der Reichsversicherung gleichgestellt werden; sie können diese ersetzen, während sie früher nur als Zusatzfassen gelten sollten. Die Abreise des Kaiserpaares von London erfolgte am Sonnabend. Kaiser Wilhelm, Kaiserin Auguste Viktoria und Prinzessin Viktoria Luise fuhren zunächst nach Port Victoria. Dort gingen sie an Bord der„ Hohenzollern", die am Sonntag nach Deutschland in See ging. Die Landung erfolgte in Vlissingen. Von dort aus begab sich das Kaiserpaar mit der Prinzessin nach Cöln zur Einweihung der neuen Hohenzollernbrücke. Der Kaiser ist von dem Aufenthalt in England sehr befriedigt. Sowohl er als die Kaiserin stehen unter dem Eindruck der Wärme, mit 12) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.) Kleine Nachrichten. Bäderfrequenz. Baden( Schwetz) 4972, Badenweller 1086, Brückenau 124, Bad Elster 1538, Friedrichroda 659, Ems 1585, Karlsbad 9274, Kissingen 4375, Königstein 2245. Marienbad 1809, Nauheim 6591, Neuenahr 2655, Orb 489, Pyrmont 1765, Salzulfen 912, Salzungen 443, Sooden- Werra 541, Schreiberhau 3790, Teplit- Schönau 996, Wildbad 1853. Die altrenommierte Düsseldorfer Holzfirma Friedr. Wilh. Hüllstrung ist infolge verfehlter Grundstücksgeschäfte mit 2 Millionen Passiva insolvent. Beteiligte Düsseldorfer Banken sind gedeckt. Die Buchgläubiger werden im Konfursfalle leer ausgehen. Ueber die steigenden Güterpreise in der Provinz Bosen werden folgende Angaben Aufschluß geben, die auf einer amtlichen Denkschrift beruhen. 1905 zahlte die Ansiedlungsfommission das 124fache des Grundsteuerreinertrages für angekaufte Güter aus polnischer Hand, 1906 das 142fache. Im Jahre 1908 ging der Preis auf das 115fache zurück, um im Jahre 1909 auf das 131face, 1910 auf das 151fache zu steigen. Wie sehr diese Steigerung andauert, zeigt der neueste Ankauf des Gutes Gorzewo tm Kreise Wongrowiz, der in diesem Monat bewirkt wurde. Für die Ländereien hat die Ansiedelungskommission das 196fache des GrundSteuerreinertrages anlegen müssen. „ Jemersch, wie die zwei fortsause!"„ Das is so a Feiner aus de Stadt, der versteht's Walzen!"„ Ich hätts nimmer glaubt, daß die Kathi es so fertig friegen tät! Es sieht rein aus, als ob sie mit dem Städt'schen davonfliege wullt!" Das Paar war just wieder an seinem Platz angelangt, als es die Worte hörte. Unwillkürlich sahen sie einander an, und Kathis lustiges Kichern riß sofort den Better mit, der sich schütteln wollte vor Lachen. Der Kornblumentag zugunsten der Veteranen ergab in Mannheim 38 000 M. In Heidelberg und Freiburg kamen über 16 000, in Pforzheim 15 000 M, in Hannover 75 000 M zusammen. Schwere Gasexplosion in einem Krankenhause. In der Gemeinde Eickel( Westf.) erfolgte im evangelischen Kranfenhause eine schwere Gasexplosion. Eine Krankenschwester wurde getötet, eine zweite ist durch Brandwunden lebensgefährlich verletzt. Infolge Explosion eines Gasrohrs stürzte Sonntag vormittag ein Hochofen der Firma de Wendel in Joeuf bei Nancy ein. Sechs Arbetter wurden getötet und zwanzig schwer verletzt. Deutsches Blut für Frankreichs Ehre. Unter den bei den letzten Kämpfen in Marokko gefallenen Fremdenlegionären befinden sich folgende Deutsche: Burkart- Türkheim- Elsaß, Hollvans- Bremen, Klaud- Rottbus, BeckertOggersheim, Vallenes- Forbach, Trefs- Oldenfingen, Schoßmacher- Assen, Jansen- Metz, Meißner- Dresden; ferner ein Däne namens Petersen. Von den Verwundeten stammen gleichfalls drei aus Deutschland. Tanz auf Tanz folgte Julius wich nicht von ihrer Seite, und Ruland ließ sich nicht blicken. Nicht bei ihr, aber im Saale war er doch, das hatte ihr rascher Blick festgestellt. In der anderen Ecke stand er mit der Rosemarie und schien sich angelegentlich mit ihr zu unterhalten. Biel, sehr viel tanzte er auch mit diesem schwarzbraunen Mädchen, das stellte die Blonde genau fest, und mit heimlichem Aerger begründete sie das mit dem:„ ste hupft ja wie a Bachstelze und ist wie a Feder." Ein Familiendrama hat sich am Sonntag früh in Berlin abgespielt. Der in der Akazienstraße in Schöneberg wohnende Kaufmann Schröder versuchte seine Frau und sich selbst durch Erschießen zu töten. Beide wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Neue schwere Unwetterschäden werden aus Nord- und Westtirol berichtet. Infolge andauernder Regengüsse sind alle Flüsse hoch angeschwollen und teilweise aus den Ufern getreten. Viele Brücken wurden weggerissen und viele Straßen überflutet. Das regnerische Wetter dauert an. Ueber die Lage in Marotto werden aus Paris wieder sehr schlechte Nachrichten verbreitet. Die Aufständischen machen den französischen Kolonnen große Schwierigkeiten; diese haben bereits erhebliche Verluste erlitten. Die französische Regierung beschleunigt die Absendung von Verstärkungen. In Spanien wächst die Erregung über die Marokkopolitik Frankreichs. Wohlan, machte es der Hans heute so, dann wollte Sie sich auch feinen 3wang antun und hübsch lustig sein mit dem freundlichen Vetter. Teils aus Trok gegen Hans, teils in Wohlgefallen an dem Plaudern und Tanzen des angestaunten Stadtherrn ließ sie sich mehr und mehr von diesem umgarnen, und als er Mutter und Tochter nach Schluß des Festes nach Hause geleitete, hatte er bei beiden mit Nachhülfe von Frau Rosa die Zusage abgeschmeichelt, daß Kathi auf vierzehn Tage zu Besuch nach der Stadt tommen solle, und daß sie das Mädchen gleich mitnehmen wollter IV. Ein französischer Ingenieur von einem Albanesen er= schoffen. In Monastir wurde ein französischer Ingenieur von einem Albanesen, der angeblich auf einen türkischen Offizier zielte, versehentlich erschossen. Bei der Verfolgung des Albanesen wurden aus vielen Häusern Schüsse abge= geben, wobei ein Offizier und ein Türke verwundet wur= den. In Monastir herrscht über den Vorfall große Aufregung. Ein japanischer Wint für Rußland. Laut Meldung eines Blattes hat der japanische Ministerpräsident Katsura erklärt, Japan müsse dessen eingedenk sein, daß die Mandschurei China gehöre und das Prinzip der offenen Tür durch Verträge gesichert sei. Das Blatt rät Rußland, nicht die Mandschurei, sondern die Mongolei zu schützen. Die Glaskutsche war bestellt, und Kathi konnte sich dem ungewöhnlichen Vergnügen hingeben, in diesem stolMaderos Zukunftspläne. Ein Telegramm aus Juarez in Merito meldet, daß Madero, der Führer der merikanischen Rebellen, auf dem Schlachtfelde von dem Heere Abschied nahm und dabei erklärte, er gehe nach der Stadt Mexiko, um die Verwaltung zu modernisieren und ein neues Mexiko aufzubauen. - Vermischtes. hiffes, Pitt hatte, auf h u feden fen, wenn d und gelöscht des Schiffes nommen. Reine Prinz Seinri Frankfurter fallah zu erkl Geheimrat H feien. Es fei Einvernehmer wie sie bei d ten, in feiner Der gro Sonntag früh Große Unterschlagungen eines Bahnassistenten. Auf dem Görlitzer Bahnhof in Berlin ist die Eisenbahndirektion großen Unterschlagungen auf die Spur gekommen, die von einem Assistenten und einer Assistentin ausgeführt worden find. Die Assistentin ist, seitdem sie zur Rede gestellt wurde, spurlos verschwunden. Als der Assistent, der gleichfalls mit thr verschwunden war, am Sonntag Frau und Kinder be suchen wollte, wurde er verhaftet. Er gab die Verfehlungen zu, bestreitet aber, mit der Kollegin im Einverständnis gehandelt zu haben. Die veruntreute Summe soll 16.000 Mark betragen. zen Gefährte nicht nur durch Hennigbach zu fahren, sondern auch durch zwei Nachbardörfer bis zu ihrem Bestimmungsorte Reichenbach. Nicht so harmlos froh wie das erste Mal saß sie heute in der Glaskutsche, sie war was sie sonst nicht kannte müde vom gestrigen Feste, wenigstens bildete sie sich ein, es zu sein; im Greunde genommen war es nur der Stachel, der ihr im Herzen saß, weil sie sich mit ihrem Hans verknurrt hatte. Der Flieger zwischen dem Publikum. Ueber ein ähnliches Unglück wie auf dem Flugplatz von Issy wird aus Nürnberg gemeldet: Als der Ingenieur Schwandt Sonntag abend nach einigen wohlgelungenen Flügen in die Zelthalle zurückkehren wollte, durchbrach das nach Tausenden zählende Publikum die Schranken. Dabet wurde die Schlofserfrau Weiß vom Propeller derart am Kopfe getroffen, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Zwet andere Personen wurden gleichfalls nicht unbedenklich verletzt. In Reichenbach war Konzert, nachher im Saal auf der kleinen Bühne allerhand komische Vorträge. Der Vetter ließ etwas draufgehen und bestellte ein nobles Abendbrot, auch Wein ließ er bringen, man mußte doch anstoßen auf Kathis ersten Besuch in der Stadt. Ihr schwirrte der Kopf von allem Feiern und allem Neuen, was sie gesehen und gehört hatte. Der Mutter ging es nicht anders, sie sehnte sich nach ihrem stillen Häuschen, und da auch Frau Rosa die dörfliche Freude zur Genüge gekostet hatte, so wurde die Glaskutsche beizeiten bestellt. Ueber das Befinden des Papstes wird dem ,, B. L.-A." aus Rom gemeldet: Das förperliche Befinden des Papstes gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Der jüngste kleine Gichtanfall ist vorübergegangen, ohne daß der Papst seine gewohnte Beschäftigung aufgegeben oder auch nur einge. schränkt hätte. Nur die Massenempfänge wurden abgesagt. meil sich der Papst wegen der Schmerzen im Fuß nicht viel bewegen konnte, wurden aber am Montag wieder aufge nommen. Was seine Umgebung in Besorgnis erhält, ist mehr sein psychisches Befinden; oft beschleicht ihn eine große Melancholie. Unter diesem Zustand leidet er mehr als unter der Gicht. Der Leibarzt Petacci meint, der heilige Vater müßte sich mehr schonen und mehr Bewegung machen, aber leider wolle er alle Dinge, auch die kleinsten, selbst erledigen. Sein Schreibtisch trage jeden Morgen einen Berg von Dokumenten, den er bis zum Abend durcharbeite. Seine Umgebung läge ihm in den Ohren, in den vatikanischen Gärten oder Galerien Spaziergänge zu machen, aber er sei taub gegen alle ihre Bitten. Die Spaziergänge habe er seit Oktober aufgegeben und benutze in frischer Luft nur noch die Equipage. Eine solche Lebensweise lindere natürlich die Gicht nicht, die ihn drei Jahre lang nicht geplagt hat und nun wieder aufgetreten ist. Verhaftung eines Schiffsattentäters. Um die 300 M betragende Versicherungssumme für seine Effekten zu ers halten, hat der siebzehnjährige Leichtmatrose Haupt zwei mal versucht, die Salpeterladung des Hamburger Segel Wi wulln heimwärts über Spreewit fahre, da künnt Ihr halt wieder was Neues sehe," schlug Kathi vor. Die Tante gähnte. Es ist ein Dorf wie das andere! Außerdem ist ja bald nachtschlafende Zeit." ,, Aberst der Mond geiht glix uf, und weiter is ok nit," beharrte das Mädchen. So fahren wir über Spreewig," stimmte der Vetter ihr bei, und so geschah's auch. Er ahnte freilich nicht, warum sie den Weg vorzog. Hans Ruland wohnte in Spreewitz, und Kathis Gedanken waren doch so manches Mal zurückgeflogen zu dem lieben, vertrauten Jugendgefährten. War er zur Kirmesfeier in Hennigbach auch ohne ste? War er daheimgeblieben oder etwa beim Peter und der Rosemarie? Sie brannte darauf, es zu wissen, und hoffte, da sie nun sowohl durch die Dorfstraße von Spreewitz fahren mußten wie an der Festwiese vorbei, daß ste den Hans doch noch zu Gesichte bekommen würde Der Mond schien hell und beleuchtete scharf den Weg, so konnte sie genau Umschau halten, als sie durch Spreewith fuhren. Ihre Augen sollten nicht vergebens ausgespäht haben; denn als sie in Spreewig an einem der großen Bauerngehöfte vorbeikamen, sah sie vor diesem einige funge Burschen und Mädchen stehen. Sie preßte ihr Gesicht dicht an die Wagenscheibe, denn der um einen halben Kopf die andern überragte, konnte nur der Hans sein. Jett fuhren sie hart an der Gruppe vorbei, und jetzt wußte sie, daß sie sich nicht getäuscht hatte. Es war wirk lich Hans, aber er hatte keinen Blick für den Wagen, er sah nur auf das schwarzbraune Mädchen an seiner Seite, die Rosemarie, der er die Hand schüttelte, und die ihn anlachte. ,,' s ist zum Erstide heiß hier drinne," plakte Kathi heraus und ließ mit einem Rucke die Wagenscheibe herunter. Freiburg beg Sirt, Laemm ben Leutnant mitnahm und Frau mitnah Graf Zeppeli fter traf auf Das gab ein lautes Klirren, und ein paar der jungen Burschen drehten sich um, nur der nicht, dem sie hätte zurufen mögen:„ Sieh mich nur wieder fründlich an und kümmere Dich nit um de andere, wir sind ja doch zwei Kirschen an oinem Stengel." um 7 Uhr 10 erfter die 3 hatte. Als ein, der um Um 7 Uhr 2 um 6 Uhr 40 der um 9 2 traf in Frei unterwegs va den. In eing Oberleitung daß die Fliege flüge ausführ ( Elfaß) weite Da lehnte die Kathi sich tief in die Wagenecke zurück. Sie wollte nichts, gar nichts mehr sehen, darum schloß sie die Augen und suchte den Tränen zu wehren, die sich vor: drängen wollten und an ihren Wimpern hingen. - Am andern Tage sollte es am Nachmittage fortgehen, vorher so hatte die Mutter vorgeschlagen wollte sie den Verwandten noch den Steinbruch zeigen, wo heute wieder gearbeitet wurde. So etwas hatten die Städter noch nicht geshen, und Frau Amrum war ganz stolz, daß Hennigbach etwas besaß, was die Großstadt nicht aufweisen fonnte. ( Fortsetzung folgt Bujammer Karlsruhe fom bilunglüd. E ftieß Sonnaber rierelofen Kre Strede der Al Min. von Ettl fammen. Sän Chauffeur Em Automobils u fellschaft, C. Ne Rofenthal- Man tötet. Der F Bahn, Keller, e wunden. Das Lotomotive geg vor dem Zuge elektrischen Lof durch eine Dam nicht mehr recht eine der Insasse Anpralles über dert. Die drei mobil ist total Ein mertw bekanntesten Hä te, als er vor ze ter zur Erbin d bäude gemacht, vermögen erhie tung des Gesch Schäftsgewandt, Mufiter entführ de das Geschäft einen bedeuten Dame gestorben Geschäftshaus brannt würden flärung des T Ein Panz ber Inf." ge dent Schützen Buhilfenahme nend durch ein getrönt worde fanterie würde die berühmten Tornister beste eigentlichen Stoff und 2 2 Berplatte mitte bernder Gurtb ab und ermögl ber Rahmen z baß erstere in f Die Platte hält Cine Bürg ersten Male fa terftelle ein we Berg, eine Kop Wertschätzung bedeutet einen bewegung, denn in Kopenhagen wurden. Die K aipirantin erwe die Frauenbewe Burzeit ist die aber Fräulein te.- Auch in a macht die Fraue nien plant der Bibliothefen de Kräften befekt farinnen in Au in Frage tomm Der Schule des terin mit Aus Durch the Exa In Stodholm eumsverwaltur eine Tischlerei werden. Ein Bund Gemeinde Nagr Don Der Gendo burfchen regel Badenweller drichroda 650, nigitein 2245, 2655, Orb 480, Sooden- Berra Sildbad 1858 irma Friedr dstücksgeschäfte Düffeldorfer den im Kon nen ergab in Ceiburg tamen over 75 000 M auje. In der lischen Kran antenschwester unden lebens Tate Sonntag del in Joeuf und zwanzig früh in Ber Schöneberg e Frau und urden schwer, 18 Nord- und egengüffe find us den Ufern en und viele dauert an. Albanesen er: er Ingenieur en türkischen r Verfolgung Schüffe abge rwundet wur I große Auf iftenten. Auf bahndirektion men, die von eführt worden gestellt wurde, gleichfalls mit nd Kinder be Verfehlungen Sinverständnis me foll 16.000 eber ein ähn sy wird aus Jandt Sonntag in die Zelt ch Tausenden rde die Schlos opfe getroffen, Ihr Zustand den gleichfalls em ,, B. L.-A." en des Papstes jüngste kleine er Papst seine ich nur einge rden abgesagt, Fuß nicht viel wieder aufge nis erhält, ist icht ihn eine Teidet er mehr meint, der hei ehr Bewegung h die kleinsten, en Morgen ei Abend durch Ohren, in den aziergänge zu tten. Die Spa und benutze in solche Lebens ihn drei Jahre getreten ist. Im die 300 Effetten zu er se Haupt zwei nburger Segels charf den Weg ie durch Spree rgebens ausge einem der gro r diesem einige preßte ihr Ge m einen halben Hans sein. orbei, und jetzt Es war wirk den Wagen, et an feiner Seite, und die ihn an plagte Rathi agenscheibe her paar der fungen em fie hätte zu ündlich an und d ja doch zwei Cagenede gurid Darum fchloß fie en, die sich vor hingen. ttage fortgehen en - wollte fie igen, wo heute ten die Städter ganz ftola, bab nicht aufweisen te. Schiffes„ Pitlochry", die einen Wert von 2% Millionen M hatte, auf hoher See unweit der Aequatorlinie in Brand zu steden. Schiff und Mannschaft wären verloren gewefen, wenn das Feuer nicht gleich nach Ausbruch entdeckt und gelöscht worden wäre. Haupt. wurde bei der Ankunft des Schiffes im Hafen von den Behörden in Haft genommen. Keine Differenzen zwischen Zeppelin und Hergesell. Prinz Heinrich von Preußen hat einen Berichterstatter der " Frankfurter Nachrichten" autorisiert, die Nachricht für falsch zu erklären, daß zwischen dem Grafen Zeppelin und Geheimrat Hergesell irgendwelche Differenzen entstanden seien. Es sei Tatsache, daß zwischen beiden Herren das beste Einvernehmen bestehe und daß die guten Beziehungen, wie sie bei der mehrmonatigen Polarfahrt bestanden hätten, in keiner Weise netrübt worden seien. Der große Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein hat Sonntag früh 5 Uhr in Baden- Baden mit dem Start nach Freiburg begonnen. Es starteten die Flieger Jeannin, Hirt, Laemmlin, Ingenieur Brunhuber, der als Passagier den Leutnant Coch vom Mannheimer Grenadierregiment mitnahm und Diplomingenieur Witterstätter, der seine Frau mitnahm. Der Start, dem auch Prinz Heinrich und Graf Zeppelin beiwohnten, ging alatt vonstatten. Als erster traf auf dem Flugplay in Freiburg i. Br. Jeannin um 7 Uhr 10 Min. ein, nachdem er um 6 Uhr 37 Min. als erster die Zwischenlandung in Offenburg vorgenommen hatte. Als zweiter traf Brunhuber eine Minute später ein, der um 6 Uhr 32 Min. in Offenburg gelandet war. Um 7 Uhr 25 Min. erreichte Laemmlin das Ziel; er war um 6 Uhr 40 Min. in Offenburg wieder aufgestiegen. Hirt, der um 9 Uhr 40 Min. in Offenburg aufgestiegen war, traf in Freiburg um 10 Uhr 40 Min. ein. Er hatte sich unterwegs verirrt und war ins Elztal abgetrieben worden. In einer vormittags zwischen den Fliegern und der Oberleitung stattgehabten Konferenz wurde beschlossen, daß die Flieger bei günstiger Witterung nachmittags Schauflüge ausführen und im Anschluß daran nach Mühlhausen ( Elsaß) weiterfliegen sollten. Zusammenstoß von Automobil und Kleinbahnzug. Aus Karlsruhe kommt die Kunde von einem schweren Automobilunglück. Ein von Mannheim kommendes Automobil tieß Sonnabend nachmittag furz vor 4 Uhr bei der barrierelosen Kreuzung der Straße Karlsruhe- Ettlingen der Strecke der Albtalbahn bet Ettlingen mit dem 3 Uhr 15 Min. von Ettlingen abfahrenden Zug der Albtalbahn zuJammen. Sämtliche drei Insassen des Automobils, der Chauffeur Emil Roß aus Mannheim, der Besizer des Automobils und Direktor der Rheinischen Automobilge= sellschaft, C. Neumaier- Mannheim sowie Kaufmann Julius Rosenthal- Mannheim wurden herausgeschleudert und getötet. Der Führer des Motorwagens der elektrischen Bahn, Keller, erlitt durch Glas- und Metallsplitter Schnittwunden. Das ordnungsmäßige Klingelsignal war von der Lokomotive gegeben worden. Das Automobil wollte noch vor dem Zuge über das Gleis fahren. Der Führer der elektrischen Lokomotive bremste, aber da der Zug hinten durch eine Dampflokomotive gedrückt wurde, so konnte er nicht mehr rechtzeitig zum Stilstand gebracht werden. Der eine der Insassen des Automobils wurde bei der Wucht des Anpralles über den Zug der Albtalbahn hinweggeschleubert. Die drei Toten sind vollständig zerrissen, das Automobil ist total zertrümmert. Ein merkwürdiges Testament. Der Besitzer eines der bekanntesten Häuser der Lebensmittelbranche in Paris hatte, als er vor zehn Jahren starb, testamentarisch seine Tochter zur Erbin des Geschäftes sowie der dazu gehörigen Gebäude gemacht, während seine Söhne das vorhandene Barvermögen erhielten. Die junge Dame übernahm die Leitung des Geschäftes und zeigte sich sehr tüchtig und ges schäftsgewandt, bis sie sich eines schönen Tages von einem Musiker entführen ließ. Während ihrer Abwesenheit wurde das Geschäft von dem Personal weitergeführt und nahm einen bedeutenden Aufschwung. Vor kurzer Zeit ist die Dame gestorben und hat testamentarisch verfügt, daß ihr Geschäftshaus sowie sämtliche Bureaus und Vorräte verbrannt würden. Ihre Brüder haben die Ungültigkeitsers flärung des Testamentes beantragt. Ein Panzertornister". Von militärischer Seite wird abhielten. Am Sonntag nun drang die bewaffnete Macht nachs in ein Wirtshaus ein und überraschte etwa 20 rumänische stellungspflichtige Burschen, die in einem Zimmer bei einem Fasse Branntwein beisammen saßen; alle waren total betrunken. Bei dem Verhöre, dem sie unterzogen wurden, sagten sie aus, daß sie einen Bund geschlossen hätten, dessen 3wed es war, seine Mitglieder durch eine unfinnige Lebensweise derart zu schwächen, daß sie dadurch dienstuntauglich würden. Sie mußten sich verpflichten, den ganzen Tag über ohne Speise und Trant zu arbeiten und fich nachts mit Branntwein total zu betrinken. Essen durften Sie nur so viel, daß sie nicht Hungers starben. Sie überwachten sich gegenseitig, daß sie diese Lebensweise tatsächlich einhielten. Viele von ihnen waren bereits bis zum Skelett abgemagert. Diese Burschen wurden nun der Aushebungskommission vorgeführt. Der RegimentsEr arzt unterzog sie einer eingehenden Untersuchung. fand sie außerordentlich geschwächt, war aber der Anschauung, daß sie nach ein bis zwei Wochen bei gesunder Nahrung ihre alte Kraft und Gesundheit wieder erlangen würden. Mit Ausnahme von vier Burschen, die auch sonst Fehler hatten, wurden alle tauglich befunden. Die weitere Untersuchung ist im Gange. Der Fall soll, wie Budapester Blätter behaupten, unter den südungarischen Serben und Rumänen nicht vereinzelt dastehen, ja die Gendarmerie will festgestellt haben, daß diese Art der Militärbefreiung schon seit Jahren betrieben wird. - - Zwei fleine Episoden aus dem Kriege von 1870/71 er: zählt ein Leser der„ Neuen Hamburger Zeitung": In einent Quartier fanden wir, wie meistens, reichlich Wein. Es wurde tüchtig gezecht bis in die Nacht hinein. Ein Leutnant und sein Bursche, die in einem Zimmer schliefen, famen etwas unsicher ins Bett; sie legten sich nämlich beide in dasselbe, ohne es zu bemerken, der eine mit den Fü Ben beim Kopf des andern. Plötzlich sagte der Leutnant: ,, Meyer!"„ Herr Leutnant!" ,, Es liegt jemand bei mir im Bett!"- ,, Bei mir auch, Herr Leutnant!" ,, Dann werfen Sie den Kerl raus!" Wir hatten nach einem längeren Marsche in einem kleinen Orte ziemlich gutes Quartier gefunden, und, was die Hauptsache war, gutes Effen. Beim Herumstöbern in den Gärten fand ich ein Bienenhaus. Sorgsam hob ich die Stöcke, um ihre Schwere zu prüfen.„ Ha, der Stod war gut." Etwas Schwefel war bald gefunden, und schnell machten wir uns ans Ausschwefeln. Zum Glück hatte ich gerade ein Paket bekommen, worin sich u. a. Weißbrot befand. Also, Weißbrot mit Honig! Aber ein etwas zu Hungriger hatte eine Biene mit an den Mund geführt und die Oberlippe schwoll infolge der Berührung des Insekts start an. Es war jetzt also Entdeckung unserer verbotenen Tat zu befürchten. Wir schlugen ihm vor, er solle sich frant melden. Der Arzt untersuchte ihn, maß ihn mit dem Thermometer und stellte schließlich Gesichtsrose fest. - Eine große wendische Hochzeit wurde in der Kupfermühle zu Marienstern mit ganz bedeutendem Aufwand gefeiert. Das junge Paar war ein Mühlenbesitzer und die Tochter eines Gutsbesizers in Katten. Die Schmausereien, an denen, wie berichtet wird, nicht weniger als 532 geladene Gäste teilnahmen, dauerten mehrere Tage, und es wurden hierzu zwei Ochsen, acht Kälber und neun Schweine vollständig aufgezehrt. Außerdem hatte man 5 Scheffel Weizenmehl zum Backen des Hochzeitskuchens verwendet. Selbstverständlich fehlten auch die entsprechenden Quantitäten von Wein und Bier nicht. Um alle Gäste befriedigen zu können, waren etwa 80 Personen für die Küche usw. engagiert worden. Helgoland ohne Rinder. Die seit vielen Jahren auf der Insel Helgoland betriebene Molkerei ist jetzt eingestellt worden, da der Unternehmer Siemens seine sämtlichen Ländereien an den Marinefiskus verkauft hat und der Transport der Futtermittel nach Helgoland zu teuer zu stehen tam, weil die Kühe das ganze Jahr hindurch im Stall bleiben mußfen. Die letzten acht Kühe wurden nach dem Festlande eingeschifft; sie mußten die große, nach dem Unterland führende Treppe hinuntergebracht werden, was trok der großen Schwierigkeit ohne Unfall geschehen ist. Jetzt ist Helgoland ohne Rinder. An Pferden zählt die Insel auch nur noch zwei Stüd Der Bericht eines Augenzeugen. Ein Augenzeuge, der sich in der Gruppe der verletzten Persönlichkeiten befand, erzählt: Polizeipräfeft Lepine gab uns den Rat, uns auf die gegenüberliegende Seite des Flugfeldes zu begeben, da man von dort aus ein weiteres Gesichtsfeld habe. Wir taten dies, und als wir ungefähr in der Mitte des Flugfeldes angelangt waren, sahen wir Train heranfliegen. Wir hatten erst den Eindruck, als ob er nicht recht wisse, was er tun oder wo er landen solle. Dann schien es, als wollte er einer Küraffierabteilung aus weichen, die gerade über das Flugfeld ritt. Berteaux, Monis und Lepine befanden sich mit mehreren Mitgliedern des Aeroklubs in diesem Augenblicke links von den Kit rassieren. Plötzlich machte Train eine Wendung, um zu landen, und ein Schraubenflügel erfaßte Berteaux, Monis und den Großindustriellen Deutsch de la Meurthe. Berteaux, dem der Schraubenflügel den Hals und den linken Arm zerschnitt und außerdem einen Schä delbruch verursachte, blieb auf der Stelle tot. Monis, wel cher trotz seiner schweren Verletzungen bel vollem Bewußt sein blieb, verlangte sofort nach dem Ministerium des Innern gebracht zu werden, doch legten die Aerzte ihm erst einen Notverband an. Deutsch de la Meurthe war mit Quetschwunden davongekommen, hatte aber einen schweren Nervenchock erlitten. Das Befinden des schwer verletzten Ministerpräsidenten. Ministerpräsident Monis wurde in das Ministeriumt des Innern gebracht, wo er in ärztliche Behandlung genommen wurde. Er blieb bei vollem Bewußtsein und er trug mit großer Standhaftigkeit die Einrenkung des Unterschenkelbruches sowie das Vernähen der Rißwunde im Geficht. Der Ministerpräsident leidet auch an inneren Schmerzen, die vielleicht auf Rippenbrüche zurückzuführen sind. Monis fragte, ob es noch andere Verletzte gebe. Man hat thm bis jetzt den Tod Berteaux verheimlicht. Präsident Fallieres besuchte Monis und unterhielt sich mit ihm in der teilnehmendsten Weise. Auch die Mnister famen, wurden aber nicht zu dem Verletzten vorgelassen. Ein vormittags über das Befinden des Ministerpräfidenten ausgegebener Krankheitsbericht besagt: Der Un glücksfall hat einen schweren komplizierten Bruch der beiden Knochen des rechten Unterschenkels zur Folge gehabt, der jetzt eingerenkt ist, ferner eine Quetschung und eine Wunde an den Augenlidern und im Gesicht, die vernäht werden muß, während die Augen unverletzt sind, endlich einen Bruch des Nasenbeins. Die Schädeldecke ist nicht verletzt. Der Ministerpräsident verspürt Schmerzen in der Brust und im Unterleib. Die Leiche des Kriegsministers, die entsetzlich verstümmelt ist, wurde ins Kriegsministerium überführt. Das Beileid des deutschen Reichskanzlers. Der deutsche Reichskanzler und der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Zimmermann sprachen am Sonntag bei dem französischen Botschafter vor, um ihm ihr Beileid zu dem Unglücksfall, der den Ministerpräsidenten Monis und den Kriegsminister Berteaux betroffen hat, auszusprechen. Der Neichskanzler hat ferner den deutschen Botschafter in Paris beauftragt, der fran= zösischen Regierung die Teilnahme der kaiserlichen Regierung an dem erschütternden Unglücksfalle auszusprechen, Der Eindruck der Katastrophe in Frankreich. Die gesamte französische Presse gibt der Erschütterung und Bestürzung Ausdruck, welche die Katastrophe hervorgerufen hat und hebt hervor, daß der verunglückte Kriegsminister Berteaux bei verschiedenen Anlässen mit besonderem Eifer für die Flugtechnik eingetreten war, deren Bedeutung für die französische Armee er mit Begeisterung gerühmt habe. Mehrfach beschäftigen sich die Blätter auch schon mit den politischen Folgen der Katastrophe, indem sie darauf hinweisen, daß die radikale Partet in Berteaux ihre einigende Hauptkraft verloren habe. Der Umstand, daß der Ministerpräsident monatelang den Geschäften werde fernbleiben müssen, werde gerade jetzt, wo so viele heikle innere und äußere Fragen schweben, für das Kabinett eine besondere Schwierigkeit bilden. Ein im Elysee- Palast abgehaltener Ministerrat be= traute den Minister des Aeußern Cruppi mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Kriegsministers. Kriegsminister Berteang wird auf Staatskosten beerdigt werden. Der Ministerrat hat keine Ernennung eines interimistischen Ministers des Innern ins Auge gefaßt, da der Unterstaatssekretär Constant die Fähigkeit besitze, die laufenden Geschäfte zu erledigen. Schwierigkeiten würden sich nur ergeben, wenn der Zustand Monis sich verschlimmern sollte. Doch erklärte der Arzt, daß der Zustand des Verletten so zufriedenstellend als möglich sei. Nur die Verletzung in der Gegend der Leber scheine ein wenig ernst zu sein. Antoine Monis, der Sohn des Ministerpräsierzählte über die näheren Umstände des Unglücksber" Inf." geschrieben: Das Bestreben in den Armeen, Schwere Fliegerkatastrophe in Frankreich.ante ruppe der offiziellen Besucher habe das Fahrdem Schützen im Gelände eine ausreichende Deckung ohne Zuhilfenahme des Spatens zu verschaffen, ist jetzt anscheinend durch eine neue Erfindung in Desterreich von Erfolg gekrönt worden. Ein neuer Panzertornister für die Infanterie würde, wenn er sich in der Praxis bewährt, sogar die berühmten Sandsäde der Japaner übertreffen. Der Tornister besteht aus einer Panzerplatte aus Stahl, dem eigentlichen Padtornister aus grauem, wasserdichtem Stoff und 2 Aluminium- Patronenkasten, die auf der PanBerplatte mittels Gleitschienen angebracht sind. Ein febernder Gurtbandrahmen schwächt den Druck der Platte ab und ermöglicht einen Luftdurchfluß. Im Gefecht wird ber Rahmen zwischen Platte und Tornister geschoben, sobaß erstere in schräger Stellung federnd auf letzterem ruht. Die Platte hält Schüssen von 400 Metern ab stand. Eine Bürgermeisterkandidatin in Kopenhagen. Zum ersten Male kandidiert für die Kopenhagener Bürgermeiterstelle ein weiblicher Bewerber. Es ist Fräulein Helene Berg, eine Kopenhagenerin, die als soziale Arbeiterin die Wertschätzung der Bürger von Dänemark genießt. Das bedeutet einen großen Fortschritt in der dänischen Frauenbewegung, denn bekanntlich sind es erst zwei Jahre, daß in Kopenhagen die ersten weiblichen Stadträte gewählt wurden. Die Kandidatur dieser weiblichen Bürgermeisteraspirantin erweckt in den Kreisen, in denen man sich für die Frauenbewegung interessiert, lebhafteste Anteilnahme. Zurzeit ist die Wahl noch nicht durchgeführt, es stehen aber Fräulein Berg die lebhaftesten Sympathien zur SeiAuch in anderen Ländern und auf anderen Gebieten macht die Frauenbewegung lebhafte Fortschritte. In Spanien plant der Unterrichtsminister neue Stellungen in den Bibliotheken des Landes, die ausschließlich mit weiblichen Kräften besetzt werden sollen. Es sind 25 Biblothe farinnen in Aussicht genommen, die für die neuen Posten in Frage kommen. In Paris hat Fräulein Pillieu an der Schule des Louvre ihr Examen als Museumsverwal terin mit Auszeichnung bestanden. Fräulein Pillieu hat durch ihr Examen die Befähigung erlangt, in der Mu[ eumsverwaltung beschäftigt und angestellt zu werden. In Stockholm hat eine Frau, Fräulein Marte Sörrenson eine Tischlerei eingerichtet, in der nur Frauen beschäftigt werden. Ein Bund zur Befreiung vom Militärdienst. In der Gemeinde Nagy- Komlos in Ungarn war in der letzten Zeit von der Gendarmerte bemerkt worden, daß die Bauernburschen regelmäßig geheime nächtliche Zusammenkünfte Ein Flieger in eine Zuschauermenge gestürzt. Kriegsminister Berteaux tödlich verletzt. nisterpräsident Monis schwer verwundet. Miz Der Flugplatz von Issy- les- Moulineaux bei Paris tst am Sonntag morgen der Schauplatz einer folgenschweren Katastrophe gewesen, deren Opfer der französische Ministerpräsident Monis und der Kriegsminister Berteaux gewor den sind. Beim Start der Flieger bei dem Wettflug ParisMadrid stürzte das Flugzeug des Fliegers Train, der wegen schlechten Funktionierens des Motors noch einmal landen wollte, in eine Menschengruppe, wobeiMinisterpräsident Monis, Kriegsminister Berteang und ein hö= herer Offizier schwer verwundet wurden. Berteaux starb Furz darauf. Eine ausführlichere Pariser Meldung über den Unfall Tautet: Anläßlich des vom Petit Parisien veranstalteten Wettfluges Paris- Madrid hatte sich eine große Menschenmenge auf dem Flugfelde Issy- les- Moulineaux eingefunden. Das Wetter war trübe und es herrschte besonders in den höheren Luftschichten ziemlich starker Nordwind. Die Flüge sollten in Intervallen von fünf Minuten erfolgen. Es hatten bis 64 Uhr zwet Flteger den Flug angetreten. Mehrere andere gaben den Flug auf, zum Teil wegen des heftigen Windes. Ein Aeroplan, welcher von de Nissot gelenkt war, tippte, doch blieb der Flieger unverletzt. Gegen 6% Uhr stieg mit seinem Aeroplan der Flieger Train, der als ein sehr fühner Flieger gilt, auf und machte eine halbe Runde in einer Höhe von dreißig Meter. Man sah, daß sein Apparat stark schwankte. Train kehrte um und machte dabei der Menge, die ihm Beifall spendete, mit der Hand ein Zeichen, sich nicht zu nähern. In diesem Augenblick fah man eine Gruppe das Flugfeld durchqueren, anscheinend vor dem Aeroplan flüchtend. Train, der in einer Höhe von drei Metern fuhr, fuhr mitten in die Gruppe hinein, welche er nicht gesehen zu haben scheint oder der auszuweichen schon zu spät war. Man sah sechs oder sieben Personen hinstürzen, teils unter dem Eindecker begraben, teils durch die Flugschrauben des Eindeckers wie hingemäht. Ein entSchrei des Entsezens rang sich der Menge. Darauf erfuhr man, daß sich unter den Verwundeten der Ministerpräsident und der Kriegsminister befanden. Dem Kriegsminister Berteaux soll von der Schraube ein Arm buchstäblich abgerissen sein. Der Ministerpräsident Monis hat beide Beine gebrochen sowie mehrere Rißwunden im Gesicht und flagt über innere Schmerzen, doch hofft man, daß er wiederhergestellt wird. Der Flieger Train blieb unverletzt. Der Wettflug wurde sofort abgebrochen. Bei dem Gedränge, welches nach dem Bekanntwerden des Unglücks in der Menge entstand, wurden 60 Personen verletzt. zeug mit schwindelerregender Schnelligkeit auf sich zukom men sehen. Er sei heftig gegen seinen Vater gestoßen, der niederfiel und dem er so vielleicht das Leben gerettet habe. Als er sich umwandte, sah er den vollkommen abgetrennten Arm Berteaur' im Blut liegen, einige Schritte davon die Leiche des Kriegsministers. Auf Wunsch des Ministerpräsidenten Monis hat das Ministerium des Innern angeordnet, den Wettflug Paris -Madrid nicht zu unterbrechen. Im Hinblick auf das unglück hat der König von Serbien seine Reise nach Frankreich verschoben. Weitere Nachrichten zur Katastrophe. Auf dem Unglücksflugplatz befanden sich zahlreiche Personen auf der Vahn, die hierzu keine Berechtigung hatten. Die zur Absperrung verwendeten Truppen waren unzureichend und der Wachtdienst wurde auch nicht streng durchgeführt. Die Beisehung des Kriegsministers Berteaux wird am Donnerstag vormittag erfolgen. Der König von Serbien soll die Absicht haben, als Privatmann daran teilzunehmen. Der verunglückte Kriegsminister Berteaux ist 1852 in Paris geboren. Er war von Beruf Wechselagent und Börsenmakler. Paris, 22. Mai. Der deutsche Kaiser hat dem Präsidenten Fallieres ein Beileidstelegramm aus Anlaß der gestrigen Katastrophe gesandt, ebenso der Kaiser von Rußland. Drabinachrichten und neuestes. 1001 Großer Temperatursturz. Nordhausen, 22. Mat. In der vergangenen Nacht ist im ganzen Gebiet des Harzes ein schwerer Temperaturfturz eingetreten. Das Thermometer fant unter 0. Besonders die Kartoffel- und Rübenfelder haben schweren Schaden gelitten. Die vermißten Schillermannskripte wieder gefunden. Weimar, 22. Mat. Die vermißten Manuskripte des Schiller- Hauses, worunter sich auch das Original von Schillers Wallenstein befand, haben sich wieder gefunden und sind in den Besitz der Stadtgemeinde als Eigentümerin gelangt. Die Manuskripte waren irrtümlich an das Refidenztheater in Weimar gesandt worden. Folgenschwere Zugentgleisung. Prag, 22. Mai. Zwischen Hochweseley und Smedar entgleiste gestern ein Eisenbahnzug und stürzte vom Damm ab. Es wurden 13 Personen schwer verletzt. Schiedsgerichtsvertrag. Newyork, 22. Mai. Der Verein der deutsch- amertkanischen und der trisch- amerikanischen Gesellschaft haben an den Senat das Ersuchen gerichtet, den englisch- amerttanischen Schiedsgerichtsvertrag abzulehnen. Westfäl. Wert auf dem Lande sucht sofort einige tüchtige Schlosser Verheiratete bevorzugt. Bewerbungen unter B. 298 an die Erped. ds. Bl. Günstige Gelegenheit! 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