reell Fra sbaden, 551. ch nd Aus bellebt sttätige ttel Wasch Ein Vererndem Original SELDORF. Bach dr D ch- Soda erke erricht. schule, willige 0 arand. rer- Pro Kaufmann, nwärter, eamte. watorium. den Besuch tzen; 2. eine auf Exame 9 der Unter Sorgfältigste infacher und ehrstoff ver fortgesetzte ernte dauernd auf die Ver ommen wird. iben kostelos willigst DAM. SO hlen 3tr. 70 " 90 75 reifen: melierte( und Brau und Zechen er Str. 151 ihren Arz Nähr- und Kri Apotheker Ahren Likör ren, dass diese bleichsüchtig Rekonvaleszente eit leidenden K h ist. Zu habe fs- Drogerie Sircolomb tzlar. eidigung, d die Wit macht habe zurück. Neuhaus will ermittlung n Berlag Sell TROFFEN en und Putzen zun NUR MANNIA SEIFE mil. in Gleben " Gießener Zeitung * ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweignusgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 46. Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlvorbereitungen." Alsfeld. Die Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte für den Kreis Alsfeld be= faßte sich mit dem Ansuchen der nationalliberalen Parteileitung um Unterstützung der Kandidatur Haberkorn durch den Bund der Landwirte. 22 Teilnehmer stimm ten für Bindewald, 8 für Haberkorn. Kommenden Sonntag tagen noch 2 Versammlungen des Bundes der Landwirte in gleicher Sache für die Kreise Lauterbach und Schotten. Dann erfolgt erst die endgültige Stellungnahme des Bundes für die Reichstagskandidatur des 3. Oberhessischen Wahlkreises. Man schreibt uns: * - Im Wahlkreise Gießen Grünberg- Ni d- da ist die nationalliberale Partei nach wie vor eifrig bei der Arbeit. So hatte sie für Samstag und Sonntag insgesamt 19 Versammlungen, vornehmlich im nordöstlichen Teil des Kreises anbercumt. Während die Samstag nachmittag abgehaltenen Versammlungen infolge der ungünstigen Zeit nicht allzu zahlreich besucht waren, zeigte sich in den übrigen ein solches politisches Interesse, daß der größte Teil der Lofale bei weitem nicht für den Andrang ausreichte. In Gedern kam es zu einer ausführlichen Auseinander setzung mit dem sozialdemokratischen Kandidaten Beckmann, der dabei ein geistig und politisches Niveau verriet, das für einen Vertreter des deutschen Volkes im Reichstage auch bei bescheidensten Ansprüchen nicht genügt. Während in den übrigen Versammlungen Gegner sich nicht zum Wort meldeten, ergab sich in Gelnhaar eine interessante Auseinandersetzung mit dem Freisin n. Als der freisinnige Redner die Behauptung aufstellte, Professor Gisevius habe das Programm des Bundes der Landwirte unterschrieben und sich überdies diesem gegenüber verpflichtet, weder Hansa-, noch Bauernbund in Anspruch zu nehmen und, auf die Unrichtigkeit dieser Behauptung aufmerksam gemacht, sagte, er werde so lange an ihr festhalten, bis der Kandidat ihm das Gegenteil bewiesen habe, fand er sogar bei seiner sozialdemokratischen Resonanz spöttische Mienen. Der nationalliberale Vertreter, Redakteur Ackermann wies die sonstigen Angriffe mit Nachdruck zurück. Als später der nationalliberale Kandidat Professor Gisevius eintraf, nahm auch dieser selbst Gelegenheit, die oben wiedergegebene Behauptung für unwahr zu erklären. Dort dürfte daher der Freisinn sonderlich gute Geschäfte schwer lich gemacht haben, wie denn überhaupt überall dem Lande die Aussichten der Fortschrittlichen Kandidatur auf Stimmen nur durch eine Dezimalzahl ausgedrückt werden können. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Februar. auf Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 23. Februar 1911 *) Gießen. Der neugegründete„ Oberh. Verein für die Basler Mission", veranstaltet am 5. März in den Gemeindesälen( Kirchstraße) seine erste Jahres= versammlung, verbunden mit öffentlichen Vortrag des Pfarrers Dipper über„ Lage und Aufgabe der Basler Mission in der Gegenwart". *) Gießen. Als der Kirchendiener unserer Stadtfirche am Montag mit der Herrichtung für eine Konzertprobe beschäftigt war, erfolgte eine Gas Explo= i on. Die vom Turm in die Kirche führende schwere Tür wurde eingedrückt und zwei Fensterscheiben zertrümmert. Der Kirchendiener erlitt im Gesicht und an den Händen erhebliche Brandwunden. - Gießen, 23. Febr. Das eingetretene Tauwetter hat der Eisbahn ein schnelles Ende bereitet. Vor wenigen Tagen bot sie noch ein buntbewegtes' Bild, aber nun ist alles still. Das Eis geschmolzen, das Wasser abgelassen, hier und da einige Wassertümpel, das lange Gasrohr zur Beleuchtungsanlage, welches sich lange Zeit diskret verborgen hielt, sichtbar, bietet sie jetzt einen troſtlosen Anblick. Aber die Grasspitzen, die schon hier und da hervorlugen, lassen ahnen, daß bald ein grüner Rasenteppich Abwechselung in das monotone Einerlei bringen wird. - Unter ver= Wetzlar, 22. Febr. Der Regierungspräsident gibt den„ Allerhöchsten Erlaß" betreffend die CarnegieStiftung für Lebensretter bekannt, dem wir folgendes entnehmen: Mit dem von Andrew Carnegie zur Verfügung gestellten Kapital von 1 Millionen Dollar wird unter dem Namen„ Carnegie- Stiftung für Lebensretter" eine Stiftung errichtet. Zweck der Stiftung ist die Linderung der finanziellen Cotstände, welche sich aus heldenmütigen Anstrengungen zur Rettung von Menschenleben im Gebiete des Deutschen Reiches und seiner Gewässer ergeben, sei es für die Lebensretter selbst durch deren vorübergehende oder dauernde Erwerbsunfähigkeit, sei es, im Falle des Todes derselben, für ihre Hinterbliebenen. In erster Linie sind dabei diejenigen Unglücksfälle ins Auge gefaßt, welche sich bei Ausübung friedlicher Berufe, z. B. derjenigen der Bergleute, Seeleute, Aerzte, Krankenpfleger, Feuerwehrleute, Eisenbahn- und Polizeibeamte, ereignen. ,, Lebensrettern" werden auch diejenigen Personen standen, deren heldenmütige Anstrengungen zur Rettung von Menschenleben von Erfolg nicht gekrönt worden sind. Die von dem Kuratorium zu bewilligenden Beihilfen sind einmalige oder fortlaufende. Letztere sollen a) für Lebensretter auf die Dauer ihrer völligen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit, b) für Hinterbliebene von Lebensrettern und zwar für Witwen bis zur eventuellen Wiederverheiratung und für Kinder bis längstens zur Erreichung eines zur selbständigen Ernährung befähigenden Alters gewährt werden. Für besonders befähigte Kinder können zu ihrer Erziehung für einen gehobenen Beruf inbezug auf die Höhe und Dauer der Unterstützung außergewöhnliche Aufwendungen gemacht werden. Den Hinterbliebenen können gleichgeachtet werden andere nähere Verwandte, welche mit dem Ver= storbenen einen Haushalt gebildet und in ihm den Ernährer verloren haben. Sämtliche Bewilligungen aus der Stiftung erfolgen unter Voraussetzung der Würdigkeit und Bedürftigkeit der Empfänger, die fortlaufenden dementsprechend mit dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs, wenn diese Voraussetzungen nicht mehr zutref= fen. Vor Entziehung der Beihilfen soll den Empfängern jedoch Gelegenheit gegeben werden, sich wegen des ihnen zur Last gelegten Betragens oder der eingetretenen Aenderungen ihrer finanziellen Lage zu äußern. Vor der Bewilligung von Beihilfen ist seitens des Kuratoriums zu prüfen, ob den Empfängern gegenüber Behörden, Organisationen, Rassen, Versicherungsgesellschaften, Stiftungen 2c. ihrer etwaigen Pflicht zur Gerecht geworden sind. Nur insoweit die hierdurch erlangten Mittel für die Berechtigten nicht als ausreichend anerkannt werden, soll die Stiftung helfend eingreifen. Insbesondere soll von dem Kuratorium darauf gesehen werden, daß die bestehende Fürsorgepflicht des Staates, der Kommunen, Berufsgenossenschaften, öffentlichen Anstalten 2c. nicht durch die Tätigkeit der Stiftung in irgend einer Weise beeinträchtigt oder abgeschwächt wird. Die Gießen. Die Oberlehrerin an der Aliceschule, Stiftung tritt mit dem Tage ihrer landesherrlichen Genehmigung in Kraft. Anträge auf Gewährung von BeiFrl. Moeser, gründete Ende vorigen Jahres unter dem Namen„ Gießener Fröbel- Seminar" eine mit einer Pen- hilfen an Lebensretter oder deren Hinterbliebenen fönnen bei den Ortsbehörden zur Weitergabe an das Kusion verbundene Anstalt, welche berufen ist, günstig auf die Erziehung unserer Töchter zu wirken. Das Seminar ratorium der Stiftung in Berlin, Wilhelmstraße 64, gewill jungen Mädchen Gelegenheit geben, sich für den Be- stellt werden. ruf einer Kindergärtnerin auszubilden, oder das zu lernen, was eine jede Frau und Mutter als das wichtigste in ihrem Leben erkennen soll. -ö Gießen. Gelegentlich des am 6. Mai stattfindenden allgemeinen hessischen BI um entages sollen fleine künstliche Blumen, die bereits gestiftet sind, auf der Straße an Passanten zum Preise von 10 Pfennig verkauft werden. Den Verkauf sollen junge Mädchen und Frauen aller Bevölkerungskreise übernehmen. Reinerlös findet bekanntlich zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge Verwendung und zwar in den Bezirken, wo er vereinnahmt wurde. Der *) Gießen. Die Hess. Vereinigung für Volks= funde hat sich bekanntlich die Sammlung der Flurnamen aller hessischen Gemarkungen zur Aufgabe gemacht. Die neuesten Mitteilungen der Vereinigung darüber besagen, daß von den 1009 Gemarkungen Hessens noch 500 ohne Sammler sind, weiter, daß Oberhessen mit seinen 446 Gemarkungen noch der Bearbeitung von 168 Gewährung einer Rente, Unterstützung oder Belohnung gemarkungen bedarf. Gießen. Die neuerbaute Klinik für innere Tierfrankheiten, Gewährfehler und Hautkrankheiten an der Frankfurterstraße wurde am Dienstag durch einen in ternen Festakt ihrer Bestimmung übergeben. Der Direktor des Instituts Professor Dr. Gmeiner sprach in seiner Festrede über die Entwickelung der Tierheilkunde an der Universität Gießen. * * Rodheim. Nach einer Bekanntmachung der Handwerkskammer Wiesbaden finden die Frühjahrsgesellenprüfungen statt: für Maurer, Zimmerer, Tüncher ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. vom 1. bis 15. Mai, für alle übrigen Handwerker vom 1. bis 30. April. Die Anmeldungen haben zu erfolgen bei den Vorständen der Prüfungsausschüsse, und zwar für Maurer, Zimmerer und Tüncher im Laufe des Monats April, für alle übrigen Handwerker in der Zeit vom 1. März bis 1. April. Die Prüfungsgebühr beträgt 6 Mark und ist vor der Prüfung an die Handwerkskammer einzuzahlen. Löhnberg. Bei der Bürgermeister- StellvertreSpar- und Darlehnskassen- Rendant Wilhelm Knögel terwahl wurde das bisherige Gemeinderatsmitglied, von hier gewählt. * Weilburg. Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte für den Neubau und zur Ausstattungsergänzung der Unteroffizierschule in Weil= burg 1 100 000 Mark. * Weilburg. Während des Jahres 1910 sind 1783 Ehejubiläumsmedaillen verliehen worden; davon entfallen auf die Provinz Hessen- Nassau 123, auf den Oberlahnkreis 3. * = Marburg. In einer Montag stattgefundenen deutsch- sozialen Wählerversammlung sprach Reichstags kandidat Schneidermeister Rupp aus Niederwalgern über das Programm der wirtschaftlichen Vereinigung, und Reichstagsabgeordneter Lattmann über die Finanzreform. * Wiesbaden. Bürgermeister Rossel vom nahen Doheim wurde mangels Beweise freigesprochen, Dittmar und Schmitz erhielten wegen Unterdrückung einer amtlichen Urkunde und Bestechung je 1 Monat Gefängnis, Herborn wegen Bestechung 75 Mark Geldstrafe, Weiß und Jäger wurden ebenfalls freigesprochen. Soziales. Ein gewerkschaftliches Fiasko hat der sozialdemokratische Metallarbeiterverband mit seiner bisherigen Finanzwirtschaft gemacht. Mit einem Uebermaß im Unterstützungswesen versuchte er den andern Metallarbeiterverbänden Schmutzkonkurrenz zu ma= chen, was ihm auch bei vielen von denen, die nicht alle werden, gelungen ist. Die Folge davon war, daß in den letzten Jahren stets mit Defizit abgeschlossen wurde. Jetzt geht es nicht mehr weiter so. Der Vorstand des Verbandes macht der Pfingsten in Mannheim stattfindenden Generalversammlung zur Steuerung der Finanzmisere drei Vorschläge und zwar: 1. den Wochenbeitrag um 10 Pfg. zu erhöhen; 2. den Anteil der Lokalkasse am Wochenbeitrag von 14 auf 10 Pfg. zu kürzen; 3. bei großen Aussperrungen soll fürderhin für die ersten zwei Wochen Streitunterstützung nicht gezahlt werden, für die folgende Zeit wird die Streifunterstützung auf die Sätze der Erwerbslosenunterstützung, etwa die Hälfte, ermäßigt. scheint Der sozialdemokratische Metallarbeiterverband nach diesen Vorschlägen das Jahr 1910 ebenso wie seine beiden Vorgänger mit einem Defizit abgeschlossen zu haben. Die Jahre 1908 und 1909 brachtem dem roten Verband einen Vermögensrückgang von 769516 M. Der christliche Metallarbeiterverband hatte in derselben Zeit eine Vermögenszunahme von 265 557 Mt. Gehen die vom Vorstand des sozialdemokratischen Metallarbeiterverbandes gemachten Vorschläge durch, so erzielt dieser für seine Hauptkasse, wenn nur das unter 1 und 2 Gesagte berücksichtigt wird, eine jährliche Mehreinnahme von zirka 2 Millionen Mark. Hoffentlich verstehen die christlichen Metallarbeiter allerorts dieses zu würdigen und durch vermehrte Agitation und Ausbau ihre Verbandsfinanzen ihre Position zu stärken. Eingelandt. Antwort auf die in Nr. 34 unter gleicher Rubrik gestellten Anfrage: 1. Der Arzt ist nur dann, und zwar nur in dringenden Fällen, zur Hilfeleistung gesetzlich verpflichtet, wenn die Obrigkeit ihn dazu auffordert. Diese Verpflichtung trifft in gleichem Maße jeden Deutschen. Da aber bei Unglücksfällen für gewöhnlich der Arzt als Fachmann am schnellsten helfen kann, so wird an ihn in erster Linie die polizeiliche Aufforderung ergehen, ob bei Tag oder Nacht ist gleichgültig. Ablehnen fann er die Hilfe nur aus zwingenden Gründen, wie Krankheit oder wenn er anderweitig dringend verhindert ist. 2. Für die Nichtbefolgung der polizeilichen Aufforderung wird er, wie jeder andere, der nicht Arzt zur Rechenschaft gezogen werden können. Es ist eine moralische Pflicht des Arztes, bei allen Notfällen die erbetene er ste Hilfe zu leisten, eine gesetzliche Pflicht nur, wenn die Behörde ihn auffordert. 4. Ist der Arzt vertraglich verpflichtet, wird die Sache selbstredend eine andere. ist, Deutscher Reichstag. Handlung gegen den Fürften fiel alle Welt mit Sohn und Spott über den Staatsanwalt her, der so beredt für ihn eingetreten war, und monatelang verschwand der Name Jfenbiel nicht aus den Wigblättern. Es warf ihn zu Boden, machte seiner Kraft und seiner Laufbahn ein Ende. Er ist seitdem ein gebrochener Mann, dem auch der Aufenthalt in Ein einer Hellanstalt teine Genesung bringen konnte. Opfer Eulenburgs. statt, in der eine weitgehende Erschließung des Ninten Niederrheins beschlossen wurde. Ueber den Fürsten Eulenburg selbst macht die genannte Korrespondenz allerlei merkwürdige Mitteilungen, die sich natürlich schwer nachprüfen lassen. Danach soll sich der Fürst augenblicklich der besten Gesundheit erfreuen, soll vielbesuchte musikalische Abendunterhaltungen veranstalten und soll es durch allerhand geschickte Andeutungen verstan= den haben, den Glauben zu erwecken, als set er das beflagenswerte Opfer einer Intrige und seiner Diskretion geworden. Ob dieser gute Gesundheitszustand, so fragt öte Korrespondenz, wohl lange anhalten wird? Der 1. April ist nicht mehr fern der Termin, vor welchem die Staatsanwaltschaft sich wieder durch ärztliche Untersuchung davon überzeugen lassen muß, ob der Fürst die Unannehmlichkeiten einer Prozeßverhandlung zu ertragen imstande sein wird. Wir fürchten, daß schon in allernächster Zeit wieder jene Liebenberger Bulletins erscheinen werden, die seinen Gesundheitszustand in schwärzester Farbe darstellen werden. Am Dienstag stand der Etat der Reichsjufttzverwal tung zur zwetten Lesung. Der Zentrumsabgeordnete Bels zer brachte einige allgemeine Beschwerden und Anregungen vor. Er forderte u. a. Schaffung eines Luftschiffahrtsrechts. Der Vorwurf der Klassenjustiz und der Weltfremdheit der Richter scheine nicht ganz unberechtigt. Der größte Krebsschaden aber set der übertriebene Einfluß der Psychiatrie in der Strafrechtspflege. Redner besprach auch den Allensteiner Prozeß und das Urteil gegen den früheren Rittergutsbesizer Becker, das ihm zu hoch erschienen sei. Der Moabiter Prozeß habe das Vertrauen zur Justiz wieder befestigt. Der Sozialdemokrat Frank- Mannheim unterstrich den Vorwurf der Klassenjustiz und gab der Meinung Ausdruck, durch das neue Strafgesetzbuch, zu dessen Vorberettung fein Arbeiter zugezogen sei, werde nur reaktionäre Ware eingeschmuggelt. Er führte ferner Beschwerde über die Häufung der Ordnungsstrafen wegen Ungebühr vor Gericht. Staatssekretär Lisco legte sich gegenüber den Vor würfen der beiden Vorredner vornehme Zurückhaltung auf und antwortete im wesentlichen auf sachliche Anregungen. Aus seinen Mitteilungen ist hervorzuheben, daß das Gesetz zur Entlastung des Reichsgerichts bereits günstig wirkt, die Revisionen nehmen ab, die Termine werden in kürzerer Frist( 7 bis 8 Monate) anberaumt. Ueber die Vereinheitlichung des Wechselrechts wird im Herbst eine neue internationale Konferenz in Brüssel tagen, die zu einer Vereinbarung, leider allerdings unter Ausschluß Englands, kommen wird. Auch über den Luftschiffsverkehr ist man zu einem noch provisorischen Charakter tragenden internationalen Abkommen gelangt. Abg. Varenhorst( Reichsp.) wünschte eine einheitliche Regelung der Haftpflicht der Etsenbahnen auch für Sachschäden und eine Revision der Ges bührenordnung für Zeugen und Sachverständige. Der Staatssekretär erwiderte, daß ein solcher Entwurf bereits fertiggestellt ſei. Abg. Ablaß( f. Vp.) erörterte den Prozeß Becker. In solchen Fällen werde es wirklich schwer, die Behauptung von einer Klassenjustiz zurückzuweisen. Der Prozeß sei nur aus dem ganzen Milieu heraus zu verstehen. Die preußische Verwaltung hat einen Pyrrhussieg errungen. Noch einen und sie sei verloren. Abg. Roth( w. Vg.) forderte, daß jeder Strafjurist die Einrichtung einer Straf anstalt kennen lerne. Staatssekretär Lisco erwiderte auf eine Anfrage, die Frage der Konkurrenzklausel sei im Fluß. Hierauf vertagte sich das Haus. Tie Reisepläne des Kaisers. Rundschau vom Tage. Politisches. Die Antwortnote Chinas an Rußland ist am Diens tag veröffentlicht worden. Obschon sie nicht zugibt, daß Verlegungen der Verträge vorgekommen sind, ist sie doch in äußerst versöhnlichem Tone gehalten. Die Note weist darauf hin, daß die jetzt von den Chinesen erhobenen Zölle, gegen die Rußland Einwendungen macht, bereits in Kraft waren, als die russischen Konsulate errichtet wurden. Die chinesische Regierung verspricht, den Beamten weitere Anweisungen über ihre Haltung gegen die russischen Unters tanen zu erteilen, und drückt die Aussicht aus, daß alle strittigen Punkte beigelegt werden können. Die englische Meldung von einem Einrüden russischer Truppen in Tibet wird ruſſiſcherſeits als plumpe Erfindung bezeichnet. Scharfe zurückweisung einer englischen Verdächtigung. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:" Der Temps" beschuldigt in seinem gestrigen Leitartikel die Beutsche Presse, daß sie auf Rußland mit unerbetenen Ratschlägen für seine ostasiatische Politik einen Druck ausübe. In Berlin maßt man sich nicht die Rolle des Beraters einer Großmacht an, die fähig und gewillt ist, ihre Interessen nach eigenem Gutdünken wahrzunehmen. Wenn der Temps" Versuche einer Bevormundung der russischen Politik zusammenstellen will, findet er in seinen eigenen Lettartikeln hinreichendes Material." " Kleine Nachrichten. Des Leipzige furzer Belt erhalten. D ber Infante auf einem hat. Richte Bau eines Seesesverwo Nach der M felner Borg tommandeur größten Tei feinen Stub Der de lombo wird pring hat fo gefagt. In Das war a den Dichung dichten Unt fanten gege verfehenes Deutschland Entfernung fung, und d wegungen außerordent durch feines erfegt, und Menschen zu bei einem Anuradhafu meidlich, de zweiten Ed Stellung en -Murty, d Prinz With einem guter Augen um. Ueber einen Wagenunfall des badischen Großherzogss paares wird aus Karlsruhe folgendes berichtet: Ein Hofwagen, in dem das Großherzogspaar saß, stieß gestern nach mittag an einer Straßenkreuzung mit einem Kohlenfuhrwerk zusammen. Obwohl von beiden Seiten die Gefährte zurückgerissen wurden, brach die Detchsel des Kohlenfuhrwerks und durchbohrte die Glasscheiben des Hofwagens. Trotz der herumfliegenden Glassplitter blieb das Großherzogspaar unverletzt. Die Pest ist nach einer Meldung aus Peking weiter im Abnehmen begriffen. Die Quarantänevorschriften für europäische Reisende sind aufgehoben worden. Bisher sind an der Seuche insgesamt 19 000 Personen gestorben. Ein Vermögen im Unterrock. In Eiserfeld bei Stegen starb vor einigen Tagen eine Witwe, die allgemein als völlig mittellos und bedürftig galt. Sie wurde von ihren Stieffindern unterhalten. Ein Unterrock der Verstorbenen zeichnete sich durch eine sonderbare Schwere aus. Er wurde untersucht. Zu ihrer größten Ueberraschung fanden die Hinterbliebenen in einer Geheimtasche etwa 2500 Mark in Gold und Sparkassenbücher, die Einlagen von etwa 1½ Tausend Mark nachweisen. Um den Militäretat. Die Budgetkommission des Reichstags genehmigte am Dienstag die für den Ausbau der Landesbefestigungen einschließlich Armierung gefor= berte Summe von 15 Millionen Mark. Dann wurde ein nationalliberaler Antrag verhandelt, 2 Armeeinspekteure sowie die Stellen des Gouverneurs in Berlin, Cöln, Mainz und Ulm und die Kommandanten in Altona, Breslau, Karlsruhe, Magdeburg und Spandau zu streichen. Gegen den Antrag wandte sich der Kriegsminister mit aller Entschiedenheit. Die Stellen der Armeeinspekteure wie die der Gouverneure und Kommandanten wären weder im Frieden noch im Kriege entbehrlich. In Frankreich werde die Notwendigkeit derartiger Stellen weit über das bei uns vorgesehene Maß hinaus anerkannt. Die Beschlußfassung wird erst am Mittwoch erfolgen. In der Deffentlichkeit unterhält man sich augenblicklich lebhaft darüber, ob Kaiser Wilhelm auf seiner Fahrt nach Korfu oder auf seiner Rückreise eine Zusammenkunft mit dem Könige Viktor Emanuel von Italien haben wird. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, beruhen alle Meldungen, die hierzu verbreitet worden sind, auf mehr oder wentger freien Kombination en. Der Kaiser unternimmt, von seiner Familie begleitet, die Fahrt nach Korfu als Privatmann, nach seinem Besitztum und zu seiner Erbolung, wie jeder vielbeschäftigte Mann im Frühjahr kurze Zeit lang auszuruhen sucht. Die Frage, ob der Kaiser bet dieser Fahrt, die natürlich auf einer Strecke italienisches Gebiet berühren muß, den italienischen Souverän sehen werde, ist, gerade mit Rücksicht auf den absolut privaten Sharakter der Fahrt, anfangs schwerlich überhaupt ins Auge gefaßt worden. Die Versuche radikaler italienischer Blätter dem deutschen Kaiser und dem König von Italien cine Begegnung bei dieser Gelegenheit, als Demonstration gegen den Papst, aufzuzwingen, find in Berlin als unberechtigte Einmischung in private Entschlüsse empfunden worden. Zur Englandreise des Kaisers wird aus London gemeldet: Obwohl die Reise des Kaisers nach London lediglich als eine Familienangelegenheit aufgefaßt wird, legt man ihr doch hier gewisse politische Bedeutung bei. Sie wird als erster Schritt König Georgs, bessere Beziehungen zum deutschen Kaiserhofe anzubahnen, gedeutet. Besonderes Gemicht legt man der Tatsache bei, daß König Georg die Initiative zur Einladung ergriffen hat. Das Fazit der Eulenburg- Prozesse. Durch ihren Schirm gerettet wurde die 16 Jahre alte Arbeiterin Selma Kettner aus Rixdorf. Als sie mit ihrer Schwester die Donaustraße entlang ging, fiel vom Balkon eines Hauses ein Stück Put herunter. Es durchschlug den Regenschirm und traf den Kopf der K. zwar noch so heftig, daß sie bewußtlos zusammenbrach, aber die Wucht war doch so abgeschwächt, daß keine lebensgefährliche Verletzung entstand. Ueber den vermutlichen Ausfall der nächsten Reichstagswahlen hat sich der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Weber folgendermaßen geäußert: Es ist unschwer zu erraten, daß die nächsten Reichstagswahlen, wie setther immer schon angenommen, in einen starten Rud nach links auslaufen werden; Zunahme der Sozialdemokratie Schwächung der konservativen Partei: das wird wohl die Signatur der Reichstagswahlen 1911 sein. In welcher Stärke der Liberalismus in den Reichstag einziehen wird, hängt lediglich von seiner Arbeit bei den nächsten Wahlen ab. Bekämpfen sich die einzelnen Gruppen des Liberalis= mus untereinander, so wird dessen Stoßkraft verringert und die Zahl seiner Mandate im Endeffekt zurückgegangen sein. Im anderen Falle aber ist seine Position so geartet, daß er mit Ruhe den Wahlen entgegensehen kann." Wer um die Mittagsstunde die Kurfürstenstraße in der Nähe des Zoologischen Gartens in Berlin entlanggeht, der kann, so schreibt die N. G. C.", bei gutem Wetter, wenn die Sonne warme Strahlen herabsendet, einen alten, offenbar schwer leidenden Herrn sehen, der am Arm einer Bärterin mühsam einherschreitet. Der Kopf hängt ihm auf die Brust Herab, und niemand würde glauben, daß dieser Greis noch vor wenigen Jahren das Bild gefestigter Männlichkeit bot. Es ist der Generalstaatsanwalt a. D. Hugo Isen= biel, dessen Name in ganz Deutschland bekannt wurde, als er sich in dem vom Grafen Kuno Moltke angestrengten Beleidigungsprozesse zum Verteidiger der Ehre und Unschuld des Fürsten Philipp zu Eulenburg aufwarf und mit Pathos die Worte ausrief: diesen Mann müsse jeder lieben, der ihm nahetrete, freilich nicht in dem Sinne, wie seine Feinde von ihm behaupten. Der jahrzehntelang geübten Verstellungskunst des Fürsten Eulenburg war es gelungen, diesen trefflichen, in altpreußischer Ehrbarkeit groß gewordenen Beamten vollkommen zu täuschen. Nach der VerDer Familienschmud der Wallutjeffs. 39) Ein Konsortium zur Verstümmelung von Militärpflich tigen. In Südungarn wurde, wie aus Wien gemeldet wird, ein Konsortium von Schwindlern verhaftet, die seit acht Jahren Leute, die zum Militärdienst eingezogen waren, durch Verstümmelung dienstuntauglich machten. Hunderte von Dienstpflichtigen wurden so dem Militär entzogen. Brand eines Bahnhofsgebäudes. In der Nacht zum Dienstag ist das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hohenstein in Westpreußen bis auf den Anbau, in dem sich die Diensträume und der Güterschuppen befinden, abgebrannt. Personen wurden nicht verletzt. In Monte Carlo verhaftet wurde der Postassistent Holtsche aus Olbernhau, der vor etwa vier Wochen nach Unterschlagung von 25 000 Mark flüchtig geworden war. H., der sich einen Grafentitel zugelegt hatte, wurde in dem Augenblick festgenommen, als er das Kasino betreten wollte. Von dem unterschlagenen Gelde fand man nur noch etwa 2000 Mark vor. Die Zahl der Doppelmandatare in den Parlamenten hat in den letzten Jahren zusehends abgenommen. Als Grund hat man die Bewilligung von Diäten im Reichstage angesehen, sodaß für Doppelmandatare der Diätenbezug in einem anderen Parlamente entbehrlich würde. Die Neuwahlen zum Reichstage werden das Institut der Doppelmandatare noch mehr verschwinden lassen. Soweit man aus der bisherigen Kandidatenliste feststellen kann, find Landtagsabgeordnete nur in sehr wenigen Fällen als Reichstagskandidaten aufgestellt, am meisten noch im Zentrum und bei den Konservativen. Im Löwenkäfig zerfleischt. In Alsenborn ist nach einer Meldung aus Kaiserslautern der Friseur Feierabend, als er in einem Löwenkäfig den Besitzer einer Menagerie rafierte, von einem Löwen überfallen und derart zerfleischt worden, daß er bald darauf starb. Eine Rabenmutter wurde in dem Dorfe Chrzin in Böhmen auf Anzeige eines Lehrers verhaftet. Sie hatte ihrer 7jährigen Tochter die Bluse im Rücken an das Fleisch mit mehreren Stichen angenäht. Das Kind wurde erst kürzlich aus der Findelanstalt der Mutter übergeben. Da die Großindustrie mit der gesetzlichen Einführung der Schiffahrtsabgaben rechnet, macht sich am gesamten Niederrhein große Bauspekulationslust bemerkbar. Man sichert sich rechtzeitig Terrain in der Nähe der Landesgrenze, um nicht allzu viel Schiffahrtsabgaben be= zahlen zu müssen. Von Spyck bis Emmerich ist die Anlage einer breiten, hochwasserfreien Straße am Rhein entlang geplant und ein diesbezügliches Projekt bereits ausgearbeitet worden. Kürzlich fand eine Versammlung der am Projekt interessierten Behörden und Grundstücksbesitzer Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) White hob eine Pfeife an die Lippen, ihr schriller Ton drang den Anwesenden durch Mark und Bein. Im Nu stürzten Polizisten herein. Sie wollten Garner packen; da zog er blitzschnell einen Revolver hervor und schoß nach White, der aber jede Bewegung des Baron überwachte und sich schnell zu Boden warf. Der Schuß traf den groBen Wandspiegel und zerschmetterte sein Glas in tausend Eplitier. Schon in der nächsten Sekunde war Sarner gefesselt und unschädlich gemacht. Man untersuchte seine Taschen und fand falsche Kaiten bei ihm. Von einem Wilderer erschossen wurde in der Nähe von Cöln ein Revterwächter, der mit zwei Jägern eine Wildererbande aufgespürt hatte. Die Jäger feuerten mehrere Schüsse auf die Wilderer ab, wobei einer derselben schwer verletzt zusammenbrach und später im Gestrüpp gefunden wurde. Der erschossene Wächter hinterläßt Frau und acht unmündige Kinder. mit denen der Dieb sich schmückt. Sie gehören zum gestohTenen Eigentum der gräflichen Familie und waren früher ein Paar Ohrgehänge, die Meyer bei Mr. Acton umfas= sen ließ." Von dem erdrückenden Beweismaterial wie vernichtet, stand der Berbrecher mit schlotternden Gliedern da. Er wurde ins Gefängnis abgeführt. „ Meine Herren," ergriff White das Wort, ich bin froh, daß es mir endlich gelungen ist, diesen Uebeltäter zu fangen. Der vermeintliche Baron Sarner ist der aus einem deutschen Gefängnis im Oktober v. J. entsprungene Sträfling Albert Meyer, der wegen Fälschung und Betrug Steckbrieflich verfolgt wurde. Hier ist sein Bild; trotz des gefärbten Haares und Bartes ist er deutlich zu erkennen. Bemerken Sie auch die Narbe auf der Stirn und die helTen, Tagenartigen Augen, die im Steckbrief erwähnt sind?" Alle Blicke richteten sich auf den Gefangenen. Durch das Ringen mit den Polizeibeamten hatte sich das in die Stirn gefämmte Haar verschoben; die Narbe trat deutlich hervor. Beim Brande eines Gasthauses in Lauingen in bayerisch- Schwaben sind drei Personen durch ein einstürzendes Nebengebäude schwer verletzt worden Ein Fuhrmann war eine halbe Stunde zwischen einer eisernen Stange und et nem breunenden Balfen eingeklemmt und hat tödliche Brandwunden erlitten. White mußte warme Dantesworte von den Anwesenden entgegennehmen und allen die Hand schütteln. „ Mabel," dachte er glüdlich den kleinen Ring betrachtend ,,, Dein Amulett hat mit den Sieg gebracht." X. Vermischtes. Der erste deutsche Soldat als Flieger. Unser Heer hat jetzt, wie der Korrespondenz„ Heer und Politik" von militärischer Seite mitgeteilt wird, neben den Fliegeroffizie ren auch einen einfachen„ fliegenden Soldaten". Es ist dies der Infanterist Richter von der ersten Kompanie Der Prozeß gegen Meyer, der unter dem Namen Bergmann auf der„ Maud" gereist war, und sich in Neuyork Baron Garner nannte. füllte die Spalten der ameritanischen Zeitungen. Henri Clairon trat jetzt unter seinem wahren Namen auf und war die Hauptperson bei den Gerichtsverhandlungen, denen das Publikum mit leb Haftem Interesse folgte. ,, Die von mir angeführten Anschuldigungen verschwinden aber vor der letzten, schwersten. Albert Meyer ist der Mörder des Dieners Andrei, der von der verstorbenen Gräfin Anastasia Pawlowna Wallutjeff mit einem viele Hunderttausende von Rubeln werten Familienschmuck zu ihrem Sohne nach Petersburg geschickt wurde; alles nähere werde ich vor Gericht aussagen. Ich habe Meyer hier in Amerika bei einem neuen Frevel fassen wollen, ehe ich mit meiner Anklage gegen ihn hervortrete. Und nun, Herr Polizeikommissar, geben Sie mir den Ring und die Nadel, Kaum angekommen, bot sich ihm die Gelegenheit, das Gespräch der Gräfin Wallutjeff mit ihrer Kammerfrau zu belauschen; der Entschluß, den Schmuck an sich zu bringen, bemächtigte sich seiner. Alles übrige ist ja bekannt. Meyer wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Die menschliche Geechtigkeit sollte indessen seiner nicht habhaft werden; man fand ihn eines Tages tot in seinem Kerker; er hatte sich mit einem Nagel, den er aus der Wand zog, die Pulsadern geöffnet und war verblutet. dicht am Of Dermuteten Der er tag hatte u Berlin, die völfert wird ist nämlich Gegen 1 U großgewachse Herren zu b tem sah ma allgemeinter stieß sich mit Die Dame Henri Clairon, alias Robert White, fuhr zu Baron Montpierre. Er erzählte dem Verlobten Miß Rowers die alte Sage, die sich an den Schmud fnüpfte, und bat ihn, ihm die beiden Diamantsterne zu verkaufen. Auch erzählte Clairon dem Franzosen, daß der dritte Stern von ihm gefunden war. Sehr gern ging Montpierre darauf ein, das Geschmeide dem rechtmäßigen Besitzer für den selbsts gezahlten Kaufpreis zu überlassen. Der Mörder war in stumpfe Gleichgiltigkeit verfallen und leugnete nichts. Er sagte aus, daß er aus einer anständigen Bürgerfamilie stamme und eine gute Erziehung genoß. Später wurde er Kommis und kam nach Berlin. Seine Eltern starben und Meyer verlor den letzten Halt. Es ging auf der abschüssigen Bahn weiter, bis er wegen Fälschung in Augsburg verhaftet wurde. Aus dem Ge= fängnis entsprungen, wollte er die Stadt verlassen, es war früh am Morgen, als er auf dem Bahnhof ankam. Er hatte fein Geld und wußte nicht, wie er fortkommen sollte. Er bettelte eine Dame an, die ihm einige Pfennige gab, dabei merkte er sich, wo sie ihre Börse einsteckte. Sie Tegte sie in eine Tasche ihres Jaketts. Meyer stahl sie, als die Dame im Gedränge mit einer Bekannten sprach; ein Ring und Geld lagen in der Börse. Nun löste der entsprungene Sträfling eine Fahrkarte nach Luzern, wo er unter der Menge der dort weilenden Fremden aus allen Nationen sich leichter verbergen zu können glaubte. ,, Darf ich erfahren, wo Sie die Sterne entdeckten, Herr von Montpierre?" fragte Clairon, der auch diesen dunklen Punkt gern aufgeklärt zu sehen wünschte. ,, Bei einem Antiquar in der Croßstraße", versezte der junge Franzose.„ Ich habe eine große Vorliebe für alte schöne Sachen. Ich war von dem prächtigen Schmud so entzückt, daß ich ihm einen großen Preis dafür bezahlte, um meiner Braut eine Freude zu bereiten. Hier sind die Sterne. Miß Rower hat einen Widerwillen gegen ste gefaßt. Das erstemal, als sie dieselben trug, begegnete ihr der Unfall, der leicht ihr Leben hätte kosten können. Sie ist jetzt wieder so ziemlich hergestellt und hat dem Zirkus ganz entsagt. Eobald Alice gesund ist, reisen wir nach Paris, wo meine Eltern sie als Schwiegertochter willtommen heißen." nisches Läche dahin und s nämlich die ,, Wann glauben Sie reisen zu können?" fragte Clairon. " In vie. Wochen." „ Dann wäre es leicht möglich, daß wir die Ueber fahrt zusammen machen, Herr Baron."( Forts. folgt.) trug zum er wir jekt, n ben„ Chine tatsächlich d mehr, als d Sofenrod ei Jein. Das meter über 3 völlig geson nach oben hose bildete. aus lila Sa den Seiten nefen zu seh Seidene Strü liche Hose ze auffallendern und hinten bie Hose wa Kleidungssti und ließen lung, daß di wenn die D tellte, um e nights mehr males Kleid Der Todes Dächer hat Einbrecher v Einbruch i Der Einbre über die To in einen plice versuc Kopf in de rannte. E gebracht. 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Nach der Ablegung der Fliegerprüfung, die in Gegenwart seiner Vorgesetzten stattfand, wurde von dem Regimentstommandeur verfügt, daß der„ fiegende Soldat" von dem größten Teil des Dienstes zu befreien sei, um weiterhin feinen Studien obliegen zu können. Der deutsche Kronprinz in Lebensgefahr. Aus Colombo wird der Deutschen 3tg." geschrieben: Unser Kronprinz hat sowohl hier, wie auf der indischen Reise eifrig gejagt. In Ceylon ist er dabei in Lebensgefahr geraten. Das war an einem der legten Novembertage, als er in den Dschungeln pürschte. An jenem Tage sah er sich im dichten Unterholz plötzlich auf wenige Schritte einem Elefanten gegenüber. Der Prinz führte ein mit Fernrohr versehenes Gewehr mittleren Kalibers, wie wir es in Deutschland gegen Hochwild benutzen. Trotz der geringen Entfernung hatte seine Kugel nicht die gewünschte Wir-. fung, und das verwundete Tier nahm ihn an. Die Bewegungen des anscheinend plumpen Dickhäuters fönnen außerordentlich schnell werden; sein schwaches Gesicht wird durch feines Gehör und scharfen Geruchsinn vollkommen ersetzt, und ein Schlag mit dem Rüssel genügt, um einen Menschen zu töten. Vor anderthalb Jahren habe ich das bei einem Treiben auf Elefanten in der Gegend von Anuradhafura selbst gesehen. Ein Unglück schien unvermeidlich, denn der Kronprinz hatte keine Zeit für einen zweiten Schuß. Aber der Gouvernementsagent die Stellung entspricht ungefähr der des preußischen Landrats Murty, der sich in dem kritischen Augenblick dicht hinter Prinz Wilhelm befand, legte den vorbrechenden Koloß mit einem guten Schuß seiner Elefantenbüchse zwischen die Augen um. Die Laufmündung befand sich beim Abdrücken dicht am Ohre des Prinzen, und dieser fuhr bei dem unvermuteten Krachen des Schusses überrascht herum. - Der erste„ Sosenrod" in Berlin. Am letzten Sonntag hatte um die Mittagsstunde die Tauentzienstraße in Berlin, die um diese Zeit von einer eleganten Menge bevölfert wird, eine kleine Sensation. Der erste Hosenrock ist nämlich den erstaunten Fußgängern vorgeführt worden. Gegen 1 Uhr mittags tam vom Kurfürstendamm her eine großgewachsene Dame von schlanker Figur, die von zwei Herren zu beiden Seiten flankiert war. Schon von weitem sah man, daß diese kleine Gruppe der Gegenstand der allgemeinsten Aufmerksamkeit war. Man lächelte, tuschelte, stieß sich mit den Ellbogen an und blickte verwundert nach. Die Dame schritt aber unbekümmert, nur ein kleines ironisches Lächeln um die Lippen, zwischen ihren Begleitern dahin und schien sich dabei gar wohl zu fühlen. Sie hatte nämlich die Fesseln des„ Humpelrodes" abgeworfen und trug zum ersten Mal den„ Pascha- Rock" oder Hosenrock, den wir jetzt, nachdem wir ihn gesehen haben, viel treffender ben Chinesenrock" bezeichnen möchten. Denn er ähnelt tatsächlich der Kleidung eines männlichen Chinesen viel mehr, als der eines türkischen Paschas. Es sollen ja vom Sosenrod eine erfleckliche Menge von Abarten vorhanden sein. Das Kostüm war in lila gehalten. Wenige Zentimeter über den Knöcheln schloß sich um jedes Bein fest ein völlig gesondertes Kleidungsstüd aus lila Seide, das sich nach oben zu trichterförmig erweiterte und eine Pluderhose bildete. Dazu trug die Dame einen langen Mantel aus lila Samt, der geteilt war und den Hosenrock zu beiden Seiten bedeckte, ganz genau, wie wir es bei den Chinesen zu sehen gewohnt sind. Die Dame trug dazu lila seidene Strümpfe und sehr elegantes Schuhwerk. Die weibliche Hose zeigte übrigens im Gegensatz zur männlichen, auffallenderweise vier scharfe Bügelfalten, und zwar vorn und hinten und an den beiden Seiten. Der Mantel und bie Hose waren überdies mit sehr schönen Spitzen bedeckt und ließen dadurch nicht den Eindruck eines männlichen Kleidungsstückes aufkommen. Interessant ist die Feststellung, daß dieses neue Modell nur dann als Hose wirkte, wenn die Dame ging. Als sie sich einen Augenblick hinstellte, um ein Auto zu besteigen, war von dem Hosenrock nichts mehr zu sehen und er wirkte vollkommen als nor= males Kleidungsstück. Der Todessturz des Einbrechers. Eine Flucht über die Dächer hat in Berlin in der Nacht zum Dienstag ein Einbrecher versucht, der in der Dresdener Straße bei einem Einbruch in einen Zigarrenladen überrascht wurde. Der Einbrecher floh vom Hause Dresdener Straße 93 über die Dächer bis zum Hause S0, stürzte dort vom Dache in einen Lichtschacht und blieb tot liegen. Sein Komplice versuchte die Flucht in der Weise, daß er mit dem Kopf in des Schaufenster des nebenan liegenden Lokals rannte. Er wurde ergriffen und nach dem Polizeirevier gebracht. Die geprellte Armendirektion. Vor einigeur Zeit starb in Berlin ein Krüppel, der seit mehr als zwanzig Jahren von der Berliner Armendirektion mit einem ansehnlichen Betrage unterstützt wurde, weil er äußerst hilfs= bedürftig war. Der unterstützte Friedrich Kögler handelte in der Potsdamer Straße mit Posamentwaren und hatte einen recht guten Verdienst. Bei seinem Tode stellte sich heraus, daß sich Kögler ein kleines Vermögen erspart hatte, das bei der Berliner Sparbank hinterlegt war. Die Berliner Armendirektion erhielt von der Angelegenheit Kenntnis und beschlagnahmte die von Kögler während der Dauer seines Lebens gesparten Beträge, die sich auf 18 094 Mark stellten. Rögler hat es verstanden, die Armendirektion über seine Vermögensverhältnisse 20 Jahre lang geschickt zu täuschen. Er wohnte in einem finsteren, engen Raume, der einem Loche glich, und in einem luftlosen Hause einer alten Mietskaserne lag. Rögler führte, obgleich er aus den Mitteln der Armendirektion, aus seinem Verdienst und den etwa 700 Mark betragenden 3insen seines Vermögens ein genügendes Einkommen hatte, ein überaus dürftiges Leben. Die erste Hundertmarkschein- ,, Blüte". Die Ausgabe neuer Reichstassenscheine bringt für zwei Erwerbsstände siemliche Unbequemlichkeiten mit sich, für die gewerbs= mäßigen Hersteller von„ Blüten", d. h. Falsifikaten, und Die Fabrikanten von„ unechten Blüten", jenen bekannten Berierscheinen, mit denen man guten Freunden am 1. April eder kei sonst passender Gelegenheit eine„ Freude" macht. Ehe sich der neue Hundertmarkschein im Publidum eingebürgert hat, wird er nur zu leicht für eine solche Blüte" gehalten. Schon als die letzten Fünfmarkscheine zum ersten Mal im Publikum auftauchten, weigerten sich Zahlreiche Personen, das fremde Papiergeld in Empfang au nehmen. Es ereignete sich. wie aus Waldenburg geschrieben wird, eine tragikomische Geschichte in dem schlefischen Orte Peterswaldau im Kreise Reichenbach. Hier hatte ein Gutsbesitzer in einer Mühle einen neuen Hundertmarkschein in Zahlung genommen. Auf seinem Siegeszuge tam der Gutsbesitzer auch in die Ortsschenke, wo das Schauobjeft gebührend bewundert wurde. Als bald darauf ein Bekannter des Gutsbesizers ins Zimmer trat, rief ihm dieser zu:„ Kannst Du ihn wechseln?", worauf der Angeredete erwiderte:„ Sofort!" Darauf faltete der Naive den Echein, riß ihn in acht Teile und legte ihn so gewechselt auf den Tisch. Durch die Bestürzung des Gutsbesitzers und das allgemeine Gelächter wurde der„ Wechsler" erst gewahr, daß er einen echten Hundertmarkschein, den er irrtümlich für eine„ Blüte" gehalten, in acht Teile zerlegt hatte. Der Schaden wurde indes wieder repariert. Die ersten Lehrerinnen für China. In dem für moderne Bestrebungen immer zugänglicher werdenden Reich der Mitte soll jetzt auch das Frauenelement auf dem Gebiete der Pädagogit Verwendung finden. Wie aus Schanghai gemeldet wird, steht man in dortigen Missionskreisen mit Spannung der Ankunft von 11 amerikanischen Lehrerinnen entgegen. Zum ersten Male sollen Frauen zum Unterricht chinesischer Kinder herangezogen werden. Gelingt der Versuch, dann werden mehrere Missionen Lehrerinnen für ihre Schulen kommen lassen. In chinesischen Schulen unterrichten bisher nur Männer. Ein eigenartiger Unglüdsfall. Als so meldet der Berliner Polizeibericht die Ehefrau des Sattlers Ds= wald Rumpf aus der Grimmstraße in ihrer Küche ,, Grog fochen" wollte und ein Gefäß mit Rum auf das Feuer setzte, schlugen die Flammen des Gaskochers, wohl infolge von Zugluft, hoch auf und entzündeten den Rum, der sich über die Kleider der Frau ergoß. An der Küchentür hängende Kleidungsstücke gerieten in Brand, der auf die Hilferufe der Frau herbeieilende Ehemann wurde gleichfalls von den Flammen ergriffen und lief in seiner Angst zu einer Nachbarin, die ihm Kleidungsstücke überwarf und so die Flammen erstickte. Dann stürzte sie zur Küche des Rumpfschen Ehepaars, wo Frau Rumpf am Fußboden lag, und löschte deren Kleider ebenfalls durch Ueberwerfen von Sachen und durch Begießen mit Wasser. Hausbewohner brachten dann das Ehepaar nach dem Krankenhaus. Die Frau ist durch Brandwunden schwer verletzt worden. Ein guter Gatte.„ Meine Frau ist wirklich zu nett jede Arbeit sucht sie mir abzunehmen! Als ich zum Beispiel am Tage nach unserer Hochzeit abends vom Bureau kam, da hatte ste, ohne daß ich etwas davon wußte, an sämtliche Vereine, deren Mitglied ich bisher war, meine Austrittserklärung geschrieben Ich brauchte nur meinen Namen darunter zu setzen!" Wissenschaft, Kunst und Literatur. Funksprüche über große Entfernungen. Zwischen den Telefunkenstationen des Eiffelturms und der Glace- Bat in Kanada fand dieser Tage ein vollständig gelungener Depeschenaustausch mittelst sogenannter musikalischer Funken statt. Die Entfernung beträgt über 6000 Kilometer. Ferner soll es von San Francisco aus gelungen sein, in drahtlose Verbindung mit dem über 9000 Kilometer ent fernten Tschofi Schimosa an der japanischen Küste zu treten. Als einzige Zwischenstatton diente der Dampfer einer ame= rikanischen Linie in einer Entfernung von 5200 Kilometer. Die Ernst Haeckelspende, die dem Jenaer Gelehrten zu seinem 77. Geburtstage als Ehrengabe von seinen Anhängern überreicht wurde, hatte eine Höhe von 5000 Mark. Haeckel will diese Summe zur Ausschmückung des Archivs im Phyletischen Museum verwenden. Es werden in diesem Museum die wichtigsten Dokumente über die Abstam= mungslehre und die monistische Philosophie gesammelt. Vom Buchbindergesellen zum Heldentenor. Aus Adorf i. V. wird den 2. N. N." geschrieben: Der Sohn des Kartonnagenfabrikanten Scheidhauer im benachbarten Asch, Ferdinand Scheidhauer, ist vom Stadttheater Augsburg als Heldentenor engagiert worden. Dieser Tage war der erst 23jährige Sänger zum ersten Male vor die Oeffentlichkeit getreten und sang den Stegmund in der„ Walküre" mit genügendem Erfolge. Vor wenigen Jahren noch Buchbindergeselle in Adorf t. V., hat er dann seine Ausbildung auf Kosten eines Ascher Musik- und Kunstfreundes unter Leitung hervorragender Meister genossen. Der Kaiser als Vortragender. Der persönliche Vortrag des Kaisers über Moorfultur im Deutschen Landwirtschaftsrat hat in weiten Kreisen Interesse und Sympathie, wohl aber auch einiges Staunen darüber erweckt, daß der König vom Preußen und deutsche Kaiser höchstselbst am Vortragspult erscheint, um einen Bericht zu erstatten, dessen Verlesung auch durch irgend einen Hofbeamten oder Verwalter hätte besorgt wer= den können. Das persönliche Hervortreten des Kaisers als Vortragsredner erklärt sich, wie der„ Magdeb. Ztg." aus Berlin geschrieben wird, aus einem Wesenszuge, von welchem auf politischem Gebiete schon so viel kritisches ge= sprochen oder geschrieben worden ist, daß es die Gerechtigfeit und Billigkeit erfordert, auch die interessante und durchaus sympathische Seite dieser Charakteranlage hervorzuheben. Ein bedeutender Künstler und Hofmann, der häufig als Gast des Kaisers in dessen nächster Umgebung weilt, drückte sich mir gegenüber über dieses Problem recht anschaulich in folgender Weise aus:„ Die große geistige Regsamkeit und Mitteilsamkeit des Kaisers gerät bei unzähligen Gelegenheiten immer wieder vor iene Schranke, die durch Fürstenwürde und dynastische Stellung aufgerichtet ist. Die Hofetikette verbietet bekanntlich jedem, der mit dem Monarchen spricht, die Initiative in der Aussprache. Thema und Gang der Unterhaltung wird vom Fürsten bestimmt. Dadurch leidet aber der persönliche Kontakt des Gespräches außerordentlich. Kaiser Wilhelm empfindet dies nur zu deutlich und hat viel und start darunter gelitten. Sein eifriger Wille geht dahin, die Schranke zwischen sich und einer möglichst großen Umgebung zu durchbrechen, und dies vermag er nur dadurch, daß er jede Gelegenheit benutzt, um sich aufzuschließen", seine Gedanken recht vielen Bu hörern selbst vorzutragen, dadurch Resonanz und schließlich persönlichen Kontakt zu erzeugen. Man kann diesen feelischen Kampf geradezu das Charakterproblem Kaiser Wilhelms II. nennen! Es erklärt sich so vie= les rein menschlich, was an seimen offiziellen Reden oft allzu streng politisch aufgefaßt und beurteilt wird. Es erflären sich z. B. auch die Schiffs predigten, die der Kaiser auf seiner Hohenzollern" selbst vorträgt. Man muß da zugehört haben, um aus Ton, Geste und Haltung zu verstehen, wie sehr auch da der Kaiser das Verlangen hat, als Mensch zum Menschen zu sprechen und persönliche Fühlung mit denen zu gewinnen, über die ihn seine Mcnarcheneigenschaft unnahbar zu entrücken droht. Es ist ein häufiger Ausdruck des Kaisers: Ich möchte das recht vielen gesagt heben!" In dem berühmten Babel Bibel= Brief an Admiral Hollmann schrieb er auch als Poſtffriptum: Sie können von diesen Zeilen den ausgiebigsten Gebrauch machen; wer will, kann sie lesen." Als er die Reform höherer Schulen einleitete, regte er die Einladung von 45 Vertrauensmännern an, um ähnlich wie fest im Landwirtschaftsrat selbst einen Vortrag zu halten, persönlich den Bericht zu erstatten über Dinge, die mein Herz bewegen", wie er damals fagte und wie einer seiner Lieblingsausbrücke überhaupt ist. Und weil der Kaiser fett von seinem geliebten Nadinen sprach, sei aus der Erinnerung hervorgeholt, was er im Jahre 1899 über die dortigen Arbetterwohnungen zu der Gemahlin des Landrats von Estorff gesagt hat: In Kadinen muß noch manches anders werden. Ich meine besonders die Arbets terwohnungen. Dies scheint überhaupt noch ein leber hier im Osten zu seint. Der schöne Vichstall in Kadinen ist ja ein wahrer Palast den Arbeiterwohnungen gegenüber. Es muß dafür gesorgt werden, daß nicht etwa die Schwet neställe besser sind als die Arbeiterwohnungen." Auch diese Worte, humorvoll bis zur Derbheit, verraten deutlich, was wir andeuten und erklären wollten: Den brennenden Wunsch des Kaisers, nicht immer unnahbar auf der Menschheit Höhen zu wandeln, sondern dte Kluft zwischen sich und seinen Zeitgenossen nach Kräften zu überbrücken." Drabtnachrichten und neuestes. Die Lohnerhöhung der Eisenbahnarbeiter. Berlin 22. Februar. Der Eisenbahnminister empfing dte Lohnkommission des Verbandes deutscher Eisenbahnhandwerker und Arbetter und erkannte die Wünsche nach einer allgemeinen durchgreifenden Lohnerhöhung an. Der Minister stellte eine Vermehrung der Stellen der Lokomotivheizer und Führer sowie die Ueberführung der Güterboden vorarbeiter in die Ladeschaffnerstellen in Aussicht. Vermißter Ballon. Berlin, 22. Februar. Der Ballon Para 1909 vom Luftschifferbataillon stieg gestern nachmittag 1 Uhr mit dret Offizieren an Bord in Tegel auf. Er flog in beträchtlicher Höhe mit großer Geschwindigkeit westwärts. Bis zur späten Abendstunde fehlte jede Nachricht. Ein Irrsinniger im D- Zuge. Weimar, 22. Februar. Der Rittergutsbesitzer Brauns aus dem benachbarten Solsdorf hatte gestern abend im D- Zuge Berlin- Frankfurt ein ernstes Renkontre mit einem anscheinend irrsinnigen Russen. Dieser bedrohte unterwegs den Zugführer und Brauns mehrmals mit dem Revolver, bis es schließlich Brauns gelang, den Russen un schädlich zu machen. Da sich auf dem Bahnhof in Weimar fein Polizeibeamter befand, wurde der Mann in Erfurt festgehalten, wo seine Personalten festgestellt wurden. Großes Schadenfeuer. Erfurt, 22. Februar. In dem benachbarten meimarischen Dorfe Querburg sind in der vergangenen Nacht die fast noch neuen massiven Scheunen zweier Landwirte abgebrannt. Auch viele Futtervorräte und landwirtschaftliche Maschinen sind dem Brande zum Opfer gefallen. Ausschreitungen weiblicher Zwangszöglinge. 0 München, 22. Februar. Im Kloster zum guten Hirten, einer Zwangserziehungsanstalt für Mädchen, zerschlugen die Zöglinge die Fenster und zertrümmerten verschloffene Türen. Die Schwestern waren dem wüsten Tretben gegenüber machtlos. Schließlich mußten Schuhleute herbeigeholt werden. Die Agitation der Impfgegner. Dortmund, 22. Februar. Gegen den Oberlehrer Mirius hier, den Vorsitzenden des Verbandes deutscher Impfgegnervereine, eröffnet das Münstersche Provinzialschulfollegium ein Disziplinarverfahren wegen öffentlichen agt tatorischen Auftretens gegen das Impfgesetz. Schwerer Sturm an der norwegischen Küste. Christiania, 22. Februar. An der norwegischen Westküste herrschte in den letzten Tagen ein furchtbarer Schneeorfan. Die Telegraphen- und Telephonverbindungen erlitten namentlich südlich von Drontheim große Störungen. Zahlreiche Schiffe havarierten. Christiansund, 22. Februar. Während des Orkans sind gestern abend drei Fischerboote gesunken, wobei elf Mann ertranfen. Ein Boot wird vermißt. Geheimnisvolle Mordaffäre. Paris, 22. Februar. In Nancy geriet das Hotel Michels in Brand. Als die Feuerwehr in den zweiten Stock eindrang, um die Möbel zu entfernen, fand sie in einem Wandschrank die Leiche eines schwarz gekleideten jungen Mädchens, dessen Gesicht schon halb verkohlt war. Der Körper der Toten trug die Spuren zweter Schußwunden. Bisher wurde festgestellt, daß das Mädchen Kassiererin in einem Badeorte bei Nancy war. Der Gastwirt wurde in Haft ge= nommen. Untat russischer Banditen. Warschaut, 22. Februar. Unbekannte Banditen erschossen zwei Schußleute. Auf der Flucht feuerten sie noch mehrere Revolverschüsse auf ihre Verfolger ab, wobei ein Knabe verletzt wurde. Felssturz in einem Touristenort. Tetfchen, 22. Februar. Der in Touristenkreisen befannte Ort Laube in Böhmen wurde durch einen orfanartigen Sturm derart heimgesucht, daß sich zahlreiche Felsblöcke loslöften und die Häuser gefährdeten. Handel und Verkehr. Frankfurt, 21. Februar. Viehmarktpreise vom 20. Feb. ruar. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen a) vollflei schige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt( Lebendgew.) M 48-52,( Schlachtgem.) M 87 bis 90, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44-47,( Schlachtgew.) M 80-85, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgew.) M 39-44,( Schlachtgew.) M 72-81, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M B. Bullen a) vollfleischige ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) 46-50,( Schlachtgem.) M 76-83, 6) vollfletschige jüngere( Lebendgew.) M 40-43,( Schlachtgew.) M 66 bis 71. E. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-47, ( Schlachtgew.) M 79-84, 6) vollsleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M. 41-44,( Schlachtgew.) M 76-79, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) M 40-43,( Schlachtgew.) 77-83, dv. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 35-40( Schlachtgew.) M 56 bis 74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 28-33,( Schlachtgem.) M 56-66, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 22-27,( Schlachtgew.) M 50 bis 60. Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgew.) M 00-00,( Schlachtgew.) M00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60, ( Schlachtgew.) M 93-100, c) mittl. Mast- und gute Saugfäl ber( Lebendgew.) M 52-55,( Schlachtgem.) M 88-93, d) ge= ring. Sangfälber( Lebendgem.) M 50,( Schlachtgew.) M 85. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 40-41,( Schlachtgew.) M 84 bis 86, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) M. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg. Lebendgewicht ( Lebendgew.) M 49-51,( Schlachtgem.) M 62-65, 6) vollfletschige Schweine unter 80 kg. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 47-49,( Schlachtgew.) M 60-63, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 49-51, ( Schlachtgew.) M 62-64, 5) vollfleischige Schweine von 120 bis 150 g. Rebendgewicht( Lebendgew.) M 48-50,( Schlachtaew.) M 60-63. IVO PUHONNÝ. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo überragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am beften der Umftand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. Bekanntmachung. Die unterm 6. Februar 1911 angeordnete Sperre des Wetzlarer Weges zwischen Friedrich- und Hofmannstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. !! Räucherapparate!! mit Trockenvorrichtung( 2ma! gesetzl. gesch.) Ein Schneider geselle für daucinde Arbeit sucht 7. Heckmann, Langd Kr. Gießen. Neine roch Knaben zur Vorbettung i alle Schulen in Pension. Zurückgebliebene werden weiter befördert. Näheres brieflich. Sommerlath, Pfarrer, Geismar, bei Frankenberg. Kaufe gegen Kasse gut erhaltes Klavier. 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