Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Erscheint Redaktion: sowie vieler anderer oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen viertelfährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 238. - Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlen 1912. - Offenbach. Als nationalliberaler Kandidat| für den Wahlkreis Offenbach- Dieburg wurde der früh ere Oberbürgermeister von Offenbach, Brink, aufgeſtellt. - Jm Reichstagswahlkreis Alsfeld- Lauterbach- Schotten hat die Wirtsch. Vereinigung den seitherigen Vertreter des Wahlkreises, Bindewald, wieder als Kandidaten aufgestellt. Mainz. Wie verlautet, beabsichtigen die hiesigen Nationalliberalen, nachdem sich die Kandidatur Dr. Bamberger zerschlagen hat, Herrn Bassermann als Kandidaten aufzustellen. - Mainz. Die Fortschrittliche Volkspartei beschloß, mit der nationalliberalen Partei keinen gemeinschaftlichen Kandidaten aufzustellen, sondern bei der Reichstagswahl mit einem eigenen Kandidaten vorzugehen. Mainz. Die Nationalliberalen stellten als Kandidaten Herrn Oberlehrer Dr. Otto Keller- Oppen= heim auf. - Im Wahlkreis Wetzlar- Altenkirchen ist zwischen den Christlich- Sozialen, der Fortschrittlichen Volkspartei und den Konservativen vereinbart worden, die öffentliche Wahlagitation in der Zeit vom 23. bis 28. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar ruhen zu lassen. Die Zentrumspartei stellt ihre Wahlagitation für dieselbe Zeit ein mit Ausnahme des 1. Januar, an welchem sie eine Vertrauensmännerver= sammlung und daran anschließend eine öffentliche Versammlung abhalten will. Die Sozialdemokratie ihre öffentliche Agitation ruhen lassen vom 22. bis 26. Dezember. Von den in Frage kommenden Parteien haben nur die Nationalliberalen die Anregung, einen „ Waffenstillstand" für die Feiertage zu vereinbaren, ablehnend beantwortet. will Limburg. Bürgermeister Neu- Selters, der vom Zentrum als Reichstagskandidat aufgestellt wurde, hat auch die Unterstützung des Bundes der Landwirte. Köln. Die Nationalliberalen werden als Kandidaten den Führer der Jungliberalen, Rechtsanwalt & alt aufstellen, der auch von der Fortschrittl. Volkspartei unterstützt wird. Die Konservativen verhandeln mit den Christlich- Sozialen wegen Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten, als welcher der christliche Arbeiterführer Behrens in Betracht kommt. Wiesbaden. Die deutsch- nationale Partei hat einstimmig beschlossen, für die Kandidatur Bartling einzutreten. - Hanau. Das Zentrum hat die Aufstellung einer eigenen Kandidatur für den Wahlkreis HanauGelnhausen- Orb beschlossen und als Kandidaten den Redakteur Gei s- Aschaffenburg bestimmt. Breslau. In einer in Maltsch im Reichstagswahikreis Breslau- Land veranstalteten liberalen Wählerversammlung wurde einer der Führer der konservativen Partei, Amtsvorsteher Töpffer während seiner Rede von einem Schlaganfall betroffen und war sofort tot. Kreuznach. Chefredakteur Dr. Oertel( B. d. L.) soll seinen Rücktritt von der Kandidatur im Reichstagswahlkreise Kreuznach- Simmern erklärt haben. - Bei früheren Reichstagswahlen ist es in einzelnen Fällen vorgekommen, daß Personen unter falschem Namen oder mehrfach in verschiedenen Wahlbezirken gewählt haben. Eine solche Handlungsweise ist strafbar und wird mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte anerkannt werden. Jeder Wähler darf nur in einem Wahlbezirke und bei der Haupt- und Stichwahl nur in dem gleichen Wahlbezirke wählen. Hus Stadt und Cand. Gießen, 19. Dezember 1911. n Gießen. Der Großherzog empfing am Samstag den Spezialarzt Dr. Klein und den Architekten Müller von hier in Audienz. n Gießen. Die Hauptversammlung des landw. Provinzialvereins für Oberhessen findet nächsten Donnerstag im Lenzschen Felsenkeller statt. Es steht ein Antrag des Kreisvereins Alsfeld auf Auflösung des Provinzialvereins zur Beratung. * Der Dekonom Holzmann vom Landeszuchthaus Marienschloß ist als Aktuariatsassistent nach GroßGerau an die Stelle des inzwischen aus Herbstein verschwundenen Aktuariatsassistenten Gabelmann versetzt worden. Die mit nahezu 4000 Mt. dotierte Stelle Holzmanns wird nicht mehr besetzt, sondern durch einen Rechner mitverwaltet. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 19. Dezember 1911. n Gießen. Eisenbahnpersonalien.| Gütervorsteher Scholz wurde von Gießen nach Frankfurt a. M., der Gütervorsteher Krautwurst und der Bahnhofsvorsteher Langkheinz von Darmstadt nach Gie ßen, und der Gütervorsteher Knapp von Bebra nach Gießen versetzt. n Gießen. Ein 18jähriger Bursche aus KleinLinden fiel dieser Tage Werbern der französischen Fremdenlegion in die Hände, denen es bereits gelungen war, ihn zum Mitgehen zu bewegen. Glücklicherweise kamen die Eltern des betreffenden jungen Mannes noch recht zeitig hinter sein Vorhaben und ließen ihn gerade, als er abreisen wollte, durch die Polizei auf dem Bahnhof von den feinen fremden Herren trennen. n Gießen. Bei dem am 13. Januar 1912 im Stadttheater geplanten Wohltätigkeitsfest zum Besten des Gießener Säuglingsheims, bei dem nunmehr die Lokalfrage eine befriedigende Lösung gefunden hat, hat das Großherzogspaar seinen Besuch in Aussicht gestellt. n Gießen. Der frühere Streckenarbeiter Ludwig Spuck zu Gießen erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für treue Arbeit". Zum Schaffner ernannt wurde Luh 2. in Gießen. Versetzt wurde der Gütervorsteher R. Ploch von Gießen nach Darm= stadt. Bahnmeisteraspirant Hinze in Gießen bestand die Prüfung zum Bahnmeister. - n Gießen. Der Stiklub Wintersport Gießen wird diesen Winter erneut Schneeschuhwettläufe auf dem Hoherodskopf veranstalten. Am Samstag, den 27. Jan., findet der große Dauerlauf über 10 Kilometer statt. Der Hauptrenntag ist der 28. Januar. n Gießen. Unter der Schriftleitung von Pfarrer Bechtolsheimer wird vom 1. Januar 1912 ab ein eigenes Gemeindeblatt für die evangelische Gemeinde, das deren kirchliche Interessen vertreten soll, erscheinen. Das Organ wird vorerst wöchentlich ausgabt. ver= n Gießen. Das neue Adreßbuch ist fertiggestellt und wird von jetzt ab zur Ausgabe gelangen. o Lauterbach. Das Gesamtvermögen unserer Stadt beträgt nach den neuesten Feststellungen 1 110 600 Mart. Da 802 000 Mark an Schulden vorhanden sind, so beträgt das Reinvermögen 308 600 Mark. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stollen. gesuche und Familienanzeigen 10 Pig. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 foExtrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gewichtlicher Bettvelbung oder Bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. r Wetzlar. Beim Geschäftsgang auf dem Weihnachtsmarkte hat eine Anzahl von Firmen einen starken Rückgang bei der Landkundschaft betreffs des Umsatzes feststellen müssen, während die Zahl der Käufer gegen früher nicht gesunken ist. Man führt diese Erscheinungen auf die Schädigungen der Landwirtschaft durch die Maul- und Klauenseuche zurüd. r Wetzlar. Die Buderusschen Eisenwerke verteilten bei gleichen Abschreibungen wie im Vorjahre eine Dividende von 6 Prozent auf das durch die Verschmelzung mit der Zeche Massen erhöhte Aktienkapital 22 000 000 Mt. Don r Wetzlar. Die Ehefrau des Zimmermeisters H. S. von Steindorf erhielt vom Schöffengericht eine Strofe von 1 Mark, weil sie dem zuständigen Schornsteinfeger den Zutritt nicht gestattete. ):( Braunfels. Fürst Georg Friedrich hat dem Solmser Stift 1000 Mt. überwiesen und dem Turnverein Braunfels den Turn- und Spielplatz ge= schenkt. ):( Vom Westerwald. Der Versand der Christ bäume, der von hier hauptsächlich nach den Städten am Rhein geht, hat jetzt wieder begonnen. Viele Besitzer von wertlosem Trieſchland, das sonst keinen Ertrag brachte, haben dieses in den letzten 10 bis 15 Jahren mit Tannenbäumchen bepflanzt, die nun als Christbäume ein hübsches Stück Geld einbringen. ):( Marburg. Verhaftet wurde ein Schuldiener der hiesigen höheren Mädchenschule, der sich unsittliche Verfehlungen soll zuschulden kommen haben lassen. Marburg. Als besten Platz für das Kreisfriegerdenkmal hat Professor August Gaul den Marktplatz vor dem Rathause erklärt, allerdings müßte der Marktbrunnen dann verschwinden. ):( Marburg. In der Nacht zum Samstag hat ich ein junges Mädchen an der Schützenpfuhlbrücke in die hochgehende Lahn gestürzt und ist ertrunken. Geschäftliches. )( Das Wichtigste beim Baden ist ohne Zweifel das Triebmittel. Ist dieses gut, dann wird auch das Gebäck gut, ist dieses aber schlecht, dann wird auch das Gebäck schlecht. Das sollte jede Hausfrau bei der Herstellung ihres Weihnachtsgebädes doppelt bedenken und deshalb in der Wahl des Triebmittels ganz o Oberursel. Das Drama in der Familie Sauer hat nunmehr ein drittes Opfer gefordert. Auch besonders vorsichtig sein. Als ein unbedingt zuverlässider 7jährige Adolf ist im Homburger Krankenhause seiges und sicheres Triebmittel hat sich immer das echte nen Verletzungen erlegen. " Hansa- Backpulver" erwiesen, das auch in diesem Jahre die beste Garantie für ein prachtvolles Gelingen des Weihnachtsgebädes bietet. s Offenbach. Der städtische Kartoffelverlauf hat einen Umsatz von zirka 21 000 3entnern im Großver= lauf und außerdem einen solchen von 7 Waggons im Kleinverkauf erreicht. s Offenbach. Die Sammlung für die Weihnachtsbescherung an bedürftige und würdige Kinder unserer Volksschulen ergab neben vielen Kleidungsstücken, die als Geschenke gestiftet wurden, den Betrag von Mt. 3691,80. s Darmstadt. Die größten Städte Hessens sind ihren Beamten dahin entgegengekommen, daß in der Zukunft die monatlichen Gehalte im voraus ausgezahlt werden und zwar im Monat Dezember schon längstens am 23. Dezember. s Darmstadt. Die Landwirtschaftskammer ist bei der Regierung vorstellig geworden, es möchten in einem von Maul- und Klauenseuche betroffenen Gebiete verzüglich Versuche mit Eugoform angestellt- werden. un= s Darmstadt. Der 35jährige praktische Arzt Günther in Ober- Roden wurde wegen Sittlichkeitsver brechen während der Sprechstunde an teilweise noch schulpflichtigen Mädchen begangen, zu einem Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. = !) Nieder Ingelheim, 19. Dez. Gestern wurde hier von der evangelischen Gemeinde ein neuer Pfarrer gewählt. Sämtliche Stimmen fielen auf Pfarrer Korrel I- Königstätten. ! Bingen. Der älteste Kriegsveteran Bingens und des ganzen Großherzogtums, Adam Werner, ist hier im Alter von 85 Jahren verschieden. r Wetzlar. In der Sitzung des Vorschuß- und Kredit- Vereins wurde beschlossen, daß der alte Vorstand und Aufsichtsrat zur Zahlung von 25 000 Mark anzuhalten sei, ferner zur Tragung der Kosten. Die Beklag ten sollen sich mit diesem Vorschlag binnen 8 Tagen ein verstanden erklären, andernfalls der Prozeß fortgesetzt werden soll. Literarisches. ? Ein Ereignis auf dem weiten Gebiete des deutschen Jugendschriftenmarktes bedeutet das jedesmalige Erscheinen eines neuen Jahrgangs der mehrfach preisgekrönten Jugendschrift:" Im Forsthause Falkenhorst". Erzählungen und Schilderungen aus dem Leben im Bergforsthause und im Bergwalde von Albert Kleinschmidt. ( Preis jedes Jahrganges gebunden Mk. 4.-.) Verlag von Emil Roth in Gießen.) In prächtigem Leinenband mit reicher Gold- und Farbenpressung präsentiert sich der neue soeben erschienene 5. Jahrgang mit 4 feinen Farbendruckbildern und zahlreichen Tertillustrationen als eine der vornehmsten diesjährigen Weihnachtsgaben für Knaben und Mädchen im Alter von 10-16 Jahren. Anziehend, ja spannend und dramatisch bewegt, führen die Erzählungen den Leser ganz unvermerkt mitten in das Leben der Natur hinein, eine Fülle naturgeschichtlicher Kenntnisse vermittelnd. Bunte farbenprächtige Bilder find es, die an seinem Auge vorüberziehen, Jagdszenen voll packender Anschaulichkeit, doch ohne romanhafte Uebertreibung, idyllische Stilleben im Wald und auf der Wiese, im Tierpark, Wanderungen in der freien Natur, gemütliche Plauderſtündchen beim Onkel Oberförster, Entdeckungsreisen im Forstrevier usw. spricht aus den Werken eine feine und reiche Beobach= tungsgabe und eine tiefe leidenschaftliche Liebe zur Natur, besonders zur Tierwelt, ein großes Verständnis für ihre Schönheiten, wie für ihre Bedürfnisse. So kann es nicht wundernehmen, daß die Lektüre eines dieser Bände auch jeder ist für sich abgeschlossen und einzeln käuflich Verlangen nach den anderen Bänden zeitigt. Eine ganz erquisite Festgabe bilden die 5 Bände zusammen im Futteral, worauf ganz besonders hingewiesen sei, da sie auf einmal bezogen, sowohl direkt vom Verlag wie durch jede Buchhandlung, statt für Mk. 20.- für mur Mk. 16.geliefert werden. Immer und überall - gen die Reiter. den Eber zu fällen. Man muß mit der Lanze tief Oft werden mehrere pferde getötet, ehe es möglich ist, wird der Eber gestellt, fo greift er an. sind vorbei. daß nach ihm ein anderer noch das Geschäft betrete, schäft austaufte, weil er glaubte, es passe sich nicht, zum Opfer gerissen worden. gefallen Einmal aber, und von ihnen dirett dem Glied Todesengel ala Retter in der Not erschienen. Wir waren erzählte der Kapitän, sind uns diese ließen den den daher eine momentane Verwirrung im Lager. ung vor den Weikena aus Furcht vor den Tigern Da aber erschallte die Stimme des kapiläns wieder, weniger aus Achder kommandionaFeuerbrände ergreifen Die Schützen ten zuerst an einen Überfall durch Piraten. Es herrschte Vorrang Wahlstimmung. Das Wahlfieber geht durchs Land, so schreibt die N. G. C." und wenn sich zwet Bekannte treffen und bas Persönliche erledigt haben, so fragen sie einander: Wie wird der neue Reichstag werden? Dann macht Der Eine eine Milchmädchenrechnung" auf, und der Anbere malt Grau in Grau. Aber nichts Gewisses weiß man nicht!" Man spricht gern von„ leberraschungen", bie dieser und fener Partei am 12. Januar blühen sollen. Man rechnet auf Stimmungen Gefühlsexploftonen im Volte. Man schätzt aber ein Moment dabet noch nicht genügend ein, nämlich daß wir diesmal Winterwahlen haben, daß diesmal alle die Satsonarbetter zuhause find, alle die Sachfengänger, die Schiffer und Flößer. Das macht in manchen Wahlkretsen unglaublich viel aus. Da kann es allerdings allerlei ueberraschungen geben, die manchen schönen Traum zerstören. Zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten, besteht gegenwärtig eine ernste Spannung. Der rus fische Gesandte in Washington sprach beim Präsidenten Taft vor und legte förmlichen Protest ein gegen die be= absichtige Abschaffung des Handelsvertrages zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten vom Jahre 1832 mit der Begründung, daß eine solche Handlung mit der langen Freundschaft der beiden Länder unvereinbar set. Präsident Taft hat unmittelbar nach dem Besuch des russischen Botschafters fünf Mitglieder des Kabinetts zu einer Sondersizung im Weißen Hause eingeladen. Daraus geht hervor, daß der Präsident dem russischen Protest gegen die Aufhebung des Vertrages von 1832 ernste Bedeutung beimißt. Die meisten Wahlen fanden in einer späteren Jahreszeit statt. Der verfassungsberatende Reichstag pon 1867 wurde am 12. Februar 1867 gewählt, der Reichstag des Norddeutschen Bundes am 31. August 1867, das Deutsche 3ollparlament im Februar und März 1868. Die erste Wahl zum Deutschen Reichstag fand am 3. März 1871 statt. Zur zweiten Legislaturpertode wurde am 10. Januar 1874 gewählt, zur dritfen am 10. Januar 1877, zur vierten am 30. Jult 1878, zur fünften am 27. Oftober 1881, zur sechsten am 28. Oftober 1884, zur stebenten am 21. Februar 1887, zur achten am 20. Februar 1890, zur neunten am 15. Junt 1893, zur zehnten am 16. Junt 1898, zur elften am 16. Junt 1903 und zur zwölften am 25. Januar 1907. Nun tommt die dreizehnte Legislaturperiode an die Rethe. Eine schlimme Zahl für abergläubische Leute! Der Kaiser und der Spionageprozek. Die Bombenanschläge in Konstantinopel nehmen überhand. Wie die Blätter melden, sollen jetzt sogar in den Bureaus des Großwesirrats und des Kriegsministeriums Bomben aufgefunden worden sein. Eine davon lag unter dem Tisch neben dem Arbeitszimmer des Großwefirs. Die aufgefundene Bombe war mit einer so starken Sprengladung versehen, daß sie bet einer Explosion großen Schaden angerichtet hätte. Kleine Nachrichten. Ein neues Reichsluftschiff. Die deutsche Reichsregterung hat, wie die Braunschw. L.- 3tg." meldet, be= schlossen, ein neues Zeppelin- Luftschiff anzukaufen und ist mit der Zeppelin- Werft in Verhandlungen getreten. des Bent ntfter M außerord Herrn H regelmäß Tode in Thüri fernfprun aus irgen zen. Nad fer eines von dem den word ohne den geführt. des Fels bracht w feinen V Tochter was das getrieben Ein Berachtlassung der aufgestellten Warnungssignale mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometer über eine wegen Bauarbeiten angelegte provisorische Ueber führung und Weiche gefahren zu sein und dadurch die Katastrophe verursacht zu haben. Der Unglückszug war der Eilzug Nr. 9, der um 8 Uhr früh den badischen Bahnhof in Basel verläßt und um 11 Uhr abends im Anhalter Bahnhof in Berlin eintrifft. Der Zug hat fahrplanmäßig um 8 Uhr 30 Min. einen furzen Aufenthalt in Müllheim. Das Unglück geschah ant 17. Juli furz nach 9 Uhr. An diesem Tage hatte der Eilzug eine kleine Verspätung, die der Lokomotivführer durch eine erhöhte Geschwindigkeit einzuholen versuchte. Das wurde dem Zug zum Verhängnis, zumal nach den bisherigen Angaben des Lokomotivführers Platten im entscheidender Augenblick auch die Bremse versagt ha= ben soll. Die veralteten Stationseinrichtungen von Müllheim befanden sich im Jult d. J. im Umbau und es mußten für den Durchgangsverkehr Gleise verlegt und Weichen und Unterführungen provisorisch eingerichtet werden. In gewissen Abständen vor der Station waren deshalb Warnungssignale aufgestellt worden, die den Lokomotivführern anzeigten, daß die im Umbau befindliche Strecke nur mit einer Geschwindig= feit von höchstens 20 Kilometer befahren werden durfte. Da der Eilzug 9 mit einer Geschwindigkeit von über 100 tlometer fuhr, mußte ein Unglück eintreten. Außer dem lesten Bostwagen wurden sämtliche Wagen aus dem Gleise geworfen und total zertrümmert und zersplittert. Nicht weniger als 14 Tote wurden gezählt und 35 Personen waren mehr oder minder schwer ver= letzt. Der Lokomotivführer und der Heizer retteten sich durch Abspringen von der Lokomotive in letzter Minute, ebenso das übrige Zugbegleitungspersonal. Der Lotomotivführer wurde verhaftet. In der Dotton war nach den Unglück behauptet worden, daß Blatten an diesem Tage vor Antritt feines Dienstes zuviel ge= trunken habe. Die badische Eisenbahndirektion hat dte= sen und andere Vorwürfe öffentlich zurückgewiesen, doch dürften sie in der Verhandlung wieder erörtert werden. Die Entschädigungsansprüche der Opfer belaufen fich auf etwa eine Milton Mart. Wir werden über den Verlauf der Verhandlung berichten. Teuerungszulage für städtische Beamte. Der Magistrat der Stadt Schöneberg bei Berlin hat beschlossen, Ben verheirateten städtischen Beamten und ständigen Bediensteten, deren Einkommen 2000 Mart nicht überschreitet, eine einmalige Teuerungszulage von je 40 Mt. zu gewähren. Diese Zulage wird noch vor Weihnachfen zur Auszahlung gelangen. Auch die Arbeiterlöhne sollen erhöht werden. Dem Katser ist ein ausführlicher Bericht über den Verlauf des Leipziger Spionageprozesses übermittelt worden. Ueber die Einzelheiten der aufgedeckten Spionage war der Kaiser bereits unterrichtet worden. Es wird angenommen, daß auf Veranlassung des Reichsmarineamts eine genaue Untersuchung über die im Por= zeß zutage getretenen Tatsachen eingeleitet wird und daß Maßnahmen getroffen werden, um in Zukunft diefer Maulwurfsarbett besser entgegentreten zu können. Die Ueberwachungsbestimmungen in den Werften dürften verschärft werden, auch sollen Schritte eingeleitet werden, um den Verrat von Konstruktionsgeheimnissen der Marine zu erschweren. Auf die Verhältnisse in den taiserlichen Werften dürfte der Prozeß insofern einwirten, als die zuverlässigkeit der Angestellten genauer ge= prüft werden soll, bevor sie zur Anstellung gelangen. Schon früher ist darauf hingewiesen worden, daß der Ueberwachungsdienst der Polizei in den Hafenstädten einer Neuorganisation bedarf. Schon seit längerer Zeit werden Erwägungen angestellt, ein besonderes Detektivkorps zur Ueberwachung der Spionage in den Kriegshäfen anzustellen. Diese Absicht dürfte demnächst zur Durchführung gelangen. Eine sehr eingehende Ueberwachung der Erweiterungsbauten am Kaiser- WilhelmKanal ist bereits seit längerer Zeit durchgeführt worden, da man auch hier mit englischen Spionen rechnen muß. Rundschau oom Cage. Politisches. Attentat gegen englische Minister. Die Minister Lloyd George und Grey sprachen Sonnabend abend in London in einer Versammlung einer liberalen Frauenvereinigung über das Stimmrecht. Als sie die Versammlung verließen, schleuderte ein männlicher Anhänger des Frauenstimmrechts eine Messingbüchse auf die Minister und traf Lloyd George ins Gesicht. Die Büchse zerschnitt die Lippe und verlegte das linke Auge, das Lloyd George fast eingebüßt hätte. Ein unehrlicher Sparkassenvorsteher. In Cochem ( Mosel) wurde der Kreissparkassenvorsteher Tomé wegen bedeutender Unterschlägungen verhaftet. Ueber dte Höhe der Unterschlagungen ist noch nichts Genaueres bekannt. Berunglückter Bahnbenamter. Als ein Tunnelrevisionszug auf der Strecke Siegen- Betzdorf unter einer Ueberführung durchfuhr, stießen die auf der Plattform des Revisionswagens stehenden Personen an das Ueberführungsgewölbe an. Ein Eisenbahnarbeiter wurde getötet, ein Bahnmeister, ein Schaffner und ein Eisenbahnarbeiter lebensgefährlich verlegt. Die Finanzlage des Reiches. Die Norddeutsche Algemeine Zeitung schreibt:" Der nun schon drei Jahre tobende Kampf um die Finanzgesetzgebung von 1909 und deren Wirkungen hat in der ausländischen Presse zu den abenteuerlichsten Gerüchten uber eine Finanznot des Reiches geführt. Diesen den Stempel der unrichtigfeit an der Stirn tragenden Nachrichten ausdrücklich entgegenzutreten, verlohnt faum der Mühe, wohl aber fann ein Rückblick auf die Aufgaben, welche der gegenwärtigen Finanzgebarung gestellt sind, und auf das bisher Erreichte zur Aufklärung beitragen". Das Regierungsorgan gibt unter Anführung von Zahlen etnen folchen Rückblick und schließt:" Die ausländische Breffe braucht sich also mit Deutschlands finanzieller Lage feinerlet Sorge zu machen". Folgen eines Gasleitungsrohrbruches. In einem Hause am Steinweg in Görlitz wurden nach Bruch et nes Gasleitungsrohres der Hausbesitzer Lindner und der Kellner Blümel infolge Gasvergiftung hoffnungslos und die Ehefrau Lindner tot aufgefunden. Ein deutscher Wehrverein? In den nächsten Ta= gen soll, wie die Preßzentrale" mitteilt, ein„ Deutfcher Wehrverein" gegründet werden. Die Tendenz des neuen Vereins ist auf die Stärkung unserer Landmacht gerichtet. Wegen einer schlechten Weihnachtszenfur erhängte sich in Mannheim unmittelbar nach der Heimkehr aus der Schule der 13 Jahre alte Realschüler Christian Moll, der Sohn eines Friseurs. Frecher Banditenstreich in Petersburg. Der penfionierte Admiral Deltoron wurde am Sonnabend in der Petersburger Reichsrentet, wo er sein Ruhegehalt behoben hatte, in Anwesenheit eines zahlreichen Bublt= fums von dret Räubern umringt und seiner Brieftasche, in der sich 1300 Rubel befanden, beraubt. Die Banditen verschwanden spurlos. Weitere Enthüllungen des englischen Kapitäns Faber. Kapitän Faber hielt am Sonnabend in London eine neue Rede, in der er seine früheren Mitteilungen über die Kriegsvorbereitungen festhielt. Er behauptet weiter, daß während der trittschen Zeit in Portsmouth faum für 7 Tage Kohlen vorhanden gewesen seten, so daß die Flotte fampfunfähig gewesen wäre. Eine große Aufregung habe geherrscht, well an Bord eintger Schiffe auch nicht annähernd genug Munition vorhanden gewesen set. 741 Aus Eifersucht. Roman von Max Hoffmann. Vermischtes. Die Kränzchen- Ersaydame. Unterzeichnete empfiehlt sich sehr verehrten Damen der Gesellschaft als Kränzchen- Ersatzdame. Vertrete in würdiger Weise bet Tees oder Kaffees das abwesende Kränzchenmitglied, wahre dessen Rechte und verhindere überhaupt durch meine Gegenwart böswiüige Kritif, Ehrabschneidungen und Verleumdungen, mit denen der Freundinnenkreis Fehlender gedenkt. Die Kränzchen- Ersatzdame ist ein Versicherungsinstitut 1. Klasse. Das Honorar richtet sich selbstverständlich nach der Zahl der Teilnehmerinnen: pro Kopf 1 M. Frau Ilse Klug. Auf der Wacht Nr. 3/ II. Ein neuer Gannertrick. Bei der Frau eines zuschneiders in Berlin erschien fürzlich ein etwa 30 Jahre alter Mann, der sehr aufgeregt zu sein schten. Er überreichte ihr einen Bleistiftzettel mit den Worten: „ Schnell, schnell, liebe Frau Rytter, hier haben Sie el= nen Brief von ihrem Manne, ich bin ein Freund von thm. Er ist auf dem Nachbausewege überfahren wor= den und liegt auf der Unfallstation in der Fruchtstraße. Gehen Sie nur schont, ich bleibe bei den Kindern." So lautete auch der Inhalt des flüchtig geschriebenen und schlecht zusammengeflebten Zettels. Während die Frau auf die Straße stürzte, begab sich der Ueberbringer der Unglücksbotschaft mit den kleinen Kindern, die er mit Bonbons beruhigte, nach der Küche, schloß sie dort ein, nahm dann aus der Stube aus dem unverschlossenen Spind den Hochzeitsanzug und einen Sommerüberzteher Rytiers und verschwand mit der Beute. Unterwegs schöpfte die Frau iedoch Verdacht und eilte nach der Wohnung zurück. Es war aber schon zu spät. Der Gauner und Dieb war bereits verschwunden. Bald darauf tam Rytier wohlbehalten nach Hause. Schweres Brandunglück bei einer Weihnachts: feier. In einem Wiener Hotel fingen bet der Aufführung eines Weihnachtsmärchens die Kostüme von dret fiebenjährigen Knaben Feuer. Ehe die Flammen erstickt werden konnten, erlitten die Knaben schwere Brandwunden, ebenso zwet Erwachsene, welche sich um die Rettung der Knaben bemühten. ( Nachdruck verboten.) Der Justizrat lachte.„ Praktisch seid ihr jungen Leute ja heutzutage, ohne doch das Angenehme dabei zu vergessen!" 15. Kapitel. Die oberschlesischen Bergarbeiter sind in eine Lohnbewegung einaetreten. In einer Konferenz der Vertreter der in Oberschlesien bestehenden Bergarbetterorganisationen wurde eine Resolution angenommen, in der eine Erhöhung der durchaus unzureichenden Löhne aefordert wird. Eine wüste Schlägerei hat in der vergangenen Nacht in Zehlendorf bei Berlin stattgefunden. Ein achtzehnjähriger Töpfergeselle wurde durch einen Mes= ferstich getötet, ein Teilnehmer lebensgefährlich und mehrere andere leichter verletzt. Der gewaltige Raum des Birkus Metropole in Paris war bis auf den letzten Platz gefüllt. Von dem eleganten Publikum in den Logen bis hinauf zu der Iustigen Spektakelgesellschaft auf den obersten Stehplätzen verfolgten diese Tausende von Augen mit gespannter Aufmerksamkeit die Vorführungen, in denen Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer die Ergebnisse jahrelanger Uebungen unter den rauschenden Klängen des Orchesters bet blendender elektrischer Beleuchtung zeigten. Aus den Gerichtssälen. Die Müllheimer Eisenbahnkatastrophe vor Gericht. Die folgenschwere Eisenbahnkatastrophe bet Müllheim in Baden, beschäftigt fett heute das Landgericht in Freibura t. B. Die Anklage richtet sich gegen den 20komotivführer Platten, der beschuldigt wird, unter AuFlinte feck in der Hand schwenkend, anmutig nach allen Setten. Als er bis dicht an die Loge, in der die beiden Herren und Damen saßen, gekommen war, zuckte er plöglich zusammen und erblaßte; dann aber wandte er sich rasch ab, trat in die Mitte des Kreises und begann sich umzuschauen. Schon war eine ganze Anzahl von Nummern erledigt, als die Reihe an die Brothers Moreno- Franklin fam. Zuerst erschien in blau- weiß- rotgestreiftem Trtfot einer der beiden Artisten, der sich bis dicht unter die Decke des hohen Rundtheaters hinaufziehen Iteß und dort auf fast unsichtbarem Drahtseil verschiedene halsbrecherische Evolutionen ausführte. Zuletzt stand er auf beiden Füßen ferzengerade und begann, sich mit fühnem Schwung hin- und herzuschaukeln. Gletch da= rauf ging die Musik in einen kräftigen Marsch über, und sein Partner betrat die Manege. Man muß sich zit helfen wiffen. In Bottenbach in der Rheinpfalz war der Polizeidienerposten ausgeschrie= ben. Von 35 Bewerbern tamen 3 in die engere Wahl, und jeder erhielt 5 Stimmen von 15 Gemeinderäten. In wahrhaft salomonischer Wetse hat sich dann der Gemeinderat zu helfen gewußt, indem er den Polizeidienerposten versteigerte! Das höchste Gebot war 70, das niedrigste 5 Mark. Darob erboste sich der Sohn des verstorbenen Polizeidieners und übernahm den Bosten - umsonst. Die Szenerie hoch oben hatte sich mittlerweise ge= ändert. Von allen Seiten waren bewimpelte Taue erschienen, Segel flatterten in den Lüften, Raaen schwankten, und inmitten dieser Dekoration, die das Oberteil eines Schiffes darstellte, schwenkte sich immer noch auf dem Drahtsell Moreno hin und her, der ein weites, federbesetztes Gewand übergeworfen und eine Maske über sein Haupt gestülpt hatte, so daß er zu einem großen Vogel geworden war, der sich dort in den Lüften schaufelte. „ Er ist es," flüsterte Emmi, die mit Felicia, Friz und Doktor Waldow ganz unten in einer Loge saß, überrascht den anderen zu, und alle vier richteten in Heberhafter Spannung thre Blicke auf ihn. Frank hatte französische Marineuniform angelegt, bie blaue Tracht mit dem großen Kragen und den roten Lizen stand thm sehr gut, und so verbeugte er sich, die Jüngst g Roloffe u Jüngling filiftifch dere Brief Jacke in f möchte da Eine für furze bie„ Mon Meisterwe rückgegebe orte fande Ein Ministerialdirektor, der nicht studiert hat. Ueber den zum Ministerialdirektor ernannten seithert gen Präsidenten des Eisenbahnzentralamts. Hoff, wird der Frfft. 3tg." geschrieben: Herr Hoff ist wohl der einzige Staatsbeamte in so hoher Stellung, der nicht stut= dtert hat. Er hat das Gymnasium absolviert, ist dann bei der Staatsbahn als 3ivilsupernumerar eingetreten und hat von der Bike auf alles mitgemacht. Ins Eisen= bahnministerium fam er als Sekretär, wurde bald der Reihenfolge nach Geheimer Expedierender Sekretär, dann Geheimer Regierungsrat, später Wirkt. Geheimer Oberregterungs- und Vortragender Rat, dann Präsident Er ging auch wirklich auf Holzschuhen, aber wie sah er aus? Jeßt gewahrte thn der Matrose. Durch seine Gebärden gab er zu verstehen, daß das ein Unglücksvogel set, den er entfernen müsse, und er ztelte nach thm. Nun krachte Schuß auf Schuß. Zuerst schoß er dem Vogel den Schnabel ab, dann den Schwanz und dann wirbelten nacheinander die Federn nach allen Seiten. Jedesmal glaubte man zitternd, der dort sich immer noch wiegende Artist müsse getroffen setn. Und plöglich knickte er auch zusammen und schwebte langsam herab. Er war eine Riesin geworden. Viermal so groß als vorher, grotest als junge Bäuerin verkleidet, be= wegte er sich mit übergroßen Schritten mit der Gewandtheit eines gewöhnlichen Fußgängers. Nun begann diese junge Bäuerin mit einer Puppe, die ihr Kind vorstellte, zu spielen, und jedesmal, wenn ste dem Kinde ein Spielzeug hinreichte, schoß es thr der gewandte Schütze aus der Hand. Viele hielten thn für verwundet, aber es war nur ein Trick, um die atemlos zuschauende Menge aufs äußerste zu erregen; denn als er unten angekommen war, warf Moreno die Hülle ab und stand lachend in seinem Trikot da. Lauter Beifall brach los, doch Moreno verschwand schnell, und Frank füllte die Zeit bis zum Wiederauftreten feines Genoffen mit dem Schießen nach rasch hintereinander emporgeworfenen bunten Glasfugeln aus, von denen er nicht eine verfehlte. Dann hörte man etn etgentümliches Klappern, wie von Holzschuhen auf hartem Pflaster, und Moreno erfchten wteder. " Was ist das?" fragte Feltcta. Stehst Dit denn nicht," gab Fritz flüsternd zurück, ,, daß dieser Mensch sich auf geschickt angebrachten Stelzen bewegt? Es gibt ja im Süden Frankreichs eine Gegend, wo fast alle Menschen auf Stelzen gehen. Vielleicht stammt er aus diesen„ Landes" südlich von der Garonne." ften, die a gemalt wa ten, das a erfennen. daß die G wie die de daß es fich feum in Einen dem„ Ber hochzeit, d in Lothrin ner Geger Dingen, d lich befett der 60 V Spanferke ,, Wahrhaftig," sagte Felicia.„ D, jezt ist mir alles flar!" Ste atmete hastig. Die Adern an thren Schläfen Hämmerten, als wenn ste zerspringen wollten, thre Augen waren weit aufgerissen und mit einem Mal schrie sie, indent sie mit der Rechten nach Moreno zeigte: " Der da! Der da! Das ist der Mörder!" Ste fiel erschöpft tit ihren Sessel zurück, und thre erschrockenen Begletter machten sich rasch um ste zu schaffen. Fragende Rufe wurden laut, ein dumpfer Lärm erhob sich- Da ein scharfer Knall- die große Bäuerin tat einen Luftsprung und stel platt zur Erde. 1 ten, 8 Ral Käse, 80 D wurde gel 150 Liter nur noch Ichwerdent Die Neuport 1 hauses zu eines zum Dann erlosch das Licht, nur die Notlampen verbretteten einen matten Schein, und ein ungeheurer Tumult, in dem ein letzter Schuß fast verloren ging, brach Los. Viele drängten ängstlich schreiend nach den Ausgängen, etne allgemeine Panik drohte auszubrechen, als das elektrische Licht mit strahlender Helle wieder aufflammte und der Direktor mit gemessener Ruhe in der Manege erschten. Die Hinri Ortes statt der lezten fum vor Opernhaus quentent fo angesehene gen, und s Theaters bicht befet waren, un Wom Rdich." ge auch erst i perfchieden feine volle legung fei auszuspred verftummer fönnen. V Schnell in tet, was Selbst für Regiments fcheint er u den in den fütterungen einzelnen 2 jenige Be hem Maße, eine erstau famte Unte auch die M Wegen alte, aus Lehmann t in Glogau Mit Moreno et Programm Fortgang n zur Aufreg Iuftigen sich schnell, fichtern übe reiterin M Felicia fogleich auf Sie wurden far angehal gen der Stö In filte mitgeteilt, renraum, n meistern un Das t au schaffen er Felicia far unterbr Im N awet Verbr Der e gte er ht eine Stunde Friz wa an den Ster Sind Jawoh fchmacher St Erfenn Frant f erfannt, ale Dent an. gletterin fa mit Aber eber ble 8zug ichen im hat Au17. Etlbrer uchte. den tim tha von und erlegt Sta inge wor e im urfte. ndigüber AuSagen und zählt ver= fich inute, Loatten die= doch weraufen r den oftehlt ränz Tees wahre meine und FehVeret fich innen: 3/ II. 5 Bu= Fahre überorten: šie el= d von wor= Straße. 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Nachdem sich erst vor furzer Zeit die schöne Lochfer eines Briefträgers aus Arnstadt aus Schwermut von dem Felsen herabgestürzt hatte und tot aufgefun den worden war, hat jetzt schon wieder ein junges Mädchne den Todessprung von dem Felsen hinunter ausgeführt. Das Mädchen, das schwer verwundet am Fuße des Felsens aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden war, ist dort nach wenigen Stunden seinen Verlegungen erlegen. Es handelt sich um die Tochter eines Lehrers in Arnstadt. Es ist rätselhaft, was das junge Mädchen zu dem unfeltgen Entschluß getrieben haben kann. Ein Schlachtschiff" für einen Mezgerlehrling. Jüngst ging dem Kommandanten eines der größten Kolosse unserer Flotte das Gesuch eines begeisterten Jünglings um Aufnahme in die Kaiserliche Marine zu, stilistisch leidlich, orthographisch nicht schlimmer als andere Briefe dieser Art. Zum Schluß bemerkte die Blaulace in fpe treuherzig: Ich habe Megger gelernt und möchte darum auf ein Schlachtschiff." Eine falsche Spur der„ Mona Lisa". Wieder hat für kurze Zeit die tritgerische Hoffnung geherrscht, daß bie Mona Lisa", das seit dem 22. August vermißte Meisterwerk Leonardo da Vincis der Kulturwelt zu rückgegeben tit. In einem kleinen fanzösischen Hafenorte fanden Zollbeamte bei der Untersuchung von Ktsten, die aus Badua stammten, ein Bild, das auf Holz gemalt war und die Mona Lisa" darstellte. Ste glaubten, das aus dem Louvre gestohlene Bild wieder zu erfennen. Eine genauere Untersuchung ergab jedoch, daß die Größenmaße des Bildes nicht dieselben waren, wie die der echten Mona Lisa". Man glaubt indessen, daß es sich um ein Kunstwerk handelt, das einem Museum in Florenz gehört hat. Einen erstaunlichen Appetit bewiesen, so meldet man dem„ Berl. Lot.- Auz." 40 Teilnehmer an einer Bauernhochzeit, die dieser Tage in einem Dorfe bet Noisseville in Lothringen abgehalten wurde. Man verlangt in te= ner Gegend von einer echten Bauernhochzeit vor allen Dingen, daß die Tafel nicht nur gut, sondern auch reichlich besetzt ist. Die Hochzeitsgäste vertilgten miteinan= der 60 Pfund Ochsenfleisch, 70 Pfund Kalbfleisch, 5 Spanferkel, 16 Gänse, 14 Boularden, 22 Hühner, 12 Enten, 8 Kalbsköpfe, 12 Hafen, 40 Bfund Hecht, ½ Zentner Käse, 80 Dußend Eier und 60 Pfund Butter. Der Durst wurde gelöscht durch 600 Liter einheimischen Rotwein, 150 Liter Bordeaux und 120 Liter Weißwein. Es fet nur noch bemerkt, daß von irgendwelchen Magenbeschwerden nichts bekannt geworden ist. Die Hinrichtung des Negers im Opernhause. Aus Neuport wird gemeldet: Auf der Bühne des Overnbauses zu Jackson erfolgte am Freitag die Sinrichtung eines zum Tode verurteilten Negers namens Turner. Die Hinrichtung sollte anfangs im Gefängnishof des Ortes stattfinden. Infolge der andauernden Regenfälle der letzten Tage hatte der Scharfrichter, um das Publifum vor Nässe zu bewahren, den Ort der Erefution ins Opernhaus verlegt. An die Verwandten des Delinquenten sowie an die Behörden und zahlreiche andere angesehene Einwohner waren Einladungen" ergangen, und so waren am Abend die Logen und Ränge des Theaters von elegant gekleideten Damen und Herren bicht besetzt, die wie zu einer Extravorstellung erschienen waren, um der Hinrichtung des Negers beizuwohnen. Vom Kronprinzen. Aus Danzig wird der„ Tgl. Rosch." geschrieben: So wenige Wochen der Kronprinz auch erst in Langfuhr ist, so häufig hat er schon bei den verschiedensten Gelegenheiten Veranlassung genommen, seine volle zufriedenheit über die Versetzung und Verlegung seines Hofhaltes nach der Danziger Vorstadt auszusprecher Es sollten daher endlich die Gerüchte verstummen, die Gegenteiliges glauben behaupten zu können. Vor allem hat sich der Kronprinz ungewöhnlich schnell in seine neue Kommandostellung hineingearbet= fet, was sich aus vielen Beispielen nachweisen läßt. Selbst für den sogenannten kleinen Dienst" in seinem Regimentsverbande zeigt er regstes Interesse. So erfcheint er unerwortet und selbst in späteren Tagesstinden in den Pferdeställen, um sich persönlich von den Abfütterungen, der vorschriftsmäßigen Ordnung in den einzelnen Beritten usw. zu überzeugen. Und auch diejenige Berufs" eigenschaft besitzt der Kronprinz in hoHem Maße, die unter Umständen so viel wert sein kann, eine erstaunliche Personalfenntnis. Nicht nur das gefamte Unteroffizierkorps der 1. Leibhusaren, sondern auch die Mehrzahl der Leute kennt er schon bet Namen. Wegen unglaublicher Schwindlelen ist der 40 Jahre alte, aus Berlin gebürtige Hauptmann a. D. Ernst Lehmann in Berlin verhaftet worden. L. stand früher in Glogau und zuletzt in Küstrin. Dort nahm er im Mit Stentorstimme verkündete er, daß Herrn Moreno ein kleiner Unfall betroffen habe, daß das Programm aber unbeirrt durch diese Störung seinen Fortgang nehmen werde. Es wäre durchaus kein Grund zur Aufregung vorhanden. Die Musik setzte mit einem lustigen Walzer ein, die erregten Gemitter beruhigten sich schnell, und bald freute man sich mit lachenden Gesichtern über das fecke„ He hopp!" der beliebten Schulreiterin Miß Arabella. Felicia war mit Emmi und den beiden Begleitern sogleich aufgebrochen, um nach der Garderobe zu eilen; sie wurden aber unterwegs von einem Polizeikommissar angehalten, der mit ernster Miene Rechenschaft wegen der Störung forderte. In fliegender Hast wurde dem Manne das nötige mitgeteilt, und dann begaben sich alle fünf nach dem Her-, renraum, wo der Direktor mit einer Reihe von Stallmeistern und einem Arzt sich um die beiden Artisten zu schaffen machte. " Das ist die Dame!" rief der Direktor zornig, als er Felicia sah, aber er wurde von dem Polizeikommisfar unterbrochen. „ Im Namen des Gesetzes! Es soll sich hier um awei Verbrecher handeln. Sind sie betde tot?" " Der eine nicht," versetzte der Arzt. Und flüsternd fügte er hinzu:„ Allerdings hat er auch höchstens noch eine Stunde zu leben." Friz war mit belden Damen und dem Doktor dicht an den Sterbenden herangetreten. " Sind Ste Christtan Frant?" fragte er. " Jawohl, ich bin es," sagte der Daltegende mit fchwacher Stimme. " Erkennen Sie mich?" Frank schaute mit erloschenen Augen die vier FremDen an. O, ich habe Fräulein Emmi Heinroth sofort erkannt, als ich auftrat. Und an den Mienen threr Begletterin sah ich deutlich, daß man gekommen war, um | Jult dieses Jahres feinen Abschied. Um sich über Was fer zu halten, verfiel er auf Schwindeleien. Besonderes Vertrauen versuchte er dadurch zu erwecken, daß er Geldgebern vorspielte, seine Frau set eine geborene von Bleichröder. In Wirklichkeit stammt feine Frau aus einer einfachen kleinbürgerlichen Familie. Sie lebt schon seit längerer Zeit getrennt von ihm. Als Unterlage für seine Schwindeleien diente Lehmann nament lich auch seine Wohnungseinrichtung, die 27 000 Mark wert sein sollte. Es gelang ihm, fie nicht weniger als 31mal für je 2000 Mart zu verpfänden, so daß er darauf im ganzen 62 000 Mart erhielt. Keiner der Gläubiger wußte natürlich von dem Pfandrecht des anderen. Endlich verkaufte er auch noch die so oft verpfändete Einrichtung. Auf andere Unterpfänder verschaffte sich Lehmann noch 200 000 Mart. Nach einem Aufenthalt in Paris kehrte er, nachdem seine Mittel erschöpft waren, nach Berlin zuritd. Bulegt wohnte er in einem Penfionat am Bismarckplay. Unterdessen liefen gegen ihn von Geschädigten verschiedene Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein. Die Folge war, daß Lehmann verhaftet wurde. Die Jagd auf den Spion Glauk hat in Leer zu einer merkwürdigen Verhaftung geführt. Die„ 3ta. für Ostfr." erzählt darüber: Es wird um die mitternächtliche Stunde gewesen sein, daß einem in der Nähe der Post patrouillierenden Nachtwächter ein männliches Individuum auffiel, daß dem Beamten eini= germaßen verdächtig vorkam. Rasch benachrichtigte er den nächstwohnenden Polizeisergeanten, und vereint machten sie sich auf, dem verdächtigen Fremden auf den Bahn zu fühlen. Dieser stand rubia Rede und Antwort und wies eine Legitimationskarte vor, die auf den Namen des Polizeiwachtmeisters Gerdes aus Wilhelmshaven lautetc. Man glaubte dem Manne aber nicht; eine Legitimationstarte fann ta gestohlen oder gefälscht sein. Kurzum der Fremde wurde in die Mitte genommen und mußte mit zum Bolizeiarrestlokal marschteren. Dort tamen bei der üblichen Leibesvifitation ut. a. eine Browningvistole und ein Dietrich zum Vorschein. Angesichts diefes Einbrecherwerkzeugs war es für die Beamten so gut wie ausgemachte Sache, daß der Häftling fein anderer fein könne als der vielaesuchte Wilhelm Glauß. Zumal auch einige äußere Merkmale in der Erscheinung des Arrestanten mit Angaben in dem hinter dem Schußmann- Spion Glauß erlassenen Steckbriefe übereinstimmten. Man kann sich wohl denken, welch' hohes Entzücken die Polizei bet dem Gedanken empfand, einen so ausgezeichneten Fang gemacht zu haben. Noch in der Nacht ging ein Telegramm nach Wilhelmshaven ab. Und nach wenigen Stunden war auch die Antmort da. Die Königliche Polizeiverwaltung Wilhelmshaven legitimierte den hter in Haft fißenden Fremden in aller Form als ihren Polizeiwachtmeister Gerdes, der ausgeschickt set, Wilhelm Glauß zu fangen. Schleunigst holte man nun den so arg verkannten Boltzetwachtmeister aus seiner Belle heraus und setzte ihn unter vielen Entschuldigungen in Freiheit. Da es bislang nicht üblich war, die Kabe einzusperren, wenn man die Maus fangen will, wird über diesen erheiternden Zwischenfall wohl noch viel und herzlich gelacht werden. Eine gransame Kindesaussehung. Die Untat einer Mutter, die trop aller Roheit doch ein gewisses Mitleid verdient, befchäftigte am Sonnabend das Berliner Landgericht. Aus der Unterfuchungshaft wurde das neunzehnjährige Dienstmäd= chen Luise Schröder vorgeführt, um sich wegen Kindes= ausseßung zu verantworten. Sie war feit threm 14. Lebenslahre auf dem Lande in Stellung. Als ste zum erstenmal in einer größeren Stadt, in Frankfurt a. D., Stellung erhielt, lernte ste dort einen Maurer kennen, mit dem sie ein Liebesverhältnis einging. Als sie ge= rade 17 Jahre alt war, gab fie einem Knaben das Leben, den sie in ihrem Heimatsort Ortwig in Pflege unterbrachte. Sie arbeitete stets fleißig und bezahlte auch pitnktlich das Pflegeld von 12 Mart monatlich. Der Vater des Kindes zahlte nichts, so daß die Angeflagte von ihrem geringen Lohn allein für den Unterhalt des Kindes aufkommen mußte. Im Herbst d. J. blieb sie zum erstenmal das Pflegegeld schuldig, da ste nach ihrer Angabe völlig abgerissen" war and für sich sethst Anschaffungen machen mußte. Da die 17,50 Mark Lohn nicht ausreichten, mußte sie auch den Lohn für den nächsten Monat für sich verwenden und konnte wiederum das Pflegegeld nicht bezahlen. Eines Tages erschien die Frau, bie das Kind in Pflege hatte, bei der Dienstherrschaft der Sch. und brachte ihr den fett 2 Jahre alten Knaben zurück. In dieser verzweifelten Lage faßte die Angeklagte den Entschluß, sich des Kindes zu entledigen. Sie fuhr zu ihren Eltern, die jedoch die Aufnahme des Kindes ablehnten, da ste selbst noch fleine Kinder besißen und in dürftt= gen Verhältnissen leben. Nun ging die Sch. mit ihrem Kind in eine Schonung hinein, zog ihm hter das Jäckchen über den Kopf und band die Aermel auf dem mich verhaften zu lassen. Aber auch, wenn das nicht der Fall gewesen wäre, mußte es früher oder später zu der heutigen Katastrophe kommen. Denn was ich unter dem Umgang mit jenem Menschen gelitten habe, ist unsägItch. Er hat mich zu allem verführt und mich gequält und gefoltert wie ein böser Dämon. Oft war ich dabet, alles zu veraten; aber dann drohte er, die ganze Schuld auf mich allein zu wälzen, und ich hielt fetge mit meinem Geständnis inne. Jetzt aber kann ich offen alles ge= stehen. O, wie wohl das tut! Ist Polfzet hter?" Der Polizeikommissar trat vor. Das ist gut. So kann ich meine Aussage vor einer Amtsperson machen." „ Ste Sie haben meine Mutter ermordet?" fragte Frizz erregt. " Nein, nein," unterbrach ihn Felicia,„ der andere war es." „ Lassen Sie mich erzählen, und unterbrechen Ste mich nicht!" bat der Verwundete. Ich fühle es, ich habe nicht mehr viel Zeit. Also, vor allen Dingen, nicht tch, sondern fener Tote war der Mörder. Er war etn verwegener Bursche, der schon manches in fremden Ländern auf dem Kerbholz hatte, und Itef schon lange ohne Engagement umher. Immer sprach er davon, daß er einen gewagten Coup unternehmen wolle, um sich wieder auf einen grünen Zweig zu bringen. Da hörte er durch mich von dem Testament und dem vielen Geld, und sofort war sein Plan fertig. Er wollte den Garten auf Stelzen durchschreiten, so daß niemand seine Spur finden konnte, zum Fenster hineinsteigen und die Sum me an sich nehmen. Wenn aber die Frau erwacht und Dich dabet überrascht? wandte ich ein. Nun dann, sagte er, dann bleibt mir nichts anderes übrig als und er zeigte sein scharfes großes Messer. Ich wußte, daß es wohl der Mensch dazu war, sein Wort wahr zu machen, und selbst vor dem Aeußersten nicht zurückschreckte. Da bltzte ein teufitscher Gedanke in ihm auf. Könnten wir es nicht so einrichten, fragte er, daß es ausftebt. als | Rücken zusammen, so daß sich das arme Wesen nicht be wegen fonnte. Sodann steckte sie das Kind mit dem Kopf voran in ein Kaninchenloch und verstopfte den Eingang mit Reisig und Sand, den sie noch besonders festtrat. Das bedauernswerte Kleine Geschöpf ist nur durch einen wunderbaren Zufall vor dem Tode bewahrt wor den. Jenes Kaninchenloch hatte in geringer Entfer nung einen zweiten Ausgang, durch den frische Luft einströmte, so daß das Kind wenigstens atmen konnte, Zugleich bildete diese Deffnung aber auch eine Art Sprachrohr, so daß zwei Arbeiter, die zufällig am näch sten Tage an diesem Loche vorbei kamen, zu ihrem Er staunen das klägliche Winseln eines Kindes herausschal len hörten. Sie gingen der Ursache nach und zogen da noch lebende Kind in einem bejammernswerten Zus stande aus dem Loch. Dem armen Kinde waren infolge der Einschnürung die Arme und Beine blau angeschwollen und fast abgestorben. Nachdem es sich einigermas Ben erholt hatte, brachte es zuerst die Worte heraus: Au, tut weh!" Das Kind, das jetzt wieder völlig gefund ist, wurde von der Waifenverwaltung anderwets tig in Pflege gegeben, während die bald ermittelte Mutter verhaftet wurde." Vor Gericht erklärte die Angeklagte auf die Frage des Vorsitzenden, daß sie die Absicht hatte, das Kind verhungern zu lassen. Da die Angeklagte schon in der Voruntersuchung zugegeben hatte, mit voller Ueberle gung den Plan zur Tötung des Kindes gefaßt zu ha ben, erklärte fich die Straffammer für unzuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht. Eine monarchistische Republik in China? Nach einer Haniauer Meldung der Frankfurter Zet tung haben sich die meisten Delegierte der Revolutionäre bereit erklärt, die Friedensbedingungen Juanschikais, des gegenwärtigen Vertreters der Regte rung, anzunehmen. Diese Bedingungen, die Juanschitat mit dem chinesischen Kabinett ausgearbeitet hat, umfas sen nach der Meldung eines Petersburger Blattes 32 Bunfte. China wird demnach monarchische Repu blit. Jede Provinz wird zum Staate. Der jetzige Statser wird König. Die Königswitrde ist erblich. Der Kö nig nimmt nicht teil an den Entscheidungen über staatItche Angelegenheiten. Der Präsident wird vom ganzen Wolfe auf vier Jahre gewählt. In thm wird die gesamte administratvie Gewalt konzentriert. Er erklärt Krieg und Frieden und schließt Verträge auf den Beschluß des Parlaments ab. Das Parlament besteht aus zwet Kammern und aus den gewählten Vertretern der Staaten. Die Beschlüsse find endgültig; weber der König noch der Präsident haben ein Vetorecht. Mandschus und Chinesen haben die gleichen Rechte. Dem König und dem Präsidenten werden die gleichen Ehren erwiesen. Nach einer neueren Meldung aus Schanghat haben die Verhandlungen der revolutionären Führer bisher zu folgendem Resultat geführt: Die Mandschu- Dynastie wird abgeschafft, China wird Republik und Juanfchikat erfter Präsident. Das erste Kabinett wird von der republikanischen Kammer gewählt. Bum italienisch- türkischen Krieg. Die„ Agence orientale" meldet, daß beim Kriegsministerium in Konstantinopel Nachrichten von türki fchen Küstenplätzen eingetroffen sind, wo man überall italienische Kriegsschiffe beobachtete, die unweit der Küste freuzten. So fah man gestern in Saloniki 15 Kriegsschiffe, die mit östlicher Richtung den Kurs nahmen. In Smyrna wurden zwei italienische Kreuzer und zwei Torpedobonte gesichtet. In Trapezunt sah man mittags 5 italienische Kriegsschiffe bet Syrakus auftauchen, die füdwärts fuhren. Demzufolge glaubt man, daß die italienische Flottenaktion unmittelbar bevorsteht. Aus Tripolis wird gemeldet: Tausende von wohlbewaffneten Arabern versammeln sich seit drei Tagen in Azizia, etwa 60 Kilometer südlich von Tripolis. Der Vormarsch der Italiener nach Azizia soll bevorstehen. Er wird mit mindestens 20,000 Mann Infanterie und Artillerie unternommen werden. Auch werden die betden lentbaren Luftschiffe an der Expedition teilnehmen. Die Jtaltener beabsichtigen durch einen schnellen Vormarsch die türkischen Streitkräfte im Innern aufzu= reiben. Handel und Verkehr. Eine erfreuliche Steigerung des Handels von Deutsch- Oftafrika hat das erste Quartal des Kalenderfahres 1911 aufzuweisen. Die Einfuhr über die Küstenzollstellen betrug in den dret ersten Monaten 9 530 386 M, gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres eine Steigerung von 3 205 671. Die Ausfuhr betrug 3 849 806, gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 577 912. Hierzu kommt noch der Handel über die Zollstellen der Binnengrenze. Derselbe betrug in Ein- und Ausfuhr zusammen 2 387 803 M, gegenüber den dret Monaten des Vorjahdes eine Steigerung von 62 879 M wenn der Alte sie getötet hat? Das wäre nicht schlecht, pflichtete ich bet, aber wie willst Du das machen? Da veranlaßte er mich, jenen aufgefundenen Zettel zu schreiben. Ich hatte ja die Unterschrift des Herrn von Marleben gesehen, einige Briefbogen, die den seinigen glichen, vom Büro her zu Hause und bemühte mich, seine Schrift aus dem Gedächtnis nachzuahmen. Das, fagte er, hohnlachend, das will ich, wenn es zum Schlimmsten tommen sollte, dort in der Nähe des Alten niederlegen mitsamt dem Bleistift. Auch das schöne Testament werde ich mir zur Erinnerung mitnehmen. Dann kann fich die wohllöbliche Polizei den flugen Kopf zerbrechen." Ste Schurfe," fonnte sich Friß nicht enthalten auszurufen, warum gingen Sie darauf ein?" " 1 „ Ach," seufzte Frank,„ ich will auch das gestehen was mich dazu trieb- das war Eifersucht „ Eifersucht?" " Jadenn ich hatte mich in Frau von Marleben verliebt." - ,, Und Ste konnten zugeben, daß sie getötet wurde?" " Meine Liebe hatte sich in Haß verwandelt. Niemand hat es erfahren, wie ich fie in der ersten Zeit mit met nen Blicken verfolgt habe und dann gewagt habe, thr meine Empfindungen zu gestehen. Es war auf einem Unterhaltungsabend, wo ich zufällig neben sie zu fizzen tam. Da aber hat sie mich verächtlich angesehen und mir gefagt, daß ich wahnsinnig sein müsse, wenn ich als Mensch in so untergeordneter Stellung, die in ihren Augen der eines Dieners gliche, es wage, metne Blicke zu ihr zu erheben. Sollte das noch einmal vorkommen, so würde ich mich vor aller Welt lächerlich machen. Das fagte sie so hochmütig und sah mich dabei so wegwerfend an, daß sich mein Inneres vor Wut aufbäumte. ( Schluß folgt.) Ein Weihnachtsgeschenk - erhält jeder, der in der Zeit bis Weihnachten in unseren Kaffee Filialen für mindestens 1 Mk. Waren einkauft. unter 1.40 Mk. das Pfund und Zucker ausgenommen. 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Seipzig, im Dezember 1911. - Der Borstand des Deutschen Buchdruder- Bereius. Dr. Jetersmann- Leipzig, Borsigender - - - - - Wilhelm Beh. Rommerzienrat Wilhelm är- Beipzig Bal- Berlin.anhwik- Stettin Albert Broschek- Hamburg 1. Georg Bürenkein- Berlin Otto Edler- Hannover- J. 3. Graßl- München Ernst Hab: rland- Leipzig Barras- Halle Dr. Jiktor linkhardt- Leipzig Engen Wahlan- Frankfurt a. M. Mar Heusch- Breslau. Neven and- Rel Geb. Kommerzienrat Dr. J. Heven JuMont- Straßburg- Kommerzienrat Hans Oldenbourg- München- Eugen Zieger- Stuttgart Georg Wagner- Posen. - - - Franz Kohler, Generalsekretär. Bewerber, nicht unter 25 und nicht über 35 Jahre, wollen sich bis 1. Januar 1912 bei uns melden. Gießen, den 13. Dezember 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Fahrräder von M. 58 and Militaria Zollerräder la. Das Beste der Nemelt Hart Jar i.Dienst d. Armee-, d, Pog Sta Irönre, prica a Fabrikate 20 Esenb. u.Zonbeame probl Neueste Singer- Nähmaschine Krone! Konkurrenzies, Die hocharm. 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