es 1. e B g -äder 1. Eleganz ellschaft ertretern: essen); )( 196) it! d, welches et, liefert ulda unte S, Fulda. cer Kunft en aktion, e AusBlätter Wetzlarer Zeitung ( Wehlarer Tageblatt) Nationale Tageszeitung für die schaffenden Stände in Stadt und Land. Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mit., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag. Die ,, Illustrierte Welt- Rundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Weklarer Zeitung" G. m. b. H. Nr. 94. - ( 1. Blatt.) Schülerselbstmorde. Um die Osterzeit, die für so viele Schüler die kritische Zeit der Versetzung oder der Nichtversetzung bedeutet, häufen sich alljährlich die Berichte über die sogenannten Schülertragödien, und mit Betrübnis und Entsetzen haben wir auch diesmal wieder vernommen, daß für das eine oder andere blühende Menschenkind das Fest der Auferstehung zu einem Fest des Todes geworden war. Wir neigen alle mehr oder weniger zur Verallgemeinerung, und so pflegt denn aus diesem Anlaß zumeist bittere Klage über das Ueber handnehmen der Schülerselbstmorde erhoben zu werden, während zugleich die alte Streitfrage aufgeworfen wird, wem die Schuld an diesen Katastrophen zufällt, ob der Schule oder den Eltern oder sonst einem Faktor. Hierzu muß zunächst bemerkt werden, daß die Grundlage dieser Erörterungen unzutreffend ist, nämlich die weitverbreitete Annahme, daß die Schülerselbstmorde in der Zunahme begriffen seien. Eine vom preußischen Unterrichtsministerium veranlaßte Statistik, welche die letzten drei Jahrzehnte umfaßt, liefert den Beweis, daß die Anzahl der Schülerselbstmorde bei dem Vorhandensein von Schwankungen in den einzelnen Jahren doch im allgemeinen stabil ist und keineswegs ein Anschwellen erkennen läßt. Nach dieser Statistik beträgt die durch schnittliche Anzahl der Schülerselbstmorde 53 im Jahre, und für die höheren Lehranstalten, auf die ja bei den Klagen über die Schülerselbstmorde ganz besonders Bezug genommen zu werden pflegt, betrug die Durchschnitts3iffer 15 im Jahr. In den letzten drei Jahren ist dieser Durchschnitt zwar überschritten worden, denn die Anzahl der Selbstmorde an den höheren Schulen betrug 28 im Jahre 1908, 24 im Jahre 1909 und 23 im Jahre 1910. Sind einmal diese Ziffern schon in früheren Jahren übertroffen worden, so ist weiter die außerordent- liche Zunahme der Schüler an den höheren Lehranstalten zu berücksichtigen, wodurch natürlich die relative Zahl der Selbstmorde verringert wird. Die letzten drei Jahre ergeben einen Durchschnitt von 11 solchen Katastrophen auf 100 000 Schüler, eine Verhältniszahl, die in früheren Jahren sechsmal überschritten worden ist. - Man ersieht aus dieser Statistik und in den anderen deutschen Bundesstaaten dürften die Verhältnisse schwerlich viel anders liegen als in Preußen- daß die Klagen über die Zunahme der Schülerselbstmorde der Begründung entbehren, womit natürlich nicht die Klagen über die Schülerselbstmorde als unberechtigt bezeichnet werden sollen. Aber auch über die Ursachen dieser tragischen Katastrophen pflegen noch vielfach irrtümliche Meinungen verbreitet zu sein. Eine von dem hervorragenden Psychiater Professor Eulenburg herrührende Bearbeitung der erwähnten Statistik hat dargetan, daß bei etwa dem dritten Teil der Schülerselbstmorde als Beweggrund die Furcht vor Strafe wegen Schulvergehens oder wegen mangelhafter Leistungen ermittelt worden ist, während in zwei Dritteln der Fälle andere Ursachen vorlagen, so Geisteskrankheit oder Geistesstörung, Verzweiflung über den Widerstand der Eltern gegen die gewünschte Berufswahl, niederdrückende häusliche Verhältnisse, Verübung von Diebstählen oder anderer Vergehen, verhängnisvoller Einfluß der unverstandenen und unverdauten Lektüre von Schopenhauer, Nietzsche, Jbsen, Dostojewski usw., und endlich in zahlreichen Fällen„, unglückliche Liebe", die ja wohl auch im wesentlichen als Lesefrucht zu betrachten sein wird. Schon diese Feststellungen zeigen, daß es nicht an= geht, wie es leider vielfach geschieht, ohne weiteres die Schule für die Schülerlelbstmorde verantwortlich zu machen. Ja, eine genaue Prüfung der Einzelfälle, die freilich zumeist schwer genug durchzuführen ist, würde sicherlich zu dem Ergebnis führen, daß in jenem Drittel der Fälle, die überhaupt als Schülerselbstmorde bezeichnet werden könnten, d. h. wo eine auf die Schule bezügliche Ursache des Selbstmordes festzustellen ist, die Schuld ganz überwiegend nicht der Schule, d. h. den Lehrern, sondern den Eltern zuzuschreiben ist, die sich leider oft genug berufen fühlen, die Schulpädagogik am falschen Ende fortzusetzen. Eulenburg berichtet in seiner Fall: Abhandlung von folgendem charakteristischen " Junge, du hast mich doch zu sehr geärgert, du mußt eigentlich noch ein Fell voll haben!" Mit diesen Worten ging ein Vater auf seinen Sohn, dessen Zeugnis ihm nicht gefiel, und den er deshalb schon geprügelt hatte, los, und der geängstigte Sohn stürzte sich vor des Vaters Augen zwei Stock hoch aus dem Fenster... Wer wollte im Ernst bezweifeln, daß die Schule beflissen ist, mit erreichbarer Objektivität über die Leistungen der ihr anvertrauten Schüler zu richten, wenn auch die Lehrer, die sich einer Masse von Schülern geAbonnements: Bestellungen nehmen entgegen alle Postanstalten, unsere Boten und die Geschäftsstelle: Wetzlar, Hausergasse 32 wohin alle für die Redaktion u. die Expedition bestimmten Einsendungen zu adressieren sind. Samstag den 22. April 1911 ( Wehlarer Nachrichten) Anzeigenpreis 10 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 30 Pfg., auswärts 50 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Wehlarer Zeitung" 6. m. b. H. Telephon: Nr. 285. wege erlassen. * 4. Jahrg. Frankfurt, 22. April. Der Polizeipräsident verbot den geplanten Mai- Umzug der Sozialdemokraten durch die Straßen der Stadt. Friedberg. Das im vergangenen Jahre durch das Bombenattentat arg verwüstete Rathaus ist jetzt im Innern wieder hergestellt worden. Jetzt wird auch das Aeußere erneuert. * genübersehen, nicht immer imstande sein werden, das ge-| Hessen gewandt hatte, wurde die Strafe im Gnaden= naue Verhältnis zwischen Leistungen und Leistungs= fähigkeit zu ermitteln. Hier zu individualisieren muß eben Sache der Eltern sein, die ihre Kinder genauer kennen müssen oder doch kennen sollten, die aber leider nicht selten aus irre geleitetem„ Familienehrgeiz" da anspannen und antreiben, wo nun einmal die Begabung für die„ höhere Bildung" fehlt. Kommt es dann in solchen Fällen zur Katastrophe, so macht man nur zu gern die Schule verantwortlich, während man doch reuevoll an die eigene Brust schlagen sollte. Zieht man all das in Betracht und erwägt man, daß nach der erwähnten Statistik der Selbstmord bei den Schülern der höheren Lehranstalten nicht so häufig vorkommt wie bei der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung, so wird man der Anregung Harnacks beipflichten müssen, nicht von Schü ler selbstmorden, sondern vielmehr in allen diesen Fällen vom Selbstmord Jugendlicher zu sprechen. Aus Stadt und Land. man Wetzlar, den 22. April. -r- Wetzlar, 22. April. Gegenwärtig sieht auf den Feldern überall fleißige Hände. Die Frühjahrsist ein ausgiebiger Regen erwünscht, denn die vorgestern bestellung ist im allgemeinen ziemlich vorgeschritten, nur gefallenen wenigen Tropfen waren weiter nichts als eine recht oberflächliche Erfrischung. Der Stand der Roggenund Weizensorten erweist sich als befriedigend. Der Klee hat durch die letzten Fröste etwas gelitten, doch hat er sich durch das warme Wetter wieder erholt. Alsfeld, 22. April. Nachdem der hiesige Kreisziegenzuchtverein im Winter Tiere nach Argentinien geliefert hatte, ging vergangene Woche wieder eine Sen-. dung Ziegen, Böcke und Lämmer nach Leipzig ab. Für eine Ziege nebst Lamm wurden 100 Mark bezahlt. == Heidesheim, 22. April. Vom Zuge überfahren wurde zwischen Budenheim und Heidesheim von dem Köln- Frankfurter Schnellzuge die Frau eines hiesigen Bahnbeamten. Der Ehemann versuchte sich, als er die Nachricht von dem Tode seiner Frau erhielt, ebenfalls vor einen einfahrenden Zug zu werfen, und konnte nur mit Mühe von zwei Männern daran verhindert werden. Mannheim, 20. April. In letzter Zeit tauchte in Zigarrenindustriellenkreisen vielfach das Gerücht auf, daß der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamts, Dr. Dernburg, beabsichttge, ein Aktienunternehmen der Tabakindustrie ins Leben zu rufen. Die Süddeutsche Tabakzeitung teilt uns mit, daß dieses Gerücht in keiner Weise den Tatsachenentspricht. -h Gießen, 22. April. Die Einnahmen der GieBener Lehrer- Witwen- und Waisenkasse im Jahre 1910 betrugen 1278,31 Mt., die Ausgaben 1257,25 Mt. Das Vereinsvermögen stellt sich am 31. Dezember 1910 auf 11 116,12 ME. Lauenburg b. Diez, 19. April. Die Fa= Bergbauliches. Die vor kurzem erschienenen Jahresberichte der Königl. Preußischen Bergbehörden für das Berichtsjahr 1910 enthalten ein reichhalti- milie eines hiesigen Möbelhändlers wurde zu Ostern ges Material für die Beurteilung der Lage der Bergwerksindustrie und der wirtschaftlichen Verhältnisse der Bergarbeiterschaft. In den 5 preußischen Oberbergamtsbezirken waren im abgelaufenen Jahre insgesamt an 727 704 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt( gegen 723 669 im Jahre 1909). Die Gesamtzahl der im Bergbau beschäftigten weiblichen Arbeitskräfte betrug 10 227, die Zahl der jugendlichen Arbeiter 26 201. Der höchste Durchschnittslohn mit 4.54 Mk. für die Schicht entfällt auf den Oberbergamtsbezirk Dortmund. Wezlar, 21. April. Ein hochinteressantes Operetten- Gastspiel wird demnächst bei uns stattfinden. Das 1. Wiener Operetten- Ensemble wird Montag, d. 1. Mai, im Schützengarten den neuesten Operetten- Schlager, die Sensation dieser Saison:" Polnische Wirtschaft" von Kraaz und Okonkowski, Musik von Jean Gilbert, zur Aufführung bringen. Bekanntlich hat diese Operette in Berlin und kürzlich auch in Wien einen beispiellos großen Erfolg erzielt, und nun geht das lustige Stück seit 7 Monaten täglich am Thalia- Theater in Berlin vor stets ausverkauftem Hause in Szene. Die Zeitungen schrieben einstimmig, daß diese Operette die beste und volkstümlichste Musik enthält, die seit langen Jahren ein Operetten- Komponist geschrieben hat. Näheres über dieses Gastspiel bringen die Annoncen in den nächsten Tagen. == Hörnsheim, 21. April. Unsere Feuer wehr hatte heute Arbeit bekommen. Gegen 4 Uhr brach in der neuen Scheune des Wilhelm Kuhl Feuer aus, das durch die energisch aufgenommenen Löscharbeiten mit Hilfe der noch herbeigeeilten Hochelheimer Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Im anderen Falle hätte größeres Unglück entstehen können. Gießen, 22. April. Von geschätzter Seite wird uns soeben mitgeteilt, daß in hiesigen maßgebenden Kreisen nichts davon bekannt sei, daß der Kaiser zur Besichtigung des Infanterie- Regiments Nr. 116 im Mai nach hier kommen werde. Da der Wiesbadener Aufenthalt nur einige Tage dauert, so rechnet man im Regiment selbst nicht mit einem Kaiserbesuche in diesem Frühjahr. * Gießen, 22. April. Hier ist eine Vereinigung in Bildung begriffen, welche mittelst Freiballon Fahrten veranstalten will. Mit der Stadt wird bereits verhan= delt wegen Lieferung von Gas für den Ballon, welcher tausend Kubikmeter aufnehmen soll. * Gießen, 22. April. Durch den Großherzog von Hessen begnadigt. Die Gießener Papstbeleidigungsaffäre des Frankfurter„ Dichter- Bohemiens" Karl Waßmann, der bekanntlich von der dortigen Straffammer zu acht Tagen Gefängnis verurteilt wurde, hat einen überraschenden Abschluß gefunden. Dem Verurteilten, sich mit einem Gnadengesuch an den Großherzog der von durch Zwillinge erfreut. Die Kinderzahl des Ehepaares ist damit auf die gewiß nicht alltägliche Zahl von 29 angewachsen. Der glückliche Vater soll erklärt haben, daß es trotz des Aufschlages der Hebamme nun nicht drauf ankäme, wenn das„ Osterhäschen" das halbe Schock vollmachte. Soziales. Zur Lage der Tabakindustrie werden neuerdings in der sozialdemokratischen Presse pessimistisch übertriebene Darstellungen verbreitet, die gleichzeitig zu einer Hetze gegen den Verband christlicher Tabak- und Zigarrenarbeiter herhalten müssen. Unter anderem wird behauptet, das christliche Tabakarbeiter= organ schweige sich seit Weihnachten über die Arbeits= losigkeit in der Tabakindustrie vollständig aus, um über das durch die Finanzreform herbeigeführte Unheil" hinweg zu täuschen. In einigen Blättern wird noch hinzu gelogen, das geschehe auf Befehl des Zentrums. Diese Behauptungen sind total unwahr. Der christliche Verband hat es allerdings stets abgelehnt, Fälle von Arbeitslosigkeit planlos aneinander zu reihen, zu verallgemeinern und dann agitatorischen Mißbrauch damit zu treiben. Dagegen beteiligt er sich an der vom Kaiserlich- Statistischen Amt aufgenommenen und im Reichsarbeitsblatt veröffentlichten Arbeitslosenstatistik, die ein möglichst objektives Bild der tatsächlichen Lage im Gewerbe gibt. Aus dieser Statistik geht hervor, daß im vierten Quartal 1910 auf 100 an der Statistik beteiligte Mitglieder nur noch 5,1 Arbeitslose famen gegen 39,7 im ersten Vierteljahr 1910. Die Zahl der auf 100 Mitgliedertage( mögliche Arbeitstage) entfallenden Arbeitslosentage betrug 1,5 im vierten, gegen 14 im ersten Vierteljahre 1910. Der im ersten Vierteljahr 1911 einge= tretene Rückschlag wird von der Mitte April erfolgenden Veröffentlichung erfaßt werden. Die Behauptung von einer Abhängigkeit des christlichen Tabakarbeiterverbandes ist direkter Unsinn und bedarf gar keiner näheren Widerlegung. Fahren Sie SUPERIOR musterhaft in Bau u.Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstigec Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHLA Eine neue Maroffo- Expedition. Was nach den früheren Erfahrungen zu erwarten war, ift nunmehr beschlossene Sache: Frankreich wird einen neuen Vorstoß in Marokko unternehmen. Einige Kompanien französischer Truppen, verstärkt durch zuverlässige Mannschaften der Eingeborenenstämme, die unter die Führung französischer Offiziere gestellt werden, sollen Fez dem Sultan Muley Safid zurückerobern. Gleichzeitig wird auch die in Oran stehende Division unter General Toute vorrüden; und so stehen wir am Vorabend einer neuen großzügigen französischen Expedition. Daß man die Eingeborenentruppen hinzuziehen will, ändert hieran nichts. Es ist nur eine Maskerade, die die Welt darüber hinwegtäufchen soll, daß nicht Mulen Hafid, sondern Frankreich gegen ble Rebellen im Felde steht. Dabet haben die Franzosen noch den besonderen Vorteil, daß sie ihr eigenes Menschenmaterial schonen können. Als Kanonenfutter verdienen die Eingeborenen jedenfalls den Vorzug vor Franzosen, ja selbst vor der Fremdenlegion. Die Diplomaten werden sich natürlich durch diese durchfichtigen Manipulationen nicht hinters Licht führen lassen. In Spanien steht man denn schon auf dem Sprunge, der französischen Expedition eine spanische folgen zu lassen. Schon seit längerer Zeit hat man für alle Fälle in mögs Itchst unauffälliger Weise die Besazung von Ceuta und Melilla bedeutend verstärkt und weitere Truppen werden in den spanischen Häfen bereit gehalten und können innerhalb weniger Stunden nach Afrika übergesetzt werden. Natürlich leugnet man auch in Spanien alle triegerischen Abfichten und stellt sich, als ob die Maßnahmen nur dem Schutze der spanischen Besitzungen dienen sollten. In Wahrheit dürfte es auf die Städte Tetuan und Larasch abgesehen sein, die den Spaniern schon lange in die Augen getochen haben. Der spanischen Staatstasse liegt allerdings der lezte Riffeldzug, der 100 Millionen verschlungen hat, noch schwer im Magen. Da aber ein grenzenloser Optimismus einer der hervorstechendsten Charakterzüge der Spanier ist, so wird man sich durch diese Lehre kaum von neuen Abenteuern abschrecken lassen. Vor allem darf man nicht hinter Frankreich zurückstehen, und so dürfte denn auch in Marokko der Kampf alsbald wieder auf der ganzen Linie entbrennen. Ueber die Lage in Fez geben Briefe Aufschluß, die der Vertreter der Londoner Daily Mail" in Tanger aus der belagerten Hauptstadt des Sultanats erhalten hat. Aus ihnen geht hervor, daß die Rebellen die Stadt vollständig eingeschlossen hatten und daß eine Panik unter den Bewohnern herrschte. Dte Artillerie des Sultans zwang aber die Aufständischen zum Rückzug, worauf der Sultan Boten mit großen Geldsummen an die Führer der aufständischen Stämme schickte und von Ihnen verlangte, daß sie nach Hause zurückkehren sollten. Die Boten wurden jedoch von den Aufständischen mißhandelt. Man nahm ihnen das Geld ab und schickte sie nackend mit einem Strid um den Hals nach Fez zurück. Bald darauf tam ein Stamm aus dem Süden mit 800 Rettern an und fein Führer erklärte, er sei berett, dem Sultan zu helfen unter der Bedingung, daß alle Europäer aus Fez weggeschickt werden. Auch von anderen Stämmen erhielt der Sultan Briefe, in welchen dieselben Forderungen gestellt waren. In einigen wurde sogar verlangt, daß die Europäer mit Gewalt dazu gezwungen werden, maurische Ge wänder zu tragen, damit man sie nicht als Weiße erkennen tönne. Rundschau vom Cage. Politisches. hauses ein wertvolles Kompensationsobjekt hätten abgeben fönnen. Demgegenüber wird von unterrichteter Seite festgestellt, da ßHerr v. Bethmann Hollweg nicht der Mann ist, der einen anderen die Verantwortung für das tragen läßt, was er selbst mit seinem Namen deckt, daß das Gerücht also völlig unbegründet ist. Dernburg tein Tabatindustrieller. In letzter Zeit tauchte in Zigarrenindustriellenkreisen vielfach das Gerücht auf, daß der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamtes, Dr. Dernburg, beabsichtige, ein Aktienunternehmen der Tabakindustrie ins Leben zu rufen. Gegen dieses Gerücht wendet sich nun Exzellenz Dernburg in einem Schreiben an die Redaktion der„ Süddeutschen Tabatzeitung", worin er darauf hinweist, daß dieses Gerücht in feiner Weise den Tatsachen entspricht. Ein Bürgerlicher in der Garde- Kavallerie. Es ist be reits wiederholt zum Ausdruck gekommen, daß mit dem Grundsah, bestimmte bevorzugte Regimenter nur mit adligen Offizieren zu besetzen, allmählich gebrochen wird. Während diese Absicht bisher nur bei den Fußtruppen und der Artillerie der Garde zum Ausdruc tam, scheint ste jetzt auch bei der Garde- Kavallerie verwirklicht zu werden. So enthält das letzte Militär- ochenblatt die Versehung des Oberleutnants Rausch, der bisher die Uniform der 7. Kürassiere trug und zur Botschaft in Rom kommandiert war, zum Garde- Küraffterregiment. Die Erörterungen über die Herbsttagung des Reichstages und den Schluß der gegenwärtigen Legislaturperiode werden in der Presse eifrig fortgesetzt. Gegenüber den Meldungen der Münchener Neuesten Nachrichten" und anderer Blätter, daß in Regierungskreisen die Absicht bestehe, noch dem gegenwärtigen Reichstage das Budget für 1912 porzulegen, erfährt der Berliner Vertreter der„ Königsberger Hartungschen Zeitung" im Reichsamt des Innern, daß eine solche Absicht nicht bestehe und daß die Beratung des Etats für 1912 unter allen Umständen dem neu zu wählenden Reichstag vorbehalten bleiben wird. Der Kriegsminister erläßt im Staatsanzeiger" die folgende Bekanntmachung: Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß den Unteroffizieren und Mannschaften der Armee dienstlich verboten ist, innerhalb ihrer eigenen oder einer fremden Truppe oder Behörde Zivilpersonen oder den Handwerksmeistern der Truppe und der militärischen Anstalten usw. zur Ausübung des Gewerbebetriebes Beihilfe zu leisten, insbesondere durch Vermittelung oder Erleichterung des Abschlusses von Kaufgeschäften, Versicherungsverträgen und dergleichen. Den Unteroffizieren und Mannschaften ist befohlen, von jeder an sie ergangenen derartigen Aufforderung ihren Vorgesetzten Meltung zu machen. Ueber das Schicksal des Staatssekretärs des Innern verbreitet ein Berliner Blatt das Gerücht, Dr. Delbrück stände vor der Aussicht, über die elsaß- lothringische Verfassungsreform zu Fall zu kommen. Begründet soll dies Gerücht damit werden, daß Herr Delbrück die drei Bundesratsstimmen der wieder zusammenberufenen elsaß- lothringischen Reichstagskommission sofort angeboten habe, statt zu warten, bis sie bei den schwierigen Fragen der Wahlkreiseinteilung und der Zusammensehung des Ober201 Des Nätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm de. ( Nachdruck verboten.) Was bedeutet das? Es muß doch so viel in Ihrer Kasse sein!" erwiderte der General ärgerlich. Ich habe- doch fünfzehnhundert Mart heraus: gegeben, zum Auszahlen-an Woltersdorf," stotterte der Rentmeister. Der Vorstand des Preußischen Lehrervereins hat den Kultusminister gebeten, daß die Militärdienstzeit der Lehrer auf die zur Erlangung der Amtszulage für erste Lehrer und alleinstehende Lehrer sowie der Ostmarkenzulage erforderliche, im Schuldienste zurückgelegte Zeit angerechnet wird, wenn sie mit dieser in unmittelbarem Zusammenhange steht. ,, Sooo? Warum denn schon heute?- Uebermorgen ist doch erst Löhnungstag!" Die deutsche Vertretung in Megito. Wie die„ Nationalzeitung" erfährt, hat Konteradmiral von Hinze die Reise nach Merito angetreten, um die dortige Gesandtschaft zu übernehmen. Das Blatt bezeichnet es als auffällig, daß er nicht über Neuyork, sondern direkt von Hamburg nach Veracruz fährt, so daß er die amerikanisch- merifanische Grenze nicht zu überschreiten braucht. Raben hat auf diesen Einwand nur eine sehr tonfuse Ausrede, so ungeschickt, wie sie eben ein Mann, der an Lug und Trug nicht gewöhnt, nur haben kann. - Kommt mir denn doch etwas wunderbar vor. So muz Woltersdorf das Geld sofort wieder herausgeben." Mit diesen Worten rannte der General davon, um seinen Inspettor aufzusuchen. Derselbe kommt gerade herein und läuft dem erregten Herrn fast in die Arme. Natürlich weiß er von nichts, was der General fast schon vermutet nach Rabens ganzem Benehmen. Kleine Nachrichten." Der 20. Delegiertentag des Deutschen Werkmeisterverbandes fand dieser Tage in Straßburg statt. Bezüglich des Entwurfes eines Privatbeamten= Versicherungsgesetzes wurde anerkannt, daß dieser Entwurf eine brauchbare Unterlage für das zu schaffende Gesetz bilden könne, wenn die bisher laut gewordenen Wünsche der Angestellten dabei berücksichtigt würden. Der nächste Delegiertentag soll im Jahre 1918 in Berlin abgehalten werden. Hanptmann von Oidtmann. Wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird. befindet sich Hauptmann v.Didtmann vom Feldartillerieregiment Nr. 75 in Halle, der Führer des in Dresden verunglückten Vallons Nordhausen" auf dem Wege der Besserung. Danach bestätigt sich also glücklicherweise die Dresdener Meldung nicht, nach der Hauptmann v. Didtmann gestorben sein follfe. ,, So bin ich also wieder einmal betrogen, wieder einmal von einem Menschen elend hintergangen, auf dessen Treue ich hätte Häuser bauen mögen!" ruft er in höchstem Zorn aus und eilt mit großen Schritten zurück in des Rentmeisters Kontor. Er hat sich oft seines Scharfblides gerühmt, und derselbe hat ihn manchmal nicht be= trogen, heute aber täuscht ihn derselbe gänzlich, indem er ihm so deutlich sagt:„ Der alte Raben braucht viel Geld, damit sein Sohn, der Herr Referendar, standesgemäß auftreten kann. Er weiß, ich fümmere mich nicht um die Kasse, hat darum das Geld einfach genommen und würde es, ohne daß Huhn oder Hahn danach krähen, verrechnen. Wer weiß, ob es das erste Mal ist?" ergoß seinen Inhalt auf die unter dem Gleise beschäftigten Arbeiter. Einer wurde getötet und zwei schwer verletzt. Todessturz vom Kirchturm. In Neubrandenburg wur de der zwölfjährige Sohn des Buchhändlers Bortenkow beim Läuten der Glocken der St. Martenkirche von Schwindel befallen und stürzte aus beträchtlicher Höhe vom Kirchturm auf die Straße. Der Knabe erlag nach kurzer Zeit den Verlegungen. Nach der Hochzeit in den Tod. Die am Mittwoch erst getraute Ingenieursehefrau Marie Brand in Leipzig ist ge stern plößlich verstorben. Es wurde festgestellt, daß Ver giftung vorlag. Die Frau hat infolge Unwohlseins Natron zu sich nehmen wollen und statt deffen Bitterkleesalz ergriffen. Furchtbarer Sturm in Oftbengalen. Nach einer Meldung aus Kalkutta wurde die Stadt Santehar an der oftbengaltschen Eisenbahn von einem furchtbaren Sturm heimgesucht. Ueber 60 Häuser sind vollständig zerstört. Ein Etsenbahnzug wurde vom Sturm die Böschung hinabgewor= fen; eine große Anzahl Personen wurde verlegt, es sollen auch viele getötet worden sein. Totenblaß ist des alten Rabens Gesicht. Er vermag fich, wie der General nun mit zornfunkelnden Augen wieder hereinstürzt, nicht vom Stuhl zu erheben. Völlig verSelbstmord auf offener Straße. In München hat sich ein junger Bauer, der sich von der Polizei verfolgt glaubte, in der belebten Weinstraße vor den Augen der Passanten erschossen, nachdem er den Revolver zuvor vergeblich auf eine vorübergehende Dame abgedrückt hatte. Tödlicher Sturz von der Luftschaukel. In Steinach in Meiningen stürzte ein 13jähriges Mädchen von der Luftschaukel. Es erfitt einen Schädelbruch, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Das leichtsinnige Umgehen mit einer Schußwaffe hat abermals einen bedauerlichen Unfall herbeigeführt. Ein 17 Jahre alter Arbeitsbursche in Berlin zeigte einem gleichaltrigen Kollegen eine Pistoie. Diese entlud sich dabei und die Kugel drang dem letzteren ins Gehirn. Bei seiner Vernehmung gab der Schüße an, daß er die Waffe erst kurz vorher gekauft und nicht gewußt habe, daß sie geladen set. Wissenschaft, Kunst und Literatur. von der G zumal nod machen wi Acht genom ber zurüd men nicht Ein g Tabl." gen ( Oftpr.), bem Kopf Selbstmorde rode noch Jes wurde ter, dabet wurde, ob der Plan wortet ho Im Die Ausgrabungen auf Korfu. Da jetzt eine Giebelecke des Tempelreliefs bet den Ausgrabungen in Gariza in Gegenwart des Kaisers gefunden worden ist, hat Professor Dörpfeld nunmehr einen Teil des Giebels, der der hintere des Westgiebels des Tempels war, rekonstruiert. In der Mitte des Giebels steht die fliehende Riesengorgo, die Verkörperung des Bösen, die mit einem Gotte, dem Sinnbild des Guten, kämpft. Links von der Gorgo steht ein Pferd mit( wahrscheinlich) einem Reiter, rechts von thr die kämpfende Gottheit. Auf beiden Seiten des Giebels schaut je ein liegender Riefenlöwe dem Kampfe zu. In der schmaler werdenden linken Giebelspitze befindet sich eine fißende Göttin, auf die ein Speer geschleudert wird, dahinter ein Altar, und in der äußersten linken Giebelede ein gefallener, auf dem Boden liegender Kämpfer. Damit ist mehr als die linke Hälfte des Westgiebels bis auf einige Kleinigkeiten wiederhergestellt. Professor Dörpfe glaubt, daß der Tempel durch ein Erdbeben umgestürzt ist. Die Tempelbreite schätzt er auf ungefähr 25 Meter bet mindestens 50 Meter Länge. An der Schmalseite erwartet er den Fund von etwa sechs großen dorischen Säulen. Am Donnerstag nachmittag fanden sich bei den Ausgabungen ein: der Kaiser und die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise, der König der Hellenen, der Kronprinz und die Kronprinzeffin von Griechenland und die Königin- Mutter_von_Eng= land. Bei Abschuß de rArbeiten vor den griechischen Ostertagen teilte der Kaiser an die Arbeiter Geld aus. Der König der Hellenen hat dem Kaiser das Recht an der Ausgrabung des Tempels überlassen. Gewissenlose Automobilinen. Zwischen Solingen und Cöln wurde ein Arbeiter auf der Heimkehr von einem Automobil überfahren und tödlich verletzt. Die Insassen Iteßen den Bedauernswerten auf der Straße liegen und entkamen unerkannt. Der Verlebte ist in der Nacht gestorben. Ein folgenschweres Unglück hat sich auf der Rolandshütte in Weidenau an der Steg ereignet. Dort tippte ein mit glutflüssiger Hochofenschlacke gefüllter Wagen um, und nichtet fühlt er sich. Ohne Widerrede hört er seines Herrn Worte an, von denen jedes sein Herz wie ein Dolchstich trifft. „ Es muß sich ja alles bald aufklären!" das ist sein einziger Trost. " Also gestehen Sie es ein, Herr Raben, daß ich recht habe?" fragte der General jetzt. Sie befanden sich in Geldverlegenheit und glaubten, niemand würde etwas merken, wenn Sie eine so eringfügige Summe der Kasse entnehmen würden." Dabei schaute er den alten Mann an, als wollte er ihn mit seinen Blicken durchbohren. Aber plötzlich schwin= det der Ausdruc grimmigsten Zornes aus seiner Miene. Die ihm eigene Gutmütigkeit, das Mitleid des edlen Herzens stegte, wie er sieht, daß sein alter, in mehr als dreißig Jahren bewährter Rentmeister vergebens nach Worten ringt, wie derselbe seinem Aussehen nach eher ein Toter als ein Lebendiger, sich an der Stuhllehne festhält, um nicht ganz zusammen zu brechen.„ Gott wird alles aufklären," stammelt er jetzt, mehr vermag er nicht über die blassen Lippen zu bringen. Aus den Gerichtssälen. Ein recht merkwürdiges Leben hat der jeßt 40 Jahre alte Technifer Konrad Krüger hinter sich, der sich vor der Straffammer des Landgerichts München wegen Betrugs zu verantworten hatte. Der Angeklagte stammt cus einer angesehenen Familie, besitzt aber eine gewisse phantastische Veranlagung, die ihn nicht lange in einer Stellung auß= harren läßt. In jüngeren Jahren verliebte er sich einmal unsterblich in eine Profefforentochter, er er unter den größten Entbehrungen eine Zeitlang nachreiste. Geradezu schwärmerisch war seine Vorliebe für das Theater. Auf seinen Fahrten kam er auch nach Berlin, wo er eine Stellung als Laufbursche annahm. Da er mit seinem Wochenlohn sein Theaterbedürfnis nicht befriedigen konnte, ließ er sich verleiten, cinen kleinen Betrag zu unterschlagen, wofür er einige Tage Gefängnis erhielt. In München fand er Beschäftigung in einer Gummiwarenfabrik. Sobald er einige Mark zusammengesvart hatte, besuchte er das Prinzregenten- Theater. Wegen eines Selbstmordversuchs war er einige Wochen in die Psychiatrische Klinik gebracht. In einer Versammlung von Wiedertäufern lernte er ein Mädchen kennen, das ebenfalls für Theater und Kunst schwärmte. Er stellte sich als Architekt und Mann von Vermögen vor und wußte das Mädchen zu veranlassen, mit ihm eine Vergnügungsreise ins Gebirge zu machen. Hier gin= gen dem Paar allerdings bald die Geldmittel aus, so daß das Mädchen seine Schmucksachen versehen mußte. Als auch der Ertrag hierfür alle war, verlegte sich Krüger auf Hotelschwindeleien. Die Mutter des Mädchens veranlaßte schließItch die Verhaftung des Angeklagten, der vor Gericht behauptete, er habe die ernste Absicht gehabt, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Das Urteil laute auf 4 Monate und 15 Tage Gefängnis. „ Herr Raben, ich weiß, daß Sie die bittere Not zu diesem Schritt getrieben hat", fährt der General in gemäßigterem Tone fort. Ich will Sie nicht ruinieren und Ihrem Sohn die Karriere nicht verderben. Würde ich den Vorfall zur Anzeige bringen- nun, Sie wissen, was die Folge wäre. Ich werde das nicht tun und über die Sache schweigen, soweit das mir möglich. Aber meine Gelder dürfen Sie nicht länger verwalten. Herr Woltersdorf wird einstweilen Ihren Posten übernehmen. Es tut mir leid, aber anders kann ich nicht. Warum wandten Sie sich nur nicht offen und ehrlich an mich? Ich hätte Ihnen doch helfen können! Weiter habe ich nichts zu sagen. Ich reise heute noch ab zu meinem Sohne ins Ausland." Lange hatte der General das Kontor bereits verlassen und der alte Raben sak noch immer wie ein Schwerkranker, Vermischtes. Die Verteilung von Aderland an Ortsarme in Span dau als eine neue Form der Armenunterstützung scheint nicht den erhofften Erfolg zu zeitigen. Das zur Verteilung gebrachte Stild Aderland liegt noch vollständig unbearbeitet da. Die Leute sind der Meinung, daß ihnen der Verkauf aus der Ernte nicht die Summe einbringe, die ihnen wie ein vom Schlaganfall betroffener auf seinem Stuhl, regungslos, machtlos. ter in M dreißigjä Berlin, b desiprung Ichweren lerie fteil Partett u dem Fahr fehlte der bend, das litt eine Wid, der hat, hatte jedoch zu führung Eine einem D ringshof Bauerng Schwester 24jährige fährige G Verwand leute gen Schwieger gertochter eine Fro Schwieger ter ihres fen Schw So fand ihn seine Frau, die bereits durch den Kastellan in alles eingeweiht war. Was der General verschweigen wollte, wußte schon jetzt das ganze Schloßpersonal. Mochte das daran liegen, daß des erregten Herrn Stimme gar zu weit gehört worden, oder daran, daß Woltersdorf nicht reinen Mund gehalten, genug, der ehrliche, alte Rentmeister war als Dieb gebrandmarkt. ,, Reine Stunde länger bleiben wir hier!" feuchte Ras ben, als er, auf den Arm seiner Frau gestützt, in seiner Wohnung angelangt war. Vor der Gattin pflegte er feine Geheimnisse zu haben, darum erfuhr dieselbe alles sofort ganz ausführlich, auch, was er vermutete. Die Folge war, daß Frau Raben einen ihrer nur zu häufig auftretenden Krampfanfälle bekam. * Woltersdorf triumphierte. Das alles so ablaufen würde, hatte er nicht erwartet. Das paßte ihm natürlich ganz vorzüglich. Da hatte er nicht nur 1500 Mart spielend ,, verdieni", sondern das heißersehnte Ziel zugleich erreicht. Was ging ihn jetzt noch die Familie Raben an. Nun hatte er ja auch einen guten Vorwand, die Verlobung mit Erna aufzuheben. Bon seiner Seite wurde dem Rentmeister und seiner durch diesen Vorfall fast wahnsinnig gewordenen Gattin tein Trost. Was sollte jetzt nur werden? Verzweifelt rang Ra ben die Hände. Das franke Weib, des Sohnes Zukunft, Erna und schließlich er selber gebrochen und unfähig, den Kampf ums Dasein mit Tatkraft aufzunehmen. Der arme Hans. Als Sohn eines Spizbuben würde er niemals des Geheimrats Schwiegersohn werden. ( Fortsetzung folgt.) aber die Kinder h Anen we 53jährige werden Großvate Kinder, prießen, Bruder o nisse sich späteren Ein richtet: Aufsicht laffen, m Borname tragungs Standes betrachte hatte vo Töchterch Beschwer Schwarze tens den Das Am Landgeri Burudzie Das Geri an jeber wurde fi gründun Namen Schränkt daß der der gew guten G Dieses men Li Gin artige der Bal Niederri % 12 1h1 gen war getauft n unglüdli innerung nigen gegen 12 wo das fällt. 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Die Stadtverwaltung hat daher in Aus= Acht genommen, zu dem alten Modus der Armenpflege wieber zurückzukehren, falls die wärmere Witterung die Armen nicht doch noch zur Bearbeitung des Landes antreibt. Ein geschmadloser Aprilscherz. Zu einem im„ Berl. Tgbl." gemeldeten Aprilscherze der Primaner in Osterode ( Ostpr.), die eine Puppe mit einer Primanermüze auf dem Kopfe auf einen Baum hängten, um die Schülerselbstmorde zu verspotten, wird jetzt dem Blatte aus Osterode noch geschrieben: Der Hauptanstifter dieses Aprilscherzes wurde von der Schale verwiesen; ebenso noch ein zweiter, babet beteiligter Schüler. Ein dritter, der gefragt wurde, ob er sich daran beteiligt haben würde, wenn ihm der Plan bekannt gewesen wäre, und der mit ja geantwortet hatte, erhielt vier Stunden Karzer. Span ſcheint eilung Carbei Ver ihnen Stuhl, Stellan veigen Nochte gar zu night Rente Ras Seiner teine fofort ur zu aufen ürlich Jm Varitee schwer verunglückt. Jm Deutschen Theater in München, dem größten Varitee der Stadt, ist der dreißigjährige Artist William Diabolo, alias Wid aus Berlin, bei seiner sogenannten Höllenfahrt mit dem Todessprung verunglückt. Der Artist fuhr auf einem 80 Pfund Schweren Fahrrad auf einem schmalen Brett von der Galerie steil herab auf die Bühne. Das Brett ist zwischen Parkett und Bühne durch eine Lücke unterbrochen, die mit dem Fahrrad zu überspringen ist. Am dritten Abend verfehlte der Artist jedoch, mit dem Hinterrad hängen bletbend, das Ziel und schlug topfüber auf die Bühne, er erlitt eine Gehirnerschütterung und sonstige Verlegungen. Wid, der seinen richtigen Apparat noch nicht in München hat, hatte schon am Ostersonntag das Ziel verfehlt, ohne Jedoch zu verunglücken. Die Polizei hat nunmehr die Vorführung der Nummer verboten. Polizei gelang, den Mann ihrer Gewalt zu entreißen. Ein zweiter Mann, der sich in Begleitung des Verhafteten befand, konnte flüchten. 105 Jahre alt. Wenn auch die Zahl der bis zu einer sehr hohen Altersgrenze gelangenden Leute in Deutschland ziemlich groß ist, so dürfte doch ein Alter von 105 Jahren bemerkenswert sein. Dieses hohe Alter erreicht am 24. Juni d. J. der sogenannte Alte Boppel" aus Obermoschel tn der Nordpfalz. Der alte Herr, der mit seinem richtigen Namen Jakob Boppel heißt, ist jetzt noch imstande, bei halb= wegs guter Witterung seinen Spaziergang zu machen, und vermag noch zu lesen und zu schreiben. Im vorigen Jahre schrieb er noch längere Briefe. Das Gehör, sowie die Augen haben allerdings in den letzten Jahren etwas gelitten. Von Beruf war er ursprünglich Wagner, er soll jedoch spä= ter längere Zeit Notariatskutscher gewesen sein. Zahlreiche Kinder des Greises leben in Amerika. Er selbst wohnt bei einem Sohne tn Obermoschel. Der alte Boppel" ist der älteste Mann der Pfalz. Er erinnert sich noch lebhaft der Beit, als( 1812/13) dte Franzosen durch die Pfalz kamen. Die Militärmufit ist keine schöne gewesen," sagte er, ste bestand nur aus Querpfeifern." Tief in der Nacht verlangt deralte Herr noch mitunter seinen Wein zu trinken, und am Effen läßt er es dann auch nicht fehlen. Als ihm vor etlichen Jahren der Gesangverein Neustadt a. H. ein Ständchen brachte, bedankte er sich und meinte:„ Lebt so wie ich, eßt so wie ich und trinkt so wie ich, dann werdet ihr auch so alt wie ich!" Die Eltern des alten Beppel sind beide über 90 Jahre alt geworden. Eine verwickelte Verwandtschaft ist dieser Tage in einem Dorf der Neumark zustandegekommen. In Dühringshof bei Landsberg a. W. haben ein 53jähriger Bauerngutsbesitzer und dessen 26jähriger Sohn zwet Schwestern geheiratet. Der junge Mann nahm sich das 24jährige Mädchen zur Frau, während der Vater die 19jährige Schwester ehelichte. Der Stand der gegenwärtigen Verwandtschaft ist, daß der Vater und Sohn Schwägers leute geworden sind und die 19jährige Schwester die Schwiegermutter ihrer 24jährigen Schwester. Die Schwiegertochter des Bauerngutsbesitzers ist seine Schwägerin, seine Frau die Schwiegermutter und Schwägerin ihres Schwiegersohnes. Die 19jährige Gattin ist die Stiefmutter ihres 26jährigen Schwiegersohnes und gleichzeitig des= Jen Schwägerin geworden. Noch viel komplizierter wird aber die Berwandtschaft erst, wenn aus der Doppelehe Kinder hervorgehen. Die respektiven Cousins oder Coutnen werden dann gleichzeitig Onkel und Neffen. Der 63jährige Bauerngutsbesitzer und seine 19fährige Gattin werden dann zu den Kindern ihres Sohnes gleichzeitig Großvater respektive Großmutter, Onkel und Tante. Die Kinder, die aus der Ehe des älteren Gutsbesizers ent= [ prießen, werden zu ihrem Onkel, dem jungen Gutsbesizer, Bruder oder Schwester. Wie die Verwandtschaftsverhältnisse sich aber in einer dritten Generation gestalten, dürfte späteren Generalogen arges Kopfzerbrechen verursachen. Das Das Schulwesen in Südwestafrika gewinnt umso größere Bedeutung, als der kulturelle Einfluß des nun geeinigten Südafrika gewaltige Fortschritte zu machen verspricht. In der Realschule zu Windhuk muß eine Quarta eingerichtet werden. Man hofft, daß die Regierung den nötigen zweiten Oberlehrer dazu anstellen wird. Die Serta wird von 14, die Quinta von 15 Schülern besucht. Die Serta der Realschule zu Swakopmund hat 14 Schüler. Die in Lüderitzbucht für 1911 geplante Realschule hat schon 15 Anmeldungen für die Serta aufzuweisen. Die Zahl der Regierungsschulen 1898 gab es erst dret im Lande dürfte im laufenden Jahre weiter zunehmen. Die Einführung des Schulzwanges machte es bei den großen Entfernungen der Farmer nötig, Kosthäuser bei einzelnen Schulen zu errichten, in denen die Schüler auch wohnen kön= nen. In Okahandja ist der Bau einer Pension nötig. In Omaruru sind die auswärtigen Kinder in einer Privatpension untergebracht. Da der Schulzwang für ärmere Eltern deren es leider sehr viele gibt, große Opfer fordert, wenn diefelben weit weg von Schulen wohnen, so wäre es billig, daß für Bedürftige Pensionsbeihilfen gezahlt werden. Ein Streit um die Vornamen wird aus Gießen be= richtet: Im Jahre 1909 hatte der Amtsrichter, der hier die Aufsicht über das Standesamt führte, eine Verfügung erlassen, wonach alle abgekürzten und zusammengezogenen Bornamen als Verkürzung der richtigen Namen nicht eintragungsfähig für neugeborene Kinder in die Liste des Standesamts sein sollen. Als solche Namen wurden u. a. betrachtet Minna, Erna, Anneliese und Lieselotte. Nun hatte vor einigen Monaten ein Vater, dem man für sein Töchterchen den Namen Lieselotte verweigerte, dagegen Beschwerde eingelegt und beantragt, man möge die ganze schwarze Liste" von Vornamen zurückziehen, evtl. wenigstens den Namen Lieselotte für eintragungsfähig erklären. Das Amtsgericht hatte diesen Antrag abgelehnt. Landgericht trat zwar der Ansicht des Amtsgerichts bei, daß der Beschwerdeführer die Berechtigung nicht habe, die Zurückziehung der schwarzen Liste zu verlangen; doch hat das Gericht anerkannt, daß es dem Verbot der Vornamen an jeder gesetzlicher Grundlage fehle. Der Name Lieselotte wurde für eintragungsfähig erklärt, und zwar mit der Begründung, daß der Vater berechtigt sei, seinem Kinde einen Namen zu geben, und dabei imf allgemeinen nicht be= schränkt sei. Allerdings habe er Rücksicht zu nehmen, daß der gewählte Name nicht unanständig sei, nicht gegen die guten Sitten und auch nicht gegen die Religion verstoße. Dieses alles aber treffe bei dem längst eingebürgerten Namen Lieselotte nicht zu. Telend reicht. Nun g mif einer Sattin Ra tunft, Duns men. würde Drahtnachrichten und Deuestes. P. 6 auf der Fahrt nach Holland.- Eine unfreiwillige Landung bei Hannover. Berlin, 21. April. Das Luftschiff P. 6 ist heute morgen 4% Uhr zur Fahrt nach Amsterdam aufgestiegen. Es soll versucht werden, die Fahrt ununterbrochen durchzuführen. Es befinden sich zehn Herren in der Gondel. Debisfelde, 21. April. Das Luftschiff P. 6 hat um 10 Uhr Debisfelde überflogen. Fallersleben, 21. April. P. 6 erschien um 11 Uhr über der Stadt. Es hat gegen starken Wind anzufämpfen. Hannover, 21. April. Das Luftschiff P. 6 ist um 12% Uhr zwischen Isenbüttel und Leiferde niedergegangen und hängt an einer Birke. Näheres ist noch nicht bekannt. Die Brände im Grunewald. Berlin, 21. April. Die gestrigen Brände im Grunewald werden auf die außerordentliche Hitze und Trockenheit der letzten Zeit sowie auf die Unachtsamkeit der Spaziergänger zurüdgeführt. Am Hohenzollerndamm brannten etwa 12 Morgen 15jährigen Waldbestandes. Es mußte eine nicht weniger als 450 Meter lange Schlauchleitung hergestellt werden, um Wasser zum Löschen zu geben. Kinderprämien und Besteuerung der Ledigen. Die gesetzgebenden Körperschaften der nordamerikanischen Bundesstaaten lassen es sich mit unermüdlichem Eifer angelegen sein, dem fortschreitenden Uebel der Geburtsabnahme durch entsprechende steuerpolitische Maßnahmen Halt zu gebieten. So hat neuerdings erst wieder das Repräsentantenhaus des Staates Illinois ein Gesetz angenommen, daß jeder Ehefrau, die innerhalb von zwei Jahren nach der Verheiratung ein Kind zur Welt bringt, eine Staatsprämie von 400 Mark zuerkannt und für jedes weitere Kind, das inner= halb von zwei Jahren nach der Geburt seines Vorgängers geboren wird, weitere 400 Mark zusichert. Das Gesetz be= stimmt, daß die Mittel für diese Prämienzahlungen durch eine Junggesellensteuer aufgebracht werden sollen, die in Höhe von 40 Mark pro Jahr von jedem über 35 Jahre alten unverheirateten Mann erhoben wird. Für die Geburt von Zwillingen und Drillingen sind besondere Extraprämien vorgesehen. Die Junggesellensteuer von Illinois findet ihr Gegenstück in der Jungfrauenftener, die ein im Repräsen tantenhaus von Wisconsin eingebrachter Gesetzentwurf für fede unverheiratete über 25 Jahre alte Frau mit einem Jahresbetrag von 20 Mark in Vorschlag bringt. Die Vorlage verlangt des weiteren die Einsetzung einer Heirats= Commission", die auf Antrag jedes liebebedürftigen Mädchens ihres Amtes zum Zwecke der Chevermittelung zu walten hat. Deckung. Wirt:„ Es scheint schon wieder zu regnen; die Studenten im Garten haben alle die Schirme aufgespannt!" Kellner: Nein, es ist nur ein Schneidermeister hereingetommen!" Ein Ballon über einem Waldbrand. In eine eigenartige und nicht ungefährliche Lage kam am Ostermontag der Ballon„ Saarbrücken" der Sektion„ Saar- Mosel" des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt, der mittags % 12 Uhr in Pirmasens zu seiner zweiten Fahrt aufgeftiegen war. Dieser Ballon, der erst jüngst in Saarbrücken getauft wurde, ist der Ersatz für den Ballon Saar", dessen unglückliche Fahrt über die Nordsee noch in trauriger Erinnerung ist. Der Ballon überflog bei vrachtvollem, sonnigen Wetter das ganze Pfälzerwaldgebiet, und gelangte gegen 12 Uhr mittags in die Nähe von Neustadt a.d. Haardt, wo das Haardtgebirge zur oberrheinischen Tiefebene ab= fällt. In diesem Randgebirge wütete seit dem frühen Vormittage ein großer Waldbrand, der über 150 Morgen Kiefernwald der Gemeinde Hambach vernichtete, und erst ge= gen 4 1hr nachmittags gelöscht werden konnte. Der Ballon näherte sich dem Waldbrandgebiet in west- nordöstlicher Nichtung in einer Höhe von etwa 1500 Metern und befand sich bald über demselben. Von dem Ballon aus gesehen schien der Waldbrand zu beiden Setten einer großen Straße zu wüten; die brennende Waldfläche bot einen schaurig- schönen Anblick. Da dem Ballon durch die hoch in die Luft geschleuderten Funken Gefahr drohte, indem die mit 1600 Kubikmeter Gas gefüllte Kugel hätte anbrennen und explodieren können, so ging der Ballonführer, Oberleutnant Leeb- Zweibrücken, von 2020 Meter auf 2200 Meter hinauf, sodaß der Ballon den Waldbrand ungefährdet überflog. Der Ballon gelangte in 2800 Meter Höhe über die Rheinebene, um seine Fahrt über Heidelberg ins Neckartal fortzusehen. Von den zahlreichen Touristen, die am Waldbrandgebiet wellten, wurde das Ueberfliegen des brennenden Bergwaldes durch den Ballon mit Interesse beobachtet. Wie eine filberne Kugel schwebte der Ballon in majestätischem Fluge über das fnisternde und sprühende Funkenmeer. Erminister Alberti im 3uchthaus. Unfälle bei einer Massenaufführung im Zirkus Busch. Berlin, 21. April. Die Aufführung von Richard III. im Zirkus Busch wurde gestern durch einen Unfall gestört. Bei den großen Umzügen der Ritter stürzten hinter der Bühne zwei Mitwirkende so unglücklich vom Pferde, daß sie den Fuß brachen. Die scheu gewordenen Tiere schlugen wild um sich. Bonn selbst und ein Darsteller wurden derartig verletzt, daß ihnen Verbände angelegt werden mußten. Vom Blizz erschlagen. Dichatz, 21. April. Gestern abend wurde der auf dem Rittergute Sandhausen beschäftigte 40jährige Brenner 3schische, als er mit zwei anderen Leuten vom Felde heirttehrte, vom Bliß getroffen und getötet. Seine Begleiter kamen mit dem Schrecken davon. Ein russisches Dorf durch Fener zerstört. Breslau, 21. April. Das Dorf Wozkowice- Koscielne an der schlesisch- russischen Grenze ist durch Feuer zerstört worden. 30 Häuser sind niedergebrannt. Flüchtiger Theaterkassierer. Bochum, 21. April. Der Theaterfassierer Borchardt ist nach Veruntreuung von 10 000 Mart flüchtig geworden. Wieder ein Waldbrand in Westfalen. Oberhausen, 21. April. Ein gewaltiger Waldbrand zerstörte gestern nachmittag bei Gladbeck 600 Morgen Fichtenbestand. Die Waldungen sind Eigentum der Firma Thyssen und des Grafen Wolff- Metternich. Vier Kinder verbrannt. Essen, 21. April. In zwei Gemeinden verbrannten vier Kinder beim Spielen mit Zündhölzern. Große Textilarbeiteraussperrnng. Nürnberg, 21. April. Die Aussperrung der Arbeiter in der Textilindustrie erreicht die Zahl 5000. Verhafteter Mädchenhändler. Rotterdam, 21. April. Der nach Kanada von Hamburg abgegangene Dampfer Ida" wurde gestern hier auf Er suchen der Hamburger Behörden nach einem Zwischendecks paffagier Rosenfeld durchsucht, der als Mädchenhändler befannt ist. Kurz vor Abfahrt des Dampfers wurde der Gesuchte gefunden. Es befand sich in seiner Begleitung ein Mädchen, das als seine Frau in die Passagierliste eingetragen war. Beide wurden verhaftet. Das Opfer einer beleidigten Schauspielerin. Wien, 21. April. Ein Offizier stellte einen Schauspieler, der während der Vorstellung eine Kollegin aus dem Text zu bringn versucht hatte, zur Rede und versetzte ihm zwei so kräftige Ohrfeigen, daß er zu Boden fiel. Die Schauspielerin eilte nun auf den am Boden liegenden Kollegen zu und bearbeitete ihn mit dem Stiefel. Passanten riffen die Schauspielerin von ihrem Opfer. Ernste Nachrichten aus Marokko. O Madrid, 21. April. Nach Beendigung des gestrigen Ministerrates teilte Ministerpräsident Canalejas den Vertretern der Presse mit, daß sich die pessimistischen Gerüchte über die Lage in Marokko zu bestätigen scheinen. Der vom spanischen Konsul in Fez entsandte Eilbote ist bisher nicht in Tanger angekommen und dürfte wohl ermordet worden sein. Die Meldungen aus Maroffo scheinen zu bestätigen, daß Fez von den Rebellen überfallen und viele Europäer dort umgebracht worden sein. 0 Madrid, 21. April. Die Nachrichten aus Maroffo machen hier tiefen Eindruck. Alle Meldungen bestätigen, daß der Aufruhr allgemein ist. Man glaubt annehmen zu dürfen, daß alle Europäer in Fez umgebracht worden sind. Berliner Getreide- und Schlachtviehmarktbericht Die diesmalige mit dem 19. April schließende Berichtswoche umfaßte nur drei Geschäftstage. In der allgemeinen Situation des Getreidehandels hat sich nicht viel ge= ändert, aber die feste Tendenz hat sich nicht nur erhalten, sondern die Preise haben auch den Zug nach oben in entschiedener Weise fortgesetzt. Es mehren sich die Berichte, wonach der Saatenstand nicht so befriedigend erscheint, wie man bis gegen Ende des vorigen Monats glaubte mit einiger Sicherheit annehmen zu können. Die schon längere Zeit andauernde sehr trockene Witterung vermehrt die Besorgnisse hinsichtlich der neuen Ernte. Wenn diese Umstände schon hinreichend Gründe geboten haben, die Kauflust attzuregen, so tam noch hinzu, daß die Landwirtschaft wegen Behinderung durch dringende Feldarbeiten wenig Ware dem Markt zugeführt hat. Gleichwohl haben die Preise für Brotgetreide nur mäßig angezogen, und dies ist Hauptsächlich der allgemein herrschenden Ansicht zuzuschreiben, daß die Vorräte sowohl in den Export- wie in den Importländern recht erhebliche sind. Futtergetreide erzielte nifolge starker Nachfrage beträchtliche Preissteigerungen. Die Notierungen für Lieferung im Mai stellten sich am letzten Tage der Berichtswoche wie folgt: Weizen 202,25 Mart, Roggen 156,50 Mark, Hafer 162,25 Mart, Mais 134,50 Mart. Preise des städtischen Schlachtvieh- Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungetocht 79 bis 86 Mart, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 73-82 Mart, c) mäßig genährte funge und gut genährte ältere 70-74 Mark, d) gering genährte jeden Alters-- Mart. 2. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 73-78 Mart, b) vollfleischige jün= gere 71-76 Mart, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 68-74 Mart, d) gering genährte Mark. Ein entlassener Zuchthäusler hat einer Kopenhagener Zeitung verschiedene Züge aus dem Zuchthausleben des früheren dänischen Justizministers Alberti mitgeteilt, mit dem er in der Strafanstalt zu Horsens zusammengetroffen ist. Aus dem interessanten Bericht sei folgendes wiederge= geben:„ Die Ankunft des Eriustizministers war für alle Infaffen ein großes Ereignis. Mit Blizesschnelle wurde es in den verschiedenen Arbeitsstuben ruchbar, daß Alberti eingetroffen set. Und alle wettetferten, um einen Blick von ihm zu bekommen. Dies war in der ersten Zeit doch nicht gerade leicht. Nach der Zuchthausordnung darf ein neuangekommener Sträfling drei Monate lang nach seiner Ankunft in der Einzelzelle bleiben, und von diesem Recht hat Alberti Gebrauch gemacht. Erst vor kurzer Zeit hat er in die gemeinsamen Arbeitsstuben übersiedeln müssen. Bei seiner Ankunft mußte ein neues Bett für thn hergestellt werden, da er zu lang und zu breit war, um in einem der gewöhnlichen Buchthausbetten liegen zu können. In der letzten Zeit hatte ich Gelegenhett, Alberti zu sehen, besonders wenn er im Hofe am gemeinsamen Spaziergang" teilnahm. Er macht mit langsamen, würdigen Schritten die Runde mit. Nichts stört seine Ruhe. Er ftedt fortwährend die Daumen in die Hosentaschen und starrt geradeaus vor sich hin, blickt weder nach rechts noch nach links. Kein Laut, tein Gespräch berührt ihn oder nimmt seine Aufmerksamkeit gefangen. Ohne sich jemals aus der Ruhe bringen zu lassen, wandert er im gewohnten Kreise herum. Dieselbe unerschütterliche Ruhe habe ich einmal in der Buchthauskirche an ihm beobachten können. Mein Plaz war zufällig neben thm, und ich bereue es jetzt. einen Augenblick ließ ich mich von meiner Schadenfreude hinreißen, ihm zuzufliistern:„ Na, wie gefällt es dir denn hter, Albertt?"( alle Zuchthäusler reden sich mit dem kollegialen„ du" an). Alberti wandte sich wütend gegen mich um, seine Augen blihten: Wiffen Sie, wer ich bin?" fragte er.„ Und ob ich weiß!" antwortete ich.... Hierauf nahm sein Gesicht wieder den früheren stereotypen Ausdruck an Und ohne eine Miene zu verziehen oder auch nur einen Augenblick settwärts zu sehen, saß er während des ganzen Gottesdienstes steif wie eine Säule da. Eine der lustigsten Episoden da drüben oder vielmehr das einzige Mal, wo ein Schimmer von Heiterkett über unser trauriges Dasein fam, war um die Weihnachtszeit, und jene Episode steht eben mit Alberti in Zusammenhang. Mit der Weihnachtspost kamen gegen 300 Ansichtskarten an, welche die Adresse trugen:„ Herrn Albertt, Justizminister a. D., im Zuchthause zu Horsen." Der allergrößte Teil jener Karten stammte von Kopenhagener Verbrechern, die jetzt ein Vergnügen darin fanden, an einen „ Kollegen" zu schreiben. Prosit Neujahr, alter Junge!" oder„ Ein frohes Weihnachtsfest wünscht dir ein alter Zuchthauskollege" oder„ Auf Wiedersehen, du hast dem Stande Ehre gemacht!" so lauteten die meisten jener eigentümlichen Weihnachtsgrüße. Selbstredend wurden die Karten von der Zuchthausdirektion konfisziert. Alberti bekam sie nie zu sehen." So weit der Bericht des Zuchthauskollegen Albertis. Ueber den Zuchthausaufenthalt des Erministers verlautet im übrigen, daß sich Alberti tadellos benehmen soll; er richtet sich in jeder Beziehung aufs peinItchste nach den bestehenden Vorschriften und hat zu keinerlei Klage Anlaß gegeben. Ausschreitungen in einer Kirche. In dem holländischen Orte Oudenbusch kam es kürzlich zu einem förmlichen Aufruhr. Nach der Beendigung der Messe sprang ein junger Mann auf den Altar und erklärte, er sei von Gott gesandt. Er erklärte weiter, daß er der Antichrist sei. Gleichzeitig perbreitete sich das Gerücht, daß ein Mordanschlag auf die Prtefter erfolgt sei. Man fand bei dem Manne einen geladenen Revolver und mehrere Messer. Eine nach Tausenden zählende Menge stürzte sich auf ihn und schleppte ihn unter schweren Mißhandlungen nach dem Gemeindehause. Die Menge hielt das Haus so lange umlagert, bis es der 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 70-77 M, b) vollfleischige ausgemä stete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 65 bis 72 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut ent wickelte jüngere Kühe 60-65 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 51-60 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fres ſer) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 111-113 M 6) feinste Mastfälber 108-115 M, c) mittlere Mast- und beste Sangkälber 100-108 M, 5) geringe Saugfälber 67-87 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 80-86 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 74-78 M c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 68-77 Mart. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Le= bendgewicht M, 6) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2% Zentner Lebendgewicht 57 bis 58 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ Zentner Lebendgewicht 56-58 M, 6) fletschtge Schweine 56-58 M, e) gering entwickelte Schweine 55-57 M, f) Sauen 54-55 M. Lichtspiel- Theater Walltorstr. 36-38. Giessen Telephon 645. Direktion C. Probst. Vornehmes, besteingerichtetes der Neuzeit entsprechendes Etablissement, allein am hiesigen Platze Spielt täglich von nachmittags 3 Uhr bis abends II Uhr. Jeden Mittwoch u. Samstag neues Programm Nur erstklassige Programme gelangen zur Vorführung. Noch nie dagewesen. Programm vom 22.- 25. April. Nur 53 für den Kuchen brauchen Sie noch, denn REESE'S 53 BACKPULVER für 1-1/ 2 Pfund Mehl mit Prämienscheinen ist unübertroffen und kostet nur die Hälfte. Überall Reese.G.m.b.H., zu haben. Hameln. 1. Der Gefangene im Kaukasus. 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