ssen ügunge ten ension use. ant. isch g. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Mittags 3 Uhr. liegt alle 14 Tage Seltersweg 83. - Erscheint Die„ Illuftr. Weltrundschau" einmal gratis bei. Redaktion: Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. [ 2507 Nr. 144. anne afen gefu 8 u. Größ 5 an die G Derren, Dam der- Kleider e. Sable g Bofit. peng E.6.Mts.( 217 6, Dortmun höne Sud huer, 3 Mo Enten, Gank liefert denan Sle Tatis.-[ 301 it Geschäft Wirtschaft o gleich. Gelb u. N. N. 24 burg. 2753 Apotheker! ich Ihnen f die fich an meiner en naffe, freffende hat. nochmals meines gegenbringe, be Stungsboll ve. H. 1905. wird mit Erfol echten und Hau ist in Dosen 5 in den Apotheker echt in Drigi rot und m einböhla Dredder the man zurild. Neueste Singer hine ,, Krone legelt die Nahtu 5, auch ror warts nähend eit 30 Jahren H nt v. Post-, Pre ts- u. Reichse -Beamten, Lebr .- Vereinen, re et die deuts marmige Singer hygienischer Fair eiderel, 40, 45, Probezeit 6 Ja Waschmaschine latte billigst. Ja erkennungen gra maschinen- Fahr 1. Jacobsohn inionstr. 196. eale Bist Sne bolle Kon m burch Nih Iver ,, Grazin archaus uni in furger adezu über farztlich emp wein. Machen es wird Kart. Mt. 2- erf. 5 Mt. B Verfand Apol Berlin, G er Allee 136. ( 251) elt werden kan be in Gießen Telephon: Nr. 362. Es wird Zeit, das Abonnement auf die ,, Gießener Zeitung" zu erneuern. Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat zur Probe zu bestellen. Das Abonnement tostet monatlich 50 Pig.. vierteljährlich 1.50 Mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), a b= geholt 1.20 Mt. Hochachtungsvoll Der Verlag der Gießener Zeitung ( Gießener Neueste Nachrichten) B. m. b. H. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Juni. * Der zweiten Ständekammer sind folgende Drucksachen zugegangen: 1. Bericht des Ersten Ausschusses über die Vorstellung von Einwohnern zu Birkenau und anderer Orte, betr. Errichtung einer Haltestelle in Birkenau- Tal. Der Ausschuß teilt den ablehnenden Standpunkt der Regierung und beantragt, der Vorstellung keine Folge zu geben. 2. Bericht des Dritten Ausschusses über die Vorstellung des Vorstandes des Verbandes Hessischer Privatarchitekten, betreffend Beseitigung der Privatarbeiten der Baubeamten im Großherzogtum Hessen. Der Ausschuß beantragt, die Vorstellung für erledigt zu erklären. 3. Bericht des Vierten Ausschusses über 1. den Antrag der Abg. Ulrich u. Genossen, betr. Trennung von Schule und Kirche; 2. die Vorstellung des Landes- Lehrervereins, betr. Aufhebung des Artikels 50 des Volksschulgesetzes. Der Ausschuß beantragt mit 4 gegen Stimme: 1. den Antrag der Abgg. Ulrich u. Genossen mit Ausnahme der Ziffer 2 des Antrages abzulehnen; 2. die Vorstellung des Landeslehrervereins, sowie die Ziffer 2 des Antrages Ulrich u. Genossen anzunehmen. 4. Dringliche Anfrage der Abgg. Noack u. Genossen, betreffend die Verbesserung des Kurs stan= des der Hessischen Staatspapiere. L 1 Zu dem Streit um das theologische Fakultäts- Examen in Gießen hat auch die Freie Landeskirchliche Vereinigung für das Großherzogtum Hessen das Wort ergriffen in einer in den„ Südd. Blättern für Kirche und freies Christentum" erschienenen Erklärung, die gleichzeitig als Flugblatt verbreitet wird. Diese Erklärung, die Angriffe des Vorstandes der Kirch lich- positiven Vereinigung auf die angeblich vorwiegend negativ- kritische und zum Teil bewußt unkirchliche Geistesrichtung" der Gießener theologischen Fakultät einer scharfen Kritik unterzieht, stützt sich auf das Gutachten eines hervorragenden auswärtigen Theologen, der auch ein genauer Kenner hessischer Verhältnisse ist und nach weist, daß die theologische Prüfungsordnung in Hessen ,, die weitaus beste" von allen im deutschen Reiche ist, weil sie die wissenschaftlich- theologische von der auf dem Predigerseminar zur erwerbenden praktisch- kirchlichen Ausbildung streng scheidet und in vorbildlicher Weise sowohl der Wissenschaft gibt, was der Wissenschaft ist, als der am AbKirche, was der Kirche ist; demgemäß steht schluß der wissenschaftlichen Ausbildung das Examen an der theologischen Fakultät, am Abschluß der praktisch firchlichen die Amtsprüfung an der Kirchenbehörde. Jede Aenderung dieses wohldurchdachten Aufbaues würde einen Rückschritt bedeuten und außerdem zu Konsequen zen führen, die mit der Würde der hessischen Landeskirche unvereinbar wären. Die Erklärung wendet sich schließlich gegen den Antrag der Gießener Fakultät, daß das Verfahren bei der theologischen Prüfung in Gießen einer ein- oder mehrmaligen Revision seitens der Kirchenbehörde unterzogen werden möge, mit folgenden Worten:„ Uns scheint selbst darin noch ein zu weitgehendes Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Positiven zu liegen. Denn das Fakultätsexamen untersteht, soweit es mündlich ist, der Kontrolle der Def fentlichkeit, die Akten werden der Kirchenbehörde einge sandt, und es hat zu Beschwerden bisher nicht den geringsten Anlaß gegeben; selbst die Positiven vermögen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 22. Juni 1911. auch nicht den Schatten eines Beweises beizubringen, daß irgend einer der Examinatoren es an der erforderlichen Objektivität habe fehlen lassen oder sogenannte Richtungsfragen an die Kandidaten gestellt hätte. Sie müssen sich begnügen mit der ganz vagen Behauptung, daß es für einen Studenten, der auf einer auswärtigen Hochschule positiv gerichtete Lehrer gehabt hat,„ mißlich sei" vor einem„ anders gerichteten Lehrkörper" das Examen abzulegen. Mißlich ist ein Examen für den Prüfling wohl unter allen Umständen, von wem es auch abgehalten werden mag. Daß es für einen wissenschaftlich beschlagenen Studenten vor der Gießener Fakultät noch mit besonders starken Mißlichkeiten verknüpft sei, müßte erst durch Tatsachen bewiesen werden. Solange solche Tatsachen nicht beigebracht werden können, scheint uns eine Revision des Fakultätsexamens durch einen Abgeordneten des Oberkonsistoriums gegenstandslos und somit überflüssig zu sein. Auf ein bloßes Mißtrauensvotum einer kirchenpolitischen Partei hin sollte man unseres Erachtens feine amtlichen Verfügungen treffen." * Die Wanderversammlung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht wurde in der Zeit vom 19. bis 21. d. Mts. im Landw. Institut der Universität abgehalten. Am 18. Juni fanden vormittags in der Universität Vorträge über die Förderung und Hebung der deutschen Pflanzenzucht statt. Es referierten Professor München, Regierungsrat Dr. D. Appel- Dahlem bei Dr. Gisevius- Gießen, Geh. Hofrat Prof. Dr. Kraus= Steglitz- Berlin, Privatdozent Dr. Röhmer- Gießen. Am nachmittag des 19. fand eine Generalversammlung in der Universität statt. Am 20. Juni nahmen die Vorträge vormittags ihren Fortgang und zwar sprachen Professor Dr. Kießling- Weihenstephan bei Freising i. B., Dr. Lang- Hochburg bei Emmendingen, Rittergutsbesitzer und Domänenpächter W. Rimpau- Schlanstedt( Provinz Sachsen) und cand. agr. Schneider- Gießen. Nachmittags fand eine Besichtigung der Versuchsfelder des Instituts und der Gutswirtschaft des Brauereibesitzers Bickler- Gießen statt. Gestern wurden das Landw. Institut und die Ausstellung von Apparaten zur Pflanzenzüchtung einer Besichtigung unterzogen. * - Heute findet in Steins Garten der 3. Ver= bandstag der hessischen Hebammen statt. Verschiedene bedeutende Mediziner halten Vorträge, die für Hebammen wichtige Gegenstände behandeln. Die Herbst manöver im 18. Armeeforps. Das Korpsmanöver findet in diesem Jahre vom 19. bis 20. September bei Kirberg statt; ihm gehen voraus die Manöver der 21. Division vom 11. bis 16. September bei Jdstein und die Manöver der 25. Division, der unser Infanterieregiment angehört, bei KaBenellnbogen. * Die Füchse des Regiments. Auf dem Griesheimer Exerzierplatz herrscht seit langem Klage über die vielen Fuchsbauten, durch die schon manche Pferde mit ihren Reitern gestürzt und zu Schaden gekommen sind. Vor einigen Monaten hoben Soldaten eine Fuchshöhle mit vier jungen Füchsen aus, die der Großherzog den Offizieren der 115er überließ, damit sie als" Regimentsfüchse" aufgeeogen würden. Aus den kleinen Sterlen sind nun ansehnliche Füchse geworden, die einen nicht geringen Appetit entwickeln. Täglich zieht eine Anzahl 115er, die sich diese Abwechselung im Dienst gern gefallen lassen, ins Feld oder in den Wald und stellt den Raben nach, die von den Füchsen bis auf die Fe dern vertilgt werden. In ungünstigen Jagdzeiten wird Kommißbrot mit„ Mäusebeilage" gereicht. * von Ausflug von Kassel nach dem Großher zogtum Hessen( Vogelsberg, Wetterau, Rhein Die hessen, Odenwald) am 25. bis 29. Juni 1911. Reise führt von Gießen nach Lauterbach, wo die Jungviehweiden des Landwirtschaftskammer- Ausschusses für Oberhessen besichtigt werden und geht dann durch den Vogelsberg weiter über Stockheim, Nidda, nach Friedberg. Am zweiten Tag wird der Wetterau, und zwar dem südlichen Teil derselben in der Umgegend Friedberg ein Besuch abgestattet. Der nächste Tag führt nach Rheinhessen zum Studium des dortigen Weinbaues und wird sowohl der Keller der Großherzoglichen Domäne in Mainz, sowie die Anlagen der Obst- und Weinbauschule in Oppenheim besichtigt. Den Schluß des Tages macht der Besuch der Einrichtungen der landw. Versuchsstation in Darmstadt. Die Reise wird unter Leitung des Sekretärs der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen, Dr. Hamann zur Ausführung gebracht. Diejenigen, welche an diesem Ausflug teil nehmen wollen, können ihre Teilnahme bei der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft in Berlin SW. 11, | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Dessauerstraße 14, aber auch noch in Kassel und zwar 23. Juni abends bewirken. an den ersten beiden Ausstellungstagen bis Freitag, den * Das Ronneburgfest. Am letzten Sonntag fanden während des ganzen Nachmittags Proben malerisches Bild. Es wurde eine Reihe photographischer des Festspieles statt. Der innere Burghof bot ein Aufnahmen gemacht. feierte das Ehepaar Joh. Knapp. Der Großherzog hat = h= Schotten, 22. Juni. Seine goldene Hochzeit ein Bild als Geschenk gesandt. *) Bad Nauheim, 22. Juni. Die jüngste Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung stand im Zeichen der Beschlußunfähigkeit, da der achte Mann fehlte. Da das Telephon nichts erzielte, so wurde der Stadtdiener ausgeschickt, den fehlenden Mann herbeizuschaffen. Er hatte das Glück, einen Stadtvater auf seinem Kartoffelacker zu treffen und auf das Rathaus zu begleiten. Die Sitzung fonnte jetzt beginnen. i Friedberg, 22. Juni. Zur Zeit finden hier Gestern wurde ein Fesselballon losgelassen und Uebungen der Telegraphen- Abteilung aus Koblenz statt. eine lenz und Karlsruhe hergestellt. drahtlose telegraphische Verbindung mit Hadamar, Kob-d- Büdingen, 22. Juni. In hiesiger Stadt Blumenbinde kunstschule mit 15 Schülern erwurde am 15. d. Mts. der 2. Kursus der 1. deutschen öffnet. ⚫ Offenbach, 22. Juni. Die Arbeiter der Of fenbacher Gummiwerke, G. m. b. H., haben am Mittwoch wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. -m- Darmstadt, 22. Juni. Der hess. Zentralverein für billige Wohnungen(„ Ernst Ludwig- Verein") tagte gestern unter dem Vorsitze des Freiherrn von Heyl im städtischen Saalbau. Die Zahl der hessischen Baugenossenschaften ist jetzt auf 42 gestiegen, die bisher 760 Häuser mit einem Kapital von 8 Millionen Mark errichtet haben. Trotz der mustergültigen hessischen Gesetzgebung sei zu bedauern, daß die hessische Regierung den Bestrebungen bei der Beschaffung von Geld Schwierigkeiten mache. In Preußen und in anderen Teilen des Reiches verfahre man anders. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Formalitäten folgten Vorträge über„ Wohnungsfrage und gemeinnützige Bautätigkeit" von Bürgermeister Trautmann in Rimbach i. Od. und Pfarrer Loos in Butzbach und über„ Wohnungsfrage und Jugendfürsorge" von Lehrer Stork in Altenstadt. nicht Er= Darmstadt, 21. Juni. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer hat sich in seiner letzten Sitzung mit den Rückäußerungen der Zweiten Kammer über die Gemeinde umlagen Vorlage beschäftigt. Der Ausschußreferent Freiherr Heyl zu Herrnsheim stellte fest, daß die Zweite Kammer in den prinzipiellen Fragen an ihrem früheren Standpunkte festgehalten habe. Die Gründe für dieses Festhalten erschienen indessen geeignet, die Auffassung des Ausschusses von der Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit seiner Vorschläge zu erschüttern. Bezüglich der Grundsteuer habe der Ausschußbericht den Nachweis erbracht, daß die Besteuerung der landwirtschaftlich benutzten Grundstücke nach dem tragswert in der Wissenschaft als richtig und gerecht anerkannt worden sei und sich auch gesetzlich in den meisten Staaten Bahn gebrochen habe. Auch in Bayern sei eine starke Strömung dafür vorhanden, und in PreuBen sei die Durchführbarkeit dieser Besteuerungsart durch den Abschluß der ersten Veranlagungsarbeiten erwiesen worden. In Hessen könnten fast in allen Gemeinden Durchschnitts- Pachtpreise festgestellt werden, und in PreuBen würden ausdrücklich zur Feststellung der Reinerträge die Pachtpreise herangezogen. Betreffs der Gewerbe= steuer habe die Zweite Kammer den Beschlüssen der Ersten Kammer nicht zugestimmt, weil bei deren Annahme den Gemeinden zu große Steuerausfälle entstehen würden. Es müsse der gerechte Ausbau der Steuer unter Berücksichtigung der Verhältnisse unserer Nachbarstaaten in den Vordergrund gestellt werden und eventuell eintretende Ausfälle bei dieser Steuer könnten durch Erhöhung des Koeffizienten ohne Benachteiligung der NurEinkommensteuerpflichtigen wieder wettgemacht werden. Da auch der von der Ersten Kammer angenommene Tarif im wesentlichen den Vorschlägen sämtlicher hessischer Handelskammern entspreche und Abweichungen nur im Interesse des Mittelstandes und des Kleingewerbes erfolgten, so habe für den Ausschuß keine Veranlassung vorgelegen, von den früher gefaßten Beschlüssen abzugehen. Der Dritte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt gestern eine kurze Sitzung ab, in der einige Petitionen ohne allgemeines Interesse erledigt wurden. Die deutsche Parteizerfahrenheit. Man schreibt der„ N. G. C." aus parlamentarischen Kreisen: A18 ob wir noch nicht genug Parteien in Deutsch land hätten! Da treten auf einmal drei neue Par= teten in die politische Arena, die elfaß- lothringische Nattonalpartet, te christlich- soziale Volkspartei in der Pfalz und eine bayerisch- konservative Partei. Diese neuen Partetbildungen können nirgends mit besonderer Freude be= grüßt werden, denn das deutsche Parteileben leidet ohne hin schon bedenklich an Zersplitterung und Eigenbrödelet. E8 wimmelt in Deutschland von Parteichen und Grüppchen. Da ist jede neue Bildung ohne weiteres vom Uebel. Denn diese neuen Organisationen werfen durchaus keine neuen Forderungen in den Kampf des Tages, sie schillern nur ein bißchen anders ais die bestehenden Parteien. Noch bet der Beratung der Reichsversicherungsordnung warnte Staatssekretär Delbrück mit vollem Recht vor der Partei- Kleinstaateret. Er wies darauf hin, daß schon jetzt die vielen kleinen Parteien im Reichstage die sachliche Erles digung der Geschäfte ungemein erschweren, weil jede der kleinen Gruppen- Polen, Welfen. Elsässer usw.- auf eine Extrawurst spekuliert. Jedes Grüppchen will das be= rühmte Bünglein an der Wage" sein und die Regierung gehörig schröpfen, wenn gerade seine paar Stimmen in die Wagschale fallen. liches Echo nach London gedrungen ist. Gestern wurde von Leuten, die ihn bei der Ankunft gesehen haben, mehrfach bemerkt, wie auffallend englisch der Kronprinz aussehe und wie sympathisch der Eindruck seines Wesens anmute. Das mag nicht von welterschütternder Bedeutung sein, bleibt aber für die Landsleute hüben wie drüben erfreulich und feineswegs unwichtig. Der deutsche Kronprinz überreichte gestern dem König von England im. Auftrage des Kaisers den Feldmarschallstab. Im Laufe des Nachmittags machte der Kronprinz bei sämtlichen Mitgliedern des königlichen Hauses Besuche. Nun ist im Lande noch ein halbes Dußend solcher Parteten ohne parlamentarische Vertretung im Reichstage vorhanden. Alle aber hoffen natürlich, bet den nächsten Wahlen dort einzuziehen. Das kann nett werden! Die Debatten würden natürlich durch solche Parteispalterei ins unendliche verlängert, weil jedes Grüppchen auch einen Redner zu jeder Sache stellen will. Unserem deutschen Reichstage fehlt aber gerade die wuchtige Gruppie rung nach großen Momenten. Man denke an England, wo es im großen und ganzen nur zwei große, durch Weltanschauungen getrennte Parteien gibt, Ste den parlamentarischen Kampf führen Unionisten und Liberale denn die Iren und die Arbeiterpartei laufen nur so nebenbei mit. Wir haben im Reichstage Gruppen, die nur einen, zwei, dret Mann als Mitglieder zählen. Die Reichstagsabgeordneten sollen aber nach der Verfassung nicht Vertreter eines Einzelwahlkreises, sondern des ganzen deutschen Volkes sein. Kann das aber ein Mitglied der kleinen Gruppen? Diese Zwergparteien werden nachgerade eine politische Gefahr. Erst wenn eine geschlossene Rechte und eine geeinte Linke neben dem Zentrum und der Arbeiterpartei stehen, wird der Parteizerfahrenheit, die unserem politischen Leben einen so kleinlichen Zug aufprägt, ein Ende bereitet sein. Zur Reform der Fahrkartensteuer. Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg beabsichtigt, wie die ,, N. G. C." hört, in diesem Sommer feinen anderen Erholungsort aufzusuchen als sein Rittergut Hohenfinow. Es liegt, wie man weiß, fast vor den Toren Berlins, in der Neumark, und ist von der Reichshauptstadt aus in furzer Zeit zu erreichen. In Hohenfinow kann der Reichsfanzler die politische Leitung stets in Händen behalten, die wichtigsten Vorträge entgegennehmen, Akten erledigen und erforderlichenfalls auch jederzeit nach Berlin kommen, sodaß eine eigentliche Unterbrechung oder Stellvertretung in den Geschäften überhaupt nicht stattfindet. Jm Reichsamt des Innern begann am Dienstag die. Konferenz der sozialpolitischen Abteilung mit Referenten sämtlicher Bundesregierungen zur Durchführung der Reichsversicherungsordnung. Die Konferenz wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. In erster Linie handelt es sich um die Organisation der neuen Versicherungsbehörden. Außerdem werden gemeinsame Grundsätze für die Neuorganisation der Krankenkassen, die Abgrenzung der Bezirke für die einzelnen Kassen, Orts- und Landkrankenkassen aufgestellt werden. pfindliche Verluste. Die Bevölkerung ist sehr erregt, viel fach ist Militär bereitgestellt, so auch in Wien. In einigen Städten ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Ein neuer Irrlehreprozeß? Gegen die Wahl des Pfarrers Dewaranne, der zum Prediger in der Trinitatisfirche in Charlottenburg gewählt wurde, ist beim Superintendenten Protest wegen Irrlehre erhoben worden. Der Superintendent hat den Protest pflichtgemäß weitergege= ben. Darin wird von Dewaranne behauptet, daß er Jrrlehren verbreite, weil er auf dem Standpunkt des Pfarrers Jatho stehe. Dewaranne ist ein junger liberaler Geistlicher, der seit einigen Monaten an der Jerusalemfirche in Berlin amtiert. Der Berliner Lokalanz." brachte kürzlich eine Mittetlung über eine Reform der Fahrkartensteuer und den Inhalt des dem fünftigen Reichstag vorzulegenden Geseßentwurfes. Diese Mitteilungen werden von der„ Nordd. Allg. 8tg." als aus der Luft gegriffen bezeichnet. Das offiziöse Blatt erinnert an die Erklärungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten bet den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstags und auch in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses. Dort hatte der Minister u. a. bemerkt:„ Eine Aenderung der Fahrfartensteuer set auch jetzt noch geplant, es erscheine aber nicht opportun, den Reichstag zurzeit mit dieser Frage zu befassen. da er bekanntlich mit gesetzgeberischen Vorlagen in bedeutsamem Umfange zu tun habe." In den Verhand= lungen des Abgeordnetenhauses vom 20. und 21. Februar d. Js. äußerte sich der Minister dann in demselben Sinne und fügte auf die Anfrage eines Abgeordneten ausdrücklich noch hinzu: Was die Fahrkartensteuer betrifft, so bestätige ich ausdrücklich, daß die Reformbestrebungen, die von unserer Seite ausgehet und auch von den übrigen deutschen Bahnen geteilt werden, dahin zielen, die vierte Klasse unbesteuert zu lassen, daß die bisherigen Stenerträger, die erste bis dritte Klasse, das Steuereinkom men aufbringen sollen, das bisher dem Reich zufließt, weil vorausgesetzt wird, daß eine Minderung der Einnahmen des Reiches durch eine Aenderung der Steuer nicht herbeigeführt werden dürfe." Auch in den Verhandlungen des Reichstogs hat der Minister in demselben Sinne zur Reform der Fahrkartensteuer Stellung genommen. In dieser Sachlage, so resümiert die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung". hat sich bis heute nichts geändert. Was verschiedene Zeitungen über den Inhalt des Reformplans im einzelnen mitteilen, beruht also auf müßigen Kombinationen. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Deutsch- amerikanische Nationalbund veröffentlicht einen Aufruf für den Abschluß eines Schiedsgerichtsvers trages zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Abschriften wurden dem deutschen Botschafter zur Uebermittlung an Kaiser und Reichstag, dem Präsidenten Taft und dem Kongreßausschusse für auswärtige Angelegenhei ten zugestellt. Am Schlusse des Aufrufs heißt es: Sprecht aus, daß das deutsche Volk diesen Friedensvertrag mit der Schwesternation jenseits des Weltmeeres wünscht, daß Ihr Vertrauen in die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit unseres Anerbieten habt, daß Freundschaft und Gerechtigkeit wal ten soll zwischen Eurem und unserem Volke, das 25 Millionen Bürger deutschen Blutes zu den Seinen zählt. Eine Botschaft der provisorischen Regierung in Lissa. bon, wo, wie gemeldet, am Montag durch die gesetzgebende Versammlung die Republik proklamiert wurde, besagt: ,, Die Revolution war die Folge einer langen Krise, in der die Braganza ihre unheilvolle Tätigkeit verschlimmerten durch Zerstücklung des Landes und Unterdrückung aller Freiheiten. Die einmütige Zustimmung zur Republik ist ein wahres Volksurteil." Die Botschaft hebt dann den Feldzug hervor, der in der öffentlichen Meinung des Auslands gegen die Republik geführt werde und erinnert an die Versuche einer Gegenrevolution. Die Botschaft betont schließlich, daß die provisorische Regierung gewünscht habe, der konstituierenden Versammlung die Initiative zu überlassen, die Republik feierlich zu erklären. Wünsche der preußischen Gemeinden. Die Gemeindetommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat eine Petition um gesetzliche Regelung und Einschränkung der direkten Grundwertsteuer, sowie Ablehnung der rückwirkenden Kraft der Zuwachssteuer der Regierung als Material überwiesen. In der Petition wird gebeten, auf eine gewisse gesetzliche Regelung der Umsatzsteuern hinzuwirfen und den Gemeinden vorzuschreiben, wie weit sie in der Besteuerung gehen dürfen. Von seiten der Regierung wurde erklärt, daß die Wünsche der Petenten zwar beachtenswert seien, ihre Durchführung aber auf Schwierigteiten stoßen werde. So würde im Falle einer Neuveranlagung der Grundsteuer eine Erneuerung des Grundkatasters notwendig sein, die mit erheblichen Kosten verknüpft wäre.. Das deutsche Kronprinzenpaar in London. Von den bisher in London eingetroffenen Krönungsgästen erweckt unstreitig das deutsche Kronprinzenpaar das größte Interesse. Das erklärt sich teils durch die nahe Verwandtschaft beider Höfe, teils auch durch die Indienreise des Kronprinzen, von der vor wenigen Monaten manch freund5) Und dennoch. Novelle von Ernst Busolt. Nachdruck verboten. Kleine Nachrichten. Präsident Taft und seine Gattin empfingen zu ihrer Silbernen Hochzeitsfeier fünftausend Gäste im Park des Weißen Hauses. Der Empfang war die größte Veranstaltung, welche je im Weißen Hause arrangiert worden ist. Ganze Wagen voll Geschenke, durchmeg aus Silber, sind eingetroffen: dazu Glückwunschdepeschen von den Oberhäuptern fast aller Länder. Die fünfte ordentliche Generalversammlung des Flottenbundes deutscher Frauen hat am Sonntag in Lübeck getagt. Es wurde beschlossen, cuch im nächsten Jahre das Seemannserholungsheim in Klein- Machnow bei Berlin durch Ueberweisung von 3000 Mart für Freibetten zu unterstützen. Vor allen Dingen aber soll ein Kapital angesammelt werden, das als Sparkassenbuch von Deutschlands Frauen im Falle der Not dem Vaterland für unsere blauen Jungen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein Kapital von 135 724,75 Mark wurde beretts angesammelt, und die ständig wachsende Zahl der Ortsgruppen( 34 bestehen be= reits) bürgt dafür, daß die Opferwilligkeit und der nationale Sinn von Deutschlands Frauen sich heute ebenso beweist, wie in alten ernsten Zeiten. Einer Anregung Heldelbergs folgend, wurde beschlossen, Jugendgruppen zu bilden, die die einzelnen Vorstände bei ihren Werkarbetten unterstützen sollen. „ Und heute ist keine Zeit mehr zum Kurmachen. Ich habe einen Wunsch, Adrian. Du bist zwar zur Erholung hergekommen, aber nun sollst Du doch heran! Du mußt nach Hamburg! Ich habe böse Nachrichten über ein dor tiges Haus bekommen, mit dem wir arbeiten, sollst Dich umschauen, die Augen auftun und mir berichten. Wäre am liebsten selbst gefahren, habe aber, weiß der Himmel, woher es kommt, seit einigen Tagen die ärgsten rheumatischen Schmerzen. Du nimmst mir die Sorge ab." Adrian sah zu der Mutter Mißvergnügen nicht traurig drein, als er seinen Vater bat, sich nicht zu beunruhigen und ihm alles zu überlassen. Das Vermögen der Stadt Berlin beträgt nach einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung rund 415 Millionen Mark, darunter sind etwa 90 Millionen Mark Inhalt der Tresors. Das übrige Geld setzt sich aus anderen Werten: Grundbesitz, Hypotheken usw. zusammen. Glückliches Halle. Die Stadthauptkasse in Halle schloß das letzte Geschäftsjahr, das in Einnahmen und Ausgaben mit rund 10 Millionen Mark vorgesehen war, mit einem Ueberschuß von 1 100 000 Mark ab. Ein Flug über das Mittelländische Meer soll zwischen den Städten Cartagena in Spanien und Oran in Algier veranstaltet werden. Die Anregung zu dem Flug, der über eine Strecke von etwa 220 Kilometern führt, geht von den beiden Städten aus. Der 6. Bundestag der deutschen Telegraphenarbeiter, der am Dienstag in Halle in Gegenwart eines Vertreters des Reichspostamtes tagte, beschloß, bei der Reichsregie rung zu petitionieren, daß der Lohn allgemein entsprechend den Teuerungsverhältnissen, erhöht werde, daß statt des Tagelohnes fünftighin Wochenlohn gezahlt werde, daß die Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden verkürzt und ein Reichsarbeiterausschuß eingesetzt werde, in welchem Arbeiter aus jeder Oberpostdirektion vertreten sind. Im Laufe des Vormittags stattete der Konsul seiner Nachbarin einen Abschiedsbesuch ab. Der Empfangssalon des Fräuleins war ein großes, prächtig ausgestattetes Gemach, erinnerte aber an eines jener unbewohnten Fürstenzimmer in fürstlichen Palästen, durch die man bewundernd hindurchschreitet, ohne den leisesten Wunsch zu hegen, sie zu bewohnen. Alles in dem Saal war hell, nirgends eine marme Farbe, ein dunkler, weicher Teppich, ein bequemer Sessel. den Kleinen In den Groß fonen fiber 67, in Großf Möglichkeit, 900 Mart der Städte; Induftrie un ben Löhne u erwerbsluftig fraft auszufi freilich ber 1 in Eleineren Die Leiche eines 13jährigen Tertianers ist am Dienstag in der Nähe von Cöln aus dem Rhein gezogen worden. Die Leiche hat eine Stichwunde am Halse, das Portemonnate mit Inhalt fehlt. Allem Anscheine nach ist der Schütz ler einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Die Reichsratsstichwahlen in Desterreich haben gestern begonnen. Nach den bisherigen Ergebnissen haben die Christlich- Sozialen eine schwere Niederlage erlitten. Die Sozialdemokraten erlitten besonders in Nordböhmen emVermißt wird sett zwei Tagen der Gymnasialprofessor Krüger aus Schwerin. Er hatte einen Spaziergang in die Umgebung der Stadt unternommen und ist seither spurlos verschwunden. Man nimmt an, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Von einem Radfahrer angefahren wurde in Oschah in Sachsen ein Stabsarzt auf abschüssiger Straße. Er ist in folge einer Gehirnerschütterung alsbald verstorben. Maffenvergiftungen durch Milch werden aus Edinburg ( Schottland) gemeldet: Dort liegen jetzt über 200 Personen infolge Genusses von roher Milch, die von einem Händler geliefert wurde, krank darnieder. Eine Menge anderer Konsumenten der Milch kamen mit leichterem Unwohlfein davon. In einem Krankenhaus ist bereits ein Knabe unter Vergiftungserscheinungen gestorben. Bisher ist es der Sanitätsbehörde nicht gelungen, die Erreger der Massenerkrankungen festzustellen. Adrians Geschäfte in Hamburg gingen ihrem Ende entgegen. Mit dem ganzen Aufgebot seines Scharfsinnes und seiner geschäfilichen Gewandtheit hatte er von dem wankenden Hause, das sich noch um jeden Preis halten wollte, den größten Teil des Geldes erhalten und gedachte es noch an demselben Tage abzusenden. Er freute sich dem Vater gegenüber seines Erfolges. Dieser liebte es ja, ihn seiner künstlerischen Neigungen halber als Schwärmer, als unpraktischen Menschen hinzustellen; er würde jetzt anders von ihm denken, ihn lieber haben, auch wenn der Sohn ihm früher oder später seinen Entschluß mitteilte, ihm das Fräulein von Grimmen nicht als Tochter zuzuführen. Fräulein von Grimmen trat ein. Adrian teilte ihr mit, daß er zu seinem Bedauern verreisen müsse. Der schäfste Beobachter hätte nicht die mindeste Veränderung in ihrem stets streng gehüteten Antlitz entdecken können. Mit der Sicherheit und Ruhe der Dame von Welt wünschte sie ihm viel Glück und hoffte, er werde mancherlei neuen Eindrücken gegenüber alte Freunde nicht vergessen. Damit war er in Gnaden entlassen. Man sagt, ein jeder Mann fühle für die Frau, von der er wisse, daß er nicht gleichgültig sei, Sympathie; ob aber Adrian diese für Konstanze gefühlt hätte, wenn er das stolze, siegesgewisse Lächeln gesehen, mit dem ste ihm nachblickte? mandje wichti ter zu beftre A Ein Riefe 4. Straffami fünf Angeklag Prozeß find fe Für die Ver nommen. Di und haben d Provifionen und deutsche worden. Ein Prozo effieren wird, richt entschiede Hannover hat verkäufe bet& fen. Ein Kauf war in den Das Kammerg giltig erklärt Explosion in der Straßenbahn. In einem Straßenbahnwagen in Mailand explodierte gestern ein von einem Unbekannten niedergelegtes Paket. Sechs Irsassen wur den schwer verwundet. Bei schönem Wetter schlenderte er in der Stadt umher und befand sich gegen 6 Uhr mit bestaubten Stiefeln in einer abgelegenen Gasse. Er trat in eine kleine Konditorei, forderte Tee und blätterte in den Zeitungen. Sein Auge flog zerstreut über politische Berichte, Feuilletons, Anzeigen aller Art.„ Buchenau", las er,„ Ostseebad, kräftiger Wellenschlag." Volkswirtschaftliches. Beffere Vermögensverhältnisse in den größeren oder Eleineren Städten? In der neuen Zeitschrift Verwaltung und Statistik" wird die interessante Frage behandelt, ob die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in den größeren oder kleineren Städten besser seien. Die statistischen Ermittelungen erweisen, daß mit zunehmender Größe der Städte im allgemeinen zugleich der Bruchteil der Bevölferung mit einem das sogenannte Eristenzminimum von 900 Mark übersteigenden Einkommen in die Höhe geht, anderseits aber der Bruchteil mit einem wirtschaftlich schon einigermaßen ins Gewicht fallenden Vermögen von über 6000 Mark sinkt. Vom Tausend der Bevölkerung haben in nach Italien, mit Post oder Wagen. Adrian liebte die See. Er hatte das glänzende Mittelländische Meer gesehen, auf dem sich blumenumfränzt der duftende Süd wie auf einem Ruhebette wiegt, hatte an den Gestaden des Jonischen Meeres geweilt, dessen azurne Mogen die Lorbeerbüsche und purpurnen Granatblüten Albaniens wiederspiegeln, jetzt sehnte er sich mit der ganzen tiefen Innigkeit seiner Natur nach der nordischen See, die er von Kindheit an gekannt und geliebt. Wie schön war sie mit den ste umgebenden gelben Dünen und finsteren Waldungen und ihrem dunklen Wasserspiegel, durch den man am stillen Sommernachmittag in der Tiefe versunkene Städte zu sehen glaubt. Ein inter Montag vor d handelte fich u nift, der tatend feiner Luft, fich Gewandtheit b der 20jährige ftädt wegen v zündete Neum wirts ist, eine Reifighaufen a nächst die Flar blies den Feu dämpfen des f mann die Fei angeblich eine sollte; da die geben wollten, brandmeister a daß binnen ei und fich doct flärte der geft blasen und in len; er ist nod riumsdiener u Stadtküche, in rebigkeit aufge lantete auf sch brandfehung dernder Umstä neun Monate naten auf die dem Antrage Eine kleine, graue Kirche mit weithin schimmerndem Kreuz und bunt leuchtenden Glasfenstern, uralt und ver fallen, ein modernes, hellgetünchtes Kurhaus mit Bal fons, Loggien und Veranden, eleganten Zimmern und französisch sprechenden Kellnern, eine breite Straße, ein großer freier Platz, auf dem die Kurmusik spielt, dicht an der See mehrere größere und kleinere Villen und am Ende Buchenaus armselige, strohgedeckte Fischerhütten das ist der ganze Badeort. Kurz entschloß er sich, ein paar Tage nach der Ostsee zu gehen, und zwar nach Buchenau. Buchenau ist trotz aller Zeitungsannoncen mit großen Lettern ein kleines Bad. Drei Meilen von Strehla, der nächsten Stadt, gelegen, fährt man dorthin, wie weiland Eichendorffs Taugenichts - Es war 4 Uhr, als Adrian durch die prächtige, breite Buchenallee, die die Hauptstraße des kleinen Bades bildet, langsam hinaus auf den Landweg schlenderte. Statt Aehrenfelder sandiger Boden, mit Kiefern und Tannen bewachsen. In Gedanken verloren, setzte er sich unter einen Baum, um wenige Augenblicke zu ruhen. Tiefe Stille um ihn her. Nur aus einem einsamen Hause drangen Töne eines Klaviers zu ihm her. Bald sanft schmeichelnd, bald brausend wie das bewegte Meer. Es war eine Lisztsche Rhapsodie, wunderbar gespielt. Bald klang es wie Jubel der Seele, bald heimlich schluchzend. Adrian entsann sich, diese Rhapsodie oft in Konzerten gehört zu haben, aber nie so vorgetragen. Lange waren die Töne verhallt, und noch immer saß er in lauschender Haltung da. Schweigen lag über See und Wald, die Tannenbäume schienen still zu horchen; am Himmel war der blasse Mond herausgetreten unter grauen und perlfarbigen Lüften. Adrian zog am folgenden Nachmittag mit Skizzenbuch und Feldstuhl wieder hinaus. Lag der Zauber jener sü Ben Töne noch in der Luft? Es lockte ihn nach jenem einsamen Hause, das, so malerisch gegen den dichten Tannens wald gelegen, auf das Meer blickte. Eine mächtige, weit hinausrauchende Blutbuche, die dicht vor demselben wuchs, warf ihren Schatten auf dasselbe und auf eine fleine Veranda oder richtiger Loggia, die, fast ganz von Weins laub umspannen, nach der See hinaussah.( Forts. folgt.) Wissen Neues von Amerikaner C. gestellt zu habe Materie einen aber die Giftm tränke durchaus holgehalt steht. chau" berichtet bekannten mit wäffer. Die Einfluß die vermochten, wu Alemlich dem g Bler ergaben fung des Apfel trächtliches. 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Die Möglichkeit, in den Genuß eines Einkommens von über 900 Mark zu gelangen, wächst mit steigender Größenklasse der Städte; te größer eine Stadt ist, um so entwickelter sind Industrie und Handel, die wegen der verhältnismäßig ho= hen Löhne und Gehälter gerade auf die arbeitsfähigen und erwerbslustigen Volksschichten eine besondere Anziehungsfraft auszuüben pflegen. Einigermaßen ausgleichend wirkt freilich der Umstand, daß der Gebrauchswert des Geldes in tleineren Städten höher ist als in größeren, wenngleich manche wichtige Lebensbedürfnisse in kleineren Orten teurer zu bestreiten sind als in großen. Aus den Gerichtssälen. Ein Riesenbetrugsprozeß begann am Dienstag vor der 4. Straffammer des Landgerichts I Berlin, in welchem fünf Angeklagte des Betruges beschuldigt werden. In dem Prozeß sind sechs Verteidiger tätig und 230 Beugen geladen. Für die Verhandlung sind drei Wochen in Aussicht genommen. Die Angeklagten waren als Weinreisende tätig und haben die von ihnen vertretenen Firmen um die Provisionen beschwindelt. In erster Reihe find italienische und deutsche Weinfirmen um etwa 400 000 Mart betrogen worden. Ein Prozeß, der besonders kaufmännische Kreise intereffieren wird, ist soeben durch das preußische Kammergericht entschieden worden. Der Regierungspräsident von Hannover hatte eine Verfügung erlassen, nach der Ausverkäufe bei der Handelskammer angemeldet werden müssen. Ein Kaufmann hatte es zur Klage kommen lassen und war in den ersten beiden Instanzen verurteilt worden. Das Kammergericht hat aber jetzt die Bestimmung für uns gültig erklärt. Ein interessanter Brandstiftungsprozeß wurde am Montag vor dem Potsdamer Schwurgericht verhandelt; es handelte sich um den seltenen Fall, daß ein Feuerwehrhornist, der tatendurstig war, zum Brandstifter wurde, nur um seiner Lust, sich in Uniform zu zeigen, zu fröhnen und seine Gewandtheit bei Löschaktionen zu beweisen. Angeklagt war der 20jährige Gärtnergehilfe Hans Neumann aus Bornstädt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Am Palmsonntag zündete Neumann, dessen Vater der Nachbar eines Gastwirts ist, einen unter der Bühne des Tanzsaals liegenden Reisighaufen au, stürzte dann nach Hause, nachdem er zu nächst die Flammen erstickt hatte, warf sich in Uniform und blies den Feueralarm; dann beteiligte er sich noch am Abdämpfen des schwelenden Gebälks. Kurz vorher hatte Neumann die Feuerwehr nach einem Nachbarort geschickt, wo angeblich eine Scheune des Schulzen in Flammen stehen sollte; da die Feuerwehren dem ersten Alarm nicht Folge geben wollten, gab sich Neumann telephonisch als Kreisbrandmeister aus und erklärte am Telephon, er verlange, daß binnen einer halben Stunde die Wehren ausrückten und sich dort beim Schulzen meldeten. Im Verhör erflärte der geständige Angeklagte u. a., daß er bloß mal blasen und in seiner schönen Uniform hätte ausrücken wollen; er ist noch nicht vorbestraft; früher war er Laboratortumsdiener und dann Laufbursche in der Charlottenburger Stadtküche, in beiden Stellungen war sein Hang zur Ruhmrebigkeit aufgefallen. Der Wahrspruch der Geschworenen lantete auf schuldig der Brandstiftung, und zwar der Inbrandsehung von Brennmaterial unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte hierauf neun Monate Gefängis unter Anrechnung von zwei Monaten auf die Untersuchungshaft. Das Gericht erkannte dem Antrage gemäß. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Neues von der Wirkung alkoholischer Getränke. Ein Amerikaner C. C. Whitney, glaubt jetzt durch Versuche festgestellt zu haben, daß zwar der Alkohol auf die lebende Materie einen gewissen schädlichen Einfluß ausübt, daß aber die Giftwirkung der verschiedenen alkoholischen Getränke durchaus nicht immer im Verhältnis zu ihrem Altoholgehalt steht. Seine Experimente, über die in der„ Umschau" berichtet wird, machte Whitney an Rädertteren, den bekannten mikroskopischen Bewohnern unserer süßen Gewäffer. Die Höhe des Alkoholprozentsatzes, unter dessen Einfluß die Weibchen noch normale Junge zu produzieren vermochten, wurde festgestellt. Bei Flüssigkeiten mit so ziemlich dem gleichen Alkoholgehalt wie Apfelwein und Bier ergaben sich erhebliche Unterschiede. Die Giftwirfung des Apfelweins überwog die des Bieres um ein be= trächtliches. Und Flüssigkeiten mit niedrigem Alkoholgehalt wirkten unter Umständen viel giftiger als solche mit relativ starkem Alkoholgehalt. Das Ergebnis war: als die giftigsten der alkoholischen Getränke stehen die Weine in erster Rethe, darauf folgen malzhaltige Getränke und endlich als relativ am harmlosesten, destillierte Flüssigkeiten. Von allen untersuchten Flüssigkeiten wirkte der reine Alkohol verhältnismäßig am wenigsten nachteilig. Das fönnte aber nie der Fall sein, wenn wir im Alkohol selbst das einzige Gift der alkoholischen Getränke zu suchen hätten. Vermischtes. Unterseefahrt des Kaisers? Wie die in Marinesachen gewöhnlich sehr gut informierten Kieler Neuesten Nachrichten" melden, will der Kaiser während seines Aufenthaltes in Kiel an der Fahrt eines Unterseebootes tellnehmen. Führer soll der Kapitänleutnant Kahle sein. Die Meldung wurde unter allem Vorbehalt wiedergegeben. Im Reichsmarineamt ist von einer Unterseebootfahrt des Kaisers nichts bekannt. Zur Entführung des Jenaer Ingenieurs Richter. Einer Meldung der Zeitung„ Hakikat" in Konstantinopel zufolge ist die Entführung Richters auf Anlaß des griechischen Komitees geschehen, damit die deutsche Politik sowie die öffentliche Meinung in Deutschland gegen die Türfet Stellung nehmen soll. Es sei festgestellt, so schreibt das Blatt, daß die Räuber aus Kalbaka i Griechenland stammen und nur zu diesem Zwecke nach Saloniki gekommen seien und die Entführung geplant hätten. Wahrscheinlich soll das Lösegeld an die Griechen in Saloniki abgegeben werden. Die Rache der Spatzen. Ein Leser eines Hagener Blattes erzählt seiner Zeitung: Ein Meisenpaar hatte in meinem Garten in einer Nisthöhle an einem Obstbaume feine Wohnung aufgeschlagen, die ihm ein Spazenpaar Streitig machen wollte. Oft tobte um den Nistplag ein heißer Kampf zwischen Spatzen und Meisen, bis es endlich auffallend still an dem Baume ward. Bei näherem Zusehen fand ich jetzt, daß das Nest zugebaut war. Ich öffnete die Nisthöhle und fand darin die Meisenmutter mit ihren brei Jungen tot vor. Die Spazen hatten ihre Gegnerin lebendig eingemauert. Die dreisten Burschen mögen dies wohl von den Schwalben gelernt haben, die ihnen auf dieselbe Weise den Raub ihrer im Herbst verlassenen Wohnungen vergelten. Todesstrafe nach 11. In den amerikanischen Unionstaaten Nevada und fann ein zum Tode Verurteilter wischen dem Galgen und der Füsilade wählen. Und es ist Statistisch nachgewiesen, daß die meisten dem Erschossenwerden den Vorzug geben. In Utah geschieht das Füsilieren auf merkwürdige Art: In einem Gefänignishof zu SaltLake- City stehen auf einem Schutzdach fünf ausgezeichnete Schützen; vor ihnen hängt ein Vorhang mit fünf Löchern, die so groß sind, daß sie den Gewehrlauf hindurchstecken und zielen können. Der Verurteilte sitzt dem Vorhang gegenüber, in einer Entfernung von sechs oder sieben Meter, auf einem Stuhl gefesselt und mit verbundenen Augen. Ein Arzt bestimmt genau, wo das Herz des Delinquenten liegt und bezeichnet die Stelle durch ein Stückchen Papier, das er mit einer Nadel an die Jacke des Verurteilten heftet. Und die fünf Schützen richten ihre Gewehre auf dieses Stückchen Papier. Damit die Urteilvollstrecker die Jllusion haben, daß sie nicht gemeine Henker sind, wird von den fünf Gewehren eines nur mit Pulver geladen, und feder der Schützen kann sich dann einreden, daß der unschäd liche Schuß der von ihm abgefeuerte gewesen sei. So fann sein Gewissen vollständig ruhig sein. ten, in denen fie faum eine Stunde au fingen hatte, be trugen ihre Einnahmen mehr als 80 000 Mart, und ein mal wurden ihr sogar für zwei Lieder 20 000 Mark bezahlt. Bedenken gegen die Elektrisierung des gesamten Eisenbahnsystems erhebt die„ Volkswirtsch. Korr." in einem Artikel, in dem fie folgendes ausführt: Eine gleiche Betriebssicherheit auf einem System, das von einer oder mehreren Stromquel len über Luftleitungen, Kabel und Transformatoren hin weg alle im Betriebe befindlichen Lokomotiven speist, au ers reichen, wie bei einzelnen, nur auf sich selbst angewiesenen Dampflokomotiver die Dampfmaschine ist noch heute hin fichtlich Betriebssicherheit unerreicht wird wohl ein schö-, ner Traum bleiben müssen. Eine Dampflokomotive wird noch bei recht erheblichen Defekten den Zug bis zur nächsten Lokomotivstation fahren tönnen, was bei Störungen außer halb der Lokomotive, beti elektrischem Betrieb nicht mög lich ist; auch der Umfang der Störung ist bei Defekten der elektrischen Anlage oder Leitung nicht auf den einzelnen Zug beschränkt, sondern umfaßt alle auf der betreffenden Strecke befindlichen Züge. Von den Störungen der für den Sicherheitsdienst erforderlichen Schwachstromleitungen und Signalapparate durch den hochgespannten Wechselstrom zu reden. scheint fast ängstlich bisher vermieden zu sein. Hier würden noch ganz erhebliche und kostspielige Aenderungen bevorstehen. Die Beleuchtung der Fahrzeuge mit 15periodischem Wech'elstrom, zumal bei den starken Spannungsschwankungen im Netz, ist auch noch eine ungelöste Aufgabe. Man hat auf einigen elektrischen Lokomotiven für Beleuchtungszwede eigene Umformerstationen instal fiert. An Reparaturkosten will man nennenswerte Ersparnisse bei elektrischem Betriebe erzielen. Ob die Instandhaltung der Motoren mit ihren Ankern und funfenden Kommutatoren, der Schüßen, des Transformators, des Potenzialreglers, der verschiedenen Schallantriebe, des Laufwerkes und des Rahmens wirklich geringer sind, als die einer Dampflokomotive, muß erst erwiesen werden. Schließlich set noch auf das Interesse unserer Landesverteidigung hingewiesen. Bei der Gelektrisierung soll die unbeschränkt unabhängige, als einzelnes Ganzes jederzeit voll arbeitsfähige Dampflokomotive ersetzt wer den durch Lokomotiven, die ihre Kraft aus einzelnen, in der Zahl möglichst beschränkten Kraftwerken über Kabel, Luftleitungen und Transformatorenstationen erhalten. Man sollte meinen, solche Vermehrung der Angriffspunkte, die sich einer dauernden Ueberwachung schon zu Friedenszeiten entziehen, müsse bei Aufständen und Streifs schon recht verhängnisvoll werden können, ganz zu schweigen von der hierdurch bedingten Gefährdung des gesamten Aufmarsches im Mobilmachungsfalle. Auch bei höchster Wirtschaftlichkeit sollte die Elefirisierung bedeutender Fern bahnstrecken selbst im Innern Deutschlands so lange unmöglich bleiben. bis durch Tarif, Schiedsgerichtsverträge usw. die Möglichkeit des gewaltsamen Ausgleiches nationaler, politischer und wirtschaftlicher Spannungen für immer gebannt ist. Die Heringsfangzeit beginnt. In den letzten Wochen war man in den Zentren der deutschen großen Heringsfischerei eifrig beschäftigt, die Fangfahrzeuge, die sogenannten Logger, instand zu setzen, Inventar und Netze zu revidieren oder wie der Seemann sagt, zu ,, überholen", und alles vorzubereiten für die im Juni beginnende Saison. An der Wasserfante macht man einen Unterschied zwischen „ Hochseefischerei" und„ Heringsfischerei". Auch die letztere ist Hochseefischerei, indessen versteht man an der Küste unter Hochseefischerei speziell die Fischerei auf die Sorten außer dem Hering. Hamburg, Altona, Curhaven, Nordenham, Bremerhaven und Geestemünde sind die Zentren dieser Hochseefischerei im engeren Sinne. Die Heringsfischerei, die von Emden, Leer, Vegesad, Elsfleth, Brake, Nordenham, Bremerhaven, Geestemünde und Glücksstadt aus betrieben wird, arbeitet mit ganz anderen Netzen und bearbeitet den Fang ganz anders; während die Hochseefischerei im engeren Sinne ihren Fang geschlachtet und aufs Eis gelegt an den Hafen bringt, von wo er ins Binnenland versandt wird, werden die Heringe sofort an Bord gesalzen und in Fässer, die sogenannten Rantjes, gepackt. Ebenso wie die Hochseefischerei im engeren Sinne wäre auch die große Heringsfischerei Deutschlands noch sehr ausdehnungsfähig, wird doch erst der kleinste Teil der Heringe, die in Deutschland verzehrt werden, von deutschen Schiffen ge= fangen! Im letzten Winter sind erfreulicherweise etwa 20 Heringslogger neu gebaut worden; die einer Geestemündener Aktiengesellschaft werden mit drahtloser Telegraphie ausgerüstet werden, nachdem Versuche im vorigen Jahre dazu ermutigt hatten. Interessant ist, daß die Besazung der Heringslogger zum Teil aus Binnenländern- Lippern und Westfälingern besteht, die im Winter zu Hause sizen und von Juni bis November auf den Heringsloggern fahren. - Der Streit der Seelente. Die Cunard Dampfschifffahrtsgesellschaft in London hat den Seeleuten, Hetzern und Stewards eine Lohnerhöhung von zehn Schilling zugestanden. Drei andere Linien haben ähnliche Zugeständnisse gemacht. Soweit die großen atlantischen Linien in Frage kommen besteht jetzt Aussicht auf eine baldige Beilegung des Ausstandes. Der Präsident der internationaIen Transportarbeitervereinigung erklärte in einer Versammlung, er set der Ansicht, daß die vorgeschlagenen Bedingungen angenommen werden sollten. Verwegener Bankraub am hellen Tage. In ein Bankhaus in Petersburg drancen am Dienstag in der Mittagsstunde mehrere maskierte Räuber ein, streckten den dort postierten Schußmann durch einen Schuß nieder, töteten den Direktor und verwundeten mehrere Beamte. Dann sprengten sie die Kassentür auf und raubten 45 000 Rubel. Die Räuber verschwanden dann unbehelligt. Das zahlreich anwesende Publikum war vor Schreck wie gelähmt und außerstande, die Verbrecher zu verfolgen. Schwere Unwetter haben im bayerischen Alpengebiet große Verheerungen angerichtet, besonders am Plansee und im Ammerwaldgebiet. Wiesen und Felder sind vom Hagel derart verwüstet, daß sie wie gewalzt aussehen. Die Hagelförner waren bis 100 Gramin schwer. Der Neuschnee in den Bergen geht fast bis in die Täler hinunter. Auf dem Wege zum Schröckenpaß wurde eine Frau erfroren aufgefunden. Viele Personen wurden durch den Hagel und Blitzschläge verletzt. Auch Ueberschwemmungen werden gemeldet. Da der Regen in den Bergen anhält, tst wetteres Hochwasser zu befürchten. Ein Familiendrama. Der ledige 48fährige Kaufmann und Gastwirt Heinrich Kolb in Mainz, der in der Rentengasse zwei Häuser besitzt und die Wirtschaft„ Bur Muckerhöhle" mit seiner alten Mutter betreibt, geriet in den letzten Jahren ohne sein Verschulden in schlechte Vermögensverhältnisse. Das trieb ihn in der verflossenen Nacht zum Selbstmord; er legte sich auf die Erde und atmete durch einen Gummischlauch Gas ein. Heute morgen wurde er tot aufgefunden. In einem hinterlassenen Schretben an seine alte Mutter gab er dieser den Rat, wenn ste thm in den Tod nachfolgen wollte, aus einem näher bezeichneten Fläschchen Lysol zu trinken. Die alte Frau befolgte den Rat ihres Sohnes. Sie trank von der Flüs figfett, erbrach das Gift aber sofort. Sie wurde ins Hospi tal verbracht und konnte so gerettet werden. Eine Gesellschaft zur Reform der Männerkleidung ist, um einem„ tiefgefühlten Bedürfnis" abzuhelfen, in Berlin gegründet worden. Die Gesellschaft erklärt die heutige Männerkleidung für unpraktisch, unschön und unhygienisch. Sie sieht insbesondere im Ersatz der langen Beinkleider durch die Kntehose und in einer einfachen, blusen- oder toppenähnlichen Bekleidung des Oberkörpers( anstelle des heutigen komplizierten Aufbaues von Rod und Weste mit Stärkwäsche darunter) die Grundlagen fünftiger Reformkleidung. Der neuen Bewegung haben sich bereits im vorbereitenden Stadium etwa 70 Herren aus allen Berufsfreisen angeschlossen. Zur Leitung der Geschäfte ist einstweilen ein provisorisches Komitee eingesetzt worden. Vielleicht machen die Herren des Komitees einmal erst am eigenen Leibe mit ihrer Reform den Anfang. Wie man 40 000 Mark in einer Minute verdient. Etne englische Bettschrift gibt eine Zusammenstellung von Fällen, in denen auch außerhalb der Börse und ohne einen Einsatz an Geld in einer Minute 40 000 Mart, ja bisweilen noch viel mehr regelrecht verdient worden sind. In erster Linie sind hier die Jodeis zu nennen. Als z. B. im Jahre 1868 Bluegown das Derby gewann, verdiente der Jocket John Wells für diesen Ritt von drei Minuten 120 000 Mart, also 40 000 Mart in der Minute. Der Jockei Daley, der seinerzeit Hermit" zum Derbysiege lenkte, erhielt einen Scheck von 60 000 Mart, wurde also mit 20 000 Mark für dte Minute bezahlt, und als Job Marson das blaue Band gewann, konnte er seinent Bankkonto 40 000 Mart gutschreiben laffen. Im Vergleich mit diesen Augenblidsverdiensten müssen die berühmten Sänger zurückstehen, wie hoch ihre Einnahmen auch sein mögen. Die Patti, deren Herrliche Stimme mehr als einmal mit einer Goldmine verglichen worden ist, hat sich alles in allem ein Vermögen von 20 Millionen ersungen, und während einer amerikanischen Gastspielreise erhielt fte für jedes Konzert eine feste Summe von 20 000 Mart und dazu noch die Hälfte der Einnahmen, die 30 000 Mark überstiegen. Bei vielen KonzerDrabtnachrichten und neuestes. Der Kaiser auf der Kieler Woche. ned Brunsbüttel, 21. Juni. Der Kaiser begab sich gegen 8 Uhr an Bord der„ Amerika" von der HamburgAmerifa- Linie, wo er von den Hamburger Bürgermeistern empfangen wurde. Zunächst wurde die Preisverteilung aus Anlaß der Wettfahrten des Norddeutschen Regatta vereins vorgenommen, wobei der Kaiser für den Meteor als Staatspreis von Hamburg einen goldenen Tafelauf sah erhielt. Dann fand ein Frühstück statt, wobei der Hamburger Bürgermeister Burchard eine Ansprache hielt auf welche der Kaiser erwiderte. Der Abschluß einer traurigen Ehe. Berlin, 21. Juni. Der im Hause Blumenstraße 54 wohnende Zuschneider Kummer hat gestern abend seine zehn Jahre jüngere Frau zu ermorden versucht und durch fünf Messerstiche schwer verletzt. Der Täter wurde verhaftet. Das Paar war erst seit einem halben Jahre verheiratet, lebte aber bereits von einander getrennt. Summer hat die Tat begangen, weil die Frau sich weigerte, zu ihm zurückzukehren. Zweimal zum Tode verurteilt. Hirschberg, 21. Junt. Das hiefiae Schwurgericht verurteilte den Schneide Maatz aus Birngrüß, der im Februar d. J. zwei allein lebende alte Frauen ermordet und beraubt hatte, zweimal zum Tode. Seine Schwägerin wurde wegen Beihilfe zu schwerem Naube zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Expräsident Diaz in Europa. Paris. 21. Juni. Der frühere Präsident von Mexiko Porfirio Diaz ist gestern abend hier eingetroffen. Verheerungen durch einen Orfan in Japan. Tokio, 21. Juni. In den Küstengebieten Japans hat ein Orfan große Verheerungen angerichtet. In den Hafenstädten sind fünfzehn Personen ertrunken. Auch der angerichtete Sachschaden ist sehr groß. Bandel und Verkebr. Frankfurt, 19. Juni. Viehmarftspreise vom 19. Junt. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) 52-57 M,( Schlachtgewicht) 95-98 Mb) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ansgemästete ( Lebendgew.) 46-51 M,( Schlachtgew.) 83-93 M. c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgew.) 41-45 M, ( Schlachtgew.) 75-83 M. B. Bullen. a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes( Lebendgem.) 47-51 M, ( Schlachtgew.) 78-85 M, 6) vollfleischige, jüngere( Lebendgem.) 40-43 M.( Schlachtgew.) 66-71 M. C. Färsen und Kühe. a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgem.) 44-50 M,( Schlachtgew.) 79-89 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) 44-47 M,( Schlachtgew.) 82-84 Mart, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgem.) 36 bis 43 M,( Schlachtgem.) 77-83 M. do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe( Lebendaew.) 36-48 M,( Schlachtgew.) 67-68 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgem.) 30-35 M,( Schlachtgem.) 60-70 M, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebenögem.) 24-29 M, ( Schlachtgew.) 55-66 M. Kälber. a) feinste Mast-( Vollm. Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) 58-62 M, ( Schlachtgem.) 6-103 M, b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgem.) 53-57 M,( Schlachtgew.) 90-97 M, c) geringe Saugfälber( Lebendgem.) 48-52 M,( Schlachtgew.) 81-88 M. Schafe. A. Stallmastscafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgem.) 41-42 M,( Schlachtgew.) 86-88 M, 5) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe ( Lebendgew.) 35 M,( Schlachtgew.) 83 M. Schweine. a) vollfleischige Schweine von 80-100 g. Lebendgewicht( Rebendgew.) 47-49 M,( Schlachtgew.) 61-63 M, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgew.( Le= bendgew.) 47-47½ M,( Schlachtgew.) 60-61 M, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogramm Lebendgew. ( Lebendgew.) 47-49 M,( Schlachtgew.) 59-61 M, 5) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogramm Lebendgem ( Lebendgew.) 47-49 M,( Schlachtgew.) 58-60 M. Großh. Landesirrenanstalt, Gießen. Auf dem Wege des öffentlichen Anerbietens soll die Lieferung nachstehen der Bedürfnisse für die Zeit vom 1. August 1911 bis Ende März 1912 vergeben werden: I. Verzehrungs- und Verbrauchsgegenstände: 1. Fleisch, Wurst und Fettwaren, 2. Milch, 22. ca. 750 Stilo geschälte, ganze Erbsen, 23. 400 Kilo geschälte Gerste, 3. Backwaren( Brot, Wecke u. Feingebäck), 24. 250 Kilo Grünefein 4. ca. 1000 Kilo Süßrahmbutter, 5. 125 Kilo Palmona, 7. 8. 600 Liter Mohnöl, " 6. 12000 Eter, " 10000 Handfäse, " " " " 11. 150 Liter Weinessig, " 9. 3300 Kilo Kochsalz, 10. 3200 Liter gewöhnlicher Essig, 12. 1200 Kilo gerösteter Kaffee, " 13. 700 Kilo Malzkaffee, " 14. 150 Kilo Kaffeeffenz, 3500 Kilo Mehl, 15 Kilo Tee, 400 Kilo Würfelzucker, " 15. 16. " 17. " 18. H 19. 500 Kilo Kristall- Zucker, " " " 500 tlo gestoßener Zucker, 20. 25 Kilo Kakao, 21. 750 Kilo dörre, weiße Bohnen, I 26. 100 Kilo Hirse, " f " 11 25. 250 Kilo Haferflocken, " 27. 750 Kilo Linsen, " I 28. 300 Kilo Fadennudeln, " 29 " 400 Kilo Gemüsenudeln, 30. 500 Kilo Nets, H 31. 550 Kilo Spelzgrtes, " 32. 20 Kilo Pfeffer, " 33. 200 Stilo gedörrte Aepfel, " 34. 300 Kilo gedörrte Zwetschen, " 35. 200 Kilo Sago, " 36. 2000 Kilo Zwetschen- Batwerge u Marmelade, " 37.„ Der Bedarf an Bier, Wein, Selters wasser und alkoholfreien Getränken, Zigarren, Rauchtabak und Spiel farten. II. Porzellan-, Email, Steingut- und Glasgeräte: Der Bedarf an: Schüsseln, Kumpen, Kannen, Tassen, Gabeln, Messern, Tellern, Löffeln, Gläsern, grauen und weißen körben pp. III. Reinigungsgegenstände: 1. Sämtliche Bürsten- und Besenwaren, 2. ca. 100 Stück Fensterpuzleder, 7. " 250 Pack Klosettpapier. 8. " 1000 Kilo weiße Kernseife, 3. " 20 The. weite Kämme, 9. 30 Kilo Glycerinseife, 11 4. 10 " " enge Kämme, 10. " 5. 11. 4000 Kilo Soda, " " 6. | 12. " 1200 m Buglumpenzeug. " 3 Kilo Schwämme, 250 Kilo Makulatur, 900 Stilo Schmierseife, IV. Kleider, Weißzeug und Bettwerk pp. Haus- Abbruch Stein's Garten.. Giessen Tie Häuser Schloßgasse 17 u. 19 sollen auf den Abbruch vergeben Bes. C. Stein werben. Geft. Angebote spätestens Hotel Restaurant und 1. Vergnügungs Etablissement mit großem Garten Der Bedarf an: Baumwollenzeug, Bettbarchent, Druckzeug, Kattun, Satsenct, Schirting, Drell, Leinwand( blau und weiß), Wollertuch, Burkin und Sommerzeug, Wollengarn, Betteppichen, Sacktüchern, Hosenträgern, Knöpfen, Zwirn, Schnur, Hüten, Kappen, Unterhosen, Unterjacken, Handtüchern, Servietten pp. V. Die Lieferung: bis 25. Junt ds Js. an Architeft Hamann, Bergstraße 11 er. beten. 1. Der Schreibmaterialien und Drucksachen,| 5. von ca. 20 Raummeter Tannenscheit2. 1 Schreibmaschine, 3. von ca. 240 Paar Hausschuhen, 4."." 20 Särgen, holz, 6. des Maschinenöls u. Zylinderöls, 7. des Eises. VI. Die Fertigung: 1. Der Schneider- und Schuhmacherarbeiten, 2. Der Hemden pp. VII. Die Vergebung der Fuhrleistungen. VIII. Die Verwertung: a) Des Gespüls und des Gekrüßzes, b) Der Knochen. [ 21/11 Mittagstisch Zahlungsstockung■ beseitigt diskret ausser- gerichtl. durch Vergleiche, persönl. Verhandlung oder Kapitalbeschaffung. Siegfried Levi, Liebigstr. 58 Frankfurt a. M.. Tel, Amt II Nr. 3567. Besuche sind vorher anzumelden.[ 21/12 Sehr guter Verdienst! Es werden noch immer tüchtige Leute für das Bade- u. Massagefach gebraucht. Ordentl. junge und ält. Männer, anständ. Mädchen und Frauen und auch Ehepaare erhalten gründl., anerkannt vorzügl. Ausbildung als Bademeister u. Masseur. Nach dem Kursus Stellung. Die im Anlage A des Erlasses der Großh. Minister'en vom 16. Juni 1893, daß Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Liferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen und Muster, soweit letztere vorhanden, liegen auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten am 29. u. 30. d. Mts. und am 1. f. Monats vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr offen. [ 21/9 Naturheilanstalt Kiel, Sophienblatt 5. getr. Herren-, Dam.u. Kinder- Kleider u. Schuhe. Zahle geg. Preis. Postt. gengt. Kom. 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