1 hte ste nd. cht! en. 7/3 ICHTEN GLANZI Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 M. Erscheint Bürgermeisterei Mittage 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert.... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Nr. 168. Telephon: Nr. 362. Landtagswahlvorbereitungen. - Jm Landtagswahlkreise Langen- NeuIsenburg wurde von den Sozialdemokraten wieder Rechtsanwalt Dr. Fuld a- Darmstadt als Kandidat aufgestellt. Beigeordneter M. Mayer in Mainz läßt erklären, daß er eine Kandidatur zur Landtags= wahl nicht annehmen werde, da er seinem neuen Amte als Beigeordneter der Stadt Mainz seine ganze Kraft widmen wolle. Für Jatho. Von 87 hessischen Pfarrern ist in Vilbel eine Entschließung gefaßt worden, die wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben: der Wir unterzeichneten evangelischen Pfarrer Hessens erheben im Namen des Evangeliums, das wir zu verkündigen haben, entschiedenen Protest gegen die Absetzung des Pfarrers Karl Jatho in Köln. Durch diese Absetzung wird der Eindruck erweckt, daß ein evangel. Pfarrer nach bestimmten Vorschriften predigen müsse, wenn er nicht Gefahr laufen will, sein Amt zu verlieren. Dadurch wird das Vertrauen zu der Wahrhaftigkeit unserer Verkündigung auf das tiefste erschüttert, was eine größere Schädigung der evangelischen Kirche bedeutet als alle vom Herkommen abweichenden Ueberzeugungen in ihrer Mitte. Wir bedauern die gänzliche Verständnislosigkeit, die das Spruchkollegium gegenüber dem Versuch Jatho's, Menschen unserer Zeit den alten Gottesglauben in Bildern und Gedanken unserer Zeit zu predigen bewiesen hat. Wir sind erschrocken, daß man innerhalb einer sich evangelisch nennenden Kirche Erhaltung der herrschenden theologischen Formulierung mehr Wichtigkeit beimißt, als dem Bekenntnis von Tausenden, denen Jatho das Herz für christlichen Glauben und christliche Liebe warm gemacht hat; daß man wagt, einer Gemeinde den Seelsorger zu nehmen, den sie liebt und verehrt. Wir protestieren aber auch gegen den Gedanken, daß die evangelische Kirche in irgend einer formulierten Lehre die maßgebende Wahrheit christlichen Glaubens besitze. Luther hat uns gelehrt, daß christl. Glaube eine innere Ergriffenheit des Herzens von Gottes Liebe ist. Diese innere Ergriffenheit kann sich einen Ausdruck suchen, der mit dem Herkommen übereinstimmt. Sie kann aber auch in neuer Zeit neue Worte für das alte Evangelium suchen. Wer dies Suchen fesseln will, fesselt die Bewegungskraft lebendiger Frömmigkeit, fesselt das heiße Drängen, andern zu rechtem Verständnis Gottes zu helfen, das Gott selbst in den Herzen seiner Kinder wach ruft. Gegen diesen Versuch: zu dekretieren, daß innerhalb der evangelischen Kirche nur die herkömmliche Weise gelten dürfe, und daß Gott ihr keine Prediger erwecken darf, die neue Wege suchen, erheben wir den allerschärfsten Protest, denn er ist Gottlosigkeit. Eine Kirche, die Lehrgesetze an die Stelle innerer Frömmigfeit und ihres Suchens nach dem ihr am besten entsprechenden Ausdruck setzt, ist nicht mehr die Kirche Luthers, Schleiermacher's, Arndt's. Sie geht den Weg, auf dem die Frömmigkeit erlischt und äußerliches Tun, Lehren, Beugen unter tote Autoritäten und Menschen an Stelle der wahrhaftigen Beugung vor Gott allein tritt. Als Diener unserer evangelischen Kirche wehren wir uns gegen das Beschreiten dieses Weges und hoffen auf den Tag, da Jatho kraft des höheren Rechtes des Glaubens, in das Amt der evangelischen Kirche zurückgerufen wird, das ihm nach einem von menschlicher Kurzsichtigkeit und Unglauben diktierten Rechte genommen wurde. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Juli. -h Die 5. Sitzung Groß h. Handelskam= und mer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld Lauterbach, beschäftigte sich u. a. mit folgenden Punkten: 1. Entwurf einer Verordnung betr. die Lagerung und Aufbewahrung feuergefährlicher Flüssigkeiten; 2. Handelsgebräuche betr. den Kartoffelhandel; 3. Normal= maße und Packungen für Eisenwaren und Werkzeuge im Inlandsverkehr; 4. Erleichterung des Deutsch- Englischen Rechtsverkehrs. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: 1. Die Handelskammer hat bei dem Königlich preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten die Ausgestaltung der Bahnstrecken Alsfeld- Niederaula und Niederaula- Hersfeld als Vollbahnen befürwortet. 2. Einer Anregung des Handelsvereins Lauterbach entsprechend, hat die Handelskammer eine Späterlegung der Abfahrtszeit des Juges 532 auf der Strecke Fulda- Gießen, etwa des Großherzoglichen Polizei Amfes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 20. Juli 1911. auf 11 Uhr nachmittags, beantragt, wodurch die bisher mangelnde Anschlußverbindung an den Zug 69 auf der Strecke Frankfurt a. M.- Bebra hergestellt werden würde. 3. Den wiederholten Bemühungen der Handelskammer auf Errichtung einer Haltestelle bei Block Dorlar sind von der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ablehnend beschieden worden, nachdem die angestellten Ermittelungen ergeben haben, daß die Betriebsverhältnisse der Strecke Wetzlar- Gießen die Einschiebung eines Haltepunktes noch weniger als früher zulassen. 4. Eine Anfrage des Kaiserl. Patentamts, ob das Wort„ Schlager" im allgemeinen freien Gebrauch für alle Waren der Bekleidungsbranche insbesondere der Schuh, Modewaren- und Konfektionsbranche als ein Anhörung der beteiligten Kreise bejaht. Freizeichen zu gelten habe, hat die Handelskammer nach * Die Landwirtschaftskammer schreibt: Die Aussichten der diesjährigen Braugerstenernte im Großherzogtum lassen es erwünscht erscheinen, in ausgedehnterem Maße wie früher eine Prüfung hessischer Braugersten durchzuführen. Die Landwirtschaftskammer veranstaltet daher dieses Jahr wiederum eine Beschickung der Braugerstenausstellung in Berlin, sowie ferner unabhängig von dieser einen größeren Preisbewerb für hessische Braugerste. Die Landwirte werden aufgefordert, sich zahlreich zu beteiligen. Anmeldungen sind von der Landwirtschaftskammer, Darmstadt, zu erhalten. ge= Man schreibt uns: Die Schauflüge des Aviatikers Kahn t- Leipzig finden kommenden Sonntag nachmittag bestimmt auf dem Trieb statt. Der Apparat befindet sich bereits im Flugschuppen und wird 3. 3t. aufmontiert. Die Besichtigung des Apparates findet von Freitag ab statt. Herr Kahnt wird hierbei den Motor in Tätigkeit setzen und die nötigen Erklärungen geben. Dem Flieger ist als Erinnerung für seine hiesigen Schauflüge vom Sportverein von 1900 ein Ehrenpreis stiftet worden, welcher im Schaufester der Firma Stückrath, Seltersweg, ausgestellt ist. Während der Schauflüge wird der Trieb vollständig abgesperrt, ist also für das Publikum nur durch Eintrittskarten zugänglich. Da der Zudrang jedenfalls sehr stark sein wird, wird gebeten, die Eintrittskarten möglichst im Vorverkauf zu lösen. Die Wagenzufahrt hat nur längs des Philosophenwaldes zu erfolgen. Während der Flüge ist das Rauchen wegen der damit verbundenen Gefahr untersagt. * Das 5. Abonnements Konzert findet heute abend in Steins Garten unter Mitwirkung des Kgl. Sächs. Kammervirtuosen Wiggert- Dresden statt. * Der„ Mittelrheinische Verband ev. Arbeitervereine" feiert sein diesjähriges Verbandsfest am 20. August in Höchst a. M. Der Verband umschließt gegenwärtig 22 Vereine mit nahezu 5000 Mitgliedern und umfaßt das Großherzogtum Hes sen und den Regierungsbezirk Wiesbaden. * Die Kolonial- Frauenschule wird vom 1. Oktober d. Js. ab in Angliederung an eine von dem„ Verein für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande" neu zu errichtende wirtschaftliche Frauenschule in Weilbach( Station Flörsheim der Eisenbahn Frankfurt a. M.- Wiesbaden) zur Wiedereröffnung gelangen. Die Schülerinnen sollen dazu vorbereitet werden, sich in den deutschen Kolonien als Farmgehilfinnen, Stüßen der Hausfrau 2c. nützlich zu betätigen, oder sich auf eigenem Besitz durch Hauswirtschaft, Gartenbau, Kleinvieh-, Geflügel- oder Bienenzucht eine Lebensstellung zu schaffen. Anfragen und Anmeldungen sind für's Erste an Frl. Jda von Kortfleisch in Reifenstein bei Birkungen ( Eichsfeld), vom 1. Oktober ab an die Vorsteherin der Schule in Weilbach zu richten. Die längsten Tage haben wir jetzt wieder hinter uns. Die Tageslänge nimmt zunächst langsam, später wieder schneller ab; sie betrug am 1. Juli 16 Stunden 41 Minuten, am 31. d. Mts. beträgt sie nur noch 15 Stunden 23 Minuten, sodaß wir im ganzen eine Abnahme von 1 Stunde 8 Min. haben. -p- Gestern wurde am Leihgesterner weg ein zirka 14 Tage altes Kind aufgefunden. Die Mutter fonnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Das Kind befindet sich im Säuglingsheim. == Bettenhausen, 18. Juli. Um die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche zu verhindern, hatte das Kreisamt während des Bauernfestes folgende Vorsichtsmaßregel getroffen: An den Ortseingängen waren große Tücher ausgebreitet, die mit Kreolin durchtränkt waren. Jeder, der das Dorf betrat, hatte die Füße auf dem Tuch zu reinigen. Die auf Wagen ankommenden ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 fg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Festteilnehmer mußten sich ebenfalls der Vorschrift unterziehen. Polizei und Gendarmerie hatten ein wachsames Auge darauf, daß diese Maßregel streng befolgt wurde. Langsdorf, 20. Juli. Im Anschluß an das Bauern fest in Bettenhausen fand unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Bähr eine Sitzung des Denkmalsausschusses statt. Es wurde beschlossen, an die Gemeinde Langsdorf das Gesuch um Ueberlassung eines Denkmalplatzes zu richten. Gleichzeitig soll die Sammlung für das Denkmal des Volksmannes eröffnet werden. Von Landtagsabgeordneten wurden gleich zirka 300 Mark gezeichnet. Außerdem sind von einer Anzahl Gemeinden und Bauernvereinen bereits größere Beträge für das Denkmal angemeldet. = d= Nidda, 20. Juli. Die anhaltende Dürre und Trockenheit hat in sehr ungünstiger Weise die diesjährige Beerenernte beeinflußt. Namentlich sind es die Himbeeren, die gar fümmerlich und halb vertrocknet an den Stauden im Walde gefunden werden, sodaß sie nur sehr wenig Saft geben und deshalb marktfähige Ware für Himbeersaft und Gelee nur mit viel Mühe und in ganz geringer Menge zu haben ist. Für die geringen Leute, deren Kinder namentlich in den Sommerferien mit Himbeerpflücken ein ganz hübsches Stück Geld verdienten, bedeutet die heurige schlechte Himbeerernte einen recht merklichen Ausfall. == Schotten, 20. Juli. Die Hoherodskopf- Konferenz der ev. Geistlichen des Vogelsberges fand Dienstag im Klubhaus statt und war gut besucht. Superintendent Dr. Petersen- Darmstadt hielt einen Vortrag über„ Englische Reiseerinnerungen". * Alsfeld, 19. Juli. Einer Arbeiterfamilie im Dorfe R. waren die Stachelbeeren aus dem Garten gestohlen worden. Darüber war insbesondere die Ehefrau ungehalten. Sie erklärte, daß sie einen Polizeihund kommen lassen werde. Die Wirkung dieser resoluten Ertlärung war überraschend. Ein angesehener, wohlhabender Dorfbewohner bat, man möge ihn einmal in den Garten lassen, er gedenke durch Jnaugenscheinnahme des Tatortes dem Dieb auf die Spur zu kommen. Diesem Wunsche aber trat die Frau entschieden entgegen: Es komme ihr keiner in den Garten, bevor der Polizeihund dort gewesen sei. Da geschah etwas, was man nicht erwartet hatte. Besagter Dorfbewohner meldete sich kleinlaut als der gesuchte Stachelbeerdieb. * Mainz, 20. Juli. Jm Dilirium riß sich der 48jährige Hausierer Joh. Friedrich Bayrhoffer die Kleider vom Leibe und lief nackend in den Festungswerken vor dem Binger Tor herum. Die alarmierte Feuerwehr fing den Mann ein und übergab ihn dem Hoſpital. Worms, 20. Juli. Ein 5jähriges Kind hatte nach dem Genuß von Kirschen faltes Wasser getrunken. Es erkrankte sofort und st ar b schon nach wenigen Stunden. -m- Limburg, 20. Juli. Da die Metzger den Landleuten die geforderten Preise für Schlachtschweine nicht zahlten, haben einige Landleute in Dahlheim selbst geschlachtet und das Pfund zu 65 Pfg. verkauft. Nun wurde der Metzgermeister noch billiger und verkaufte das Pfund Schweinefleisch zu 60 Pfg. * Frankfurt, 20. Juli. Am Dienstag wurde die Rettungswache nach einer Brauerei gerufen. Dort war ein Bierbrauer dem Erstickungstode nahe. Er wurde sofort nach dem Heilig- Geist- Hospital verbracht, wo ihm durch einen Kehlkopfschnitt das Leben gerettet wurde. Dem Manne war am Montag eine giftige Fliege in den Hals geraten, und er verspürte am Dienstag früh eine Anschwellung des Kehlkopfes, welche bis gegen Mittag dermaßen zunahm, daß er nicht mehr sprechen konnte und feine Luft bekam. Dem Bedauernswerten geht es nach der Operation so weit gut und hoffen die Aerzte, daß er mit dem Leben davon kommen wird. Probenummern der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für und dasselbe zu werben, solches in BekanntenFreundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. OHNE RRENZI en. Was wird aus der Türkei? Feinde ringsum. Die Gewehre tnallen an allen Grenzen des tfirftschen Reiches. Das gemeinsame Vorgehen großer albanischer, mazedonischer, bulgartscher, griechischer und montenegrinischer Räuberbanden gegen die Ländergeblete des Sultans läßt feinen Zweifel mehr darüber zu, daß es den verschiedenen türfenfeindlichen Staaten auf der Baltanhalbinsel daran gelegen ist, die ganze Baltanfrage wieder aufzurollen, denn sonst würden sie thre Herren Räuber wohl in Schach halten. Aber diese dienen nur als Avantgarde des regulären Heeres, und bald genug wird es sich herausstellen, daß die Generalstäbe bereit sind, den Räuberbanden auf das türkische Gebiet zu folgen. Die Schwierigkeiten der osmanischen Regierung wachsen in verhängnisvoller Weise. Das Ansehen, das sich leitende türkische Offiziere bet der Erringung der Verfassung erworben haben, der Fleiß, mit dem an der Ausgestaltung des Heeres gearbeitet wurde, die schneidige Art der Eroberung Konstantingpels nach dem bekannten Aprilputsch halten die feindlichen Nachbarn der Türkei eingeschüchtert. Die ersten Waffentaten in Albanten hamen hinzu Heute ist aber dieser Ruhm im Abflauen begriffen, da es den türkischen Truppen nicht sofort gelungen ist, die aufständischen Malisforen und Mirditen niederzuschlagen. Als die Nachbarn der Türfet noch in der ersten Angst standen, fonnte Sultan Mohammed sagen: Freunde ringsum! Wenn es auch falsche Freunde wa ren, sie stellten sich immerhin friedlich und schossen nicht. So genau nimmt man es auch heute nicht mit Freundschaften auf der orientalischen Goldwage. Heute heißt es; einde ringsum! Ehemals schlugen sich die orientalischen Christen auf madezonischem Boden gegenfettig die Schädel ein, fetzt aber stehen sie zusammen und werden dadurch äußerst gefährlich. Der gemeinsame Haß verbindet alle. Die Türkei vermag sich nicht mehr mit ihrer ganzen Macht gegen ihre Widersacher zu fehren, ohne daß sie den gemeinsamen Angriff aller anderen befürchten muß. Ringsum liegen die Habgierigen auf der Lauer und glauben, daß bald der günstige Augenblid fommen wird, um das türkische Wild zur Strede bringen zu können. Die nahende Katastrophe wird die schwerste sein, die das Osmanentum je durchzumachen hatte. Der gesteigerte Verkehr hat der Türfel zwar große wirtschaftliche Bortelle gebracht, aber er hat auch unliebsame Folgen gehabt. Die elitzelnen Nationalitäten auf der Baltanhalbinsel kommen mehr mit der Außenwelt in Berührung, sie lernen thre Raffe und thre Glaubensgenossen fennen und entfremben sich damit dem osmanischen Einheitsstaat. Das türkische Staatsschiff treibt den reißenden Strom hinunter und dem Sturz entgegen, wenn es der Hirfischen Regierung nicht bald gelingt, durch ein eneraisches Bugreifen einen neuen Halt zu gewinnen. AllerBings hat Rußlands Note an die Pforte und Desterreichs bedenkliche Wendung die Tatkraft der Türkei gelähmt. Im Hintergrunde verspürt man auch die fcindliche Hand Englands. Vielleicht besinnt man sich am Goldenen Horn bald darauf, daß das türkische Heerwefen eine gewaltige Verbesserung erfahren hat. Ohne Zweifel sind die Jungtürfen taftlich und strategisch auf der Höhe. Wenn fic thrc erole schwankende Herrschaft in Europa nicht liquidferen und sich völlig auf Kleinaften zurückzteben wollen, ist es an der Bett, ein Beichen der Straft zu geben und den Räuberbanden die Gewehre aus der Hand zu schlagen. Durch Zurlickwetchen sind die Flammen des Aufruhrs nicht zu unterbricken. nach Vangnäs begeben, das gegenüber von Balestrand liegt und von diefem durch den Fjord getrennt ist. An der äußersten Stelle von Vangnäs, die Framnäs ge= nannt wird, und wohin die Sage den Wohnsitz des jumgen Helden Fridtjof verlegt, foll das vom Stalfer geftiftete ri otiofdentmal seinen Platz erhalten, und hier war jetzt eine Pappfigur mit den Umrissen des Denfmals aufgestellt worden. Einzelne norwegische Korrespondenten hatten dies als einen Scherz betrachtet, der von der Umgebung des Kaisers ins Wert gesetzt worden wäre, während es sich in Wirklichkeit darum handelte, zu prüfen, wie das Denkmal wirken würde. Die Fridtjofstatue wird schon aus weiter Ferne zu sehen sein, da sie gewaltige Dimensionen erhält, nämlich 10 Meter Höhe, und diese Gestalt wird auf einem 6 Meter hohen Sockel stehen, der sich wieder auf einem gegen 5 Meter hohen Hügel von Felssteinen erhebt. Von der Nordlandsfahrt bes Baisers wird der„ Voss. 3tg." aus Christiania gemeldet: Bie gewöhnlich bei seinen Nordlandfahrten, veranstaltete Der Kaiser auch diesmal auf der Hohenzollern" einige Festlichkeiten, zu denen eine Anzahl Landesbewohner eingeladen wurden. So gab es während des Aufenthaltes in Bergen einen Ball und Montag nachmittag fand auf der faiserlichen Jacht ein Teesest mit Tanz statt, das ein Ereignis für Balestrand und seine Sommergäste bildete, indem dazu u. a. eine größere Anzahl norwegischer Damen Einladungen erhalten hatten. Kurz vor 5 Uhr nachmittags wurden die Gäste mit Motorbooten zur Hohenzollern" befördert, wo der Kaiser sich sämtliche Eingeladenen vorstellen ließ. Ster auf nahm man an fleinen Tischen auf dem Achterschiff den Tee ein und dann begann der Tanz, bei dem sich die deutschen Offiziere unter der seiangen des Orchesters der Kaiserfacht fleißig mit den norwegischen Damen schwangen. Zwischen den Tänzen wurde Champagner gereicht. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den äl feren Damen und führte sie durchs Schiff. Um 8 Uhr war die Festlichkeit, die den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, zu Ende, und sämtliche Damen erhielten zum Abschted amüsante Andenken. Am Tage zuvor hatte sich der Satser mit seinem Gefolge 19) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schltppenbach. ( Nachdruck verboten.) Rundschau vom Cage. Politisches. Englische Hekversuche gegen Dentschland werden wieder einmal aus London bekannt. In den Letartifelspalten der Daily Mail läßt sich ein sonderbarer Menschenfreund vernehmen, dem es angst und bange um die Gesundhelt und das Leben der armen deutschen Matrosen ist, von denen einige nach französischen Berichten die heißen Nächte am Strand von Agadir verbrachten:„ Denn die Küste von Agadir ist ein gar gefährlicher Ort- besonders bei Nacht! Die Deutschen sollten sich erinnern, daß sie uneingeladene Gäste sind, und daß thre widerwilligen Wirte nicht allzusehr in Versuchung geführt werden dürfen. Das Volk von Sus hat nicht den Ruf großer Gastfreundschaft, und die am Strande schlafenden deutschen Matrosen könnten wohl die Helden von Agadir reizen, in der Finsternis der Nacht ein paar Kehlen durchzuschneiden. Ein derartiges Ereignis wäre sehr zu bedauern, denn erstens würde Deutschland dabei einige seiner tapferen Matrosen einbitßen, und zweitens würde Deutschland dann die peinItche Aufgabe haben, deren Verlust durch das Bombardement von Agadir und die Besizergreifung des Hafenortes zu rächen." In dieser Weise, die wißig sein soll, fährt der Leitartikel der Daily Mail fort, die Franzo= sen gegen die Anwesenheit des deutschen Kriegsschiffes in Agadir aufzuheben. Daß der Artikel nur geschrieben wurde, um nach Frankreich telegraphiert zu werden, ist zweifellos. „ Robert, der leider mein Verwandter ist, hat hier ein leichtsinniges Leben geführt und sein großes Vermögen vergeudet; er hat seiner Mutter Herz gebrochen und geht jetzt darauf aus, eine reiche Bartte zu machen; ich bedaure jedes Mädchen, das seine Frau wird. Hütten Ste sich vor thm, gnädige Frau. Sie schreiben mir, daß Latour die Verlobung mit Ihrer Pflegetochter erzwungen hat. Lösen Sie diese Verlobung so schnell als mögItch, ein Mensch wie Robert Latour ist nicht wert, ein reines, junges Mädchen zu heiraten, er würde sie grenzenlos unglücklich machen. Ich bekräftige als Ehrenmann meine Worte, sie beruhen auf Wahrhelt. Mit der vollkommensten Hochachtung, gnädige Frau, Ihr ergebenster Gaston Latour." „ So, ich denke, das ist genug," sagte Olden,„ es bleibt mir nur noch übrig, Ihnen im Namen Frau Hatdecks zu sagen, daß Fräulein Grotenbach arm ist und keinerlei Hoffnungen auf den Reichtum ihrer Pflegemutter erheben kann, da dieselbe eine Tochter hat, die die alleinige Erbin ist." " Ich habe mein Spiel verloren," murmelte Latour fassungslos, ich denke, es ist besser, ich empfehle mich." „ Ja, und zwar so bald als möglich!" rief Olden heftig, bitte!" Er öffnete die Tür und Latour ließ es sich nicht zweimal fagen; er verschwand schleunigst und reiste, ohne Eva noch einmal gesehen zu haben, per Schiff ab. An demselben Morgen fam Frau Grotenbach uit erwartet in Strandhof an. Anna Haideck unterrichtete sie von dem Vorgefallenen. Das Schwerste liegt uns noch ob, wir müssen Eva die Augen öffnen," sagte ihre Mutter weinend, ich Die Borberatungen zur Gründung eines Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes" wurden dieser Tage in Leipzig fortgesetzt. Es waren über 100 Verbandsabgeordnete und Vertreter von Handwerks- und Gewerbekammern erschienen. Die Verhandlungen erfolgten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Nach sehr eingehender Debatte genehmigte die Versammlung folgende Entschließung:„ Der erweiterte Ausschuß zur Gründung des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes" nimmt mit Genugtuung Kenntnis von der allsettigen Zustimmung, die sein Aufruf in den weitesten Kreisen der mittelständischen Berufsstände und bei den Handwerks- und Gewerbekammern gefunden hat, und weist die von verschiedenen Seiten( so insbesondere vom Han= sabunde) verbreitete unwahre Behauptung, daß hinter der Gründung des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes der Bund der Landwirte stehe, als eine frivole Verdächtigung gebührend zurück." Die sodann folgende Borberatung der Satzungen des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes nahm mehrere Stunden in Anspruch. Mit einer Thronrebe Kaiser Franz Josefs ist am Dienstag der österreichische Reichsrat eröffnet worden. Die Thronrede beschäftigt sich mit Ausnahme eines ganz furzen Passus, in dem das innige Verhältnis zu den Verbündeten und die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Mächten hervorgehoben werden, ausschließlich mit der inneren Gesetzgebung. Allgemein fällt die Inhaltslosigkeit des Passus über die auswärtige Polttik auf, da Aeußerungen über aktuelle Fragen namentlich über Albanien erwartet wurden. Der Eindruck der Thron= rede war, wie die Presse konstatiert, ungemein nachhaltig, nicht wegen des Fnhalts, der eher hinter den Erwartungen zurückblteb, als wegen der Tatsache, daß der 81jährige Kaiser die Mühe der Reise von Ischl nach Wien nicht scheute, vor allem, um den Appell an die Arbeitswilligkeit des neugewählten Hauses durch sein persönliches Erscheinen möglichst zu verstärken. Die Anwesenden konnten sich übrigens von der Grundlosig= keit aller Gerüchte über das schlechte Befinden des Kaifürchte, es wird sie hart treffen, daß sie ihre erste, junge Stebe einem Unwürdigen schenkte." Die beiden Mütter, die eigene und dte, die jahrelang Mutterstelle an ihr vertreten hatte, ste sagten ihr alles in schonender Weise. Eva war wie gelähmt. Ste hörte schweigend zu. Ihr Glaube on die Menschheit war verloren, das Jdeal, das ihr reines Herz hoch gehalten, stürzte zertrümmert in den Staub. Stebentes Kapitel. In Petersburg. sers überzeugen. Es war nicht eine Spur mehr von der überstandenen Krankheit zu sehen. Ein spanisch- französischer Zwischenfall in Marokko bildet zurzeit in Madrid und Parts das Tagesgespräch. Der Hergang ist folgender: Als der französische Konsu laragent Boiffet gestern vor den Toren von Elkfar an fam, wurde er von dem spanischen Wachtposten aufge fordert, anzuhalten und sein Gewehr auszuliefern. Boiffet verweigerte dies. Darauf fällte der Posten setn Bajonett vor dem Pferde Boissets, das sich erschrocken bäumte, und schlug das Gewehr an. Boisset wurde, esfortiert von Soldaten, zur spanischen Kaserne geschickt. Auf dem Marsche durch die Stadt folgte eine Menschenmenge, die sich darüber belustigte, wie der französische Konsul von den Spaniern gefangen genommen wurde. Als Boisset vor den wachthabenden spanischen Offizier geführt wurde, erklärte dieser, es liege ein Frrtum vor, und ohne sich weiter zu entschuldigen, gestattete er Boiffet, sich zu entfernen. Die Franzosen sind über das eigenmächtige Vorgehen der Spanier in hellen Zorn geraten und im gestrigen Ministerrate wurde beschlossen, Spanien zu einer Erflärung über den Vorfall aufzu fordern. „ Welch ein schönes Gesicht, aber wie traurig." Der Sprecher ist ein stattlicher Mann gegen Ende der Zwanziger. Den Arm leicht auf die Logenbrüstung gestützt, blickt er durch sein Glas zu einer Dame hinüber, die, in weiße Seide gekleidet, unverwandt auf die Bühne blickt. Das berühmte böhmische Streichquartett gibt heute im Marientheater eines seiner Konzerte; die vornehme Welt Petersburgs vergißt für kurze Zett ihre rauschenden Vergnügungen, um den edlen Melodien großer Meister zu lauschen. Es liegt etwas Märchenhaftes im Zusammenspiel dieser Künstler, die Menschenfeele fühlt sich gepackt, vom süßen Zauber der Musik hingerissen. Bei dem Ausruf des jungen Nachbarn erhebt der neben ihm sigende Bekannte sein Glas und sieht nun auch zur gegenüberliegenden Loge hin. - Ein neuer inffischer Kriegshafen in Oftafien? Wladiwostoker Blätter melden, daß der russische Ma rineminister eine Reise nach Ostasien plant, um speziell Petropawlowsk an der Ostküste von Kamtschatka zu besichtigen, wo Rußland einen Kriegshafen anzulegen ges denkt. Der Hafen soll geräumiger und besser als der Hafen von Wladiwostok und auch nicht so lange wie dieser mit Eis bedeckt sein. " Ja, Grotenbach, Sie haben recht," versetzte der schon ältere Advokat Reinhard, Frau Uchatscheff tst bildschön." " Uchatscheff!" ruft Alfred Grotenbach,„ heißt thr Mann Konstantin und dient er bei den Gardenlanen?" " Jawohl." " Und seine Frau ist eine Deutsche?" Der amerikanische Senat hat eine Gesetzesvorlage angenommen, die die Kandidaten bei den Wahlen zum Kongreß verpflichten, ihre Wahlausgaben vor und nach der Wahlkampagne zu veröffentlichen. Die Wahlkosten werden auf 10 000 Dollar für Senatoren und 5000 DolIar für Abgeordnete des Repräsentantenhauses beschränkt. Das neue Wahlgesetz hat den Zwed, forrupte Wahlen, wie sie in der letzten Wahlzeit vorkamen, zu vermeiden. " Wie? Das wissen Sie auch?" fragte Reinhard erstaunt. Kleine Nachrichten. Veteranen unserer Kriegsflotte. Die Schulschiffe " Nire" und" Rhein", sowie die Hafenschiffe" Romet" und Meteor" find jetzt aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen worden, nachdem vor einigen Tagen bereits den kleinen Kreuzer„ Greif" dasselbe Schicksal erreicht hatte. Eine historische Persönlichkeit, der Oberauffeher a. D. Heinrich Funk in Augsburg, der im deutsch- franzöfifchen Kriege am 3. Auguſt bei Weißenburg den ersten deutschen Kanonenschuß gelöst hat, ist, 75 Jahre alt, gestorben. Der Historienmaler Augelo Jank hat diesen Benkwürdigen Vorgang in einem großen Gemälde festgehalten. Eine Junggesellensteuer von zehn Francs pro Kopf beabsichtigt die Lyoner Stadtverwaltung zu erheben. Man rechnet auf eine Einnahme von 300 000 Francs, dte zu Steuererleichterungen für Familien mit reichem Kinderfegen verwendet werden sollen. Der wankelmütige gustav". Im Koldiger Wo chenblatt" ist folgendes Inserat zu lesen:„ meine fer lobung mit fräulein frida günter erkläre ich hiermit für aufgehoben. gustav nagel, wanderprediger." Die Zahl der Fenerbestattungen in Dentschland hat im Monat Juni nach Eröffnung des Krematoriums in Dresden eine wesentliche Vermehrung erfahren. Es fanden im Juni d. J. im ganzen 604 Einäscherungen statt gegen 493 tm Vorjahr. Unter den Eingeäscherten befanden sich 368 Männer und 236 Frauen. Selbstmord eines Geschwisterpaares. Gestern erschossen sich im Gasthaus Seealp am Fuß des Säntis in der Schweiz die Geschwister Robert und Minna Lange aus Geesteminde aus unbekannter Ursache. In eine elektrische Wäscheroffe geriet gestern in Leipzig die Frau eines Schmiedemeisters. Ste wollte ein Rollholz herausziehen und bemerkte nicht, daß der Wagen, der zur Beschwerung der Rolle dient, heranfam. Der Wagen dritckte die Frau gegen die an der Sette befindliche Walze und zerquetschte ihr dabet den Kopf. Die Unglückliche war sofort tot. Ein furchtbarer Zyklon, der gewaltigen Schaden anrichtete, wütete im Gouvernement Walogdan. 40 Dörfer wurden zerstört, die zum größten Teil aus Holzhütten bestanden. Wie groß die Gewalt des Sturmes war, geht daraus hervor. daß auch die dicken Mauern eines Nonnentlosters einstürzten. Tausende von Bauern find obdachlos. Bu einer schweren Menteret fam es gestern im Gefängnis zu Aleppo in Syrien. Ein großes Truppenaufgebot mußte das Gefängnis stürmen. Zahlreiche Ge fangene wurden getötet und über 40 verwundet. In furzen Worten gibt Dr. Grotenbach die Erklärung. Dann verstummt er und scheint nur noch auf die Herrliche Musik zu hören. Hin und wieder schweifen seine Augen zu Karla hinüber. So sieht also jetzt der muntere Backfisch aus, den er auf Rügen neckte und der oft so schnippisch gegen ihn war. Eine ernste Frau ist daraus geworden; auf dem schönen, blassen Gesicht, in den großen, braunen Augen fehlt der Frohsinn und ein trauriger Bug ist an seine Stelle getreten. Abweichend von den meist dekolletierten russischen Damen, ist das weißseidene Kleid Karlas bis hoch am Halse ge= schlossen, nur ein in rotem und grünemFeuer sprühender Stein schließt den Kragen. Der auffallenden Mode zuwider, trägt die junge Frau des Rittmeisters Uchatscheff ihr reiches, dunkles Haar sehr schlicht, die weiße Stirn frei, der satte Ton der Haut ist farblos. Dagegen sind die rtgeformten Lippen von lebhaftem Kolorit; der Mund tit herb geschlossen. Hat er das Lächeln verlernt, so früh schon? Oder bleibt er so fest geschlaffen, um nicht aufzuschreien in leidenschaftlicher Qual? In der Haltung des schlanken Frauenförpers liegt etwas mitdes, in den großen dunklen Augen ein geheimes Etwas, das von schweren Seelenkämpfen spricht, aber der Stolz steht daneben und will nicht, daß es verraten wird. " Diese Frau ist einsam, sie trägt ein tiefes Leid," das ist die Schlußfolgerung von Alfred Grotenbachs Beobachtungen. Wien und Paris sich als Nervenarzt weiter ausgebildet Er ist erst kurze Zeit in Petersburg, nachdem er in hatte. Jetzt wollte Grotenbach auch in der Newastadt seine Kenntnisse erweitern und selbst praktizieren, er hatte gute Empfehlungen mitgebracht, und seine Tüch tigkeit sicherte ihm ein glänzendes Vorwärtskommen in seinem Beruf. War es nicht ein günstiger Zufall, daß er Karla schon heute sah? Er war entschlossen, thr setnen Besuch zu machen. ( Forts. folgt.) 8ur B das Reichsp bem das Au befannt wir erftatten, be trifft. In 1 trägern das ftätten usw. Auch das B be berricht, find tunlich Fenster bes Berührung Unter befon an Bewohne ften Postans ben, von wo Die Bestellu Geböfte tft feuchte Ortsch gegliedert u ammengefaß bend benachb Wissens Nene Ra Zagen wird befanntlich a befleidet, nac fuche anzuste welche Wirt peraturen ha Die Beh Mittel berefo bert Roch ge neue Präpar feines Lebens dem Alt- Tub von diesem d Giweißitoffe Bochenschrift Birchow- Kran fitut für J über ihre Unt Me ausreicher tung zur Ver fid wegen fet Bellawecke un der Aufnahme Beitere Beob Grfolges bleib Zu einent lenten und lä verflossene Na bies einen gr ten, die die Nu He Kleider de Grzedeuten, di nachdem inzwi mit blanker M ower verletzte mußten. Auch legungen. Die Ein Bettle einträglichste G Belfe gesamm Göhe fummter jem an einem Der Bettler S Dort starb vor hon vor länge gänger des lebte. Man far meine Ueberra Lode herausste mögen von me habe. Davon denes Testamen ju. Unter über Tage die Besta rengrab statt. Das Kocher lament, das de ders fortschrittl Jng damit besch e von Vorbed ben die norme Blane beschäftig führen: fede B tar treten will, erbringen, daß und vor allem muß von retch und des Stand Rüche, auf die treter bet den denn ohne gut 115 Dem Verb Chrung erwief Jena der dortt Dienstjubiläum nigten fich fiber Ortswirtshause Frau" natürlich Anichluß hieran Ort flatt. An Mujittapelle, de ran, anfchloffe flegebefohlenen teilnehmen tonn Aundin fanden Ende land. Gine Reford malift Apr- Spi Monte 1 Bell getr Bon 97 10 en und 9ma, t Bancouve, dan er Liverpool T hofft, die Weltrei Beltreffereford Ellealer mit 63 Opler der R Martyrern der allien ein. Die i Anzahl von Bea aufer der armo Aleren und den Hotelt zu geben Jedoch mit pafit tellt in der S bemerkbar mat Dex tto ich. ilta Je etn ten the de, er or, er Der ent, t? em es er te ge m ch eit = e= te lt fe 18 ht er Ta It, ta pf 8, m tt at 58 It 1188 a It er 1= er It 10 3 28 It T= te It et δ t, d Volkswirtschaftliches. 8ur Berhütung der Maul- und Klanenfenche hat das ReichspostamtAnordnung getroffen. Jeder Postbote, bem das Auftreten von Seuchen in seinem Bestellrevier bekannt wird, hat dem Poftamtsvorsteher Meldung zu erstatten, der sogleich die erforderlichen Maßnahmen trifft. In verseuchten Ortschaften soll den Landbriefträgern das Betreten der verfeuchten Stallungen, Dungstäffen usw. unter allen Umständen verboten werden. Auch das Betreten der Grundstücke, auf denen die Seuche herrscht, ist möglichst zu vermeiden. Die Postsachen find tunlichst am Grundstückseingang oder durch die Fenster des Wohnhauses auszuhändigen, wobei eine Berührung mit dem Stallpersonal zu vermeiden ist. Unter besonderen Umständen können die Sendungen an Bewohner verseuchter Niederlassungen bei der nächsten Bostanstalt oder Posthilfsstelle niedergelegt wer den, von wo sie von den Empfängern abzuholen find. Die Bestellung seuchenfreier und verseuchter Orte und Gehöfte tst tunlichst zu trennen. Dabet fönnen verfeuchte Ortschaften von seuchefreien Niederlassungen abgegliedert und zu einem besonderen Bestellrevier zufammengefaßt oder feuchefrete Ortschaften vorüberge hend benachbarten Bostanstalten zugeteilt werden. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Neue Radiumversuche der Mme. Curle. In einigen Tagen wird die berühmte Chemikerin Mme. Curte, die bekanntlich an der Pariser Universität eine Professur bekleidet, nach Leyden kommen, um neue Radiumverfuche anzustellen. Es handelt sich darum, festzustellen, welche Wirkungen das Radium bet niedrigeren Temperaturen hat. Die Behandlung der Tuberkulose ist um ein neues Mittel bereichert worden, das sich eng an das von Robert Koch gewonnene Alt- Tuberkulin anlehnt. Das neue Präparat, für das sich doch in der letzten Zelt seines Lebens außerordentlich interessiert hat, wird aus dem Alt- Tuberkulin dargestellt und unterscheidet sich von diesem dadurch, daß es teinerlet nachteilig wirkende Eiweißstoffe enthält. In der Deutschen medizinischen Wochenschrift berichten Prof. Jochmann vom Rudolf Birchom- Krankenhaus und Stabarzt Möllers vom Justitut für Infektionskrankheiten, Kochs Mitarbeiter, über ihre Untersuchungen mit dem neuen Präparat, für die ausreichende Stiftungen aus der Robert Koch- Sttttung zur Verfügung gestellt waren. Danach eignet es fich wegen seiner milden Wirkung ganz besonders fitr Sellzwecke und gerade auch für solche krante, die nicht der Aufnahme in eine Klinik oder Heilstätte bedürfen. Weitere Beobachtungen über die Dauerhaftigkeit des Erfolges bletben natürlich abzuwarten. Vermischtes. Bu einem scharfen Rusammenstoß zwischen Schuhe Tenten und lärmenden Männern und Frauen fam es verflossene Nacht in der Nächelgasse in Göln, wo Rowbtes einen großen Hund auf zwet Polizeibeamte hezten, die die Ruhe herstellen wollten. Nachdem der Hund bte Kleider der Beamten zerrissen hatte, versuchten die Erzedenten, die Beamten niederzuwerfen, worauf diese, nachdem inzwischen Verstärkungen herbeigeholt waren, mit blanker Waffe vorgingen und mehrere Personen so schwer verletzten, daß ste ins Hospital geschafft werden mußten. Auch zwet Boltzisten erlitten schwere Verlegungen. Die Haupträdelsführer wurden verhaftet. Ein Beitlerlegat. Daß Betteln keineswegs das uneinträglichste Geschäft tst und sich auch die auf diese Weise gesammelten Kleinen Beträge zu ansehnlicher Höhe summieren können, zeigte sich wieder vor furzem an einem Falle, der sich in Großwardein zutrug. Dort starb vor einigen Tagen im Alter von 75 Jahren der Bettler Simon Grünwald, der kein Bettleramt schon vor längerer Zeit niedergelegt hatte und als Koste gänger des Armenhauses in stiller Zurückgezogenheit lebte. Man kann sich wohl denten, wie groß die allgemeine Ueberraschung war, als sich nun nach seinem Tode herausstellte, daß der verblichene Bettler ein Vermögen von mehr denn 400 000 kronen hinterlassen habe. Davon fallen durch ein im Sachlaß vorgefundenes Testament 200 000 Seronen der Kirchengemeinde zu. Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand dieser Tage die Bestattung des" armen" Bettlers in cin Ghrengrab statt. Das Kocheramen der Braut. Das norwegische Barlament, das den Ruf genießt, den Frauenfragen besonders fortschrittlich gesinnt zu sein, hat sich schon mehrfach damit beschäftigt, die Chefchießung von einer Rethe von Vorbedingungen abhängig zu machen. Nun ha= ben die norwegischen Abgeordneten sich auch mit dem Blane beschäftigt, ein regelrechtes Hetratsexamen einzuführen: fede Braut, die mit dem Geltebten vor den Altar treten will, muß vorher dem Staate den Nachweis erbringen, daß ste imstande ist, zu nähen, zu waschen und vor allem selbständig zu kochen. Diese Prüfung muß von reich und arm ohne Unterschied des Alters und des Standes abgelegt werden. Vor allem ist es die Küche, auf die die fortschrittlichen nordischen Volksvertreter bei den Erörterungen besonderes Gewicht legen, denn ohne gute Kost set keine eheliche Harmonie mögItch Dem Verdienste seine Krone! Eine ungewöhnliche Ehrung erwiesen die Frauen von Kaltenwestheim, bet Jena der dortigen Hebamme anläßlich thres 25jährigen Dienstjubiläums. In dankbarer Anerkennung veretnigten sich über hundert Frauen mit der Jubilarin im Ortswirtshause, wobei die Verdienste der weisen Frau" natürlich gebithrend hervorgehoben wurden. Im Anschluß hieran fand ein festlicher Umzug durch den Ort statt. An der Spitze des Zuges marschterte eine Musikkapelle, der sich die Frauen, mit der Jubilarin meister und dem angesehensten Arzt der Stadt Belmonte imRathaus tonferierten, versuchte ein Böbelhaufe das Gebäude zu stürmen. Die wittende Menge, meift freischende Frauen, gebärdete sich so drohend, daß die Beamten aus einer Sintertür fliehen mußten. Ein Teil der Menge verfolgte die Fliehenden, der Rest schlug im Rathause alles furz und klein. Den Gesundheitsbeamten gelang es, zu entkommen, und als die enttäuschten Verfolger zurückkehrten, rächten sie sich, indem sie das Haus des Stadtarztes zertrimmerten und alle Desin= fektionen und sonstigen Sauberkeitsmittel zerstörten. Ueber den Plan der Erbauung eines neuen Kaiser: schlosses in Wiesbaden teilt die Frankfurter Zeitung mit, daß die städtischen Behörden in Wiesbaden sich keineswegs der Einsicht verschließen, daß in absehbarer Beit an die Stadt die Frage des Neubaues eines Schlos= fes herantreten werde. Das bedingen schon die Kurin tereffen. Die Anwesenheit des Kaisers fet von weittragendem Nußen und beeinflusse das ganze wirtschaftItche Leben der Stadt. Das Publikum fetze fich aus den zahlungsfähigften internationalen Kreisen zusammen, und die Stadt glaube Opfer bringen zu müssen, um sich ben alljährlichen Besuch des Ratsers weiter zu sichern. Das alte Stadtschloß, am alten Markt belegen, biete fetmen besonders angenehmen Aufenthalt. Die Stadt bestze in der Nähe des Neroberges ausgedehnten Grundbesitz. Die Mittel zum Neubau sollen im wesentlichen aus dem Verkauf des alten Schlosses und des Paulinenschlößchens aufgebracht werden. Paul Singers Vermächtnis. Der verstorbene Reichstagsabgeordnete Singer hat letztwillig seine Bar= tetgenossen Bebel und Heimann zu Erben eingesetzt mit der Bestimmung, daß der nach Abzug verschiedener Le= gate und eingegangener Verpflichtungen verbleibende Vermögensrest für die Bestrebungen, denen er fein Leben gewidmet hat, Verwendung finde. Diese Auseinandersetzung ist nunmehr beendet; die beiden Erben haben den Vermögensrest in Höhe von 48 054 Mark 87 Bfg. der Parteikasse überwiesen. Rohe Behandlung Choleraverdächtiger in Nenyork. In Neuyork find innerhalb 24 Stunden zwei Einwanberer, eine Frau und ein Knabe, die aus Jtalten tamen, an asiatischer Cholera aestorben. Das macht seit wenigen Tagen sechs Todesfälle, außerdem Itegen in dem Quarantäne- Hospital vierzehn Cholerapatienten. Andere werden als der Krankheit verdächtig, vorläuftg nur von jedem Verkehr mit der Außenwelt abge= schlossen. Die Sanitätsbehörde von Neuport gibt sich die größte Mühe, die Ausbreitung der Cholera in der Stadt zu verhüten, und die Konsuln der italienischen Häfen find angewiefen, alle nach Amerika abfahrenden Dampfer aufs strengste zu überwachen. Diefe Maßregeln stoßen natürlich bei der unwissenden Einwanderern auf Widerstand. Es sind jedoch Klagen gegen die Verwaltung der Quarantänestation erhoben worden, dte diese in einem sehr eigentümlichen Licht erscheinen laffen. Wärter sollen Kindern um thr Geschret zu enden, Heftpflaster auf den Mund gelegt haben und sich anderer unbeschreiblicher Scheußlichkeiten schuldig ge= macht haben. Einwanderer_wurden angeblich gezwun= gen, ekelhafte Nahrung zu sich zu nehmen, und Frauen mußten sich die gröbsten Beleidigungen gefallen lassen. In Gegenwart vieler Auswanderer sollen die Aerzte dte Körper von Verstorbenen aufgeschnitten haben. Alle diese Greuel kamen durch die Untersuchung zutage, die ein von Gouverneur Dir ernannter Spezialkommissar veranstaltet hat. Der Bankierssohn als Einbrecher. Aus London wird dem B. L.-A." gemeldet: Leutnant Karl von Mesmeyer, der Sohn eines norwegischen Bankiers, wurde in Neuport wegen elf verschiedener Einbrüche zwischen dem 1. Mat und 19. Junt d. J. zu zweienhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Richter suspendierte das Uriell fedoch, als ihm des Angeklagten Anwalt garantierte, fein Seltent werde sofort zu seinem Vater nach Norwegen zurückkehren, wenn das Gericht Gnade für Recht ergehen lasse. Der innge Mann, der die Universität in Heidelberg und die norwegische Milttärakademte besucht hat, war durch die übermäßigen Kosten, die thm das gesellschaftliche Leben in Neuvork verursachte, auf die Verbrecherlaufbahn getrieben worden. In Häuser, in denen er abends souptert hatte, verschaffte er sich nachts mit dem Brecheisen Einlaß und raubte in weniger als zwei Monaten Gegenstände, die er für insgesamt 80 000 Mart verpfändete. Dieser Gentleman- Verbrecher" hielt sich einen schwarzen Spteßgesellen, der tym den Raub nach seiner Wohnung Bringen mußte. Der Kampf gegen die Fliege. Der Stadt Chicago gebührt der Ruhm, zuerst den Kampf gegen die gemeine Seusfliege energisch aufgenommen zu haben. Seit der letzten gelben Fieber- Epidemte in New Orleans im Jahre 1905 haben die Amerikaner eine große Geschick= lichkeit in der Bekämpfung schädlicher Infekten entfaltet. So werden denn auch fetzt in Chicago in den öffentlichen Barks und an anderen Bläßen stark vergrößerte lebende Photographlen von Fltegen vorgeführt, wie diese thre bazillenbeladenen Betne auf Eßwaren abstreichen. Taufende von Bürgern laufen mit einem Abzeichen im Knopfloch herum mit der Inschrift Swat the fly", auf Deutsch übertragen etwa Klappe die Fllege". Auch in anderen Tellen der Vereinigten Staaten wird die Campagne betrieben und bei einem Bretsausschreiben im Fliegentöten in Worcester, Massachusetts Iteferten 232 Bewerber 10 Fässer Fliegen ein. Der Steger in dem Wettstreit um den Preis von 400 M. war ein 12jährtger Junge, der 100 Liter mit 1 219 000 Itegen(!) einfteferte, die er in Fallen eigener Erfindung gefangen hatte. Rache der Köchin. Ifts wahr, daß Du Deinem Gefreiten abgeschrieben hast?"- Ja- und den Brief hab' i' net zu'pappt, damit's die ganz' Kompanie Iefen fann." noran, anſchloſſen. Vor den Wohnungen der erſten Zum Eisenbahnunglück bei Müllheim. flegebefohlenen der Hebamme, die an der Feier nicht teilnehmen konnte, sowie vor dem Hause der tüngsten" Kundin fanden Ständchen statt, worauf dte Feter thr Ende fand. Sine Refordreise um die Welt. Der Pariser JourSpitz hat, wie aus Parts gemeldet wird, e er ff -d nalist Monte t, 11 et 18 It et St 1 uhr 45 Minuten über Moskau eine Welt augetreten, auf der er den bestehenden Reford Reise um die Erde" zu schlagen gedenkt. Vou will er sich unter Benutzung der schnellften und Dampfer über Wladiwostok nach Tsuruga, roma, von da über den Stillen Ozean nach Vancouve, dann nach Quebeck begeben, um von dort fiber Liverpool nach Paris zurückzukehren. Jager- Svizz hofft, die Weltreise in etwa 40 Tagen zu vollenden. Den Weltreisereford hält gegenwärtig der Franzose Gaston Sttealer mit 63 Tagen. Opfer der Reinlichkeit. Eine lustige Geschichte von Märtyrern der Reinlichkeitsbewegung trifft aus Stallten ein. Die italienische Regierung hatte jüngst eine Anzahl von Beamten nach der Insel gefchickt, um die Säuser der ärmeren Bewohner der Städte zu desinflateren und den Leuten Anweisung zur größeren Reinlichkeit zu geben. In den meisten Orten wurden sie jedoch mit passiver Feindseligkeit empfangen, Ste sich freilich in der Stadt Belmonte recht unangenehm aktiv bemerkbar machte. As die Herren mit dem BürgerSehr schwer verlett liegen noch drei Personen darnieder, bet den übrigen Schwerverlegten besteht Aus= ficht auf Besserung. Unter den Toten ist eine Frau noch immer nicht erkannt. Sie steht im Anfange der dreißiger Jahre. Man vermutet, daß die Frau aus der Umgebung von Göppingen stammt. Die Beseitt= gung der Wagentrümmer und der Lokomotive ist noch immer nicht beendet, obwohl ein großes Aufgebot von Eisenbahnarbeitern und Militär dauernd an Ber Unfallstätte tätig ist. Der Betrieb fann trotzdem zweigleifig weiter geführt werden. Gleich nach dem unglück wurde vielfach die Vermutung ausgesprochen, daß die im Bau begriffene Unterführung aus Eisenbeton nicht sachgemäß behandelt worden set und zur Katastrophe beigetragen habe. Aus fachtechnischen Kreisen wird aber fest nach näherer untersuchung auf das Bestimmteste diese Vermutung als unzutreffend bezeichnet. Die Eisenkonstruktion bat gehalten und nur die Ränder sind nachträglich beschädigt worden. Die Unterfit= chung über das Unglück ist immer noch nicht abge= schlossen. Vom Zügpersonal befindet sich niemand in Haft. iteber die Ursache des Eisenbahnunglücks befragt, erklären Bahnbedienstete, daß der Lokomotivführer zu spät gesehen habe, daß der zug auf einem falschen Glets fuhr. Infolge des plötzlichen Bremsens erfolgte ein au starfer Nud, die Wagen prallten aufeinander und stürzten gerade über der Ueberführung, dle gegenwärtig auf dem Müllheimer Bahnhof neu eingerichtet wird, in den Hohlraum. Von den Ver vnglückten am schwersten getroffen ist der witrttember gische Missionar Pfleiderer, der sich mit seiner ganzen Familie im Suge befand. Sein einziger Sohn ist tot, zwet Töchter find schwer und eine andere Verwandte tödlich verlegt. Der Missionar blieb zwar unverletzt, ist aber vor Schmerz völlig gebrochen. Rückgang der Eisenbahnunfälle, Tötungen und Verlegungen. Wie der Inf." mitgeteilt wird, ist die Zahl des Eisenbahnunfälle, die sich ganz wohl niemals werden vermeiden lassen, in den letzten Jahren doch erheblich zurückgegangen, da die Sicherheit auf den Eisenbahnen durch die Vervollkommnung der technischen Apparate immer größer wird. Die Zahl der Entgleisungent betrug im Jahre 1900 in Deutschland 634, während es nur 486 im Jahre 1909 waren. Zusammenstöße fanden 391 im Jahre 1906 und 305 im Jahre 1909 statt. Bet Unglücksfällen famen 120 Reifende im Jahre 1906, 110 Reisende im Jahre 1908 und 124 im Jahre 1909 um. Die Zahl der verletzten Personen ging von 602 im Jahre 1906 auf 508 tm Jahre 1909 zurück. Die Summe der getöteten und verletzten Beamten und Arbeiter tit größer als die der Reisenden. Aber auch hier ist eine Abnahme festzustellen. Es wurden 709 Arbeiter und Beamte im Jahre 1906 getötet, 611 im Jahre 1908 und535 im Jahre 1909. Verletzt wurden 1543 im Jabre 1906, 1497 im Jahre 1908 und 1391 im Jahre 1909. Es läßt sich also auf allen Gebieten der Eisentbahnkatastrophen ein Rückgang feststellen, der von Jahr zu Jahr größer wird, und der sicherlich nur auf die ständige Bervollkommnung der Maschinen und auf die Schulung des Personals zurückzuführen ist. Im Anschluß set mitgeteilt, daß die Eisenbahn folgende Sum men für Unfallverlegte zu zahlen hatte: 15,85- Itonen Mark im Jahre 1906, 17,42 Millionen im Jahre 1907, 20,16 Millionen im Jahre 1908 und 18,90 MilItonen im Jahre 1909. Eine Eisenbahnkatastrophe in Merifo. Auch in Merifo hat sich gestern eine schwere Eisens bahnkatastrophe ereignet. Bet der Stadt Morelta fand infolge falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß zweier Eisenbahnzige statt, wobei vierzig Passagiere getötet und über sechzig verleßt sein sollen. Drabtnachrichten und neuestes. Drei Personen auf einer Bootsfahrt ertrunken. Schwerin, 19. Jult. Bei einer Bootsfahrt, die fünf unverheiratete Sellner des Kurhauses Zippendorf heute früh in angeheitertem Zustande auf dem großen See unternahmen, fenterte das Boot und die fünf In fassen fielen ins Wasser. Einer fonnte sich durch Schwimmen retten, ein zwetter wurde von hinzuellenden Personen gerettet, die dret übrigen ertranken. Die Revolution auf Saitt. Göln, 19. Jult. Die Köln. 3tg." meldet aus Neuvork: Nachrichten aus Port au Prince zufolge haben die Revolutionäre die Regierungstruppen geschlagen. Unter den Ausländern herrscht große Beunruhigung. Das haitische Kriegsschiff„ Antoine Simon" ist fampfunfähig gemacht worden. Blutige Wahnsinnstat. Straßburg, 19. Jult. In Balbron( Unterelsaß) hat eine Frau namens Katharina Wilhelm aus Ludwigshafen in einem Anfall von Geistesgestörtheit threm kleinen Kinde den Leib aufgeschlitzt und sich selbst sechs lebensgefährliche Stiche in den Unterleib beigebracht. Landung des Erfahs in Persien. Zeberan, 19. Jult. Der ehemalige Schah von Persien, der bisher in der Verbannung lebte, ist plößItch auf persischem Boden gelandet. Die Landung erfolgte am Stafpischen Meer. Er stand mit feinen Getreuen im Lande seit langer Zelt in Verbindung und die persische Regierung weiß, daß er in der letzten Zeit mehr denn je Intriguen gegen Persien angezettelt hat.. Seine Geheimagenten wiegeln in einigen Provinzen die Bevölkerung auf. Andere Anhänger des Schahs landeten mit großen Vorräten an Batronen in Baku. Kein deutsches Ariegsschiff vor Agadir? Tenerifa, 19. Jult. Der Kreuzer Berlin ist nach der afrikanischen Küste zurückgekehrt. Das Kanonenboot Eber Itegt hier vor Anfer. Bandel und Verkehr. Frankfurt, 17. Juli. Viehmarktpreise vom 17. Jult. Preise für 1 Zentner: Rinder: A) Ochsen a) vollfletschige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) M. 46-54,( Schlachtgewicht) M. 82-93, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgewicht) M. 48-51,( Schlachtgewicht) M. 86-88, b) junge fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M. 41-44,( Schlachtgewicht) M. 75-80, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ( Lebendgewicht) M. 38-41,( Schlachtgewicht) M. 70-75, B) Bullen. a) vollfleischige ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M. 40-44,( Schlachigewicht) M. 66-73, b) vollfletschige jüngere( Lebendgew.) M. 35-39,( Schlachtgewicht) M. 58-65, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgewicht) M30-31,( Schlachtgewicht) M. 54-56. C) Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M. 42-45,( Schlachtaemicht) M. 75-81, b) vollfleischtae ausgemästete Stübe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M. 40-43,( Schlachtgewicht) M. 74-80, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendaewicht) M. 38-42,( Schlacht gewicht) 73-81, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte Jüngere Kühe( Lebend gewicht) M. 33-40,( Schlachtgewicht) M. 61-74, b) mäßig genährte Kühe und Färfen( Lebendgewicht) M. 27-32,( Schlachtgewicht) M. 54-84, e) gering genährte ühe und Färsen( Lebendgewicht) M. 18-26, ( Schlachtgewicht). 41-59. Kälber. a) feinste Mast ( Vollmilch- Mast) und beste Saugtälber( Lebendgewicht) M. 57-59,( Schlachtgewicht) M. 95-98, 6) mittlere Mait und aute Sangfälber( Lebendgewicht) M. 50-55, ( Schlachtgewicht). 85-93, c) geringere Sauafälber ( Rebendgewicht) 40-49,( Schlachtgewicht) M. 68 bis 83. Schafe. 2) Stallmastschafe: a) Maftlämmer und Jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 42,( Schlachtgewicht) 88. b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht)-6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) ( Schlachtgewicht) M Schmeine: a) vollfletschige Schweine von 80-100 lar. Lebendgewicht( Lebendaemicht) M. 46-49,( Schlachtaemicht) M. 50-62, b) voll= fletschige Schweine unter 80 far. Lebendgewicht( Rebendgewicht) 46-49,( Schlachtgewicht). 59-61, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 gr. Lebendgewicht( Lebendaewicht) M. 46-49,( Schlachtgewicht)\ M. 59-62, 5) vollfleischige Schweine von 120-150 gr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 45-48%,( Schlachtaewicht) M. 56-60 Einem hochgeehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur gefl. Mitteilung, daß wir mit unserem großen, bekannten Zirkus E.Blumenfeld Wwe.- Guhrau am Donnerstag den 27. Juli cr. in Giessen mittels 56 Achsen starken Sonderzuges eintreffen werden, um nur einen 4 tägigen Zirkuszyklus zu veranstalten, so großartig, so neuartig, wie noch nie zuvor gesehen. Außer den hervorragendsten Attraktionen, außer unserem herrlichen Marstall von 100 tressierten Pferden, Stieren, Elefanten, Zebras, Lamas und anderen Tieren werden wir eine Sensation bringen, die einzig und allein in unserem Zirkus zur Aufführung gelangt, und zwar: Historische Ritterspiele und Curniere aus dem Jahre 1380. Ter„ Hanoversche Anzeiger", Hauptzeitung der Residenz, schreibt hierüber u. a.:,,Die Zirkuskunst hat einen höheren Rang eingenommem, das beweist auch die Aufführung der Ritterspiele und Turniere im Zirkus E. Blumenfeld Wwe.- Guhrau." Um gütiges Wohlwollen bittend, zeichnen Hochachtungsvoll Gebr. Blumenfeld- Guhrau. Gala- Premiere am Tage der Ankunft Donnerstag, 27. Juli, abends 8, Uhr. Billetvorverkauf im Zigarrengeschäft des Herrn S. Loeb. Das 5. Abonnements- Konzert findet Donnerstag, den 20. Juli statt. Solist: Kgl. Kammer- Virtuos Wiggert- Dresden. Anfang 8 Uhr. [ 267/3 , Necesse est' Eine Hockunterstützung b. d. Arbeit. Ein hyg. Klosettchen im Freien, 8X15X10 gross, Preis 1.50 Mk. bei Voreinsendung des Befrages, sonst Nachn.( 22/6 Stein's Garten.. Giessen Klaeke& Prochnow Zehlendorf a Bes. C. Stein Wannseebahn ( Berlin W), Hauptstrasse 48. Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten und 1. Bergnügungs- Wilmersdorfer Kredit- Verein in Deutsch Wilmersdorf E. G. Mittagstisch in und außer Abonnement. Elektr. Licht. - Fremdenpension Bab im Hause. Telephou Nr. 5. Schmitten im schönen Tanund. Gast- u. Kurhaus zum Ochsen. Sebr beliebter Sommeraufenthalt im schönen Taunusgebirge. Herr liche, gefunde Lage inmirten prachtv. Berge und Wälder. Ländl. Ruhe u. Einfachheit. Sehr gute billige Pension je nach den Ansprüchen und der Lage der Simmer von Mt. 8.50, 3.75, 4.- und höher. Für Touristen Zimmer m. 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