Wie die Deutschen in Kamerun leben. Wie die Deutschen in Kamerun leben. Kamerun- Szenen. ΟΙ Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen olertelfährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Bfg. Erscheint Bürgermeisterei - Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießeuer Zeitung" G. m. b. H. Nr. 199. Telephon: Nr. 362. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. September 1911. *) Unser Kaiser- Regiment kehrt morgen Mittwoch aus dem Manöver zurück. Ende der Divisionsmanöver. Samstag nachmittag 1 Uhr wurde bei Cronberg„ Das ganze Halt" geblasen. Das Ertönen dieses mit Jubel aufgenommenen Signals bedeutete den Schluß der Manöver in der 21. Division, welche sich im Laufe der Woche abgespielt hatten. Korps Manöver. Die Führung der 21. Division hat Generalleutnant Scholz wieder über nommen. Die Division stellt im Korpsmanöver die rote Partei dar, die blaue Partei ist die Großh. Hessische 25. Division. Die Kriegslage ist folgende: Blaue Kräfte haben zwischen Boppard und Koblenz den Rhein überschritten und bedrohen Mainz und Frank furt. Eine rote Armeeabteilung rückt von Frankfurt ihnen entgegen, um den Vormarsch der Blauen ins Stocken zu bringen. Diese rote Abteilung ist Montag in der Frühe aus den Quartieren in Cronberg und Umgegend angerückt; sie marschiert mit der Hauptmacht nach Kamberg. Die Kavalleriebrigade unter Oberst von Wechmar ist um ein drittes Kavallerie- Regiment, der hess. Gardedragoner, verstärkt. Die rote Reiterei ist in Eilmärschen vorausgeeilt und hat in der Mittagsstunde die wichtigsten Uebergänge an der Aar in Besitz genommen. Der Anmarsch der Blauen wird von Balduinstein aus erwartet; die Vorposten haben bereits Fühlung. Das Gefecht entspinnt sich voraussichtlich mit Tagesanbruch. Das Hauptquartier ist in Dauborn, * Die Obst ernte an den Straßen des Kreises Gießen wird nach den amtlichen Schätzungen 1800 Zentner Aepfel und 300 Zentner Birnen gegen zusam men 6000-6500 3entner im Vorjahr ergeben. Die Früchte, besonders Aepfel, sind zuckerreicher, aromatischer und gut ausgereift, daher fester und durchschnittlich größer als im Vorjahr. Die Bäume, die ihren Stand punkt in höherer Lage haben, haben eine weit bessere Ernte, als die in den Tälern stehenden. Der Kreis Gießen hat rund 15 000 Obstbäume längs seinen Kreis= straßen stehen. des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberheffens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. = *) Ein moderner Weltstadt- 3irkus auf Reisen. Zirkus Otto Mark trifft am Donnerstag, 21. Sept. in eigenen Sonderzügen in Gießen ein und eröffnet an demselben Tage abends 8½ Uhr sein auf nur 5 Tage berechnetes Gastspiel auf dem Oswalds Garten. Zirkus Otto Mark gastierte in fast allen Haupt- und Residenzstädten des In- und Auslandes mit geradezu beispiellosem Erfolge. Die Original- Freiheits- und Massendressuren erregten überall die größte Bewunderung beim Publikum und bei der Presse. Die Schar der Artisten setzt sich aus nur erstklassigen Künstlern und Künstlerinnen aller Nationen zusammen. Anmutige Damen und die verwegensten Jockenreiter und Reiterinnen der Gegenwart wechseln ab mit Akrobaten, Schlangenmenschen, Drahtseil- und Trapezkünstlern, Messer und Lassowerfern, chinesischen Gauflern, Kunstschü zen usw. Dazwischen aber geben die urkomischen Auguste und Clowns mit ihren zwerchfellerschütternden Wizen und Späßen dem Programm die heitere Note. Eine einzige Vorstellung im Zirkus Otto Mark gibt einen Ueberblick über die erlesensten artistischen Künste der Erde. *) Der Niedermörlener Raubmord wird am 28. und 29. September vor dem Schwurgericht verhandelt. == Gießen, 19. Sep. Die Dekanats- Sy= node des Dekanats Gießen findet morgen Mittwoch vormittag in dem Konfirmandensaal der Johanneskirche dahier statt. Die Verhandlungen sind öffentlich und beginnen mit einer von Pfarrer Barth- Großen- Buseck geleiteten gottesdienstlichen Feier um 9 Uhr. Besonderes Interesse dürfte das Referat von Pfarrer Köhler- Steinbach erregen über„ Volkserziehung u. Volkserholung". * Gießen. Der in Haft genommene Heinrich Müller aus Niederdorfelden war zugegen, als der Mörder Gunderloch in einem Hanauer Geschäft die Waffe kaufte, mit der er seine Familienmitglieder niederknalite und mit der er sich dann selbst tötete. Gunderloch, der unschlüssig dem Verkäufer gegenüberstand, ist von Müller erst aufgefordert worden, zu sagen, was er brauche und hat dann ein Gewehr verlangt, welches Müller bezahlt hat und zwar mit einem größeren Geldschein, der gewechselt wurde. Die ganze Art, wie Müller sich an( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 19. September 1911. | geblich bei dem Handel benommen haben soll und was er dabei gesprochen hat, bildet ein sehr belastendes MaZwed terial dafür, daß er gewußt hat, für welchen Gunderloch die erstandene Waffe haben wollte. *) Heuchelheim. In der Nacht auf Montag brannten die Scheuern des W. Henkelmann und F. Volkmann nieder. *) Leihgestern. Am Sonntag wurde hier das Jahresfest für innere Mission im Dekanat Gießen gefeiert. Pfarrer Weber- Langgöns hielt in der vollbesetzten Ortskirche die Festpredigt. Der Kreis Gießen der Gesellschaft f. i. M. hat im letzten Jahre 93 3wangszöglinge in Anstalten und 37 in Familien untergebracht. mit Butzbach. In der geschlossenen Mitglieder= Versammlung der Landesversammlung des Ev. Bundes am Montag waren 55 3weigvereine vertreten mit im ganzen 150 Vertretern. Dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Pfarrer D. Waitz- Darmstadt, ist folgendes zu entnehmen: Es bildeten sich im Berichtsjahr achtzehn Zweigvereine mit 1416 Mitglieder neu, sodaß der hess. Hauptverein nun 171 3weigvereine mit 18 323 Mitgliedern zählt( im Vorjahr: 15 692 Mitglieder, also mehr 2631.) Dazu kommen 27 angeschlossene Vereine 6468 Mitgliedern( im Vorjahre: 5395 also mehr 1073); somit hat der Ev. Bund insgesamt im Großherzogtum Hessen 24 791 ev. Männer unter seiner Fahne geſammelt( 3704 mehr als im Vorjahre). Der Bericht hebt als besonders hervor, daß Rheinhessen den kleinen Rückgang von 233 Mitgliedern, der im vorigen Jahresbericht vermerkt werden mußte, nicht nur wieder ausgeglichen, sondern seinen Bestand von 1908 um 642 Mitglieder überschritten hat. D Nieder Moos, 16. Sep. Heute Morgen fand die Ausfischung des hiesigen Teiches bei einer so großen Anzahl Zuschauer, wie sie lange Jahre nicht zu sehen war, statt. Das Ergebnis war ein äußerst günstiges. Es wurden 170 bis 200 Zentner Karpfen im Gewicht von 2 bis 8 Pfund ausgefischt. Der Preis der Einzelgabe war auf 65 Pfg. pro Pfund festgesetzt. Der Versand an Händler in Frankfurt a. M., Wiesbaden, Eisenach usw. erfolgt morgen Mittwoch. * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pig. die 44 mm breite Inseratenzelle.- Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. die von dem Angeklagten verfaßt und in der von ihm verlegten Zeitung zur Veröffentlichung gebracht worden sind. Die öffentlichen Angriffe gipfeln hauptsächlich in der Behauptung, daß die Polizeiassistentin eine große Anzahl von Personen unnötig belästigt, teilweise sogar durch ihr Dienstmädchen in unzulässiger Weise bespitzelt" habe. Die Stellung einer Polizeiassistentin der Kriminalund Sittenpolizei wurde im Frühjahr 1910 in Mainz neu errichtet. Schon ach einigen Monaten zeigte es sich, daß die Assistentin manches Gute in Ausübung ihres fährdeter Mädchen wieder auf bessere Wege, in gute Berufes geleistet, eine ganze Anzahl gefallener bezw. geStellungen usw. verbracht hatte. Daneben wurden aber auch Bedenken über ihre Tätigkeit in nicht geringem Umfang laut. Das Zeugenmaterial dieses Monstreprozesses ist so bunt zusammengewürfelt und vielseitig, wie noch selten in solcher Form sich einem deutschen Gerichtshof produziert haben dürfte. Auf der einen Seite Offiziere, Juristen, Beamte mit dem Oberbürgermeister an der Spitze, auf der Jenseite Bordellbesitzer, Prostituierte, entlassene Kranke und ehemalige Obdachlose. Kommt nicht nach kurzer Verhandlung ein Vergleich zwischen den Parteien zustande, so werden die für den Prozeß vorgesehenen drei Verhandlungstage faum hinreichen, um die Sache zu Ende zu führen. es )=( Wetzlar. Die Fusion Buderus Ge= werkschaft- Massen ist nun perfekt. Zwei der größten industriellen Betriebe haben damit Interessen- Bemeinschaft erhalten. *) Krofdorf. Das letzte Schützenfest hat noch ein Nachspiel gehabt. Der Vorsitzende, Schneidermeister Röhrsheim, hatte einen polizeilichen Strafbefehl über 20 Mt. erhalten, weil er als Vorsitzender des Schützenvereins eine öffentliche Tanzbelustigung ohne polizeiliche Genehmigung veranstaltet haben sollte. Seine Berufung ist vom Schöffengericht Wetzlar verworfen worden, indem das Gericht der Aussage des R., die betr. Lustbarkeit sei keine öffentliche gewesen, auf Grund der Auch der Beweisaufnahme nicht beitreten konnte. Gastwirt Freund hatte einen polizeilichen Strafbefehl über 20 Mt. erhalten, weil er die oben erwähnte Tanzbelustigung in seinem Lokal geduldet habe. Seine Berufung führt zur Freisprechung. Der Gerichtshof nahm zu seinen Gunsten an, daß er nicht habe wissen können, ob und wieviel Gäste der veranstaltende Verein eingeladen hatte. - Wettsaasen. In den Waldwiesen der Rainsbach" läßt gegenwärttg das Eisensteinbergwerk zu Nieder- Ohmen nach Eisensteinen schürfen. Mehrere Bersuchsschächte sind schon gegraben worden, weitere folgen. Man will an die 50 solcher Schächte schlagen. Schon vor einem Jahrzehnt hat man in diesem Bezirk Frankfurt. Ein frecher Raubanfall nach Eisensteinen gegraben. Damals zeigten sich reiche wurde am Samstag abend in einem Hause an der FiLager an Eisensteinen. Sind die gegenwärtigen Pro- schergasse auf eine Prostituierte verübt. Ein unbekannter beschächte erfolgreich, so werden die Eisensteine aus der Rainsbach wohl mittelst Drahtseilbahn nach NiederDhmen geschafft. * Büdingen. Hier tagte eine Versammlung sozialdemokratischer Delegierten aus Landtagswahlkreis Büdingen, welche beschloß, als Kandidaten zu den kommenden Landtagswahlen den Genossen Schaub- Büdesheim aufzustellen. *) Büdingen. Die ehemaligen und noch lebenden Schüler des Wolfgang Ernst- Gymnasium werden am 23. und 24. September hier eine gesellige 3u sammenkunft haben. * Darmstadt, 18. Sept. Fürst zu Solms. Lich mit dem Erbprinzen Philipp trafen am 16. ds. Mts. zu Jagdschloß Wolfsgarten ein und nahmen daselbst Wohnung. waren. * junger Mensch überfiel dort ein Mädchen, würgte es am Halse, bis es bewußtlos war und flüchtete dann mit den Ersparnissen des Mädchen, die er aus dem Schrank raubte. Der Täter entkam. -no- Frankfurt a. M. Die 63. Hauptversammlung des Ev. Vereins der Gustav Adolf- Stiftung findet vom 22.- 25. September 1911 in Frankfurt a. M. statt. Für das gemeinsame Liebeswerk sind vom Zentralvorstand die Gemeinden Banjaluka in Bosnien, Donaueschingen in Baden und Xions in Posen vorgeschlagen worden. Wiesbaden. Das von der Handwerkskammer und dem Innungsausschuß ins Leben gerufene Handwerkersekretariat wird zum 15. Oftober eröffnet. Der Ratskeller wurde an die Münchener Pschorrbrauerei für 12 500 Mt. verpachtet. Bisher betrug die Jahrespacht 22 000 Mt. Darmstadt. Am Sonntag fanden auf der Rennbahn Rad- Rennen statt, die stark belegt Vor Beginn der Konkurrenzen fuhr der Weltmeister über 1000 Meter, Christian Rohde- Mainz, eine Ehrenrunde. * Offenbach a. M. Dr. Leopold Flugge hat der Stadt ein Vermächtnis von 22 800 Mark vermacht mit der Bestimmung, daß die Zinsen zum Zweck der Säuglingsfürsorge verwendet werden sollen. Mainz. Jm großen Schwurgerichtssaale des neuen Justizgebäudes dahier trat heute Dienstag früh um zwei 8 Uhr die Erste Straffammer zusammen, Beleidigungsflagen zu verhandeln, die auf Antrag der Bürgermeisterei und des Polizeiamts von seiten der Staatsanwaltschaft gegen den Chefredakteur des„ Mainzer Neuesten Anzeigers", Zeitungs- und Druktereibesitzer Heinrich Hirsch, erhoben worden sind. Als Nebentläger werden in diesem Prozesse fungieren Bürgermeisterei- Beigeordneter Berendt und Frau Dr. Schapiro, Assistentin der Kriminal- und Sittenpolizei der Hauptstadt der Provinz Rheinhessen. Zu den Verhandlungen sind 300 3 eugen geladen worden. Den Anstoß zu dem Prozesse bot eine Serie von Artikeln, Kinder, die nicht gedeihen und in der Entwickelung zurückbleiben, bedürfen unbedingt ein Nähr- und Kräftigungsmittel um das Blut in einen solchen Zustand zu versehen, der unbedingt notwendig ist zur förperlichen und geistigen Entwidelung. Dies wird ohne Zweifel am besten durch Leciferrin erzielt und wird dieses auch von Aerzten mit Vorliebe verordnet. Leciferrin führt dem Blute die demselben nötigen Bestandteile zu, und reguliert sogleich die Verdauung und Assimilation der Speisen, wodurch die Kinder zusehends an Gewicht und Kräfte zunehmen und sich auch geistig besser entwideln. Leciferrin ist sehr angenehm von Geschmack, und wird von allen Kindern gerne genommen. Man achte beim Einkauf auf den Namen Leciferrin( Leciferrin ist eine Obo- Lecithin Eisen Verbindung) und zum Preise bon M. 3.-( längere Zeit ausreichend), in den Apotheken zu haben, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Kronprinzessin Cecilie. Bu ihrem 25. Geburtstage. Rundschau vom Cage. Politisches Der Aufenthalt des Kaiferpaares in Gadinen dautert bis zum 20. September. Das Kaiserpaar reift dann nach Braunsberg( Ostpreußen), wo der Kaiser eine Besichtigung des Landesgestüts vornehmen wird, während die Kaijerin einige Besuche in Krantenanstalten zu machen gedenkt. Von Braunsberg aus erfolgt die Weiterreise über Königsberg und Insterburg nach Rominten. Das Hoflager in Rominten dürfte am 5. Oftober abgebrochen werden. Bei den Landtagswahlen in Schaumburg- Lippe, die am Sonnabend vollzogen wurden, gewannen die Sozialdemokraten den zweiten Wahlfreis im ersten Wahlgange. In zwei Wahlkreisen find ihre Kandidaten in bte Stichwahl gelangt. In Bückeburg wurde ein NaHonalliberaler wieder-, ein anderer neugewählt. Von den Fortschrittlern hat sich nur einer behauptet, während zwei andere thre Mandate in der Stichwahl zu verteidigen haben. Wiedergewählt ist auch der Neichsparteiler Brunstermann und zwar unter erdrückender Mehrheit. Die Sozialdemokraten haben einen großen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Am kommenden Mittwoch, den 20. September, wird bie Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von PreuBen Cecilie das Fest thres 25. Geburtstages fetern. Wo treugesinnte Deutsche wohnen, wird man der jungen und lieblichen Gemahlin des Erben der Kaisertrone mit den herzlichsten Wünschen gedenken. Jm Refidenzschlosse zu Schwerin tam sie am 20. September 1886 zur Welt als das jüngste von den drei Kindern des regterenden Großherzogs Friedrich Franz III, von Mecklenburg und der Großherzogin Anastasia, gebo= renen Großfürstin von Rußland. Seine schwankende Gesundheit nötigte ihren Vater, sich meist fern von seinem nordischen Vaterlande, an der Küste des Mittelmeeres aufzuhalten. Dort in der Villa Wenden in Cannes, wuchs die Herzogin Cecilie auf, und die fröhliche Munterfeit ihres Wesens, thre natürliche Anmut find vielleicht auch darauf zurückzuführen, daß sie die Jahre, in denen man die ersten bleibenden Eindrücke empfängt, unter der leuchtenden Sonne des Südens verlebte, wo die Menschen einen offeneren Blick und einen empfänglicheren Sinn für die Schönheit des Daseins besitzen. Aber von deutschen Lehrern empfing Herzogin Cecilie ihren Unterricht, in der Kirche zu Schwerin legte fie pas Bekenntnis thres Glaubens ab und die deutsche Solonte von Cannes war ihr Umgang. Im Sommer 1908 führte irgend eine höftsche Gelegenheit den deutschen Kronprinzen und die jugendliche mecklen burgische Prinzessin zusammen. Man sagt, daß sie sich schon damals lieben lernten und ihr Wort tauschten. Der Kronprinz zählte zu jener Belt nur 21, die Herzogin Cecilie nur 17 Jahre. Deshalb sollte die Verlobung erst am 20. September 1904, am 18. Geburtstage der Herzogin, öffentlich fundgegeben werden. Aber der Kronprinz fonnte sein Glück nicht so lange verheimItchen; er teilte es schon einige Tage vorher, von Gelbensande aus, wo er bet der Familie seiner Verlobten weilte, einigen Freunden und Verwandten mit, und so erfuhr auch die Welt davon. In der Kapelle des Berliner Schlosses ward die Vermählung am 6. Junt 1905 vollzogen, nachdem die fünftige Kronprinzessin thren feierlichen Einzug in Berlin gehalten hatte. Man weiß, wie außerordentlich glücklich dieser fürstliche Lebensbund sich gestaltet hat, wie schnell die KronprinBeffin Cecilie fich in ihrer neuen Heimat alle Herzen eroberte. Dret Snaben hat sie ihrem Gemahl geschenkt, fräftige, blonde und blauäugige kleine Hohenzollern, denen sie die sorgsamste und zärtlichste Mutter ist: Prinz Wilhelm, geboren am 4. Juli 1906, Prinz Couts Ferdinand, geboren am 9. November 1907, und Prinz Hubertus, geboren am 30. September 1909. Der glattere Fortgang. Eine Bitte um Zeuerungszulage. Seitens des Verbandes deutscher Eisenbahnhandwerker und Arbeiter wird eine Eingabe an den Eisenbahnminister vorberettet, um eine Teuerungszulage für die Mitglieder zu erlaugen, weil die Preise für Lebensmittel in der letzten Zeit eine bedeutende Steigerung erfahren haben. Der sozialdemokratische Parieitag ist am Sonnabend geschlossen worden, nachdem noch eine vom Abgeordnefen Liebknecht begründete Resolution gegen die Vergewaltigung Finnlands angenommen worden war. Bebel wurde als Vorsigender gewählt, Haase als zweiter Vorsitzender. Weiter wurden in den Vorstand gewählt als Kassierer Gehrisch, als Schriftführer Braun, Ebert, Molfenbuhr, Müller, Pfannkuch und Scheidemann. Der nächste Parteitag findet in Chemnitz statt. Daß die Marokkoverhandlungen einen befriedigenden Fortgang nehmen, geht aus einer offiziösen Verlautbarung hervor, die die„ Nordd. Allgem. 3tg." veröffentItcht. Es heißt darin: Der vorausgesagte glattere Fortgang der Marokkoverhandlungen nach der Pause ist tatsächlich eingetreten. Die Blätter berichten glinstig über eine Unterredung am Freitag nachmittag, in der zwischen dem Staatssekretär v. Kiderlen und dem Bot= fchafter Cambon die Antwort Frankreichs auf Deutschlands Bemerkungen zum Entwurf der abzuschließenden Uebereinkunft erörtert wurde. Die Antwort trägt in einem Teil den deutschen Wünschen Rechnung, bezügllch eines weiteren Tells ist es gelungen, die Auffassungen der beiden Mächte soweit zu nähern, daß bei einigem guten Willen auf beiden Seiten unschwer eine Einigung erzielt werden kann. Ueber einige Punkte herrschen at= Terdings noch solche Gegensätze, daß noch eingehende Verhandlungen nötig sein werden, ehe das Einvers ständnis hergestellt sein wird. Doch ist zu hoffen, daß auch diese Schwierigkeiten werden überwunden werden. Im Manöver verbrannt. Wie die„ Schles. Stg." meldet, brach in Bralin in der Nacht vom Freitag auf Samstag im Hause einer Witwe Feuer aus. Das Haus brannte vollständig nieder. Zwei Füfiltere des 38. Jn fanterieregiments in Glas, die im Haufe einquartiert waren und bereits ihre Schlafstelle aufgesucht hatten, verbrannten. Der Direktor der Siemens- Schudert: Werke und der Siemens& Halske Aktiengesellschaft, Geheimer Baurat Schwieger, als Pionier der elektrischen Bahnbauten weit bekannt, ist gestern in Wiesbaden, wohin er sich zum Kuraufenthalt begeben hatte, im Alter voit 75 Jahren plößlich am Herzschlag gestorben. Umfangreiche Unterschlagungen und Betrügereien sind bei der Augsburger Wechsel- und Diskontobant entdeckt worden. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um Fehlbeträge von mehr als eine Million Mark. Als Schuldiger wird der 31 Jahre alte Kaufmann Friedrich Heiner bezeichnet, der flüchtig ist. Von der holländischen Grenze wird gemeldet, daß unter den Rindviehbeständen eine unbekannte Krantheit sich bemerkbar macht, indem die Tiere plötzlich erblinden. Auch unter den Pferden soll diese Seuche ausgebrochen sein. Binans auf pirfe, ble t mahme an - und war Exfaltan faltung feine Blatten ang wurde aus einem geeign ten und Bidh ben Erinita Der Gr Der dentfie ben Großen bie zwanzig wind von fi ridgelegt. Roborg bere Flieger lebh Schwere Hide Flieger novern des ber Landung were Berl Borben. ber Manöve nichtlicher S On. Sein 3 Schwere ausgedehnter men Elettri die G Fabrit befin Grolofionsto tin Ingenie tet, dret P legt wurden einer neuen Amerikanische Bankräuber haben bei einem Einbruch in der Filiale der Bant of Montreal in New Westminster( Britisch-- Columbia) den Geldschrank mit Dynamit gesprengt und 253 000 Dollars erbeutet. 300 000 Francs bei einer Sparkasse veruntreut. Nach einer Meldung aus Basel wurde der Verwalter der Sparkasse in Saignelegier im Berner Jura wegen Vers untreuungen von über 300 000 Francs verhaftet. Das ganze Affienkapital und der Reservefonds sind verloren. Bei dem Wettrennen in Syracuse im Staate Neuyork rannte ein Automobil in einen Menschenhaufen hinein. Hierbei wurden sechs Personen getötef und vierzehn verletzt; der Fahrer selbst blieb unversehrt. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Die Unruhen in China nehmen einen immer ernsteren Charakter an. Nach einer Meldung aus Schanghai fürchtet man für das Leben der Deutschen in SzetZur Abwehr der Futternot. schuan. Auch die landwirtschaftliche Zentral- Darlehns- Kaffe für Deutschland hat beschlossen, den mit ihr in Verbindung stehenden Genossenschaften in den Notstandsgebieten zwecks Ankaufs von Futtermitteln Ausnahmekredite zum 3insfaze von 3% Proz. zur Verfügung zu stellen. Bedingung für die Gewährung ist, daß die Gelder von den Genossenschaften an ihre Mitglieder zum gleichen Binsfabe weitergegeben werden, wie sie diefelben von der Landwirtschaftlichen Zentral- Darlehnskasse erhalten, und daß sie lediglich zum Ankauf von Futtermitteln Verwendung finden. Der deutsche Warenaustausch in Marokko. Aus der soeben abgeschlossenen Statistik über unseren Warenaustausch mit Marotto ergibt sich, daß tm verflossenen Jahre Ausfuhr und Einfuhr eine Steigerung erfahren haben, die unsere Intereffen an dem Handel mit Marotto fennzeichnet. Unsere Ausfuhr fit von 1,5 Millionen Mark im Jahre 1901 auf 4,9 Honen Mart 1910 gestiegen. In der gleichen Zeit ent wickelte sich die Einfuhr von 3,5 auf 9,1 Millionen Mart. Unsere wichtigsten Ausfuhrartikel, die wir aus Marokko bezogen, waren Mandeln und Schafwolle. 15) Wefferwolken. Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) Die Gräfin strich mit der Hand über Beates fieberheißes Gesicht. Kleine Dachrichten. Das jüngste Kaiser- Regiment. Das in Rostock und Wismar garnisonierende Mecklenburgische Fütfilter- Rgt. Nr. 90, dessen Chefstelle der Kaiser angenommen hat, erhält jetzt an Stelle der Nummer ein auf der weißen Achselklappe eingenähtes W mit der Krone in flachem roten Tuch. " Kind, Kind," jammerte sie, wie Dut aussiehst! Ich muß sofort zum Arzt schicken. Silf, Simmel! Du weißt, daß Du frank bist, wie konntest Du Dich irgend einer Anstrengung, und sei es auch der kleinsten, ausfetzen?" Der Kronprinz, der am Freitag das Kommando des 1. Leibhusaren- Regiments in Danzig übernahm, hat zunächst einen vierwöchentlichen Urlaub angetreten und wird mit der Kronprinzessin Jagdausflüge unternehmen. „ Weil ich mußte! Mutter, well ich gutmachen mußte, was Sie böses zu tun gedachten. Der König von Preußen ist gewarnt. Er weiß, daß man einen Anschlag auf sein Leben plant. Er ist gewarnt. GottIob." Spende des Kronprinzen. Der deutsche Kronprinz Iteß den Gemeinden Schoppernau und Schröcken im Bregenzer Walde, wo er im Sommer zur Jagd wellte, als Armenspende 500 Kronen überweisen. Die letzten Worte tamen leise und mit Anstrengung aus ihrem Munde. Bald darauf schwand thr Bewußtsein, sie lag in Fieberphantasten. ** Malzahnt eilte in das Palats Mocyinskt. Er bes gehrte Se. Majestät zit sprechen und wurde sofort vorgelassen. Was er mit dem König in jener Abendstunde zu verhandeln hatte, ist zwischen ihnen beiden ein Ge heimnis geblieben. Der König war Hef erschüttert. Die Bewegung in der Metallindustrie neigt ihrem Ende zu. Die Metallarbeiter in Leipzig beschlossen, unter den von den Arbeitgebern gestellten Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Metallindustriellen wollen von Montag ab 20 Prozent der ausgesperrten Arbeiter wieder einstellen. Die Aussperrung im niederrheinischen Tabakges werbe ist am Sonnabend nach mehrtägigen Verhandlungen, die mit einem günstigen Resultat fitr die Arbetter endeten, auf der ganzen Linie aufgehoben worden. Am Montag wird die Arbeit wieder aufgenommen. Auf einem Neuban in Mainz stürzten die Zementdecken breter Stockwerke ein und begruben in dem Baut beschäftigte Arbetter unter sich. Vier von ihnen wurden getötet und fünf schwer verlett. Ein weibevolles Hochzeitsfest. Bei einer Hochzeit in Wann bei Essen gerieten die Teilnehmer miteinander in Streit. Es entstand ein wüster Krawall, in deffen Verlauf ein Hochzeitsgast durch Messerstiche tödlich verlezt und aus dem Fenster geworfen wurde. " Malzahn," sagte er, ich stehe tief in Seiner Schuld, damals, vor wenigen Monaten, als er mir Einblick in die Atten verschaffte, hat er sozusagen mein Königreich gerettet. Heute, heute- Er vollendete den Satz nicht, sondern sagte: Sat Er irgendeine Bitte, die ich er. füllen kann, so sprech Er frei heraus." 42 Und Malzahn hatte eine Bitte. Er sagte:„ Vergessen Ew. Majestät, daß Beate von Brühl die Tochter thres Vaters und ihrer Mutter ist." Eine Innungsbrotfabrik. Die ca. 500 Meister umfassende Bäckerinnung in Halle a. S. beschloß mit Rückficht auf die Konkurrenz auswärtiger Brotfabriken eine große gemeinschaftliche Innungsbrotfabrik zu errichten. Große Vernutrennugen wurden auf dem Landratsamt in Essen aufgedeckt. Sie erreichen die Höhe von 23 000 Mark. Der Defraudant, ein Streisausschußsekretär, ist flüchtig. Doyens Mittel gegen die Manl- und Klauensenche. Das von Prof. Doyen in Brüssel vor furzem gegen die Mau und Klauenseuche erfundene Abwehrmittel hat sich nicht bewährt. Daher hat das belgische Ackerbauministerium dem Professor feine Erfindung zuritd gegben. Donen het das Ministerium jedoch ersucht, noch einige Zeit das Mittel zu probieren und ihm dann noch einmal über seine Wirksamkeit Nachricht zugehen zu lassen. " Und nicht vergessen soll der Dienst sein, den sie mir geleistet hat," rief der König mit Wärme.„ Ob fie es Selnet- oder meinetwegen tat, wollen wir jetzt nicht untersuchen, genug, ich danke Ihm. Das übrige findet sich." Malzahn war entlassen. Ein Meeresmuseum in Renyork. Ein Meeresmuseum in Neuyort soll im dortigen Zentralpark errichtet werden. Der Milliardär John Murray hat dafür nicht weniger als 85 Mill. Mart gestiftet. Zur Samm lung des Materials sind bereits mehrere Expeditionen unter Leitung bekannter amerikanischer Tiefseeforscher unterwegs. König Friedrich stand, das Gehörte bedenkend, am Fenster. Nachdenklich blickte er hinaus in den stillen, in der Abendruhe dunkel und schwelgsam daliegenden Garten, in dem doch, durch den Frühling geweckt, neues Leben knospte. Und er erinnerte sich an den wenige Monate zurückliegenden Abend in Sanssouct, da thm der Kurier aus Dresden die alarmierenden Nachrichten Hinterbracht, und verglich ihn mit dem heutigen. Dann ging er an den Schreibtisch zurück und fragte:" Bufall oder Vorsehung?" = Es war schließlich die gleiche Frage, die auch Malzahn stellte. Vermischtes. Eine hübsche Episode aus dem Raisermanöver wird ciner Berliner Korrespondenz im nachstehenden mitge teilt: Am 11. d. M., als die blaue Küstenwacht vor dem roten Feinde zurückwich, wäre beinahe der Kommandeur dieser Division, Generalleutnant v. Windheim, in die Hände des Feindes gefallen, wenn es eben auch in diesem Punkte ganz friegsmäßig zugegangen wäre. Bet Friedland fam in langsamer Fahrt ein blaues Auto mit General v. Windheim die Chaussee entlang. Kein blauer Soldat ist in der Nähe. Diese Gelegenheit benutte eine Patrouille der Wandsbeker Husaren. Gie reifet dem Auto mit gestreckter Lanze entgegen und schon ruft der Führer der Patrouille dem General feinefangen, Erzellenz!" zit. Verdutzt schauen sich die Infassen des Autos an, ganz überrascht von dem Blinken der sechs Lanzen. Der Patrouillenführer lugt unterdessen sehnsüchtig nach einem Schiedsrichter aus, der den General totsagen soll. Diesen Moment benutzt der Chauffeur und in voller Fahrt stieb das Auto davon, die Husaren verdußt hinter sich lassend.... Aus dem vorjährigen Manöver wird eine ähnliche Geschichte erzählt. Als ein General mit zwet Adjutanten ins Gelände zur Refognoszierung ritt, sieht er sich fünf braven Dragonern vom Feinde gegenüber, die ihn gefangen nehmen wollen. Seid Jhr verricht, Keris? Das könn te Euch so passen", ist seine Entgegnung, fofort zuritdgeritten." Und der Feind" ritt dann auch eingeschitchtert zurück. Menzels persönliche Gefühle, der Haß gegen das Haus Brühl hatten ihn veranlaßt, den Inhalt der Geheimakten aus den sächsischen Archiven, die für ben König von Preußen von ungeheurer Wichtigkett waren, zu verraten. Persönliche Gefühle diftierten feine Handlungen; aber an der Tragweite dieser Handlungen ließ sich eine höhere Macht erkennen. War es nicht so? Und heute? Heute war das Leben des Königs bedroht gewesen und wie durch ein Wunder gerettet wor den. Wieder waren es persönliche Gefühle gewesen, die in den Gang der Geschichte eingegriffen hatten. Nicht der Haß war die Triebfeber gewesen, sondern die Liebe. Beate von Britht liebte ihn Bodo von Malzahn-, und da sie wußte, mit welch schwärmerischer Verehrung er an seinem Könige hing, hatte sie es über sich vermocht, ihm die Gefahr zu verraten, damit er feinen Um ber Schönheit willen in den Tod. In Rom soll am nächsten Sonntag die Königin von Rom ausgerufen werden, das schönste Mädchen unter den Schönen aller römischen Stadtteile, das vom Ausstellungsfomitee aus erforen wurde. Der Schönheitsbewerb, der stattfand, hat aber ein Opfer in der Person der sechzehnjährigen Bianca Monti gefunden, der Tochter eines Sektionschefs im Finanzministerium. Sie stürzte sich zum Fenster Herrn warne. So war der König gerettet! Gottlob! Weiter dachte Malzahn heute vorläufig nicht, konnte er nicht denken.. Alles andere lag außer dem Bereiche ruhiger Erwägung - Am nächsten Morgen erhob sich König Friedrich zur gewohnten Stunde, fünf Uhr, und nachdem er seinen Anzug beendet, befahl er sein Frühstück. Auf silbernem Tablett servierte ihm der Kammerhusar die Schokolade. Friedrich öffnete den Deckel der Kanne, der ein eigentümlich starker Geruch entströmte. Dann schloß er sie wieder. Darauf ging er zum Tische, wo die Schelle stand und klingelte. Der Kammerhusar wurde neuem hereingerufen. von „ Ich habe die Bekanntschaft meines Kochs noch nicht gemacht," sagte der König ruhig. Ich möchte ihn heute sprechen..." Nach wenigen Minuten erschien Glasaut. Er war noch nie zum Könige gerufen worden und folgte dem Befehle mit einem geiviffen Herzklopfen. Als er eintrat, drehte sich der König herum und fragte: Ist Er es, der die Bereitung meiner Spetsen, übernommen hat?" " Bu Befehl, Sire," entgegnete der Gefragte ruhig. „ Mir wurde die Ehre übertragen, für Ew. Majestät zu kochen." ,, Dann ist Er es also, der mir meine Morgenschokolade präpariert?" inquirierte der König. " Bu Befehl," stotterte Glasau, ein wenig unruhig werdend, obwohl er sich möglichst Mühe gab, unbefangenheit zu heucheln. ch habe zwet Küchenjungen unter mir, und diesen habe ich zuweilen bie Bereitung der Schokolade übertragen. Darf ich mir die Frage erlau bent, ob diese nicht zur Zufriedenheit ausgefallen ist?" ein Waffers bierdurch Durch die bung des S einander gef anten stehen bert. Obglei Bon den M Seichen gebo ben teils in Bobnung ge Ein an bel Brix ve 8 000 Srone mel Postbea Softbeutel au trägerzimmer od 34 100 S Die Erne Wie der Reubau des M. 3" t Brüfung de gefunden. ind übrigen der Luftschiff worden sind, Der Neubau Berberstellung auf Erneueri men, daß das Am Anschluß Ergebnisse de Ratierma abichließenbe maßgebenden cebniffe beich gebnisie sehr der Brüfung in fommend Reugflotte vo Sen fich auger Auf der Als die Ausbruch des Crtidaften m die Bewohne dem gefäbrde hoffte noch t Galiumite a Lob und Ver Bauern von genzeuge ein Coftbäume it e an die F häft von der Der Kön baß auf dem Gins will res, der Heute," Midte er auf In den herrschers, d tet waren, Ta Der Rönig al bulbig wieder ? Da ftir Megte mit Gnade." Meint iberte der A Berbrecher m night und d Seinen man den Sto worden. Da Feimmis blei In ben Stafe brechen nach Da befa Defterretcher, Raunis nach bem er zuerit Diejen mit der Barum Matt H geftation Fabe am Hof Alien Rundfa Röntg F er hatte erfa 8tg." tag auf Haus 38. J uartiert hatten, te und heimer Bahnwohtn er vort gereien ttobant lungen e Mil re alte Stig ist. et, daß Krant lich er e auss Eins New nt mit 1. Nach er der It Verd verDas Neuhaufen hrt. und r ern Schang Szet Tenche. gegen mittel AckerBurudt, noch dann tgehen eeres rf erdafür Samm Honen orscher r wird mitgeor dem andeur in die uch in e. Bet Auto Kein eit be. Ste 6 schon „ Gee InBlinken unterer den Bt der davon, ☎ dem te er Gebraven fangen fönnBurid schitchOm foll erufen t aller e aus1d, hat en Bitschefs Fenftet Tob! nicht, r dem ich zur fetmen mmerer ein loß er Schelle von h nicht heute r war e dem und Spelfen ruhig. tät zu ichototruthtg befanten un ng ber erlan Hinaus auf die Straße aus Verzweiflung über die Vorwitrfe, bie thr von ihren Geschwistern wegen ihrer Teil nahme an dem Schönheitswettbewerb gemacht wurden und war sofort tot. Exfultan Abdul Hamid amffiert sich. Zur Unterhaltung seines Harems hat er ein Grammophon mit 200 Blatten angeschafft. Auch ein Stinematographentheater wurde aus Parts bezogen und in der Villa Allatini in einem geeigneten Raume aufgestellt. Grammophonplatten und Lichtbildfilms wurden vor der Ablieferung an den Ersultan von drei Bensurausschüssen geprüft. Der Große Belt von einem Deutschen überflogen. Der deutsche Flieger Robert Thelen hat am Sonnabend den Großen Belt von Korför aus überflogen. Er hat die zwanzig Kilometer Entfernung bei einem Gegenwind von sieben Meter Stärke in zwanzig Minuten zurückgelegt. Bei der Ankunft auf dem Flugplaße von Nyborg bereitete eine vieltausendköpfige Menge dem Flieger lebhafte Huldigungen. Schwere Fliegerunfälle in Frankreich. Der franzö fische Flieger Nieuport, der als Reservist an den Maz növern des 6. Korps teilnahm, hat sich im Augenblic ber Landung mit seinem Flugapparat überschlagen und schwere Verlegungen erlitten. Er ist am Sonnabend getorben. Auch der Flieger Vedrines hat während ber Manöver einen Unfall erlitten; er stürzte aus beträchtlicher Höhe ab und trug mehrere Nippenbrüche da von. Sein Zustand ist sehr ernst. Schwere Eroloftonstatastrophe in Berlin. Auf dem ausgedehnten Fabrikgrundstück der Berliner Allgemetnen Elektrizitäts- Gesellschaft in der Sickingerstaße, wo sich die Glühlampen- und Nernst- Lampenfabrik der Fabrik befindet, hat sich am Sonnabend eine schwere Explosionsfatastrophe ereignet, bei der drei Personen, ein Ingenieur, ein Monteur und ein Bauarbeiter getötet, dret Personen schwer und dret weitere leicht ver letzt wurden. Das Unglück erfolgte bei der Prüfung einer neuen Gasanlage dadurch, daß sich in dem Schorntein Wasserstoffgafe mit atmosphärischer Luft vermischte, sich hierdurch in Senallgas verwandelte und explodierte. Durch die Gewalt des Luftdruces wurde an der Mündung des Schornsteins ein Teil des Mauerwerks auseinander gesprengt und aus beträchtlicher Höhe auf die unten stehenden Ingenieure und Arbetter hinabgeschleu bert. Obgleich sofort Hilfe zur Stelle war, konnten dret von den Mauerstücken getroffene Personen nur als Leichen geborgen werden. Die übrigen Verletzten wur ben teils in das Krankenhaus Moabit, tells in thre Wohnung geschafft. Ein anständiger" Dieb. Auf dem Poftamt Laun bet Brür verschwand dieser Tage ein Postbeutel mit 86 000 Stronen. Die Ermittlungen führten dazu, daß wet Postbeamte fuspendtert wurden. Jest wurde der Bostbeutel auf dem Amte, an der Türklinte des Briefträgerzimmers hängend, wiedergefunden; er enthielt noch 34 100 Kronen. Die Erneuerung des verunglückten M 3. Wie der Inf." mitgeteilt wird, ist ein völliger Neubau des im Kaisermanöver verunglückten Luftschtffes M. 3" voraussichtlich nicht notwendig. Es hat eine Prüfung der übriggebliebenen Luftschiffteile stattgefunden. Diese hat ergeben, daß die Gondel, Motore und übrigen festen Tette des Luftschiffes mit Ausnahme der Luftschiffhülle nicht völlig unbrauchbar_ge= worden sind, fondern sich noch werden verwerfen lassen. Der Neubau des" M. 3" wird sich hauptsächlich auf Wiederherstellung der beschädigten Konstruktionsteile und auf Erneuerung der Hülle beziehen. Man fann anneh= men, daß das Luftschiff denselben Namen beibehält. Im Anschluß daran set darauf hingewiesen, daß über die Ergebnisse der Verwendung von Flugzeugen im Ratfermanöver bisher noch ein endgültiges und abschließendes Urteil nicht gefällt werden kann, da die maßgebenden Stellen noch mit einer Prüfung der Grgebnisse beschäftigt find. Es wird bestättat, daß die Gr gebnisse sehr günstig gemefen sind. Von dem Ausfall der Prüfung wird es abhängen, in welchem Maßstabe im fommenden Jahre die Ausgestaltung unserer Flugzeugflotte vor fich gehen wird. Einzelheiten darüber las= fen sich augenblicklich noch nicht mitteilen. Auf der Flucht vor den Lavaltrömen. As die glühenden Ravaströme Bet dem jüngsten Ausbruch des Aetna die am Fuße des Berges Ifegenden Ortschaften mit Vernichtung bedrohten, vermochten fich die Bewohner in ihrer Mehrheit nicht zu entschließen, Man dem gefährdeten Heint den Rücken zu fehren. hoffte noch immer, durch Gebet und Kasteiungen das Schlimmste abzuwenden. Aber unaufhaltsam nahten die Tod und Verderben spelenden Ströme. Was taten ste Bauern von Linguagloffa? Sie fletterten, wie ein Autgenzeuge eines ttalienischen Blattes schreibt, auf die Obstbäume und pflückten zunächst die Früchte ab, ehe fie an die Flucht dachten. Fast wären sie bei diesem Geschäft von den Lavaströmen überrascht worden. Mit den Der König gab hierauf keine Antwort. Er wies auf das auf dem Tablette befindliche Dejeuner und sagte: Eins will ich wissen. Heraus mit der Sprache! War Er es, der mir heute diesen Trank hier bereitet hat?" Heute," stotterte Glasau, heute,.." Unsicher blickte er auf den König. In den wunderbaren großen blauen Augen des Herrschers, dte scharf und durchdringend auf ihn gerich= tet waren, las er das verratene Geheimnis. Er sah, daß der König alles wußte. Und als Friedrich jetzt unge= duldig wiederholte:„ Hat Er mir die Schokolade berettet?" da stürzte er vor dem König auf die Ante und flehte mit zitternder Stimme:" Gnade, Majestät, Gnade." „ Meint Er wirklich, daß Er dieser wert set?" erwiderte der König hart. Da irrt Er sich. Gegen einen Verbrecher wie Ihn nehme ich keine Rücksichten, auch nicht," und dtes sprach er ein wenig leiser, auch nicht für Seinen Auftraggeber, wäre nicht von der Seite, da man den Stoß wider mich führte, dieser zugleich pariert worden. Darum wird die Sache vorläufig mein Geheimnis bleiben. Aus meinen Augen, Erbärmlicher! In den Kasematten Spandaus mag Er über Sein Verbrechen nachdenken. Noch Eins. Ist er Sachse?" Da bekannte Glasaut alles. Er erzählte, daß er Desterretcher, gewissermaßen im Auftrage des Grafen Kaunis nach Dresden gekommen sei und von hier, nach= dem er zuerst beim Grafen Brühl in Dienst gestanden, diesen mit dem beim Könige von Polen vertauscht habe. „ Warum Er nach Dresden geschickt worden sei?" " Man habe Dresden gewissermaßen als Durchgangsstation nach Potsdam betrachtet, Graf Kaunitz Habe am Hofe des Königs von Preußen einen verläßlichen Kundschafter haben wollen." Röntg Friedrich fragte nicht weiter. Er wußte, was er hatte erfahren wollen... schweren Obstfäcken auf dem Rücken machten fie fich nunt auf die Flucht und mußten die Last schließlich liegen laffen, um dem Unheil zu entgehen. Andere Bauern schlugen mit den Aerten die Aeste von ihren Kastanienbäumen herunter, in der Sorge, die schönen Aeste tönnten sonst ein Raub der Lavaströme werden. Mit den Aesten auf dem Rücken floh man eine Strede, um auch diese Last dann wegzuwerfen. In dem historischen Tal von Alcantara, wo der Aetnawein besonders gut gedeiht, dachte man zunächst an die Rettung der Weinernte. Schleunigst wurden die Trauben gepflückt, ge preßt und der Inalt in Fässer gegossen. Aber als es an die Flucht ging, ließ man die Fäffer steben und nahm in der Haft und Angst die hölzernen Stützen für die Reben mit. Bahnarbeiter fuchten die Gleise der Aetna Rundbahn zu retten, als die Gluten schon in gefahrdrohende Nähe kamen. Beim Ruf: tette sich, wer tann!" ließen die Arbeiter ihre bei der Arbeit abgeleg ten Kleider im Stich und liefen mit einigen Bohlen und Eine Eisenstangen von fragwürdigem Wert davon. Menge betender und weinender Frauen stürzte barfitBig in wilder Flucht auf einen fleinen Hügel hinauf, auf dem ein wundertätiges Kreuz steht. Sier, ja hier, würde unfehlbare Rettung sein! Die Flammen könnten dem Kreuze des Heilandes nichts antun. Aber die Rettung fam nicht. Glühende Sprißer schlugen schon von der nahenden Lavamasse ins Gesicht der vor dem Kreuz Knieenden. Nun gings endlich an die Flucht. Die Ausbrüche des Aetna dauern fort. Die Stadt Catania ist in großer Aufregung, und die Bevölke rung veranstaltet Bittprozessionen. Seit Freitag hat die Heftigkeit der Ausbrüche etwas abgenommen. Die ganze Stadt ist zentimeterhoch mit Asche bedeckt. Bagrow und sein Opfer. Der Attentäter Bagrow galt der politischen Boltzet in Rußland als ein nüßlicher Geheimagent, da alle feine Angaben bestätigt wurden. Dadurch erwarb er fich großes Vertrauen des Chefs der Kiewer Geheimpolizet Kulfabfo. Wie Bagrow aussagt, wollte er den Ministerpräsident Stolypin auf der Gesellschaft der Kaufleute am Tage vor dem Attentat töten, und er wartete lange auf eine günstige Gelegenheit, um niemand aus dem Publikum zu verlezen. Als sich ihm die Gelegenheit bot, verließ ihn der Muf, auf StoInpin zu feuern. Am nächsten Tage, wo die Theatervorstellung stattfand, schwankte er bis zum zweiten Zwifchenatt, tam aber dann zu der Ueberzeugung, daß er eine beffere Gelegenheit nicht finden würde. Er näherte sich dem Ministerpräsidenten, welcher völlig unbewacht war, holte aus der Hintertasche einen Revolver, welcher samt der Hand durch ein großes Programm verdeckt war, und gab zwei Schüsse ab. Darauf Itef er gebückt auf den Korridor, in der Hoffnung, in der allgemeinen Bestürzung zu entkommen. Außer einer Kopfwunde, die Bagrow durch einen Säbelhieb beigebracht worden ift, find ihm zwei Zähne ausgeschlagen worden. Ez verlautet, daß die Revolutionäre, als sie mit Bestimmthett erfahren hatten, daß Bagrow ein Verräter war, thm vorgeschlagen haben, er solle sich durch die Ermordung Stolypins rehabilitieren. Hierauf set Bagrow eingegangen. Die Kunde von der Tat hat auf den Chef der Kiewer Geheimpolizet Kulajbko einen erschüt= ternden Eindruck gemacht. Zum Verhör eladen, bat erschluchzend um die Erlaubnis, feine Aussagen schriftlich machen zu dürfen. Das Kriegsgericht wird am 20. September stattfinden. Bagrow, der seinerzeit Mitglied des Studentenausschusses war und gleichzeitig der Geheimkolizei diente, erfreute sich großer Bopularität unter den Studenten, und diese Pupularität ausnugend, zetote er viele Studenten und Gymnastasten an. Auf dem Wege zur Festung bat Bagrow den bealettenden Polizeibeamten um eine Bigarette, indem er Hinzufügte, diese ganze Geschichte abe ihn furchtbar aufgeregt, er fönne bts test noch nicht zur Besinnung fomment. nach Nach den neuesten Meldungen aus Stem hatte Bagrom nach seiner Rückkehr aus Petersburg dem Kiewer Polizeichef mitgeteilt, daß etne Revolutionärin, genannt na Alexandrowna, in Begleitung eines Revolutionärs vom Zentralkomitee für die Reise Kiew bestimmt worden wäre, um den Ministerpräsidenten Stolypin und den Unterrichtsminister Casso zu tö= ten. Der Boltzeichef hätte darauf Boorow den Schuh Stolppins übertragen. Man erkennt hternach das Doppelspiel des Attentäters. Bagrow gehörte übrigens nicht der Kampforganisation der foztalrevoluttnären Partet, sondern einer neugegründeten Revoluttonsgruppe an, deren Devise: Terror auf allen Gebieten des Staatslebens, nicht nur Attentate gegen einzelne Hochgestellte! lautet. Im Befinden Stolypins ung einge ist Sonntag eine Verschlechterung eingetreten, doch besteht nach Meinung der Aerzte zurzeit kein Grund zu ernsten Befürchtungen. Der Sonntag nachmittag ausgegebene amtliche Krankheitsbericht befagt: In der Nacht ist eine Verschlimmerung in dem Zustande Vollkommen begriff er, daß er, der König, von der Gräfin Brühl gehaßt wurde, und ebenso, daß diese thren Haß in die Tat umzusehen beabsichtigt hatte. In threr Hand war Glasaut ein williges Werkzeug gewesen. Und ein geschicktes obendrein. Fretlich, in der letzten Mtnute und wider alle Berechnung war der feine Plan zerstört worden. Was mochte man ihm versprochen haben, daß er zum Mörder hatte werden wollen? MA Auch das gestand Glasau ein. Ihn hatte nichts anderes verlockt als das, was fett Hunderten von Jahren die Menschen blendet, was Treue und Liebe wanken macht, was Etde und Schwitre bricht, das Gold. Ein Vermögen war ihm zugesagt worden, er hätte sich davon Wappen, Namen, eine Grafschaft kaufen können! Wie hätte er nicht zugreifen sollen, wo thm Gold über Gold versprochen wurde? An Deinem Ehrgeize gehst Du zugrunde," hatte thm einst ein blondes Mädchen zugerufen, ein Mädchen, das er zugrunde gerichtet, und das nun längst in fühler Erde ruhte. Sie sollte recht behalten. Glasau, der den König hatte vergiften wollen, wurde in die Kasematten von Spandau abgeführt. Friedrich wahrte das Geheimnis in verschwiegener Brust, später erst hat die Welt darum erfahren. 8. Kapitel. Baß Dir die Zeit nicht lang werden, ich sehe Dich bald wieder," hatte Malzahn zu Beate von Brühl betm Abschiede gesagt. Darauf hatte sie traurig gelächelt und eine Antwort gegeben, die er nicht verstanden hatte. Sie fühlte, daß sie frank werden würde. Unaufhörlich dachte Malzahn an ste. Bereits am Morgen in aller Frühe hatte er sich nach threm Befinden erkundigen wollen, allein dazu des Ministerpräsidenten Stolypin eingetreten. Die Wunde der Eingangsöffnung wurde in gutem Zustande befunden. Unterhalb des Schußkanals an dessen hin teren Ende wurde der Sitz des Geschosses festgestellt, die Kugel wurde entfernt. Der Kranke überstand die Entfernung des Geschosses in völlig befriedigender Weise. Bei dem Ministerpräsidenten, der bet vollem Bewußtsein ist, weilt unablässig seine Gemahlin. Das Hospital wird fortwährend von Personen aufgesucht, die ihre Teilnahme befunden; viele bringen Heiligenbild= chen mit der Bitte, sie dem Kranten zu übergeben. Der Bischof von Tschigirin überbrachte selbst ein Heiltgenbild. Kiew, 18. September. Gestern abend wurde über das Befinden des Ministerpräsidenten gemeldet, daß die Bauchfellentzündung fortschreitet. Die Tempe ratur beträgt 36,6, Puls 116-120, Atmung 28. Der Zustand des Patienten ist sehr ernst. Niew, 18. September. Heute vormittag hat sich der Zustand des Ministerpräsidenten abermals ver schlimmert. Bei niedriger Temperatur beträgt der Puls 140. Die Atmung ist furz. Die aus der Wunde ent fernte Kugel zeigt eine Deformation, weil sie auf dent Wladimirorden, den Stolypin trug, aufgeschlagen ist. Blutige Straßenfrawalle in Wien. In Wien fanden am Sonntag vormittag sozialdemokratische Sundgebungen gegen die Lebensmittelteuerung und das Fleischeinfuhrverbot statt, an denen fich etwa 40 000 Personen beteiligten. Während die Versammlung selbst ruhig verlief, fam es nach Schluß derselben zu schweren Rutheftörungen. Als die Menge aus dem Versammlungslokal abzog, verbreitete sich plötzlich panikartig das Gerücht, daß aus den Fenstern des Verwaltungsgerichtshofes auf die Demonstranten geschossen worden set. In blinder Wut stürmte die Menge in den Verwaltungsgerichtshof und zertrümmerte sämtliche Fenster. Infanterie und Kavallerie rückte an und trieb die Menge auseinander. Ein zersprengter Bug gelangte auf den Hof des Kriegsminis fteriums, wo es gleichfalls zu großen Demonstrationen tam und ein Zug Husaren in die Menge hineinretten mußte. Inzwischen war es in der Josefstädter Straße zu einem Zusammenstoß gekommen. Dort versuchte die Menge einen Viktualtenladen zu plündern. Der Widerstand, den die Plünderer fanden, steigerte die Aufregung und es begann ein nunnterbrochenes Steinbombarde= ment, bei dem sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, eine Anzahl Geschäftsläden geplündert und die Ladeneinrichtungen demoliert worden waren. Einige Stras ßenbahnwagen, die nicht rasch genug vom Blaze kamen, wurden umgeworfen, mit Petroleum begoffen und ant gezündet. Dragoner und Husaren rückten sofort an und stürmten in die Menge. Am Hoferplatz stürmte die Menge das Schulgebäude und warf Türen, Fenster und fämtliches Lehrmaterial auf die Straße und zündete es an. Die Flammen griffen auch auf das Schulgebäude über. Das anrückende Militär wurde mit Steinwürfen empfangen. Dieses ging mit Bajonettangriffen vor und eine große Anzahl der Demonstranten erlitten dabei Verlegungen. Die Straßen sind von starken Infanteriepatrouillen besetzt, die Zudringende mit gefälltem Bafonett zuritdhalten. Abends herrschte tiefe Finsternis, da die Demonstranten die Gas- und elektrischen Lampen zertrümmert hatten. Wien, 18. September. Behördlich wird bekannt gegeben, daß bei Wiederholung der Krawalle in Wien das Standrecht verkündet werden würde. Für heute abend wurde angeordnet, daß die Haustore um 8 Uhr und die Wirtschaften um 9 Uhr geschlossen sein müssen. Heute vormittag herrschte überall Ruhe. Die Opfer der Krawalle. Während der offizielle Bericht von einem Toten und 60 Verwundeten spricht, gab es zuverlässigen Privatnachrichten zufolge bis 9 Uhr abends 4 Tote, 30 Schwer und 100 Leichtverletzte. Unter den Verwundeten befinden sich auch drei sozialdemokratische Abgeordnete. Zahlreiche Soldaten und Polizisten wurden durch Steinwürfe verwundet. Ueber hundert Personen wurden verhaftet. Drabinachrichten und neuestes. Vom Automobil überfahren und getötet. Nürnberg, 18. September. Gestern abend überfuhr der amerikanische Erfinder Edison mit seinem Aittomobil bet Laus einen zwölffährigen Knaben, der sofort tot war. Todessturz eines englischen Militärfliegers. 028ien, 18. September. Ein Aufruf der sozialdemokratischen Parteileitung fordert unter Hinweis darauf, daß nach ruhiger Arbeiterdemonstration disziplinLose Elemente Kämpfe mit Militär und Polizet begonnen, die Arbeiter auf, sich jeder weiteren Rundgebung zu enthalten. 0 London, 18. September. Gestern abend stürzte der Leutnant Cammel bei einem Höhenflug zu Boden und wurde sofort getötet. fand sich wirklich keine Zeit. Er wurde mit Geschäften überhäuft. Sollte er seinen Diener schicken? Es widerstrebte ihm; außerdem wurde das Palais Brühl von preußischen Truppen überwacht, und die Sendung seines Boten würde vielleicht Anlaß zu Mißdeutungen geben. So wartete Malzahn, bis es ihm endlich gelang, ein Stündchen Beit zu erübrigen, und da war es Abend geworden.. Als er in das Palais tam und seinen Namen nannte, führte man ihn zu dem Flügel, der der Gräfin zum Aufenthalt diente. Soldaten wiesen ihn zurecht. Das prächtige Schloß stand bereits unter dem Betchen des Verfalls. Das wundervolle Treppenhaus war öde, die Zimmer thres reichen Inhalts, ihrer Kunstschäze beraubt. Das alles machte einen so traurigen Eindruck, daß sich Malzahn eines Gefühls des Bedauerns über die Berstörung nicht erwehren fonnte. Die alte HerrItchkeit war hin, dem wundervollen Hause fehlte das Leben. Auf den Marmortreppen, wo die in den Brühlschen Farben gekleideten Rafalen jedes infes thres Herrn gewartet, schlenderten jetzt preußische Soldaten. Malzahn dachte an das Diner, das einst Brühl den polnischen Majestäten gegeben, das taum ein Jahr zurücklag, wo hier ettel Glanz und Bracht geherrscht, wo nichts als Lust und Freude gewesen war. Vanitas vanitatum, dachte er. Nach vielem Suchen und Fragen gelangte Malzahn in ein Vorzimmer, das zur Wohnung der beiden Damen gehörte. Ster fand er eine Dienerin, die feine Anmeldung bei der Gräfin übernehmen wollte. Romtesse Sie hatte Beate set frant, sehr tranf. Man fürchte fagen wollen: das Schlimmste, allein ste sprach es nicht aus. Dann begab sie sich zur Gräftn. ( Schluß folgt.) TVO PONGMINY Ein neuer Jahrgang und wieder ein starkes Machstum! 1903-4-5-6-7-8 9 1910 Genau wie diefe Palme gewachfen ist, ift der Konfum in Palmin( Pflanzenfett) und Palmona ( Pflanzen- Butter- Margarine) in den letzten fieben Jahren geftiegen. Diefe Tatfache iſt der befte Beweis dafür, daß unfere Produkte einem wirklichen Bedürfnis entsprechen. Es wird bald keinen deutſchen Haushalt mehr Kalser Offe geben, in dem Palmin und Palmona nicht zu finden find. Niemand follte daher verfäumen, einen Verfuch da mit zu machen. H. Schlinck& Cie. A.-G. Kaiser Orto Ja- das ist der ächte Kaiser- Otto! Allerfeinster gesündester preiswertester Kaffeezusatz. Soeben erschienen; Die Kunst der Spekulation. Aus dem Inhalt: Welche Paplere gewählt werden sollten. Wle man Gewinne erzielen kann. Magdebo Kaiser Otto [ 23/4 Wle eln Verlust in einen Gewinn verwandelt werden kann. Amerikanische Paplere. 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Johannes Nowacki, Maschinenformer, mit Luife Becker, geb. Müller, beide in Gießen. 14. Georg Otto Conrad, Sergeant und Hilfsho boist in Gießen, mit Anna Johanna Elisabeth Reinartz in Brühl. 14. Franz v. Holly und Ponienziez, Leutnan und Adjutant, mit Theodore Schirmer, beide in Gießen. ,, 15. Louis Muhl, Kreisamts- Bureaugehilfe in Op penheim, mit Marie Schreiner in Gießen. Eheschließungen. Sep. 9. Eduard Schneider, Maschinenmeister in Gie Ben, mit Johannette Löhr in Philippstein. " 9. Heinrich Schomber, Schneider, mit Emma Beith beide in Gießen. M., mit Katharina Start in Gießen. mer gr Frankfu legenhei werb den. D Arbeits für I a Schlechte die Re Klagen mal w Dienstb Im eine 3 des 2 abgeor didate Ei liberal 9. Heinrich Schmitt, Hilfsheizer in Frankfurt a den bach a " HOCHGLANZI " 9. Joseph Schmidt, Marmorarbeiter in Wester burg, mit Anna Weiß in Gießen. G jammi " mit Blanka Kuder in Gießen. 11. Mar Dreifus, Absatzfabrikant in Pirmasens 9. Johannes Deuler, Bäder, mit Karoline Lev ning, beide in Gießen. Rechts Im Lan trauen " 13. Robert Möhring, Pianist, mit Margarete Pik beide in Gießen. partei Schmu mit Tor worden fiz d Wahlf avalier ist das beste Schuhputzmittel der Welt! Union Augsburg. 15. Dr. Emil Steinreich), praft. Arzt, Friedberger, beide in Gießen. Gestorbene. Sep. 9. Katharine Donges, geb. Rinn, 62 Jahr alt. " 9. Konrad Weber, Taglöhner, 71 Jahre alt. " 10. Martha Margarete Ehrhardt, 2 Jahre alt. " 10. Peter Nagel, Taglöhner, 75 Jahre alt. " 11. Beder, Knabe, ohne Vornamen, 1 Tag alt. 27 12. Georg Harig, 4 Monate alt. " 12. Anna Hattenhauer, geb. Burkhardt, 46 Jahre " 12. Max Hochstätter, Rentner, 63 Jahre alt. OHNE " KONKURRENZI! 13. Johannes Becker 4., Schneidermeister, 74 3 13. Elisabethe Schneider, geb. Beder, 75 Jahre. 13. Elise Klamt, geb. Stamm, 42 Jahre alt. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. H. Verantwortlich: Albin Klein. - wieder Breuß übung Wächt nenor . Des