il tel Unerkraft. ohne ulver. diges Blich! ORF. ühmten Soda - Schlaflosigkeit - Gicht, Mager Fälle en $. Elektrotherapi Giesse nd Feiertags) hren. Bragis. zend er Voll tändig gelahrlos Enthält nu leinite Wach reines Terpenting bewähr er Welt! los bis 50 stellt, e vorniert. ellt e ab ungen rsweg nnen, lichen GGGGGGGGGGGGGGG Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr., Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 117. - Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. Die 3 weite Kammer beschäftigte sich gestern mit dem Bau der Brikettfabrik nebst elektrischer Zentrale der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 19. Mai 1911. - - | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Big.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Teiephon: Nr. 362. 23. Jahrg. storischen Laboratoriums nächstbeteiligte Stadt Gießen, die zudem das Laboratorium um den Preis von 60 000 Mark an das Komitee verkauft hat, sich über Art und Maß ihrer Leistungen zu äußern hätte. Es dürfte dem Arbeitsausschuß anheimzugeben sein, zunächst eine solche auf dem staatlichen Braunkohlenbergwerk Ludwigshofftein, statt in das Feuer. Also bei dem Brande in der Aeußerung herbeizuführen.“ Der Finanzausschuß teilt nung bei Wölfersheim. Finanzminister Braun be= gründet in längerer Rede die Vorlage. Er gibt zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung des Braunkohlenbergwerks Ludwigshoffnung, das seither ein Schmerzenskind des Staates gewesen sei. Die Preßsteinfabrikation, die vor acht Jahren eingeführt worden sei, habe sich nicht bewährt. Der Bau einer Brikettfabrik sei von Sachverständigen empfohlen. Ein neues Moment sei eingetreten, durch die Möglichkeit der Errichtung einer elektrischen Kraftzentrale, für die sich die Provinz Oberhessen als Großabnehmer angeboten habe. Durch die Verbindung der beiden Anlagen sei eine Genossen eingelaufen, in dem die Regierung ersucht wird, fender Konjunktur seien gleichmäßige Einnahmen gesichert. Es sei hier eine gute Gelegenheit für den Staat, das Eigentum sowohl an Kohlenschätzen wie den Grubenbetrieb in der Hand zubehalten, um das investierte Kapital nicht zu verlieren. Der Abschluß des Vertrages mit der Provinz Oberhessen mache es notwendig, die Vorlage dringlich zu behandeln. Er empfehle die Vorlage trotz des bedeutenden Anlagekapitals und trotz der hier und da herrschenden Abneigung gegen staatliche industrielle Betriebe. Es brauche nicht ausgeschlossen zu sein, daß man später mit privaten Unternehmern in Verbindung trete. Inzwischen ist ein Antrag der Abgg. Dr. Osann u. Genossen eingelaufen, in dem die Regierung ersucht wird, die Brikettfabrik mit elektrischer Zentrale und dem Betrieb der Grube Wölfersheim an eine Aktiengesellschaft zu übertragen und sich an einer solchen zu beteiligen. Die Regierung hat nach dieser Gründung der Kammer hiervon Mitteilung zu machen. - Hydranten geschraubt. Der Wasserdruck ist jedoch zu stark oder der Schlauch ist vielmehr zu schwach kurz und gut, ein Schlauch der nach der Erklärung des Zeugwartes nicht auf Druck geprüft worden war geht in die Brüche und das Wasser ergießt sich in den RinnMarburgerstraße lag es am Wasser und nicht an den Pferden; folglich- so argumentierte der Stadtv. Löber unter Heiterkeit der Versammlung ganz logisch ist die Einrichtung eines Fuhrparks nicht notwendig. Welche Bewandtnis es damit hat, darüber berichtet der Vorsitzende folgendes: Wir sind uns wohl alle flar darüber, daß Mißstände im hiesigen Feuerlöschwesen bestehen: Es fehlen Mannschaftswagen, das Gerätehaus am Brandplatz ist zu klein, und die engen ZufahrtsstraBen machen ein schnelles Abfahren illusorisch. Es wird daher geplant, das Feuerwehrdepot nach Oswaldsgarten zu verlegen. Weiter wäre ein Stall für die Pferde des Unternehmers zu bauen; ferner müßte für Wohnung Sorge getragen werden, in denen Handwerker, die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sind und ihre Beschäftigung zu Hause haben, untergebracht werden fönnen. Sobald dann Feuer signalisiert werde, wären sofort Leute bei der Hand. In einzelnen Städten be= stände diese Einrichtung, und sie hätte sich sehr gut bewährt; in 7-8 Minuten sei man an der entferntesten Brandstelle. Es sollen aber heute noch keine bindenden Beschlüsse gefaßt werden, sondern der Vorschlag der Stadtverwallung geht dahin, die Baudeputation, die zugleich Feu erlöschkommission ist, zu beauftragen, daß sie sich in den Städten, wo derartige Einrichtungen bestehen, an Ort und Stelle informiert. Stadtv. He ich elheim macht den Vorschlag, daß auch der neue Branddirektor sich der Deputation anschließen solle; Stadtv. Winn wünscht die Hinzuziehung eines Pferde- Sachverständigen und schlägt den Stadtv. Simon vor. Der Antrag mit den beiden Zusatzanträgen wird angenommen. Stadtv. Ebel führte noch aus, um„ Mißverständnissen" vorzubeugen, daß die gerügten Mängel sich nicht persönlich gegen die Feuerwehr richteten; man könne der Feuerwehr, die sich freiwillig in den Dienst der Stadt stelle, die Anerkennung nicht versagen. Er habe häufig habe die Beobachtung gemacht, daß die einzelnen Löschmanöver stets auf das exakteste ausgeführt wurden. Abg. Ulrich wendet sich in scharfen Worten gegen Ueberlieferung des Werkes an die Privatspekulation. Es wäre eine Sünde und Schande, wenn die Kammer von ihrem früheren Standpunkte abgehe. Es hieße das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man aus nicht stich haltigen Gründen die ganze Anlage der Spekulation preisgebe. Abg. Molthan steht nicht auf dem Stand- Gelegenheit gehabt, den Uebungen beizuwohnen, und er punkt des Abg. Ulrich, daß der Staatsbetrieb der allein seligmachende sei, und daß das Großkapital nur zur Ausbeutung der Arbeiter diene. Für ihn stehen nur die Zu einer längeren Debatte kam es auch bei der wirtschaftlichen Interessen Oberhessens in Frage. Abg. Einrichtung der alten Klinik für 3 wede Köhler- Worms kann der Regierungsvorlage nicht der städtischen Verwaltung. Oberbürgermeizustimmen. Finanzminister Bra un begrüßt die 3uster Mecum nimmt Bezug auf die am Donnerstag stimmung der Mehrheit des Hauses und befont, daß auch die Regierung für später die Heranzieh ung des Aktienkapitals ins Auge gefaßt habe. Er empfiehlt der Kammer die Annahme der Vorlage. Nächste Sizung am Freitag. " Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. Mai. Aus dem Stadtparlament. Der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten lag ein anscheinend ganz harmloses Programm zu Grunde: " nur" 22 Punkte verzeichnete die Tagesordnung, von denen jedoch keiner auf den ersten Blick des Schicksals Tücke verriert. Aber wie das halt so ist, mancher„ gepfefferte" Titel verbirgt sich zuweilen hinter einer ganz unschuldig aussehenden Maske. Wer hätte 3. B. von ben, Laien" geahnt, daß bei der„ Einrichtung eines städtischen Fuhrparks" das städtische Feuerlöschwesen unter die Lupe kam. Anknüpfend an den kürzlich stattgefundenen Brand in der Marburgerstraße sprach man sich gerade nicht sehr schmeichelhaft in dieser Beziehung aus. Es war ja allerdings ein gewisses„ Pech", daß das Feuer nun ausgerechnet auf einen Sonntag ausbrach, noch dazu in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends, wo man teils von dem schö nen Maiausflug noch nicht zurückgekehrt war, oder teils schon von den Strapazen die Erholung suchte. Und einige der braven Wehrleute sollen in ausgiebiger Weise be= wie von einem der Stadtväter behauptet wurde reits den„ inneren" Brand gelöscht haben, bevor sie mit Leitern und Strahlrohr dem äußern" zu Leibe gingen. Und nun erst der Fuhrmann! Er schlief den Schlaf des Gerechten, und die Feuerwehrleute suchten so schnell wie möglich ihre Löschgerätschaften ohne Pferde an die Brand' Stelle zu schaffen. - Nach einer halben Stunde ist man glücklich angeMangt, und schnell werden die Schlauchleitungen an die geben hat, daß das Gebäude sehr wohl städtischen Einvor acht Tagen vorgenommene Besichtigung, welche errichtungen dienstbar gemacht werden kann. Wenn jedoch das Grundstück preiswert verkauft werden könne, solle man zustimmen. Es würde sich dann um die Frage handeln: Soll der Vorgarten ausgenutzt werden oder soll er erhalten bleiben? Jm Interesse des Straßenbildes ist natürlich zu fordern, daß die Straße nicht durch bauliche Ausnutzung des Vorgartens verunstaltet wird. Von der Baudeputation sollen für einen eventuellen Verdie Ansicht der Regierung und beantragt: die VorstelTung für erledigt zu erklären. Der Antrag findet Annahme. Gesellenbriefe. Man schreibt uns: Die hess. Handwerkskammer hat an die Vorstände der Bezirksverbände in Hessen ein Ausschreiben gerichtet, in dem darauf hingewiesen wird, daß nach einer sung der Noten in den Gesellenbriefen beanstandet hat, Notiz im Gewerbeblatt ein Bezirksverband die Weglasweil dadurch die hessischen Prüflinge gegenüber den preußischen benachteiligt würden. Das Ausschreisei, Verwirrung in gewerblichen Kreisen hervorzurufen. ben besagt, daß die Notiz in dieser Fassung geeignet Demgegenüber ist festzustellen, daß nach einem Beschluß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages von allen Kammern nur noch die Tatsache des Bestehens auf den Gesellenbriefen zum Ausdruck gebracht wird, während selbstverständlich, wie auch in Hessen, die Einzelbewertungen in den Prüfungsakten niedergenoch die Noten der Einzelleistungen auf den Gesellen= legt sind. Wenn somit bei außerhessischen Kammern briefen verzeichnet sind, so wird die Vereinheitlichung nur noch eine Frage der Zeit sein. der Pfingstzeit. Die Versendung mehrerer Ba* Versendung von Pateten während fete mit einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 29. schen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland Mai bis einschließlich 3. Juni weder im inneren deutausgenommen Argentinien gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete mit einer Postpaketadresse versandt werden. Hundeausstellung in Offenbach a. M. Zu der am Sonntag, den 21. Mai, im Stadtgarten stattfindenden Hundeausstellung sind nahe an 450 Hunde gemeldet. Die einzelnen Rassen sind durchweg durch bekannte Sieger vertreten. Am stattlichsten vertreten sind die Polizeihunderassen, welche allein über 120 Vertreter aufweisen werden. Vom Großh. Ministerium des Innern ist eine bronzene Staatsmedaille gestiftet worden. - Lich, 19. Mai. Der verstorbene Abg. KöhlerLangsdorf hat beantragt, in Lich eine sogen. Oberbürgerschule zu errichten und den Abiturienten der obersten Klasse dieser Anstalt das Reifezeugnis zur Berechtigung des einjährig- freiwilligen Militärdienstes zu erteilen. Der Antrag wurde von der Zweiten Kammer in der Sitzung vom 16. Mai abgelehnt. * Marburg, 18. Mai. Der Konsumverein für Marburg und Umgegend, dem etwa 600 Mitglieder angehören, hat Konkurs angemeldet. Die Passiven betragen zirka 30 000 Mark. * Darmstadt, 18. Mai. Das Ergebnis des hef= sischen Blumentages am 6. und 7. Mai zum Besten der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge fauf Bedingungen ausgearbeitet werden, die der näch beträgt 165 000 Mart. sten Stadtverordnetensitzung zur Genehmigung vorgelegt werden sollen. Er beantrage aber Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung, da der Beigeordnete Georgi, der wegen Krankheit der Sitzung nicht beiwohnen konnte, den Wunsch ausgesprochen hat, daß die Verhandlungen in seinem Beisein stattfinden möchten. Aus der Versammlung wird noch beantragt, die Tagesord= nung, die diesen wichtigen Punkt enthalte, 4 Wochen vorher bekannt zu geben. Die Versammlung beschließt demgemäß. Bei dem Bebauungsplan beim Justizgebäude kommt es zu einer kleinen Plänkelei zwischen den Stadtverordneten Grünewald und Löber. Die übrigen Punkte der, Tagesordnung werden fast ohne Ausnahme debattelos erledigt. Erhaltung des Liebig- Laboratoriums. In der Sitzung vom 16. Mai beschäftigte sich die Zweite Kammer mit der Vorstellung des Arbeitsaus schusses für die Erhaltung des Liebig Labora toriums, zu der sich die Regierung folgendermaßen geäußert hat:„ Auf das geschätzte Schreiben vom v. Mts. beehren wir uns im Einvernehmen mit Groß herzoglichem Staatsministerium ergebenst zu erwidern, daß. ehe die Aufwendung staatlicher Mittel überhaupt in Frage kommen könnte, die an der Erhaltung des hi24. Mainz, 18. Mai. Eine bisher unter Kuratel stehende rheinhessische Frau von hohem Alter sollte vor dem Amtsgericht wieder für mündig erklärt werden. Der gestrenge Herr Amtsrichter, der sie auf ihren gesunden Menschenverstand prüfen wollte, richtete u. a. auch die Frage an sie, ob sie wisse, daß demnächst Blumentag ist und was sie für einen Eindruck davon habe. Die Alte besann sich keinen Augenblick und sprach dann: Ei no, die Reiche mache do die Anschläg, und die Arme müsse bleche." Die Frau hatte damit die Prüfung bestanden. * Herborn, 18. Mai. Die nunmehr vollendete 3. Landesirrenanstalt wird am 20. Juni eröffnet werden. Sie ist einstweilen für 650 Kranke eingerichtet, sodaß für längere Zeit dem Bedürfnisse Rechnung getra gen ist. Der jährliche Zugang an Geisteskranken beträgt im Bezirk durchschnittlich 70. * Frankfurt a. M., 18. Mai. 3um Milchfrieg. Zwischen den Vertretungen der Milchhändler und der Produzenten haben am Dienstag abend Einigungsverhandlungen stattgefunden, in denen sich die Milchhändler im Prinzip mit dem Preisaufschlag auf 17 Pfg. einverstanden erklärten, da er ja doch schon, zum Teil heimlich, von den meisten Händlern bezahlt werde. Dieser Aufschlag soll auf die Konsumenten übertragen werden. , beide in Gießen Deutscher Reichstag. Die Beratung der Reichsversicherungsordnung geht seht tm flotten Tempo vorwärts. Am Mittwoch ist in sieben Stunden die gesamte Gewerbeunfallversicherung, die man Dienstag abend noch begonnen hatte, erledigt worden. Dabei wurden stellenweise ganze Abschnitte für angenommen erklärt und ein neuer Rekord geschlagen, indem 344 Paragraphen erledigt wurden. Im übrigen war das Bild das gleiche wie an den früheren Tagen: Die sozialdemokratischen Anträge wurden meist niedergestimmt. Angenommen wurde in der Hauptsache nur ein Kompromißantrag Schulz, wonach der Bundesrat dem Reichstag die geseßlichen Vorschriften über die Rücklagen der Berufsgenossenschaften zu erneuter Beschlußfassung schon im Jahre 1913 vorlegen soll, nicht wie die Regierungsvorlage wollte, erst im Jahre 1921, ferner ein sozialdemokratischer Antrag Frank, wonach die Möglichkeit zugelassen wird, zivilrechtlich gegen solche Unternehmer vorzugehen, die sich ihrer Haftpflicht entziehen. Eine längere Auseinandersetzung entspann sich über die Verwendung der Gelder der Berufsgenossenschaften. Von Sozialdemokratischer Seite wurde behauptet, daß von manchen Berufsgenossenschaften für den Wahlfonds des Zentralverbandes der Industriellen gesteuert worden set. Ueber diesen Punkt hat man sich bis zur dritten Lesung Aufklä rung von der Regierung erbeten. Am Donnerstag be ginnt die landwirtschaftliche Unfallversicherung. Ein peinlicher Zwischenfall. Kurz nach Beginn der Sizung verursachte eine Dame, die sich bei Empfang ihrer Einlaßkarte als eine Frau A. Milower aus Berlin ausgegeben hatte, durch Zwischenrufe von der Tribüne aus große Erregung. Die etwa 40jährige Frau, in deren Begleitung sich ihre 14jährige Tochter befand, rief schon bei den einleitenden Worten des Präsidenten wiederholt mit durchdringender Stimme:„ Cauter!" Als bald darauf der sozialdemokratische Abg. Albrecht zur Begründung seines Antrages das Wort ergriff und auf der Tribüne nicht deutlich vernehmbar war, rief die Frau: „ Er soll lauter reden. Leute mit schwacher Stimme gehören nicht in den Reichstag!" Auch sonst benahm sich die Ruhestörerin sehr auffällig, winkte verschiedenen Abgeordneten zu, unterhielt sich laut mit ihren Nachbarn und versuchte auch die Herren auf der angrenzenden Journalistentribüne in ein Gespräch zu verwickeln. Nunmehr wurde das Haus auf den Vorfall aufmerksam, und der Präsident veranlaßte die Entfernung der Frau. Das war aber ein schweres Stück Arbeit. Als man der Erzedentin einzureden ver suchte, es wolle ste jemand auf dem Korridor sprechen, er widerte sie, daß solle man einem anderen vorreden. Im Saale sei es viel interessanter. Als alles gütliche Zureden fruchtlos blieb, brachten die Hausbeamten die Ruhestörerin mit Gewalt aus dem Saale. Sie wehrte sich mit aller Kraft und stieß gellende Schreie aus. Auf dem Korridor verftel fie in Schreikrampf. Dem Abg. Dr. Mugdan gelang es schließlich, die anscheinend sehr hysterische Frau zum Fortgehen zu veranlassen. Die Londoner Kaisertage. Einige Londoner Blätter wissen allerlei Intimitäten aus dem Buckinghampalast mitzuteilen. Die Söhne König Georgs sollen mit großer Liebe und Bewunderung an dem Onkel Kaiser hängen, der sich viel mit ihnen abgibt. Gestern soll er ihnen persönlich den deutschen Parademarsch gezeigt haben. Die Katserin hat sich schnell die Herzen der englischen Hofdamen erobert. Ihr feines, weißes Haar erregt große Bewunderung. Prinzessin Viktorta Lutse und die Tochter des englischen Königspaares sind bereits intime Freundinnen. Gestern in aller Frühe statteten sie einander in ihren Zimmern Besuche ab und später unternahmen sie gemeinsam eine Forschungsreise durch den Palast. Das Kaiserpaar ließ sich später eine Anzahl Ansichtspostkarten bringen und sandte sie an seine Enkel. Zwischen vier und fünf Tonnen goldene Tafelgeschirre kamen bei dem Diner am Dienstag zur Verwendung. Nach seiner Gewohnheit war der Kaiser Mittwoch morgen bereits vor 6 Uhr auf und schlenderte etne Stunde lang im Schloßgarten umber. Als König Georg später zu seinem gewohnten Morgenspazierritt das Schloß verließ, hofften die zahlreichen Neugierigen, die sich um das Schloß versammelt hatten, auch den Kaiser zu Geficht zu bekommen. Sie warteten aber vergeblich, der Katfer ritt nicht mit. Als Grund führen die englischen 3et= tungen an, daß der Kaiser kein eigenes Reitpferd mitgebracht habe und fremde Pferde rette er grundsätzlich nicht. Dienstag nachmittag war der Katser mit Gemahlin und Tochter einer Einladung zu einer Gartenpartie bei Lord Landsborough gefolgt. Es wurden ihnen eine große Anzahl Personen vorgestellt, und das katserliche Paar schten in der besten Laune zu sein und sich vortrefflich zu unterhalten. Als der Kaiser und die Katserin endlich den SaIon betraten, um sich von ihrem Wirt zu verabschieden, bot sich ihnen ein seltsamer Anblick. In der Mitte eines Kretses von Damen und Herren stand in seinen Lumpen ein zehnjähriger Knabe und spielte auf der Geige die„ Cavallerta rusticana". Der kleine Künstler war William Paget, der in einem vor kurzem stattgehabten Wettbewerb von Straßenfünstlern den 1. Preis errungen hatte. Seitdem hat es der Kleine eigentlich nicht mehr nötig, in Lumpen 3wei Kirschen an einem Stengel. 9) Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) aufzutreten, denn er ist inzwischen eine vielgesuchte AttrakHon geworden, aber die Lumpen geben seiner Kunst erst die richtige Würze". Der Kaiser belobte den Knaben, und die Kaiserin ließ sich seine Geschichte erzählen. Am Mittwoch unternahm der Kaiser mit einigen Herren des Gefolges eine Ausfahrt in offenen Automobilen und stattete eine Reihe von Besuchen ab. Prinzessin Viktorta Luise und Prinzessin Mary verließen um dieselbe Zeit den Buckinghampalast, um einige Sehenswür digkeiten Londons zu besuchen. Im Laufe des Vormittags besuchte die Kaiserin die Nationalgalerie und stattete dem Kunstgewerbehaus einen Besuch ab. Mittags gab der Botschafter zu Ehren des Kaisers und der Kaiserin ein Frühstück in der Botschaft. Um 29 Uhr begab sich das Königspaar mit den kaiserlichen Gästen und den Mitgliedern der königlichen Familie zur Vorstellung im Drury Lane- Theater. Enorme Menschenmengen brachten vor dem Theater donnernde Hochs auf die kaiserlichen Gäste aus. Im Innern des Hauses, das bis auf den letzten Platz besetzt war, Harrte eine glänzende Versammlung der kaiserItchen und königlichen Herrschaften. Als sie die königliche Loge betraten, erhob sich das ganze Haus und die Kapelle spielte die deutsche Nationalhymne und das ganze Theater brach in begeisterte Ovationen aus, für die die Herrschaften sichtlich bewegt dankten. Cousinchen, wie fann man's so eilig haben," warf er ihr vor und fächelte sich mit dem Tuch, als er sie erreicht hatte.„ Ich habe mir fast die Lunge aus dem Leibe gelaufen." Warum bist denn so spät tumme? Häst so lang schlafe?" Bewahre, schön gemacht habe ich mich noch, damit ich dem Cousinchen gefalle," antwortete er und glättete sein Bärtchen. Sie überhörte seine letzten Worte, denn ihre Aufmerksamkeit wurde durch etwas anderes gefesselt. Einige Schritte vor ihr stand Hans mit einem jungen Kurschen und einem Mädchen, die sie beide nicht tannte. Er sprach eben lebhaft, schüttelte dem Mädchen die Hand und sah erfreut aus. Rundschau vom Cage. Politisches. Ueber das elsaß- lothringische Reformgesez haben am Mittwoch neue Verhandlungen des Staatssekretärs Delbrück mit den Parteiführern stattgefunden. Sie drehten sich in der Hauptsache um die Wahlrechtsfrage, und zwar erwägt man, ob das Pluralwahlrecht nicht vielleicht aus der Wahlrechtsvorlage überhaupt herauszulassen wäre. Wenn sich die Regierung mit dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht begnügte, dürfte sich für den Entwurf eine Mehrheit finden. Die elsaß- lothringischen Reichstagsabgeordneten haben sich mit Ausnahme von Hoen und Vonderscheer an die anderen dem Zentrum angehörenden Mitglieder der elsaß- lothringischen Verfassungskommission mit der Bitte gewandt, der Verfassungsreviston für ElsaßLothringen die Zustimmung zu versagen. Kathi grübelte, wer diese Kirmesgäste sein könnten. Sie wandte sich an den Vetter.„ Da, schau Dir mal den an, da vor uns, den Groten! Den häst gestern zu mir „ Strolch" namst. Gelt, nun sieht er nobel ut in sin Sünntagsstaate. Hättest ihn wohl gar nit fännt?" ,, Doch, doch," versicherte er, und ist das Mädchen da sein Schatz?" Er sah Kathi von der Seite an. , Beileibe nit," platzte sie heraus und war ganz rot geworden ,,, was Du of allens rede tust. Das Mädel is a Kirmesgast, und der Bursche, das is, wie ich Dirs schonsten seggen tät, de Hans Ruland, min beste Fründ." Better Julius schmunzelte. Ich verstehe, und weil Ich meinem Cousinchen gern gefallen möchte, so werde ich auch ihren besten Freund mit einem Gruße beehren." Die sozialdemokratische Fraktion beabsichtigt keine Verschleppung der Reichsversicherungsordnung. Wenn nichts besonderes passiere, könne die zweite Lesung der Reichsversicherungsordnung noch im Laufe dieser Woche erledigt werden. Diese Erklärung gab gestern ein sozialdemokratisches Mitglied der Reichsversicherungskommission des Reichstags ab. Damit ist die Hoffnung gestiegen, das Gesetz noch vor Pfingsten zu verabschieden. Sie waren in diesem Augenblick an die kleine Gruppe herangekommen. Der Stadtherr lüftete mit einer gerisien Auffälligkeit seinen eleganten Hut, streifte die beiden Burschen mit einem Blick und ließ die Augen dann etAus dem neuen österreichisch- ungarischen Wehrgesetz werden folgende Erleichterungen für den einjährig- freiwilligen Dienst bekannt: Es dienen die Einjährigen mit Ausnahme derjenigen der Kavallerie, reitenden Artillerie und des Trains auf Staatskosten, können jedoch auf Wunsch den Dienst auch auf eigene Kosten ableisten. Doch werden weder diejenigen, die auf eigene Kosten dienen, noch die, welche auf Staatskosten dienen, verpflichtet sein, in der Kaserne zu wohnen, und auch die Selbstverpflegung wird allen zugestanden werden. Mediziner dienen nur noch dret Monate mit der Waffe. Der Dienstantritt fann auch über das 24. Lebensjahr hinausgeschoben werden. Der französische Marsch nach Fez. Die französische Regierung gibt zu, daß ihr Marokkounternehmen nicht in den Rahmen wird eingeschränkt bleiben können, den ste ihm ursprünglich bestimmte, und sie trifft Vorbereitungen, weis tere 10 000 Mann Verstärkungen nach Marokko zu schicken. Man wiegt sich in Paris nicht mehr in der Selbsttäuschung, daß man einen militärischen Spaziergang nach Fez unternommen habe, sondern erkennt, daß es sich um einen rechten und echten Krieg gegen sämtliche Stämme des nördlichen Marokko handelt. Die Abdantungsurkunde von Diaz unterzeichnet? Wie der„ Newyork Times" aus der Stadt Meriko gemeldet wird, soll die Abdankungsurkunde des Präsidenten Diaz bereits unterzeichnet sein. Wie das Blatt weiter meldet, hat der deutsche Gesandte an das Ministerium des Aeußeren einen Protest gesandt, in dem erklärt wird, Eigentum und Leben der Deutschen würde ungenügend beschützt. Die Mitglieder der deutschen Kolonte hätten eine in demselben Sinne gehaltene Petition unterzeichnet. Kleine Nachrichten. Das Luftschiff„ P. 2", das sich im Besitz des Luftschifferbataillons befindet und auf der Luftschiffwerft in Bitterfeld montiert wird, unternahm gestern seine erste Probefahrt. Im Begriff zu landen, wurde es gegen die Halle getrieben. Die Hülle stieß an die Halle und erhielt einen Riß, wodurch das Schiff auf den Boden fiel. Die Gondel was länger auf dem großen brünetten Mädchen haften, das auffallend schöne dunkle Augen hatte. Alle drei erwiderten, wenn auch erstaunt, den Gruß, auch Rathi nichte. Die beiden Mädchen sahen einander neugierig, fast. forschend an. Vor der Kirchtüre blieb Kathi stehen. Du mußt nun hier obe' nufgehe zu de Mannslüt," wies ste den Better an ,,, ich size unte bi di Wiber." kam dabei zu Schaden. Von den sechs Insassen erlitten zwet leichte Fußverstauchungen. " Ich begleite Dich," meinte er,„ hier unten wird mir's entschieden besser gefallen." Ein Beispiel enormer Preissteigerung von Grund und Boden durch den Einfluß der Industrie ist aus dem Orte Hülsen bei Verden a. d. Aller zu berichten: Ein Schäfer hat te vor einigen Jahren einige Morgen unfruchtbares Land, auf dem gar nichts wachsen wollte, für 600 bis 800 Mart gekauft. Die dortige Kali- Bergwerksgesellschaft hatte das Land für ihre Zwecke nötig und zahlte dafür den geforder ten Preis von 45 000 M. Sie wurde ungeduldig, denn es gab einen Aufenthalt in der Kirchentür, wo sie so wie so schon manch cites Weiblein, das hineinging, verwundert ansah. 10 000 Schulkinder werden an den Freiübungen am 17. Juni bei der Jahnfeier in Berlin teilnehmen. Zur Jahn gedenkfeier werden auch Abordnungen deutsch- amerikants scher Turnvereine nach Berlin kommen. Ein großer Hotelbrand hat in der Nacht zum Mittwoch in Swinemünde gewütet. Das bekannte Hotel„ Zum Luft dichten" ist niedergebrannt. Die Bewohner konnten geret tet werden. Die Offiziere und Mannschaften des im Hafen Itegenden Torpedobootes„ V 186" beteiligten sich neben der Feuerwehr hervorragend an den Löscharbeiten und an der Aufräumung der Brandstätte. ,, Ein jedes hat hier sin Play, und was Mannsvolt is, das wird nit hier unte gelitte," erklärte sie und wollte an ihm vorbei in das Kirchenschiff. Noch immer blieb er ihr zur Seite.„ Hätt' ich das gewußt, so wär ich gar nicht mitgekommen," murrte er nun auch ärgerlich geworden. Es ist eine ganz vermaledeite Einrichtung das." Ein folgenschweres Unglück ereignete sich unweit Beh dorf bei Cöln, wo zwet Knaben sich auf ein Motorrad schwangen und das Rad zum Fahren brachten. Da betde sich in der Handhabung der Maschine nicht auskannten, fuhr sie gegen einen Telegraphenmast, wobei die Knaben schwere Verlegungen davontrugen. Das Benzin kam durch den Anprall zur Explosion und brachte außerdem dem einen Knaben noch schwere Brandwunden bet. ,, s ist halt so und dagegen häst nit aufzumude," war ihre rasche Antwort, und dabei trat sie in das KirchenSchiff. Eine ergo Daily Matt einigen Tagen b ble unweit Tet bes Nachts von ben, hätten dief Flucht gefchlager gefühlt, alles zu heras die Span Der Feind beftan Siege". von 500 Tieren, fanteriefeuer in batte feine 500 bie anrüdenden würde. Nachts lehrten nach der nier das Gegrun In der Nähe und gegen ihn. Schl Tiere ergriffen d mandeur beglüd „ Der Schlag Bahnarzt wegen Patientin verkla Schlag soll Ste Bezirksrichter v daß der Zuruf: Chrenbeleidigur vertreter beant gonfach über d zu vernehmen. Sprach den Ange daß der Angekla habe, betonte ab herung weder al lifiziert werden Tödlicher Absturz eines Fliegers. In Los Angeles in Kalifornien stürzte gestern der Flieger Hardlee mit seinent Apparat so unglücklich ab, daß er auf der Stelle getötet wurde. Better Julius, der noch immer Miene machte, ihr zu folgen, fühlte sich am Arme zurückgehalten. Hier könnes nit' nein, bestes Herrche, man immer da obe' ruf," be= lehrte ihn der alte Kirchendiener,„ aber federns a bissel, sonst is da kein Platz nit mehr." Durch einen Bajonettstich in die Brust getötet wurde bet einer Felddienstübung in der Nähe von Wien ein Sergeant des 25. Jägerbataillons von einem Soldaten. Der Sergeant hatte mit letterem einen Wortwechsel, worauf der Soldat die Tat vollführte. Er wurde verhaftet. Das beste Herrchen hätte am liebsten linksum fehrt gemacht, aber es überlegte, daß es doch flüger sei, sich dem Cousinchen gefügig zu erweisen, als sich ihr gegenüber in verstimmter Laune zu zeigen. Aus den Gerichtssälen. Das eigene Kind zu Tode gemartert. Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange verurteilte das Dresdener Schwurgericht nach mehrstündiger Verhandlung die 27 Jahre alte Arbeiterehefrau Große aus Meißen zu fünf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Frau hat thren vier Jahre alten, vor der Ehe geborenen Sohn fortgesetzt förperlich so mißhandelt, daß dadurch der Tod des Kindes verursacht worden ist. Eine Klage A. O. Webers gegen seine Frau. Der Schriftsteller A. O. Weber und Gatte der einstigen Frau von Schoenebeck hatte im Januar d. J. gegen seine Gattin geklagt, daß sie die am 1. Januar dieses Jahres fällig gewesenen Zinsen aus dem Kapital von 50 000 Mark, das als Kaution in Allenstein bei Gericht depontert ist, im Interesse des mit ihm gemeinschaftlich geführten Hausstandes verwenden sollte. Er begründete diese Forderung in seinem Alageantrage damit, daß er kein genügendes Einkommen habe, und daß die Verlagsanstalt„ Weberhaus" für seine Gattin keine Erträge abwerfe. Vom Berliner Landgericht wurde dieser Tage in der Sache verhandelt. Als Vormund der Frau Weber trat Rechtsanwalt Braun auf und erreichte, daß Weber mit seiner Klage abgewiesen wurde. So trollte er denn nach oben und beschäftigte sich damit, die unten sigenden Mädchen zu mustern; eine Erbauung nahm er nicht mit nach Hause, die hatte er dort auch nicht gesucht. Was er aber gewollt, erreichte er, denn er konnte das Cousinchen nach Hause begleiten. Doch daVermischtes. Unfall auf der Berliner Hochbahn. Auf dem gefährlichen Gelände des Gleisdreieckes der Hochbahn, wo sich im September 1908 jene furchtbare Katastrophe zutrug, die 18 Menschenleben forderte, ereignete sich Mittwoch abend kurz nach 7 Uhr infolge vorzeitigen Umstellens einer Weiche ein Unfall, der leicht ernste Folgen hätte haben können und in der Stadt zu übertriebenen Gerüchten Anlaß gab. Ein' Wagen sprang aus dem Gleis und stellte sich quer über die Schienen. Sämtliche Scheiben gingen dabei in Trümmer und die Fahrgäste mußten sich zu Fuß über die sofort strom los gemachte Strecke nach der nächsten Station begeben. Dret Personen erlitten einen leichten Nervenchoc. Der) Betrieb war eine Stunde unterbrochen. Der schuldige Be amte wurde sofort vom Dienst suspendiert. Auch kurz vor 11 Uhr abends verbreitete sich das Gerücht von einem zweiten Unfall auf dem Gleis- Dreieck. Es stellte sich aber. bald heraus, daß es sich nur um einen Kurzschluß handelte, der bald beseitigt war. Feuersbrunst in einer Filmfabrik. In dem Kinemato graphenfilmgeschäft von Williamson im Londoner Westend brach gestern abend Feuer aus, das bei der Masse des leicht brennbaren Materials in dem Gebäude schnell großen Um fang annahm. Riesige Flammen schossen aus den Fenstern. Das zahlreiche Personal in dem viele Stock hohen Hause befand sich in großer Gefahr. Diejenigen Personen, die fich im ersten Stock befanden, sprangen auf die Straße und wurden von der dort versammelten Volksmenge aufgefangen. Auch an den höher gelegenen Fenstern sah man Personen, die sich auf die Straße stürzen wollten, jedoch davon abgehalten werden konnten. Sie wurden sämtlich von der Feuerwehr gerettet. Es gelang, den Brand auf die beiden unteren Stockwerke zu beschränken. bet geschah es, was ihm höchst verwunderlich und unbe quem erschien, daß Kathi ihn fragte, ob er nicht auch meinte, daß der liebe Herr Pastor ganz wunderschön pres digen tät, so richtig, daß man's im Herzen fühlen müßt. Mit einem hastigen" Ja" meinte er die Sache abzutun, aber das Mädchen, noch ganz unter dem Eindruck der Predigt, forderte genauere Rechenschaft und erkundigte sich, was ihm am besten gefallen hätte von der Rede. Da war er denn rasch entschlossen bei der Hand und sagte:„ Das Ende!" Doch die unermüdliche Fragerin gab noch keine Ruhe und meinte:„ Ja, aberst was denn vom End, das mußt halt sage fönne, bist ja doch so flaug!" Nun war der Augenblid gekommen, wo er sich in die Enge getrieben fühlte, und zwar von einem simplen Bauernmädchen. Das erschien ihm höchst fatal, denn er war durchaus nicht gesonnen, etwas von seiner imponies renden Stellung dem hübschen Cousinchen gegenüber aufzugeben; er versuchte daher, sich mit ein paar allgemeinen Redensarten herauszuwinden. Da fam er aber bei der Kathi schlecht an. Die klaren. Braunaugen sahen thn, während er sprach, mit so ehrlichem Erstaunen an, daß er sich immer mehr in seinen Worten verwickelte, bis das Mädchen die Sache zum raschen Ende brachte, indem sie erklärte:„ Ach wat, Vetter, rüd man rut damit, Du häst halt a Nicker macht, sonst müßte so a Gescheiter doch wat von der Predigt behalten habe und fünnt nicht solch furioses Zeug rede." Er hatte nicht übel Lust, dagegen zu sprechen, aber dem Cousinchen konnte man trotz ihrer ländlichen Einfalt nicht so leicht ein für ein U machen. Das hatte er schon ge= merkt und sich vorgenommen, recht vorsichtig zu Werke zu gehen beim Fange dieses quellfrischen Fischleins für die Großstadt. ( Fortsetzung folat.) den treffen, sei et haft gemachte ja machte Redensar gung im Sinne Gräfin Pfeil Dez. Die Gräfin threm ehemaligen jahrelang um die verfahren zugefpr Sella prozessiert H Amtsgericht Grau dem ich nunmehr Kinder prozessiert ftellten und noch träge auf Ausliefe teits am 6. Mai 1 mitgeteilt, daß id einer Gräfin Pfei auf meine Kinder wat. Mein schwer es mir nicht, weite Kinder durch die ben. Vor einem verantworten, die nes Grafen Hans tauben und ein M Die letzten Prozelle iedenen Gräfin tigtet, einen dem Die Königin die Königin Helen Rom eine reizende Hirzlich mit gewol fiche Gräfin aus Gräfin gab sich fed nig höflicher Wets deren äußerste Ft lich- schwarzer Färk beim Schreiben di getaucht hätte. Sc Benehmen der G meinte fie: Echau rent, die Sie sehen, Entwickeln von P Shen hilft vorläuf eben erhaltene Let im Augenblid wü verjinten fön Eine echt am In all seinen Ein in Amerifa gesch Berheiratung der ladelphia mit waltiger Minen t Bereinigung fürs der nie gesehen, a naten der Wechsel ungemein imponie Hiehungen zu ihren licher Natur, es h Ring um verschiede fe jogar den Gour mungen Kings zu eliterung des Hütt Brau, die solches meine Bewunderu bald die Liebe, letin an, die ihm auf die Fersen het Die Ausfünfte war Im Sombrero und en Schnellzug, fu one alle Beremont ligen Beziehungen Helen Geschäftsleut Bang Amerifa viel eine Vermögensve her einen folcher le muß ein Beantwortung btef Bener Neueften e felge Ripfe bemüh len über das Refe atti angewandt alt Ran etn le Hot, ber das Mu Robell Hit Theater Bladen, das in Rieberbayern, erf Blattes vom 2. ta Deggendorf. beaterabenb bote Borstellung. Bei beitiger erflärlich Permiffen mußte, Gener Sofoper bei erteren Baufen affen erlitten Grund und us dem Orte Schäfer hat tbares Land, 18 800 Mar ft hatte Sa Den geforder angen am 17, Bur Jahn h- ameritant Lim Mittwo " Bum Luft nnten geret es im Hafen ch neben der und an der unweit Beb in Motorrab 1. Da belde Fannten, fuhr aben schwere 1 durch den dem einen Angeles in emit feinem telle getötet etötet wurde ten ein Ser Idaten. Der , worauf der et. gen Körper das Dres andlung die Ben zu fünf 1. Die Frau renen Sohn rch der Tod Frau. Der stigen Frau seine Gattin Sabres fällig Mark, das iert ist, im Srten Haus Forderung genügendes Weberhaus Om Berliner = verhandelt. walt Braun e abgewiesen em gefährli wo sich im trug, die 18 abend kurz r Weiche ein können und Taß gab. Ein uer über die in Trümmer sofort strom on begeben. enchoc. Der schuldige Be Auch kurz t von einem llte sich aber luß handelte, m Kinemato Oner Westend affe des leicht großen UmDen Fenstern. hohen Haufe Sersonen, die Straße und enge aufge ern sah man wollten, jedoch rden sämtlich 11. Brand auf ch und unbe er nicht aud derschön pre fühlen müßt. ache abzutun, Eindrud der rkundigte sich, er Sand und Rede. hfeine Rube Das mußt halt er sich in die inem fimplen atal, denn er iner imponies egenüber auf r allgemeinen Die Flaren it so ehrlichem einen Worten rafchen Ende ter, rüd man it müßte fo a ten habe und chen, aber dem Einfalt night te er schon ge zu Werte zu Gleins für bie Eine ergögliche Schlachtepisode wird der Londoner Daily Mail" aus Tetuan über Tanger gemeldet. Vor eintgen Tagen berichtete der spanische Konsul nach Madrid, bte unweit Tetuan verschanzten spanischen Truppen seien bes Nachts von den Andschera- Mauren angegriffen worben, hätten diese aber nach hartnädigem Kampfe in die Flucht geschlagen. Der Konsul hat sich jetzt gezwungen gefühlt, alles zurückzunehmen und erklärt, daß die Andheras die spanischen Soldaten nicht angegriffen haben. Der Feind bestand in Wirklichkeit aus einer Schweineherde von 500 Tieren, die durch das heftige Artillerie- und Infanteriefeuer in die Flucht geschlagen wurden. Ein Maure hatte seine 500 Schweine weggeführt, damit der Platz für bie anrüdenden spanischen Truppen als Lagerplay fret würde. Nachts brachen die Schweine aber wieder aus und lehrten nach dem alten Lagerplatz zurüd. Als die Spanier das Gegrunze der Tiere hörten, glaubten sie den Feind In der Nähe und entwidelten ein heftiges Infanteriefeuer gegen ihn. Schließlich trat die Artillerie in Aktion. Die Tiere ergriffen darauf schleunigst die Flucht und der Kom mandeur beglückwünschte die Truppen zu dem herrlichen Stege". " Der Schlag soll Sie treffen." In Wien war ein Zahnarzt wegen Beleidigung durch das Telephon von einer Patientin verklagt worden. Er hatte ihr zugerufen: ,, Der Schlag soll Sie treffen!" Bei der Verhandlung vor dem Bezirksrichter vertrat die Verteidigung den Standpunkt, daß der Zuruf:„ Der Schlag soll Sie treffen!" nicht als Ehrenbeleidigung qualifiziert werden könne. Der Klagevertreter beantragte, einen Sachverständigen aus dem Jargonfach über die Bedeutung des inkriminierten Fluches zu vernehmen. Der Richter lehnte den Antrag ab und Sprach den Angeklagten frei. Der Richter nahm zwar an, daß der Angeklagte die inkriminierte Aeußerung gemacht habe, betonte aber, daß nach Ansicht des Gerichts die Aeuherung weder als Beschimpfung noch als Verspottung qua lifiziert werden könne, der Zuruf, der Schlag solle jemanben treffen, sei eine ungehörige, halb ärgerlich, halb scherzhaft gemachte jargonartige Phrase, eine gedankenlos ge= machte Redensart, ein Fluch, der nicht als Ehrenbeleidigung im Sinne des Strafgesetzes angesehen werden kann. Gräfin Pfeil verzichtet auf die Herausgabe ihrer Kindez. Die Gräfin Stephanie v. Pfeil, geb. Heim, die mit ihrem ehemaligen Gatten, dem Grafen Hans v. Pfeil, jahrelang um die Herausgabe der diesem im Ehescheidungsverfahren zugesprochenen beiden Kinder Stanislaus und Sella prozessiert hat, hat sich mit einem Schreiben an das Amtsgericht Graudenz gewandt, in dem es heißt:„ Nachdem ich nunmehr seit sieben Jahren um den Besit meiner Kinder prozessiert habe, ziehe ich meine sämtlichen gestellten und noch nicht zur Entscheidung gebrachten Anträge auf Auslieferung meiner Kinder an mich zurück. Beteits am 6. Mai 1911 habe ich dem Standesamt in Berlin mitgeteilt, daß ich aus freier Entschließung den Namen einer Gräfin Pfeil abgelegt habe, den ich mit Rücksicht auf meine Kinder all die Jahre beizubehalten gezwungen war. Mein schwer geschädigter Gesundheitszustand erlaubt es mir nicht, weiter zu prozesieren. Auch sind mir meine Kinder durch die langjährige Entziehung entfremdet wor ben. Vor einem höheren Richter mögen diejenigen sich verantworten, die daran mitgewirkt haben, zugunsten eines Grafen Hans Pfeil meinen Kindern ihre Mutter zu tau ben und ein Mutterherz in den Schmuh zu treten." Die letzten Prozesse, die in Sachen des Grafen und der geschiedenen Gräfin Pfeil geführt wurden, nahmen, wie betichtet, einen dem Grafen Pfeil sehr günstigen Verlauf. Ueber Die Königin von Italien als Photographin. die Königin Helena von Italien kursiert neuerdings in Rom eine reizende kleine Anekdote. Die Königin empfing Hirzlich mit gewohnter Liebenswürdigkeit eine piemonte fische Gräfin aus altem militärischen Adelsgeschlecht. Die Gräfin gab sich jedoch merkwürdig kühl und firierte in wenig höflicher Weise fortwährend die Hände der Königin, deren äußerste Fingerspitzen in seltsam verdächtiger rötlich schwarzer Färbung erglänzten, als ob Ihre Majestät beim Schreiben die Finger statt der Feder ins Tintenfaß getaucht hätte. Schließlich mußte der Königin Helena das Benehmen der Gräfin natürlich auffallen, und lächelnd meinte sie:„ Echauffieren Sie sich nicht, Gräfin, die Sputen, die Sie sehen, rühren von Chemikalien her, dte ich beim Entwickeln von Photographten gebrauchte, und alles Wahen hilft vorläufig nichts." Worauf die Gräfin die soeben erhaltene Lektion natürlich tief verwirrt einsteckte und im Augenblick wünschte, rasch einige Klafter tief in die Erde versinken zu können. Eine echt amerikanische Heirat. Ein Ehebund, wie er in all seinen Einzelheiten und Begleitumständen wohl nur in Amerika geschlossen wird, ist die vor kurzem erfolgte Serheiratung der Wechselmaklerin Anna Wilson aus Phtladelphia mit Thomas King, dem Besitzer ge= waltiger Minen in Kolorado. Bevor sie sich die Hand zur Bereinigung fürs Leben reichten, hatten die beiden einanler nie gesehen, aber Thomas King machte seit vier Motat en der Wechselmaklerin, deren Geschäftstüchtigkeit ihm gemein imponierte, brteflich den Hof. Die ersten Be Hehungen zu ihrem jetzigen Ehegatten waren rein geschäftlicher Natur, es handelte sich um eine Mine, über die ste ling um verschiedene Aufklärungen bat. Schließlich wußte fe sogar den Gouverneur von Kolorado für die Unternehmungen Kings zu interessieren, und nun kannte die Begeisterung des Hüttenbesizers keine Grenzen mehr.„ Eine Frau, die solches vollbracht hat", schrieb er ihr, verdient meine Bewunderung." Und zur Bewunderung gesellte bald die Liebe, er hielt um die Hand der Wechselmakkerin an, die ihm sogleich ein ganzes Heer von Detektivs auf die Fersen hetzte, um sich über seinen Charakter und kine Vermögensverhältnisse aufs genaueste zu orientieren. Die Auskünfte waren günstig. Ste telegraphterte Komm." Im Sombrero und Khakianzug sprang King in den nächfer Schnellzug, furz nach seiner Ankunft wurde die Ehe hne alle Beremonten geschloffen. Dieser aus solch geschäftlichen Beziehungen erblühte und von zwet so ausgezeichtelen Geschäftsleuten gefchloffene Herzensbund wird in ana Amerika vtel besprochen. Wie muß ein Theaterbericht beschaffen sein? Um dte Beantwortung btefer Frage, fo lesen wir in den Münhener Neuesten Nachrichten, haben sich schon viele geiftelche Köpfe bemüht. Aber was nutzen die besten Gedanlen über das Referteren und Kritisteren, wenn sie nicht Ett angewandt werden? Da tst es doch besser, man lilt fich an ein leuchtendes Vorbild, an einen Theaterbeit ber das Muster aller Berichte ist und deshalb als Rosell für Theaterkritiker btenen kann. Wo findet man ber einen solchen Jdealbericht? Antwort: In einem Blächen, daß in Deggendorf an der Donau, im gesegneten ederbayern, erscheint. Die Nummer dieses vorbildlichen Blattes vom 2. Mat 1911 enthält folgenden Artikel: Theater Deggendorf. ch. Deggendorf. Der samstägige Theaterabend bot ein herrliches Bild vereinter Kunst und Bor stellung. Bei gut besetztem Hause, bas infolge anderbeittiger erklärlicher Verbindlichketten bie Beamtenschaft ermiffen mußte, gaftterte das Solo- Quartett der f. Münben er Hofoper bei der derzeitigen Saisondirektion, die der tteren Pausen mit dem köstlichen Zweiakter Hochzeitsretse" deckte. Wohl lange nicht mehr mag der Schwarzmannfaal einen so abenöfüllenden, dankbaren Tag erlebt haben. Die Münchner" waren in ihren einzelnen Gefangspartien vollendete Künstler und im Chor flang es in dem von Akustik strotzenden Saal gleich Orgeltönen. Die Mitglieder setzten dem angesichts threr Residenzkollegen alles ein, und spielten vorzüglich. Unsere Beamtenschaft fann sich von dem vergangenen Abend noch überzeugen: In dieser Woche wird im Vorverkaufslokal bet Herrn Waizinger Friseur in den beiden ersten Wochentagen eine Einzeichnungsliste aufliegen, von deren Gebrauch die Wiederholung an einem der Wochentage abhängt. Dieser Appell wird bei unserer Beamtenschaft, die stets die Kunst fördert und unterstützt, wohl nicht verklingen; die Wiederholung des einzig herrlichen Abends wird fie gesammelt finden und befriedigt, vielleicht ungeahnt überrascht, wird jeder Einzelne den Saal verlaffen. Eine Entschuldigung. Eine Lehrerin einer fleinen Stadt des oberschlesischen Industriebezirks erhielt dieser Tage, wie die Breslauer Bettung" berichtet, etnen Ents schuldigungszettel, der, tn einigermaßen gereinigter und lesbarer Form, lautet:„ Geehrtes Schulfräulein, meine Tochter Anna tann nicht in die Schule kommen, denn sie ift frant, ba wtrd thr wohl ein Ohrwurm ins Ohr gekrohen setn und hat sich erkältet. Ste Itegt im Bett und schwist mit Sochachung. Fräulein N. N., Muter." Wissenschaft, Kunst und Literatur.. Die Chemie des Schlafes. Während eines tiefen Schlafs ist der Mensch ein anderer als tm wachen Zustand. Den Unterschied bedingt nicht nur die fast gänzlich ausge schaltete bewußte Tätigkeit des Gehirns, sondern auch eine wesentlich andere Regelung der Vorgänge in anderen Or. ganen. Insbesondere ist auch der Stoffwechsel während des Schlafs ein anderer, wie Dr. Hirschstein vor dem ärztlichen Verein in Hamburg auf Grund umfangreicher chemischer Untersuchungen nachgewiesen hat. Während der Nacht schet det nämlich die Niere wesentlich mehr Stoffe aus, die als Enderzeugnisse des Stoffwechsels zu betrachten sind, darunter hauptsächlich Phosphor- und Schwefelsäure und Stic stoff. Hat nun jemand schlecht geschlafen und sind diese Stoffe somit zum größeren Teil in seinem Körper zurüc geblieben, so dauert es gewöhnlich bis zur nächsten Nacht, bis der Körper sich ihrer entledigen kann. Außerdem wird durch eine Beeinträchtigung der Nachtruhe auch die wichtige Ausscheidung des Chlor gestört, die sonst während des Tages am stärksten ist, aber nach einer schlaflos verbrachten Nacht unterbunden wird. Es ist gewiß eine für die ärztItche Wissenschaft hochwichtige Erkenntnis, daß Schlafmangel dazu führt, gerade die stärksten Säuren um 24 oder 48 Stunden im Körper zurückzuhalten. Man braucht nur daran zu denken, wie viele Krankheitszustände durch mangelhafte Ausscheidung solcher Stoffe bedingt werden. Dr. Sirschstein hat durch längere Versuche noch genauer ermit. telt, in welchen Tageszeiten die einzelnen Stoffe am stärksten ausgeschieden werden. Für die meisten ist dies in den Stunden von 7 bis 11 Uhr abends und von 3 bis 7 Uhr morgens der Fall, während die Tätigkeit der Nteren während der dazwischen liegenden Stunden des ttefften Schlafes etwas sinft. In welcher Weise das Zustandekommen und der Verlauf des Schlafs vielleicht mit diesen Tatsachen selbst zusammenhängt, kann noch nicht gesagt werden. Da die Entstehung des Schlafs neuerdings mit der Bildung eines Ermüdungsgifts" in Beziehung gebracht wird, kann vielleicht gerade die Chemie zur Aufhellung des Schlafrätsels führen. Aus der Welt der„ Schieber". Das Schwurgericht am Berliner Landgericht I beschäfttgt gegenwärtig der große Hypotheken- Fälschungsprozeß Ollendorf und Genoffen. Die Sache, bet der es sich um die Düpterung eines Notars wie in der Affäre Margolin handelt, geht inbezug auf Umfang, Kühnheit und System der Schwindelet wett über den Rahmen hinaus, den bisher selbst groß angelegte Schwindelmanöver zu haben pflegten. Es wird daher so tief wie nie vorher in jene Welt der Schteber" hineingeleuchtet, deren zweifelhafte Elemente sich besonders auf dem Hypothekenmarkt in einer noch nicht gekannten Weise bet ihrer dunklen Arbett betättgten. Angeklagt find: der Kaufmann Sigismund Ollendorf, feine Ehefrau Ottilte Ollendorf, der Kaufmann Hugo Marschall, der Kaufmann Paul Födchenhauer, der Bilderhändler Hermann Dallner, der Agent Eugen Jaffe, der kaufmann Hugo Winnstädt, der Bureauvorsteher Karl Schulz, der Reisende Paul Krüger und der Pferdehändler Hermann Krüger. Ollendorf betrteb in der Mitterstraße zu Berlin ein gutgehendes Geschäft für Damengebrauchsgegenstände, ge rtet aber, da er auf sehr großem Fuße lebte, Anfang des Sommers 1910 in Geldverlegenheit. In dieser Situation tam er, wie die Anklage sagt, zusammen mit seinem Freunde Dallner auf die Idee, sich durch eine gefälschte Hypothet flüssige Mittel zu verschaffen. Dallner zog den Agenten Jaffe, der allerlet Vermittelungsgeschäfte betreibt, ins Vertrauen und Jaffe wieder interessierte dte Angeklagten Marschall und Födchenhauer für die Sache. Marschall und Födchenhauer sollen früher schon einmal öte Absicht gehabt haben, den bekannten Geldverlether Heinrich Partfer mit einer gefälschten Hypothek hereinzulegen. Ste spetuIterten darauf, daß Pariser, wenn der Schwindel herauskomme, aus Scheu vor gerichtlichen Erörterungen die Strafanzeige unterlassen werde. Die Ausführung scheiterte fedoch an der Unmöglichkeit die erforderlichen Formulare und Stempel zu verschaffen. Jaffe hatte nun von diesem Plan der beiden Kenntnis erhalten und htelt sie für einen zu inszenierenden Hypothekenschwindel für hervorragend geetgnet. Der wegen Münzverbrechens vorbestrafte, fezt aber getsteskranke Graveur Dünkel verfertigte ein vorschriftsmäßiges Formular, einen Stempel Königliches Amtsgericht" und einen anderen mit der Inschrift„ Notar Dr. Gelpce", sowie mehrere Klischees. Auf diese Weise kam ein tadelloser Hypothekenbrief über 125000 Mark zustande. Is Gläubiger der gefälschten Hypothek war im Grundbuchamte ein Oberamtmann Tölde eingetragen. Das Konforttum begab sich nun zum Notar Sprenkmann, wo Krüger als Oberamtmann Tölde auftrat und vorgab, er wolle die Hypothek an Ollendorf abtreten. Mit der daraufhin ausgefertigten Abtretungsurkunde ging Ollendorf zu einem anderen Notar, und dort wurde ein Teilbetrag der Hypothet in Höhe von 60 000 Mark an einen Rentier abgetreten, der dafür 50 000 M bar auszahlte. Schon kurze Bett darauf wurde der Schwindel entdeckt und Anzeige bet der Staatsanwaltschaft erstattet. Die Beute war aber be= reits geteilt und der Hauptschuldige befand sich schon auf der Flucht nach Amerika, wo er am 19. Oktober vorigen Jahres verhaftet wurde. Die Verhandlung dürfte 4-5 Tage dauern und intereffante Einblide in das Treiben der„ SchteBer" gestatten. Das Kronprinzenpaar in Rußland. Der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin sind am Mittwoch nachmittag im Zarenpalast zu Barskoje Selo eingetroffen. Bevor der Hofzug in die Station einlief, erfchtenen das Gefolge des Kaisers, die Hofwürdenträger, bte Spizen der Behörden und die Generalität, viele Großfürsten und Großfürstinnen. Fünf Minuten vor Eintref= fen des Zuges fuhren der Kaiser und die Kaiserin vor dem Bahnhof vor. Der Kaiser und die Kronprinzessin begrüßten sich wie nahe Verwandte. Darauf füßte die Kronprinzeffin auch die Katfertn. Auch der Kronprins und der Raifer begrüßten fich auf das herzlichste. Es erfolgte sodann die Vorstellung der betderfettigen Gefolge. Der Kat ser und der Kronprinz schritten sodann durch den Bahnhof zum Wagen, um zum Schloß zu fahren. Die Kaiserin und die Kronprinzeffin folgten. Auf dem ganzen Wege wurden dem Kronprinzenpaar begeisterte Kundgebungen dargebracht. Zarskoje Selo, wo der russische Katser und die Kaiserin am Mittwoch unser Kronprinzenpaar empfangen haben, ist das ruffische Potsdam. Es liegt etwa ebenso weit von Petersburg wte dies von Berlin und die dortigen Schlöffer und Parks ver danken ebenso wie die Potsdamer früheren Herrschern thr Entstehen. Barffoje Selo selbst heißt atferdorf". Auch feiner Größe nach entspricht es etwa unserem Potsdam, und ebenso wie in Preußen die erste Eisenbahn diese Stadt mit Berlin verband, so auch Barskoje Selo mit Petersburg. Nur ein Unterschted besteht zwischen diesen beiden Residen zen. Potsdam wird vom Kaiser und den Prinzen zur schönen Jahreszeit als Wohnsitz benutzt, fenes ist Winterresidenz. Die ersten Anlagen verdankt es Peter dem, Großen. In dem großen Park erbaute dann Kaiserin Eli-' sabeth, die erbitterte Feindin unseres alten Friß, das fogenannte große Schloß. Katharina II. erwählte es zu threm Lieblingsaufenthalt und verwendete große Mittel für den Ausbau. Da gibt es den kostbaren Bernstein-, ben Lazur- und den Silbernen Saal und die mit fünf vergoldeten Kuppeln gekrönte, innen aufs reichste geschmückte Kapelle, ferner die prachtvolle zweistöckige Marmorgalerie, mit Bronzebüsten und Nachbildungen römischer Herrscher und griechischer Philosophen. Von thr aus gelangt man in den auf gewölbtem Unterbau angelegten schwebenden Garten". Außer diesem Park, in dem ein Schloß Itegt, gibt es noch einen oberen Park mit dem Sommerpalais. Alexander I. erbaute und schmückte es mit Gemälden der berühmtesten russischen Meister. Im Park wurde im Ge schmack der Zeit die künstliche Ruine einer gotischen Schloßburg angelegt, deren Kapelle öte berühmte, 1824 von der Kaiferin Maria Feodorowna, der Tochter Friedrich Wil helms III, angekaufte Danneckersche Christusstatue enthält. Wetter befindet sich dort ein chinesisches Dörfchen, eine Brücke von blauem, sibirischem Marmor, eine Eremitage, Säulen und Obelisken zum Andenken an russische Siege. In diesem Sommerpalais wird unser Kronprinzenpaar wohnen. Ueber den Aufenthalt des Kronprinzenpaares in Zarstoje Selo wird weiter gemeldet: Zarskoje Selo, 18. Mat. Gestern abend 8 Uhr fand im Hauptsaal des Palais ein Galadiner statt. Der Kronprinzessin wurde der Orden der heiligen Katharina verliehen. Drabtnachrichten und Deuestes. Der amerikanische Schiedsvertrag. Washington, 18. Mat. Das Staatsdepartement hat der britischen und französischen Regierung den Entwurf eines Schiedsgerichtsvertrages unterbreitet. Fragen, welche bie nationale Ehre und vitale Interessen berühren, sollen ebenfalls dem Schiedsgericht unterliegen. Im allgemeinen soll der Haager Schiedsgerichtshof in Streitsachen entschetden. In besonderen Fällen wird eine Spezialkommission mit der Entscheidung betraut werden. Die Friedensverhandlungen in Mexiko. Merifo, 18. Mat. In den Friedensbedingungen der Insurgenten ist neben dem Rücktritt des Präsidenten Diaz die Abdankung des Vizepräsidenten Corral enthalten Wie aus Juarez gemeldet wird, ist ein fünftägiger Waffenstilstand abgeschlossen worden, der sofort für die ganze Republik Geltung haben soll. Blutige Liebestragödie. Frankfurt a. M., 18. Mat. Gestern abend gegen neun Uhr geriet in der Kleinen Fischergasse der Arbeiter Martin Dingler mit seiner Geliebten in Streit. Er brachte thr einen Stich in den Hals bei, der die Speise- und Luftröhre verletzte, und flüchtete dann. Jedoch gelang seine Verhaftung, nachdem er vorher einen seiner Verfolger in die Hand gestochen hatte. Die Schwerverletzte fand Aufnahme im Heiliggeisthospital. Der Unfall des Parseval 2. Bitterfeld, 18. Mat. Der Sturz des P. 2 mit der Gondel und ihren Insassen erfolgte aus einer Höhe von etwa zehn Metern. Dret Personen haben Verletzungen erlitten; schwer verletzt wurde niemand. Die fortwährenden Unfälle an und in den Hallen scheinen darzutun, daß diese Bauwerke eine stete Gefahr für die Luftschiffe find, sobald ein Windstoß sich einstellt. Auch Graf Zeppelin, der gestern in Düsseldorf die Trümmer der Deutschland be sichtigte, erklärte die Halle in ihrer gegenwärtigen Kon struktion für verfehlt. Drohender Bäckerstreik in Berlin. Berlin, 18. Mai. Die Mehrzahl der Bäckerinnungen Groß- Berlins hat gestern den Schiedsspruch des Eint gungsamtes, dem die Gesellenschaft am Dienstag mit groBer Mehrheit zugestimmt hatte, in zahlreichen stark besuch ten Generalversammlungen abgelehnt. Ein Bäckerstreik in der Reichshauptstadt erscheint infolgedessen als unver meidlich. Eine russische Ortschaft durch Feuer zerstört. Petersburg, 18. Mai. In dem Orte Dywin_im Bezirke Kobrin wurden durch eine Feuersbrunst über sechshundert Häuser zerstört, darunter die Volksschule und das Hospital. Der Schaden ist groß. 3wei Menschen sind in den Flammen umgekommen. Bandel und Verkehr. Cassel, 16. Mat. Schlachtviehpreise: 1. Rinder. A. Ochfen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 88-90 M, 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bts 7 Jahren 81-85 M, c) junge fleischige, nicht ausge mästete und ältere ausgemästete 76-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere- M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 82-85 M, b) vollfletschige junge 80-82 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere M. C. Färsen und Nühe: a) vollfletschtge ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 83-85 Mart, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 79-82 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 75-78 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 75-78 M, e) gering genährte Küthe und Färsen 65-69 M. 2. Kälber. a) Doppellender, fetnster Mast M, b) feinste Mastkälber M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 52-55 M, d) geringere Mast- und Saugkälber 48-50 M, e) geringere Saugfälber 42-45 M.( Lebendgewicht). 3. Schafe. a) Mastlämmer und füngere Masthammel Schlachtgewicht 88-90 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut ge= nährte funge Schafe 85-87 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) 80-83 M. 4. Schweine. a) Jettschweine über 150 g. Schlachtgewicht M, b) vollfleischige von 120-150 g. 58-59 M, c) vollfleischige von 100-120 Ag. 57-58 A, d) vollfleischige von 80-100 g. 55-56 M, e) vollfleischige unter 80 g. M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 54-55 M. - - Caffel, 16. Mat. Weizen( 100 Kilogramm) 19.75 bis 20.25 M. Roggen( 100 Kilogramm) 17.00 bis 17.75 M. Gerste( 100 Kilogramm)- M, Hafer( 100 Kilogramm) 18.50 bis 20.00 M. Heu( 3entner) M, Stroh( 3entner) M. - ,, BONITAS"-Füllfederstift BONITAS" GES GESCHI ein neues, ideales Schreibinstrument. Sieht aus wie ein Bleistift. Schreibt wie ein Bleistift. Doch mit Tinte. Schreibt 8000 Wörter mit einer Füllung. Einfachste Konstruktion. Jahrelang haltbar. Beliebig tragbar. Stets schreibbereit. Jede Tinte Jede Handschrift. Alsolut tintendicht. Schreibt. Zeichnet. Zieht Linien. Schreibt Noten! Das vollkommenste Durchschreibe- Instrument. Einfache Ausführung Mk. 3.- per Stück Feinste " 5." " Mit Garantie für jedes Stück. Zu haben in allen Schreibwarenhandlungen, wo nicht, direk von uns. Kataloge gratis und franko. Klio- Werk, G. m. b. F., Hennef( Sieg) C.50 Grösste und leistungsfähigste Füllfederhalter Spezialfabrik des Continents. 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