erde allCer Leute nde Ver Den einer Veran ine AbAbsicht uzuneh gte sich Seil bei teile des g, 26. Bigmar. 24. Ja weber zu ( Kreis nft vore. Es ommer: gen S nen enserte Lend nen. Mk. EN. ft on 828 gen. e lack. tratzen Polsterler fachrmöbel 000 jel tigen chster äscht it and orf. 9 000 eige ten 18" midt.) in Gießen. Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.-Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 18. 1. Glatt. Aus dem Reichstag. -- Der einige Liberalismus. Bei der zweiten Beratung des Zuwachssteuergesetzes bieten sowohl die nationalliberale Fraktion wie auch die Fortschrittliche Volkspartei ein ultiges Bild des Durcheinander. Bei fast jeder A b= stimmung, und solche fanden mehr den ein= hundert statt, stimmten stets ein Teil der Natio= nalliberalen dafür, der andere dagegen. Ganz genau so uneinig stimmte die Fort= schrittliche Volkspartei. Wäre jede Abstimmung namentlich erfolgt, so hätte das ein unglaubliches Durcheinander von„ Kraut und Rüben" gegeben. Fraktionsgemeinschaft Wirtschaftl. Vereinig ung" stimmte bei allen Abstimmungen stets völlig geschlossen. Die liberalen Agitatoren wird aber diese Tatsache nicht abhalten, fernerhin in den Versammlungen zu falsch behaupten, daß die Abgeordneten der Wirtschaftl. Vereinigung„ uneinig" und die liberalen Abgeordneten„ einig" seien. So sind sie eben! Aus dem Parteileben. Die § Um das Erbe Köhlers scheint sich ein scharfer Kampf zu entspinnen. Dabei spielen die National liberalen, die in Oberhessen, außer bei den Akademikern und Beamten, so wird uns geschrieben, wenig Anhang besitzen, eine recht eigenartige Rolle. In ihrer bekannten Bescheidenheit hoffen sie wohl den Landtags= wie den Reichstagssiz, den Köhler inne hatte, für sich einzuheimsen. Da ihr Reichstagskandidat Prof. Gisevius von den Rechtsparteien nicht unterstützt wird, suchen sie den Bund der Landwirte für diese Kandidatur zu erwärmen. Fortwährend unterhandeln sie daher mit den hessischen Führern des Bundes. Interessant ist es aber, daß sie gleichzeitig auch mit den Freisinnigen in Unterhandlung stehen und nicht abgeneigt sind, sich mit diesen auf die Kandidatur des Prof. Biermann zu einigen und Prof. Gi= sevius fallen zu lassen. Für den Landtagswahlbezirk Köhlers haben die Nationalliberalen ihren Parteiangehörigen, Bürgermeister Fendt Hungen in Aussicht genommen. Schon vor einigen Tagen ist von der Gießener natlib. Geschäftsstelle ein anonymer, hektographierter Zettel an die Landtagswählmänner des Bezirkes Hungen Lich versandt worden, in dem Bürgermeister Fendt als Kandidat empfohlen wird. So sucht man auf der einen Seite die Unterstützung des Bundes für die Reichstagswahl zu erhalten, andererseits aber sucht man dem Bund ein ihm sicheres Landtags= mandat aus den Händen zu spielen und auch dieses für die natlib. Partei einzustecken. Werden denn bald die hessischen Führer des Bundes der Landwirte erkennen, welch' doppel tes Spiel die Nationalliberalen mit ihnen treiben? Sozialdemokratische Wahlhilfe für Konservative. Durch die freisinnige Presse geht folgende, bis heute unwidersprochen gebliebene Meldung: Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 21. Januar 1911 servativ! Und im Kreise Wetzlar tun die Sozialdemokraten, als wenn konservativ wählen für Nichtkonser vative ein Verbrechen sei. Die sozialdemokratische Agitation ist doch recht unwahrhaftig! * Reichstagswahlvorbereitungen. Als Termin der Reichstagswahlen bezeichnet eine Berliner Korrespondenz den 28. Novbr. Wenigstens sei dieser Tag an maßgebender Stelle ins Auge gefaßt worden. Das sei jedenfalls sicher, daß in den letzten Tagen des Monats November die Entscheidung fallen werde. Lokal- Dachrichten. wird -h= Lahnkanalisation. Aus Berlin uns gemeldet, daß der 19er Kommission( Schiffahrtsabgaben) des Reichstages die auf die Kanalisation der Lahn( Gießen Rhein) bezüglichen Materialien von der Reichsregierung vorgelegt worden sind. * Der Adel. Das Großherzogtum Hessen gehört zu den wenigen deutschen Bundesstaaten, in denen der Adel bei Besetzung der höheren Verwaltungsstellen keine Vorrechte genießt. Von den 3 Ministern sind 2 bürgerlicher und 1 adeliger Abkunft, von 14 Ministerialräten sind nur 2, von 18 Kreisräten nur 3 adelig. Also unter den 35 höheren und höchsten Verwaltungsbeamten nur 6 Adelige. )( Gießen. Der am Landgericht Gießen ange= stellte Gerichts diener Franz Andres wurde zum Kanzleidiener bei diesem Gericht ernannt. -g- Gießen. Heinrich Knote, der gegenwärStimme an Glanz nur noch von der Carusso's übertig als der erste Wagnertenor der Welt gilt und dessen troffen wird, hat für den Wagner- Liszt- Abend am 30. Januar, der im Stadttheater stattfindet, eine ganz er= lesene Auswahl getroffen. Er wird zum Vortrag bringen aus den Meistersingern„ Am stillen Herd" und das Preislied" Morgenlicht leuchtend", aus Lohengrin die Gralserzählung„ In fernes Land, unnahbar" und aus der Wallküre Sigmund's Liebeslied„ Winterſtürme wichen dem Wonnemond". Ebenso auserwählt ist das Klavierprogramm des Hofpianisten Ernst Riemann, der von Liszt die„ Fantasie quasi Sonate( apres unelekture de Domte), die Wasserspiele der Villa d'Este, Sposalizis und die Polonaise Nr. 2 in E- dur spielen wird. Die Preise sind so billig gehalten( von 75 Pfg. an), daß auch minderbemittelte Kreise sich diesen außergewöhn= lichen Genuß verschaffen können. -m- Krofdorf. Bei der ersten Holzversteigerung aus dem Schutzbezirk Waldhaus( Sauerhege und Lich tenberg) am letzten Dienstag wurde Brennholz sehr begehrt. Buchenscheit zahlte man durchschnittlich mit 9 Mark, Buchenknüppel mit 7 Mark und Reisigholz mit 1 Mark pro Raummeter. Die am gleichen Tage in Wismar stattgefundene Holzversteigerung aus den Distrikten Reitzensteinerwald und Kennelsheck brachte durchschnittlich normale Preise; erstklassiges Buchenscheitholz wurde per Rm. bis 10 Mark bezahlt. Es waren viele Käufer aus Ruttershausen, Lollar und Marburg anwesend. Rodheim a. d. B. Unser Gastwirteverband Krofdorf- Rodheim feierte am Donnerstag zu Fellingshausen im Rupp'schen Saale sein Winterfest. Der Vorsitzende Gastwirt Bender von hier hielt eine treff liche Ansprache und händigte den Kollegen StortRodheim und Schlierbach- Bieber, die jetzt 25 Jahre als Gastwirt tätig sind, mit besten Glückwünschen Diplome aus. Die ganze Feier war recht nett. * aus Langgöns, in Washington; Philipp Klotz, 64 J., aus Lampertheim, in Chilicothe; August Marrhausen, 77 J., in Detroit; Joh. W. Schaum, 54 J., in Milwaukee. „ Ein interessantes Zugeständnis wurde am Sonntag im Wahlkreise Sagan- Sprottau, in Küpper, dem Wohnort des konservativen Reichstagsabgeordneten v. Bolko, in einer konservativen Wählerversammlung gemacht. Dem Abg. v. Bolko war am Mittwoch vorher in einer geg= nerischen Versammlung der Vorwurf gemacht worden, daß er sich im Jahre 1907 die Stichwahlhilfe der sozialdemokratischen Partei gegen seinen fortschrittlichen Rivalen durch das Versprechen, gegen alle indirekten SteuIn Amerika gestorbene Hessen. Ph. ern zu stimmen, gesichert, aber sein gegebenes Wort nicht Köhler, 78 J., in Troy; Heinrich Horn, 64 J., aus gehalten habe. Nach dem Bericht des„ Sagan. Wochen- Schlierbach, in Dayton; Johann Herbel, 82 J., blattes" hat Abg. v. Bolko diesem Vorwurf gegenüber erklärt, daß er seinerzeit infolge der Anstrengungen bei der Wahlbewegung erkrankt sei und in diesem Zustande Herrn Häckel( den Führer der Sozialdemokraten in Sagan- Sprottau), welcher ihn freiwillig aufgesucht, empfangen habe. Er habe Erklärungen abgegeben, aber nie daran gedacht, daß man daraus spä Daß die ter einen Strick gegen ihn drehen wolle. Erklhrungen„ befriedigende" gewesen sind, beweist der Umstand, daß der Sozialdemokrat Häckel seine Partei genossen in Sagan- Sprottau zur Wahl des erzkonservativen Abg. v. Bolko ausgefordert hat, der denn auch tatsächlich mit Hilfe der Sozialdemokraten gewählt wurde, obwohl er mit einem Freisinnigen in Stichwahl stand." - an Das ist ja interessant, also der Führer der Sozial demokraten bietet den Konservativen Wahlhilfe und die Genossen wählen dann prompt kon* Aus dem oberen Vogelsberg. Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, beabsichtigt die Gewerkschaft Vogelsberg, mit dem Sitz in Gießen, welche im Jahre 1908 Schürfungen in vielen Gemartungen des Vogelsberges unter Leitung des Herrn Berg- Ingenieurs Wilhelmy vornehmen ließ, im Laufe dieses Frühjahres ihren Bergwerksbetrieb in den Gemarkungen Hartmannshain, Herchenhain und Sichen= Wie weiter verlautet, beabsichhausen zu eröffnen. tigt Obermedizinalrat Dr. Fischer aus Darmstadt, ein Landhaus, wozu Herr Baumeister Renles den Plan angefertigt hat, auf der Herchenhainer Höhe, am sogen. Lamberg, am Rande des Oberwaldes zu erbauen. Die Vergebung der Bauarbeiten soll demnächst erfolgen.- - ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Seit Eröffnung der Vogelsbergbahn werden die wildreichen Wälder unseres Gebirges auch von Jägern aus der Ferne( Frankfurt und Gießen) bevorzugt und haben sich die Pachtsummen mancher Gemeinden, deren Jagdgebiete von der Bahn bequem zu erreichen sind, bedeutend gesteigert, ja mitunter verdoppelt. -m Schliz. Am 11. Januar fand in der Turnhalle dahier eine Versammlung der Mitglieder sämtlicher Festausschüsse des diesjährigen Gauturnfestes statt. Der Besuch war ein äußerst zahlreicher. Vorbehaltlich der Genehmigung des Gauausschusses wurde das diesjährige Gauturnfest auf Sonntag, den 9. Juli gelegt. Der Graf von Schlitz hat das Protektorat übernommen, während Bürgermeister 3inßer von Schlitz zum 1. Festpräsidenten und Oberamtsrichter Geh. Justizrat Wahl in Schlitz zum 2. Festpräsidenten ernannt wurde. Die einzelnen Ausschüsse wählten ihre Vorstandsmitglieder, bestehend in dem 1. und 2. Vorsitzenden sowie dem Schriftführer und war somit die Tagesordnung der heutigen Versammlung erschöpft. Bad Nauheim, 18. Jan. Wiederum iſt einer hingeschieden, welcher die Feldzüge 1866 und 1870 und 1871 von Anfang bis Ende mitgemacht hat: Metzgermeister und früherer Gastwirt Heinrich Klinkerfuß 2. Als Zeugführer der Trainkompagnie hat der Verstorbene die furchtbaren Strapazen an der Loire, bei Orleans, Briare 2c. mitgemacht. Bei letzterem Orte war die Bagage- Kompagnie zwischen dem Fluß und dem Eisenbahndamm von Franttireurs vollständig eingeschlossen, nur durch einen Viadukt war ein Entkommen möglich, und daß dieses gelungen, ist nicht am wenig= sten dem Verstorbenen zuzuschreiben. Wer ihn kannte, wird dies begreifen! Mit dem Entschlafenen ist ein Mann heimgegangen, welcher in seiner rauhen Schale einen guten Kern barg. * Friedberg. Gegen 200 Hausbesitzer mußten hier mit Strafmandaten zu je 2.10 Mark bedacht werden, weil sie versäumt hatten, die Straße vor ihrem Hause reinigen zu lassen. * Weikartshain. Hier fand am letzten Sonntag unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft die feierliche Einweihung der neuerbauten Hochdruckwasserleitung statt, die von dem Gruppenwasserwerk im Lumdatal, der sogenannten Dieberg- Gruppe, gespeist wird. Das Projekt ist von Herrn Kreisbauinspektor Baurat Diehm. Schotten. Zu Mitgliedern der Handelskammer wurden gewählt die Kaufleute Georg Rockemer und K. Wendeberg. * Kirchhain. Die Eheleute Tarnow in Hamburg haben für die Armen der Stadt Kirchhain 20 000 Mark vermacht. * Hanau. Wegen Gefahr der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche hat der Regierungspräsident in Kassel jetzt auch die Abhaltung des auf den 1. Februar angesetzten 3ucht- und Fettviehmarktes verboten. * Rüsselsheim. Bei Aufräumungsarbeiten im Gemeindewald stieß man auf Fundamente, die zweifellos einem römischen Wachtgebäude angehörten. * Mainz. Im Vorstandsausschuß des Verkehrsvereins wurde u. a. beschlossen, mit allen Mitteln ge= gen die Einführung der Billettsteuer zu kämpfen. • Kassel. Eine bedauerliche Einschränkung wird die diesjährige gern erwartete Wanderausstell ung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Kassel erfahren. Wie die D. Landwirtschafts- Gesellschaft bekannt gibt, soll wegen der Gefahr der Verbreitung der Maulund Klauenseuche sämtliches Klauenvieh( Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine) von der AusstellAn Tieren ung ausgeschlossen werden. werden daher in Kassel nur Pferde, Geflügel, Kaninchen, Fische, Schäferhunde, Bienen ausgestellt werden. Dafür soll aber angestrebt werden, u. a. durch Vermehrung der Preise, eine möglichst umfangreiche Beschickung der übrigen Abteilungen herbeizuführen. * Darmstadt. Eine Submissionsblüte, wie sie doch zu den Seltenheiten gehören dürfte, ist bei der Vergebung von zweimaligem Delanstrich von 1115 Tonnen Eisenkonstruktion auf dem hiesigen Bahnhof zutage 44 600 Mt., während die Firma Jos. Schmitt u. Sohn gefördert worden. Die Firma Hahn von hier fordert aus Frankfurt mit 4014 Mark zufrieden ist. Holzverkäufe u. Versteigerung. mittags 10 Uhr, in der Schlierbach'schen Wirtschaft zu Oberförsterei Strup bach. Montag, 23. Januar, vorBieber. einmal gesagt:„ Der ewige Friede ist ein Traum." Er ist Abweichende Beschlüffezurzuwachssteuer.| nicht nur ein Traum, ſondern sogar ein schlechter Traum. Die Weiterberatung der Einzelbestimmungen des Zuwachssteuergesetzes vollzieht sich in denselben Formen wte bisher. Die Anträge nehmen immer mehr zu, die Redner wechseln rasch, und die Aufmerksamkeit im Hause ist nicht allzu groß. Man muß es aber schließlich den Mitgliedern, die nicht direkt an der Debatte beteiligt sind, zugute halten, denn die einzelnen Bestimmungen, um die hier gestritten wird, um ihre Aenderung oder Beseitigung. um das, was dem Erwerbspreise hinzugerechnet werden darf und was nicht, sind in ihrem überwiegenden Teile nicht gerade an= ziehend und dem Nichteingeweihten namentlich da, wo die feineren Unterschiede und juristischen Finessen in Betracht tommen, nicht immer und ohne weiteres klar erkenntlich. Sind sich doch die Redner oft selbst nicht über alle Konsequenzen klar. Denn die kriegerischen Fähigkeiten einer Nation zum Einschläfern bringen, heißt Selbstmord begehen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Arbeitsdispofitionen des Reichstags sind mit Rücksicht darauf, daß die Beratung der Reichswertzuwachssteuer statt der angesetzten drei Tage schon den vierten Tag in Anspruch genommen hat, geändert worden. Am Freitag soll die zweite Lesung der Zuwachssteuer unter allen Umständen zu Ende geführt werden, Sonnabend und Montag bleiben sitzungsfrei. Am Dienstag wird die Fernsprechgebührenordnung und das Reichssteuergesetz auf die Tagesordnung gestellt werden. Am Mittwoch und Donnerstag soll dann der Verfassungsentwurf für die Reichslande in erster Lesung beraten werden. Kein ausländisches Fleisch für Preußen. In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses, die am Donnerstag ihre Beratungen mit dem Landwirtschaftsetat begann, erklärte der Minister auf Anfrage, daß die Einführung ausländischen Fleisches für Preußen nicht zu erwarten sei. Weiter gab er bekannt, daß der Wassergesetzentwurf in der Vorbereitung wäre. Er hoffe, die Vorlage in der nächsten Session vorlegen zu können. In der Budgettommission des Reichstags nahm am Donnerstag der Staatssekretär v. Tirpitz bei der Beratung des Marineetats Gelegenheit, auf die Ursachen der Katastrophe des„ U 3" einzugehen. Seine Erklärungen gipfelten darin, daß, soweit die bisherigen Ermittelungen haben feststellen können, ein Verschulden nicht vorliege. Der Kaiser hat sich durch den Prinzen Heinrich Vortrag über den Kieler Unterseebootsunfall erstatten lassen und der Marinebehörde telegraphisch sein Beileid und seine Anerkennung ausgedrückt. So schleppte sich auch am Donnerstag die Debatte von Absatz zu Absatz und von Paragraph zu Paragraph. Zunächst handelte es sich darum, was zum Erwerbspreise, der einen wichtigen Begriff im Gesetz bildet, hinzugerechnet oder von ihm abgerechnet werden darf. Ein Milderungsantrag Weber( nat.) findet zu Paragraph 10b Annahme. Bei der Weiterberatung drückte bei Paragraph 10c Abg. Cuno( fortschrittl. Vp.) seinen Unwillen über Milderungsanträge aus, die auf den erhöhten Abzug von Zinsen gerichtet sind. In der großen Reihe von Abstimmungen, die bei Paragraph 10c erforderlich ist, werden angenommen Zentrumsanträge auf Erweiterung der bei dem Zinsabzuge anzurechnenden Aufwendungen, sowie auf Erhöhung der Wertgrenze bei den Weinbergen von 200 auf 300 Mark, für die Zulassung des landwirtschaftlichen Zinsabzuges von 2½ Prozent. Weiter wurden angenommen: die Anträge der Nationalliberalen, wonach der Zinsabzug bei städtischen bebauten Grundstücken 1½ Prozent beträgt, und wonach ferner bei nicht mehr als fünfjährigen Zeiträumen, bei Bauplätzen, dagegen nicht bet bebauten Grundstücken, nur die halben Zinsen abgezogen werden dürfen. Im übrigen wurden die Kommissionsbeschlüsse bestätigt. Die rückwirkende Kraft auf den 12. April 1910, den Tag, an dem der Entwurf im Reichstage eingebracht worden ist, sowie die Rückbeziehung auf den 1. Januar 1885 in Paragraph 11 wurden zurückgestellt. Angenommen wurde schon jetzt die Bestimmung, wonach auf 40 Jahre zurückgegriffen wird, wenn der Erwerb des Grundstücks auf Erbanfällen usw. beruht und der letzte steuerpflichtige Rechtsvorgang nicht in die Zwischenzeit fällt. Pa= ragraph 12 der bestimmt, daß die Gemeinden Erwerbsvor= gänge berücksichtigen können, die vor dem 1. Januar 1885 Itegen, ist von der Kommission gestrichen. Diese Streichung wurde aufrechterhalten. Ebenso die Streichung des Paragraphen 13. Nach Paragraph 14 kann bei Parzellierungen der Verkäufer innerhalb zweier Jahre Verluste, die er bei einem Teile erleidet, auf den Wertzuwachs anderer Teile anrechnen. In einem Hammelsprunge wurde mit 126 gegen 118 Stimmen auf Antrag Cuno die Frist auf drei Jahre ausgedehnt. Paragraph 20 bringt die Steuerskala. Die Steuer ermäßigt sich für jedes vollendete Jahr des für die Steuerberechnung maßgebenden Zeitraumes, längstens für 30 Jahre, mit 1 v. H. ihres Betrages. Bei der Abstimmung wurde ein Antrag Weber angenommen, der statt ein Prozent anderthalb Prozent setzt. Paragraph 22 enthält die Befreiung von der Steuerpflicht. Befreit sind das Reich, die Bundesstaaten und Gemeinden und gewisse gemeinnüßige Vereinigungen, z. B. solche, die sich mit innerer KoIonisation, Arbeiteransiedlungen u. a. befassen und nicht mehr als 4 Proz. Reingewinn verteilen. Ein konservativer Antrag Graf Carmer forderte Ausdehnung der Steuerfreiheit auf den Landesfürsten und die Landesfürstin; ein zweiter will ſtatt 4 Prozent Reingewinn 5 Prozent setzen. Abg. Korfanty( Pole) beantragte, die Steuerfreiheit der Bundes= staaten zu streichen und nur solche Vereinigungen steuerfret zu lassen, die ihre Tätigkeit ohne Rücksicht auf die Abstim= mung derer, denen sie zugute kommen soll, ausüben. Das Haus vertagte sich vor der Abstimmung auf Freitag. v. d. Goltz über den Krieg. Ein Hochschülerstreit ist in ponover ausgebrochen. Wegen Ablehnung des Gesuches des Lehrförpers der Tierärztlichen Hochschule um Einführung des Rektorats anstatt des bisherigen Direktorats durch den a dschaftsmint. ster beschloß die Studentenschaft, den Besuch sentlicher Vor lesungen und ilebungen als Bro eft groen den Bescheid einzustellen. Wegen eines Wahltompromisses für das ganze Rheinland sollen zwischen den Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei Verhandlungen eingeleitet worden sein. Zwischen beiden Parteien haben am Donnerstag auch Verhandlungen stattgefunden über die beiderseitiger Randidaturen in der Provinz Hannover. Ein Fünfmillionen- France- Gewinn in Montecarlo. Ein Engländer hatte während der letzten zehn Tage ein der artiges Glück an dem Spieltische in Montecarlo, daß er mit einem Gewinn von nahezu fünf Millionen abschloß. Er gedenkt seine Angriffe auf die Bank noch weiter fortzusetzen. Sozialdemokratische Protestversammlungen gegen das Wahlrecht sollen am Sonntag in ganz Preußen veranstaltet werden. Es soll in allen Bersammlungen eine gleichlautende Entschließung vorgelegt werden. Eine sozialdemofratische Frauenkundgebung soll Sonntag den 19. März in allen großen Orten vor sich gehen, in denen die Frage des Frauenwahlrechts behandelt werden soll. Ueber den Geisteszustand des Direktors Ohm von der Niederdeutschen Bank in Dortmund hat der Pinchiater Voß ein Gutachten abgegeben. Darin fommt er zu dem Schlusse, daß bei Ohm geistige Minderwertigkeit in so hohen Maße vorhanden set, daß durch sie seine Strafbarkeit ausgeschlossen sei. Auf Grund dieses Gutachtens hat der Verteidiger den Antrag gestellt, Ohm aus der Haft zu entlaffen. Die Zahl der Deserteure in der französischen Armee betrug im Jahre 1910 13,500, die der Gestellungspflichtigen 53,000. Gegen das Jahr 1909 bedeuten diese Zahlen Zunahmen von 500 und 3000. Das ist nicht gerade sehr schmeichelhaft für das Heer der französischen Republik. Eine große Falschmünzerwerkstätte wurde in dem oberschlesischen Orte Schop nib entdeckt. Es waren in letter Beit viele Ein- und Zweimarkstücke im oberschlesischen Industriegebiet im Umlauf. Man ging der Herkunft der Münzen auf die Spur. Zwet galtzische Industriearbeiter wur den als die Falschmünzer verhaftet. Mange wehrle Webern gen au herrscht Entfcht fürzlich Dorfes bekleid dung z Jekt Gidhe formen De fachmän 3 gejd feft, d Waffer, men fin terjeeb denfelb fich aus Meter normal befamer Gefund Schaft, Schiffst zu spür die Ob Kilo. 2 unsere durchzog äußerer malen noch ein bedeutet d. h. als and die gegenüb Brustta und bag einigen hat, der da er s Ein eine Fr den Ko erlitt. Tödliche Rodelunfälle werden aus Bingen gemeldet. In Auerbach an der Bergstraße rannten beim Rodeln zwet Damen mit ihrem Schlitten gegen einen Baum. Die eine trug erhebliche Verletzungen davon, der anderen wurde das Kinn zerschmettert und außerdem erlitt sie eine Gehirns erschütterung, der sie nach kurzer Zeit erlag. Ein Kind wur de von einem Schlitten angerannt und so schwer verletzt, daß der Tod alsbald eintrat. China auf dem Wege zur Konstitution. Das vom chinesischen Reichsausschuß vorgelegte konstitutionelle Programm ist von der Regierung in Pefing redigiert und abgeändert worden. Das abgeänderte Programm sieht für das laufende Jahr nach chinesischer Zeitrechnung die Veröffentlichung von Bestimmungen vor für die Bildung des Kabinetts und für die Ernennung des beratenden Komitees. Gegen den Schluß des Jahres 1911 sollen diese Aenderungen in Kraft treten, bürgerliche, Handels- und Strafgesetze erlassen und ein geheimer Rat eingesetzt werden. 1912 soll ein Barlamentsbudget aufgestellt und Bestimmungen für die Wahlen erlassen werden, denen 1913 die Bildung des Parlaments folgen soll. Aus Anlaß des 40. Jahrestages der Kaiserproklamation in Versailles hat der Berliner Berichterstatter des Pariser " Matin" den Feldmarschall v. d. Golz über den deutschfranzösischen Krieg und über seine Ansicht vom Zukunftsfrieg befragt. Der Feldmarschall sagte seinem Besucher u. a.: Was wir heute feiern ist weniger der Sieg, der auf beiden Seiten große Wunden geschlagen und viel Trauer verursacht hat. Deutschlands Einigung veranlaßt uns vielmehr zu jubeln. v. d. Goltz fuhr dann fort: Ich behaupte nicht, daß der Krieg unvermeidlich ist. Ich habe schon früher dargelegt und wiederhole es auch Ihnen gegenüber, daß wir in einem Zustande leben, der allgemein„ der bewaffnete Friede" genannt wird. Viele reden sich ein, daß der Krieg für immer verschwunden ist. Sie berufen sich dabei auf die vierzigjährige Friedenszeit seit 1870/71. Die Geschichte freilich lehrt gerade das Gegenteil; sie zeigt, daß die Menschen nicht wie friedliche Lämmer nebeneinander leben können. Ja, die Lebensbedingungen unserer Zeit bie= ten viel zahlreichere Reibungsflächen, als dies früher der Fall war. Und wenn die Möglichkeit eines kriegerischen Zusammenstoßes auch scheinbar verschwindet, die Gefahr besteht doch ständig. Dies niemals zu vergessen, ist die Pflicht eines jeden Vaterlandsfreundes. Moltke hat Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. Nachdruck verboten.) 11) „ Ja, das glaube ich auch. Aber hören Sie noch zwei weitere Aussagen an. In einem abgelegenen Kleidermagazin faufte Meyer einen vollständigen Frauenanzug: Kleid, Mantel und einen Hut, der das Gesicht beschattete, dann noch einen dichten Schleier und einen Regenschirm. Diese Sachen hat er furz vor Abgang des Zuges angelegt; er glaubte den Verdacht so eher abzulenken. Es schließt Nch Glied an Glied. Wenn ich morgen schon abreiste, wäre es gut, der Kerl hat ohnedies einen großen Vorsprung." ,, Daß er nicht in Europa geblieben ist, steht bei mir fest. Er wird den nächsten Hafen aufgesucht haben, in diesem Falle wahrscheinlich Marseille oder Toulon." Wallutjeff zuckte kaum merklich die Achseln, ein un gläubiger Ausdruck malte sich auf seinen Zügen. Clairon bemerkte es. Kleine Nachrichten. Beide Beine abgefahren wurden gestern nachmittag dem Arbeiter Gerecke auf dem Betriebsbahnhof der Gewerkschaft Hansa- Silberberg bei Benthe in Hannover beim Rangieren. Der Verunglückte wurde sterbend ins Krankenhaus gebracht. Bei der Explosion von Granatzündern auf einem Mag deburger Fort wurde ein Vizefeldwebel von der Fußartille rie lebensgefährlich verletzt. Generalfeldmarschall von Haefeler, der am Donnerstag seinen 75. Geburtstag feierte, ist an einer leichten Influenza erkrankt und muß daher dem Ordensfeste am 22. Januar fernbleiben. Exzellenz von Haeseler muß seit gestern das Bett hüten. Er befindet sich auf seinem Gute Harnecop. ,, Sie halten es gewiß für aussichtslos, daß ich mich in dem französischen Hafen umsehe?" fragte er lächelnd. Aufrichtig gesagt, ja. Es kommen und gehen so viele Schiffe," versetzte Graf Wallutjeff. Aus den Gerichtssälen. Der Bock als Gärtner. Das Schwurgericht Bromberg verurteilte den Kriminalkommissar Schreiber aus Brom berg, der zwei weiblichen Strafgefangenen Beträge von 50 M und 100 M unterschlagen hatte, wegen Verbrechens im Amte zu einem Jahre Gefängnis. Die Not der Veteranen erhellt aus der Tatsache, daß bei dem Magistrat der Stadt Berlin 5000 Gesuche von Kriegsteilnehmern um Unterstügung eingegangen sind. Wegen schwerer Mißhandlung von Refrnten in 24 Fä len ist der Unteroffizier Grunert von der 8. Kompanie des Infanterieregiments 144 in Meß zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Musketter Dirks hatte am meisten zu leiden. Er erhtelt allein zirka 17 oder 18 Ohra feigen, wurde mit genagelten Schuhen getreten und mit der Seitengewehrscheide mißhandelt. Ein gewiß nicht alltägliches Petitionsgesuch um Gewährung der Ehrengabe für Veteranen aus den Kriegen von 1864, 1866, 1870 und 1871 hat sich ein in Offenbach wohnender Einwohner geleistet. Er begründete sein Gesuch um Gewährung dieser Ehrengabe damit, daß er im Jahre 1872 die Witwe eines bei Gravelotte gefallenen Kriegers- gehei= ratet habe. Ich habe in beiden Häfen unter den Reedern gute Freunde," sagte Clairon zuversichtlich.„ Schon früher habe ich in geheimer Mission mit ihnen zu tun gehabt, und sie erwiesen sich mir als nüßlich bei verschiedenen Nachforschungen; ich hoffe auch diesmal, nicht umsonst zu fragen." Dieses Gespräch wurde unterbrochen durch die Meldung der Aufwärterin, daß drei Herren den Geheimpolizisten zu sprechen wünschten. Ein Oberpostschaffner als Defraudant. Im Beisein des Prinzen August Wilhelm verhandelte gestern die Potsdamer Disziplinarkammer gegen den Oberpostschaffner Achtsnichts vom Postamt Wilmersdorf. Der unter der Anklage des Dienstvergehens stehende Angeklagte war seit dem Jahre 1891 im Postdienst, zuletzt als Oberpostschaffner tätig. Achtsnichts wurde am 9. Juli des vorigen Jahres von der Straf fammer wegen Briefunterdrückung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte Auslandsbriefe, die Wertsendungen enthielten, unterschlagen. Bei einer Haussuchung wurden 14 Briefe vorgefunden, und bet einer Leibesvisitation, die im Betsein des Postdirektors vorgenommen wurde, konnten aus der Hosentasche Achtsnichts fünf Wertbriefe zutage gefördert werden. In der Verhandlung lautete das Urteil auf Dienstentlassung. Unter Zubilligung mildernder Umstände, da seine Frau schwer Iets dend ist, wurde dem Angeklagten die halbe Dienstpension auf drei Jahre hindurch zugebilligt. Eine Stiftung von 100 000 Mark ist der Stadt Heidelberg von unbekannter Seite gemacht worden. Der Zinsertrag soll bis zu einer Summe von einer Viertel Million angehäuft werden und dann zur Errichtung eines Bürgerheims dienen. Vermischtes. Das große Los um ein Frühstück verscherzt. Ein sels tenes Pech hatte ein Maurer, der mit Kollegen zusammen in Groß- Umstadt bei Darmstadt arbeitete. Sie kauften ein Los der preußischen Staatslotterie. Einige Tage vor der Ziehung reute aber einen der Teilnehmer das dafür ausgegebene Geld, und er bot sein Zehntellos zum Kaufe aus. Niemand wollte anbeißen, bis sich schließlich ein anderer Maurer fand, der den Anteil für ein Frühstück, bestehend in Schweinsrippchen, erstand. Ein paar Stun den später kam schon ein Bote des Lotteriekollekteurs und teilte mit, daß das Los mit dem großen Gewinn von 200 000 M und der Prämie von 300 000 M, zusammen also mit 500 000 M gezogen worden sei. Auf jeden Maurer entfielen 50 000 M. Man kann sich die Verzweiflung des armen Teufels denken, der die 50 000 M um ein paar Schweinsrippchen dahin gegeben hatte. Es war nur ein gelinder Trost für ihn, als der glückliche Gewinner ihm erklärte, er wolle ihm 2000 M abgeben. hinter ihnen zu. Nach etwa dreiviertel Stunden öffnete er sie wieder, und sich fröhlich die Hände reibend, sagte er: „ Ich kann Ihnen jetzt noch manches Interessante mitteilen. Meyer hat in einem Warenhause einen vollständigen neuen Anzug aus dunkelblauem Cheviot gekauft, dazu einen fleinen Handkoffer und einen schwarzen Filzhut. Dann hat er bei einem Optiker eine dunkelblaue Brille erstanden. Endlich kam auch der Wirt eines außerhab der Stadt liegenden kleinen Gasthauses und sagte aus, daß ein Mann, auf den die Beschreibung paßte, zu ihm ge= kommen sei. Er habe ein Zimmer verlangt und es nicht eher als am folgenden Abend verlassen. Der Fremde habe etwas Scheues, Unheimliches an sich gehabt, einen fazenartigen Blick seiner hellen Augen, von denen er eine dunkle Brille abgenommen habe, als er im Zimmer war. Als der Kellner ihm die bestellten Speisen und den Wein brachte, habe der Fremde gesagt, er sei müde und werde schlafen, man möge ihn nicht stören. Die Verkleidung muß Meger erst vorgenommen haben, als er auf dem Wege zur Bahn war und es Nacht wurde." Bitte, treten Sie in diesen Nebenraum," sagte Clairon zu Wallutjeff und dem Juwelier, ich denke, es finden fich auf unsern Aufruf hin noch einige Personen, die in Der Sache etwas zu melden haben." Beide Männer traten ab. Clairon schlok die Tür hat?" Glauben Sie, daß er den alten Anzug mitgenommen ,, Rein, er wird ihn wohl in ein Paket gebunden, mit einem Stein beschwert und in den See geworfen haben." Durch Ihre Darlegung wird alles flar," sagte Wallutjeff bewundernd, einen dankbaren Blick auf das fluge und energische Gesicht Clairons werfend. " Jahrelange Uebung in meinem Beruf schärft den Verstand," entgegnete der Gelobte mit Selbstzufriedenheit. Die frierende Feuerwehr. Die freiwillige Feuerwehr der Nachbargemeinde Potsdams, Eiche, hat sehr unter dem „ Sier habe ich mir noch die Nummer der Augsburger Zeitung verschrieben, die den Steckbrief und das Bild Meyers enthält," nahm Clairon das Wort. Es ist besser, wenn ich zwei Exemplare besite. Ich muß mit der Möglichkeit rechnen, daß mir eines durch einen Zufall abhanden kommt und ich somit einen wertvollen Beweis verliere. Aber auch noch die übrigen bis gestern erschienenen Nummern schickte man mir auf Verlangen, ich hoffte, darin etwas weiteres über den entsprungenen Zuchthäusler zu finden, und meine Annahme erwies sich als richtig, diese Notiz z. B. hat auf ihn Bezug." Ja, Herr Graf, mit meinem Neffen mißt sich so leicht niemand," bemerkte der Juwelier lachend.„ Ich könnte Ihnen manchen noch verwickelteren Fall erzählen, den er glücklich zu Ende führte. Die Herren vom hiesigen Gericht kennen und achten Clairon. Morgen soll das Zeugenverhör stattfinden, zu dem auch die Kammerfrau der verstorbenen Gräfin geladen ist; am Abend steht der Abreise Clairons nichts mehr im Wege." Clairon las:„ Ein frecher Diebstahl ist am Morgen des 23. Oktober auf dem Bahnhof in Augsburg verübt worden. Einer Dame ist eine Börse geraubt worden. Außer einer nicht unerheblichen Summe Geldes enthielt die grünseidene Börse einen Ring mit einer Perle, auf den die Bestohlene Wert legt. Man bringt diesen Raub mit dem entsprungenen Albert Meyer in Verbindung, der wegen ähnlicher Verbrechen schon einige Male bestraft wurde." ,, So glauben Sie, daß Meyer den Ring hier verkauft hat, um sich die Mittel zu einer Verkleidung und der Reise zu verschaffen?" " ,, Gewiß, es muß so sein." „ Aber weshalb meldet sich derjenige nicht, dem er den Ring verkaufte?" fragie der Graf. ,, Es gibt hier genug Dunkelmänner, die lichtscheue Ges schäfte machen. Der Schuhmacher Meunier kam heute auch wieder zu mir, er hatte etwas mitzuteilen vergessen." Was denn?" fragte Häuserling gespannt. Nun erzählte Clairon, was Meunier dem Meyer über den Italiener gesagt, der alte Goldsachen kaufte und Versagobjekte annahm. Es wäre nuglos, den Italiener auszufragen, er würde alles leugnen," meinte Häuserling. " ( Fortsetzung folgt.) Kind a Hambur Wohnun die Nad außerde gehunge übergeb haftet. 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Da auch in der Gemeindekasse Ebbe herrscht, so faßte der Leiter der Eichener Feuerwehr den Entschluß, sich an den Kaiser zu weden. Als der Kaiser fürzlich mit der Kaiserin zu Pferde die Hauptstraße des Dorfes passierte, trat ihm der Leiter der so mangelhaft bekleideten Feuerwehr entgegen und bat um eine Zuwendung zugunsten der frierenden Feuerwehrleute von Eiche. Jetzt hat die Zivilkanzlei des Kaisers der Feuerwehr in Eiche mitteilen lassen, daß zur Anschaffung neuer Uniformen 300 M bewilligt worden sind. Der Tod im Unterseeboot. Dem ,, B. L.-A." wird von fachmännischer Seite zu dem Unfall des Unterseebootes U 3 geschrieben: Nach der vorliegenden Meldung steht es fest, daß die im Turm Eingeschlossenen nicht durch das Wasser, sondern durch den Luftdruck ums Leben gekommen sind. In dem Augenblick, da der Druckörper des Unterseebootes eine Verlegung erlitt, fonnte ja Wasser in denselben eindringen und der innere und der äußere Druck sich ausgleichen. In einer Wassertiefe von auch nur zehn Meter beträgt aber der Wasserdruck schon das Doppelte des normalen Luftdrucs, und die im Turm Eingeschlossenen bekamen diesen Luftdruck wahrscheinlich im Laufe weniger Sekunden in voller Stärke zu fühlen, während die Mannschaft, welche sich in dem wesentlich höher befindlichen Schiffsvorderteil befand, sehr viel geringeren Ueberdruck zu spüren befam. Nun beträgt der normale Luftdruck auf die Oberfläche eines menschlichen Körpers etwa 10 000 Kilo. Wir spüren diesen kolossalen Drud nicht, weil auch unsere inneren Organe mit Luft von demselben Druck durchzogen und gesättigt sind, so daß also innerer und äußerer Druck auf den menschlichen Körper sich unter normalen Verhältnissen aufheben. Wenn aber nun plötzlich noch eine weitere Atmosphäre Ueberdruck hinzukommt, so bedeutet das, daß ganz plötzlich eine Last von 10 000 Kilo, d. h. also von 200 3entnern auf die Körperoberfläche drückt, and diesem Druck steht zunächst kein innerer Gegendruck gegenüber. Er wird also in dem Sinne wirken, daß er den Brustkasten gewaltsam zusammenpreßt und die Lungen und das Herz derart beschädigt, daß auch, wenn sich nach einigen Minuten der Druck innen und außen ausgeglichen hat, der betreffende Mensch doch nicht mehr zu retten ist, da er schwere innere Veregungen erlitten hat. Eine Rabenmutter. In Bramfeld bei Hamburg setzte eine Frau ihr zwei Jahre altes Söhnchen auf den glühenden Kochherd, so daß das Kind entsetzliche Brandwunden erlitt. Die Frau wa dann das vor Schmerzen schreiende Kind aufs Bett, schloß das Schlafzimmer ab und ging nach Hamburg, um sich dort zu amüsieren. Auf das aus der Wohnung dringende furchtbare Kindergeschrei erbrachen die Nachbarn die Tür und fanden das verbrannte Kind, außerdem aber noch drei weitere Kinder, die völlig ausgehungert waren. Die armen Kinder wurden einem Asyl übergeben, die entmenschte Mutter nach ihrer Rückkehr verhaftet. Ein arger Schwindler ist der Bankier" Erich Schulze, der von mehreren Staatsanwaltschaften gesucht wird. Der 24 Jahre alte Mann, der sich stolz ,, Bankier" nannte, bewohnte seit 1 Jahren in der Neuen Ansbacher Straße 3 im Erdgeschoß sechs Zimmer für 2000 Mark. Den Haushalt führte ihm eine 25 Jahre alte frühere Buchhalterin, die er für seine Eefrau ausgab. Ob das Paar verheiratet ist, weiß man nicht. Er lebte auf großem Fuße und besuchte viel Theater und Konzerte. Die„ gnädige Frau" hielt sich eine Köchin und ein Hausmädchen. Schulze hatte in seinem„ Bankgeschäft" zwei Buchhalter und eine Buchhalterin angestellt. Auf seinem Türschild prangte die AufSchrift: Bankgeschäft Erich Schulze, Vertretung London und Paris". Mitte November v. J. verreiste Schulze unter dem Vorwande, daß er in Geschäften nach London fahren müsse. Seine Frau nahm er mit. Von dieser Reise tam das Paar nicht zurück. Die Angestellten mußten ohne Gehalt und Lohn ihre Stellungen verlassen. Das Paar ist wirklich in London gewesen. Es lebte dort in Saus und Braus acht Tage in einem Hotel und verschwand dann, ohne die Rechnung zu begleichen. Kürzlich tauchte es in Pforzheim auf, wo Schulze sich mit wertlosen Wechseln und Schecks für 6000 Mark Waren erschwindelte. Unterdessen kamen Scharen von kleinen Beamten und Handwerfern, die dem„ Bankier" ihr Geld anvertraut hatten, nach der Neuen Ansbacher Straße, um ihre Forderungen geltend zu machen, fanden aber die Tür verschlossen. Erst gestern tam jemand, der 5000 Mark verloren hat. Im ganzen sind bis jetzt schon 70 000 Mark Forderungen be= 00 Mari fannt geworden. Ein Revolverschuß gegen Zahnschmerzen. Von ZahnSchmerzen gequälte Leute sehnen sich mitunter, durch die sonderlichsten Mittel ihre Leiden zu vertreiben. Mit einem ganz apparten Mittel versuchte es aber dieser Tage ein Knecht aus Wulmstorf bei Hamburg. Er steckte sich den Lauf eines Revolvers in den Mund und feuerte auf den bösen Zahn eine Kugel ab. Der Erfolg war nicht ganz zufriedenstellend, denn die Kugel hatte de nZahn nur leicht berührt, dafür eine schwere Halsverlegung im Gefolge. Der Knecht liegt jetzt noch unter dem Eindruck seiner Zahnschmerzen im Krankenhause und büßt seinen flugen Einfall, da die Kugel bisher noch nicht entfernt werden konnte. Bajuvarische Trintfestigkeit. In einer Berufungsver= handlung vor dem Oberkriegsgericht in München machte ein widerspenstig gewesener Reservist als Entschuldigung Trunkenheit geltend. Er habe 15 Maß Bier getrunken. Da er sich aber aller Borgänge gut erinnerte und auch erklärte, daß er schon 28 Maß Bier auf einen Siz hinter die Binde gegossen habe, blieb die Berufung erfolglos. Ein ganzes Warenlager gestohlener Gegenstände ist von der Hamburger Polizei aufgefunden worden. Bodendiebe unternahmen in den legten Monaten reiche Beutezüge in den Vororten Hamburgs. Drei Männer und zwei 17jährige Mädchen wurden verhaftet, darunter eine Schneiderin, deren Mutter gegenwärtig eine GefängnisStrafe wegen Kuppelei verbüßt. In der Wohnung dieser Schneiderin wurden schon bei der ersten Haussuchung zahlreiche gestohlene Sachen aufgefunden; dann wurde die Wohnung polizeilich geschlossen. Viele Gegenstände waren bereits verkauft oder versetzt worden. Bei einer erneuten Haussuchung wurden jetzt für weitere 40 000 Mark Gegenstände aufgefunden, die in der Wohnung so gut verstedt waren, daß sie nur bei ganz genauen und scharfen Nachforschungen zu finden waren. Die Verbrecher hatten regelrechte Wände gezogen, die aber hohl und mit Tapeten verkleidet waren. Hinter diesen Wänden wurden bie Sachen einfach aufgestapelt. Eine moderne„ Tochter des Regiments". Madame Le Breton, die Marketenderin des französischen ersten Hufarenregiments, die soeben arm und vergessen im Nationalheim" in Vésinet gestorben ist, verdient nicht nur um threr außergewöhnlichen Karriere willen ein Wort der Hervorhebung, sondern auch wegen des Umstandes, daß sie, wie das„ Petit Journal" mitzuteilen weiß, eine Verwandte der gegenwärtig regierenden schwedischen Königsfamilie gewesen. War doch ihr Vater, der Artilleriemajor Bernadotte, ein Blutsverwandter jenes Feldmarschalls Bernadotte, der als Karl XIV. den schwedischen Königsthron bestieg. Frau Le Breton, die 81 Jahre alt geworden, hatte noch vor drei Jahren die Marokkokampagne mitgemacht, wo sie verwundet wurde und mehrere Wochen in marokkanischer Kriegsgefangenschaft zubrachte. Mit ihren fünf Feldzügen, zwei Verwundungen und drei Kriegsmedaillen repräsentiert die ,, Mutter der Zuaven" das Bild eines Lebensganges, wie ihn die kühnste Phantasie einer abenteuerlustigen Emanzipierten nicht romantischer zu erträumen vermag. In einem algerischen Fort als Tochter einer wegen Tapferkeit vor dem Feinde mit der Ehrenlegion ausgezeichneten Marketenderin geboren, hatte sie mit fünfzehn Jahren einen Soldaten der Ersten zuaven geheiratet und war bei dem berühmten Regiment als Marketenderin in Dienst getreten. Sie erhielt ihre Feuertaufe in der Krim und begleitete dann das Regiment nach Italien, wo sie in der Schlacht von Solferino mit der Tapferkeitsmedaille dekoriert wurde, und später auch in Merito, wo sie verwundet wurde. Im deutsch- französi= schen Krieg hat sie an mehreren Gefechten teilgenommen und war gefangen genommen worden. Zum Gedächtnis der tapferen Marketenderin soll ein Gedenkstein errichtet werden, für den die Mittel durch öffentliche Sammlung aufgebracht werden. Der Stadtverordnete und das Restaurant mit der ro= ten Laterne. In der„ Naumburger Allgemeinen Zeitung" findet sich folgendes Inserat in großer und fetter Schrift: In der letzten Stadtverordnetensizung haben Kommissionswahlen stattgefunden. Warum hat man eine Person in dieselbe gewählt, welche abends, wo diese Sitzungen gewöhnlich stattfinden, lieber in das Restaurant mit der roten Laterne geht? Mehrere Bürger." Das läßt tief blicken. Anekdoten vom Grafen Haeseler. „ Erzellenz Gottlieb", wie Graf Haeseler, der am 19. Januar seinen 75. Geburtstag feierte, im Volksmunde heißt, ist zweifellos unter allen deutschen Militärs unserer Zeit derjenige, von dem die meisten Anekdoten im Umlaufe find. Schon um seine Verwundung im französischen Kriege hat sich die Sage gesponnen. Es hieß, er sei fugelfest, da kein Geschoßregen ihn vom Plaze bringen konnte. Einmal, es war am 10. August 1870, tauchte in Frescaty eine preußische Manenpatrouille auf. Die Franzosen bemerkten sie und verfolgten sie mit rasender Schnelligkeit. Der führende Generalstäbler ersielt vier Schüsse. Trotzdem ritt er weiter, als wenn ihm nichts passiert wäre. Die vier Chassepotkugeln hatten ihm drei Rippen zerschmettert, Gaumen und Zähne ausgerissen, den linken Lungenflügel zweimal durchbohrt und das linke Schienbein durchbrochen. Der Offizier war Graf Haefeler. Daraus ergab sich die Erzählung, der Graf set zwar geheilt worden, aber nun habe er nur noch einen Lungenflügel, die Nippen seien durch silberne ersetzt, Gaumen und Gebiß beständen aus Kautschuk, die Kniescheibe aus Gold. Für eine Bestätigung wurde gehalten, daß der Graf in strenger Diät sich von Aepfeln und Milch nährte, etwas nach links geneigt geht, troß seiner Größe nur niedrige Pferde reitet und mit einer kleinen Fußtreppe den Gaul besteigt. Eine der hübschesten Haeseler- Anekdoten erzählt, wie unser Kaiser den Korpskommandanten von Met gefangen nehmen wollte. Friedrich Sporleder berichtet sie in seinem Büchlein über den Grafen Haeseler folgendermaßen: Der Monarch sollte gewettet haben, er werde den Alten schon friegen. Es war bei den Matübungen, der Kaiser führte die Roten, Graf Haeseler die Blauen und verteidigte die Höhen des Forts Kaiserin gegen den anrückenden Monarchen. Plötzlich brummte„ Exzellenz Gottlieb":" Was ist das schon wieder für eine unvorsichtige Kavalleriepatrouille, die Kerls haben es, glaube ich, auf mich abgesehen. Schreiben Sie mal den Namen des Regiments auf." Der Generalstabsoffizier, an den sich Haeseler gewandt hatte, galoppierte mit einem halben Zuge Kavallerie hinter der Offizierspatrouille her, da strauchelte das Pferd des letzten Mannes und stürzte. Der Generalstäbler hatte eine längere Unterredung mit ihm und sauste wie der Blitz zurück. Nun wußte Haefeler Bescheid. Kurze Erklärung seiner Absicht, und der ganze Stab ritt, wie eine dichte Wolke den Grafen umgebend, direkt auf die vor dem Feinde liegende Ferme Leipzig zu. Hier verließ Graf Haeseler unbemerkt den Stab und stellte sein Pferd ein. Ein paar Minuten später rollte aus dem Tore ein Wagen, auf dem Strohbündel und alte Säcke lagen. Direkt am Kaiser fuhr der Wagen durch, und hielt einige Schritte hinter ihm.„ Meine Herren, jetzt haben wir, glaube ich, Exzellenz Haeseler eingekreist. Es liegt mir daran, seiner Person habhaft zu werden. Allons marsch!" Fort war die Suite. Graf Haeseler krabbelte plötzlich zum größten Gaudium der hier lagernden Truppen unter den Säcken hervor und kletterte vom Wagen herab. Was sind das hier für Truppen?" fragte er den hier haltenden General. Auf Befehl Seiner Majestät außer Gefecht gesetzt!" " Hahaha," lachte der Graf, Herr General, auf meine Verantwortung treten Sie den Marsch in den Rücken der Roten an. Keine Widerrede." Der Kaiser war wie aus den Wolfen gefallen, als er in seinem Rücken Vormarschsignale hörte. Schwärmen! Die Gläser richteten sich auf diese wohl toll" gewordene Gesellschaft. Im gleichen Moment machte die blaue Armee eien Vorstoß, und Majestät befand sich derart in der Klemme, daß er das Ganze halt" blasen ließ. Als er dann das Ulanenstückchen der alten Exzellenz erfuhr, soll er gelacht haben, daß ihm die Tränen über die Wangen Itefen. Auch auf Haeselers Ruhesiz in Harnecop umspinnen ihn immer noch launige Geschichtchen. Es kam einmal ein höherer Offizier nach Harnecop und wollte sich anmelden. Der Diener bedauerte, der Graf sei auf dem Felde, und der Besucher wollte ihn dort aufsuchen. Nach verschiedenem Quer= feldein gelangte der Besucher an einen Kartoffelacker, auf dem eine Anzahl Arbeiter Kartoffeln ausmachten. Der Be= fucher wollte seinen Augen nicht trauen, als er unter ihnen den Grafen bemerkte, der im Schweiße seines Angesichtes mit den Arbeitern um die Wette arbeitete. Mit vollendeter Höflichkeit und echter Herzlichkeit begrüßte Exzellenz Gottlieb den Ankommenden, bedauerte aber, augenblicklich gar feine Zeit und diese erst nach Schluß der Arbeit zu haben. Was war die Veranlassung, daß der Feldmarschall selbst die Kartoffelhacke schwang? Seine Arbeiter hatten ihn um eine Lohnerhöhung gebeten, und er wollte prüfen, ob es wirklich so anstrengend sei. Er hat ihnen dann im Schweiße seines Angesichtes zugestimmt. Drabtnachrichten und neuestes. Die Einnahmen der Eisenbahn im Dezember. Berlin, 20. Januar. Die Verkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für Dezember 1910 betrugen aus dem Perso= nenverfehr M 57,266,189 oder M 3,534,883 mehr, d. i. pro Kilometer M 1125 oder M 55 gleich 5.14 Prozent mehr, aus dem Güterverkehr 147,716,875 M oder M 12,330,935 M mehr, d. i. pro Kilometer M 2835 oder M 202 gleich 7.67 Prozent mehr. Die Aviatik und das Heer. Berlin, 20. Januar. Von der Militärverwaltung ist der Bau von weiteren fieben Flugzeugen in Auftrag ge= geben worden, da die vorhandenen fünf Lehrmaschinen zur Ausbildung der Offiziere zu Militärpiloten nicht außreichen. Die Geretteten von„ U 3". Kiel, 20. Januar. Die aus dem Unterseeboot U$ Geretteten haben sich bis gestern nachmittag so weit erholt, daß 21 von ihnen aus dem Lazarett entlassen werden konn ten. Nur 2 der Leute sind noch im Lazarett geblieben, aber auch diese werden bereits heute entlassen werden können. Nachträglich verlautet von den Geretteten, daß bei den Ret tungsarbeiten eine fortgesetzte Verständigung zwischen den Rettern und den im Bootsraum eingeschlossenen Mannschaf ten ermöglicht wurde und zwar geschah dies dadurch, daß mit dem Hammer an die Schichtwand geschlagen wurde. Durch Zeichen dieser Art wurden auch, als das Vorderschiff bereits gehoben war, die Eingeschlossenen aufgefordert, die Verschlußklappe des Rohres zu öffnen, und als dies geschehen war, krochen die Retter hinein. Das war eine feineswegs leichte Aufgabe, denn sie mußten sich durch das Rohr von 45 cm Weite über 6 Meter hindurch zwängen. Eine gemeinsame Trauerfeier für die Opfer findet heute nachmittag in der Kapelle des Garnisonlazaretts statt. Studenten als Wahlhelfer. Königsberg, 20. Januar. Gegen die Studenten, die in Labiau- Wehlau Wahlhilfe leisteten, ist der Hartungschen Beitur zufolge vom Universitätsrichter ein Ermittelungsverfahren eingeleitet worden. Es haben bereits zahlreiche Vernehmungen stattgefunden. Franzosenfreunde in Elsaß- Lothringen. Metz, 20. Januar. Zwei Deutsche, die sich in der letzten Nacht mißliebig über die Vorgänge in dem französischen Sportverein äußerten, wurden von im Lokal anwesenden Mitgliedern des Vereins angegriffen und schwer mißhan= delt, so daß sie ins Spital gebracht werden mußten. Ein französischer Verein in Groß- Moyduvre beabsichtigt am Sonntag ein Konzert mit nur französischen Liedern abzu= halten, zu dem die Erlaubnis verweigert worden ist. Man befürchtet, daß der Verein trotzdem versuchen wird, das Konzert abzuhalten. Flüchtiger Rechtsanwalt. München, 20. Januar. Ein Rechtsanwalt der unlängst wegen Unterschlagung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, sollte sich vor dem Landgericht verantworten, weil er einander widersprechende Interessen zweier Parteien gleichzeitig wahrgenommen hatte. Der Rechtsan walt erschien nicht vor Gericht. Er ist flüchtig geworden. Die Bewegung unter den französischen Winzern. Epernay, 20. Januar. Die lebhafte Erregung im Wins zergebiet der Champagne dauert noch an. Militär hält die Ordnung aufrecht und bewacht die Geschäftshäuser. In der gestrigen Versammlung der Winzer in Venteuil erschien auch der Präfekt, der die Winzer zur Ruhe mahnte. Entsprechend dieser Aufforderung nahmen die Teilnehmer an der Versammlung eine Tagesordnung an, in der sie sich verpflichten, jeden Akt von Sabotage zu vermeiden und in der sie die Erwartung aussprechen, daß die Regierung ihren Forderungen gerecht werde. Um Mitternacht herrschte überall Ruhe. Nuglose Demonstration. Paris, 20. Januar. Der Allgemeine Arbeiterverband wird heute nacht einen Aufruf anschlagen, in dem gegen die Verurteilung japanischer Anarchisten Einspruch erhoben wird und die Verbandsmitglieder aufgefordert wer= den, vor der japanischen Botschaft eine Protestkundgebung zu veranstalten. Folgenschwerer Zugzusammenstoß in Frankreich. Paris, 20. Januar. Im Bahnhof von Bourges stieß gestern ein Eilzug mit einem Güterzug zusammen. Zehn Reisende wurden schwer verletzt. Bergarbeiterunruhen in Spanien. Valencia, 20. Januar. Achthundert Bergleute sind in den Ausstand getreten, um gegen die Entlassung einiger Arbeitskollegen zu protestieren. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung ist Militär in das Ausstandsgebiet entfandt worden. Unglück im Theater. Reuyork, 20. Januar. Im Opernhause zu Hamilton in Kansas brach während eines prientalischen Tanzes die Klinge eines Schwertes, das ein Sänger schwang und flog ins Parkett, wo sie einem Zuschauer den Kopf durchbohrte. Der Theaterbesucher bemächtigte sich eine große Aufregung. Berliner Getreide und Schlachtviehmarktbericht. Am Weltmarkte für Weizen hat sich in der am 18. Jas uuar abgelaufenen Berichtswoche eine leichte Neigung zur Abschwächung bemerkbar gemacht, zu welcher der Beginn der australischen, westamerikanischen und argentinischen Verladungen und die damit vielleicht zusammenhängende Zurückhaltung Frankreichs den Anlaß gegeben haben dürfte. Roggen hatte dank andauernder ziemlich reger Nachfrage für den Export im allgemeinen eine feste Haltung. Rus sischer Roggen wurde bei reichlichem Angebot vielfach für den Inlandsfonsum gekauft. Die Lieferungspreise zeiger schließlich nach Schwankungen faum eine Veränderung gegen die Vorwoche. Die Forderungen für Hafer wurden seitens der Provinz troß stärkeren Angebots nicht ermäßigt; die Händler aber kauften nur vorsichtig, da der Konsum wenig geneigt ist, zu den hohen Preisen Anschaffungen zu machen. Russischer Hafer wurde in den letzten Tagen etwas billiger offeriert. Die Lieferungspreise weisen eine Aenderung gegen die Vorwoche nicht auf. Auf die Maispreise drückt die große nordamerikanische Ernte. Auch Odessamais wurde billiger angeboten, doch ist diese Sorte hier wenig beliebt. Gerste ermattete nach anfänglicher Festigkeit infolge größeren Angebots. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 206,75 M, Roggen 156,75 M, Hafer 155,50 M, Mais 135,00 M. Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. I. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 76 bis 81 M, 6) junge, fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete bis M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 71 bis 78 M, d) gering genährte jeden Alters 71 bis 76 M. II. Bullen: a) vells fleischige höchsten Schlachtwertes 74 bis 78 M, 6) vollfleischige jüngere 70 bis 76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut ge nährte ältere 66 bis 72 M, d) gering genährte- M. III. Fär. sen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höch sten Schlachtwertes M. 6) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, 65 bis 72.4, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 63 bis 71 M, d) mäßig genährte Färsen und ähr 52 bis 65 M, e) gering genährte Färsen und Kühe bis 52 f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 62 bis 70 M. IV. Käl ber: a) Doppellender feiner Mast 104 bis 133 M, 6) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugkälber 100 bis 107 M, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber 88 bis 97 M, d) geringe Saugfälber 82 bis 90 M. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 76 bis 84 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 71 bis 75 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Märzscherfe) 65 bis 74 M. VI. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 55-58 M, 6) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2% 3entner Lebendgewicht 54-56 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2% Zentner Lebendgewicht 51 bis 55 M, d) fleischige Schweine 48 bis 51 M, e) gering entwickelte Schweine 52 bis 54 M, f) Sauen 42 bia 43 Marf. ATELIER FÜR ARCHITEKTUR U. KUNSTGEWERBE ENTWURF U. AUSARBEITUNG V. PROJEKTER ALLER ART ERNST SCHMIDT FERNSPRECHER 793 ARCHITEKT LÖBERSTRASSE 10 RÜCKGEBÄUDE Arbeitsvergebung. Auf Grund des Verdin gungserlasses vom 16. Juni 1893 werden hiermit folgende beim inneren Ausbau der Saline borkommenden Arbeiten im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: Glaserarbeiten: 209 qm Eichenholzfenster. Weißbinderarbeiten: ca. 1700 qm Wand- u. Deckenput; ca. 600 qm Kalf- und Leimfarbanstrich; ca. 650 qm Delfarbenstrich 2c. Schreinerarbeiten: ca. 40 Stück Türen aus Tannenholz; ca. 400 qm Fußboden aus Tannenholz; ca. 300 qm verschiedenartiger Schalung aus Tannenholz 2c. Schlosserarbeiten: Anschlagen von ca. 40 Türen; Liefern von 1800 kg Aufhängeftangen und Beschlagteilen der Pfannenmäntel. Installationsarbeiten: Liefern und Verlegen von Rohrleitungen 2c. Die Unterlagen sind auf unserm Amte einzusehen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen werden zum Selbstkostenprets abgegeben. Die Angebote sind unterschrieben, mit Aufschrift des Neubaus und der Arbeit versehen, portofret bis spätestens Samstag, den 4. Februar d. Js., vormittags 11 Uhr bet der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Bad Nauheim, den 20. Januar 1911. Großh. Baubehörde für die Neubauten. Jo ft. Arbeitsvergebung. Auf Grund des Verdingserlasses b. 16. Juni 1893 werden hiermit folgende Arbeiten im öffentl. Wettbewerb ausgeschrieben: 1. Zur Errichtung eines Solpump werks Erd- und I. Maurerarbeiten: 147 cbm Erdaushub; ca. 140 cbm Bruch steinmauerwerk, ca. 100 qm Tonplattenbelag und Spaltblendverkleidung. Steinhauerarbeiten: ca. 2,5 cbm Qung: stein. Betonarbeiten: 54 qm Betondecke; 70 qm Unterlagsbeton. Zimmerarbeiten: 14 cbm Tannenholz. Eisenlieferung: ca. 400 kg Träger. Grobschlosserarbeiten: zirka 150 kg Kleineisenzeug. Dachdeckerarbeiten: 36 qm Dachfläche zu decken. Spenglerarbeiten: ca. 100 I. m. Hängefandel und Abfallrohre. Glaserarbeiten: 15 qm. Eichenholzfenster. Weißbinderarbeiten: ca. 230 qm Wand- und Deckenpuz ca. 150 qm Stalf- und Leimfarbanstrich; ca. 100 qm Delfarbanstrich. Schreinerarbeiten: 4 Stück Tannenholztüren. Schlosserarbeiten: Beschlag v. 4 Türen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. ( Forstwartei Gießen III., Forstwart Geisel, Gießen. Montag, 30. Januar 1911, abends 8 Uhr, im Stadttheater Giessen Wagner- Liszt- Abend von Heinrich Knote k. b. Kammersänger nnd Ernst Riemann Hofpianist. Vorverkauf der Eintrittskarten ab Sonntag, 21. Januar an der Tageskasse. Veranstaltet von der Ortsgruppe Giessen des Alldeutschen Verbandes. Die Damenwelt liebt ein rosiges, jugendfrisch. Antlig und einen reinen, zarten, schö nen Teint. Alles dies erzeugt: Steckenpferd Lilienmilch- Seife b. Bergmann& Co., Radebeul Preis à St. 50 Pf., ferner ist der Lilienmilch- Cream Dada Donnerstag, den 26. Jan. 1911, vorm. 9½ Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen ein gutes vorzügl. wirkendes Mittel Hafenbecke, Alter Pflanz= Sommersprossen. Tube garten, Klingelfluk und gegen Schüßenschlag( 100, 101, 102, 50 Pfg. bei:. J. Möbe 103) versteigert: II. Zur Errichtung eines Werkstattschuppens: Erd- und Maurerarbeiten: 208 cbm Erdaushub; ca. 300 cbm Bruchsteinmauerwerk. Steinhauerarbeiten: ca. 2 cbm Lungstein. Betonarbeiten: 255 qm Unterlagsbetton. Zimmerarbeiten: 45 cbm Tannenholz. Eisenlieferung: ca. 475 kg I und[ Eisenlieferung. Grobschlosserarbeiten: ca. 400 kg Kleineiſenzeug. Dachdeckerarbeiten: 631 qm Dachfläche zu decken. 3irfa 11 000 Stück Strangfalzziegel zu Itefern. Spenglerarbeiten: ca. 145 I. m. Hängefandel und Abfallrohre. Glaserarbeiten: 58 qm Eichenholzfenster. Weißbinderarbeiten: ca. 500 qm Wand- und Deckenpuzz; ca. 300 qm Delfarbanstrich. Schreinerarbeiten: 15 Tannenholztüren. Schlofferareiten: Beschlag von 15 Türen. Die Unterlagen find auf unserem Amte einzusehen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen werden zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die Ang- bote, getrennt nach den betr. Neubauten, find unterschrieben, mit Aufschrift der Arbeit und des betr. Neubaus versehen, bis spätestens Freitag, den 3. Febr. d. J., vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Bad Nauheim, den 20. Januar 1911. Großh. Baubehörde für die Neubauten. Jost. 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