mit Parica akt IS akt ler Welt Ueberall zu haben. reell Frau esbaden, Bil, NSA 551 dalles weisen. Bolg ir. Prim. x.) Br. frei chilfen Geisweld, Weftf. ft 92. welche mit bat, fucht 7028 an ulein, nicht ners ffee Snnen, en Ste venig elernt. fach: fetzen Baffer paar ihn r Ste Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Bürgermeisterei - jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 92. Telephon: Nr. 362. Getreide- und Bodenpreise. gar des Großherzoglichen Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 20. April 1911 in Einklang stehen und die ihm dann hinterher finan= zielle Schwierigkeiten bereiten. Zusammentreffend also läßt sich sagen: Da, wie die Verhältnisse liegen, die Nachfrage nach Grund und Boden fast losgelöst erscheint von den Rentabilitätsver= hältnissen, erstere aber in ausschlaggebender Weise die hältnissen, erstere aber in ausschlaggebender Weise die Preisbildung beeinflußt, so ist in dem Maße ein Zusammenhang nicht zu konstruieren zwischen den die Rentabilität beeinflussenden Getreidepreisen und den Bodenpreisen. Und es heißt, sich in einem Kreise bewegen, wenn man die Höhe der Bodenpreise als gefahrbringend für die Landwirtschaft bezeichnet und deshalb die Zölle beseitigt wissen will. * Reichstagswahlvorbereitungen. Wenn man nun nach den effektiven Gründen sucht, die Veranlassung sind für die Wertsteigerung des länd= lichen Grundbesitzes, so findet man deren eine ganze ganze Reihe. Da ist zunächst der von dem früheren recht sehr verschiedene heutige Geldwert, der bekanntlich ganz er= heblich gesunken ist. Eine Folge übrigens der Vermehrung unseres Nationalvermögens, an der die Zölle nicht unerheblich beteiligt sind, da ja zweifellos ein großer Teil auch der landwirtschaftlichen Zolleinnahmen des deutschen Reiches vom Ausland getragen wird. Unter Absehung also von jeder Wertsteigerung wird heute eine ganz andere, höhere Summe erst den Wert auszudrüden imstande sein, dem ein Gut vor einem oder mehreren Jahrzehnten hatte. Doch müssen andere Ursachen es sein, die die verhältnismäßig schnelle Steige- ser Volksztg." sollen die Nationalliberalen im Wahl= Offenbach. Nach einer Meldung der„ Wormrung des Wertes einzelner Güter im Verlauf einiger kreise Offenbach- Dieburg auf eine eigene Kandidatur zu Jahre herbeiführen. Es ist ja alter freisinniger Trick, Gunsten des Lehrers Gg. Dern- Neu- Isenburg verzichwie die Süddeutsche Nationallib. Korrespondenz schreibt, tet haben, der bekanntlich als Kandidat der Wirtschaftvon Zeit zu Zeit eine Reihe von Güterübertragungen in lichen Vereinigung im hiesigen Wahlkreise aufgestellt ist, den Zeitungen zu publizieren mit angeblich in wenigen nachdem er früher der nationalliberalen Partei angehört Jahren erzielten riesigen Gewinnen. Auch Herr Gothein hat. Als Gegenleistung sollen die Deutsch- und Christgibt in seinem agrarpolitischen Handbuch eine ansehnlich- Sozialen den Abg. Dr. Osann in Darmstadt- Groß liche Zahl solcher Beispiele. Da muß nun, so bedauer- Gerau unterstützen. lich das für den Zweck der freisinnigen Uebung ist, gesagt werden, daß alle solche Angaben solange vollkommen wertlos sind und zu unbefangener Beurteilung nichts bieten, als nicht genaue Angaben über die näheren Verhältnisse des einzelnen Falles erfolgen. Dann nämlich erst läßt sich übersehen, wieviel des Preisunterschiedes durch Meliorationen, Neubauten, Inventarvergrößerung, Vermehrung der Viehbestockung usw. seine Erklärung findet, und wieviel dann noch als reine Wertsteigerung übrig bleibt. Daß in der Tat gerade das Kapitel„ Meliorationen" bei der ganzen Frage erheblich in Betracht gezogen werden muß, erhellt aus der Tatsache, daß bisher allein von den öffentlichen Meliorationsverbänden in Preußen auf einer Fläche von 3,2 Miliionen Hektar über 422 Millionen Mark zu Meliorationen verwendet wurden. Die private Meliorationstätigkeit, die schwerlich hinter jener zurücksteht, entzieht sich ja der statistischen Erfassung. Im Allgemeinen kann die Steigerung des Bodenwertes nach Claaßen als das 6fache der Meliorationskosten angenommen werden. Das eigentlich ausschlaggebende Moment aber für die Preisbildung ist, wie bei allem, so auch beim Grund und Boden die Nachfrage. Und die ist aus mancherlei Ursache allerdings ganz erheblich gestiegen. Da ist zuerst die innere Kolonisation, die mit Hilfe auch der zahlreichen privaten Parzellierungsbanken den Landhunger der mittel- und kleinbäuerlichen Kreise zu befriedigen bestrebt ist. Es ist klar, daß in den meisten Fällen der Kleinbetrieb ungleich rationeller wirtschaften und eine erheblich höhere Ausnutzung erzielen kann. Und darum ist es nur natürlich, daß bei Parzellierung eines Gutes eine unter Umständen recht erhebliche Preissteigerung sich geltend macht. Es ist z. B. auch gar keine Frage, daß die Ansiedlungspolitik in den Ostmarken eine durchaus ungesunde Hausse der Bodenpreise herbeigeführt hat, weil die polnischen Parzellierungsbanken, wie die des Urpolen Biedermann, natürlich alles daransetzten, der Kommission die Güter bis an die Grenze der Möglichfeit in die Höhe zu treiben, um so der Ansiedelungsbestrebung ein Paroli zu bieten. Und auch, wo es sich nicht um Parzellierung handelt, sondern um ganzbleibende große Güter, Ritter= güter vor allem, macht sich infolge vermehrter Nachfrage eine steigende Tendenz der Preise geltend, begünstigt noch durch die Umstände, unter denen die Käufe sich vollziehen. Es handelt sich da jetzt in vielen, ja den meisten Fällen nicht um Landwirte, die sich eine Existenz zu schaffen beabsichtigen, sondern um reiche industrielle oder Kaufleute, die sich den Grundbesitz aus mehr äuBerlichen Gründen, als Sommersiz, als Luxus erwerben, vielleicht auch, um ihre gesellschaftliche Stellung zu stärken oder zu verbessern. Denn wie die Dinge liegen, genießt ja doch der Besitzer eines Rittergutes zweifellos in den Kreisen der Gesellschaft eines erheblich gesteigerten Ansehens. Die Leute sind es aber auch, bei denen die Rentabilttät des erworbenen Besitzes nicht in Frage kommt und feine Rolle spielt, und die daher in vielen Fällen weit höhere Preise zahlen, als an sich durch die herausspringende Verzinsung gerechtfertigt sind. Wenn das schließlich auch Sache dieser Interessenten selbst ist, so hat es doch auch das Bedenkliche, daß dadurch, daß solche Liebhaberpreise gezahlt werden, gelegentlich auch der wirkliche Landwirt veranlaßt, vielleicht genötigt wird, Preise zu zahlen, die mit den Verhältnissen nicht Aus Stadt und Cand. Gießen, den 20. April 1911. * Gießen, 18. April. In den beiden nächsten Monaten ist hier hoher Besuch zu erwarten. Am 12. Mai findet Besichtigung des Regiments durch den KaiMai findet Besichtigung des Regiments durch den Kaiser statt und vom 11. bis 16. Juni wird die großher30gliche Familie im Schloß auf dem Kanzleiberg Woh nung nehmen. - | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Volksunterhaltung. Leicht verfallen aber derartige Veranstaltungen häufig in den Fehler, minderwertige, nur auf Sensation berechnete Stücke dem Publikum zu bieten. Da ist es nun mit Freuden zu begrüßen, wenn die Lichtspiele im Kolosseum in ihren Programmen auch der volksbildnerischen Kinematographie einen breiten Raum zur Verfügung stellen. Aus dem neuesten Programm heben wir hervor: Wiesen und Wälder, prächtiges Naturbild, Napoleon Bonaparte, historischer Kunstfilm und die lehrreiche Vor= führung: Glühstrumpf- Fabrikation. Gießen, 19. April. Morgen abend 8 Uhr findet auf Oswalds Garten die Eröffnungsvor= stellung des Zirkus Straßburger statt. Freunden der zirsensischen Kunst sei der Besuch des erstklassigen Etablissements hiermit empfohlen. Näheres finden die Leser im Inseratenteile. * Frankfurt. Fernwirkung übte ein hiesiger Polizeihund aus. Dem Bürgermeister in Sterbfritz waren wertvolle Tauben aus dem Schlage gestohlen worden. Nachdem im Dorfe bekannt geworden war, daß ein Polizeihund aus Frankfurt eintreffen würde, um den Besitzer wieder zu. Die Furcht vor dem Polizeihunde Täter festzustellen, flogen die Tauben dem rechtmäßigen hatte ihnen die Freiheit wiedergegeben. * Lauterbach( Obh.). Die amtlichen Bezeich= nungen und Schreibweisen für unsere beiden Bahnhöfe sind jetzt: Lauterbach( Hess.) Nord( für den seitherigen Bahnhof Lauterbach( Oberhessen) Alt) und Lauterbach ( Hess.) Süd( für seither Lauterbach( Oberhessen) Neu). Lauterbach. Das Geburtshaus des Turnvaters Spieß ist schon derart baufällig, daß sein Abbruch nunmehr dringend notwendig erscheint. Der Bedas an dieser Stelle neu aufzuführende Gebäude mit sitzer gedenkt jedoch im Interesse der Denkmalspflege einer dem alten Hause entsprechenden Fassade zu versehen. * Darmstadt. Finanzminister Braun hat in dem bekannten Gasthaus„ 3um halben Mond" in He p= penheim auf längere Zeit Wohnung genommen, um in dem herrlich und so günstig gelegenen Heppenheim völlige Gesundheit von seiner schweren Erkrankung zu erlangen. - Marburg, 18. April. Gestern abend wurde in der Nähe des Bahnhofes der Wagen des Landrats v. Negelin von einem Automobil angerannt. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Geheimrat v. Negelin erlitt einen Schädelbruch, an dem er heute verstorben ist. Beschädigung der Telegraphenanlagen. Die Reichs- Telegraphenanlagen sind häufig vorsätzlichen oder fahrlässigen Beschädigungen durch Zer trümmerung der Isolatoren, durch Außerachtlassung geeigneter Vorsichtsmaßregeln beim Baumfällen, durch Anfahren der Telegraphenstangen oder der an diesen angebrachten Seitenbefestigungen( Drahtanker, Holzstreben) ausgesetzt. Da diese Beschädigungen in den meisten Fäl len geeignet sind, die Benutzung der Telegraphenanlagen zu verhindern oder zu stören, so wird das Publikum ersucht, im allgemeinen Verkehrsinteresse bei jeder Gelegenheit zur Abwendung solcher Beschädigungen beizutragen. Die Täter werden nach Maßgabe des R. Str. G.-B. verfolgt. Wer die Täter vorsätzlicher oder fahr lässiger Beschädigungen der Telegraphenanlagen derart ermittelt und zur Anzeige bringt, daß sie zum Ersatze der Wiederherstellungskosten und zur Strafe gezogen werden können, erhält aus Postmitteln eine Belohnung bis zu 15 Mt. im Einzelfalle. Die Belohnungen werden auch dann bewilligt, wenn die Schuldigen wegen jugendlichen Alters oder wegen sonstiger persönlicher Gründe gesetzlich nicht haben bestraft oder zur Ersatz leistung haben herangezogen werden können; desgleichen wenn die Beschädigung noch nicht wirklich ausgeführt, sondern durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert worden ist, der gegen die Telegraphenanlage verübte Un() Die Osterrennen konnten auch in diesem fug aber soweit feststeht, daß die Bestrafung des Schul- Jahre zum großen Teil auf der schnellen und bewährdigen erfolgen kann. M -a- Gießen, 19. April. Der Zweiten Kammer ging eine dringliche Anfrage des Abg. Wolf- Stadecken zu:„ Ist die Großh. Regierung bereit, dem nächsten Landtage sofort nach seinem Zusammentritt einen Gesehentwurf vorzulegen, nach welchem die Berechnung der Beiträge zur land- und Forstwirtschaftlichen Berufsge= nossenschaft auf der Grundlage des gemeinen Wertes land- und Forstwirtschaftlich benutzter Grundstücke erfol= gen muß?" Er= Gießen. Der Verband der Hessischen werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften wird am 6. und 7. Mai d. Js. für die Provinz Starkenburg und Oberhessen seinen Verbandstag in Darmstadt abhalten, wobei u. a. auch Prof. Crüger- Wiesbaden über die Kreditgenossenschaften, die Konkurrenz der Sparkassen und Banken sprechen wird. * Gießen, 19. April. Zwei Bürgermeisterwahlen fanden dieser Tage in unserem Kreise statt. In Lauter wurde Bürgermeister Aff auf weitere 9 Jahre wiedergewählt. Jn Steinbach hatte Bürgermeister Joh. Krämer, der schon 27 Jahre Ortsoberhaupt ist, auf eine Wiederwahl verzichtet. An seiner Stelle wurde sein Sohn Jakob Krämer gewählt. * Gießen, 20. April. Der Kinematograph ist zweifellos ein wichtiges Mittel zur Voltsbelehrung und Herborn, 19. April. Unter die Räder eines Güterzuges geriet der Zugführer Göbel von hier. Die 3ehen eines Fußes wurden ihm abgequetscht, er selbst rettete nur dadurch sein Leben, daß er sich fest an die Erde drückte und so die Wagen über sich weglaufen ließ. Wiesbaden, 19. Aprii. Bei einem, einem Metzger gehörigen Ochsen wurde die Maul- und Klauderte den Abtrieb des auf dem Markt befindlichen Viehs. enseuche festgestellt. Die sofort verhängte Sperre verhinDie angetriebenen 80 Rinder, 23 Kälber und die 310 Schweine mußten im Laufe des heutigen Tages abgeschlachtet werden. Der ten Marke Brennabor siegreich bestritten werden. Europameister Frizz Theile, welcher bekanntlich schon seit Jahren Brennabor fährt, gewann am 1. Ostertage in Leipzig in einem 40- und 60 Kilometer- Rennen den Großen Eröffnungspreis, indem er H. Przyrembel, Salzmann und Cuzin in beiden Läufen überlegen schlug und sicherte sich in Zehlendorf am 2. Feiertage sowohl im Eröffnungsfahren wie im 50 Kilometerrennen um den Gr. Osterpreis den 1. Platz. 2. in dem letzten Rennen, bezw. 3. wurden die Brennaborfahrer Ryser u. Demke. R. Scheuermann, welcher erst fürzlich auf seinem schnellen Brennaborrade den Weltrekord Linarts über 50 Kilometer gedrückt hat, gewann in Chemnitz den groBen Osterpreis in beiden Läufen von 30 und 50 Kilometer und besiegte Walthour und Linart. Jn Brandenburg a. H. sicherte sich C. Linsener den ersten Plazz im Hauptfahren, in Plauen gewann E. Schenke den Kleinen Osterpreis in einem 40 Kilometer- Rennen hinter Motoren und in Straßburg i. E. ging A. Rizen= thaler sowohl im Vorgabefahren vor Otto Meyer und Bettinger, wie im Tandem- Vorgabefahren mit seinem Partner als Sieger hervor. Linsener, Schenke und Rigenthaler fahren Brennabor, wie auch Franz Haupt= mann, der beim Stundenrennen nach amerikanischer Art, welches in Forst i. L. abgehalten wurde, den zweiten Platz behauptete. Ein englisches Urteil über den Kaiser. I." auf über die Frage, wann die laufende Legislatur: periode des Reichstages gesetzlich ihr Ende nehmen müsse. Das B. T." vertritt den Standpunkt, daß das Ende am 13. Dezember d. J., also am Tage der Auflösung des Reichstages im Jahre 1906 einzutreten habe. Die„, Deutsche Tagesztg." bemerkt demgegenüber, im Jahre 1903 seien die Neuwahlen beispielsweise auf denselben Tag anberaumt worden, an dem fünf Jahre vorher der frühere Reichstag gewählt wurde. Es sei also sehr wohl möglich, die Legislaturperiode vom Tage der Neuwahlen an zu rechnen. Selbst wenn die Reichsregierung sich neuerdings auf den Standpunkt des„ B. T." stellen wollte, würde sie das durchaus nicht hindern, den Reichstag zu einer Herbsttagung einzuberufen und die Neuwahlen im Januar vorzunehmen. Der Reichstag brauche in diesem Falle nur bis zum 11. oder 12. Dezember zu tagen, um dann formell aufgelöst zu werden. Auch in Regierungstreisen ist die Frage, wann dieser Reichstag sein gesetzliches Ende erreicht, noch offen. Sie wird also wohl entschieden werden je nach Bedürfnis. In London tft foeben ein umfassendes Werk über die Hohenzollern erschienen, das von Braylay Hodgetts verfaßt ist und den englischen Lesern ein lebendiges Bild von den Charaktereigentümlichkeiten der Hohenzollern und von den in dem Geschlechte waltenden historischen Traditionen vermitteln will. Der Verfasser, der einen großen Teil setner Kindheit in Deutschland zugebracht hat und auch im Lauf seiner späteren Laufbahn wieder nach Berlin zurückgefehrt ist, zeigt in seinem Werfe ein Streben zur freundAtchen Objektivität, das gerade in diesen Tagen willkommen geheißen werden muß. Von dem Buche, das eine großangelegte Charakteristik Friedrichs des Großen aufwetst, mag bte Gegenwart wohl am meisten das Ürteil über Wilhelm II. interessieren. Hodgetts ist ein Bewunderer des Katsers; nachdem er sich eifrig mit der Persönlichkeit Katfer Friedrichs beschäftigt hat, fährt er fort: Sein Sohn und Nachfolger, der gegenwärtige Kaiser, ist ein viel Tomplizierterer Charakter. Von seiner Mutter erbte er Jene fünstlerischen Anlagen, die bei ihr so ausgeprägt waren, und auch jenes Feingefühl, das dem Gente gleichkommt und das sein Onkel Eduard in so außerordentlichem Maße besessen hat. Der Katser ist vielseitig, beredt, weise und be= gabt, aber er ist auch fleißig, arbettsam, gewissenhaft, pflichtgetreu und vor allen Dingen: er ist Soldat. Hohenzoller bis zu den Fingerspißen, ist er in seinem Wesen ein Mann der Gegenwart, er ist modern, und er versteht es, die pittoresten Wesenszüge des Mittelalters mit den neuesten Entdeckungen der Elektrizität und der Chemie in Einklang zu bringen. Es ist nicht zuviel gesagt, daß er für die deutsche Nation in ihrem gegenwärtigen tritischen Moment threr Entwickelung der ideale Herrscher ist. Während er die fonservativen Instinkte der bet wettem größten Mehrheit seines Volkes wachruft, tst er selbst für den Fortschritt und die Beichen einer neuen Zeit nicht blind und weiß ihre Bedeutung voll zu würdigen." Der britische Beurteiler hebt dann hervor, daß nur Ignoranz und Unwissenheit die Wurzel fenes englischen Glaubens sein können, nach dem der Kaiser nach einem Kampfe lechzt, und„ ungeduldig eine Gelegenheit erwartet, die Kraft seiner gepanzerten Faust zu erproben." Hodgetts wetst nachdrücklich darauf hin, daß der Kaiser seinem ganzen Wesen und seinen Anschauungen nach niemals dazu geneigt sein würde, im Falle europäischer Verwicklungen den Angreifer abzugeben; er würde sich darauf beschränken, im Falle eines Angriffs sein Land zu verteidigen und auf das Recht seiner guten Sache bauen. Zu dem Rücktritt des Botschafters Sill erklärt die Neue polit. Korresp.", daß die Namen, die bisher als Nachfolger für Hill genannt werden, lediglich auf Kombinationen beruhen. Die amerikanische Regierung habe in der Frage bisher noch keine Entscheidung getroffen. Auch an Berliner amtlichen Stellen wird diese Nachricht bestätigt. Man hat noch keinerlei Orientierung über die Person des Nachfolgers, desgleichen nicht über die Gründe, die Hill zum Rüdtritt bewogen haben. Ueber die Festlegung des Osterfestes werden demnächst unverbindliche Verhandlungen zwischen den verbündeten Regierungen einerseits und den in Betracht kommenden Instanzen anderseits eröffnet werden. Soweit bekannt ist, haben die kirchlichen Behörden gegen eine Festlegung des Osterfestes im allgemeinen nichts einzuwenden. Auch Handel und Industrie haben sich mit diesem Gedanken befreundet. Wie aus Regierungsfreisen verlautet, soll der Vorschlag gemacht werden, Ostern auf den zweiten Sonntag im April festzulegen, damit die Karwoche in allen Fällen noch in den April fällt. Es soll zunächst die Meinungsäußerung der größeren Bundesstaaten zu dieser Frage eingeholt werden. Eine Leuchtpistole für unser Heer. Vor kurzer Zeit ist, wie der Korrespondenz„ Heer und Politik" von militärischer Seite mitgeteilt wird, eine " Leuchtpistole" eingeführt worden, durch die eine Beleuch= tung des Schlachtfeldes zur Nachtzeit möglich ist. Durch cine Art großer Pistole werden Leuchtgranaten in die Höhe geschleudert, die 8 bis 10 Sefunden lang leuchten und einen Lichtschein von 3000 Kerzen über einen Umkreis von 500 Meter verbreiten. Es ist dadurch den Schüßen die Mög= lichkeit gegeben, die Stellung der feindlichen Truppen auch zur Nachtzeit gut zu erkennen und das Zielobjekt zu tref= fen. Eine ähnliche Leuchtkanone" ist gleicherweise bei der Marine erprobt worden. Hier handelt es sich um Acetylengranaten, die vom Schiff aus ins Wasser geschleudert werden. Das Geschoß enthält eine Kammer, die mit Calciumfarbid gefüllt ist, und die so eingerichtet ist, daß das Wasser in sie eindringen kann. Die Granate wird nun in das Wasfer geschleudert, wodurch sich das Wasser mit dem Karbid chemisch verbindet und bekanntlich das Azeinlengas hervorbringt. Die Granate steigt wieder an die Wasseroberfläche, und bildt so die Lichtquelle. Diese Azetylengranaten haben, da sie sich gut bewährt haben, mehrere Vorzüge aufzuweisen. Erstens haben sie eine Leuchtstärke von ungefähr 3000 Kerzen und brennen mindestens 3 Stunden. Sie gestatten also der Besatzung des Kriegsschiffes, die gesamte Uebung auf der Wasseroberfläche bis in die genauesten Einzelheiten zu beobachten. Was aber noch von größerer Bedeutung ist, ist der Umstand, daß sie von dem eigenen Kriegsschiff weit weggeschleudert werden. Zum Absuchen des Wassers dienten bis jetzt im allgemeinen Scheinweifer, die z. B. als Schutz gegen das unbemerkte Herannahen von Torpedobooten zur Nachtzeit gebraucht werden. Rundschau vom Cage. Politisches. Auf die Reichsfinanzreform wird von der„ Nordd. Allgemeinen 3tg." noch einmal bei ihren Wochenrückblicken hingewiesen. Es sei durch sie ermöglicht worden, daß das Reich zum erstenmal seit vielen Jahren ohne eine neue Anleihe auskommen werde.„ Darin liegt eine Bestättgung und Betätigung der Reichsfinanzreform, an der eine noch so geläufige Kritik nicht mehr gut rütteln kann." Und noch einmal wird der Hinweis des Kanzlers wiederholt, daß die Folgen der neuen Steuern gesunde Finanzen bilden. Fürsorgezöglinge für den Seemannsberuf. Auf Anregung des Landeshauptmanns von Westfalen hat der BerItner Waisenrat beschloffen, die Berliner Fürsorgezöglinge auf den in Emden liegenden Schulschiffen zur seemänni schen Ausbildung unterzubringen. Die Justizunterbeamten Preußens haben an den Justizminister eine Petition gerichtet, in der sie u. a. ihre Gleichstellung mit den Sicherheitsbeamten erbitten, ferner Aenderung der Titel und Uniform, Verkürzung der Dienststunden, Regelung des Ferienurlaubs, Erhöhung der Entschädigung für Bedienung der Gefangenen von 3 auf 10 und Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses bis zu% Höhe der den mittleren Beamten gezahlten Zulagen. Wann läuft die Legislaturperiode des Reichstags ab? Die„ Deutsche Tageszeitung" nimmt die Polemik des„, B. 18) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümce. ( Nachdruck verboten.) Eine Ballonfahrt über die Alpen. Der Ballon„ Gotthard", der am Freitag abend mit drei Herren von Augsburg abfuhr und seine Route über Salzburg- Triest nahm, landete am nächsten Abend glatt am Trafimenischen See. Das ist die zweite Alpenüberquerung im Luftballon. et an, Die ihm befähige Die be Connen aus, ba obwohl Jeugt le geflagte Bfennig glaubter ibre Be noch der Auch fo getlagte burch d worden Jabrelar Bellmit Sanday Wegert Beweis der An fet und stehe. Berhäl folgen Das Schicksal der Sultansjuwelen. Der türkische Sultan genehmigte den Beschluß der Kammer, die in der Ottomanischen Bant aufbewahrten Juwelen und Brillanten des Sultans Abdul Hamid zu verkaufen und den Erlös dem türkischen Fottenverein zu überwetsen. Zum bevorstehenden Zarenbesuch in Deutschland erfährt die„ Frantf. 3tg." aus zuverlässiger Quelle, daß das Zarenpaar in Friedberg bereits im Juli zu längerem Aufenthalt eintrifft. Während desselben wird der Bar nach einem Besuch des Kaisers in Friedberg einen Besuch bei Kaiser Wilhelm auf Schloß Wilhelmshöhe abstatten, um dort auch mit dem Oheim des Königs von England, dem Prinzen Arthur von Connaught, zusammenzutreffen. Mit Abscheu wandte Hardi sich in seinem Groll von diesem Menschen ab, der ihm eine größliche Karikatur seines Geschlechts schien. Warum diese Lüge noch obenbrein? - Nene Goldfelder in Deutsch- Südwest. Im Kuibistal ( Südwestafrika) sind, wie die Lüderizer Zeitung" meldet, Mitte März 50 Goldfelder abgesteckt. Die Bohrkolonne sol bet Wafferbohrungen das Vorhandensein eines Goldriffs festgestellt haben. Ein Teil der abgesteckten Felder ist von Dr. Range im Namen des Schutzgebietsfiskus belegt. König Alfons von Spanien ist in Bordeaux eingetroffen, um einen Spezialarzt für Nasen- und Halskrankheiten zu konsultieren, der ihn schon wiederholt behandelt hat. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt des Königs wurde ein Anarchist namens Fernandez Franzesko verhaftet. Der König ist am Dienstag wieder nach Madrid abgereist. Während des Osterschießens sind in Luttenberg bei Graz ( Steiermark) 12 Häuser abgebrannt. Ein Kind wurde als Leiche aufgefunden. Das Feuer war durch fliegende Fun ten entstanden. Bei Flugversuchen schwer verunglückt ist in Mannheim der Brauereibefizer Hübner aus Moosbach. Hübner, der mit einem Doppeldecker Versuche unternahm, wurde durch das allzustarke Andrängen des Publikums behindert. Bet einer Kurve rannte er infolgedessen mit voller Wucht gegen einen Baum. Er erlitt einen doppelten Knöchelbruch. Der Propeller zersplitterte, auch der Motor wurde erheblich beschädigt. Präsident Diaz gibt nach. Das von den Aufständischen in Mexiko verlangte Gesetz über die allgemeinen Neuwahlen ist gestern nachmittag im merikanischen Kongreß eingebracht worden, ebenso der Inhalt der Friedensvorschläge, die Präsident Diaz den Aufständischen gemacht hat. Diaz hat jetzt erkannt, daß ein Kompromiß ohne das Zustandekommen der Neuwahlen unmöglich ist. Zu Bett fam er nicht mehr. Sein Bursche, der, als er heimkam, bereits aufgestanden war, mußte ihm eine Tasse Tee fertig machen und eine Stunde später saß er im Sattel, nachdem er zuvor noch im Hotel zum„ blauen Stern" ein Brieflein an die Komtesse abgegeben. Darin schrieb er kurz und klar, aus welchen Gründen es ihm nicht möglich gewesen, die 2000 Mark zu beschaffen. Zu langen Auseinandersetzungen war keine Zeit. Kein Mensch sah Ihm die durchwachte Nacht an und, daß er bange Sorgen auf dem Herzen hatte. Im Dienst war er immer der Gleiche, schneidig, flott, mit ganzer Seele dabei. Auch in der Residenz zu zeit des tollsten Sumpflebens hatte ihm feiner seiner Vorgesetzten den Vorwurf machen können, daß er als Soldat im Dienst seine Pflicht nicht erfüllte. Kleine Nachrichten. Die Königin von Rumänien( Carmen Sylva) ist, wie aus Bukarest gemeldet wird, leicht erkrankt und muß das Bett hüten; ihr Zustand ist jedoch nicht besorgniserregend. Von einem Steinblock erschlagen. In seinem Kalksteinbruch bei Artern im Bezirk Merseburg wurde der 50jährige Gutsbesitzer Koch und der 67jährige Arbeiter Schmidt von einem 30 Zentner schweren Steinblock erschlagen. Die beiden Leichen wurden als formlose Masse unter dem Gestetn hervorgeholt. Beim Spiel mit einem Gewehr erschossen. In Berga am Kyffhäuser wurde der 8jährige Sohn des Weichenstellers Ludwig auf dem Grundstück seines Vaters von dem 12jährigen Sohne des Handelsmannes Herzberg, der in der Laube ein geladenes Gewehr gefunden hatte, beim Spiel cr= schossen. Das Schloß Jägerhof bei Düsseldorf, das vor kurzem aus dem Besitz der Krone in den der Stadt Düsseldorf übergegangen ist, wird mit einem Kostenaufwand von 350 000 M umgebaut werden. Es ist als Dienstwohnung für den Ober= bürgermeister vorgesehen und wird außerdem städtische Repräsentationsräume und Fremdenwohnungen hervorragender Gäste erhalten. Eine rohe Tat. In Breslau stieß gestern ein Tischlergeselle aus reinem Mutwillen einen 13jährigen Schüler unter eine fahrende Dampfwalze. Der Knabe war sofort tot. Der Täter wurde verhaftet. Während des Gottesdienstes vergiftet hat sich am Ostersonntag in der Darmstädter Martinskirche ein in Bessungen wohnender Schreiner namens Heeger. Er hatte plötzlich eine starke Dosis Blausäure zu sich genommen und verstarb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Die streikenden Transportarbeiter der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft in Berlin hielten Dienstag mittag eine Versammlung ab, in der 442 Arbeiter für Fortsetzung des Streifs, 350 für Wiederaufnahme der Arbeit stimmten. Da damit die erforderliche Zweidrittelmajorität für die Fortsetzung des Streiks nicht erreicht worden war, wurde beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Edelgard war außer sich vor Enttäuschung und Wut, wie man ihr im„ blauen Stern" des Leutnants Brief übergab. Aber nur wenige Gefunden besann sie sich. Dann war ein neuer Entschluß gefaßt.. Hatte Hardi nicht helfen Lönnen, so würde ihr anderer Verehrer, der Assessor von Renther, es zweifellos können. Lieber wäre es ihr ja zwar gewesen, jenem zu Dank verpflichtet zu sein. Aber schließ= fich, ein hübscher Kerl war dieser ja auch, namentlich in feiner Reserveoffizieruniform. und mehr Kavalier als dieser„ Leutnant vom Lande" schien er ihr zudem schon längst. Sie begab sich also direkt in des Assessors Wohnung. Und der Zufall fügte es, daß sie ihn gerade noch zu Hause antraf. Von Briganten ermordet. Bei Sassari( Sardinien) überfielen Briganten eine Villa, erschlugen die Besiberin, plünderten das Landhaus und marterten das Dienstmädchen zu Tode. Karabiniere sowie Freiwillige aus der Bürgerschaft setzten den Räubern nach. Dolkswirtschaftliches. Der Ruf nach einer ununterbrochenen Sonntagsruhe geht bekanntlich schon seit Jahren von der deutschen Geschäftswelt aus. Bereits in 25 deutschen Städten ist eine volle Sonntagsruhe eingeführt, und in 92 Städten darf an den Sonntagen nur während 2-3 Vormittagsstunden ein Verkauf stattfinden. Namentlich wird die durch die Gottesdienststunden unterbrochene fünfstündige Verkaufszeit an Sonn- und Festtagen von vielen Geschäftsinhabern und Angestellten als eine Last und Plage und als eine Beeinträchtigung des Familienlebens betrachtet. Da indessen gegen die Einführung der allgemeinen Sonntagsruhe sich Strömungen geltend machen und ein allgemeines Ruhen der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe verhindern, so haben jezt, veranlaßt durch die Regelung der Sonntagsverkaufszeit in Berlin, die Geschäftsleute in zahlreichen deutschen Ortschaften zur Selbsthilfe gegriffen Die örtlichen Vereine der Gewerbetreibenden wollen die verkürzte Sonntagsarbeit privatim einführen und haben sich vielfach erboten, den Versuch zur Einführung einer ununterbrochenen und verkürzten Verkaufszeit zu unternehmen. Die allgemei= nen Verkaufsstunden von 12--2 Uhr mittags werden ganz aufgehoben, nur die Verkaufszeit von 7-10 Uhr vormittags bleibt bestehen. Durch diese Selbsthilfe will man eine endItche gesetzliche Regelung der Verkaufszeit an den Sonnund Festtagen, d. H. eine vollständige Sonntagsruhe herbetführen. Alles andere hätte v. Renther erwartet als das! Aber seine Verwunderung sollte noch weit größer werden. Ihn, der sich in letzter Zeit von ihr zurückgesetzt fühlte, nannte sie den einzigen Menschen auf Erden, zu dem sie unbedingtes Vertrauen hätte. Dann kam sie ihm mit ihrem Anliegen, genau in derselben Weise wie gestern Hardi. Und sie hatte Glück! Der Assessor beschaffte ihr innerhalb einer Stunde ohne irgendwelche Schwierigkeiten die gewünschte Summe und erntete dafür ihren wärmsten Dank. Gegen Abend kehrte die Schwadron nach einer sehr anstrengenden Uebung erschöpft in die Garnison zurück. Sardi saß stolz und fest wie aus Erz gegossen auf seinem stattlichen, schaumbedeckten Braunen. Ihm merkte auch jetzt niemand etwas von Müdigkeit an. Er galt eben für unverwüstlich, sein eiserner Körper war zäh und widerstandsfähig auch bei den größten Anforderungen. Nachdem er sich schnell umgekleidet und in aller Eile ein wenig gegessen, spazierte er nach dem Jagdschloß hin= aus, um Edelgard mündlich alles näher zu erklären und sie zu fragen, ob sie wünschte, daß er heute noch einmal nach Wedelstein reiste, um mit dem Vater, der inzwischen angelangt sein müßte, zu sprechen. Kaum ist er im Walde angelangt, da sieht er den Assessor von Reyther mit heiterster Miene in Edelgards und ihrer Schwester Begleitung des Weges daher kommen. Am liebsten hätte er Kehrt gemacht, denn seines Nebenbuhlers Miene verrät ihm, daß der Zweck seines heutigen Besuches völlig verfehlt ist. Aber zu spät! Die Gräfin hat ihn bereits gesehen und winkt ihm freudig zu. Da geht es also nicht anders. Aus den Gerichtssälen. Ein freigesprochener Kurpfuscher. Ein nicht uninter effantes Kulturbild aus Ostpreußen entrollte eine Verhandlung gegen den Ziegeleiarbeiter Otto Sauer, der sich vor dem Königsberger Schöffengericht wegen Betruges zu ver= antworten hatte. Sauer, der vor einigen Wochen verhaftet wurde, galt bei vielen Leuten als Wunderdoktor, der imstande sei, durch Handauflegen und Besprechen die schwer= sten Krankheiten zu heilen. Bei seiner Vernehmung gab Ah, nach einer solchen Uebung noch Lust zum Spazieren?" schnarrte der Assessor nach etwas steifer BegrüBung. Nimmt mich auch Wunder!" fügte Edelgard mit so spöttischem Lächeln hinzu, daß Hardi in gereiztem Ton, aber stolz wie ein Spanier erwiderte:„ Wir können eben Vo Rdsch." u. Fr Part n beitet hört d es bei und R mit Au einem Geftade Offizie „ Gleip nicht e fer aud lighteit verteile die tai die schn ben ste Last mi Am er den Do Frauen mehr als schwächliche Stubenhocker, wir von der KavalIerie!" ,, So war es recht!" rief die Gräfin aus, der er heute ganz besonders zu imponieren schien. Da er gar zu deutlich herausmerkte, daß seine Gegenwart nur dieser angenehm, den beiden anderen aber durchaus nicht erwünscht war, so empfahl er sich sehr bald an= geblich, um dem Oberförster einen lange schon versproche= nen Besuch abzustatten. „ Also auch das war nur ein Traum?" stöhnte er, sich fest an eine Buche lehnend. Und ingrimmig fügte er hinzu:„ Aber diesen Traum werde ich bald vergessen haben! Hierbei war das Herz nicht beteiligt!" 7. Kapitel. Als Hardi am nächsten Vormittag auf dem Kasernenhof erschien, kam ihm der Rittmeister sehr erregt entgegen, begrüßte ihn freundschaftlich, was er sonst Untergebenen gegenüber nicht zu tun pflegte, und rief aus:„ Eschenholdt, Sie haben Glück! Sie sind begnadigt! Lesen Sie hier, was der Oberst schreibt: Müssen noch heute abreisen. Oberleutnant von Wolffen im Duell erschossen, als Ersay nur Sie zu gebrauchen, da erste Schwadron sonst verlottert. Lesen Sie, sehr schmeichelhaft für Sie und recht bedauerlich für mich. Gratuliere Ihnen aber herzlich." Ja, da stand allerdings recht schmeichelhaftes für Sardi in dem lakonisch kurz verfaßten Schriftstück des Obersten. Man mußte ihm seine Sünden verziehen haben. Aber sofort abreisen? Nicht einmal nach Wedelstein fahren?. Es half nichts! So lautete nun einmal der Befehl, und der mußte erfüllt werden. ( Fortsekuna folgt.) Aber d Tanze tein T einer nen, d verstän meister Rhythm währen matogr anzug graugri dern fo und S und g Korfu C nis en der un leten fuchung Silfe, mündet bann i nod) ni 1910 a er bere lifte in Namen erhöhte Gingar Legiti Seilbr Stette Verhä tour nis. ben w fam de Dorige polizei nomme Be figen Lage if et nu mal, M felten? fragte, und ich hier ha chen. Taff' fe Deftille fa" und boll, jit Froschen neten, ts ja fa chroden td habe ben Se In de T Heßt er meinem Beiten Gin Birger Ranjas germeif bereits Ift bie Die Bür ganzen zeidire Auf An der Ber gezöglinge feemänni on, Gott on Augs ceft nahm, chen See. Ion. sche Sul der Otto anten des Erlös dem Auibistal " meldet, onne foll Goldriffs r ist von egt. bei Graz Jurde als nde Fun Tannheim Sner, der de durch ert. Bei cht gegen uch. 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Die Anklage geht von dem Standpunkt aus, daß Sauer von seinen Patienten Geld genommen habe, obwohl er von der Unwirksamkeit seiner Behandlung überjeugt sein mußte. In dieser Beziehung behauptete der Angeflagte, daß er von seinen Patienten immer nur fünf Bfennig gefordert habe, damit die Leute an seine Methode glaubten. Diese Behauptung fand in der Beweisaufnahme ihre Bestätigung. Verschiedene Patienten hatten daneben noch den Kindern des Angeklagten fleine Geschenke gemacht. Auch sonst gestaltete sich die Beweisaufnahme für den Angeklagten nicht ungünstig. Ein Invalide erzählte, daß er burch die Behandlung des Angeflagten von Gicht befreit worden sei. Eine Patientin will durch den Angeklagten von jahrelangem Flechtenleiden befreit worden sein. Unter den Heilmitteln des Angeklagten spielten eine Rolle neben dem Sandauflegen und Besprechen auch Leitungswasser, grüner Wegerich, Kognak und Buttermilch. Auf Grund der ganzen Beweisaufnahme kam das Gericht zu dem Erkenntnis, daß der Angeklagte von der Wirksamkeit seiner Mittel überzeugt set und daß ihm der Aberglaube der Bevölkerung zur Sette stehe. Von einem Betruge könne unter den obwaltenden Verhältnissen aber keine Rede sein, sodaß Freisprechung erfolgen müffe. Vermischtes. Bom Aufenthalt des Kaisers auf Korfu wird der„, Tgl. Rosch." geschrieben: Auf dem Achilleion geht es recht ruhig zu. Frühmorgens werden kleinere Spaziergänge durch den Part nach dem Meere hinunter unternommen. Dann ar= beitet der Kaiser wohl auf der Achilles- Terrasse oder er hört die Vorträge des Kabinettschefs. Nachmittags gibt es bei günstigem Wetter- einige Male hatten wir Sturm und Regen und empfindliche Kühle größere Ausflüge mit Automobil, bei denen der Tee mitgenommen und an einem schönen Aussichtspunkte auf den Bergen oder am Gestade eingenommen wird. Zu den Tafeln werden die Offiziere der Hohenzollern", der„ Königsberg" und des Sleipner" abwechselnd hinzugezogen. Besuche werden nicht empfangen. Bei den Spaziergängen erweist der Kais ser auch diesmal wieder der Landbevölkerung viel Freundlichkeit und läßt oft fleine Schmucksachen und dergleichen verteilen. Eines Morgens faufte er in Benizze Fische für die kaiserliche Küche, einmal ließ er zwei Bauernweiber, die schwere Körbe mit Orangen wie üblich auf dem Kopfe ben steilen Berg hinanstiegen, im Automobil samt ihrer Last mitnehmen und beschenkte sie auch mit kleinen Ringen. Am ersten Sonntag war auch wieder Bauerntanz unter den Dorfoliven von Gasturi. Es ist Fastenzeit, und die Frauen und Mädchen hatten zuerst Bedenken zu tanzen. Aber die Priester zerstreuten diese und wohnten selbst dem Tanze bei, der ja vor lauter Sittsamkeit schon beinahe gewählte Dame eine eifrige Vorfämpferin der Mäßigkeitsbewegung ist, so daß sich die Bürgermeisterin verspricht, daß die neue Polizei- ,, Directrice" energisch gegen Trunkenbolde und Spieler vorgehen werde. Für 390 Mart ein dreistöckiges Wohnhaus erstanden. In Schwandorf am Bodensee, das zu den Gemeinden zählt, die bei jeder Volkszählung eine Abnahme der Einwohnerschaft zu verzeichnen haben, wurde dieser Tage der„ Oberrheinischen Korrespondenz" zufolge aus einer Konkursmasse ein dreistödiges Wohnhaus samt Scheune und Stallung und etwa 44 Quadratmeter Hofraite zum Preise von 390 Mark ohne jegliche Schuldübernahme verkauft. Kurze Zeit vorher wurden für ein zweistöckiges Wohnhaus 200 Mark gelöst. Bei der Rettung seines Hundes ums Leben gekommen. In München ist ein 62jähriger Polier bei dem Versuch, trotz öringender Bitten seiner Frau und seiner drei Kinder, feinen in die Jfar geratenen Hund zu retten, von den Wellen erfaßt und in das Turbinenhaus eines Elektrizitätswerkes hineingeriffen worden. Dort wurde der bereits Ohnmächtige durch den engen Leerlauf der Turbine gezogen, wobei ihm die Kopfhaut völlig heruntergerissen wurbe. Die Berufsfeuerwehr mußte schließlich die Leiche bergen. Eine Preisfrage. Es dürfte in den Osterfeiertagen kaum ein Restaurant in Berlin gegeben haben, in dem nicht auf der Speisekarte der Osterlammbraten" gestanden hätte, und gewiß haben sich die Gäste ihn gut schmecken lassen. Aber nun die Kehrseite. Die Allg. Fleischer- 8tg." hat festgestellt, daß in der Woche ver Ostern nur etwa 1800 Lämmer lebend und geschlachtet in Berlin eingeführt wurden. Wo mögen die vielen anderen Osterlämmer, die in den Restau= rants und Privathäusern während der Ostertage verzehrt worden sind, bergekommen sein? Folgenschmere Gasexplosion in Berlin. Als der Vorfosthändler Dorsch in der Schloßstraße zu Steglitz Dienstag früh mit seinem Bruder den Laden betrat, strömte ihnen ein intensiver Gasgeruch entgegen. Der Bruder entzündete ein Streichholz, um die Leitung abzuleuchten. In demsel= ben Augenblick erfolgte eine furchtbare Detonation. Flammen schlugen hervor, und die beiden Brüder wurden durch den Luftdruck in die Höh gehoben und zu Boden geschleu= dert. Ein Vorübergehender wurde durch Glassplitter getroffen und verletzt. Während ein Teil der herbeietlenden Feuerwehr das Feuer löschte, bemühte sich ein anderer um Ste drei Schwerverletzten. Der Laden und eine anstoßende Stube sowie die Küche sind vollständig zerstört. Vom Sklaven zum Millionär. Dieser Tage ist in Germantown bei Philadelphia der reichste Neger der Vereinig ten Staaten, der über ein Vermögen von 6 Millionen Mark verfügte, gestorben. Vor 61 Jahren war er in Eastville im Staate Virginia als Sohn eines Sklaven geboren. Im Alter von 21 Jahren ging er mit einem Vermögen von 52 Dollars, dem Rest einer väterlichen Hypothek, in die Welt, und verstand es, in kurzer Zeit durch die Leitung von Austernrestaurants sich sein Vermögen zu erwerben. Er gründete in Philadelphia ein Seminar und eine Sparbank für Neger. tein Tanz mehr ist, sondern nur ein Hin- und Hertrippeln Ein italienischer Hauptmann von Köpenick. einer geschlossenen Kolonne hübsch angezogener Bäuerinnen, denen ein einziger Mann vortanzt. Ein sehr musikverständiger Flügeladjutant des Kaisers und der Kapellmeister von der Hohenzollern" hielten die eintönigen Rhythmen des alten Geigers gleich in Notenschrift fest, während der Photograph des Kaisers den Vorgang fines matographisch aufnahm. Der Kaiser im hellgrauen Jadettanzug mit gleichfarbigem weichem Hut, der Kronprinz im graugrünen Tropenreiseanzug, die Kaiserin, die KronprinBessin und die Prinzessin Viktoria Luise in hellen Gewänbern sahen dem Schauspiel zu, umgeben von den Damen und Herren des Hofes, der Dienerschaft aus dem Achilleion und geputzten Sonntagsausflüglern, die von der Stadt Korfu heraufgekommen waren. Ein Heiratsschwindler aus dem Untersuchungsgefäng nis entwichen. Der frühere Kaufmann Mag Schimangt, der unter dem Namen Graf de Passy Heiratsschwindes leien begangen hatte, ist aus dem Heilbronner Untersuchungsgefängnis entwichen. Ein Komplize leistete ihm Silfe, indem er ein Gitterfenster, das in eine enge Gasse mündete, durchsägte. Schimangt und sein Genosse sind dann in einem Auto entwichen; eine Spur ist von ihnen noch nicht gefunden worden. Schimangt wurde im Juli 1910 aus dem Zuchthaus zu Sonnenburg entlassen, nachdem er bereits 13 Jahre wegen Betrügerien und anderer De lifte interniert war. Der Hochstapler wußte sich unter dem Namen eines Grafen de Passy, dem er durch eine Uniform erhöhten Glanz verlieh, in den besten Gesellschaftskreisen Eingang zu verschaffen. Er besaß behördlia) beglaubigte Legitimationspapiere, die natürlich gefälscht waren. Bei Heilbronn kaufte er mit Hilfe dieser Papiere das Schloß Stettenfeld, ohne einen Pfennig Geld zu besigen. Sein Verhältnis zu einer Kellnerin, die er zu einer Automobiltour durch Deutschland einlud, wurde ihm zum Verhängnis. Der Vater dieses Mädchens, das„ Frau Gräfin" werden wollte, ließ nämlich Nachforschungen anstellen, und so fam der Schwindel an den Tag. Schimangt wurde Mitte vorigen Monats auf Requisition der Berliner Kriminalpolizei von der Heilbronner Staatsanwaltschaft festge= nommen und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Berliner Jdyll. Auf einer Bank im Humboldtshain sigen Pennbrüder und unterhalten sich über die soziale Lage ihres Standes. Da sagt einer zu dem anderen: Sage mal, Willem, wir sind doch alle arme Luders, wie kommt et nu bloß, det Du immer Schnaps hast un wir bloß so [ elten?" ,, Det will idk Dir sagen," entgegnet der Gefragte ,,, det liejt daran, det Ihr anderen alle Düssels seid und ich een Schlaufopp. Paß mal Achtung. Seh mal, hier habe idk zwee janz ejale Pullen und een falschen Jroschen. Nu jeh id mit die eene Pulle an'n Brunnen und lass' se voll Wasser Loofen. Denn jeh idk in die erste beste Destille und sage: Jeben Se mir mal vor'n Jroschen Jilla" und reiche die leere Pulle hin. Der Budiker schenkt se voll, jibt se mir un ick steche se in und jebe ihm denn den Froschen. Er belieft ihn, wird frob und sagt:„ Sie, Männeken, Ste sind woll dumm uff eene Bade, der Froschen ts ja falsch!" Woruff id mir den Froschen befieke un erSchrocken sage:„ Ach Jott, ja, der Froschen is falsch, aber id habe teenen anderen." Dann brüllt er:„ Na, denn je= ben Se mal den Schnaps jleich widder her" woruff id in de Tasche fasse und ihm die Pulle mit Wasser jebe. Die Hießt er denn aus, jibt se mir widder un id verlasse mit meinem Schnaps de Destille. So hat man bei die deiren Beiten immer Schnaps." Einen weiblichen Polizeidirektor und einen weiblichen Bürgermeister hat die amerikanische Stadt Hunnewell in Kansas. Die Ernennung einer Dame zum Polizeidirektor Ist die unmittelbare Folge der Wahl eines weiblichen Bürgermeisters. Erstere hat in den letzten Tagen, lettere aber bereits vor einer Woche statgefunden. Frau Ella Wilson, die Bürgermeisterin, wählte Frau Rose Osborn aus einer ganzen Reihe von Bewerberinnen um die Stelle eines BoItzeidirektors, wobei der Umstand Ausschlag gab, daß die Nun hat Italien, das fich seinerzeit so trefflich über die Abenteuer des schlauen Schusters Votgt amüsiert hat, seinen eigenen Hauptmann von Köpenick, der sogar den Helden der Köpenicker Aventure noch überbietet, denn er hat nicht nur einmal, sondern wochenlang die italienische Polizei an der Nase herumgeführt und wäre vielleicht noch heute ein freier Abenteurer, wenn seine Erfolge ihm nicht zu Kopf gestiegen und er gar zu unvorsichtig geworden wäre. In Catania beginnt jetzt der Prozeß gegen den ehemaligen Schullehrer Raffaele Musmeci, der bereits 14 Verurteilungen wegen Schwindeleten, Taschendiebstählen und Betrug auf dem Kerbholz hat. Seine neuen Heldentaten begann er unmittelbar nach Abbüßung seiner letzten Gefängnisstrafe. Nach Verlassen des Buchthauses wandte er sich nach Catania, um seinen Bruder aufzusuchen, der Beamter der Polizei ist; doch der war inzwischen nach Venedig versetzt, und Musmeci hatte kein Reisegeld. Was sollte er tun? Er ging auf die Walze, marschierte ins Innere des schönen Siziliens und machte dann in der Nähe von Nammacca zum ersten Male Station. Ins erste beste Bauernhaus ging er und erklärte dem Besizer:„ Ich bin der Des legierte Cavaliere Giuseppe Consolt, auf der Jagd nach Verbrechern habe ich eine gute Strecke Weges hinter mir, reichen Sie mir einen Trunt." Der Bauer beeilte sich, den hohen Herrn zu bedienen, und alsbald entspann sich ein Ge spräch. Der Cavaliere Consolt erfundigte sich bei dem Landmann über den Sicherheitsdienst, er set vom Ministerium entsandt, um an Ort und Stelle Nachfrage zu halten, und als er an der Wand des Bauernhauses zwei Gewehre und einen Dolch sah, runzelte er mißtrauisch die Brauen:„ Haben Sie denn auch einen Waffenschein?" Der arme Bauer wurde blaß, fein Waffenschein set vor kurzem abgelaufen und er habe noch keinen neuen. Mit 80 Lire Vorschuß für den neuen Waffenschein verließ der„ Cavaliere" den Hof, und der erste Erfolg hatte sein Selbstbewußtsein so gestärkt, baß er sich furchtlos in die Höhle des Löwen begab. Geradenwegs schritt er in die Carabiniert- Kaserne, beförderte sich hier zum Kommissar Cavaliere Consolt", be= sichtigte kritisch die Anstalt und ließ sich dann drei Carabiniert geben, mit denen er in der Umgegend eine Razzia abhtelt. Er fonfiszierte Ochsen und Kühe, weil sie aus einem Diebstahl herrühren sollten, verhaftete reiche Hofbesther wegen Steuerhinterziehung; nur der besonderen Nachsicht des Herrn Kommissars" war es zu danken, wenn die Verhafteten und die konfiszterten Tiece gegen eine entsprechende Kaution einstweilen wieder freigegeben wurden. Die erlegten Kautionen und die Ergebnisse der Haussuchungen hatten dem„ Cavaliere" innerhalb von drei Tagen 4- bis 5000 Ltre eingebracht, mit denen er sich in einem Coupee erster Klasse in die Bahn setzte und nach Palermo fuhr. Erst fünf oder sechs Tage später kam der Schwindel an den Tag. Musmeci las in den Zeitungen die Schilderung, als echter Cavaliere fonnte er natürlich solche Entstellungen nicht auf sich sißen lassen und ging sogar so weit, den Zeitungen unter Berufung auf das Breßgesetz geharnischte Bertchtigungen zugehen zu lassen. Dann aber reiste er mit einer Geltebten, die die Laune des Tages ihm zugeführt hatte, nach Florenz, überreichte der schönen Angebeteten einen Tausendlireschein, und als die Dame eines Morgens verschwunden war, ging der Kommissar Cavaliere Consolt auf die Florentiner Polizeipräfeftur und erstattete Anzeige: Die Carolina Brazzini aus Neapel habe ihm einen Koffer mit tausend Lire gestohlen, er bitte, sofort Nachforschungen anstellen zu lassen. Auch die Florentiner Polizei saß dem würdigen Herrn Kommissar auf und versprach ihm alle Unterstüßung. Aber der Gipfel wurde erreicht, als Musmeci nach Neapel zurückkehrte und dort verhaftet wurde. Durch sein sicheres Auftreten brachte er es tatsächlich fertig, nach vier Stunden wieder mit vielen Entschuldigungen in Freiheit gesetzt zu werden, und er schied mit der herablassenden Bemerkung: Diesmal will ich die Sache noch durchgehen laffen." Das Schicksal ereilte ihn erst in Florenz. Er hatte sich mit der Geliebten inzwischen wieder ausgesöhnt und wollte nun bei der Florentiner Präfektur die von ihm erstattete Anzeige wieder rückgängig machen. Als er zum zwetten Male in dieser Angelegenheit aufs Polizeiamt fam, behielt man ihn gleich da: nachdem er vier Wochen lang die Rolle des Kommissars erfolgreich durchgeführt und die italienische Polizei genarrt hatte, ereilte ihn endlich sein Schicksal. Drabtnachrichten und neuestes. Eine Bahnhofs- Kuppelhalle eingeftfirat. Frankfurt a. M., 19. April. Im neuen Hauptbahnhof in Darmstadt stürzte gestern die ciferne Dachkonstruktion der Kuppelhalle ein. Perfonen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist groß. Großer Waldbrand. Duisburg, 19. April. In den gräflich Speeschen Waldur.gen vernichtete ein ausgekommener Brand Tausende von Morgen Bestand. Blutiges Rencontre mit Wilderern. Recklinghausen, 19. April. In der Notwehr schoß ein Förster bei einem Zusammenstoß mit acht Wilddieben zwet nteder; die anderen entflohen. Räuberhauptmann Stratmann und seine Komplizen. Effen, 19. April. Ein zu der Bande des berüchtigten Straßenräubers Stratmann gehöriger Bergmann wurde verhaftet. Er ist dringend verdächtig, an dem Raubüberfall auf den Geidtransport bei Gladbeck beteiligt gewesen zu sein. Selbstmord eines Ulanen- Wachtmeisters. Hannover, 19. April. Der Oberwachtmeister Schoole vom hiesigen Königs- Ulanenregiment hat sich gestern nachmittag erschossen. Der Grund ist angeblich Schwermut. Hunderttausende für Rennwetten. Berlin, 19. April. Bei dem gestrigen ersten diesjähri gen Grunewaldrennen erreichten die Wetteinfäße am Totalisator die für deutsche Verhältnisse sensationelle Höhe von rund 636 000 Marf. Die Eintrittsgelder beliefen sich auf rund 62 000 Mark. Opfer eines Bootsunfalles. Thorn, 19. April. Auf dem Geserichsee bei DeutschEnlau fenterte ein Ruderboot, in welchem ein Zahlmeisteraspirant und zwet Studenten nach einer Ausfahrt zurückfehrten. Nur ein Student konnte sich retten, die beiden anderen Insassen ertranken. Der Brand des Rathauses von Schaerbeck. Brüssel, 19. April. Der Feuerwehr ist es gelungen, aus den Schüttmassen des Rathauses von Schaerbeck einige Gemälde herauszuholen, die schon als verbrannt galten. Die in einem unterirdischen Tresor verwahrte Kommunalfasse ist ebenfalls geborgen. Sie enthielt drei Millionen in bar und Wertpapieren. Man weiß bts jetzt nicht, ob ein oder mehrere Täter das Feuer angelegt haben. An verschie= denen Stellen wurden gleichartige Funde von mit leicht explodierbarem Naphta angefüllten Gläsern gemacht. Im Rathause lagerte eine Menge Munition, besonders Kartätschen für die Bürgergarde, die während des Brandes explodierten. Der Winzeranfstand in der Champagne. Paris, 19. April. Im Auftrage des Untersuchungsrichters wurde der Anarchist Dupuits, einer der Haupturheber des Winzeraufstandes verhaftet. In seiner Wohnung hat man zahlreiche anarchistische Schriften gefunden. Die VerHaftung erfolgte, weil man bei der Haussuchung Glückwunschschreiben von Winzern beschlagnahmt hatte, die deur Dupuits zu dem außerordentlich guten Gelingen des Aufstandes gratulierten." Ein Königstrener. Lissabon, 19. April. Amtlich wird die Entlassung des Artilleriehauptmanus Vaive Conreire bekannt gegeben, des einzigen Offizters, der sich wirklich den republikanischen Truppen beim Ausbruch der Revolution widersetzt hatte. Eine ungarische Ortschaft durch Fener zerstört. Budapest, 19. April. Die Gemeinde Groß- Kinizs im Komitat Abanj- Torna wurde durch Feuer zerstört. 40 Häuser samt den Nebengebäuden sind niedergebrannt, vont denen der größte Teil versichert ist. Gegen die Mormonen. London, 19. April. In England ist die Erregung gegen die Mormonenmission gewachsen. In Berkenhead stellte eine aufgebrachte Volksmenge dem Mormonenprediger das Ultimatum, innerhalb 8 Tagen die Stadt zu verlassen. Nach Abhaltung einer Protestversammlung marschierte die Menge vor das Hauptquartier der Mormonen und schlenderte Steine gegen das Haus. Die einschreitende Polizei wurde von der Menge hart bedrängt, so daß sie von ihren Knüppeln Gebrauch machen mußte. Als die Polizei mit 5 Verhafteten abziehen wollte, wurden die Polizisten mit Steinen und sonstigen Gegenständen beworfen. Die Festgenommenen wurden auf der Polizei gegen Kantion wieder freigelassen. Ausschreitungen in der Trunkenheit. Oberstein bei Saarbrücken, 19. April. Bei einer Schlägeret stürmte eine Bande von fünfzehn jungen Burschen, die angefrunken waren, ein Wirtshaus und demolierten die Einrichtung. Schließlich griffen der Wirt und sein Bruder zum Gewehr, verwundeten einen der Burschen lebensgefährlich und einen andern schwer. Ein portugiesischer Dampfer in Seenot. London, 19. April. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, ist der portugiesische Dampfer„ Lusitania" bei BellowsRock auf Grund geraten und droht wrack zu werden. Eine Hilfsexpedition ist abgegangen. Bandel und Verkebr. Frankfurt, 18. April. Vichmarktpreise vom 18. April. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 51 bis 56,( Schlachtgewicht) M 93 bis 97, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 47 bis 50,( Schlachtgew.) M 85 bis 91, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44 bis 46,( Schlachtgew.) M 81 bis 85. B. Bullen: a) vollfleischi= ge, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45 bis 50,( Schlachtgew.) M 75 bis 83, 6) vollfleischige, jüngere( Lebendgew.) M 40 bis 43,( Schlachtgew.) M 66 bis 71. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, augemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 46 bis 50,\ ( Schlachtgew.) M 83 bis 89, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 44 bis 48,( Schlachtgew.) M 82 bis 86, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) M 39-43,( Schlachtgew.), M 75-83, dto. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 38-43,( Schlachtgewicht) M70-80, 5) mäßig genährte Kühe und Färsent ( Lebendgewicht) M 30-33,( Schlachtgewicht) M 60-66, e) ge= ring genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 26-28, ( Schlachtgewicht) M 59-64. D. Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M 00-00, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saug= Kälber( Lebendgewicht) M 60-65,( Schlachtgewicht) M 100; bis 108, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M 55-58,( Schlachtgewicht) 93-98, d) geringe. Saugkälber( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) Mark 85-92. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 42,( Schlachtgewicht) M 88. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Rebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-50,( Schlachtgewicht) 62-63, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-49,( Schlachtgewicht) M 62-63, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr., Lebendgewicht( Rebendgewicht) M 48-50,( Sstlachtgewicht) M 60-62, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Le bendgewicht( Lebendgewicht) M 47-50,( Schlachtgewicht) M 61-63. Circus Strassburger Gießen:: Oswaldsgarten Freitag, den 21. April, abends 8 Uhr Große GalaEröffnungs- Vorstellung mit prachtvoll arrangiertem Riesen WeltstadtProgramm. Preise d. Plätze: An d. Kasse: Loge 2,00 Mr., nummerierter Sperrfitz 1,50 mt, 1. Platz 1,25 Mr, 2. Platz 1,00 Mt.. 3. Platz 60 Pfg., Galerie 40 Pfg. Im Vorverkauf: Loge 1,75 Mt., nummerierter Sperrfig 1,25 Mt., 1. Platz 1,00 Mr, 2. Platz 80 Pfg., 3. Platz 60 Pfg. Vorverkauf in der Zigarrenhandlung von Lindau& Winterfeld, Seltersweg 58. Täglich abends 8% Uhr: Große GalaVorstellung mit einem Riesen- Programm. Sonntag, den 23. April: 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr: Große Fremden Vorstellung.( Kinder unter 12 Jahren u. Militär ermäßigte Preise.) Abends 8 Uhr: ParadeGala Abend. In betden Vorstellungen das unverkürzte Riesen Weltstadt. Programm. Täglich neue Sensationen.( 207) Minna Körner's Schuler böberes Klavierspiel Wost- Anlage 48. Lehrfächer: Gehörbildung, Musikdiktat, Analyse, Primavista- Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre, Elementar- Klavierspiel, Höheres Klavierspiel( Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). Anfang des Sommer- Semesters 1911. Donnerstag, den 27. April. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, den 25, April, nachmittags 2 Uhr. General- Agent ( 197) von erster deutscher Lebensversicherungs- Ges, mit günstigen Nebenbranchen( keine Unfallvers., keine Volksvers.) zu engagieren gesucht. Die Position ist nach jeder Richtung hin entwicklungsfähig. mit hohem Einkommen( Gehalt, Provision u. Spesen) verbunden und bietet strebsamen Herren eine selten günstige Gelegenheit, sich dauernde angenehme Existenz zu schaffen. Offerten unter J. G, 8459 befördert Rudolf Mosse Frankfurt a. M. Achtung! Achtung! Morgen Freitag, den 21. April, von morgens 9 Uhr ab bis Mittags 122 Uhr großer Verkauf im Garten des Gasthauses zum Felsenkeller" Bahnhofstr. in Gießen. 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