In 4.50 Mt. et unter aum fon 262. , felbft: [ 27/10 ellen mebgerel ieb L. Gehalt rob., ohne nger Mühe durch Ber peziall eiten und ngen Sie per Karte. Dorf 98, häftshaus oder Gem. hier oder er fenden 4, poftlag. Heilung tehendem Ihre beTee, Ripe hten. Ich behaupte, ne bessere als Rinosicherung dankend, C. St. mit Erfolg hten und nd Ist in Mk. 2.25 tig; aber ung wellert& Con en. zurück zu günstig. Ratenabzahrlin NO. 18, ckport.(% ang dieser e moderbilligsten hrift den grosen Roman Kuh resber, und temgeschrieit t Dill, erzähl. Art e- Georg Karl on Hoffens ry Mackay Left bringt Fülle von erhaltener Art Zeitereig und Bild tblátter in Tondruk 000 8. teßen und In Gießen, ternus) ein häft ung, fowle Sohlwollen [ 27/14 boll nbach. Waren in 0000 an in erhältlich Gießener Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. 6. H. Nr. 186. Leitung Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Telephon: Nr. 362. Der nationale Gedanke und die Eisenbahnen. Im Auguftheft der„ Preußischen Jahrbücher" erschien ein Aufsatz von Regierungsrat Quaag in Berlin: " Der nationale Gedanke und die Eisenbahnen", der fich mit einer Reihe von politischen, neuerdings biel erörterten Fragen befaßt. Namentlich behandelt er die Idee einer Betriebs- und Finanzgemeinschaft aller deutschen Bahnen auf föderativer Grundlage, die be sonders in lezter Beit vielfach erörtert worden ist. Der Verfasser untersucht die Gründe dieses Gedankens und kommt zu dem Ergebnis, daß fie jedenfalls nicht in den Bedürfnissen des deutschen Verkehrs liegen. Er weist nach, daß die Reichsverfassung, auf die man sich für den Gemeinschaftsgedanken berufen hat, an ein einheitliches deutsches Bahngeset nicht gedacht hat und nach den Meinungen und Umständen ihrer Ent stehungszeit nicht hat denken können. Hieran knüpft fich ein kurzer Ueberblick über die Entwicklung des Staatsbahngedankens in Preußen. In einem zweiten Teil der Arbeit wird ein eingehender Ueberblick gegeben über die im deutschen Eisenbahnwesen bestehenden einheitlichen Einrichtungen. Ein Ueberblick, den der Verfasser in folgenden Worten zusammenfaßt: Auf dem Gebiete des Eisenbahnverkehrs ist Deutschland praktisch geeint. Die politischen Grenzen haben aufgehört, Verfehrsgrenzen zu sein. Auf die Entwicklung der einzelnen Einrichtungen, besonders auf dem Gebiete des Tarif wesens, auf das große Verdienst Preußens und namentlich Bismarcks um die Einheit im deutschen Eisenbahnwesen fallen mehrfache Rückblicke. In dem letzten Teil, den der Verfasser Problematisches" überschrieben hat, unterwirft er das Projekt einer Gemeinschaft wie es namentlich von dem Regierungsrat a. D. Enders bertreten worden ist, einer eingehenden Untersuchung. Er legt dar, daß diese Gemeinschaft, eingeschoben zwischen Reich und Einzelstaaten, ein staatsrechtliches Unding darstellen würde, daß Ersparnisse aus einer derartigen gewaltsamen Zentralisierung für das Ganze jedenfalls nicht entstehen würden, daß vielmehr große Unzuträglich feiten die unausbleibliche Folge sein würden. Er be rührt weiter die Stellungnahme, die seitens der außer breußischen Bundesstaaten derartigen unitarischen Ideen gegenüber eingenommen wird, und wirft zum Schluß einen Blick in die Zukunft des deutschen Eisenbahnwesens Ec stellt fest, daß die deutschen Regierungen allen Anlaß haben, gegenüber den zahlreichen, im modernen Leben tätigen nivellierenden und zentralt fierenden Kräften, die Eigenart und Selbständigkeit der deutschen Kulturlebens nicht zu beeinträchtigen, sondern zu erhalten und zu stärken. Vo Standpunkt einer solchen Politik würde es aber zweifellos ein Fehler und zwar ein verhängnisvoller sein, ohne zwingende Not bte Staatsbahnneße in ihrem Bestande anzutaften, die in den Bedürfnissen der heimischen Volkswirtschaft wurzeln und wesentliche Bestandteile des Staatsganzen bilden. Hierzu komme, daß staatsrechtliche Konstruktionen, wie die hier behandelte Gemeinschaftsidee für das Ziel der Förderung der Einheit im deutschen Eisenbahnwesen untaugliche Mittel darstellen. Solche Ver suche, heißt es, ein angenommenes Entwicklungsergebnis zu antizipieren, find für den natürlichen Fortschritt ge radezu verhängnisvoll. Auf eine gesunde und organische Fortentwicklung fann kaum etwas verwirrender wirken als scheinvolle Utopien, die den Wert des Gewordenen und das Verständnis für seine Grundlagen, damit aber auch das Augenmaß für das Erreichbare und Wünschenswerte verdunkeln. Dem gegenüber ist auf dem bisher bon den deutschen Regierungen eingeschlagenen Wege für die Einheit im deutschen Eisenbahnwesen wichtiges, ja das wichtigste und wesentlichste bereits erreicht. Jeder weitere Schritt ist nur fruchtbringend, wenn er organisch an das Geschaffene anschließt. Für die Zufunft kann die Losung also nur sein, an dieser borfichtigen Realpolitik partieller Einungen festzuhalten. Eine bescheidene Aufgabe aber fruchtbare der Eigenart deutschen Staats- und Volkslebens gemäß. Und, wie der alte Justus Möser sagt:" Deutschland wird auf deutsch regtert! - Aus Stadt und Cand. Gießen, den 19. August 1911. * Uebertragen wurde dem Lehrer Christoph Müller zu Ruppertenrod eine Lehrerſtelle on der Gemeideschule zu Annerod, Kr. Gießen; dem Schulaspi canten Albert Mönning aus Jlbeshausen, eine BehrerSamstag, den 19. August 1911. | stelle an der Gemeindeschule zu Staufenberg, Streis| Gießen. Auf den Feldern soll jetzt gleich hinter der Sense oder wenigstens hinter dem legten Erntewagen nicht nur der Pflug folgen, sondern ebenso wichtig ist auch eine rechtzeitige, richtige und reichliche Düngung. Im Verlag Bodenkultur, Berlin, ist fürzlich eine Broschüre " Düngunsvorschläge" von Dr. J. Becher, Rostoc erschienen. Wir können die Anschaffung dieses praktischen Büchleins nur empfehlen. * Früher und strenger Winter in Sicht Von einem Bienenzüchter wird geschrieben: Höchst auf fällig ist in diesem Jahre das Benehmen der Bienen. Mitte Juli also inmitten der Hochtracht, hat die Arbeit aufgehört und trotz der furchtbaren ize begannen die Bienen alle Rizen und Fugen mit Pech zu verkleben und sich für die Einwinterung borzurichten. Die Bienen richten sich so vor, als wäre in furzer Zeit große Kälte zu erwarten und stände der Winter vor der Tür. Nach diesem Verhalten der klugen Tiere zu urteilen, haben wir einen frühen Winter mit starker Kälte zu erwarten oder zumindest den Eintritt starker Nachtfröfte in fürzester Zeit. Zu diesem Tema berichtet die Badische Landeszeitung" aus Neuershausen folgendes: Ein seltenes Naturschauspiel fonnte man gestern hier beobachten. leber hundert Störche hatten sich auf einem bestimmten Platz versammelt und erhoben sich lautlos bestimmten Platz versammelt und erhoben sich lautlos in die Lüfte, um den Flug nach dem Süden anzuteten einen ganzen Monat früher als in anderen Jahren. Kundige Leute schließen daraus auf einen nahen und strengen Winter. - " :)(- Gießen, 19. Aug. Die Maul- u. Klauenseuche, die seither schon in vier Orten unseres Kreises- Gttingshausen, Holzheim, Ober- Hörgern und Bettenhausen - herrschte und einen Schaden von über 100 000 mr. verursachte, ist nunmehr auch in Gießen selbst in dem Gehöfte der Pulvermühle, dicht neben dem städtischen Schlachthaus, ausgebrochen. Die zwei davon befallenen Tiere wurden abgeschlachtet und die nötigen Sperrmaßregeln angeordnet. Durch die Lage des von der Seuche betroff nen Gehöftes in der Nähe des Schlachthofes und d.s Viehmarktplatzes ist die Wiederaufnahme der sett Monaten unterbrochenen bedeutenden Gießener Vieh, märkte in unabsehbare Ferne gerüt. * Gießen, 19. Aug. Die hiesigen vereinigten Militärvereine feiern morgen wie schon seit langen Jahren den Gravelottetag durch Kirchgang und Schmücken der Gräber auf dem alten Friedhof. Die ganze Feier ist immer eine recht eindrucksvolle gewesen. = 0= Gießen. Die Fecht- Riege des Turnvereins Gießen von 1846 blickt in diesem Jahre auf ein 25jähriges Bestehen zurück; fie iſt eine der ältesten Fechtriegen im Mittelrheinkreis. Es findet darüber eine Feier am 9. und 10. September cr, statt, mit der ein Schaufechten und ein Vortrag über den Wert der" Fechtriegen" verbunden wird, = S= Alsfeld, 13. Aug. Ein Staatszuschuß für die Wiederherstellung der Walpurgiskirche ist nach Mitteilung des Bürgermeisters Dr. Völsing nicht zu erwarten. Dagegen ist die Abhaltung einer gemeinsamen Lotterie zum Besten der Wiederherstellung der Walpurgiskirche und des Rathauses geplant, die Bauabteilung will die Lotterie zur Genehmigung empfehlen. t. Lauterbach, 18. Aug. Hier wurde ein Verein zur Errichtung einer Badeanstalt gegründet. Die auf etwa 1000 Mark veranschlagten Herstellungs. kosten sollen durch Anteilscheine zu 10 Mart beschafft werden. * Vilbel, 18. Aug. In einer hier stattgehabten Vertrauensmänner Versammlung der sozialdemokrati schen Partet wurde Reichstagsabgeordneter Busold als Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkceis Vilbel aufgestellt. * Offenbach, 16. Aug. Der Tod räumt hier unter den Säuglingen in erschreckender Weise auf. Die Sterblichkeit hat in der Woche vom 30. Jult bis 5. August ihren bisher höchsten Stand erreicht. Es starben in diesem Zeitraum nicht weniger als 26 Kinder im Alter von unter einem Jahre. * Offenbach, 18. Aug. In der gestrigen, nicht öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung kam das freisprechende Urteil in der auf 70000 Mark Schadenersatz lautenden Klage der Stadt Offenbach gegen den Bankier Wolf- Frankfurt- die Kaiserhofaktien- Affäre zur Sprache. Begen das freisprechende Urteil soll nur dann Berufung eingelegt werden, wenn sich der juristische Beirat der Stadt Offenbach davon einen günstigen Einfluß ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm bren Juseratenzeile.- Stellen. exanzeigen 10 Pfg.- Die ellameteil 50 Pig. gesuche und Famil.. 90 mm breite Zeile im d.. Extrabetlagen werden nach Sewricht und Größe bang ober bel berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitun zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung Konkurs in Wegfall. Plasvorschriften ohne VerbindHay. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.$. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. auf die Schadenersatzklage gegen den Oberbürgermeister Dr. Dullo verspricht. * Darmstadt, 16. Aug. Bei einem Versuch, den Spar- und Kreditverein, eingetragene Genossenschaft m. b. 5. in Niedermodau zu sanieren, ergab sich ein Fehlbetrag von 800 000 Mark. Der Kassierer des Vereins, der seit drei Jahren nicht mehr an der Kasse tätig ist, ist seit Mitte voriger Woche verschwunden. * Darmstadt, 16. Aug. Der lange andauernde Erbfolgestreit im Gräflichen Hause Erbach Erbach ist jetzt durch das Großh. Oberlandesgericht zu Darmstadt endgültig dahin entschieden worden, daß der junge Erbgraf Erasmus wegen Geisteskrankheit entmündigt wird. Mit dieser Entscheidung des obersten Gerichtshofs wird auch die von dem Erbgrafen seinerzeit mit der Wäscherin Dora Fischer geschlossene Ehe für ungültig erklärt. * Wezlar, 19. Aug. Unter dem Rindviehbestande der Bierbrauereibefizer Gebrüder Waldschmidt, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt. Ueber einen Teil der Stadt ist die Sperre verhängt, und zwar umfaßt sie das Gebiet innerhalb der Straßen Mühlgraben, Lahnpförtchen, Bahnstraße, Eisenmarkt, Silho fertorstraße und Spülgrabenstraße. Hier unterliegt sämtliches Klauenvieh und Schweine der Stallsperre. Auch sind die Hunde in dem Sperrgebiet festzulegen. Ebenso dürfte es angebracht sein, Hunde aus anderen Gebieten wegen der Gefahr der Weiterverbreitung an dem Betreten des Sperrgebietes zu verhindern. Daß das Betreten der verseuchten Ställe durch fremde Personen verboten ist, ist selbstverständlich. Das Durchtreiben von Schweinen und sonstigem Klauenvieh und das Fahren mit Rindvtehgespannen ist verboten. Jeglicher Fuhrwerksverkehr durch die Güllgasse und ihre Zufahrtsstraßen ist untersagt, * Herborn, 17. Aug. Hier brannte am Sonntag das Dorf Fischelbach vollständig nieder. Nur drei Häuser konnten gerettet werden. Von Herborn und den umliegenden Ortschaften eilte die Feuerwehr herbet, konnte aber nichts mehr retten, da ste infolge Wassermangels zur Untätigkeit gezwungen war. * Marburg, 17. Aug. Die hiesige Fleischerinnung hat beschlossen, daß das Ochsen- und Rindfleisch 80 Pfg., Kuhfleisch 65, Kalbfleisch 75 Pfennig pro Pfund kostet. -a Frankenberg, 18. Aug. Die Vermessungsarbeiten beim projektierten Bahnbau Bad WildungenFrankenau sind zur Zeit bis Reinhardshausen gediehen. Es wird sich zwischen Bad Wildungen und Reinhardshausen der Bau eines Tunnels, der unter der Chaussee Wildungen- Hundsdorf hergeht, notwendig machen. Da die Besitzer der Kupfererz-, Eisenstein- und SchwerspatGruben bei Frebershausen, Gellershausen und Hüddingen in sichere Aussicht gestellt haben, den Betrieb obiger Gruben wegen der damit gesicherten genügenden Frachteinnahme sofort zu eröffnen, sobald die Bahn gebaut wird, so ist die Ausführung des Bahnbaues so gut wie gesichert. Die Bahn würde uns die lang ersehnte Industrie und damit auch genügende Arbeit für die ansässige Bevölkerung bringen. * Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Hinrichtung des Zeugfeldwebels Müller wurde gestern morgen 6 Uhr im Strafgefängnis zu Preungesheim vollzogen. 11 91 " * Frankfurt a. M., 14. Aug. Die„ Frankfurter Nachrichten" setzen ihren Abwehr- Kampf gegen den, Frankfurter General- Anzeiger", den sie beschuldigen, er habe aus Konkurrenzeid Artikel in das in Frankfurt a. Main erscheinende Skandalblatt Die Fackel" lanziert, durch welche die Frankf. Nachr." vor ihren Inserenten und Lesern herabgesetzt werden sollte, energisch fort. Die Frankfurter Nachrichten" haben jetzt gegen den„ Frankfurter General- Anzeiger" eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von einer Million Mark eingereicht. Ferner bestä tigen die Frankfurter Nachrichten" folgende Andeutung, die in der sozialdemokratischen Volksstimme" zu finden war:„ Es ist ja nicht das erste Mal, daß der„ GeneralAnzeiger" sich seines Freundes Müller- Herfurth( des Herausgebers der„ Fackel") als Mittelsperson bedient, um mißliebige Gegner anzugreifen. Wir brauchen nur an den Fall Levi", an die„ Emser Affaire" u. a. zu erinnern." Die Nachrichten" schreiben dazu:" In dem Mißbrauch der" Fackel" des Herrn Müller- Herfurth durch den Horstmannschen General- Anzeiger" offenbart sich nicht eine einzelne hinterhaltige Aktion, sondern ein ganzes Korruptionssystem schlimmster Art. Ganz Frankfurt ist durch dieses System bedroht worden. Jeder dem„ GeneralAnzeiger des Herrn Horstmann Mißliebige mußte darauf in der, Fackel, par ordre de mufti besudelt zu werden." gefaßt sein, genau so wie wir von Herrn Müller- Herfurth Da Der soziale Kampf in England. Nach dem schweren Verfassungstampf, den Großbritannien foeben erst mühsam beendet hat, hat ein neuer Konflikt das Land in Unruhe und Sorge verjezt. Es ist ein gewaltiger Lohnfampf ausgebrochen, bon dem man noch nicht sagen tann, welche Folgen er haben wird. Die gegenwärtige Streitbewegung überteigt alle früheren Riesenstreifs. Die Hälfte des gefamten englischen Heeres ist zur Aufrechterhaltung der Drönung aufgeboten worden. Die Zeitungen fordern besondere Antistreifgefeße. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Eisenbahngesellschaften haben bisher zu feinem Ergebnis geführt. Man befürchtet, daß der Gesamtaus stand unmittelbar bevorsteht, da die Gesellschaften gegenwärtig entschlossen find, die Forderung der Arbeiter auf direkte Berhandlungen abzulehnen. Sollte die Drohung des Generalstreltes sich verwirklichen, so würden etwa 360 000 Mann von den im ganzen bet ben Eisenbahnen beschäftigten 821 000 Mann die Arbeit einstellen, und zwar beteiligen fich an dieser gemeinschaftlichen Attion nicht nur die leicht zu erfebenden ungelernten Arbeiter, sondern auch Lokomotivführer und Weichensteller. Die Uurnhen im Streifgebiet. Im Evertontal plünderten gestern nacht große Böbelhaufen einen Laden. Die Polizei besetzte nur den Distrikt, ohne den Laden retten zu können. Der Pöbel hatte alle Straßenlaternen ausgelöscht, Stacheldraht fn Kniehöhe über die Straßen gezogen und die Klappen der Kanalisation offen gelassen. Er zog sich dann zurück in der Absicht, die Polizei in die Falle zu locken, boch diese war auf ihrer Hut und blieb stehen, wo sie war. Der Magistratsbeamte mußte geholt werden und verlas die Aufruhratte, unter Bewachung durch berittene Boltzet. Eine Abteilung Soldalen und be= rittene Polizei attackierte den Mob einmal aufs andere mal vergeblich. In den Eingängen der engen Höfe waren start und mit Geschick angelegte Stacheldraht= barrieren errichtet worden, die bewiesen, daß sich militärische Sachverständige unter den Aufrührern befinden. In Liverpool tam es gestern abend abermals zu einem Kampfe zwischen Böbel und Soldaten. Zwei Aufrührer wurden dabei erschossen, andere wurden mehr oder weniger schwer verlegt nach den Hospitälern gebracht. Die Polizisten sind zum Teil mit Revolvern versehen worden und sollen außerdem auch Säbel erhalten. Man muß auf das Schlimmste gefaßt sein, denn in gewiffen Vierteln haben die Aufrührer die Straßen aufgerissen, Schanzen gebaut und Stacheldraht gespannt. Die immer härter werdende Not wird von den verbrecherischen Elementen der Stadt ausgenützt, um den Pöbel zu unglaublichen Gefeßlosigkeiten auf zuheben. Räubereien, Diebstähle, Plünderungen von Läden sind an der Tagesordnung, und ehe die Polizet oder das Militär in genügender Stärke an den bedrohten Punkten erscheint, find die Missetäter meist mit ihrer Beute verschwunden, und unschuldige Neugierige haben deren Verbrechen zu büßen. Der Böbel hat es so weit gebracht, daß verschiedene Straßenbahnlinien, Beren Angestellte nicht den geringsten Grund zur Klage hatten, den Verkehr einstellen mußten. Die Aufrührer entwickeln dabet eine eigenartige Methode. Ste bilden eine starte lebende Kette, die sich vor den anfahrenden Wagen aufspannt, so daß der Führer zum Halten ge= zwungen ist, dann springen sie auf den Wagen und zerftören die elektrische Leitung. Anderswo häuften fie Steine und Balfen auf die Schienen und zwangen die Basiaatere der angehaltenen Wagen, ihren Weg zu Fuß Fortzusetzen. So reihte sich Wagen an Wagen, bis die Rundschau vom Tage. Politisches. Kaiser Franz Josef, der gretse Beherrscher der österreichisch- ungarischen Monarchie und der treue Verbündete des Deutschen Reiches und seines Herrschers, vollendet am Freitag den 18. August das 81. Lebensjahr. Nicht nur den Völkern, die unter Franz Josefs mildem Zepter leben und unter seiner bald dreiundsechalgjährigen Regierung eine Blütezeit erreicht haben, wie nie zuvor, sondern auch uns Deutschen aus dem meima" nezieme cs, an diefent Tage mit unseren Glitchund Segenswünschen dem ehrwürdigen Herrscher uns zu nahen, der sich stets auch als ein„ deutscher Fürst" gefithlt hat und der als Nestor der Fürsten dieser Erde die Ehrfurcht und Achtung aller Völker und Nationen genießt. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ist am Don nerstag abend in Caffel eingetroffen. Zum Empfange war am Bahnhof der Gesandte Freiherr v. Jenisch erschienen, der den Reichskanzler im Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe geleitete, wo dieser Wohnung nahm. Der Staatssekretär von Riderlen- Wächter traf Freitag frith in Wilhelmshöhe ein. Er hatte am Don2) Wetterwolken. Roman von M. v. Buch. ( Nachdruck verboten.) „ Das ist aber doch kein Grund zum Weinen," rief die Kaiserin, bist Du närrisch geworden, Miral, oder hast Du noch etwas anderes auf dem Gewissen?" ,, Nichts, Majestät, nein, gar nichts. Wer weiß, ob ich ihn je wiederschau. Gar zu gern hätte ich ihn hierbehalten. Aber der Schlingel wollt nit. Partout mußt er in die Fremde. Warum? Well er das Neue für etwas Besseres hält als das Mte. Und heute reist der Franzl ab." Damit hatte sie eine genügende Erklärung für ihre roten Augen gegeben. Maria Theresia, die selbst zwölf Kinder besaß, verstand die Muttergefühle der Kammerfrau, die nur diesen einen Sohn hatte, vollkommen. Amein sie, die mächtige Katserin, durfte ihre kostbare Beit nicht länger mit Plaudern verfäumen. Pflicht und Arbett riefent fie. Der Leibpage erschien und meldete, daß der Kanzler, Graf Kaunis, zum Vortrag eingetroffen fet, und war der Vortrag vorüber, galt es, Audienzen zu erledigen. Dann erst gehörte sie ihrer Familie. Maria Theresia nickte ihrer Kammerfrau gültig au, ehe sie majestätischen Schrittes über die Schwelle rauschte. Lafaien und Pagen riffen die Tür vor ihr auf. Ste ging über den Korridor und trat in ihr Arbeitszimmer, in dem sich bereits ein mit großer Sorgfalt gekleideter Kavalier befand. Das war der österreichtsche Kanzler, Graf Kaunitz. Ein Herr in den besten Jahren, schlank und geschmeidig, mit einem feinen, burchgeistigten Gesicht und blasser Gesichtsfarbe. Aber bie Blässe war nicht krankhaft, sie kam daher, daß der Graf, sofern er es hindern konnte, keine Promenade zu Fuß unternahm, sein Gesicht nie der frischen Luft nerstag nachmittag noch eine Unterredung mit dem französischen Botschafter Cambon. Der Termin für die nächsten Reichstagswahlen soll, wie verlautet, auf den 15. Januar festgesetzt werden. Das tönnte ungefähr stimmen. - Nene Spionageaffären beschäftigen zurzeit die Militärbehörden. In Würzburg wurde ein französi= scher Kunstmaler, der sich mit mehreren Artilleristen über die Zünder der Kanonen unterhielt, unter Spionageverdacht verhaftet. Der Maler hat auch die Leute zu weiteren Zusammenfünften bewegen wollen. Ueber eine noch in Dunkel gehüllte Spionageaffäre berichtet die„ Niederrheinische Volkszeitung": Einem Husaren des Krefelder Husarenregiments fam vor zwet Monaten der Karabiner abhanden. Da er über den Verbleib sich nicht ausweisen konnte, wurde er mit Arrest bestraft. In den letzten Tagen nun ging durch die Post in einem Batet verpackt der Karabiner an das Regiment ein, und zwar anonym aus Frankreich. Ueber den Sachverhalt verweigert das Regiment jede Auskunft, so daß Näheres nicht zu erfahren ist. Die Unterstüßung der Tabakarbeiter, die durch das neue Gesetz beschäftigungslos geworden waren, hat am 15. August thr Ende erreicht. Es waren für diese Unterstützung zunächst 4 Millionen vorgesehen. Später bewilligte der Reichstag noch einmal 750 000 Mark. Dann wurde das Reichsschazamt ermächtigt, auch in besonderen Fällen noch weitere Unterstützungen zu ge= währen, die über die gesetzlich bewilligten Mittel hinausgingen. Im ganzen sind etwa 6 750 000 Mart an Unterstützungen an Tabafarbeiter gezahlt worden. Der persische Erschah ermordet? In Teheran verlautet nach einer Reuter- Meldung, daß der frühere Schah ermordet worden set. Es liegt noch keine Bestätigung des Gerüchtes vor, man weiß aber tatsächlich nicht, wo sich der Erschah zurzeit befindet. Kleine Nachrichten. Ein Technifer als Straßenräuber. Die Düsseldorfer Polizei verhaftete den Technifer Bunsch aus Berlin wegen Raubes. Er hatte gesehen, daß eine Dame beim Bostamt einen Geldbetrag von 1200 Mark erhoben und das Geld in eine Ledermappe gesteckt hatte. Er verfolgte die Dame, entriß ihr auf der Straße die Tasche und suchte zu entkommen, wurde aber bald verhaftet. Im Badezimmer erschossen. Der Kommandant der Zivilgarde von Valencia ist von seinem Burschen im Badezimmer seiner Wohnung durch einen Revolverschuß ermordet worden. Der Mörder tst geflohen und fonnte bisher nicht festgenommen werden. Beim Nafieren vom Blitz erschlagen. In Toskana wurde ein Barbier vom Blize getroffen, während er gerade dabei war, einen Kunden zu rasieren. Der Unglückliche stürzte fot zu Boden, während das Messer setnen Händen entglitt. Im Freiballon über die Apenninen. Der Freiballon " Basiliola" legte die Strecke Mailand bis Florenz in neun Stunden zurück. Er überflog dabei die höchste Erhebung des Apenninengebirges und erreichte eine Höhe von 4650 Metern. Drei Personen in einem Brunnen ertrunken. In Wald bet Solingen brach bei Reparaturarbeiten in et= nem Brunnen ein Gerüst zusammen. Der Klempnermeister Beerhaus, sein Sohn und ein Gehilfe stürzten in die Tiefe und ertranten. Während eines Gewitters schlug der Blizz im Städtchen Zawichost in Russisch- Polen in ein überfülltes israelitisches Bethaus ein und tötete und betäubte acht der dort Versammelten. Ein großer Wettersturz wird aus dem Alpengebiet gemeldet. Bet 0 Grad ist auf den Bergen Neuschnee gefallen. Um das Luftschiff Schwaben" zu sehen, ellten in Cannstatt die Arbeiter einer Maschinenfabrik auf die Blattform des Hauses. Dabet trat ein Arbeiter einen Schritt zu weit zurfict, fiel fiber die Plattform auf das 2' Glasdach, during co, sie auf eine Drentant und war jofort tot. Eine der ältesten Einwohnerinnen Deutschlands ist die Lehrerwitwe Auguste Beck in Emmanuelssegen in Oberschlesien, die vor kurzem das 103. Lebensjahr vollendete. Von ihren vier noch lebenden Kindern ist das älteste 80, das jüngste 67 Jahre alt. Süttenbesitzer v. Vopelius- Sulzbach, Mitglied des preußischen Herrenhauses, ist gestern in St. Blasien getorben. V. stand als Besitzer der Glashütte Eduard Bopelius an der Spitze des 1880 von ihm selbst gegrünbeten Vereins rheinischer Tafelglashütten und lange Belt Direktor des Zentralverbandes deutscher Inbustrieller. war Das bekannte Berliner Versammlungs- und Ver: gnügungslokal„ Kellers Nene Philharmonie" in der auszusetzen pflegte. Alles in allem war er ein schöner Mann, der, was auch Maria Theresia zu schäßen wußte, die vollendeten Manteren des Weltmannes besaß. Nicht umsonst war er zwei Jahre Gesandter am Hofe zu Paris gewesen. Aber nicht nur mit den Formen, auch mit den diplomattschen Diensten des Grafen war die hohe Frau zutfrieden. Seiner Bemühung war es gelungen, die gespannten Beziehungen zwischen den Höfen von Wien und Paris erheblich zu mildern. G Liebenswürdig reichte sie ihm die volle Hand, die der Günstling an seine Lippen führen durfte. Beginnen Sie, Heber Graf," sagte sie und ließ sich auf den gepolsterten Sessel vor ihrem mit elfenbeinfiguren ausgelegten Schreibtisch aus Ebenholz sinken. Kaunitz hielt Vortrag. Er sprach sehr gemessen, fast ein wenig pedantisch. Dabet zog er hin und wieder aus der Mappe, die er in der Hand hielt, verschiedene Papiere, die er seiner kaiserlichen Herrin vorlegte. Marta Theresia unterzeichnete sie entweder sofort, oder, falls fte genaueren Einblick in das Aftenstück zu nehmen gedachte, legte sie es beiseite. Der Kanzler war zu Ende. Mit einer leichten Berneigung trat er einen Schritt vom Tische zuritd. Die Kaiserin blickte auf, fie hielt noch den Federkiel spielend in der Hand. „ Wissen Sie, daß ich fast ein wenig enttäuscht bin, Heber Graf?" sagte fie, Sie hatten mir neulich verschiedene Andeutungen gemacht, daß ich sicher meinte, heute ganz besondere Neuigkeiten zu erfahren. Aber die gab es nicht." Der Graf zuckte die Achseln. Majestät, die Rückkehr des Kuriers aus England hat sich infolge des schlechten Wetters verzögert. Aber alles in allem genommen, erwarte ich von seinen Be richten und Briefen nicht mehr, als was ich bereits die Köpenickerstraße tft in Bahlungsschwierigkeiten geraten. Die Paffiven werden ausschließlich der Hypothekenschul den auf 2 bis 300 000 Mart geschäßt. Keine Spur von Richter. Der türkische Minister des Aeußern fragte bei den türkischen Vertretern t Sofia an, ob in Bulgarien irgendeine Spur von In genieur Richter entdeckt worden sei. Der Vertreter ver neinte. Im Effener rheinisch- westfälischen Elektrizitätswerk fam gestern im Hauptkabelschacht Feuer aus. ganze Versorgungsgebiet war mehrere Stunden ohne Strom. Die großen Zechen und Werke suchten durch Umschalten den Schaden zu beheben. Die Vermischtes. Ein blutiges Drama im Trierer Garnisonlazarett Rhein.- Westf. 3tg." schreibt: Beutnant Chamier Gliszinsky vom Infanterieregiment Nr. 29 lag seit einigen Tagen als Leichtverleßter im Trierer Lazarett. Gestern nachmittag traf sein 29 Jahre alter Bruder, ein Kaufmann aus Hannover, bei ihm ein. Beide be fanden sich allein im Krankenzimmer, als plötzlich ein Schuß frachte. Der Leutnant war durch einen Schuß in den Hinterkopf durch seinen eigenen Bruder getötet worden. Angeblich liegt der Grund zur Tat auf internem militärischen Gebiet. Der Täter wurde verhaftet; er soll Reserveoffizier fein. Wie verlautet, gab der Kaufmann v. Chamier- Gliszinsky beim Verhör an, daß er auf den Bruder erst auf dessen ausdrücklichen, wieder Holten Wunsch den tödlichen Schuß abgegeben habe. Mit dieser Aussage stimmt überein, daß der junge Offizier geistig nicht normal war, weshalb er in das Las garett eingeliefert worden war, und demnächst den Dienst quittieren sollte. Nach einer anderen Lesart ging der grausigen Tat ein heftiger Streit zwischen den Brit dern voraus. Der Kaufmann machte in den letzten Tagen dem Leutnant heftige Vorwitrfe darüber, daß er jetzt aus dem Heere austreten müsse. Der Erschossene hat frither in Berlin einen Selbstmordversuch gemacht. Der andere Bruder will die Absicht gehabt haben, nach der Tat auch sich selbst zu erschießen. B Das Ge M die fan Fir den teil Gr Be der ver Ker the die gen app alle dur Ha ner fän bin bil fto Ber Gef ann Kat gen Die fein und fiber Sta Mit Ma eini Bre Боб Ein Zuchthäusler, der nm ein Tobesurteil bittet. Ein eigenartiges Gesuch hat ein Einbrecher, der jetzt eine vierjährige Zuchthausstrafe in Brandenburg ver büßt, an die Staatsanwaltschaft gerichtet. Das Gesuch lautet: Aus Anlaß des nächsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs von Preußen bitte ich um Fürsprache eines Todesurteils. Ich bin wiederholt mit Gefängnis und Zuchthaus bestraft und möchte nut die letzte Strafe des Verbrechertums kennen lernen." Es ist anzunehmen, daß die Sehnsucht nach der letzten Strafe des Verbrechertums nicht dem Lebenstberdruß des Gesuchstellers entspricht, sondern vielmehr die Sehnsucht nach der Freiheit. Der Betent hat wohl angenom men, daß ein derartiges Gesuch die Staatsanwaltschaft veranlassen wird, ihn auf seinen Geistesaustand untersuchen zu lassen, und daß er eventuell auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens aus dem Zuchthaus entlassen werden würde. Die Staatsanwaltschaft hat aber weder ein Todesurteil befürwortet, noch eine psychiatrische Untersuchung veranlaßt. Die Rachegelfiste der Neger. Die vor einigen Tas gen gemeldete, an einem Neger in Goatesville( misfourt) durch Rösten am Pfahl verübte Lynchiustiz bat die schwarze Bevölkerung der Gegend in ungeheuere Aufregung versetzt. In Versammlungen schwören die Neger, Nache an den Weißen zu nehmen, besonders an den 40 mastierten Männern, die den Neger aus dem Gefängnis holten und an den Pfahl fuüpften, Wiedervergeltung zu fiben. Man befürchtet eine regelrechte Schlacht zwischen den Negern und Weißen in Coatesville. Die Stadt ist daher militärisch besetzt worden und ein verstärktes Aufgebot von Konstablern bewacht die vor dem Orte gelegenen Landhäuser der Weißen. Da die Erregung unter der schwarzen Bevölkerung jedoch ständig zunimmt, alaubt man faum, daß noch so strenge Maßnahmen diese von einem Racheaft werden abhalten können. Millionärsfreuden. In Los Angeles in Kalifornten ist der Einsiedlermillionär" E. P. Phipps gestorhen, mit hit ein Sondering aus sent aucie ber amerikanischen Multimillionäre geschieden, der seit Jahren unter dem Wahn litt, beständig von Mitaliedern der Schwarzen Hand" verfolat zu werden. Er be wohnte daher im Hotel Van Nuys" ein besonderes für thn hergerichtetes Zimmer, dessen eisenbeschlagene T- ren und vergitterte Fenster von Eindringlingen nicht au öffnen waren. Seit acht Jahren hatte er diefes große Gemach nicht verlassen. Nur wenigen Bekannten und Geschäftsfreunden, sowie feinem Diener John war der Zutritt gestattet. Test fit er eines natürlichen Todes estorben. Keine Bombe der Schwarzen Hand" hat thn ins Jenseits geschafft. Revolverattentat auf einen Boftbeamiten. Einen Mordanfall verübte Dienstag nachmittag in Dissen ( Prov. Hannover) der Berainvalide Gobec aus Erpen. Er drang mit einem fünffach geladenen Revolver in Ehre hatte, Eurer Majestät mitzuteilen. Seten wir auf unserer Hut. Eine Freundschaft zwischen England und Preußen fann uns viel verderben, und ich fürchte, die Freundschaft ist gesichert..." " Bah," machte die Kalferin,„ Sie sind ängstlich geworden, lieber Graf. König Friedrich, mein erlauchter Gegner während zweter Kriege, ist wahrhaftig nicht der Mann, um Bundesgenossen zu gewinnen. Alle Welt betrachtet ihn mit mißtrauischen Augen, Neid ist das beste Isolierungsmittel... glauben Sie..." Kaunitz blickte seine Gebieterin ernst an. " Dieser soi- disant Rönig von Preußen hat zwet nicht zu unterschätzende Bundesgenossen, und das ist sein Geist und seine Armee. Gegen diese Bundesge nossen kämpft nur die erbrüdende Uebermacht erfolg reich, und kämpfen wir, muß der Erfolg sicher sein, sonst ist eben alles verloren. Er, der aus der Krone Eurer Majestät den Edelstein Schlesien gebrochen hat.." " Nicht für immer, Kaunis," warf die Raiserin ein, „ Schlesten erobere ich zurüc Und wann, Majestät, wann?" Die Kaiserin beachtete den Einwurf nicht. Sie wiederholte:„ Schlesien erobere ich zurück. Darauf habe ich mir das Wort gegeben." So wollen wir es einlösen, Majestät, rief Raunth. Ich hatte beretts neulich die Ehre, Eurer Majestät zut bemerken: die Zeit ist nahe, mehr als das, es ist hobe Beit und der Moment gekommen, um mit dem Feind Abrechnung zu halten. Unser Heer ist trefflich gerfistet, der Staatsfädel gefüllt. Wir haben Bundesgenossen gewonnen, die kleinen deutschen Reichsfürsten stehen fast alle auf unserer Seite. Für uns ist das mächtige Rußland, will sagen, Raiserin Elisabeth, und was Sachfen anbetrifft, so brennt König August darauf, fich an ben Preußen zu rächen. Die Bett ist günstig. Später? Mein Himmel, wer weiß, ob da nicht in Eurova Komum Aris bart versi ben. Eur Fach 20. wur Jah wäh Her wie nem brin aber ger dod lich Herr Gepi den) Dam mün Auft Bost tag Taub fchen melf neue In verf gera mur Bo plit um den - fchlit unfe Dies Wer wort reima auden läßli reich find Röni Auge ligen tit in Bu ne bas ber Burs Bu id mag S Dann betm en geraten hetenfchul Minifter tretern von In treter ver Bitätswert 18. 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Gle arauf habe ef Kaunt Majestät zu es tft hobe Sem Feind chgerliftet, csgenoffen ten stehen & mächtige was Sachuf, fich an Später? Copa Kom bas Postamt ein und feuerte auf den nichtsahnenden| BostaffistentenNeumann durch das Schalterfenster einen Schuß ab, der letzteren infolge einer plöblichen Wendung glücklicherweise nur in die rechte Bace traf. Die Kugel, deren Lage mittelst Röntgendurchleuchtung festgestellt wurde, soll morgen entfernt werden. Die Tat fit aus Rachsucht gegen Bostbeamte geschehen, die angeblich Briefe des G. nicht befördern wollten. G. soll infolge eines Unfalles nicht mehr im Vollbesitze seiner Geisteskräfte sein; er wurde bald nach der Tat verhaftet. Die Flieger im Kaisermanöver. Auf Grund von Mitteilungen der zuständigen Stelle ist die„ Inf." jetzt in der Lage, die Anzahl der Flugapparate zu nennen, die am Kaisermanöver teilnehmen werden. Die gesamte Anzahl für beide Manöverparteien ist auf acht Flugapparate festgesetzt worden. Es wird jedoch da= rüber strengstes Stillschweigen gewahrt, ob es sich um Ein- oder Zweidecker handelt, ferner darüber, welche Systeme den einzelnen Manöverparteien zugeteilt werden. Auch die Zahl der den einzelnen Parteien zugeteilten Flugapparate wird nicht bekannt gegeben. Die Gründe für diese Maßnahmen sind folgende: Durch das Verschweigen aller in Betracht kommenden Einzelheiten der Verwendung der Flugapparate im Manöver soll verhütet werden, daß eine der beiden Parteien vorzeitig Kenntnis davon erhält, wieviel Flugapparate und wel che Systeme dem Gegner zur Verfügung stehen. Durch die Kenntnis dieser Tatsachen würden die Entschließungen der Parteien und die Verwendungsart der Flugapparate vielleicht beeinflußt werden können, was unter allen Umständen vermieden werden muß. Die Verwendung der Flugapparate soll streng friegsmäßig sein. Die Hinrichtung des Zengfeldwebels Müller aus Hanau wegen Ermordung seiner Geliebten ist am Donnerstag morgen auf dem Hofe des Preungesheimer Gefängnisses durch den Scharfrichter Göppel aus Magdeburg vollzogen worden. Göppel ist der ehemalige Ge= hilfe und der Nachfolger des vor einigen Jahren verstorbenen Scharfrichters Engelhardt. Es ist, wie ein Berichterstatter meldet, die vierundzwanzigste Hinrichtung Göppels, der von Beruf Porzellanmaler ist. Der Gefängnisgeistliche Göße weilte beinahe die ganze Nacht In der Zelle Müllers, dem Mittwoch nachmittag Staatsanwaltschaftsrat Dr. Bluhme mitgeteilt hatte, daß der Kaiser das Gnadengesuch abgelehnt habe. Gestern mor= gen 5 Uhr erhielt Müller auf Wunsch eine Tasse Kaffee. Die letzte halbe Stunde verbrachte er im Gebet allein in seiner Belle. Um 6 Uhr wurde er in den Hof geführt und nach den üblichen Formalitäten dem Scharfrichter übergeben, der nach wenigen Sekunden meldete:„ Herr Staatsanwaltschaftsrat, die Hinrichtung ist vollzogen!" Müller starb gefaßt. Der Sarg wurde sofort an der Mauer eingescharrt. Den Leichenwagen begleiteten einige Polizeikommissare. Auf dem Friedhof hielt der Breungesheimer Gefängnisgeistliche eine Ansprache. Er hob besonders die echte Reue Müllers hervor und flehte um himmlischen Frieden für den reuigen Sünder. Vom Arbeiter zum Universitätsprofessor. Alts Kristiania wird der Frif 3tg." berichtet: Im benachbarten Eidsvold ist der Professor an der hiesigen Universität J. C. Lieblein im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der bedeutendsten Aegyptologen Europas und Verfasser mehrerer überall anerkannter Fachwerke. Merkwürdig ist sein Lebenslauf. Bis zum 20. Jahre war er Arbeiter in einem Sägewerk, dann wurde er Kontorist, Aushilfslehrer und erst mit 28 Jahren Universitätsstudent. Der greise Gelehrte wurde während der Arbeit an einem neuen Werke von einem Herzschlage getroffen. Eine fparfame" Hausfrau. Eine Dame Iteß sich, wie aus Würzburg gemeldet wird, ihr Gepäck von einem Dienstmann zum Frankfurter Mittagsschnellzug bringen. Der Mann besorgte seinen Auftrag bestens, aber die Dame feilschte wegen 30 Pfennig, die sie wentger geben wollte. Der Gepäckträger bat die Dame, thm doch seinen verdienten Lohn zu geben, sonst ginge schließ= lich noch der Zug ab. Richtig, während des Hin- und Herredens dampfte der Zug ab, natürlich auch mit dem Gepäckträger. Erst an der nächsten Haltestelle( Gemünden) konnte der Genäcktränar die Sturene ameten, oie Dame mußie das Fahrgeld von Würzburg nach Gemünden und zurück zahlen, und das alles wegen 30 Pfg. Ausgeraubte deutsche Postsäcke für Indien und Australien. Die nach Indien und Australien bestimmte Post, welche über Brindisi geleitet wird, tam am Sonntag abend in einem Zustande an, die auf eine Beraubung schließen ließ. Anfangs legte man dem 3mischenfalle teine große Bedeutung bet, da anscheinend die meisten Postsäcke unversehrt geblieben waren. Nach neueren Nachrichten scheint der Schaden doch erheblicher zu sein. Mehrere Postsäcke wurden vollständig geleert. In einem der beraubten Säcke fand man noch 136 unversehrte Einschreibesendungen. Ein großer Teil der geraubten Briefschaften stammt aus Deutschland. Eine Simmelsgabe. Eine angenehme Ueberraschung wurde auf dem Karlsruher Wochenmarkte einer Ge= müsefrau zuteil. Als das Luftschiff Schwaben" über den Wochenmarkt fuhr, fiel der Marktfrau etwas aus der plikationen eintreten, die unsere Revanche verschieben, um nicht zu sagen, für immer verhindern." Maria Theresia erwiderte nichts. Sie schaute nachdenklich vor sich hin, endlich meinte sie:„ Und wenn tch sage, hören Sie wohl, ich sage, wenn wir losschlügen, würde wirklich die erdrückende Uebermacht auf unserer Seite sein? Sind wir wirklich stark genug, um dies Preußen zu demütigen und unschädlich zu machen? Werden wir wirklich siegen?" Kaunitz zuckte die Achseln. " Ich hoffe, Eurer Majestät bestimmt mit" Ja" antworten zu können. Eins tst allerdings not." ,, Und das eine?" " Majestät, das ist die Bundesgenossenschaft Frankreichs. Ich erlaubte mir bereits neulich den Fall anzudeuten. Die gallische Freundschaft tst für uns unerläßlich. Ist Frankreich auf unserer, also auf Desterreichs Seite, so sind wir auf alle Fälle gesichert; dann sind wir so stark, daß wir einfach unbesiegbar sind. König Ludwig “ Marta Theresia erhob sich mit stolzer Würde. Ihre Augen blitzten. ,, König Ludwig ist der schlechteste der mit dem hetItgen Dele gesalbten Könige Frankreichs," sagte sie. ,, Er tst in schlimme Lüste versunken, Liste, die mit Namen zu nennen mein Mund sich sträubt. Ich bin stolz auf das kaiserliche Diadem, das ich trage, allein nicht minder stolz bin ich auf das andere Unsichtbare, auf meine Würde als ehrbare Frau. Ich mag nichts mit Paris zu schaffen haben. Hören Ste wohl, Kauniz? Ich mag nicht." Kaunit war verabschtedet. Er verbeugte sich vor seiner kaiserlichen Herrin, dann aber er konnte es nicht unterlassen,- fragte er zum Abschiede:„ Wünschen Eure Majestät sofort beim Eintreffen des Kurters aus England benachrichBaffagiertabine gerade in thren Gemüseforb. Es war ein Markstick, das die Händlerin hocherfreut einsteckte. Sie bedauerte nur, daß es fein Goldstück gewesen war, das zu ihr vom Himmel herunterfiel. Das Bügle, daß seinen Führer verlor. Auf der von Pfronten im Allgäu nach Kempten führenden Lokalbahn ist vorgestern der Lokomotivführer zwischen Sulzberg und Durach vom Trittbrett heruntergefallen, ohne indeffen Schaden zu nehmen. Das Bügle fuhr auch ohne thn gemächlich weiter, und langte wohlbehalten in Du rach an, wo es nur 5 Minuten auf seinen Lokomotivführer zu warten brauchte, der ihm nachgelaufen war und von den zahlreichen Fahrgästen bei der Ankunft herzlich begrüßt wurde. Die Doktorinnen aus dem Reich der Mitte. In wie hoher Blüte der Zauberschwindel der chinefischen„ Doktorinnen" in ihrem Heimatlande steht, zeigt die folgende interessante Schilderung in einem Berliner Blatte: Eines Tages- es war während des russisch- japanischen Krieges hatten wir in Charbin ein eigenartiges Schauspiel. Begleitet von vielem Volt, kam eine Schar von trippelnden Chinesinnen die Straße entlang; die„ Doktorinnen"! Auf einem freien Blaze machte der Bug halt und schon begann auch die ärztliche Konsultation: das Hervorziehen von Maden". Jener bekannte Taschenspieler- Hokuspokus, zu dem außer allerdings nicht geringer Fingerfertigtelt meist nur noch ein paar Fasereien nötig sind. Mit bewundernswerter Geschickfichkeit holten die flinken kleinen Zauberinnen mit einem Messing- oder Holzstäbchen, das sie aus den Haaren egzogen hatten, bald aus den Augen, bald aus den Zähnen Made auf Made heraus, je nach dem Geldsäckel des Patienten. Denn die Hauptsache bei dem Geschäft ist natürlich das Verdienen, und ganz nach der Entlohnung, die der Doktorin winit, richtet sich der Erfolg der Operation. Je höher das Honorar, um so mehr Maden! Da nun in fener Beit ärztliche Hilfe überhaupt teuer war und die meisten Chinesinnen in dem Glauben sind, daß die Schadhaftigkeit ihrer Zähne durch Maden, die in diesen hausen, hervorgerufen wird, ist es leicht zu verstehen, wie die Praris der Doktorinnen florierte. Ein bis sogar dret Nubel für die Behandlung war feine Seltenheit. Am liebsten nehmen die gelben Gauklerinnen ihre Operationen an Frauen vor, die einmal neugieriger, dann aber auch leichter zu bereden sind, und zwar vor zugsweise während der Abwesenheit der Männer. Nach gefaner Arbeit" pflegten sie den Pattenten einen roten Fleck auf der Stirn einzutneifen, um ihrer Nachfolgerin anzudeuten: Vorsicht! schon furtert und gerupft!" Damit nun nicht etwa die neue Doktorin nun auch noch etne Portion von Maden aus den eben erst geheilten Bähnen oder Augen herauszog und so der ganze Schwin del an den Tag kam. Dann gab es eine solenne Kelleret. und mehr als einmal habe ich das bekannte Glockenwort Schillers" Da werden Weiber zu Hyänen" verwirklicht gesehen. Wenn schließlich die Behörden gegen diesen Unfug einmal vorgingen, so lag es hauptsächlich daran, daß infolge der Behandlung der Doktorinnen in vielen FälIen det düpierten Pattenten erkrankten, vereinzelt so= gar rech ternstlich; und zwar durch die Benutzung der Haarstäbchen. Die Chinesin aus dem Volke zeichnet sich nicht gerade durch besondere Reinlichkeit aus und zumal die Haarpflege wird von den niederen Frauen fast ganz vernachlässigt. Bald nistet sich auf dem vollen Schopf allerlet Ungeziefer ein, deren sich die Betroffene durchgiftige Salben zu erwehren sucht. Kein Wunder also, wenn das durch das lange Herumtragen im Haar schon an sich schmutzige Stäbchen dte thm anhaftenden gefähr= lichen Keime bet der Berührung mit dem Munde oder den Augen dorthin verpflanzt. Auch Verhaftungen wurden hter und da gelegentlich vorgenommen; der Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer. Bald tauchten die " Dofforinnen" wieder auf und hatten ebenso regen zuspruch wie vordem. Drabtnachrichten und Deuestes. Kaiser und Kanzler auf Wilhelmshöhe. Wilhelmshöhe, 18. August. Der Katser hörte gestern abend und heute morgen den Vortrag des Reichskanzlers. Gegen mittag empfing er den Botschafter in Konstantinopel Freiherrn Marschall von Bieberstein zur Meldung. Mittags war anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Josef bet den Majestäten eine größere Tafel. Schußmann und Fürsorgezögling. Berlin, 18. August. Bet der Festnahme eines entsprungenen Fürsorgezöglings stürzte dieser mit setnem Bruder auf den Schußmann und riß ihn zu Boden. Als ein anderer Polizeibeamter Herbeteilte, wurde er ebenfalls angegriffen. Er machte daher von seinem Revolver Gebrauch. Der Fürsorgezögling erhielt einen Brustschuß, während sein Bruder entfam. tigt zu werden, oder haben die Nachrichten, die ich mit Sehnsucht erwarte. für meine Kaiserin feine Eile?" Maria Theresia verstand. „ Ste haben Eile," sagte sie.„ Bringen Ste mir sofort die Neuigkeiten." Als Kauniz aber aus der Tür ging, murmelte er: „ Und wir wenden uns doch noch an Frankreich, parole d'honneur! Erst durch Frankreichs Hülfe sind ivir sicher, und vor dem harten Muß schweigt jede Rücksicht..." Der so sehnlichst erwartete Kurter aus England war im Laufe des nächsten Tages in Wien eingetroffen. Er hatte die wichtigen vom österreichischen Gesandten in London erhaltenen Aftenstücke in den Stiefelfohlen und-Schäften verborgen. Das war eine Vorsicht, die ihm Kauntz geraten hatte. Behutsam trennte der Kurier seine Stiefel auseinander, worauf die versiegelten Akten zutage kamen. Ohne mit der Wimper zu zucken, mit unbewegItchem Gesichte las fte der Graf. Dann steg er in seine Sänfte und Iteß sich in die Hofburg tragen. Maria Theresia, die endlich einen Augenblick Zeit gefunden hatte, da sie Frau und Mutter sein durfte, befand sich gerade im Kinderzimmer, umgeben von einer munteren Schar rotbackiger Buben und Mädel, als der Kanzler gemeldet wurde. Sie war in Erwartung der Nachrichten, die sie hören würde, ein wenig erregt, die Gefühle der Kaiserin überwogen die der Mutter. Verschiedentlich hatte sie an das gestern geführte Gespräch mit ihrem Kanzler gedacht. Kaunit hatte, obwohl gewissermaßen zum Kriege, so doch auch wieder zur Vorsicht gemahnt, ja, verschiedentlich, und das war das, was Maria Theresia am meisten beschäftigte, für Desterreich einen neuen Bundesgenossen in Vorschlag gebracht. Sie ließ durch den meldenden Lakaten sagen, Theaterbrand in Berlin. Berlin, 18. August. Jm Theater des Westens brach in den gestrigen Abendstunden ein Feuer aus, das das Kulissenhaus bald ganz einnahm. Die Char lottenburger Feuerwehr, die zu Hilfe gerufen wurde, hatte infolge der starken Rauchentwicklung einen sehr schweren Stand. Das Feuer tobte bis gegen Mitter nacht. Wohl gelang es, der Gefahr eines Deckeneint sturzes vorzubeugen, aber die Deckenkonstruktion wurde doch so start beschädigt, daß sie vollständig abgetragen werden muß. Der gesamte Inhalt des Kulissenhauses, der einen Wert von fast 100 000 Mart repräsentiert, ist bis auf wenige Stücke ein Raub der Flammen geworden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Gasexplosion auf einem Berliner Bahnhof. Berlin, 18. August. Heute morgen 8% Uhr er folgte in dem Geschäftszimmer der Betriebsinspektion auf dem Potsdamer Bahnhof infolge schadbafter Gas leitung eine Explosion. Die Gewalt derselben war so start, daß ein großes Mauerstück herausgerissen wurde, das auf den von Wannsee kommenden Zug und zum Teil auch auf die Straße geschleudert wurde. Sieben Personen wurden leicht verlegt, darunter der Ministertaldirektor Halle vom Finanzministerium und der Dis rektor der Dresdner Bank Schacht. Die Schwaben" auf der Rückkehr nach Baden. Friedrichshafen, 18. August. Das Luftschiff Schwaben" ist heute frith 6 Uhr zur Rückfahrt nach Baden aufgestiegen und nahm den Weg nach Basel zu. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. In der ersten Hälfte der am 16. August zu Ende gegangenen Berichtswoche setzte sich die Aufwärtsbewegung der Getreidepreise wegen der andauernden Hitze und der infolgedessen sich verschärfenden Besorgnisse fir die Futterfräuter und besonders die Kartoffeln fräftig fort; der am Montag angekündigte und am Dienstag auch tatsächlich eingetretene Wetterumschlag hat aber eine erhebliche Abschwächung bewirkt, zumal auch aus Nordamerika auf Grund der Dementierung von bedeuttenden Ernteschäden in Kanada wesentlich niedrigere Weizenpreise gemeldet wurden. Am Berliner Markt nahm das Angebot der Landwirtschaft, die während der Hausseperiode wie gewöhnlich mit Verkäufen zurichaltend war, bei den nachlassenden Preisen erheblich zu, und dies trug zu dem Preisdruck bei. Am letzten Tage jedoch fam, namentlich für Roggen, wieder eine recht feste Tendenz zum Durchbruch, da fich für das letztge= nannte Getreide lebhafte Nachfrage für den Erport nach Nordrußland und Standinavien zeigte. Auch die anscheinende Wiederkehr trockenen Wetters dürfte die schließliche Erholung mit veranlaßt haben. Hinsichtlich des Wetzens hält man es angesichts der vorzüglichen Qualitäten der diesjährigen Ernte nicht für ausge= schlossen, daß bedeutendere Mengen vom Ausland er= worben werden. Auch Deckungen für September wurden mehrfach vorgenommen, meil wegen der Behinde rung der Schiffahrt die rechtzeitige Herbeischaffung von Ware nicht zu ermöglichen ist. Hafer wurde in seiner Auf ärtsbewegung gehemmt durch reichlicheres russisches Angebot, das durch die hohen Berliner Notic rungen angelockt wurde. Mats ist ebenfalls gestiegen. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Pretse für Lieferung im September wie folgt: Weizen 205,75 M, Roggen 172.75 M, Safer 169,50 M, Mats 157,00 Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfletschige, ausgemästete höchsten Schlachtmertes, ungejocht 83 bis 86 M., b) junge, fleischige, nicht auß= gemästete und ältere ausgemästete 76 bis 82 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70 bis 72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 75 bis 81 M, b) vollfleischige jüngere 71 bis 79 M., c) mäßig genährte füngere und gut genährte ältere 72 bis 75 M. 3. Färfen und ühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- bis M., b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 70 bis 74 M, c) ältere ausge= mäftete und wenig out entwickelte fincere the und Färjen 65 bis 69 M, 5) mäßig genährte ühe und Farfen 58 bis 64 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M., f) gering genährtes Jungvieh( Freffer) 56 bis 70 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 107 bis 140 M. b) feinste Mastfälber 92 bis 98 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 78 bis 88 M., d) geringere Mast- und gute Saugfälber 70 bis 79 M., e) geringe Saugfälber 51 bis 67 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 72 bis 76 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 66 bis 70 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53 bis 68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über Bentner Lebendgewicht 58 bis 59 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 Pfund 57 bis 58 M, c) vollfleischige 200 bis 240 fund 56 bis 58 M., b) vollfleischige Schwetne 160 bis 200 Pfund 54 bis 57 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 51 bis 54 M., f) Sauen 50 bis 52 M. daß sie kommen würde, und wollte sich von den Kindern verabschieden. Selbstverständlich wurde sie von allen Setten bestürmt, ihren Besuch nicht abzukürzen. Die kleine Marte Antoinette, ein kleiner blondlockiger Engel und das hübscheste ihrer Kinder, hing sich wetnend an das Brokatgewand der Mutter. ,, Du sollst bei uns bleiben, Mama Kaiserin, Du sollst bei uns bleiben..." Die Fürstin tröstete das schretende Kind, allein bet all threr Zärtlichkeit konnte sie ihre Ungeduld nicht verbergen. Set artig, ma petite," sagte sie ,,, Tränen verderben die Augen, und Deine Guckerln sollen doch schön und flar bleiben. Schau, morgen komme ich wieder und bringe Dir was recht Schönes mit. Was soll ich Dir schenken?" Die Kleine wischte sich mit den Fäustchen die dicken Tränen aus den Augen. Ste dachte über das Geschenk nach. „ Nun, Kind, rasch, rasch, was willst Du haben? Eine Zuckerstange oder eine neue Puppe?" Marie Antoinette aber wußte noch etwas anderes. Ste machte ein schlanes Gesichtchen. „ Ich habe Dich einmal drüben in dem großen Saale gesehen. Da saßest Du auf dem Thron und hattest etne goldene Krone auf das Haupt gesezt; ach, wie schön warst Du da! Schenke mir doch auch eine Krone, Mama Kaiserin!" Maria Theresia strich mit zarter Hand über die blonden Löckchen thres Lieblings. Vielleicht, Kind, vielleicht später. Aber schau, Du mußt nicht glauben, daß es etwas so Schönes um die Krone tst, so ein güldener Reifen ist schwer, der drückt die Stirn wund." ( Fortfehung folgt.) Verkaufe mein Dreſch ftrobpreffe( Klinger). * les ist faz: 13- Pferd Bekanntmachung. Die von dem Großh. Finanzamt Gießen aufge- fabrbare Lotomobile, 60-8öller stellten Hebregister für die Beiträge zu den Kosten der Dreichlaften und Barent- Glatt Handelskammer für 1911 E. J. liegen 10 Tage lang noch fast so gut wie neu und und zwar vom 21. bis einschließlich 30. August d. Js.. noch lis 15. Auguft im Betrieb borm. bon 10-12 und nachm. bon 3-5 Uhr im Büro u feben. der Handelskammer, Nord- Anlage 15( Kaufm. Vereins- 27/12] haus) zur Einsicht offen. Einwendungen gegen den Inhalt der Hebregifter find innerhalb dieser zehntägigen Frist bei der Handelstammer schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Handelskammer über die borgebrachten Einwendungen entscheiden und die Hebregister nach Maßgabe dieser Entscheidungen, so weit nötig, berichtigen lassen. Gegen diese Entscheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an das Großh. Ministerium des Innern zulässig. Gießen, den 16. August 1911. Die Großh. Handelskammer: S. Heichelheim. Bekanntmachung. G. H. Getk. Mörfelden( Heff.) Wagenverkauf. Empfehle mein reichhalt. Lager: Eleg. Landauer, Mylords, Halb: berbecke, Breats, Geschäfts- und [ 21/3 Amerikanerwagen aller Art, neu und gebraucht. Fr. Graner, Butzbach. Flechten näss u. trockene Schuppenflechte, skroph. 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Nach dem Kirchgang Schmückung der Kriegergräber und Denkmäler. Orden, Ehrenzeichen, sowie Vereinsabzeichen sind anzulegen. g 11 9 Sta bei Mar dage MUC habe Bieb Schaf erfäl Rech ftant für unm Bifch ein 9 in de haltu E Die Vorstände der Giessener IIassia- Vereine. Ed berit Nach im „ Na, Fräulein, gefur jen f wenn Sie nicht gewi ' mal ftiege und пеба werd in di die und Beglaubigte Felke- Vertreterin Fran M. Plack e teilt Dienstags u. Mittwochs von 10-5 Uhr Rat an Kranke. Wetzlar, Bau. straße 10 3 Min. vom Babi hof. Wer verkauft Wohn- Geschäfts- Dienstmädchen baus od. sonst. für Ankauf günst Objekt? Off. nur vom Besitzer u. G. 7458 an Haasenstein& Vogler, A.-G., Frankfurt a. M. Düngemittel. Tüchtige Reisende gegen hohe Provision sucht Röber& Co, Düngemilte Hef m 5 Sanifurt a. w. Mittelmez 27.[ 28077 gesucht. Chirurg. Klini?, St ken Landwirtssöhne uud andere junge Leute erhalten kostenlos ausführlichen Prospekt der Landw. 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