welches Liefert unte 4. er nte. en! rek 50 ( 198) Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 91. - - Telephon: Nr. 362. Schul- und Jugend- Sparkassen. Wohl in keiner Zeit hat der Ruf nach Jugendschutz und Jugendfürsorge solchen Widerhall gefunden in den Herzen wahrer Jugendfreunde, wie in unseren Tagen. Außerhalb der Schule hat die Jugendschutzbewegung mächtig und verheißungsvoll eingesetzt. Die große Not, sie fordert große Arbeit! Jugendschutzvereine bilden sich allenthalben; ihr Wirken trägt reichen Segen. Da will auch die Schule nicht zurückbleiben. Unsere Lehrerschaft ist nicht nur in den Jugendvereinen in hervorragender Weise tätig, sondern sie hat, namentlich in den letzten Jahren, einer sozial- praktischen Einrichtung ihr Interesse zugewandt, welche als eines der wirksamsten Mittel der praktischen Jugendfürsorge sich erwiesen hat. Es sind dies die Schul- und Jugendsparkassen. Sie bezwecken die Bekämpfung der Vergnügungs- und Verschwendungssucht und die konsequente Pflege des Sparsinns durch früheste Gewöhnung. Groß sind die erziehlichen und wirtschaftlichen Erfolge dieser Jugendsparkassen. Allenthalben berichten die Lehrer von dem segensreichen Einfluß, den diese Einrichtung auf die Charakterbildung ausübt. Die Stimmen der Gegner, welche allerlei the oretische Bedenken in Einwände geltend machten, verstummen mehr und mehr. Es ist erwiesen, daß in der Praxis von all diesen vermeintlichen Mängeln u. Schäden sich nichts gezeigt hat. Meistens stützten sich die Gegner auf einzelne Vorfälle und Auswüchse und verallgemeinerten diese. Nachdem der Lehrer Reinirkens, Essen- Ruhr, die Beurteilungen von über 1000 Lehrpersonen eingeholt und veröffentlicht hat, welche seit längeren Jahren Schulsparkassen führen, sind die Stimmen der Gegner verstummt. Die Regierungen sind auch aus ihrer abwartenden Stellung hervorgetreten und bekunden ihr Interesse an der Wohlfahrts- Einrichtung dadurch, daß sie in den Revisionsberichten der Kreisschulinspektoren die Frage aufgenommen haben: Bestehen an der Schule Schulspar= kassen und wie haben sich diese bewährt. Nachdem durch den Lehrer Reinirkens- Essen ein vereinfachtes Markensystem erfunden und seit längeren Jahren praktisch erprobt wurde, hat sich die Zahl der Schulsparkassen bedeutend vermehrt. Dieses praktische Sparsystem ist in über 1100 Städten und Landgemeinden eingeführt worden. Jm verflossenen Jahre sparten danach 210 737 Schulkinder. Die Sparsumme belief sich auf rund 3½ Millionen Mark. Die Kosten der Einrichtung sind sehr gering. Dieselben betragen für jede Schulklasse nur 1,40 Mt. Die zur Verwendung fom= menden Marken werden in jeder Menge zu 20 Pfennig das Tausend geliefert. Da mit Beginn des neuen Schuljahres manche Lehrer Neugründungen beabsichtigen, versendet der Erfinder an Behörden und Lehrpersonen und Geistliche unent= geltlich seine 64- seitige Broschüre, welche reichhaltiges Material und genaue Geschäftsanweisung enthält. Die Schrift behandelt auch die Einrichtung von Sparfassen für Fortbildungsschulen und Jugendvereine. Hierfür fommt ein äußerst einfaches Quittungssystem zur Anwendung, welches weiteste Verbreitung und günstigste Beurteilung erfahren hat. Mögen die Bestrebungen der deutschen Lehrerschaft, die durch Einrichtung von Schul- und Jugendsparkassen freiwillig eine Mehrarbeit übernimmt, die Anerkennung und tatkräftige Unterstützung maßgebender Kreise finden. Möge unsere Jugend so geleitet und erzogen werden, wie zu Sparsamkeit und Fleiß, so auch zu Mäßigkeit und Ordnungsliebe, zu wirtschaftlicher Strebsamkeit und Gemeinsinn, zum Wohltun von dem Ersparten und zur Dankbarkeit. Achte das Kleine nicht klein, Es bewahrt die Keime des Großen. Pfennig auf Pfennig gespart Türmt sich zum silbernen Berg. Jst uns die Jugend gewonnen zu emsigem Sparen, Lebt in der Zukunft gewiß, Froh ein zufriedenes Volk. Zur Lage der Cabakindustrie. Die deutsche Tabakindustrie sollte sich, wie die Regierungsvertreter und die Konservativen jüngst in der Budgetkommission des Reichstages behaupteten, von der Steuer nahezu wieder erholt haben. Das ist, wie das Zentralorgan der deutschen Tabakindustrie, die in Mannheim erscheinende„ Süd d. Tabakzeitg." behauptet, grundfalsch! Die Verhältnisse liegen dort vielmehr nach wie vor höchst unerquicklich. Genanntem Blatte gehen aus Westfalen in dieser Hinsicht bemerkenswerte Mitteilungen zu, denen wir das folgende entnehmen: der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 19. April 1911 „ Die Firma N. N. in X., eine der bekanntesten und patentesten Zigarrenfabriken in Deutschland, hat sich genötigt gesehen, eine seit 38 Jahren geführte Filiale eingehen zu lassen. Und das, obwohl der Inhaber der Firma die feste Absicht hatte, infolge der neuen Steuer keine Arbeiter zu entlassen! Aber die Verhältnisse sind eben stärker als der beste Wille. In Westfalen geht es der Zigarrenindustrie wieder ganz schlecht. Die Läger sind voller als vor der Steuer, die Arbeiter sind auf Stückzahl beschränkt und mehrere Fabriken mußten Feiertage einlegen. Die Tabakfabrikanten haben sich geirrt, wenn sie glaubten, die Raucher würden bei der alten Sorte zu entspre chend höheren Preisen bleiben. Vielmehr sind die alten Einkaufspreise geblieben und das Publikum verlangt neue, insbesondere große Fassons, zu denen viel Ta bak gebraucht wird. Daher die größere Einfuhr! Doch ist die Qualität der Zigarren infolge der Steuer und der hohen Tabakpreise eine wesentlich schlechtere geworden." So liegen die Dinge und deshalb sind die schönfär= berischen Darstellungen der an der neuen Tabaksteuer Schuldigen so deplaziert wie möglich. Hus Stadt und Cand. Gießen, den 19. April 1911. Gießen. Das Ministerium läßt soeben in den Städten des Großherzogtums, bei Industriellen und Geschäftsinhabern, Erhebungen über die Lagerungen von Gegenständen anstellen, die aus Celluloid masse angefertigt sind. Grund dieser Erhebungen sind die in der jüngsten Zeit mehrfach ausgebrochenen Brände, bei denen Celluloid eine Rolle spielte. Durch die Erhebungen soll Material gesammelt werden als Unterlage für eventuell zu erlassende Bestimmungen über die Aufbewahrung von Gegenständen aus Celluloidmasse. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. sein hoher Behörden 2c. die Eröffnung der 2. WanderAusstellung statt, welche aus allen Landesteilen reich beschickt und sehr sehenswert ist. Gießen, 19. April. Das Jubiläum thres 25jährigen Bestehens begeht Ende August die Sektion Gießen des Deutschen und österreichischen Alpenvereins. Die Vereinigung plant die Erbauung einer Gießener Hütte in den Alpen. 10 000 Mk. sind von den Mitgliedern bereits zur Verfügung gestellt. Der Dünsbergverein hat jetzt für seine Anlagen auf dem Gipfel des Dünsberges die Wirtschaftserlaubnis erwirkt und wird diese Sonntags regelmäßig ausüben lassen. Am 25. Juni veranstaltet der Verein auf dem Dünsberg eine größere Sonnenwendfeier, die von nun an alljährlich stattfinden soll. -e- Wetzlar, 19. April. Große Aufregung herrscht in Biebrich a. Rh. wegen der Verlegung der Unteroffizierschule nach hier. Die Biebricher Gemeindeverwaltung hat alle Anstrengungen gemacht, die Schule zu behalten, aber bisher waren alle Bemühungen vergebens. Wie verlautet, will Biebrich nun beim Kriegsministerium und wenn nötig, beim Kaiser selber vorstellig werden, damit die Unteroffizierschule nicht verlegt werde. -m- Friedberg, 19. April. Am 2. Osterfeiertage fand hier eine stark besuchte Katholiken- Versammlung statt. Zweck derselben war eine Demonstration gegen die Los von Rom- Bewegung. - Friedberg. Das Zarenpaar trifft bereits, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet im Juli zu längerem Aufenthalt ein. Während des Aufenthaltes wird der Zar nach einer Visite des Kaisers in Friedberg einen Besuch bei Kaiser Wilhelm auf Schloß Wilhelmshöhe abstatten, um dort auch mit dem Oheim des Königs von England, dem Prinzen Arthur von Connought zusammenzutreffen. Alsfeld. Unser Stadtvorstand beschloß mit dem Neubau eines Volksschulgebäudes bald nach Ostern zu beginnen. == Oberbie I, 19. April. Pfarrer Allmenröder tritt am 1. Juli in den Ruhestand. Eine neue Eilzugverbindung durch Darmstadt, 18. April. Am Ostersonntag das Edertal von Altenbecken über Warburg- Marburg- nachmittag stürzte die eiserne Dachkonstruktion der neuen Gießen nach Frankfurt a. M., die bekanntiich von der Eisenbahndirektion Kassel mehrfach abgelehnt worden Bahnhofskuppelhalle ein. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Materialschaden ist bedeutend. war, ist jetzt in den neuen amtlichen Fahrplänen eingefügt. Ferner ist durch Beschleunigung eines Zuges der Strecke Marburg- Warburg um 1 Stunde die nachstehende neue Verbindung von Frankfurt a. M. auf dieser 72 Kilometer fürzeren Strecke hergestellt. Frankfurt ab 1208 Gießen an 120 ab 129 " Marburg an 155 " ab 204 Warburg an 545 ab 617 Altenbeken an 655 ab 744 Hameln an 841 " Ferner ist durch Beschleunigung des Zuges 476 Warburg ab 10.39, der für die Folge in Marburg statt 2.49 schon 2.22 eintrifft, ein Anschluß an den D- Zug 2.30 nach Kassel hergestellt. ** Gießen. Die hiesige Kaufmännische Fachschule nimmt am 26. April, nachm. 2 Uhr, ihren Unterricht für das neue Schuljahr auf. ** Gießen. Der hess. Landesgewerbeverein feiert in diesem Jahre sein 75jähriges Be= stehen und wird dazu eine Denkschrift herausgeben. = w= Gießen, 18. April. Bei der an den beiden Osterfeiertagen in Rinzenba ch stattgefundenen Geflügel- und Kaninchenausstellung erhielten u. a. Preise: W. Georg- Gießen, Zimmermann- Großen- Linden, Viehmann- Kinzenbach, Schmidt- Kinzenbach, Franz- Lüzellinden, Henkel- Krofdorf, Rau- Wieseck und Deufer- Rodheim. * Darmstadt.( Vom Flugplatz.) Prinz Heinrich von Preußen unternahm in Gegenwart des Großherzogs und der Großherzogin und der Prinzessin Heinrich von Preußen auf einer Eulerflugmaschine mehrere sehr schöne Flüge. Es wurden viele Passagierflüge ausgeführt. U. a. nahm Euler den ältesten Sohn des Prinzen Heinrich, Sigismund, als Passagier mit in die Luft. * Darmstadt. Für Oberbürgermeister Dr. Glässing, der bekanntlich sein Amt als Landtagsabgeordneter niederlegte, soll Prof. Dr. Neßling als Kandidat aufgestellt werden. Neßling gehört der nationalliberalen Partei an. Stimmen aus dem Publikum. Unter dieser Rubrik finden Buschriften aus dem Leserkreise Aufnahme, selbst wenn bie Redaktion die darin ausgesprochenen Ansichten nicht vertritt. Aus Lüzellin den erhalten wir folgende 3uschrift: Die Frage: Was kostet die Erhaltung eines Hundes?" dürfte gewiß für viele Hundebesitzer und besonders für manche Hausfrauen nicht uninteressant sein. Wir bringen zur Erhaltung eines Hundes als tägliche Ausgabe im Mittel 5 Pfennige in Anschlag, das macht in einem Jahre 18.25 Mt.; an Steuer 5 Mt., in Summa 23.25 Mf., sagen wir rund 23 Mt. Diese Summe 15 Jahre lang jährlich ausgegeben, macht mit Zins und Zinseszinsen, zu 3.75 Pro3., 469 Mt. aus. Wer diese Summe nicht ausgibt, sondern sie auf einer Spar- und Darlehenskasse anlegt, hat nach weiteren 10 Jahren die Summe von 678 Mt. erspart. Hieraus ergiebt sich die Tatsache, daß, wer sich die Mühe gibt und 15 Jahre lang täglich 6,3 Pfennige spart, nach 25 Jahren eine Literarisches. -a- Gießen. Der diesjährige Verbandstag Hess. Privat- Architekten fand am 9. und 10. April hier statt. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl gestiegen, und die Bestrebungen des Verjährliche Einnahme an Zinsen von 25.42 Mt. sichert. bandes erfreulicher Weise weitgehende Förderung von allen Seiten gefunden haben. Die Nebenarbeiten der Baubeamten wird von allen Kollegen als eine sehr drückende Konkurrenz empfunden. Es steht zu hoffen, daß auch hierin langsam Wandel geschaffen wird, denn auch der Staat wird nicht verkennen, daß Abhilfe hierin in seinem eigensten Interesse liegt. Manch weitere wichtige Angelegenheiten interner und künstlerischer Natur famen zu eingehender Erörterung. Das Ergebnis war in allen Punkten ein sehr befriedigendes und wurden die Beschlüsse bei lebhafter Beteiligung mit großer Einmütigkeit gefaßt. Anschließend an die Tagung fand im Bei- Die Sensation der Mode, der Hosenrock, hat nun auch seine fachliterarische Behandlung gefunden. Unter dem Titel: Der Hosenrock in Wort, Bild und Schnitt erschien soeben im Verlag des bekannten Modeinstitutes, Internationale Schnittmanufaktur, Dresden- N. 8, ein reich illustriertes Schriftchen( Preis 50 Pfennig), welches sich die Aufgabe gestellt hat, in den Wirrwarr des Für und Widers dieser vielbesprochenen Kleiderform einige Klarheit zu bringen. Botschafter Hills Rücktritt. Die Gastrolle, die Mr. Hill als Botschafter der Vereinigten Staaten am Berliner Hofe gespielt hat, ist aus. Als Bill im Juni 1908 sein Amt antrat, weissagte man ihm fo= gleich ein baldiges Ende seiner Botschafterherrlichkeit. Wie noch erinnerlich sein dürfte, war seine Ernennung auf gewiffe Widerstände gestoßen, weil man in den maßgebenden Berliner Kreisen befürchtete, daß Mr. Hill, der von Hause aus vermögenslos ist, mit den verhältnismäßig geringen Mitteln, die die Vereinigten Staaten ihren diplomatischen Vertretern gewähren, nicht den hohen Repräsentationspfichten seines Amtes gerecht werden könnte. Diese Bedenken, an deren Aufkommen der frühere Botschafter Tower beteiligt gewesen sein sollte, wurden zwar nicht offiziell erhoben, und da die amerikanische Regierung durch Nichtanerkennung Hills indirekt zugegeben hätte, daß sie thre Dtplomaten ungenügend besoldet, so wurde die Ernennung vollzogen. Hill, der zu den begabtesten Staatsmännern der Union gehört und speziell die deutschen Verhältnisse eingehend studiert hat, wußte auch schon bei seiner ersten inoffiziellen Begegnung mit dem Kaiser alle Bedenken zu zerstreuen. Gleichwohl erhielt sich das Gerücht, daß Amerika bei der Ernennung Hills nur seinen Standpunkt habe wahren wollen und die erste Gelegenheit ergreifen werde, um Hill durch eine zahlungsfähigere Persönlichkeit zu ersehen. Osten gegen die Parteinahme des Zentrums für die Polen. Deutsche Rekruten in der Frembenlegion. Eine amtlich bediente militärische Fachzeitschrift in Paris bringt die Mitteilung, daß die Anwerbungen bei der Fremdenlegion im Jahre 1910 größer waren als früher. So haben sich in Verdun 147 Deutsche und in Nancy 190. Deutsche für die Fremdenlegion angemeldet. In Verdun wurden nur 50 Prozent und in Nancy 80 Prozent angenommen. Hoffentlich bewirken die neuesten Erörterungen über die Fremdenlegion, daß der Zuzug deutscher Rekruten zu dieser Truppe endlich aufhört. - Eine neue republikanische Verfassung für Portugal gewinnt unter den Händen der Minister greifbare Gestalt. Die Hauptpunkte der Vorlage sind folgende: Die Nationalversammlung soll aus 200 Mitgliedern bestehen, die den Präsidenten der Republik auf 5 Jahre zu wählen haben. Der Präsident soll das Ministerium ernennen, dessen Amtsdauer 5 Jahre sein soll. Es soll tein Minister des Auswärtigen ernannt und kein bevollmächtigter Botschafter an fremde Höfe gesandt werden, vielmehr sollen die Konsuln im Ausland die nötigen diplomatischen Funktionen ausüben. Der ganze Plan ist auf größte Sparsamfeit und Vermeidung aller nicht unbedingt nötigen Ausgaben zugeschnitten. Schon als Taft als Präsident sein Amt antrat, glaubte man diese Gelegenheit gekommen. Es hieß, Hill set zum Staatssekretär des Auswärtigen für Tafts Kabinett ausersehen. Diese Voraussage erfüllte sich damals allerdings noch nicht. Erft jetzt tritt Hill zurück, um die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Amerikas zu übernehmen. Er ist doch fast drei Jahre in Berlin gewesen und hat es rasch verstanden, sich im amtlichen, wie im gesellschaftlichen Verkehr eine feste Stellung zu sichern, nicht zum wenigsten durch sein ruhiges und liebenswürdiges Wesen. Auf diplomatischem Gebiete hat er größere Erfolge nicht zu erringen vermocht, dazu fehlte es an Gelegenheit; doch rühmt man an unterrichteten Stellen seine eifrigen Bemühungen zur Förderung der deutsch- amerikanischen Beziehungen, und auch sein Verhältnis zum Kaiser soll sehr herzlich gewesen sein. Seiner Arbeit ist wohl auch die Verminderung der Zollschikanen gegenüber der deutschen Einfuhr in Amerika zugute zu schreiben. Der wichtigste Differenzpunkt zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten, die Kalifrage, die in der Hauptsache freilich ein Interessentenstreit ist, der an sich die Stellung eines Botschafters kaum berühren kann, ist ungeklärter als je. Vielleicht sind hier noch die letzten Gründe für seinen Rücktritt zu suchen, wenn auch bei der verworrenen Situation und dem geheimnisvollen Schleier, der auf beiden Seiten über den Stand der Verhandlungen gebreitet wird, nicht zu ersehen ist, ob tatsächlich größere Differenzen zwischen ihm und der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in Washington vorliegen. Im Staatsdepartement zu Washington wird übrigens erklärt, daß der Rücktritt Hills von dem Botschafterposten in Berlin nicht mit seiner Haltung in der Kalifrage zusammenhänge. Rundschau vom Cage. Politisches. Ostern auf Achilleion. Die kaiserliche Familie nahm Sonntag vormittag an einem Gottesdienst in der Schloßtapelle teil, welchen Oberpfarrer Goens abhielt, und begab sich darauf zur Stadt, wo sie vom Balkon des Königspalastes der großen Prozession zuschaute, welche aus Anlaß des griechischen Palmsonntags Korfu durchzog. Nach der Mittagstafel im Achilleion fuhren die Majestäten und die Prinzessin abermals zur Stadt und gingen an Bord der Hohenzollern, wo um 4 Uhr das Ostereiersuchen der Matrosen vor sich ging. Das Wetter war sehr schön. Fallieres Besuchsreise nach Afrita. Auf seiner Reise nach Tunis traf der Präsident der französischen Republik Fallieres Sonntag nachmittag in Toulon ein. Auf eine Begrüßungsansprache des Bürgermeisters im Rathause erwiderte der Präsident, er sei stolz auf das Geschwader, auf dem er sich einschiffen wolle. Sodann rief er die Erin= nerung an die schmerzliche Katastrophe auf dem Panzerschiff Jena wach und fügte hinzu, daß man ohne die Vergangenheit zu vergessen, mit vollem Vertrauen in die Zufunft blicken könne dank dieser Marine, die heute an der Spitze einen Mann habe, den man nicht, ohne eine Ungerechtigkeit zu begehen, würde angreifen können. Er begebe sich nach Tunesien, um dieses Land zu begrüßen und sei sicher, dort Huldigungsbeweisen für Frankreich zu begegnen. Das Linienschiff Veritee, das mit dem Präsidenten Fallieres und den Ministern Delcassee und Pams an Bord in See gegangen ist, wird von sechs Panzerschiffen und zehn Torpedobooten begleitet. Ein Gegenbesuch des Erzherzogs Franz Ferdinand beim deutschen Kronprinzenpaare in Potsdam soll nach Wiener Meldungen in dortigen Hoftreisen erwogen werden. Weiter geht das Gerücht, daß der Erzherzog Franz Ferdinand, der dem Deutscher Kaiser jüngst den vor Pola ankernden Teil der österreichisch- ungarischen Schlachtflotte vorgeführt hat, auf Einladung Kaiser Wilhelms an den diesjährigen deutschen Flottenmanövern teilnehmen wird. Welcher von diesen beiden Plänen ausgeführt werden soll, Steht noch nicht fest, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß beide Pläne verwirklicht werden. Vorbereitungen für die Reichstagswahl. Nach badischen Blättermeldungen soll der frühere Gouverneur von Deutsch- Südwestafrika, General v. Leutwein, eine liberale Reichstagskandidatur für den Wahlkreis Pforzheim- Durlach übernommen haben. Den Kreis vertritt jetzt der So zialdemokrat Eichhorn, der aber nicht wieder kandidieren wird. Die Sozialdemokraten haben an seiner Stelle einen Parteisekretär aufgestellt. Ein„ Wahlverband der deutschen Katholiken der Provinz Posen" ist, wie die„ Schlesische 3tg." meldet, in der Bildung begriffen. Seine Bestrebungen richten sich ge= meinsam mit denen der Vereine deutscher Katholiken im 17) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm ck e. ( Nachdruck verboten.) Landes sei bedentlich. Die Regierung erließ einen all gemeinen Aufruf an Freiwillige zur Ableistung eines sechss monatigen Militärdienstes. Ein Telegramm aus Los Angeles( Kalifornien) meldet, daß die gesamten Strettfräfte der Aufständischen und die Regierungstruppen bet Aquaprieta seit Montag früh in eine große Schlacht vers wickelt sind. Die Nachrichten aus Marokko, die am Ostermontag in Madrid eingetroffen sind, lauten sehr ernst. Einer der aufrührerischen Stämme soll einen letzten Angriff gegen Fez ausgeführt haben, in dem Augenblick, wo in der Stadt eine Meuterei ausgebrochen war. Die Rückkehr der Sultanstruppen ist wegen des sintfiutartigen Regens unmöglich. Nach einer Blättermeldung gestaltet sich die Lage in Fez immer schwieriger. Am 9. d. bombardierte die Artillerie des Sultans beim Morgengrauen die Angreifer. Die Aufrührer plünderten das Gebiet eines dem Sultan treu gebliebenen Stammes. Zahlreiche Eingeborene wurden getötet. Das Haus des Gouverneurs ist in Brand gesteckt worden. Die Konsuln haben den Europäern untersagt, sich außerhalb der Stadt zu begeben. Mit Rücksicht auf die ernste Lage in Marokko hat die französische Regierung beschlossen, die Truppen im Aufstandsgebiet zu verstärken. Vier Bataillgne Koloniaîtruppen gehen binnen furzem dahin ab. Der Inspektor machte einen tiefen Diener und schaute seinem jungen Herrn mit nicht gerade pfiffigem Gesicht nach. Wie er nun aber sah, daß derselbe nicht aus dem Schloß ging, sondern in den Gang einbog, der zu des Rentmeisters Kontor einbog, da konnte er seine Neugier nicht zähmen. Es mußte hinter diesem Besuch etwas ganz Besonderes stecken. Sollte es etwa zu einem Bruch mit der Komtesse gekommen sein? Hatte der Leutnant wieder Schulden gemacht? Kleine Nachrichten. Der preußische Landtagsabgcornete Borgmann( Sozialdemokrat), der den Wahlkreis Berlin 5 vertrat und auch der Berliner Stadtverordnetenversammlung angehörte, ist am Ostersonntag in Berlin gestorben. Eine Zugentgleisung hat sich am Sonntag nachmittag auf dem Spandauer Bahnhof ereignet. Bei der Einfahrt eines Personenzuges entgleisten der Gepäckwagen und dret Personenwagen, vermutlich infolge vorzeitigen Umstellens der Eingangsweiche. Leicht verletzt wurden durch Glassplitter zwei Personen. Der Betrieb wurde nicht gestört. Eine schwere Meuterei chinesischer Truppen wird abermals von der chinesisch- russischen Grenze gemeldet: In einem chinesischen Dorfe empörte fich eine Abteilung chinesischer Soldaten. Diese ermordeten den Offizier, mißhandelten die Unteroffiziere und beraubten die Kaufleute. Eine zweite Abteilung schloß sich ihnen an. Die Zivilbehörden sowie die Kaufleute erbaten von den russischen Behörden die Erlaubnis, auf russischem Gebiet Schutz zu suchen. Zwei tödliche Eisenbahnunfälle haben sich am Sonnabend ereignet. Auf dem Bahnhof Kupferdreh bei Essen wurde ein Reisender, ein Ingenieur, der seinem verloren gegangenen Hut nachlief, von einer einfahrenden Lokomotive getötet.. In Wildeshausen bei Oldenburg wurde die Gutsbesitzerin Dasenbrock, die in einen fahrenden Zug springen wollte, überfahren und getötet. Ein folgenschwere Schlägerei zwischen einheimischen nud froatischen Arbeitern fand am Sonnabend in Remscheid statt. Eine ganze Anzahl der Beteiligten trugen schwere Verletzungen davon. Fabrikant Heier von der Firma Heier und Hessenbruch, der den Streit schlichten wollte, erhielt einen lebensgefährlichen Stich in die Herzgegend, Hessenbruch verlor ein Auge. Die Haupttäter wurden verhaftet. Eine neue 5prozentige chinesische Anleihe. In Peking erwartet man jetzt die Unterzeichnung der 5prozentigen Anleihe, zu deren Abschluß sich die chinesische Regierung bereit erklärt hat. An der Uebernahme nehmen in gleichem Maße Deutschland, England, Frankreich und die Vereinig ten Staaten teil. Die Anleihe wird 10 Millionen Lstrl. betragen, der Uebernahmefurs ist mit 95 Prozent in Aussicht genommen. Der größte Teil der Anleihe ist für die Reorganisation des chinesischen Währungssystems bestimmt. Ein anderer Teil soll zur Förderung des Handels in der Mandschurei dienen. Er wollte und mußte wissen, was geschehen war. Vorfichtig folgte er Hardi, der eben in Herrn Rabens Kontor eingetreten war. Der lange Gang war durch eine matterleuchtete Petroleumlampe so spärlich erhellt, daß es sehr Teicht möglich war, sich in irgend einer der vielen Nischen wohl zu verbergen. Da der Leutnant laut sprach und Woltersdorf ungemein scharfe Ohren besaß, so konnte die= sem taum ein Wort von dem entgehen, was drinnen gesprochen wurde, wenigstens soweit Hardi der Sprecher war. Nachdem dieser den Rentmeister sehr hastig begrüßt, sagte er mit bebender Stimme:„ Herr Raben, Sie müssen mir einen Dienst erweisen, für den ich Ihnen zeitlebens dankbar sein werde. Erschrecken Sie nur nicht, es ist nichts Schlimmes, das ich von Ihnen verlange.- Sagen Sie mir mal erst, wieviel Geld haben Sie in der Kasse?" Der Rentmeister riß, wohl ahnend, was da kommen follte, verlegen an seiner Brille und antwortete mehr me= chanisch als mit Absicht:„ Es sind 6525 Mark." - „ Run, dann ist es gut. Ich brauche ganz furchtbar dringend zweitausend Mark. Auf Ehre und Gewissen, nicht etwa, weil ich Schulden gemacht habe! Ueber das Wozu und Warum darf ich nicht sprechen. Meine Verficherung dürfte Sie jedenfalls beruhigen. Da Papa nicht zu Hause, wie ich zu meinem größten Leidwesen erfuhr, In einen Grubenschacht gestürzt und zerschmettert. Auf Zeche Mathies Stinnes" bei Essen stürzten beim Betreten des Förderkorbes zwei Bergleute mehrere hundert Meter tief in den Schacht. Beide wurden zerschmettert. Auf ungewöhnliche Weise ums Leben gekommen ist in Maasdorf, Kreis Köthen, die 61jährige Ehefrau des Maurers Franz Kindermann. Ste stürzte mit einer Leiter um. als sie auf den Heuboden steigen wollte, und fiel kopfüber in ein daneberstehendes Wasserfaß. Mit dem Kopf in dem Faß steckend, wurde sie tot aufgefunden. Aus Merito lauten die Nachrichten für die Regierung des Präsidenten Diaz immer ungünstiger. In allen merifanischen Staaten ist das Schwinden der Macht der Bundesregierung deutlich bemerkbar. Daß der Aufruhr im Wachsen begriffen sei, zeige sich auch in dem Auftauchen zahlreicher Banden, die das Land brandschaken. Die Bundesbehörden seien unfähig, den Räubereien Einhalt zu tun, und die Lage einiger abgetrennt liegender Teile des Aus Verschen den eigenen Bruder erschossen hat in dem Dorfe Morl bei Halle a. d. S. der siebenjährige Sohn des Fleischers Hernig. Der Junge hantierte mit einem Revolver, ohne zu wissen, daß er geladen war. Plötzlich entlud sich die Waffe, und die Kugel drang dem älteren Bruder des Knaben in den Mund, so daß der Junge sofort tot war. so muß ich Sie bitten, mir das Geld zu leihen. Ich hoffe, es in wenig Tagen zurückgeben zu können, jedenfalls verpflichte ich mich, es noch vor dem Ersten zu tun. So lange liegt das Geld ja hier doch nußlos im Schrank." Der alte Rentmeister hatte die Brille von der Nase gerissen und putte die Gläser mit seinem Taschentuch in nervöser Hast. Ein Frauenmord ist in der Nacht zum Ostersonntag in München verübt worden. Auf dem Thalkirchner Oberfeld in unmittelbarer Nähe Münchens wurde die 49jährige Frau Monika Huber in bestialischer Weise ermordet aufgefunden. Der Täter, ein 25jähriger Arbeiter namens Anton Schmidt, ist verhaftet. Er hat ein Geständnis abgelegt. Ein schweres Automobilunglück hat sich am Sonnabend nachmittag in der Nähe der an der Berlin- Hamburger Chaussee gelegenen Ortschaft Bralsdorf ereignet. Der Wagen, der dem Direktor Fürstenberg von der Berliner Handelsgesellschaft gehörte, fuhr in schnellem Tempo einen sandigen Abhang hinunter, wobei ein Rad in dem weichen Boden stecken blieb. Das Automobil überschlug sich und begrub sämtliche fünf Insassen unter sich. Die beiden Chauffeure und eine Berliner Modistin blieben sofort tot, die betden anderen Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. „ Also dann ist doch alles wahr, was man über den Leutnant munkelt," sagte er zu sich selber.„ Der Hardi muß ein schlechter Charakter sein, wenn er so mit Versprechungen und Ehrenwort herumwirft, als gäbe es nichts Heiliges mehr auf Erden. Hält das Junkerchen mich denn für einen Narren? So eine dumme Ausrede sollte ich ihm nach alledem glauben? Ach nein, in Kinderhänden bin ich denn doch nicht!" Die Tragödie einer italienischen Professorenfamilie. In Caftrogiovanni in Mittelitalten ereignete sich ein Fami ltendrama, dessen Ursachen bis jetzt noch nicht aufgeklärt sind. Dort erschoß der Realschulprofessor Bruno seine Frau, seis ne zwei Kinder und dann sich selbst. Der Professor hielt, als man die Letchen fand, sein jüngstes Kind in fester 11marmung. In nicht gerade liebenswürdigem Ton antwortete dann nach einigen Minuten langsamen Ueberlegens der Rentmeister in etwas schroffem Ton:„ Herr Leutnant, da haben Sie sich an die verkehrte Schmiede gewandt. Ihr Herr Vater hat mich vor einem Jahre gebeten, Ihnen hinter seinem Rücken niemals Geld zu geben. Ich habe Seiner Exzellenz sogar mein Wort darauf geben müssen. Und ich habe mein Wort noch nie gebrochen, darf ich behaupten, ohne mir schmeicheln zu wollen, denn ich verachte jeden Menschen, der es bricht." Eine Kirchenschändung ist in einem kleinen Orte bet Versailles verübt worden. In der protestantischen Kirche von Jony bei Versailles wurde nachts die ganze Einrichtung zertrümmert, in der Safristet wurden die Register zerris sen. Man glaubt, daß es sich um einen Akt von Fanatismus handelt. Hardi stampfte auf den Fußboden, daß der Sporn an seinem Stiefel klirrte. Mann, dachen Sie mich nicht rasend! Für was halten Sie mich denn eigentlich? Ich bin kein Schuft, dem Sie nicht glauben dürfen!" rief er so laut, daß der Horcher an der es nicht nötig gehabt hätte, seine Gehörnerven gaz so start anzuspannen und es jedenfalls am äußersten Ende des Ganges verstanden haben würde. Todessturz eines französischen Aviatikers. Während eines Ueberlandfluges überschlug sich bet Chevreuse der Eindecker des Leutnants Byasous in der Luft und stürzte ab; der Flieger war sofort tot.- In Reims stürzte der Flieger Delange infolge einer scharfen Wendung mit einem Eindecker aus 100 Meter Höhe ab. Er wurde an Kopf, Brust und Beinen schwer verletzt. Herr Leutnant, mein höchstes Gebot ist die Pflicht!" versette Raben mit würdigem Ernst.„ Ich kann nicht anders." 370 000 Tote von Messina. Die Generaldirektion des italienischen statistischen Amtes veröffentlicht einen Be richt über die Erdbebenkatastrophe in Messina, in welchem sie die Zahl der Todesopfer nach den Akten und genauesten Feststellungen auf 370 000 angibt. Da schwand Hardis Zorn, er bot dem alten Manne Dynamitanschlag auf einen japanischen Eisenbahnzug. In der Nähe von Kioto bei Tokio wurde durch Dynamit das Bahngleis gesprengt und ein Eisenbahnzug zum Entgleisen gebracht. Der Maschinist und der Heizer wurden schwer, 10 Reisende leicht verletzt; die Lokomotive und ein Wagen wurden zertrümmert. die Hand und sagte beschämt: Verzeihen Sie, daß ich so aufbrauste. Ich schäze Ihre Gesinnung und möchte nur wünschen, Sie hätten die Ueberzeugung, daß auch ich mich derselben bestrebe. Ich muß also unverrichteter Sache zurückkehren. Wollen Sie, bitte, meinem Vater kein Wort von diesem Borfall sagen, überhaupt nicht erwähnen, daß ich hier war. Ich werde das selber tun, denn es ist nicht mit wenigen Worten erklärt. Gute Nacht, Herr Raben." Die be Dentfen vorigen Ja nuarzufluß Februar if blieben. der Zeitsch einen Webe gen von 16 fm Vorjah deutschen Tionen Ma 200 Million ten im Jar 107 Millio fielen je Mark, und Einzahlun Diesmal f Damit ging Hardi tiefbekümmert von dannen. Jetzt gab es nur noch eine Möglichkeit:„ Der Bankier Jakob Hildebrand muß helfen! Den werde ich herausflingeln und bei Nacht und Nebel anpumpen. Er hat mir ja in meiner Fähnrichszeit schon manchesmal aus der Klemme geholfen. Aber, wenn der nun auch versagt?- Edelgard müßte mich in der Tat für einen wenig zuverlässigen Vertrauensmann halten und dürfte bei ihrer Empfindlichkeit aus diesem Mißerfolg für mich recht unangenehme Schlüsse ziehen." nuar. Eine a auf einem fchaffner& an einem nachzufeher Mann ohn thm einen blieb trob verlustes fonen nad Nachdem e feine Webe hain. Der geben wer einen aus Mecker, de Auf der er durch bezeichnete fen und führen. Der Bankier und Makler Hildebrand, der mit dem General in regem geschäftlichen Verken: stand, war von diesem ebenso wie Raben sehr dringend ersucht worden, dem leichtsinnigen Herrn niemals auszuhelfen, da sie es sonst mit ihm, dem wohlmeinenden Vater, für alle Zeit verdorben haben würden. Kein Wunder also, daß Hardi, wie er lange nach Mitternacht es endlich möglich gemacht, diesen Herrn zu einer kurzen Zwiesprache zu bewegen, wieder keinen Erfolg hatte. Doch Herr Hildebrand wurde augenscheinlich zu seines Herzens Härtigkeit von anderen Beweggründen geleitet als der ehrenwerte Raben. War es bei dem die Pflicht, so war es bei diesem lediglich der Profit. Er machte deshalb auch ein gut Teil Worte mehr, beschwor sich und beteuerte hundertmal, daß er der gutmüigste Mensch von der Welt, daß er dem Herrn Leutnant in jeder Lebenslage ein Freund sein wollte, nur in diesem Falle könnte er es nicht, da er auch nicht zehn Taler im Hause hätte. ( Fortsetzung folgt.) In K Hauptbahn angehalten Er hatte e te fich Alb Eltern 191 rant als fei er nad gekommen pädträger Dienstbud Hedwig Das Die Da aber Tegte eine währte, fo dies Dien gab er, im Stese Hed Jahre na wollte, un Amerita a Ein e Blatt beri fehr gefäh wehrleut verabschie schen Fa dentlich t Tänzerin lezt Wed Namen nach Lond nach Ung und zur hatte, bot Dienste ralstab r Monte C den letzte Landsma Schen Ko nach Wie cafee ver Groß gen 6 U flee bet Holzfach das gan über in auf bis den Gel Das ganz ist im A find nich als Zusch die ohnn Männern Frau ein Ein nusort, t wird, die führt,- Higfte Rol zum größ in der Mainz be wirtschaft und ande Die Seel thre Mär auch schon durch eine öffentliche helle in thren Ge ung eines Ständigen te Bielie wächters wohnern mäß meist Der einem Rein Ehe ben oder Prüg gen- Dre am Sonn geret. 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Das bedeutet für die gesamten deutschen Sparkassen einen Zuwachs von 50 bis 55 MilTionen Mart, während der Januar einen solchen von fast 200 Millionen Mark gebracht hatte. Die Einzahlungen hatten im Januar den Betrag von 123, die Rückzahlungen von 107 Millionn erreicht. Auf je 100 Sparkassenbücher ent= fielen je 14 Einzahlungsposten von durchschnittlich je 181 Mart, und 6 Rüdzahlungsposten von je 262 Mark. Kleine Einzahlungen", d. h. solche von höchstens 20 Mart, famen diesmal je auf je 100 Sparkassenbücher gegen 9 im Ja Fami find. feis hielt, 11ma e bet Pirche Stung errif atis Grend der ürzte eder inem Brust des Be chem eften zug. amit Ent rden ein nuar. Vermischtes. Altar vordringen, was ihm die Chormitglieder zu wehren fuchten. Nun fam es zu einer Prügelei, während die Kirche von dem Kriegsruf Schande über den Götzendienst!" widerhallte. Andere schrien:„ Werft die Ruheftörer hinaus!" Den Ministranten wurden die Gewänder zerrissen; der Vifar versuchte sich des Kreuzes zu bemächtigen, aber jemand entwand es seinen Händen und zerschmetterte es auf dem Fußboden. Alles schien den Kopf verloren zu haben, nur der Organist blieb ruhig und spielte einen Choral nach dem anderen, bis endlich die Polizei kam und den Prediger Ken= fit mit seinem Anhang aus der Kirche entfernte. Eine aufregende Szene spielte sich am Sonnabend früh auf einem Berliner Bahnhof ab. Als dort der Eisenbahnschaffner Forster aus Rummelsburg mit einigen Reisenden an einem Fahrplan stand, um die Abfahrtszeit eines 3uges nachzusehen, stürzte sich von hinten plötzlich ein junger Mann ohne jede Veranlassung auf den Beamten und brachte ihm einen Messerstich in den Hals bei. Der Ueberfallene blieb trotz der schweren Verletzung und des starken Blutverlustes bei Besinnung und wurde von den anderen Versonen nach der Unfallstation in den Koppenstraße geschafft. Nachdem er hier einen Notverband erhalten hatte, erfolgte seine Ueberführung nach dem Krankenhaus am Friedrichshain. Der Täter konnte festgehalten und der Polizei übergeben werden. Wie sich herausstellte, handelt es sich um einen aus Ungarn gebürtigen, 27jährigen Lederarbeiter Mecker, der erst vor acht Tagen aus Amerika zugereist tst. Auf der Polizeiwache führte er derartig wirre Reden, daß er durch den Kreisarzt untersucht wurde. Der Kreisarzt bezeichnete ihn als einen gemeingefährlichen Geistesfranfen und ließ ihn sofort der Irrenanstalt Herzberge zuführen. 75 in Halle, den Ballon durch Reißen der Reißbahn schnell zu entleeren und zur Landung zu bringen. Das Gas entwich jedoch zu langsam, und der Ballon wurde gegen das Gebände der Gasanstalt geschleudert. Bei dem Anprall stürzte der Fabrikbefizer Korn aus 14 Meter Höhe herab und trug einen Beinbruch davon. Der Ballon trieb sodann gegen einen Blizableiter, wobei das entweichende Gas sich an den Funken der Gasanstaltsesse entzündete. Der Korb stürzte mit den vier Insassen herab, durchschlug zum Teil das Dach der Gasanstalt und blieb in der Erde stecken. Hauptmann von Didtmann erlitt einen schweren Schä delbruch und liegt zurzeit noch besinnungslos; die übrigen Insassen sind ebenfalls mehr oder weniger schwer verletzt. Es sind dies die Herren Zahnarzt Dr. Bodmann- Leipzig, Dr. Nörte- Leipzig und Referendar Urban- Leipzig. Sämtliche Verletzte wurden in das Johannstädter Krankenhaus gebracht. Heldenmut eines Seekadetten. Vor einigen Monaten befanden sich englische Marineoffiziere in der Nähe von Madras in Ostindien bei einem fröhlichen Mahl, das sie sich in Gesellschaft einiger Seefadetten auf offenem Felde in ei= ner freien Hütte hergestellt hatten. Zu ihrem Schrecken sprang plötzlich ein Tiger, von dessen Anwesenheit sie nichts geahnt hatten, in die Hütte und ergriff einen Kadetten und warf ihn auf den Rücken, wie die Wölfe ein Lamm über ben Rücken werfen. Der Tiger hatte anscheinend noch die Absicht, sich ein zweites Opfer auszusuchen, da sie sonst, wenn fie einen Menschen lebendig packen, ihm zuerst mit der Taße den Schädel einschlagen. Knurrend zog er sich langsam bis zum Eingang der Hütte zurück, während alle Offiziere vor Schreck erstarrt waren. Nur ein Leutnant, der am Ende des Tisches saß, stand langsam auf, um seine Büchse zu holen und durch einen wohlgeztelten Schuß den Kadetten aus den Pranken des Tigers zu retten. Der Tiger verfolgte fnurrend alle Bewegungen des Leutnants mit angespanntester Aufmerksamkeit. Bevor noch der Leutnant einen Schuß abfeuern konnte, hatte sich der Tiger so gedreht, daß der Kadett die Bewegungen des Offiziers beobachten konnte. Sprechen durfte er nicht, um nicht den Tiger zu reizen. Aber er hob seinen Arm und zeigte, daß er einen blanken Dolch in der Hand hatte. Mit dem Dolch winkte er dem Leutnant ab, feinerlei Bewegung mehr zu machen. Einen Augenblick hielt der Leutnant still und ließ sein Gewehr auf dem Boden stehen. Alle Offiziere erfolgten mit gespanntester Erwartung, was der Kadett, der sich nicht rührte, vorhatte. Dies alles war das Werk eines Augenblickes, als sie plötz lich sahen, wie der Kadett blitzschnell seinen Dolch erhob und ihn mit furchtbarer Wucht dem Tiger in die Seite stieß. Der Dolch hatte das Herz getroffen und in breitem Strome floß dunkelrotes Blut aus der klaffenden Wunde, die der Kadett mit seinem Dolch noch gewaltsam vergrößerte. Der Tiger brüllte noch einmal furchbar auf, dann stürzte er zusammen, den Kadetten abwerfend, der jetzt wegen seiner Geistesgegenwart und seines Heldenmutes von seinen Offizieren mit Recht als ein Held gefeiert wurde. Der Dolchstoß hatte so gut getroffen, daß das Tier auf der Stelle verendete. Das Fell nahm der junge Kadett als Stegestrophäe mit. In Knabenkleidern durchgebrannt. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof wurde ein 15jähriger, feck aussehender Junge angehalten und wegen Betrugs der Polizei übergeben. Er hatte eine Fahrkarte, die bis Hamburg gültig war, nannte sich Albert Kirchbach, wollte sechzehn Jahre alt sein, seine Eltern 1910 verloren haben und in einem Berliner Restau= rant als Arbeitsbursche beschäftigt gewesen sein. Von dort sei er nach Hannover gewandert und dann nach Hamburg gefommen. Im Januar habe er sich in Hannover als Gepäckträger ernährt. In seinem Besitz befand sich aber ein Dienstbuch der Berliner Polizeibehörde auf den Namen Hedwig Nerlich, geboren 11. November 1894 zu Willschau. Das Dienstbuch wollte der Knabe in Berlin gefunden haben. Da aber darin verschiedene Berliner Dienststellen und als lette eine verzeichnet stand, die bis zum 16. Januar d. J. währte, so wurde ihm das vorgehalten, und er gab an, daß dies Dienstbuch das seiner Schwester set. Schließlich aber gab er, immer mehr in die Enge getrieben, zu, daß er selbst diese Hedwig Nerlich set. Ihr Vormund sei im vorigen Jahre nach Amerika ausgewandert, wohin sie ihm folgen wollte, und um beffer fortzukommen und ohne Geld nach Amerika zu gelangen, habe sie sich enabenkleider verschafft. Nach den neuesten Erfundigungen schwebt Hauptmann von Didtmann noch immer in Lebensgefahr. Er hat außer einem schweren Schädelbruch noch einen Fußbruch erlitten. Das Befinden von Zahnarzt Bodmann und Referendar Urban aus Leipzig, die beide nur leichte Oberschenkelbrüche und Quetschwunden davongetragen haben, ist verhältnismäßig befriedigend. Dr. Körte- Leipzig konnte bereits wieder nach Leipzig zurückreisen, während Fabrikbesitzer Korn in einigen Tagen wiederhergestellt sein dürfte. Drabtnachrichten und neuestes. Revolveranschlag auf die eigene Mutter. Berlin, 18. April. Ein Revolveranschlag auf die eigene Mutter verübte am Ostersonntag ein 16jähriger Arbeitsbursche, weil die Mutter ihm kein Geld zum Besuch von Rummelplätzen geben wollte. Die 45jährige Frau wurde schwer, wenn auch glücklicherweise nicht lebensgefährlich verlegt. Ein Feuerwehrmann in großer Gefahr. Apachen in einem französischen Jägerbataillon. Eine mehrköpfige Einbrecherbande, die schon seit langem eine ganze Reihe großer Diebstähle ausführte, ist jetzt unter den Soldaten des 28. französischen Jägerbataillons fest= gestellt und verhaftet worden. Seit einiger Zeit wurden die großen Kaufhäuser Grenobles durch immer wiederfehrende Diebstähle beunruhigt, bis es endlich gelang, zwei Soldaten festzunehmen, als sie gerade eine Auslage plünderten. Die Soldaten gehörten den Jägern an, und die sofort in den Mannschaftsräumen angestellte Untersuchung förderte in den Koffern mehrerer Soldaten Waren zutage, die aus den Diebstählen der jüngsten Zeit herrührten. Einige andere Soldaten des Regiments waren so vorsichtig gewesen, ihre Kosser bei den Wirten verschie dener Kneipen zu hinterlegen. Die ganze Einbrecherbande wurde verhaftet. Ein ehemaliger Leutnant als Spion. Ein ungarisches Blatt berichtet von der in Wien erfolgten Verhaftung eines sehr gefährlichen Spions, des ehemaligen ungarischen Landwehrleutnants Edmund Simonides. Der erst 29jährige verabschiedete Leutnant entstammt einer vornehmen sächsis schen Famile in Stebenbürgen und galt als ein außeror=. dentlich tüchtiger Offizier. Vor zwei Jahren lernte er eine Tänzerin kennen und geriet in Schulden. Er fälschte zuletzt Wechsel im Betrage von rund 34 000 kronen auf die Namen von Kameraden und flüchtete mit der Geliebten nach London. Im vorigen Jahre kehrte er gänzlich mittellos nach Ungarn zurück und wurde zu neun Monaten Kerfer und zur Degradation verurteilt. Als er die Strafe verbüßt hatte, bot er dem italienischen Militärattachee in Wien seine Dienste al 8Spion an. Er wurde vom italienischen Gene= ralstab reichlich mit Geld versehen, reiste aber damit nach Monte Carlo, wo er an der Spielbank das Geld bis auf den letzten Pfennig verlor. An der Riviera zog er einen Landsmann ins Vertrauen, der ihn jedoch dem österreichischen Konsul in Nizza verriet. Simonides wurde nun nach Wien gelockt, wo er vor einigen Tagen in einem Nachtcafee verhaftet wurde. Großer Hotelbrand im Harz. Sonnabend nachmittag gegen 6 Uhr brach in dem Grand- Hotel Kurhaus zu Hahnenflee bei Goslar, Besitzer A. Lies, Feuer aus, das in dem in Holzfachwerk errichteten Gebäude so rasch um sich griff, daß das ganze dreistöckige Gebäude binnen kurzer Zeit über und über in Flammen stand. Das Feuer war im Dachgeschoß auf bisher unaufgeklärte Weise ausgebrochen. Es gelang den Geldschrank und wenige wertvolle Sachen zu retten, das ganze Mobiliar ist mitverbrannt. Das Hotel Kurhaus ist im Anfang der neunziger Jahre erbaut. Menschenleben find nicht zu Schaden gekommen. Ein bei der Brandstätte als Zuschauer weilender Einwohner Hahnenflees erlitt, als die ohnmächtig gewordene Frau des Besizers Ltes von Männern aus dem Hause getragen wurde, beim Anblick der Frau einen Herzschlag und starb auf der Stelle. Berlin, 18. April. Als bei einem Brande in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Feuerwehrmann ein völlig verqualmtes Zimmer betrat und die Balkontür öffnete, um dem Rauch Abzug zu verschaffen, entwickelte sich durch Zug luft das Feuer derartig, daß ihm der Rückzug abgeschnitten wurde. Er mußte sich mit einer Fangleine vom Balkon auf die Straße herablassen. Unschädlichmachung einer Schwindlerbande. Berlin, 18. April. Eine fünfköpfige Schwindlerbande, die es besonders auf Offiziere abgesehen hatte, ist unschädlich gemacht worden. Die Diebesgesellschaft verschaffte sich die Adressen von Offizieren, die ihre Pferde veräußern wollten, gab ungültige Schecks und verkaufte die Pferde zu Schleuderpreisen. Bei einer, Segelpartic ertrunken. Hamburg, 18. April. Gestern abend ist auf der Elbe bei der Teufelsbrücke ein Segelboot mit drei Insassen geken= tert. Zwei davon sind ertrunken, der dritte wurde gerettet. Oberleutnant Erler verunglückt. Ein wunderbares Mittel gegen die Maul- und Klauensenche hat, wie Hannoversche Zeitungen schreiben, ein Landwirt in einem Dorfe bei Wolfenbüttel angewandt. Er ging zu einem Wunderdoktor, der die im Dorfe herrschende Seuche von seinem Viehbestand entfernt halten soll. Der fluge Mann ging sofort an die Arbeit, ging im Stall flüsternd auf und ab und machte allerlei geheime Zeichen und Gesten. Zu seinem Mittel gehörte, daß der Hofbesizer eigenhändig ein Bund Stroh vom Boden holen, dieses an einer vom Doktor bezeichneten Stelle des Düngerhaufens auf dem Hofe niederlegen und hierauf sechsmal um den Dunghaufen marschieren mußte, und zwar dreimal rechts und dreimal links herum, wobei er dann beim Vorbeikommen an der Stelle, an der das frische Bund Stroh liegt, mehrere Male laut und deutlich ,, muh" und die folgenden Male„ Kuh" sagten sollte. Auch diese Vorschrift wurde genau und gewissenhaft befolgt. Der Arzt" wurde gut honoriert und der Erfolg war, daß zwei Tage später das Vieh von der gefürchteten Seuche befallen wurde. Dresden, 18. April. Oberleutnant Erler, der zusam men mit Leutnant Mackenthun den großen militärischen Ueberlandflug ausführte, ist bei einem Ausflug nach der Sächsischen Schweiz schwer zu Schaden gekommen. Erler stürzte vom Stumpfen Turm" im Bielatal und erlitt einen schweren Beinbruch. Tödlicher Wagenunfall. Würzburg, 18. April. In der Nähe von Würzburg unternahm gestern der Weingroßhändler Simon Selig und sein Schwiegersohn Zahnarzt Stettenheimer mit ihren Frauen eine Droschtenfahrt. Der Wagen stürzte einen AbHang hinunter und tippte um. Selig war sofort tot, Stettenheimer erlitt tödliche Verlegungen. Die Frauen famen mit leichteren Hautabschürfungen und Quetschungen davon. Ein Rathaus durch Fener zerstört. Britssel, 18. April. Das Rathaus in der Vorstadt Schärbeck wurde gestern abend durch Feuer zerstört. Eine Person wurde verwundet. Das Fener soll böswillig angelegt worden sein. Abermals ein französischer Aviatiker verunglückt. Paris, 18. April. In Mourmelon- le- Grand ist gestern um 7 Uhr morgens der Militäraviatiker Leutnant Cougères mit seinem Apparat aufgestiegen, um einen Trainterflug zu unternehmen. Als er die Flugbahn in einer Höhe von 20 Metern umkreiste, überschlug sich plötzlich der Apparat und stürzte mit furchtbarer Gewalt zu Boden. Als man den verunglückten Offizier von den Trümmern des Apparates befreite, zeigte es sich, daß thn die Drahtversteifung den einen Oberschenkel vollkommen durchtrennt hatte. Sein Zustand gibt zu den ernstesten Besorgnissen Anlaß. Russische Polizisten im Kampf mit Raubmördern. Lodz, 18. April. Die Polizei umzingelte am Sonntag ein Haus in der Wydsewastraße, weil sie die Nachricht er= halten hatte, daß dort Raubmörder, die sie suchte, versam= melt seien. Die Polizei wurde mit Schüssen empfangen, weshalb Militär zu Hilfe gerufen wurde, das jedoch am Kampfe nicht teilnahm. Die Uebeltäter ergaben sich nicht, sondern zündeten das Haus an. Im Kampfe mit der Poltzet wurden drei Raubmörder getötet und einer schwer verwundet und später verhaftet. Der Kampf dauerte zwölf Stunden. Der Spizbube und das Niespulver. Auf originelle Art wurde in Halle a. S. ein Spitzbube eingefangen, der in der Nacht vom Sonntag zum Montag durch das Fenster in die Schlafstube eines jungen Chemikers eingestiegen war. Bei der Suche nach Beute stieß der Einbrecher auf ein geheimnisvolles, schön verziertes Kästchen, das Chemikalien enthielt, u. a. auch Niespulver. Wahrscheinlich war er mit dieser Schachtel nicht vorsichtig genug umgegangen; denn plöblich machte sich bei ihm das Bedürfnis geltend, sich ordentlich auszuntesen. Anfangs gelang es ihm, das Ntesen zu unterdrücken. Dann versagte ihm aber die Kraft, und er plagte los". Dadurch wurde der junge Chemiker, der in dem Zimmer schlief, munter. Er schaltete sofort das elektrische Licht ein, erhielt aber gleichzeitig eine tüchtige Prise Niespulver ins Gesicht geworfen, so daß ihn ebenfalls die Nase juckte, und so stimmten schließlich beide ein Niesduett an. Der Spitzbube wollte eben entweichen, als der junge Mann etwas Luft bekam, um Hilfe rufen zu können. So wurde denn der Dieb festgenommen. Er entpuppte sich als ein früher in dem Hause angestellter Hausdiener, der so viel Galgenhumor besaß, sich über seinen Reinfall noch Iustig zu machen. Ein Paradies der Damen. In einem schönen Hochtaunusort, in Seelenberg, ist, wie der„ Frkf. 3tg." geschrieben wird, die Gleichberechtigung der Frau nicht nur durchgeführt, die Frau spielt dort im öffentlichen Leben die wichtigste Rolle. Die Bewohner dieses Ortes bestehen nämlich zum größten Teil aus Maurern und Weißbindern und sind in der Woche in den Städten Frankfurt, Offenbach und Mainz beschäftigt. So ist es ganz natürlich, daß die Landwirtschaft, das Ein- und Verkaufen von landwirtschaftlichen und anderen Produkten ganz den Frauen überlassen bleibt. Die Seelenberger Frauen haben schon oft bewiesen, daß ste thre Männer darin vollständig ersetzen können. So wird auch schon seit vielen Jahren die Stelle des Ortsdieners durch eine Frau vertreten. Wenn man die Vertreterin der öffentlichen Ordnung beobachtet, wie dieselbe, die Ortsschelle in der Hand, mit weitschallender, deutlicher Stimme ihren Geschlechtsgenossinnen die Wichtigkeit der Anschaff= ung eines Gemeindebocks oder die Zahlung der noch rückständigen Steuern ans Herz legt, so muß man staunen über dte Vielseitigkeit der Frau. Das wichtige Amt des Nachtwächters wird, wie in vielen Gemeinden, von allen Einwohnern abwechselnd besorgt, natürlich den Umständen gemäß meist von Frauen, und wehe dem Nacht- und Tagedieb, der einem Nachtwächter im Unterrock in die Hände fällt. Kein Ehemann wagt es, über die Polizeistunde auszubleiben oder sogar mit einem„ Spit" heimzukehren. so nur mid Sache Bort daß nicht en." fier us: hat der verhrer uns Dem von Den, es Beit nady zu Erlid den die Er vor gite in Tem im Prügelszene in einer englischen Kirche. In der„ HeiItgen- Dreieinigkeits- Kirche" von Horton bet London kam es am Sonnabend während des Gottesdienstes zu einer Schlägeret. Dabei wurden mehrere Personen übel zugerichtet und ein Kruzifir zerschlagen. Der Vikar Henrick hatte eben das Kreuz enthüllt, und die Mitglieder des Chors aogen vorüber, um es zu küssen, als der Prediger Kensit fich erhob und mit lauter Stimme rief: Dieser Gößendienst in der englischen Kirche muß aufhören!" Da erhob sich die ganze Gemeinde wie ein Mann und begann laut gegen den Störer des Gottesdienstes zu protestieren. Dieser aber, gefolgt von einer kleinen Anhängerschar, wollte gegen den Verunglückte Ballonfahrer. Der Flugsport hat in der Osterwoche wieder einige Opfer gefordert. Der Freiballon„ Lübeck" vom Lübecker Verein für Luftschiffahrt ist auf einer am Karfreitag unternommenen Fahrt bei der Landung in der Nähe von Friedland in Mecklenburg verunglückt. Der Führer Direktor Maret aus Harburg erlitt einen Beinbruch. Zwei Mitfahrende famen mit leichteren Verlegungen davon. Schwere Kämpfe an der amerikanischen Grenze. Douglas( Arizona), 18. April. Etwa 1600 Mann megifanischer Bundestruppen haben Aguaprieta angegriffen. Auf beiden Seiten wurde sehr hartnäckig gekämpft. Die Scharfschützen der Rebellen, die hinter Schanzwerfen standen, warfen den linken Flügel des Angreifers zurück. Zeitweise verstummten die Maschinengewehre der Angreifenden, da die Mannschaft niedergeschossen war. Der dichte Kugelregen wühlte die Erde im ganzen südlichen Teile von Douglas auf. Die Bewohner von Douglas blieben, um ihr Leben nicht zu gefährden, in den Häusern. Eine Kompanie der Stadtmiliz von Arizona hat Befehl erhalten, sich hierher zu begeben. Nach in Chihuasia eingetroffenen Meldungen von vertrauenswürdiger Seite, find die Eisenbahnverbindungen zwischen wichtigen Plähen zerstört worden. Tausende von Einwohnern, die an den Kämpfen ganz unbeteiligt sind, sind dadurch vom Verkehr abgeschnitten. Viele verlassen ihre Familien, um sich den Aufständischen anzuschließen. Hier herrscht die Anschauung, daß die Revolution im Süden ständig an Ausdehnung gewinnt. Schwerer in seinen Folgen war ein zweites Unglück, das sich am Ostersonntag in Dresden ereignete. Darüber meldet uns der Draht: Das am Sonntag auf der Rennbahn in Reich bei Dresden von dem königlich sächsischen Verein für Luftschiffahrt in Dresden abgehaltene nationale Ballonwettfliegen hatte unter starkem Winde, der sich zum Sturm steigerte, zu leiden. Vier Ballons mußten entleert werden, weil sich ihr Netzwerk für so starken Wind nicht start genug erwies. Eine plötzlich einsehende Böe erfaßte den Ballon Nordhausen" in dem Augenblick, als das Kommando:„ Los!" erfolgen sollte und warf eine Anzahl Soldaten zu Boden. Der Rest der Bedienungsmannschaft fonnte den Ballon nicht mehr halten. Der Vorsitzende des Fahrtausschusses, Fabritbesitzer Otto Korn aus Dresden, hielt sich mit aller Kraft am Korbrande des Ballons fest, In der Hoffnung, den Ballon doch noch zu halten, und wurde, am Korbrande hängend, vom Ballon mit empor gezogen. Da die Möglichkeit, Korn in den Korb herein zu ziehen, für die Balloninsassen unmöglich erschien, suchte der Führer, Hauptmann von Didtmann vom Feldartillerieregiment Nr. Ein weiteres Telegramm besagt: In der Schlacht bei Aguaprieta haben die Aufständischen den ersten Angriff der Bundestruppen erfolgreich abgeschlagen. Später warfen sie neue Verschanzungen auf. Es heißt, der Verlust sei gering, während die Bundestruppen schwere Verluste erlitten hät= ten. Das amerikanische Zollhaus ist mehrere Male von den Kugeln getroffen worden. Auch zwei amerikanische Soldaten wurden verletzt. Den Aufständischen wurde von den Amerikanern Trinkwasser über die Grenzlinie gereicht. Washington, 18. April. Präsident Taft wird dem Repräsentantenhaus eine Sonderbotschaft über die Lage an der mexikanischen Grenze zugehen lassen. Der Präsident hat es abgelehnt, den amerikanischen Truppen den Befehl zu erteilen, die Grenze zu überschreiten, da er die Befürchtung hegt, daß ein Ueberschreiten der Grenze die merikanische Grenzbevölkerung gegen die Amerikaner erbittern würde. Bet dem Kampfe Lei Aguaprieta sind sechs Amerikaner durch abirrende Kugeln getötet worden. Handel und Verkebr. Cassel, 15. April. Weizen( 100 Kilogramm) 19,00 bis 19,50 M. Roggen( 100 Kilogramm) 15,50 bis 16,25 M. Gerste ( 100 Kilogramm) 16,00 bis 17,50 M. Hafer( 100 Kilogramm) 17,00 bis 18,50 M. Seit( 3entner) 2,50 618 3,80 M. Stroh ( Bentner) 1,60 Fis 2,40 M. Vergebung von Bauarbeiten. Vergebung von ChaussierungsNachstehende Rohbauarbeiten für den Neuban und Pflasterarbeiten. eines Amtsgerichtsgebäudes zu Gießen sollen unter Die zur Herstellung des Gelände um die Fest: Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 und dessen Ergänzungsvorschriften vom 24. F. br. 1911 aula und das chemisch physikalische Institut zu auf dem Wege öffentlichen Wettbewerbs bergeben werden. Gießen nötigen Pflaster: und Chauſſierungsar beiten Los 1: Erdarbeiten, Betonarbeiten und Maurerarbeiten. darunter ca 250,00 qm Chauffierung 180,00 qm Kopf und Kleinpflaster etc. ( Diese Arbeiten werden nur zusammen vergeben; werden hiermit auf Grund des Ministerialer laffes eine Teilung findet nicht statt). 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. 2100 cbm Grundaushub, 1615 cbm Betonfundamente, 1050 cbm Bruchsteinmauerwerk, 3650 cbm Backsteinmauerwerk, 610 qm Codelverblendung usw. Los 2: Steinhauerarbeiten, 610 qm Basalt lavasockel und 4,5 cbm Treppenstufen aus Basaltlava. Los 3: Bauzann, 350 Ifd. m Bauzaun aus Holz. pfosten und Brettern. Ein jüngerer Hausbursche für sofort gesucht. Bäckerei Reus, Gießen, Seltersweg.( 200) Viele Dienstmädchen! vom Köchinnen, Stüßen etc ſucht, berl Die Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Amt, Stephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Fröffnungstermin, Wer zu sofort, Mat, Juni Dienstmädchen auch vom Lande, Knechte, Prosp. gratis, Centralblatt, Heiligenstadt Eichsfeld.( ges. gesch) Fernruf 292. Versteigerung. Donnerstag, den 20. Aprild. J., vormittags 10 Uhr babier, die wegen rückt. Ge Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 7. April 1911. Großh. Hochbauamt. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen bei uns einzureichen. liegen von Mittwoch, den 12. Ifd. Monats auf unserem Neubaubureau, Stephanstraße Nr. 18, I. Stock während der D'enststunden zur Einsicht offen. Angebotsformulare und Bedingungen werden, soweit Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstfoften abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, porto- u. bestellgeldfrei mit entsprechender Aufschrift versehen bis Mittwoch, den 10. Mai 1911, vormittags 11 Nhr bei uns einzureichen und werden in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zur angegebenen Zeit eröffnet. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Steßen, am 10. April 1911. ( 186) Neubaubureau für den Amtsgerichtsnenbau zu Gießen. Landmann. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen Bahnanschluss · . Vertreter gesucht. Für den provisionsweisen Vertrieb eines enormen Massenartikels( D R. G. M) bei Colonialwaren-, Drogen- u. s. einschlägigen Geschäften, werden für den Bezirk Oberhessen eingeführte Vertreter sofort gesucht. ( 195) C. Kuhaupt, Arolsen( Waldeck) Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 Telephon 828 Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. Reichhaltiges Lager in Einzelmöbeln einfache lack. 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