rt New! latz 5. hen e! um kers! d.St. idze" m Trieb tlich am ab, auf splates ich 3uzmann= gen GeUmstän eingeLan= esperrte n Annd Abwird. Ben Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Bürgermeisterei Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Nr. 170. Telephon: Nr. 362. Der Anklagezwang. Nach der amtlichen Statistik werden vor den deutschen Strafgerichten erster Instanz jährlich mehr als 700 000 Anklagesachen anhängig gemacht. Rechnet man die große Menge der Privatflagen hinzu, ferner alle Strafsachen, die durch Erlaß eines amtsrichterlichen Strafbefehls eingeleitet oder durch polizeiliche oder verwaltungsbehördliche Strafverfügung erledigt werden, so kommt zu dem höchst unerfreulichen Ergebnis, daß sich die Zahl der Strafsachen in Deutschland jährlich auf etwa eine Million beläuft. man Die Schuld an diesem Uebermaß von Anklagen wird nicht selten der Anklagebehörde in die Schuhe geschoben. Ein solcher Vorwurf ist jedoch nicht begründet. Schuld hat in Wahrheit nicht die Anklagebehörde, sondern das Gesetz, das auf dem Boden des Anklagezwanges steht. Das in dieser Gesetzesvorschrift zum Ausdruck brachte Prinzip des Anklagezwanges( meist Legalitätsprinzip genannt) ist nun einer der Grundpfeiler unseres gesamten Strafverfahrens. ge= Wie nützlich das Legalitätsprinzip an und für sich auch ist, so läßt sich doch nicht verkennen, daß seine schranken- und bedingungslose Durchführung Mißlich keiten im Gefolge hat. Die Ueberspannung des Anflagezwanges hat bewirkt, daß wir alljährlich eine Million Strafsachen aufzuweisen haben, daß sehr oft Strafverfolgungen stattfinden müssen, die in niemandes Interesse liegen, die unnötigerweise Haß gegen die staatlichen Einrichtungen erweden oder diese dem Fluche der Lächerlichkeit aussetzen, und die unsere Gerichte ganz überflüssig belasten. Wie die starre Durchführung des Legalitätsprinzips aus Kleinigkeiten Haupt- und Staatsaktionen macht, zeigt drastisch ein Fall, dessen Tatbestand in einem Urteil des Kammergerichts folgendermaßen geschildert wird: „ Der Angeklagte( ein Kaufmann) hatte nach Eintritt des vorgeschriebenen Ladenschlusses, nämlich nach 8 Uhr abends, einer Witwe Petroleum in einer Flasche verabreicht, daß ihr Enkel vor dem Ladenschluß gekauft, aber versehentlich in dem Laden stehen gelassen hatte. Die Verabfolgung der Flasche mit dem Petroleum erfolgte durch das Kammerfenster des Angeklagten auf die Straße hinaus. Der Angeklagte hatte die Flasche zu diesem Zwecke erst aus dem Laden herbeigeholt." Auf Grund dieser Feststellung der( in der Berufungsinstanz) nur mit drei Richtern besetzten Strafkammer bei dem Amtsgericht in Mühlhausen i. Th. war der Angeklagte wegen ,, Uebertretung" der Gewerbeordnung und einer Bekanntmachung des Regierungspräsidenten über den Achtuhrladenschluß zur Strafe verurteilt worden. Auf die Revision des Angeklagten hob das Kammergericht das Urteil auf, da keine„ Uebertretung", sondern ein " Vergehen" vorliege, und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die mit 5 Richtern besetzte Strafkammer bei dem Landgericht in Erfurt. Wegen dieser zum Fenster hinausgereichten Petroleumflasche sind also folgende richterliche Personen tätig gewesen: ein Amtsrichter und zwei Schöffen, drei Richter der Strafkammer, fünf Richter des Strassenats des Kammergerichts, endlich fünf Richter der Strafkammer, in Summa zwei Laienrichter und vierzehn rechtsgelehrte Richter, dazu ein Amtsanwalt, drei Staatsanwälte und wer weiß wie viele Verteidiger, Gerichtsschreiber, Gerichts diener, Gerichtsvollzieher und Postboten! Der bekannte Berliner Verteidiger Justizrat Sello, der jüngst auf diesen krassen Fall übertriebener Strafverfolgung hingewiesen hat, ist nur allzusehr im Rechte, wenn er die Frage aufwirft: „ Ist es nicht, als läse man ein Kapitel aus der Chronik von Schilda oder aus Wielands Abderiten, wo er so ergötzlich von dem verhängnisvollen Rechtsstreit um des Esels Schatten berichtet?" = Diese Beispiele, die sich beliebig vermehren ließen, zeigen deutlich, daß das Legalitätsprinzip eingeschränki werden muß. Heute schon weist der Anklagezwang einzelne Einschränkungen auf. Einmal nämlich wird das Offizialprinzip durch Vorschriften des Strafrechts insofern durchbrochen, als bei manchen Straftaten Pflicht und Recht der Staatsanwaltschaft zur Strafverfolgung abhängig gemacht sind vom Vorliegen eines Strafan trages des Verletzten. Es handelt sich hierbei um Straftaten wie Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung usw., bei denen der Verletzte oft kein Interesse an der folgung besitzt, oder um Delikte, wie Ehebruch, Diebstahl gegen Angehörige u. dgl., bei denen der Verletzte sogar ein Interesse an der Nichtverfolgung des Täters hat. Wünschenswert ist eine Durchbrechung des Legalitätsprinzips vor allem bei den Straftaten Jugend= licher. Zweckmäßig erscheint ferner eine mittelbare AufVerdes Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 22. Juli 1911. hebung des Verfolgungszwanges bei bestimmten einzelnen Straftaten, indem hier dem Verletzten das Recht zur Privatklage eingeräumt wird. Vor allem könnten die Delikte des Hausfriedensbruches, der Bedrohung und der Sachbeschädigung der Verfolgung im Wege der Privatflage überwiesen werden. Bei zahlreichen Uebertretungen ferner könnte das Einschreiten im Einzelfalle in das pflichtmäßige Ermessen der Anklagebehörde gestellt werden; dagegen gehen die Vorschläge des Entwurfs einer Strafprozeßordnung, die bei allen Uebertretungen die unbedingte Strafverfolgungspflicht aufheben wollen, über die Grenze des Zulässigen hinaus. Werden die vorstehend angedeuteten Wege einer maßvollen Reform beschritten, so wird ohne Gefährdung der Strafrechts= pflege dem Uebermaß von Anklagen Einhalt geboten, das heute so viel Mißstimmung erzeugt und in den weitesten Kreisen als ein sehr schlimmer Uebelstand empfunden wird. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Juli. * Uebertragen wurde dem SchulamtsaspiLehrerstelle an der Gemeindeschule zu Feld krücken ranten Heinrich List aus Maar, Kreis Lauterbach, die in demselben Kreise. L. U. Prof. Dr. Walter König von der philosophischen Fakultät wurde zum Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1912 vom Großherzog bestätigt. Heute und morgen findet hier der erste„ Deutsche Wissenschafter- Tag" für die Hochschulen Bonn, Braunschweig, Göttingen, Heidelberg, Marburg und Gießen statt, der Vertreter aller den 7 großen Kartellen angehörenden wissenschaftlichen Vereine hier zusammenführen wird. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pio.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.$. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. die sich durch mittlere und gute Körnererträge beim Wintergetreide gegenüber geringeren Erträgen vom Som mergetreide, besonders von Hafer, und durch schlechte Stroh- und Futtererträge auszeichneten und eine starke Reduktion des Viehbestandes zur Folge hatten. Es wäre dringend erwünscht, daß schon jetzt, sei es den Genossenschaften, sei es von anderer Seite, Vorsorge gegen eine Verschleuderung des Viehes getroffen würde. Für einen zweiten Schnitt der Futterpflanzen scheint wenig oder gar keine Hoffnung mehr zu sein. von Offenbach, 22. Juli. Gegen den Lehrer an einer der hiesigen Mädchenstadtschulen, der Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei ist, wurde von Kreisschulinspektor Hofmann die Disziplinaruntersuchung eingeleitet, weil er Musikrezensionen für das hiesige sozialdemokratische Blatt geschrieben hatte. Ebenso wurde das Disziplinarverfahren gegen einige Vorstandsmitglieder des Offenbacher Lehrervereins, der zugleich Bezirksverein des hessischen und deutschen Lehrervereins ist, eröffnet, weil er Inserate und Versammlungsberichte ausnahmslos an alle hiesigen Zeitungen, also auch an das Sozialdemokratische Blatt zu versenden pflegte. Wetterfeld, 22. Juli. Das oberhessische Posaunenfest, daß hier morgen Sonntag stattfinden sollte, ist wegen der Maul- und Klauen Teuchengefahr verschoben worden. * Alsfeld, 22. Juli. Das hiesige Kreisamt hat die Abhaltung des Alsfelder Fohlen- und Prämiierungsmarktes unter gewissen Einschränkungen gestattet. Durch den Ausfall der Zuchtviehauktionen und die Seuchegesetzbestimmungen haben seither sowohl Absatz als Anfauf gestockt und es wird sowohl von den Züchtern als auch von den Käufern mit Freuden begrüßt werden, daß der Austausch von Zuchtmaterial unter Anwendung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln doch noch ermöglicht worden ist. Mit dem Markt sind Prämiierungen verbunden, die gemeinschaftlich von der Stadt Alsfeld, dem Landwirtschaftskammer- Ausschuß für Oberhessen und dem Landespferdezuchtverein durchgeführt werden. Anläßlich der morgen Sonntag stattfindenden Flüge des Flugzeugführers D. Kahn t- Leipzig auf einem Gradeeindecker wird darauf hingewiesen und das gesamte Publikum höflichst und bestimmt gebeten, sich unbedingt den Anordnungen der zu Absperrungs- und Ordnungszwecken bestimmten Personen zu fügen. Besonders ist es auf jeden Fall verboten, bei der Landung des Apparates nach einem Fluge nach der Landungsstelle hinzueilen. Der Apparat ist an den Wochentagen und am Sonntage von nahem zu besichtigen. chen. Sollte Kahnt bei einem Ueberlandfluge außer= Die angegebenen Flugzeiten dienen nur zu Flugversuhalb des abgesperrten Platzes landen, so ist es erst recht notwendig, daß das Publikum auf seinen Plätzen verbleibt, denn notwendige Hilfe bekommt der Flieger sofort per Automobil. Der Aufstieg wird dann sofort menschluß dem Ansturm der Liberalen ein Gegengewicht wieder stattfinden, was dem Flieger aber unmöglich ist, wenn Neugierige hinzukommen, die tatsächlich absolut nicht helfen, sondern nur schaden können. Außerdem setzen sich solche Neugierige der Gefahr aus, für den durch sie hervorgerufenen Flurschaden aufzukommen, der um so beträchtlicher werden wird, als Neugierige da sind. Einstellung von Dreijährig- Freiwilligen für das 3. Seebataillon in Tsingtau ( China). Einstellung: Oktober 1911, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1912, Heimreise: Frühjahr 1914. Bedingungen: Mindestens 1,65 Meter groß, kräftig, vor dem 1. Oftober 1892 geboren( jüngere Leute nur bei besonders guter förperlicher Entwickelung). Es wer den junge Leute aller Berufsklassen eingestellt, Handwerker jedoch erhalten den Vorzug. In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mt. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheines zum freiwilligen Dienſteintritt auf drei Jahre zu richten an: Kommando des 3. Stammseebataillons Wilhelmshaven. * Trübe Ernteaussichten. Die Preis= berichtsstelle des deutschen Landwirtschaftsrates schreibt:- So sehr die anhaltende Trockenheit für die qualitativ gute, quantitativ aber vielfach geringe Heuernte, sowie für die Bergung der gut lohnenden Wintergerste und für die beginnende Roggenernte als günstig angesehen werden muß, so dringend nötig sind Niederschläge, wenn nicht Winterweizen und das Sommergetreide, das mehrfach bereits zur Notreife neigt, in ihrer Körnerbildung leiden und vor allem die Futterpflanzen nicht unheil= bare Schäden davontragen sollen. Falls die Trocken- heit noch in den nächsten Wochen anhalten sollte, scheint die deutsche Landwirtschaft einer ähnlichen Zeit gegenzugehen, wie in den Erntejahren 1893 und 1904, ent= * Wiesbaden, 22. Juli. In einer Versammlung der christlich- sozialen Partei in Wiesbaden wurde nach einem Vortrage über den Fall Jatho folgende EntSchließung angenommen:„ Die christlich- soziale Ortsgruppe fordert, um die vorhandene Spannung der firchlichen Gegensätze in erträglichere Bahnen zu lenken, und um aus den kirchlichen Wirren herauszukommen, die Trennung von Staat und Kirche. Wir stehen auf dem Boden des positiven Christentums und fordern alle bewußt Evangelischen auf, durch gemeinsamen Zusamzu bieten." -m- Limburg, 22. Juli. Zur Zeit ist der Wasserstand der Lahn ein ungewöhnlich niedriger. Während der normale Wasserstand am Lahnpegel in Limburg 1,50 Meter beträgt, zeigt der Pegel gegenwärtig einen Wasserstand von 53 Zentimeter an, in Weilburg 1,02 Meter. Wollen Sie etwas feines rauchen dann empfehlen wir Jhnen: Salem Aleikum CIGARETTE DES FEINSCHMECKERS. Neu! Salem Gold Goldmundstück- Cigarette Etwas für Sie! No 3½ 4, 5, 6, 8, 10 Preis: 3½ 4, 5, 6, 8, 10 Pfg.d.St. Orient. Tab.u.Cigaretten Fabrik Yenidze" Jnh. Hugo Zietz, Dresden. Unsere Junggesellen. Im neuesten Hefte der Jahrbücher für NationalSfonomie und Statistit" veröffentlicht Dr. Heinrich Haacke- Barmen eine bevölkerungs- und sozialstatistische Betrachtung über die Ehelosen". Der Verfasser versteht darunter die ledigen männlichen und weiblichen Bersonen im Alter von mehr als 40 Jahren. Der Untersuchung Haackes, die sich auf das einschlägige Quellenmaterial der Reichs- und der Landesstatistit stügt, entnehmen wir im Nachstehenden die wichtigsten Angaben über die Junggesellen. fucht haben soll, Spionage zu treiben, scheint nicht so harmlos zu sein, wie ihn ein Würzburger Blatt hingestellt hat. Nach neueren Meldungen bestätigt sich die ursprüngliche Nachricht, wonach der Japaner vom Wachtposten beobachtet wurde, wie er nachts in dem im nördlichen Lager befindlichen Geschüßpark der Haubigenabteilung des 11. Feldartillerieregiments die unter strengem Verschluß befindlichen Geschütze beleuchtete und Stizzen davon machte. Der Posten meldete die Sache sofort beim Lagerkommando, wo die Untersuchung eingeleitet wurde. Der bayerische Kriegsminister hat die Aften zur Untersuchung eingefordert. Im Deutschen Reich waren unter 1000 der gejamten Bevölkerung an Junggesellen vorhanden: 12,7 i. 3. 1871, 10,9 i. 3. 1880, 10,2 t. 3. 1890, 10,1 in den Jahren 1900 und 1907. Die oft gehörte Behauptung, daß unsere Zeit im Zeichen wachsender Ehelosigkeit stehe, trifft also für die Gesamtheit des deutschen Volfes feineswegs zu. Vielmehr hat der Fortfall der bis 1871 bestehenden Erschwerungen der Eheschließung in dem Sinfen der Junggesellenzahl gegenüber 1871 sich bemerkbar gemacht. Auch laßt weder die Ehefrequenz eine ausge sprochen sinkende Tendenz erkennen, noch weist das durchschnittliche Heiratsalter der Männer eine Verschiebung nach oben auf. Es famen nämlich im Deutschen Reich auf 1000 der mittleren Bevölkerung im Durchschnitt der Jahre 1881/1890 7,8 Chejchließungen im Durchschnitt der Jahre 1891/1900 8,2 Eheschließungen, in den Jahren 1901/1908 zwischen 8,2 und 7,9 Cheschließungen. Das Durchschnittsalter der eheschließenden Männer aber betrug in Preußen im Durchschnitt der Jahre 1881/1885 29,5 Jahre, im Durchschnitt der Jahre 1901/1908 28,9 Jahre. Das englische Barlament ist zurzeit mit sozialpolitischen Gesetzesvorlagen beschäftigt. Wie die deutsche Regierung mit dem Widerspruch der Sozialdemokraten zu rechnen hatte, so bekämpft in England die Arbeiterpartei die Regierungsvorschläge. Aus London wird darüber gemeldet: Das Unterhaus blieb bis gestern früh 5% Uhr versammelt, weil die Arbeiterpartei lebhaften Einspruch erhob gegen die Annahme des§ 11 des Ver= sicherungsgesetzes, der bestimmt, daß Personen, die nach dem Arbeiterentschädigungsgesetz und ähnlichen Bestimmungen Entschädigungen erhalten, nach dem Versicherungsgesetz feinerlei Zahlungen erhalten sollen. Der Vertreter der Arbeiterpartei erklärte, die Arbeiterpartei stehe vor dem Entschluß, das Gesetz überhaupt abzulehnen, falls ihre Vorschläge auch weiterhin ständig zurückgewiesen werden sollten. Schatzsekretär Lloyd George erklärte:„ Wenn Sie dieses Gesetz zu Fall bringen, so übernehmen Sie eine Verantwortlichkeit, die tch nicht mit Ihnen teilen mag." Der§ 11 wurde darauf angenommen. Weit größer als die Verschiebungen, die sich zeitlich in den Zahlenverhältnissen der Junggesellen zeigen, sind die Verschiedenheiten der einzelnen Landesfette untereinander. Eine resilose Erklärung dieser verschiedenen Verhältnisse erscheint an der Hand des verfügbaren Materials nicht möglich. Daß die wirtschaftlichen und beruflichen Verhältnisse nicht die aus= schlaggebende Rolle spielen können, zeigt, daß sowohl unter den Ländern mit sehr starker, wie unter jenen mit sehr schwacher Junggesellenquote sich vorwiegend industrielle und vorwiegend landwirtschaftliche Gebiete fänden. Noch weniger lasse sich ein Zusammenhang mit der confessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung konstruieren. Stammessitten und Gewohnheiten dürften für den Umfang der Ehelosigkeit auch heute noch eine große Rolle spielen. Der erkrankte Reichstagsabgeordnete Liebermann von Sonnenberg ist, nachdem der Arzt einen schweren Schlaganfall mit Lähmung der rechtsseitigen Körper hälfte festgestellt hatte, in ein Sanatorium in Charlot fenburg gebracht worden. Bei dem Alter des Patienten ist sein Zustand als sehr ernst zu bezeichnen. Der Jozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Zus beil wurde gestern abend in Berlin von einem Stra ßenbahnwagen zu Boden geschleudert. Der vermutlich innerlich Verleßte wurde mit einem Krankenwagen nach seiner Wohnung gebracht. Der Lokomotivführer Platten des bei Müllheim verunglückten Zuges ist gestern verhaftet worden, da die bisherige Untersuchung eine grobe Fahrlässigkeit auf seiner Seite ergeben hat. Nach den Mitteilungen der Staatsanwaltschaft find irgendwelche Mängel in der Technik des Betriebes nicht festgestellt worden. Die Hintermänner des Egschahs von Persien. Wie die Wiener N. Fr. Pr." meldet, nimmt man in den dortigen Kreisen, die über die Vorgänge in Persien gut informiert sind, an, daß sich Mohammed Alt nicht nur auf die Hilfe Rußlands verlassen könne, sondern daß sich auch England mit seiner Rückkehr abgefunden habe. Bei dem Einvernehmen, das zwischen den beiden Mächten besteht, sei dies sehr wahrscheinlich. Es set sogar möglich, daß Erichah Mohammed der englischen Diplomatie auch gewisse Versprechungen gegeben habe, die für England äußerst wertvoll seten. Hinsichtlich der Sterblichkeit der Junggesellen weist Haacke nach, daß sie ungünstiger ist, als die der gleichaltrigen Männer, die in der Ehe stehen oder durch die Ehe gegangen sind. Bon Tausend des Bestandes starben innerhalb eines Jahres im Durchschnitt der Jahre 1905/06 37,46 Junggesellen im Alter von mehr als 40 Jahren, gegenüber 31,66 verheirateten oder ge= schiedenen Männern desselben Alters. Wirkt die infolge Fehlens des Familienlebens ungeregelte Lebensweise ungünstig auf die Lebensdauer der Junggesellen ein, so will Haacke außerdem die Tatsache berücksichtigt wissen, daß unter den Junggesellen ein größeres Kontingent sozial minderwertiger Elemente ist, deren naturgemäß fürzere Lebensdauer den Gesamtdurchschnitt für die Junggesellen herabdrückt. Diese minderwertigen Elemente spielen auch für die Frage der Erwerbs= tätigkeit der Junggesellen eine erhebliche Rolle. Denn der Umstand, daß von den verheirateten, verwitweten und geschiedenen Männern über 40 Jahre ein weit größerer Prozentsatz erwerbstätig tft, als von den Junggesellen, darf nicht zu der Annahme führen: es felen unter den Junggesellen besonders viel Rentner. und Pensionäre, weil die Jungesellen sich frither vom Erwerbsleben zurückziehen könnten. Die wirtschaftlich minderwertigen Elemente unter den Junggesellen nehmen einen unverhältnismäßig breiten Raum ein und rufen falsche Vorstellungen über die Erwerbstätigkeit der Junggesellen hervor. Rundschau vom Cage. Politisches. Net Ht es b gere Go bie Ann bies big gut errei auf vier Jar fcho einem g fenbabni nämlich paffen S fondern Den eine Sillimet bes Spie Bahnver judswet M. ei raum vo Diefe V geburts, n wagen d ftig beein jest jo m gen eine Gaffelerweitert glaubt au fall läng Ein schwerer Unfall hat sich bei einer Schießübung des Panzerfreuzers von der Tann" in der Offsee er eignet. Während der Uebung fenterte das Anzeigeboot. Dabei ertranfen der Obermatrose Cook und die Matrosen Rehmen und Ginther. Bisher konnte nur die Leiche des Obermatrofen geborgen werden. Ein tragischer Borfall ereignete fich gestern nachmittag nach einer Beerdigung auf dem Schöneberger Friedhof bei Berlin. Auf dem Rückwege brach die Schwiegertochter des Verstorbenen, eine erst 27 Jabre alte fürzlich verheiratete junge Frau, infolge Herzschlages tot zusammen. Das eigene Kind aus Unvorsichtigkeit erschossen. Der Arbeiter Fröhlich in Usedom, der mit einem Gewehr Spaßen aus einem Kirschbaum vertreiben wollte, erichoß aus Unvorsichtigkeit sein eigenes Kind, ein Mädchen von 2% Jahren. Keine Ueberdreadnoughts mehr. Auf Grund der Hingsten Beratungen des Kongresses der Marinearchttekten hat die englische Admiralität beschlossen, den Bau der Ueberdreadnoughts aufzugeben und in Zukunft nur Panzerschiffe von 18 bis 10 000 Z. zu bauen. Als Ursache dieser Aenderung wird angegeben, daß die schweren Geschütze, welche sich an Bord der Ueberdreadnoughts befinden, nicht voll ausgenutzt werden können und daß daher nur ein Teil dieser Geschütze der Dreadnoughts praktische Verwendung finden kann. Außerdem ist auch der Kostenpreis ausschlaggebend gewesen wie die Tatsache, daß durch den eventuellen Verlust einer solchen Einheit zu viel auf dem Spiele steht. Im Reichskolonialamt sind bis jetzt noch immer Teine näheren Nachrichten über die angebliche Niedermegelung einer deutschen Kolonne am Caprivizipfel eingetroffen. Das ist leicht verständlich, denn von der Gegend, wo der angebliche lieberfall erfolgt ist, bis nach Windhuf, von wo aus die Nachricht nach Deutschland ilbermittelt werden könnte, ist ein außerordentlich weiter Weg. Es ist also zu vermuten, daß, wenn nähere Nachrichten über eine derartige Katastrophe überhaupt eintreffen, sie zunächst ülber englische Quellen kommen wer den. Im Reichstolonialamt steht man einstweilen der Nachricht abwartend gegenüber, man kann sie nicht verneinen und nicht bejahen. Der Vorgang auf dem Truppenübungsplatz Ham= melburg, wo, wie gemeldet, ein japanischer Major ver21) Jugendfreundschaft. Kleine Nachrichten. Eine furchtbare Tat beging dieser Tage ein Ein wohner des Dorfes Stangenwalde bet Rosenberg( Ostpreußen). Er war über den Tod seiner Frau in plößlichen Wahnsinn verfallen. Er grub lettere auf dem Friedhofe aus, schlug ihr mit einem Beile den Kopf und beide Arme ab und nahm die Körperteile mit nach Hause. Zahlreiche Personen hatten dem grausigen Schauspiele zugesehen, wagten indes nicht, gegen den Jrren einzuschreiten. Ein Kolonialfriegerdenkmal mit einem Rostenaufwand von einer halben Million Mark will die Gemeinde Treptow bei Berlin errichten, wenn die doppelseitige Bebauung der Tempelhofer Chaussee genehmigt wird. Der Plan, ein Kolonialkriegerdenkmal in Großberlin zu errichten, besteht schon sett langer Zeit. Bon Streifenden überfallen wurden auf einem Neubau in Ottensen bei Hamburg dret Tischlergesellen. Sie wurden mit Gummischläuchen und Stöcken so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die Täter entfasten unerkannt. Die Kolonialfrauenschule, deren Betrieb eine Bett lang ruhte, wird vom 1. Oftober ab in Angliederung an eine von dem„ Verein für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande" neu zu errichtende Wirtschaftliche Frauenschule in Wellbach( Station Flörsheim der Eisenbahn Frankfurt- Wiesbaden) zur Wiedereröffnung gelangen. Bou Räubern überfallen wurde der Northern Pacific- Expreßzua in der Nähe von Buffalo. Sie beraubten alle Passagiere, verwundeten den Lokomotivführer, um ihn zum Halten zu bringen, und entflohen dann in einem Automobil. Das Ende der Prinz Heinrich- Fahrt. Im Palast des Königlichen Automobiliubs in London fand ge= stern ein Schlußbankett statt, an dem fast alle Brinz Heinrich- Fahrer teilnahmen. Der englische Klub erhielt den Prinz Heinrich- Preis. König Georg und Kaiser Wilhelm verliehen sedem Klub einen Erinnerungsprets. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Auch heute wars so gewefen; Karla wußte, wie es werden würde, später bereute thr Mann solche Auftritte, er brachte ihr dann ein kostbares Geschenk und glaubte damit genug getan zit habent. Vielleicht hätte manche Frau sich dabei beruhigt, Karla war es nicht gegeben, lange vibrierte ihr feines Empfinden schmerzlich in Erinnerung an das, was gewesen, was sich immer häufiger wiederholte. Lauge saß die Einsame amt brennenden Kamin und träumte von dem verschlossenen Paradiese einer harmonischen Ehe. " Ja," dachte ste, so hätte es sein tönnen, wie anders ist die Wirklichkeit!" Achtes Kapitel. Ein Wiedersehen. „ Ist die gnädige Frau zu Hause?" Aus den Gerichtssälen. Die Vorschriften über den Ladenschluß werden von den Gerichten und Kommentatoren vielfach abweichend ausgelegt. Das preußische Kammergericht hat nun mehr eine Entscheidung gefällt, die flärend wirken dürf te. Zu Frau R., die mit Schmuckgegenständen Handel treibt, tam ein Herr, der vor Ladenschluß einen fostbaren Ring faufte, er blieb jedoch nach Ladenschluß im Geschäft und unterhielt sich mit der Geschäftsinhaberin über Kunst und Kunstsachen. Ein Verkauf wurde nach Eintritt des Ladenschlusses nicht mehr abgeschlossen. Im Laden brannte aber das Licht, die Ladentür war nicht verschlossen, auch war das Schaufenster nicht verhängt. Auf die erhobene Anklage erkannte das Schöffengericht gegen Frau R. auf eine Geldstrafe, die Straffammer sprach jedoch die betreffende Frau fret, da sie nach Ladenschluß den Laden weder verschließen, noch auch das Licht im Laden auszulöschen brauchte; es sei nur nicht gestattet, nach Eintritt des Ladenschlusses noch Geschäfte abzuschließen. Dieses Urteil griff die Staatsanwaltschaft durch Revision beim Kammergericht an und betonte, es misse sichtbar sein, daß kein Geschäftsverkehr mehr stattfinde. Das Kammergericht hob auch die Vorentschetdung auf und wies die Sache zur erneuten Verhand lung und Entscheidung an die Straffammer zurück, indem u. a. ausgeführt wurde, es sei zwar nicht erforderlich, daß nach Eintritt des Ladenschlusses die Ladentüren geschlossen sein müssen; es set aber erforderlich, daß nach Eintritt des Ladenschlusses Maßnahmen getroffen wer den, die nach außenhin dokumentieren, daß ein geschäftlicher Verkehr im Laden nicht mehr stattfinde. Einen Flug über Berlin vollführte gestern morgen der Albatros- Flieger Rupp, ein Schweizer, der als Nichtdeutscher betm deutschen Rundflug nicht startberechtigt war. Er flog von Johannistal in etwa 300 Meter Höhe dem Bauf der Spree entlang, umkreiste die Glegessäule und flog dann wieder zurite. Alfred Grotenbach ist es, der diese Frage an den Diener im Palast Uchatscheff richtet. Eine franzöfifche Ferienkolonie ist in Mainz ins Leben gerufen worden. Eine größere Anzahl Knaben und Mädchen sind unter Begleitung eines Lehrers bereits dort eingetroffen und haben größtenteils in dorfigen Familien Aufnahme gefunden. " Ich werde fragen, ob angenommen wird." Der in reiche, silbergestickte Livree gekleidete Diener verschwindet mit der Karte des Besuchers. " Dr. med. Alfred Grotenbach, Nadeschdinskaja 103." Karla Itest diese Worte und über ihr ernstes Gesicht geht ein Lächeln. gen, sie ist so freudig erregt, daß sie nicht gleich sprechen kann; das Glück ist bet thr ein seltener Gast geworden, es trifft sie eben so unerwartet. Bitten Sie den Herrn herein, Wassil," sagt sie schnell. Itch. „ Willkommen, herzlich willkommen!" sagte ste endAlfred zicht die weiße Hand an seine Lippen. " Ich hätte Ste nicht erkannt," fährt Karla fort, in der Erinnerung scheinen Sie mir ganz anders. Ja, Ja, es ist lange her!" Eine plötzliche Schwäche in den Knien zwingt ste zum Niedersißen. In einigen Minuten wird sie femand sehen, der die Karla früherer Tage gekannt hat, den Bruder ihrer Eva! Mit asgestreckter Hand eilt sie Grotenbach entge= Kaum sieben Jahre, gnädige Frau," versetzte der Arzt, wir trennten uns gerade nicht freundlich, wissen Ste es noch?" Beide lachen, als sie an ihren fleinen Streit denken. " Damals waren wir noch jung," sagte Karla letse bedauernd. 19 „ Und sind Ste es jetzt denn nicht?" fragte Grotenbach erstaunt. Erst die Familie, dann der Gläubiger. Ein überschuldeter Ingenieur hatte in Bresiau eine Anstellung mit 450 Monatsgehalt gefunden und verharte mit seinem Arbeitgeber, ihm monatlich nur 150 Marf als Gehalt auszuzahlen, den Rest aber seiner Frau zuzuwenden. Auf Klage der geschädigten Gläubiger erflärten das Landgericht und das Oberlandesgeftat hi Breslau die Vereinbarung für ungültig. Das Reichsgericht aber erkannte das Abkommen als gültig an, weil es zur Sicherung der Eristenz seiner Familie geschlos fen fet. Die Pflicht des Beklagten, die Familie zu ernähren gehe den Verpflichtungen gegen seine Gläubiger voraus. Ste blickt zu Boden und ihre Lippen beben. „ Mir ist's, als lägen Jahrzehnte zwischen dem Einst und Jetzt," sagte sie träumerisch, und doch hat sich mein Leben seit den letzten vier Jahren nur in diesen Räumen abgespielt. Aber wir stehen noch immer, bitte, nehmen Sie Play, Herr Doktor!" dis Sie sinkt in einen der weichen Sessel und er nimmt neben ihr Platz. ndot „ Nun erzählen Sie mir von allen Lieben in unserer Heimat!" " Sie sind hier fremd geblieben, gnädige Frau?" fragt Grotenbach. stent in der Anstalt des Psychiaters Samuchow geworden." Ja, und ich werde es ewig bleiben!" ruft Rarla, aber bitte, sprechen wir nicht davon." " Ah, unsere erste Rapazität in diesem Fach," bemerkte Karla,„ man fann Ihnen gratulieren, Herr Doktor." „ Entschuldigen Sie meine Frage, sie entsprang nicht müßiger Neugter," bittet Grotenbach herzlich. Grotenbach verneigte sich danfend. „ Haben Sie meine liebe Mutter fürzlich gesehen?" fragte Karla. " Vor ungefähr zwei Monaten in Wien, vor meiner Abreise nach hier. Sie war mit Eva dort, nachdem sie längere Zeit in Capri verbracht hatten. Tante Anna, so muß auch ich sie auf ihren Wunsch nennen, trug mir viele Grüße für Sie auf, gnädige Frau!" " Fanden Sie meine Mutter verändert? Sie flagt oft über das herannahende Alter mit seinen Beschwerden." Alfred zögerte, dann sagte er, daß er Frau Haided tatsächlich recht gealtert gefunden habe, es sei aber kein Grund für die Tochter, sich irgendwie zu beunruhigen. Karlas Augen trübten sich, sie wußte, was ihre Mutter quälte, es war das Bewußtsein, daß ihr einziges Kind fern von ihr lebte und das Glück nicht besaß, das ste zu empfangen berechtigt fet! Wie fanden Sie mein liebes Evchen? Hat sie sich nach ihrer Verlobung ganz getröstet? Zuerst hat sie schwer an dieser großen Enttäuschung getragen, ein so ideal angelegter Charakter wird besonders hart getroffen durch eine so tribe Erfahrung." " Werden Sie in Petersburg bleiben?" fragt Karla. " Ja, vorläufig wohl; ich habe in Paris und Wien praktiziert, ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt ist, daß ich Spezialist für Nerven bin, hier bin ich erster AsstWas Krantent Shuiriti vertanicht teln, wit men. D einen Sau gerufen te dan alten vert die Füße. wiederhol ließlich Ein wäldchen babnpratti Heble Gin fie fchwer. qualen zu einen Ab mgehört „ Eva ist aber gottlob eine ferngesunde Natur bet aller Feinheit des Empfindens, gnädige Frau; sie ist recht ernst geworden, aber ihr weiches, weibliches Gemüt hat sich nur um so inniger an uns alle und Ihre Itebe Mutter geschlossen." " Ich, ich möchte Eva gern im Sommer bet mir haben!" sagte Karla,„ auch Mama will nach Kaporinoff kommen, das ist unser Gut, dret Stunden von hier; es Itegt mitten im Walde, ich bin dort sehr, sehr gern." ( Fortsetzung folgt.) fillig vorb Baffer bat wo man e Suchen wu funden. bindernisse Ronfession. Falten zu tommen. Wie w folgende B Am 8. d. Chrdruf da peitohlen n fannte Die agung. G bur D.. fante noch A werde 96 gäbe t fan. Jo t Find ab und hr Rattleb ang itisate nimmt. Die gep bene ameri en eine 11e en Behör daß fie Ame fifig ma Bo fämpft teen die lamb mit 69 tannte Eumme vo Joch fet. Gin er ing in der S obut die Frau Kühit der Nach Töchter rld. Um das Mädche binaus. meller mit Rind no lungen wo und ftfirate auf der Welches her? 11 then Fre at, daß in getreten fi enden Fr at die gal Beigen, wäl mahm. Ge the hat der rend die Beis auffu big machi Eels relie Emeizer 2 Gine tolle Belle inter tabelt, wo rance verha Bete Fid her Dagens Ber ten, die thr Die Gauner f bie nicht alle metteren teleg Schwindel tottal von ni Millionen Sine Soft net Fram ha Beim Maschma bet elettriche ben etne jebr 雪花 B It g F = 1 1 = = = Hus dem Reiche der Technik. Neue Versuche mit Schnellzugwagen. Seit Jahren tt es das Bestreben der Bahnverwaltungen, eine ruhtgere Gangart der Schnellzugwagen herbeizuführen, um bie Annehmlichkeit des Reifens zu erhöhen. Man suchte dies bisher durch eine Vermehrung der Wagenachsen zu erreichen, deren Zahl sich im Laufe der Zeit von drei auf vier und dann sechs erhöhte. Neuerdings werden gar schon Vorschläge für achtachfige Wagen gemacht. Auf einem ganz anderen Wege will nun die preußische Etsenbahnverwaltung die Gangart der Wagen verbessern, nämlich durch Erweiterung der Fahrspur. Bekanntlich passen die Wagenräder nicht genau auf die Schienen, sondern haben zur leichteren Ueberwindung der Kurven einen Spielraum nach der Seite von etwa 10 Millimeter. Da die Ansichten darüber, welche Größe des Spielraums die günstigste ist, geteilt sind, Iteß die Bahnverwaltung schon vor mehreren Monaten ver= fuchsweise auf der Strecke Berlin- Cassel- Frankfurt a. M. einige Wagen laufen, deren Näder einen Spielraum von 20 Millimeter zwischen den Schienen hatten. Diese Versuche führten jedoch zunächst zu feinem Ergebnis, weil, wie man annimmt, der einzelne Versuchswagen durch den unruhigen Gang der übrigen ungünftig beeinflußt worden ist. Deshalb sollen die Versuche jetzt so wieder aufgenommen werden, daß sämtliche Wagen eines D- Zugpaares sowohl der Strecke BerlinGaffel- Frankfurt a. M. wie anderer Linten mit dem erweiterten Spielraum ausgestattet werden. Man glaubt auf diese Weise zu einem befriedigenden Ergeb nis zu kommen. Die Beobachtung der Versuchszüge soll längere Zeit hindurch fortgesetzt werden. Vermischtes. Was ein Polizeihund alles kann. Im Luckenwalder Krankenhaus waren einem Patienten seine neuen Schnürstiefel gegen ein paar alte abgetragene Schuhe vertauscht worden. Um nun den Uebeltäter zu ermitteln, wurde der Bolizeihund„ Cara" zu Hilfe genom men. Die Stiefer sämtlicher Patienten wurden auf einen Saufen geworfen, der mutmaßliche Täter herausgerufen und„ Cara" nahm von ihm Witterung. Er fuchte dann kurze Zeit unter den Stiefeln und setzte die alten vertauschten dem Verdächtigen ohne wetteres vor die Füße. Nachdem der Spürhund dies mehrere Male threm Nachbar zur anderen Seite, einem Kavallerieof= fister, angelegentlich unterhält. Der Dame scheint die neue Signachbarin nicht zu behagen, denn sie riidt möglichst weit von ihr hinweg." Nig für ungut, Fräul'n," sagt resolut die Debstlerin, aber für vierzehn Heller tönnen net auf jeder Seiten an Kavallerieoffizier haben." Auf den Gesichtern der Passagiere erschten ein vergnügtes Schmunzeln über diese Aeußerung echten Wiener Voltshumors. Ein lustiges Stückchen, dem der Versuch einer Nachahmung des Gentestreiches des Schusters Voigt zugrunde lag, wird aus dem märkischen Städtchen Werneuchen berichtet. In dem dortigen Rathaus erschien dieser Tage ein etwa 35jähriger, sehr elegant gekleideter und forsch auftretender Herr, der den Bürgermeister der Stadt zu sprechen wünschte. Da dieser aber verreist war, wurde er von dem Stellvertreter des Stadtoberhaupies, dent Gutsbesitzer Wiese, empfangen. Der Besucher stellte sich in hochfahrendem Tone als höherer Beamter der Potsdamer Regierung vor, der den Auftrag erhalten habe, eine Anzahl märkischer Ortsverwaltungen zu inspizteren. Ohne weiteres setzte sich der " Herr Rat" an den Schreibtisch, um seine Revisionstätigkeit zu beginnen. Er verlangte fategorisch von dem stellvertretenden Bürgermeister die Vorlegung der Kassenbücher und die Herbeischaffung der Barbestände. Dann machte er sich daran, ein formgerechtes Protokoll aufzunehmen. Der Gutsbesitzer hörte sich eine Zeitlang ruhig die vielen Wünsche und Bemängelungen des Herrn Vorgesetzten" an. Als ihm aber die Sache zu bunt wurde, setzte er den Besucher furzer Hand an die Luft. Der über diese unerwartet schnelle Beendigung feiner Tätigkeit verduste„ Herr Revisor" mochte wohl eingesehen haben, daß er dem riesenhaften stellvertretenden Bürgermeister nicht gewachsen war und zog es vor, so rasch wie möglich zu verschwinden, allerdings nicht, ohne dem Bürgermeister gedroht zu haben, er werde diese Respektlosigkeit und unbotmäßigkeit dem Herrn Oberpräsidenten melden. Zweifellos handelt es sich um einen Schwindler, der gehofft hatte, durch sein sicheres Auftreten den Bürgermeister einzuschüchtern und dabet eine größere Geldsumme zu erbeuten. Wie sich herausstellte, war der Fremde vor seinem Besuche bei dem Bürgermeister bereits auf der Hauptkasse gewesen, wo er aber von den Beamten, die ebenfalls Verdacht ge= fchöpft hatten, an den Bürgermeister verwiesen wurde. wiederholt hatte, gab der Beschuldigte den Diebstahl Der Palast des Erichahs von Persien. schließlich zu. Ein Liebesdrama im Walde. In cinent Brivatwäldchen bei Bad Ems schoß gestern abend der Etser= bahnpraktikant Duefer aus Saarbrücken auf seine Geliebte Emilie Weiß aus Langenlonsheim und verießte sie schwer. Dann tötete er sich selbst. um ihre Durstqualen zu stillen, troch das Mädchen vorwärts und fiel einen Abhang herab. Dort blieb es, da ihre Hilferufe ungehört verhalten, bis zum Abend liegen. Ein zufällig vorbeikommende Gärtner, den sie um ein Glas Wasser bat, sorgte dafür, daß sie ins Krankenhaus far, wo man erst den Sachverhalt erfuhr. Nach längerem Suchen wurde auch die Leiche des jungen Mannes ocfunden. Wie es heißt, bestanden unüberwindliche Gle hindernisse für die beiden wegen Verschiedenhet re Konfession. Das Mädchen scheint einen Lungens( r= halten zu haben und wird kaum mit dem Leben bevontommen. Wie weit Gaunerfrechheit manchmal geht, eig folgende Borfall, den der„ Thür. Waldbote" ch Am 8. d. M. war einem Herrn auf dem Schützenfest ta Ohrdruf das Fahrrad und mit diesem ein Wettermortel gestohlen worden. Dieser Tage sandte der noch unbefannte Dieb nun in Gestalt einer Postkarte eine Dantfagung. Sie lautet: Wölfts, den 8. Jult 1911. Geerter Här D...! Daf Rat ist gut und gut erhalten. ch tanke noch dafür. Es schenieri mich die zweterlet Bettale. Ich werde mich ein neues faufen, oder haben sie eins? ch gäbe thnen taß Mändelgen was ich nicht tragen fan. Ich tue es auf ten Fälsenkeller. Die roten Kriffe sind ab und die Nummer ist verbocht. Mit bästen Krus thr Rattieb." Auf der Rückseite der Karte ist der Vorgang ffizztert, wie der Langfinger das Rad an sich nimmt. Die geplagten amerikanischen Miltonäre. Verschtedene amerikanische Millionäre protestieren energisch gegen eine Uebersteuerung, die thnen von den amerikantschen Behörden auferlegt wird. Die Folge würde sein, daß sie Amerika verlassen und sich in anderen Ländern anfäffig machen, wo weniger Steuern erhoben werden. So kämpft der reichste Mann der Welt, Mr. Rockefeller, gegen die Besteuerung seines Landbesites in Clevelayd mit 6 Millionen Dollar. Der Senator Clarks, der bekannte„ Kupferkönig", sagt, daß die ihm auferlegte Summe von 3% Millionen Dollar um die Hälfte zu Hoch set. Ein erschütternder Unfall hat sich gestern nachmit= tag in der Hermannstraße zu Rigdorf zugetragen. Dort wohnt die erst vor wenigen Tagen zur Witwe gewordene Frau Kühn, die fortgegangen war, um eine Besorgung in der Nachbarschaft zu machen. Ihr kleines, vierfährtges Töchterchen blieb derweil allein in der Wohnung zurück. Um der Mutter nachsehen zu können, kletterte das Mädchen an das offenstehende Fenster und beugte sich hinaus. Es sah auch die Mutter; um sie aber noch weiter mit den Blicken verfolgen zit können, rutschte das Kind noch mehr vor, verlor dabet das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße hinab. Die erlittenen Berlegungen waren so schwerer Natur, daß das Mädchen fast auf der Stelle starb. Welches Land stellt der Schweiz die meisten Be fucher? In Bern ist soeben die Statistik der schmetzerischen Fremdenverkehrs veröffentlicht worden. Ste zeigt, daß in der lebten Zeit seltsame Verschiebungen eingetreten sind, was die Heimat der die Schweiz besuchenden Fremden angeht. Bis vor etwa 10 Jahren war die Zahl der deutschen Touristen in ständigem Steigen, während die der Engländer ebenso ständig abnahm. Seit dem Anfang des neuen Jahrhunderts aber hat der Besuch der Deutschen langsam nachgelassen, während die Engländer wieder in größerer Menge die Schweiz aufsuchen. Noch auffälliger aber ist die gleichmäßig wachsende Zahl der Franzosen, die nach der Schwetz retsen; fie nehmen heute bereits die zette Stelle unter den Nationen, deren Angehörige auf ête Schweizer Alpen steigen, ein. Eine tolle Gründergeschichte wird von Philadelphia getabelt, wo dieser Tage dret„ Direktoren" wegen Befruges verhaftet wurden. In der Voruntersuchung stellte sich heraus, daß die dret nicht weniger als ein Dußend Versicherungsgesellschaften" auf dem Gewissen hatten, die ihnen etwa 120 000 M. im Monat einbrachten. Die Gauner sollen viele Tausende, meist von der Sorte, die nicht alle werden, geschädigt haben. Nach einer wetteren telegraphischen Meldung beträgt die Zahl diefer Schwindelgesellschaften sogar 14, mit einem Gesamttapital von nicht weniger als 6 Millionen Dollar gleich 25 Millionen Mart. Eine Abfuhr. Folgende nette Szene auf der Wiener Tram hat ein Leser des„ Extrablatts" beobachtet: Beim Naschmarkt steigt etne Marktfrau in einen Wagen der elettrischen Straßenbahn ein und kommt neben eine sehr elegante junge Dame zu fizzen, die sich mit Der Erschah son Persien, Mohammed Alt, befindet sich durch seinen Staatsstreich wieder auf persischem Boden, von dem er vor 2 Jahren verbannt worden ist, und wird in furzer Zeit voraussichtlich in Teheran in seinem Palaste Einzug halten. Es wird darum eine Schilderung des Palastes von Interesse sein, welche die„ Inf." cinem Berichte des englischen Reisenden William Streson entnimmt, der als Gast des Schahs von Persien in Teheran weilfe: Sowie man den Toreingang des Königspalastes durchschritten hat, fühlt man sofort den Atem der Ränke, der Tyrannet und der geheimen Grausamketten. Der Palast wird von einer hohen Mauer umgeben und gleicht einer finsteren Raubrttterburg. Seine Einrichfung zeigt noch ganz den Charakter der Gewaltherrscher, und trägt das Wesen fener graufigen Zeiten, wo Fath Alt Schah und der blutige Nadir hier ihre unerhörten Gewalttaten verübten. Von dem kleinen Vorraum aus gelangt man nämlich in ein Labyrinth niedrtger Gänge, die nach allen Richtungen hin in schwarze Finsternis verlaufen, und die so recht den Schauplatz Hinterlistiger Ermordungen und Torturen bilden konnfen. Sie meisten Zimmer haben einen ähnlichen Charakter und zeech mur durch ihre kostbare Einrichtung von den vergitech Feichtum der Perserkönige. Umgeben wird der Baia von einem alten, prachtvollen Bart, der von dem seltsamen Kunstverständnis des Schahs Zeugnis ablegt; denn alle fünf Schritte finden sich hier Rche, 3werge, und andere Schmuckgegenstände", tie zum Teil( us Terracotta angefertigt sind, zum Teil aus Gußcisen stehen und in der Form ganz roh sind. Der Harem des Berserkönigs nimmt den ganzen Inken Flügel end ist der schönste Teil des Palastes. Der Fußboden ist mit Marmorfliesen belegt, in allen Teilen der schattigen Gartenanlagen plätschern versteckt Springbrunnen und überall liegen fleine Grotten verstreut. Den seltsamsten Anblick des Königspalastes bte= tet die Schatzkammer, die zuerst eine wahre Fundgrube prächtigster Runstgegenstände und reichster Kostbarfeiten zu sein scheint. Hier findet sich die herrlichste Indische Seide, die 300 Jahre alt ist, ein Schwert eines alten Perserschahs, das über und über mit walnußgroßen Brillanten im Griff besät ist, die den Schwertfnauf bilden. Daneben glänzt ein tostbarer Globus, bet dem das Wasser aus Saphiren und das feste Land aus Brillanten hergestellt ist, die Berge sind durch Rubinen und die Städte durch Smaragde gekennzeichnet. Neben ungeheueren alten goldenen Schüsseln findet sich aber auch ganz moderner Trödelfram, wie wir ihn in unseren Bazars kaufen fönnen. Neben den größten Kostbarkeiten der fämmerlichste Schund, der die Folte bildet. Am Ausgang der Schatzkammer steht eine der Herrlichsten chinesischen Vasen von 2 Meter Höhe, das Geschenk eines chinesischen Satsers, und daneben als Beichen modernen" Geistes etn... Grammophon. Opfer des Aberglaubens. Moch steht der tragische Fall des durch Volksheze zum Scbstmord getriebenen österreichischen Gemeindearztes Franz in Riedau in frischer Erinnerung und schon wird abermals der Fall einer brutalen Verfolgung eines österreichischen Gemeindearztes gemeldet, Ber, weil er seine ärztliche Pflicht erfüllte, durch böswillige Heze aus Amt und Brot getrieben wurde. Es handelt sich um den Gemeindearzt Josef Peer in Weibern in Oberösterreich. Am 3. Jult abends war dort die Näherin Rosa Enzer an tuberkulöser Hirnhautentzüdung und beiderseitiger tuberkulöser Rippenfellentzündung gestorben. Der zur Leichenschau berufene Dr. Peer ordnete angesichts der herrschenden Hize und, da die Leiche bereits Ausdünstungen verbreitete und es sich um Tuberkulose gehandelt hatte, pflichtgemäß eine beschleunigte Bestattung für den 5. Jult vormittags an. Die Familie wetgerte sich dieser ärztlichen Anordnung Folge zu leisten, und alsbald war der ganze Ort gegen den Gemeindearzt aufgehegt. Auch beim Gemeindevorstand fand er feine Unterstützung. Von diesem Augenblick ab wurden Dr. Peer und seine Gatttn von den Leuten nicht mehr gegrüßt und erhielten auf Grüße tetne Antwort. Dafür wurde Dr. Beer mit anonymen Briefen unflätigsten Inhalts belästigt. Wenige Tage später folgte dann eine geradezu empörende Szene. Es war abends nach 9 Uhr und Dr. Peer jaß am Klavier. Die Fenster standen wegen der großen Hize offen. Da wurde plößlich draußen höhnend ostentatto applaudiert, verspottende Burufe wurden laut. Blöblich ertönten schrille Pfiffe; an die Fenster flogen Steine und Sand und bis über das aut akustische Hausdach hörte man Steine rollen, die von unten geworfen wurden. Bis nach 10 Uhr dauerte das Bombardement an. Mit Hilfe einer elektrischen Blendlaterne agnos zierte Dr. Peer die um das Haus herumschleichenden pfeifenden und fohlenden Leute, unter denen sich auch das Dienstpersonal seines Hausherrn befand. So oft Dr. Peer vor die Haustütre trat, verschwanden die Ruhestörer, um sofort zurückzukehren, wenn er wieder hineingegangen war. Erst gegen Mitternacht wurde es endlich still. Fortgeseßte anonyme Briefe gemeinsten Inhalts und die Furcht seiner Gattin vor wetteren nächtlichen Ueberfällen bewogen Dr. Peer zur Kündi gung feiner Stelle als Gemeindearzt, die auch von der Gemeinde fofort angenommen wurde. Fast noch ärger ist ein zweiter Fall der aus Graz gemeldet wird: Am 26. Februar abends ging der Bauernbursche Franz Pus von Zeil nach Pöllau, um eine Medizin zu holen. Nach Uebergabe der Medizin führte der Apotheker Roberouer den Burschen mit einem Leuchter in der Hand zur Tür. Dabei scheint der Apotheker den Burschen im Geficht gestreift zu haben. Der Bauernfohn wurde von wildem Schreck erfaßt und hatte das Gefühl, als ob ihm der Apotheker etwas u11= fer die Nase gestrichen hätte. Es wurde ihm itbel, er erbrach und bekam Durchfall. Kaum batte er fich ctwas erholt, als er in wildem Laufe nach Hause eilte. In Pöllau herrscht nämlich der Aberglaube, daß jeder Apotheker das Recht habe, alle Jabre einige Menschen, mindestens ein Weib und einen Mann, aut töten, um die Körper auszukochen und daraus Medikamente zu machen.. Es dauerte keine acht Tage, so war die ganze aufgeregte Gegend von dem Märchen erfüllt, der Apothefer habe den jungen Puzz betäuben wollen, um ihn zit töten. Der Apotheker wurde voykottiert, sodaß er in einer Woche nicht eine einzige Krone einnahm. Nun verklagte der Apotheker den Bauernburschen und dessen Eltern als Verbreiter des Gerichts vor dem Bezirksgerichts Pöllau. Vor Gericht meinte der Bursche, der Apotheker habe ihn schon früher einmal verfolgt. Der Junge Putz wurde zu vierzehn Tagen Arrest verurteilt, die Eltern aber mit der höchst merkwürdigen Begrindung freigesprochen, daß der Einfluß des Aberglaubens auf die Landbevölkerung es möglich erscheinen laffe, daß die Eltern den Worten ihres Sohnes Glauben schenkten. Drabtnachrichten und neuestes. Persien in Aufruhr. Wien, 21. Jult. Ueber die Lage in Persien trafen hier sehr verworrene und sich start widersprechende Nachrichten ein. Nur soviel steht fest, daß int Lande vollkommene Anarchie herrscht. Besonders aus den südlichen Provinzen kommen besorgniserregende Nachrichten. In Chorasan und Astrabad fanden Zu sammenstöße der Unzufriedenen mit den Truppen statt. Der Bruder des Erschahs hat sich in Turkestan festge= setzt und fordert nach wie vor das Volk auf, unter die Herrschaft seines rechtmäßigen Gebieters zurückzukehren. Er soll bereits seit längerer Zeit von dort aus mit ſeinem entthronten Bruder in Verbindung gestanden und alle Vorbereitungen zu dessen Gewaltstreich getroffen haben. Schwere Ausschreitungen gegen in England lebende Chinesen. Cardiff, 21. Jult. Gestern abend hat eine Massenversammlung stattgefunden, an der 50 000 Arbetter tetinahmen. Nach der Versammlung wurde ein Angriff auf die chinesischen Waschanstalten gemacht, Fenster wurden eingeworfen und die Geschäftslokale de= moliert. Eine Wäscherei wurde in Brand gesteckt. Bet dem Angriff war die Polizei nicht sofort zur Stelle. Die hauptstädtische Polizei ist an den Ort der Unruhen ge etlt, wo ernste Zusammenstöße erfolgen dürften. Die Unsicherheit in Mexiko. Neuyork, 21. Juli. Die Ausländer verlassen Mexifo in großen Scharen. Sie berichten über neue Unruhen in Puebla, Torreon sowie an anderen Orten des Landes. Die Unsicherheit im Lande wächst. Neuyort, 21. Jult. Aus St. Antonio wird gemeldet: Zahlreiche hierher geflüchtete Ausländer berich ten, daß in der Stadt Torreon und im Staate Coahuila Anarchie herrsche. Berliner Getreide und Schlastvichmarkt. Auf Grund der bisherigen Berichte glaubt man den diesjährigen Ertrag an Weizen, dem Hauptartikel des Weltgetreidemarktes, auf mindestens die gleiche Menge wie in den beiden letzten Vorjahren veranschlagen zu tönnen. Die Ernte erfolgt allenthalben verhältnismäBtg frühzeitig, und dies kommt in dem schnellen Anwachsen der sichtbaren Vorräte zur Erscheinung. Namentlich macht sich dies in Nordamerika geltend. Diese Umstände haben ein Nachlassen der Weizenpreise am Weltmarkte in der am 19. Just beendeten Berichtswoche bewirkt. Im Berliner Getreidehandel ist hiervon nur ein geringer Einfluß bemerkbar gewesen. Auch Roggen hat nur für nahe Termine im Preise etwas verloren, hauptsächlich weil das Angebot russischer Ware drückte. Hafer war anfänglich wegen der andauernden Dürre recht fest und schließt gegen die Vorwoche zit erhöhten Preisen, trotzdem infolge günstiger gewordenen Wetters in den letzten Tagen eine Ermattung der Lendenz eintrat. Mais hat im Einklang mit dem Auslande sich ansehnlich teurer gestellt. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 197,75 M., Roggen 165,75 M., Safer 165,50 M, Mais 151,50 M. Preise des städtischen Schlachtvieh= marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 81 bis 86 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäftete 78-84 M. c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 74 bis 75 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73 bis 80 M., b) vollfleischige jüngere 71 bis 76 M. c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 72 bis 74 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 68 bis 72 M. c) ältere ausgemästete und we nig gut entwickelte jüngere ühe und Färfen 65 bis 69 M., d) mäßig genährte Kühe und Färfen 58 618 62 M., e) gering genährte ühe und Färsen bis 61 M., f) gering genährtes Jungvieh( resser) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Maft 107 bis 136 M, 6( feinste Mastfälber 88 bis 97 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 77 bis 85 Mb) geringere Mast- und gute Saugfälber 70 bts 79 M. e) geringere Saugfälber 51 bis 67 M. 5.Schafe: a) Mafflämmer und jüngere MastHammel 76 bis 84 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte funge Schafe 58 bis 74 M, c) mäßig genährte Hammel und Schaje 58 bis 74 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Rentner Le bendgewicht 59 M., b) vollfleischige Schweine 240 bi 300 3fb. 58 bis 59., c) vollfleischige 200 bis 240 3fb. 57 bis 59, d) vollfleischige Schweine 160 bis 200 Pfd. 56 bis 58 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfd. 54 bis 56 M, f) Sauen bis- M Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislagel Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Wallen Uhren Musikwaren, sowie sonstige Radfahrer Bedarfsartikel gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTELU SUDDEUTSCHIA Vergebung von Weißbinderarbeiten. Die zur Erneuerung d Sprigbewurfs u. des äußeren Anstrichs am Hauptgebäude, der Turnhalle und der Dienerwohnung des Gymnasiums zu Gießen nötigen Weißbinder arbeiten sollen auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Junt 1893 und des Erlasses Großh. Staatsministe riums vom 24. Februar 1911 öffentlich in 2 Losen ver geben werden. 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Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nächstkünftigen Sonntag, den 30. Juli, wird die alljährliche Rollekte für die innere Mission erhoben werden. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 22. Juli. tet wi Bromb entichlic nationa Bens mann ruht It. ler nat Darmit freijes Mehrhe zutreten Kandid zwischen irum partei Weitpro Nation Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 23. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Verantwortlich: Otto Heinede. gegen