2 utz Ueberall zu haben. dt Gießen Cochter, Char Sohlweg ein Konrad Karl Sohn, Wil ein Sohn, ohn, Ludwi 1 Sohn, Hein Sohn. Tochter, Erna eine Tochter, mer in Aathal Luise Hösli, on Glarus. lehrer in Klöße, ochneukirch. er in Nieder Gießen. Maria Man heizer in Fran Niemeyer in nd Bäcker in in Haßfeld. aufmann, mi zen. mit Katharin raßenwart i Butzbach. , mit Paulin in Dietzenbod orf. Borbed, mi ch, mit An in Berlinden er in Gießen. tationsgehilfe i iz in Graudem Ben, mit An hrformer, Weglar- Niede ormer, mit Qu Gießen. it und Hilfsb hanna Elisabe nziek, Leutna Schirmer, be eaugehilfe in D in Gießen. meister in G Philippstein nit Emma Vei in Franffud Gießen. beiter in Wefte eßen. it Raroline L in Pirmajen it Margarete Arzt, mit 2 n, 62 Jahr al 71 Jahre alt. 2 Jahre all Jahre alt. en, 1 Tag all fhardt, 46 Jahr dermeister, 74 3 8 Jahre all Becker, 75 Jahr 12 Jahre alt. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich oterteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pig. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. Redaktion: Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 200. Telephon: Nr. 362. • war. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 21. September " 1 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. sieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder Bel Sonkurs in Wegfall. Blagvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Bettung" G. m. b.$. 1911. * | | Bestehens am 24. September, vorm. 11 Uhr im Saalbau wird sich in der Form eines akademischen Festaktes abspielen. Es hat hierzu auch der Verein Liederzweig", unter Leitung des Hofmusikers Fr. Brückmann, seine Mitwirkung in liebenswürdiger Weise zugesagt. An den Festbericht des Vorsitzenden der Zentralstelle wird sich ein Rundgang durch die im Saalbau veranstaltete fleine Ausstellung anschließen. Daran reiht sich ein Festessen im Saalbau und um 4 Uhr ein Besuch der Ausstellung auf der Mathildenhöhe zu ermäBigtem Preise. Für die auswärtigen Besucher des Festes und die Mitglieder des Gewerbevereins Darmstadt mit ihren Familienangehörigen wird schon am Sams= tag abend im Saalbau eine kleine Begrüßungsfeier veranstaltet. Größere Verhandlungsgegenstände, wie sie sonst bei den Hauptversammlungen des Landesgewerauf den bevereins üblich sind, werden mit Rücksicht festlichen Charakter der diesjährigen Versammlung nicht verhandelt werden; sie gelangen zur vorläufigen Erledigung in der am 23. September nachmittags stattfindenden Sitzung des Landesausschusses des Gewerbevereins. Vom Arbeitsmarkt in Hessen, HessenRassan und Waldeck im Angust 1911. Die Lage des Arbeitsmarktes in der Metallindustrie hat sich weiter verbessert. Den besten Beweis lieferten die Opelwerke, die trotz des großen Brandunglückes alle Arbeiter glatt unterbringen konnte. Ein sehr fühlbarer Mangel herrscht an Schmieden, Kunst und Bauschlossern. Der Streit der Spengler und Installa teure in Frankfurt a. M. ist inzwischen beigelegt worden. Aus der Textilindustrie wird aus Seligenstadt i. H. gemeldet, daß die vorhandenen ArbeitsTräfte nicht allein vollauf beschäftigt waren, sondern auch Nachfrage nach weiteren Hilfskräften vorhanden Für die Sattler und Tapezier er trat der bessere Geschäftsgang gegen Ende des Monats ein. In der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe machte sich eine weitere Steigerung des Beschäftigungsgrades bemerkbar; aus zahlreichen Orten wird gemeldet, daß nicht alle Stellen, sowohl bei Bau- als bei Möbelschreinern, besetzt werden konnten. Der Deutsche Holzarbeiterverband in Darmstadt berichtet, daß der Berichtsmonat seit 6 Jahren der erste Monat ohne Arbeitslosen= unterstützung sei.- In der Industrie der Na hr= ungs- und Genußmittel herrschte mit Aus= nahme der Tabakindustrie, flotter Geschäftsgang. Die Großstädte melden großen Mangel an Fleischergesellen. In der Gießener Zabatindustrie ist die Lage des Arbeitsmarktes immer noch sehr flau. Während im Bekleidungsgewerbe in Kassel Schuhmacher sehr gesucht waren, waren in Wiesbaden Schuhmacher und Schneider sehr schwer unterzubringen. Die Schuhfabrikation in Offenbach a. M. berichtet von einem guten Geschäftsgang. Ueber das Bauge werbe berichtet Frankfurt a. M., daß sämtliche Bauhandwerker gut beschäftigt waren. Offenbach a. M. verzeichnet ebenfalls eine ziemlich rege Bautätigkeit. Dagegen war in Mainz die Lage des Arbeitsmarktes für Maler, Tüncher und Bautaglöhner weniger günstig. Jm graphischen Gewerbe war bei den Buchdruckern die Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat noch immer groß. Für die ungelernten Berufe war in Frankfurt. a. M. noch eine ziemlich günstige ArbeitsgeJm Gastwirts ge= legenheit im Berichtsmonat. werbe war noch reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Durch die anormale Witterung im August war die Arbeitsgelegenheit nach Beendigung der Getreideernte für landwirtschaftliche Arbeiter eine sehr schlechte; nur in den Weinbergen wurde besonders durch die Reblausuntersuchungen viele Leute beschäftigt. Die Klagen über Dienstboten mangel sind auch diesmal wieder zahlreich eingelaufen. In Darmstadt ist der Dienstbotenmangel fast zu einer Kalamität geworden. - Parteipolitisches. Hessische Landtagswahlen 1911. Jm Landtagswahlbezirk Lich Hungen stellte eine zahlreich besuchte Vertrauensmänner- Versammlung des Bundes der Landwirte den bisherigen Landtags= abgeordneten Fenchel- Oberhörgern wiederum als Kandidaten auf. Eine Vertrauensmänner- Versammlung der nationalliberalen Partei des Landtagswahlkreises Beerfelden stellte den bisherigen Abgeordneten Kredel- Airlenbach als Landtagskandidaten wieder auf. Seligenstadt. In einer Vertrauensmännerversammlung der Fortschrittlichen Volkspartei wurde der Rechtsanwalt Carnier für den Wahlkreis aufgestellt. Jm rheinhessischen Landtagswahlkreise Bingen= Land ist in einer in Horrweiler abgehaltenen Vertrauensmänner- Versammlung der Fortschrittl. Volkspartei als freisinniger Zählkandidat der Landwirt Jak. Schmuck 5. in Aspisheim als Zählkandidat aufgestellt worden. Der Wahlkreis ist seit Jahrzehnten sicherer Besitz des Zentrums. Der seitherige Abgeordnete Wahlkreises, Justizrat v. Brentano- Offenbach, kandidiert wieder. Aus Stadt und Land. des Gießen, den 21. September 1911 Der König von Ordensverleihung. Preußen hat aus Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen dem Erbprinzen zu senburg und BüdingenWächtersbach im Regt. der Gardes du Corps den Kronenorden vierter Klasse verliehen. * Die Jubiläums- Hauptversammlung des Landesgewerbevereins zur Feier seines 75jährigen = nv- Der Verband ev.- kirchlicher Frauenvereine im Großherzogtum Hessen hielt in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. Der Hauptgegenstand der diesmaligen Versammlung war die Landkrankenpflege. Der treffliche, durch Tiefe, Sachkenntnis und Humor gleich ausgezeichnete Vortrag des Herrn Pfarrers Schwabe Gießen erwies zunächst die Notwendigkeit von Nothelferinnen neben den Berufspflegerinnen auf dem Lande und zeigte dann die Wege zu deren Ausbildung und Bestellung. Der Redner bat dringend um die Hilfe der Frauen in dieser Sache, die bisher in Hessen noch so wenig Verständnis gefunden. Die Frauenvereine in erster Linie sind berufen, in ihrem Kreise für Krankenpflege zu interessieren, Pflegekräfte zu werben und deren Arbeit zu tragen. Herr Geh. Regierungsrat Dr. Dietz sprach in wertvollen Ausführungen vor allem über die Frage, wie die Geldmittel für die Arbeit zu beschaffen seien und sagte dabei in dankenswerter Weise die Unterstützung der Landesversicherungsanstalt zu. Vor allem wichtig war auch die Eröffnung seitens des Elisabethenstiftes, das die Ausbildung von Nothelferinnen übernehmen will. Zum Schluß der Verhandlungen wurde den Damen des Vorstandes auf Antrag des Herrn Kirchenrats D. Schlosser- Gießen die Aufgabe übertragen, die Nothelferinnenfrage gründlicher Bearbeitung zu unterwerfen und dann mit bestimmten Forderungen an die Deffentlichkeit zu treten. Die Reichsbank hat den Wechseldiskont von 4 auf 5 Prozent und den Lombarddiskont von 5 auf 6 Prozent erhöht. Taubstummen- Gottesdienst. Am 24. September nachmittags 2 Uhr findet im Konfirmandensaal zu Lauterbach Gottesdienst für Taubstumme verbunden mit der Feier des heiligen Abendmahls statt. Wegen Erlangung von Fahrpreisermäßigung möge man sich alsbald an Herrn Oberpfarrer Müller in Lauterbach wenden. * Frankfurter Obstpreise. Am 19. September waren die hiesigen Preisnotierungen für 50 Kilo im Kleinhandel: für Aprikosen 40 Mt.( 1. Qualität) 25 Mt.( 2. Qualität); Eßbirnen 25 Mt.( 12 Mark); Kochbirnen 15 Mt.( 8 Mt.); Eßäpfel 25 Mk.( 7 Mk.); Pfirsiche 35 Mt.( 25 Mt.); Reineclauden 15 Mt.( 12 M.); Mirabellen 20 Mt.( 12 Mt.); Trauben 40 Mt. ( 28 Mt.); Zwetschen 15 Mt.( 10 m.). )=( Nächsten Sonntag, den 24. September findet das diesjährige Bergturnfest des Lahn- DünsbergTurnerbundes auf dem Hohen Berge bei Großen- Buseck statt. Die Wetturner versammeln sich um 8.30 Uhr im Vereinslokale des Turnvereins Großen- Buseck, woselbst die Kampfrichtersitzung stattfindet. Um 9.30 Uhr ist gemeinsamer Turngang nach dem Turnplatz. Das Turnen, zu welchem sich 202 Turner gemeldet haben, beginnt um 10 Uhr. Geturnt wird Stemmen zweiarmig, Stabhoch- Freiweitsprung, Laufen 100 Meter und eine Die Turner, welche 28-35 Punkte Pflichtfreiübung. erreichen, erhalten einen Kranz, von 35-45 Punkten ab Diplom und Kranz. e 3irtus Otto Mark traf heute früh mittelst Sonderzügen in Gießen ein und eröffnet bereits heute Abend pünktlich 8½ Uhr seine Vorstellungen auf dem Plaze am Oswaldsgarten mit einem pompösen Schlagerprogramm. Da ausverkaufte Häuser beim Zirkus Otto Mark an der Tagesordnung sind, ist es ratsam, sich frühzeitig mit Eintrittskarten zu versehen, welche im Vorverkauf erhältlich sind. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Gießen. Das Schwurgericht, das am kommenden Montag unter Vorsiz des Landgerichtsrats Brüel seinen Anfang nimmt, wird sich mit folgenden Fällen beschäftigen: Zwei Verbrechen im Amt( DöllFriedberg und Leichner- Rockenberg), Notzucht, Raubmord( Niedermörlen) und Raub( Vilbel). Die Verhandlungen werden in einer Woche beendet sein. Gießen. Gegen den wegen Begünstigung der Rendeler Bluttat in Haft genommenen Weißbinder und Bauunternehmer Müller von Nieder- Dorfelden ist * jetzt die Voruntersuchung eröffnet, die vom Landgerichtsrat Dr. Friedrich als Untersuchungsrichter geführt wird. Gießen. Bis jetzt haben sich an die von der Provinz projektierten Ueberlandzentrale Wö l- hersheim, durch die die Kreise Friedberg und Büdingen ganz, die Kreise Gießen und Schotten etwa je zur Hälfte mit elektrischer Energie versorgt werden können, schon 90 Gemeinden insofern angeschlossen, als bindende Verträge zwischen ihnen und der Provinz abgeschlossen sind. Zurzeit wird auf Grund der eingegangenen Anmeldungen das Fernleitungsnetz ausgearbeitet, über dessen endgültige Festlegung alsdann mit den einzelnen Gemeinden verhandelt werden wird. Ebenso wird bereits an den Unterlagen für die Ausschreibung der. Lieferungen gearbeitet, so daß möglichst bald und möglichst überall mit den Fernleitungs- Anlagen und Ortsnetzen begonnen werden kann. Gießen. Die dieswinterliche Spielzeit des Stadt- Theaters wird am Sonntag, 1. Oktober, mit Adolf Wilbrandts Trauerspiel„ Der Meister von Palmyra" eröffnet. über* Bad Salzhausen. Die Grundsteinlegung des ersten Kaufmanns- Erholungsheims, dessen Protektorat der Großherzog von Hessen nommen hat, findet in feierlicher Weise in Gegenwart der staatlichen Behörden und zahlreicher Vertreter der aufmännischen Korporationen aus ganz Deutschland am nächsten Sonntag, den 24. September, vormittags 11 Uhr, in Salzhausen statt. Wie sehr die Gesellschaft mit dieser Tat einer bisher noch unerfüllten Forderung sozialer Fürsorge entspricht, beweist das große Interesse, das man aus allen Gauen des Vaterlandes diesem Werk entgegenbringt. Zu der Feier sind zahlreiche Beteiligungsanmeldungen aus allen Streifen bereits eingelaufen. Nach dem Festprogramm folgt auf die einlei tenden musikalischen Vorträge des Großh. Artillerieforps und des Gesangvereins Orpheus aus Geiß- Nidda die Begrüßungsansprache des stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Kalle- Biebrich, worauf der Vorsitzende der Gesellschaft Joseph Baum- Biebrich die Weiherede hält. Der Weiheakt selbst wird nach Verlesung der Stiftungsurkunde von dem Vertreter des Großh. Staatsministeriums vollzogen. Ein Extrazug für die Festteilnehmer steht am nächsten Sonntag 9,40 Uhr in Friedberg bereit. * Hanau. Für die am 17. Oktober stattfindende Landtagsersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Emil Junghenn( ntl.) stellte die fonservative Partei voraussichtlich den Landrat Freiherrn Laur von Münchhofen als Kandidaten auf. Die nationalliberale Partei hat den Baurat Wohlfarth in Hanau aufgestellt. * Mainz. Der Verband deutscher Bierverleger hält soeben seinen 12. Verbandstag im„ Brauhaus zum Gutenberg" bei zahlreicher Beteiligung ab. Am Montag vormittag wurde der Verbandstag durch den Verbandsvorsitzenden Wiese- Hamburg eröffnet. Der Verband besteht aus 29 Vereinen mit nahezu 1000 Mitgliedern. Der Kassenbestand weist an Einnahmen 3603 Mt. und an Ausgaben 1063 Mt. auf, das Vereinsvermögen beläuft sich auf 2539 Mt. * Alzey. In diesem Jahr kann Professor Dr. Heined im hiesigen Seminar seinen 1000. Schüler entdankt ihm also zum Teil die Ausbildung. lassen. Etwa ein Drittel der hessischen Lehrerschaft ver* Frankfurt a. M. In der am Montag im Gewerkschaftshaus abgehaltenen ordentlichen General= versammlung des Konsumvereins für Frankfurt u. Ug. lag ein Antrag auf Gründung einer Milch vertriebsgenossenschaft vor. Die Beschaffung der notwendigen Geldmittel, die man auf 200 000 Mark schätzt, machen weniger Sorgen, als die Beschaffung der notwendigen Milch. Die Agrarier würden sich weigern, dem Konsumverein Milch zu liefern. Der Vorstand sei indessen bereit, sich an einer Milchvertriebsgenossenschaft, für die sich auch bürgerliche Kreise würde eher Milch bekommen als der Konsumverein. interessierten, zu beteiligen. Eine solche Genossenschaft Die Straßenkämpfe in Wien. Ueber die blutigen Strawalle in Wien werden noch weltere Einzelheiten gemeldet, die erkennen lassen, einen wie gefährlichen Charakter diese angenommen hatten. Als has Militär benachrichtigt worden, daß der Mob am Hoferplatz Barrikaden errichtet habe, rüdte es sofort dorthin, wo es mit einem mächtigen Steinhagel empfangen wurde. Die Soldaten schickten sich daraufhin zum Schusse an, doch zog sich die Menge diesmal noch vor der bewaffneten Macht zurück und wandte sich gegen die Schule im Ottakring. Auf die Nachricht hiervon wurde fofort eine Abteilung Infanterie nach dem bebrohten Gebäude entsandt. Auch hier wurden sie wieder mit einem Steinbagel in Empfang genommen. Die Schule wurde darauf abgesperrt, boch drängte die Menge immer wieder gegen das Militär vor, in dessen Reihen unausgesett Steine flogen. Die Offiziere mahnten zunächst ihre Leute zur Ruhe. Als aber einer der Offiziere von mehreren Steinen getroffen und ziemlich erheblich verwundet wurde, ließen sich die Soldafen nur noch schwer beruhigen. Zwet Detektivs ergriffen hierauf die Person, die dem Offizier die Verwündung beigebracht hatte, um sie zu verhaften. Sofort brach die Menge unaufhörlich in den Ruf aus:„ Auslassen, Auslaffen!" Als dem Verlangen nicht sofort Folge gegeben wurde, stürmte die Menge in einer förmlichen Attade gegen das Militär vor und überschütteten das Militär mit einem Steinbagel. Um dte Menge zu beruhigen, ordnete der kommandierende Hauptmann hierauf die Freilassung des Berhafteten an, doch half das nichts mehr. Die Menge Iteß sich nicht mehr zurückhalten und drang fezt unaufhaltsam vorwärts, so daß das Militär, um sich zu schüßen, das Bajonett fällen mußte. Einer der Demonftranten sprang mitten in das Militär hinein, um den Detektiv, der die Verhaftung vorgenommen hatte, aus seiner Mitte herauszureißen. Der Hauptmann sah sich nunmehr genötigt, das Kommando - " Bum Feuer fertig" zu geben. Die Menge wich aber noch nicht zurück, ein erneutes Steinbombardemnt war die Antwort. Der Hauptmann Iteß nunmehr abfeuern. Die Menge wich darauf zurück, als sie aber merkte, daß niemand verwundet war man hatte das erste mal blind geschossen brang es von neuem vor. In dem fritischen Moment stürzten junge Burschen auf die Soldaten und auf einige Offiziere, um ihnen die Waffen zu entreißen. Darauf ertönte ein dreimaliger Trompetenruf und das Kom mando: euer!" Man hörte ein entsetzliches AufSchrelen. nen Augenblick schien alles von dem Pulverrauch Lect. Dann sah man Saratow. Hierauf war er furze Zeit Minister des Innern. Als solcher zeigte er große Energie in der Befämpfung der revolutionären Bewegung. Als Ministerpräsident berief thn Bar Nikolaus dann an die Spize der Regierung. Die letzten Lebensstunden Stolypins waren sehr qualvolle. Seme Gemahlin wich nicht von feinem Lager. Defters fragte er: Wie geht es den Kindern?" Der Zustand des Ministerpräsidenten verschlimmerte sich im Laufe des Tages schnell. Gegen abend wurde die Lage hoffnungslos. Der Tod erfolgte um 10 Uhr 12 Minuten in Gegenwart seiner Gemahlin, seines Bruders, zweier Schwager und aller Aerzte. ungefähr 40 Menschen auf dem Boden liegen. Wieder versuchte der Haufen, sich den Soldaten entgegenzustellen und einige ganz Berwegene suchten den Truppen die Waffen zu entreißen und stürzten sich blindlings in die ihnen entgegenstarrenden Bajonette. Mit einem Schrei fant blutüberströmt ein junger Mensch tot zu Boden. Als die Kavallerie den Platz gefäubert hatte, stellte es sich heraus, daß ein Toter, acht Schwer- und 36 Leichtverwundete auf dem Platz geblie= ben waren. Die Rettungsgesellschaft legte den Verwundeten hilfsbereit Notverbände an. Unter den am Vormittag Verletzten befindet sich ein Polizeirat, dem man von einem Fenster aus ein Stück Eisen an den Kopf geworfen hatte. Er trug eine schwere Gehirnerschütterung davon. Stolypin seinen Wunden erlegen. Mintsterpräsident Stolypin, der in Kiew das Opfer eines Attentäters geworden war, ist Montag abend ge= storben. Der Zustand des Ministerpräsidenten Stolypin hatte sich im Laufe des Nachmittags derart verschlimmert, daß er gegen 5 Uhr machtmittags als hoffnungslos bezeichnet wurde. Stolypin war von da ab ohne Bewußtsein. Die von den Aerzten ange= wandten Mittel erwiesen sich als wirkungslos. Rundschau oom Cage. Politisches Maßnahmen gegen die Futternot in Deutschland. Zu den Maßregeln gegen Futter- und Kartoffelmangel gehört, wie bereits mitgeteilt, die Erleichterung der Verarbeitung von Getreide, also auch von Mais, in landwirtschaftlichen Brennereien. Hierüber ist jetzt unter sämtlichen Bundesregierungen ein Einverständnis erzielt. Es darf daher, wie halbamtlich mitgeteilt wtro, für Anfang Oftober d. J. mit einem diesbezüglichen Bundesratsbeschlusse gerechnet werden. Die Maßgabe soll dazu beitragen, daß mehr Schlempe hergestellt und so ein besonders geeignetes Futter für das Bich gewonnen wird; sie hat außerdem zur Folge, daß ein Teil der Kartoffelernte, der sonst in den Brenne reien verarbeitet wirde, für Speisezwecke frei wird. Mit Stolypin ist ein russischer Staatsmann dahingeschieden, der sich um sein Vaterland große Verdienste erworben hat. Das mag hier festgestellt werden, da, wie das bet fedem Staatsleiter der Fall zu sein pflegt, gehässige Anfeindungen und in ihrer Wirkung wohlberechnete Herabsetzungen durch seine Gegner auch ihm nicht erspart blieben. Er hat sich nicht beirren lassen, sondern hat seinen Weg entschlossen verfolgt, als dessen oberstes Ziel ihm die Sebung der russischen Nation in fultureller und wirtschaftlicher Hinsicht vorschwebte. Seinem Wirken hat die Kugel eines Terroristen ein Ende gefeßt, feine in die Tat umgesetzten fruchtbaren Gedanken werden weitermirfen. Peter Arkadjewitsch Stolnvin stand seit über filmf Jahren an der Srizze des russischen Ministeriums. Im Jahre 1863 als Sohn eines populären russischen Generals geboren begann er feine amtliche Laufbahn im Ministerium des Innern. Er wurde später Gouvernements- Adelsmarschall von Kowno, dann Vizegouver neur von Grodno und ging 1903 als Gouverneur nach ( Schluß.) Wefferwolken. Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) Der Reichstagsabgeordnete Liebermann von Son nenberg ist am Montag in Charlottenburg gestorben. Er war Vertreter des Wahlkreises Frizlar- HombergBiegenhain. Am 21. August 1848 in Weißwasser( Westpreußen) geboren, trat er nach Absolvierung des Gymnafiums ins zweite Ostpreußische Grenadierregiment Nr. 3 ein und besuchte in den Jahren 1872 bis 1875 als Offizier die Kriegsafademie, wo er neben den Militärwissenschaften russische Sprache, Geschichte und Geographie studierte. Von 1876 bis 1877 war er Erzieher an der Hauptfadettenanstalt in Berlin. Liebermann von Sonnenberg, der als Offizier den Feldzug 1870-71 mitmachte, wurde zweimal verwundet; er frat 1880 als Halbinvalide zur Landwehr über und nahm 1884 den Abschied. Als Mitbegründer der Deutsch- Sozialen Par= tet trat er darauf politisch stärker hervor. Er erwarb 1895 die fett 1887 von ihm geleiteten„ Deutsch- Sozialen Blätter", die er jedoch im Jahre 1904 an die Partet ab= trat. Seit 1890 gehört Liebermann von Sonnenberg dem Reichstage an. Er gründete im Jahre 1903 im Reichstage die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, deren Vorsitzender er seither war. Nach wenigen Minuten erschien die, die hier Herrin gewesen war. Wie sah die ehemals so schöne und stattliche Frau aus! Welf, eingefallen, die einst von begehrItcher Lebenslust funkelnden Augen voll Tränen, war sie seit wenigen Stunden um Jahre gealtert. Der Deutsche Flottenverein veröffentlicht soeben etnen Aufruf„ An das deutsche Volt", in dem er auf die Notwendigkeit hinweist. den Bau der durch das Flottengesetz vorgesehenen Panzerfreuzer zu beschleunigen. Den ausländischen Herausforderungen gegenüber dürfe kein Mittel unversucht bleiben, die eigenen Interessen sicherzustellen und vor allem die gefährliche Lücke im Bestande der Panzerfreuzer auszufüllen. Zumt Schluß fordert der Deutsche Flottenverein zum Eintritt in den Verein auf, um damit die wohlbegründete Forderung zu unterstützen und die Haltung des Auslandes gebührend zu beantworten. Sie war gänzlich gebrochen. Die wenigen Worte, die ihr Beate zugerufen, hatten sie förmlich vernichtet. Sie wußte, daß thr Kind dem Tode entgegenging, und was das schlimmste war, Beate hatte sich den Tod geHolt, indem sie den Plan ihrer Mutter vereitelt. Jmmerwährend mußte sie daran denken, immerwährend. Als sie jetzt Malzahn sah, erhellte sich ihr Gesicht ein wenig. Sie fühlte, daß dieser der einzige war, der threm Kinde vielleicht noch Hilfe brachte, noch bringen konnte. ein Defret unterzeichnet, durch das die verfaffungsmäßigen Bürgschaften für ganz Spanien aufgehoben werden. Der Allgemeine Arbeiterverband hat den e famtausstand für ganz Spanien beschlossen. Der Beginn des Ausstandes wird später festgesetzt werden. Zum Reichsfriegsminister Desterreich- Ungarns ist der bisherige Kommandant des Sarajewoer Korps, General der Infanterte Ritter v. Auffenberg, ernannt worden. Er genießt das besondere Vertrauen des Thronfolgers und ist schon seit langem dessen Kandidat für den Posten Baron Schönatch gewesen. Man ist gespannt darauf, in welcher Weise der vollzogene Wechsel im Reichstriegsministerium Einfluß auf die großen Wehrvorlagen äußern wird, die in Ungarn eingebracht worden sind „ Steht es schlimm?" stieß Malzahn hastig heraus. „ Sehr schlimm. Kommen Sie. Das Fieber ist hoch, Der Arzt hat sich die lange Nacht umsonst bemüht, seiner Herr zu werden. Es will nicht weichen und verzehrt thre letzte Kraft. Beate hat oft nach Ihnen gefragt," fuhr sie letser fort, vielleicht gelingt es Ihnen, sie zu beruhigen. Ich flebe Ste an, tun Sie, was Sie können. Erhalten Sie mir das Kind!" Aus den Augen der schönen, leichtsinnigen Frau löste sich Tropfen um Tropfen. Malzahn betrat das Krankenzimmer. Kleine Nachrichten. Das Luftschiff„ Schwaben" fährt am Freitag oder Sonnabend nach Baden- Baden, um dort bis etwa Mitte Oktober die üblichen Rundfahrten auszuführen. Edison in Lebensgefahr. Edison, der bekanntlich in Lauf bei Nürnberg das Unglück gehabt hat, einen zwölfjährigen Knaben zu überfahren, ist, wie erst jezi mtt geteilt wird, in Gefahr gewesen, von der erregten Menge gesteinigt zu werden. Die Polizei vermochte ihn kaum zu schüßen. Ein fräftiger Schneefall hat sich gestern nacht in den höheren Lagen des ganzen Riesengebirges eingestellt, just in demselben Monat, in dem wir noch unter der tropischen Hiße zu leiden hatten. Die Eröffnung des holländischen Parlaments ist aestern erfolgt. Der Ministerpräsident verlas eine Thronrede, in der die Beziehungen zu den Mächten als die freundlichsten bezeichnet wurden. Die Thronrede fündigt Gefeßentwürfe über dte Ruhegehälter der Gemeindebamten und ihrer Witwen an, ferner über die Regelung des Lebensversicherungswesens, über den staatlichen Telephonbetrieb und über Versicherung der Arbeiter gegen Berufskrankheiten. Beate lag mit purpurnen Wangen im Bette. Ste glühte förmlich. Das Fieber hielt sie noch immer geSerenaberglauben in Jialien. In einem Dorfe bet Mailand stand eine alte Frau im Rufe der Hererei. Die abergläubischen Bauern beschlossen daher, fie aus der Welt zu schaffen. Sie haben die Frau, wie die Untersuchung ergab, in einem Kalkofen bei lebendigem Leibe verbrannt. Durch Einbruch wurden in der vergangenen Nacht aus dem Juwelierladen von Burg in Hamburg 100 Brillantringe, 10 Brillantkolliers, 50 goldene Armbän der u. a. m. im Gesamtwert von 30 000 Mart gestohlen. Der Dieb hatte zwei Sicherheitsschlösser an der Haustür geöffnet. In Serbien foll eine neue Verschwörung entdeckt worden sein, die einen Thronwechsel zugunsten des ferbischen Kronprinzen Alexander bezweckt. Der Kronprinz soll die Verschwörung begünstigen, weil sein Bruder Georg nicht alle Hoffnungen auf den Thron aufgegeben habe. König Peter soll neuerdings als Tellhaber an der Verschwörung von 1903 bloßgestellt worden sein. Die Veröffentlichung bezwecke, das Verweilen des Köntas auf dem Thron unmöglich zu machen. Diese Wiener Meldung flingt ziemlich aufgebauscht. Ein großes Fener auf Bahnhof Corbetha an der Strecke Leipzig- Halle- Berlin entstand Dienstag abend durch Spielen von Kindern mit Streichhölzern. Der Brand vernichtete die großen Weidenbestände einer Korbfabrit. Die revolutionären Umtriebe in Spanien nehmen etnen immer. größeren Umfang an. Die Republikaner Hetzen im ganzen Lande aegen die Regierung. Man befürchtet eine allgemeine Volfserhebung. Der König hat packt, es verzehrte, wie bereits ihre Mutter berichtet, ihre letzte Kraft. Es war, als ob ein Licht am Erlöschen set. Ein Raubmord ist gestern vormittag in Cassel verübt worden. In der Wolfhagerstraße wurde eine Schloffersehefrau in ihrer Wohnung ermordet und beraubt. Der Täter, anscheinend ein Hausierer, ist geflüchtet und konnte bisher nicht ergriffen werden. Jetzt phantasierte sie beftig, sie sprach von dem schönen Sommerabend in der Lößnitz, den sie mit Malzahn verplaudert. Dann wollte sie Klavier spielen, weil er Musik liebe, und well sie es ihm versprochen habe. Dabet richtete sie sich auf, und es fehlte nicht viel, so wäre fie aus dem Bette gesprungen. Nach Unterschlagung von 25 000 Mart ist der Hilfstaffentontrolleur Kreiß vom alten Bergarbeiterver bande in Bochum geflüchtet. Die Polizei ist ihm auf der Spur. Malzahn, der ans Lager getreten war, umschlang sie mit starkem Arm und faßte nach thren heißen Händen, die ängstlich auf der Decke hin- und herfuhren. Aus den Gerichtssälen. Unter der Anklage der versuchten Ermordung der eigenen Mutter stand der jetzt 17jährige Laufbursche Karl Rohloff vor der 7. Straffammer des Berliner Landgerichts. Der Angeklagte hatte von einem jungen Mann seiner Bekanntschaft ein Terzerol erstanden. Am ersten Osterfeiertag hatte der Junge sich dann mit zwet Altersgenossen verabredet, nach einem Rummelplatz zu gehen, und hatte von seiner Mutter das Versprechen erhalten, sie werde ihm 50 geben. Als beide beim Mitfagbrot saßen, flingelte es, und als der Angeklagte öffnete, standen die beiden Freunde vor der Tür und wollten ihn abholen. Darauf verlangte er von der Mutter 50; fie erklärte ihm aber, daß sie nur noch 40 S habe, und als der Junge das bezweifelte, warf sie ihm das Portemonnaie aufs Bett und sagte, er solle sich selbst das Geld nehmen. Als die Mutter dann an der Wasserleitung stand, hatte der Angeklagte das Portemonnaie geöffnet und darin statt 40 die Summe von 2,40 M vorgefunden. Er nahm das ganze Geld an sich, trat auf feine Mutter zu, zog das Terzerol aus der Tasche und schoß auf die Mutter. Die Kugel drang der Frau in die rechte Backe und kam am Mundwinkel wieder heraus. Der Angeklagte flüchtete dann und begab sich auf den Rummelplatz! Als er nach Hause fam, wurde er festgenommen. Er hatte auf dem Rummelplatz inzwischen den größten Teil des Geldes verjubelt! Bei der Mutter, die dauernden Schaden nicht erlitt, hat inzwischen das Mutterherz wieder gefiegt. Sie erklärte, Zeugnis gegen ihren Sohn nicht ablegen zu wollen. Der Gerichtshof beschloß, zur Ladung weiterer Zeugen, die über den Angeklagten aussagen sollen, Vertagung. Nach der Verkündung dieses Beschlusses tam es zu einem rührenden Auftritt. Tränenden Auges begab sich die Mutter zur Anklagebant, umarmte und füßte ihren Sohn und bat ihn immer wieder, doch ein ordentlicher Mensch zu werden. Dann wurde der Junge in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt. " Jetzt nicht, Beate, jetzt nicht, Sie sollen still liegen, ruhig werden und schlafen. Gesund sollen Sie werden, ganz gesund..." Sie hatte den Laut seiner Stimme vernommen, der sie wirklich ein wenig zu beruhigen schien. Sie erkannte thn, es war, als ob ihre Augen ihm zulächelten. „ Gesund werden," murmelte sie mechanisch und legte den Kopf in die Kissen. Plötzlich entstand draußen eine Bewegung, ein hastiges Hin und Her. Trommeln wurden gerührt.. Kurze Rufe... Befehle ertönten... Auf den Treppen hörte man Waffen aneinanderschlagen, Degen flirren.. Die Tür öffnete sich. König Friedrich war gekommen. Die Gräfin, der er gemeldet wurde, eilte ihm entDer Herrscher verneigte sich verbindlich vor der gegen. Dame. „ Sie werden, meine Gnädigste," begann er in leicht sarkastischem Tone, erstaunt sein, mich hier zu sehen. Der Wunsch, Sie kennen zu lernen, führt mich nicht her, ich denke, wir wissen gut genug, was wir voneinander zu halten haben, um uns Komplimente zu er sparen. Mein Besuch gilt in erster Linie Ihrer Tochter, Vermischtes. Die Riefenunterschlagungen in Augsburg. Die zu Deckung von Spekulationsverlusten begangenen Unters schlagungen und Schwindeleien des entflohenen zwetten Direttors Friedrich Höhner von der Bayerischen Wechfel- und Diskontobank Augsburg belaufen sich nach den bis jetzt gemachten Feststellungen bereits auf über eine Million Mart. Högner hat als zweiter Direktor der bayerischen Diskonto- und Wechselbank in Augsburg durch Fälschung der notwendigen Mitunterschrift des ersten Direktors an auswärtige und ausländische GeJoäfisfre Bant ge Die Bitch belhaften bepots f ber Ban Schwinde Bant erf Wendung bort ein einer bal Danach und nicht Blatte fo richtsverh ein Stud alebt, wer wundern, baben ald mersbuch Geldverle 24 000 M blieben fe diefem K man fich von der mir viel Rühmliches berichtet wurde; aus Gründen, die Ihnen verständlich sein dürften, möchte ich sie gern einmal von Angesicht zu Angesicht schauen. Wo ist die junge Romtesse?" ,, Stre, Ste sind sehr gütig," stotterte die Gräfin, die dem Verhaßten gegenüber nun doch ein wenig befangen war. Was meine Tochter anbetrifft, so wird sie fretlich bedauern, indessen..." „ Nun, kann ich sie nicht sehen?" fragte der Röntg von neuem. Die Gräfin fuhr mit einem feinen Spizentuche leicht über die geröteten Augenlider. ,, Ste ist frank, Majestät." " Doch nichts Ernstliches, wie ich hoffen will?!" riet Friedrich erschreckt. Antonte von Brühl konnte nicht länger thr Schluchzen zurückdrängen. „ Stre, ich muß es gestehen. Rind Itegt im Sterben." Mein unglückliches Nun war das Wort heraus. Die arme Frau schluchate leise auf. Ich möchte sie aber gern sehen," bat der König. „ Ich ersuche Ste, Madame, mich zu ihr zu führen." Die Gräfin schlug den Türflügel zurück; der Röntg schritt über die Schwelle. Seine Blicke flogen fast traurig durch den kleinen Raum. Mit leisen, behutsamen Schritten näherte er sich dem Lager. Beate aber hatte erkannt, daß jemand das Zimmer betreten hatte. Sich an Malzahn wendend, fragte fie: „ Wer ist da?" Se. Majestät der König ist eingetreten," raunte ihr Malzahn zu. Die Worie verstand ste. " Ihr Könia, Ibr angebeteter König," hauchte fte. dann fom des unfer Lebranita nicht ein geld erhä arbeitet. linge fich befannt. wenn fie vernünfti nen Tafd fchen mit eben so f noch Achi Tüchtigkei der Jugen tätsdufel" natürlich Die auf dem einer Wi schaft, die ein junger in die Un nen Profi Franzos ein ander Naas." bie Unter ftieg sich lich die d woher fäm bon und H Es täme deutsch un aöfifch ver ordentlich Ariege for träg?" lau ger. Dami päter wa Stöden un Deutschlan Die A miffe frana Gefchichte, auf freiem beforat, was babufataftro Es ist weil eine Rub ge jabrt weiter es im Liede auf freiem bricht eine andige Fr Rub!" Gin ,, und ein Du bor den Si ift, baben ei liau befeb Rorruption" find bereits worden. 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Die Affäre Hößner bekommt eine neue Wendung durch eine Privatmeldung aus Brüssel, daß bort ein auf seinen Namen lautendes Privatdepot von einer halben Million Mark beschlagnahmt worden set. Danach hat er also auch Geld ins Ausland geschafft und nicht nur verspekuliert. Als ein Zeichen der Zeit wird einem Berliner Blatte folgendes mitgeteilt: Ueber die in einer Ge richtsverhandlung zur Sprache gelangte Tatsache, daß ein Student einen Monatswechsel von 2000 Mart be= zieht, werden sich vielleicht selbst diejenigen ein bißchen wundern, die sich das Wundern längst abgewöhnt zu haben glaubten. Die im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch so oft und ergreifend behandelte momentane Geldverlegenheit des Bruders Studio mag der mit 24 000 Mart jährlich dotterten„ Bude" woh! erspart geblieben sein aber was sagen andere Musenföhne zu diesem Krösus unter den Kommilitonen? Und wenn in Rovenbagen die zuverläffiae Nachricht eingegangen ist, daß die" Alabama", das Schiff der Expedition Miffellen, nicht in Bas Rod, einer an der Ofifüfte Grönlands gelegenen Infelgruppe, eingetroffen ift, muß die Expedition als verunglückt angefeben werden. Der Könia bat den Veranstaltern der " Alabama"-Ervedition fofort telegraphisch sein Beileid ausge drückt. Der Grönländerforscher Mittellen, war wie man fich erinnern wird, vor mehr als zwei Jahren als Fübrer der fogenannten" Alabama"-Expedition nach Grönland abaereift, um die Leichen der verunglückten Mitglieder der Ervedition Mylius- Erichsens au fuchen und au beerdigen und etwaige Papiere und Aufzeichnungen nach Dänemarf zu bringen. Im Kampf mit Verbrechern. Aus Loda in Rußland wird gemeldet: Als beute eine Abteilung Schußleute init einem Kapitän an der Sviße vor einem Saufe der Rzaovskiftraße erschien, um dort eine Saussuchung vorzunehmen, wur de sie aus dem Innern des Gebäudes mit Revolverschüssen empfangen. Der Vförtner und ein Schußmann wurden getötet, ein Schutzmann schwer, der Kapitan, ein Unteroffizier und ein Schuẞinann leicht verlegt. Einer der Verbrecher wurde bei dem Versuche, über das Dach au flüchten, getötet, awei andere wurden festgenommen, die übrigen entfamen in der Dunkel beit. Der Wunsch nach Verständigung. Nach einer Pariser halbamtlichen Meldung bergab Staatssekretär von Kiderlen- Wächter dem Botschafter Cambon am Montag feine schriftliche Antwort auf die französischen Vorschläge. Der Staatssekretär glaubte zweifellos, daß vorläufig zum mindesten die Schnelligfeit der Unterbandlungen gewinnen würde, wenn häu fige Unterredungen an die Stelle des Dokumentenaustausches gesetzt würden, dessen Formalitäten, Herstellung und Uebermittlung an die beiden Regierun gen viel Zeit wegnehmen. Der Staatssekretär und der Botschafter nahmen am Montag die Diskussion über die strittigen Punkte wieder auf und faßten bestimmte Hypothesen und gewisse redaktionelle Abänderungen ins Auge. Es scheint, daß diese Unterredung mit dem wahrhaften Wunsche nach einer Verstän= digung geleitet war. Die Besprechungen hätten demnach einen neuen Schritt vorwärts getan; die Wahrscheinlichkeit einer befriedigenden Lösung scheint sich zut verstärken. Dennoch wäre es it beretit, sich zu op= timistisch zu zeigen. Alle Unstimmigkeiten find noch nicht geschwunden; es befinden sich noch prinzipielle Fragen in der Schwebe, in denen Frankreich nicht nachzwischen dem Botschafter und dem Staatssekretär wird man über die entscheidende Wendung Klarbeit gewin nen, die die Unterhandlungen nehmen werden. man sich die Sache mit allem Drum und Dran bebent, Fürft Eulenburg vor dem Schwurgericht? eben fann. Erst nach einer weiteren Unterredung dann tommt man auch auf das Thema des Taschengel des unserer Schüler. Jeder Pädagoge an den höheren Lehranstalten Berlins weiß zu erzählen, daß mancher nicht einmal hoffnungsvolle Primaner mehr Taschengeld erhält, als sich ein kleinerer Angestellter schwer erarbeitet. Was die Herren Eltern" der üppigen Jüng= linge sich bei ihrer Generosität eigentlich denken, ist unbekannt. Aber die Welteren unter uns erinnern sich, wenn sie so etwas hören, der eigenen Jugend, wie sie vernünftig knapp gehalten wurden, mit dem bescheidenen Taschengeld rechnen lernten und jeden Ertragroschen mit freudiger Dankbarkeit empfingen. Wir waren eben so schrecklich unmodern damals, wir hatten sogar noch Achtung vor dem Alter, Achtung vor Wissen und Tüchtigkeit. Das nennt man jetzt in gewissen Streifen der Jugend von heute, oben so gut wie unten, Autoritätsdusel", und eine so unzeitgemäße Empfindung ist natürlich fänzlich ausjeschlossen"." Die erste Schlacht um Marokko wurde dieser Tage auf dem Heumarkt in Cöln ausgefochten. Saß dort in etner Wirtschaft bei der Gölschen Wieß" eine Gesell schaft, die sich über die Marokkofrage unterhielt, mobet ein junger Mann am Nebentisch sich mit der Bemerkung in die Unterhaltung mischte, Deutschland wolle nur setnen Profit bet Marotto machen. Dat schingt mer ne Franzos zu finn," bemerkte ein Politiker." Jo", fügte ein anderer hinzu, hä sprich su verdächtig durch de Naas." Als die Politiker das Lokal verließen, wurde die Unterhaltung fortgesetzt, und der junge Mann ver= ftteg sich zu der Behauptung, Frankreich könne unmög lich die deutschen Vorschläge akzeptieren. Ueberhaupt woher käme es, daß die Unterhandlungen zwischen Cambon und Kiderlen- Wächter so furchtbar lange dauerten? Es käme nur daber, daß Cambon nicht ordentlich deutsch und v. Kiderlen- Wächter nicht ordentlich französisch verstünde. Bloß well v. Kiderlen- Wächter nicht ordentlich französisch könne, deshalb würde es noch zum Kriege kommen. Do häß wal lang kein Knuze mt träg?" lautete darauf die Frage aus dem anderen Lager. Damit war der Krieg erklärt. Wenige Augenblicke fpäter war das Schlachtfeld mit zerbrochenen Spazterstöcken und zerbeulten Sitten bedeckt. Das geeinte Deutschland aber war Steger geblieben. Die Kuh auf den Schienen. In welchem Tempo gewiffe französische Eisenbahnen fahren, das illustriert eine Geschichte, die ein Reifender erzählt: Blöblich bleibt der Bug auf freiem Felde fieben, es eilt an die Fenster, man fragt besorgt, was gefcheben fei und hört bereits von einer Eisenbabnfatastrophe fprechen Aber der Zugführer beruhigt uns: ,, Es ist weiter nichts gefchehen, als daß sich auf den Schienen elne Rub gezeiat bat." Man entfernt fie rasch und der Zug jäbrt weiter, ganz langfam, recht langfam, febr lanafam", wie es im Liede beißt. Eine Viertelstunde später neuer Aufenthalt auf freiem Felde...-„ Sicher noch eine zweite Rub," uterbricht eine etwas vorlaute Danie den Erzäbler. Nein, gnäsige Frau!" erwidert dieser trocken, es war dieselbe Kub!" Ein ,, Missionstrust" in Amerika. Viervont Morgan und ein Dußend anderer amerikanischer Millionäre, denen es vor den Sünden ihrer Landsleute angst und bange geworden ift, baben einen Missionstrust" gegründet, um Amerika aründ lich zu befehren und namentlich den Augiasftall volitischer Korruption" au reinicen. Wie aus Neuvorf nemeldet wird, find bereits 400 Geistliche für den Missionstrust" gewonnen worden. Frauen wird fein Anteil an diefem Befebrungswerk geftattet, denn wie sich einer der Jünger der neuen Bewegung ausdrückte:„ Dieses fentimentale Getue mit den Weibern ist alles Unsinn, fie baben keinen Einfluß auf fündige Männer, nur auf einen ganzen Mann bören sie. Es handelt sich bier um Männeriverk, und Frauen baben nichts dabei zu sagen oder zu tun." Bu gleicher erscheint in Neuyork ein Buch über dientäligen Reichen" Nordamerikas, das an Offenbergigfeit nichts zu wünschen übrig läßt. Der Verfaffer ist selbst der Reichsten einer in Neuyorf und kennt die Verhältnisse, über die er redet. Das Buch stroßzt von grotesken Beispielen von Broßenbaftiakeit in der amerikanischen Gesellschaft. Er erzählt von einer Millionärin in Michigan, die zwölf Diener für ihren Affen hielt, und von einer anderen, die sich mit Goldstücken zu bedecken pflegte. Mikkelsen endgültig verschollen. Nachdem nunmehr - - Da trat der Herrscher an die Bettstatt, und während seine Augen mitleidig und gültig zugleich auf das junge Gesicht blickten, sagte er mit einem Ton, einem wirkItchen Herzenstone, der, weil er sich so selten hervorwagte, desto ergreifender flang:" Armes Kind! Ich bin gekommen, um mich bei Ihr zu bedanken, Madeimoiselle," fuhr er in erhöhtem Tone fort,„ für den Dienst, den Ste mir, nun, Ste weiß schon, welchen, den Sie mir gestern geleistet hat, trotzdem Ste, wie ich zu meinen Verdruß gehört habe, beretts krank war, wenigstens sich nicht wohl fühlte. Ich wollte mich Ihr gern erkenntlich zeigen, und da ich nicht wußte, womit oder wodurch, bin ich eben selbst gekommen." In Beates Augen begann ein Strahlen und Leuchten. Malzahn fah wohl, daß es die helle Freude war, die das Feuer darin entzündet hatte. Er sah auch, daß fte sprechen wollte, daß fte die Lippen bewegte.. Ttef beugte er sich zu ihr hinab, um den Hauch threr Worte etnzufangen. Ste hatte sagen wollen:„ Ich war nur das Werkzeug in der Hand der Vorsehung!" Malzahn übermittelte seinem Herrscher die Worte. Der nichte kurz und erwiderte, während der Herzenston von neuem in setner Stimme flang:„ Ich danke Ihr nochmals, Mademoiselle. Und wenn sie sich schont und pflegt, kann noch alles gut und sie wieder gesund werden. Sie ist noch so jung. Ich wünsche Ihr das Beste für die Zukunft. Und wenn ich Ihr in irgendeiner Weise stenen kann, soll Ste fich meiner erinnern. Vergeff' Ste das nicht, Mademoifelle.* Eine Berliner Korrespondenz verbreitet die Mittetlung, daß die Meineidsaffäre des Fürsten Eulenburg Mitte oder Ende Oktober wieder vor dem Schwurge richt aufgerollt werden solle, weil geheime Beobachtun= gen ergeben hätten, daß Fürst Eulenburg, sobald er fich unbeobachtet wisse, feinerlei Symptome etner ernsten Krankheit zeige. Die Voss. 8ty." schreibt dazu, dem fönigl. Medizinalkollegium set von einer ernstlichen Untersuchung in neuer Zeit. nichts be tannt. Dem Berl. Tagebl." wird die Nachricht der Korrespondenz von autoritativer Sette insofern best ä= tigt, als nicht in Abrede gestellt werde, daß die Anberaumung eines neuen Hauptverhandlungstermins in der Tat in absehbarer Zeit bevorstehe. Dagegen hört das Blatt weiter, in Berliner Kreisen, die dem Fürsten nahestehen, sei von solchen beabsichtigten Maßnahmen nichts bekannt. Man rechnet allerdings mit der Mög= Itchkeit, daß auf Veranlassung des Oberstaatsanwalts In den letzten Tagen eine neue ärztliche Untersuchung des Fürsten stattgefunden habe, und daß der Fürst von den Aerzten jetzt für verhandlungsfähig erflärt worden sei. Das Befinden des Fürsten sei bis vor kurzem unverändert schlecht gewesen, wenn auch dann und wann Tage tamen, an denen sich der Fürst wohler fühlte als sonst. Die letzte Verhandlung gegen den Fürsten Eulenburg fand, wie erinnerlich, am 7. Juli 1909 vor dem Schwurgericht am Berliner Landgericht I statt. Die Verhandlung wurde aber infolge der Anfälle, die der Fürst im Verhandlungssaal erlitt, auf ungewisse Bett vertagt. Bald nach der Verhandlung hatte sich der Fürst nach einem furzen Aufenthalt in Liebenberg nach Gastein begeben, wo er auf Veranlassung der Oberstaatsanwaltschaft beobachtet wurde. Als der Fürst pon dieser Maßnahme erfuhr, brach er plößlich seine kur in Gastein ab und kehrte nach Berlin zurück. Auf Antrag der Oberstaatsanwaltschaft wurde damals die Kaution von 100 000 Mark, gegen die der Fürst aus der Haft entlassen worden war, auf 500 000 Mark erhöht. Auf die dagegen eingelegte Beschwerde der Verteidigung hob das Kammergericht später diesen Beschluß mit der Maßgabe auf, daß nach der Rückkehr des Fürsten die Gründe für eine Erhöhung der Kaution in Fortfall gefommen feien. Bald darauf, im August 1910, erfolgte die Sistierung des Verfahrens gegen den Fürsten auf die Dauer von zwei Jahren. Während dieser Zeit sollte der Fürst auch von allen gerichtsärztlichen Untersuchungen verschont bleiben. Bu diefer Mitteilung bemerkt„ Wolffs Telegr. But reau: Die vorliegende Nachricht entspricht nach unferen Erkundigungen den Tatsachen. Es ist jedoch hinzuzufitgen, daß auch deutsche Forderungen prinzipieller Natur, auf die von Deutschland nicht veraichtet werden tann, in Frage stehen. Dies ist in dem Herrn Cam bon als Antwort auf einen Brief des Botschafters fibergebenen Schreiben des Staatssekretärs ausaedrückt. Doch haben beide Unterhändler für praktisch befunden, sich mit ndlich über die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu unterhalten und nach einer assung der einzelnen Punkte zu suchen, die geeignet ist, die beiderseitigen Auffassungen, die zum Teil nur in der Form divergierten, etnander anzunähern. Nach Stolypins Tode. Stolypin liegt mit einer weißen Uniform bekleidet im Sarge. Heute soll die Leiche vom Krankenhause nach derLawra- Kirche überführt werden und wird am Freitag nach dem Willen des Verstorbenen auf dem PetfchersfFriedhofe bet Stew beigesetzt. Alle Aemter, Schulen und Theater sind geschlossen. Es wird jetzt bekannt, daß Stolypin in Gegenwart seiner Gemahlin zu den Aerzten fagte: Lassen Sie das, meine Herren, ich weiß, daß ich dies nicht überlebe." Ferner meldet uns der Draht heute zum Tode Stolypins: Petersburg, 20. September. Zahlreiche eingegangene Meldungen beweisen, daß das tragische Ende des Ministerpräsidenten Stolypin überall eine erschittternde Wirkung hervorgerufen hat. In den Kirchen werden Bittgottesdienste zelebriert. Nach Stew reisen zahlreiche Deputationen, um Kränze am Sarge Stolypins niederzulegen. Die Witwe des Ermordeten erhält fortwährend Beileidstelegramme. Der Kaiser Iteß am Sarge Stolypins ein Kreuz aus weißen Blumen niederlegen. Petersburg, 20. September. Heute fand eine Versammlung der vier national- monarchischen Organtfationen statt, in der folgende Resolution angenommen wurde: Eine Abweichung von den russisch- nationalen Prinzipien hieße gegenwärtig den Terror aufmuntern. Petersburg, 20. September. Der Tod Stolnvins machte auf das Zarenpaar, besonders auf die Barin, einen erschlitternden Eindruck. Der Zar wollte anfangs der Beifebung Stolypins beiwohnen, doch die hochgradige Nervosität der Zarin machte die schleunige Die Reimstagserfazwahl in Düsseldorf. Abreise nach Livadia nötig. Am Dienstag fand in Düsseldorf etne Reichstags= erfazwahl für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Dr. Kirsch statt. Es erhtelten Haberland( Soz.) 83 812, Dr. Friedrich( Bentr.) 29 076 Stimmen. Hertenrath( nationale Vereinigung) 3138, Dr. Brettschetot( demokratische Vereinigung) 3510 und Choztszewski( Pole) 271 Stimmen. Es findet Stichwahl zwischen Haberland und Dr. Friedrich statt. Der Wahlkreis ist fett 1871 ununterbrochen im Befiz des Zentrums gewesen. Bei den Wahlen des Jahres 1907 näherte sich die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen denen des Zentrums erheblich. Im Hauptgange erhielt der Sozialdemokrat 25 389, der Bentrumsfandidat 29 259 Stimmen, während auf den NationalItberalen 14 664, auf die freisinnige Vereinigung 593, auf den Polen 268 Stimmen entfielen. In der Stichwahl stegte das Zentrum mit 33 317 gegen 25 233 Stimmen. Der zu 69,5 v. H. fatholische Wahlkrets zählt jetzt 102 993 Wahlberechtigte gegen 84 244 im Jahre 1907. Die Liberalen wollten diesmal von eigenen Kandidaturen absehen. Die demokratische Vereinigung, die Polen und ein deutsch- nationaler Wahlausschuß waren zwar mit eigenen Nominierungen vorgegangen, doch waren diese lediglich zähltandidaten, so daß der etgentliche Wahlkampf sich zwischen dem Zentrumsmann Bankdirektor Dr. Friedrich und dem fozialdemokrattschen Parteisekretär Haberland abspielte. Der Beschluß der Liberalen wurde von der etnen Seite als Unterstützung des Sozialdemokraten, von der anderen als folche des Zentrums aufgefaßt. Die Kranke nickte stumm, dann schied der König. Beate war jung, thre Lebenskraft noch immer groß. Noch einmal sah ste den Morgen tagen und darauf den Tag in Dunkelheit versinken. Dann war auch ihr schwaches Lebensflämmchen ausgebrannt, das Licht mußte erlöschen. In der folgenden Nacht starb Beate von Brühl. Malzahn hielt sie während des Todes= kampfes in den Armen, empfing ihr letztes Lächeln, th= ren lezlen Seufzer. Er war es auch, der dem Könige die Todesnachricht überbrachte... Im Palais Mocyinsti ging es lebhaft her. Adjutanten kamen und gingen, Kuriere wurden abgefertigt, vor der großen Pforte schnoben gesattelte Roffe... Der König befand sich im Aufbruch. Er rüstete zum neuen Feldzuge. Vier Heeressäulen, von denen er eine zu führen gedachte, sollten gen Böhmen vorgeschoben werden. Prag hieß die Losung. Die alte Königstadt sollte genommen, auf den Toren des Hradschins die preußische Flagge gehtßt werden. Malzahn, der soeben aus einer Kammer getreten war, wo er nur ersterbende Seufzer von zitternden Lippen gehört, wo nur die geheimnisvollen Flügel des Todes gerauscht, fühlte sich hier wieder vom Strome des Lebens umbraust. Der flutete vorwärts. Vorwärts hieß die Losung. Er ließ sich beim Könige melden, und dieser gab Befehl, ihn sofort vorzulassen. Drahtnachrichten und Deuestes. Der nationalliberale Parteitag verschoben. Goburg, 20. September. Der für den 8. Oftober hier anberaumte nationalliberale Partettag ist verschoben worden, weil der Reichstagsabgeordnete Baffermann verhindert ist, den angekündigten Vortrag über die politische Lage zu halten. Englische Spione in Emden? Emden, 20. September. Gestern abend wurden von der Kriminalpolizei im hiesigen Außenhafen zwet Personen verhaftet, die den Verdacht der Beamten er= regten. Wie verlautet, handelt es sich um zwet englische Offiziere, die auch ihre Namen angegeben haben sollen. Ihre Jacht liegt in einem holländischen Hafen. In threm Besitz befand sich ein Photographenapparat mit drei entwickelten Blatten, die drei Aufnahmen vom Emdener Hafen darstellen. Der Apparat und die Platten wurden beschlagnahmt. Tod in der Sommerfrische. Hirschberg, 20. September. In Hermsdorf stürzte der dort in der Sommerfrische wellende Gerichtsaffiffent Grunow aus Graudenz vom Dache des Hauses in einen Graben. Er war sofort tot. Reserve- Polizeibeamte in London. London, 20. September. Das Ministerium des Innern hat an die höheren Polizeibeamten eine Verfügung erlassen, einen genauen Plan zur Einschreibung von Personen anzufertigen, die willens find, im Falle der Not als Spezialpolizeibeamte zu dienen. Mit Teilnahme vernahm Friedrich die Nachricht von dem Hinscheiden der jungen Gräfin. Eine weiche Regung bemächtigte sich seiner. Eine kurze Pause entstand. ,, Malzahn," begann der König, ich sehe es Ihm an, es ist Ihm bitter weh ums Herz. Ich kann Ihn nicht trösten, wenn ich auch wollte. Jeder muß mit fetnem Schmerz allein fertig werden, das ist Schicksals= gebot, dem man sich fügen muß. Nun habe ich Ihn be= reits neulich gefragt, ob Er eine Bitte hätte, die ich Ihm erfüllen könnte. Ich würde Ihm gern zu Willen sein. Sprech Er frei heraus, Malzahn, ich höre." Malzahn aber entgegnete: Majestät, hätte ich eine Bitte gehabt, so ist diese durch das Hinscheiden der jun= gen Gräfin hinfällig geworden. Majestät mögen sich mir in feiner Weise verpflichtet fühlen. Ich spreche wie fie, die jetzt den himmlischen Frieden gewonnen hat: Ich war nur ein Werkzeug in der Hand höherer Mächte." Der König maß ihn mit einem ernsten Blicke. " Wohl gesprochen, Malzahn! Und weiß Er was? Ich glaube, jeder von uns Menschen sollte das denken und danach handeln. Das ist mein Regierungsgrundsaz, und ich denke, Preußen steht sich gut dabet.... Ende. In jedem Haus benützt man jetzt gum Roison, Benton Banken nur no Palmin und freicht em herr. liches Butterbrot mit Palmona Pflanzen. Bütter. Margarine. NB. Palmin jetzt auch weich" ( Ichmalzähnlich) zu haben. Vergebung. Für die Großhl. Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen soll die Lieferung von: 400 8tr. ausgelesener Speisekartoffeln 10 " 1 10 " 3 И 2 Н Tafeläpfeln Weißkraut gelbe Rüben Meerrettich 100 St. Rotfraut 100 St. Wirsing auf dem Wege der öffentlich n Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen an den Wochentagen, nachmittags von 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbüro offen. 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