nen che Kers Marden. ste etto ohne enn pe! Kater towar er Off Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 93. - Telephon: Nr. 362. Die Reichsversicherungs- Ordnung. Die wichtigste, unter Umständen vielleicht die einzige größere Arbeit, die der jetzige Reichstag nach den Osterferien zu erledigen haben wird, ist die zweite und eventuelle dritte Lesung der Reichsversicherungsordnung. Die Aussichten dieses seit Jahrzehnten nicht nur nach Umfang, sondern auch nach Inhalt und politischer Bedeutung größten gesetzgeberischen Werkes sind noch durch aus ungewiß. In den Kommissionsberatungen, die zwar zu einem vorläufigen Ergebnis geführt haben, haben sich doch so viele Meinungsverschiedenheiten und Differenzpunkte zwischen den Parteien ergeben, daß die Fassung, die die Vorlage in der Kommission erhalten hat, keineswegs als endgültige angesehen werden darf. Schon allein die Feststellung des Kommissionsberichtes scheint erhebliche Schwierigkeiten zu machen, die nicht nur auf den großen Umfang des Gesetzentwurfes zurückzuführen sind, sondern augenscheinlich in der Materie liegen. Bisher ist feiner der Kommissionsberichterstatter mit dem Bericht über den ihm zugefallenen Teil der Vorlage fertig geworden. Und wenn das geschehen ist, wird der eigentliche Kampf der Parteien um die Reichsversicherungsordnung erst beginnen. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 21. April 1911 auf sich nehmen, wenn durch ihre Taktik die unbestreitbaren Vorteile, die die Reichsversicherungsordnung den arbeitenden Klassen bringen soll, auf Jahre hinaus den Arbeitern vorenthalten bleiben sollten. Man muß aber daß die sozialdemokratische Partei im Reichstage zu dem aus den Artikeln des„ Vorwärts" den Schluß ziehen, Entwurf der Reichsversicherungsordnung in schärfste Opposition treten wird. Und das um so mehr, als sie befürchtet, daß die Freunde der Vorlage den Versuch machen werden, die Beratung gewaltsam abzukürzen. Diese Befürchtungen scheinen aber grundlos, da weder die fort schrittliche Volkspartei noch die Nationalliberalen für eine Durchpeitschung der Vorlage zu haben sein werden. Zentrum und Konservative aber allein können nicht die genügende Anzahl von Mitgliedern stellen, um ein ähn liches Verfahren wie bei der Beratung des Zolltarifs im Jahre 1902 durchzudrücken. So wie die Dinge jetzt liegen, ist das Schicksal der Reichsversicherungsordnung in die Hände der sozialdemokratischen Partei gelegt, wenigstens soweit es sich darum handelt, ob sie überhaupt zustande kommen soll; denn sie kann es bei den mehr als 1700 Paragraphen sehr leicht durch Verschleppungsanträge erreichen, daß die ganze Reformation ins Wasser fällt. Materielle enderungen wird die Sozialdemokratie dagegen nur in ganz unwesentlichen Punkten durchzusetzen imstande sein, da ja zwischen Zentrum, Konservativen und Nationalliberalen in den wichtigsten Punkten im großen und ganzen Uebereinstimmung besteht. Reichstagswahlvorbereitungen. Niederung, der augenblicklich von dem konservativ. * Tilsit, 21. April. Im Wahlkreis Tilsit liberalen entgegen dem Abkommen mit der Fortschrittl. Abg. A. Schickert vertreten wird, haben die NationalVolkspartei für Ostpreußen die Unterstützung der konservativen Kandidatur des früheren Ministers von Moltke beschlossen. Aus den Abstimmungen in der Kommission wird man sich schwerlich ein rechtes Bild von der Stellungnahme der Parteien machen können; denn auch bei der Reichsversicherungsordnung muß man wieder die Feststellung machen, daß durchaus nicht alle Mitglieder der Parteien geschlossen hinter den von ihren Delegierten in der Kommission vertretenen Ansichten stehen. Es spielen eben viele Rücksichten wahltaktischer Natur mit hinein, die natürlich so kurz vor den allgemeinen Wahlen besonders stark hervortrefen und die rein sachlichen Gesichtspunkte stark beeinflussen. Das ist eine Erfahrung, die man schon wiederholt auch bei anderen Gesetzent würfen hat machen müssen, und es fragt sich deshalb, ob es nicht zweckmäßiger wäre, wenn solche weittragenden Vorlagen dem Reichstage immer nur unmittelbar nach den Neuwahlen vorgelegt werden sollten. Einmal, damit der Reichstag genügend Zeit hat, sie ihrer Wichtigkeit entsprechend in aller Ruhe und Gründlichkeit zu beraten, und zweitens, damit das Hineinspielen wahltaktischen, der Sache niemals förderlichen Rücksich= ten nach Möglichkeit vermieden wird. Zweifellos fühlen sich die Parteien gegenüber ihren Wählern freier und unabhängiger und sind geneigter, rein sachlichen Erwägungen mehr Rechnung zu tragen, wenn die Neuwahlich, daß die christlich- soziale Partei, wie wir hören, einer len nicht unmittelbar vor der Türe stehen. Das ist be= dauerlich, aber angesichts der Vielgestaltigkeit des deutschen Parteiwesens und besonders angesichts eines so erbitterten Wahlkampfes wie des bevorstehenden erklärlich. von Und das ist es auch in erster Linie, was die Aussichten der Reichsversicherungsordnung so zweifelhaft erscheinen läßt. Man könnte wohl sagen, daß die Aussichten dieser Vorlage günstig wären, wenn nicht die zu ihrer Verabschiedung noch zur Verfügung stehende Zeit so kurz wäre. Denn bei allen bürgerlichen Parteien besteht der ernste Wille, etwas zustande zu bringen. Ob es aber möglich sein wird, bleibt trotzdem fraglich. Die Tendenz der Mehrheitsparteien und der Regierung geht dahin, bei Gelegenheit dieser Vorlage die Herrschaft der Sozialdemokratie in den Krankenkassen zu brechen, indem in das Gesetz Bestimmungen aufgenommen werden sollen, durch die den Arbeitgebern ein größerer Einfluß auf die Verwaltung der Krankenkassen eingeräumt wird. Man wird es unter diesen Umständen verstehen, daß die Sozialdemokratie sich mit Händen und Füßen dagegen sträubt, derartige Bestimmungen Gesetz werden zu lassen. Aber man geht in den Reihen der Sozialdemokratie anscheinend noch viel weiter. Wegen der erwähnten Be stimmungen macht sich in ihren Reihen eine starke Agitation gegen das ganze Gesetz geltend und der„ Vorwärts", das Zentralorgan der Partei, sucht bereits in einer Artikelreihe nachzuweisen, daß die Reichsversicher ungsordnung den Arbeitern gar keine Vorteile bringe, ja eigentlich als ein Ausnahme- Gesetz gegen die Arbeiter zu betrachten sei. Eine solche Argumentation geht natürlich weit über das Ziel des Berechtigten hinaus und stellt die Tatsachen geradezu auf den Kopf. Es sei nur erwähnt, daß durch die Reichsversicherungsordnung allein 5 Millionen Personen mehr des Segens der Versicherungsgesetzgebung teilhaftig werden sollen. Wollte die sozialdemokratische Fraktion tatsächlich deswegen, weil der Einfluß der Partei auf die Verwaltung der Kranfenkassen eingeschränkt werden soll, das ganze Gesetz zu Fall zu bringen versuchen, so würde sie damit schwer lich den Interessen der Arbeiterschaft dienen, sondern die augenblicklichen Parteiinteressen denen voranstellen, denen sie dienen will. Sie würde eine schwere Verantwortung Mörs, 21. April. Die„ Kreuzztg." brachte vor einigen Tagen einen Bericht über eine Versammlung der ,, vereinigten nationalen Parteien" im Wahlkreise Mör s= Rees. In dem Bericht heißt es u. a.: daß die Hoffnung besteht, daß in genanntem Kreise die bisherige Verständigung zwischen dert nationalen Parteien wieder herbeigeführt wird. Eine sogenannte Sammelkandidatur aller rechtsstehenden Parteien ist aber dadurch unmög( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. von Dr. A. Peppler begründet wurde, ist seit dem 1. April d. Js. von Preußen übernommen und an den Frankfurter öffentlichen Wetterdienst angegliedert. -n Herbstein, 20. April. Bei der gestern stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Herr Engelbert Schneider einstimmig wiedergewählt. Die große Beliebtheit, deren sich Herr Sch. zu erfreuen hat, ließ in niemandem den Gedanken auftommen, ihm einen Kandidaten gegenüberzustellen. Am Abend brachte die ganze Bevölkerung dem Wiederge= wählten eine Ovation dar, bei der von dem Gesang= verein einige Chöre vorgetragen wurden. * Bad Nauheim, 17. April. Am 16. April ist die Saison offiziell eröffnet worden. Der hess. Staat ist auch in diesem Winter im Ausbau des Weltbades weiter tätig gewesen. Die schon so lange und vielbesprochene Sprudelfassung ist zur Ausführung gekommen, ebenso sind die neuen Trinkanlagen fertiggestellt. * Offenbach a. M. Der Kreistag des Kreises Offenbach wird demnächst über die Erbauung einer elettrischen Bahnverbindung zwischen Seligenstadt und Of= fenbach beraten. Diese elektrische Bahn soll bekanntlich ihren Ausgangspunkt im rechts mainischen Bezirksamtsstädtchen Alzenau nehmen, bei Seligenstadt den Main überbrücken und dann meist auf der Kreisstraße nach Offenbach geführt werden. -c- Darmstadt, 18. April. In verschiedenen aus= wärtigen Blättern wurden allerlei Kombinationen verbreitet über die Ersahwahl eines LandtagsAbgeordneten für den Stadtkreis Darmstadt, an Stelle des bisherigen Abg. Dr. Glässing. Es haben aber, wie wir auf Grund zuverlässiger Erkundigungen mitteilen können, bisher keinerlei Verhandlungen stattgefunden bezw. Ausstellung eines Kandidaten. Dr. Bastian, der von der„ Frks. 3tg." als Kandidat aufgestellt war, ist überhaupt noch nicht um Uebernahme der Kandidatur angegangen worden. Die Kandidatenfrage wird sich erst in den nächsten Tagen entscheiden. * Alsfeld. Vergangene Woche beendeten sowohl die Gewerbeschule wie auch die Land w. Winterschule ihr Schuljahr. Beide waren verhältnis= mäßig gut besucht, erstere zählte 38, letztere 47 Schüler. - Wetzlar, 21. April. Die vom Biebricher Bürgerverein ernannte Deputation für Erhaltung der Unteroffizierschule wurde vom Kriegsminister, der zurzeit in Wiesbaden zur Kur weilt, in Audienz' empfangen. solchen nicht zustimmt, sondern an der von ihr aufge- Die Unterredung ergab, daß an der Verlegung der Unstellten Kandidatur Pfarrer Lic. Hein- Capellen festhalstellten Kandidatur Pfarrer Lic. Hein- Capellen festhalteroffizierschule nach Wetzlar nichts mehr zu än ten wird. Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. April 1911. er er= die b- Gießen, 21. April. Gestern vormittag tagte dahier im Saale des Hotel Schütz die diesjährige Ausschußsitzung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, die aus allen Teilen Oberhessens besucht war, sogar der hohe Vogelsberg hatte seine Vertreter gesandt. Der Vorsig ende, Lehrer Bu B- Leihgestern, eröffnete die Versammlung mit einer furzen Begrüßungsansprache, worin des schlechten Bienenjahres 1910 gedachte und die Hoffnung auf ein besseres für 1911 aussprach. Dann stattete der Rechner, Lehrer Ho z- Nidda, den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen 3403,73 M., Ausgaben 2996,77 Mt., der bare Kassenvorrat 406,96 Mt. Nachdem die Rechnung von 2 Mitgliedern geprüft und für richtig befunden worden war, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Der vom Vorsitzenden vorgetragene Voranschlag beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 2947,33 Mt., und wurde von der Versammlung gutgeheißen. Vom 6.- 10. Juni d. Js. findet unter Leitung von Lehrer Hensel- Hirzenhain ein Kursus für Anfänger und vom 25. Juni bis 1. Juli ein solcher für fortgeschrittene Imker statt; zu beiden Kursen werden noch Anmeldungen vom Vorsitzenden entgegengenommen. Die diesjährige 50. Wanderversammlung, mit der eine große Ausstellung von Erzeugnissen der Bienenzucht und einschlägigen Geräten, sowie eine Verlosung verbunden ist, wird anfangs Juli d. Js. auf der Liebigshöhe abgehalten werden. Zu ihr wird der Vorstand eine Festschrift herausgeben, welche die Entwickelung und Verbreitung der Bienenzucht in Ober= hessen sowie des Vereins enthalten wird. Zu Prämiierungszwecken sind bereits mehrere Ehrenpreise gestiftet, u. a. von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Hessen. Lose a 50 Pfg. sind bereits in den hiesigen Geschäften zu haben. * Gießen, 21. April. Die Wetterdien ststelle an der Landesuniversität Gießen, welche 1903 dern sei. Als Ersatz soll aber Biebrich eine Unteroffizier- Vorschule erhalten. == Limburg, 20. April. Vor einigen Tagen wurde in der Nähe des Westerwaldortes Thalheim eine Tropfstein höhle entdeckt. Da herabgefallenes Gestein den Weg versperrte, konnte man nur auf eine furze Strecke in der Höhle vordringen. == Gladenba ch, 21. April. Wegen Unterschlagung wurden Dienstag abend zwei Poſtaſſistenten von hier verhaftet. * Marburg, 20. April. Die Beerdigung des Landtagsabgeordneten Landrats v. Negelein gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. In dem Leichenzuge, dem die Jägerkapelle voranschritt, bemerkte man viele auswärtige hohe Beamte und Militärs. Dillenburg, 21. April. Die Einweihungsfeierlichkeiten für die Neubaustrecke Dillenburg- Biedenkopf finden am 28. d. Mts. statt. Der Festzug geht vormittags 11.10 Uhr von Biedenkopf ab. Ankunft in Dillenburg 3½ Uhr, Festessen um 4 Uhr im Kurhause. Frankfurt, 21. April. Jm Städt. Schlachtund Viehhof finden sich jetzt an den Hauptwerktagen regelmäßig Händler und Metzger aus Baden, Württemberg und dem Elsaß ein, um hier Großvieh zu kaufen. Seitdem nämlich in den genannten Ländern kein französisches Vieh mehr eingeführt werden darf, herrscht dort eine große Knappheit an Großvieh. Durch die starke Kauflust der Süddeutschen wird der hiesige Markt wesentlich beeinflußt. Frankfurt, 21. April. Am Mittwoch fand eine Kommissionssitzung des Milchhändlervereins statt, in der mitgeteilt wurde, daß jetzt genügend einheimische Milch vorhanden sei. Eine Anzahl Landwirte, die bisher 17 Pfg. verlangten, sind mit dem Preise heruntergegangen. Die Beziehungen zu den dänischen Lieferanten sollen aber nicht abgebrochen werden. Trier. Bei einer Uebung des hiesigen Feldartillerieregiments stürzte ein Geschütz in vollem Fahren um. Ein Kanonier wurde getötet. Herbst oder Frühjahr? Das Raten nm den Termin der Reichstagswahlen. itun Es steht, wie wir berichteten, jetzt fest, daß die Reichsregierung gewillt ist, den Reichstag Anfang Oktober einziberufen, damit er die im Sessionsabschnitt Ostern- Pfing= ften, der Hauptsächlich durch die Reichsversicherungsordnung ausgefüllt werden soll, unerledigt gebliebenen Gesetzentwürfe burchberate. In freikonservativen Blättern taucht weiter die Nachricht auf, diese im Herbst beginnende Session werde, wenn es nach dem Willen der Regierung gehe, bis Ende Januar verlängert werden und zwar genau bis zum 25. Januar 1912, dem Tage der Hauptwahlen von 1907 nach der Reichstagsauflösung vom 13. Dezember 1906. In einigen Zeitungen wird dieses Gerücht verspottet. Nach Erkundigungen der Münch. N. N." hat es gleichwohl einen ernsten Hintergrund, der durch ein Wort des Abg. Erzberger blißartig erleuchtet wird. Im„ Tag" vom 16. April beschäftigt sich dieser Zentrumsabgeordnete mit der Entwickelung der Retchsfinanzen und läßt dabei den Satz einfließen:„ Wenn der Etat für 1912, der dem Reichstag noch vorgelegt werden könnte, nach den erprobten Prinzipien von 1910 und 1911 aufgestellt wird, dann wird er schon einen erflecklichen Ueberschuß in der Aufstellung zeigen." Wie das genannte Blatt zuverlässig erfährt, ist das nicht so leicht hingeredet. Es besteht in der Tat an manchen einflußreichen Regierungsstellen und bet führenden Personen der Konservativen und des Zentrums der Wunsch und der Plan, noch diesem Reichstag den Entwurf des Budget& für 1912 vorzulegen. Dabei geht man von folgenden Erwägungen aus: Der Etat für das kommende Jahr wird vermutlich ziemlich klar und einfach liegen. Die Finanzen bessern sich, man kann sogar an eine Reform der Zündstoffabgaben und der Fahrkartensteuer im Sinne einer Entlastung denken. Die Heeresausgabe wurde in diesem Jahre neu geregelt, beim Marineetat sinken die Bauten für große Schiffe. So darf man damit rechnen, daß die Etatsbe= ratung verhältnismäßig rasch vor sich gehen wird, schneller noch als in diesem Jahre. Nach Ansicht dieser Kreise läuft die Legislaturperiode nicht am 5. Jahrestage der Auflösung des letzten Reichstages, sondern erst am Haupttage der Neuwahlen ab. Wird der Etat im November dem Reichstag vorgelegt, was unschwer zu machen und auch früher schon geschehen ist, so stehen bis Ende Januar mehr als zwei Monate zur Beratung zur Verfügung, und das genügt vollauf zur Erledigung. Dann aber hat die Regierung frete Hand, die Neuwahlen zu einem ihr passenden Termin im Frühjahr anzusetzen, da sie nur bei einer Auflösung des Reichstags an die feste Frist von sechs Wochen gebunden ist und zudem thren Etat für 1912 erledigt hat. So die Annahme in manchen Regierungs- und Reichstagskreisen, die von ihnen sehr lebhaft als Projekt erörtert wird. Eine andere Frage ist freilich, wie das zitterte Blatt weiter dazu bemerkt, ob sie damit an der entscheidenden Stelle durchdringen werden. Daß der Reichskanzler sich bereits in diesem Sinne schlüssig gemacht hat, glauben wir nicht, und selbst wenn das geschehen sollte, halten wir an den wiederholt geäußerten 3wetfeln fest, ob der Plan wirklich durchführbar ist. Aber daß er besteht, ist Tatsache, und es ist notwendig, daß man sich mit ihm ernsthaft beschäftigt. Barenbesuch und Reisedispofitionen des Kaisers. Nach einer Meldung aus Frankfurt sollte der Besuch des Zarenpaares in Schloß Friedberg im Juli d. J. seinen Anfang nehmen, und gleichzeitig waren mit dieser Nachricht bestimmte Angaben über den Austausch von Besuchen zwł= schen dem Kaiser und dem russischen Herrscher gemacht worden. Wie die Inf." demgegenüber erfährt, beruhen diese Meldungen lediglich auf privaten Kombinationen, so daß demnach das Eintreffen des russischen Kaiserpaares zu der angegebenen Zett nicht zu erwarten ist. Der russische Hof hat bisher über einen Besuch des Zaren mit seiner Gemahlin in Friedberg noch nichts Bestimmtes verlauten las= sen. Es besteht aber die Möglichkeit, daß die russischen Herr= schaften auch diesmal, und zwar im Herbst, in Deutschland Aufenthalt nehmen werden.- Bezüglich der Rückreise aus Korfu hat sich der Kaiser einen bestimmten Termin vorbe= halten. Es ist anzunehmen, daß der Monarch Anfang Mai Korfu verlassen und den Fürsten von Fürstenberg in Donaueschingen sowie dem Hofe in Karlsruhe einen Besuch abstatten wird, um dann vom 10. bis 13. Mat im Schlosse zu Wiesbaden Wohnung zu nehmen und den Theatervorstellungen beizuwohnen. Von Wiesbaden erfolgt die Reise nach England, wo in London am 16. Mai die Enthüllung des Denkmals der Königin Viktoria stattfinden foll. Am 22.Mai findet die Eröffnung der neuen Rheinbrücke in Cöln statt, wobei gleichzeitig die Enthüllung des Katfer Friedrich- Denkmals stattfinden soll. Abends tst ein Festmahl im Gürzenich sowie eine Rheinbeleuchtung geplant. Von Cöln aus begibt sich das Kaiserpaar nach Wilhelm 8- Höhe. Möglich ist, daß Kaiser Wilhelm dem Festakt aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Genossenschaft freiwilIger Krankenpfleger im Kriege vom Roten Kreuz, der im großen Saale der Berliner Kriegsakademie stattfinden soll, am 25. Mai beiwohnen wird. 19) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm ck e. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Ernennung des Geh. Regierungsrats Brückner zum Gouverneur von Togo weckt die Erinnerung an die stürmischen Kolonialdebatten in der ersten Session des gegenwärtigen Reichstags, die noch im Zeichen des BülowBlods stand. Der jetzige Gouverneur von Togo, Geh. Regierungsrat Edmund Brückner ist im Jahre 1906 dadurch bekannt geworden, daß er mit dem Zentrumsabgeordneten Noeren in der Angelegenheit Wistuba verhandelte, die den Ausgangspunkt des Streites Dernburg- Roeren bildete. Das Zentrum hatte damals der Kolonialverwaltung Bedingungen stellen wollen. Abg. Roeren bestritt im Reichstage den Zusammenhang dieser Verhandlungen mit der Stellungnahme des Zentrums zum Kolonialetat und sprach von einem„, grünen Assessor". Dieser grüne Assessor war Herr Brückner, der in so kurzer Zeit es bis zum Gouver neur von Togo gebracht hat. ( Nachdruck verboten.) Nachdem Hardi sich vorgestern abend aus des Rentmeisters Kontor entfernt hatte, durchmaß dieser wohl hundertmal den weiten Raum und war in so düstere Gedanfen versunken, daß er selbst seine Arbeit vergaß, was sett dreißig Jahren wohl kaum passiert war. Ueber verlorene Söhne mußte er nachdenken. ,, Armer Herr," sagte er vor sich hin ,,, wirst Dich mit mir trösten müssen. Beide haben wir einen verlorenen Sohn! Verschweige ich es auch, was er von mir gewollt, morgen ist es vielleicht schon stadtbekannt. Ach, und dann der Jammer? O Gott, o Gott, übe Barmherzigkeit!" -- Zu dem vielerörterten Thema„ Ballonflüge über Festungsstädte" und über die Handhabung dieser Verordnung durch die Militärbehörde erfährt der„ Sann. Cour." von gutunterrichteter Seite, daß fortab in den Festungsstädten alle Ballonaufstiege ohne Ausnahme der Militärbehörde angezeigt werden müssen. Flugapparate dürfen nicht höher als 20 Meter steigen. Durchweg wird den Freiballons der Aufstieg gestattet, wenn es sich um vaterländisch gesinnte Personen handelt und wenn der Luftschiffverein die Gewähr für die Mitfahrenden übernimmt. Unter keinen Umständen indessen wird für Passagierfahrten die Erlaubnis erteilt werden. In einer Verfügung der Minister des Innern und der Eisenbahnen wird fategorisch ausgesprochen, daß Passagierluftschiffen unter feinen Umständen der Flug über Festungsgelände zu gestatten sei, weil die Führer eine Gewähr für die Mitfahrenden nicht übernehmen können. Mit diesem Ausruf sank er in seinen Stuhl nieder, stützte das sorgenschwere Haupt auf die Ellenbogen und fühlte sich auf einmal sehr alt und hinfällig. Vergebens versuchte er, seine Arbeit fortzusehen, das schwirrte und summte ihm im Kopfe, als wäre er plötzlich schwer frank geworden, als könnte er überhaupt keinen klaren Gedanfen mehr fassen.„ Muß mich stark erfältet haben!" stöhnte er, sich mühsam erhebend. Da es lange nach sieben ühr, so legte er die Bücher beiseite und wollte nach Hause gehen. Eo zerstreut war er, daß er vergaß, die Lampe auszulöschen und seinen Schlüsselbund zu sich zu stecken. Das war ihm auch noch nicht passiert. * Die Kommission für das Strafgesetzbuch, die am 4. April ihre Arbeiten aufgenommen hatte, wird sie in den nächsten Tage fortsetzen. Man hofft, daß sie die Arbeiten bis zum Frühjahr 1912 beendet hat, so daß unter Umständen schon der Reichstag in der Session 1913 sich mit dem neuen Strafgesetzbuch befassen kann. Die Beratungen der Kommission dürften eine Grundlage schaffen, der auch der Reichstag zustimmen kann. Die Regelung des Strafvollzugs wird sich erst später ausführen lassen, wenn das Strafgesetzbuch in allen Punkten feststeht. Als der Rentmeister wankenden Schrittes seines Wohnung betreten, da hatte er auf seiner Frau besorgte Fragen nur die Erwiderung:„ Will gleich zu Bett gehen. Bin etwas überangestrengt. Morgen wird alles gut sein." Zu seiner Verwunderung sah Weltersdorf, wie er um elf Uhr aus dem Dorf zurückkehrte, noch Licht in des Rentmeisters Kontor. Was könnte das zu bedeuten haben? Vanderbilt Hills Nachfolger? Ueber den vermutlichen Nachfolger des bisherigen amerikanischen Botschaf= ters in Berlin erfährt die„ B. 3. a. M." aus Neuyork, daß neben John Hays Hamond in erster Linie Cornelius Vanderbilt in Betracht komme. Hamonds Name tritt deshalb so häufig in den Vordergrund, weil er als Spezialgesandter zur Krönung nach London geht, während man von Cornelius Vanderbilt weiß, daß er beim deutschen Kaiser sehr beliebt ist, und man meint, Präsident Taft werde vielleicht gerne einen Industriefürsten nach einem Lande schicken, in dem solche Eigenschaften mehr Anerkennung finden als in anderen Ländern. Wieder schlich er an die Tür und lugte durch einen Große Arbeitskämpfe in den nordischen Ländern bereiten sich vor. Die Lage des Arbeitsmarktes in Dänemark wird nachgerade beunruhigend. Am Dienstag sind die Berhandlungen der Tischler gescheitert, am Mittwoch verhandelten die Klempner und Holzarbeiter, ob mit besserem Erfolg, ist zweifelhaft. Auch in Norwegen herrscht scharfe Spannung zwischen Arbeitern und Arbeitgebern und in Schweden verschärft sich die Lage ebenfalls ständig. In Arbeiterkreisen glaubt man, daß die Arbeitgeber der drei nordischen Länder sich geeinigt haben, gleichzeitig den Kampf aufzunehmen. Die stolzen Serben. Die serbische Presse fährt fort, die vereinbarte Zusammenkunft der Kaisers Franz Josef mit dem König Peter als durchaus unbeliebt im Volke zu besprechen. Sie behauptet, die öffentliche Meinung fönne sich hierfür keineswegs erwärmen, geschweige denn begeistern. Manche Blätter, darunter das der Verschwörer, ge hen in ihren Angriffen gegen die Regierung noch viel weiter und fordern König Peter direkt auf, vorher der Krone zu entsagen, falls er wirklich zur Kniebeuge nach Budapest gehen wolle. Die megitanischen Revolutionäre haben als erste Bedingung für den Abschluß eines dauernden Friedens den Rücktritt des Präsidenten Diaz gefordert. Ueber seinen Nachfolger sollen die Neuwahlen entscheiden. Ob es wirk lich zu einer Einstellung der Feindseligkeiten kommen wird, ist noch sehr zweifelhaft. Kleine Nachrichten. Die Auflaffung des Tempelhofer Feldes hat am Mitte woch vor dem Amtsgericht Berlin- Tempelhof stattgefunden. Damit ist das westliche Tempelhofer Feld endgültig in den Besitz der Gemeinde Tempelhof übergegangen. Acht Millionen Fahrgäste hat die große Berliner Stra ßenbahn in den Tagen vom Karfreitag bis zum dritten Feiertag befördert. Das ist eine Zahl, wie sie bisher nur selten übertroffen worden ist. Sie bedeutet eine Zunahme gegen Ostern des Vorjahres um 900 000. fleinen Spalt hinein. Da sich niemand drinnen befand, die Tür auch verschlossen war, so konnte er nur vermuten, daß Raben vergessen, die Lampe zu löschen. Einer seiner Schlüssel paßte zu dem Türschloß. Er öffnete ste also, um das Licht auszublasen. Da sieht er das Schlüsselbund auf dem Tisch liegen. Sofort ist sein Plan gefaßt:„ Eine günstigere Gelegenheit kann sich einem nicht bieten!" ruft er aus. ,, Rann gerade gut ein paar tausend Mark brauchen." Zunächst überzeugte er sich, daß nicht irgend ein Späher lauschte und daß im Schloß sonst nirgendwo Licht brannte. - Ein Hundertjähriger gestorben. In Salzwedel ist am Mittwoch Pastor em. Karl August Güssow im Alter von 102 Jahren an Herzlähmung gestorben. Er war am 13. Januar 1809 geboren und erfreute sich bis zuletzt einer außerordentItch guten Gesundheit. Hauptmann v. Oidtmann, der Führer des in Dresden am Ostersonntag verunglückten Ballons„ Nordhausen", ist seinen Verletzungen erlegen. Die übrigen Verunglückten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Alles schläft.- ,, Vorzüglich! Entweder der alte Raben oder, was noch weit wahrscheinlicher, Hardi muß für den Dieb gelten. Uebrigens könnte hier auch leicht ein Spizzbube durch das Fenster eingedrungen sein. Will, damit diese Vermutung nicht ausgeschlossen, alles danach einrichten." Der Papst leidet an einem leichten Gichtanfall und hat daher seine Absicht, am Donnerstag in seiner Privatkapelle Messe zu lesen aufgegeben. Er hat indes am Mittwoch einige Audienzen erteilt. Ein deutscher Bierpalast in Paris. Die Direktoren der Berliner Braueret Pazzenhofer sind in Paris eingetroffen, um die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen, nach denen an der belebtesten Stelle der Pariser großen Boulevards ein großer deutscher Bierpalast nach Berliner Muster errichtet werden soll. Das Unternehmen wird von der Pazenhofer Brauerei cingerichtet. Er lockert die Riegel, so daß die Fenster nur fest an gelehn: schienen, dann öffnet er den Schrank. Das Päckchen, welches der General dem Rentmeister vor ein paar Tagen zum Auszahlen der Leute gebracht, fällt ihm zunächst in die Hände. Außer diesem liegen in demselben Fach noch einige Rollen Goldgeld. Auch das reißt er an sich. dem G richftraf vor ein ratmete Straße bauung mehr a grunde ein röm ift im S teilt de über lie Ein Franz von 3a Mittwo Wechse L. aber pofibri gehens Teine barer Ne Rohrwa Sof des Bere Un feftgefte bann, anderen Muffe Auf Schwab Schrobe Jerbedar fechs M denstell Ka die P vereins feine L reajtzeit noch au mußte längere Kinderr geführt und an Umständ gestellt nicht zu perein der nä chloffen Mann Doch sch en mit Die feit morgen, Ein seltener Fall in der Tierwelt ist in Burglengenfeld in der Oberpfalz zu beobachten. Dort haben sich Nachteulen in einem Taubenschlage eingenistet und brüten friedlich neben den Tauben, die sich anfangs verzogen hatten, dann aber doch wieder in den alten Schlag zurückgekehrt sind und sich jetzt vollständig an die Eindringlinge gewöhnt haben. Nach seiner Vermutung mußte das alles Geld sein, was sich augenblicklich im Tresor befand. Es genügte ihm vorläufig auch. Denn e swaren fünfzehnhundert Mark. Nachdem er den Geldschrank wieder verschlossen und das Schlüsselbund auf den Tisch gelegt, verließ er das Kontor, ohne die Lampe zu löschen. Ein rücksichtsvoller Mörder. Der Grubenarbetter Matthias Plasa in Königshütte, der seine Geliebte aus Etfersucht erschoß, hat sich selbst der Polizei gestellt. Man fand in seiner Tasche einen Brief, in dem er seine Eltern bittet, nicht zum Begräbnis zu kommen, wenn er geköpft werden sollte. Einer gefährlichen Spielerei ist in Borbeck t. W. cin Knabe zum Opfer gefallen. Spielgenossen banden einem 7jährigen Knaben eine Blechbüchse auf den Rücken, füllten diese mit Petroleum und entzündeten das Petroleum. Der Knabe erlitt schwere Brandwunden, an denen er sofort starb. Ueber die Verzweiflungstat einer Mutter wird aus Bietigheim in Württemberg gemeldet: Mittwoch früh stürzte sich die Frau des Arbeiters Fischer mit zwei Mädchen im Alter von 6 Monaten und 2 Jahren und einem Knaben von 4 Jahren in die Enz. Der Knabe konnte gerettet wer den, während die Frau und die Mädchen ertranfen. Punkt acht Uhr betrat der Rentmeister am nächsten Morgen seine Arbeitsstätte.- Der unangenhme Dunst im Zimmer und der noch glimmende Docht der Lampe verrieten ihm ebenso wie das Schlüsselbund auf dem Tisch, daß er gestern abend recht leichtsinnig gewesen. Er machte sich bittere Vorwürfe deshalb. riß die Fenster auf und Drei tödliche Unglücksfälle von Kindern haben sich in der Nähe von Leer( Ostfriesland) ereignet. Das 2% jährige Söhnchen eines Arbeiters in Heisfelde fiel in einen Graben und ertrank. Der 4jährige Sohn eines Kolonisten zu Westrhauderfehn trank aus einer Schnapsflasche und starb bald darauf an Alkoholvergiftung. Die 4jährige Tochter einer Witwe zu Ostrhauderfehn lief beim Spielen in eine Dunggabel. Die Zinken drangen der Kleinen in die Schläfe, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Aus dem Reiche der Technit. Der Erfinder der Knorrbremse nestorben. Am 15. d. M. starb in Davos nach langer Krankheit Georg Knorr, der Gründer und frühere Leiter der Knorr- Bremse- A.- G. in Borhagen- Rummelsburg. Mit ihm verliert die deutsche Industrie eine ihrer marfantesten Persönlichkeiten, einen Erfindergeist, der nicht mit Unrecht mit dem des bekannten Amerikaners Westinghouse verglichen wurde. Wie bet Westinghouse, war auch bei Knorr das Gebiet, auf dem sich sein Erfindergeist besonders betätigte, das der Luftdruckbremse, und wie die Westinghousebremse heute jedermann geläufig ist, so ist auch dem Deutschen die Knorrbremse seit vielen Jahren bekannt. Georg Knorr entstammte einer ostpreußischen Gutsbesißerfamilie. Die nach ihm benannte Knorrschnellbremse ist heute bei den preußischen Staatsbahnen und vielen ausländischen Eisenbahnen eingeführt. Vermischtes. Die erste Ballonfahrt mit Neuengammer Erdgas wurde Ostermontag vom Hamburger Verein für Luftschif= fahrt mit dem 2200 Kubikmeter fassenden Freiballon Harburg III" unternommen. Der Versuch gelang vorzüglich. Anstelle der vorher berechneten 20 Sad Sandballast konnten 39 Sad mitgenommen werden. Der mit zwei Offizieren besetzte Ballon landete nach ca. fünfstündiger Fahrt glatt bei Goldberg in Mecklenburg. Es ist dies wahrscheinlich die erste Luftballonfahrt, die mit reinem Erdgas ausgeführt wurde. Ein dritter Eispalast hat am Mittwoch vormittag in Berlin seine Pforten geöffnet. Der Admiralspalast auf wollte sein Versehen durch doppelten Eifer wieder gut machen. - Wie er den Geldschrank öffnete, um demselben ein paar Dokumente zu entnehmen, bemerkte er den Verlust des Geldes.- Sein erster Gedanke ist:„ Du hast es durch Deinen Leichtsinn verschuldet! Und der zweite ist:„ Der junge Herr ist der Dieb! Er hat das Licht gesehen und ist durch das Fenster hereingekommen. Das war ja nicht geschlossen. O Gott, o Gott!" Wie der alte Mann noch ratlos dasteht, öffnet sich die Tür und der General tritt ein, sehr aufgeregt und in übelster Laune. - M. Tebe Arbeit rätschaft Es war felbftän ben au hen ein einswi Arbeit Erfrisch Bier( p pflicht e brachter Ret Retlame Oldenb die neu weißes brochen rfaßt Fabrita Anzahl Was v den all und nu chenfä fangs bie An Herr, gisch d Speisen ein bef In Zahl nebst fe verhafte die Echt bietet T drude. pelaufdr Hindet e bant so tut, zeig weitere haben d Der fomitee auf 12,75 ,, Nun denken Sie einmal an, Herr Raben, was mir da alles über den Hals kommt!" ruft er aus.„ Der Hardi ist zurückkommandiert nach der Residenz. Ist mir sehr unangenehm, daß man das so ganz hinter meinem Rüden getan, als wäre ich wirklich total falt gestellt. Nun, das werde ich verschmerzen. Aber mein Aeltester hat mir eis nen bösen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich spreche mich offen gegen Sie aus, lieber Raben. Die Spekulationen dort im Ausland, die uns so sehr gewinnbringend dünkten, mich ganz besonders, sind fehlgeschlagen. Er hat nicht nur nichts gewonnen, sondern recht erhebliche Verluste gehabt. Soeben bittet er mich telegraphisch um sechstausend Mark. Muß also Ihre Kasse plündern, werde bis morgen Ersatz schaffen. Sie haben doch soviel hier?" Was sollte der alte Mann antworten? Natürlich, eingestehen, daß die Kasse bestohlen ist über Nacht, weil er vergessen, die Schlüssel mit sich zu nehmen und das Licht zu löschen. Aber das ist ja unmöglich! Hardi ist doch zweis fellos der Dieb. Nein, nein, nicht den unglücklich machen, nicht so ein junges Leben gänzlich verpfuschen. - - Zum erstenmal wird der alte Raben zum Lügner. Bebend an allen Gliedern, antwortet er seinem Herrn: „ Exzellenz, es ist leider nicht so viel da!" ( Fortsetzung folgt.) ma befte Rinder Hellung Der Entr Deutschen englischen ebenso bi hun, daß rufen far igion Die Des Aus Samon Haftung hifterium Cherann Gebäufid Ausland gehören. gebaut, e hotels in Reparatu am Mitt tgefunden. lig in den ner Stra m Sritten sher nur Bunahme el ist am er von 102 3. Januar Berordent Dresden ufen", ift inglidten und hat vattapelle Mittwoch toren der getroffen, nach de n Bouleer Muster von der engenfeld tachteulen friedlich ten, dann tehrt find gewöhnt narbetter aus El Man fand ern bittet ft werden . 23. cin en einem n, füllten eum. Der er sofort bird aus üh stürzte dchen im Knaben ettet wer 1. en sich in % jährige Graben zu Westtarb bald ter ciner e Dung Schläfe, fo Im 15. 5. norr, der A.-G. in tsche In inen Gr bekannten Wie bei † dem sich Luftdruc edermann remse seit nte einer benannte Staats ingeführt. - Erdgas Ton Sar Luftschif Dorzüglich. last fonn wei Offi Jer Fahrt es wahr: nem Erdmittag in alaft auf eder gut elben ein Verlust es durch ist:„ Der ehen und ja nicht ffnet fid t und in was mir Der Hardi mir sehr m Rüden Nun, das t mir eiSch Spreche Spetula bringend Er hat iche Ver um sechsn, werde el hier?" Natürlic acht, weil das Licht Doch zweis ht so ein Lügner. In Seren: dem Grundstück des alten Admiralsgartens in der Friedrichstraße, gegenüber dem Bahnhof Friedrichsstraße, wurde vor einem geladenen Publikum eröffnet. Das 4200 Quadratmeter große Grundstück erstreckt sich von der FriedrichsStraße bis zur Prinz- Louis- Ferdinandstraße. Die Be bauung des Grundstücks hat einen Kostenaufwand von mehr als 12% Millionen Mark verursacht. Im Vordergrunde der Bauanlage in der Friedrichsstraße befindet sich ein römisches Cafee, das zwei Geschosse durchzieht, darüber ist im Hauptobergeschoß ein Lichtbildertheater. Den Hauptteilt des Riesenetablissements bildet die Eisarena. Darüber liegen die Thermen, ausgesprochene Lurusbäder. Ein höflicher Defraudant. Der 21jährige Buchhalter Franz Licznersti, der bei dem photographischen Institut von Zander u. Labisch in Berlin angestellt war, sollte am Mittwoch bet einem Geschäft in der Mohrenstraße einen Wechsel über 2500 Mark einlösen. Statt dessen behielt L. aber das Geld bei sich, schrieb seinem Chef einen Rohrpostbrief und bat ihn um Entschuldigung ob seines Vergehens. Er halte es für zwedmäßiger, das Geld für seine Person zu verwenden. Er wolle es aber in„, absehbarer Zeit" in Raten wieder zurückerstatten. Neue Erfolge der Wünschelrute. In München hat der Rohrwart Kurringer vom städtischen Wasserbauamt im Sof des Schauspielhauses mit der Wünschelrute eine gröBere Undichtigkeit in der Feuerlöschleitung unter der Erde festgestellt. Direktor Stollberg vom Schauspielhause hat dann, da die Wasseruhr immer noch Störung zeigte, am anderen Tage allein mit der Wünschelrute eine undichte Muffe an der Nuzwasserleitung unter der Erde gefunden. Auf freiem Gelände in einer wasserarmen Gegend Schwabens, auf einer Einöde zwischen Petershausen und Schrobenhausen, wo ein 50 Meter tiefer Brunnen den WasJerbedarf nicht zu decken vermochte, ist von Kurringer in fechs Meter Tiefe ein quantitativ und qualitativ zufrie= denstellendes Wasser gefunden. Kameradschaft. In der Gemeinde M.... war, wie die Parole" berichtet, das Mitglied des dortigen Kriegerpereins, Kamerad M., seit längerer Zeit frank, so daß er Jeine Ländereien als Gemüsebauer im Frühjahr 1910 nicht rechtzeitig bestellen konnte. Seine Frau, die zu Anfang noch auf dem Land mit tätig war, erkrankte ebenfalls und mußte sich einer ärztlichen Operation unterziehen, die ste längere Zeit ans Bett fesselte. Hierzu gesellte sich bei den Kindern noch Diphtheritis, so daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten, wo zwei ihrer Krankheit erlagen und an einem Tag beerdigt wurden. Daß unter solchen Umständen die ganze Ernte des Kameraden M. in Frage gestellt war, troh fräftigen Eingreifens der Geschwister, ist nicht zu verwundern. Da zeigte sich die in dem Kriegerperein herrschende Kameradschaft im schönsten Licht. In der nächsten Vereinsversammlung wurde kurzerhand beIchlossen: Sonntag morgen stellt jeder Kamerad einen Mann oder eine Frau zur Arbeit bei dem Kameraden M. Doch schon Sonnabend nachmittag waren etwa zehn Frauen mit flinten, arbeitsgewohnten Händen damit beschäftigt, die feineren Anpflanzungen zu säubern. Am Sonntag morgen, als taum der Tag graute, wurde es bei Kamerad M. lebendig auf dem Ader, etwa 30 Handfeste, an schwere Arbeit gewohnte Männer traten mit den notwendigen Gerätschaften an, um in Ordnung zu bringen, was nötig war. Es war eine helle Freude, die Kameraden, die fast alle felbständig waren, träftig wetteifern zu sehen. Einer wollte ben anderen überflügeln, und jeder setzte sein bestes Können ein für die Not des Kameraden. Doch auch der Vereinswirt wollte nicht zurückstehen. Da er als Laie bei der Arbeit nicht mithelfen konnte, sorgte er für eine tüchtige Erfrischung der Kameraden, indem er hundert Flaschen Bier spendete. In dem herrlichen Bewußtsein, eine Ehrenpflicht erfüllt zu haben, kehrten die Kameraden nach vollbrachter Arbeit in ihre Häuslichkeit zurück. Reklame auf Sundertmartscheinen. Eine eigenartige Reklameidee haben die Hansaautomobilwerke in VarelOldenburg zur Ausführung gebracht. Bekanntlich haben die neuen Hundertmarkscheine an der linken Seite ein weißes Feld, über dessen Zweck sich mancher den Kopf zer= rochen hat. Die Hansaautomobilwerke haben den Zwed erfaßt und die freie Fläche mit einer Reklame für ihre Fabrikate bedruckt. Mit dieser Reklame hat sie eine große Anzahl echter Hundertmarkscheine in den Verkehr gebracht. Was vorauszusehen war, traf ein, die echten Scheine wurden allgemein für unecht, für sogenannte Blüten gehalten und nun ergaben sich für ihre Besitzer die seltsamsten Zwischenfälle. Zuerst verweigerte die Reichspost, die ja anfangs die neuen Hundertmarkscheine überhaupt zurückwies, die Annahme der Hansascheine; am Stammtisch zerriß ein Herr, der seine Zweifel an der Echtheit des Scheines ener gisch dokumentieren wollte, die vermeintliche Blüte. Jm Speisewagen des D- Zuges Wilhelmshaven- Berlin wollte ein bekannter Großindustrieller einen solchen„ Blauen" In Zahlung geben, wurde für einen Faschmünzer angesehen, nebst seinem Begleiter in Stendal aus dem Zuge heraus verhaftet und nach kurzer Zeit, nachdem ein Bankfachmann die Echtheit bestätigt, wieder freigelassen. Tatsächlich verbietet teine gesetzliche Bestimmung derartige Reflameauflin. Es soll sich jetzt herausgestellt haben, daß er in Verbindung mit Hamon bei der Berechnung der Baukosten seit langer Zeit sehr große Summen unterschlug. Wie es deutschen Fremdenlegionären geht. Den„ Leipziger Neuesten Nachrichten" liegt der Brief eines deutschen Fremdenlegionärs vor, der in Saida in Garnison ist. Er war früher ein tüchtiger Landarbeiter mit mehrjährigen guten Zeugnissen, so daß man sich nicht recht erklären kann, wie er in der französischen Fremdenlegion sein Heil suchen fonnte. Daß er es dort nicht gefunden hat, beweist der oben erwähnte Brief, der an einen früher oft von ihm be= nutzten Stellennachweis in Frankfurt gerichtet ist. Der Fremdenlegionär schreibt:„ Geehrter Herr...! Bin jetzt in der französischen Fremdenlegion, wo es sehr schlecht aussieht. Hätte ich auf Ihre Ermahnungen gehört, es wäre nicht so weit gekommen. Denn Sie haben es immer gut mit mir gemeint. Das denkbar schlechteste Leben ist hier. Ungerechtigkeit über Ungerechtigkeit, Hunger und Glend. Ungerechte Strafen sind an der Tagesordnung. Die Löhnung sehr gering, ein Sous( 4 Pfennig) pro Tag. Sie werden es mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich Sie bitte, daß Sie mir 5 Mark schicken. Ich will sie Ihnen später zurückgeben gegen Zinsen und Zinseszinsen, denn ich habe die beste Aussicht, daß ich freifomme. Außerdem bitte ich höflich um Verzeihung, daß ich den Brief unfrankiert ge= schrieben habe. Ich wollte Ihnen gerne mehr schreiben, aber ich kann nicht, weil ich keine Zeit habe, denn hier ist sehr viel Dienst. Mit der Hoffnung, daß Sie noch gesund sind, verbleibe ich Ihr ergebenster. Die grausame Enttäuschung, die aus dem obigen Briefe spricht, wird keinem Deutschen erspart bleiben, der sich für die Fremdenle= gion anwerben läßt. Trotzdem finden sich immer wieder neue Opfer, die vielleicht ahnungslos ihrem Unglück ent= gegengehen. Deshalb ist Aufklärung in weitestem Umfange erforderlich, und dabei mögen solche Urkunden, wie der oben mitgeteilte Brief, gute Dinste leisten. Vier Offiziere im Schneesturm umgekommen. Wte der Londoner„ Daily Chronicle" aus Ottawa telegraphiert wird, sind vier Offiziere des Forts Mac Pierson in einem Schnee= sturm erfroren und verhungert. Die vier Offiziere begaben sich am 22. Dezember mit drei Hundeschlitten vom Fort Pierson nach Dawson City; sie kamen bis nach Perl River, 300 Meilen vom Fort Pierson entfernt. Dort überraschte sie ein Schneesturm, und sie irrten auf einer Strecke von 250 Meilen hin und her. Vom 28. Februar ab hatte man keine Nachricht mehr von ihnen. Ste wurden jetzt vollständig verhungert und eifroren am Fitzgerald aufgefunden. Ein Nachtwächter von Einbrechern geknebelt. Ein blutiger Kampf zwischen einem Wächter der Berliner Wachund Schließgesellschaft und zwei Einbrechern hat sich in der Nacht zum Mittwoch in den Fabrikgebäuden der Firma Bernhard Simon in der Ritterstraße 76 abgespielt. Als am Morgen der Fabrikraum geöffnet wurde, fand man auf dem Treppenflur den Wächter der Wach und Schließgesellschaft Franz Trampf geknebelt llegen. Sein Rock war an mehreren Stellen zerrissen, seine Hände ganz blutig, in seiner Nähe lag der blutige Säbel, außerdem zeigten sich überall auf dem Treppenflur starke Blutspuren. Nach der Schilderung des Wächters, der von seinem Knebel befreit wurde, ist er in der Nacht von zwet Einbrechern überfallen worden. Sie stürzten sich auf den Wächter, überwältigten ihn, wobei es nicht ohne einen harten Kampf abging, und knebelten ihn schließlich. Dann verschwanden sie. Die erste Blizableiterfegerin"- eine ganz neue weibliche Berufsart, die nicht allzuviel Konkurrenz erhalten wird hat sich in Landau in der Rheinpfalz etabliert. Ste heißt Frau Lina Hornbach, stammt aus Augsburg und hat vor wenigen Tagen in Kaiserslautern die Staatsprüfung eines Blizableitersetzers glänzend bestanden. Ihre Arbeit in luftiger Höhe wird sie in Hosen verrichten, für sie ist also das Hosenkostüm eine praktische Notwendigkeit. In Bayern, und zwar in Straubing, hat im vorigen Jahre eine andere Frau gleichfalls ein für ihr Geschlecht unge= wöhnliches Gewerbe ergriffen und durch Schlachten und Fleischaushauen die regelrechte Innungsprüfung eines Schlächtermeisters bestanden. Wissenschaft, Kunst und Eiteratur. Eine Weltsprache der Chemie Binnen kurzem wird in Paris der Internationale Bund der chemischen Gesellschaf= ten tagen und sich dabei mit der wichtigen Frage der Schaffung einer chemischen" Weltsprache beschäftigen. Die Fachsprache der Chemie leidet nämlich vorläufig noch an dem großen Uebelstande ,, daß die Chemifer einer Nation die der anderen nicht immer verstehen. Die chemischen Bezeichnungen sind zwar systematisch gebildet, so daß aus der Bezeich= nung eines Stoffes meistens seine genaue chemische Beschaffenheit erkennbar ist, aber es herrscht keine einheitliche Bildung dieser Bezeichnungen in den verschiedenen Sprachen, ja mit gleichen Endungen bezeichnen z. B. deutsche und französische Chemiker Stoffe, die chemisch von einander verschieden sind. Bei der Schaffung der chemischen Weltsprache werden erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden sein, da die Möglichkeit, chemische Bezeichnungen zu schaffen, ja von der Fähigkeit der verschiedenen Sprachen abhängig ist, zusammensetzungen zu bilden. Hierin ist die deutsche Sprache, die einfach Teilwörter aneinanderhängen kann, der fran= zösischen und der englischen überlegen, aber auch im deutschen macht der Name einer verwickelten organischen Verbindung häufig einen so unübersichtlichen Eindruck, daß der Chemifer lieber auf das Wort verzichtet ind nur die che= mische Formel angibt. druđe. Im Ausland findet man oft Banknoten, die Stem: Die Jagdstrecke des Kronprinzen in Indien. pelaufdruce, namentlich von Hotels tragen und niemand findet etwas dabei. Auch in Deutschland muß die Reichsbank so bedruckte Noten einlösen. Daß sie es nicht gern tut, zeigt der Umstand, daß sie die Hansawerke ersucht hat, weitere bedruckte Noten nicht auszugeben. Die Hansawerke haben dem Wunsche entsprochen. Der Krönungsbecher von Wallasy. Das Krönungstomitee der englischen Stadt Wallasy hat die Bestellung auf 12,750 Krönungsbecher, die es bei einer deutschen Firma bestellt hatte, zurückgenommen. Die Becher sollten an Kinder verteilt werden. Es entstand aber über diese BeStellung bei einer deutschen Firma ein gewaltiger Sturm der Entrüstung. Das Komitee entschuldigte sich, daß die deutschen Becher bedeutend billiger und besser seien als die englischen Proben. Nachträglich haben englische Firmen ebenso billige Angebote gemacht. Das Komitee entdeckte hun, daß es den Kontrakt mit der deutschen Firma widerufen fann, wozu es sich nun veranlaßt fühlt, um jeden Mißion aus dem Krönungsjubel auszuschließen. Die Unterschlagungen im französischen Ministerium Des Auswärtigen. Die Untersuchung gegen den Direktor Samon des Ministeriums des Aeußern hat jetzt zur VerHaftung eines anderen hohen Beamten des nämlichen Mihifteriums geführt, nämlich des Bauleiters Chedanne. Thesanne war mit der Herstellung und Unterhaltung aller Gebäulichkeiten betraut, welche sowohl in Paris, wie im Ausland zu dem Ressort des Ministeriums des Aeußern gehören. Er hat u. a. die französische Botschaft in Wien gebaut, er leitete den gegenwärtigen Bau eines Botschaftshotels in Washington und besorgte auch die umfangreichen Reparaturen am Botschaftshotel am Pariser Vlak in BerBet seiner Rückkehr von der großen Reise bringt, wie der Inf." aus Hoffreisen geschrieben wird, der Kronprinz etgenartige Erinnerungen mit, die in seinem Palais ausgestopft als Jagdtrophäen Aufstellung finden werden. Die Jagdstrecke, die der Kronprinz auf seiner Reise in Indien machte, ist weniger sehr groß, als eigenartig und betrifft ein Wild, das er wohl niemals mehr vor den Lauf seiner Büchse bekommen wird. Am interessantesten sind zwei Leoparden, die der Kronprinz am 19. Dezember in Heiderabad schoß. Der Kronprinz hat selbst die beiden Panther erlegt, die er in dem Felsenlande von Heiderabad aufspürte. Der erste Panther, der nur durch Fackeln und Feuerbrände, die in die Felsschluchten geworfen wurden, aufgestöbert werden konnte, wurde durch zwei Schüsse des Kronprinzen niedergestreckt. Beim zweiten Leoparden, der kurze Zeit hinterher sichtbar wurde, war der Kronprinz einen Augenblick sogar in Gefahr. Er hatte auf 25 Meter Entfernung dem Tiere eine Kugel in die rechte Seite gejagt, worauf fich der Tiger mit wütenden Sprüngen um= drehte und den Kronprinzen angreifen wollte. Er war schon auf eine Entfernung von 4 bis 5 Metern an den Kron prinzen herangekommen, als dieser ihn mit einem wohlgezielten Schuß niederstreckte. Neben diesen beiden Leoparden bilden die Antilopen den interessantesten Teil der Jagdbeute. Im ganzen erlegte der Kronprinz 18 Tiere. Zuerst jagte er sie nach Landesbrauch mit Jagdleoparden. Der Beherrscher von Heiderabad hatte dazu das Landgut Sissul Bandas zur Verfügung gestellt, da hier sehr viele Antilo= pen vorkommen. Es wurden nun drei Jagdleoparden, die gezähmt sind, auf die Jagd geschickt, als man der Tiere anfichtig wurde. Sowie der Kronprinz den ersten Leoparden auf eine Antilope springen und sie niederreißen sah, er= hob er sofort daaegen Einspruch und ersuchte, die Jagdleoparden zurückzuziehen und an der Jagd nicht mehr tellnehmen zu lassen, da er selbst nach deutscher Weidmannsart die Tiere erlegen wollte. Im ganzen erlegte er dann 18 Antilopen, von denen er zwet nach Europa mitführte. Auch anderes erotisches Getter, wie schöne Vögel und ähn= liches bildeten die Jagdstrecke des Kronprinzen und werden jetzt einen Schmud seines Schlosses bilden, um ihn stets an seine interessante Reise zu erinnern. Nach Aeußerung des Kronprinzen gehört seine Indienfahrt nicht nur zu den lehrreichsten, sondern auch zu den schönsten Erlebnissen. Besonders ist er von der Liebenswürdigkeit und dem Entgegenkommen der Regierungen und der fremden Völker entzückt gewesen und sprach sich darüber mit den wärmsten Worten aus. Ob die vorzeitig abgebrochene Reise im nächsten Jahre fortgesetzt werden wird, ist zweifelhaft. Drahtnachrichten und neuestes. Vom mexikanischen Kriegsschauplak. 0 Frankfurt a. M., 20. April. Nach einer Meldung der Frankf. 3ig." aus Neuvork herrscht in Washington die Ansicht vor, daß die Friedensaussichten günstig seien. In diesem Sinne depeschierte der amerikanische Botschafter Wilson aus der Stadt Mexiko, fügte indessen hinzu, die dorttgen Amerikaner seien neuerdings sehr beunruhigt. Es verlautet, die Insurgenten entfalteten eine neue lebhafte Tätigkeit und bereiteten einen Angriff auf Juarez sowie andere Grenzstädte vor, woraus neue Grenzfomplikationen, wie bei Aguaprieta, befürchtet werden. Nach Merifo reisende Amerikaner berichten, die Regierungstruppen töteten alle Verwundeten, auch die eigenen Leute. Nenyork, 20. April. Nach einer Meldung aus El Paso haben die Aufständischen die Stadt Juarez aufgefordert, sich binnen 24 Stunden zu ergeben. Nach einem Telegramm aus Mexiko haben die Aufständischen einen vollständigen Bericht über die Friedensunterhandlungen mit der Regierung verlangt. Eine Plünderung der Stadt Fez? Tanger, 20. April. Nach einer Meldung des Korrespondenten eines Pariser Blattes in Rabat sind dort Gerüchte verbreitet, wonach unter den Einwohnern von Fez eine Empörung ausgebrochen und die Stadt geplündert sein soll. Eine Bestätigung des Gerüchts liegt bisher nicht vor. Sommertemperaturen im April. Berlin, 20. April. Die Hize am gestrigen Tage ist größer gewesen als in irgend einem anderen April der letzten 26 Jahre. Mittags stieg die Temperatur in Berlin auf 26 Grad. Aus anderen Orten werden gleiche Temperaturen gemeldet. Blutiges Ende eines Vereinsausfluges. en, 20. April. Auf einem Ausflug des Turnvereins Vormholz brachen Streitigkeiten aus. Dabei wurde der Hofbesizer Lieber von seinem Bruder mit der Vereinsfahne erschlagen. Der Getötete ist Vater von acht Kindern. Der Täter wurde verhaftet. Von fremdländischen Schnittern eingeschleppte Krankheiten. Schwerin, 20. April. Die alljährlich von russischen und galtzischen Schnittern eingeschleppten schwarzen Bocken nehmen in diesem Jahre eine außergewöhnliche Verbreitung an. In den letzten Tagen wurden fünf Fälle schwerer. Erfrankungen gemeldet, gestern wiederum zwei. Die gesamte Bewohnerschaft der Dörfer Klockow und Basephol bei Stavenhagen mußte sich einer Schußimpfung unterziehen. Außerdem tritt in den Dörfern Pragdorf und Zirzow die ägyptische Augenkrankheit epidemisch auf, die von polnischen Schnittern eingeschleppt ist. In den Dörfern Dabelow und Krumbeck herrscht eine Scharlach epidemie, die ständig Opfer fordert. Rückgang der Einwohnerzahl der Stadt Paris. Paris, 20. April. Nach der im März vorgenommenen Volkszählung hatte die Stadt Paris 2676 986 Einwohner gegen 2 722 784 Einwohner im März 1906. Ein schwindelhafter französischer Bankier. Paris, 20. April. Der Bankier Rivier, der durch das schwindelhafte Versprechen, hinterlegte Gelder zu hohen Prozenten zu verzinsen, von vielen kleinen Sparern mehr oder minder große Summen erhalten hatte, ist seit gestern verschwunden. Die Fehlbeträge betragen 3 Millionen. Man glaubt, daß Rivier rit mindestns einer Million geflüchtet ist. Neues Opfer der französischen Militäraviatik. Reims, 20. April. Ein vom Reutnant Fougère ge= steuerter Eindecker stürzte infolge eines Windstoßes aus 20 Metern Höhe. Der Offizier wurde am Oberschenkel schwer verletzt. Aus einem brennenden Grubenschacht glücklich gerettet. London, 20. April. In der Pington- Kohlengrube wurde ein elektrisches Kabel glühend und es brach Feuer aus. 400 Arbeiter waren eingeschlossen. Der Qualm drang aus der Schachtöffnung und Hunderte von Frauen und Kindern scharten sich in großer Aufregung zusammen. Ein Rettungsforps begab sich mit Sauerstoffapparaten in den brennenden Schacht. Es gelang, sämtliche Eingeschlossenen an die Oberfläche zu bringen, wo sich rührende Szenen zwischen den Geretteten und ihren Angehörigen abspielten. Brand eines Hospitals. Liverpool, 20. April. Durch den Einsturz eines Schornsteins, der das Dach eines Krantensaales durchschlug, ent stand in einem Hospital ein Brand. Die Kranten fonnten, in wollene Decken gehüllt, in ein anliegendes Gebäude gerettet werden. Bandel und Verkebr. Preußischer Saatenstandsbericht um die Mitte des Monats April, wenn 2 gut, 3 mittel und 4 gering bedeutet. Winterweizen: 2,7, Winterspelz: 3,0, Winterroggen: 2,8, Raps und Rübsen: 2,7, Klee: 3,1, Luzerne: 3,0, Riefelwiesen: 2,8, andere Wiesen: 3,1. In den Bemerkungen heißt es: Trotz der im Frühling zumeist schwachen, vorübergehenden Schneedecke sind.feine eigentlichen Auswinterungen zu bemerken, da der Winter überwiegend frostfrei war. Nachdem der Frühling um die Wende des Monats größere Wärme gebracht, die das Wachstum deutlich hervorrief, dürfte der im Laufe des Monats eingetretene Wettersturz mit starken Frösten den Saaten und den Futterpflanzen größeren Schaden zugefügt haben, als der Winter selbst. Doch wird der Schaden des Nachwinters für die Futterpflanzen gröBer sein, wie für die Saaten. Geradezu verheerend ist der Schaden, der durch die Mäuse hervorgerufen wird, was vor allem darin seinen Grund hat, daß in dem vergangenem Winter feine Wettereinflüsse vorgekommen sind, die zu ihrer Vernichtung beigetragen hätten. Die Schadenziffern stehen noch nicht fest, doch dürften sie am allergrößten für Klee sein, und hter 50 und mehr, bis zu 90 Teile, ja 100 Teile der Anbaufläche betragen. Große Umpflügungen sind dadurch erforderlich geworden und bereits vorgenommen worden, die größten stehen noch bevor. Daher dürfte der Stand der Wintersaaten nirgends als befriedigend gelten, noch weniger aber der der Wiesen. Mit der Frühfahrbestellung konnte infolge des guten Wetters rechtzeitig begonnen werden, doch ist dieselbe durch den Wettersturz be= deutend verzögert worden. Erwünscht wäre Regen, da der scharfe Wind in manchen Gegenden den Boden sehr ausgetrocknet hot. Minna Körner's Schule für böberes Klavierspiel Gehörbildung, West- Anlage 48. Lehrfächer: Musikdiktat, Analyse Primavista- Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre, Elementar- Klavierspiel, Höheres Klavierspiel( Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). Anfang des Sommer- Semesters 1911. Donnerstag, den 27. April. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, den 25, April, nachmittags 2 Uhr. Lignit- Flamm- Nusskohlen ( 197) bon 30 3tr. an fret vors Haus geliefert pro 3tr. 70 Pfg. 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