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Ble sur rke Hansa 8 ist Ihr ner Vorteil, Marke HANSA agen und alles urückzuweisen. verläffige gsträgerin gefacht. gen bet ber Ge lle der wer Bellung" terweg 83. weide in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen -- oierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mf.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 118. - Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 20. Mai 1911. vor= = erklärt, in den Ehrenausschuß einzutreten. Der Festaus schuß wird in den nächsten Tagen gebildet. Eine Reihe Die 3 weite Rammer setzte gestern die Weivon Ehrenpreisen ist bereits gestiftet, unter anderem von terberatung über die Errichtung einer Brifett der Universität, dem Provinzialausschuß, dem Kreis fabrik nebst elektrischer Zentrale auf dem Braunkoh- ausschuß, der Stadt Gießen und einer Reihe hiesiger lenbergwerk Ludwigshoffnung" in Wölfersheim fort. Firmen und Privaten. Die Jubelfeier des Gabelsberger Stenographenvereins findet am Sonntag abend statt Hierzu lag ein neuer Antrag von 20 Abgeordneten vor: Die Regierung wird ersucht, die Brikettfabrik nebst elekund wird verschönt werden durch die Mitwirkung des trischer Zentrale und den Betrieb der Grube Wölfers- stehende Jubelfeier sind in der letzten HauptversammBauerschen Gesangvereins. Im Hinblick auf die heim im Einverständnis und gegebenenfalls unter Beteiligung der Provinz Oberhessen einer Aktien- oder einer lung des Vereins folgende Herren, die alle seit einer anderen Gesellschaft zu übertragen und sich an einer sol- ihn in hervorragender Weise verdient gemacht haben, Reihe von Jahren dem Verein angehören und sich um chen zu beteiligen. Sollte sich diese Form nicht ermög= lichen lassen, so wird die Regierung ersucht, bei der Erzu Ehrenmitgliedern ernannt worden, nämlich: Geh. richtung der Brikettfabrik und Ueberlandzentrale durch Kommerzienrat Heichelheim, der dem Verein schon seit Anstellung eines zweiten kaufmännischen Direktors, so1862 als Mitglied angehört, Fabrikant Alfred Bock, Rentner Wilhelm Ferber, der einzige, neben Herrn Diwie durch getrennte Buchführung und Bilanz für die einzelnen Teile des Gesamtunternehmens eine größere Garektor Otto Bergen noch lebende Mitgründer, Direktor rantie für die Rentabilität der staatlichen Aufwendungen furist Theodor Vaubel. Das große Entgegenkommen, Friedrich May, Kanzleirat Eduard Schiffnie und Prozu schaffen. Die Regierung soll im Falle einer Gründung der Kammer hiervon Mitteilung machen." Abg. das die hiesigen Vereine, die rund 700 Gabelsbergersche Dr. Weber gibt ein eingehendes historisches Bild über Stenographen unserer Stadt zusammenfassen, überall die Erbauungsschwierigkeiten des Gruppenwasserwerks belsbergersche Stenographie in Gießen zu erfreuen hat. gefunden haben, beweist, welchen Ansehens sich die Gazu Lißberg und Inheiden, das heute mit einem bedeutenden Betriebsüberschuß arbeite. Abg. Stöpler begrüßt | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. Jahrg. 23. Walderbachtal nach den beiden Krupp'schen Verwaltungsgebäuden zu. * Diez, 20. Mai. Morgen findet hier die Hauptversammlung des Gesamtvereins für nassauische Alterfumskunde und Geschichtsforschung statt, an der sich der Hauptverein Wiesbaden und die Ortsgruppen Hadamar, Limburg, Weilburg, Herborn, Dillenburg, Katzenelnbogen und Langenschwalbach beteiligen. ** Biedenkopf, 20. Mai. Der Pfingst= markt wies einen sehr schlechten Besuch auf, was wohl tung von Viehmärkten wegen der Seuchengefahr haben hauptsächlich seinen Grund in dem Verbot der Abhaldürfte. * Biedenkopf, 20. Mai. Die LandwirtschaftsKammer hat eine Organisation zur planmäßigen Be= fämpfung von Pflanzenkrankheiten einAufgabe der Sammelstellen darin, die ihnen eingesand' gerichtet. Die Organisation gliedert sich im wesentlichen in Sammelstellen und Sammler, und zwar besteht die ten, von Krankheiten oder Schädlingen befallenen Pflan zen oder Pflanzenteile auf die Art der Gefährlichkeit des Krankheitserregers hin zu untersuchen und den Einsendern des Materials Auskunft über die zweckmäßigste Beben die Aufgabe, sobald sie das Auftreten einer nicht * Eilbotenläufe nach dem Nieder- kämpfung der Krankheit zu geben. Die Sammler hawald. Die am Himmelfahrtstag von den Turnern des Mittelrheinkreises veranstalteten Gilbotenläufe nach allgemein als ungefährlich bekannten Pflanzenkrankheit freudig die Geneigtheit der Kammer, die Regierungsvorlage anzunehmen. Redner bittet die Kammer, der Vorlage zuzustimmen. Abg. Breidenbach tritt ebenfalls für die Vorlage ein. Abg. Dr. Osann steht der Vorlage nicht entgegen, aber es war eine eingehende Prüfung nötig, daß man dieses Zweimillionen- Projekt nicht einfach hinunterschluckte. Baurat Schöberl bemerkt, daß die Rentabilität des ganzen Werkes in Verbindung mit der Ueberlandzentrale gesichert sei. Bei der Abstimmung werden die Ausschußanträge im Sinne der Regie rungsvorlage, sowie die Zusatzanträge des 3en- fung der Turnersänger den Tag beschließen. trums und der Nationalliberalen Partei e in stimmig angenommen. Ein Initiativantrag der Abgeordneten Dr. Weber und Brauer, die Ablösung der Steuerfreiheit von gemarkungsselbständigem Grundbesitz betr., findet einstimmige Annahme. Hierauf erfolgt die Be sprechung der Anfrage des Abg. Köhler- Langsdorf, die Anwendung des Polizeistrafgesetzbuches vom 10. Ottober 1891 auf den Betrieb der Automobile betreffend. Abg. Wolf wendet sich in scharfen Worten gegen das zu schnelle Fahren der Autos auf der Landstraße. Abg. Breidenbach führt Klagen über das zu schnelle Fahren der Automobile in der Nauheimer Gegend. dem Niederwald dürften sich zu einer großen Kundgebung gestalten. Ihnen liegt in nationaler Würdigung der Gedanke des 40jährigen Friedens zugrunde, und es werden bei dieser Gelegenheit auch diejenigen Punkte berührt, die eine historische Bedeutung haben. Die Veranstaltung, an der 3000 bis 4000 Turner mitwirken, findet bei jeder Witterung statt. Am Niederwalddenkmal selbst wird eine einfache, würdige Feier unter MitwirDie nächste Sitzung findet Dienstag vormittag 10 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Ersatzwahl eines Abgeordneten im 4. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen( Hungen2c. Lich). 2. Ersatzwahl eines Abgeordneten für Darmstadt. 3. Regierungsvorlage, Verkauf des Schlosses zu Homberg und Ankauf eines Dienst- und Wohngebäude für den Bezirkskassierer betreffend. 4. Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gebührenordnung für die Großherzoglichen Notare vom 30. Dezember 1904. 5. Antrag der Abgeordneten Pennrich, v. Brentano und Genossen, Errichtung einer Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim betreffend. 6. Antrag der Abgeordneten Ulrich u. Gen., die nationale Einheitsschule betreffend. 7. Vorstellung der Steinbrucharbeiter zu Aschbach, Ausbeutung von Granitstein lagern im Odenwald betreffend. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 20. Mai. Baumeister Traber ist von dem Posten des städtischen Branddirektors zurückgetreten und an seiner Stelle ist Stadtbaumeister Braubach von den Stadtverordneten in geheimer Sitzung gewählt worden. * = Jubelfeier des Gabelsberger Ste nographen Vereins Gießen und das Verbandsfest des Hess.- Nass. Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen. Das endgültige Programm für das am 1., 2. und 3. Juli hier stattfindende Stenographenfest ist nunmehr festge legt. Nach den bis heute eingegangenen Zusagen verspricht die Beteiligung noch weit größer zu werden als die bei früheren Festen, denn schon jetzt liegen von den Vereinen südlich des Mains so viel Meldungen vor, daß ein Sonderzug von Frankfurt a. M. aus gesichert ist. Die Herren: Geh. Justizrat Prof. Dr. Biermann, Provinzialdirektor Dr. Usinger, Oberst von Trotta, gen. Treyden, Landgerichts direktor Dr. Güngerich, Oberbürgermeister Mecum und Geh. Kommerzienrat Heichelheim * Vom 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrerbundes. 12 000 Mark an Preisen winken den Teilnehmern an den sportlichen Konkurren zen, die gelegentlich des 28. Bundesfestes des Deutschen Radfahrerbundes in der Zeit vom 5. bis 9. August in Frankfurt a. M. stattfinden. Dazu kommen noch die stattliche Zahl der überaus wertvollen Ehrenpreise, die von staatlichen und städtischen Behörden, Vereinen und Korporationen gestiftet worden sind. Die Preise werden für die verschiedensten Konkurrenzen des Radsports vergeben werden und zwar für die verschiedenen Wett streite im Saalfahren, für Radballspiele, Rennen und Straßenfahren. Beinahe alle großen Ereignisse im deutschen Radsport für das Jahr 1911 werden gelegentlich des Bundesfestes in Frankfurt entschieden werden. Erstickt durch einen Maikäfer. In Münster a. St. setzte ein 7jähriger Knabe seinem halbjährigen Brüderchen einen Maikäfer auf den Mund. Das Kind schob den Käfer in den Mund und erstickte daran, ehe ärztliche Hilfe gebracht werden konnte. * Stangerod, 20. Mai. Heute begehen unser Bürgermeister Joh. Bock und seine Ehefrau in voller förperlicher und geistiger Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. oder eines Pflanzenschädlings beobachten, dafür Sorge zu tragen, daß, falls sie nicht selbst zur Erteilung der nötigen Belehrungen imstande sind, die zuständige Sammelstelle baldigst benachrichtigt und mit geeignetem Untersuchungsmaterial versehen wird. Die für den Kreis Biedenkopf zuständige Sammelstelle wird geleitet vom Lehrer Merkel- Biedenkopf. * Frankfurt, 20. Mai. Zu der Absicht der Milchhändler, den Landwirten einen Pfennig mehr für die Milch zu zahlen und den Aufschlag auf die Verbraucher abzuwälzen, erklärt das Gewerkschaftskartell und der Sozialdemokratische Verein:„ Den ersten Teil des Beschlusses haben die Milchhändler mit sich auszumathen. Es bleibt jedem unbenommen, sich so viel aufhalsen zu lassen, als er Lust hat. Sollten aber die Milchhändler glauben, daß auch die Konsumenten die Flinte in das Korn werfen, so haben sie sich bitter getäuscht. Die Frankfurter Milchkonsumenten werden diesen Kampf führen bis zu seinem siegreichen Ende! Wir fordern deshalb zunächst auf, die Adressen aller derjenigen Milchhändler einzusenden, welche die Milch zum erhöhten Preise verkaufen. Diese Namen werden wir der Deffentlichkeit übergeben, damit die Konsumenten ihre Stellung darnach einrichten können." Junge Frauen und junge Mädchen. Wenn die Jungfrau in der EntLaubach, 20. Mai. Schlagfertige Sangesbrü- wickelungsperiode angelangt ist, stellen der. Bei einem Ausflug des Gesangvereins„ Eintracht sich oft Störungen ein; sie wird bleich nach dem Forsthaus Ruthardshausen kam es zwischen mehreren jungen Leuten zu Streitigkeiten, die in Tät und matt, Kopfschmerzen und Schwinlichkeiten ausarteten. Einer der Burschen erhielt von sei delanfälle treten auf. Verdauungsbenem Gegner einen Schlag mit dem Spazierstock über den Stopf, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Der Verschwerden und Bückenschmerzen treten letzte wurde auf einem Wagen nach Hause gebracht und in ärztliche Behandlung gegeben. Bad Nauheim, 20. Mai. In der abge beträgt die Gesamtfrequenz bis zum 18. Mai 1911 6591 Personen, wovon an genanntem Tage noch 4798 an laufenen Woche sind 1669 Kurgäste angekommen und wesend waren. Bäder wurden bis zum 18. Mai 52 164 abgegeben. Weilburg, 20. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in seiner letzten Sitzung die Annahme der der Stadt von dem verstorbenen Fräulein Charlotte Kretschmer vermachten Summe von 20 000 Mark, deren Zinsen unbemittelten Kranten aus Weilburg und den vier Kirchspielsorten zur Verpflegung im Kran kenhause nach den Beschlüssen einer zu bestimmenten Kommission zu gute kommen sollen, ebenso die Annahme eines weiteren Legates von 3000 Mt. für In standhaltung der beiden Grabstätten und Errichtung eines Grabsteins. Ferner stimmten die Stadtverordneten dem neuen Vertragsentwurf mit der Krupp'schen Bergver= als Vorsitzender der Handelskammer haben sich bereit waltung betr. Legung einer Starkstromleitung aus dem läftig auf. In dieser Periode verordnen die Aerzte mit Vorliebe Leciferrin, welches das Blut bereichert, die Cirkulation befördert und frisches, gesundes Aussehen schafft. Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxybhybrat an 8uder ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alfohol 40.0. Rest destilliertes Wasser. Preis der großen Flasche M. 3, in in Apotheken erhältlich, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke, Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Deutscher Reichstag. Es tft deshalb sogar schon der plan erwogen worden, die neuen Linienschiffe nicht auf Staatswerften, sondern auf Privatwerften bauen zu lassen, wobei man auch ausländische in Betracht gezogen hat. Ob diese Absicht allerdings zur Ausführung gelangt, darf bezweifelt werden. Es gibt zu viele Beamte im russischen Marineamt, die sich bei dem bisherigen System zu gut gestanden haben, als daß sie nicht einer Aenderung den entschiedensten Widerstand entgegensetzen wollten. In der Weiterberatung der Reichsversicherungsordnung nahm am Donnerstag beim zweiten Teil, der landwirts schaftlichen Unfallversicherung(§§ 913-1035) den wesentlichsten Teil der Erörterungen diejenige über§ 964 ein, der über den Inhalt der Sagung Bestimmung trifft. Nach dem Kommissionsbeschluß muß die Satzung auch bestimmen über den Maßstab für das Umlegen der Beiträge und, soweit diese nicht nach Steuern umgelegt werden, über das Verfahren beim Abschätzen und Veranlagen. Hierzu vertrat der Abg. Doerksen( Rp.) einen von ihm gemeinschaftlich mit dem Abg. Gäbel( w. Vgg.) vorgelegten Antrag, wonach die Satzung nur über das Verfahren beim Abschätzen und Veranlagen der Betriebe bestimmen soll. Abg. Doerksen wies darauf hin, daß durch den Antrag nur die unsprüngliche Regierungsvorlage von 1885 wieder hergestellt werden solle, und empfahl, nicht den Grundsteuermaßstab, sondern den Bedarf an Arbeitern unter Berücksichtigung von Gefahrenklassen der Berechnung der Umlage zugrunde zu legen. Damit solle eine Belastung der kleineren Besitzer vorgebeugt werden. Die Abgg. Klose( 3.), Fegter f. V.) und Molfenbuhr( Soz.) traten ihm zur Seite, während die Abgg. Neuner( ntl.), Herold( 3.) und Vogt- Hall( w. Vgg.), letztere beide für einen Teil ihrer Fraktion, Ministerialdirektor Caspar und Graf Westarp( fons.) unter Anerkennung der vielfach ungerechten Wirkung des Grundsteuermaßstabes den Antrag bekämpften, der Regierungsvertreter namentlich mit dem Hinweis, daß% der Berufsgenossenschaften den Grundsteuermaßstab als geeigneter anfähen. Das Ergebnis war, daß in namentlicher Abstimmung mit 141 gegen 170 Stimmen bei dret Enthaltungen der Antrag Doerksen ftel. Die weitere Debatte betraf Einzelbestimmungen von geringerem allgemeinen Interesse. Die Beratung des dritten Buches über die Unfallversicherung wurde bis einschließItch 1211 zu Ende geführt und dann die Weiterberatung auf Freitag vertagt. Es sind nur noch 543 Paragraphen übrig. Das russische Flottenelend. Rundschau vom Cage. Politisches. | Ueber den Termin der nächsten Reichstagswahlen und über die Tätigkeit des jetzigen Reichstags in den nächsten Wochen weiß die„ Germania" folgendes zu berichten:„ Der Reichstag wird am 2. Juni vertagt bis 10. Oktober und am 2. Dezember geschlossen. Die Neuwahlen finden am 15. oder 16. Januar n. J. statt. Die zweite Beratung der Reichsversicherungsordnung wird diese Woche beendet; die dritte Lesung findet in der nächsten Woche statt. In der nächsten Woche werden ferner die elsaß- lothringische Vers fassungsvorlage und der deutsch- schwedische Handelsvertrag beraten werden. Hemsle hatte am 29. August 1908 den gelegentlich einer Ge gelregatta auf der Weser über Bord gefallenen Sohn eines Lotsen aus Bremerhaven gerettet, dabet aber das eigene Leben eingebüßt. Ein deutsches Schulgebäude in Marokko. Eine Mel dung aus Tanger besagt: In der Sigung des deutschen Schulvereins für Marokko wurde einstimmig die Errich tung eines eigenen Schulgebäudes beschlossen. Der Baufonds ist bereits so hoch, daß mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Die Reichstagstommission für das Kurpfuschergesez erledigte am Donnerstag die mehrtägige Aussprache über die zu§ 3 gestellte Frage, ob die Tierkurpfuscherei in das Kurpfuschergesetz mit einbezogen werden solle. Man einigte sich schließlich auf Vorschlag des Regierungsvertreters dahin, die Frage umzukehren und sie so zu fassen: Sollen die Tiere von der durch das Gesetz zu treffenden Regelung ausgeschlossen werden? Diese Frage wurde verneint. Die russische Duma hat durch die soeben erfolgte Bewilligung der Kredite für eine Verstärkung der Schwarzmeerflotte nicht nur die Notwendigkeit einer Reorganisation dieser Flotte anerkannt, sondern auch zugleich dem neuen Marineminister ein gewisses Vertrauen bekundet, daß er dieser Aufgabe besser gewachsen sein werde als sein Vorgänger. Als vor drei Jahren Stolypin zuerst mit dem Plane der Wiederherstellung der russischen Seemacht hervortrat, glaubte die Duma die damals geforderten Kredite ablehnen zu sollen, und die Erfahrung der drei letzten Jahre hat ihr Recht gegeben. Das Marineamt verwandte nämlich die ihm ohne Zustimmung der Duma vom Reichsrat zur Verfügung gestellten Mittel im Gesamtbetrage von 28 Millionen Rubel, die zur Erbauung von vier großen Panzern dienen sollten, zum großen Teil zur Bezahlung alter Schulden. Eine weitere Summe, die zur Anschaffung von fünf Torpedobooten bestimmt war, verschwand überhaupt spurlos, ohne daß ein einziges Torpedoboot gebaut worden wäre. Die deutsch- österreichische Motorbootfahrt Leitmeriz Berlin wurde gestern in Leitmerih in Böhmen durch Erzherzog Karl Franz Josef eröffnet. Die Vertehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen im April 1911 betrugen nach der im Reichseisenbahnamt aufgestellten Uebersicht im Personenverkehr 71,208,499 Mart ( gegen das Vorjahr mehr 12,981,116 M), im Güterverkehr 143,688,575 M( gegen das Vorjahr mehr 3,011,506 M). Bei der Beurteilung des Ergebnisses ist die veränderte Lage des Osterfestes in Betracht zu ziehen. Bei diesem System ist es kein Wunder, daß sich die russische Flotte heute womöglich in einem noch traurigeren Zustand befindet als vor drei Jahren. Nach der Statistik für 1910 steht die russische Flotte nach ihrer Tonnenzahl zwar an sechster Stelle, sie übertrifft mit 31 004 Tonnen noch bei weitem die italienische Flotte, die nur 272 329 Tonnen aufweist. Der effektive Wert der russischen Flotte ist ni= dessen gleich Null, denn das Gros der Schiffe setzt sich zusammen aus Hafen, Transport- und sonstigen Fahrzeu= gen, die nur eine sekundäre Bedeutung haben, für die Schlacht aber nicht in Betracht kommen. Die Breslauer Bäckergesellen beschlossen in der letzten Nacht, in den Streit einzutreten, um die Abschaffung des Kost- und Logiszwanges bei den Arbeits gebern durchzusetzen. Gustav Mahler, der bekannte Wiener Kapellmeister und Komponist, ist Donnerstag abend gegen 11 Uhr nach langem Krankenlager in Wien gestorben. Defraud wurde der D unter bem hung und fehen eines befcheidenes Bergehen zu Deshalb veri figer er war, bie Unterfchla festgestellt we fälschte Wech lungen haben Berhaftung Tunnelb Tunnel der i henzollerndan und Explodie über den Tun nel felbft br Metern aus, ift. Aus dem Dann ertönte liegende Sau Gas fich entz Neue Ze wird die Her beschleunigen soll zunächst men und dar zwischen wil der„ Deutsch Schiff ist ein als man an bis Ende Aug 3u gleicher 3 schen der Fah testens im Ge zu haben. Die neue tod fo gründl feine eigenen Caruso geheilt. Das Halsleiden, an dem Caruso seit längerer Zeit laboriert und welches das Auftreten des Sän gers monatelang unmöglich machte, ist wieder gänzlich bez hoben. Ein Londoner Spezialist hat, der Frtf. 3tg." zu folge, erklärt, daß Carusos Stimmbänder absolut normal feien. Neue Opfer der Aviatik. Auf dem Flugplatze bet Reims unternahm der Aviatiker Marie Flugversuche mit einem neuen Apparat. Der Leutnant Dupuy begleitete ihn. In einer Höhe von 100 Metern wurde der Apparat plötzlich von einem Windstoß erfaßt und stürzte zu Boden, Leutnant Dupuy wurde tot unter den Trümmern hervor gezogen. Die Leiche war völlig verbrannt. Marie hat lex bensgefährliche Verletzungen davongetragen. Sozialdemokraten in tommunalen Körperschaften und öffentlichen Verwaltungsstellen. In den„ Sozialistischen Monatsheften" stellt Eduard Bernstein die Zahl der Sozialdemokraten fest, die in kommunalen Beratungskörpern oder öffentlichen Verwaltungsstellen tätig sind. Nach der zurzeit letzten Statistik gab es 274 Sozialdemokraten, die Mitglieder städtischer Magistrate und von Landgemeindevorständen waren. Ende Juni 1909 gab es 6157 sozialdemokratische Stadtverordnete und Landgemeindevertreter. Heute hat die Zahl der sozialdemokratischen Gemeindevertreter 7000 überschritten. Die Zahl der Sozialdemokraten, die in Deutschland als Arbeitervertreter in den Verwal tungen, Schiedsämtern und Kuratorien der Arbeiterversicherung und der kommunalen Arbeitsnachweise öffentliche Funktionen erfüllen, ist nach Bernsteins Angabe mit 15 000 eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Zu dieser Zahl kommen noch mindestens 1000 sozialdemokratische Arbeiterbeisitzer in den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten. Ein großer Hotelbrand wird aus Tirol gemeldet. In der vergangenen Nacht wurde das eine Viertelstunde von Landeck entfernte, in Touristenkreisen bekannte Hotel Edelweiß durch einen Brand vollständig zerstört. Der Schaden ist sehr bedeutend, die Brandursache ist noch unbekannt. Hochwasser in Westdeutschland. Aus dem ganzen Eifelgebiet und dem Siebengebirge kommen Meldungen über Hochwasser, hervorgerufen durch mit Gewittern verbundenen wolkenbruchartigen Regen; strichweise war auch Hagel zu verzeichnen. Der Schaden in Gärten und Feldern ist groß, ebenso ist Verlust an Vieh zu verzeichnen. Aus Angst vor Japan? Ein Londoner Blatt gibt an, daß der Grund für den Abschluß des amerikanisch- englischen Schiedsgerichtsvertrages nicht die ideale Begeisterung Ameritas für den Schiedsgerichtsgedanken und den ewigen Frieden ist, sondern die Furcht vor Japan. Amerika fühlt sich mit seiner Wehrmacht nicht hinreichend gedeckt zur Verteidigung seiner Weltstellung und sucht deshalb den Anschluß an England. Diese große Zahl wertloser Schiffe mit ihrem hohen Personalbestand macht auch die Unterhaltung der Flotte äußerst kostspielig. Der größte Teil der gewaltigen Summen, die schon in die russische Flotte hineingesteckt worden find, geht auf diese Weise verloren. Zu dieser schlechten Finanzwirtschaft kommt nun noch die technische Un= zulänglichkeit hinzu. Die erwähnten vier Panzerschiffe sollen frühestens 1913 fertig werden, wahrscheinlich wird sich dieser Termin noch bedeutend hinausschieben, da an den Neubauten noch fortwährend Konstruktionsänderungen vorgenommen werden. Was von der russischen Flotte im allgemeinen gilt, gilt in verstärktem Maße für die Schwarzmeerflotte. Man hatte eigentlich die Abficht gehabt, sich aus Sparsamkeitsgründen zunächst mit der Ausbesserung und Neuausrüstung der Schiffe zu begnügen. Bet näherer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, daß die Schiffe eigentlich nur noch altes Eisen sind und daß es um jeden Rubel schade wäre, der für sie aufgewendet werden würde. Selbst die beiden veralteten deutschen Panzer, die die Türkei im vorigen Jahre angekauft hat, erscheinen dagegen als hochmodern. Man hat sich deshalb zur Erbauung einer Anzahl neuer Schiffe entschlossen, wofür die jetzt bewilligten Kredite von 1½ Milliarden Rubel dienen sollen. Wie der Marineminister allerdings diese Schiffsbauten ausführen will, darüber scheint er sich selbst noch nicht ganz klar zu sein. Die vorhandenen Werften reichen feinesfalls dazu aus und müssen wesentlich vergrößert werden, was natürlich nicht ohne große Kosten möglich ist. 3wei Kirschen an einem Stengel. 10) Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.) Ein folgenschweres Automobilunglück hat sich in der Nähe von Pforzheim ereignet. Dort rannte nachts ein Automobil, in dem sich ein Maurermeister und ein Ingenieur befanden, in ein Sandfuhrwerk. Die Deichsel des Fuhrwerks drückte dem Ingenieur den Brustkasten ein, sodaß er sofort tot war. Der andere Insasse sowie der Chauf feur find leicht verletzt. Das Automobil ist zerstört, das Pferd des Wagens tot. Todessprung eines Irrfinnigen. Ein 47 Jahre alter Weichensteller aus Rathenow, der wegen Geisteskrankheit der Irrenanstalt Neu- Ruppin zugeführt werden sollte, entsprang seinen Transporteuren und warf sich unter einen rangierenden Zug. Der Tod trat auf der Stelle ein. Die neue mexikanische Regierung wird ganz unter dem Einflusse von Madero, dem Führer der Revolutionäre; stehen, der gemeinsam mit dem interimistischen Präsidenten de la Barra die Präsidentschaft führen wird. Die Sigung des Kabinettrats, in der der Verzicht des Präsidenten Diaz angekündigt wurde, war sehr ergreifend. Der bejahrte Präsident lag im Vorzimmer mit geschwollenem Gesicht im Bett und litt unter heftigen Schmerzen. Nach einer Meldung von autoritativer Seite verläßt Diaz das Land nicht. Das Geschäftsleben hat unter dem Krieg sehr gelitten. Ein allgemeines Friedensbedürfnis herrscht unter der Bevölkerung. Da wurde ihm unerwartete Befreiung aus der Mausefalle, in die er hineingeraten war. Mutter und Tante tamen ihnen entgegen, und dadurch endete für ihn das unerquidliche Examen. 3u Mittag gab es das dörfliche Feiertagsessen, Schweinebraten mit Sauerkraut und dazu Backobst. Als besondere Zugabe hatte Kathi noch hinterher Plinsen gebaden, die sie mit hochgerötetem Gesicht frisch von der Pfanne, hereinbrachte. Kleine Nachrichten. Von einem Tschechen niedergeschossen wurde in der Nähe von Grünwald bei Gablonz ein Deutscher, weil er auf tschechischen Anruf deutsch geantwortet hatte. Eine 850 000 Mark- Schenkung. Der Privatier Friedrich Mende hat der Stadt Dortmund sein gesamtes Vermögen von ungefähr 850 000 M vermacht. Die Stadtverordneten nahmen die Schenkung an. Aus den Gerichtssälen. Eine wichtige Entscheidung hat das Kammergericht in Berlin gefällt. Eines der Opfer der Wahlrechtsdemonstrationen, eine Frau P. aus Treptow, hatte gegen die Gemeinde Treptow Klage auf Schadenersatz erhoben. Sie war von Gendarmen überritten worden und hatte nicht unerhebliche Verlegungen davongetragen. Das Kammergericht hat der Frau nicht nur einen tatsächlichen Schaden zugesprochen, sondern auch ein nicht unbeträchtliches Schmerzensgeld. Die Zinsen der Lebensretterstiftung Carnegies kommen bekanntlich den Hinterbliebenen von Personen zugute, die bet einem Rettungswerke ihr Leben einbüßten. Dieser Tage gelangte die Summe von 3000 M an die Witwe des Seelotsen Ernst Hemje in Geestemünde zur Auszahlung. „ Der erste Tanz heute abend ist für mich, Käthchen," erklärte er ,,, das versteht sich ganz von selbst." Wegen Betrugs verurteilt. Der frühere Gauleiter des deutschen Transportarbeiterverbandes, Georg Dobler, wurde wegen Urkundenfälschung und Betrugs vom Landgericht München zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehr verlust verurteilt. Sie schüttelte den Kopf.„ Kumst a Posttag zu spät, zu dem hab ich mich halt versproche, und dann, wißt, Kathi ist min Nam, nit Käthchen." ,, Das ist ein und dasselbe," belehrte er sie.„ Kathl tlingt nach dem Dorfe, das paßt für hier, Käthchen ist was Feines, das gehört in die Stadt. Also in Hennigbach nenne ich Dich Kathi, und wenn Du bei uns in der Stadt bist, Käthchen. Abgemacht?" Die Großstädter taten dem Essen alle Ehre an, aber die geschmorten Blaubeeren zu den Plinsen verschmähten fie doch. Mit einem blauen Mund und Gebisse tann man sich nicht sehen lassen, das ist unfein, und man macht sich lächerlich," erklärte Frau Rosa. Kathi sah sie erschrocken an, sie hatte schon herzhaft von diesem wohlschmeckenden Färbemittel genossen und war von der Bläue ihrer Zähne und ihrer Lippen völlig überzeugt. Aber es geit doch wieder ab," meinte sie etwas leinlaut. Es war ihr ein unangenehmes Gefühl, zu hören, daß sie den Verwandten lächerlich erscheinen könnte. Vetter Julius las das aus thren beweglichen Zügen, die jede Regung ihrer Seele widerspiegelten, und behauptete mit einem sehr ausdrucksvollen Blicke, das Cousinchen sei auch mit einem blauen Mäulchen allerliebst und würde es auch bleiben, ⚫ selbst wenn sie sich in Sadleinewand einwidelte. Er war voll Aufmerksamkeit für das Mädchen, ihres Lobes voll und fonnte dabei so spaßig sein und wußte so viel Herrliches von Berlin zu erzählen, daß Mutter und Tochter die Zeit wie im Fluge verging. Der liebenswürdige feine Herr begleitete das Mädthen sogar in die Küche, sah ihr beim Abwaschen zu und verschmähte es nicht, ihr beim Abtrocknen zu helfen. Vermischtes. Kaiser und Parkwächter. Am Mittwoch nachmittag hatte der Kaiser in London ein kleines amüsantes Abenteuer. Er wollte die freie Zeit am Nachmittag benutzen, um die berühmten Kewgärten zu besuchen. Sein Automobil traf kurz vor 2 Uhr ein, als die Gärten noch geschlossen waren. Der Parkwächter, ein ehemaliger alter Soldat, der wahrscheinlich etwas von preußischer Schneidigfeit gehört hatte, erklärte, daß er keine Person vor der festgesetzten Zeit hineinlassen könne, und blieb auch bei seiner Weigerung, als ihm mitgeteilt wurde, daß es der deutsche Kaiser sei, der Einlaß begehre. Dem Kaiser blieb nichts übrig, als nach dem Haus des Direktors der Gärten zu fahren und sich dort die persönliche Erlaubnis zum vorzeitigen Besuch zu erwirken. Anscheinend machte dem Kaiser das Abenteuer recht viel Spaß. ,, Afmatt," wiederholte sie mechanisch. Allerhand verlockende Bilder der Großstadt, die der Vetter vorgezaubert, gaufelten vor ihr und zogen sie, fast wider ihren Willen, nach dort. Der Vetter strich vergnügt sein Bärtchen, so halb und halb hatte er sie schon gewonnen. Und wie steht es mit dem ersten Tanze, Kathi?" erkundigte er sich,„ ich hätt' ihn sehr gern." Sie aber blieb fest. Den tät ich dem Ruland verSpreche, und dabi bliwts. Was man versproche, muß man halte, da gibts nix zu drehe." So wollte er sich bescheiden aber einen Ersatz haben, sie solle ihm wenigstens ein halbes Dugend Tänze versprechen, schlug er vor und versicherte ihr, daß er famos tanze. Unter Necken und Scherzen gewann er ihr das Versprechen ab. es will es je man von Pari eine neue, abe zieren: die Mo zen Frauenrod wenden, es fom ganzen handelt deres als um feligen Angeder pelrod unterha fach weggeschni nischer Form a beinen fadartig sah, davon konnte sie sich keinen rechten Begriff machen, aber großartig gewiß wie alles, was aus der Großstadt kam. Das war es, was ihr durch den Sinn ging, und unwillkürlich verglich sie daneben das schlichte, schwarze Wollenkleid der Mutter, deren Festtagsanzug, und die kleine Silberbrosche, ihren Hochzeitsschmuck, den sie dann zu tragen pflegte. Dabei zogen sich die frischen Lippen unmutig zusammen, und nun überlegte sie den eigenen Anzug. Nun mach Dich schmuck, ich tu's auch, wir zwei werden ein schönes Paar abgeben und wollen flott tanzen," raunte er ihr zu, als er gegen Abend mit der Mutter ins Gasthaus ging, in dessen Ballsaale sie sich eine Stunde später treffen wollten. Der Gutsherr hatte zum letzten Erntefeste den Kranz mädchen richtige Bauernanzüge geschenkt, rote Röcke mit schwarzen Sammetstreifen und ein schwarzes Sammetmieder über der weißen Jacke. Das wollten sie jetzt immer zum Tanze tragen, und das sollte auch ihr Festgewand sein. Ob die Tante darüber die Nase rümpfen und es dörfisch nennen würde? Aber sie hatte ja noch das Kreuz von Hans, das war doch etwas Besonderes, und dann auch hatte der Vetter gemeint, noch in Sadleinewand gewickelt, würde sie hübsch sein. Ste drehte sich auf dem Absah um und lief trällernd in ihre Kammer, um sich zum Ausgange fertig zu machen. Kathis Blid folgte ihm nachdenklich, die Tante hatte von ihrem Blauseidenen gesprochen und von der schweren Goldkette, die sie anlegen wollte, Julius von der samtenen Krawatte mit der kostbaren Busennadel und auch von einem schwarzen Frack. Wie dieses Kleidungsstüd ausdernen niedrige tie des Fußes. die Damen, die Straßen und b Rod aber schön haupten wollen. Ein Lehrer Unglüd hat sich Als im Saale zum Adler die Musikanten den ersten Bogenstrich taten, hatte Hans Ruland schon den Arm um sein Mädchen gelegt und drehte sich mit ihr fröhlich im Kreise. Siehst herzig hüt ut," raunte er ihr zu und hätte sie am liebsten auf die roten Lippen gefüßt, die ihn so glückselig anlachten. Nach Dörflerart machte er wieder und wieder mit ihr die Runde, bis er sie endlich freigab, aber doch an ihrer Seite blieb. ,, Wer war das schwarze Mädel hüt, mit der Du sprechen dätst, als wir Di bi der Kirch begegne täte," erkundigte sie sich. und Seppenrade gefüllten Lehmg 55jährige Lehrer Das wär die Rosemarie mit ihr Bruder, dem Peter Klausner, mit dem ich Fründschaft gehalte hab, als ich voriges Jahr bi Görlitz mich vermiete tät," gab er ihr zur Antwort. Sie seien bi ihre Verwandte in ünser Dörf zu Besuch." ( Fortsetzung folgt.) der Oberklaffe d in der Mitte de verschwanden fie der Tiefe; fie fo dem Unglück erf fegen fahen die daß der Lehre 1 die Oberfläche bliden entspann Der Lehrer wa ein Meter tief Mitte ein etwa Unglüdlichen d Lehrer und die ertranten. Di los und wußte follten. Giner v Dorf hinein un rauf umftander die feine Rett die Ortsfeuer sofort mit der Mühe gelang Land zu bring Söhne von G Panik bei Kirche. Eine f Toulon. 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Depper, der im Anfehen eines soliden Geschäftsmannes stand und ein sehr bescheidenes Leben führte, gestand die ihm zur Last gelegten Bergehen zu und erklärte, daß er die Betrügereien nur deshalb verübt habe, um für seine Fabrik, deren Mitbefiber er war, höhere Dividenden zu erzielen. Wie hoch sich bie Unterschlagungen belaufen, fonnte vorläufig noch nicht festgestellt werden, da wahrscheinlich noch zahlreiche gefälschte Wechsel im Umlauf sind. Die bisherigen Ermittelungen haben ein Defizit von 75 000 Mart ergeben. Die Verhaftung erregt in Stendal großes Aufsehen. Tunnelbrand auf der Berliner Untergrundbahn. Jm Tunnel der im Bau befindlichen Untergrundbahn am Hohenzollerndamm in Berlin brach gestern durch Umfallen und Explodieren einer Benzinlampe Feuer aus, dem die über den Tunnel führende Brücke zum Opfer fiel. Der Tunnel selbst brannte in einer Ausdehnung von etwa 600 Metern aus, so daß ein großer Materialschaden entstanden ist. Aus dem Tunnel schlugen meterhohe Flammen heraus. Dann ertönte eine starke Detonation, da das im Tunnel llegende Hauptgasrohr geplakt war und das ausströmende Gas sich entzündet hatte. Neue Zeppelinluftschiffe. Die Zeppelinbaugesellschaft wird die Herstellung des im Bau begriffenen Luftschiffes so beschleunigen, daß es Ende Juni fahrbereit sein dürfte. Es soll zunächst in Friedrichshafen Passagierfahrten unternehmen und dann nach Baden- Baden übergeführt werden. Inzwischen will man in Friedrichshafen an die Reparatur der Deutschland" herantreten. Von dem zerstörten LuftSchiff ist ein größerer Teil gut erhalten und zu verwenden, als man anfangs annahm. Die Wiederherstellung soll bis Ende August oder Anfang September vollendet werden. Bu gleicher Zeit soll die Düsseldorfer Halle nach den Wünschen der Fahrleitung umgebaut werden. Man hofft, spä testens im September wieder ein Luftschiff in Düsseldorf zu haben. Die neue Mode der kurzen Röde. Nachdem der Hosenrod so gründlich Fiasko gemacht hat, daß ihn jetzt sogar Seine eigenen Väter er hat deren nämlich mehrere, aber es will es jetzt keiner gewesen sein verleugnen, sucht man von Paris aus mit bewundernswerter Beharrlichkeit eine neue, aber mindestens ebenso unschöne Mode zu lansieren: die Mode der ganz kurzen Röde. Gegen einen furzen Frauenrod wäre an und für sich gar nichts einzuwenden, es fommt aber auf das Wie an. Im großen und ganzen handelt es sich bei dem neuen Rod um nichts anberes als um eine Metamorphose des Humpelrods unfeligen Angedenkens: man hat alles, was sich beim Humpelrod unterhalb der nedischen Verengerung befand, einfach weggeschnitten. Das Kleidungsstück fällt also in tomischer Form auf die Beine, zieht sich über den Schienbeinen sadartig zusammen und zeigt außer den hochmodernen niedrigen Schnallenschuhen die ganze untere Partie des Fußes. Das furze Kleid hat sicherlich auch Vorzüge; die Damen, die es tragen, fegen nicht den Staub von den Straßen und bringen weniger Mikroben heim. Daß der Rock aber schön aussieht, wird trotzdem kein Mensch behaupten wollen. Ein Lehrer und sicben Schüler ertrunken. Ein schweres Unglück hat sich beim Baden in der zwischen Lüdinghausen und Seppenrade bet Dortmund befindlichen, mit Wasser angefüllten Lehmgrube der dortigen Ziegelet zugetragen. Der 55jährige Lehrer Johannes Flötgen war mit 13 Schülern der Oberklasse dorthin baden gegangen, ohne zu wissen, daß im der Mitte des Teiches sich ein tiefes Loch befand. Plötzlich verschwanden sieben Schüler nebst dem Lehrer lautlos in der Tiefe; fie fonnten nur als Leichen geborgen werden. Zu dem Unglück erfährt das„ Berl. Tabl." noch: Bu ihrem Entseben sahen die am Rande der Grube stehenden Knaben, daß der Lehre und ihre sieben Kameraden nicht wieder an die Oberfläche zurückkamen. Nach einigen bangen Augenblicken entspann sich in der Grube ein verzweifelter Kampf. Der Lehrer war der Meinung gewesen, daß die Grube nur ein Meter tief set. In Wirklichkeit befand sich aber in der Mitte ein etwa sechs Meter tiefes Loch. Da keiner der Unglücklichen des Schimmens kundig war, so gingen der Lehrer und die Schüler nach kurzer Zeit sämtlich unter und extranten. Die anderen Knaben waren völlig fassungsIos und wußten in ihrer Verzweiflung nicht, was sie tun sollten. Einer von ihnen lief splitternacht wie er war, in das Dorf hinein und meldete die Schreckensbotschaft. Bald da= rauf umstanden die Grube klagende Frauen und Mädchen, die feine Rettung mehr bringen konnten. Inzwischen traf die Ortsfeuerwehr an der Unglücksstelle ein und begann sofort mit der Bergung der Leichen. Mit unendlicher Mühe gelang es nach stundenlanger Arbeit, die Leichen ans Land zu bringen. Die ertrunkenen Schüler waren meist Söhne von Gutsbesitzern. Panik bei einer Kinematographenvorstellung in einer Kirche. Eine schwere Explosion erfolgte in einer Kirche zu Toulon. Die Kinematographenfirma Pathee Freres gab eine Aufführung lebender Bilder aus der Geschichte der Jungfrau von Orleans. Während der Vorstellung explobierte eine Lampe. Der Priester, der bet der Aufführung ugegen war, wurde schwer verletzt. Unter den Zuschauerit entstand eine furchtbare Panik, alles drängte dem Ausgang zt und Männer und Frauen gebärdeten sich wie Frauen wurden zu Boden gerissen und schrieen lauf un Silfe. Eine junge Frau, die in dem Gedränge zurückge toßen war befam Schreifrämpfe, aber niemand bekümmerte fich um sie. Das entstandene Feuer konnte bald gelöscht werden. Zwei Schwerverletzte wurden in das Hospital ge= bracht, ihr Zustand ist hoffnungslos. w5. Die Bekämpfung der Mänseplage. Hierzu schreibt ein Landwirt aus dem Hildesheimschen dem„ Hannov. Cour.": Den besten Erfolg habe ich mit Auslegen der kleinen Holz= fallen erzielt, die zur Verhinderung des Wegschleppens durch Krähen usw. an einem Pfählchen festgemacht wurden, nud bet gleichzeitigem regelmäßigen Zutreten der Löcher. Statt des zutretens hat sich bei Vorhandensein zahlreicher Mäuselöcher noch besser bewährt das Budrücken mit einem fräftigen Spazierstock, an dessen Zwinge ich jedesmal zu dem Zwecke eine dicke Eisenschraube aufgedreht habe. Bet jedem Gange aufs Feld begleitet mich das einfache Getät und wird an Ort und Stelle zum Gebrauch zurecht ge macht. In unserem schweren Boden genügt ein ein- oder weimaliges festes Bustampfen mit dem Stock auf jedes lwch, um alsdann die im Bau sitzenden Mäuse mit Jungen erstiden. Von dem Erfolge habe ich mich auf späteren Gängen immer überzeugen können, sowohl davon, daß die licher nicht wieder geöffnet waren, wie davon, daß ich tmmeer weniger Mäuse beobachtete und die Fraßschäden offenfichtlich abnahmen trot Zulauf von Nachbargrundstücken. Die Feldgänge sin dso wie so nicht zu entbehren und lohpen fich in vieler Beztehung; wer Radfahrer ist, hat's ui o beffer. Selbsthilfe der Schmargendörfer. Der Kampf gegen die Beerfeuerung der notwendigsten Lebensbedürfnisse wird in Schmargendorf bet Berlin fett praktisch aufgenommen. Doer dortige Bürgerverein beschloß nämlich unlängst die Gründung eines Wirtschaftsausschusses zum gemeinsamen Bezug von Lebensmitteln usw. von außerhalb. Darauf erhoben die Gewerbetreibenden des Ortes Einspruch. Der Bürgerverein beschäftigte sich dann noch einmal mit der Frage und kam zu folgendem Beschluß: Es bleibt bei dem gemeinsamen Warenbezug durch den Wirtschaftsausschuß, doch wird der Einkauf auf Fleisch, Kartoffeln und Kohlen beschränkt. Alljährlich werden die örtlichen Gewerbetreibenden zur Einreichung von Angeboten aufgefordert und, falls sie nicht mehr fordern als die auswärtigen Lieferanten, vor diesen bevorzugt. An Nichtmitglieder darf nicht geliefert und aus der Vereinskaffe zu dem Wareneinkauf fein Zuschuß geleistet werden. Wieviel Geld steht Morgan zur Verfügung? Ein Neuyorker Börsenjournalist hat sich den Spaß geleistet, Morgans finanziellen Machtbereich zu berechnen; er hat dabei herausgebracht, daß Pierpont Morgan etwa 9 300 000 000 Dollars, also rund 40 Milliarden Mark besitzt bezw. seinem Einfluß untertänig zu machen wußte. In erster Linie " kontrolliert( d. h. beherrscht) er vier Nationalbanken in Neuyork, die mit Kapital und Depositen über mehr als 450 Millionen Dollars verfügen. Weiter unterstehen ihm fleben Trustkompagnten, deren Kapitalien sich auf 436 MilItonen Dollars belaufen. Dann folgt die Equitable- Verficherungs- Gesellschaft mit einem Ripital von 486 Millionen Dollars. Diese Summen zusammengerechnet ergeben 1872 Millionen Dollars. Dazu kommt die direkte Kontrolle über Eisenbahnen im Werte von 1164 Millionen Dollars. Außerdem kontrolliert er Industrien, die zusammen einen Wert von 3336 Millionen Dollars repräsentieren. Und bet alledem find nicht die Summen mitgerechnet, die Morgan und die" Morgansche Gruppe" auf anderen Gebieten in Amerika und in anderen Ländern besitzen und kontrollieren. Werden alle Riesensummen zusammengerechnet, so ergibt sich die oben genannte Totalsumme. Ein einziger Mann besitzt also soviel Geld, daß er zum Beispiel die französische Kriegskosten entschädigung an Deutschland im Betrage von vier Milliarden Mark zehnmal bequem aus seiner Tasche zahlen könnte. Er besitzt zehnmal soviel Gelb, als die Deutsche Reichsbank und die Banque de France und um an seinen Kapitalbesitz heranzureichen, müßten sich zweihundert Privatbanken von der finanziellen Tragfähigfeit unserer Großbanken( Deutsche Bank, Bank für Handel und Industrie, Nationalbank, Dresdener Bank 2c.) zuzusammenschließen! Der historische Rabe im Merseburger Schloßhof. Im Schloßhof zu Merseburg wird nach einem uralten Brauche ein Rabe im Käfig gefangen gehalten, und zwar zur Erinnerung an die Geschichte vom Merseburger Schloßherrn, der einst seinen alten Diener hinrichten Iteß, weil er ihm einen Ring gestohlen haben sollte, und der ihn nach seinem Tode als schuldlos erkannte, als man den Ring im Neste etnes Raben fand. Der Merseburger Tierschutzverein pe= titioniert bereits seit einiger Zeit bei den Stadtvätern we gen Abschaffung dieser Sitte, da es eine Grausamkeit ſet, ein Tier in einem engen Käfig gefangen zu halten, wo doch ein ausgestopfter Rabe dieselben Dienste leisten würde. Die Merseburger Stadtbehörde hat nun die Petition an die Regierung weitergegeben, da sie darüber nicht allein verfügen dürfe. Ein sonderbares Duell. Aus Japan werden die Einzelheiten eines Duells berichtet, das minder grausam als die europäischen Formen des 3wetkampfes erscheint und audem einer gewissen Komik nicht ermangelt. Die in dem Inselreich erscheinende Tageszeitung„ Eastern World" erzählt, daß zwei Barbiere von Osaka in Streit gerieten und, da sie zu erregt waren, ihn selbst zu schlichten, einen gemeinsamen Freund als Schiedsrichter wählten. Dieser entschied nach reiflicher Ueberlegung, daß die beiden Gegner sich mit Kinnstößen bekämpfen sollten. Und derjenige, dem es gelingen würde, den Gegner auf diese Art zu Fall zu bringen, sollte als Sieger angesehen werden. Man band den„ Duellanten" die Hände auf dem Rüden, und um sie am Gebrauch der Zähne während des Kampfes zu verhindern, verband man ihnen den Mund mit einem starfen Knebel. In diesem Zustande stürzten die Barbiere aufeinander und erregten bei dem zahlreich erschienenen Publifum der Zweikampf ward abends außerhalb der Stadt ausgetragen- große Heiterfeit. Zur Entscheidung ge= langte das„ Duell" nicht; denn die Gegner bekamen nach furzer Zeit einen Kinnbadenkrampf, der ihnen jede Lust nahm, den Streit auf diese Weise zu Ende zu führen. Die Verlegungen waren ganz geringfügig, aber außer dem Kinnbadenkrampf holten sich die Barbiere noch einen steifen Hals, den sie lange behielten. - Die Hochzeitsgeschente einer Minionärsbraut. In Baltimore wurde unlängst die Hochzeit von Frl. Harriet Stewart Brown mit Thomas Suffern Tailor aus Neuyork gefeiert, die beide der Dollararistokratie Amerikas angehören. Die Trauungszeremonie im Ballsaale des Brownschen Hauses war eine der glänzendsten Veranstaltungen der Saison, ein Fest, bei dem aller Lurus entfaltet wurde, den Millionenvermögen hervorzaubern können. Nach der Trauung, zu der die Braut ein wundervolles Seidenkleid, mit alten Spigen garniert, trug, wurde den Gästen, deren 3af1 400 betrug, ein Frühstück serviert, zu dem die erle= sensten Delikatessen aus der ganzen Welt zusammengetra gen maren. Das junge Paar trat dann im Automobil, einem auf 15 000 Dollar geschätzten Hochzeitsgeschenk, die Hochzeitsreise an. Die anderen Hochzeitsgeschenke waren in einem besonderen Saal ausgestellt, wo für die Gegenstände cus Gold zwei besondere Tische reserviert waren. Der Br utigam hatte der Braut eine herrliche Diamanttiara und einen reich mit Brillanten gezierten Schildpattfamm geschenkt. Die Eltern der Braut überreichten der Tochter einen Shed über 100 000 Dollar und außerdem eine künstlerisch wertvolle Einrichtung. Die vier Gesellschafter des Bräutigams schenkten der Braut eine in Gold gefaßte Kette aus Diamanten, die eine Elle lang ist und 25 ausgesucht schöne Steine enthält. Von anderen Freunden und Verwandten des Hauses rührten folgende Kostbarkeiten her: ein herrliches Perlenkollier, eine große Perlenriviere, ein Duhend großer goldener Schüsseln, eine goldene Handtasche mit Diamanten besetzt, Nadeln aus Gold mit Diamanttöpfen, ein zarter, alter Fächer mit goldenen Rippen, seltene Sevresvasen, ein fomplettes goldenes Dessertservice, Meißener und englische Porzellanftguren und vieles andere. Der Kaiser als Gutsbesitzer. In letter Beit haben mehrere Güter Aufsehen erregt, dte mit dem Kaiser in Verbindung zu bringen sind. Es ist Bekannt, daß die angeblichen Erben von Cadinen eine Klage wegen des Gutes einreichen wollen. Jetzt wird die Schenfung des Klosters Behnin in der Mark Brandenburg an den Kaiser mitgeteilt. Es wird darum von Interesse sein, zu erfahren, wieviel Güter der Kaiser besitzt, der der größte Grundbefizer Deutschlands ist. Mit dem neuen Gute Lehnin verfügt der Kaiser insgesamt über 84 Güter. Die Größe des Lehniner Gutes ist amtlich noch nicht be= fannt geworden. Die bisherigen 83 Güter, zu denen auch Cadinen und das Gut Bornstedt bei Potsdam gehören, umfaffen insgesamt 98 746 Hefter und liefern einen Grundfteuerreinertrag in Höhe von 651 631 Mark Zum Vergleich sei angeführt, daß der zweitgrößte Grundbesitzer in Deutsch land der Fürst von Plek 75 Güter mit 51 112 Hektar Um fang und 325 000 Mart Reinertrag besitzt. Der drittgrößte Grundbesitzer ist der Herzog von Ujest. Er hat 52 Güter mit rund 40 000 Hektar und 250 000 Mark Reinertrag. Der viertgrößte Grundbesitzer ist der Herzog von Ratibor mit 51 Gütern von 33 000 Heftar Größe und 275 000 Mark Reinertrag. Ihm folgt der König von Sachsen, der über 50 Güter in Gesamtgröße von 30 000 Hektar verfügt. Von den 83 Gütern des Kaisers gehören die meisten zu den bekannten faiserlichen Schlössern. Man muß, wenn man die Güter des Kaisers betrachtet, zwischen den Krongütern und den Gütern unterscheiden, die Privateigentum des Kaisers find. Wenn man die Krongüter hinzurechnet, dann würde sich die Zahl von 83 Gütern um 7 erhöhen, sodaß es 90 Güter wären, die als Besitz des Kaisers in Betracht kämen. Die einzelnen fleineren Güter aufzuführen, würde zu weit führen. Es seien hier nur noch die Schlösser erwähnt, die dem Kaiser gehören, und die zumteil über recht bedeutende Rittergüter verfügen. Das Königsschloß in Berlin zu dem ein Gut nicht gehört, ist ein Krongut, dagegen sind die beiden anderen Schlösser, nämlich das Schloß Bellevue und das Schloß Monbijou Privateigentum des Kaisers. In Potsdam sind 13 Paläste Privateigentum des Kaisers mit dem ganzen dazu gehörigen Grundbesitz. Folgende Güter und Schlösser gehören ferner dem Kaiser: Hannover hat ein Residenzschloß, das aber nicht Privateigentum des Kaisers ist. Ebensowenig wie das Stadtschloß in Stettin und das Stadtschloß in Cassel. Dagegen sind die Schlösser Wilhelmshöhe und die Löwenburg, die sich auch bei Cassel befinden, wohl dem Kaiser persönlich zugehörig. Er hat ferner Privateigentum noch in Breslau, das Schloß am Ererzierplatz, in Charlottenburg, Wiesbaden, Freienwalde an der Oder, Königsberg, Celle, Straßburg im Elsaß, Königswusterhausen, O8nabrück, Trouville, Rominten, Schönhausen bei Berlin, Schwedt an der Oder, Homburg v. d. H., Oliva, Coblenz; ferner gehören ihm noch mehrere Jagdschlösser. Drabtnachrichten und neuestes. Das Kaiserpaar in London. London, 19. Mat. Der Kaiser legte gestern in Windsor im Mausoleum einen Kranz auf das Grab der Königin Viktoria. Darauf nahm das Kaiserpaar mit dem englischen Königspaar im Weißen Zimmer des Schlosses ben Tee. Kurz nach 6 Uhr gingen die Herrschaften nach der St. Georgs- Kapelle, wo sie in das Totengemach traten. Hier legte der Kaiser einen prachtvollen Kranz von Lilien und Orchideen und die Kaiserin einen Strauß Maiglöckchen auf das Grab König Eduards. Dann kehrten die Herr schaften per Automobil nach London zurück. Das Kronprinzenpaar am Zarenhofe. Petersburg, 19. Mai. Die Kronprinzessin besuchte gestern nachmittag ihren Onkel, den Großfürsten Nikolat Michailowitsch. Zu Ehren des Kronprinzenpaares fand abends beim deutschen Botschafter ein Diner statt. Heute morgen besuchte der Kronprinz den erkrankten russischen Minister des Aeußern und gab seine Karte und einen Blumenstrauß ab. Die elsaß- lothringische Verfassungsreform in der Kommission. Berlin, 19. Mat. Die Reichstagskommission für die elsaß- lothringische Verfassungsreform erledigte heute die zweite Lesung des Wahlgesetzes und beschloß, in eine sofortige fünfte Lesung des Verfassungsentwurfs einzu treten. Zwet von der Reichspartet beantragte Paragraphen über die Freiheit des religiösen Bekenntnisses und die Sprachenfrage wurden mit 19 Stimmen der Reichspartei, des Zentrums, der Nationalliberalen, der Volkspartei und der Sozialdemokraten angenommen. Folgenschweres Brandunglück. Marienberg( Erzgebirge), 19. Mai. In der vergangenen Nacht ist im gelobten Land ein kleines Wohnhaus durch Feuer zerstört worden. Dabei sind drei Kinder des Fabrikarbeiters Panhans im Alter von neun, zehn und acht Jahren in den Flammen umgefommen. Die Mutter und eine siebenjährige Tochter trugen schwere Brandwunden davon. Schredenstat eines Negers. Neunort, 19. Mai. Ein Neger, der einen Streit mit einem Weißen gehabt hatte, verfiel in Raserei. Er lief mit einem Revolver und Messer bewaffnet durch die Straßen, wobei er wie wild um sich feuerte. Drei Personen wurden durch Schüsse getötet, mehrere verwundet. Schließlich stredte ihn ein Polizist durch einen Schuß zu Boden. Die wütende Volksmenge stürzte sich auf den am Boden liegenden Neger und trampelte mit den Füßen auf ihn herum. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. In der am 17. Mat beendeten Berichtswoche war Nei gung zu einer Abschwächung am Berliner Markte zu beobachten Roggen hatte wiederum bei der Preisbewegung die Führung. Wie gewöhnlich bei Eintritt eines Rückgangs wurde auch inländische Ware in größerem Umfange angeboten. Weizen schwankte in fleinen Grenzen nach oben oder unten, je nachdem die Wetterberichte aus Rußland und den Donaugebieten lauteten. Die Mattigkeit des Roggens übte zuletzt auch auf Weizen einen Druck aus. Hafer hatte sehr ruhiges Geschäft. Sowohl seitens des Nonsums wie der Händler wird äußerste zurückhaltung beobachtet, und die Käufer wurden durch einige Nachgiebigkeit der Preisforderungen noch vorsichtiger gemacht. Auch in Gerste hielt sich das Geschäft in mäßigen Grenzen. Rußlands Ausfuhr bleibt bedeutend. Am Getreidemarkt wird allgemein mit besonderer Spannung dem nächsten preußt= schen Saatenstandsberichte von Mitte Mai entgegengesehen, dá die privaten Nachrichten namentlich über die Roggenfelder sich vielfach widersprechen. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Jult wie folgt: Weizen 206,00 M, Roggen 167,75 M, Hafer 167,25 Mark, Mais 138,25 M. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, 76 bis 79 M, 6) funge fleischige, nicht ausgemästete und ältere aus-, gemästete 71-76 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 62-72 M; d) gering genährte jeden Alters M. 2. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 70-75 M, 6) vollfleischige jüngere 68-73 M, c) mäßig ge-, nährte jüngere und gut genährte ältere, 62-68 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 70-75 M, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 63-68 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere ühe 58-64 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 53-58 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M, f) gering genährtes Jungvieh ( Fresser) 50-72 M. 4. Stälber: a) Doppellender feinster Mast 108-136 M, 6) feinste Mastfälber 100-110 M, c) mittTere Mast- und gute Saugfälber 70-84 M, d) geringe Saugfälber 55-65 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 70-76 M, 6) ältere Masthammel 66-72 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 64-70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht -M, 6) vollfleischige über 2% Bentner Lebendgewicht 51-55 M, c) vollfleischige bis 2½ Zentner Lebendgewicht 51 bis 55 M, 6) fleischige Schweine 51-55 M, e) gering entwickelte Schweine 49-51 M, f) Sauen 46-48 M, Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen Uhren Musikwaren, sowie Sonstige o Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u.franko. HANS HARTMANNA: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHIAW Café Leib Kolosseum Täglich Künstler- Konzerte des österreichischen Damen- Orchesters Loreley. Bei günstiger Witterung im Garten.[ 290 Stein's Garten:: Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch Fremdenpension Bad im Hause. in und außer Abonnement Elektr. Licht. - Telephon Nr. 5. Gasthof „ Zur Krone' Wetzlar. 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