3 frisch 10 Pfg., ussicht. rfügung. yer. ne' 35. 258 Da. üche it. e ) New! zplatz 5. 0% f 24/13 Gillig 435 Steken Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Bürgermeisterei Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter . Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 169. Telephon: Nr. 362. Die Jungtürken in nöten. der Drei Jahre währt die Herrschaft des Komitees für „ Einheit und Fortschritt" in der Stadt am goldenen Horn. Nach dem Rausch der Umsturzzeit ist die Nüch ternheit, die durch Erfahrung ungeschärfte Staatsflug- heit gefolgt. Während die Politik der ersten drei Verfassungsjahre fast ausschließlich auf die Stärkung militärischen Gewalt gerichtet war, soll jetzt eine Zeit aufbauender Staatsumbildung folgen. Man hat, als man sich in Konstantinopel zum Verfassungsstaat befannte, als in unblutiger Revolution Abdul Hamid entthront wurde, die Frage aufgeworfen, ob das Wesen des osmanischen Reiches als interkonfessionellen Staates mit der Herrschaft des Islam vereinbar sei, ob aus der Verschmelzung osmanischer Demokratie und islamischer Theokratie sich ein gesundes, entwickelungsfähiges Staatswesen bilden kann? Man hat diese Fragen nur zögernd bejaht, aber die anfängliche Entwickelung schien die Zweifler Lügen strafen zu wollen. Auf die Frage: Wie ist denn eigentlich das islamische Weltreich entstanden?" gibt C. H. Becker in einem Buch„ Der Islam als Problem" folgende zutref= fende Antwort:„ Nicht Bekehrungseifer, nicht glühende Worte eines begeisterten Propheten haben die Araber zur Weltmission mit Wort und Schwert hinausgetrieben, sondern die wirtschaftliche Notlage. Der überraschende Erfolg wurde herbeigeführt durch die glückliche Fügung eines die Nation einigenden Schlagwortes und durch den politischen Machtwillen eines jungen ,. ehrgeizigen und gewaltigen Männern getragenen Staates". Das ist das Erbe, die Aufgabe, die heute das Jungtürkentum unter veränderten Bedingungen und Zielen übernommen hat. Ein gut Teil des Weges, die Sicherung des Reiches nach außen, und die Gesundung der Finanzen, ist schon zurückgelegt, aber noch fehlt das schwierigste Stück, die Umbildung und Versöhnung im Innern. Und hier scheinen die Jungtürken zu sagen. von Die religiös- politische Pilgerfahrt des Sultans, zu der die Anregung übrigens nicht vom jungtürkischen Komitee, sondern von Mahmed 5. ausgegangen ist, hat nicht den erhofften Erfolg gehabt. Der grundgütige Padischah, der in allen Hauptstationen seiner Reise vier fünf Schulkindern von jeder Konfession und Nationalität die Hände reichte, sie mit Tränen im Auge umarmte und als„ Kinder des gleichen Vaterlandes" mit Goldstücken beschenkte, hat freilich auf die Gefühls- u. Denkweise der großen Masse einen starken Eindruck gemacht. Noch nachhaltiger wirkte natürlich der Metallklang der außerordentlichen, auf 60 000 türkische Pfund geschätzten kaiserlichen Spenden für die Ablösung der Blutschuld, für Schul- und Armenzwecke. Das hat den freigebigen Sultan für ein Jahr und länger seine bescheidene Zivilliste gekostet, aber es war Bargeld und richtig teilt, war es jedenfalls der erste praktische Versuch, das erschütterte Vertrauen der Mazedonier und Albanesen zum neuen System, wenigstens in der Person des konstitutionellen Monarchen, wieder zu befestigen. Alles in allem: ein großer, aber ganz persönlicher Erfolg des Padischah- Kalifen. Der andere konstitutionelle Faktor, die Regierung, hat nur sehr wenig getan, den guten Eindruck, den der Sultan hervorrief, zu vertiefen. Man hat es nicht verstanden, das Albanesentum, das der alten Türkei so viele große Feldherren und Staatsmänner geliefert hat, zu versöhnen. ver= Wenige Wochen noch Beendigung des kaiserlichen ,, Eroberungszuges", an den die öffentliche Meinung in der Türkei so große Hoffnungen knüpfte, sind die Verhältnisse in Albanien und Mazedonien schlimmer denn je. Nach dem Beispiele der Malissoren im Norden Alvaniens stehen auch die Stämme des südlichen Albaniens im Begriff, sich zu erheben. Je länger der Aufstand dauert, desto weniger ist es möglich, ihn einzuengen, ja im Gegenteil, er breitet sich noch immer weiter aus. Ebenso mißlich wie in Albanien sieht es im Yemen aus: Tausende türkischer Soldaten sind dort schon gefallen oder dem Wassermangel erlegen, einige Male bereits sahen sich die Militärbehörden zu beträchtlichen Nachschüben genötigt, immer in der Hoffnung, den Aufstand mit äußerster Kraftanstrengung schließlich doch überwinden zu können, das Ergebnis waren nur kleine Teilerfolge neben schweren Niederlagen. Unter so überaus schwierigen Umständen, sowohl in Asien als in Europa und auf allen Seiten von schadenfrohen Nachbarn umringt, die auf den geeigneten Augenblick für einen Angriff lauern, sieht sich die Türkei zu einer Mobilisierung sämtlicher verfügbarer Streitkräfte verandes Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 21. Juli 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im teflameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ziger Uebungstag auf den Monat entfällt, so bleibt doch der ganze Monat steuerfrei. Da jedoch ohne besonde ren Antrag keine Steuerbefreiung eintritt, so müssen die Betreffenden unter Vorlegung oder Einsendung des Miiitärpasses sich bei der Gemeindebehörde ihres Wohnortes melden und die Steuerbefreiung beantragen. heute früh zwei wohlgelungene Flüge. -0- Der Gradeflieger D. Kahnt unternahm laßt. Die Einberufung aller mohammedanischen und| den, von der Steuer befreit. Wenn auch nur ein einnichtmohammedanischen Reserven bis zum 45. Lebensgänge werden aufgestellt. Diese Anordnung, die einer jahre ist angeordnet; sogar die Listen der älteren JahrMobilisierung wie ein Ei dem andern gleicht, hat noch nicht die gesetzliche Zustimmung der Kammer. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich hier eine nicht unbeträchtliche Opposition man fann schließlich nicht alle Gegner durch politischen Meuchelmord beseitigen- dagegegen erhebt. Und wenn selbst die Mobilisierung durch geführt wird, wie leicht kann dieser letzte Versuch, einem entscheidenden Schlage gegen den Aufstand Albanien und in Yemen auszuholen, mißlingen! Was dann? Schon beschäftigt man sich im englischen Unterhause sehr angelegentlich mit den albanesischen Ungiebigkeit. Sollen wieder die auswärttgen Mächte in ruhen und rät der jungtürkischen Regierung zur Nach die inneren Verhältnisse der Türkei einreiten? Das würde das Ende der jungtürkischen Herrschaft bedeuten, die schon jetzt schwer genug um ihre Existenz zu kämpfen hat. * Landtagswahlvorbereitungen. P zu in * Grüningen, 21. Juli. Der Kreisausschuß hat in seiner letzten Sitzung die gegen die Wahl des Landwirts Adam Lorenz Bingel zum Bürgermeister eingelegte Beschwerde und Berufung als unbegründet abgewiesen. Die Beschwerde führende Partei wurde zu 40 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten verurteilt. Maul und Klauenfeuche amtlich festgestellt wor e Hungen, 21. Juli. Jn Bettenhausen ist die den, und zwar in einem Stalle d! s Landwirts Diez. Der Ort war seither unverseucht, und auch in der näch sten Umgebung war die Seuche bis jetzt noch nicht aufsich getreten, es darf aber angenommen werden, daß Die Vorsichtsmaßregeln bei dem Fest haben sich, wie anzudie Seuche nunmehr auch hier ausbreiten wird. nehmen war, also nicht bewährt. Eine in Reichelsheim abgehaltene Sitzung der Vertrauensmänner des Bundes der Landwirte, per Deutsch- Sozialen und Christlich- Sozialen Partei beschloß Darmstadt, 21. Juli. Die Stadtverordne= einstimmig, im Landtagswahlkreise Reichelsheim- ten- Versammlung bewilligte gestern für die Anlage eines Fürth den Gutsbesitzer Jakob Siefert- Fronhofen Waldfriedhofes nach dem Muster des Zentralund im Landtagswahlkreise Höchst König den StraFriedbofes in Hamburg- Ohlsdorf und des Waldfriedßenmeister Fleckenstein- Höchst als gemeinsame Kanhofes in München 670 900 Mark, von welcher Summe als erste Baurate sofort 220 000 Mt. aus Anlehens didaten aufzustellen. Ferner beabsichtigen die genannten mitteln bereitgestellt wurden. Der Waldfriedhof kommt Parteien auch im Wahlkreis Erbach Beerfelden an die sogenannte„ Städtische Tanne". Die Versammgemeinsam in den Wahlkampf zu treten, doch bedarf lung bewilligte weiter 115 000 Mt. für die Errichtung hier die Kandidatenfrage noch der Erledigung; die Ver- eines Niederlagegebäudes zum neuen Bahnhof. handlungen darüber sind im Gange und dürften in diesen Tagen zum Abschluß kommen. * = Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Juli. Auf die polizeiliche Bekanntmach ung im Inseratenteile betr. Veranstaltung von Schauflügen auf dem Trieb am Sonntag durch den Gradepiloten D. Kahnt- Leipzig, machen wir unsere Leser hiermit aufmerksam. Wie aus der Bekanntmachung hervorgeht, dürfen sich die Zuschauer im Interesse ihrer eigenen Sicherheit und wegen Gefährdung des startenden Fliegers auf dem abgesperrten Platze nicht aufhalten. * Dem gestrigen 5. Abonnementskonzert unserer Infanteriekapelle war ein voller Erfolg beschieden. Der Solist des Abends, Kgl. Sächs. Kammervirtuos P. Wiggert- Dresden, gab die einzelnen Cornet a Piston- Vorträge mit inniger Gefühlstiefe und vollatmiger Kraft; die leichten Rhythmen, Triller und Kadenzen brachte er mit perlend leichtem Tonanso zu Gehör. Dem Künstler wurde reicher Beifall gespendet. - Die Kapelle leitete das Konzert mit dem„ Marsch der Phil. Hist.- Verbindung zu Gießen" von Th. Krauskopf ein. Die Komposition unter Benutzung von„ Ich hab' mich ergeben" zeigt vielfach hinreißenden Schwung; auch die Uebergänge sind recht nett. Das „ Klopfgeistermotiv" am Eingange fiel allerdings stark auf die Nerven. Das mit auserlesenem Geschmack zusammengestellte Programm fand eine treffliche Erledigung. - 3ur Mordtat in Nieder- Mörlen. Jm Gebäude der Kriminalpolizei finden durch den Geheimen Justizrat Wehner- Gießen, der Untersuchungs= richter in der Nieder- Mörlener Mordaffäre ist, zahlreiche 3eugenvernehmungen statt. * Die Reb hühnerjagd verspricht in diesem Jahre ungewöhnlich lohnend zu werden. Selten hat man, so wird aus Jägerkreisen berichtet, in einem der Vorjahre um dieselbe Zeit so starke Völker getroffen wie jetzt. Viele Küken haben schon die Größe eines Stars. Auch die Hasen haben infolge des trockenen Frühjahrs und Sommers gut gesetzt. * Steuerbefreiung während mili tärischer Uebungen. Die übungspflichtigen Rein serviſten und Landwehrleute sind für die Monate, denen sie zur Uebung bei der Truppe herangezogen wer* Von der Bergstraße, 21. Juli. Ob st= preise: Auf den Obstmärkten am Mittwoch wurden verkauft: Erdbeeren zu 85, Johannisbeeren zu 15-16, Himbeeren zu 60, Stachelbeeren zu 12-15, große Birnen zu 14-16, Pfirsiche zu 30-35, Pflaumen zu 15 bis 16, Aepfel zu 12 Pfennig pro Pfund. Mainz, 21. Juli. Der Kaiser wird, wie jetzt als feststehend angenommen werden darf, am Montag, den 14. August zur Truppenschau auf dem GroBen Sande nach Mainz kommen und die alljährliche Vorbesichtigung der Regimenter, die an der Truppen= schau teilnehmen, wird deshalb an einem Sonntag stattfinden. Zum ersten Male wird dieses Jahr auch das Infanterieregiment Nr. 118 an der Parade teilnehmen, sodaß mit Ausnahme der beiden hessischen Dragonerregimenter, des hessischen Trainbataillons und der Hanauer Ulanen das ganze 18. Armeekorps, also über 16 000 Mann, in Mainz zusammengezogen wird. Den Truppen stehen also anstrengende Tage bevor, da kurz nach der Rückkehr von der Truppenschau, am Freitag, den 18. August, die Manöver beginnen. == Altenkirchen, 21. Juli. Wer jetzt eine Fahrt oder Wanderung über den Westerwald unternimmt, findet weite Strecken der Fichtenkulturen( Tannenschonungen), deren junge Triebe wie rotverbrannt aussehen und sich schon auf große Entfernung bemerkbar machen. Es ist eine Folge des fürzlich eingetretenen Sommerfrostes, der die Triebe der sonst so wetterharten Fichten völlig vernichtet hat. *) Limburg, 21. Juli. Einen guten Fang machte vorgestern die hiesige Polizei. Es gelang ihr einen Einbrecher festzunehmen, der in Gießen und Wetzlar Einbruchsdiebstähle verübt haben soll. In Gießen wurde am 3. Juli eingebrochen; dabei wurden Kleider und Schuhe 2c. gestohlen. In Wetzlar wurden am 13. Juli durch Einbruch 200 Mt. bares Geld, goldene Uhren und andere Wertsachen gestohlen. Für beide Einbruchs diebstähle soll ein mit Ansichtskarten hausierender Händler in Frage kommen. Dieser wurde gestern von der hiesigen Polizei gefaßt und der Staatsanwaltschaft zugeführt. Es wurden bei ihm noch Schuhe vorgefunden, die von dem Einbruchsdiebstahl in Gießen herrühren. Angeblich will der Spizzbube, der nach Art internationaler Gauner über Legimationspapiere nicht verfügt, die Schuhe von einem„ Unbekannten" gekauft haben. -m- Limburg, 21. Juli. Der Oberhessische Geschichtsverein veranstaltet nächsten Sonntag einen Ausflug nach hier. Geldgeschäfte von Kavalieren. Aus Berlin schreibt man uns: Der abgebrochene Brozeß gegen den Grafen Wolff- Metternich und der Brozeß ichthofen haben wieder einmal wenig erfreuItche Zustände beleuchtet, die in gewissen Kreisen der Lebewelt herrschen. Das Geld bildete beide Male den Hintergrund des Dramas. Aber dieses Thema wurde betde Male recht verschieden abgewandelt. Dort hieß es: Wie fommt ein Ravalier zu Geld? und hier: Wte hilft ein Kavalier einem anderen aus der Geloverlegenhett? Die Antworten, die die Prozesse auf diese Fragen erteilten, sind aber in beiden Fällen recht beschämend, das elue Mal für das Bürgertum, das andere Mal für den Adel. Im Falle Wolff- Metternich sahen wir, wie der Stlang des gräflichen Namens überall den Kredit und die Börsen von Kaufleuten und Lieferanten öffnete, die sich durch die gräfliche Kundschaft hochgeehrt fühlten. Jeder Graf erhält bei mir Kredit", so erflärte ein Beuge, und so denken und handeln noch viele andere staufleute. Es braucht auch nicht immer ein hochtönender Name zu sein: auch die Uniform genügte schon. Bet dem Einjährigen fängt es an, der in allen Geschäften in der Umgebung der Kaserne einen beschränkten Kredit genießt. In noch höherem Maße genießt natürlich der Offizier diesen Kredit, und besonders wenn zu der Uniform auch noch der Name hinzutritt. schließe. Seiner Ansicht nach seien die Hausbefizer nicht berufen, den Streit zwischen Industrie und Hansabund zu kritisieren. Eine Reihe von anderen Rednern da gegen sprach gegen den Hansabund; der Beitritt zum Hansabund beeinträchtige die Geschlossenheit der Hausbefizerorganisationen. Es wurde schließlich von einer Beschlußfassung über die vorgeschlagene Entschließung abgesehen. Ueber die Entwicklung des Preisniveaus der wichtigsten Nahrungs- und Gebrauchsmittel veröffentlichen die Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik" eine Untersuchung, in der eine allgemeine Steigerung des Preisniveaus bestritten und auf Grund der deutschen Reichsstatistik für 1910 u. a. ausgeführt wird:„ Die Getreidepreise sind in diesem Jahre bedeutend zurückgegangen, und zwar für alle Hauptarten. Nur Weizen steht noch über dem Durchschnitt von 1904/08, während Roggen und Gerste erhellich darunter gefallen sind Jedenfalls kann man daraus entnehmen, daß wir uns noch nicht in einer Phase nachhaltiger Preissteigerung des Getreides befinden, wie man vielfach nach den vorhergehenden Jahren annehmen zu können meinte. Die Kolonialwaren haben 1910 den Durchschnittsstand von 1904/08 eingenommen, während das Rohmaterial der Textilindustrie den hohen Stand von 1907 erreicht hat und damit erheblich über die früheren Durchschnitte hinausgekommen ist. Die Metalle sind gegen die beiden Vorjahre gestiegen, bleiben aber hinter 1906 und 1907 zurück." Bei den tierischen Produkten hat dagegen eine Preissteigerung festgestellt werden können. Ueber die Kanonenfirma Krupp bringt der Jahresbericht der Effener Handeistammer eine Menge interessanten Materials. Nach der Aufnahme am 1. Mai 1911 betrug die Gesamtzahl der auf den Struppschen Werfen beschäftigten Personent 69 292, davon waren 8023 Beamte. Die Gesamtleistung der Firma an Bersicherungs- und Kassenbeiträgen, Unterjiuzungen und Zuschüssen betrug im Jahre 1909 nicht weniger als 9,3 Millionen Mark. Auf der Gußstahlfabrit in Essen waren im Jahre 1910 in etwa 60 Betrieben u. a. in Tätigkeit: 7500 Werkzeug- und Arbeitsmaschinen, 19 Walzwerke, 170 Dampfhämmer, 128 hydraulische Breffen, 435 Dampffessel, 554 Dampfmaschinen und 2952 Elettromotoren. Die Werte, soweit sie von der Gußstahlfabrik Essen versorgt werden, verbrauchten 2,9 Millionen Tonnen Kohlen, davon förderten die eigenen Zechen 2,4 Millionen Tonnen. Für die Wasserversorgung wurden aus vier eigenen Werten 14,2 Millionen Stubikmeter Wasser gefördert und 2,8 Millionen Kubikmeter aus der Wasserleitung der Stadt Effen entnommen. Das Gaswerk der Gußstahlfabrit hat im Jahre 1910 im ganzen 18,8 Millionen Kubifmeter Gas geliefert; diefes Gaswerk nimmt in der Erzeugung die 11. Stelle im Deutsajen Reiche ein. Die Stadt Elberfeld hat in derselben Zeit 18,7 Millionen Kubikmeter verbraucht. Das Fernsprechnetz der Gußstahlfabrik umfaßte 626 Anschlüsse und 568 Kilometer Leitung; täglich werden 8000-9000 Gespräche geführt. Das Telegraphennes der Gußstahlfabrik enthält 22 Stationen mit 34 Morse- Apparaten und 90 Kilometer Leitung; in der Verbindung mit dem kaiserlichen Telegraphenamt Essen wurden 26 500 Depeschen gegeben und angenommen. Zur Konsumanstalt der Gußstahlfabrik gehören 95 Verkaufsstellen für Fleisch, Brot, Wein, Kolonial-, Manufattur, Kurz, Schuh-, Eisen= waren und Hausgeräte, 32 Ausgabestellen für Kartof= feln, Kohlen, Stroh, Eis usw., 11 Bierhallen, 13 KanHnen, 3 Kaffeefchenten, awet Schlächtereten, je eine Dampfbäckeret, Mühle, Eisfabrit, Birstenfabrit, Tittenfabrik, Kaffeebrenneret, Schuhmacherwerkstatt und Blättanstalt und zwei Schuelberwertstätten. Am 1. Januar 1911 waren in der stonsumanstalt allein 1378 Bersonen beschäftigt. Diese wenigen Zahlen geben ein Bild von der gewaltigen Vielseitigkeit in der Organtfation des Kruppschen Werkes. Auch der Frhr. v. Richthofen, der sich wegen des Duells, bet dem sein Gegner v. Gaffron den Tod fand, vor dem Kriegsgericht zu verantworten hatte, hat ficherlich die Erfahrung gemacht, wie leicht ein GardeUlanenoffizier Stredit erhält. Bald aber zeigte sich die Kehrseite der Medaille. Die fleinen Böstchen unbezahlter Rechnungen und sonstiger Verbindlichkeiten schwollen allmählich zu der stattlichen Summe von 25 000 M. an. So weit war das die normale Entwickelung, wie wir fie in allen Offizterstragödien sehen. Nun aber schiebt sich hier eine Gestalt ein, die hoffentlich als eine Ausnahme zu gelten hat: der Kavalier als Helfer in der Not. Um sich seine drückenden Schulden mit einem Male vom Halfe zu schaffen, nahm Frhr. v. Richthofen die Hilfe eines Standesgenossen in Anspruch, des Malers Wilhelm v. Gaffron. Es fonnte diesem weder dte Ulanenuniform noch der freiherrliche Name als Sicherhelt genügen. Das wird ihm niemand übel nehmen; es wäre im Gegenteil besser, wenn auch im Bürgertum allgemein der Grundsaß zum Durchbruch fäme, daß auch ein Offizier auf seine Kreditwürdigkeit geprüft werden muß. Auch fitr das Offizierforps felbft wäre es besser, da dann manches leichtsinnige Schuldenmachen unterbleiben würde. Daß sich also Herr v. Gaffron für das Darlehen, daß er seinem jungen Freunde gab, eine Stcherheit geben ließ, war nur in der Ordnung. BedenkIch war dabet aber, daß er sich für die 25 000 M, die er gab, 40 000. verschreiben ließ. Durch die am Mittwoch stattgefundene Verhandlung vor dem Kriegsgericht muß als festgestellt gelten, daß Herr v. Gaffron in der Tat ursprünglich die Absicht gehabt hatte, bei dem Geschäft 15 000 zu verdienen. Wenn er sich später dazu bequemte, sich mit den landesüblichen Zinsen zu begnugen, so geschah dies nur unter starfem äußeren Druck. Das Bild des Angeklagten v. Richthofen hat sich durch die Kriegsgerichtsverhandlungen zu seinen Gunsten verändert. Wenn unmittelbar nach dem Duell die Sache so dargestellt wurde, als ob Frhr. v. Richthofen seinen väterlichen Freund zuerst unter Bruch seines Ehrenwortes verleumdet und dann über den Haufen geschossen habe, so fällt diese Anklage in sich zusammen. Was übrig bleibt, ist die alte Geschichte: ein flotter junger Offister, der Schulden macht und der für seine Ehre in der in seinen Seretsen üblichen Weise mit der Pistole in der Hand eintritt. Das Urteil gegen Richthofen. Die Legionäre in Marokko. Groß Ties in De Ware Laufend cima 189 Rene Babe des Countd malideibe einen be Im 2 Batronen hinde an hable ent Gine Monteur Gffenbütte Pauftrane fahren, w mußten a Sawe MLB gefter ferieregim Eowerin mer Mafch Sandwehr verlegt, b gebracht w Sawe e Fliege nat auß ef Erde und maline g hervorzufi Bomb batter J Neft. Gir unter ein wurde ein In ei tin Einfty ht von fl liegen noc Hoffnung, " Kompensationen, die keine find". Unter diesem Titel widmet die Nationalliberale Korrespondenz" dem mehrfach erwähnten Artikel der„ Kölnischen Zeitung" über die Deutschland von Frankreich einzuräumenden Kompensationen in Afrika eine längere Erörterung, die zu folgendem Schluß gelangt:„ Wir stehen allerdings auf dem Standpunkte, daß wirkliche Gegenwerte in diesem Fall schwer denkbar sind und daß Maroffo nur durch und in Marokko selbst kompensiert werden kann. Uns mit einer Gebietserweiterung im Hinterlande von Kamerun und am Tschadsee abfinden zu wollen, kann doch nur als ein schlechter und bei dem Ernst der Situation ungehöriger Scherz gelten. Aber dem Verlangen, zunächst einmal Ort und Umfang der anderweitigen Entschädigung abzuwarten, kann die Berechtigung nicht abgesprochen werden. Wappnen wir uns also mit Geduld. Wir sind die letzten, ein Vergnügen darin zu finden, wenn wieder einmal ein deutsches Zurückweichen den Respekt vor uns mindert. Indessen hat Herr von Kiderlen die Mittel an der Hand, es dazu nicht kommen zu lassen." In der Kreuzzeitung" schreibt Dr. von Paven= Algier über die Fremdenlegion: Die Fremdenlegion, die erst in letzter Zeit Gegenstand des öffentlichen Interesses gewesen ist, hat durch die Rolle, die sie augenblicklich in den marokkanischen Wirren spielt, wiederum die Augen Europas, vor allem Deutschlands, auf sich gelenkt, weiß man doch, daß eine große Anzahl Deutscher sich in ihren Reihen befinden, die jetzt, den Fahnen Frankreichs folgend, die ganze Schwere eines traurigen Schrittes büßen müssen. Kurz vor dem Abmarsch der beiden Regimenter Etrangères in den Krieg habe ich sie in ihren Garnisonen im Departement Oran und in der Sahara aufgesucht. Btele, sehr viele deutsche Legionäre habe ich dabet kennen gelernt, denn wfe groß der Prozentsatz der Deutschen in der Legion ist, das ist mir erst bet dieser Gelegenheit so recht zum Bewußtsein gekommen; gibt es doch Kompanien, in denen sich 90 v. H. Deutsche befinden! Jetzt sind sie alle hinausgezogen in den Krieg, um dort als Kanonenfutter verwendet zu werden. Bei dem ersten ernsthaften Gefecht, das die französischen Truppen zu bestehen hatten, war nur die Legion engagiert, und von den 31 Toten oder ihren Verlegungen Erlegenen waren 12 Deutsche. Frankreich weiß wohl den Mut und die Pflichttreue der Legionäre zu schätzen, und um seine eigenen Landesfinder zu schonen, überläßt es den Etrangères den schlimmsten Teil. Die kriegsgerichtliche Verhandlung gegen Leutnant von Richthofen wegen Tötung des Wealers v. Gaffron tm Duell hat am Mittwoch in Berlin stattgefunden. Richthofen wurde zu einer Festungshaft von awet Jahren verurteilt. In der Begründeng heißt es: Es fet durch die Verhandlung als festgestellt anzuseben, daß das Verhalten des Herrn v. Gaffron nicht einwandfret gewesen set. Er habe nicht als Kavalier gehandelt, als er dem Herrn v. Richthofen 25,000 Mart Iteh und dafür 40 000 Wiart zurückverlangte. Seine Behauptung, daß ein Geheimvertrag zwischen ihm und dem Angeklagten bestanden habe, und daß er den noch fehlenden Rest des Geldes zu einem späteren Termin zahlen würde, set nicht als glaubhaft anzusehen. Das gegen fet es als erwiesen zu betrachten, daß Freiherr v. Richthofen nicht sein Ehrenwort gebrochen und auch nicht daran schuld gewesen set, daß der Ruf des Herrn v. Gaffron gelitten habe. Daran fet in erster Linie der Verstorbene selbst schuld durch seine Handlungsweise. Der Verfitch, die Bedingungen des Zwetkampfes zit er Teichtern, fel auch an dem Widerspruch des Herrn von Gaffron und nicht an dem Richthofens gescheitert. Aus allen diesen Gründen habe das Gericht das obenerwähnte, nelinde Urteil gefällt. 20) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Rundschau vom Cage. Politisches. Französische Phantasien. Unter der Ueberschrift " Eine neue Kolonie in Agadir" bringt, wie wir dem " B. T." entnehmen, das„ Echo de Paris" folgende Nachricht aus Mogador:„ Der deutsche Konsularagent Maur unternahm bet 45 Grad Hitze im Schatten eine Reise nach Agadir. Handlungsreisende und deutsche Journalisten haben sich seit einigen Tagen in Agadir niedergelassen. Sie sind drei Unternehmern der Mannesmanngesellschaft gefolgt, die dort unten auf einem weiten, vollständig leeren Gebiet eine deutsche Kolonie gegründet haben. Die Offiziere der„ Berlin" haben im Hafen von Agadir Lotungen vorgenommen und fertigen eine Seekarte an." Die Nachricht von der Gründung einer neuen deutschen Kolonie bei Agadir ist natürlich völlig aus der Luft gegriffen. Hausbesitzer und Hansabund. Im Rahmen des zurzeit in Chemnitz tagenden 33. Deutschen Hausbefizertages kam es auf einer am Dienstag abend abge= haltenen Versammlung des neugegründeten Deutschen Hausbesitzerbundes zu lebhaften Auseinandersetzungen über die Frage, ob die Hausbefizer sich dem Hansabund anschließen sollen oder nicht. Syndifus Dr. Tille- Saarbrücken machte wiederholt Angriffe auf den Hansabund und legte der Versammlung eine Entschließung vor, in der es heißt:„ Der Bund Deutscher Hausbesitzer begrüßt den Austritt der Industrie aus dem Hansabund und ote Schaffung eines neuen politischen Berufſtandbundes des Gewerbes und Handelstandes durch dieselbe." Diesen Ausführungen trat Rechtsanwalt Weingart- MannHeim entgegen und bestritt auch, daß der Hansabund die Hausbesitzer aus seinen lettenden Stellungen aus= Ob Frau Uchatscheff den Blick Alfreds fühlte? Ihre Augen trafen die seinen nur während einer Sekunde, dann sah sie wieder auf die Bühne. Er glaubte kaum, daß sie ihn erkannt hatte; viele Jahre lagen ja zwischen dem Einst und Jeßt. Alfred dachte an ihren fleinen Streit am Tage vor ihrer Abreise. " Dein Bruder ist ein recht unangenehmer Mensch," hatte sie zu Eva gesagt. Grotenbach mußte lächeln, so deutlich sah er Karla vor sich, den hübschen, troßigen Mädchenkopf mit dem langen Zopf, die ganze sterliche, anmutige Erschtenung. Wie wenig war davon übrig geblieben! Das Konzert war zu Ende, das Haus Teerte sich, Grotenbach stand am Ausgang des Theaters, da schritt Karla, in thren prächtigen Fuchspela gehüllt, an ihm vorbet, sie schien otel größer au sein als das Kind, an das er eben dachte. Kleine Nachrichten. Der Dampfer„ Kronprinzessin Gecille" hat auf fets ner letzten Jahr nach Neuport einen neuen Reford aufgestellt. Er hat für die Fahrt von Bremerhaven über Southampton und Cherbourg nur 5 Tage 14 Stunden und 15 Minuten gebraucht und damit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit 23,37 Knoten alle deutschen Ozeanrekorde geschlagen. feine Mutter ist sehr häuslich und verläßt den Kleinen nur ungern, sie ist in der russischen Gesellschaft beinahe fremd geblieben, thre Interessen gehen auch zu weit ausetnander. Wissen Sie übrigens, daß Frau Uchatscheff sehr schön die Geige spielt?" " Der Schliffent für Frau Uchatscheff," rief der sie begleitende Diener. Ein feuriges Dreigespann brauste heran, im näch sten Augenblick eilten die Rappen schellenklingend über den Schnee. " Seltsam," dachte Grotenbach, warum ist thr Mann nicht bet thr, um mit ihr heim zu fahren?" Alfred bejahte. Er sah im Geiste den Musiksaal im Strandhof, Eva saß am Klavier und Klara steht daneben, den Kopf zur geliebten Geige geneigt, der sie eine fitße Melodie entlockte. Reichstagsabgeordneter Liebermann von Sonnens berg ist in Hamburg schwer erfrankt. Er wird nach Berlin gebracht werden. Frau Uchatscheff ist schon lange zu Hause angefommen in dem großen, schönen Palast am Newakat; sie hat im Vorzimmer schnell die warmen Hüllen abgelegt und fragt den herbeleilenden Diener: Eine halbe Stunde später saßen der Advokat Reinhard, ein Balte, und Alfred Grotenbach an einem Tischchen in einem feinen Restaurant; die Rede kam wieder auf die Uchatscheffs. Was der junge Arzt hörte, bestätigte seine Vermutung, daß Karla in ihrer Ehe eine Nete gezogen hatte. " Haben Uchatscheffs Familie?" fragte Grotenbach. " Ja, ein zweijähriges Kind, etn kränklicher Knabe; " Wie geht es Nicolat?" Der erfte Ueberlandflug in Südafrika wurde gestern von dem Schweizer Luftschiffer Spelterini angetreten. Er wird bet seinem Fluge von Automobilen und Gendarmerie verfolgt. Allerorts sind die Behörden beauftragt, bei einer Landung Hilfe zu leisten. Ein japanischer Spion? Auf dem bayrischen Truppenübungsplaße Hammelburg wurde durch einen Boften ein japanischer Major, der dem Artillerie- Reserveregiment augeteilt war, dabei betroffen, wie er nachts mit einer Blendlaterne die. neuen Rohrrücklaufgeschlitze untersuchte. Er wurde durch den Posten festgenommen. „ Er schläft, gnädige Frau," lautete die Antwort. Niclat heißt Karlas Söhnchen. Sie eilt durch die vielen Zimmer, die so Iugurtös eingerichtet sind, und in denen sie doch friert, wie sie ihrer Mutter im ersten Jahre. threr Ehe schrieb. Nun steht sie am Gitterbettchen ihres Knaben; sie beugt sich über ihn und legt die Hand auf seine wachsbleiche Stirn.„ Er scheint nicht mehr zu fiebern," sagte sie leise. fell laden zum Sthen oder Ausstrecken ein. Ein Kleid aus weicher, cremefarbener Wolle umschließt in weichen Falten die Gestalt der jungen Frau, ihr reiches Haar fließt gelöst in seidiger Fülle fast bis zu den Knien. " Sie können gehen, Katharina, ich brauche Ste nicht mehr," sagte Karla freundlich zu ihrer Kammerfrau. Sie ist am Bett des Kindes niedergesunken und hat den Kopf an den Rand gelegt; eine weiche Stimmung hält sie umfangen. Ist es die Nachwirkung des Konzertes? Jeder Puls in thr vibriert, ihre stolzen Schulfern zuden, sie weint, hoffnungslos, unhörbar, wie Menschen weinen, die ihr Leid verbergen, weil sie nicht bemitleidet sein wollen. Diese gütige Herrin wird von allen ihren Untergebenen geliebt. Im Nebenzimmer weint der kleine Knabe, kläglich, schwach, so wie solche elende Geschöpfchen weinen. Karla hebt thr Kind aus dem Bett und hält es auf dem Arm; das abgemagerte Körperchen Kolfas( Abkürzung für Nicolat) schmiegt sich an sie, er stretchelt mit den heißen Händen das Geficht seiner Mutter und seine unnatürlich großen Augen lächeln sie freundlich an. „ Mein kleiner Junge, mein alles," sagte Karla innig. Ste spricht nur deutsch mit ihm, zum erger thres Mannes, der sie wegen ihres schlechten Russisch auslacht. „ Er ist wieder eingeschlafen, gnädige Frau," ſagt die Wärterin, nachdem Karla das Kind in sein Bettchen zurückgelegt hat. Leise geht Frau Uchatscheff in thr Zimmer, thr Herz bleibt in der matterhellten Stube des Knaben. " Ich weiß nicht, was mir heute ist," denkt sie aufstehend und die blauseidene Steppdecke höher fiber den fleinen Schläfer ziehend. Eine alte Wärterin kommt aus dem Nebenraum. Frau Uchatscheff wechselt einige Worte mit ihr und geht in das Zimmer, das neben der Kinderstube liegt; dort erwartet ihre Kammerfrau sie, ein helles Feuer brennt im Kamin, niedere Sefsel und ein großes, weißes Bären- Собиб 5000 tim Former t relen Berl in eine Lo immung franensleu timmunge lungslohn menformer, und Schlei arbeiter 45 fo aufzube einbarten Als Frau Haideck vor zwei Jahren ihre Tochter besuchte, wurde ihr das zur Gewißheit, was sie gefürchtet hatte; sie sab, daß Karla einsam an der Seite fenes Mannes war, der in nichts zu thr paßte, deffen Charafter aus Oberflächlichkeit und Selbstfucht bestand und voll knabenhafter unreife war. Nicht immer fühlte Karla den Schiffbruch ihres Lebens gleich deutlich; es gab Tage, wo sie weniger Ittt; eine dumpfe Gleichgültigfeit bemächtigte sich ihrer und sie glaubte Ergebung in ihr Schicksal zu finden. Uchatscheff legte sich keinen Zwang an, er war sehr heftig und reizbar, betm geringsten Anlaß brauste er auf und ließ sich gehen.(&. f.) Arbeltsver Die S on Reiche 1 Jahre. men. Dav 2,000,455 gewachsen. 500,000 M.. gefamt Mart auf Mitglieder amte und Gäftsjahr bringung f Beitrag vo wurden im beamtenwal Die 100 Damer Gar he Trauung Sinfen des 75,000 Mar am Lodesto Raifers 62 ten diefe B Trauung no fit darauf Rinigin warze Sel Ein dr der gemelde bens Emil mann in 2 et felbst ni at mun Meiner Rai ben St rigent, fcho ble gut midhen ha ten Rinder feinem febeffent lauerte d den Hals Milchna Matlittichen gam ungew ten Mil Berwaltung L. Bulga Bon diefent midgen 100 befinden fich 12 Frauen Bahre alt; 8 Frauen it Brauen un ie man er Matin ten, wie i Centimes eir er Belfe Tibetter of burtstag feter Dar aber da Strait get Bewährt. Bo Berlebent, a geber ebenfal en Lage Ho Rente von jo Operatio Blatt bericht tt 1511 930 Hen Damp A beftem 6 leht nb Da tm 182 er ng ch= en f" ng tt= Die d= ent nd 18 118 ng Ote oit er at te ent 07 ne m m g" en Ote uf ut ch 18 a= Och on its b= e= zu ent en ift m h= ur lfe == rz 33 ets e= est tg Ich et rd er en h= ent ch rn eit. ( P= 30Große Unterschleife wurden im Warenhaus von Ttes in Mainz entdeckt. Eine Anzahl Verkäuferinnen des Warenhaufes sollen Waren im Werte von mehreren Tausend Mart betseite geschafft haben. Gestern wurden etwa 18 Verkäuferinnen polizeilich fiftiert. Neue Eisenbahnattentate in Frankreich. In der Nähe des Bahnhofes Gentilly bet Parts wurden sechs Signaldrähte zerschnitten, bet Nancy wurde eine Signalschetbe zerstört, bet Agde stieß ein Schnellzug auf etnen über die Schienen gelegten Steinhaufen. Im Arsenal von Teheran explodierten 60 000 scharfe Patronen und richteten große Verheerungen im Gebäude an. Die Explosion soll gelegentlich eines Diebstabls entstanden sein. Eine schreckliche Verlegung zog sich ein Berliner Monteur in Beuthen zu, wo er auf Montage in einer Eisenhittte beschäftigt war. Beim Reparteren eines Lauftranes wurde er von einem anderen Kran über fahren, wobei ihm beide Hände zermalmt wurden. Ste mußten amputtert werden. Schwerer Unfall bei einer militärischen Uebung. Als gestern Landwehrleute des mecklenburgischen Arttl= Terieregiments Nr. 60 auf dem großen Ererzterplatz in Schwerin manövrierten, wurden plöslich die Pferde etner Maschinengewehrabteilung scheu und rasten in dte Landwehrmannschaft hinein. Bierzehn Mann wurden verlebt, davon vier so schwer, daß ste in das Lazarett gebracht werden mußten. Schwerer Fliegernnfall. Bei einem Flugversuch des Fliegers Heinte I. in Cannstadt stürzte der Apparat aus einer Höhe von 225 Metern fast senkrecht zur Erde und begrub den Flieger unter sich. Die Flugmaschine geriet dann in Brand. Heinke. dem es gelang, hervorzukriechen, erlitt schwere Brandwunden. Bombenlager in einer Kaserne. In einer Warschauer Infanteriefaserne wurde ein Bombenlager ent= deckt. Eine Anzahl Soldaten soll mit Revolutionären unter einer Decke stecken. Etne strenge Untersuchung wurde eingelettet. In einem Marmorbruch in Carrara in Italien hat ein Einsturz 14 Arbeiter verschüttet. Bisher wurden acht von ihnen tot und vier verwundet geborgen. Zwet liegen noch unter den Trümmern. Es besteht keine Hoffnung, ste zu retten. Volkswirtschaftliches. Lohnbewegung in der Berliner Metallindustrie. 5000 tm Deutschen Metallarbeiterverband organisierte Former und Berufsgenossen, soweit fie in Elfengießereten Berlins und umgegend beschäftigt sind, beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Sie gaben thre Zustimmung zu einem neuen Tarif, der, von den Vertrauensleuten ausgearbettet, folgende wesentliche Bestimmungen aufweist: 9stündige Arbeitszeit, Einstellungslohn für Former nicht unter 75 Pfennig, Maschtnenformer, angelernte Handformer, Kernmacher, Buger und Schleifer 70 Pfennig, Schmelzer 60 Pfennig, Hilfsarbetter 45 Pfennig die Stunde. Die Akkordpreise sind so aufzubessern, daß der Arbeiter mindestens den vereinbarten Stundenlohn verdient. Bestehende bessere Arbettsverhältnisse dürfen nicht verschlechtert werden. Die Stiftung„ Töchterhort" für verwaiste Töchter von Reichspost- und Telegraphenbeamten besteht fetzt 20 Jahre. Sie hat im ganzen 3,012,357 M. eingenommen. Davon entfallen auf die laufenden Betträge 2,600,455 M. Das Vermögen ist auf 1,621,641 M. aitgewachsen. Der Unterbeamtenantett beträgt über 500,000 M. An Unterstützungen wurden bis Ende 1910 Insgesamt 1,906,001 M. gewährt. Davon entfallen 961,344 Mark auf Waisen von Unterbeamten. Die Zahl der Mitglieder beträgt fett 130,982, von denen 54,410 Beamte und 76,572 Unterbeamte sind. Im letzten Geschäftsjahr 1910 gingen 280,281 Metn. Für die Unterbringung kränklicher Kinder in Sommerpflege ist ein Beitrag von 9304 M. gewährt worden. Beamtenwatsen wurden im ganzen 1226 mit 83,667 M. bedacht, Unterbeamtenwatsen 2073 mit 91,675 M. Vermischtes. Die 100ste Trauung der Luisenbräute. In der Botsdamer Garnisonkirche wurde gestern vormittag dic 100ste Trauung der sog.„ Luisenbräute" gefeiert. Aus den Zinsen des Stiftungsfapitals, das in 100 Jahren auf 75,000 Mark angewachsen ist, werden in jedem Jahre am Todestage der Königin Lutse mit Bestättgung des Katsers 6 Bräute ausgestattet. Bis jetzt ist 623 Bräuten diese Vergünstigung zuteil geworden. Die gestrige Trauung nahm der Hofprediger Richter vor. Mit Rückficht darauf, daß die Trauung tu der Todesstunde der Königin Lutse stattfindet, tragen sämtliche Bräute schwarze Kleider. Ein dreizehnjähriger Mörder. Ueber die Ursache der gemeldeten Ermordung des 15tährigen Dienstmädchens Emilie Strch durch den 13jährigen Schüler Hoffmann in Altrahlstedt bet Hamburg war von dem Täter selbst nichts zu ermitteln gewesen. Die Untersuchung hat nun folgendes ergeben: Hoffmann war als ein fleiner Raufbold bekannt; er hatte oft gedroht, er wolle es den Kindern retcher Leute, die so schöne Kleider trügen, schon besorgen, und wo er konnte, verprügelte er die gutgekleideten Kinder. Das getötete Dienstmädchen hatte in mehreren Fällen die thr anvertrauten Kinder gegen die Angriffe Hoffmanns, der meist von seinem Bruder unterstützt wurde, geschützt. Infolgedessen hatte sie sich den Haß Hoffmanns zugezogen; er lauerte dem Mädchen auf und stieß thr setn Messer In den Hals, so daß das Mädchen sofort tot war. Milchnahrung und Lebensdaner. Die neuesten statistischen Nachrichten über Bulgarien bestätigen die ganz ungewöhnliche Lebensdauer in diesem Lande des arößten Milchverbrauchs. Bet der dortigen geordneten Berwaltung ist die Richtigkeit der Berechnung zweifellos. Bulgarien hat rund 4% Millionen Einwohner. Von diesen sind 1143 Frauen, unter ihnen 950 Witwen, zwischen 100 und 110 Jahre alt. In gleichem Alter befinden sich 873 Männer( 588 Witwer). Ferner sind 132 Frauen und 107 Männer zwischen 110 und 120 Jahre alt; zwischen 120 und 125 Jahren befinden sich 52 Frauen und 49 Männer. Aelter als 125 Jahre sind 8 Frauen und 2 Männer. Je= St8 Be ent. etd ent ar 21. cht er= ine pf= Ind olet= ter 10= cla ces 18agt jen erz ter Stet tes ja= md ite es Hg# 4 men ge f.J Wie man billig zu einer Reute kommt. Der Pariser" Matin" wetß von einem sonderbaren Fall zu berichten, wie sich ein französischer Arbetter für nur sechs Centimes eine fährliche Rente von 102 Frs. in gesetzlicher Wetse erwerben konnte. In St. Etienne lebt der Arbeiter Joseph Basher, der am 4. d. M. setnen 65. Geburtstag feterte. Gerade einen Tag vorher, am 3. Juli, war aber das neue französische Arbeiterpensionsgesetz in Kraft getreten, das den 65jährigen die Altersrente gewährt. Basher wurde also in die Arbetterlifte eingeschrieben, zahlte dret Centimes Bettrag, sein Arbeitgeber ebenfalls dret Centimes, und schon am folgenden Tage hörte die Beitragspflicht auf, wofür ihm die Rente von fährlich 102 Frs. zufällt. Operationen auf hoher See. Wte ein Neuyorfer Blatt berichtet, wurden in diesen Tagen an Bord des mit 1511 Passagteren von Neuport unterwegs befindItchen Dampfers Celtic" zwet Blinddarmoperationen mit bestem Erfolge auf hoher See ausgeführt. Die Pattenten waren awet wtänner, die unterwegs an Blindbarmentzündung erfrankt waren und deren Bustand so trittsch wurde, daß eine sofortige Operation als unabwetsbare Notwendigkeit erschten. Die Operation wurde von dem Schiffsarzt des„ Celtic" mit Unterstützung von zwei an Bord befindlichen amerikanischen Aerzten vorgenommen. Während der Dauer der Operation hielt bas Schiff auf Befehl des Kapitäns, um Erschütterungen tunlichst zu vermeiden, ein langsames Fahrtempo ein. Die beiden Passagiere verließen bet der Ankunft in Queenstown das Schiff als Refonvaleszenten, deren Befinden nichts zu wünschen übrig Iteß. In der brennenden Delfint umgekommen. Als sich der deutsche Dampfer Main" dem Pträus näherte, fam trotz der bestehenden Quarantäne ein mit vier Matrofen besetztes Boot auf ihn zu, um Lebensmittel an Bord zu bringen. In demselben Moment ergoß sich aus etner Lufe bes Schiffes etn dicker Strom Petroleum, der offenbar aus einem beschädigten Faß fam. Dte vier Mann ruderten das Boot weg. Die Meeroberfläche überzog sich mit einer Schicht Petroleum. Einer der Ruderer war nun so unvorsichtig, sich eine Bigarette anzuzünden und das Bundholz ins Meer zu werfen. In demselben Augenblic ftanden das Boot und ble umgebenbe Meeresoberfläche in Flammen. Dret von den Matrofen sprangen ins Wasser und retteten sich durch Tauchen; der vierte, dem der Mut hierzu fehlte, wurde als verkohlte Lelche im Boot gefunden. Zum Müllheimer Eisenbahnnnglück. Die GroßHerzogin Hilda von Baden traf gestern vormittag von Schloß Königstein t. 2. tommend in Müllheim ein und besuchte sofort die Verletzten im Spital und im Militärlazarett. Die Mehrzahl der Getöteten bet dem Eisenbahnunglück wurden gestern früh in feierlichem Trauerguge, an dem sich die Feuerwehr und eine Abteilung des Militärs beteiligten, nach dem Bahnhofe geleitet, um in thre Helmat überführt zu werden. Eine Tote, deren Personalten nicht festgestellt werden konnten, wurde nachmittags in Müllheim beerdigt. Die Karls= ruher Zeitung wendet sich in längeren Ausführungen gegen die Annahme, daß die Entgleisung des Eilzuges in Mülheim auf die Schadhaftigkeit einer Weiche, den Durchbruch der Brücke über die Streckenunterführung oder ein Versagen der Bremse zurückzuführen set. Bielmehr Itege nach den hisherigen Feststellungen die 8 bis 8 Jahren und zwei älterer Knaben. Sie müssen ihre Mutter sehr geliebt haben, denn als die Mutter erfrankt war und von der Sanitätskolonne zur Ueber führung ins Pesthospital abgeholt wurde, hingen sich namentlich die beiden Mädchen in Tränen an den Hals der Mutter und schwuren, daß sie mit ihr zusammen sterben wollten. Nur mit Anwendung äußerster Ge walt ließ sich die Kranke den Ihrigen entreißen. Der Mann hat sich mit Waffengewalt zur Wehr gesetzt. Eine herzzerreißende Szene, die ich jetzt, da ich die Familie einige Stunden hindurch beobachtete, mir wohl vorstellen kann. Merkwürdig, daß sich keins der Kin der damals infiziert hat. " Wie mag wohl die Mutter eingefargt sein, fie wird doch wahrscheinlich dieselben Kleider anhaben, mit denen sie damals ins Hospital fuhr; gewiß wird sie auch jene fleinen Schuhe tragen, die sie so gern hatte?" Der Sarg war nun freigelegt. Der erste peinliche Eindruc: es waren gar zu sorglos zusammengeschlagene, völ Itg rohe difnne Bretter. Eine Hand streckte sich aus dem Sarge heraus, sie war durch den darauf liegenden Deckel fast völlig amputiert und hing an den Welchtet len herab. Der Sargdeckel wurde nun entfernt. In demselben Augenblick entrang sich der Keble der Anwesenden ein Schret des Entsevens, denn statt des mit Ungeduld erwarteten Iteben Bildes der Mutter und Ehegattin lag im Sarge eine dicke Männergestalt in hohen Stiefeln, das Gesicht nicht fenntlich, weil es mit Salt bestreut, offenbar einer der Sanitäre. Heiße Trä nen flossen aus den Augen der Kinder, ein Fluch ents rang sich der Brust des Mannes, der hier tagelang am Grabe seiner Frau mit seinen Kindern gebetet.„ Meine Frau, ich will fie sehen! Siebeneinhalb Rubel zahlte man für jedes Grab; um das Geld zu stehlen, hat man sie mit den Chinesen ins Massengrab geworfen oder verbrannt. Was soll ich denn nun anfangen, Herr Dofa tor? Ich werde laut gegen die Gemeinbelt protestieren! Sagen Sie mir, was soll ich tun?"" Gehen Sie nach Hause, Baschkowski, mit Ihrer Familie: machen Ste feinen Lärm, denn Sie haben fitr Ihre Kinder zu leben; ristieren Sie nicht noch mehr Elend zu leiden, indem Sie durch Proteste sich Feinde erwerben, die Sie um Ihre Stelle bringen können; beten Ste und Ihre Kin der daheim für das Wohl der Seele der Verstorbenen, das wird das beste sein!" Urfache in au raichem Fahren über die start gefrier Niedermezelung einer deutschenpatrouille Strecke vor der Baustelle trotz des ausdrücklichen Verbots an den Lokomotivführer. Ein russischer Banditenstreich. Auf der elektrischen Bahn Lodz- Sgersch in Nusstsch- Polen eröffneten dret verdächtige Personen ein Feuer auf Landpolizisten. Als diese den Zug durchsuchten, töteten die Banditen einen der Polizisten und verwundeten einen anderen sowie zwet Passagiere. Dann sprangen sie aus dem Wagen. Auf der Flucht bemächtigten sie sich des Dienstwagens der Lodzer Trambahn und zwangen den Maschinisten mit vorgehaltenem Revolver, die Fahrt fortzusetzen. Unterwegs sprangen ste ab und entfamen. Eine Ehe zu dritt. Wegen Doppelehe stand gestern ein Mr. Hirst vor den Geschworenen von Manchester ( England). Etwas verworrene Verhältnisse wurden dabei aufgerollt. Hirst war eine zivette Che eingegangen, über die feine erste Frau unterrichtet war. Später ging er mit seiner ersten Frau wieder zusammen, und seine zwette Gattin tat dem Ehepaar Dienste als Hausmädchen. Dtese wollte gegen ihren Gatten überhaupt nicht aussagen, da sie von ihm und ihrer Rtvalin stets sehr Itebretch behandelt worden wäre. Das Gericht hatte ein Einsehen und verurteilte den doppelt verheirateten Mann zu steben Tagen Freiheitsstrafe. Explodierte Kinderluftballons. Beim Schützenfest in Gröbzig bet Halle kam ein Besucher des Festplates mit der brennenden 3tgarre etnem Händler mit Kinderluftballons zu nahe. Der starke Wind bewegte die Bal= Tons hin und her. Plöblich explodierten diese mit lautem Knall. Das Wasserstoffgas schlug in hellen Flammen empor. Der Händler tam mit leichteren Verletzungen davon, ein Kind mußte mit lebensgefährlichen Brandwunden vom Platze geschafft werden. Reiseabentener eines deutschen Ehepaars. Der Kaufmann Karl Schäfer und seine Frau wurden am Dienstag in Lulea in Schweden in dem Augenblick verhaftet, als sie im Begriff waren, nach Norwick abzuretfen. Die trrtümlich vorgenommene Verhaftung war auf Anordnung der Stockholmer Polizet erfolgt, ote das Ehepaar für die beiden noch nicht ergriffenen Mittäter an dem großen Diebstahl htelt, der am 10. Jult in der Skandinavischen Kredit- Atttengesellschaft in Stockholm verübt worden war und bet dem den Dieben 31 000 Kronen in die Hände fielen. Bisher war es der Boltzet nur gelungen, zwet von den vier am Raube beteiligten Dieben festzunehmen, während es den beiden anderen Tätern, einem Mann und einer Frau, von denen die lettere bet threr Flucht einen blauen Schleter trug, geglückt war, sich den Nachforschungen der Boltzet zu entstehen. Da auch Frau Schäfer auf der Reise einen blauen Schleier trug und im übrigen die Beschreibung des flüchtigen Diebes einigermaßen auf thren Mann paßt, so glaubte die Stockholmer Polizet, das gesuchte Verbrecherpaar vor sich zu haben. Nach Aufklärung des Mißverständnisses sette derBoltzeipräsident persön= Itch das Ehepaar unter vielen Entschuldigungen in Frethett. Idyll einer vierköpfigen Rehfamilie. Im Schutzbezirk Hammerablage, der Königlichen Oberförsteret Hammerheide bet Driesen( Neumart), feste im Junt Steses Jahres eine Rice dret Stitch Rehtälber, was wohl als große Seltenheit zu bezeichnen ist. Jeden Abend gegen sechs Uhr stellt sich die Mutter mit ihren dret Kälbchen in unmittelbarer Nähe des Forsthauses vor, wo die fleinen, niedlichen Tterchen die niedlichsten Kunstspringe ausführen, um anscheinend den Aufbruch zur Aesung auf dem Dienstlande oder dem nahegelegenen früheren Rittergut, fest forftfiskalischen Felde, anzumelden. Kaum ist die vierköpfige Familie wettergezogen, so kommt eine Ricke mit zwet, dann eine mit einem Kälbchen auf demselben Pfad vorbetgewechselt. Der Peftfriedhof bei Charbin. Geradezu entfebliche Schilderungen vom europätschen Bestfriedhof" bet Charbin entwirft in einem Betersburger Blatt Dr. med. Baron Budberg. Nachdem er die Tatsache berichtet hat, daß die Behörde das nachträgliche Verbrennen der schon seit Monaten bestatteten Leichen befohlen hat, schildert er eine grausige Szene: Auf dem Bestfriedhof, dessen Kreuze wild durcheinandergeworfen sind, war die Familie des Kontoristen Paschkowskt anwesend. Die Leiche seiner Frau, die im Besthospital verstorben war, sollte erhumiert werden, und thm ist die Asche versprochen worden. Zu diesem Zweck werden solche Leiche auf Blechtafeln verbrannt. Alle die Leichen hier, die vom Dezember und Januar stammen, sind völlig erhalten, da der Lehm bis jetzt noch in der Tiefe fest gefroren ist. Es kamen bald vier chinesische Leichengräber, völlig in Weiß gekleidet. Die Ungeduld, mit der die Familie Paschkowskt zum legtenmal die liebe Verstorbene zu sehen erwartete, war groß. So recht findlich waren die Gespräche der Jugend, eines Mädchens von 16 Jahren, eines kleineren von in Südwestafrika? Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Living stone( Rhodesia) gemeldet: Der Verwaltung ging von der Grenze von Deutsch- Südwestafrika die Nachricht zu, nach Gerüchten, die unter den Eingeborenen dort umItefen, set eine Patrouille, bestehend aus dem Distriktstommissar v. Frankenberg, zwei weißen Sergeanten, 14 schwarzen Polizisten und 20 Trägern, von Leuten des Okawangostammes in Ngamiland niedergemacht worden. v. Frankenberg set auf einem Maultiere entkommen. Die Nachricht set bisher unbestätigt. An BerItner amtlicher Stelle liegt über das Gerücht des Ueberfalls feinerlei Meldung vor. Der Draht meldet uns ferner: Berlin, 20. Juli.( B. T.) Im Reichskolonialamt traf die Meldung von dem iteberfall auf die Patrouille von Frankenberg gestern nachmittag vor 4 Uhr ein. Der Chef des Pressedezernats, Regierungsrat Sachs, hatte das Kolonialamt bereits verlassen, fehrte jedoch sofort, als er hiervon Mitteilung erhalten hatte, hterher zurück. Staatssekretär von Lindequist fand sich gleichfalls alsbald im Reichsfolonialamt ein. Auf eine fofortige telegraphische Anfrage beim Gouverneur von Windhuk erhielt das Kolonialamt in den späten Abendstunden die Meldung, daß von einem Ueberfall auf die Kolonne des Herrn von Frankenberg nichts bekannt set. Staatssekretär von Lindequist blieb bis in die späten Nachtstunden im Kolonialamt, um etwaige telegraphische Meldungen sofort entgegen zu nehmen. In maßgebenden Kretsen ist man der Ansicht, daß es sehr wohl möglich ist, daß das Gouvernement von Windhuf erst sehr spät von den Ereignissen im Caprivizipfel, wohin v. Frankenberg beordert war, Kenntnis erhält. Es fet faum anzunehmen, daß die Nachricht von dem Ueberfall vollständig aus der Luft gegriffen set. Es wird vielmehr für möglich gehalten, daß irgend ein Recontre zwischen der Kolonne des Herrn von Frankenberg und Eingeborenen stattgefunden hat, daß die Meldungen hierüber jedoch aufgebauscht sind. Drabtnachrichten und Deuestes. Keine Spionage auf dem Uebungsplatz Hammelburg. Würzburg, 20. Jult. Der Würzb. Generalanz." erfährt aus authentischer Quelle: Die Meldung, daß ein japanischer Major auf dem Truppenübungsplay Hammelburg bei einer Spionage abgefaßt set, indem er nachts beim Scheine einer Blendlaterne die Geschütz= rohre studierte, ist aufgebauscht. Es handelt sich um den befm 9. Infanterieregiment eingestellten Major Jaschida, der gegenwärtig in Hammelburg einer Schießlibung beiwohnt. Er stand beobachtend vor den Geschüßen und entfernte sich sofort, als er vom Wachtposten dazu aufgefordert wurde. Er ist bei den Offizieren des Regiments sehr beliebt, Spionage traut ihm niemand zu. Eine Fernfahrt des neuesten 3.- Luftschiffes. Friedrichshafen, 20. Jull. Das Luftschiff Schwaben" ist heute frith 5 Uhr zu einer Fernfahrt nach Luzern aufgestiegen Morgen wird die„ Schwa ben" nach hier zurückkehren. Folgenschweres Wagennnglück. Bochum, 20. Jult. In dem Orte Laer rannte ein Bäckerwagen gegen einen anderen Wagen, auf dem vier Kinder faßen. Ein Kind wurde bei dem Zusammenprall sofort getötet, die anderen schwer verletzt. Selbstmord eines Offizieranwärters. Bosent, 20. Jult. Gestern nachmittag verübte ein Avantageur vom Posener Jägerregiment in der Wohnung Selbstmord, indem er sich am Bettpfosten er= hängte. Der junge Mann war am Dienstag von der Kriegsschule in Neiße zurückgekehrt und sollte sich ge= stern betur Regiment melden. Ueber das Motiv des Selbstmordes verlautet nichts bestimmtes. Ein Vater als Mörder seiner Kinder, Bern, 20. Juli. Der Bigarrenreisende Weberhard, ein Trunkenbold, erschoß im Walde seine zwet Knaben im Alter von sieben und elf Jahren; sein dritter- Knabe entfam. Der Mörder begab sich dann in das nahe Dorf Niggisberg, um sein dort in der e- rientolonte wellendes Töchterchen zu töten, wurde aber dort vor der Ausführung der Tat verhaftet. Marseille von der Cholera bedroht. Paris, 20. Jult. Aus Marseille wird gemeldet, daß dort sechs Fälle von Cholera festgestellt wurden, von denen vier tödlich verliefen. Die Brinz Heinrich- Fahrer am Ziel. London, 20. Juli. Die Teilnehmer an der Prinz Heinrich- Automobilfahrt sind gestern abend in London eingetroffen. Größere Unfälle haben sich auf der Strecke nicht ereignet, AM Darmstädter Möbel. Unsere neuen Modelle übertreffen alles bisher Dagewesene an Qualität, Formenschönheit und erstaunlich billigem Preis. AUGUST SCHWAB jr. Telefon 397. DARMSTADT Telefon 397. Rheinstrasse 39, nächst den Bahnhöfen. Spezialität: Kompl. Wohnungs- Einrichtungen von 1000-10.000 Mk. Freie Lieferung, dauernde Garantie. Alles offen ausgezeichnet. Verlobte verlangen sofort in ihrem eigensten Interesse Preisliste und Abbildungen. Anfrage: Tel. 397. Postkarte genügt. Unzerreissbar sind die .. Erntestricke.. 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Auch würde ein Starten oder Landen des Fliegers unterbleiben, wenn das abgesperrte Fluggelände nicht völlig frei vom Publikum iſt. fern S und R abhäng trages laten AnWir sprechen die Erwartung aus, daß allen ordnungen der polizeilichen Sicherheitsorgane und AbSperrungsmannschaften unbedingt Folge geleistet wird. Gießen, den 20. Juli 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Berantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reflame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. bei der jolgung tabl g jogar hat. litätsp licher.