erung 4. 58. rden im Vi 11 benfteige Schreibfom , 1 Baid Sund, S Mb Brandmeiste digung, die Wit acht ha rück. euhaus Cor hover chanstalt ktplatz 18 amen, Herre erobe, Spitze Decken, Vo pichen etc. band ver chloss W d 1909. r. 20113 1. scherei u. Bettfeden alt wwwww 1857ort - els, Gie play 21. e Bäne 17. anwal Leipzig 3. Februar 19 monnaies 1 Tesching hangschloß, itūdstajde, henrahmen, ell mit 20% mit 20 che mit ba 30 Mart En Perlen, irtel, 1 gold nfoldt- Prism iche mit eing Tosche( 2 Ni tenetui( eing Handtas Te"). er. nen Gegenst uns geltend ſtände kann mittags und T Behörde, 3 ädje befter un Weinbergslagen Faffern bon ften b. 12 ächter HEIM a. Rh otweine Jämtl. In Gi Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 wt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Vtr. 45. - Telephon: Nr. 362. Die Staatsschulden- Cilgung Heffens. Den Kammern ist der bereits angekündigte Notge= jezentwurf, betr. Tilgung der hessischen Staatsschulden im Jahre 1911 zugegangen. Der Entwurf ist von Geheimrat Dr. Be der unterzeichnet und besagt: Artikel 1, daß verwendet werden sollen: nach dem Ludwigsbahngesetzentwurf 600 000 Mt., an ersparten Zinsen aus den Tilgungen der Jahre 1900 bis 1910 307 953 Mark, aus Staatsrentenkapitalien 107 200 Mt., aus unverfügbaren Abträgen auf Staatsanleihemittel für Bad- Nauheim und den Domänenergänzungsfonds 510 000 Mt., und endlich als besondere Tilgung von drei Fünftel Prozent der Nichteisenbahn schuld von rund 74 397 000 Mark 446 000 Mark, in Summa 1 971 535 Mark. Artikel 2 des Gesetzes stimmt, daß die Art der Tilgung dem Ermessen der Regierung vorbehalten bleibt. In der beigegebenen kurzen Begründung zu dem Gesetzentwurf wird ausgeführt, daß die Regierung dem Verlangen der beiden Finanzausschüsse nachgekommen sei, und ein förmliches Notgesetz zur Tilgung der Schulden im Jahre 1911 vorgelegt habe. Einer neueren Begründung bedürfe diese Vorlage daher weiter nicht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Februar. be= Landwirtschaft für Eisenbahner. Der Minister hat an die K. E.-D. folgenden Erlaß ergehen lassen:„ Für die Lebenshaltung der Arbeiter ist es von großem Nutzen, wenn sie ein Stück Land zur Bewirtschaftung pachten können. Es ist deshalb den Wünschen der Arbeiter auf Verpachtung von eisenbahnfiskalischem Gelände nach Möglichkeit zu entsprechen. Es tönnen sich z. B. bei Anschlußanlagen Trennstücke ergeben, die der anschlußnehmende Grundbesitzer nicht miche in früherer Weise verwerten kann. Auch wird sich beim Grunderwerbe, falls derartige Trennstücke nicht bei einer Enteignung ohnehin miterworben werden müssen und dann Dispositionsland werden, die Möglichkeit bieten, den Eigentümer zur Verpachtung von Flächen zu bestimmen, die für ihn unwichtig geworden sind. Namentlich werden entbehrliche Stücke benachbarter Staatsdomänen gewählt werden können. Die Kgl. Eisenbahndirektionen wollen daher in geeigneten Fällen mit den Königlichen Regierungen behufs Ueberlassung von Grund und Boden in Verbindung treten." B. - * Gießen. Bei der am Montag stattgefundenen Gemeindevertreterwahl zum Kreistag wurden gewählt: Oberbürgermeister Mecum- Gießen, Geheimer Justizrat Dr. Gutfleisch- Gießen, die Bürgermeister Schneider- Utphe, Dörmer- Lich, Kreiling- Heuchelheim ( dessen Gegenkandidat Ortskrankenkassenkontrolleur Beckmann- Gießen blieb um 7 Stimmen in der Minderheit), Leun Zimmer- Grünberg, Horst- Nieder- Bessingen und Die am Dienstag erfolgte Wahl Großen- Linden. Der Höchst be steuerten zeigte folgendes Resultat: auunternehmer Winn und Justizrat Hirschhorn wurden wieder-, Kommerzienrat Schirmer und Justizrat Grünewald( für Kommerzienrat Heyligenstaedt und Landdirektor Bücking) neu in den Kreistag gewählt. gerichts Gießen. Der Vertreter des Fachs der Nasen-, Hals- und Ohrenheilkunde an unserer Landesuniversität, Professor r. von Eiden, hat einen außerordentlich verlockenden Ruf an die Universität Erlaugen ausge dem ihm die Gr. Regierung in Aussicht schlagen, nad, stellen konnte, ie werde die äußerst dringlich gewordene Frage der Erb a Hung einer klinik f. Ohren Nasen- und alsfrankheiten im Staatsvor anschlag 1912 ihrer Lösung entgegenführen. Unserer Landesuniversität ist damit eine als Arzt, Forscher und Lehrer gleich ausgezeichnete Kraft erhalten worden. Gießen. Nachdem im Dezember vorig. Jahres gekündigt allen im Dienst befindlichen Bauaspiranten worden war, hat die hessische Staatsbauverwaltung nunmehr auch, wie der„ Darmst. Tägl. Anz." erfährt, allen im Staats- und Kreisdienst provisorisch verwendeten Regierungsbauführern und Baunei- stern auf spätestens 1. April 1912 gekündigt. Das Duell Dr. Küpper- Mezz wurde am 20. Februar vor dem Reichsgericht verhandelt. Metz war bekanntlich vom Landgericht GieBen zunächst freigesprochen worden, während D. K. 3 Monate Festung erhielt. Der Freispruch erfolgte, weil das Gericht seiner Aussage, er habe absichtlich vorbeigeschossen und sich lediglich stellen wollen, Glauben geschenkt habe. Dieses Urteil war jedoch auf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision hin aufgehoben und Metz in erneuter Verhandlung nunmehr ebenfalls Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) 1 Mittwoch den 22 Februar 1911 an= zu drei Monaten Festung verurteilt worden. In seiner gegen die Verurteilung beim Reichsgericht eingelegten Revision rügte Metz insbesondere, daß ein innerer Widerspruch in der Urteilsbegründung insofern vorliege, Widerspruch in der Urteilsbegründung insofern vorliege, als einmal gesagt werde: Die Absicht des Dr. K., ihn zu töten, habe nicht festgestellt werden können, an derer Stelle aber: Dr. K. wäre damit einverstanden gewesen, wenn Metz getroffen worden wäre. Ferner sei ein Zweikampf zu Unrecht angenommen, da nicht schon in dem von seiner, des Metz, Seite aus erfolgten bloBen Antreten zum Duell eine Zweikampfshandlung liege; auch ein bloßer dolus eventualis genüge nicht. Hiergegen führte der Reichsanwalt aus, daß von einem Widerspruch in der Urteilsbegründung keine Rede sein fönne; zum Zweikampf genüge es ferner, wenn einer der Beteiligten den Gegner habe treffen, der andere sich habe lediglich stellen wollen; hier sei aber ein ernstlicher Angriff seitens des Dr. K. und ein ernstliches Antreten zum Zweikampf seitens des Angeklagten fest= gestellt. Gemäß seinem Antrage erkannte der höchste Gerichtshof auf Verwerfung der Revision, da in den Ausführungen der Vorinstanz kein Rechtsirrtum zu erblicken sei. nur a= Gießen, 21. Febr. Die Familie des Schnei dermeisters Wilhelm Heß ist vorgestern unerwartet in tiefe Trauer versetzt worden. Letzten Sonntag Abend besuchte er mit seiner Tochter eine Vereinsfestlichkeit und legte sich dann nach der Heimkehr schlafen ohne sein Gebiß aus dem Munde zu nehmen. Während des Schlafes verschluckte er dasselbe und es konnte leider trotz schnellster Hilfe und Operation nicht entfernt werden. Am Montag abend ist der in unserer Stadt bestens bekannte Mann gestorben. * Gießen. Im Interesse der Allgemeinheit sei darauf aufmerksam gemacht, daß nur gut fundierte und best organisierte Wach- und Schließgesellschaften ihre Existenzberechtigung nachweisen können. Dies dürfte bei der Frankfurter Wach- und Schließgesellschaft nach 10jährigem Bestehen der Fall sein; umsomehr dieselbe an 7 Plätzen der Umgegend Frankfurts vertreten ist und nach der geführten Statistik gutes geleistet hat. Es ist daher außer Zweifel, daß die Einwohner Gießens, die doch bisher mit dem Bewachungsdienst der Frankfurter- Wach- und Schließgesellschaft während der 5 Jahre, wo sie hier den Bewachungsdienst versieht, äußerst zufrieden waren, sich bei dem neuen Unternehmen nicht anschließen, ohne erst Gewähr zu haben, wie der Dienst ausgeübt werden soll. In der Regel geht es solch kleinen Unternehmen, so schreibt uns die Fr. W. u. Sch. 6., wie Limburg 2c. Da sie von keiner großzügigen Gesellschaft unterstützt werden, stehen sie auf unsicheren Füßen und müssen über kurz oder lang wieder den Betrieb einstellen. In Offenbach a. M., wo die vorgenannte Frankfurter Wach- und Schlteßgesellschaft auch schon seit 7 Jahren eine Filiale betreibt, mußte auch ein zweites vor 4 Monaten neu gegründetes Geschäft gen Mangels an Beteiligung 2c. den Betrieb einstellen; und hat dort die neu aufgetauchte Konkurrenzgesellschaft den Betrieb der Frankfurter Wach- und Schließgesell schaft ganz übertragen. Ein Beweis, wie schwer es ist, ein derartiges Unternehmen in einer kleinen Stadt auf eigene Füße zu stellen. Die Frankfurter Wach- u. Schließgesellschaft gibt ihren Abonnenten außerdem eine Gratispolice gegen Einbruchs- Diebstahl. - weWetzlar, 22. Febr. Durch Beschluß der Genossenschaftsversammlung der Rheinischen landwirtsch. Berufsgenossenschaft vom 24. Oktober v. Js. tritt in der Berechnung der Zuschlagsbeiträge mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1910 ab eine ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Bfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. N. in Bad- Nauheim."( Sollte es nicht ein Fastnachts= scherz sein? D. Red.) Marburg. Der landwirtschaftliche Kreisverein hat für Beteiligung an dem gelegentlich der Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Kassel stattfindenden hessischen Trachtenfest 200 Mark bewilligt. Die bunten Hessentrachten werden demnach in Kassel vertreten sein. Darmstadt. Der Großherzog hat dem Rechner und Schatzmeister des Landeskriegerverbandes, zum Ritterfreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps Hauptmann d. L. a. D. Carl Waldecker, die Krone des Großmütigen verliehen. * Darmstadt, 21. Febr. Das Großherzogspaar begibt sich heute nachmittag zum Besuche des Herzogsregenten- Paares nach Braunschweig. - Ver= Selters( Westerwald). Im Mai 1910 ging durch eine ganze Reihe von Zeitungen die Nachricht, daß beim Darlehenskassenverein in Sel= Fast ein Jahr saß der Revisor Mans über den Büchern, ters bedeutende Unterschlagungen vorgekommen seien. um Klarheit in die verfahrenen Geschäfte des Vereins zu bringen. Der Verlust der Kasse, der 225 000 Mark betragen soll, ist hauptsächlich dadurch entstanden, daß dem Pferdehändler Seligmann Sonnenberg, der gar nicht Mitglied der Kasse war, ein Kredit von 106 000 Mark eingeräumt wurde. Mit diesem Seligmann Sonnenberg haben Vorstand und Aufsichtsrat einen raten zu decken bereit ist. Ueber diesen Vergleich ist die gleich abgeschlossen, nach dem er 20 500 Mt. in JahresMehrheit der Mitglieder sehr entrüstet, da von Sonnenberg selbst ein Kontoauszug in Höhe von 140 000 Mt. anerkannt wurde. In der Generalversammlung wurde auf Vorschlag des Vorstandes die Leitung dem Verbandsdirektor der Raiffeisengenossenschaften, Dr. Nolden aus Frankfurt a. M., übertragen, der sich als Protokollführer den Rechtsanwalt Teves aus Montabaur mitgebracht hatte. Der Stadtv. Rudolph- Frankfurt a. M., der die Vollmacht einer Witwe besaß, stellte den Antrag, von der Tagesordnung die Punkte 2:„ Genehmigung der berichtigten Bilanz pro 1909", und 3:„ Genehmigung der Rechnung und Bilanz pro 1910, Entlastung des Vorstandes und Rechners", abzusetzen. Nolden und Revisor Mans bekämpften diesen Antrag mit allerlei Einwendungen. Mit 74 gegen 54 Stimmen wurde jedoch der Antrag Rudolph angenommen. Auf Verlangen wurde auch das Protokoll der im Oktober 1910 stattgefundenen Generalversammlung verlesen, aus dem ersichtlich wurde, daß der Anteil der Mitglieder von 50 Mark um 200 Mark erhöht worden war. Ueber weitere Erhöhungen der Haftanteile sollte eine neue Generalversammlung beschließen. Etwaige Prozesse sollten tunlichst vermieden(?) werden. Haftbar gemacht werden sollten die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wie folgt: Landwirt Schmidt- Selters mit 10 000 Mt., W. Günther- Selters mit 10 000 Mt., Heß- Vielbach mit 14 000 Mt., W. Heß- Quirnbach mit 6500 Mk., MeuerAltklosterhof mit 6000 Mt., J. Ströder- Nordhofen mit 9000 Mt., Grübling- Mogendorf mit 10 000 Mt. Schmidt 5.- Rückroth mit 4500 Mt., Scheier- Mogendorf mit 1500 Mark, Jackel- Maxseim mit 1200 Mt., Jackel- Vielbach mit 2000 Mt., Büßler- Vielbach mit 2000 Mt., SteinZierbach mit 720 Mark und W. Scheier- Maxseim mit 2600 Mt., welche Beträge durch Verlustscheine sichergestellt werden sollten. Unter dem Punkt„ Verschiedenes" machte der frühere Rechner des Vereins Meuer, die aufsehenerregende Mitteilung, daß Seligmann Sonnenberg eines Tages mit 50 000 mt. in Scheinen zu ihm gekommen sei; er habe jedoch Sonnenberg an den die GeDr. für landwirtschaftliche Nebenbetriebe schäfte führenden Reviſor Mans gewiesen, und Mans Aenderung ein. Bisher wurde für diese Betriebe habe Sonnenberg nach Hause geschickt, ohne die ange= botene Summe anzunehmen. Auf diese ungeheuerliche Beschuldigung erwiderte Revisor Mans sehr erregt:„ Ich Es ist ein Racheakt und habe noch reine Hosen an. Lügengewebe von Meuer, wenn er sagt, Sonnenberg habe mir 50 000 Mt. bezahlen wollen und ich hätte Sonnenberg wieder weggeschickt." Und nach weiteren Ausführungen meinte Mans in größter Erregung:„ Wenn noch jemand wie Meuer das sagt, dann sage ich: Sie sind ein ganz infamer, gemeiner Lügner." Nach dem Verlesen des Protokolls der getagten Generalversammlung wurde diese geschlossen. Die abgesetzten Tagesordwur- nungspunkte sollen in einer Generalversammlung, am 5. März stattfindet, erledigt werden. für je 30 Arbeitstage eine Grundsteuer von 2 Mark berechnet und von letzterem Betrag ein alljährlich wech selnder Prozentsatz als Beitrag erhoben. Künftighin werden nur noch feste Zuschlagsbeiträge und zwar für je 30 Arbeitstage 1 Mark erhoben. Infolge dieser Neuregelung können in diesem Jahre die Zuschlagsbeiträge für Nebenbetriebe nicht, wie bisher, mit den allgemeinen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaftsbeiträgen vielsammen eingezogen werden; ihre Hebung findet mehr diesmal für sich erst im Mai d. Js. statt. Friedberg. Rechtsanwalt Otto Jöckel de zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen zugelassen. * zu= Bad Nauheim. In der„ Hungener Landpost" befindet sich ein Inserat aus Bad- Nauheim, welden:„ Tüchtige Waschfrau" gegen hohen Lohn zum ches verdient, der Deffentlichkeit bekannt gegeben zu werbaldigen Eintritt gesucht. Offerten mit 3eugnis abschriften und Photographie zu richten an N. Kufeke -Kindermehl -Krankenkost Tausendfach bewährte Nahrung bel: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. die Die Tagung des Landwirtebundes. Die große Heerschau, die der Bund der Landwirte allJährlich in Berlin abzuhalten pflegt, fand am Montag im Sportpalast statt. Es mochten etwa 10000 Personen vereint gewesen sein, als um 12% Uhr das Glockenzeichen zum Beginn der Sitzung gegeben wurde. Der Vorsitzende des Bunbes, Freiherr vom Wangenheim, führte als erster Redner u. a. aus: Wenn man auch sagen muß, daß das letzte Jahr fein ungünstiges für die Landwirtschaft gewesen ist, so haben doch verschiedene Landesteile durch Unwetter starf gelitten. Besonders dem Winzerstande muß sich die Teilnahme der Berufsgenossen zuwenden. Es könne nicht ge= leugnet werden, daß in gewiffen Städten für gewisse Fleischforten hohe Preise bezahlt würden, abernicht Mangel an Bich habe das verschuldet. Der Grund sei vielmehr in der schlechten Organisation zu suchen, die auf den städtischen Vieh- und Schlachthöfen bestehe. Schwere Sorgen bereite der Landwirtschaft die Maul: und Klauensenche, die durch gewissenlose Händler eingeschleppt worden set. Der Redner fchloß mit einem Hoch auf den Kaiser, an den ein Huldigungstelegramm abgesandt wurde, auf das noch während der Versammlung folgende Antwort eintraf:" Danfe bestens für die freundliche Begrüßung. Würde mich freuen, wenn meine bet der Versammlung des Landwirtschaftsrates gegebenen Anregungen für die deutsche Landwirtschaft sich von Nußen erweisen würden." Darauf nahm der österreichische Reichsritter von Hohenblum das Wort, um die Versammlung im Namen aller Agrarier Oesterreichs zu begrüßen. Danach bedanerte Dr. Rösicke auf die Finanzreform übergehend, daß man nicht auch das mobile Kapital herangezogen habe, um auch hier den Wertzuwachs zu besteuern. Redner polemifierte ferner gegen den Freihandel und seine Vertreter. Nach Erstattung des Kassenberichts durch den Landtagsabge= ordneten Möller erhielt das Wort zur Erstattung des Geschäftsberichtes Dr. Diedrich Hahn. Der Bund hat um 11 000 Mitglieder zugenommen. Der Redner polemt= fierte scharf gegen Hansabund und Bauernbund. Ginge es nach den hezerischen Agitatoren des Hansabundes, dann würde eine intensive Landwirtschaft nicht mehr aufrecht zu halten sein, aber noch schlimmer erginge es der Industrie, thre Arbeiter würden bald feine lohnende Beschäftigung mehr haben. Redner wandte sich scharf gegen einzelne Erklärungen der beiden Gruppen. Chefredakteur Oertel bemerkte, der Sozialdemokrat Arthur Schulz habe nachgewiesen, daß die deutsche Landwirt= schaft in der Lage sei, die deutsche Bevölkerung noch auf Jahrzehnte hinaus mit Fleisch und Brot zu versorgen. Abgeordneter von Oldenburg- Jannuschau führte aus: Es gibt zwei Sorten von Nationalliberalen. Mit der einen fönne man noch halbwegs bei den Wahlen zusammengehen, die andere habe aber den Bazillus der Sozialdemokraten im Leibe. Diese Leute könnten unmöglich glauben, daß man sie bet den Wahlen unterstützen werde, blos weil sie einmal nationalliberal gewesen find. Rittergutsbesitzer von Bodelschwingh tadelte scharf das Verhalten der badischen Nationalliberalen und des badischen Ministers Bodmann, die mit der Sozialdemokratic fraternisierten. Angesichts dieser Vorgänge könne man sich nicht wundern, wenn bei der Beerdigung Singers 150 000 Menschen auf den Beinen waren. zu offiziellen Besuch in London abgestattet hat. Aus dem herzlichen Empfang, der ihm bereitet werden wird, kann ber Kaiser ersehen, wie populär er bei der britischen Bevölkerung ist." Kaiserliche Auszeichnungen sind den Marinemannschaften verliehen worden, die sich bei der Rettung der Besakung und Bergung des Unterseebootes U 3 zum Teil unter Nichtachtung des eigenen Lebens rühmlichst hervorgetan haben. Der Kaiser will durch die Auszeichnungen seine warme Anerkennung der Rettungstaten zum Ausdruck bringen. Nach weiteren Erörterungen gelangte eine Resolution zur Annahme, im der es u. a. heißt: Der Bund der Landwirte bedauert die Zerrissenheit des heutigen politischen Le= bens in Deutschland, er bedauert insbesondere die Versuche, in die geschlossenen Reihen der Landwirte Zwiespalt tragen. Er erkennt die Gefahr, daß die zersetzende Tätig= keit der Sozialdemokratie durch die heutige Art der Agita= tion der liberalen Parteien an Umfang und Einfluß gewinnt. Die Grundanschauungen, die der Bund der Landwirte 1895 verkündet hat, sind für ihn unverändert maßgebend. Seine Pflicht entsprechend wird der Bund der Landwirte mit aller Kraft gegen jegliche Gefährdung des Bismarckschen Vermächtnisses kämpfen. Zu dem Drama in Kamerun erklärt das Wolffsche Telegraphenbureau gegenüber einem im„ B. T." erhobe nen Vorwurf: Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, daß Kerner bei der amtsärztlichen, seiner Annahme für den Kolonialdienst( Kamerun) vorausgehenden Untersuchung als gesund und tropendienstfähig befunden worden war. Im übrigen ergaben sich für die Kolonialverwaltung keine Bedenken gegen die Verwendung Kerners im äußeren Kolonialdienst. Ferner wurde noch ein Antrag angenommen, eine Wahlkriegstasse für die bevorstehenden Reichstagswahlen zu gründen. Jedes Bundesmitglied ist verpflichtet, einen Beitrag in Mindesthöhe eines Jahresmitgliedsbeitrages zu zahlen. Darauf wurde die Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Bund der Landwirte geschlossen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Englandreise des Kaiserpaares wird von Wiesbaden aus angetreten werden. Das Kaiserpaar wird am 18. Mai nach Wiesbaden zurückkehren. Die Betriebseinnahmen der preußisch= hessischen Etaatseisenbahnen haben im Monat Januar 1911 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverfehr 1,8 Mill. Mart, im Güterverkehr 8,5 mill. Mark, insgesamt einschließlich der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 11,3 Mill. Mart. mehr betragen. Der Januar 1911 hatte einen Festtag weniger und einen Werktag mehr als der gleiche Monat des Vorjahres. Eine fortschrittliche Gegenkandidatur im Wahlkreise Bassermanns? In Saarbrücken, wo von den Nationalliberalen als Nachfolger des Geheimrats Goltz Bassermann als Kandidat aufgestellt ist, haben die Fortschrittlichen sich entschlossen, wie das B. T." mitzuteilen weiß, dem nationalliberalen Führer einen Gegenkandidaten ge= Ein englisches Willkommen für Kaiser Wilhelm. Ein Londoner Blatt schreibt zum bevorstehenden Kaiserbesuch: Wir freuen uns, Kaiser Wilhelm einmal wieder an unferen Küsten willkommen heißen zu dürfen. Wenn der Kaiser am 16. Mai zur Enthüllung des Denkmals unserer geliebten Königin Viktoria, seiner Großmutter, zu uns tommt, dann ist es gerade ein Jahr, daß der Kaiser als Leidtragender bei der Bestattung König Eduards unter uns geweilt, und ungefähr zwei Jahre her, daß er seinen Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 38) genüberzustellen. Eine Vereinigung für zeitgemäße Rechtspflege ist am Montag in Berlin gegründet worden. Infolge eines Aufrufs in der„ Deutschen Juristenzeitung", der sich mit einer gründlichen Reform der Rechtspflege beschäftigt, traten eine Reihe von Juristen zusammen, um für die Reformbestrebungen eine feste Organisation zu schaffen. Es wurde ein Aufruf verlesen, der davon ausgeht, daß die Gesetzgebung den großen Veränderungen in unseren Lebensverhältnissen nicht genügend Rechnung getragen habe. Die Leitsätze des Aufrufes wurden von der Versammlung einstimmig angenommen. Man beschloß dann die Gründung des Vereins, der später eine Zeitschrift herausgeben und ein Bureau unterhalten wird. Ja, wenn ihm nur noch der heutige Streich glückte, wenn es gelang, Sarner des falschen Spiels zu überführen, dann wollte Robert ihm die viel ernstere Anflage ins Gesicht schleudern, diejenige des Mordes an dem armen Diener Andrei. In diese Gedanken vertieft, schritt White gesenkten Kopfes einher. ,, Mr. White, sind Sie taub geworden?" rief eine lachende Stimme ihm zu. Die passive Resistenz der Triester Staatsbeamten dauert fort. Gleichzeitig ist die Erregung der Bevölkerung im Wachsen begriffen. Die Geschäftsleute fordern ein energisches Einschreiten der Regierung und drohen mit dem Warenbontott gegen die Beamtenfamilien. Ein hoher Beamter der Statthalterei erklärte, daß ein Nachgeben der Regierung gegenüber den Forderungen der Beamten ge= genwärtig vollkommen ausgeschlossen sei. Es verlautet, daß nach der Rückkehr des Statthalters Prinzen Hohenlohe aus Wien den Beamten ein Ultimatum gestellt werden soll, ihren Dienst wieder normal zu versehen, widrigenfalls mit Massensuspendierungen und Versetzungen von Beamten zu rechnen ist. Er blickte erfreut auf. Mabel hielt dicht am Trottoir in ihrer Equipage; sie strecte ihm lachend die Hand entgegen. Man sieht Sie ja gar nicht mehr in Rose- Cottage," sagte sie tadelnd.„ Haben Sie uns ganz vergessen?" ,, Das nicht, aber meine Zeit war sehr gemessen," entgegnete der junge Schweizer. ,, Steigen Sie ein, wir wollen etwas spazieren fahren," bestimmte Mabel. änderungen der großen Flußläufe Inseln bald entstehen, bald verschwinden. Der Kronprinz hat in den letzten Ta gen fünf Tiger erlegt, die den Viehzüchtern viel Schaden verursacht hatten. Ein Millionenvermächtnis ist der Stadt Breslau zus gefallen. Der Kaufmann Klempner vermachte der Stadt eine Million zur Beschaffung billiger Wohnungen für be dürftige Bürger. Nicht bedachte arme Verwandte wollen allerdings das Testament anfechten. Der Bapst bleibt in Rom. Gegenüber den in der letzten Zeit vielfach, namentlich in französischen Blättern, aufgetauchten Meldungen, wonach der Papst seinen Wohnsitz außerhalb Italiens aufzuschlagen gedenke, bemerkt die „ Köln. Volfsztg." auf Grund der ihr aus Rom von zuständiger Seite zugehenden Mitteilungen, daß eine freiwillige Verlegung des Wohnsitzes des Papstes ganz ausgeschlossen und jene Meldungen in das Gebiet der Phantasien zu verweisen seien. Gerne folgte er dieser Einladung. Er sah es als glückliche Vorbedeutung an, daß ihm die heimlich Geliebte begegnet war. Nach dem scharfen Nachdenken und dem Kombinieren aller Möglichkeiten, nach den anstrengenden Erwägungen jener Schritte, die das Gelingen seines Planes herbeiführen mußten, war es für die hochgespannten Nerven Whites geradezu erfrischend, mit Miß Lionel zu plaudern. Sie sprachen über den Unfall im Birkus. Robert schilderte alles bis auf den Fund des Sternes. Ein warmies Mitleid klang in seiner Stimme. Die Zahl der Aerzte in Deutschland betrug nach einer Uebersicht in der Deutschen Medtz. Wochenschrift im Jahre 1910: 32 449. Es kommen auf 10 000 Einwohner 5,01 Aerzte. Ihre Zahl hat gegen das Vorjahr um 480 zugenommen. Es ist ein weiteres Ansteigen zu erwarten, da die Zahl der Medizin- Studierenden sehr gestiegen ist. Die Zunahme entfällt überwiegend auf die Großstädte. Deutsche Postbeamte für Argentinien. Die argentinische Regierung hat ihren Berliner Geschäftsträger angewiesen, sich mit dem Staatssekretär des Reichspostamts wegen Verpflichtung eines höheren deutschen Reichspostbeamten und mehrerer Unterbeamten zur Neugestaltung des argentinischen Postwesens in Verbindung zu setzen. Ein schweres Wintergewitter entlud sich gestern nachmittag über das Wuppertal und den Niederrhein. Stellenweise ging schwerer Hagelschlag nieder, der in den Wäldern und in den Ortschaften großen Schaden anrichtete. Eine Reform des englischen Gefängniswesens wird von dem englischen Minister des Innern geplant. Darnach sollen die Sträflinge in drei Kategorien eingeteilt werden. Die Sträflinge gehören je nach ihrer Aufführung einer von diesen Kategorien an. Bei guter Führung können Sträflinge aus der dritten in die zweite und erste Kategorie aufrücken und andererseits Sträflinge wegen schlechten Betragens aus der ersten in die zweite und dritte versetzt werden. Jede Kategorie genießt verschiedene Vergünstigungen hinsichtlich der Beschäftigung, des Empfanges von Besuchen Bekannter und Verwandter, des Briefwechsels usw. ,, Sie sind ein guter Mensch," sagte Mabel.„ Schon beim Tode meiner Freundin Amy habe ich es deutlich ge= sehen.“ Es macht mich sehr glüdlich, dieses Lob aus Ihrem Munde zu hören, Miß Lionel," sagte Robert.„ Wollen Kleine Nachrichten. Der Schnelligkeitsrekord eines amerikanischen Zuges. Ein Neuvorfer Finanzmann, der im Arizonaterritorium einen Automobilunfall erlitten hatte, fuhr, da er eine Blutvergiftung infolge seiner Verwundung befürchtete, in cinem Ertrazug schleunigst nach Neuyork. Der Zug fuhr mit einer unerhörten Geschwindigkeit. Die Strecke von 4800 Kilometer durcheilte der Extrazug in 74 Stunden. Dabei wurden einmal 165 Kilometer in 97 Minuten zurückgelegt. Ueber den Aufenthalt des Kronprinzen in Ost- Benga len wird aus Kalkutta gemeldet: Der Kronprinz ist von dem Aufenthalt sehr befriedigt. Er nimmt ein reges Interesse an den Kultivierungsplänen sowie an den lokalen Problemen, die damit zusammenhängen, daß infolge der Ver= Ein enttäuschter Erfinder, der Inhaber der Karlshorster Automobilzentrale namens Meyer hat am Sonntag in Berlin Selbstmord durch Erhängen verübt. Mener hatte sich in der letzten Zeit angeblich mit der Konstruktion eines Flugapparates beschäftigt; da er mit seiner Erfindung keinen Erfolg erzielte und große finanzielle Opfer gebracht hatte, dürfte ihn dieser Mißerfolg zu der Tat veranlaßt haben. Ste heute abend mit guten Wünschen meiner gedenken?" Eine große Innigfei: gab sich in diesen Worten kund. Mabel fühlte sich davon betroffen, ebenso von dem tiefen Ernst, der auf dem Gesicht Whites lag. " Ja, ich will es," sagte sie ebenso warm,„ was es auch sei." Zwei Berliner Gardegrenadiere begingen Montag früh Selbstmord. Die beiden Soldaten, die zwei verschiedenen Kompanien angehören, erschossen sich mit ihren Dienstge= wehren auf ihren Stuben. Ueber die Motive der Tat hat noch nichts festgestellt werden können. Es ist aber sicher, daß die beiden Fälle in keinem ursächlichen Zusammenhang stehen. „ Ich danke Ihnen. Aber geben Sie mir ein Zeichen, daß es so ist," bat White Irgend etwas, das ich bei mir tragen darf wie ein glückbringendes Amulett." Ein furchtbares Unglüd hat sich, wie aus Heidelberg gemeldet wird, in einer Tuchfabrik im Odenwald ereignet. Zwei Arbeiter wurden bei Reparaturarbeiten am Wellbaum vom Schwungrad erfaßt und schrecklich zugerichtet. Beide Verletzte starben nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Gie zog einen kleinen Ring mit einem Türkis vom Finger und reichte ihn den jungen Mann; mit bewegter Stimme sagte sie:„ Nehmen Sie ihn, ich trage diesen schlichten Reif seit meiner Kindheit." White faßte die schlanke Mädchenhand und zog sie an seine Lippen. ,, Wann kommen Sie zu uns?" fragte Mabel beim Abschiede. Als Einbrecherin und Führerin einer ganzen Bande ist die Frau eines geachteten Pariser Kaufmanns Dalmas in Toulon verhaftet worden. Ihre Festnahme erfolgte auf die Anzeige hin, daß sie letzthin bei Freunden, bet denen sie Unterkommen in der Nacht gesucht hatte, für 16 800 Fr. Wertpapiere entwendet habe. Ihren Gatten hat der Skan= dal dermaßen erschüttert, daß er mit seinen Kindern seit dem Eintreffen der Meldung von der Verhaftung seiner Frau verschwunden ist. Baldnach einigen Tagen, Miß Lionel. Leben Sie Der Wagen aus Rose Cottage rollte davon. wohl." Vermischtes. Schwerer Sturm auf See. Das Sturmwetter der lezien Tage hat, wie aus Curhaven gemeldet wird, Montag früh mit einer Sturmflut seinen Höhepunkt überschritten. Die Flut stieg so schnell, daß man im Hafen, kaum etwas in Sicherheit bringen konnte. Um 5 Uhr morgens erreichte die Flut ihren höchsten Stand mit 7,12 Meter. Die Hafengegend steht hoch unter Wasser und die vom Sturm gepeitschten Wellen haben überall Schaden angerichtet, über dessen Umfang noch keine genauen Mitteilungen vorliegen. In dem fürchterlichen Seegange strandete das von Chile nach Hamburg bestimmte große Hamburger Vollschiff„ Steinbeck". Mehrere zur Hilfe abgegangene Dampfer sind noch nicht zurückgekehrt. Der Bremer Dampfer Werdenfels" stieß in der Elbmündung mit einem englischen Dampfer zusammen, wobei letzterer schwer beschädigt wurde. Nach den telegraphischen Meldungen der Beobachtungsstationen auf Borkum und Helgoland sei die Sturmflut auf See eine fürchterliche gewesen. Am Abend desselben Tages speiste Baron Sarner mit „ seinem Freunde", wie er White nannte im feinsten Restaurant Neuvorks. Absichtlich hatte Robert schwere Weine bestellt. Er schenkt: dem Baron fleißig ein, trank aber selbst nur mäßig: außerdem vertrug er vielmehr als Sarner, der oft schon nach einigen Gläsern die Wirkung des Alkohols spürte. Nach dem Essen gingen beide Arm in Arm in den nahen Klub. Zu seiner Freude merkte White, daß der Baron sich schwer auf ihn stützte und mit etwas stockender Zunge sprach. Jm Klub war heute eine größere Anzahl Herren versammelt als sonst. Man begrüßte die Eintretenden, dann machte man einige solide Rubber Whist, Quinze oder spielte Boston. So fing es immer an. Erst später betrat man das Geheimkabinett, wo Pharao, Quinze oder sonst ein verbotenes Hazardsviel an die Reihe kam, und wobei Das Opfer rücksichtsloser Automobilisten ist der Nachtwächter des Dorfes Rosenberg bei Danzig geworden. Er wurde in der vorgestrigen Nacht von einem Automobil überfahren und einige fünfzig Meter weit mitgeschleift. Die Insassen des Autos mußten aussteigen, um den Körper des Unglücklichen aus dem Kettenwerk zu befreien. Dann ließen sie ihn in der kalten Winternacht einfach auf der Landstraße liegen und fuhren im schnellsten Tempo davon nach Danzig zu. Erst 3% Stunden später wurde der Echwerverletzte gefunden und in das Krankenhaus eingegroße Summen auf eine Karte gesetzt wurden. Neuerdings sing man an, sich von Sarner zurückzuziehen. Es war zu auffallend, daß er so viel gewann; man hörte heimliches Gemunkel und Gerede unter den Klubgästen, und doch hatte niemand den Mut, mit einer offenen Anschuldigung heranzutreten. Heute waren mehrere neue Spieler da, einige junge Leute vom Lande, ein Farmer, von dem es hieß. er sei sehr reich. Sarners Augen glänzten, als er die Karten für die Bank mischte. Gerade ihm gegenüber stand White und beobachtete scharf die häßlichen langen Hände mit dem rötlichen Flaum auf den Fingergelenken und dem blitzenden Diamantringe. Waren die Augen des Geheimpolizisten bisher wirklich mit Blindheit geschlagen gewesen, oder war Sarner infolge des Weingenusses weniger auf der Hut- heute bemerkte White, daß der Baron ein anderes Spiel Karten mit denen auf dem Tisch vertauschte, daß er, ehe er eine neue Karte vom Talon abzog, mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand das Blatt prüfte. Die neuen Klubgäste setzten und verloren. Immer größer wurde der Haufen Scheine vor dem Bankhalter, dazwischen lagen die Goldstücke mit ihrem gleißenden Schein, White blickte auf die Uhr. liefert; er Spur. Rälte hatte Den Lomme Cine Auftralien Adminiftra pua, zwei mannschafte November zu erforscher ten von ihr ernfteften B mit Ausnah niedergeme tellung wir Ein ge in Heidelber heim- Heidel 10 Uhr in f tells Neuen lon durch ei wand eines „ Fünf Minuten vor eins," sagte er leise zu sich selbst, bald ist Deine schändliche Relle ausgespielt, du Schuft." Sarners Hände bebten vor Geldgier. Eine so bes trächtliche Summe wie heute hatte er noch nie gewonnen. Die Uhr schlug cins. „ Sie spielen falsch, Baron Sarner." Laut und mit metallischem Ton fielen die anklagenden Worte in die Stille des Zimmers. Alle blickten auf den mutigen Sprecher. Hochaufgerichtet stand Robert White da. „ Es ist eine Lüge, ich fordere Genugtuung," brüllte Sarner, der aufgesprungen war. ( Fortsetzung folgt.) verfing sich faffen wag an dem Ba fteine und 3 reichlich Bal jezt noch zi ber Werder Schwankende Dad) und ri fich fort. Do die Häuser, mit sehr gro auf- und ni gen Schneeg Odenwald. Ein irr traf der deu Steuermann Dampfers, geworden se Als der Ar um die Ueb veranlassen, Augenblid i Bom Dampi Lotsenboot e lang es, den Krankenhous Ein ing hat in Chri Anaben Chr er vor wenig Gebirgswald lich einer B Entfernung Anabe seine nem wohlge er ein und Bärin wurde Bergen hein Das gro Stettiner Schiff der W Linie bestim Ben seiner u ungefähren S Breite 30 M werte. 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Den Insassen des Autos ist man auf der Spur. Eine Forschungsexpedition niedergemegelt. Aus Australien wird gemeldet: Staniforth Smith, der Administrator der öffentlichen Ländereien von Papua, zwei weiße Offiziere, zwölf eingeborene Polizeimannschaften und 14 Träger haben Port Meresby am 18. November v. J. verlassen, um das Innere von Neu- Guinea zu erforschen. Seit dem 7. Dezember sind keine Nachrichten von ihnen eingelaufen. Infolgedessen hegt man die ernstesten Befürchtungen über ihr Schicksal. Sie sollen alle mit Ausnahme zweier Eingeborener, die flüchten konnten, niedergemezelt worden sein. Eine ausgesandte Hilfsabtellung wird gleichfalls vermißt. Ein gefahrvoller Ballonaufstieg. Der Sonntag früh in Heidelberg aufgestiegene Ballon 3ähringen" des Mannheim- Heidelberger Vereins für Luftschiffahrt trieb nach 10 Uhr in sehr geringer Höhe über den Häusern des Stadtteils Neuenheim nach Nordosten. Dabei wurde der Ballon durch einen absteigenden Luftwirbel gegen die Giebelwand eines vierstödigen Hauses geschleudert, das Tauwerk verfing sich am Grebel und der Ballon mit seinen vier Infassen wangefesselt. Der heftige Wind zerrte nun so lange an dem Ballon, bis sich dieser losgerissen hatte. MauerSteine und Ziegel stürzten auf die Straße herab. Obgleich reichlich Balloft geopfert wurde, schwebte der Ballon auch jetzt noch ziemlich tief zwischen den beiden Häuserrethen ber Werderstraße, die mit großer Heftigkeit hin- und herSchwankende Gondel karambolierte nochmals mit einem Dach und riß eine Anzahl Ziegel und ein Schutzgitter mit fich fort. Dann erst erhob sich das Fahrzeug endgültig über die Häuser, trieb in nordöstlicher Richtung fort und kreuzte mit sehr großer Geschwindigkeit, von heftigen Luftwirbeln auf- und niedergetrieben über den Odenwald. Nach hefttgen Schneegestöbern landete„ Zähringen" dann später im Odenwald. Ein irrfinniger Kapitän. Am Sonntag nachmittag traf der deutsche Dampfer„ Gertrud" in Helsingör ein. Der Steuermann teilte der Behörde mit, daß der Kapitän des Dampfers, Scherbinski, auf der Reise plötzlich irrsinnig geworden sei, und bat um Aufnahme ins Krankenhaus. Als der Arzt sich darauf an Bord des Dampfers begab, um die Ueberführung des Kranken ins Krankenhaus zu veranlassen, sprang der Kapitän in einem unbewachten Augenblick über Bord und verschwand in der hohen See. Bom Dampfer murde ein Boot losgemacht, und auch das Lotsenboot eilte dem Ertrinkenden zu Hilfe. Schließlich ge= lang es, den Jrrsinnigen ins Boot zu ziehen, worauf er ins Krankenhaus gebracht wurde. Ein jugendlicher Nimrod. Lebhafte Aufmerksamkeit hat in Christiania die mutige Tat des dreizehnjährigen Knaben Christian Finerud aus Drammen erregt, der, als er vor wenigen Tagen in der Nähe von Drammen in den Gebirgswaldungen auf die Auerhahnjagd ging, sich plötzlich einer Bärin mit zwet Jungen auf nur wenige Schritte Entfernung gegenübersah. Kurz entschlossen legte der Knabe seine Büchse an und streckte die alte Bärin mit einem wohlgeztelten Schuß nieder. Die beiden Jungen fing er ein und nahm sie lebend mit nach Hause. Die tote Bärin wurde am nächsten Tage mit einem Wagen aus den Bergen heimgeholt. Das größte Schiff der Welt. Auf der neuen Werft des Stettiner Vulfan" in Hamburg befindet sich das größte Schiff der Welt im Bau. Es ist für die Hamburg- AmerikaLinie bestimmt und hat ein Deplacement von 50 000 T. Ven seiner ungeheuren Größe geben folgende Zahlen einen ungefähren Anhalt: Es beträgt seine Höhe 31 Meter, seine Breite 30 Meter, seine Länge 268 Meter. Es hat 11 Stockwerke. Ohne Maschinen, Kessel und Ladung wiegt es beinahe 34 Millionen Kilogramm. Es kann 5000 Menschen aufnehmen, daneben eine enorme Menge Güter. Es ist mit allem erdenklichen Luxus ausgerüstet. So wird der Speisesaal der ersten Kajüte durch zwei Stockwerke gehen. Es fonnen hier gleichzeitig 800 Personen an kleinen Tischen essen. Auf dem Hauptpromenadendeck werden Kaffee! auben eingerichtet. Ein Schwimmbad ist vorhanden, mit dem hygienische Bäder, Massageräume und Turnhalle verbundensind. Mit diesem Bau hat die Hamburg- Amerifa- Linie und der„ Vulkan" einen neuen Reford geschaffen auf dem Gebiete des Schiffbaues. Ein Bürgermeister, der weiß, was er will. Das schöne Städtchen Gartz a. d. Oder wollte seine Straßen neu pflastern und hatte deshalb ein Ausschreiben erlassen, in dem es Angebote von schwedischen Pflastersteinen verlangte. Ein Schlesischer Steinbruchbesitzer aber meinte, daß Garz doch in Deutschland läge und daß die Bezeichnung ,, schwedische" sich vielleicht nur auf das Format oder die Farbe der Steine bezöge. Er fragte also, wie wir in der„, Tgl. Rdsch." lesen, höflich an, ob es ihm gestattet würde, auch Angebote in schlesischem Material zu machen. Und das war natürlich in stärkstem Grade anmaßend. Wie konnte sich ein so niederträchtig deutscher Kerl erlauben, anzunehmen, daß Gary teine Vorliebe für das Ausland hätte? Die Antwort, die er erhielt, bestand aus einer Postkarte, auf deren Rückseite, unter der Ueberschrift und über der Ueberschrift in der Mitte und mit Tintenstift geschrieben, nur ein Wort stand, nämlich: Nein" und dahinter ein Ausrufungszeichen. Solche Entschiedenheit, besonders wenn sie sich gegen die eigenen Landsleute kehrt, ist in unserer schwankenden Zeit immer hocherfreulich. Außerdem, kann der Magistrat von Gary a. d. Oder etwa dafür, daß der liebe Gott auch in Deutschland einen ganz guten Granit hat wachsen lassen? Er hat ihn nicht bestellt. Dynamit als Zement. Die Polizei von Neujersey hat die Dynamitvorräte der Stadt feststellen lassen und dabei gefunden, daß der vorhandeneSprengstoff genügt, um ganz Neuyork und Neujersey vom Erdboden zu vertilgen. Diese gewaltigen Mengen sind alle in höchst fahrlässiger Weise als 3ement" mit der Bahn oder zu Schiff befördert wor= den. Bei der Verpackung wurden sie auch gemäß dem auf Bement lautenden Begleitschein behandelt. Da ihre Beförderung größtenteils zur Winterszeit geschah, war zwar weniger zu befürchten, immerhin konnte bei einem plötz= lichen Temperaturumschlag oder anderen zufälligen Ereig niffen eine Katastrophe nur allzu leicht entstehen, wie es ja auch geschehen ist. Karpfenzucht auf Reisfeldern. Die italienische Regierung hat vor einiger Zeit eine Fischart aus Australien eingeführt, die sich dadurch vor anderen auszeichnen soll, daß fie es besonders auf die Larven der die Malaria verbreiteten Mücken abgesehen habe und so zum Wohltäter der Menschheit werde. Nun ist dieser Fischart aber ein Konkur= rent entstanden in einem einheimischen Fische, und zwar In dem allbekannten Karpfen. In den Reisfeldern der Tombardei sind, wie die Neudammer Fischereizeitung mittellt, im letzten Sommer Versuche unternommen worden, Karpfen zu züchten. Die Reisfelder werden während des ganzen Sommers etwa 20-30 8entimeter tief unter Wasser gesetzt, das durch ein ausgedehntes, Jahrhunderte altes Kanalsystem aus den größeren Flußläufen herbeigeleitet wird. Im ganzen werden in der Poebene alljährlich etwa 200 000 Hektar Land in dieser Weise bebaut, leider machte man aber die schlimme Erfahrung, daß die betreffenden Landstriche bisher unrettbar der Malaria verfallen waren. Um diese Krankheit zu bekämpfen, haben nun einige Landwirte den Versuch unternommen, im Wasser ihrer Reisfelder Karpfen zu züchten. Der Erfolg war sehr günstig. Es fanden Preisverteilungen an die Landwirte durch einen Vertreter der Regierung statt. In der Tat hat man mit der Karpfenzucht in den Reisfeldern drei Fliegen auf einen Schlag ge= troffen. Erstens wachsen die Karpfen in den reiche Nahrung bietenden Feldern zu mächtigen Fischen mit äußerst wohlschmeckendem Fleisch heran, zweitens gewinnt die Reiskultur, die Reisstauden werden fräftiger, da die Fische die Pflanzen von Ungeziefer reinigen und drittens verzehren die Karpfen in ausgiebigem Maße die Larven der Müden, die auf den Menschen die Malaria übertragen. In Zukunft soll deshalb die Karpfenzucht auf den italienifchen Reisfeldern in großem Maßstabe betrieben werden. Man hat berechnet, daß die Reisfelder der Poebene jährlich mehrere Millionen Kilogramm Karpfen liefern können. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Das Alter der Erde. Aus dem Gehalt von Zerfallsprodukten des Radiums das Alter der Erde zu ermitteln, ist eine Aufgabe, der sich der englische Forscher Strutt seit Jahren widmet. Bekanntlich bildet sich aus einem Atom Radium ein Atom Emanation. Von einem Gramm Radium ist in ungefähr 1300 Jahren 0,5 Gramm in Emanation zerfallen. Die Emanation verwandelt sich nach und nach in Helium, das keine Aktivität mehr zeigt. Bis jetzt galt der Thortantt als das heliumreichste Mineral; Strutt hat jetzt, so schreibt die Umschau", Gesteine aufgefunden, die durch eine noch größere Menge an Helium ausgezeichnet sind. Sie gehören alle der archaischen Periode an und entstammen fristallinischem Gestein aus den verschiedensten Teilen der Welt. Die höchste Zahl für das Alter der Erde stellt sich nach Strutts Versuchen auf 700 Millionen Jahre. Die Kultur in Wild- West. Die Völkerkunde pflegt überall da, wo sie dem Publifum vor Augen tritt, das größte Interesse zu finden; um so erstaunlicher ist es, daß man wirklichen ethnographischen Kenntnissen, nur selten begegnet. Nur eine Völkergruppe macht da eine Ausnahme: die Indianer. Vielleicht spielt dabei der Eifer eine Rolle, mit dem man in jungen Jahren die Romantik wilder Indianergeschichten verfolgte. Selbstverständlich entsprechen die Vorstellungen, die dadurch von dem Leben und Treiben der Indianer hervorgerufen werden, in den seltensten Fällen der Wirklichkeit. Die Internationale Hygiene- Ausstellung Dresden 1911 wird sich durch Vorführung einzelne Objekte hier das Verdienst er= werben, die Kultur dieses vom Tode gezeichneten Volfes zu illustrieren. An keinem anderen Volte läßt sich so gut beobachten, wie die Lebensart etnes Voltes den ganzen Entwicklungsprozeß und Werdegang beeinflußt. Von Haus aus waren die Indianer Sammler- und Jägervölker, die Gewinnung der Nahrung veranlaßte fle zu einem unsteten Wanderle ben. Freilich sind sie zum Teil, die sogenannten atlantischen Stämme, schon in sehr früher Bett au einer mehr oder minder seßhaften Wirtschaft gekommen und bet thr verblieben. Es kann kein Zweifel sein: wären die Europäer nicht ge= tommen und hätten in wenigen Jahren den Lebensnerv der Indianer zerstört, die heimische Kultur wäre siegreich von Osten nach Westen fortgeschritten. Die europäische Kultur wirkte auf die Rassenhygiene dieser Völkerschaften zersezzend, wenn auch manche ihrer Gaben zunächst eine Bestärfung der indianischen Lebensweise zu bringen schienen. Dazu gehört in erster Linie die Einführung des Pferdes. Die Indianer jagten ursprünglich zu Fuß; als sie zu Reis tern wurden, konnten sie die Jagd noch mehr ausüßen und die Folge war ein noch stärkeres Uebergewicht der nomadischen Lebensrichtung. Berseßend auf die Rassenentwicklung wirkte aber die Kultur der alten Welt an sich. Die Laster Europas, im Gefolge des Alkoholgenusses, die Beschränkung der altbewährten Körperübung und Stählung und andere Dinge versezten den ersten Schlag. Schlimmer wirkte noch die Ländergier der europäischen Siedler. Man lockte den armen Rothäuten ein Stück Land nach dem anderen ab, dezimierte dadurch beständig ihre Jagdgründe und damit die ihrer Art zusagende Lebens- und Ernährungsweise. Die sen Prozeß unterstützte vor allem auch der Vernichtungsfrieg gegen die Büffel, deren Zunge ein europäischer Leckerbissen wurde. In wenigen Jahrzehnten brachte man es dahin, daß die Büffel zur Reihe der aussterbenden Tiere gehören. Die Indianer zogen sich mehr und mehr zurück und bekamenn als schlimmstes Geschenk von den Europäern noch die Pocken, denen blühende Stämme, so die Mandan, zum Opfer fielen. Auf diese Weise ist heute nur noch ein fleiner Rest von Indianern vorhanden, denen man be= stimmte Wohngebiete, sogenannte Reservationen, angewiesen hat, innerhalb deren sich ihr Aussterbeprozeß zwar etwas verlangsamt, aber doch sicher vollzieht: wohl das beste Beispiel, wie furchtbar es für ein Volk werden kann, wenn seine rassenhygienischen Momente übersehen werden. In alter Zeit lebten die Prärieindianer in der Hauptsache vom Ergebnis ihrer Jagd. Diese Lebensart bedingte auch eine leicht bewegliche Wohnung, ein Feldzelt, das sie Tipi nennen. In den wärmeren Landstrichen, also hauptsächlich im Missourigebiet, kam dazu eine von den Frauen getriebene Maiskultur, aus der die Mandan, Hidatsa, Omaha, Pani, Osedch und andere ihre Nahrung in zweiter Linie bezogen. Es zeigt sich hier deutlich die Wechselwirkung von Nahrung und Wohnung, denn diese Stämme leben die Hälfte des Jahres in festen Wohnungen: ein rundes versenktes Erdhaus, das sie den südlichen atlantischen Stämmen mehr oder minder entlehnt haben. Entsprechend dem Wanderleben war auch die Zubereitung der Speisen. Man kochte die Nahrung in Gefäßen aus Holz, Büffelhorn oder Leder und warf, da die Töpfe die Einwirkung des Feuers nicht vertrugen, glühende Steine hinein, um die Spetsen wenigstens halbgar zu machen. Dagegen verstand man, der nomadisierenden Art entsprechend, eine Fleischkonserve herzustellen, den sogenannten Pemifan. Es ist dies gedörrtes Visonfleisch, das in hölzernen Mörsern eingestampft wurde. Auf einer höheren wirtschaftlichen Stufe standen die atlantischen Stämme, vor allem die Frofesen und Algonkin. Sie nährten sich in der Hauptsache vom Hackbau, bei dem Mais, Bohnen, Melonen und Sonnenblumen kultiviert wurden. Die Kerne der Sonnenblume wurden geröstet und gemahlen. Im Winter betrieben aber auch die atlantischen Völker angelegentlichst die Jagd, vor allem auf Büffel und Hirsche, auch waren sie tüchtige Fischer. Dieser Lebensweise entsprach die Wohnung, die ihre höchste Entwicklung im Norden erlangte. Hier baute man die berühmt gewordenen bis zu 50 Meter sich erstreckenden Langhäuser, durch die in der Mitte ein Gang führte, in dem die gemeinsamen Feuer brannten. Die anderen Küstenstämme, so die Odschibwä, Menomini hatten dagegen kuppelartige Jurten, die aus zusammengebogenen Stangen gewölbt waren und mit Rinde gedeckt wurden: den altbekannten Wigwam. - Heute ist von alldem nichts mehr erhalten; noch kurze Beit und auch die ganze Kultur der Prärieindianer gehört nur noch den Museen an. Der Tod eines Peftforschers. Sein letztes Gespräch mit dem Pekinger Vizekonsul. Im französischen Kriegsministerium ist aus Peking ein Bericht des französischen Vizekonsuls in Charbin eingetroffen, in dem über den Tod des französischen Stabsarztes Dr. Mes ny nähere Einzelheiten mitgeteilt wer den. Stabsarzt Mesny diente in der Kolonialarmee und war zum Studium der Bestepidemie nach Charbin versetzt worden. Der Bericht des Konsuls macht in seiner schlichten Einfachheit einen erschütternden Eindrud. Er erzählt, daß er ins Grand- Hotel in Charbin berufen wur de. Ein russischer Arzt trat aus dem Hotel und verstän= digte den Vizekonsul, daß Dr. Mesny an der Pest erfrankt sei; bald darauf trat auch Dr. Mesny selbst, von vier Kranfenwärtern gestüßt, auf die Straße. Der russische Arzt stellte den Konsul in eine entsprechende Entfernung von dem Kranken auf. und nun konnte dieser ein furzes Gespräch mit dem Vizekonsul führen. Dr. Mesny erIlärte, daß er aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch 3 Tage zu leben habe, er habe bereits sein Test a ment gemacht und bitte den Konsul, seine Papiere und Effekten nach entsprechender Desinfizierung in Empfang zu nehmen; er wünsche aber nicht, daß seine Familie zu früh verständigt werde. Darauf sprach der Arzt dem Konsul seine Entschuldigung deswegen aus, daß er sich ihm nicht früher vorgestellt habe, allein, sagte er, ich fürchtete, Ihnen die Pest ins Haus zu bringen. Mit einem traurigen Lächeln fügte er dann hinzu, er sage nicht auf Wiedersehen, sons dern Adieu! Sodarn bestieg er mit einem letzten Gruß den Ambulanzwagen und ließ sich ins Spital fahren Der Bericht des Vizekonsuls schließt mit den Worten: Ich gestehe, daß ich zu Tränen ergriffen war von dem Anblick dieses jungen Arztes, der mit so entschlossenem Mute in sein Schidsal ergeben war. Aus Charbin wird telegraphiert, daß die Sterblichfeit in dieser Stadt zurückgegangen sei, in der Hauptsache deshalb, weil die Mehrzahl der Chinesen gestorben, be ziehungsweise geflüchtet sei. An der Eisenbahnstrecke längs Charbin liegen ganze Törfer ausgestorben, in den Häusern findet man von der Pest dahingeraffte Familien, die noch nicht beerdigt sind. Mit den Zügen, die aus Charbin abfahren, flüchten die europäischen Kaufleute aus Wla. diwostok und Charbin nach dem Westen. Drabtnachrichten und neuestes. Das Befinden des Königs Nikolaus. Wien, 21. Februar. Ein Belgrader Blatt, das gewöhn Itch aus Cettinfe gut unterrichtet ist, meldet, daß das Befinden König Nikolaus Besorgnis hervorrufe. Die fremden Gesandten holten täglich Erkundigungen ein. Mehrere Höfe würden täglich über das Befinden des Königs unterrichtet. Die Rückkehr des Kronprinzen werde erwartet. Brand in der Berliner Königlichen Bibliothek. Berlin, 21. Februar. Durch einen Brand in der Königlichen Bibliothef wurde heute fast die gesamte Feuer wehr alarmiert. Die Gefahr konnte jedoch bald beseitigt werden, da der Feueralarm durch das Inbrandgeraten ets nes Instrumentenbehälters im Kellergeschoß veranlaßt wor dem war. Geständnis des Zoppoter Frauenmörders. Zoppot, 21. Februar. Der Seefahrer Gaffke, der die Mutter seiner Braut, Frau von Laszewski ermordet hat, erklärte einem Gefängniswäter gegenüber, er habe Fran von Laszewski am Morgen des 10. Januar mit einem Blei stock getötet und dann sein Opfer die Treppe hinunterge. stoßen, um den Anschein eines Unfalles zu erwecken. Es wird jetzt bekannt, daß Gafffe auch auf anderem Wege versuchte, Frau von Laszewski aus der Welt zu schaffen. E hatte unter Verwendung von Salzsäure Grünspan erzeugt und dieses Gift dem Morphium beigegeben, das Frau von Laszewski regelmäßig nahm. Trotz wiederholter Versuch erreichte er auf diese Weise sein Ziel nicht. Ein schauerlicher Fund. Mannheim, 21. Februar. Beim Aufwinden einer Ankerfette machten gestern mittag am Rheinkai Schiffer einen schauerlichen Fund. Sie entdeckten an der Kette einen Frauenrumpf, dem Beine und Kopf fehlten. Arme und Leib waren schwer verletzt. Die Gerichtskommission, die den Fund besichtigte, nimmt an, daß es sich um den Körper einer Ertrunkenen handelt, der in die Schaufeln eines Dampfers geriet. Die Leiche mag wohl acht bis zehn Tage im Wasser gelegen haben. Gewitter und Schneesturm. Cöln, 21. Februar. Gestern abend gegen 7 1hr trat plöhlich ein starker Schneesturm ein unter gleichzeitiger Entladung eines ziemlich heftigen Gewitters. Frankfurt a. M., 21. Februar. Gestern abend gegen 10 Uhr entlud sich hier ein kurzes Gewitter, dem ein starker Schneesturm folgte. Im Osthafengebiet schlug der Blitz in einen Feuermelder und alarmierte die Wehr, die bald wieder abrücken fonnte. Der Sturm hat großen Schaden angerichtet. Die Telephon- und Telegraphenleitungen nach Berlim sind gestört. Folgenschwerer Hauseinsturz. Warschau, 21. Februar. Beim Einsturz eines vierstödi gen Neubaues wurden einige Maurer schwer verletzt. Unter den Trümmern liegen noch mehr Leute begraben, deren Rettung zweifelhaft ist. Von einer Lawine verschüttet. Junsbruck, 21. Februar. Ein Förster wurde von einer Lawine fortgerissen und tot aufgefunden. Sein Hund war unter die Lawine geraten, konnte sich aber aus dem Schnee befreien und kam schwer verletzt nach Hause. Dadurch wurde man auf das Unglück aufmerksam. Wolfsplage in Galizien. Wien, 21. Februar. Nach Drahtmeldungen aus Lems berg hat in Ostgalizien infolge der grimmigen Kälte dte Wolfsplage überhand genommen. Die Wölfe dringen in Nudeln bis an die menschlichen Wohnstätten vor. Bei der Ortschaft Samophar wurde ein Förster von einem Rudel Wölfe bedroht. Er streckte zwei durch Schüsse nieder, die andern Bestien ergriffen die Flucht. Handel und Verkebr. Ernteschägungen und Tierbestände. Nach Mitteilung des Internationalen landwirtschaftlichen Instituts in Rom erhöht sich die Schäzung der Weizenernte von Australien von 24 422 000 Doppelzentner im Vormonat auf 24 498 000 Doppelzentner. Die mit Wintergetreide bestellten Flächen betragen in Frankreich bei Weizen 5 632 000 Hektar, bei Rogen 1 171 000 Hektar; in Rumänien bei Weizen 1954 000 Heftar, bei Roggen 128 000 Heftar. Der Bericht besagt ferner, daß die Rindvichbestände im Laufe der letzten 10 Jahre in Europa um 5 Millionen, in Nordamerifa um 27, in Südamerifa um 12% und in Australien um 3 Millionen zugenommen haben. Die Schweinebestände haben sich in Europa um 7, in Nordamerika um 11 und in Südamerika um 0,8 Millionen erhöht. Auf je 1000 Einwohner famen Rindvieh in Europa 24 Stück, in Nordamerika 188, in Südamerifa 199, in Australien 287; Schweine in Europa 1 Stüd ,. in Nordamerifa 45, in Südamerika 52 und in Australien 70 Stück. Soziales. - Spekulation und Preistreiberei. Daß nicht die Schutzzölle, sondern die Preistreiberei der Börse dem Volke das Brot verteuert, ist zwar von den Anhängern der jetzigen Wirtschaftspolitik, die den Schutz der nationalen Arbeitet gewährleistet und den heutigen, der sozialdemokratischen Verelendungstheorie hohnspred)= enden Wohlstand der breiten Massen erst ermöglicht hat, schon tausendfältig bewiesen worden. Es entbehrt aber nicht eines gewissen Reizes, daß jetzt die Richtigkeit dieser Behauptung auch von einem Zeugen bestätigt wird, dem selbst der verbohrteste Freihändler aus dem Lager der goldenen oder roten Internationale nicht die Glaubwürdigkeit abstreiten wird, nämlich dem„ Berliner Tageblatt"( Nr. 4), das sich, selbstverständlich im Handelsteil, also vernehmen läßt: „ Die Preisbewegung des Getreidemarktes im Jahre 1910 unterscheidet sich ganz wesentlich von der des Vorjahres. Die Spekulation, die im Jahre 1909 den Weizenpreis auf über 270 Mt. getrieben hat, war im Jahre 1910 dem Getreidemarkte ferngeblieben, und infolgedessen waren die Preisschwankungen nicht außergewöhnlich." Man wird jetzt jedem roten Versammlungsschreier, der aus Unkenntnis oder wider besseres Wissen die Bauern des Brotwuchers bezichtigt, am besten dadurch den Mund stopfen können, wenn man ihn recht nachdrück= lich auf dieses kostbare Eingeständnis des Berliner Tageblattes hinweist und gleichzeitig hinzufügt, daß niemand mehr unter den durch die Machenschaften der Spekulanten hervorgerufenen Preisschwankungen zu lei= den hat als der Getreidebauer, der sich nicht hohe, sondern in erster Linie stetige Getreidepreise als den für sich und die Allgemeinheit ersprießlichsten Zustand herbeiwünscht. Eingesandt. Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Art und Weise, wie ein reeller Geschäftsmann seine Waren kalkuliert, dürfte allgemein bekannt sein und wird jeder wohl wissen, wie scharf beim Einkauf und Verkauf gerechnet werden muß, um den Kunden für billiges Geld eine gute Ware zu liefern. Der Verdienst liegt heute zum großen Teil im günstigen Einkauf, da am Verkauf, um konkurrenzfähig zu sein, teilweise die liebe Ronkurrenz indirekt mit zu bestimmen hai. KnorrGrünkernmehl giebt Suppen hochfeinen aromatischen Geschmack. das Beste, was es Hahn- Maccaroni in Maccaroni giebt. Nur in Originalpaketen von 1/4 u. 1/2 kg. Jedes Paket enthält einen Gutschein. Verlangen Sie die Prämienliste v. d. Firma C. H. Knorr A.-G., Heilbronna.N. elraten vermittelt reell Frau Wehner, Wiesbaden, Friedrichstrasse 55 1. Persil SELED Millionenfach verbreitet im In- und Auslande und überall beliebt Ist Persil, das selbsttätige Waschmittel von unerreichter Waschund Bleichkraft. Ein Versuch führt zu dauerndem Gebrauch Erhältlleb nur in Original. Paketen HENKEL& Co., DUSSELDORF. 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B. große schreiende Anzeigen, Plakate mit rerlockenden Preisen, Ankündigung von Ausnahmepreisen, Tel, 337. doppelte Rabattmarken 2c. genügt, es in den Glauben zu versetzen, günstig kaufen zu können. Diese Verblendung wird nun von den Warenhäusern in allen nur denkbaren und möglichen Formen unterstützt. Sie alle anzuführen, würde ein unendliches Werk abgeben, deshalb mögen für heute einige kurze Beispiele genügen, wie der Warenhäusler kalkuliert und hierdurch sein Bublikum anlockt. Nehmen wir einen xbeliebigen Artikel, die Kalkulation der Tapeten heraus. Hier kauft der Warenhäusler z. B. zunächst verschiedene Muster zu 9 Psg. per Rolle Einkauf ein, dann mit je einigen Pfennigen Abstand von jeder Preislage einige Muster und sofort bis zu den teuersten Preislagen. Die erstgenannte Preislage zu 9 Pfennig per Rolle Einkauf, wooon man 4 Muster hat, werden nun zu vier verschiedenen Preisen verkauft und zwar das erste Muster zunächst 1 Pfennig unter Einkauf, also mit 8 Pfennig, das zweite mit 11 Pfg., das dritte mit 13 Pfg. und das vierte dann mit 15 Pfg. per Rolle. Was der Warenhausbesitzer also bei dem Lockmuster, welches natürlich auch tüchtig in den Anzeigen angepriesen wird, zusetzt, wird an den anderen Mustern mehr verdient. Wer nun aber glaubt, daß die Tapete zu 8 Pfg. auch wirklich viel verkauft wird, der irrt sich gewaltig. Waren unter Einkauf zu verkaufen, dafür nachfolgend ein anderer Trick. Bei Verkauf dieser vier Muster würde die Verkäuferin, das Ladenfräulein im Warenhause, an den ersten beiden zu 8 Pfg. und 11 Pfg. gar fein Jnteresse haben, während sie ein solches bei den beiden Mustern zu 13 Pfg. und 15 Pfg. hat, da sie hierfür bei ersterem 2 Proz., bei letzterem 3 Proz. Provision für den Verkauf erhält. Da Warenhausverkäufer und -Verkäuferinnen bekanntlich mit den kleinsten Gehältern entlohnt werden, letztere oft genug mit ganzen 10 bis 15 Mark( ohne Pension natürlich) den ganzen Monat, so ist dieses natürlich auch wieder ein gewisser Zwang für sie, dem Publikum nur das anzuschwatzen, wobei die Verkäuferin selbst bei jedem Verkauf noch einige Pfennige Prämie verdient und bei einem Aufschlag auf den Einkaufspreis von 662/300 ist die Prämie von 3% nicht zuviel. Genau so werden auch die allermeisten anderen Artikel im Warenhause kalkuliert und durch die vorstehend erwähnten Kniffe, die einem reellen Geschäftsmann unbekannt sind, wird auch die Absicht des Warenhäus= lers voll und ganz erfüllt, er kann billige Preise verkünden, das Publikum täuschen, braucht keine billig falkulierten Waren zu verkaufen und verdient an seinen allermeisten Waren bedeutend mehr, wie jeder andere Geschäftsmann. Ein Wissender. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. 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