e. 3. che. mäler. legen. -Vereine , Fräulein, n Sie nicht ' mal Cathreiners Malzkaffee hen können, n haben Sie r recht wenig ton gelern so einfac thn, fehen tem Waffe n ein paa en Sie ihn Too ahor Gi ehmen." Ine Kron nger- Nähmasch hte kann nicht au M. Jacob 30 Jahr. Liefer, r bahn- Beamt- Ve ein ,, versend, d. h mit hygien. Fussr Jubil- Katalog rzugspreise und 5, 48, 60 M 4 Unterricht g esichtigen." en. pieken. h Trinitus. Orlemmer. ten aus der ie Matthäus en für bei rbeten. irche. erten aus Lukas- u. Bemeinden De Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltesameg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Nr. 187. - Telephon: Nr. 362. Staatliche Hilfe gegen die Teuerung. Die ungewöhnliche Dürre dieses Jahres, von der bei uns kein Gebiet verschont geblieben ist, läßt einen Mangel an Futtermitteln befürchten, wie er nur selten dagewesen ist. Wiesenheu, Klee und Luzerne versprechen nur ganz dürftige Erträgniffe, und die Landwirte haben zum Teil den Kopf verloren und verkaufen ihr Vieh zu verlustbringenden Preisen. Das Landwirt schaftsministerium ist, wie die„ Deutsche Tageszeitung" erfährt, entschlossen, den außerordentlichen Zuständen Rechnung zu tragen. Die Veröffentlichung eines Not standstarifes für Futtermittel, Torfstreu und Torfmull für den Gesamtbereich des preußischen Staat 8 steht unmittelbar bebor. Schon jetzt aber erließ der preußische Landwirtschaftsminister, Freiherr von Schorlemer, ein Rundschreiben an sämtliche Landwirtschaftskammern, in dem nachdrücklich die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Viehzucht und möglichste Ausdehnung der Schweinezucht und Schweinehaltung empfohlen wird. Zwar habe, so heißt es in dem Schreiben, das verstärkte Angebot an Schweinen 1910 ein beträchtliches Nachlassen der Schweinepreise auf den Fettviehmärkten im Gefolge gehabt, auch die Schweinefleischpreise seien gesunken, wenn auch die Spannung zwischen den Prei sen für Schweinefleisch im Kleinhandel und den Schlacht. gewichtspreisen für Schweine meist sehr erheblich ge stiegen set, die Schweineausfuhr habe zugenommen, und schon seien Zweifel an der Rentabilität der Schwei nehaltung aufgestiegen, aber gerade die Sweinehaltung werde durch langanhaltende Trockenheitsperioden, wie in diesem Jahre, am wenigsten beeinträchtigt, da für die Schweinefütterung die Verabreichung von Rauhund Grünfutter kein dringendes Erfordernis set. Selbst wenn, was bei eintretenden Niederschlägen kaum zu befürchten stehe, die Kartoffelernte nur geringe Erträge liefere, sei ein Zwang zur Einschränkung der Schwelnehaltung nicht gegeben, da die Schweinemast mit gleich günstigem Fütterungs- und finanziellem Erfolge mit anderen Futterstoffen betrieben, und die Aufzucht durch möglichste Heranziehung sonst in der Regel nicht oder doch nur teilweise benutter Fütterungsgelegen. heiten( Stoppelweide, Waldweide, nicht abernte Stleeschläge) wesentlich erleichtert und berbilligt werden könne. Die Entwicklung der Rindbiehzucht, so heißt es dann in dem Erlaß weiter, habe leider immer noch und neuerdings wieder mit mehr Schwierigkeiten zu fämpfen. Die Landwirte seien bestrebt gewesen, die durch die geringe Anzucht des Jahres 1908 entstandenen Rücken in ihrem Vichbestande auszugleichen, indes stellten sich leider diesem Bestreben der schwere Maul- und Klauen seuchezug, der gegenwärtig Deutschland ebenso wie seine Nachbarländer heimsuche, und ein infolge der langanhaltenden Dürre drohender Futtermangel als erschwerende Umstände in den Weg. Infolge der langanhal. tenden Dürre scheinen Klee, Luzerne und Wiesenheu im zweiten Schnitt faum noch nennenswerte Erträge zu versprechen, hier und da werde auch schon über Not verkäufe von Vich berichtet. Immerhin fönne doch die Lage nicht als Hoffnungslos angesehen werden. Um einem Ausgleich zwischen den in der Futterernte noch einigermaßen begünstigten und den schwerer heimge suchten Landesteilen möglichst die Wege zu ebnen, so heißt es in dem Rundschreiben weiter, ist die Staats regierung in Erwägungen über eine vorübergehende Herabsegung der Eisenbahntarife für Futter und Streumittel eingetreten. Die Hauptsache aber ist, daß die Landwirte nicht den Mut verlieren, vielmehr ihren Vichbestand selbst unter zeitweiligen abgesehen Opfern zu halten versuchen, wozu die zum Teil befriedigende Ernte von den Futtermitteln fie vielleicht in den Stand sehen wird. Es wird sich im wesentlichen darum handeln, dahin zu wicken, daß die noch aus früheren Jahren vorhandenen Rauhfutterbestände tunlichst ausschließlich als Viehfutter nutzbar gemacht, und das zur Einstreu andere geeignete Ersatzstoffe verwendet werden. Sofern sich ein dringendes Bedürfnis für den Bezug von Waldstreu aus staatlichen Forsten herausstellen sollte, würde der Minister eine wohlwollende Prüfung der eingehenden Anträge ein treten lassen, wie es auch bisher in Notzeiten stets der Fall gewesen ist. Ein möglichst weitverzweigtes Nachrichtennetz würde unter Zuhilfnahme bestehender oder schleunigst ins Leben zu rufender Bezugsorganisation die Vermittlung der Futtermittel wesentlich erleichtern und verbilligen. Für den außersten Notfall würde auch das Ausland zur Lieferung von Futter in Betracht kommen. Bet spielsweise habe sich die landwirtschaftliche Vertretung dor Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 22. August 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile.- Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pis.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei Ueberschreisung des Sablengszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Seitung" G. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. dazu erboten. des österreichischen Kronlandes Steiermark vor kurzem, Johanneskirche marschiert. Pfarer Adolf hielt eine Es würde ferner erforderlich werden, die viehhal tenden Landwirte durch Aufstellung und möglichste Verbreitung geeigneter Futterrationen darüber zu belehren, welche Futtermittel fich zum Ersatz fehlenden Raub futters besonders eignen und nach der Marktlage zur Ergänzung des Ausfalls an Rauhfutter und Rüben zweckmäßigerweise herangezogen werden können. Endich würde den Landwirten mit Ratschlägen an die Hand zu gehen sein, wie die Einbuße im Futteretat durch nachträgliche Aussaat von Grünfutterpflanzen möglichst ausgeglichen werden fönne, fofern baldigft eintretende Niederschläge noch einen Erfolg erwarten lassen. des Tages würdige Predigt, die den alten Veteranen ihre Tage des Kampfes noch lebendiger in Erinnerung brachte. Dann die einfache und doch immer wieder schöne Feier Der des ehrnden Gedächtnisses für die gefallenen und ver storbenen Kameraden auf dem alten Friedhof. anwesende älteste Offizier von unserem Kaiser- Regiment legte hier im Namen des Regiments einen Kranz am Denkmal der deutschen Krieger nieder; seine damit verbundene kernige Ansprache klang in dem Wunsch aus, daß Deutschland allezeit die 1870-71 eroberte Einigkeit Der Vorsitzende des Veteranenvereins, festigen möge. Sorense dk, legte dann im Auftrag der Militär- Vereine je einen Kranz am Denkmal der Deutschen und am Denkmal der in der Gefangenschaft verstorbenen französi Zum Schluß ersucht der Minister die Landwirt- schen Krieger nieder. Nach einem weiteren Choral der schaftskammern dringend, im Einvernehmen mit den Regimentskapelle ging es dann mit Musik zum MarktVerwaltungsbehörden, insbesondere den Bandräten, die platz, wo mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog sen Aufgaben ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und Niederlegung eines Kranzes am Denkmal die Feier und durch ihre Vertrauensmänner, durch die Vereine, ihren offiziellen Schluß fand. durch Genossenschaften, Wanderlehrer und Tierzuchtbe. amte mittels persönlicher Einwirkung und durch Flug schriften aufklärend, beratend, helfend und fördernd zu wirken und damit zur Abwendung einer Gefahr beizu tragen, deren Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft nicht hoch genug eingeschäßt werden könne. Im Anschluß hieran sei erwähnt, daß die sächsische Regierung bereits n voriger Woche mit den zuständigen wirtschaftlichen Störperschaften in ähnlicher Weise in Verbindung getreten ist. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. August 1911. * Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Weigel zu Ulrichstein, Kr. Schotten, eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Lollar, Kr. Steßen. * Landtagswahlen. Das Hessische Staatsministerium hat die Vornahme der Abgeordnetenwahlen zum 34. Landtag nunmehr endgültig auf Freitag, den 3. November, festgesetzt. Die Offenlegung der Listen erfolgt von Donnerstag, den 14. September, bis Mittwoch, den 27. September, beide Tage einschließlich. * Großfeuer. Die Stallungen und Scheunen der Hofreite des Dekonomen Sievers in der Marburger Straße brannten Sontag abend vollständig nieder. 40 Stück Schweine und eine Anzahl Hühner verbrannten, das Rindvieh und die Pferde konnten mit großer Mühe gerettet werden. Das Feuer entstand, wie festgestellt, auf folgende Art: In dem Gehöfte suchten zuweilen Obdachlose Unterkunft und hierbei kam es vor, daß den Als Knechten auch Kleinigkeiten entwendet wurden. gestern abend der Knecht Jung nach Hause kam, begab er sich mit einner Laterne in eine Scheune, um diese nach nach Obdachtlosen abzusuchen. Er stellte dabei die Laterne auf der Tenne hin, diese fiel um, der Petroeumbehälter ging dabei entzwei und das Petroleum fing Feuer. Da sich Stroh nnd Heu in unmittelbarer Nähe befand, war ein sofortiges Ablöschen nicht möglich. * Unser Regiment Kaiser Wilhelm ist gestern früh in zwei Sonderzügen ins Manöver nach Dietz a. d. Lahn abgerükt. An demselben Tage ging auch das Regiment 115 von Darmstadt dahin ab. Die 81 er treffen am 23. August in Idstein ein. Am 28. fährt das Pionierbataillon 25( Mainz) nach Dietz, das Regiment 168 von Butzbach und Offenbach nach Limburg. Das Butzbacher Bataillon fährt über Gießen und der Sonderzug hat von 8 Uhr 50 Min. bis 9 Uhr 07 Min. vormittags hier Aufenthalt. * Bad Nauheim, 21. Aug. Das Luftschiff Schwaben", das am Freitag den angesagten Besuch unseres Bades wegen Gewitterbildung unterlassen hatte, wird nach einer Mitteilung der Deutschen LuftschiffahrtsAktiengesellschaft mit Bestimmtheit bei einem demnächstigen Aufenthalt in Frankfurt das Versäumte nach holen und einen Abstecher hierher unternehmen. t. Bad Nauheim, 22. Aug. Die hiesigen Milchproduzenten und Milchhändler erhöhten vom 20. August an den Milchpreis auf 24 Pfg. für das Liter. -l- Lollar, 21. Aug. Verschwunden ist seit Mittwoch morgen der 30 Jahre alte Bahnarbeiter Albert Meier. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder. n. Grünberg, 21. Aug. Bei der am Sonnabend stattgefundenen Bürgermeister wahl wurde der Kaufmann Kaspar Sanft gewählt. * Darmstadt, 21. Aug. August Euler bersuchte vorige Woche auf dem Truppenübungsplatz in Darmstadt zum ersten Male einen nach ganz neuen Gefichtspunkten von ihm konstruierten Eindecker, der beim ersten Versuch zur vollsten Zufriedenheit wie ein ansprobierter Apparat flog. Die Flugmaschine hat zum Unterschiede von den bisher bekannten Systemen ein doppelt abgefedertes Anfahrgestell unter dem Motor und dem Führersiz, sodaß ein Bornüberkippen oder ein plötzliches Aufschlagen des Schwanzes beim Abfahren bezw. beim Landen ausgeschlossen sein dürfte. Außerdem besitzen die Tragflächen gar keine Wölbung und find nur einfach bespannt. Der Euler- EindeckerSteuerung fliegt mit der gewöhnlichen Euler- ZweideckerSteuerung, bei der unter Vermeidung jeglicher Fußsteuerung der Apparat nur mit der Hand gelenkt wird. * Rüsselsheim, 21. Aug. Eine gewaltige Feuerbrunft vernichtete in der Nacht zum Sonntag den größten Teil des 25 Morgen umfassenden Fabrikkomplexes der Firma Gebr. Opel. Der Brand nahm solche Dimensionen an, daß bei der herrschenden Trockenheit die Gefahr bestand, die Häuser der Hauptstraße würden von dem Flammenmeer ergriffen. Dank der energischen und rechtzeitigen Eingreifen der verschiedenen Wehren wurde das Feuer auf die von ihm ergriffenen Fabrikgebäude beschränkt, die allerdings bis auf die Umfassungsmauern niederbrannten. Der Schaden beläuft sich auf ca. 2 Millionen Mark. Verbrannt sind 30000 Nähmaschinen und 20000 Fahrräder. Literarisches. * Das Ende der alten Frachtbriefe. Die Frist für Dem ersten Hefte, mit dem das rühmlichst beden Aufbruch der veralteten, in der Eisenbahn Verkehrs- tannte Familienjournal„ Das Buch für Alle" soordnung vom 26. Oktober 1899 vorgesehenen Fracht- eben seinen siebenundvierzigsten Jahrgang eröffnet, briefmuster läuft dieses Jahr ab. Den Frachtnehmern entnehmen wir folgende Rotiz:" Eine Million Dollar für eine Erfindung. wird daher empfohlen, sich rechtzeitig die neuen, seit einer runden Million Dollar- vier Millionen Mark- dem 1. April 1909 eingeführten Muster zu beschaffen. Wegen der Unzuträglichkeiten, die aus dem wahlweisen erwartet den glücklichen Erfinder, dem es gelingt, einen Gebrauche beider, in wichtigen Punkten von einander Apparat herzustellen, der den Schmelzhüttenrauch verabweichenden Muster leicht entstehen, kann eine Verzehrt. Derartige Vorzüge werden ja schon mit Erfolg längerung der Aufbruchsfrist nicht zugestanden werden. * Das elektrische Licht wird billiger. Die Stadtverwaltung wird demnächst bei der StadtverordnetenVersammlung beantragen, oen Preis für elektrisches Bicht vom 1. Oftober an zu ermäßigen. -n Gießen. Die Gravelottefeier der vereinigten Militär- Vereine unserer Stadt am vergangenen Sonntag legte wieder Zeugnis ab, daß der ruhmvollen Tage von 1870-71 von den ehemaligen Soldaten noch dankbar gedacht wird. Die Beteiligung war wieder eine große. mit den Fahnen voran wurde zum Gottesdienst in die Der Preis von in großen Städten angewendet, aber in allen diesen Fällen kommt der Rauch von einfachen Oefen her, die nichts als Kohle oder Holz verbrennen. Schmelzhüttenrauch jedoch enthält Gase, die von Schmelzen der Metalle herrühren, und bis jetzt ist es dem menschlichen Verstande nicht gelungen, ein Mittel zu finden, das die giftigen Wirkungen des Rauches aufhebt, der die Atmosphäre um ein jedes Schmelzwerk herum verpeftet." Das Weitere möge man in dem Hefte, das in jeder besseren Buchhandlung oder Zeitschriftenerpedition um den billigen Preis von nur 30 Pfennig zu haben ist, selbst nachlesen. Das deutsch- ruffifdhe Abkommen uuterzeichnet. Marokko ohne Einfluß auf die Beziehungen der beiden Oftinächte. Das deutsch- ruffische Abkommen über Persien ist am Sonnabend in Petersburg von dem deutschen Botschafter und dem Stellvertreter des russischen Ministers bes Auswärtigen unterzeichnet worden. Was den Inbalt des Abkommens betrifft, so beseitigt es den Biderstreit der Interessen Deutschlands und Rußlands In der Bagdabbahnfrage. Zur Sicherung des Anschlusses ber Bagdadbahn an das fünftige Eisenbahnnet Nordperfiens find eingehende Bestimmungen ge troffen. Damit ist dem deutschen Handel ein wertvoller Bugang in das nördliche Perfien gewährleistet. Gleich in feiner Einleitung spricht das Abkommen den Grundsatz aus, daß der Handel aller Nationen in Per fien gleichberechtigt ist. Die Bewegungsfreiheit des deutschen Handels auf persischem Boden hat hierdurch etne neue vertragsmäßige Feststellung erhalten. Das Abkommen ist eine Folge der günstigen Wendung, die burch die Zusammenkunft der Kaiser Wilhelm und Ni tolaus in Potsdam in dem politischen Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland herbeigeführt wurde, Damals beseitigte man, nach beiderseitigem Wunsch, die Entfremdung, die zeitweilig während der bosnischen Strifis eingetreten war, und fehrte zu der überlieferten Bolitit gutnachbarlicher Beziehungen zurück. Die Unterzeichnung des Abkommens im gegenwärtigen Zeitpunft beweist, daß unsere Beziehungen zu Rußland burch die maroffanischen Schwierigkeiten nicht berührt worden sind. Der Forderung mehrerer französischer Blätter, Rußland dürfe während der MarottoverhandIungen teine freundliche Uebereinkunft mit Deutschland vollziehen, hat man sich in Petersburg nicht gefügt, denn die Gesinnungen der maßgebenden Personen in Rußland wie in Deutschland sind seit der Potsdamer Be gegnung unverändert geblieben. Rundschau vom Cage. Politisches. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg kehrte Freitag abend direkt von Wilhelmshöhe nach Berlin zurück. Staatssekretär von Riderlen- Wächter begibt sich einige Tage nach Süddeutschland zum Besuch des erkrankten früheren Unterstaatssekretärs Stemrich- Badenweller und zur Erledigung einiger Privatangelegenheiten. Demnach scheint unsere Regierung in Ruhe die RückTehr Gambons aus Paris abzuwarten. besondere Instruktionen u. a. auch über die Gefahren des unbewußten Verrats militärischer Geheimnisse, durch Gespräche an öffentlichen Orten, vornehmlich in Wirtshäusern, abgehalten werden. Von einer süddeutschen höheren Dienststelle ist sogar eine besondere Ausarbeitung über dies Thema in Umlauf gesetzt worden mit der Weisung, die Mannschaftsunterrichtsbücher in solchem Sinne zu ergänzen. Ein Stillstand in den Marokkoverhandlungen. Botschafter Cambon ist am Sonntag nach Parts persönlich über abgereift, um seiner Regierung Futtermittelnot und Staatshilfe. Dem Runderlaß des preußischen Landwirtschaftsministers über Futterernte und Viehhaltung scheint die Hilfsaktion auf dem Fuße folgen zu sollen: Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat für den Gesamtbereich der preußisch- hessi= schen Staatsbahnen während der Zeit vom 22. August 1911 bis 30. Juni 1912 eine Ermäßigung der Eisenbahnfrachtsäge für Futtermittel um 50% eintreten lassen. Ein französischer Ministerrat ist, wie Pariser Blätter melden, auf Donnerstag oder Freitag zusammenberufen. Es werden daran alle Minister, auch die zurzeit in den Bädern befindlichen, unter dem Vorsitz FalIteres teilnehmen. Gegenstand der Beratungen dürften die deutsch- französischen Verhandlungen auf Grund des Cambonschen Berichtes sein. Erschah Mohammed Ali lebt noch. Die Gemahlin des persischen Erschahs Mohammed Alt, welche sett einem Monat mit ihren Kindern in Baden bet Wien wohnt, erklärte, sie halte die Gerüchte über die Ermordung ihres Gatten für unbegründet. Sie habe Nachricht von ihm erhalten, aus der hervorgehe, daß es ihm gut gehe. den Stand der Marokkoverhandlungen Bericht zu erstatten. Nach seiner Rückkehr nach Berlin werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Sie sind also vorläufig, zum Stillstand gekommen. Soll man annehmen, die deutschen Forderungen wären von solcher Tragwette geworden, daß sie der französische Botschafter als unvereinbar mit seinen Instruktionen empfunden hätte, so könnte das auf eine gewisse Festigkeit der deutschen Regierung in thren Forderungen deuten. Da fie sich aber unserer Kenntnis ihrem Umfange und Inhalte nach gänzlich entziehen, erscheint vorläufig jede Discussion über die Art threr Behandlung abgeschnitten. Bon halbamtlicher französischer Seite wird übrigens noch gemeldet, daß die letzte Zusammenkunft zwischen Kiderlen- Wächter und Gambon nichts an der gegenwärtigen Lage der Marokkoverhandlungen geändert habe. Der Verband Deutscher Kriegsveteranen hielt so= eben in Dresden seine Generalversammlung ab. Eine längere Aussprache zeitigte der Antrag des Vorstandes, ben Veteranenverband an den deutschen Kriegerbund anzugliedern. Der Bund hat die Bedingung gestellt, daß der Veteranenverband sich auflöst und jedes Mitglied in den Bund nen eintreten soll, aber ohne Eintrittsgeld zu bezahlen und bet vollem Genuß der Unterstützungen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Ferner wurde beschlossen, die Bitte an den Kultusminister zu richten, daß die Schuljugend in der Schule über den Wert und die Bedeutung der Kriegsdenkmünzen und Ehrenzeichen für Veteranen aufgeklärt werden soll. Eine Novelle zum Reichsviehseuchengefeß beabsichtigen Konservative und Zentrum beim Wiederzusam mentritt des Reichstags einzubringen. Es soll die Ent schädigungspflicht des Staates auf Viehverfufte ausge dehnt werden, welche durch starkes Auftreten der Maul und Klauenseuche und deren Folgen herbeigeführt we den. Insbesondere soll hierbet der kleine und mittlere Bauer berücksichtigt werden. Gegen die Spionage. Der„ Milttärisch- Poltttschett Korrespondenz" zufolge werden angesichts der sich hätta fenden Spionageversuche bet zahlreicheit Truppentetlen Wetterwolken. Roman von M. v. But ch. Kleine Nachrichten. Steuerhinterziehung eines Millionärs. Nach einer Meldung aus München haben sich nunmehr in Sachen der Steuerhinterziehung des verstorbenen Reichsrates Klemm auf Schloß Haardt sichere Anhaltspunkte für eine ziemlich umfangreiche Steuerdefraudation ergeben. Der Verstorbene war, wie erinnerlich, mehrfacher MilItonär. 8) ( Nachdruck verboten.) Damit ging fie, allein noch im Korridor hörte sie die Kleine rufen:„ Eine Krone, Mama Katserin, eine Krone!" Durch ein einstürzendes Gerüst verschüttet wurden in Prag bet dem Wiederaufbau einer abgebrannten Textilfabrik zehn Maurer. Fünf der Verschütteten sind tot, dret schwer und zwei leicht verletzt. Der Handarbeitsunterricht für Mädchen wird gegenwärtig in Berlin einer Reviston unterworfen. Bu bisherigen Techniken kommen knüpfen und Häkeln. Das Erlernen der Technik soll nicht länger Selbstzweck sein, die Kinder sollen lernen, Dinge zu schaffen, die ste felber brauchen und dabei die Technit erlernen. Nun stand sie im Arbeitszimmer, auf dessen mit Papieren bedecktem Tisch die Wachskerzen in filbernen Kandelabern brannten. Im Bannkreise des Tisches war es hell, aber der übrige Naum lag in Dunkelheit. Im matten Zwielichte sab das blaffe Gesicht ihres Kanzfers noch blaffer aus denn sonst. „ Sprechen Sie, Graf," sagte sie. Und Kaunitz sprach. Von einer wütenden Stuh aufgespießt wurde im westfälischen Orte Laasphe die Frau eines Kassenrendanten. Das Tier, das durch die Fliegen wild gewors den war, rannte mit seinem Opfer gegen eine Mauer, so daß die Frau auf der Stelle tot war. Aus den Gerichtssälen. Ueber die Frage der Schmiergelder hat bas preußische Kammergericht fürzlich ein bemerkenswertes Urteil erlaffen. Der Beklagte hatte dem Kläger, einem Profuristen, 500 Mart Provision für den Fall zuge= fichert ,, daß er von dessen Chef mit einem Jahresgehalt von 4000 art angestellt werde, dagegen 250 Mart bei geringerem Jahresgehalt. Das Kammergericht hat die auf Zahlung der Provision gerichtete Klage abgewiesen, indem es u. a. ausgeführt hat: Es handle fich bei den Verhandlungen des Klägers mit dem Beklagten um eine geschäftliche Tätigkeit im Dienste feines Geschäfts Herrn, für die er sich habe Vergütung versprechen lassen, und er entledigte fich des Auftrages in einer Weise, welche die pflichtmäßige Wahrnehmung der Vorteile seiner Firma dabet gefährdete, denn er set nach dem Wortlaute der Vereinbarung start daran beteiligt ge wesen, daß der Beklagte zuerst 4000 Mark Gehalt ver langte und auch erhielt, weil sonst seine Vergütung 250 Mark weniger betragen habe. Der fich hieraus ergebene Gegensatz zwischen seinen Interessen und denen seines Hauses allein gebe dem Abfommen schon einen unfittlichen Charakter. Weiter falle erheblich ins Gewicht, daß sich der Kläger einen Schweigeschein habe geben Lassen. Es handle fich also um eine heimliche Provision. Wenn sich aber ein Angestellter Provision schäftsherrn hinter dessen Rücken von dem andern Ver tragsschließenden versprechen lasse, so widerspreche das dem Volksbewußtsein, wie es aus dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden gebildet werde, und darauf set bet der Frage, ob ein Rechtsgeschäft gegen die guten Sitten verstoße, gerade Rücksicht zu nehmen Einen furchtbaren Tod fand in der Lokomotiv dreherei des Bochumer Gußstahlvereins der 15jährige Dreherlehrling Spill. Spill arbeitete in der Nähe einer Drehbank und wollte sich eben zur Erde bücken, als die Slammern einer Blanscheibe herankamen. Der Unglüc liche wurde erfaßt und unter die Planscheibe gerissen. Die Klammern drückten ihm das Genick ab, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ein gewaltiger Temperaturstura wird aus Mecklen burg gemeldet. In einigen Gegenden sind Freitag nacht durch Fröste dic Gartenfrüchte erfroren. Opfer der Schweizer Berge. Auf der Kleinen Scheidegg ist der Gymnasiallehrer Bucher aus Augs burg bet dem Versuche, ohne Führer den Weißen Mönch zu bestelgen, abgestürzt. Seine Leiche wurde nach Lau terbrunnen gebracht. Auch in Binal( wamia) ist eine achtzehnjährige Touristin aus Straßburg beim Edelweißpflücken abgestürzt und hat den Tod gefunden. Es war eine lange und erregte Unterhaltung, die bie Fitrstin mit ihrem Kanzler führte. Dieser teilte setner kaiserlichen Herrin die wichtigen Nachrichten mit, die er aus London empfangen hatte. Zwischen König Georg von England und König Friedrich von Preußen war zu Westminster ein Vertrag vereinbart worden. Der zwischen den amerikanischen Kolonien entbrannte Seekrieg zwischen England und Frankreich hatte den Röntg Georg wegen feines Staymlandes Hannover beforgt gemacht. Daher war zwifchen thnt und König Friedrich ein Bündnis zustande gekommen. Der Prett Benkönig stand also nicht mehr allein, er hatte etnejt Bundesgenossen, der ihm im Falle der Not Truppeit und Hilfsgelder versprochen, und wer konnte wissen, vb er über kurz oder lang nicht noch andere Freunde gewinnen würde! Die Radfernfahrt Wien- Berlin hat gestern morgen in Martendorf thr Ende erreicht. Der Steger in der Gruppe der Geldpreisfahrer Hartmann aus Schwabach brauchte für die ganze Strede 26% Stunden. Hinter thm passierte um eine halbe Fahrradlänge zurück J. Hübner- Dresden das Ziel. In der Gruppe der Amafeurfahrer zeigte sich Wedde- Bergedorf als befter. Man munkelte, daß der Großfürst Peter, ein Prinz von Holstein- Gottorp, der präsumtive Nachfolger der Katserin Elisabeth von Rußland, durchaus nicht die Abnetgung seiner Tante gegen den Preußenkönig telle, ja im Gegenteil eine wahrhaft schwärmerische Berehrung Die Ermordung eines Polizisten durch einen Neger veranlaßte im Staate Georgia etne Negerheze. Sechs Neger wurden erschlagen, hunderte wurden ausgepetticht und dann davongefagt. Die Wohnhäuser der Neger wurden verbrannt. Vermischtes. here SH buch 81 Rop bort autog fubr fie a je D zend gebli Terin Ham Total ftoble anwe jählt Dam Aner de. fie Sache bund Perfo ame Dritte paare Fran Chole Mitr aufge Beob Dies befan fonen fprim zum ben 1 in 2 Maß Berlin ohne Straßenbahn. Eine empfindliche Ver tehrsstörung trat am Freitagmorgen im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn ein. Kurz nach 7 Uhr früh fetzte plötzlich der elektrische Strom aus und sämt liche Straßenbahnlinien Großberlins lagen still. Die Verkehrsstörung währte eine volle Stunde. Besonders im Innern der Stadt bildeten die Wagenburgen arge Verkehrshindernisse, Die Autobusse wurden von den Tausenden von Arbeitern und Angestellten, die in der achten Stunde zu ihren Arbeitsstätten und Bureaus wollten, gestürmt. Obwohl der Verkehrsstörung im Straßenbahnbetriebe Rechnung getragen und mitge nommen wurde, was nur in die Auto- Omnibusse hinein fonnte, mußten doch Tausende ihren Weg zu Fuß fortsetzen. Erst um 19 Uhr nahm die Straßenbahn wieder ihren Betrieb auf. Die Störung war dadurch verursacht worden, daß in der elektrischen Hauptzentrale ein Dampfrohr platzte, wodurch die Stromzufuhr unterbro chen wurde. Ein Dampfboot des Linienschiffes„ Bosen" überTannte im Rieler Hafen gestern nacht ein mit 28 vom Urlaub heimkehrenden Matrosen besetztes Bopt. Alle 28 Mann fielen in das Waffer. Das Boot ging fofort upter. Nach anstrengender Tätigkeit gelang es, alle 28 au retten. für ihn hegte. Wenn Peter einmal= das Wann war unbestimmt den Thron bestieg, war die österreichische Allianz, deren Spike gegen Preußen gerichtet war, vernichtet Kaunis sprach sehr überzeugt. Er schilderte seiner Herrin die Weltlage, diese von allen Setten beleuchtend, fa, endlich gelang es seiner Beredsamkeit, Maria Theresias moralischen Widerstand zu besiegen und sie zu fiberzeugen, daß, Frankreich als Bundesgenosse zu ers werben, Pflicht, mehr als das, eine harte Notwendigfett fet. Und als die Kaiserin flaren Sinnes dies erkannt, war sie bereit, threin Willen die Tat folgen zu lassen. Den Ehemann mit einer Dynamitpatrone getötet. In dem ungarischen Orte Nagy- Ilva wurde dieser Tage im Walde die Leiche des 30jährigen Holzarbetters Konstantin gräßlich verstümmelt aufgefunden. In der offenen Bauchhöhle lagen Kleidungsstücke. Gestern wurde die Witwe des Ermordeten und ihr Geliebter, ein Hirt, verhaftet. Die Frau hatte ihrem Ehemann eine Dynamitpatrone ins Hemd genäht und ihn dann mit Hilfe ihres Geliebten trunken gemacht. Hierauf fchleppten ihn beide in den Wald und setzten die Bünd schnur in Brand. Die Explosion erfolgte erst nach Stunt den. Der Hirt ging nach einigen Tagen an den Ort des Verbrechens und entdeckte die Leiche, worauf er selbst die Anzeige erstattete. Der Verdacht lenkte sich aber bald gegen ihn und die Frau. König Ludwig war nur dem Namen nach der Herr scher Frankreichs. In Wirklichkeit régierte dort die Maitresse des Königs, die Marquise de Pompadour. In ihren juwelengeschmückten Händen lagen die Ruder, die das Staatsschiff lenkten. Maria Theresia sah ein, baß sie vor allem fene Frau threm Willen geneigt machen mußte. Ste preßte die Zähne aufeinander und beganit den Brief an die allmächtige Freundin des Königs aufzutsetzen. Die Ueberschrift machte thr Kopfzerbrechen. Wte sollte diese laufen? Die Fürstin feufate und schrieb bann:„ Biebe Marquise." Danit reichte fie das Blatt zur Begutachtung an Kannig. Der las, lächelte und schüttelte den Kopf. Ein Fabrikschornstein als„ Briefkasten" für Lufts schiffpost. Bet der letzten Fahrt des Zeppelin- Luftschiffs " Schwaben" nach Frankfurt ist auf mertwitrdige Welse eine aus dem Luftschiff ausgeworfene Postsendung vers Ioren gegangen. Die neun Mitreisenden hatten in der Kabine eifrig Luftpostkarten geschrieben. Diese wurden mit dem Stempel versehen und aufgerollt in eine Bapp Hilfe gesteckt, die 50 Pfg. Finderlohn enthielt und den Finder ersuchte, die Karten in den nächsten Postkasten zu stecken. Kurz vor Heidelberg wurde das Paketchen, bas zur besseren Kenntlichmachung mit bunten, leicht flatternden Bändern versehen war, zur Kabine hinaus geworfen. Schnell sant es und verschwand mitten in die fchwarzberußfe Oeffnung eines Schornsteins. Dieser Vorfall erregte natürlich große Heiterkeit. Dann wur den neue Karten geschrieben. Ich wage Ew. Majestät an die Stellung der Marquise zu erinnern. Die Anrede ist nicht verbindlich gemug, bedenken Majestät, daß wir Anliegen haben." Maria Theresia ftrich die Ueberschrift aus und begann von neem. Die Herrscher pflegten sich in ihren Briefen mit dem Brudernamen anzureden. Als Marta Theresia an die Katserii Elisabeth geschrieben, hatte Ein raffinierter Trid einer internationalen Hochs staplerin, dem sogar ein hoher Beamter der Polizei zum Opfer gefallen ist, erregt in Hamburg großes Aufsehen. Vor einigen Tagen brachten die Hamburger Blätter die Meldung, daß einer Dame der Kopenhagener Gesellschaft, die sich Astra Lübbe nannte, in einem vornehmen Nachtlokal, dem Kabarett„ Hölle", eine Handtasche, in der sich außer einer goldenen, mit Brillanten besetzten Uhr und einem Portemonnaie mit einigen hundert Mark ein Bankbuch der Kopenhagener Grund- Eyre- Bank über 70 000 kronen befunden haben sollte, gestohlen wurde. Die Kriminalpolizet, die sofort umfassende Refie die Anrede:„ Liebe Schwester" gebraucht. Marquise de Pompadour war de facto die Regentin Frankreichs. Also Aber das Wort Schwester fener Frau gegenüber wollte der Kaiserin nicht aus der Feder fließen. Endlich, endlich hatte sie ein anderes dafür gefunden. Sie schrieb: " Teuerste Cousine." Das genügte... Auch Kaunitz war zufrieden. Allein um die Wirfung des Briefes aut erhöhen, wurde dem Schreiben ein auf Elfenbein gemaltes Miniaturporträt der Kalserin Theresia belgelegt. Aber dem Porträt fehlte der Rahmen. Auch diese Schwierigkeit wurde nach kurzem Nachdenken erledigt. Es sollte in Brillanten gefaßt werden. So war es Ges, schenk und Aufmerksamkeit zugleich. daß Bajjag 90 Twat ren R einst nent, gefunt glüd Benten nach, Laden quer i ftören. des A nen ih G bursche lung a Auftra Kernt 1 fer nac fchrieb Brief, nadh i Der B fofort Flüchtl men al Teil de Gi Welfe fers G ftaltete einen en m bons, Bient billent, reißend Ne mation in den Im M fich dr dort d Ters hatte d der, näherte dert S über d weshal werden deffen tit vor wegen St denn d bo fel bigen G belt nac Derlaffer Heiden, Bug ist d Regeben Hellblau Klimmi legt, t Cen. Jd Juriid Rau dent Lann. G beren v Un Bitte," Ste Ma Raunitz strahlte über sein Wert. Er sprach davon, wie es der durch Russen und Franzosen verstärkten österreichischen Armee ein leichtes sein würde, Schlesien, zurückzuerobern. Er sprach von einer Annäherung der Häuser Habsburg und Bourbon, ja er weißfagte fogar eine fünftige Familienallianz. Der Dauphin Frank reichs besaß einen im zarten Alter stehenden Sohn, der als Gatte für eine der jungen Erzherzoginnen in Frage tommen könnte, als passendste vielleicht für die Kleine Prinzeß Marie Antoinette... Maria Theresia wurde nachdenklich. Sie dachte an das Geschenk, das die Kleine begehrt hatte.„ Eine Krone, Mama Raiserin, eine Krone!" Als sich jedoch Raunis verabschieden wollte, wurde er noch einmal von der Kaiserin zurückgerufen. „ Lieber Graf, die Sache gehört freilich nicht hier her, aber mir flog eben der Gedanke durch den Kopf. Ste haben Ihren Diener, Franz heißt er, und ist der Sohn meiner Kammerfrau Glasau, nach Dresden retommandiert. Ich bitte Sie, tönnen Sie den Menschen nicht zurückrufen?" Beufe, hi berftande Abficht a Die 50 Bangen? Ma feln foll pollte m Botsdam Bot Jott, bas hat bas fenswertes ger, einem Fall zuge hresgehalt Mart bel cht hat die bgewiefen, ich bet ben Magten um Geschäfts chert Laffet, mer Weije, r Vorteile nach dem eteiligt ge Behalt ver itung 250 & ergebene nen feines nen unfitt Gewicht, abe geben heimliche Brovision dern Ver preche das andsgefühl verde, und häft gegen u nehmen dliche Ver etriebe der ach 7 Uhr und fämt Still. Die Besonders trgen arge von den die in der Bureaus törung im nd mitge uffe hinein Fuß fort ahn wieder verursacht ttrale ein unterbro #te getötet. rde dieser Holzarbet unden. In te. Gestern Geliebter, Ehemann ihn dann Sterauf die Bind nach Stunt en Ort des f er selbst sich aber fitr Lufts -Luftschiffs dige Weise ndung vers tten in der se wurden eine Papps It und den Postkasten Paketchen, nten, leicht ne hinaus itten in die 8. Diefer Dann wur alen Soc Boltzet zum 3 Aufsehen Blätter die ner Gefell vornehmen ndtasche, in en besetzten ndert Mark Eyre- Bank gestohlen affende Re Marquise Frankreichs gegenüber n. Endlich, Ste schrieb: n die Wir it der Kal Schreiben Auch diese en erledigt. war es Ge rach davon, verstärkten e, Schlesien herung der Blagte fogar in Frant Sohn, der n in Frage Ste Eleine Ste dachte atte. Gine ollte, wurde tfen. nicht hier ben Kopf und tft ber Dresden re n Menschen cherchen anstellte, richtete auch an sämtliche Banken des In- und Auslandes das Ersuchen, das gestohlene Bank buch bet einer eventuellen Präsentterung anzuhalten. Bu ihrem großen Erstaunen erhielt fle nun von der Kopenhagener Grund- Eyre- Bant die Mitteilung, daß bort ein Bankbuch auf den Namen Astra Lübbe gar nicht ausgestellt set. Man forschte nun wetter nach und erfuhr, daß die angebliche Lübbe aus dem Hotel, in dem fie abgestiegen war, spurlos verschwunden fet. Die ganze Diebstahlsgeschichte entpuppte fich nun als ein glän zend durchgeführter Trick einer Hochstaplerin. Die angebliche Lübbe ist eine wiederholf vorbestrafte Schwindlerin namens Wulff, deren Photographie auch in dem Hamburger Verbrecheralbum figuriert. In dem NachtTotale war, als der angeblichen Lübbe die Tasche gestohlen wurde, zufällig auch ein hoher Polizeibeamter anwesend. Die Dame wandte sich sofort an ihn und erzählte ihm die Geschichte. Der Beamte erbot sich, der Dame mit einigen hundert Mark auszuhelfen, welches Anerbieten von der„ Dame" bantend angenommen wurs de. Sie wußte es sogar so einzurichten, daß der Beamte fte nach threm Hotel begleitete, dem Hoteldirektor die Sache erzählte und ihn veranlaßte, thr ebenfalls einige hundert Mark vorzuschießen. Cholerapanik in einem Wiener Zuge. In einem Personenzug, der nachmitags in Wien eintrifft, gab es am Sonnabend eine Cholerapanit. In einem Wagen dritter Klasse saßen bet anderen Passagieren zwet Ehepaare aus Triest. Vor Mürzzuschlag erkrankte eine der Frauen an heftigem Erbrechen und Durchfall. Da Choleraverdacht vorlag, wurde der ganze Waggon in Mürzzuschlag abgesperrt und allen Steifenden in ihm aufgetragen, bis Wien zu fahren zur solterung und Beobachtung, wenn sich der Choleraverdacht bestätigt. Dies verursachte eine große Aufregung. In Payerbach befanden sich im versperrten Waggon nur noch vier Personen, alle anderen waren durch die Kupeefenster ge sprungen. Zwet wurden auf dem Bahnkörper Itegend, zum Teil schwer verlebt, aufgefunden. Auch sie wur ben nach Wien übergeführt. Sofort nach der Ankunft in Wien wurden behördlicherseits alle erforderlichen Maßnahmen getroffen. Die Untersuchung ergab aber, daß Cholera vollkommen ausgeschlossen war und alle Passagiere entlassen werden konnten. Mark Twain und das Annoncieren. Als Mark Twain, der bekannte Humorist, in seinen jungen Jah ren Redakteur einer Beitung in Missouri war, erschien einst auf der Redaktion ein sehr abergläubischer Abon nent, der sagte, er habe in seiner Beitung eine Spinne gefunden; nun wolle er wissen, ob dies Glück oder unglück bedeute. Mark Twain antwortete: Spinnen beBeuten weder Glück noch unglück. Das Tier sah nur nach, welcher Kaufmann nicht annonciert. Zu dessen Laden geht dann die Spinne hin und spannt ihr Netz quer itber die Ladenture; denn dort wird sie niemand stören. Wenn es auch noch Menschen atbt, die den Wert des Annoncierens noch nicht kennen, die Spinnen fennen ihn ganz genau. Die mißglükte Amerikareise. Der 18fährige Hausbursche Kern war in einer Frankfurter Fahrradhandlung auf der Betl angestellt. Dieser Tage bekam er den Auftrag, 800 Mark zur Darmstädter Bank zu bringen. Kern unterschlug den Betrag und fuhr mit seinem Vetfer nach Caffel. Hier wurden nun eleider gekauft. Kern schrieb an einen Freund in Frankfurt einen langen Brief, in dem er feine Reisepläne bekannt gab. Danach wollte er sich in Bremen nach Neuyork einschiffen. Der Brief fam in die Hände der Kriminalpolizet, die Sofort die Bremer Behörde benachrichtigte. Als nun die Flüchtlinge ein bahnpostlagerndes Telegramm in Bremen abholen wollten, wurden fte erwischt. Der größte Teil des Geldes war noch in ihrem Besis. Ein Kaiserbonbonstag" in Wien. In origineller Weise wurde am Freitag in Wien und im Reiche Katfers Geburtstag begangen. Bu Ehren des Tages vergitftaltete der Flottenverein in den Städten des Reiches einen Kaiserbonbonstag. Hunderte von jungen Mädchen mit weiß- roten Schleifen verkauften die Kaiserbonbons, fleine Schokoladenpläschen in rot- weißen Bapters bitllent, mit dem Bildnis des Kaisers geschmückt. Für Wien allein waren 400 000 Bonbons bestellt, die einen reißenden Absatz fanden.. Neue Spionagegeschichten. Die Pariser Infors mation" berichtet über eine mysteriöse Verhaftung, die In dem Hafen von Le Havre vorgenommen werden sollte. Im Auftrage des Ministeriums des Innern begaben fich drei Bariser Geheimpolizisten nach Le Havre, um dort drei deutsche Offiziere, die sich an Bord des SegIers Elena" befanden, in Haft zu nehmen. Der Segler hatte die englische Flagge gehißt. Sobald die Offiziere der„ Elena" merkten, daß sich die Polizisten dem Segler näherten, machten sie die Segel klar und verließen ejligst den Hafen. Die Behörden verweigern jede Auskunft über den Vorfall und geben auch nicht den Grund an, weshalb die Verhaftung der Offiziere vorgenommen werden sollte. Gegen den Deutschen Mar Schult, dessen Verhaftung in Plymouth wir gemeldet haben, tst vor dem Polizetgericht in Blymouth ste Anklage wegen Spionage erhoben worden. Kaunitz, der wohl alles andere eher erwartet hatte denn diese Frage, machte ein erstauntes Gesicht. " Warum, Majestät, warum?" stotterte er. Schauen's, die Glasaut ist eine geschickte Person; doch fettdemt der Sohn fort ist, hat sie feinen verstän digen Gedanken mehr im Kopf und macht eine Dumm Hett nach der anderen. Ich kann mich nicht mehr auf sie verlassen. Gestern abend will ich mich in aller Eile umfleiden, um in die Oper zu fahren. Ich denk', mein Anzug ist aufs beste besorgt. Was aber hat die Glasau angegeben? Zu meinem grünen Brokatrocke hatte sie eine hellblaue Schneppentaille gewählt, und was das schlimmste war, die Sachen hätte sie mir wirklich annelegt, wäre nicht der Schaden in die Augen gesprungen. Ich bitt schön, Iteber Graf, rufen Sie den Franz zurück!" Kaunitz zuckte die Achseln.„ Majestät verzethen, daß tch dem Befehle nicht so phne weiteres nachkommen kann. Glasau ist von seiner Erzellenz dem Grafen Herrn von Brühl engagiert worden." „ Und wenn ihn der König von Polen engagiert hätte," rief die Kaiserin, er muß zurückkommen!" Wieder zuckte Kaunis die Achseln. Majestät, der Franz ist ein gefchetter Kopf, solche Beufe, Hm, hm, wie soll ich nut fagen, daß ich richtig verstanden werde? Solche Leute schicht man nicht ohně bsicht an einen fremdeit Hof." Die Katserti begriff. So ist der Franz als Ihr Spion nach Dresden ge= gangen?" fragte sie. " Majestät“, rief Kaunis effrig, mit dergleichen T teln sollte man ein weniger sparsamer umgehen. Ich wollte nur sagen, daß Dresden immerhin näher an Botsdam Itegt, als Potsdam ant Wien ist." Potsdam?" fragte ste Katserin erstaunt. Joll bas heißen?" Was Die Greuel der Lyncjuftiz. Bisher suchten die Amerikaner die Grausamkeiten des Richters Lynch mit dem leidenschaftlichen Temperament der südlichen Bevölkerung zu entschuldigen und mit dem wilden Rassenhaß, der in den Südstaaten der Union Weiße und Neger trennt. Bei dem neuesten Lynchmord, der sich am letzten Sonntag in Coatesville ereignete, sind solche Beschönigungsversuche aber erst recht sinnlos, denn diesmal haben sich die gräßlichen Szenen nicht im Süden der Union abgespielt, sondern in dem auf seine Zivilisation stolzen Puritanerstaat Pennsylvanien, faum 50 Kilometer von Philadelphia entfernt. Es ist das erstemal, daß die blutgierige amerifanische Voltsjustiz" sich auch dort and Tageslicht wagte und vor den Augen der untätigen Behörde ihre Triebe ungehindert befriedigte. Das unglückliche Opfer dieser neuesten Tat des Richters Lynch war, wie gemeldet, der Neger Ezechiel Walfer, der von einem Polizisten wegen Straßenraubes verhaftet werden sollte. Es kam zu einem Kampfe, bet dem der Neger den Polizisten erschoß. Eine wütende Menge verfolgte den Mörder, der, als er eingeholt wurde, einen Selbstmordversuch machte und sich eine Kugel in den Mund schoß. Stemlich schwer verwundet überführte man den Gefangenen dann in das Krankenhaus. Am folgenden Tage jedoch, am Sonntag, versammelte sich eine Menge von vielleicht 500 Menschen vor dem Hospital und verlangte unter furchtbaren Drohungen die sofortige Auslieferung des Schwerverwundeten. Die Krankenhausverwaltung lehnte dies Anfinnen energisch ab, aber sofort drangen einige 50 Rowdys unter wildem Geheul gewaltsam in das Krankenhaus und stürmten unter wütendem Lärm die Krankenstube. Unter den Infaffen des Hospitals brach eine Panik aus, die Leidenden flüchteten aus ihren Betten. Der Mob entdeckte schließlich den Gesuchten, den man vorher mit Handschellen an sein Bett gefesselt hatte, um die Entführung zu verhindern. Die Wärter lehnten es ab, bte Schlösser der Fesseln zu öffnen, und der Schuhmann, der Walfer bewachte, versuchte den pöbel mit einigen gegen die Decke des Serankenzimmers abgegebenen Revolverschüssen einzuschüchtern. Doch die Wärter und der Polizist waren rasch überwältigt, und da man den Neger nicht aus seinen Fesseln befreien konnte, schleppte man ihn mitsamt der Bettstelle auf die Straße, wo die Menge das Opfer mit Jubelrufen begrüßte. Der Unglückliche bat jammernd um sein Leben und um Gerechtigkeit, aber Dußende von Armen packten die Bettstelle mit dem Neger und schleppten fie triumphterend durch die Straßen, wobei man hin und wieder zur Kurzweil das Lager mit dem gefesselten Verwundeten umstülple. Der Bug tam dabet an mehreren Kirchen vorüber, es war gerade um die Bett des Gottesdienstschlusses, und die Gläubigen schlossen sich, aus der Kirche tommend, der grausigen Prozession an. Man schleppte den Neger aus der Stadt, machte endlich auf einem freten Felde halt, richtete die Bettstelle mit dem festgefetteten Verwundeten aufrecht empor und schleppte von den benachbarten Geldern trockenes Stroh herbet, das rings um den Neger aufgehäuft wurde. Umsonst flehte der Schwarze immer wieder um Gnade. Als Antwort warf man ein brennendes Streichholz in den Strohhaufen, warf Bretter und Holzklöße in das rasch aufLodernde Feuer, und mehr als 2000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen, weideten sich an diesem Schauspiel. Es war ein grauenvolles Bild, aus den Flammen tönten die gellenden Schmerzensschrete des Negers, der schließlich mit der letzten Kraft der Verzweiflung seine Füße von den Fesseln losriß und mitsamt dem ån setnem Rücken befestigten Bette aus den Flammen foringen wollte. Er stolperte, fiel zu Boden und wurde sofort tus Feuer zurückgeschleudert. Noch einntal stand der Neger auf, das Bett auf seinem Rücken war schon von den lam ten ergriffen; dann aber brach er mit einem Todesschrei zusammen. Die Behörden von Coatesville haben keinerle Maßnahmen getroffen, um die Schuldigen ausfindig zu machen, well fte einen neuen Ausbruch der Volkswut fürchten. Am gleichen Tage wurde, wie berichtet, übrigens auch in Durant in Oklahoma ein anderer Neger auf ähnliche Weise geinncht. Man band den Schwarzen an einen Pfahl und verbrannte thn ebenfalls bet lebendigem Leibe. Sieg der englischen Eisenbahner. Der Ausstand beendet. Der Streit der englischen Etfenbahner ist am Sonnabend spät nachts belgelegt worden, nachdem zwł schen den Eisenbahnern und den Eisenbahndtrektionen ein Abkommen unterzeichnet worden ist, auf Grund deffen sich die Führer der Eisenbahner verpflichten, alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um die ausstän bigen Eisenbahner zu veranlassen unverzüglich die ArBelt wieder aufzunehmen. Die Eisenbahngefenschaften verpflichten sich ihrersetts, alle Angestellte ohne Unter" Sm. Majestät, man muß Kleinigketten berücksichHigent. Majestät wiffen, daß wir am Potsdamer Hofe wenig treue Leute, oder wenn wir einmal offent fprethen wollen, wenig gute Spione haben. Es wäre für uns von größter Wichtigkeit, dort einen zuverlässigen Menschen zu wiffen, einen Beobachter, der mir freut ergebeit ist. Das it's was ich beabsichtige: einen Spion fn König Friedrichs allernächste Nähe. Ich bin auf dem besten Wege dazu. Nun, wenn sich erft Glasau in Dresden befindet, kann er sich mit ein wenig GeschickItchfelt in die Rethen der töniglichen Diener in Botsbam einschmuggeln. Der Erfolg ist immer nur von feinen Vorbereitungen abhängig, und ich denke, ich habe in dieser Beziehung gut vorberettet. Es gestemt fich nur, der Saat Bett zu geben, zu reifen." Die Kaiferin hatte aufmerksam zugehört. Und als Kaunis tett fragte:„ Befehlen Majestät noch, daß to den Glasau zurückrufe?" entgegnete fie: Nein, geben wir der Saaf Bett zum Reifen." Und damit war kaltntz entlassen. 2. Kapitel. Sonniges Matwetter. Die Welt voll Duff, Glanz und fröhlicher Feststimmung. In Dresden war es. Die Fliederbäume, die vor dem sogenannten Zwinger standen, jenem Luftschloß, in desfeit großent Hofe man einst Bärenhezen veranstaltete, standen fit Blüte. Gantze Wogen voll Duft flufeten durch die Straßen der sächsischen Residenz. Dresden ist schön. Allein, wenn der Flieder blüht, das ist seine schönste Bett. Und wie herrlich flar war heute der Fernblick von der Augustusbrücke, die der König von Polen und Kurfürst von Sachsen, August, dent man den Starken hieß, errichtet und der er seinen Namen gegeben hatte. Mit fchied wieder einzustellen. Der vom Minister Mond George in der Kammer erwähnte Berföhnungs ausschuß wird unverzüglich zusammengestellt wer den und sofort in Aftion treten, um die strittigen Fras gen zu schlichten. Der Ausschuß wird aus 5 Mitglie bern bestehen, aus zwei Delegierten der Arbeiter, zwet Delegierten der Eisenbahngesellschaften und einem Unt partelischen als Vorsitzenden. Bei etwaigen Meinungs verschiedenheiten über Beschlüsse dieses Versöhnungsausschusses wird das Handelsamt zu entscheiden haben. Beide Parteien verpflichten sich, die Beschlüsse des Verföhnungsausschusses anzuerkennen. Die Reglerung ver spricht ihrerseits in der nächsten Kammerſigung einen Geſetzentwurf einzubringen, der den Eisenbahngefellschaften gestattet, als Gegenleistung für Lohnt erhöhungen des Personals eine Tariferhö hung vorzunehmen. Die Arbeit wird sofort in gro Bem Umfange wieder aufgenommen werden, sobald die Ausständigen von dem erzielten Abkommen in Kennt nis gesetzt worden sind. Die Beilegung des Konfliktes fann als ein großer Sieg der Arbeiterorganisation betrachtet werden. Das Kriegsministerium hat angeordnet, daß die Truppen so bald wie angängig in ihre Bezirke zutrückgesandt werden sollen. Straßenkampf in einer Provinzstadt. In der Stadt Llanelly begingen die Ausstän digen in der vergangenen Nacht Plin de rungen und Brandstiftungen. Als sie auf dem Bahnhof einen Güterschuppen in Brand gesteckt hatten, erfolgte cine Explosion, durch die zehn Personen getötet und viele verlegt wurden. Die Polizei ging mit ihren Stöcken vor und das Militär mit den Bafonetten. Viele Personen wurden verwundet. Ein Telegramm meldet uns noch folgende Einzelheiten über den Straßenkampf: London, 21. August. In Llanelly in Wales haben sich am Sonnabend beispiellose Szenen abgespielt, bei denen das Blut in Strömen floß. Obgleich 500 Soldaten in der Stadt waren, gelang es einem Haufen Streifender bei dem Junction- Llandilo- Bahnhof die Schienen aufzureißen, gerade als ein Zug mit Truppen herannahte. In der hierauf eingetretenen Verwirrung bemächtigte sich der Mob des Zuges und eroberte die Munition. Der Zug wurde in Brand gestedt und total eingeäschert. Die Erzedenten begannen nun die Stadt zut plündern und anzuzünden. Mehrere Häuser von Stadträten und Friedensrichtern gingen in Flammen auf und zahlreiche Fenster wurden eingeworfen. Am Abend eroberte der Pöbel den Schuppen mit dem rollenden Material der Bahn. Die Truppen gingen im Laufschritt vor und griffen die Menge mit aufgepflanztem Bajonett an. Der Boden bedeckte sich mit Blut. Kurz darauf steckte der Mob den Schuppen in Brand. Nachdem dieser kurze Zeit gebrannt hatte, erfolgte eine furcht bare Explosion. Man glaubt, daß die gestohlene Munition in den Schuppen gebracht wurde. Die Wirkung war grauenhaft. Mindestens 10 Personen wurden sofort getötet und viele verlegt. Bis jetzt hat man dret start verstümmelte Leichen unter den Trimmern gefunden. Die Krawalle dauerten die ganze Nacht hindurch fort. Der Mob äscherte noch das Haus des Frtedensrichters Jones ein, der Tags vorher die Aufruhrafte verlesen hatte. Das Militär fämpfte die ganze Beit über mit aufgepflanztem Bajonett, blieb aber machtlos, bis gegen Morgen eine überwältigende Truppenzahl in die Stadt geworfen wurde. Diese ist jetzt von 8000 Mann besetzt. London, 21. Auguft. Auch in Lincoln fam es in der Nacht zum Sonnabend zu ernsten Ausschreitungen. Die Menge griff die Eisenbahnstation an, zer=" frümmerte die Fenster, riß das Pflaster auf und verursachte großen Schaden. Der Aufruhr ließ erst nach, als eine starke Truppenabteilung erschien. Drahtnachrichten und Deuestes. Vom Hoflager in Wilhelmshöhe. Wilhelmshöhe, 21. Auguft. Der Statser Hörte heute vormittag den Vortrag des Chefs des Btvilkabt netts von Valentint. Mittags folgte er einer Einladung des Oberpräsidenten von Hengstenberg zur Tafel. Tenerung in Sicht. Cöln, 21. August. Kompetente rheinische landwirtschaftliche Seretse versichern, daß innerhalb weniger Monate infolge der sommerlichen Hiveperiode bie Fleischpreise eine Höhe erreichen werden wie nie zuvor. In großen Distrikten wurden die Landwirte gezwungen, wegen Futtermangels die Bichhaltung gänzlich aufzugeben. Gegenwärtig wird viel Jungvieh abge= schlachtet. Dazu tommt, daß ein Ende der Maul- und Klauenseuche nicht vorauszusehen ist. Ein gleiches wird aus den holländischen Grenzbezirken gemeldet. Der Bapst wieder wohlauf. Rom, 21. August. Der Papst fann, als vollständig wiederhergestellt gelten. Er unternimmt von morgen ab wieder seine gewohnten Spaziergänge und empfängt wieder Besuche. thren fühngeschwungenen Strebepfellern bildete sie ein wahres Wunder der Baukunst und war der Stolz der Stadt. Von hier sah man in blauer Ferne in zarten Konturen die Basaltkegel der Sächsischen Schwetz auftauchen. Unweit der Elbe, nahe der Bastion, Tag bas vom Grafen Mansfeld erbaute Schloß, das jetzt dem fächfischen Premierminister, dem allvermögenden Grafen Brühl gehörte. Der reichste Mann seines Landes, hatte er in diesem Palats Kostbartetten über Kostbarkeiten angehäuft, so daß jeder Raum einem Sunstwerke glich. Er war der Mann feines Jahrhunderts, der, wie König Friedrich von Preußen gespottet, die meisten Uhren, Rabatteren, Prettofen und Stiefel besaß. In seinen Ställen stampften zweihundert Roffe, Brethundert Diener standen, fetnes 23intes gewärtig, zum Dienste der erlauchten Erzellenz" berett. Diesen Ettel hatte er sich in seiner maßlosen Ettelfelt bellegen Iaffen. Er, der beretts Auguff dem Starken geblent, Hatte fich auch deffent Sohn und Nachfolger unentbehrlich zu machen verstanden. Es ist nicht leicht, sich in der Gunst Bweier Rönige zu erhalteit, zweter Röntge, die an Temperament und Charakter so verschieden waren wie August ber Starte und fein Sohn August III. Brühl aber hatte auch diese Kunst verstanden. Heute war das Palats festlich mit Fahnen und Girlanden geschmidt, mit kostbaren Teppichen waren die Brüstangen der Balkone behangen und die große Halle und das Treppenhaus mit den großen Orangertent mis den Gewächshäusern geschmückt. In den Ntschen stan bett foftbare Basen Meißner Porzellans mitt blühenden Blumen. K& ortsegung folgt.) Hansa- Salicyl liefern. müssen Sie verlangen, wenn Sie ein unbedingt sicheres, einfaches und billiges Mittel zur Frischhaltung alles Eingemachten haben wollen. 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Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. H. Verantwortlich: Otto Heinede. -