it preis: 40% an 5sfets miffel ell Frau baden, 551. erren elegenheit Frank: ftr. 711. Te 870-71 20/10 weg 41. eßen. Elfe. ochter, Toch Hein Karl = Jo= ambron er, MaWilhelm Elifabeth Otto, Wilhel e Kain, mit Saardt. Schäfer, eth GomBen, mit in Hir in Eifabrikant e Frieda Nauheim, eßen, mit na LemFine Rid it Emma er, mit en, mit alt. re alt. ahre all ard, Ober Jahre all in Gleben Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. - Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 142. Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlvorbereitungen. Gießen. Sonntag fand eine Vertrauensmännerversammlung der nationalliberalen Partei statt. In der Aussprache wurde betont, daß das Vorgehen der Vertrauensmänner bei der letzten Reichstags= stichwahl falsch gewesen sei. Es wurde beschlossen, für die kommenden Reichstags- und Landtagswahlen ein Zusammengehen mit der Fortschrittlichen Volkspartei zu ermöglichen. An Stelle des seitherigen ersten Vorsitzenden Kaufmann wurde der Fabrikant Adolf Klingspohr zum Vorsitzenden gewählt. - Die 3, 19. Juni. Die nationalliberale Partei des 4. Nass. Reichstagswahlkreises hat in ihrer gestrigen Vertrauensmännerversammlung einstimmig den Bürgermeister Hepp- Seelbach als Kandidaten für die Reichstagswahl aufgestellt. Die Lage des Arbeitsmarktes. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 20. Juni 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. zum Gemein d'eumlagengesetz beschäftigen, 8. August, vormittags: Extrazug nach Mainz, Damdas nach jahrelangen Verhandlungen in der ersten Juli- pferrheinfahrt bis Boppard. Am Niederwald vaterlänwoche endgültig zur Entscheidung kommen soll. Der Fidische Kundgebung, Ueberfahrt nach Bingen. Abends: nanzausschuß der Ersten Kammer hat sich am Samstag ,, Ein Abend am Rhein" mit Illumination des Felsen= in zwei bis in den späten Abend dauernden Sitzungen massins mit Niederwald denkmal, mit Extrazug nach mit den Regierungsvertretern Staatsminister Ewald, Frankfurt zurück. Abends: Im Festpark zu Frankfurt Finanzminister Braun, Minister des Innern von Hom venetianische Nacht und Feuerwerk. Mittwoch, 9. Aug.: bergt und mehreren Geheimräten eingehend mit diesem Beginn der 7tägigen Paris- Reise mit Extrazug. Nach Gegenstand beschäftigt und den Beschluß gefaßt, in al- mittags: Doppelkonzert auf dem Festplatz, voraussichtlen prinzipiellen Fragen auf dem schon früher von der lich mit Ballonwettfliegen. Abends: Großes Volksfest im Ersten Kammer beschlossenen Standpunkt zu beharren. Festpark. Donnerstag, 10., Freitag, 11., Samstag, 12. Nur auf mehrere unwesentliche Abänderungen ist der August: Doppelkonzerte erster Kapellen auf dem Festplatz Ausschuß eingegangen. Zunächst wird sich nun der Fiund italienische Nacht. Sonntag, 13. August: Olympische nanzausschuß der zweiten Kammer mit den Beschlüssen Spiele in der Arena. Abends: Schlußfest auf dem Feſtder anderen Kammer beschäftigen. Die zweite Kammer platz mit Doppelkonzert und Feuerwerk. wird alsdann am 4. oder 5. Juli wieder zusammentreten, um Stellung zu den Beschlüssen der Ersten Kammer zu nehmen. Provinzialausschuß- Sizung. Am Samstag, den 24. Juni, vorm. 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzialausschusses der ProEnteignung von Gelände in Gemarkung Ober- Eschbach vinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. zur Erbauung einer Nebenbahn von Heddernheim nach Homburg v. d. H.; hier Ausspruch der Entscheidung; 2. Gesuch des Müllers J. H. Schudt zu Klein- Karben um Genehmigung der Erhöhung eines Wehraufsatzes; 3. Gesuch des Seifenfabrikanten Karl Sandmann in Lau terbach um Erlaubnis zur Aufstellung eines Dampfkessels; 4. Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens; hier Strafverfahren gegen Schlossermeister Ludwig Faber 5. zu Großen- Linden. M. A. Frankfurt, 20. Juni. Der Arbeitsmarkt bietet das gleiche Bild des Vor: monats. In fast allen Zweigen des Geschäftslebens geht die Konjunktur weiter in die Höhe. In der Metallindustrie konnte in Frankfurt a. M. für eine Reihe von Berufen nicht alle Arbeitskräfte beschafft werden; besonders stark war die Nachfrage nach Bauschlossern, Spenglern und Installateuren. Auch Schmiede wurden sehr viel verlangt. Der starke Arbeiterbedarf zeigte sich besonders bei einer Reihe von Großbetrieben. Auch von Kassel, Mainz, Offenbach, Oberlahnstein und Wetzlar wird berichtet, daß in den Branchen der Maschinen- Industrie und Metallverarbeitung die Beschäftigung eine * Aus dem Militärwochenblatt. Lindflotte gewesen sei. Ueber den Mangel an Bauschlossernhorst, Major 3. D. und Bezirksoffizier beim Landw. und Schmieden wird auch dort geklagt. Bez. Aachen, zum Landw.- Bez. Gießen versetzt. Sander, Oberlt. im Jnf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Für die Portefeuille- Industrie in Offen Großh. Hess.) Nr. 116, vom 1. Juli 1911 ab bis auf bach a. M. gilt das gleiche wie im Vormonat. Der Saisonniedergang hält noch an. Für Sattler und Tapezierer fand sich im allgemeinen gute Beschäftigung. Aus der Industrie der Holz- und Schnit= stoffe wird folgendes vermerkt: Bei der städtischen Arbeitsvermittelungsstelle in Frankfurt a. M. war nach Schreinern auf Bauarbeit starke Nachfrage. Für Glaser, Rahmenmacher, Wagner und Küfer war reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. In der Zigarren- Industrie ist, wie aus Gießen gemeldet wird, der Geschäftsgang infolge der Tabaksteuer noch immer sehr schlecht; in einer Anzahl von Fabriken sei die Arbeitszeit täglich um 2 Stunden gekürzt worden. Der Verdienst sei im allgemeinen nicht gut. In der Schuhfabrikation in Offenbach a. M. herrscht ein sehr flotter Geschäftsgang. Das Baugewerbe ist nach fast allen Berichten gut beschäftigt, auch an kleinen Plätzen( We lar). In Kassel bieten besonders Tiefbauten reichliche Beschäftigung. Auch die Vorarbeiten zur deutschen landwirtschaftlichen Jubiläumsausstellung bringt reichlich Arbeitsgelegenheit. Aus Bad Wildungen wird gemeldet, daß der Bau der Edertalsperre fortwährend viele Arbeitskräfte heranziehe. Jm Buchdruckergewerbe ist nach Fertigstellung der Fahrpläne wieder eine größere Arbeitslosigkeit eingetreten. Jm Gast- und Schantwirtschaftsgewerbe hat sich die Arbeitsmarktlage der Eröffnung der Saison entsprechend und infolge der günstigen Witterung bedeutend gegen den Vormonat gebessert. Auf dem land w. Arbeitsmarkt hätten mehr Stellen besetzt werden können, wenn die richtigen Leute zur Verfügung gestanden hätten. Auch aus Wetzlar kommen Klagen, daß es schwer hält, die landwirtschaftlichen Arbeitsuchenden infolge ihrer Minderwertigkeit unterzubringen. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt ist, wie aus Kassel berichtet wird, Mangel an geschultem Personal für den Haushalt und Wirtschaftsbetrieb. Fabrikarbeiterinnen werden ebenfalls vielfach gesucht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Juni. Die Großherzoglichen Herrschaften haben am Sonntag nachmittag 3 Uhr 9 Min. von der Station Groß- Gerau aus mit Gefolge die Reise nach London zu den Krönungsfeierlichkeiten angetreten. * Professor Köppe wurde am Samstag nachmittag im Jagdschloß Wolfsgarten vom Großherzog empfangen. Parlamentarisches. Die hessische Erste Kammer der Stände tritt heute zur Abhaltung mehrerer Plenarsizungen zusammen. In erster Linie wird sich die Kammer mit den Beschlüssen der Zweiten Kammer er= weiteres zur Dienstleistung bei der Landesaufnahme kommandiert. Clifford Kocq v. Breugel, Oberst und Kommandeur des 1. Leib- Hus.- Regts. Nr. 1, zum Kommandeur der 25. Kav.- Brig.( Großh. Hess.) nannt. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt: Gen.- Major v. Derzen, Kommandeur der 25. Kav.- Brig.( Gr. Hess.). Der Abschied mit seiner Pension bewilligt: dem Hauptm. 3. D. und Bezirksoffizier Wolff beim Landwehr- Bez. Gießen, mit der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform. = d= Klein- Linden, 19. Juni. Unser Feuerwehrfest hat trotz der ungünstigen Witterung einen schönen Verlauf genommen. Brandinspektor Wiegandt= Gießen überbrachte die Glückwünsche der Gießener Wehr. Die Gesangvereine„ Eintracht"," Arion" und„ Harmonie" haften Beifall für ihre turnerischen Darbietungen. Im trugen Lieder vor, und die wackeren Turner fanden lebBurggarten begrüßte der Kommandant Jung die Gäste und Kameraden. Lehrer L. Keil hielt eine Ansprache. -t- Buzbach, 20. Juni. In Oberkleen fand am Sonntag das sechste Bundesfest des Hüttenberger Sängerbundes in Verbindung mit dem 25jähr. Jubiläum des Gesangvereins Germania statt. An dem Feste nahmen 25 Vereine teil, u. a. aus Pohl- Göns, Kirch- Göns, Butzbach, Brandoberndorf, Lützellinden, Rechtenbach, Volpertshausen, Hochelheim, Niederkleen. = 0= Londorf, 20. Juni. Unser seitheriger Bürgermeister Wilhelm Aumann wurde einstimmig wiedergewählt. * gen beabsichtigt, mit dem am 25. September ds. Is. stattfindenden Viehmarkt eine Verlosung von Vieh, sowie landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten zu verbinden. Das Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung erteilt, daß bis zu 4000 Lose, zu 1 Mt. das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen ge= stattet. Hungen, 20. Juni. Der Ortsvorstand HunMarburg, 20. Juni. Der fürzlich verstorbene Dichter Adolf Wilbrandt hat mit unserer alten Musenstadt in engen Beziehungen gestanden. Er wohnte anfangs der 90er Jahre in dem althistorischen Forsthofe unterhalb des Landgrafenschlosses in der Nähe des Bettinaturms. In seinem bekannten Roman„ Der Sänger", der hauptsächlich in Marburg spielt, schildert auch Wilbrandt in lebendigen Farben eine studentische Maifeier, die er damals mit einem Freunde, der bei ihm im Forst* Vom Telegraphenamt wird uns geschrieben: Im Interesse möglichst frühzeitiger Jnangriffnahme der Arbeiten 3 um weiteren Ausbau der & ernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse spätestens bis zum 25. Juli den Kaiserlichen Telegraphenanstalten vorliegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwenhofe zu Gast war, miterlebte. dungen( z. B. durch besondere Entsendung einer Baufolonne 2c.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antrag steller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mark leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 30 Mt. übersteigen, den wirklich aufgewende ten Kostenbetrag erstatten. Kunstausstellung Darmstadt. Nachdem nunmehr ein Monat seit Eröffnung der Ausstellung verflossen ist, läßt sich feststellen, daß sie sowohl das Interesse des einheimischen, wie des auswärtigen Publikums in reichem Maße gefunden hat. Auch der Bil derverkauf hat gut eingesetzt. * Programm für das 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrer- Bundes. Freitag, 4. August: Sigung des Bundesausschusses. Abends: Vorfeier( Kommers) im Festsaale des Zoologischen Gartens. Samstag, 5. August, vormittags: Besichtigung der Stadt, feierliche Eröffnung des Bundestages im Städt. Rathaus und Frühstück der Stadt. Nachmittags: Empfang der Fahrer der Kraftsternfahrt, Vorwettbewerbe in den Saal- und Wettfahrkonkurrenzen, Doppelkonzerte auf dem Festplatz. Abends: Begrüßungsfest in der Festhalle und Festpark. Sonntag, 6. August, vormittags: Korso und Festzug durch die Straßen der Stadt. Nachmittags: Meisterschaftsrennen in der Arena. Abends: Gartenfest im Festpark. Montag, 7. August: Vormittags: 100 Kilometer- Mannschaftsfahren, Rasenpolo, Radund Fußtouren in den Taunus. Mittags: Festessen im Frankfurter Hof. Nachmittags: Doppelfonzert im Festpark. Abends: Saalfest in der Festhalle, Saal- Wettbewerbe, auf dem Festplatz großes Volksfest. Dienstag, -e Diez, 20. Juni. Der Rennfahrer Breuer ist gestern zur Verbüßung seiner lebenslänglichen Zuchthausstrafe in das hiesige Zuchthaus gebracht worden. Breuer wurde bekanntlich zum Tode verurteilt, ist aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Der Verurteilte, der noch immer seine Unschuld beteuert, versucht die Wiederaufnahme seines Prozesses durchzusetzen. =)( Frankfurt, 20. Juni. Ein eigenartigen Unglücksfall, der einem jungen Menschen das Leben kostete, ereignete sich Sonntag abend nach 11 Uhr in dem von Cronberg kommenden Zug zwischen Bockenheim 11. hier. Der 27 Jahre alte Architekt Wilhelm Fink hatte mit seinen Verwandten und seiner Braut einen Ausflug unternommen. Zur Heimfahrt wurde der abends 10.45 Uhr von Niederhöchstadt abgehende Zug benutzt. Die Gesellschaft hatte in einem großen D- 3ug- Wagen Platz genommen. Wegen der großen Breite der Wagen ist das Hinauslehnen aus den Fenstern streng verboten. Nachdem der Cronberger Zug die Station Bockenheim verlassen hatte, wurde F. von einem Unwohlsein befallen, und er lehnte sich zum Fenster hinaus, um frische Luft zu schöpfen. In der Nähe des Hellerhofes fiel F. plötzlich in das Wagenabteil zurück. Der Kopf ihm fast vollständig zerschmettert. Die mitfahrenden Verwandten standen entsetzt bei dem Verunglückten, der unter ihren Händen verstarb. Nachdem der Zug im Hauptbahnhof angekommen war, erstatteten die Verwandten sofort Anzeige. Die Untersuchung ergab, daß in der Zeit, in der sich F. aus dem Fenster hinauslehnte, der um 11 Uhr 8 Min. in Frankfurt abgehende Eilzug nach Homburg den Cronberger Zug freuzte. An dem Eilzug stand eine Tür offen, von der Fink erfaßt wurde. war Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser, der Sonnabend abend im Automobil von Sammer in Hamburg eingetroffen war, wohnte Sonntag nachmittag mit Prinz und Prinzessin August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise den Horner Rennen bei. Die Rennbahn war überaus stark besucht. Das Publikum begrüßte den Kaiser, der die Uniform des Königsulanenregiments trug, mit stürmischen Zurufen. Prinzessin August Wilhelm überreichte dem siegenden Reiter des Handicaps den Ehrenpreis der Kaiserin, einen goldenen Bokal. Gegen 5 Uhr verließen der Kaiser und die höchsten Herrschaften unter Hochrufen des Publikums die Bahn. Prinz Joachim zum Oberleutnant befördert. Das MiIttärwochenblatt meldet: Seine Königliche Hoheit Prinz Joachim von Preußen ist im 1. Garde- Regiment zu Fuß zum Oberleutnant befördert worden. zugehen werden, ein Gesezentwurf wegen Aenderung der Fahrkartensteuer sein. Der Gesezentwurf verfolgt den Zweck, die Abwanderung aus den höheren Klassen in die unteren zu unterbinden und zwar dadurch, daß man die Steuer für die Fahrkarten 1. Klasse erheblich herabsetzt und den dadurch entstandenen Ausfall durch eine entsprechende Erhöhung der Steuer für die 2. und 3. Klasse, vielleicht auch die Einführung einer mäßigen Steuer für die 4. Klasse auszugleichen suchen wird. Reichskanzler von Bethmann Hollweg ist mit dem Unterstaatssekretär Wahnschaffe Sonntag früh in Wiesbaden eingetroffen. Er besichtigte die Entwürfe für das Bismarcdenkmal und begab sich sodann auf einem Dampfer nach der Elisenhöhle bei Bingerbrück, wo das geplante Denkmal Aufstellung finden soll. Die Belegung der preußischen Oberrechnungskammer. Durch die Presse geht die Nachricht, daß der Oberpräsident der Provinz Sachsen v. Hegel im Herbst den Posten eines Chefpräsidenten der Oberrechnungskammer in Potsdam erhalten werde. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, dürfte diese Nachricht faum zutreffen, da der gegenwärtige Chefpräsident, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat v. Magdeburg, zunächst keine Rücktrittsabsichten hegt. v. Magdeburg war bekanntlich früher Oberpräsident der Provinz HessenNassau. Zu dem Zusammentreffen des Kaisers mit dem Führer der englischen Sozialdemokratie Macdonald, schreibt die „ Nordd. Allg. 3tg.":" In den Presseerörterungen über dieses Zusammentreffen ist behauptet worden, der Kaiser habe den Wunsch ausgedrückt, mit Macdonald über seine Tätigfeit zugunsten besserer Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland zu sprechen. Diese Angabe ist unzutref= fend. Macdonald war von englischer Seite für eine Einladung zu dem Frühstück in Aussicht genommen, das der britische Kriegsminister zu Ehren des Kaisers veranstal tete. Dies wurde dem Kaiser mitgeteilt mit der Frage, ob der Kaiser etwas dagegen hätte. Hierauf ließ der Kaiser erwidern, er habe nicht das mindeste gegen Macdonalds Einladung einzuwenden. Zum Generalsuperintendenten der Rheinprovinz, eine Stellung, welche durch den Fall Jatho zurzeit die beson dere Aufmerksamkeit auf sich lenkt, ist der bisherige Hof und Schloßprediger Konsistorialrat Rogge in Stettin ers nannt worden. Christian Rogge ist am 18. April 1864 3 Hohenfürst im Kreise Heiligenbell geboren, ist also 47 Jahre alt. haben fich glaubt, pa Berridende gebracht w Zahlr und Umge richshagen 3wei Infa Bei Hirsch Boot von fen, der b einem Buf Automobil verlegt, die Streit erfta Bär feinen Einen Schw Giegert vor bei Beelit Hauptmann in der Vil Die Krönungsfeuer in England. In ganz England rü stet man zu den großen Krönungsfeuern, die am Donners tag abend von den Bergen und Hügeln des Landes auflo dern werden. Die Zahl dieser Krönungsfeuer wird auf mindestens 2500 geschätzt. 3u König Eduards Krönung im Jahre 1902 waren 1700 Schetterhaufen auf den Höhen ent. zündet worden. Die Kommission zur Vorberatung des neuen Strafgesetzbuches hält nach der kurzen Pfingstpause fortdauernd Sitzungen ab, wird aber vom 15. Juli in ihren Beratungen eine längere Sommerpause eintreten lassen. Man rechnet damit, daß die Kommission in etwa 1½ Jahren ihre Arbeiten beendet haben wird. Dann werden die Verhandlungen mit den Bundesregierungen über die Kommissionsbeschlüsse beginnen, worauf der Entwurf im Reichsjustizamt auf Grund der erzielten Vereinbarungen ausgearbeitet werden wird. Er dürfte in 3% bis 4 Jahren an den Reichstag gelangen. Ein D- Zugdieb auf frischer Tat ertappt. In dem Sonntag früh von Hamburg nach Frankfurt abgegangenen D- Zuge wurde in der Nähe von Uelzen ein D- Zugdteb auf frischer Tat erwischt, als er eben einem Gutsbesitzer, der neben ihm saß, das Portemonnaie aus der Tasche stahl. In Lehrte wurde der Dieb der telegraphisch vom Zugpersonal benachrichtigten Polizei übergeben. Attentat auf einen Deutschen in Marokko. In der Nacht auf den 18. Juni wurden in Casablanca der Deutsche Jungvogel und sein eingeborener Begleiter von zwei Strol. chen, entlassenen französischen Soldaten, angegriffen und beschossen. Jungvogel schoß in der Notwehr einen der Angreifer nieder; der andere entfloh. Unter starken Vergiftungserscheinungen erkrankten in Schöneberg bei Berlin ein Brauerciarbeiter nebst Frau und 5 Kindern. Zwei Kinder sind bereits gestorben. Die übrigen Familienmitglieder wurden nach dem Krankenhause gebracht. Ob es sich um Scharlach oder Diphterie handelt, muß die bakteriologische Untersuchung ergeben. Der Schießunfug hat wieder ein Opfer gefordert. In Schwientochlowit( Oberschlesien) Hantterten zwei Gymnasiasten, die das Königshütter Gymnasium besuchen, mit einem Revolver. Der eine hielt dem anderen den Lauf direkt vors Auge, damit er hineinsehen könne. Dabei drückte er die Waffe, die geladen war, ab und sein Kamerad fiel tot zu Boden. Die Abänderung des Gerichtstoftengesetzes. Wie der „ Inf." mitgeteilt wird, dürften die Strafprozeßordnung und das Gerichtsverfassungsgesetz teilweise Abänderungen der Kostenvorschriften notwendig machen, die in Einklang mit den neuen Bestimmungen der neuen Strafprozeßordnung zu bringen sind. Zum Teil werden vermutlich ganz neue Kostensätze aufgestellt werden müssen, da in der Strafprozeßordnung und in dem Gesez neue Gebühren und kostenpflichtige Atte voraussichtlich eingeführt werden, die in den jezt gültigen geseklichen Bestimmungen fehlen. Man wird hierzu z. B. die Gebühren bei Berufungen gegen Straffammern und die Gebühren beim Verfahren der Jugendgerichte rechnen können. Es ist anzunehmen, daß zwischen der Verkündung der neuen Strafprozeßordnung und ihrem Infrafttreten eine Novelle zum Gerichtskostengesetz eingebracht werden wird. Die Kosten der jüngsten französischen Marotto- Expedition werden voraussichtlich 500 Millionen Franken erreichen. Die bisherigen Ausgaben betragen 350 Millionen Franken. Die Organisation einer monarchischen Verschwörung in Südportugal hat die Polizei in Lissabon entdeckt. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen haben die Verschwörung unterdrückt. Diese sind in der Mehrzahl ehemalige Polizeibeamte und Munizipalgardisten. So lautet wenigstens die offiziöse Meldung." Eine Kritik der Hansabundtagung. An der Stellung, die der Hansabund auf seiner Jahresversammlung in Berlin zu dem immobilen Kapital, dem Bürgertum und der Sozialdemokratie eingenommen hat, übt die„ Nordd. Allgem. 3tg." folgende Kritik:„ Die Absicht, einen Masseneindruck zu erzeugen erklärt, aber entschuldigt nicht den Gebrauch starker Worte und falscher Bilder. Vielleicht ist sich der Redner, der davon sprach, daß man nicht länger auf sich herumtrampeln lassen wolle, selbst bewußt gewesen, daß für seinen drastischen Ausdruck kein objektiver Tatbestand vorhanden ist. Mehrfach war von einem Kampfe des mobilen Kapitals um Gleichberechtigung, von der den Vertretern des modernen Kapitals und des gesamten Bürgertums fehlenden politischen Macht die Rede. Das macht den Eindruck, als ob zwischen dem mobilen und dem immobilen Kapital, zwischen dem Bürgertum" und allen übrigen Ständen, wobei als Bürger nur die galten, die in Gewerbe, Industrie und Handel tätig sind, ein grundlegender politischer Unterschied gemacht werden solle. Man fann doch nicht im Ernste das Bürgertum mit dem mo= bilen Kapital identifizieren und damit vom Bürgertum alle jene bodenständigen Elemente ausschließen, die nicht nur im Ackerbau, sondern auch in Handwerk und Industrie tätig sind. Aber der Hansabund wird sich nicht wundern dürfen, wenn in dem Morgenrot einer neuen Zeit, das er heraufführen will, den Massen die feineren Distinktionen zwischen Agrariern und Hyperagrariern, zwischen Bodenständigen und Rückständigen verschwimmen und nur die Losung übrig bleibt: Kampf von Stadt gegen Land. Die Gegner des Hansabundes haben über die Unklarheit seiner Stellung gegenüber der Sozialdemokratie, namentlich im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen geklagt. Man wird nicht behaupten können, daß diese Unklarheit durch die Verhandlungen des Hansatages beseitigt worden wäre." Kleine Nachrichten. Seinen eigenen Sohn erschlagen hat in Hamburg im Jähzorn der Dienstmann Migge, der mit seiner Frau in Streit geraten war. Der Erschlagene hatte seine Mutter vor Mißhandlungen schüßen wollen. Der Täter wurde verhaftet. Bäderfrequenz. Baden- Baden 28 067; Badenweiler 2725; Brückenau 971; Davos 12 889; Ems 6468; Friedrichroda 4417; Homburg 3964; Karlsbad 22 763; Kissingen 11 424; Königstein 3332; Kreuznach 4674; Marienbad 8361; Nauheim 18 185; Neuenahr 7709; Oberstdorf 1588; Orb 1537; Pyrmont 11 061; Reichenhall 4697; Salzungen( Thür.) 1364; Sooden- Werra 1693; Soden 1390; Travemünde 1897; Westerland- Syl: 2288; Wildungen 4180. Beteranenfürsorge im Fürstentum Reuß j. 2. Auf eine Petition des Vorstandes des Landesverbandes der fürstl. Reuß j. L. Militär- und Kriegervereine Gera- Reuß hat der Landtag des Fürstentums Reuß j. L. beschlossen, diejenigen Veteranen, welche an den Feldzügen 1849, 1864, 1866 und 1870/71 teilgenommen und ein Einkommen von nicht über 1200 M haben, von der Entrichtung der staatlichen Einkommensteuer zu befreien und ferner allen vorgenannten Veteranen, welche die Veteranenunterstützung von 120 M jährlich aus Reichsmitteln beziehen, eine jährliche Staatsunterstützung von je 50 M zu zahlen. Volkswirtschaftliches. nende Arzt fateßen ein 12,000 burg traf ften Kudad im Mai a Kilometer nen unani in Sportf Der in der N als 2000 2 und Scherl bereits besd Ullstein und Firmen ist Arbeiter der wieder auf. Zunahme des Gesamtfleischvorrats und der Bevölke: rung. Ueber die Frage, in welchem Verhältnis der Gefamtfleischvoirat in Deutschland im Vergleich zur Steigerung der Bevölkerung zugenommen hat, wird der„ Inf." geschrieben: Gegenüber dem Jahre 1909 hat der Gesamtfleischvorrat im Jahre 1910 um 3 734 544 Kilogr. zugenommen, und zwar ist dies auf die Steigerung der gewerbItchen Schlachtungen bei den Schweinen(+61 740 175 Kilogramm) zurückzuführen. Alle übrigen Schlachtungen weisen eine Abnahme auf( Pferdefleisch 818 505 Kilogramm, Rindfleisch 38 720 190 Kilogramm, Kalbfleisch 16 682 760 Kilogr., Schaffleisch 1107 632 Kilogramm und 3tegenfleisch 676 544 Kilogramm). Die erwähnte Steigerung von 3 734 544 Kilogramm reicht nicht aus, um die Bevölkerungszunahme auszugleichen. Auf den Kopf der Bevölkerung ergeben sich für 1910 als Gesamtfleisch vorrat 40,689 Kilogramm, für 1909 41,314 Kilogramm, für 1908 41,463 Silogramm, für 1907 40,746 Kilogramm, für 1906 37,418 Silogramm, für 1905 38,567 Kilogramm und für 1904 39,869 Kilogramm. Wenn nach dieser Berechnung auch eine Abnahme des Fleischvor rats um nicht ganz% Kg. pro Kopf nachgewiesen ist, so wird der Fleischvorrat doch eigentlich nur von dem der Jahre 1908 und 1909 etwas übertroffen. Die Angaben über die Höhe der aus Hausschlachtungen gewonnenen Fleischmengen für 1909 fehlen leider. In Anbetracht der starken Steigerung der Schweineschlachtungen, die auch bez. der Hausschlachtungen für Preußen nachgewiesen ist, wird man für 1910 wie für 1907 9,209 Kilogramm pro Kopf einsetzen kön= nen. Da für 1910 ein Einfuhrüberschuß an Fleisch und Speisefetten von 2.164 Kilogramm pro Kopf vorhanden ist, so ergibt sich tatsächlich, daß für 1910 ein Vorrat von reichlich 52 Kilogramm pro Kopf verfügbar gewesen ist. König Friedrich August von Sachsen ist am Sonntag zum Besuche des Prinzregenten Luitpold in München eingetroffen. Der König fuhr mit dem Prinzen Ludwig im offenen Wagen in die Residenz, wo der Prinzregent setnen hohen Gast begrüßte. Eine Benderung der Fahrkartensteuer? Wie verlautet, wird eine der ersten Vorlagen, die dem neuen Reichstage 3) Und dennoch. Novelle von Ernst Busolt. ( Nachdruck serboten.) Am Berliner Kornblumentag am Freitag, den 16. Junt, den das Rote Kreuz zum Besten der Veteranen veranstaltete, wurden nahezu 1 100 000 Kornblumen verkauft. Das Erträgnis des Kornblumentages wird auf 240 000 Mark geschätzt. Ein Berliner Straßenbahnerstreik in Sicht? Am Frettag soll in einer geheimen Versammlung der gewerkschaftItch organisierten Berliner Straßenbahnangestellten der Streif so gut wie beschlossen worden sein. Die endgültige Entscheidung soll angeblich am Montag erfolgen. Die Stimmung der Straßenbahnangestellten, die ihre Forde= rungen unter allen Umständen durchsetzen wollen, soll sehr friegerisch sein. Man erwartet den Ausbruch des Streifes für Dienstag oder Mittwoch. Die Errichtung eines Vichsencheninstituts für Südwestafrika hat die Haupttagung der Deutschen Kolonialgesellschaft in Stuttgart gefordert. Wie Gouverneur Dr. Seib im Landesrat erklärte, ist bereits ein großes, selbständiges bakteriologisches Institut mit zwei Bakteriologen in Ausficht genommen. Hier hatte er in der aufblühenden Stadt durch fühne Handelsunternehmungen sein Glück gemacht. Nachdem sein Bruder gestorben, verheiratete er sich mit seiner im Wesen trefflich zu ihm passenden Frau, die Teller Bestande teren, allenden Traut, die ihrer stets ein strenge Begriff von Pflicht und Ehre gemeinsam; Kunst und Poesie erschienen ihnen als unsinniges Getändel für Leute, deren Leben durchaus verfehlt war. Obschon ein prachtvoller Flügel im großen Gesellschaftssalon stand, hätte Frau von der Landen es für ebenso lächerlich gehalten, sich alle Tage davor hinzusetzen, als in einem Schaukelstuhl vor dem flackernden Kaminfeuer Gedichte oder Romane zu lesen. sogar zu einem Lächeln über seine, wie er glaubte, äußerst wichtige Bemerkung auf. , Lieber Vater Vermischtes. Großes drei Person Geschäftsleit foll. Sollte laffenen fofo Angelegenhe Im Gel fall ereignet Brüffel. 3m Innenwände geflärte Wei die beiden A rufe erschien nicht gelang, Ein Bürgermeister als Spielhöllenbesitzer. Aufsehen erregt in ganz Algier der Prozek, der jetzt vor den Geschworenen der Stadt Setif im Departement Constantine seinen Anfang nahm. Angeklagt ist der Bürgermeister der Stadt, ein gewisser Sèbe, der sich bis vor furzem eines großen Rufes als Politiker erfreute. Sèbe, der außerordentlich reich ist, wurde vor drei Jahren zum Bürgermeister von Setif gewählt. Er verdankte seine Wahl nur seiner Freigebigkeit. Die schlimmste Korruption hielt unter seinem Regime Einzug in die Stadtverwaltung. Er selbst gründete mehrere Spielhöllen, in denen er zahlreiche Touristen durch seine Croupiers, die samt und sonders gewiegte Falschspieler waren, rupfen ließ. Infolge der außergewöhnlichen Begleitumstände dieses Prozesses ,, Bist und bleibst ein Träumer, mein Junge. Wundere mich nur, wie Du Deinem Posten vorstehst mit einem Kopf voller Einbildungen und all der Gelehrsamkeit! Glaub's mir, es ist alles Hokuspokus." , Eine zartere Hand muß jezt in Adrians Leben eingreifen, Piter," meinte die Mutter, ,, wir sind ihm zu alt= modisch und rauh. Ich sprach eben mit thm über Konstanze. Es ist Zeit, ihm eine ordentliche Frau zur Seite zu stellen. Konstanze ist heute aus Rostock zurückgekehrt von ihrer alten Großtante die dort gestorben ist. Sie hat wieder viel geerbt." Adrian, der seit einer Reihe von Jahren Konsul in Amsterdam war, befand sich auf einem längeren Besuch bei den Eltern. Die Mutter, welche ihm zwei ihrer größten Gastzimmer eingeräumt, wäre glücklich gewesen, wenn Adrian alles so gelassen, wie sie es angeordnet. Aber nein! In ihren peinlich sauberen, nach Lawendel duftenden Räumen befand sich ein wahres Durcheinander von alten verräucherten Bildern, Leuchtern voller Grünspan, geborstenen Schüsseln, verrosteten Waffen, alten Seidenstoffen, sowie von Statuen und Statuetten, vor denen sie als eine ehrbare Frau erröten zu müssen glaubte. Und da saß Adrian, seelenvergnügt, im bequemen Sammetrod, ein Fez auf dem Kopfe, vor seiner Staffelei oft stundenlang und malte. Und er hatte doch eine gute Stellung, sowie die Aussicht, dermaleinst Erbe eines schönen Vermögens zu werden. Und dennoch! Dennoch dieser Eifer für eine Sache, die man armen Leuten überlassen mußte, die aber für einen Gentle= man, zum mindesten gesagt, Marotte war! arbeiter hebe for erst nach Streicher lager gerer Zeit, fi Stirn hoch, die Augen sehr hell; in ihrer ganzen Erscheinung, die leicht an ein Holbeinsches Porträt erinnerte, lag etwas von der fühnen Anmut züchtiger mittelalterlicher Bürgerschönheiten. Sie trug eine Toilette von derbem Wollstoff ohne Spigen oder Schleife, das gelbblonde Haar, der Mode zum Troy, glatt zurückgestrichen. Der eng in London 14 Wenn der G Themfe- Schiff ber Rap- Postd nicht die notw Berlegenheit bald zu Ende Flottenschau feine Mannsch Cine orig ginelle und g Das Freifräulein Konstanze von Grimmen war seit Jahren mit den Landens befreundet. Ihr Vater, ein wohlhabender mecklenburgischer Gutsbesizer, der die letzten Jahre in Berlin verlebte, hatte seinem einzigen Kinde ein beträchtliches Vermögen und eine prächtige Villa, dent Landenschen Hause gegenüber, hinterlassen. Dort lebte sie nun frei und unabhängig mit einer älteren, farblosen Engländerin. Diese bildete einen Teil ihres Hofstaates, den andern ein gleichfalls ältlicher Musiker, der täglich bei dem Fräulein speiste, Professor Moser tituliert wurde und Fräulein von Grimmen einstmals in die Geheimnisse des Notensystems eingeweiht hatte. Und dabei," fiel ihr Mann ein, ist sie gesezt und vernünftig, brav und bieder, verachtet hohlen Prunk und Du darfst kein junges, flatterndes Geschöpf nehmen, das nichts zu leiten versteht! Es wird in Amsterdam einen sehr guten Eindruck machen, wenn Du Deine Landsleute bei Dir aufnehmen kannst in splendider Weise. Ihr paßt zusammen, Konstanze und Du- fannst nimmer besser anfommen." Und nun folgten Auseinandersehungen beider alten Herrschaften über Konstanzens häusliche und wirtschaftliche Tugenden ihr Gemüt und ihren Geldbeutel. ,, Wir können sie noch heute erwarten," meinte Mutter. „ Mit oder ohne Hofstaat?" lachte Adrian. " Miß Mason wird Konstanze sicherlich begleiten," nahm die Mutter nach längerem Schweigen die Unterhaltung wieder auf; Konstanze ist so durch und durch ladylife; sie geht nie einen Schritt allein aus. Da hätten wir sie übrigens." „ Nun, wie stehts mit dem Handelsvertrag?" Der alte Herr schien bei guter Laune zu sein und raffte sich Fräulein von Grimmen fam in Gesellschaft der Engländerin langsam über die Straße zu Landens herüber, und wenige Augenblide später befand sie sich im Kreise threr trauten Freunde. Sie erschien sehr groß und schlank gewachsen. Ihr Gesicht war fein und regelmäßig. die Georgs von Montreal in tung" zufolge artigen Geleg verwendet wi zu gebrauchen Freimilch vert vielen großen gwierig, gute Stadtrat ist im Namen de Durch eine fost Schönheits Lande der Sa Aeußern der eines fosmeti chemaligen d in Toulouse ge folgendes inte nis: Veränder des Antliges Ein unruhiger, kleiner, nervöser Mann, schwärmte er mit der Lebhaftigkeit eines Jünglings für das Neueste in der Musik. Seine Schülerin hingegen, längst ihrem selbständigen Geschmacke folgend, erklärte Gluck und Sebastian Bach für ihre Jdeale unter den Komponisten und blieb, ihrem Charakter gemäß, beharrlich bei dieser Ansicht. Mit einer souveränen Gleichmütigkeit konnte sie, die weißen schlanken Finger verschränkt, in ihren steifen Empiresessel gelehnt, Mosers phantastischen Plänen und Ideen zuhören, auf deren Verwirklichung er noch immer hoffte, während ein ruhiges Lächeln, das der Anmut nicht entbehrte, ihre ernsten Züge überflog. Vater und Mutter blickten wohlgefällig auf Adrian, als er ihr, die Hand küssend, seine Teilnahme an ihrem Verluste aussprach. Die Mutter war aufgestanden und gab, beide Hände um Konstanze gelgt, dieser einen Kuß; dann sah sie, so zärtlich sie es vermochte, zu dem langen Fräulein hinauf. ( Fortsetzung folgt.) Shwanzlänge der überflüssig Felles 24 M. in ein aufrech mung der Vor Die Zigen legt mit stren weil man gla ten dem Land mindesten geft dant der Maß Regen 2000 m England zwis Frankreich, D beträgt etwa Jahren ein dem aus auch Ipswich befin ein fchredliche der peftfrante Reime auf M Jung der Big also thre gem Ein furcht ler. Der Lan Bem des Aben Don Dahlen 50 junger Sohn Landstraße m iprang mit ge tete ihm den aber die Flu Abgehjekt und ein, wo ihm flief bald ei und ein Man feines Vaters Ofen fort un er, wie der S der Raubmor Blab fel. 9 rootna, el t die befo herige So Stettin pril 1864 Ifo 47 Jahre England t m Donners andes aufle wird au rönung Höhen ent dem Som angenen& Bugdieb auf befizer, de Lafage ftabl vom Zug o. In det der Deutsche zwei Strol griffen und en der An franften is nebst Fra storben. Die Kranten er Diphterie ergeben. fordert. J zwei Gym efuchen, mit n den Lauf ne. Dabei in Kameral Samburg im er Frau in ine Mutter Siter wurde er Bevölke is der Ge zur Steige der„ Inf der Gesamt r. zugenom der gewerb 740 175 Stilo ngen weisen amm, Rind 760 Kilogr. Ceisch 676 544 734 544 Silo mahme aus eben sich für n, für 1909 n, für 1907 n, für 1905 mm. Wenn 3 Fleischvor ist, so wird der Jahre Sen fiber die leischmengen rken Steige . der Hau& ird man für insetzen fön Fleisch und orhanden ist von reichlig er. Großes ek, der jett Departement ist der Bür sich bis vor reute. Gebe Jahren zum dankte seine nfte Korrup Die Stadtver Ten, in denen die famt und Tieß. Infolge es Prozes nzen Erschei erinnerte, log ttelalterlige von derben blonde Haar nen war feit Vater, ein der die le Einzigen Rind ge Villa, den Dort lebte fi arblofen Eng offtaates, de diglich bei den de und Fra aniffe des No Schwärmte a as Neuefte it it ihrem felt und Gebaftian en und blich Anficht. Mit , die weißen deen zuhören Empirefeel offte, während ntbehrte, ihr auf Adrian me an ihrem geftanden und er einen Au u bem langen haben fich zahlreiche Fremde in Setif eingefunden. Man glaubt, daß Enthüllungen über die in gewissen Parteien herrschende Koruption im Laufe des Prozesses zur Sprache gebracht werden. Zahlreiche Unfälle haben sich am Sonntag in Berlin und Umgebung ereignet. Auf der Oberspree bei Fried richshagen fenterte ein mit 5 Personen besetztes Boot. Zwei Insassen ertranken, die drei anderen wurden gerettet. Bei Hirschgarten wurde ein mit drei Personen besetztes Boot von einem Dampfer angerank. 2 Insassen ertranfen, der dritte wurde gerettet. Bei Treptow wurde bei einem Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einer Automobildroschke Kaufmann Roth aus Berlin und Frau verlegt, die Insassen des Automobils lebensgefährlich. Jm Streit erstach der in der Skalizerstraße wohnende Arbeiter Bär seinen Hausgenossen Hoffmann. Bär wurde verhaftet. Einen schweren Unfall erlitt vormittags der Hauptmann Siegert vom 3. oberelsässischen Infanterieregiment 172, der bei Beelitz Flugversuche anstellte. Dabei wurden dem Hauptmann vom Propeller drei Finger abgeschlagen. Der in der Villenkolonie Schöneich bei Friedrichshagen wohnende Arzt Dr. A. machte gestern seinem Leben durch Erschießen ein Ende. 12,000 Kilometer zu Pferde zurückgelegt. Jn Petersburg traf am Sonnabend die 36jährige Witwe des OberSten Kudachews zu Pferde ein. Sie war vergangenes Jahr im Mai aus Charbin ausgeritten und hat mithin 12,000 Kilometer zu Pferde zurückgelegt, und zwar auf einem fleinen unansehnlichen Steppenpferd. Frau Kudachews wird in Sportfreisen ein begeisterter Empfang bereitet werden. Der Berliner Zeitungsstreit. In einer gestern mittag in der ,, Neuen Welt" in Berlin stattgehabten, von mehr als 2000 Angestellten der Buchdruckereien Mosse, Ulstein und Scherl besuchten Versammlung wurde mitgeteilt, daß bereits beschlossen worden sei, die Arbeit bei den Firmen Ullstein und Mosse sofort wieder aufzunehmen. Bei diesen Firmen ist die Sache also geregelt. Die nicht entlassenen Arbeiter der Firma Scherl nehmen am Montag die Arbeit wieder auf. Die entlassenen 39 Arbeiter wählten eine aus drei Personen bestehende Deputation, die heute mit der Geschäftsleitung des Verlages Scherl zu verhandeln suchen soll. Sollte dieser Versuch scheitern, so wollen sich die Entlassenen sofort an die Organisationen wenden, die dann die Angelegenheit in Empfang nehmen sollen. Im Geldschrank eingesperrt. Ein eigenartiger Vorfall ereignete sich in einem größeren Finanzinstitut in Brüssel. Zwei Arbeiter waren mit dem Anstreichen der Innenwände eines Tresors beschäftigt, als auf noch unaufgeklärte Weise die Tür des Tresors ins Schloß fiel, so daß die beiden Anstreicher gefangen waren. Auf ihre Hilferufe erschienen mehrere Bankangestellte, denen es aber nicht gelang, die Tür zu öffnen. Es mußten Geldschrankarbeiter hebeigerufen werden, und diese konnten den Trefor erst nach 1% stündiger Arbeit öffnen. Die beiden Anstreicher lagen bewußtlos am Boden und es bedurfte längerer Zeit, sie wieder ins Bewußtsein zu bringen. Der englische Seemannsstreit hat dazu geführt, daß in London 14 Schiffe feine Mannschaft bekommen konnten. Wenn der Streit länger andauert, sind Stockungen der Themse- Schiffahrt unvermeidlich. In Southampton hat der Kap- Postdampfer, der Sonnabend auslaufen sollte, noch nicht die notwendige Mannschaft beisammen. In peinliche Verlegenheit fäme die Regierung, wenn der Streif nicht bald zu Ende geht, da für die Dampfer, die ihre Gäste zur Flottenschau nach Spithead bringen soll, ebenfalls noch feine Mannschaft vorhanden ist. Eine originelle Feier des Krönungstages. Eine originelle und gemeinnützige Art, den Krönungstag König Georgs von England zu feiern, hat der Stadtrat von Montreal in Kanada gewählt. Er hat der Nationalzeitung" zufolge beschlossen, das Geld, welches sonst bei derartigen Gelegenheiten auf Feuerwerk und Illumination verwendet wird, zur Stiftung einer Anzahl Milchdepots zu gebrauchen, wo an die Armen der Stadt regelmäßig Freimilch verteilt werden soll. In Montreal, wie in so vielen großen Städten, war es bisher für die Armen sehr schwierig, gute Milch für ihre Kinder zu erhalten. Der Stadtrat ist der Ansicht, daß er durch diese soziale Tat im Namen des Königs den Monarchen besser ehrt als durch eine kostspielige Illumination auf Kosten der Stadt. Schönheitspflege für Hunde. In Frankreich, dem Lande der Schönheit, ist man uns in der Behandlung des Aeußern der Hunde weit voraus. Uns liegt der Prospekt eines fosmetischen Instituts für Hunde vor, das von einem ehemaligen diplomierten Mitgliede der Tierarzneischule in Toulouse geleitet wird; diesem Prospekt entnehmen wir folgendes interessante und recht amüsante Preisverzeich= nis: Veränderung der Schnauzenform 40 M. Fältelung des Antlitzes einer Bulldogge 75 M. Veränderung der Ausziehen Schwanzlänge( Stugen oder Strecken) 16 M. der überflüssigen Haare: die Stunde 4 M. Färben des Felles 24 M. Umbildung eines herabhängenden Ohres in ein aufrecht stehendes und umgekehrt 16 M.- Krüm mung der Vorderpfoten einer Bulldogge 80 M. - - - - - Die Zigeuner und die Pest. In England geht man letzt mit strengeren Maßregeln gegen die Zigeuner vor, weil man glaubt, daß durch sie die ja vor einigen Monaten dem Lande drohende Pestgefahr verursacht oder zum mindesten gesteigert worden sei. Während Deutschland dank der Maßnahmen, die hier getroffen worden sind, nur gegen 2000 wandernde Zigeuner aufweist, halten sich in England zwischen 10- und 12 000 auf. Die Zahl der in Frankreich, Dänemark und Holland wellenden Zigeuner beträgt etwa je 5000. In England besteht seit mehreren Jahren ein Herd von pestkranken Ratten in Ipswich, von dem aus auch Pestratten nach London verschleppt sind. Bei Ipswich befinden sich aber große Zigeunerlager, in denen ein schrecklicher Schmutz herrscht, wodurch die Ausbreitung der pestkranken Ratten, ja sogar die Uebertragung der Reime auf Menschen möglich gemacht wird. Die Ausweifung der Zigeuner aus der Umgegend von Ipswich hat also ihre gewichtigen sanitären Gründe. Ein furchtbares Vorkommnis berichten ungarische Blät ter. Der Landwirt Juon Vlad aus Bilek fehrte vor furzem des Abends vout Markte heim, wo er durch Verkauf von Ochsen 500 Kronen erhalten hatte. Das Geld trug sein junger Sohn Togner, der ihn begleitete, bei sich. Auf der Ein Mann Landstraße wurden sie plötzlich angefallen. sprang mit geschwungener Art auf den alten Vlad zu, spaltete ihm den Stopf und ging dann auf den Jungen los, der aber die Flucht ergriff und dem Verfolger auch entfam. Abgehetzt und totmüde trat er in ein Haus an der Straße ein, wo ihm eine alte Frau Unterkunft gewährte. Togyer fchlief bald ein und erwachte erst, als die Tür sich öffnete und ein Mann eintrat in dem er mit Schrecken den Mörder feines Vaters erfaunte. Er troch still von seinem Lager am Ofen fort und versteckte sich in einem Winkel. Da hörte er, wie der Mann seiner Frau, es der Alten, erzählte, der Raubmord set nicht gelungen, Geld beim jungen Blad fei. Nun teilte die Frau ime mit, daß der junge Vlad in ihrem eigenen Hause weile und neben dem Ofen zwischen den Söhnen des Mörders Itege. Der Mann, ein Landwirt namens Togyer Sturm, ergriff nun einen Strid, näherte sich dem Ofen, an dem der junge Vlad kurz vorher geruht hatte, und erdrosselte den schlafenden Knaben, der an der Stelle lag, die von der Frau angegeben worden war. Als er die Taschen des Toten leer fand, warf er die Leiche in den Backofen. Mittlerweile gelang es dem jungen Vlad fich aus dem Hause zu schleichen; er lief zur ersten Gendarmeriestation und fam mit Gendarmen wieder. Ein furchtbarere Geruch drang aus dem Backofen, in dem der Ermordete verbrannte. Das Verbrecherpaar wurde gefesselt und der Backofen geöffnet. Erst als der Gendarm die Leiche aus dem Ofen zog, nahm Sturm wahr, daß er in der Dunkelheit den eigenen Sohn ermordet hatte. Ein russischer Oberst als Giftmörder. Der ehemalige Kommandant von Kurst. Oberst von Malzeff, ein Mitglied der südrussischen Aristokratie, wurde unter dem Verdacht verhaftet, seine Frau vergiftet zu haben, um ihre Millionen zu erben. Er heiratete die junge, millionenreiche Generalstochter Jarosch, die bald darauf frank wurde, und nach einigen Monaten starb. Das vorgefundene Testament setzte Malzeff zum Universalerben des Nachlaffes ein. Infolge einer anonymen Anzeige wurde beim Obersten eine Haussuchung vorgenommen, die sehr belastendes Material zutage förderte. Er wurde verhaftet und dem Gericht überliefert. Für seine Haftentlassung bot er eine Raution von 50 000 Mart, die das Gericht jedoch ablehnte. Eine städtische Kazenstener wurde, wie bereits gemeldet, vom Münchener Gemeindekollegium im Prinzip beschlossen. Bei Verlesung des Antrages entstand zuerst große Heiterkeit, die sich aber in wohlwollenden Ernst und zum Schluß in fast allgemeine Zustimmung verwandelte, als der Referent auf Grund ärztlicher Erfahrungen in sachlicher Weise er= läuterte, wie die Katzen nicht nur sämtliche hygienischen Schattenseiten der Hunde besäßen, sondern außerdem noch die Vernichtung der Singvögel und damit der natürlichen Gesundheitspolizei, welche die städtischen Anlagen vor Raupenfraß und Blattkrankheiten schütze, auf dem Gewissen hätten. Nicht wenige Katzenfreunde aus seinem Patientenfreise hätten ihm ihr Einverständnis mit einer Katzensteuer erklärt, denn eine versteuerte Kaze werde besser gepflegt als eine herrenlos herumlaufende. Ste habe auch Außsicht, ihr Geschlecht in veredeiter Rasse fortzupflanzen, während durch wilde Kater" mancherlet Verschlechterung der Rasse bedingt werde. Die einzige Schwierigkett set nur die Identifizierung und die Anbringung der Steuermarke. Da man aber heute selbst das Wild in Wald und Flur, ja sogar die nach Südafrika fliegenden Zugvögel durch Ringe und dergleichen markiere, so brauche man sich nicht auf Marfen an Halsbändern zu versteifen, die sa den kletternden Katzen unbequem und gefährlich seien. Jedenfalls werde eine sozialpolitische Verwendung der eingehenden Gelder auch diejenigen versöhnen, die vielleicht im ersten Augenblick aus sentimentalen Empfindungen heraus dagegen seien. Mit großer Majorität wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, in Paris und anderen französischen Städten, die dieser Frage praktisch bereits näher traten, Erkundigungen einzuziehen und von den städtischen Tierärzten die humanste Art der Anbringung einer Marke begutachten lassen. Allerdings wird es noch der Zustimmung der Regierung bedürfen, ehe sich diese Steuer wird in die Tat umsetzen lassen. Die Krönungstoilette der Königin von England. Die Krönungstoilette der Königin von England ist jetzt fertiggestellt. Sie ist in allen Teilen englische Arbeit und besteht aus dem Krönungskleide und einer darüber fallenden Robe. Die Robe hat eine Schleppe von sechs Metern und bedeckt ein Prinzeßkleid aus elfenbeinfarbenem Duchesse- Satin. Der Stoff wurde nach den Angaben der Königin in der Grafschaft Essex gewebt. Eine Londoner Firma stellte das Kleid nach den von der Königin genehmigten Entwürfen her. Die Stickerei stammt von den Damen der Handarbeitsschule der Prinzessin Luise. In die Stickerei sind die Sinnbilder der einzelnen Teile des vereinigten Königreichs ein geführt: die englische Rose, die schottische Mistel, der irische Klee und der Stern von Indien mit der Lotosblume, ferner englische Ahorn- und Eichenblätter. Diese wiederum sind alle mit feinsten Goldfiligranfäden durchästelt. Ein außer gewöhnlich breiter Saum von Goldstickerei umzieht das Kleid unten. Er soll das Wasser darstellen, von dem das vereinigte Königreich umspült wird. Der Leib ist ziemlich furz geschnitten und mit goldenem Klee eingefaßt. Die Aermel reichen kaum bis zum Ellbogen und haben V- artige Deffnungen. In der Mitte des Nockes ist mit der Krone darüber der Buchstabe M eingestickt. Der Mantel besteht aus mehreren Hundert Hermelinfellen. Die Schuhe sind aus weißem Ziegenleder und mit Goldborten eingefaßt. Rundflüge und Fliegerkatastrophen. Vom Deutschen Rundflug. Die Teilnehmer am Deutschen Rundflug sind, wie gemeldet, jetzt bis Kiel gekommen, dem 3tel der vierten Etappe. Im Anschluß an den Streckenflug HamburgKiel begann noch am Sonnabend unter dem Protektorate des Prinzen Heinrich von Preußen das mit reichlichen Geld- und Ehrenpreisen ausgestattete Nationale Wettfliegen Kiel 1911. um 6 Uhr 14 Minuten abends startete Schall auf einem Grade- Eindecker und erreichte alsbald eine Höhe von 980 Meter. Die Landung erfolgte sicher nach 37 Minuten Fahrt. Ferner führten Thelen mit einem Passagier und Wittenstein ohne Paragier wohlgelungene Flüge aus. Auf dem von zahlreichen Schaulustigen besetzten Flugplatz waren auch Prinz und Prinzessin Heinrich mit dem Prinzen Waldemar von Prenßen anwesend. Der europäische Rundflug, der bekanntlich in Frankreich seinen Ausgang nimmt, hat Eine ungeheure am Sonntag in Vincennes begonnen. Menschenmenge wohnte dem: Abflug für die erste Strede Paris- Lüttich bei. Anwesend waren auch der Justiz- und der Marineminister sowie der Sohn des Ministerpräsidenten Monis. Es stiegen nach und nach 41 Flieger auf. Der Ordnungsdienst versagte gegenüber der großen Menschenmenge, die sich über das ganze Flugfeld ergoß. Von den 41 Fliegern, die Paris verlassen haben, sind 26 in Reims angekommen. 15 haben den Weiterflug nach Lüttich gewagt, von denen 7 ihr Ziel bis mittags 1 Uhr erreichten. Im Laufe des Nachmittags konnten in Lüttich keine neuen Anfünfte verzeichnet werden, obwohl von Reims noch vier weitere Flieger die Fahrt angetreten hatten. Von letzteren soll Prevost in den belgischen Ardennen verunglückt sein. Genauere Nachrichten hierüber fehlen noch. Neue Fliegerkatastrophen. Der Flieger Lemartin stieß in Vincennes beim Starten zum europäischen Rundflug mit seinem Flugzeug gegen einen Baum und stürzte ab. Er ist seinen schweren Verlegungen erlegen. Der Flieger Dalger, der zu dem europäischen Rundflug gestartet war, ist bei Villers Cotterets abgestürzt. Er trug schwere Verlegungen am Kopf davon. Auch ein französischer Militäraviatiker ist am Sonntag tödlich verunglückt. Der Flieger Leutnant Prin ceteau ist auf dem Militärflugplatz bet Paris tödlich abgestürzt. Sein Leichnam wurde mit Brandwunden bedeckt unter dem in Brand geratenen Aeroplan hervorgezogen. Der Absturz war schrecklich. Princeteau machte friend übermenschliche Anstrengungen, sich aus den Trümmern des brennenden Apparates zu befreien. Doch seine Kräfte versagten und er sant ohnmächtig in die Flammen, die eine Annäherung der Retter unmöglich machten. Princeteau war 36 Jahre alt, sein Bruder war Augenzeuge des Unfalles. Der Flieger Lendron, ein Teilnehmer an dem europäischen Rundflug, tft unwett Reims infolge Erplosion des Benzinbehälters abgestürzt. Der Flieger ver brannte vollständig. Die Reihe der Katastrophen ist hiermit leider noch nicht erschöpft. Auf dem Rakofer Flugfelde bei Budapest, wo am Sonnabend in den Abendstunden ein zahlreiches Publikum die angekündigte Ankunft des Wiener Oberleut nants Bier erwartete, unternahmen mehrere Flieger, nachdem bekannt geworden war, daß Bier nicht eintrifft, Flugversuche. Dabei geriet ein Flugzeug beim Abstieg in die Menge, die erschreckt auseinanderstob. Ein Mädchen rannte in panischer Verwirrung gerade in den Apparat und wurde von einem Propeller erfaßt, der ihm den Kopf buchstäblich vom Leibe riß. Gedenkfeier für den Turuvater Jahn. Die Reihe der festlichen Veranstaltungen anläßlich der Hundertjahrfeier des Turnplates in der Hasenheide bet Berlin wurde am Sonnabend vormittag eingeleitet durch die Bismardspiele der höheren Schulen auf dem Tempelhofer Felde, auf dessen östlichem Teile zwischen den Tribünen und dem Wäldchen am Rande des Feldes ein großer Platz abgesteckt war. Gegen 9 Uhr morgens waren etwa 10 000 Schüler mit ihren Lehrern versammelt. Gemeldet hatten im ganzen 32 Gymnasien, Realgymnasien, Realschulen und andere Anstalten. De Spiele bestanden in Weit- und Hochspringen, Barlauf, Pferd- und Bockspringen, Reck- und anderen Geräteübungen. Nachmittags zeigten 12 000 Knaber und Mädchen der Gemeindeschulen Groß- Berlins ihre Fertigkeit in Freiübungen und Geräteturnen. Den Höhepunkt des Tages bildete die Feier am Jahndenkmal. Der erste Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Ge heimrat Dr. Göß, war von Leipzig gekommen. Der Kaiser hatte den Prinzen Oskar entsandt. Vom Kultusminis fterium waren erschienen Unterstaatssekretär Schwarzkopff und Geheimrat Hinze. Nachdem das Lied„ Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" verklungen war, betrat Exzellenz Schwarzkopff die Tribüne zu einer Begrüßungsansprache, die in einem dreifachen Hurra auf den Kaiser ausflang. Darauf überreichte er dem alten Getz den Roten Adlerorden 3. Klaffe. Der greise Turnvater Götz hielt eine Ansprache, die mit einem„ Gut Heil!" auf das deutsche Vaterland, das deutsche Volkstum und das Andenken Jahns schloß. Die Feier am Sonntag. Am Sonntag nahm die Feier ihren glänzenden Fortgang. Bereits in aller Frühe begann eine wahre Völkerwanderung zu Fuß, auf der Elektrischen, in Omnibussen, Kremsern usw. nach dem Tempelhofer Felde, wo das Programm mit dem Einzelwetturnen der Mitglieder höherer Schulen seinen Anfang nahm. Den Höhepunkt bildete der großartige Festzug, der sich um 12 Uhr mittags vom Brandenburger Tor in Bewegung setzte und fast dret Stunden gebrauchte, bis der letzte Mann auf dem von Behntausenden von Menschen umlagerten hunderttausend Quadratmeter großen abgesteckten Platz eintraf. Die Spitze der historischen Gruppe führten zwet Herolde, dann folgten 24 berittene Spielleute, Retter, Jußtruppen, Turner, Studenten und Bürger in den Trachten des Jahres 1811. In drei Wagen hatten Ausschußmitglieder der deutschen Turnerschaft, darunter der alte Göz, der Schriftführer Schulrat Dr. Rühl- Stettin, der Schahmeister Rechnungs rat Agrott- Steglitz Platz genommen. Ihnen schlossen sich an sechs Wagen mit Turnern aus dem Jahre 1861, zwei Wagen der Schüßenabordnung, vierhundert Schüler der höheren Lehranstalten, von der Studentenschaft achtzig be rittene Chargierte, achtzig Wagen mit Fahnenmannschaften, hundert deutsche Turner vom Auslande( aus Desterreich, Belgien und England), 1600 Turner vom Havelländischen Gau, 800 Turner vom Spreegau, Ostbahngau, Südbarnim und Bauch- Belzig, 1000 Mitglieder des Verbandes der Ber Itner Athletikvereine. Von kaufmännischen, städtischen Fortbildungsschulen, firchlichen und Jünglingsvereinen waren etwa 2500 Personen erschienen und von den vier Berliner Gauen rund 5000 Mann. 3ahllose Fahnen und Banner erhöhten die Mannigfaltigkeit des prächtigen Bildes und neun Musikchöre sorgten mit Märschen und Marschliedern für„ gleichen Schritt und Tritt". Nachdem der Vorbeimarsch an der Tribüne mit klingendem Spiel beendet war, trafen Prinz Ettel Friedrich und sein Adju tant, ferner der Kommandierende General von Loewen= feld und zahlreiche Offiziere ein. Der Prinz Iteß sich alle Herren des Ausschusses durch Professor Reinhardt vorstellen und unterhielt sich besonders eingehend mit dem Vertreter der etwa zehntausend Mann zählenden deutschösterreichischen Turnerschaft, Josef Müller- Prag. Auch Polizeipräsident von Jagow war wieder anwesend. Auf ein Zeichen des Oberstleutnants von Hülsen begannen die Turn- und Festübungen des Militärs. Da= ran schlossen sich an allgemeine Freiübungen mit etwa zwölftausend Teilnehmern, Kürturnen, Sondervorführungen, Vorführungen der Jugendturner, Massenspringen der Männer, Turnen der Frauen- und Mädchenabteilungen, Vorführungen des Verbandes Berliner Athletikvereine usw. Wie am Sonnabend in der Neuen Welt", so gaben fich am Sonntag die Turner mit ihren Gästen ein gemütliches Stelldichein in den Kammersälen. Das Telegramm des Ausschusses der Deutschen Turnerschaft an den Kaiser hat folgenden Wortlaut: ,, Euer Majestät danken alleruntertänigst Turner Deutschlands, Groß- Berlins und der Mark Brandenburg für die Entsendung Seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen D3far zur Hundertfahrfeier des Turnplates in der Hasenheide und bitten, das Gelöbnis unwandelbarer Treue allergnädigst entgegenzunehmen." Drabtnachrichten und neuestes. Im Streite erstochen. Berlin, 19. Juni. Ein Kohlenhändler, der mit einem Portier aus geringfügiger Ursache in Strett geraten war, tö'ete diesen durch zwei Messerstiche. Der Täter wurde verhaftet. Tödliches Automobilunglück. Bern, 19. Juni. Bet Rolle am Genfer See stürzte gestern ein Automobil eine steile Böschung hinab. Von den Insassen des Fahrzeugs wurden eine Frau getötet, ein Mann schwer verletzt. Brandkatastrophe in einer holländischen Ortschaft. Amsterdam, 19. Junt. In der Ortschaft Binnenwyzend in Nordholland sind die Kirche, vierzehn Wohnhäuser und eine große Molkerei durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Zahlreiche Personen find obdachlos. Der Schaden ist sehr groß. Drama in einer Pariser Jrrenanstalt. Paris. 19. Juni. In der Frrenanstalt von Ville Evrard bei Paris tötete eine Krankenwärterin den Aſſtstenzarzt Cottus aus Eifersucht durch mehrere Messerstiche. Ein Pestfall in Odessa. Odessa, 19. Juni. Hier ist ein Bestfall bakteriolo gisch festgestellt worden. Es sind die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. Handel und Verkebr. Caffel, 17. Juni. Weizen( 100 Kilogramm) 19,50 bis 20,50 M, Roggen( 100 Kilogramm) 17,50 bis 18,00 M, Gerste ( 100 Kilogramm) 17,00 bis 18,00 M, Safer( 100 Kilogramm), 19,00 bis 20,50 M. Heu( Zentner) 2,50 bis 8.75 M, Strob ( Bentner) 1,80 bis 3,00 M. 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